Einzelpreis 70 IMtor (emchlfeEllch 5 FMIar Jlarto) ERSCHEINT MIT AUSNAHME DES MONTAG TÄGLICH FRÜH. Redaktion uno Verwaltung frag xil., fochova«2. Telefon s»>77.-Administration telefon so». HERAUSGEBERi SIEGFRIED TAUB. CHEFREDAKTEURi WILHELM NIESSNER. VERANTWORTLICHER REDAKTEURi DR. EMIL STRAUSS, FRAG. IENTRALORGAN DER DEUTSCHEN SOZIALDEMOKRATISCHEN ARBEITERPARTEI IN DER TSCHECHOSLOWAKISCHEN REPUBLIK 14. Jahrgang Freitag, 6. April 1934 Nr. 80 vis Militarisierung Oesterreichs: Politik des Dr. Eisenbart Riesenaussaben für die Ausrüstung des Heimwehrschutzkorps die FricdenSproduktiou durchgcführt hatte. Nun Wie dein OND aus Wien berichtet wird, geht die Aufrüstung, die die Negierung Dollfuß feit den Februarkämpfen in raschem Tempo vornimmt, immer weiter. Gegenwärtig wird das Schntz- korps, das zum größten Teil ans Heimwchrmän- ncrn besteht und dem Vizekanzler Fel) unterstellt ist, vollständig kricgSmästig ausgerüstet. Vizekanzler Fey hat eine teilweise Bcnrlaubnng seines Schuhkorps an die Bedingung geknüpft, das; die abrüstcndcn Heimlvchrlcr ArbeitSplähc bekommen und das; das SchutzkorpS so ausgerüstet werde, das; seine vollständige Mobilisierung jederzeit wieder möglich ist. Zur Erfüllung der ersten Bedingung wurde eine Verordnung ertasten, die die privaten ilnternchmcr zwingt, auf je 25 beschäftigte Arbeiter und Angestellte einen Heimwchrmann cinzu- stcllen, was selbstverständlich zur Folge hat, daß Sozialdemokraten und andere Arbeiter anö den Betrieben entlassen werden. Tie rasche Mobilisierung dcS SchnhkorpS soll durch eine nmsajscnde Motorisierung ermöglicht werden. Von der neu ausgeschriebenen SichcrheitSsteuer, die durch eine Verordnung diktatorisch eingcführt wurde, und die eine Erhöhung der Einkommensteuer nm ein volles Drittel verfügt, sollen 11.5 Millionen Schilling für die kriegsmäßige-und technische Ausrüstung des Schuhkorps verwendet werden. Die Bestellungen auf Ausrüstungsmaterial und Automobile find in den lehten Tagen bereits erteilt worden. Zur Verstärkung der Rüstungen gehört auch die bevorstehende Eröffnung einer neuen Fabrik für Kriegsbedarf.* Die Regierung hat die Auflösung der gc« 'nwinwirtschaftlichcn Anstalt int Wiener Arsenal verfügt, die nach dem Krieg mit großem Erfolg die Umstellung des riesenhaften Kricgsbetricbcs auf soll ein Teil dieses früheren KkiegSbetriebeS wieder für militärische Zwecke verwendet werden. Die neue Produktion soll unmittelbar unter der Leitung der österreichischen Generäle stehen. Noch immer MIBhandluns von Gefangenen Dem LMD gehen immer-wieder Berichte über furchtbare Mißhandlungen in den österrci» chischen Polizeigrfängnisten zu: Aus Linz wird berichtet, das; in der Polizeidireltion in der Raj» hanSgasse die Zelle Nummer 1, direkt alS-Prügcl- zclle dient. Die Mauern sind mit Oelfarbc angc- strichcn, die Pritsche ist init Linoleum belegt, so das; die Blutspuren wieder tveggcwischt werden können. Trotzdem sind in der Zelle Blutspurcn sichtbar, da die gciangencn Schutzbündler noch immer blutig geprügelt werden. Ein leitender Funktionär des Schutzbundes,(besten Name dem OND bekannt ist) loird noch immer bei jedem Verhör geprügelt, damit er seine Kameraden verrate. Aus Wien tvird neben vielen anderen Misthandlungen über furchtbare Brutalitäten bei der Polizei in Floridsdorf berichtet. Der fozlaldcino- tratifchc Bezirksrat und StraßcnbahnvcrtranenS- mann A. H. meldete sich Donnerstag, den 15. Feber zum Dienst, nachdem der Bundeskanzler Dr. Dollfuß in der Nacht vorher für alle, die sich am nächsten Tag bis zwölf llhr mitta. s melden, den Generalpardon verkündet hatte. Das vom Bundeskanzler ehrenwörtlich gegebene Versprechen, sah für den Bezirksrat A. H. so aus, daß er in Floridsdorf auf der Polizcistube unmenschlich geprügelt und getreten Ivurdc. Er erlitt Quetschungen an beiden Nieren und eine Verletzung der Leber. Er liegt seither schwer krank im Spital. Der Sira- tzcnl'ahncr M. Sch. vom, Strastcnbahnhof Floridsdorf, Ivurdc in Floridsdorf so geprügelt, das; er von der Polizciwachstnbe direkt in die Irrenanstalt„Am Stcinhos" gebracht werden mußte. Anfang März wurden in Döbling die Schutzbündler und K. S. verhaftet. Sie wurden von der Polizei so mißhandelt, das; F. S. bewußtlos liegen blieb. Ein Mann namens R. wurde im Zu« fammcnbrnch mit der Verhaftung der beiden Schutzbündler drei Stunden lang geprügelt, damit' er gegen sie aussagc. * Walllsch’s Witwe Im Gefängnis Dem CRD wird nnS Leoben(Lberstricr- j mark) berichtet: Fm KrciSgcricht Leoben wird die ! Witwe des Mörinrcro der steirischen Arbeiter No- Ivmnn Wnllisch, Frau Paula Wallisch, noch immer I inHast nehatten, obwohl gegen sie kein strafbarer Tatbestand vorlicgt. Dir Fran, dir pur.,,' die Hinrichtung ihres geliebten Gatten in namenloses Leid gestürzt wurde, wird obendrein»och von den rachsüchtigen Diktatoren im Gefängnis znrückbe- haltrn. Frau Wallisch, die immer eine tapfere und lebensfrohe Kainpfgefährtin ihres AlannrS war, hat nn» im Kerker eine» völligen Zusammenbruch erlitten. Die junge Fran ist infolge der unbeschreiblichen Aufregungen, die sie mitgcinacht hat, an einer Körperhälfte gelähmt. Die Haft einer schwerkranken Frau, deren Mann hingerichtet wurde, diese Rache an einem Bertranrnsmann der Arbeiter, bis über den Tod hinaus, ist eine der ärgsten Brutalitäten, die die Geschichte der Konterrevolution kennt. Der berühmteste deutsche Arzt war nicht Professor Billroth, ist auch nicht Professor Saucrbruch; die unerreichte Koriphäe der medizinischen Kunst war und bleibt der nnvergleich- lichc Dr. Eisenbart, kuriert die Leut' nach seiner Art: Könnt' machen, daß die Lahmen seh'» Und daß die Blinden wieder geh'nl Die deutsche Neichsregicrung seht sich offen- bar aus lauter solchen politischen Eisenbärten zusammen. Jnr Grunde genommen ist daS Dritte Rvicst so Pleite, wie vor ihm niei....lS irgend ein anderes Reich der Welt Pleite gewesen ist. Aber wie Dr. Eisenbart, so erfinden die„Führer" inimcr neue Wundcrkurcn, im kleinen wie im großen. Wie die Nazi den kleinen Geschäftsleuten helfen wollen, ging hervor ans der Aufforderung an die Arbeiter, ihre billigen Rasier- apparatc zu vernichten und wieder zum Rasierer zu gebeu; den Weinbauern soll dadurch geholfen werden, das; die Arbeiter ansangcn, Wein zu trinken, den Unternehmern soll geholfen werden dadurch, das; die Arbeiter sich mit Weiteren Lohnkürzungen absinden. In jedem Falle soll also die Masse cs bringen. So soll allen geholfen werden. Der Arbeiter kommt dabei an; besten weg, denn wenn er sich nicht mehr selbst rasiert, sondern sich cinscifen läßt, so steigert das sein Selbstbewußtsein. In diesem erhebenden Gefühl zieht er dann sein Festtagskleid an, steckt sich das Hakenkreuz auf die Brust und geht in die Wcinkneipe. Den Abzug vom Lohn wird er trotz der ungerechtfertigten Heulmcicrei von Frau und Kindern bald vergessen und dann wird er den Rat von Goebbels befolgen: Lache, Doumergues ►udget-Rezept Budgetkürzungen und Investitionsanleihe bei der Sozialversicherung P a r i s, 5. April. Das heutige französische Amtsblatt bringt die Texte der 14 Einspa- rungsdekrcte der Negierung, die mit sofortiger oder längstens mit Wirksamkeit vom 15. April d. I. in Geltung treten. Der gestrige Ministerrat führte auch zur Einsetzung eines interministcrielle» Aiiöschusses, der unter Borsitz des Ministerpräsidenten ein Programm sofort durchführbarer öffent- lich er Arbeiten aufstellen und dessen Finanzierung nut Hilfe von flüssigen Mitteln der Sozialversicherungskassen prüfen soll. Dieser Plan geht auf de» neosozialistischrn Minister Marquet zurück? auch der Ministerpräsident soll ihn mit aller Energie unterstützen. Die gestern angenommenen Maßnahmen Iverden an Ersparungen den Betrag von insgesamt 2.460 Millionen Franken erbringen. Hievon ergeben sich 32 Millionen Franken auf der Herabsetzung der Subventionen, 750 aus der Reform der Administrative, sowie der Herabsetzung der Anzahl der Staatsbahnangestellten, 500 Millionen Franken aus der Neuregelung der Nuhe- genüsse, 100 Millionen aus der Reduktion der Anzahl der Behörden und Aciuter, 360 Millionen aus der Herabsetzung der Staatsangestellten- bezöge. Hiezu treten noch 300 Millionen Franken Ersparnisse, die sich aus der Reorganisation des Eisenbahnverkehres und durch die Neuregelung verschiedener sozialer Dienste ergeben. Die Pariser Blätter sprechen sich über die ErsparungSdetretc im günstigen Sinuc aus. Die Presse erblickt in diesen Dekreten die erste Etappe der finanziellen Wicdergesundung. Es wird die Hoffnung ausgesprochen, daß die zlveite Serie der Ersparungsmaßnahmen, welche Opfer von den ehemaligen Frontkämpfern verlangen wird, ohne Schwierig- leitcn angenommen werden ivird. Ministerpräsident Doumcrgue Ivird Montag die Vertreter der Fronllämpfer empfangen und sich mit ihnen über diese Sparmaßnahmen ins Einvernehmen setzen. Paris, 5. April. Im Anschluß an die heute vcröffcntlichteu ersten 14 Sparvcrordnungcn richtet die Regierung einen Aufruf an die Beamten, in dein eS u. a. heißt:„Die Regierung lenkt die Aufmerksamkeit aller Beamten auf die außergewöhnlich ernsten Beweggründe, die sie zwingen, Maßnahmen zu ergreifen, die die Beamten treffen.' Trotz der bereits vorgenommenen Einschränkungen der Staatsausgaben in Höhe von acht Milliarden muß der noch bestehende Fehlbetrag von vier Milliarden Francs abgedcckt werden, denn ein Bukarest, 5. April. Das Urteil im Attentais- prozeß hat eine sehr beträchtliche politische Spannung hervorgerufen. Ministerpräsident Tatarescu hatte im Laufe des Nachmittags Beratungen mit den KabiuettSnntglicdern und mit führenden Männern der liberalen Partei. Noch im Laufe des Nachmittags wurden Ministerpräsident TatareScu | Land kann ebenso wenig wie ein Privatmann stün- Proteststrelk gegen Gehaltsabbau in Frankreich Der Allgemeine GcwcrlschaftSverband der Postangestcllien, der gestern Abend eine Versammlung abhiclt, hat bisher zu den Regic- rungsdelreten nicht Stellung genommen. Es wurde ein zweistündiger Protest- streik vorgeschlagen. Die kommunistcnfrcund- lichcn Vertreter beantragten einen ganztägigen Streik für den 1. Mai. Die Entscheidung hierüber ivurdc vertagt. Paris, 5. April. Der Zentralvcrband der französischen Staatsangestellten berief für Samstag und Sonntag eine außerordentliche Ausschußtagung ein, um zu den Regierungsdekreten Stellung zu nehmen, durch welche die Zahl der Angestellten und ihre Bezüge herabgesetzt werden.' und Untcrrichlsminisier Dr'. Angelescu vom König in Audienz empfangen. Am späten Abend fand eme Beratung hervorragender Mitglieder der liberalen Partei und der Regierung beim Parteivorsitzenden Constantin Bratianu statt. Eine Klärung der Lage wird im Laufe des morgigen Tages ertvartet.- Bajazzo!„Man will nicht immer die traurigen Gesichter sehen, das Dritte Reich ist ein gleich der Freude und des Lebensgenusses; die Arbeiter sollen lächelnd über die Straßen gehen,"— Goebbels will es! Und im Grunde genommen: Hat sticht jeder, der noch „atmet im rosigen Licht", Ursache zum Lachen? Wenn er nicht niehr lachen will, was sollen dann die armen Teufel in den K'onzcntrations- lagern, was sollen erst deren Frauen und Kinder fiir Gesichter schneiden? Nm kleinen geht die Besserung also mit Riesenschritten voran. Und in: großen? Die Herren Hitler und Schacht werden das Ding schon drehen! Die Eisenbahn hat einen Verlust von fünfzig Pro- zent auf allen Gebieten, handele cs sich uni Personen-, Gepäck- oder Güterverkehr. Mer was schadet das? Dr. Eisenbart weiß Rat, die Wcch. selreitcrei ist ein herrlicher Sport,— zwar kommt der Gcsck)äftsmann, der sie betreibt, ins Zuchthaus, aber wer will eines der von der Vor sehung„auScrwählten Instrumente"— daS sind doch die Naziminister— cinspinnen? Der Reichsetat soll nicht in Einklang zu bringen sein? Lächerlich? Wo haperts? Hier stehen in den Ausgaben 420,000.000 Mark Schulden- t i l g u u g S f o n d§, soviel beträgt ungefähr gerade das Defizit. Dr. Eisenbart nimmt den Blaustift und streicht die 420,000.000.—. Stimmts nun? Na also, daS ist doch so einfach wie die Amputation eines BeincS. Außerdem: S ch u l d c n z i n s e n werden nicht mehr gc- zahlt, die Schulden selbst werden g c st r i ch c n; daS werden die Gläubiger ja nicht ohne Meckern hiunehmeu, aber da wird der Schacht nach Ame- rika geschickt, uni 500,000.000 neue Sch ul- den aufzunehmen, dann ist alles wieder in Butter. Woher die Millioncnstoigerung im Etat kommt? Das ist eine sehr einfache Rechnung: 600,000.000 für Arbeit sbeschaffung, 400 Millionen für Kriegs r ü st u n g. Die 600 Mil- lionen„Arbeit" sind natürlich ebenso wie die 400 Millionen fiir die K r i e g ö m a t e r i a- l i c n Vorbereitung des nächsten Kriegs. Und Vas Urteil des Kriegsgerichtes Die Mörder Ducas: lebenslänglich Ole fasdstlschen Drahtzieher frelsesprochenl Bukarest, 5. April. Im Prozeß gegen die Mörder des Ministerpräsidenten D n e a fällte das Kriegsgericht des 2. Armeekorps soeben nach 18tägigcr Verhandlung das Urteil. Der Stndent Constantin esc«, der die tödlichen Schüsse auf Dnra abgegeben hatte, erhielt lebenSlänglicheZwaugSarüeit, ebenso seine beiden Helfershelfer, die Studenten Belimace und Caraniea. Alle übrigen Angeklagten wurden f r e i g e s p r o ch c n, darunter der Führer der Eisernen Garde, Codreanu, und der General Cantaeuzino. Seite 2 Freitag, 6. April 1934 Nr. 80. «sgc>ncinschast, verhaftet. Vor vierzehn Tagen lvar ihn« von der Behörde verboten worden, sei««e Arbeit bei den religiösen Sozialisten weiter zu führen, doch stellte sich Genosse Kundennani« auf den Standpunkt, es handle sich hier um eine religiöse Minderheit, die genau so wie andere ReligionSgeineinschasten, das Recht der Ausübung der religiösen Funktionen haben «Nüsse. Aber Dollstlss gestattet den Sezialisten nicht einmal religiös zn sein und iver trotzdem zu seinem Herrgott beten will, dci« lässt er verhaften. Ausserdem wurde Mittwoch der Oberfinanzrat Ludwig Wind verhaftet, dem Beziehungen zu ausländischen Sozialdemokraten zur Last gelegt werden. Man liess seine Wohnung von der Polizei anösuchen und hat das übliche belastende Material auch prompt vorgcfn««den. Darunter natürlich wieder einmal einen Ausmari'chplän Schutzbündler. Vie Nazi’s taun wieder auf Wien, 5. April.« wurde, auS de»- geschossen worden lvar, er- I hielt zwei Jahre schtveren verschärften Kerkers, | der 38jährige Hausmeister Ludlvig Wuchert, der sich am l 2. Feber an den Kämpfen auf dem Sonnbergplatz beteiligt hatte, ivurde zu acht Mo- natcn schweren, verschärften Kerkers verurteilt. Bei den To«n«crSiag-Prozessen gcgei« Ange- ' hörige des Republikanische«« Schutzbundes, die des > Aufruhrs«»«geklagt sind, wurden Rudolf Maut- ! ner zu acht Monaten, Ferdinand Hofsmann zu ! neu«» Monaten, Kurt Siebc»«eichler und Martin ■ Kachlir zu je sechs Monate»« schweren Kerkers I verurteilt. Es handel« sich durchwegs nm Teilneh- !«ner an den Kän«psen in Floridsdorf. Der tvegen der Erschichung dcS Reichstvehr» i foldalcn Schuhmacher zu zlvei Monate«« bedingten i Arrestes verurteilte HeiinatSlvchrinann S t r e h l e hat gegei« seine Verurteilung die Nichtigkeitsbe schwerde beim Obersten Gerichtshof in Wien ein- I gebracht. Bregenz, 5. April. Die dem Bundcöministcr I für Verfassung nahestehende Zeitung„Vorarlberger Volksblatt" kündigt an, dass die neue Ver- fassiing am 1. Mai publiziert werde»« wird. Der 1. Ma! soll als VerfassungStag StaatSfeicrkag I bleiben. Dollfuß: Rom ein Teilerfolg Wien, 6. April. Bundeskanzler Dr. Dollfuss Neugestaltung der handelSpolilischcn Beziehungen, cmpsiirg den Sonderberichterstatter des Tschecho- damit auch zur Besserung der Wirtschaftslage zu- slowakischen Pressebüros, dem er u. a. Uber die nächst iin Donaubecken z»« gelangen, deiu« unsere laufenden aktuellen Fragen folgende Erklärungen Vereinbarungen mit Italien und Ilngarn haben abgab:' In den letzlen Monaten haben sich ii« den ein, zclncn Staatei« die Anstrcngu»«gen, die Wirt schaftslage zu verbessern, verdoppelt; die Erfolge, die erzielt wurden, sind nicht zn unterschätzen, allein cs sind nur Teilerfolge und die Ucbcrzeu» gung, dass kein Staat für sich allein, ganz aus rr,r,o,icrn«uv ,-ju juivcui. uniuix««uiwunu,,, eigener straft imstande ist, die grosse Krise zu gen mit Italien und ilngarn habe»« deshalb auch überwinden. ist heute allgemein geworden. l''/HW.. Dieselben Motive liege«« auch unsere»» jung- sic sich auf die Herstellung eines das wirtschaftliche| stcn Vereinbarungen mit Italien und mit Ungarn ErgänzungSbcdürfniS der drei Staaten befried!« zugrunde. genden handelspolitischen Regimes beschränken sol- Znnüchst bezlvcckm diese Bereinbaningen die len, sondern sie sollen vielmehr den AnSgangs- Verbreiterung der Mischen den drei Staaten bc- punll für eine umfassende Neugestaltung der«virt- reitö bestehenden Handelsverträge durch bilaterale schaftlichen Beziehunge»»«nit allen Staate«« bil-_ Abkommen im Sinne weitgehender gegenseitiger!den, die gleich uns das Bedürfnis nach Steige-I Mer Misserfolg u'ii tragbar lüätc.' wirtschaftlicher Ergänzungen u»«d ich sehe keinen rnng des gegenseitigen Güteraustausches und besseren, gangbareren Weg als diesen, nm zn einer' wirtschaftlicher Zusammenarbeit haben. neue kämpfe In Spanien Madrid, 6. April. Ii« Saragossa haben die Syndikalisten gemeinsam mit den Sozialdemokraten erneut einen 48stündigen Generalstreik organisiert und daS Leben der Stadt Saragossa lahmgelcgt. Der dortige Regier»uigspräsident hat diesen Streik für««n g e s e tz l i ch erklärt und die Polizei sowie Militär zur Aufrechterhaltung der lebenswichtigen Betriebe eingesetzt. Ii« Malaga tvnrden mehrere Anschläge verübt, wobei ein Polizeibeamter erschossen tourde. Ferner tvird von dort ein grosser Brand in einer Nitratfabrit gemeldet, der erhebliche«« Sachschaden venrsachte und bei dessen Löschung mehrere Fcucrtvchrleute leicht verwundet wurden. klerikaler Erfolg in Spanien Madrid, 5. April. Nach einer äusserst stürmischen Sitzung hat daS spanische Parlament den Rechnungsvoranschlag hinsichtlich der Unterstüt- znng der niederen Geistlichkeit in zweiter Lesung mit L80 gcgei« 86 Stimmen genehmigt. Demnach erhalten alle jene Priester, die ein Einkommen unter 7000 Pesetas jährlich haben, zwei Drittel ihres früheren Gehaltes als Unterstüt- zimgSgeld. Streik In der dänischen Schiffahrt? Berlin, 5. April. DSiB meldet aus K'open- hagen: In Versammlungen der dänischen Schiffsheizer und Matrosen ist beschlossen«vorden, ain 11. April in den Streik zu treten. Sollte es tatsächlich zuin Streik kommen, so würde dadurch die gesamte dänische Schiffahrt stillgelegi werden. Die Heizer und Matrosen verlangen angesichts der ungünstigen Währungsverhältnissc «ine Lohnerhöhung. Japanisch- Sibirien? Ein neues Mandschukuo! Jin Zusammenhang mit bett in der russischen Emigration gehegte«« Hoffnungen auf das Erstehe«« eines antisowjetischen Staates in Sibirien berichtet der Korrespondent des„Universal Service" im Fernen Osten, D. Jong über eine«« neu entstandenen Plan des Obersten F. Parotikolv. Nach den« Plane Parotikolvs, der schon viele Jahre in Japan lebt, soll nach de«n Beispiel der Mandschuko-StaateS auch ein Staat„Sibirien" von den Japanern gegründet werden. Um den Japanern die Sache zu erleichtern und ihnen zu erlauben, in Sibirien mich so ge- tarnt aufzutreten, wie sie eö in Mandschuko gemacht haben, schlägt Oberst Parotikow vor, einen „B««nd des Sibirische«« Reiches" in Tokio zu gründen, mit Abteilungen in verschiedenen Städten Japans und Mandschuko. Der Vorschlag, den Parotikow seinen japanischen Freunden unterbreitet hat, geht dahin, einen Aufstand im Sibirischen Küstengebiet zu organisieren. Der Konflikt, der zwischen Japan und SSR. infolge dieses Aufstandes entstehe«« wird, soll Japan den Vorwa«»d geben, einen Teil Sibiriens zu okkupiere«« und dort daö„Sibirische Reich" unter den« Schutze japanischer Bajonette z»« proklamieren. Diese Idee einer japanischen bewaffneten Intervention in« Fernen Ostei« gewinnt iminec «nehr und mehr Bode«« in den Reihen der rechtsorientierte«« russischen En«igratio>». Die Gefahr, dass Japan einen Teil russischer Besitzungen an««ektieren lvird, wird von diesen„Monopoli- stci« des Patriotismus" entlveder in Abrede gestellt oder aber in die Rechnung gezogen mit Hinweis darauf, dass das vo«« den Bolschewiken be freite Russland diese verlorene«« Gebiete einst zurückcrobern«vird. Wie den Pariser„Poslednija Nowosti" aus Prag berichtet lvird. lvird die Propaganda eines engeren Zusammenschlusses der russische«« Emi- gra«rtc««organisatione>« mit dem„mächtigen Ia- pai»" einen begeisterten Widerhall auch st« den Prager Kreisen rechter Orientierung finden. Auf einer Konferenz, die von den politischen Leitern der Prager Sektion des allrussischen Mi- litärvundcs veranstaltet wurde, l»»d Oberst Tilli in seinein Bericht.direkt ein, in die Reihen der japa««ischen Armee zu treten, un« zur Stürzung des bolschewistischen Regimes zn verhelfen. Und das Auditorium, daö aus Mitgliedern der alten russsschen Arn«ee bestand, nah«:: diese Einladung mit Begeisterung auf. Rußlands Sicherheitsverträge MoSkau, S. April. Anitlich lvird mitgcteilt, dass am Mittwoch stn Konferenzsaal dcö Ausscn- kominissariateS die feierliche Unterzeichnung der Protokolle über die Verlängerung der Nichtangriffs- und Schlichtungspaktc zwischen den« Räte- bund einerseits und Estland, Lettland und Litaue»« andererseits stattfand. Schanghai, 6. April. Die chinesische Negierung hat den« Botschafter Neu Volln'achten zu Verhandlungen mit der Sowjetrcgierung über einen russisch-chinesische«« Nichtangriffspakt erteilt. Der Botschafter begibt sich demnächst aus Nanking nach Moskau, wo die Verhandlungen ausgenommen lverden. , Feuergefecht an der bulgarischen Grenze Sofia, 5. April. Eine Gruppe von nnbetann» tcn Personen versuchte in der Nacht auf heute ins- ! gehest«« die bulgarisch-griechische Grenze bei Dari- !derc zu überschrciten. Die bulgarische Grenzwache ■ forderte die Leute einigemal auf, stehen zu bleiben. Wurde jedoch vo«« diese«; beschossen. Die Wache erwiderte daö Feuer, wobei mehrere Personen getötet lvurden. Durch die Unlersuchung wurde festgestellt, das; cs sich«in« eine Gruppe von Pomakcn handelte, die unlcr dem Eiusluh politischer Propaganda ii«Sgchcim daö Land verlassen«vollie. Gandhi geht in den Wahlkampf Kalkutta, ü. April. Die nationalistisch gesinnten Parteigruppen, inSbcsonderS die Kon- grcsspartci, lverden wieder aktiv Anteil an der Jnncicholitil nehmen. Diese Tatsache ist daS Ergebnis von Beratungen, die zwischen führenden Mitgliedern der Kongress-Partei in Delhi statt- gefunden haben. Dort lvnrde beschlossen, die alte Swarei-Watei lvicder zu beleben. Ihre Mitglieder sollen sich als Kandidaten für die Ende 1034 zi« crlvartenden Wahlen aufstelleu lassen. Der Entschluss, sich an den Wahlen z>« beteiligen, steht in« Gegensatz zur bisherigen Politik der Ghandhi-Anhäuger. Er wurde auch nur unter dem Vorbehalt gefasst, dass Gandhi sich einverstanden erkläre. Dieser bat sich nach cingchcn- den Besprechungei« in Patna in einem Schreiben an Dr. Anzari hierzu u. a. wie folgt gcäussert: „Ich begrüsse die Wiederbelebung der Swa- rai-Partci und deren Entscheidung, sich an den Wahle«« zu beteiligen. Ich stehe daher der Partei jederzeit zur Verfügung und Iverdc ich ihr helfe««, I soweit dies ii« meiner Macht steht." «SSeSfe 4 Freitag, 6. April 1034 Mr. 80 riesiger Häu- Das Ottakringer Arbeitcrbeim reiten und Tonfilmen. und vor dem Kreitnergaffe IIn- zlvci Ein tcn Freimann und EriSlaw sowie von dem deutschen Wissenschaftler und Forscher Welken vorge- nominc» wurden, kann darauf geschlossen werden, daß in den Polarregionen in einer Höhe von 3V bis 32 Kilometern eine Schicht mit einer hohen Temperatur liegt. Massenvergiftung durch Gebäck Warschau, 6. April. In dem Städtchen Grob« zisko Poznonski kam es zu einer Massenvergiftung wegen Genusses von vergiftetem Gebäck. Insgesamt erkrankten 50 Personen, von welchen bereits ztoci im Spital gestorben sind. Die cingcleitete Untersuchung ergab, daß in der Bäckerei Ditmann dem Teig durch Versehen eine größere Menge von Rattengift beigegcben wurde, ivelchcs aus Arsen und Phosphor bestand. Der Bäckcreibcsihcr, zwei Gehilfen und der Drogist, der das Rattengift lieferte, tvurden verhaftet. M M~ II-,■ Ib Wtbwnvil lllll M l V VlIVHI WVVIlHVb IVIUbll wir heute das Kapitel über die Kämpfe in mit Jnfanterieprosektilen, Granatsplittern, GlaS- Ottakring. Ottakring ist eine der prolcta- scherbcn und Manerstücken besät. Ein grotzzüglger Verbrecher Karlsruhe, 5. April. Wie der Polizeibericht nicldct, wurde am Dienstag nachmittag in einem Hause in der Kaiserstraße der Kaufmann Arthur HauS Baue r und die Dienstmagd Anna Greve fcstgcnonnncn und in das Aezirksgefängnis cinge- liefcrt. H a n s B a u e r, der sich viele falsche Namen beilegte, wird von der Staatsanwaltschaft und Kriminalpolizei Köln wegen Raubmordver- suchö und Raubes gesucht. Außerdem wird er von iö weiteren auStvürtigen Staatsanwaltschaften wegen Einbruchs, Diebstahls usw. gesucht. Es liegen 28 Haftbefehle gegen ihn vor. Bei der Durchsuchung der Wohnung Ivurdcn 112 Nachschlüssel, zahlreiche Gummihandschuhe, Schlagringe und eine bedeutende Zahl von Juwelen und Schmuck gefunden. Der Wert der seit dem Jahre 1033 gestohlenen Sachen beträgt etwa 30.000 Mark. Außer Koffern und Kleidern konnte noch ein Geldbetrag von mehr als 250 Mark beschlagnahmt iverden. Der Täter ist geständig. Anna Greve war ihm bei den Straftaten behilflich und bat nach ihrem Geständnis selbst Diebstähle ans« geführt. Während Hans Bauer wegen Betruges und Diebstahls mehrfach bereits vorbestraft ist, ist das Mädchen angeblich noch nicht vorbestraft. Hux der Urbeiter-Tura- und Sporlbemcoung Schwiinmfest in Aussig-Schrrckrnstein Am Sonntag, den 8. April, findet nachmittags Schichtbad_ein Hallenschwimmfest statt. Diese Vom Rundfunk Empfehlenswertes aus den Programmen» Freitag Prag, S e n d e r L. 10.05: DeutfcheNach- richten, 13.15: Schallplatte», 16.50: Konver- > sationsturs für deutsche Hörer, 17.05: Konzert des Ondrikckquartctis,. 18.25: Deutsche Sen- Rindergespann scheut vor Flugzeug Aus Tctschcn wird uns geschrieben: Ein eigenartiger Unfall ereignete sich in der Nähe von Thssa an der böhmiscki-sächsischcn Grenze. Das fahrplanmäßige Postflugzcug der Strecke Prag— Dresden flog derart niedrig über den Ort. daß ein Rindergespaun infolge des ungewohnten Motorcn- gcräuschcö scheu lvurdc. Der Landwirt, der das Gespann führte, wurde eine weite Strecke mit sortgcschlcift und erlitt hiebei schlocrcOueischungen Tic Tiere, die mit dem Zügel durchgingen, rissen ihm einen Finger ab. Hakodate neuerdings heimgesucht Hakodate, 5. April. Die Industriestadt Hakodate, die erst kürzlich von einer außerordentlich folgcnschlvcrcn Wirbclsturmlatastrophe betroffen worden ist, wurde heute früh von einer Benzolexplosion hcimgesucht, die einen schweren Brand an der Secpromcnadc hervorrief. Zwei Personen kamen in dem Feuer um, 15 lourdcn verlebt. Etwa 70 Häuser wurden zerstört. Tie Liste der Toten bei der durch den Wirbelsturm am 21. März hcrvorgcrufencn Branbkata- strophc hat seht die Zahl 1007 erreicht. Wie eine proletarische Hochburg kämpfte und fiel Fremde sind in besseren Tagen hieher gepilgert, um dieses einzigartige Wohlfahrtswcrk des roten i Wien zu sehen. Nun lvar vor dem schönen Bau eine Kanonen batterie aufgefahren, die drohend ihre Schlünde gegen ihn reckte. Die Schutzbündler tvurden auf-' gefordert, sich zu ergeben. Als keine Antwort er folgte, begann das Bombardement. Ohne Unter laß dröhnte der Lärm der Geschütze, das Knattern der Gewehre und Maschinengewehre. Nach einer mehrstündigen Beschießung folgte der Sturm der Rcgicrungstruppcn, dem die an Zahl weit schwä cheren Verteidiger schließlich weichen mußten. Es wurden aber von der Polizei nur wenige Gefan gene gemacht, Iveil sich die meisten Schutzbündler im Dunkel der Nacht zurückziehen konnten. Eine Anzahl von ihnen stieg in die Kanäle und tauchte bald darauf an anderen Stellen des Bezirkes wie der auf. In,stoischen tvaren in der Gegend des A r- bciterhcimes in der Kreitnergaffe und in der KlauSgaffc heftige Kämpfe entbrannt. Das Bataillon des Infanterieregimentes Nr. 3 und die Artillerie, die um Sandleiten gekämpft hatten, wurden nun gegen das Arbeiterheim eingesetzt, tvo sie beritö ine größere Truppcnmacht der Regierung vorfanden. Die Schutzbündler hatten vor dem Ar- beiterheim und dem benachbarten Volkerthof drei nrächtige Barrikaden errichtet. Von einem in der Nähe befindlichen Materialplatz eines Mtwarcnhändlers tvarenRohrc, BlcchsUicke, Eisen stangen nsw. herbeigeschleppt worden, um die Bar rikaden zu verstärken. Die Beschießung durch das Militär ertvieS sich als vergeblich. Die Barrikade wurde in stundenlangem Gefecht erfolgreich vertei digt. Schließlich ivurde einer der neuen nwdernen Polizeitanks eingesetzt. Wie ein vorsintflut liches Ungeheuer wälzte sich der Tank gegen die Barrikaden, unempfindlich gegen das Gewehr» feuer der Schutzbündler. Der Tank Ivälzte die Hin dernisse nieder, riß sie auseinander und verur sachte eine große Bresche in den Linien der Vertei digung. Demgegenüber tvaren die Schutzbündler machtlos. Es blieb ihnen nichts anderes übrig, als sich in das Arbeiterheim selbst zurückzuziehen. Der schaurige Nachtkampf um das OttakrÜiger Arbci- terheim Hegau». DaS Militär feuerte mit Gebirgska- nonen. M i n c n w c r f e r n, und alö alles vergeblich blieb, schließlich mit zwei H a u b t t- z e n, die auf einem Sportplatz Aufstellung nah men, gegen das Heim. Der Kampf dauerte bis in die Morgenstunden. Erst um 6 Uhr früh drangen die ersten Soldaten in das völlig zerschossene HauS ein. Die äußere Front wies unzählige Maschinen gewehr- und Gcwchreinschi'sse auf, stellenweise hatten die Gcschoßeinschlüge der Geschütze manns hohe Breschen gerissen. Auf dem Gehsteig vor dem lNotvaja Semlja von den svwjctrussischen Gelchr- im,, Veranstaltung hat deswegen eine, größere Bedeutung, weil daran tschechische Arbeiter-Wassersportler teilnehmen lvcrdcn. DTJ. Prag und DTJ. Teplitz werden sich an den Wettkämpfen beteiligen. Außerdem stellen Wettkämpfer die AtnS-Bezirke Aussig, Bodenbach und Teplitz. Das Wasserballspiel AtuS Aussig gegen DTJ. Prag, das am Programm vorgesehen ist. stellt eine Kraftprobe für die wassersportlichen Wettkämpfe anläßlich der Arbeiterolympiade in Prag dar. Vorarbeiten für de» Zusammenschluß Atus—Aruk. Für Milte Mai ist eine gemeinsame Sitzung der Vorstände des Arbeiter-Rad- und Kraftfahrerbundeü mit dem Arbciter-Turn- und Sportverband vorgesehen. Zwei Referate und die anschließenden Beratungen sollen einen weiteren wesentlichen Schritt zur Zusammenlegung beider Verbände bringen. Borturnerprüfungen im April. Nach mehrmonatiger Vorbereitung werden im Monate April in allen Bezirken des Atus Vorturner- prüfungcn abgehalten. Der bei der Prüfung zu behandelnde Stoff gliedert sich in drei Teile: Technische Kenntnisse, Erziehungsfragen und sportpolitische Uebersicht. Nach den Meldungen der Bezirke ist mit einer Beteiligung von 800 jungen Vorturnern an der Prüsung zu rechnen. In 32.000 Meter Höhe Luftschichten mit hoher Temperatur? Leningrad, 5. April.(Taß.) In den bergan« gelten Tagen ließ das geophysische Haupiobscr- vaiorium in Sluzk wiederum eine Radiosonde (unbemannie Ballonhüllen mit Radioscnder) aufsteigen. Die Sonde stieg mit einer Geschwindigkeit von 260 Metern in der Sekunde nnd erreichte emc Höhe von 21 Kilometern, d. i. die größte Höhe, die bisher von einer Radiosonde erreicht wurde. Man denkt daran, in der nächsten Zeit neuerlich Radiosonden aufsteigcn zu lassen(vom Franz- ! Josephs-Land, dem Hauptstützpunkt des Instituts) die eine Höhe von 30 bis 32 Kilometern erreichen dürfien, wodurch verschiedene wichtige Fragen des Aufbaues der Atmosphäre gelüst werden könnten. Messungen' zufolge, die in diesem Jahre aus Ein verhängnisvoller Konstruktionsfehler Tokio, 5. April. Der offizielle UntcrsuchungS- ansschuß für die Katastrophe des japanische» Zerstörers„Tomozuki" hat soeben seine Untersuchung abgeschlossen. Sie ergab, daß das Kentern des Zerstörers durch Konstruktionsfehler und mangelnde Fahrsicherhcit hcrbcigcführt worden ist. rischen Hochburgen Wiens, der Bezirk, ans dem der mwergeßliche Arbeiterführer S ch n h in e i c r hcrvorgegangcn ist. An zwei Stellen wurde in Ottakring besonders hartnäckig gekämpft, in der großen städtischen Wohnvauanlage S a n d l c i t e n Arbcsterhcim zwischen der und Klausganc. Die Anlage Sandlcitcn ist ein serkomplex, dessen Mittelpunkt eine wunderschöne TageSerholungSstätte für Kinder bildet. Tausende Grubenunglück im Saargebiet Zwei Arbeiter getötet. Neunkirchen(Saargebiet), 5. April. Ans Abteilung 3 der Grube„König" im Flöz„Gnei- scnau" ereignete sich Mittwoch ein schweres glück. Durch Streckenbruch verunglückten Bergleute, beide aus Neunkirchen, tödlich, dritter Bergmann erlitt einen Beinbruch. vielleicht verstärkt durch andere Abteilungen sogar eine Wendung in der Lage im Bezirk horbciführen können, wenn nicht inzwischen der Verrat des KreiSführcrö Kurbel, dem Ottakring unterstand, bckanntgcworden Iväre. Diese und andere Hiobsbotschaften erschütterten das Vertrauen. Ein Teil der Mannschaft wurde mutlos und gab den Kampf auf. Nun blieb auch den anderen nichts mehr übrig, als den Rückzug anzutreteu. StcNcnwcisc lebte der Kampf am nächsten Tage wieder auf. Dachschützcn schossen auf Polizei« und Hcimwehrpatrouillcn. ES kam zu einer Reihe heftiger Zusammenstöße, die aber an der Lage der Dinge nichts mehr ändern konnten. »»« Ium besseren Verständnis unserer Leser sei noch gesagt, was das Ottakringer Arhciterhcim für die Arbeiter dieses Bezirkes bedeutet. Einige Genossen, darunter der heute cingekcrkcrte greise Bezirksführcr Scver, haben vor Jahrzehnten mit ihren Spargroschen den Grundstein zu diesem stolzen Bollwerk gelegt. Bis zuletzt war im Arbeiterheim unter Glas die Z ü n d h o l z s ch a ch t e l aufbewahrt, wo da§„Grundkapital" eingelegt war. Zwei Generationen sozialistischer Arbeiter haben in diesem Heim die schönsten Stunden ihres Lebens verbracht. Heilige Erinnerungen sprechen aus jedem zerschossenen Ziegelstein. Auf diesem Bollwerk, das heute durch auSgehängte Heigi- ' Wehrsetzen geschändet ist, wird wieder die rote Die Red. 0er Heldenkampf der Ottakringer Schutzbündler In den nächsten Tagen erscheint im Verlag! Hause, in den Gängen und Stiegen des Heimes Graphia-Karlsbad ein Buch des Schutzbund- zeugten zahlreiche Blutspuren von dem Mann führers Jukinö Deutsch:„Der Bürgerkrieg gegen Mann geführten Nahkampf, in Oesterreich"(Preis etwa 20 Kronen). Durch Aenhlich sah cs vor dem Volkerthof auS. Entgegenkommen des Verlages veröffentlichen f Die Straßen rings um die beiden Gebäude waren brecher, der das Unglück zahlloser früherer „Freunde" auf dem Gewissen hat, auch als „Pensionär" für die Stunde der erbarmungs losen Abrechnung in„dankbarer" behalten—I An Her Freien Schule für politische Wisfeu- schaftcn in Prag(Ovoenh trh 3, Karolinum) endet die FnskriptionSfrist für das Frühjahrs-Trimester 1034 am 6. April. Die regelmäßigen Vorlesungen beginnen programmäßig am 0. ds. Prof. Dr. Chalupnh hält allwöchentlich Freitag von 15 bis. 16 Uhr einen öffentlichen Vortrag über„Sozio- ÄiiS neuen Övc- stitzie des Volkscharatters". Selbstmordepidemie. In Pilsen wuden am Mittwoch vier Selbstmordversuche verübt. Die 36- jährigc BeamtenSgattin B. Krizovä, vergiftete sich mit Leuchtgas und starb bei der Ucberfi'thrung ins Krankenhaus. Außerdem trank ein Offiziant Jodtinktur, die Gattin eines Angestellten Schwefelsäure und eine Verkäuferin Ammoniak. Diese Vergiftungen sind leichteren Charakters. Der tschechische Dichter Leger gestorben. Gestern vormittags verschied in Kolin der Dichter und Schriftsteller Karel Leger. Leger wurde arn 21. November 1859 in Kolin geboren. Nach ersten lyrischen Versuchen wandte er sich der VerSepik und der erzählenden Prosa zu. Hervorragendes leistete er insbesondere auf dem Gebiete der realistischen Schilderung des ländlichen und kleinstädtischen Lebens; manche dieser Werke weisen eme leichte satyrische Färbung auf. Seine Versuche aus dramatischem Gebiete waren von geringerem Erfolg begleitet. Im Jahre 1925 wurde ihm der staatliche Literatur-Preis zuerkannt. Notlandung eines Baka-FlugzeugeS in Italien. Bei dem Dorfe Polefine, unweit der Stadt Adria, zwischen Po und Etsch mußte vorgestern das Baka-FlugzeugA 35, das von dem Piloten I. Scrhant gesteuert wurde und an dessen Bord sich der Bata-Beamte Janda befand, eine Notlandung vornehmen, da sein Betriebsstoff erschöpft war. Die Notlandung ging glatt von statten und das Flugzeug konnte nach Auffüllung»einer Be- tricböstosfe seinen Flug fortsctzcn. Mit denaturiertem Spiritus vergiftet. Aus UZHorod wird geschrieben: Aks kurz vor den Oster- feiertagcn die Anna Hrincakova ihre Mutter Anna Andruscbikkova in der Siedlung Rozsoöka, unweit von Rachovo besuchte, bewirtete sie die Mutter mit verdünntem denaturierten Spiritus. BeideFrauen, die das Ostcrfastcn einhicltcn, tranken auf. nüchternen Blagen größere Mengen dieser Flüssigkeit. Bald darauf erkrankten beide unter starken Ber- giftungScrschcinungcn und starben unter gräßlichen. Schmerzen. Wetteraussichten für Freitag, den 6. April: llnbeständig, strichweise auch Niederschläge, mäßig kühl, im allgemeinen jedoch etwas wärmer. Lindbergh zum Schmidt-Lager? Tallinn, 5. April. Wie aus Moskau gemeldet wird, hat der Weltflicger Lindbergh dein russischen Botschafter in Washington mitgcteilt, daß er bereit sei, an der Rettungsaktion für die Mannschaft der„Tscheljuskin" teilzuuehmcn. Die russische Negierung hat dem Wcltflieger wissen lassen, daß sic es begrüßen würde, wenn er mit seinem Flugzeug an den Nettungsmaßnahmcn tcilnchmen würde. Bis jetzt beteiligen sich bereits 16 russische Flugzeuge au den BergungSversuchcn. Gin Lnmp tritt ab. Auch ein noch so wen diger Gcsinnungslnmp kann sich heftig verspeku- lieren. In die Politische Polizei deö«Dritten Reiches" war zu Beginn der Hitlcrdiktatur ein Mann in führende Position cingezogen, der im Verlauf weniger Wochen vom wütenden Auti- sascisten zum skrupellosen Meisterspion der brau- nen Kopfjäger umgesattelt hatte. Dieser Gesin- nungsjongleur war der Ministerialrat DielS, der, um sich daS Vertrauen der Republikaner zu erwerben, dem Kapitänleutuant Hcllmut Klotz die berüchtigten homosexttellen Briefe des Stabschefs und jetzigen Nazintinisters ohne Portefeuille, Roh m, in die Hände spielte. Als Diels, zur Belohnung für seinen späteren bei spiellosen Verrat, zum Gencralinspcktor der Ge heimen Staatspolizei avancierte, kannten sein Blutdurst und seine Brutalität keine Grenzen. Das Hausen der gchcimpolizcilichen Banditen, die schlimmer als die Kosaken deS zaristischen Rußland wüteten, die unmenschliche Behand lung der politischen Häftlinge in den Polizei gefängnissen und der raffinierte Sadismus der Folter, und ErPrcssungSverhöre gehen auf die Initiative des Lumpen Diels zurück. Jetzt wird aus Berlin mitgclcilt, daß er„schwer erkrankt" sei und nach seiner„Gesundung" wahrscheinlich nicht mehr in sein Amt zurücklehren werde. Man beabsichtigt, ihn auf einen nebensächlichen Posten in die Provinz abzuschiebcn. Einen Posten auf dem Aussterbeetat gleichsam, wo er Zeit und Muse genug haben wird, über die Wandelbar keit aller Dinge gründlich nachzudenken. Die deutschen Antifascisten werden diesen Schwervcr-'»g-^wf/Zatschekt^ilricklung de?europäischen Staaten bis 1014, 10: Ä e n t s ch c N a ch r i ch- ton, 20.05: Mandokincnkonzert, 22.15: Russischer Bericht, 22.30: Klavierkonzert.— Sender St.: ' ld.45: Liederkonzert, 15.10: Dcnts Sen- t-tttmernng r,„„ o: für die Frau, 15.45: DcutscheNach- seichten.— Brünn 12.45: Mittagökonzcrt, 16: NachmittagStonzcrt,— 18.25: DentscheSen- d n n g: Sportbericht, 10.20: Saloickrio, 20.15: Har- monika-Solo.— Miihr.-Ostran 20.05: Russisches Balalaika-Orchcster.— Berlin 16: Unterhaltungsmusik.— Frankfurt 21.15: VII. Sinfonie von Bruckner.— Hcilöbcrg 10.85: Harfcnliedcr.— Leipzig: 21.15: Unterhaltungskonzert.— München 21.15: Während der Beschießung hatten die in den Franz Wohnbauten befindlichen Greise, Frauen und Kinder ihre Wohnungen nicht verlassen können, was furchtbare Opfer verursachte. Auch die Fran:3 alten Bezirksobmanncs und bisherigen National» ! rotes, A l b e r t S c v c r, erhielt durch einen Granatsplitter eine schwere Bauckverletzung, der sic erlag. Die Kämpfe um da? Arbcitcrheim ließen in den Schutzbündlern der Nachbarbczirkc Hietzing und R u d o l f s h e i m den Gedanken rei« fen, einen Entsatz zu versuchen. Die cingelcitetcn Aktionen blieben aber in den Anfängen stecken. Dagegen führte der Offcnsivstoß eines nicht im Arveitcrhcim kämpfenden Ottakringer Bataillons zu einem teilweisen Erfolg. Dieses Bataillon stieß j gegen die inneren Teile des Bezirkes bis zur Wich- j trlgafse vor. Es hätte noch weiter Vordringen und I Fahne lochen I IMU"» t• Seite 5 Freitag, 6. April 1034, AVANTGARDE Schriftenreihe zur H europäischen Zeitgeschichte ■ Schriftleitung: Dr. Emil Franzel ■ Es erscheinen in den nächsten Tagen: ■ Gregor Bienstock: Zwischen den Weltkriegen ■ Friedrich Hauptmann: Hitler will den Krieg ■Demnächst erscheinen: H Otto Friedrich: Deutschland in Waffen ■ Emil Franzel: Strategie des neuen Weltkriegs ■ Paul K6ri: Gas, Tank, Flugzeug Bohemiens: Jakobiner oder Prätorianer Jede BroschUre 32 Seiten mit farbigem Schutz- umschlag KC 2.— ■Auslieferung durch die ■Zentralstelle für das Dlldungswesen, Praß Xtl., Slezska 13 Die Volksschauspielerin Hansi Niese Wie wir bereits gestern gemeldet haben, ist die Schauspielerin Hansi Niese am Mittwoch im Foper des Wiener Konzerthauscs von einem ilmvohlsein befallen worden und aus dem Wege ins Spital gestorben. Hansi Niese, die 1876 in Wien als die Tochter eines Papierfabrikanten ge» Poren ivnrde, mit elf Jahren ihre erste Rolle spielte und mit fünfzehn in Znaim ihr erstes festes Bühnenengagement antrat, war die Wiener Volksschauspielerin schlechthin. Sie hat in unzähligen Schwänken und Volksstücken, die eigens für sie geschrieben wurden, derbresolute VolkSthpeu verkörpert,..resche" Wienerinnen, die daS Herz aus dem rechten Fleck, aber auch Haare auf den Zähnen haben; ihre ursprüngliche Kraft der Charalter- lomil schuf auch in belanglosen Gesangspossen, wie „Er und seine Schwester" oder„Die Fran des Debütanten", unvergeßliche, lebensvolle Gestalten. Der Bühnenweg Hansi Rieses führte von Znaim über Czernowitz und Karlsbad nach Wien, wo sie erst im Raimundtheater, dann im Theater in der Josesstadt auftrat, das damals Josef I a r n o leitete. Josef Jarno, der später ihr Gatte wurde, hat in Hansi Niese die tragische ^Schauspielerin entdeckt, er hat sie die großen iFrauenrollen Anzengrubers spielen lassen und spä- Iter auch die„Rose Berndt", die Berliner Mau« rersfran in den„Ratten", die Waschfrau Wulfsen im„Biberpelz"; die Urtvienerin Hansi Niese erschütterte durchs die meisterhafte naturalistische Menschendarsteltüng in Gerhart Hauptmanns sozialen Milieudramen. Sie konnte an einem Abend als Julie in Molnars„Liliom" das Publikum zu Tränen rühren, am anderen als trinkfester Schuster Knieriem in Nestrohs„LmnpaeivagabunduS" mit ihrem im Herzen wurzelnden Humor Lach« stürme entfesseln. Bon dem sagenhaften„Goldenen Wienerherzen" tvar in den Biihnensiguren Hansi NieseS noch ein Abglanz erhalten geblieben; ihre G'miiatlichleit war nicht Pose eines verlogenen und im Kern seines Wesens reaktionären Kleinbürgertums, sie war HerzenSregung eines ehrlichen Menschentums. In den letzten Jahren hat Hansi Niese durch den Film sich auch Länder erobert, in denen man sie bisher nicht kannte; in Prag Ivar sie oftmals auch auf der Bühne zu Gast. Zum letzten Male leuchtete ihre große Kunst auf, als sie im„Vierten Gebot" die alte, gütige, mißachtete Großmütter spielte. ES Ivar ihr?lbschicd von einer Welt, die Menschlichkeit und Güte längst auS der Wirklichkeit in das Scheindasein der Bühne verbannt hatte. F. R. Selbstmörder tötet drei Mensche« Berlin, 5. April. In der Georgenkirchstraße 37' versuchte der in llntertniete lvohnende O e l- s e r Selbstmord zu begehen, indem er den Verschluß der Gasleitung an der Zimmerdecke löste. Er selbst fand aber nicht den Tod, sondern lvurde als Polizeigefangener in das Staatskrankenhaus eingeliefert. Dagegen tvurdcn durch sein Verhalten drei Unbeteiligte getötet. Der 72jährige Wohnungsinhaber Lehman n, die 74jährige Frau Brandt und ihr 7% Jahre altes Enkelkind tvurdcn durch das auöströmcndc GaS getötet. Frau Brandt und das Kind bewohnten die Räume oberhalb der Wohnung Lehmanns. DaS ausströmende Gas war durch die Decke gedrungen. Die Katastrophe in Oklahoma Mutter mit fünf Kindern ertrunken? New Jork, 5. April. Zu der Ucberschwem- mungskatastrophe am Washita-Fluß im Staate Oklahoma wird ergänzend gemeldet, daß die Einwohner mehrerer kleinerer Ortschaften von der Flut völlig überrascht lvurden, da sie infolge des wolkenbruchartigen Regens und deS heftigen Sturmes daS Herannahcn der Flut nicht hörten. Sie lvurden sich der Gefahr erst bclvußt, als ihre Holzhäuser von den Wassermassen fortgerissen wurden. Einige Häuser trieben kilometerweit fort, bevor sie untergingen oder an Land gespült wurden. Einzelne Bewohner konnten sich mit knapper Not durch die Fenster retten. Die Ueberschwemmungen im Staate Oklahoma haben bisher im ganzen 25 Opfer an! Menschenleben gefordert. Es besteht die Befürchtung, daß in Elk City eine Mutter mit fünf Kindern ertrunken ist. Der Sachschade wird auf einige Millionen Dollars geschätzt. Verbrecher machen Generalprobe Kriminalstückchen frei nach Wallace ES ist 2 Uhr morgens, die Beamtinnen, die im Stockholmer Fernsprechamt Nachtdienst machen, sind um diese Zeit nicht sehr beansprucht. Plötzlich ein Signal. Die Beamtin traut ihren Ohren nicht. Die verlangte Nummer ist die Filiale DjurSholm der schwcdschen Handelsbank. Fürsorglich erkundigt sie sich noch einmal, ob der Teilnehmer in der Nunnnzr sich nicht geirrt habe. Sie bekommt keine Antwort. Die Verbindung ist bereits abgebrochen... Der Beamtin kommt die Geschichte nicht ganz geheuer vor. Was halte der Teilnehmer um 2 Uhr morgens bei der schlvedischen Handelsbank zu suchen? Sollte dieser Anruf am Ende den Zweck haben, sich zu vergewissern, ob die Beobachtungsorgane auf der Hut seien? Die Beamtin verständigte auf alle Fälle die Polizei. DaS schlaue Kleeblatt. In den nächsten Minuten bog ein Polizeiflitzer um die Ecke und mehrere Beamte suchten eilig die Umgebung der Bankfiliale ab. Hinter dem Gebäude, besten rtickwärliger Teil auf eine Gartenstraße hinauSgeht, stand eine Taxe. Die Beamten öffneten die Wagentür und fanden zu ihrem Erstaunen ein Fcrnsprech-Mikrophon, das mit Drähten versehen war. Die Leitung zog sich vom Auto zum Gartengitter einer benachbarten Villa und verlief im Gebüsch. Die Polizisten verloren keine Zeit. Sie kletterten rasch iiber das Gitter und tamen gerade zu- reck)t, nm zwei Männer festznnehmen, die bei ihrem Anblick die Flucht ergreifen wollten. ES dauerte nicht lauge und der dritte Teilnehmer dieses nächtlichen Autoausslugcs war in den Händen der Polizei. Die Vernehmung der Verhafteicn entrollte einen abenteuerlichen Plan, mit deffen Hilfe-Trio— ein CafKier, ein Kaufmann und ein Bankangestellter— einen Betrag von rund 100.000 schwedische Kronen erschwindeln wollte. Die Bande hatte sich Blankoschecks der Filiale DjurSholm verschafft; die einzelnen Schecks sollten auf die Beträge von einigen tausend Kronen ausgestellt, mit der gefälschten Unterschrift eines der reichsten Einwohner von DjurSholm versehen und dann bei verschiedenen Banken präsentiert werden. Da in jedem dieser Fälle eine Rückfrage zu erwarten Ivar, da die Banken ja erst feststellen mußten, ob die Schecks gedeckt seien, kamen die Betrüger auf den Gedanken, diese telephonischen Anfragen entsprechend umzuleiten. Die Telephonzentrale der Diebe. Sie stellten mit Hilfe eines gestohlenen Mikrophons und Leitungsdrähten eine fliegende Anlage her, die sie mit dem Telephonmast verbanden, an den die Leitung der Filiale angeschloffen lvar. So hatten sie die Möglichleit, zuerst die Gespräche entgegenzunehmen und etivaige Anfragen selbst zu beantworten. Natürlich hätte die Auskunftsstelle in der Taxe eine günstige Auskunft erteilt, wenn eine telephonische Ansrage gekommen lvärc. DaS uächtlidse Abenteuer sollte nichts anderes als eine Generalprobe zum ganzen Schwindel« ! mauövcr darstellen. Man lvollte sich erst einmal vergewissern, ob die Umschaltung funktionierte und dann zur gegebenen Zeit und mit geschickter Tarnung die ganze Vorrichtung in Gang setzen. Die Generalprobe führte jedoch zur Entdeckung des ganzen Planes. Die Premiere fand schon hin- I ter schwedischen Gardinen statt. 10.000 Hunde getötet Trauriger Rekord in USA. New Bork, 5. April. Wie aus Oklahoma- Stadt gemeldet lvird, wurden im Staate Oklahoma infolge Ausbruchs einer Tollwutepidemie 10.000 Hunde getötet. Die Behörden haben allen Hundebesitzern strikte Anweisung gegeben. Ihre vierbeinigen Gefährten zu Hause zu behalten oder an der Leine zu führen, andernfalls die Tiere sofort erschaffen würden. Man schätzt die Zahl der im Staate Oklahoma befindlichen Hunde auf eine Vierteimillion. Ei» Dorf„wandert". An einigen Orten in Rumänien lvurden in der letzten Zeit Erdbewe- gungen beobachtet. In einem Dorfe im Bezirk von Banlui begannen die Häuser sozusagen„zu wandern". In der Vorstadt von Jaffy, Cikau, zeigten sich Erdrisse. Man nimmt an, daß diese Erscheinung mit dem letzten Erdbeben und mit unterirdischen Ucberschlvemmungcn in Zusammenhang ist. Einige Häuser, die einzustürzen drohen, wurden von der Bevölkerung in Eile geräumt. Zwangsweise Kulturfilm. Am 1. Mai tritt eine Verordnung in Wirksamkeit, wonack) die rumänischen Kinos verpflichtet sind, in jedem Programm wenigstens 000 Meter Kulturfilm lausen zu lasten, der wenigstens einBierteldeö Programms bilden muß. Die Wochenschau von Aktualitäten wird nicht als Kulturfilm an- gcsehen. Au Sonn- und Feiertagen müffen die Kinoprogramme bis 8 Uhr abend ausschließlich a u S K u l t u r f i l m c n bestehen. Nach der gleichen Verordnung ist in Rumänien der De- such dcö Kinos Minderjährigen bis zum 18. Lebensjahre an Wochentagen überhaupt verboten; an Sonn« und Feiertagen nur der Besuch der Kulturfilme gestattet. Kinder Opfer eines Blindgängers. In Lille hatten drei Kinder im Alter von acht bis zwölf Jahren beim Spiel auf dem Felde einen aus dem Krieg stammenden Blindgänger gefunden. Sic zündeten ein Holzfeuer an und lvarfen das Geschoß hinein, daS bald darauf explodierte. Das älteste der Kinder ivnrde auf der Stelle getötet. Die beiden anderen trugen schwere Verletzungen davon. Sie lvurden in fast hoffnungslosem Zustande in ein Krankenhaus überführt. Die Suche nach Erdöl in Oesterreich. Die seinerzeit bei Gunskirdien in Oberüsterreid) von der European GaS and Elektric Company begonnenen Erdöl-Bohrungen hatten keinen Erfolg und wurden eingestellt. Die Bohrungen der gleichen Gesellschaft bei Ober-Laa unweit von Wien haben jetzt eine Tiefe von 225 Metern erreicht. Eine toeitere Bohrung hat die Gesellschaft in Johannesberg in derselben Gegend in Aussicht genommen. Die Bohrung der Erdöl-Prodnktionsgesellschaft auf dem Steinsberg hat die Tiefe von 774 Metern erreicht und lvird weiter fortgesetzt. Der Dank an Marlene. Der Film„Das hohe Lied", mit Marlene Dietrick) in der Hauptrolle, ist für Deutschland verboten worden, weil in dem Film ein deutscher Offizier vorkommt, der ein Mädchen verführt. Marlene Dietrich stiftete bekanntlich für das Winterhilfswerk einen Betrag von 500 Dollar. Geglückter Flug von der Eisscholle der„Tscheljuskin"• Schiffbrüchigen. Der russische Flieger Babuschkin, der sich schon bei der Suche nach den verunglückten Nobile-Leuten auS- zeichnete, konnte jetzt nach wochenlangen Versuchen mit seinem Kleinflugzeug von der treibenden Scholle, auf die sick) die„Tsck)eljuskin"-Lente flüchteten, starten und hat Wankarem, den Ausgangspunkt der Rettungsaktionen, erreicht. Sein Flugzeug war bei dem Untergang des Eisbrechers auf die Eisscholle gerettet worden. Jagd auf Tiger. Aus Wladiwostok wird gemeldet: Die Jagd auf Uffnri-Tiger hat in diesem Winter eine besonders reiche Beute erbracht. Im fernöstlichen Gau wurden im Laufe des Winters 10 Tiger erlegt, eine Zahl, die seit Jahren nicht mehr erreicht ivnrde. Einzelne Tiere zeichnen sich durch besondere Größe aus. In den legten Tagen wurde ein 210 Kilogramm schwerer Tiger in gefrorenem Zustande aus dein Bezirke Birobidsck)an nach Wladiwostok gebracht. Die Mehrzahl der Tiger wiegen 130 bis 200 Kilogramm. Bankrrotenfabrtt im Zuchthaus Der Fälsck)er wollte sick) die Kost aufbessern. Vor einiger Zeit war der Lithograph Franz Kühn in Wien zn fünf Jahren schweren Kerkers verurteilt und zur Strasverbiißung in Oesterreichs größtes Zuchthaus, nach Stein an der Donau, überführt worden. Die Gefängnisdirektion steckte Kühn in dem löblichen Bestreben, ihn nach seinen beruflichen Fähigkeiten zn beschäftigen, in die lithographische Wcrkstätte der Strafanstalt. Und hier betätigte sich Herr Kühn mit überraschendem Eifer. Es stellte sich heraus, daß er sich in aller Heimlichkeit nock) eine kleine private Werkstatt für Banknotenfälschung angelegt hatte. Er fabrizierte 10 Schilling Scheine, die mit großer Geschicklichkeit nachgcmacht tvaren. Zu seinem großen Leidtvesen Ivnrde er gerade in dem Augenblick erwischt, als er seine ersten .Erzeugniste aus heimlichen Wegen in den Verkehr brachte. .Kühn mußte sich nun wegen Banknotensäl- schung veranttvorten und ivnrde dem Gericht ans der Hast vorgeft'ihrt. Auf die Frage, Ivarnm er daö Geld gefälscht hätte, autwortete er treuherzig: „Damit i mir a bessere Kost leisten kann. I hab nämli an so an empfindlichen Mag»." DaS Gericht verurteilte den schilleren Jungen zu einem weiteren Jahr schweren Kerkers, und als er abgeführt wnr- I de, brummte Kühn:„Und dafür hab i mi drei Wo- I chen lang geplagt." Das„Stachelschwein" ahne Stachel« Der literarische Ausbeuter des letzten Sachsen- geenigs, der Humorist Hans Reimann, hat sich das Recht ans die Leitartjkel-Honorare der gleich- gesck'alteten„Berliner Morgenpost" gesichert. In seiner Jugend Schasfensülüte waren ihm die „Morgenpost" und ihr Leserstamm nnd willkommene Modelle für seinen Humor. Jetzt schwitzt er in diesem Musterblatt für Vollblutspießer zeilenlang Hitlertreue aus. Sein Gesinnungssalto ist nicht von Pappe. Im Jänner 1027 begann er mit der Herausgabe der literarischen Monatszeitschrift „DaS Stachelschwein", für die er auch als Verantwortlicher Schriftleiter zeichnete. Bolle drei Halbjahre haben er und seine Mitarbeiter, unter denen u. a. Karl Schtvarz, Erich Weinert, George Groß und Walter Mehring zu finden waren, den furor teutonieus, den preußischen Kommißstiebel und die deutsche Gartenlaube mit Witz und Bosheit auf die Seiten seiner Zeitschrift genagelt. Der Hitlerknabe Hänschen orakelte dmnals stramm hitlcrfeindlich: „Wie deutsch ein Teil der Tschechoflowakei ist, beweist die Reaktion, die sich mausig macht wie allerorten, ans Hitler schwört und sich rechter als rechts gebärdet."(„Stachelschwein", Feber 1027, S. 20.) Unter seine verantwortlichen Schriftleiterflügel nahm er diese löstliche Studie über den Oberosaf, dem er neuerdings„Mottenpost"-Weihrauch spendet: „Und der Hitler hat natürlich im Löwenbräukeller gesprochen(Intelligenten ist der Ein tritt verboten 1). Wer mag ihm nur den guten Plakatiert entworfen haben:„Stresemann, der Kandidat von Frankreichs Gnaden"? Das sah nämlich originell ans und versprach viel überraschenden Blödsinn. Aber ein Schmarren wars. Bleiernde Langeweile senkte sich über alle Hakenkreuze, als der bleiche, leidlich schneidig miSsehende Adolf seine endlosen WirischaftStabellen aülaS und historische Verleumdungen von 1870 bis 1018 anSgrub. Ein gleichgültiges Sammelsurium lvirtsck)aftSpoIitischer, machtpoliiischer und rassenhetzerischer Phrasen. NebuloS. Fadenscheinig. Die hinterhältige Redewendung vom zu erwartenden Dank der französischen Freimaurer machte den alten Kohl auch nicht fett. Und nock) vor mir schlichen sich viele unverkennbare Anhänger gähnend hinaus."(„Stachelschwein", Juni 1928, S. 0/10.) Ueber die hakenverkreuzte Elite, deren Sonne jetzt seinen RedaktionSseffel erwärmt, spottete er. Seine Parodiesammlung„Bon Karl Matz bis Max Pallenberg in 60 Minuten" enthält eine originelle Faffung der Hakenkreuzhhmne: „Blondine saß auf einem Stein Mit sieben Siegeln! Blondine saß auf einem Stein Und putzt ihr Hakenkreuzlein rein! Blondinchen saß auf einem Stein Ofropax vobiScum! Blondinchen kreuzte Bein mit Bein Und schmetterte die Wacht am Rhein!" (S. 82/88.) Hänschen, dachte bestimmt nicht daran, was aus ihm noch werden kann, als er den Ariern diese Bisitenkarte verfaßte: „Deutschland konfessionell: Ein sehr indifferentes Gebiet, aber immerhin noch eine Art Dreiteilung. Erstens Juden, Ivelche durch Reiben des angeborene» Geldbeutels das deutsche Nationalvermögen vermehren. Stabreim nach Wolfram von Eschenback). Zweitens Nichtjuden. Diese schimpfen auf jene und beweisen damit ihre Existenz. Drittens Zwitter."(„Stachelschwein", Oktober 1927, S. 8.) Werden sich die Hitlerike» jeden Alters und Geschlechtes nicht die Bergißmeimiicht-Pupillen um 90 Grad verdrehe», Iven» ihnen Hänschen zwecks Reinigung der deutschen Moral ans seinem„Sta- chelschtvein"-Werken vorbetet? „ach rosige Thusnelda komm auf mein weißes Fell da." (Jänner 1928, S. Ai.) oder „sie lag in ihres bettes kute und schaute mit betrübtem mute auf das verlassen Samos hin mann her mann her oder ich fall über mich selbst her aber das hilft ihnen nichts mehr. (August 1927, S. 8.)' Die Kostproben gehören zu Hänschens harmlosen Moralbeiträgen für das Dritte Reich. Er kannte die Stelle, Ivo er sterblich war. Voraus- ahnend hat er sie bedichtet: „Es ist im Leben mulmig eingerichtet, daß man, von Altersschwäche angeknockt, höchst ungern auf Bequemlichkeit verzichtet und kompromißgelaunt mn Ofen hockt. Ach nuterm Kaiser Wilhelm Ivars doch bester l Wir haben keine Republik gewollt! Bleibt Sklaven, Bhzantiner, Speichelfresser! Gott schütze unser bißchen Schwarzrotgoldl" („Stachelschwein", Mai 1027, S. 29.) Was bleibt übrig, wenn einem Stachelschwein die Stacheln ausgeriffen sind?— Unter dergleichen Wesen, die Hitlers Literatenhimmcl zahlreich zieren, wird die deutsche jtultur bestimmt verwesen. Jobs. Seite 6 „Sozialdemokrat Freitag, C. April 1034 Nr. 80 PWAftER ZBITIJMG lfei. Sctnitnd) wurde fliirl Vävra von dein eingeflag- ten Verbrechen f r e i g e. s p r o ch en und nur wegen U eb e r t re tu n g der T r n n k e» h e i t zn g w e i M o n a t e N st r e» g e n A r r e st e S verurteilt. Die. Et rase ist n n v e d in a I. aber durch die. ilniersucimngShnit verbüsit. Die alte Mutter des Angeklagten, die der Verhandlung beilvohnte, tonnte die qualvolle Evannunq vor der IlrteilSvcr« kündignng nicht ertragen und erlitt einen schlveren Ö I> n m a ch t s a n f a I l. rb. Selbstmord bei Spokilov Gestern nin 8 Uhr früh sprang eine Fran bei Sporitvv unter den Zug. Zn dieser Zeit fuhr von Krö der Motor,uig lveg. Beim Bahnübergang stand «ine Frau, welche dein Anschein nach warten ivolltc, bis der Zug vorüber ist. Erst als der Zug ganz nahe tvar, stürzte sie sich plötzlich unter den Motorwagen und wurde getötet. Die Identität der Fran sonnte bis seht nicht genau festgesteNt Iverdeu. Die Unglück- tiche hatte eine Dasche. bei sich, in der eine Lcgitiiiia- lion war, die auf den Rainen Rosalie Bartoö lautete. dunst und Wissen In Prag werden Opiumzigaretten verkauft Wie aus den letzten Erfolgen der Detektive dec Polizei und der Finanzwache, denen cs obliegt, den Kampf gegen den Verkauf von£ piliingistcn in Prag zu führen, ersichtlich ist, ivnrde Prag säst zum Mittelpunkt des Schleichhandels mit hlauschgiften. Es Verbreitet sich in starkem Masse der Verkauf voit Kokain in kleinen, nicht auffäüigen Packungen und in Parfümslaschen. Während die. Detektive eifrig die Spuren verfolgen, wie dieses Gift in deir handel gelangen kann, taucht auf dein Markt der Prager Unterwelt ein neues Gür auf, und zwar die. Lvinin- Zigarettc. Vor einigen Tagen zeigte sich in einem Kaffeehaus in Prag l ein ungefähr vierzigjähriger eleganter Mann, tvelchcr unauffällig geschmackvolle Packungen„importierter" Zigaretten zum Kauf anbot. ES ist interessant, das; die Begleiterin diese? Herrn versuchte, mit verschiedenen Damen und Herren, von denen behauptet wird, das; sie dem Kokain oder Morpbinrn verfallen seien, in Zlontakt zu treten. Dies« augebotenen Zigaretten wurden haufenweise gekauft und eS gelang den beiden llnbekannten nur in diesem einen Lokal, 45 schachteln Zigaretten zu je 75 KO(zusammen 8150 KO) zu verkaufen. Diese Zigaretten, bezeichnet mit den Bnckuiaven DREH, liaben in der Dabaksüllung eine kleine Opinmstange, welche dieselbe Wirkung bat, Ivie die gelvöbnlich gebrauchten Dpiumkngcln. Die Detektive der Polizei »nd Finanzwache konzentrieren jetzt ihre ganze Anf- merksmnkeit auf den Verkauf der Opium-Zigaretten. SonderanSflugSzüge. Auf den Dumbier und nach Ttrbskä pleso in den Tagen vom 14. bis 23. April(achttägig) mit Verpflegung und Führung zum Preise von 488 KO pro Person.— Ins Riesengebirge. auf die Eokolbande Samstag, den 7. April, auf einen Tag für 108 KO, auf 8 Tage für 855 KO mit einer Eondererkursion inkl. Verpflegung und Führung für Skifahrer und Touristen.■*— Anmeldungen mit einer Anzahlung von 20 KO pro Person nimmt für beide Exkursionen Kasse 18 des Masaryk- bahnhofeS entgegen. (I. Wugtal) hellt Rheumi« TnchlM, Exsudate. Vor- naison pauschal Kft 65.— mit voller Kurbehnndlr. Inform.: Badedirektion. Pi st y an. 2384 ticrichtssaal „Ich bin ein guter Kerl...* Notzucht in der Trunkenheit Prag, 5. April. Bor dem heutigen Schwurgericht wurde in geheimer Verhandlung der Fall des 20jährigen Pkibramer Kutschers Karl V ä v r a verhandelt, der des Verbrechens der N o t z u ch t angeklagt Ivar. Vävra, der verheiratet und V a- t e r zweier Kinder ist, genos; bis zu seiner Verhaftung in seiner Heimat den allerbesten Ruf. Am 12. September v. I. beredete er die 23jährige Hausgehilfin Jarmila I., mit ihm den Kirchweihtanz in der benachbarten Ortschaft Jerusalem zu besuchen, wobei er dem Mädchen vorspiegelie, dass mich ibr Bräntiga m zugegen sein werde, der— nebenbei gesagt— sein bester Kamerad ist. Im übrigen versprach er der Arglosen, daß er sie unter allen Umstände» begleiten und beschützen werde, auch wenn ihr Bräutigam zufälligerweise verhindert sein sollte zu erscheinen. Tatsächlich ging Jarmila mit Vävra zum Tanz. ES wurde tüchtig g e t r u n- ke n und als das Mädchen, dessen Verlobter natürlich nicht erschienen war, zum Heimweg drängte, begleitete sie sie tatsächlich Vävra auf deni Wege durch -en dunklen und einsamen Wald. Unterwegs begann er zunächst schlüpfrige Gespräche zu führen, ging dann zu direkten Liebesanträgen über und wurde schließlich handgreiflich. Zunächst vermochte sich Jarmila seiner zu erwehren, als er aber drohte, sie „mit diesen seinen Händen mrf der Stelle u m z u b r i n g e n", wenn sie ihm nicht zu willen sein wolle, willfahrte sie ihm aus Angst vor der Drohung seine» Wünschen. Stach geschehener Tat begann der Gewalttäter aufgeräumt zu pfeifen und zu singen und scherzende Bemerkungen zu machen, wie etwa:„No siehst dnl Ich bin nicht so schlimm, Ich bin wirklich ein gut er K erl". Jarmila ließ sich aber keineswegs beschwichtigen, sondern ging nach der Heinikehr schnurstracks auf die Polizei, die den Vävra verhaftete. Der Angeklagte verteidigte sich bei der heutigen Verhandlung, wie aus dem Urteil hervorgeht, mit v o l l st ä n d i g e r T r u n k e n he i t. Er zeigte sich reumütig und verzweifelt, waS nicht zu verwundern ist, denn der Angeklagte hat nicht nur eine lmige Untersuchungshaft auf sich nehmen müssen, sondern sah sich der Möglichkeit einer schweren Verurteilung gegenüber, gar nicht zu reden von der moralischen Vernichtung des früher hochangesehenen ManneS. Die Geschworenen b e j a h t e n die Schüldfrage aus daS Verbrechen der vollendeten Notzncht mit a ch t Stimmen, bejahten a b e r a u ch mit zehn Stimmen die Zusatzfrage, ob der Angeklagte im Augenblick der Tat v o l l t r u n l e n und also unzurechnungsfähig im Sinne des Strafgesetzes gewesen Ein Girl rezitiert Goethe Schanspielerpriisung im Prager Neue» Trutschen Theater. Den Vertretern de? BühncnbimdeS und de? TirektorenverbandcS stellten sich gestern im Neuen Deutschen Theater wieder eine Reihe junger Leute vor, die zur Bühne wollen; angehende Sckian- spiclcr, Opernsänger. Operettcnkräste. Sic kommen von weit her. sie bringen viel flammende Theaterbegcisteruiig mit, einige sogar eine wirkliche theatralische Besessenheit, die trotz grotesker Unbeholfenheiten und Verstiegenheiten packt, sie bringen vor allem Hoffnung mit: die Hoffnung, entdeckt, erkannt zu werden und den Weg auf die Bühne zu finden, die ihr Traum ist. Die Furii must diese Hoffiunigen oftmals euttäuscheu; denn nur ein geringer Bruchteil der jungen Mädchen und jungen Männer, die da Monologe ans Shakespcaredrainen schmettern, große Operettenarien mit pathetischen Gesten vom Stapel lassen und in bunter Folge von Lehar bis Verdi, von Mozart bis zum Tonfistnfchlagerkiisch, Lieder von Liebessehnsucht und Lcbenöhoffnung singen, sind für den Beruf, den sic erwählen wollen, auch wirklich berufen. Bei manchen, die sich I als Micaela, als Santuzza, als Cherubin, als Saraftro vorstellen, reichen Stimme und darstellerisches Können gerade für die Verwendung in der anonynien Maste des Chorpersonals, und mehr als einer, der nur geringes Talent betveist, wird für ein halbes Jahr, ein Fahr zurückgestellt, mit dem Rat, weiter zu lernen, weil man ihni nicht alle Hoffnungen zerstören will und ein anderer Lehrer vielleicht die Ansätze seiner Begabung bester entfalten kann. Mitleid mit den Dilettanten aber wäre falsch am Platze, denn eS würde nur dazu beitragen, Menschen, die auf einem anderen Gebiet vielleicht etwas leisten könnten, in daS Heer der„Namenlosen" einzureihen, der armen Teufel, die Schauspieler zu sein vermeinen, eS jedoch nicht sind und ihr ganzes Leben unter der falschen Vorstellung leiden, ein verkanntes Genie, ein von Protektionskindern verdrängtes grosteS Talent zu sein. ES sind auch diesmal rührende und lächerliche Figuren unter den vor Aufregung fiebernden Prüflingen gewesen, Mädchen, denen die äustere Erscheinung von vornherein den Weg zur Bühne versperrt und die doch den Traum, ein gefeierter Star zu werden, nicht begraben wollen, ein unscheinbares Mädel aus der Provinz, das schüchtern erklären lästt, es habe nie Musik studiert und wolle nur zum Chor, ein gelockter Jüngling, der vor- anSschickt, dah seine Auffassung einer Lustspielrolle„groteök" sei, ein Girl auS Gablonz, daS erst einen Walzer singt, denn es will Operettensängerin werden, dann aber„Meine Ruh ist hin" auS„Faust" rezitiert, denn auch daS Gretchen möchte eS ganz gerne spielen. Den einen, die durchfielen, wurden die Illusionen sogleich genommen; den anderen, die heute froh sind, die Prüfung bestanden zn haben, wird sie der Alltag deS Theaterbetricbeö, der Kampf nm daö Engagement und um die Rollen, der nervenaufreibende Kleinkrieg hinter den Ku- listen mit der Zeit nehmen. DaS Gut, das sie cin- zusetzen haben ist ihre Jugend, ihr Vertrauen in die eigene Kraft, ihr Ehrgeiz; sie bauen Traum- schlöster, die die erbarmungslose Wirklichkeit zerschlägt. ES sind schlechte Zeiten für die Theater und daher schlechte Zeiten für die Heranwachsende Schauspielergeneration; aber daS Theater braucht den uncntivcgten Enthusiasmus junger Menschen, und ein kleines Girl aus Gablonz, daS sich in seinen heimlichsten Wunschvorstellungen als Gretchen im„Faust" sicht, leiht dem Theater mehr innere LebenSbercchtigung, als ein verwöhnter Star, der nm Abend seine Riesengage einkaffiert. F. R. Ein guteS Barieti gehört ztveifelloS zuden notloen- digen Einrichtungen einer Grossstadt. Wer den Film, der uns heute aufoktrohiert wird, nicht sehen mag, wem daS Theater zu teuer oder zu wenig lebendig scheint, der findet in einem gut geleiteten Barietö vielfach angenehme Zerstreuung. Prag bietet gegenwärtig ein solches Varietä in Karlin. daS zwar nicht neu, aber neuerlich erst seit kurzer Zeit wieder im Betrieb ist. DaS Programm, daS jetzt in diesem Variete' geboten wird, ist erstrangig und hält jeder Kritik stand. Vor allem zwei grosse Attraktionen; Murrap, der EntfesslnngSkünstler, der nicht nur in der gewöhnlichen Fassung seiner Konkurrenz weit überlegen ist, sondern Kunststücke vollbringt, die dem Laien rätselhaft bleiben müsten. Neben ihm verdient der Musikkünstler Reka die meiste Beachiung, der mif einer Anzahl alter und zum grasten Teil fremdländischer Instrumente eine fabelliafte Wirkung der Musik erzielt. Das soll aber nicht heisten, dast die anderen Programinnunnnern nicht auch gut wären, I sie sind den liier genannten fast gleichzustellen, so! dast sich der Besuch des BarictkS lohnt. Wochenspielplan des Neuen Dcntschcu Theaters. Freitag, halb 8 Uhr: D i e kle i n e K a t li a r i n a, Erstaufführung, DL.— SamStag, halb 7 lihr: D i e Meistersinger von R ü r n b e r g, Wagner-Zvklus IV, Gastspiel Alfred Jergcr, B 2. Wochenspielplan der Kleinen Bühne. Heute Freitag, 8 Uhr abcudS: Kosmetik, Kulturver- bandsfreunde und freier Verkauf.— Samstag 8: Die Gefangene, Gastspiel Ernst Deutsch. Der Film Des Führer» SOS Paris, Anfang April. Während in Berlin der Bergner-Fitm und der Baer-Film verboten wird, hat in Paris die prominenteste Nazi-Schauspielerin i! e nt Riefen stahl so nebenbei eine, entscheidende Niederlage erlitten. Er handelt sich um den Film„S. O. 2. Eisberg", mit dem ein neues Prunkkino in der Nähe des Triumphbogens der Ehamps Elpsccs eröffnet wurde. Tas Ergebnis war so niedcrdriickend, dast daS Kino nach wenigen Tagen wegen Ilmdispositionen geschlossen werden musste. Die Niederlage trifft den Grönland- Film der Riefenstahl, der vor einigen Jahren, noch in dec sozusagen„jüdischen" Zeit der heutigen Nazi- Schauspielerin gedreht wurde, und zwar von der Universal, die. dabei 225.000 Mark investiert haben soll. Die Aufnahmen wurden zusannnen mit dem bekannten Kriegsflieger ll d e t auSgeführt, der vor einiger Zeit durch seinen Besuch in Amerika und die Verhandlungen mit den amerikanischen Wright- Motoren zu RüstnngSzwcckeit von sich reden machte. Die. Niederlage ist umso veinlicher, als gegenwärtig auf den grasten Pariser Boulevards>nit unerhörtem Erfolg der Film„ESguimeaur" von Van Dvke nach dem Teribnch des Dänen Peter Freuchen schon seit langen Wochen läuft. Leni Riefenstahl nennt man in Deutschland allgemein„d e S F ü h r e r S F i l in s ch a u s v i e- leri n". Tie Spekulation auf diese neue Rolle der Riesenstahl im politischen Leben hat aber so völlig getrogen, dast die lachlustigen Pariser Fachleute heute von„des Führers S. O. S." reden. Jean Christophe. Sport• Spiel• Körperpflege Holländischer Bundestag der Arbeitersportter Ter sechste Bundestag der holländischen Arbei- tersportorganisatiou, welcher vor kurzem in Utrecht abgehalten wurde, war in jeder Beziehung ein Erfolg. Er hat bewiesen, dast die Enttvicklung sowie der Ausbau der Organisation zielbewustt von einem auSgezeichncien Kern von Funktionären in die denkbar günstigste Richtung geleitet wird.. Obwohl durch die herrschende Krise und Arbeitslosigkeit viele kleine und gröbere Abteilungen schwer leiden und um ihre Existenz känipfen müssen, bewiesen die Beschlüsse, dast man von der Notwendigkeit durchdrungen ist, dem Bundesvorstand finanziell ein fruchtbares Arbeiten möglich zu machen. Der Bericht des Bundesschriftführers Genossen S. Broeck- man weist einen Miigliederstand von 22.008 aus. Der Äassabericht bewies', dah bei einer beinahe spartanischen Haushaltung der Bund in kürzester Zeit schuldenfrei die umfangreiche Arbeit verrichten kann. Da durch die gezwungene finanzielle'Einschränkung notgedrungen der technische AnSbait in den Hintergrund kommen niustte, forderte der allgemeine technische Rat in lebendiger Debatte die Mittel, um die Schulung der Sportleiter und technischen Funktionäre sicherzustellen. ES war möglich, die sehr umfangreiche Folge, der verschiedenen Punkte beinahe restlos zur allgenicinen Zufriedenheit abzuwickeln. Verschiedene Abgeordnete dek Arbeiter-Kulturorganisationen und Gewerkschaften waren als Gäste vertreten, von welchen besonders Genosse, c. v. d. Londe im Namen der SDAP. und dem NVV. in einer Rede auch für die Zukunft geistige und finanzielle llnterstütznng zusagte. Ter belgische Arbeitersportbund war durch die Genossen I. Nobels und Genessen vertreten, welche herzliche Grüste und Wünsche ihrer Organisationen überbrachten. Mit dem Gesang ber„Internationale" wurde der sehr schöne Bundestag beendet. Mitteilungen aus dem Publikum. Auftakt in Karlsbad. Um Ostern herum ist alljährlich das große Reinemachen in Karlsbad beendet und nach dem Feste blickt man gespannt den kommenden Wochen cnigegcn, welche dann bereits im Zeichen I der beginnenden Kursaison stehe». Wohl sind in Karlsbad, welches bekanntlich ganzjährigen Kurbetrieb hat, auch während der Wintcrmonate Gäste anlvcsend, der eigentliche Kurbetrieb aber mit all seinen Einzelheiten und Begleitumständen setzt erst nach dem Osterfeste ein. Da dieser heuer kalendarisch ziemlich zeitlich fiel, Ivnrdcn auch die Saisonvorbercitungen danach gerichtet. Besonders dem inländischen Gästeziistrom bringt man lebhaftes Interesse entgegen. War schon in den letzten Jahren eine wesentliche Steigerung der inländischen Kurfrcgueuz zu vcrzeich- nen, rechnet man damit, dass auch im Jahre 1934 der inländische Besuch weiterhin steigen wird, da Karlsbad infolge seiner ausgesprochenen Billigkeit und der jahrhundertealten Heilkraft seiner. Quellen für jedermann ein tvilllommencS Reiseziel bildet. Neu in diesem Jahre sind die Karlsbader Jnklnsivkuren, welche im Jnlande vom Ecdok- Biiro. dessen Filialen, von der Wagon-litS und deren Filialen und durch alle anderen Reisebüros vertrieben werden. Die Jnklusivlurcn sind in fünf Gruppen geteilt und sehen solvohl die vierwöchent- lichc Karlsbader Normalkur, als auch die drei- Ivöchcntlickie Minimallnr vor. Die Jnllusivpreisc bewegen sich bei den vicrwöchentlichcn Kuren von 1900 bis 4800 KL, bei den dreiwöchentlichen Kuren von 1550 bis 3800 KL, in welchen Beträgen Wohnung, Verpflegung, Arzt, Kurtaxe und städt. Abgaben, Bäder uftv. enthalten sind. DaS Karlsbader Frühstück ist im Jnllusivbetrag nicht eingeschlossen, da sich dasselbe in Karlsbad seiner Tradition zufolge nicht nornialisiercn lästt. Man erhofft sich gerade von diesen Jnklusivlnren eine Ivcscntliche Belebung der Frequenz. Die Durchführling am Karlsbader Platze tvurde dem Kur- und VerlchrSverein Karlsbad, Marktplatz, übertragen. Auskünfte find sowohl bei dieser Stelle, als auch bei allen Reisebüros erhältlich. Dast Karlsbad auch gesellschaftlich seinem internationalen Namen alle Ehre einlegen wird, ist natürlich. Auf theatralischem, musisalischem, sportlichem und gesellschaftlichem Gebiete wird die Sprudelstadt wieder tonangebend sein. Sv können die Karlsbader beruhigt den kommenden Wochen und Monaten entgegensehen, die der alten Sprudclstadt hoffentlich jenen Gästezustrom bringen werden, der Karlsbad mit Rücksicht auf seine Sonderstellung zusteht.' 2366 Literatur Ein neues Eismeerbuch. Die Büchergilde Gutenberg, Prag II., CmcOklj 27, bringt soeben ein neues Eismeerbuch„Bärenschützen und Robbenfänger" von Albert Viksten, aus dem Schwedischen übersetzt von Helen Woditzkä heraus. Albert Viksten ist kein Unbekannter mehr. In Schweden sind eine ganze Reihe bedeutender Bücher aus den» Leben im Eismeer erschienen. Das erste, ins deutsche übertragene Buch von Viksten„Abenteuer im Eismeer" bedeutete ein ungewöhnlicher Erfolg. In seinem neuen Buch„Bärenschützen und Robbenfän- ger" schildert er uns mit packender Wucht eine Fangexpedition ins Eismeer, Robbenfänge, Bärenjagden und der Kampf der zähen Eisineerleute gegen ihre gefürchtesten Gegner, den Nebel und das Eis. Vortreffliche Illustrationen nach PhotoS des Verfassers machen das besonders geschmackvoll hergestcllte Werk wertvoll. Preis KO 25.—. Ein guter Genüsse legt nicht nnr Wert ans pünktliche Zusendung seines Partei- blatteS, sonder» mich auf rechtzeitigcBc- Zahlung der A b o n n e m e n t s g c b ü h r, nm der Verwaltung unnötige Auslagen zn ersparen! Vcrcinsnadirlditen Ortsgruppe Prag. 7. April 1984: Zusammentreffen 8.15 Uhr, Smichover Bahnhof. Führer: Schaffer. Urania»Kino, Hlimentshä 4. ——— FernHmjeeherßlCZS. llb Freitag r „Sie<3dMoö»t" Einzige DorsiUiruiliteii mit deutschen Titeln.! «eWttfte, tttc In andern XaaefttUunatti inserieren, atn Dru nicht berückttchttaen. bekunden damit, dast tiedle wirt» schaUliche Dedeiivina der Nnuskralt unterer Leier noch niet erkannt baden oder nicht er, kennen wollen. Neituna leien beitll. auch den Anzeigenteil beachten und beim Linkous die iZnterenlen bevorzuaen. Niemand wird sich Be- tidbltlkeuten auldrinaen, die '.IrbeUerkundschast nicht in fetttitn Mriffen LrinHr Dick gosunö bei Erkrankungen des Magens, Darmes, ber Leber, Gallenblase, Gelbsucht, Nierensteine, Blasenleiden, Zuckerkrankheit, Gicht, Folge- zuständenach Tropenkrankhelten ustv. Auskünfte und Broschüren durch jedes Ncisebiiro oder direU durch die »««»erwattrrrro«arlobad. Karlsbader Mineralwasser und Ouellenprodukle durch die»arlobader MI»eralwatservcrsend»»g 2366 Bezugsbedingungen: Bet Zustellung ins HauS oder bei Bezug durch die Post monatlich KO 16.—, vierteljährig KO 48.—, halbjährig KO 00.—, ganziährtg KO H'2.—.— Jnieraie werden laut Tarif billigst berechnet. Bei öfteren Einschaltungen Preisnachlass.— Rückstellung von Manissripten erfolgt nur bet Einsendung der Retourmarken.— Die Zeitungsfrankatur wurde von der Post- und Telegraphendirektion mit Erlast Nr. 13.800/VII/1030 bewilligt.— Druckerei:„Orbis", Druck-, Verlags- und ZeitungS-A.-G.. Prag.