1 A IENTRALORGAN DER DEUTSCHEN SOZIALDEMOKRATISCHEN ARBEITERPARTEI IN DER TSCHECHOSLOWAKISCHEN' REPUBLIK ERSCHEINE MIT AUSNAHME DES MONTAG TÄGLICH FRÜH. MD Aktion und Verwaltung mag xii.. fochova u. telefon swr.'Administration Telefon sx?t. HERAUSGEBERi SIEGFRIED TAUB. CHEFREDAKTEUR! WILHELM NIESSNER. VERANTWORTLICHER REDAKTEUR: DR. EMIL STRAUSS, FRAG. Eiazvtpreis 70 NMtor (•rnichlfeßlkh 5 Meller NfM) 14. Jahrgang Mittwoch, 4. April 1934 Nr. 78 Vie Hintermänner der««Welt von heute" Steppdeckenfabrikation und Kommunisten 2,5 Milliarden Dollar Defizit in USA Ausgaben doppelt so groß wie die Einnahmen Washington, 3. April. Der Staats» hauöhalt der Bereinigtrn Staaten weist für die erste»»run Monate drS laufende» Nechnungv- jahrrS eine» Fehlbetrag von 2.342,238.81)3 Dollar ans. Die Ausgaben belaufen sich in der gleiche» Zeit anf 4.848,004.000 Dollar. Bon den Ausgaben entfallen 1.387 Milliarden auf die ordentlichen und 2.801 Milliarden auf die auherordrntlichen Ausgaben. Die Loran- fchläge deü.Haushaltes sehen sieben Milliarden Dollars an austerordentlichrn Ausgaben vor. Ittulescu vermittelt Anerkennung Rußlands Bukarest, 3. April.(HavaS.) Roch vor seiner Reise nach Paris beabsichtigt der rumiinische Außenminister T i t u l e S k u am 10. April Genf Tu besuchen, um dort mit Litwlkkow hauptsächlich über die Anerkennung Sowjet- rußlandSdnrchdieSkleineEntent« zu verhandeln. Barthou fährt Uber Berlin Die Abreise dcS französischen Außenmini- jterS Barthou nach Warschau ist definitiv auf den 21. April festgesetzt. Der französische Außenminister wird überBerlin fahren. Man ist der Ansicht, daß Barthou anf dem dortigen Bahnhof mit dem deutschen Außenminister von Neurath, der den französischen Außenminister bei seiner Durchfahrt durch die deutsche Hauptstadt wird begrüßen kommen, eine kurze Unterredung haben wird. Die spanische Reaktion < am Werk Madrid, 3. April. Der Ministerrat genehmigte den Gesetzentwurf, durch den in Spanien die zu Beginn des republikanischen NcgimcS aufgehobene Todes st rafe wieder eingcführt wird. Der Entwurf wurde heute nachmittags den CortcS vorgelegt. Das spanische Amtsblatt vcröfsentlicht ein Berzeichnis jener Offiziere, die in die monarchistische Verschwörung im Jahre 1332 verwickelt waren und deren Schuld nicht erwiesen wurde. Alle diese Offiziere, von denen sich viele in Sicherheitshaft befinden, erhielten ihre ehemalige Charge zurück sowie ihre Löhnung mit rückwirkender Gültigkeit. * Nach einer Meldung des offiziellen Deutschen Nachrichtenbüros haben die streikenden GaS- und WasserwcrkSarbSlter in Barcelona während der Ostcrfeicrtagc eine ganze Reihe von Sabotageakten verübt. Am Osternwntag wurden in die Wasscrleitungöröhrm große Mengen Olas eingelassen, was zur Folge hatte, daß die Stadt den ganzen Tag ohne Trinkwasser war. In M a d r l d dauert der Metallarbeiterftrekk an. Die Wiedereinführung der Todesstrafe hat am Ostersonntag in Madrid zu Demonstrationen geführt. In Granada sind neun Anarchisienführer durch, einen selbstgegrabenen Gang aus dem Gefängnis entflohen. In der Provinz liaben sich einige Fälle von B r a n d st i f t u n g an Kirchen ereignet. Calais wieder U-Boot-Basls? Paris, 3, April. Dao„Journal" glaubt aus sicherer Ouelle zu wissen, daß der llnterseeboot- stützpunlt Calais demnächst' wieder hergestcllt werden soll. Die französische Regierung habe int Hauöhalt für 1334 entsprechende Kredite vorgesehen. Man sei bereits mit den Vauarbeiten beschäftigt, die für die Aufnahme der demnächst eintreffenden Einheiten notwendig seien. Der französische Nnterscebootstiitzpunkt in Calais Ivar nach dem Kriege aufgehoben worden. „Die'Welt von heute", nämlich die von vorgestern, berichtigte nun ihre verleumderischen Anklagen gegen den Genossen Katz. Sie tat es nicht etwa in einem Anfall von Gesittung freiwillig, sondern mußte dazu gezwungen werden. Dies ist sür„Die Welt von heute" sehr unerfreulich; denn die Büberei, die sic begangen hatte, war so groß, so niederträchtig, daß der schlechte Eindruck, den die proletarische Oesfent- lichkeit von der„Welt von heute" bekommen hat, durch die der Berichtigung angehängte Erklärung der Redaktion nur noch verstärkt wird. In dieser„Erklärung" heißt es: „Wir haben ausdrücklich nur von Gerüchten gesprochen und nie behauptet, daß diese Gerichte anf Wahrheit beruhen, IvaS in der Berichtigung bestritten wird. Wir haben auch nicht behauptet. daß den Gerüchten Tatsachen entsprechen, sondern in unserem Bericht war nur die Rede davon, daß den Gerüchten Tatsachen zu entsprechen scheine n". Die Burschen haben also nicht Tatsachen behauptet, sondern nur erdichtet— und dies erst dann, nachdem sic erfahren hatten, daß an den „Tatsachen" nicht das geringste wahr ist. Die „Entschuldigung" der«Welt von heute" gibt wenigstens Aufschluß darüber, Ivie Vcrlennidungcn entstehen und wie leichtfertig und zugleich beharrlich st« verbreitet werden.„Die Welt von heute" schließt ihre„Entschuldigung" mit diesen Sähen: ,L u r Sache s e l b st wiederholen wir unsere entscheidende Feststellung, daß der ganze R u m m e l, zu dem auch die sozialdemokratische Anordnung einer Hausdurchsuchung und die gerichtliche Klage zur Erzwingung eines zweiten Abdruckes der Berichtigung gehören, nur dem Zwecke dienen, die Auseinandersetzungen mit der Sozialdenwkratie auf ein falsches Geleise zu bringen und die Aufmerksamkeit der Arbeiter von der Politik der Sozialdemokratie abzulenken." Wenn sie doch so freundlich sein wollte, zu sagen, welchem Zwecke der von der„Welt von heute" begonnene Berleumdungsrnnunel dientet War dies auch ein sozialdemokratisches Manöver wie die Abwehr der Lügen eines sein soll? Glauben die Macher der„Welt von heute",'mit solchen Läppereien das Geschehene gut und die Leser glauben zu machen, eß handle sich nur um den kleinen Irrtum einer Journalistik, die ansonsten dcrWahrheitsuchc dient? Die Eine Erklärung Severings Zu den Nachrichten, daß Severing eine Broschüre geschrieben habe, in der er sich den Nationalsozialisten anbiederte, ninimt nnn Severing selbst Stellung. Er erklärt: „Im vergangenen Sommer habe ich ange- fangen, ausführlich den Weg zu beschreiben, der mich aus der Volksschule über di« Fabrik zur Staatsleitung geführt hat. Diese Aufzeichnungen sollten zugleich eine Autobiographie sein und einen Bersuch darstelle», den Lrvenöwerde- gang derjenigen Männer zu schildern, di« durch di« politische Entwicklung Deutschlands in den letzten zwanzig Jahren in die Leitung und Verwaltung gekommen sind. Diese Arbeit, die keinesfalls ein politisches Memoirenwerk sein wird, ist»och»icht fertig. Di« Kombinationen, welche im Laufe der letzten Woche» an daö Erscheine» geknüpft worden sind, finden allerdings in dem schon fertig- gestellten Teil keine Stütze. Bon dem Zitat in der Rheinisch-Westfälischen Zeitung" trifft kein einziger Satz zu." Oesfcntlichkcit ist ganz im Bilde, wenn sie sich die Hintermänner der„Welt von heute" ansieht. Wir finden da an der Spitze des Blattes einen gewissen Herrn Otto W c i r a u ch, der früher Redakteur der„Internationale" war. Ihm stehen zur Seite: Gustav B e u c r, früher Redakteur des Rcichenbcrgcr„Vorwärts". Rudolf A p- pelt, früher Redakteur des„Kämpfer", Ludwig Freund, früher Redakteur der„Internationale", Ernst Schreiber, früher Redakteur der in Reichenberg erscheinenden„Arbeiterzeitung".— Es sind liebe Bekannte, die nur so schwachsinnig waren, anznnchmen, man erkenne sie unter der neuen Flagge nicht, unter der sie nun durch die Welt von heute segeln. Ihr jetziges journalistisches Geschäft ist eine geradlinige Fortführung des in Reichcnbcrg, Komotau, Aussig und Mährisch-Schönberg unterbrochenen.„Die Welt von heute" ist das Organ der Zkoinmunistischcn Partei. Dies festzustellen hatten wir im Interesse jener Oesfcntlichkcit für notwendig, die die neue Flagge täuschte; sie ist auch notwendig zur Erklärung des unglaublich tiefen Niveaus, das das neue Blatt auszcichnet. Der„Boltswille" ist jetzt auch in der Lage, den Mann vorzustcllen. dec sich bei der Falkenauer Gendarmerie im Auftrage der„Welt von heute" als Berichterstatter des„Prager Tagblatt" auSgegcbcn hat. Der„Bolkswille" schreibt: „Unser« Bermutungen über die Berken deS journalistischen Ausbeuters der von den Kom- mnniften verbreiteten Verleumdung über den Abgeordneten statz haben nun ihre Bestätigung gefunden. An der Hand eines Lichtbildes haben sowohl der Falkenauer Gendarmerie-Wachtmeister a/S auch der Falkenauer Bokizeikommiffär festgeftellt, daß der Mann, der ihnen gegenüber sich als Berichterstatter deS„Prager Tagblatt" auügab, Herr LoniS F ü r n b e r g, der Sohn de» Steppdeckenfabrikanten Fürnberg in Fischern war. Bei der in den Räumen der Redaktion der kommunistischen„Welt von heute" vorgenomme- nen Hausdurchsuchung wurde da» Manuskript de» Artikels vorgefunden, ebenso«ine Liste der Mitarbeiter de» Berlenmderblattr». Diese Liste verzeichnet für Karlsbad die Namen F r a n k, N n n- t i» v und Dr. G o l d b e rg e r. Runtiuö ist da» Pseudonym deS Sawnkommuniften Louis Fürnberg. Der Mann ist also nach Abstammung und Gesinnung derer würdig, die in der„Welt von heute" Arbeitcrpolitik sür die Reaktion machen. Berichterstatter nicht sprechen; Severing ist in den letzten Tagen unter dem Drucke der gegen ihn geführten BerlcumdungSkampagne seelisch zusam- mengcbrochen. Severings Sohn hat den: Berichterstatter mitgeteilt, daß sein Vater keine Broschüre geschrieben hat und daß alle Mitteilungen über eine solche Broschüre erlogen sind. Bei dem Buch, das sein Vater schreibt, handle es sich zunächst um die Wiedergabe der Jugend-Erinnerungen. Niederländische Sozialdemokratie für den Schutz der Demokratie Amsterdam, 3. April. Auf dem jvährcnd der Ostertage in llttrccht abgehaltenen 40. Parteikongreß der holländischen sozialdemokratischen Partei wurde auf Antrag deS ParteivorstandeS eine grundsätzliche Kursänderung beschlossen. ES wurde betont, daß in der jetzigen Zeit die holländische Sozialdemokratie jede Regierung unterstützen müsse, die die demokratische Staatsform gegenüber den Angriff der fascistischen Gruppen verteidigen wolle. Es wurden auch zwei in den Jahren 1328 und 1331 gefaßte Entschließungen Weder Anschluß noch Habsburg rranhreichs mitteleuropäische Politik A. Sch.(Paris.) Seit dein Kriegsende ist die bedingungslose Ablehnung des Anschlusses der Grundstein der französischen Polt- tik in Mitteleuropa gewesen. Die Ablehnung der Habsburger-Restauration war indessen bei weitem nicht so eindeutig. Man wußte, daß im Ministerium deS Aeußeren auch 1 tröste am Werke waren, die der Habsburger-Restauration nun. bestens nicht unsympathisch gegenüberstanden. Nach der Niederwerfung des Wiener Feber-Aus. standeö konnte eS sogar einige Tage scheinen, daß die Habsburger-Lösung in Paris die Ober- Hand gewinnt. Ende Februar schrieb der„Fn- transigeant":„Wir nähern unS dem Augenblick, wo alle, die die Unabhängigkeit Oester- reichS, die für den Frieden Europas unentbehrlich ist, sichern wollen, sich entscheiden werden, das Zeichen zu geben, auf das der Erzherzog Otto in Belgien warte t". In jenen Tagen hat selbst der vor- sichtige„TcmpS" einen Satz geprägt, aus dem man folgern konnte, daß Frankreich nicht unter allen Umständen die Thronbesteigung Ottos ablchnen würde. Man fragte sich damals, ob Frankreich doch nicht zur Parole:„Für Habsburg gegen Anschluß" kommen wird. Aber das Zögern, die Unentschlossenheit, dauerte nickst lange. Bereits Anfang März ist die Entscheidung gefallen: Frankreich hat sich mit aller Entschiedenheit gegen die HabSburger-Rcstanra- tion ausgesprochen. Nach den Erklärungen Bar- thous im Auswärtigen Ausschuß derilammer. nach der Einheitsparole, die von Quai d'OrsnN an die große Presse auSgegcbcn wurde, konnte es keinen Zweifel mehr geben— Frankreichs mitteleuropäische Politik wird nunmehr fest durch die Formel bestimmt: weder Anschluß, noch Habsburg. Die Motivierung dieser Entscheidung ist nicht weniger wichtig als die Entscheidung selbst. Frankreichs Bündnispolitik wird heuer in erster Linie durch die noch weitere Befestigung der BündniSbcziehungen zur Kleine» Entente bestimmt. Frankreich kann keiner Lösung der oster- rcichischen Frage zustimmen, die die territoriale Sicherheit und selbst die staatliche Eristenz der Mitglieder der Kleinen Entente gefährden kann. Die Habsburger-Restauration muß beides gefährden. Barthou hat in diesen kritischen Wochen das mit aller Offenheit ausgesprochen, Hand in Hand mit Bene§. Die Restauration der österreichisch- ungarischen Monarchie nms; unvermeidlich zur österreichisch» ungarischen Hcgenionie im Donau- Raum und zur Begünstigung der Revisionsfordcrungen Ungarns fiihren. Die neue, geschwächte Habsburger- Runipsmonarchie wird sich nach den Grenzen der alten Bollmonarchio sehnen, sie wird als Organisator der Revision und der Jrredenta austreten müssen. Alle schwarz-gelben, durch die nationalen Revolutio- ne» von 1918 enteigneten und um ihren Einfluß gebrachten Elemente in der Tschechoslowakei, Rumäiiien und Jugoslawien, werden Intrigen spinnen, Verschwörungen organisieren und den Anschluß an Wien und Budapest suchen: das wird heute in Paris selbst von der Rechtspresse anerkannt und befürchtet. Die ttonscqucii- ze» für Frankreich sind klar: m a n k a n n n i ch t d c n d c u t sch c n R c v i s i o n i s in u s d u r ch d i e B e g ü n st i g u n g d eS ungarischen Revisionismus bekämpfen; man kann nicht Oesterreich von der deutschen Jnva- DaS Kopenhagner„Extrablatt", ein demokratisches Organ, veröffentlicht eine Unterredung, die sein Berliner Berichterstatter mit dem Sohne Severings hatte. Mit Severing selbst konnte der zurückgezogen, in denen die einseitige Abrüstung der Niederlande verlangt und die Verweigerung der Militärdicnstpflicht im Kriegsfall ausgesprochen wurde. Der Parteivorstand begründete die Aende- rung der Haltung damit, daß sich die Lage in Europa grundlegend g c ä n d c r t habe. sion schützen, indem man den Drang llngarns nach der Slowakei, Kroatien und Siebenbürgen unterstützt. Indessen macht die französische Außenpolitik noch einen Schritt weiter und kommt zur Er- kcnnstiis, daß die H a b S b u r g e r- R c st a u- ration überhaupt keine Gcwä hr Seite 2 Mittwoch, 1. Avril 1031 Nr 79 Ein Masaryk-Interview Ter Paris Soir" veröffentlicht in seiner Oslernunnner eine Ilnterredung seine» Sonderberichterstatters mit dem Präsidenten Masartzk: p«ur ic mcrttc ücr kmigrattoii Vettere 57 Emigranten der deutschen Staatsangehörigkeit verlustig erklärt Anf die iyitifle des Berichterstatter», ob er ein Optünist sei, antwortete Präsident Masartzk nach der Schilderung Perreux:„Ein Optimist? Keineswegs. Aber ich bin auch kein Pessimist. ES gibt dativischen eine bestimmte Nuance." Masnryl gab auch seinem Vertrauen in eine bessere Zukunft u>rd in die llnmvglichleii eine- baldigen Krieges Ausdruck. Auch glaubt er nicht, das; die politischen Erschütterungen, von welchen einige Staaten erfasst tvurden, notwendig zu einem allgemeinen Zusammenbruch der Demokratie führen müssen. Die Demokratie kann im Gegenteil sogar g e st ä r k t werden. Die Zeit der Monarchien sei tut, aber die Zeit der Demokratien befinde sich vielfach noch im Augendalter. gegen den Anschlutz bietet» sondern nur zu einein Ersah des Anschlusses führen mutz, nämlich zur.Herstellung der HörigkcitS- üeziehitug der neuen Ausgabe der Donau-Monarchie zu Deutschland. Nach deuKrästeverhätt- nissen in Mitteleuropa muh die verkleinerte öfter- reichisch.ungarische Monarchie unter Obhut des Dritten Reiches gelangen. Das Expose Bartyous im Minifterrat hat. wie der gut informierte Pertinar iin„Echo de Paris" darlegt, diese Per- ipektive mit aller Klarheit herausgestcllt. Wenn die Habsburger-Monarchie z u n ä ch st als Gegner Berlins atiftreten wird, so kann sie auf die Dauer doch nichts anderes sein, als, Deutschlands potentieller, kiinf- tiger Verbündete r. Ungarn wird imnicr als Vermittler zwischen Wien uttd Berlin und| darüber hinaus zwischen Berlin und Rout aus- treten wollen, weil es mit den b e i d' it revisionistischen Großmächten, sowohl mit Deutschland, wie auch mit Italien zusannuengehen will. Im Bündnis führt immer der Stärkere: und so tvird die neue Haböburgermonarchie durch das Dritte Reich in Schlepptau genomnien. Barthou, Frankreichs Ministerpräsident in den Aorkriegojahren. weis; aus seiner unmittelbaren Ersahrung vor 1911, zu welchem Ergebnis ein solches Büttdttis führen muh. Kehren die Habsburger wieder, datnt wird diese Restauratiott zunächst zur Hegemonie der österreichischungarischen Monarchie über die Staaten der Kleinen Entente und dann zitr Hegemonie Deutschlands über die österreichisch ungarische Monarchie selbst führen. Der österreichisch- tingarische Zusmiiinenschlnh muß mit der' Revanche der Habsburger gegen die Kleine Entente enden, die Bündnisabhängigkeit Wiens und Budapests von Berlin wird dem Hitler-Deutsch. land die entscheidende Stütze für die Revanche gegen Frankreich geben. Indem Frankreich die HabSburger-Reslauration verhindert, nimmt eö Hitler-Deutschland den künjtigen Verbündeten weg, und vereitelt das Koalitionsshstem, das einmal unter der Führung Berlins einen Welt- krieg bereits entfacht hat. Das deutsche Nachrichtenbüro meldet: Berlin, 29. März. Nachdem am 23. August 1938 38 deutsche» Staatsangehörigen die deutsche Staatsangehörigkeit aberkannt tvorden Ivar, hat der Reichsinnen- minister, tvie die„Wandelhalle" meldet, durch eine im Reichöanzeiger veröffentlichte Bekanntmachung neuerdings tvieder 87 ReichSangehörige der deutschen Staatsangehörigkeit für verlustig erklärt. Eö bandelt sich nm folgende Personen: Johannes Robert D e ch e r, Karl Büchel, Karl B red m, Fritz Brehmer, Dr. Wolfgang B r e t h o l z, Karl D L h r e tt, Kurt KlemenS Burlert, Es riet Gotihelf C a r l e b a ch, Professor Dr. Albert E i n st e i tt, Dr. Otto Fried- lande r, Oskar Maria Graf, Heinrich Grüne tu a l d. Artur Groh, Karl Otto H a l f- t e r, Gustav Reinhold H e n t s ch k e, Dr. Pank Her tz, Dr. Adam Jäger, Dr. Helmut K l o tz, Hanits K n i e l i n g. Heinz K r a s ch u tz k i, Walter Kreise r, Rudolf Leonhardt, Willi M i e l e» z, Julius Piech, Theodor P l i v i e r, Otto R e m in e l e, Dr. Kurt Rosenfeld, Heinrich Schmitt, genannt Frank Arnau, Johann S ch w a l b a ch und seine Ehefrau, Toni Sender, Max S e tz d e w i tz, Ludw. S t a u tz, genannt Vigo, Dr. Edivard Stilgebauer» Hugo lk r b a h n S, Johann Bogel, Waltraut H ö l h. Zugleich ist das Vermögen dieser Personen beschlagnahmt tvorden. Die Entscheidung darüber, inwieweit der Verlust der deutschen Staatsangehörigkeit sonst noch auf Familienangehörige auszudehnen ist, hat sich der Innenminister Vorbehalten. Ein halveo Jahr hat also die deutsche Regierung gebraucht, um uns eine neue Liste von Men- , scheu vorzukegeni die sie der deutschen Staats- ^angehürigkeit nicht mehr für würdig hält.— Eine ttcitc Liste der Schmach Ivollte sie damit schaffen. — Eine Liste der Schmach—? Für einen freien Menschen kann es nur die grösste Ehre sein, auf dieser Liste des„Dritten Reiches" aufgefiihrt zu sein. Wird doch damit bekundet, daß er nicht für würdig befunden wird, einer Gemeinschaft von Knechten anzugehören! Kein gröberer Ruhm, als von Sklavenhaltern gehaßt zu werden. Diese Liste der„Schmach" ist eine Liste der Ehre. Vie Kommunisten uncß die Emigrantenfürsorge Kurt Grostmann schreibt uns: Zu Ihren Ausführungen in der Nummer vom 31. März, betitelt„Konnniniistenhetze und die Emigration" erlanbe ich mir, in meiner Eigenschaft als Sekretär der„Demotraiischen Flücht- lingssürsorge" folgende Bemerkungen zu machen: Zum Gegenstand deü Angriffs selbst darf ich ans meiner nickst geringen Erfahrung mitteilen, dast selbstverständlich seitens des Gen. Schrader, der seit einigen Wochen die neu errichtete Metdestetle leitet, kentertet irgendwie geartete Schwierigkeiten entstanden sind, sondern i m Gegen t e i l die Erledigung der Gesuche für neu anlotnutende Flüchtlinge sich volltontmen reibungslos gestattet. Allerdings ist es nottvendig, heute jeden einzelnen Fall scharf nachzuprüfen und auch die allgemeinen Schwierigkeiten des Landes zu beachten, die sich int Laufe der Zeit ergeben haben. Mit einem Ausstellen von Flüchtlingsaus- weisen um jeden Preis ist weder dem ernsthaften Flüchtling noch den Behörden geholfen. Zur allgemeinen Erörterung des Problems Kommunisten und FlüchtlingSfürsorge darf ich auf Grund meiner Erfahrungen folgendes sagen: a) Die kommunistischen Organisatione» haben, soweit das festgestellt werdett konnte, ihre Anhänger angelviesen, sich nicht als Mitglieder der Partei auszugeben. Mag diese Anlveisung aus politischen Gründen erfolgt sein, so soll darüber hier nichts bemerkt werden. Aber diese Antveisung hat selbstverständlich dazu geführt, dast die freien Komitees, so auch die„Demokratische FlüchilingS- sürsorge" über das mögliche Mast belastet worden sind. b) Die nicht zu vermeidenden Schwierigkei- ten, die aus dieser Mehrbelastung entstanden sind, haben die„Demokratische FlüchtlingSfürsorge" in finanzielle Schwierigteiten gebracht, die wiederum den Kommunisten Anlast gegeben haben zu einer vollkommen unsachlichen KampfeSmethode gegen eine Institution, die in absoluter Freiwilligkeit und wirklich nur aus humanen Gründen die Fürsorge für deutsche Flüchtlinge übernommen hatte. Fit allen möglichen kiaschicrton und nicht kaschierten Organen wurden Angriffe gegen dieses Komitee gerichtet, aber ent Weg, der Schwierigkeiten Herr zu werden, wurde nicht gezeigt. eine neu« Gemeinheit der „Welt von heute“ Die kommunistische„Welt von heute" nimmt unsere Ertviderung auf ihren unverschämten Angriff gegen die sozialdemokratische Emigrantensür- sorge zum Antast, zu behaupten, tvir verdächtigen ehrliche politische Emigranten ganz allgemein als Schtvindler und Spitzel.„Die Welt von heute" hat uns versprochen. Beweise für die für die Emigranten schädliche Tätigkeit deS Genossen Schrader zu erbringen; wir fordern sie auf, diesen Betvei- sen auch solche über ihre neue Behauptung anzufügen. Sie möge dabei allerdings auf den schlechten Dreh verzichten, Zitate aus dem„Sozialdemokrat" in ihr Gegenteil umzu„erläutern". Die Redaktion. Stimmen Mr die Demokratie In den Zentralorganen der tschechischen Agrarpartei und der tschechischen Volkspartei erschienen anlästlich der Lsterfcteriage interessante Betrachtungen über daö Problem der Dentokratie. Im„Venkov" schreibt der Generalsekretär der Partei Abg. Beran u. a.: „Wie in der gauzeit Welt, gibt es auch bei unS Unzufriedenheit. Verhehlen wir uns daö nicht. Viele rufen nach einer Aenderung deS Regimes. Fremde i Vorbilder, deren Mängel und Unzulänglichkeit anf die Entfernung nicht zu sehen sind, werden eilt gefälliges Lockbild. Die Sucht nachzuahmen ist bedeutend. Jeder hat allerdings ein anderes Muster. ES Ein gutes Werk Ist der Kauf von Losen der ArbelterfUrsorsei Preis K6 3— MMmaanuMMBOMBaMB ist notwendig, alle diese mtö fremden, schädlichen, gefährlichen, ja katastrophalen Muster kategorisch a b g u l e h n e n. Wir sind attü einem anderen Miliett gekommen, unsere Verhältnisse sind gan; anders. Wir dürfen das AttSlattd nicht blind nach ahmett. TaS bedeutet nicht, das; wir die Augen vor dett Fehlern und llnztilängtjchkeiten der Demokratie verschliesten sollen. Wir müssen sie überall dort be- seittgen, wo sie find. Die Dentokratie darf nicht jammern. Bor allent darf sie niemals unenlschlosfeit sein und anstatt unangenehme Entscheidungen zu treffen, dett Kops in den Sand zu stecken. Die tschechoslowakische Demokratie must regieren... Dazu ist notwendig die Zusammenarbeit aller Schichten unserer Bevölkertmg. Verhehlen tvir uns nicht, das; wir auch in dieser Hinsicht von anderen europäischen Staaten abtveicheude Verhältnisse haben. Wir hatten keinen Adel, keine Hierarchie und keitt schweres Bank« und Industriekapital und habet! unseren Staat nur anf den breiten Massen unseres kleinen und tnittleren Volkes, der Bauern, Arbeiter, Ge- Iverbelreibenden und Intellektuellen aufgebant. Daher besteht kein Grund, jetuandeu von der Mstarlteit an der Staatsvertvaltung anszufchliesten." In den„Lidovö Lisch" schreibt Dr. I. I. Rückl: ,,Diktatur ist in der Demokratie ungefähr das, was ein Pulverfast im Keller eiyeö Hanfes ist. Wenn das Pulver explodiert, fliegt daö ganze Haus in die Luft und eS kommt daö Ende der nationalen Volks- regier»»». Diktatur ist eine ultima ratio und pastt daher tticht in unseren Staat. Unsere Demokratie, unsere VolkSregierrmg, must sich selbst reinigen, attS dem Willen unseres eigenen Volkes. Wenn sie beweist, dast sie tatkräftig ist. daun tvird sie wieder das Vertrauen der breiten Massen gewinnen, dessen sie heute nur ihre eigenen Fehler und ihre eigene Schlväckte berauben. Wir glauben fest, dast unsere Demokratie diesem historisch wichtigen Jahre ihre Lebensfähigkeit beweisen wird." Die Brümter Polizridirektiott veröffentlicht einen längeren Bericht, auS dem hervorgeht» das; sie eine Reihe von kommnnistischen Parteigängern, beziehungsweise Sekretären, verhaftet hat, die in der letzten Zeit versuchten, einen Apparat zur Verbreitung illegaler Flugschriften auszubauen. Bei den Verhafteten sanden sich ineijt mehrere Personaldokumente, die auf verschiedene Namen lauteten. Auch tvurden verschiedene Deckadressen ausgeforscht» an die anstöhigeo Agitationsmaterial verschickt Ivurde. In Königsfeld tvurden«tut 18. März bei einer geheimen Beratung die. Hauptagitatpxen-,dieser illegalen Tätigkeit, die Sekretäre Klima, Hrdlicka und TeSla solvie die Beamtin S ch r a m m deS Prager kommunistischen Parteisekretartates verhaftet und deut Brünner.Freigericht einaelie- fert. Gegen sie sowie gegen eine Reihe von Kolporteuren Ivurde die Strafanzeige nach dem Schutzgeseh erstattet. Handelsabkommen mit Bulgarien. Im Sosio- ter Autzenministerium wurden heute zwischen dem Ministerpräsidenten und Austenminisker Mascha- now und dem tschechoslowakischen Gesandten Mara die Ratifikationsurkunden des am 2V. August v. I. in Prag unterzeichneten bukgarisch-tschecho- slotvakischen Handels« und Schiffahrisvertrages ausgetauscht. Der Vertrag tritt in 14 Tagen in Kraft. »3 (Fortsetzung folgt.) tc-bf'iamntcii m oct Mast und Ziel, beleidigte König und Regie- rung in leidenschaftlicher Beredsamkeit und kun- . digte neuen, hartnäckigen Kampf au, da sich nichts geändert halte, da das kommende Scheinparla- ment nur Verwirrung stiften konnte. Die Revolutionäre würden sich von diesem schamlosen Spiel zurückziehen und aufs Rene den nngesetzlichen Krieg beginnen, weil ja nun jeder ehrliche Kampf auf gesetzliche. Weise unmöglich war... Todeö- still halte M die Versammlung unter dein Donner seiner inächtigen Stimme verhalten, die Worte wie Bomben durch den Saal schleuderte. Doch kaum hatte er in kochendem Zorn, mit blitzenden Augen und Schaum in den Mundwinkeln das Rednerpult verlassen, da erhob sich unbeschreiblicher Tumult: Schreie nach Sühne, Ausdrucke des Zorns und der Entrüstung über solch grenzenlose Keckheit— und von allen Seiten Ivurde seine Verhaftung ivegen Majeslätsbeleidiguug und Hochverrats gefordert... Ein Parlament wurde gewählt, daü eine Karikatur einer Bolksvertreiung darstellte. ES wurde von seinen Mitgliedern schwnch beschickt. Die Stunden schleppten sich fort in unerträglicher Langeweile öden, sinnlosen GeredeS über nichtige Angelegenheiten, die für keinen Menschen wirklichen Zweck hallen und für die sich niemand interessierte. Alle Entwürfe der Regierung wurden nach energieloser Debatte untertänlgst angenommen. Als einnial auö der Versammlung ein Antrag eingebracht lvurde, wurde ec rasch wieder zurückgezogen, loenn der Minister die Augenbrauen runzelte, und mit überwältigender Mehrheit niedergestimmt, als der Antragsteller den Mut aufbrachte, ihn gegen die Regierungskritik ausrechtzuerhalten. Es Ivar ein unwürdiger, beklagenswerter Auftritt. Die sympathisierenden Intellektuellen lächelten bitter. Die Revolutionäre verspotteten und verfluchte» daS KnechtSpar« lauient und stellten seine Sklavenarbeit überall an den Pranger. Doch das Jntereffe des betrogenen Volles Ivar gemindert und achselzuckend ging eS seines Weges... Der Kampf entbrannte wieder in seiner früheren Heftigkeit. Grimmige Verfolgungen reizten zu neuen Attentaten. Und als man schlietz- lich wie znm äustersten Hohn einen Anschlag auf das ParlamentSgebciude verübte, bei dem es grösttenteils zerstört wurde und einige Abgeordnete umS Leben kamen, schien dem König und der Regierung das Mast boll. In einem scharf gehaltenen Dekret wurde der undankbaren Nation kundgegeben, daß es mit ihrer Selbständigkeit vorbei sei. Konstitution und Parlament wurden abge- schasft, die Krone zog wieder alle Rechte au sich ... Daö Ivar nun das Resultat der Wahnsinnsaktion der Terroristen, die Gutes mit Bösem vergalten nnd der Theorie huldigten, dast sie, Ivenn sie einen Finger ergriffen hatten, die ganze Hand haben wollten... Aber glücklicher Weise hatte Gott dem König Kraft nnd Weisheit geschenkt, um der unvernünftigen Begehrlichkeit dieser überspannten Gewalttäter zu widerstehen und er werde nun gelegenere Zeiten abwarten, um dem Volk das Mitbestimmungsrecht an der StaatS- regierung zu geben... Der Utas rief grosten Eindruck am Lande hervor und tiefer versank das Volk in Gleichgültigkeit gegen politische Fragen und trug gelassener denn je sein LoS. Die Revolutionäre lachten laut über dies«! frechen und dabei heuchlerischen Staatsstreich und spannten ihre äustersten Kräfte an, um den verlorenen Einflust wieder zu gewinnen. Und sie verfluchten den Namen des grosten, liberalen Staatsmannes, der sie hineingelegt, der sie mit einer Scheinaktion betrogen und ihrer Bewegung unsagbaren Schaden zugefügt halte. Aber sie verzagten nicht: sie waren schon vor heisteren Feuern gestanden! Ihre OperationSbasis blieb... Hundertmal würden sie von vorne ansangen, wenn eS sein mutzte... Da begänne» vage Gerüchte von Krieg zu flüstern. Nieniand achtete ihrer sehr. Allzu oft in den letzten Jahrzehnten hatte man Krieg für unvermeidlich gehalten, doch stets war im letzte»* Augenblick die Streitigkeit beigelegt, im Verhandlungsweg ausgeglichen worden. Die Mächte räsonierten noch ein Ivenig, rasselten mit ihren Säbeln und schwätzten über Prestige, doch dabei blieb eö. Krieg?... Undenkbar I Die Ber- nichtuttgSwerkzeuge waren ja so fürchterlich geworden, dast ein Krieg Ausrottung jedes Heeres in lächerlich kurzer Zeit bedeutet hätte. IL m. de Jona: Hernftlungene Hacke j Clo Vornan in vier tpieoden Autorisiert« VoberMtitinir aus dem Holländischen von E. R. Fuoh s. Das Volt wurde irr. Was war Wahre» an all dem?... Wer Ivar im Recht?... Waü wollten die Revolutionäre?... Der Kops summte von den schtververständlichen Worten, den verwik» leiten Problemen... Eö hatte so einfach geschienen und kaum war mit dem heistbegehrten Neuen der Anfang gemacht, tonnte schon kein Mensch mehr daraus klug werden... Entmutigung ergriff die Herzen... Es tvar vejtinunt etwas, das nur alle gebildeten Menschen verstehen konnten... Da sahen sie Hauptstadt in einem grosten ten Monat für Monat... davon in seinem Leben?. zum Vorteil?.., Die ins Werk gesetzt worden sein sollte, ... Es tvürde wohl so bleiben, tvie es immer gewesen war: von allen Neuerungen profitierten die grosten Herren und das Volk durste sich nach wie vor den Riemen enger schnallen... Seufzend gingen sie an ihre Arbeit, ungläubiger denn je, tiefer durchdrungen von der Vorherbestimmung ihrer Verlvvrfenheit. Was konnte man tun?... Gott hatte eö so gewollt. Die Arbeiter in den Industriezentren, reifer und geschulter in politischem Denken, tvurden unruhig. klnvermutet eilten sie den Kämpfern im Parlament mit spontanen Streits zu Hilfe. Gingen auf die Straste und veranstalteten eine Kund- Vvun>i vor dem Parlaineniögebäude. Dies gab das Zeichen zu schärferen Matz-1 In der Aufregung nach seinem stürmischen regeln. Energisch griff die Obrigkeit ein, säbelte Angriff war Peter auS dem Saal geeilt und nur die Strahen rein, verhängt das Standrecht, sperrte schnelle Flucht über die Grenze reitete ihn vor dem die Rädelsführer ein und trieb die Arbeiter in die Gefängnis... Die hoffnungsreiche Periode war Fabriken zurück. Edle Entrüstung loderte in der vorbei. Konvention auf: so ging eö nicht mehr weitert Wenn die Herren Revolutionäre wieder mit ihren alten Methoden begannen, nun, da sich neue Mög lichkeiten boten, mutzte ihnen beigebracht tverden, dast dies nicht geduldet tvürde... lind ihres letzten demokratischen Scheines von reaktionären Zusatzanträgen entkleidet, wurde die Konstitution mii überwältigender Mehrheit angenommen. Da sprang Peter Zanzi auf die Tribüne und bebend vor zorniger Entrüstung hielt er eine flammende Rede, in der er das Zusatnmenrusen der Volksvertretung, die Einbringung und Be ratung der lächerlichen Konstitution als schamlose Komödie entlarvte. In seiner ungeheuren Auf- ’ regung Uber diesen schändlichen Betrug verlor er ckal und diskutierlind wer merkt etlvas .. Wem gereichte eö I Niedrigen, für die alles sicher nicht Mittwoch, 4. April 1934 > Den Dollfuß-Schersen entronnen I I I I das Abschied Kunschaks «TM* aus dem Redaktionsvcrband ausscheidet. Nr. 79 ein« glanzende AtrfwWr der Hakenkreuzler Der i» der Tschechoslowakei emigriert«.Qiinlt« brr Ernest Neuschul erhielt folgenden Brief: Kl. Feber 1S34 Sa Ur, Bels«, L■ Stuttgart. Nachdem Ti« vor einer Woche berent bei mir Ungefragt barten,»v ich arischer Abstammung bin. wünschen Tie in Ahrem Schreiben vom 16. 2. die tienehmigung wr Reproduktion meine» Bilde» „Feierabend". Ach muh sie Ahnen verweigern. Di« Arbeiter auf meinem Bilde sind gut« Marxisten, ich selbst, sein Autor, bin rein- und hoch rassiger Jude. Ein solche» Bild gehört nicht in Ihr„na, tionale»" Wert! Haben Eie da» noch immer nicht begriffen? E» ist^nebenbei) in der deutschen Sprache nicht zulässig, einen Preis„zur" Ver- Sffentlichung zu verlangen. Die Juden verlangen ihn„für" die Veröffentlichung— fall» sie dies» genehmigen, Gegen den Mangel an Deutschtum hilft Ihnen auch do» lautest« Heil-Hitler-Geschrei nicht». Die„Volksstlmme“ verboten Da» Bundestanzleramt hat die Verbreitung der Zeitung..BollSstimme", Erscheinungsort Pressburg(Prag), im Inland« für die Dauer eines JahreS verboten. Heil Hitlers Lhr. Beller S. G. VerlagSbuchhaudlung Konflikt zwischen DollfuB und den Kommunisten? W i en, 2. April. In den«reisen der Wiener Ardeiterschast erregt r» allgemeine Verwunderung, dass diekommunistischeArbeitrr- Buchhandlung in der Alserstrasse, di« nach den Aedruarereigniflm ungestört Weiterarbeiten konnte, seit dem 25. März gesperrt ist. ES schein», dass die guten Beziehungen zwischen Dollfuss und den Kommunisten, die sich ja sinn- sällig In der Melbergadr der Ravagliigrn durch den Moskauer Lender, in dem leidenschaftlichen Kumps der Kommunisten gegen eine demokratische Intervention in Oesterreich und endlich eben in der ungestörten Fortsetzung der sogenannten kam- munistischen Politii in Oesterreich offenbarten, nunmehr doch gestört worden sind. ES ist nicht ausgeschlossen, dass dir kommnnistische Parteibuch* Handlung unvorsichtig genug war, revolutionäre (sozialdemokratische) Literatur zu uertaustn und dass deshalb mit der Sperre gegen sie vorgrgan- gen wurde, von Verhaftungen kommunistischer „Führer" ist nicht» bekannt geworden, Vermutlich sehen sich dagegen die EasetierS der Inneren Ltad» zur Wehr, di» auf solche Weise ihre besten Dauerkundschaften verlieren würden. Ein neuer Verschieppunss- versuch an der deutschen Grenze Wie das Abendblatt des„E e s f c S l o v o" ! meldet, hat sich an der deutschen Grenze in K e t, tcnbciÄravan wieder ein Entsührungvver- > such ereignet, dessen Opfer ein rcichSdeuischer Enii- j graut nanicns Reinhold N a u werden sollte. Ran ging dieser Tage nach zlvci llhr nachts ans dem Gasthaus heim. Auf dem Wege lvurdr(t ton vierMänner n überfallen, in denen er nach der Aussprache Reichsdeutsche erkannte. Die Männer wollten ihn in ein Auto schleppen, in dem sie anscheinend angekominen waren. Einer der Minner suchte ihm ein Stück Watte, da» mit einer betäiche-nden Flüssigkeit geiräntt>oar, vor das Gesicht zu halten. Rau wehrte sich jedoch und schrie laut nm Hilfe,»vorauf den Angreifern die Situa- tion anscheinend zu gefährlich wurde und sie wieder davonfuhrcn. Die Gendarmerie hat ermittelt, das; al» Leiter des lleberfallcS der 26jährige Techniker Herbert Gärige ans Dresden in Frage kvnimt der Mitglied der politischen Polizei, und zwar de» sogenannten Mordkommandok fein soll, dessen Ausgabe es ist. die Tätigkeit der deutschen Emigranten im Ausland zu verfolgen und— natürlich inoffiziell— im Grenzgebiet Schrecken vor dieser deutschen„Feme" zu verbreiten. Chr. Belfer«.*«. Var- tUgSbuchhandlnng, Stuttgart, 1. AugusteuAr.>-» Hur» Ernest. Neuschul. Berlin-Lhaclottiudurg, Waitzstrasse 4 In unserem Verlag erscheint denruächst ei» uanonäles Werk; für diese» Werk benötige» wir do» Bild Ernest Neuschul:„Feierabe»»" Wir fragen bei Ihnen um Genehmigung der Ver» ilffentllchung an und bitten Sie, un» den Prei» zu nennen, de» Sie zur Veröffentlich»»- var« langen. deS sich Die e n- Misshandlungen in Wiener Gefängnissen Ratifizierung mit Vorbehalt Athen, 3. April. Der griechische Senat hat in einer Nachtsitzung am Dienstag den Balkan patt unter Abgabe einer neuen Auslegnngscrttä rnng ratifiziert, die feslsetzt, das; eine.Üriegocr- klärung nur mit vorhergehendem Einverständnis der beiden gesetzgebenden Körperschaften geschehen kann. Die sich aus diesem Vertrag ergebenden Verpflichtungen können Griechenland niemals in einen Krieg verwickeln, wenn eine G r o ss m a ch t eines der Ballanpaltländer angrcisen sollte, sei es allein oder in Gemeinschaft mit cinein am Vertrag nichr beteiligten Balkanland. Sense— der Interpret des Hltlerlsmus Ewald Bause. Geopolitiker und national-: sozialistischer Wchrtheoretiker, gehört zu jenen\ Leuchten des Dritten Reiches, deren Mund das' offen ausspricht, was die Wilhelmstrahe aus bc-> greiflicheu Gründen dem Ausland verheimlichen! möchte. Dieser Herr Banse, dessen Aeusscrungcn! über die Tschechoslowakei und deren Bewohner! bekannt sind, hat auch in England unliebsames j Aussehen erregt. Die deutsche Gesandtschaft in London sah sich daraufhin veranlagt, den In Deutschland gefeierten„Wissenschaftler" als eine belanglose Null zu erklären, der niemals Professor gewesen sei, dessen Bücher von der deutschen Regierung verboten und der öffentlich desavouiert worden sei. Die» geschah zur grössten Verwunderung des Berliner Berichterstatters der„Times", tvclcher durch Anfrage bei der technischen Hochschule in Braunschweig die Bestätigung einholte, dass Professor Danse an dieser Schule tätig ist. Bame ist auch im Vorlesungsverzeichnis für 1033 als Lektor der Mililärtvifsenschaft angeführt. Im „Archiv für publizistische Arbeit" wird niitgeteilt, Banse sei seit 1032 Mitglied der nationalsozialistischen Partei, ernannter Sachverständiger für Militärwissenschaft der militärpolitischen Sektion der N. S. D. A. P. In der Ankündigung seine» Buches„Wehrwissenschafl" teilt der Verlag mit, das Werk enthalte die„Grundlinien des BerteidigungölvesenS, wie sie an den Schulen gelehrt werden". Auf dem Umschlag tvurde das genannte Buch als„Handbuch der gesmnten militärischen llnterweisung der Armee, der Sport- und Militärvereine" empfohlen. ES scheint übrigens, betont der Korrespondent der„Times", dass die Desavouierung Professor Banse» allerjüngsten Datum» sein müßte, denn noch Ende Jänner kündigte man einen seiner Vorträge in den Räumen de» Fichtebundes an der Berliner Universität an. Mussolinis„Wahlsieg" Der„Prager Mittag" schreibt: «Der Wahlsieg Mussolinis tvurde in den Icy. len Tagen von der Presse aller Schattierungen des langen und breiten analhsiert. Viele seriöse Er'- wägungcn Ivnrdcn angestellt: Die Beschränkung des Wahlrechtes, die fafcisttschc Erziehung der jungen Generation, da» Monopol der Propaganda, die Begeisterung für Mussolini und viele andere Ursachen mit vollem Klang und grosteni Ernst. Jn- des, alle diese Ertvägtmgen sind so überflüssig wie die des Bürgermeisters von Nimeö, der sich bei Napoleon ivegen des abgesagten Ehrensalutö aus 21 Gründen entschuldigte und als lebten Grund da» Fehlen von Kanonen nannte. So die Gründe für den Wahlsieg: die Abstimmungszettel lagen in allen Wahlbezirken Italiens in zwei Haufen gesondert: weiße für„Nein"-Stimmen und dreifarbige für„Ja"-Stimmen. Da» Zettele:legeu war geheim! aber das sseltclholen öffentlich— und alle anderen 20 Gründe sind daher überflüssig." Aul den Spuren Hitlers Wien. Offiziell gibt es keine Konzentrationslager in Oesterreich, nur Anhaltelagcr. Auf welche Weise man in ein solches Anhaliclagcr kommt, zeigt der empörende Fall des fast siebzigjährigen GemeindcarzteS von Bad Deutsch- Altenburg an der Donau, der nach einem Kuraufenthalt in Karlsbad verhaftet und ins Konzentrationslager bei Bruckncudorf verbracht tvurde. Einziger Anlatz— im ganzen Bezirk ist es während der Kampftage ruhig geblieben— scheint sein in der Tschechoslowakei verbrachter Urlaub zu sein. Schon während seither Abwesenheit wurde, obtvohl er der Gemeinde seinen UrlauvSantritt angezeigt hatte, recherchiert. Einen nach den heutigen Vorschriften strafbaren Tatbestand hat man trotzdem nicht gefunden, daher die Neberführung des alten und leidenden Mannes in das äutzerst primitive ehcnialigc Kriegs-Barackenlager bei Brucknendorf. Gange waschen, auch die BezirkSvorsreher und Gemeinderätc muffen diese Arbeiten machen. Frauen, welche Funktionen hatten, werden ebenfalls bestialisch behandelt. Der Abgeordnete Glöckel(der Schöpfer der Wiener Schulreform. O?kD) sieht au» wie ein Mann von acktzig Jahren.(Glöckel ist vor einigen Wochen 60 Jahre alt gctoorden. ODN) Er ist so schwach, dah er lanm auf den Fühen stehen kann. Wenn ein Häftling herauSlommt, ist er nicht zu erkennen, abgemagcrt und Vclvachscn, als wäre er im Urtvald gewesen. Ganz unschuldige Leute sitzen so im Arrest und werden Tag und Rächt gemartert. So eine Barbarei kennt nur daS Mittelalter. Wenn Frauen die Männer vesuck»en kommen, tverden sie auf das allcrgröbstc angefahren. Die Auskunft ist: Wir wissen nicht, Ivo Ihr Mann ist. So lausen die Frauen von einem Arrest zum andern und können den Mann nicht finden, weinend fahren sic nach Hause und inzwischen wird im Arrest der Monn blöd geschlagen. Werter Genoffe, ich bin auch Wachmann, ich kann da» aber nicht länger ansehen, deshalb lvende ich mich an Sie, um der Oesfentlichlcit bekannt zu geben, was die armen, unschuldigen Opfer jetzt zu leiden haben. DaS jetzige Oesterreich ist eine Schande für die ganze Kultur in Europa. Sollte mein Brief Sie erreichen, so werde ich nächstemal anderes mitteilcn. Wien am 20. März 1034. Der ORD erhält au» Wien aufsehcn- errcgende Berichte über die Behandlung der gefangenen Sozialdemokraten in den Wiener Polizeigefängnissen. Ein Bericht stammt von einem Wachniann, der in dein Polizei- gefangcnenhans ans der Roffauerlände Dienst macht: ver Brief eines SkherheHs* Wachmannes Werter Herr....! Bei uns in Oesterreich herrscht größte Barbarei. Tausende Menschen müssen sitzend auf den Steinen schlafen. Statt Essen bekommen sie Prügel. In ein Loch, wo ztvei Platz haben, tverden 16 hineingcstopft. Keiner kann sich umdrehen und von einer Lüftung LocheS ist kerne Rede. Seit der Haft kcknn keiner waschen. Vom Rasieren ist keine Rede. Häftlinge sind nur noch Schatten vonM s ch e n und müssen die gemeinste Arbeit machen. Das Essen ist eine Maggi-Suppe ohne alles, kein Brot, leine Kartoffeln und dazu kein Löffel, die Suppe mutz getrunken werden. Denn etwas hineinkommt, mntz man es nut der Hand heraus nehmen und essen. Ich selb ft bin Wach- m a n» u n d m u tz das alles ansehen, aber helfen darf man nicht. Die Häftlinge wurden f ii r ch t e r- l i ch geschlagen und werden noch fürchterlich geschlagen. Die Stadträte Honan, Speiser und viele, die ich nicht kenne, müssen Geschirr und l Vorläufige Stavisky-Bllanz Pari», 3. April. Wegen Teilnahme an den Betrügereien Stavislyö sind im ganzen 27 Personen angeklagt; 20 von ihnen befinden sich in Haft, zwei befinden sich vorläufig»och auf sreieiu Fntz und fünf stehen unter Polizeiaufsicht, klnter den Verhafteten befinden sich zwei Deputierte, zwei Advokaten, zwei Journalisten, vier Banl- und Pfandleihanstaltsdirektoren. Ausserdem hat die parlamentarische llntersuchungSkommission dem Justizministerium zur gerichtlichen llnter- suckning Material über zwei Deputierte und zwei Seiiatorcn übersandt. In Marseille kam e» in der Nacht auf den Ostersonntag nach Bekanntwerden der Nachricht über die Verhaftung dreier Personen, die der Teilnahme an der Ermordung des ObergcrichtS- rateS Prince beschuldigt werden, zu Zusammen» stützen, die schliesslich in eine blutige Schlägerei ausarteten, wobei drei Personen getö- t e t und süns ernster, verletzt wurden. Wie cs Verrätern ergeht Der gewesene Schutzbund-Funktionär Körbel, der in den Kampftagen seine früheren Ko- meraden anfgefordcrt hatte, die Waffe» niederzulegen und dec Polizei ein Waffenlager deö Schutzbundes verraten hatte, wird von den Kindern geächtet— er ist Lehrer— und von den Opfcnr seines Verrate» verfolgt. Er war. wie wir seinerzeit meldeten, bald nach dem Verrat so verprügelt worden, dah man ihn ins Svi tal einliesern mutzte. Nach seiner Entlassung lebte er in ständiger Furcht, dass sich die„Abreibung" wiederholen könnte. Selbst die Bewachung, die er sich zugelegt hatte, konnte jedoch nicht verhindern, dass er vor einigen Tagen ei nzweitesMal spitalsfähig gemacht wurde. Die Schutzbündler meinen, dah sich Körbel im Krankenhaus ein Bett werde reservieren müssen. 5chwan-selde Demonstrationen Der 12. Todestag des Exkaisers Karl wurde am Ostersonntag in der überfüllten Kapuzinerkirche in Wien durch einen Festgottesdienst gefeiert, an dem sich zum erstennml auch Mitglieder der Regierung, mrd zlvar HeereSministcr Schönburg-Hartenstein und Staatssekretär Karlvinski beteiligten. Vor der Kirche hatten Heimtvehrabteilungeu und Sturmscharen Aufstellung genoinnien. Dann fand eine Prozession zur Gedenktafel auf dem Michaelplatz statt. Aus diesem An« __ lass wurde wiederholt das alte Kaiserlied verstehen! Und so Ivie ihn ihr Befehlsempfänger!mit einer eigcncnSl rophe für Adolf Hitler auftragsgemäß betätigt I fO t t o gesungen. Ole„treuen Diener*... I Die braunen Schwätzer reden von„Volks- gcmeinschaft",„gemeinsamer Leistung" und„nationalem Ausbruch", die Unternehmer aber regieren! Durch die reichsdentsche Unternehmerprcffe ging kürzlich ein Artikel, der sich mit der„neuen Ordnung der nationalen Arbeit" beschäftigte. In diesem Aufsatz heisst eS zuerst sehr belustigend» dass nunmehr„die letzten Vorstellungen a l t e r g c s e l l s ch a f t l i ch e r„O r d n u n» gen" beseitigt seien". Dann schreibt mau unge- mcin bezeichnend weiter: „An Stelle de» auf rein materielle Interessen abgestellten Klassenkanipfes tritt Führung und Gefolgschaft... Mit dem neuen Gesetz ist in die deutsche Wirtschaft allen sichtbar ein soldatischer Gei st ein- g e z og e n... Tie vor uns tiegei/ie Aufgabe der Arbeitsschlach» 1031 stellt an alle Glieder der Wirtschaft ungeheuerliche Anforderungen, die nur dann erfolgreich zu überwinden sind, wenn neben der zielbewussten Führung die Gefolgsckiaft treu, entschlossen und e i n m ü t i g dient. Die„Gefolgschaft"— da» sind die Proleten, die sich„treu und einmütig" von den Herren ausbeuten lassen sollen. Die Dividenden aber, die die „Führer", lies Unternehmer, schlucken, das ist die „Volksgemeinschaft", die den praktischen Nationalsozialismus auömacht. So wie ihn die Geldsäcke Vier Schutzbündler aus dem Linier Gefängnis geflüchtet Wie», 3. April. Au» dem Linzer Landes- gericht ist in der Nacht von Montag aus Dienstag der dort gefangen gehalbcne Führer de» Republi- kanischen Schutzbundes von Oberösterreich, Ber» naschet, mit drei Unterführern ausgebrochen und in Krnfttnagr» geflohen. Auch zwei National- sozialtstrn sind geflüchtet. Während die vier Mitglieder des Schutzbundes in der Richtung nach der tschechoslowakischen Grenze flüchteten, sollen die beiden Nationalsozialisten nach bisherigen polizei- I lichen Ermittlungen in einenr Kraftwagen in der Richtung nach der deutschen Grenze geflohen sein. Gegen den Führer deö Schutzbundes>var eine Klage wegen Hochverrates und Teilnahme am Aufruhr erhoben worden. Die Klage sollte bereits in der nächsten Woche vor dem Strafgericht zur Berhandlung gelangen. Die beiden geflohenen Nationalsozialisten waren bereits zu 1-1 Monaten schweren Kerkers verurteilt worden. Nach Auffassung der Polizei ist die Flucht seit längerer Zeit j sorgfältig vorbereitet und mit Hilfe rinev Justiz- 1 Wachtmeister» durchgeführt worden. Uebrr die übrigen Mithelfer an der Flucht konnte die Polizei bisher noch keinerlei Feststellungen machen. Hiezu meldet die Amtliche Nachrichtenstelle: In der Nacht z«m 3. April in der Zeit zwischen 2 und 6 Uhr morgen» sind ans dem lan* drsgcrichtlichrn Gefangenen hau» in Linz dir bet* I den nationalsozialistischen Häftlinge Agnaz ! F a st n c r und Karl Strass mayer sowie I der sozialdemokratische Schutzbnndführer Richard B e r n n ö e k, dessen Stellvertreter Honska sowie der Schntzbund-Nnterführer Franz Sch l a* di» durch Ueberfteigung der Nmfaffnngomaner l geflüchtet. Die Flucht hatte Polizeiobrrnrachtmanu . Karl Döbler an» Linz ermöglicht, der de« , Nachtdienst in dem betreffenden Trakt in dem . GesangenrnhlUtse zu versehen hatte. Derselbe ist I mit den Obgenannten geflüchtet und unbekann i len Aufenthalts, kf» wurden sämtliche Grenz- ! tontrollstelle« sofort verständigt. Alle zur Klar* I stellnng des Falle» rrfordrrlicksrn Massnahmen | wurden unverzüglich getroffen. Da» Bundesministerium für Polizei(?) ! hat verfugt, dass der Geiangeneuhansleiter und die beiden Polizeiwachorgane, die neben Döbler den Nachtdienst zu versehen hakten, bi» zur Klar* stellnng de» Falles mit sofortiger Wirksamkeit vom Dien st suspendiert werde». Die Leitung de» Gefangenrnhanse» wurde dem Ge- ' sangenhanS-Obervrrwaitcr Franz Melzer de» ! Landesgerichts für Strafsachen Wien I nbertra- \ gen, der noch heute den Dienst in Linz antritt. Der christlichsoziale Abgeordnete Ku n schal verabschiedete sich in der Ostcrnnmmer der „Christlichen Arveitcrzeitung", die jetzt den Titel „Lesterreicktische Arbeiterzeitung" trägt, nach seiner 38jährigen Tätigkeit von dem Blatte, da er Trtte r Mittwoch, 4. April I M* Nr. 78 l im entsandt, die den Vorfall untersucht. i 6-- an- auf dem Nelson-Schachte erhebliche Erregung bemächtigt. Durch Anfrage beim Nevierbcrgcnnt in Kladno konnten wir folgendes feftstellen: Heute morgens fuhren als erste sieben Bergleute auf einem Förderkorb in den Schacht ein. Der Maschincnmcistcr, der den Förderlorb bediente, verlieh ihm gerade in dem Augenblick eine grössere Gcschtvindigkeit, als der Korb auf der sogenannten Aufsatzborrichtung im Schachte Halt machen sollte. Hie bei kam es zu einem heftige» Aufprall, durch den der Aufseher Novak einen Beinbruch und der Bergarbeiter Josef Vcsvoda ans Rozdilov eine Knöchelvcrlehnng erlitten. Die übrigen Bergarbeiter tvurdcn glücklicherweise nur leicht verletzt. voll teniatiouale, der Hauvtmitarbeiter Jaurks und erste sozialistische Biirgermeister in Frankreich, I. B. Calignac. Ein Mitbegründer der Internationale gestorben Pariö, 3. April. Gestern starb im Alter 80 Fahren cknrr der Begründer der H. In- Zwei Militärflieger in Milowitz abgestürzt Pilot tot, Beobachter verletzt. P r a g, 3. April. Heute morgenS nm 6 Nhr 38 Minuten ereignete sich in Milowitz beim Scharfschießen der Beobachter aus einem Flugzeuge rin Flugzeugunglück. Eine Ataschine der Type Ap—32—72 erlitt beim Anfliegen deö Ziele» Gcschwindigleitsverlust, ging dann in einen Trudel über und stürzte zu Boden. Der Pilot, Soldat Front. S t r n a d au» Hrachvviöti bei Wittingau tvar sofort tot, der Beobachter, Gefrei- ter-Abfolvent Paul P u n 2 o ch t t aus Olroß» Kunzendorf bei Frriwaldau wurde tödlich verletzt. Strnad ist im Fahre 1V 1.3, Pnnöochäk im Fahre 1012 geboren.— Beide gehören dem Flieger- Rrgimrnt Nr. 1. F. W. Masarpk an. An die Unglücksstelle wurde sofort eine amtliche Kommis- sion Grubenunfall in Kladno Kladno, 3. April. Heute früh lvaren in Kladno Gerüchte über ein Bergwerlöunglück auf der Grube„Max" verbreitet. Der Bevölkerung hatte sich im Hinblick aus daS kürzliche Unglück Nobelpreis für Epigonen. Der Verlag Bruno C a f f i r e r in Berlin bringt die deutsche Ucbersetzung des BuchcS„I m A n b r u ch der Tag c", für das Iwan B u n i n den Nobelpreis erhielt. Es ist die schlvcrinütig erzählte Geschichte der schwermütigen Jugend eines russischen Landadcligcn, der in herbstlichen Gärten träumt, in Mondscheinnächten Liebessehnsucht empfindet, sich vergeblich mit der Frage nach dem Sinn des Lebens quält, fleißig Gedichte liest und der Mittelpunkt der Welt zu sein vermeint. Er gesteht offenherzig:„Ich habe nie eine Pflicht dem Volk gegenüber gefühlt, und fühle cS auch jetzt nicht und will und kann mich weder für das Volk opfern noch ihm dienen". Die dies können und wollen, die Revolutionäre, erscheinen Herrn Bunin„reichlich engherzig, gradlinig, untolerant" und bemühen sich nur mangels einer besseren Beschäftigung darum, die Struktur der Gesellschaft zu ändern. Bunin gibt zu, dass sein Vater den Besitz der Familie vertrunken rmd im- Kartenspiel verloren hat; dennoch trauert er dem Staat dieser alten r»tssischen Feudalherren nach und weint heiße Tränen um einen zaristischen General, der als Emigrant iir Frankreich gestorben ist. DaS einzig schone an dem Buch sind die Zitate auö Puschkin, Gogol, Lermontow; für Zitieren aber hat man bisher nicht den Nobelpreis bekommen, Der Nobelpreis soll einen Dichter auszeichnen, dessen Werk für den Geist und das Wesen seines Landes repräsentativ ist. Brr- nin ist der typische E p i g o n c, er wiederholt nur die melancholischen Stimmungsbilder romantischer russischer Dichter von chegestern und beschwört sehnsuchtsvoll jeneS kaiserliche Rußland wieder herauf, daS in einem Meer von Blut versunken ist. Daß sein Buch iin Dritten Reich erscheinen konnte, beweist am deutlichsten, wie wenig es für das Rußland von heute bezeichnend ist; jenes neue Rußland, daS in Leonid Leonow, in Gladkow, Scholoch o w, P a n f c r o w, F a d c j e w, F c d i n genug des Nobelpreises würdige literarische Vertreter aufzuweiscn hat. Mau zog den Gestalter» lebendigen Lebens aber den traurigen Sänger pclträger. die sich bei der ungeheueren Hitze lig verbogen haben. An den Wänden deö bcikSgebändeS s Formen in die Lust. durch da:- eiserne Fahrstuhlgerüst notdürftig hatte». Die genaue EniftehungSursache Feuers ist noch nicht ermittelt. Der Schaden, der durch Versicherung deckt ist, läßt sich zur Zeit noch immer nicht nähernd abschätzen. Neben den riesigen Holzvorräten sind fast sämtliche Maschinen und Werkzeuge der Fabrik vernichtet worden. Polen—Ungarn—Aegypten Warschau, 3. April. In der Ortschaft Qju- cewicze im Wilna-Gebiet brannten 23 Gehöfte nieder. 20 Stück Vieh sind in den Flammen umgekommen. Budapest, 3. April. In einem Torf in der Nähe der Stadt Miskolcz rauchten Kinder in einem Wirtschaftsgebäude, Ivährcnd sich die Eltern in der Kirche befanden. Das Wirtschaftsgebäude geriet durch ein fortgcworfenes Streichholz in Brand. Das Feuer breitete sich infolge starken Windes rasch aus. Es entstand ein riesiges Flani- inenmeer, in dem insgesamt 28 Bauernhöfe vernichtet wurden. Kairo, 3. April. Bei einem Großfeuer in Kasr Helal in llntcr-Aegyptei» wurden mehr als 400 Häuser zerstört. SnfttU wird ausgeliefert Beschluß der türlischcn Negierung. Ankara. In einer Sitzung des türkischen Ka- bincttes wurde das Ansuchen der Vereinigten Staaten um Auslieferung 2 a mu e l I n s u l l S genehmigt. Insult ersuchte um die Erlaubnis, daß er auf die„MaiotiS" zurückkehren dürfe, doch wurde sein Ersuchen abgelchnt. Er besitzt nicht das Recht, gegen die Entscheidung des türkischen Gerichtes Berufung einzulcgcn, da cs sich, lvic verlautet, um eine bloße Feststellung des Tatbestandes und nicht um ein Urteil handel!. Jnsull, der Montag in Polizeigetvahrsam genommen worden war, tvurdc Dienstag in ein Krankenhaus eingelicferi. verklungener Epochen vor; der Ruhm des Herrn Bunin wurde durch die Zuteilung des Nobel- Preises zwar kaum wesentlich gesteigert, dafür aber der Nobelpreis für die konimcnden Jahre bedenklich entwertet. Bestätigtes Todesurteil gegen eine Muttermörderin. Das Oberste Gericht in Brünn hat am Dienstag die Nichtigleitöbeschwerde der Anna Rodkovä auS Duöntky, die nm 20. November 1033 vom Prager Schwurgericht ivcgcn Ermordung ihrer Mutter zum Tode durch den Strang verurteilt ivordcn war, verworfen und das Urteil bestätigt. In den Schiffswerften von Glasgow tvurdc am Dienstag der Bau des Ozeandampfers„034" von der Cnnard-Linie ivicdcr ausgenommen. Ek> Ivird dies das größte PerfonentranSportschiff der Welt sein. An diesem Schiff tvurdc bereits ztvei- cinhalb Jahre gearbeitet. Man nimmt an, daß bei den gcgentvärtigen Arbeiten rund 6000 Personen einschließlich der SchissSingcnicure und Baumeister beschäftigt sein werden. Erinnerung an 1014, AuS Belgrad wird gemeldet: Beim Bane eines großen Viadul teö fanden die Arbeiter am Donanufer eine große Anzahl von menschlichen Skeletten. Es tvurdc festgcstellt, daß cS sich um ein Bataillon serbischer Soldaten handelt, die im Jahre 1014 Belgrad gegen die Angriffe der Ocsterrcichcr verteidigten und hier den Tod gefunden haben. Die Gebeine werden in feierlicher Weise in das Marisoleum der Verteidiger Belgrads überführt tverdcn. Anschluß Tibet» an daS Weltslugnctz? Dem Schanghaier Blatte„China Wcekly" z>ifolgc wird das Projekt der Fluglinie ztvischcn Lhassa und Schanghai, tvcnn cö zustande kommen sollte, eine Vertiefung der Beziehungen zwischen Tibet und dem eigentlichen China zur Folge haben und mit Rücksicht auf die äußerst unbeständige Grenzlage in China von hoher Bedeutung sein. Die Verwirklichung des Projekts dieser direkten Flugverbindung hat die China National Aviation Corporation, die mit der amerikanischen Gesellschaft Pan« americarrirlvays in eirger Fühlung steht, übernommen. Tatü-Tata! Für die Dienstautos der Obersten SA-Führung, und zwar für den Stabschef, die Amtschess der Obersten SA-Führung, die Führer der Obergruppen und der Gruppen hat der Berkchrsniinister den Gebrauch des sogenannten „Kaiscrsignalö", d. h. mehrtönigcr Signalinstru» mente, gestattet. Die Anlvcndnng dieses Signals war in der deutschen Monarchie dem kaiserlichen HauS Vorbehalten. Mnsaryk als Erzieher. Unser Präsident hat tiefes und mitleidendes Verständnis für die Bedürfnisse und Krisen der Jugend. Er will den jungen Menschen frei und furchtlos schcir. Die Schnldiszipliir ist notwendig, aber sie uniß nicht auf Furcht, sondern auf Vertrauen gegründet sein., Selbständigkeit, Selbstvertrauen und Ehrlichkeit sind die drei Tugenden, die unsere Jugend braucht. Ueber diese pädagogischen Gedanken Masarhkö schreibt die eben erschienene Märzmnnmcr der„Neuen Erziehung" ausfiihrlich. In einem tiefschürfende» Aufsatz behandelt Prof. Dr. Kleinbcrg die pädagogischen Ideen des deutschen Philosophen Fichte. Weiter werden Erfahrungen ans der individualpsychologischen VcrsuchSschule in Wien in einem anSgezeich- neten Aufsatz den Lesern vermittelt. Anschließend wird die Kritik der neuen Mittclschullehrpläne fortgesetzt. Zahlreiche Notizen über die pädagogischen Vorgänge in Oesterreich, Frankreich, Belgien, England und anderen Staaten beschließen diese? ausgezeichnete Heft. Die„Neue Erziehung" ist das Organ aller freiheitlichen und fortschrittlichen Lehrer. Sie sollte in keiner Lehrerbibliothek fehlen. Der geringe Bezugspreis von jährlich 16 Ke erlaubt jedem Lehrer den Bezug. Bestellungen sind zu richten an die Bcr- tvaltung der„Neuen Erziehung", Aussig, Äleischcr- straße 1Ü- Die Riesenroute des„Krassin" wr Rettung der Tscheljuskin-Besatzung Die Strecke, die nm die halbe Welt führt, und die der russische Eisbrecher„Krassin" jetzt zu- riicklegt, um den auf einer Eisscholle treibenden Schiffbrüchigen des ebenfalls russischen Eisbrechers„Tscheljuskin" Hilfe zn bringen. Es wird noch ettva ü Wochen dauern, bis der „Krassin" an der Stelle(X) eintreffcn Ivird, Ivo sich die unglücklichen Insassen der„Tschel- justin" befinden. TagcsnculglKitcn Schwierige Rettung Bor Ende AprU keine Hoffnung für dir Tscheljuskin-Besatzung. Moskau. Am 31. März unternahm der Lager der Schiffbrüchigen de»„Tscheljusttn" befindliche Flieger Babuschkin die ersten Probe« iliigc aus ciucm Kleinflugzeuge, das bei dem Untergänge des Schiffes geborgen werden konnte Die Flüge find gut verlaufe»». An» 2. April ist Babuictlkiu zusannnen mi» seinem Mechaniker in dem Kleinflugzeug in Vanlarem gelandet. Ter Flieger Uschakow, der mit dem Piloten Lewanewski aus Nome auf Alaska nach Vanlarem abgeflogen war. um von dort ans der Besatzung des„Tscheljuskin" zu Hilfe zu konnnci», teilte»nit, daß er in der Nähe des Unman-Cap abgestürzt sei. Beim Aufprall auf den Boden»vurde Lewanewski in» Gesicht verletzt, während die anderen unverletzt blieben. Nur der Geistesgegenwart des Pilotin ist cs zu verdanken, daß die Insassen am Leben blieben. Der Dampfer„Sowjet", der Lustschiffe und Flugzeuge mit Skibckleidiing zum Schutze der Tscheljuskin-Expedition transportiert, nähert sich der Küste von Kamtschatka. Man rechnet damit, daß das Schiff zehn Tage unterlvcgs sein wird. Die Montage der Luftschiffe wird tveitcre zehn Tage dauern. Ende April werden sie dann zur Aufnahme der NcttnngS-Altionen bereit gestellt sein. IUefenvrand in Berlin SttnfftSettse SNöveifavrik nieder gebrannt Berlin, 3. April. Gestern nachmittags gegen 16 Uhr bemerkte»» Einwohner der kleine»» Siedlung am Mariendorfer-Weg in Neukölln, daß ans dem Hofe einer Möbelfabrik ein Holz staffel in Brand geraten war. Innerhalb von 10 Minuten batte da» Feuer auf das große Fabriks gebäude selbst übcrgcgrifse» und in ganz kurzer Zeit stand die ganze Möbelfabrik bi» zum letzten Stockwerk in Flammen. Eine mehrere bundrrt Meter hohe Rauchsäiile kündete den Rirsenbrand writbin an. Tic Feuerwehr mußte sich darauf beschrän ken, die naheliegenden Wohnvaracken, die alle be- tvohnt sind, zn schützen. Um Mitternacht wütete der Brand unver mindert weiter. Ta» Fabrilogcbäude, das fünf Stockwerke zählt und dellen Fron« 100 Meter lang ist, ist rin einzige» Flammenmeer. Die in der Nähe liegenden Siedlungshäuser mußten geräumt werden. Tic Brandstätte ans dein Holzlagcrplatz am Maricndorfer-Wcg bildet einen ungeheueren Tri'mmicrhaufeii. Bis zum Dicnstagmittag wa ren nocb immer drei kvmvlctte Züge der Fcncr- wcbr mit den Aufräumungsarveiten beschäftigt, initerstützt von rund 30 Mann der technischen Nothilfe. Ter Holzplatz selbst, von dem daS Feuer seinen AuSgnng nahm, bildet eine einzige ruchcndc Trümmerstättc. An verschiedenen Stellen glimmen noch einzelne Holzstöße, die auSeinan- dergerissen und durch kräftige Wasserstrahlen zu grotesken Formen verzerrte schwere eiserne Dop- Aus einem Ballon gestürzt Luftschiffrr ohne Erfahrung. Paris, 3.?lpril. Eine abenteuerliche Ballonfahrt haben zwei französische Ingenieure hinter sich. Sie waren an» Ostersonntag in der Nähe von Amienö nusgestiegen, ohne anscheinend über besondere Erfahrungen aus dem Gebiete der Ballonfahrt zu verfügen. Als sie in den Abendstunden in unmittelbarer Nähe von AmicnS landen wollten, stießen sie mit der Gondel gegen eine elektrische Leitung. Der Anprall war so heftig, daß einer der beiden Insassen hcraiiSgeschlcudcrt wurde. Der Ballon, der dadurch wesentlich erleichtert war, gewann sofort wieder an Höhe und trieb die ganze Nacht über der Gegend einher. Erst am Montag sackte er langsam ab. Hiebei stieß die Gondel gegen eine Baumkrone, so daß der Ballon vollkommen vernichtet wurde. Der übrig gebliebene Insasse erlitt leichte Verletzungen, konnte sich aber noch zur»ächstliegendcu Gendarmeriestation begeben. Die Leiche seines unglücklichen Begleiters wurde nach langem Suchen gefunden. völ- Fa- starren solche Träger in bizzaren v' Eine freistehende Brand mauer hängt vollständig über und wird nur noch "'*■‘~’■'* ge- dcS Hus der Hrbeiter-Turn- und Sportbewegung Westböhmischer Oslersport Die Arbe» terfuschaller waren in den Ostcrtagen äußerst regsam. Im fünfte»» Bezirke, wurden in der zweiten und dritten Klasse die fehlenden Scrienspiele der Herbstserie ergänzt. Die meisten Mannschaften hatten sich die Gegner ans den Naclcharbezirken verpflichtet. Sonntag, den 8. April, beginnt im Kreisgebiet die Frühjahrsserie. F F K. Falkenau lveiltc im Tcplitzer Bezirke, das obere Erzgebirge weift immer noch Schnee, auf. In B ä r r i n g e n fanden am Ostersonntag auf der Roten Schanze die A b s ch l u ß s p r ü n g e statt. Der nasse Schnee behinderte die Leistnngei» stark. Görisch, Hemd m»d Hüller zeigten dennoch Sprünge von über 40 Meter. Erster wurde Hemd lAberthnm) mit Note 17.000. Biele Arbeitersportler waren mit den Skiern uacl, der Naturfreundc-Herberge Ncuhammer und auf den Keilberg gewandert. Fnßballergclmisse niis Westvöhnieu: Bundesmeister Graslitz gegen Uteierhöfen 3:2, Turner Falkcna»» gegen Flcißrn 8:3, Fkeißen gegen Turner Falkenau 2:2, Wehcditz gegen Ncudek 1:2, AtuS Karlsbad gegen Aich 4:2, Rapid Karlsbad gegen Elbenberg 1:7, Rapid Karlsbad gegen Rofch- nitz 1:2, Ilntcrrotha»» gegen Eibcnberg-Grimbcig 6:8, Atu? Eger gegen Schmilau 2:2, AtuS Eger gegen Meicrhöfcn 0:3, Fmnzeusbad gegen Wehcditz 1:3, ilieichersdorf gegen Tirschnitz 1:2, Fischern gegen Wehcditz 4:0, Fischern gegen Sodan 4:1, Fischern gegen Aich 6:0, Turner Ncudek gegen Turner Nen- ! rodlau 3:1, Eibcnbcrg-Grünberg gegen llnicrrei- Ichenau 8:4, Scha»»ka»i gegen Unterreichenau 2:1, Altrohlau gegen Elbogen 6:0, Graslitz l l gegen Rote. Elf Chodau 6:2, Tirschnitz gegen Mcicrböfcn 1:3. Abgestürzt— verstiegen München, 3. April. Der 24 jährige Mechaniker Johann Maier aus Stuttgart, stürzte bei einer Besteigung des etwa 1000 Meter hohen Aggcnstcin ab. Noch auf dem Transport in das nächste Krankenhaus ist der Verunglückte ge- st o r b c n. Am Ostersonntag verstiegen sich zwei Bergsteiger ans Frankfurt am Main in den sogenannten Seewändcn bei Oberstdorf iin Allgäu. ES wurde eine Reitungsinannschaft alarmiert, der cS gelang, die Bergsteiger am nächste»» Morgen zu bergen. Die alpinen SanitätSmannschaftcn tvurdcn auch ins Kleine Walscrial gerufen, wo zwei Skiläufer Beinbrüche erlitten hatten. Im Nebelhorngebiet trugen drei Skisahrer Schenkel- und Armbrüche davon. Innsbruck, 3. April. In der Marlinöwcmd bei Innsbruck, von der die llcberlieserung erzählt, daß sie schon jkaiser Maximilian beinahe zum Verhängnis geworden wäre, hat sich gestern ein Innsbrucker Kletterer namens Hugo Nieder- l i n d n e r v e r st i e g e»». Er konnte sich selbst nicht mehr befreien. Ntachdcn» die ersten RettungS- vcrsuche ergebnislos geblieben tvaren, rückte abends die Innsbrucker Feuerwehr aus, die in» Lichte von Scheinwerfern versuchte,»nit Hilfe von Leitern zu den» Verstiegenen zu gelangen, jedoch auch dieser Versuch blieb ohne Erfolg. Niederlind« ner konnte sich während der Nacht an einem llei- ncn Bäumchen fcstbinden, so daß er vor dem Absturz bewahrt wurde. Heute früh tvurdcn die Versuche, ihn auS seiner bedrängten Lage zu befreien, wieder aufgenom»nen. Der Student Graf Clary unternahm mit sci- ne»n Freunde, dem Studenten Gras Revcrterc» einen Ausflug auf di« steilen Gaisbergwändc. Clary, der voranging, verlor den Halt und stürzte in die Tiefe. Er erlitt einen Bruch der Wirbelsäule und ist bald darauf gestorben. Ans dem Karlinger Gletscher ist am Ostermontag der Tourist Leitner ans Zell am Tee in «ine Gletscherspalte gestürzt. Ur. 78 Mittwoch, 4. April 1034 Seite 5 BulkairalrÄvruG auf Island vkk NEUE BERSON CONCAV-ABSATZ 79o Gangster feiern blutige Ostern I I gehört hat, das alles kam al l in folgerichtiger Entfaltung Eine an den Abgrund der Barbarei^landwirtschaftlichen Funk einen von R. Iägerge- l und den e n Wi- CONCAV ABSATZ 79o erhöht durch dl* Saug- Wirkung öle Elastizität d*i Gang»«. Schleftr*- ten der Absätze unmöglich, besonders haltbar und billig. •Nb sie nudi fimtbctt im harten Kampf, der Wnllitztz war immer dabei, er Halle sich nicht wir einst Pfrimer gedrückt und wie Hitler zwanzig und drei. An Wien standen Bauer und Deutsch im Gefecht.— C Hütten in Kärnten wir nnr statt dem Zclultzer-Schuft einen Mmm gehabt, wie den Wallisch in Bruck an der Mur! So halte ein jeder hervor sein Gewehr gegen drohende Sklaverei, und wir bald war ihre Arbeitrrstadt von Tollfutz und Hahnenschwanz frei! Drei Tage ini Feuer für Freiheit und Recht und beut' giide keine, keine Diktatur, Hütten überall wir unseren Mann gestellt, wie die Miinner von Druck an der Mnr. er» im 10 Uhr früh Technik Karl »nbetanntrm Felsen in der Raubmord an einer ganzen Familie in USA Fememord in der Unterwelt von Marseille 2n der Nacht zum Sonntag setzte in verschiedenen Ortschaften rin heftiger Aschenregen rin. Am Sonntag war in Brridal der Boden dick mit schwefelhaltiger Asche bedeckt. Man fürchtet, dass durch die Asche die Begetation in den betroffenen Gegenden stark in Mitleidenschaft gezogen ist. Der Skeidar-Fluß, der infolge deS Schmelz- wassers bereits am SamStag ans den'Ufer» trat, soll inzwischen eine Breite von 10 Kilometern erreicht haben. ES bildeten sich verschiedene Nebenarme dcü FlusteS. Mächtige EiSblöcke wurden vom Hochwasser talwärts getragen. Die Telegraphenleitungen, die durch dieses Gebiet führen» sind grösstenteils unterbrochen. Man rechnet jedoch nicht damit, dass Menschenleben in Gefahr sind, da die Gegend südlich des BulkanS nur s e h r d ü n» b e s i e d e l t ist. .Verlangen 91* bei Ihrem Schuhmacher- meister nur den neuen New-Aork, 3. April. llngehenres Aussehen regt hier ein grauenvoller Raubmord, der sich Staate Washington abgespielt hat. An einem Nebenan« des Pndget-Sound in Nähe der Stadt B r e in e r t o n besah der L lionär Frank F. Leider eine grosse Villa mit I Park. Am Ostersonntag wurden nun der Besitzer, seine Fran, daß Tienstlnüdchr» und drei Münner, die zn Ostern alb Gäste geladen waren, ermordet aufgefunden. Tie Wände der Zimmer waren mit Blut bespritzt, die Leichen der Opfer waren entsetzlich entstellt. Anscheinend ist auf sie in der brutalsten Weise cingeschlagcn worden, ehe sie dann einen Schuh von ihren Leidcir erlöste. Die Polizei glaubt, dah zwischen der Bluttat und ihrer Entdeckung etwa 30 bis 48 Stunden verslossen sind. Sämtliche Räume waren verwüstet. Schränke und Behälter ausgebrochcn und auSgeräumt. Die Räuber hatten ihre Opfer nicht nur an Händen und Fähen gefesselt, sondern ihnen auch, um sie am Schreien zu hindern, den Mund mit Heftpflasterstreifen zu geklebt. Gangsterrache in der Hafenkneipe Pari?, 3. April. In einer verrufenen Bar von Marseille lmirden in der Nacht zum Sonntag drei Gäste von vier plötzlich eintretenden Männern n i e« dergeschossen. Die Täter find unerkannt entkommen. Die Bluttat scheint«in R a ch e- a k t rivalisierender Z u h ä lt e r zu sein. In der Nacht zum Ostermontag wurde nämlich auf den bekannten Zuhälter und Gangster Dalest in Marseille ein Messeranschlag verübt. Die Polizei vermutet, dah die Unterweltler Dalest unibringen wollten wollten, weil er B e r r a t geübt haben soll, als wurden verwundet, eine Person wurde bei der infolgedessen entstandenen Panik niedergetrampelt. Anschliessend kam cs zu einer allgemeinen Schlägerei zwischen Gcwerlschaftsanhängern und Gegnern. Die Aufnahme in die erste MittelschuMaffe. •Das Ministerium sär Schulwesen nnd VolkSansklä- rung hat die Bestimmungen über die Aufnahme von Bolksschülern in die erste Klasse der Mittelschulen teilweise abgeändert. Die Eltern von Schulen«, die sich zur Aufnahmsprüfung in die erste Klasse einer Mittelschule melden, haben diese Absicht der Verwaltung(Direktion) der Volksschule, in die der Schüler geht, spätestens bis 18. Mai bekanntzugeben. Die Verwaltung(Direktion) der Volksschule hat der Direktion der betreffenden Mittelschule spätestens bis zum. 1. Juni amtlich ein Nationale mit einem Fre- onentasionSzeugniS mit Noten einzusenden. Sonst Bruck an der Mur Sie kämpften drei Tage mit heldischem Mut, die Männer der roten Partei, nm Oesterreichs Freiheit, um der Arbeiter Recht, gegen Starhemberg, Dollfuss und Feh. Sie schlugen sich wacker in rin-, nnd in Wien nnd schaut Ihr nach Steiermark nur, strahlt neben den Grazern das Heldcntnm der Männer von Bruck an der Mur. getriebene Menschheit ist mehr denn je angelvicsen auf das fast überlebensgrosse Beispiel dieses edelsten MitmenschcntumS. Univ.-Prof. Dr. Emil U t i tz und Prof. Willi Nowak von der Kunst« akadeinie beantworteten in dem fesselnden Dialog „WaS ist Malerei?" eine ganze Reihe wichtiger Fragen über die Voraussctznngen für den Genuh des Schönen in Natur und Kunst.— Mit vollem Interesse hörte man den Bericht der Arbei- tersendung vom Mittwoch über„Schwedisches Arbeiterleben"(P. MalleS). Wunderwerke sozialer Fürsorge, vorbildlicher Kinderpflege; mustergültiger Ausbau des GenossenschaftS- wesens und der llnterrichtsanstalten; Lösung des Wohnungsproblems durch Schaffung niodcrner, gesunder Kleinsiedlungsanlagen ustv. wetteifern mit dem Beispiele Wiens nnd erweisen in der Tat sozialistischen Knltnrwillcn.(Wie gern möchten wohl kirchlich gesegnete Mord« und Brandhorden auch dorthin ihr« Artillerie richten?).— Einen besonderen Genuh brachte die von Peter B r ü n» s e und S ch u g vorgctragene„Flöten m u s i k". Wertvolle Beiträge zur ,,G em e i n d e s e l b st vertu a l t u n g auf d e ul L a n d e" gab Dr. Karl Wild- Eger in der landwirtschaftlichen Sendung von» Donnerstag. Die Freitag-Sendungen gingen mir durch einen Kurzschluss verloren. Der SamStag brachte eine Auferstehungsfeier in Wort und Musik. Als Sprecher waren mittätig Alois Schreiber und Dr. Lorenz,— Der Ostersonntag brachte im Neurr Sekretär der Angestellten-Internationale. Wie wir vor einigen Tagen meldeten, ist der 'Sekretär Smiti, verstorben. Auf einer vom 21. bis 23. März in Paris abgchaktencn Konferenz wurde nach ausführlicher Beratung der stellvertretende Sekretär W. G. Spielman einstimmig als Nachfolger gelvählt. W. G. Spielmann steht seit 1923 im Dienste der Internationale. Mit seiner Wahl ist das Internationale Sekretariat in den Händen der holländsschcn Organisation verblieben. Braunhemd statt Talar. Der mecklenburgische Obcrkirchcnrat hat den ihm unterstellten Geistlichen, soweit sie der SA und SS angehören, gestattet, bei FeldgottcSdicnsten und anderen von der NSDAP getragenen gottesdienstlichen Veranstaltungen im Braunhemd oder in ihrer Dienstuni« form zu predigen. Die Osterexkursion der Schlafwagen»Gesellschaft wurde unvorhergesehener Weise durch die Entgleisung eines Güterzuges unweit von Salo, niki aufgehalten. Die Exkursion wird mit einer Verspätung von etwa 12 bis 24 Stunden in Prag eintreffen. Reue Segrlflugrrkordr. Zu den Osterfcier- tagen herrschte auf dem Segelflugplatz in Rang ein sehr reges Leben. Prager Segelflieger der Masaryk-Fluglinie und Frequentanten der deutschen Technischen Hochschule unternahmen Flüge mit den Segelflugzeugen„Praha" linb„Grunau Baby". Die Witterung war ausgezeichnet und der Wind sehr günstig. Am Sonntag hielten sich Zettel eine Stunde 44 Minuten und Rodovsky 48 Minuten in der Luft; Letzterer brach den Relord mit einem technischen Segelflugzeug in der Zeit von 3 Stunden, 30 Minuten. Von den deutschen Hochschiilern verblieb Primavesi 4 Stunden 30 Minuten in der Luft. Andere deutsche Hochschüler erzielten Flugzeiten von über einer Stunde. Im ganzen wurde während der beiden Tage über 15 Stunden lang, das ist also mehr als während des ganzen vorigen Jahres geflogen. BerkehrSunfälle während der Feiertage. Auf den französischen Strassen crcignetcu sich zahlreiche Automobilunfälle. Blättermcldungen zufolge beträgt die Zahl der Toten 7, die der Ver- Jetzt haben sie ihn znm Galgen geschleppt, wie den Wetffrl nnd andere mehr, kür uns wurde Wallisch«mgrbracht, das vergessen wir nimmermehr. Drnm merk' Dir, Fasciften» und Mürderpack, es kommt— wir sprechen den Schwur— ein roter AnferftrhungStag als Rache sür Bruck an der Mur! Von einem Kärntner Arbeiter. letzten über 50. Auch aus England werden ernste Unfälle gemeldet. Nachdem Montag Vormittag bei einem Eisenbahnunfall in einem Londoner Vorort annähernd 50 Personen verletzt worden waren, hat sich ani späten Abend ein zweiter Eisenbahnunfall zngetragen, und zwar bei Glasgow. Auch dort fuhr eine Lokomotive von hinten in den letzten Wagen eines stehenden Personenzuges hinein und beschädigte ihn erheblich. 21 Personen wurden verletzt, von denen sechs ins Krankenhaus gebracht werden mussten. Bei Holm- firth in Aorkshirc wurden bei einem Zusanunen- stoss zweier Kraftwagen fünf junge Männer getötet und drei leicht verletzt. Schüsse in einer Bersammlung. Ein ernster Zwischenfall ereignete sich in Uniontow»(Penn- shlvanien) am Ostermontag. Als die Gattin des Gouverneurs Pinchot in einer Masscnvcrsamm- er von der Polizei als Zeuge über die Ermordung der drei Marseiller vernommen wurde. Die Schlacht der feindliche« Familie« Budapest, 8. April. In der Nacht zum Ostermontag gerieten in dem Lmidort Adon» zwei Familien in einem Wirtshaus in Streit. Vier Burschen der einen Familie schlugen mit einer Axt und Knüppeln den Vater und einen Sohn der anderen Familie nieder, ivährcnd sie den zweiten Sohn mit vierzehn Messerstichen tödlich verletzten. Bomben fliegen in Oft und West Sofia, 3. April. In der südbulgarischen Ortschaft Madan wurde in der Nacht zum Ostermontag ein schwerer Bombenanschlag verübt. Di« Täter warfen in die Wohnung des Bauern M n s e w mit dem sie in Blutrache lebten, drei grosse Bomben, die das HauS fast vollkommen zerstörten. Musew nnd seine Frmi wurden schwer verletzt. HarmlofeBombe«— tödliche Panik Madrid, 3. April. In der Gemeind« Quero bei Toledo wurde gegen eine Prozession eine Bombe geworfen, die mitten in der Menge explodierte, aber keine Menschenopfer forderte. Die Explosion rief aber eine furchtbare Panik hervor, bei der zahlreiche Personen, darunter auch Kinder, niedergetreten wurden. Gl« Prafident hat Glück Havanna, 8. April. Gegen daS Auto deS Polizeipräsidenten von Havanna, Pedro, wurde eine Bombe geschleudert, die aber knapp ihr Ziel verfehlte. kam Prager Rundfunk Der Palmsonntag leitete eine Woche der inneren Besinnung ein. Seltsamerweise übernahm dabei der Rundfunk die Aufgaben der kirchlichen Kanzel. Diese Mission begann mit der landwirtschaftlichen Sendung, die eine Predigt des Dr. Theol. Georg P e t e r,„Glaube n n d B a u e r", übermittelte. Mi« frommen Worten über den Väterglauben tvurde der Mann hinter dem Pfluge zu- rückgernfen zu Gott, tveg von der leichtlebigen Stadt. Andere Wege, den Alltag zu befreien von Mühsal und Traurigkeit erkennt Dr. Löwe in der angeschlossenen Arbeiterscndnng. Sie führen dorthin, wo acht Tage später Gen. Hofbauer in den „O st e r g e d a n k e n eines Arbeiters" Auferstehung verkündet für alle Mühseligen und Beladenen, die in proletarischer Gemeinschaft ihr Kreuz tragen auf einem PassionSwege ohnegleichen.. vis zum Erlösungstage, der für alle kommen muss. — Mit einein beachtlichen, nicht in allen Stücken gleichwertigen Aufgebot an kunstvoller Sprachgestaltung bracht« ein von Viktor S o r d a n geleitetes Ensemble Moliereü„Geizigen". Felix Kühnes Harpagon war künstlerisch fiihrend. Genosse Goldschmidt gab eine instruktive Vorschau aus daS Musikprogramm der tschechoslowakischen Sender. — Sehr wertvoll war der mn Montag von dem blinden Gelehrten Dr. Ludwig Cohn gehaltene Vor- irag„Albert S ch w e^ z e r s ethische Sendung", C lang von Bergarbeitern eine Ansprache hielt, i werden die bisherigen Bestimmungen in Gülsigkeit wurden fünf Schüsse abgegeben. Zlvei Personen I belassen. der Angestellten« Internationale, sehenen Blick über.Ländliches Brauchtum zur O st e r» e i t". Auf H o f b a u e rö poetische„Gedanken eines Arbeiters" wurde schon im Eingang hingewiesen.— Eine halbe Stunde bollen Genusses bereitete Josef Hagen vom Deutschen Theater-Prag mit Robert SchuntannS„D i ch- t e. r l i e b e". Sein feinsinniger Begleiter war Kapellmeister H. G. Schi ck. Die Abendsendung „Ostern" war künstlerisch wenig ausgeglichen; nur StröhlinS„Jedermann" konnte voll befriedigen. Glücklicher war das ans Lux Roden- b e r g, Leopold Dudek, Walter Taub Kapellmeister Rieger gefügte Ensemble mit „Kleinen Wahrheiten- Klein Dnmmheite n". Eine bnnte Folge(sie dersprach leider zum grossen Teile den» gedruckten Programm) von Morgenstern, Tkchechov. Nestroh, Heine, EiSner... ustv. brachte Lustiges, Besinn» lickies. Gesprochenes, GesongeneS— heiter«ingeleitel nnd fröhlich begleitet von der Conference Walter T a n b s, dem ich auch daS Primat znerkennen möchte in bezug aus GcstaltungSsähigkeit nnd virtuose Sprachtechnik.— In sehr anregender Weise half Fritz Seemann den Rnndsnnkisten einen ."örzettel" anlegen für das Musikprogranun der Woche. Sehr eingehend befasste er sich mit der kommenden Sendung der neuen Nationaloper„I a- noSlk", die am Donnerstag ans dem Prager Nationalthcater übertragen wird. E. Thöne r. Kunst und Wissen »Die Gefangene" Man tonnte Edouard Bourdets Schauspiel„Die Gefangene"(deutsch von Stefan H o ck) ein Lehrstück über die Grenzen der dramatischen Kunst nennen. Denn selten lässt sich so anschaulich wie hier zeigen, dass ein beachtliches Können versagen muss, wenn eS sich unlösbare Ausgaben stellt. BourdetS„Gefangene" ist eine gleichgeschlechtlich veranlagte Frau, Gefangene also ihrer Leidenschaft. AIS Tochter eines verwitweten Diplomaten wächst sie in mutterlosem Haushalt heran nnd das Stück deutet an, dass aus dieser Verlassenschaft, den, Angewiesensein allein auf eine jüngere Schwester, die lesbische Neigung entstanden sein kann. JrSne Montcel liebt mit der ganzen Zärtlichkeit und Hingabe der liebenden Frau, aber sie liebt eben Madame dÄiguines. Nun soll sie— hier beginnt das Stück— dem Vater nach Rom folgen, sich von der Freundin trennen. Sie beharrt darauf, in Paris zu bleiben, reizt aber, indem sie keinen glmibhaften Grund nennt und durch ihr Benehmen längst seinen Verdacht erregt hat, den Vater solange, bis er ihr in einer hestigen Szene den Namen des vermuteten Geliebten erpresst. In ihrer Angst nennt sie einen Verwandten, Jecques Birieu, der einmal um sie geworben hat. Der Vater, erstaunt ob der Harmlosigkeit deS„Geheimnisses", will mit Virieu sprechen. Der nun gibt sich als Scheinverlobten her. immer in dem Glauben, es handelt sich bei Jrönes Leidenschaft mn einen anderen Mann. Als er die Wahrheit endlich erfährt, heiratet er das Mädchen doch. Bis hierher ist Bourdets Schauspiel erschütternd und, da sich der Ausweg einer Ehe, die Retttmg und Schutz bringt, erst ganz zum,Schluss zeigt, streift das Spiel hart ans Tragische. Die gleichgeschlechtlich veranlagte Frau ist die Gefangene der Gesellschaft. Man hetzt sie, verfolg!, verachtet sie. Aber nun beginnt ein überaus peinlicher dritter Akt. Jrüne ist Madame Virieu geworden. Aus dem Dialog erfährt man, dass es im Grunde eine normale Ehe ist. Jrüne gibt sich den Umarmungen des Manne? hin, so oft er sie verlangt. Nur stört sie dieses Verlmigen. Sie. will gewisse Zärtlichkeiten, die er anscheinend nicht kennt oder verweigert. Er, ist unglücklick, weil seine Leidenschaft unerwidert bleibt. Er hat es satt, eine Slawe zu lieben. Er nimmt die Verbindung mit seiner früheren Freundin wieder auf. Und Fröne kehrt, erschreckt zuerst und dann beglückt, in die Anne ihrer Geliebten zurück. Dies der dritte Akt, der nicht Schauspiel, nicht Tragödie, der nur peinlich und ein wenig komisch ist. Denn die scheinbare Tragik der Ehe zwischen Jacques und Jröne ist keine Tragik. Dass ein Liebender nicht wie- dergelicbt wird, kommt so oft vor, dass cs als nicht gestalteter, nicht zur Besonderheit erhobener Fall uninteressant bleibt. Ob die Frau einen anderen Mann oder ob sie eine Fran liebt, ist ganz irre- levant. Dass eine Eh« zwischen Menschen, die ein- ' ander sympathisch sind, dennoch zerbricht, weil im Schlafzimmer nicht alles stimmt— auch das kommt ohne Zweifel oft vor. Aber eben das entzieht sich der dramatischen Behandlung. Alles, was über die Details der Nacht gesprochen wird, ist schon zuviel und noch lange zn wenig. Zu viel für den guten Geschmack, zu wenig, uni«S zu verstehen. Der R o- nt a n vermag, wenn er nicht prüde ist, solche Probleme anzugehcn.„Lady Chatterley" geschieht es mit einer viclbeklatschtcn Offenheit, auch bei Cslin« brutal und deutlich genug. Auf der Bühne lässt sich diese. Tragik nicht darstellen. Darm» scheitert auch B o n r d e t. Sein Schauspiel ist packend und gross, solange eS die soziale Tragödie. der Lesbierin zeichnet, eS versackt ins Bmmle, sobald es die. S e x u a I t r a g L d i e selbst gestalten will. Carola BehrenS machte in reifer GesMltung der Rolle den Seelenkonslikt der Jröne so anschaulich, dass er zum Erlebnis wurde. Die Angst der Verfemten vor der Familie und der Gesellschaft, die zarte Naivität der Liebenden, solange sie nur die. Frau kennt, der leidenschaftliche Durchbruch der bohren Gefühle, als sie ein Jahr lang dem Mann gehört hat^ das alles kam als geschloffene Form nnd —-— t e j ne§ Charakters her- Prager Zcltnng Bei Wran tödlich verunglückt Sonntag zwischen i) nnd stürzte der 20jährigc Slndent der Fault ans Prag I ans bisher Grund von einem 80 Meter hohen Nähe des Eisenbahntunnels bei Wran. Er erlitt zahlreiche schwere Verletzungen, welchen er nach seiner Einlieferung in daü Prager allgemeine Krankenhaus erlag. 9tiefloe Aeuerfüulle ssv km von Reykjavik Reykjavik, 2. April. Der im südöst- I lichc» Teil der Insel gelegene Vulkan S l c i b n r| Iökcl ist wieder in Tätigleit getreten. Bereits Ende der vergangenen Woche konnte eine starke Veränderung am Skeidar-Gletscher beobachtet werden, Riesige Eiömasscn stürzten in den Skei- dar-Flnss und liessen diesen zu einem reissenden Strom anschwellen. Noch von Meyljavik aus, das etwa 250 Kilometer von dem Vulkan entfernt liegt, sah man eineriesigeFeuersänlc z u m H i m m e l loder n, deren Höbe am Ostersonntag abends anf mehrere lausend Meter geschätzt wurde. Innerhalb von 20 Minuten wur den allein 78 Blitze gezählt. Gleichzeitig hörte man ein unterirdisches Grollen. Die von dem Vulkan anfstrigrnde Rauchsäule erreichte eine Höhe von 17 bis 20 Kilometer. Lkw a Unser Kollege und führende Funktionär Lev Vinorshg 2367 ein sich Reisender der Firma Klaxar A.-G. der SJ. Donnerstag, nm 8 Uhr im Parteiheim Rärodni tktda 4. ZentralausschuB der Union der Geschäftsreisenden u. Vertreter Im Einheitsverband der Prlvatansestellten 185 KO(25), Sternberg Trautenan 400(100), Troppa» Lentrelvorstend des Einheitsverbandes der privatangestellten. Prag II», Jungmannova 29 ehrenvolles Andenken bewahren, neuen Straschnitzer Krematorium statt „Sozialdemokrat" KrriS Prag Funktionärappell HM, Alic Krcislciiiingsmitgliedcr und alle Gruppenfunk- tionäre Haden zu erscheinen. I Leicester(R u do l f F o r st e r). Von den Neben- sigurcn markant Vor allem gediegen Panlct R u- d o l f T e u b l e. r S und die Kennedy Frieda Richards. Aber auch sonst jede Ivinzige Episode ! Volltvertig. Man sagt nicht zuviel und sagt vielleicht ' daS grösste Lab, wenn man feststellt, das; die stärkste künstlerische Phantasie beim Lesen dieses Traner- sstiels sich keine grandiosere Bühnen-Verwirtlichnng vorstellen kann, als sie ihm durch diese Inszenierung und in dieser Darstellung zuteil wurde. Das; solches sich jevt auf dem Theater im Reich nicht erweisen kann und darf, ist vielleicht der stärkste BctvciS für den Kunstuniergang, der sich dort vollzieht. siuueufroh. Hölzlin, der die Regie svielte den Vater Montcel. In weiteren Lo Vectra m, Maria EiSner. Felix E. F. gewerkschaftlichen Bewegung, für die er seit seiner frühesten Jugend mit Verdienste erworben hat. Wir und alle, die den Verstorbenen gekannt haben, werden ihm ein Die Einäscherung findet am Donnerstag, den 5. d. M., um 15 Uhr im Mittwoch, 4. April 193-1 Rr. 78 ist nach ganz kurzer Krankheit am Sonntag, den 1. April 1934 gestorben. Wir betrauern in dem Verblichenen nicht nur den hilfsbereiten Kollegen, sondern auch den bewährten Vorkämpfer der frei* allen seinen Kräften eintrat und um die er sich große „Maria Stuart" 2 a sehr man c» bedauern must, da st eine so berrliche Aufgabe, Ivie sie die„Maria-tuarr" bie- rei(und wie sie„Don trarloS" nickt unter eigenen Ensemble gestellt tvnrde sich, festznsteilen, das; die Wien« Reinhardts Leitung den Prager ter.Abeud höchste Beglückung reiieten. Roch stärker als nns deute die Dichtung mi kett, ihrer dramatischen iS Rhetorik, durch das wackere mit der Historie, der ferner Aabrhunderte, io gestaltet hat. Und R e Sakrileg an der Ziunsr von dem man sich thcaierö in den letzten den mustre, ist hier vol gekehrt, mit der er began Jnszenierungsstil eben heraus zu geben und spielerischen Persönlich! dringen, die eben dem Rolle am adäauatriten... WW lebte man eine„Maria Stuart". die saft lückenlos sckillerisch war, in der Szene, in der Nachkomrruktion des Aufbaues, in der Haltung der Menschen, in ihrem Zusammenspiel und vor allem in der S pracke. die hier wieder voll zu ihrem entscheidenden Reckt kam, ohne dast aber im geringsten überlebtes Pathos fühlbar wurde. Neben Mar Reinbardt selber, der herzlichst gefeiert wurde, scheint mir die Palme der wunder- varen Frau EleonoraMendelsobn zu gebühren; ein grosses, wahrhaft königliche?-, in der Innigkeit wie in der Leidenschaftlichkeit rührendes und packende? Weib, eine fürstliche. Kämpferin um die Freiheit, überzeugend schon durch ihre Schönheit und Haltung, unzweifelhafte Siegerin in der Gartenszene, zu Tränen zwingend vor dem Gang zum Schafott. Ihre Gegenspielerin, Helene T h i m i g, in jedem Augenblick interessant, vollendet psychologisch in allen Mischungen von Weibischen; und Weib- licheni, fnrchterwcckend und tragisch erschütternd in der Schuld de? endgültigen Vcrlassenseins. Durchwegs grossartige Darjlclliingsluiist auch aller anderen, vor allem eines zündenden, beispielhaft schille- risch sortreistenden Mortimer(Herbert Be.rg- bos), einer- mustergültigen Talbot(Josef Dane g g e r), eines verblüffend beherrschten Durleigh iHerbertH ü Her), und eines nicht in alle» Details, aber in der grasten Linie unvergesslichen Wochrnspielpkan de» Renen Deutschen Theaters. Mittwoch 7'.h: Disraeli, AA, Gastspiel Ernst Deutsch, volkstümliche Vorstellung.— Donnerstag 7%: E i n Maskenball, C 1,— Freitag 7, /j: Die kleine Katharina, Erstaufführung, D2. — Samstag ü'.h: Die Meistersinger von Nürnberg, Wagner-ZykluS kV, Gastspiel Alfred Jerger, B 2. Wochenspielplan der Kleinen Bühne. Mittwoch, den-i. April, abends 8 llhr: K o sn; e t i k.— Donnerstag 6: D i e. G e f a n g e n e, Gastspiel Ernst Deutsch.— Freitag 8: Kosmetik, Kulturvcr- bandssreundc und freier Verkauf.— Samstag 8: Die Gefangene, Gastspiel Ernst Deutsch. und km» dadurch anf den letzten Platz im Turniers Sonntag verloren die. technisch und taktisch schwachen, aber schnellen Polen gegen Viktoria Ziskov 4:3; Montag schlug Vikioria mit 8:0 die Bohemian? und getvann das Turnier. Siege und Niederlagen tschechischer KlnbS im Ausland. Slav ia nahm an einem Turnier in L n t t i ch teil und tvnrde am Sonntag vom Wiener Sportklub mit 1:2(1:1) geschlagen; Sonntag gewannen die Prager gegen BSV. Haag 2:1(2:0) und die Wiener lvnrden überraschend von Standard Lüttich mit 1:5(0:2) abgefertigt.— Im Antwerpener Turnier gewann am Sonntag die Prager Sparta gegen Becrschoot mit 5:2 und am Montag gabs dafür eine 8:0«Niederlage. im Kampfe gegen Vienna, die. an; Vortag gegen FC. Antwerp 8:3 spielte.— Der Teplitzer F K. kann wieder mal einen Sieg verzeichnen: gegen Sports Lausanne gewann er mit 3:2.— Er chie Karlin gastierte in Polen: Sonntag in NotvatveS gegen Wawel 3:1 und Montag in Königsbütte, gegen Amateurski SK. -1:5.— Sparta B r ü n n siegte in Afrika gegen ein Team von Constantino 3:0. DaS Budapester Rundspirk brachte. bemerkenS- wcrte Ergebnisse. Sonntag: Rapid Wien gegen Hun- garia 4:0, Ferencvaroö gegen Austria Wien 3:2; Montag: Hnngaria gegen Austria 6:1, Fcrencvaroü gegen Rapid 9:5(.1:2)! Die Spiele«m den„Goldenen Fnhball" fanden wieder mal eine Fortsetzung. In Komotmi schlug der DFK. den Budweiser DFC. mit 7:2. Der WarnSdorfer FK. spielte daheim mit dem Karlsbader FK. 2:1(1:1) und in Bodenbach gewann SpBg. gegen den BSK. Gablmy mit 4:2(2:1). Sonstige bemerkenswerte Fustballergebniffr. Sonntag: B rü x: DTK. gegen SK. Libeü 4:2 2:0). — Aussig: DSV. Saaz gegen DFK. 4:0(1:0). — B.- Leipa: DSV. gegen CAFE. Prag 5:3 (2:2).— Kladno: Viktoria Pilsen gegen SK. 3:2(1:2).— Karwin: Slovan Wien gegen Po- Ionia 3:1(1:0).— P r er an: SK. gegen SK. Nachod 8:0(1:0)!— Montag: Prag: Sparta XI gegen Urfahr-Linz 3:2(1:1).— Pilsen: Viktoria gegen Kladno 3:1(1:0).— Karlsbad: DSV. Saaz gegen Sparta 3:1.— Komotan: DFK. gegen SK. Liben 6:1(3:1).— Gablonz: CAFE. Prag gegen DSK. 3:2(1:0).— Pardubitz: SK. gegen AFK. Kolm 4:8(8:2).— Brünn: Zidenice gegen Gabarnia Krakau 5:4 (4:1),— P r o ssnitz: SK. gegen SK. V.-Budwei« 2:0.— M.-Ostrau: Slovan Wien gegen DSK. linie 2:1(1:0).— Belgrad: Jugoslawien gegen Bulgarien 2:3(0:0).— Sofia: Jugosla- tvien B gegen Bulgarien 0 1:0— Admira Wien spielte an beiden Tagen in Kopenhagen gegen ein Siädteteam 3:1 und 2:2. Alis der Partei Ausweis für Pen Monat Mürz (Die erste Zahl bedeutet Partcifouds, die cingeklam- mcrte Wahlfonds.) Bodenbach 4800 Xi(1000), Brünn 1200 XL (300), Karlsbad 8000 XL(2000), LandSkron 400(100), PIlsen-Bndweiv 1020 XL(870), Prag 40(10), Preßburg 2380 XL(500)’~ 1820 XL(420). Bürgerlicher Sport Das Ofterturnirr des Prager DFC. hat dem Veranstalter einen glänzenden Misserfolg in s p o etliche r Beziehung gebracht. Arn Sonntag musste der Amateurmeister DFE. eine mehr als verdiente 4:0-Niederlage von den BohemianS hin« nehmen, die schon da« dritte Spiel der Woche absolvierten! Montag konnte der DFC. gegen Ruch Bismarckhütte(Polen) ein kärgliches 2:2 erzielen Mitteilungen aus dem Publikum Ein jedes Ding am rechten Platz. Ein Berson auf den Schuhabsatz. filme In Prager Llrtilsplelhäusem bi» inklusive Donnerstag, de» 5. April 1934. Urania-Kino, Klimentsskä 4:„Katharina die Grosse". Adria:„Annette im Paradies". Alfa:„Donner über Mexiko". Beränrk: „Wolga in Flammen". Ftnix:„Der König der Könige". Flora:„Die goldene Kaiharina". Gaumont: „Das Häuschen in EmauS". Hollywood:„DaS Häuschen in EmauS". HvLzda:„Annette im Paradies". JuliS:„Die Schlacht". Kinrmn B--TH.: Jonrn., Reportage, Groteske 1H2—ist8. Koruna:„London um Mitternacht". Metro:„Reife um die Welt in achtzig Minuten." Olympic:„Menschen und Taten". Passage:„Bubi". Praha:„London um Mitternacht". Radio:„Wolga in Flammen." Skaut:„Die Schlacht". Svktvzor:„Bubi". Alma:„Wolga in Flammen.", Bajkal:„Die goldene Kathmi'na." Belvedere:„Die verkaufte Braut". Carlton:„Die goldene Katharina. Favorit:„Katharina die Grosse". Illusion:„Die goldene Katharina". Louvre:„Wolga in Flammen." Maceöka:„Tarzan, der Beherrscher des UrlvaldcS". Roxy:„Die Bettlerin von Notre Dame". Sport-Smichow:„^indra— Gräfin Ostrowina". U Bejvodii:„Grossfürstin Alexandra. Bälde!:„Die goldene Katharina." Spart• Spiel• Hflrperpflege Querfeldrinlauf der Prager DTK. Am Sonntag veranstaltete der 1. Kreis der DTJ.(Prag) mit starker Beteiligung seinen diesjährigen Querfeld- einlauf. Ueberraschend war die gute Beteiligung von den TTJ.-Vereinen aus TIuftovousy und Reratowitz, während der dnrchführende Verein Smichvv nicht alle seine guten Leichtathleten stellte, lieber die 4500 Meter lange Strecke der Männer siegte I. Eernuöka (Tlustovousy) in der Zeit von 10:46 Min. vor I. Smetana(Smichov) in 16:55.1 Min. Bei den Zöglingen, deren Strecke über 1500 Meter führte, gewann Jizba(Smichov) in 6:36 vor Adame» kTlu- stovousy) in 7:10 Min. Siegerin de? Frauenlaufes(1000 Meier) wurde Kukerovä in 3:43 vor Bre- burdovä(beide Ziskov) in 4:20 Min. Tagung des BertaadeS der tschechischen Arbeitertouristen. Am 31. März und 1. April hielt der tschechische Verband der Arbeitertonristen unter starker Teilnahme von Delegierten auS allen Gebieten der Republik im Pik-Heim bei Pilsen.seine Tagung ab. Aus den erstatteten Berichten ging u. a. hervor, dass in dem abgclaufenen Doppeljahr 1082/38 zwölf neueOrtSgrupven gegründet wurden, so dass der Verband derzeit 20 Ortsgruppen mit 5581 Mitgliedern besitzt. Zum Vorsitzenden wurde einstimmig der Abgeordnete und Bürgermeister von Pilsen. Genosse L. P ik gewählt. Im Jahre 1085 findet itt Prag aus Anlass dcSLäjährigenBestan- d c S ein JubULrunSkongretz statt, während der nächste ordentliche VerbandStag 1036 in Mähr.-Oftrau abgehalten wird. DaS Hazrna-Ofterturnirr der Prager DTJ.- Mannschaften, das auf dem Sportplatz der Hetzinsel stattfand, wies eine schwache Beteiligung— nur sechs Mannschaften— auf. Sieger des von der DTJ. Prag VH veranstalteten Turniers wurde Vy Sehrad durch das bessere Torverhältnis, daS im Endkampf mit der.l. Mannschaft von Prag Vll aber nur ein 4:4(2:3) erzielte.— Die einzelnen Ergebnisse loaren: Prag VII 1. Mannschaft gegen Ehodov II 16:2, Vyöehrad gegen Prag III—IV 0:1, Prag VII 2. Mannschaft gegen Chodov I 4:3 (3:2), Vyöehrad gegen Prag Vll 2. Mannschaft 15:0, Prag VH 1. gegen 2. Mannschaft 6:0. Pygmalion 1834 In der Kleinen Bühne hat sich jetzt Professor der„K o S m e t i k" etabliert, der in ein Meisterwerk seiner VerschönerungSknnst verliebt, wie einst Pygmalion in die edelste Statue aus seiner Bildhauerwerkstatt. Die mit allen Salben geschmierte LuxuSdame entpuppt sich aber als ein unausstehliches, eraltierteS, herzloses Geschöpf, und so kehrt der Professor reumütig zu seiner Assistentin zurück, die niemals etwas von seinen Schön« heitSkuren wissen wollte. Am Schluss begeht er einen neuen Unsinn, er beginnt auch dieses einfache, natürliche Mädel gewaltsam zu verschönern, er hat ans der schlinmien Erfahrung nichts gelernt, der Rnhnr eines tüchtigen Kosmetikers ist ihm wichtiger als die Ruhe einer glücklichen Ehe. DaS Lustspiel von Stefan Bekeffi hat mit einem Schön« heitssalon gemein, dass der Besucher zwei Stunden auf eine nickt gerade amüsante und stellenweise sogar qualvolle Weise„behandelt" wird und dass auch hier die angewcndeten, angeblich neuen Mittel in Wirklichkeit uralt sind. Ein Teil des Publikums hielt die Kur schon nach dem in niehrere Bilder zerlegte» zioeiten Akt für beendet, aber Professor Bekeffi verschrieb noch einen dritten Akt, ivcil cs noch einige alte Possensiiuationen gab, die er sich um keinen Preis wollte entgehen lassen. Als Parodie auf die Welt der GesellschafiSdamen inszeniert. die. keine anderen Sorgen dabcn, als sich baar- nstruierten kitschigen ModeschönheitS- bärte das Stück vielleicht ganz hätte es aber einer einfallsanderen Hauptdarstellerin llag sein, dass Frän- an BewegungSgrazie Lustsvielfigurcn, die liegen ihr keines- dankbare Aufgabe zu, m geben, dessen voraussieht; mit geistlosen Tert einen ssen. entledigt er d geschickt. Jane r ungekünstelter i Leopold D n» v und Werner Iantsch n liess dir koSmettscke I asi ergehen, aber es sah egreitlickerweist rum es zu dieser frag- oürdigen Versa SvielplanS mich noch t besonders eifrig llmichcu sollte. F. R. 1 I auS. Sehr nett war auch M a r i a M o tz in der Rolle der jüngeren Schivester. Den Jacques Birien spielte Ernst Deutsch. Gerade, diese Rolle, machte, die Schlvächen eines Künstlers aus der Reinhardt-Epoche besonders deutlich. Jecqnes Virien müsste ein gütiger, schlichter Mensch sein. Deutsch spielt einen Komödianten, dem man die Liebe und den Opfermut nicht einen Ton lang glaubt, auch wenn er das Schluchzen noch so kmistvoll anv träneuerstickier Kehle holt. Wenn jede Bewegung berechnet und die Gesten dann oft ma- rionettenbaft unwahr, wirken, bei jedem Wort der intellektuelle Prozess sichtbar wird, der ihm vorausgegangen ist und seine Tonfarbe, bestiinnrt, dann hört das Theater auf, Leben zu sein. Ein glänzend konstruierter Automat spielt und seine menschlichen Ausbrüche. sind so virtuos, dass sie. beinahe kitschig wirken. Ain stärksten wurden diese Mängel fühlbar, als Palk nut ihm auf der Bübue. stand. Auch dieses Künstlers Werk ist nicht vom Herzen, sondern vmn Hirn her vestinnnt. Aber er legt die Rolle doch als Gesnmiwerk an. Deutsch zerlegt sie. in unzählige Effekte, lind da diese Effekte die gleiche» sind, ob er den Marc Anton, den Posa oder den Virieu spielt, sind sie rasch verbraucht. In einer Feit, da Max Reinhardt, wie uns eben jetzt wieder in hundert Zungen und mit hundert Federn versichert wird, d i e Persönlichkeit des deutschen Theaters gewesen ist(von der cs ganz folgerichtig nur noch den Weg zu Goebbels gab), musste Ernst Deutsch einer der grössten Schauspieler tverden. Frau L u d r a gab die normale Freundin VirieuS; vielleicht nickt ganz pariserisch, aber sehr elegant und, ivaS wichtiger ist, sehr natürlich, unkom- vlizicrt, führte, Rollen: Frank. Anstellungs-Gastspiel.(Neues Deutsches Thea- ter).— Von dem Baseler Heldenbariton Alexander Fenvvess, der am Ostersonntag nachmittag als Zar Doris in MusforgskhS Oper „Boris Godunow" mit Anstellungsabsichten gastierte, gilt ungefähr dasselbe wie von den: kürzlich als Rigoletto in Verdis gleichnamiger Oper gehörten Teplitzer Baritonistcn Otto Kubin. Denn auch F e n Y v e ss besitzt bedeutendes und gut be- handäteS stimmliches Material, ist auch in der Kunst dcS Gesanges wohl belvanderr und ein dramatisch überzeugender Darsteller. Seine besondere Eignung als Heldenbariton aber müsste er so wie Herr Kubin in einer grösseren und anspruchsvolleren Partie, als sie die drei Szenen in„Boris Godunow" dar- i stellen, erweisen und vor allem also in einer grossen Wagner-Partie sein massgebendes Können, sowie seine stimmliche Ausdauer zeigen. DaS trotz schönem Ofterlvetter verhältnismässig zahlreich erschienene j Publikum nahm den Sängergast sehr beifällig auf, ! was ein besonderer Grund sein sollte, des Künstlers Eignung strenger zu überprüfen. Wäre eS nicht möglich, ihn am kommenden Samstag den HanS Sachs in Wagners Meistersingern" singen zu lassen, um zu einen: Endurteil gelangen zu können? E. I. I Geiste des icbei I- Serk jcue ucken und zu drrrär« i ter. dem-nick u nd der t in\ scheinen. Und so er- 1 Bezugsbedingungen: Bei Zustellung tnü Hauö oder bei Bezug durch die Post monatlich XL 16.—, vierteljährig XL 48.—, halbjährig XL 06.—, ganzjährig XL 192.—.— Inserate werden laut Tarif billigst berechnet. Bel öfteren Einschaltungen Preisnachlass.— Rückstellung von Maniskripten erfolgt nur bet Einsendung der Retonrmarken.— Die Leitungsfrankatur wurde von der Post- und Telegraphendirektion mit ErlassNr. 13.800/vn/1080 bewilligt.— Druckerei:„OrbiS". Druck-, Verlags- und JeittmgS-A.-G.. Prag.