z Etazelprei« 70*IMir (elnichlieBllch 5 Heller Fede) IE NTRALORGAN|j iDEt DEinSCHFMMIIlLMMnitEATIfeHEN AMKITHRABT» II PER DEUTSCHEN SOZIALDEMOKRATISCHEN ARBEITERPARTEI IN DER TSCHECHOSLOWAKISCHEN REPUBLIK- MSCHMNT MIT AUSNAHME DIS MONT AO TÄGLICH FRÜH, Redaktion und Verwaltung nm xh., focwova«. TtWFOM Mff.'MMMmunoN mvoN sw«. HERAUSGEBER■ SIEGFRIED TAUB. CHEFREDAKTEUR: WIIHELM NIESSNER. VERAMTWÜRRtCHER REDAKTEUR: DR. EMIL STRAUSS, FRAG. 14. Jahrgang Samstag, 7. April 1934 veriMiüie Mupung der JDell non heute* Das Urteil wesen der Verleumdung gegen Genossen Katz Das Stammeln der Gerichteten .(Schluß auf Seite 2) von heute", Dr. Ottokar K u r z. Die Verhandlung wurde vom K n a u t e geleitet. Dr. Ottokar inzwischen die Herausgabe und Redaktion der„Welt von heute" Anincrknng der Redaktion hiezu: Die Behauptungen der Presscbcrichtigung sind in den wesentlichsten Punkten unrichtig. Die »Welt von heute" hat spätestens aus der. von ihr zweimal veröffentlichten Berichtigung des Genossen Katz erfahren, daß Genosse Katz nicht Revierrat ist und keine Arbeitcrgeldcr zu verwalten hat. Unwahr ist cs, daß der Gendarmeriekommandant in Falkenau dem Korrespondenten der„Welt alle ans dem es zur Beröfsentlichung gekommen ist, leisten ihm hiemit volle Genugtuung. Die Redaktion der Zeitschrift 1„Tic Welt von heute". erste Artikel erschienen war, binnen acht Tagen die nachstehende Erklärung zu ver> Sffentlichrn: Erklärung Zu dem in Nummer 4 unserer Zeitschrift„Die Welt von heute" am 21. März 1034 unter der llcberschrift„Nach Zajiiek — Mrttt? Nicht dementierte Gerüchte im Egerlandc" veröffentlichten Artikel, in wcl- chcm behauptet worden ist, baß Gerüchte darüber kursieren, daß Abg. Katz 1% Millionen Arbeitcrgeldcr veruntreut hat, erklären wir. nnö davon überzeugt zu haben, daß diese von uns verbreiteten Gerüchte jeglicher Grundlage entbehren und vollkommen gegenstandslos sind. Wir konstatieren, daß Herr Abg. Katz überhaupt nicht Mitglied des Revierratcs oder einer Korporation ist, welche große Beträge von Arbeitergeldern vcrtvaltet, und führen an. daß die obigen Gerüchte sofort von den kompetenten Stellen dementiert worden sind. Mit Rücksicht darauf widerrufen wir beleidigenden Behauptungen, welche sich Herrn Abg. Franz Katz beziehen, mit Ausdrucke des Bedauerns darüber, daß Es ist unwahr, daß„Die Welt von heute" in ihrer Ausgabe vom 21. März 103*1„Gerüchte" widergibt, die ihr angeblich ans der Karlsbader Gegend zugetragcn wurden und die besagten, daß.trab mit Millioncnbcträgcn in die Schweiz geflüchtet sei, weil die sozialdcmo- Iralische Partei vor der Auflösung stehe, loahr ist vielmehr, dass„Die Welt von heute" in der Widcrgabe der Karlsbader Gerüchte weder von einer Flucht des Abgeordneten Katz, noch von der Auflösung der sozialdemokratischen Partei geschrieben hat. Es ist weiter unwahr, daß„Tie Welt von heute" davon schrieb, daß Abgeordneter Katz in senter Eigenschaft als Funktionär dcS Fal- lenaucr Revierratcs sich schwerer Verfehlungen schuldig gemacht habe und am vergangenen Samstag bereits vom Falkenauer Gendar- merielonunandanteg cinvcrnommcn worden sei, sondern wahr ist vielmehr, daS„Die Welt von heute" in ihrem Berichte nur darauf hingcwie- scu hat, daß Abgeordneter Katz Revierrat sei und Arbeitcrgeldcr zu verwalten habe, um die Notlvendigkcit einer Aufklärung der kursierenden Berichte zu begründen, und daß„Die Welt von heute" nur die Mitteilung brachte, daß der Gendarmerickommaudant ihren Korrespondenten gegenüber erklärt hat, ec habe mit Katz über die Sache schon amSamstag gesprochen. Für..Die Welt von heute" Helmut Legler, Herausgeber. Preskeberichligiing des Artikels„Heraus mit der Sprache" in Nr. 72 vom 27. März 1084, der Zeitung„Sozialdemokrat". ES ist unlvabr, daß ein Berichterstatter des„Prager Tagvlalt" in der„Welt von beute" einen Bericht unter dem Titel„Nach Zajiöcl Katz? Nicht dementierte Gerüchte im Egcrland" erstattete. Wahr ist vielmehr, daß dieser Bericht vom eigenen Berichterstatter der „Welt von heute" hcrrührt. Es ist unwahr, daß die klare Auslunsl durch den Polizeibeamten in diesem Berichte mngelogen und die Auskunft durch den Gen- darmeriekomnmndanten in ihr Gegenteil umgelogen wurde. Wahr ist vielmehr, daß solvohl die Auslunsl durch den Polizeibeamten als ancb durch den Gendarmerickommandanten wahrheitsgemäß wicdergegeben wurden. Es ist unwahr schließlich, daß„Tic Welt von heute" eine, vom Katz cingesandte Berichtigung nicht gebracht bat, wahr ist vielmehr, daß„Die Welt von heute" diese Berichtigung bereits in ihrer Nummer vom 2ö. März 1984 veröffentlicht hat. Für„Die Welt von heute Helmut Legler, Herausgeber. Anmerkung der Redaktion zu dieser Berichtigung: Wessen Berichterstatter bei den Falkenauer Behörde» vorsprach und wofür er sich dort anS- gegeben Hirt, davon soll bei Besprechung der dritten Berichtigung die Rede sein. Unsere Behauptung, daß dje„Welt von heute" über die Auskunft der Falkenauer Behörden das gerade Gegenteil dessen veröffentlicht hat, waS den» Fürn- berg von Geudarnterieoberwachtmcistcr Karl Köpper und dem Beamten des Polizeiamtes Karl Lnbncr gesagt worden ist, halten wir vollinhaltlich aufrecht. Richtig ist, daß die„Welt von heute" die pretzrcchtlichc Berichtigung schon am 25. März 1934 veröffentlicht hat. Die Veröffentlichung erfolgte aber an derart versteckter Stelle und demzufolge in gesetzwidriger Weis«, so daß die„Welt von heute" vom Gericht zu einem neuerlichen Abdruck verhalten lvcrden mußte. DaS eben Gesagte gilt auch von der dritten Berichtigung, die so. auSschaut: Preflrberichtignng des in Nummer 72 des„Sozialdemokrat" vom . 27. März 1984 erschienenen Artikels„Kommunistische Berleumderorganisation". ES ist unwahr, daß„Die Welt von heute" dem Genoßen Katz ohne jeden Grund vorgeworfen hat, er habe Millionenbeträge unterschlagen und sei geflüchtet, wahr ist vielmehr, daß„Die Welt von heute" von einer Flucht des Abgeordneten Katz überhaupt nicht schrieb und auch sonst ausdrücklich erklärte, daß cö sich um Wiedergabe von Gerüchten handelt, die eine Aufklärung erfordern. Es ist weiter unwahr, daß der Kerl, der für„Die Welt von heute" in Falkenau„gc- luudschaftet" hat, sich bei der dortigen Polizei als Berichterstatter des„Prager Tagblatt" auögegeben hat, wahr ist vielniehr, daß niemand daselbst für„Die Welt von heute"„gc- von heute" gegenüber erklärt hat, er habe mit Katz über die Sache schon am Samstag gesprochen. Diese Mitteilung hat Oberwachtmeister Karl Köpper in Falkenan dem Herrn Louis F ü r n b c r g nicht gemacht. Tic entgegcnstehende Behauptung des Herrn Fürnberg, der„Welt von heute" und dieser Berichtigung ist unwahr. Lücr- lvachtmcister Karl Köpper hat vielmehr dem Fürnberg daS gerade Gegenteil dessen gesagt, waS dann in der„Welt von heute" erschienen ist, nämlich, daß die Gerüchte, über welche Fürnberg eine Auskunft haben wollte, u n wahr seien und untvahr sein müssen. Die ztveite Berichtigung hat folgenden Wortlaut:■ Prag, 6. April. Heute fand beim Straf» g lreiSgerichte in Prag-Panlrac die Verhandlung ■ über die BcrlcumdnngüUage statt, welche Genosie g Abg. K a tz gegen den vcrantlvortlichcn Redak- ■ teur der„Welt I überreicht hat. ■ ObergcrichtSrat ■ Kurz, welcher I verantwortliche ■ nicdergclegt hat(jetzt zeichnet ein Herr Helmut g L e g l e r verantwortlich) war persönlich erschie- g nen und erklärte gleich zu Beginn der Bcrhand- glung. daß er bereit sei, dem Privatkläger Abg. I Katz volle Genugtuung zu leisten. Der Vertreter OdeS Genossen K a tz, Genosse Dr. T ch w c l b, gab Ihicrauf die Bedingungen velannt, unter welchen MGcnosse Katz bereit lvärc, von der weiteren Straf- -/Verfolgung deS Dr. Kurz Abstand zu nehmen un- Kcc Vorbehalt der Verfolgung deS Urhebers des ZWArtikclS. Diesbezüglich hat nämlich der Sohn des --'Karlsbader Stcppdeckenfabrikauten Fürnberg, H&Ctt Louis Fürnbe r g, nachdem durch Erhc« bungeu bei der Falkenauer Polizei und Gcndar- ^merie sowie nach dem Ergebnisse der Prager MHausdurchsuchung fcststand, daß er an der Sache Ibcteiligt sei, in einer Zuschrift an unser KarlS- Ibaper. Bruderblatt zwar zugegeben, daß er dem »Blatte„Welt von heute" Ansonnationen erteilt i hat, aber geleugnet, der Autor deS verleumderischen Artikels zu sein. DaS Gericht fällte nun folgende Ent scheidung: Der Beschuldigte, Dr. Ottokar Kurz, hat zu Händen deS kkägerischen Anwaltes eine Geldbuße von AL 800.— für wohltätige Zwecke, u. zw. für die Fürsorge für Arbeitslose zu erlegen. Dr. Kurz hat ferner iii der„Welt von heute" auf der ersten Seite links oben, im gleichen Druck wie der Durch diese gerichtliche Enlscheiduug findet I ein Vorfall seine Erledigung, der in der Ge- I schichte der proletarischen Publizistik seincsglei« I chen sucht. Es ist lvohl noch nie von einer Zeitung I in leichtfertigerer und böslvilligercr Weise eine I Beschuldigung gegen einen proletarischen Ber- I traucnsmann erhoben worden als hier. ES ist I traurig, daß ein ZeitungSblatt, welches Arbei- I te r zu seinen Lesern zählen will, nicht davor zu- I rückgeschreckt ist, Methoden sascistischer und gelber I Zeitungen int Kampfe gegen einen proletarischen I Funktionär weitaus in den Schatten zu stellen. Doch das beste lonnnt zuletzt. Gleichzeitig mit dem Berichte über dzn AuS- I gang des Striktes gegen den verantwortlichen I Redakteur der„Welt von heute" kommen uns von I dem Rechtsanwalt dieses Blattes, Herrn Doktor I Siegmund Stein, nicht weniger als drei Bc- I richtigungen zu. Wir wären nicht verpflichtet, I diese Bertchngungen zu veröffentlichen, weil der | jetzige Herausgeber der„Welt von heute", in des- I sen Namen uns die Berichtigungen zugehen, nicht I legitimiert ist, Tatsachen zu berichtigen, die den I früheren Herausgeber betreffen, da es ferner I überhaupt fraglich ist, ob eine Zeitung als solche I prcßrcchtliche Berichtigungen versenden darf und I da wir auch durch kein Gericht dazu verhalten ■ werden können, gegen unseren Willen, die ver- I leumderischcn Behauptungen von neuem zu be- I handeln. Dies umsoweniger, lvenu die Kommuni- I sten jetzt selbst bestrebt sind, ihren ursprünglichen I Artikel in möglichst mildem Lichte erscheinen zu I lassen und den Eindruck zu erwecken suchen, als I hätten sie die verleumderischen Behauptungen I eigentlich. überhaupt nicht verbreitet. Aber wir I wollen diese Berichtigungen der Herren der I„Welt von heute" unseren Lesern nicht vorent- I halten. Die erste Berichtigung, die uns zugc- 1 kommen ist, lautet: Preffrberichtignng des in Nr. 80 des„Sozialdemokrat" vom 22. März 1984 erschienenen Artikels:„Wer sind die Lumvenbunde?". Die Erklärung ist ferner auf K ostendes Beschuldigten im„Sozialdemokrat" resp. „Volkswille" zu veröffentlichen und die„Welt von heute" hat schließlich die gesamten Kosten des Strafverfahrens, einschließlich der Kosten der! rechtsfreundlicheu Vertretung des Genossen Katz! zu ersetzen. Nr. 81 Staat iiikI Gegenstaat Von Paul Szende In Frankreich jagt eine Skandnlaffäre die andere: jeder Tag bringt seine Sensation, kein Bestandteil des staatlichen Lebens bleibt vom Skandal verschont, hohe Richter, Generale. Po- litikcr, Staatsanwälte werden gleichmüsiig bloß, gestellt. Der Außrustehendc muß zwangsläufig den Eindruck gewinnen, eine Gangstrrbande habe sich deS staatlichen Getriebes bemächtigt und treibe dort ihr Unwesen. Gleichzeitig geht eine andere sensationelle Angelegenheit vor sich. Außer dem parlamentarischen llnterjnchungi-aus- schuß, der sich mit de« Weiterungen der Sta- visky-Angelegenheit beschäftigt, ist auch ein zweiter Ausschuß am Werke, um die Hintergründe und Hintermänner des sascijtischen Aufruhrs am 6. Feber zu erforschen. Zwischen de» beiden Affären gibt es zahlreiche Berührungspunkte. Das Symbol dieses Zusammenhanges ist der davongcjagte Polizeipräfekt von Paris. Chiappe, der einerseits ein Gönner der meisten Verbiin- detcit StaviskyS war, anderseits aber dem sasri- stischen Aufruhr die Mauer machte, die Vorbereitungen desselben förderte. Allster dicscnt persönlichen Zusammenhang haben diese Angelegenheiten noch eine andere gemeinsame Grundlage. In jedem demokratischen Staate richtet sich neben dem Staat ein G e g c n st a a t aus und das, was in Frankreich jetzt vor sich geht, ist nichts anderes, als ein Kampf zwischen Staat und Gegen staat. Frankreich ist ein demokratischer Staat in dem Sinne, daß cS Kleinbürgertum und Arbeiterschaft gelang, sich das Höchstmaß politischer Freiheiten zu erkämpfe». In der Nachkriegszeit lvar dir Arbeiterschaft auch stark genug, lvichtige sozial politische Gesetze durchzujeven, sie verfügte über die Mehrheit in den Gemeinderäten zahlreicher Großstädte und unzähliger Kleiugeineindcn. Die Verfassung FrankreickiL beruht auf Rcchtsgleicb heit, auf der Gleichheit vor dem Gesetze, dir össentlichc Meinung übt einen großen Druck auf die Gesetzgebung ans, und zlvingt sic, solche Gesetze zu erbringen, die auch dem Wohle der arbeitenden Klassen dienen. Würde man dir Rechtsgleichheit vollständig verwirklichen und die Gesetze, die unter dem Drucke der arbeitenden Schichten erbracht worden sind, entsprechend vollstrecken, dann würde theoretisch der K lassen- staat eines Tages ohne Gewaltmittel aushüren. Vom ersten Augenblick an, wo in einem Laude die Rechtsgleichheit verkündet wird, setzen sich diejenigen Klassen, Gruppen und Personen, deren Interessen durch die Verwirklichung der Rechtsgleichheit und durch den sozialpolitischen Fortschritt gefährdet wurden, zur Wehr. Ihr Trachteit ist, daS Rad der Geschichte rückwärts zu drehen, den Fortschritt aufzuhalten und bei scheinbarer Aufrechterhaltung der Rechtsgleichheit einett Zustand der tatsächlichen Rechtöun- glcichhcit zu schafßnt. Jeder Mensch, der seine Privilegien verteidigen will, bekämpft und sabo- tiert die Gesetze, die diese Privilegien einschränken oder aufhcben; allmählich verbinden sich aber diese Bestrebungen zu gemeinsamen Aktionen: verschiedene Organisationen, durch das K lassen- interesse auf den Plan gerufen, übernehmen die Arbeiter der Einzelpersonen. Neben dem Staat, der die Rechtsgleichheit verkündet, entwickelt sich der Gegcnstaat, der die Rechtsgleichheit bekämpft, neben dem Staat, dessen Hauptsunktion die Vollstreckung der Gesetze ist, wuchert der Gegcnstaat empor, der sich die N i ch t v o l l st?cck u n g der Gesetze zum Ziele setzt. Würde dieser Gegenstaat den Staat offen bekämpfen, dann wäre die Gegemvchr eine leichtere. Die Gefahr besteht aber darin, daß Staat und Gegenstaat vielfach ineinander verflochten sind, daß die staatlichen Organe zu oft auch Organe des Gegenstaates, der Nichtvollstrcckung der Leit« 2 Nr. 81 SamStag, 7. April 193*. Schon am 10. April wird der Ha«Vtireper der Arbeitcrfitrsorge-Lotter"e auttflelofil 1 8m kostet nur KC 8. Gesetze sind. Die besitzenden Klassen haben ihre Vertrauensleute auf allen möglichen Linsen der staatlichen Exekutive, die führenden Beanitcn rekrutieren sich gewöhnlich aus ihren Kreisen. Eine unausgesetzte Propaganda sorgt dafür, auch die Außenstehenden in den Dienst des Ge- gcnstaates zu stellen. Die ungeheuere Konzentration des Finanzkapitals sorgt leicht für die Geldmittel, uin durch Korruption, durch Gewährung materieller Vorteile den staatlichen Apparat zu beeinflussen. Nur wenige Beispiele: ein Stcuergesev wird erbracht, seine gewissen» hafte Durchführuttg würde die Lasten des staat- lieben Lebens vollständig auf die besitzenden Klassen übertvälzcn. Der Gegcnstant sorgt dafür, das; diese Gesetze den reichen Steuerzahlern gegenüber entweder gar nicht, oder sehr nachlässig vollstreckt werden. Die Geschichte der letzten Jahre zeigt, wie untätig sich alle Behörden den großen Haifischen gegenüber, die an der Spitze von Großbanken und Jndustricuntcrnchmungcn stehend, die Bevölkerung ausgepliindert hatten, benahmen. Das Emporkoinmen des FasciLmuS ist auch deni Gegcnstaat zu verdanken, nieinals hätten die fascistischcn Organisationen einen Einfluß sich erkämpfen können, hätten ihnen die Organe des GegenstaateZ, die alle zugleich hohe Organe dcS Staates waren, nicht die Mauer geniacht. FaseiSmuS, ohne stillschweigende Unterstützung eines Teiles der staatlichen Exekutive, der Polizei und der Gerichte, ist undenkbar. In den Niederungen des sozialen Lebens nninmeln massenhaft Leute, deren Existenz darin besteht, daß sie durch die Lücken der Gesetze hindurchschlüpfen, daß sie ihren vermögenden Mitmenschen bei Umgehung der bestehenden Gesetze behilflich sind. Fe größer die Anzahl dieser Existenzen, nm so schneller komnit dann eine Organisation derselben zustande: daS Gangstertum, daS die Gesetze offen oder verhüllt bekämpft, wird zu einer ständigen Einrichtung der kapitalisftschen Gesellschaft. Eines schönen Tages müssen die beiden Organisationen, die deS Gangstertums und des Gegen staateS, aufeinander treffen. Die Saboticrung der Gesetze schafft für dieses Bündnis eine ge« meinsamc OpcrationSbasiS. Bisher war dieser Zusammenhang nur in Amerika sichtbar, die Skandalafsäre um Staviskh und Chiappe zeigen, daß auch bereits in Frankreich diese Verflechtung eine weitgehende ist. Beide Richtungen haben die gemeinsame Tendenz, mit den demokratischen Freiheiten, vor allem mit der Preß- sreiheit auszuräumen, in den Ländern der Dik- tatur kommen solche Skandalasfären niemals an s Tageslicht. DaS ist der neues» Abschnitt des KampscS zwischen Staat und Gegenstaat in Frankreich. Belebung in der Textilindustrie Vorübergehende Erscheinung oder Anzeichen der Konjunkturwende Sehr beachtenswert erscheint nnS eine Darstellung über gewisse. BefferungSerschei- nnngen in der Textilindustrie, die wir dem„Textilarbeiter" entnehmen. ES wird da it. a. erzählt: In einigen Flachsspinnereien in Fr e u» d e n t h a l und Umgebung herrscht seit einigen Wochen ein besserer Geschäftsgang als noch vor einigen MonateiwJ» den Betrieben der Fa. Mattausch A.-G., bei der Fa.„Opiimit" A.-G. ü>id in der AlgcrSdorfer Streichgarnspinncrci bei Bensen tourden in den letzten Wochen cUva 280 Arbeiter eingestellt. Die AlgcrSdorfer Streichgarnspinnerri hat eine dritte Schicht ringeführt, wobei 27 Arbeiter eingestellt wurden. In einer Strumpffabrik in S ch m i e d e b e r g bei Wei- pert wurde nm die Einführung einer dritten Schicht angesncht. In einer großen Spinnerei in O b e r l e u t e n ö d o r f ist man zu einer zweiten Schicht übergegangen. Verhältnismäßig am günstigsten haben sich bis"jetzt die BeschästigungSverhältuisse in der Warnsdorfer Textilindustrie entwickelt. Jin Bezirk Warnsdorf gab es am 28."Feber d. I. 8808 Vollarbeitslose gegen 4790 am 28. Feber 1933. Die Zahl der zeitweise auösctzenden Arbeiter hat sich von 1971 Ende Feber 1983 auf 1324 Ende Feber d. I. vermindert. Die Zahl der gänzlich arbeitslosen Textilarbeiter hat sich von Ende Feber 1933 bis Ende Feber 1931 von 1938 auf 1438 ermäßigt. In den vergangenen Wochen kam cS in einigen Betrieben zu einer Erhöhnng des BelcgschaftSstandeS. Im K r e i b i tz t a l herrscht in der Textilindustrie gute Beschäftigung. Lediglich in der WarnSdorfer Samtindustric hat sich! bis jetzt keine Wendung zum Besseren bemerkbar gemacht. In anderen Gebieten, in denen die Textil» indnstrie stark vertreten ist, kann bisher noch keine nennenswerte Besserung des Geschäftsganges konstatiert iverdeu. Lediglich in der Asche r Handschuhindustrie herrscht, allerdings nicht aus Grund der Abwertung unserer Krone eine ausgesprochene H o ch k o n j u n l 1 u r, die ausschließlich auf ausländische Aufträge zurückzuführen ist. Die Handschuhindustrie hat sich in den letzten Jahren im Ascher Gebiet beträchtlich entwickelt. ES wurde nicht nur die Zahl der llnter- nchmungen, sondern auch die Zahl der Beschäftigten bedeutend vermehrt. Die tschechoslowakische HandschnhauSfnhr ist von 4,859.000 Paar im Jahre 1932 auf 0,80s).000 Paar im Jahre 1933 gestiegen. Im Jänner 1934 wurden 747.224 Paar Handschuhe■ anögeführt gegen 507.423 Paar im Monatsdurchschnitt 1933. Die leichte Belebung, die sich seit Mitte Feber in der Textilindustrie einzelner Gebiete ergeben hat, ist sicher nach fünfjährigem Rückschritt eine erfreuliche Tatsache. Bevor jedoch ein endgültiges Urteil darüber gefällt lverden kann, ob .es sich um eine durchgreifende Besserung handelt, muß die Entwicklung der nächsten Wochen abgc- wartet werden, die erweisen dürfte, ob e S sich bei d e u N e u e i n st e l l u n g e n in der Textilind u st rie nur nm vereinzelteund v o r ii b ergehe ndcEr sch cinuu gen oder um die e r st e n Anzeichen einer beginnenden K o n j u n k t u r w c n d e handelt. Das stammeln der Gerichteten (Schluß von Seite 1), kundschaftet" und sich als Berichterstatter des .Präget Tagblatt" auSgegcben hat. ES ist auch unwahr, daß die Auskunft, die der„Berichterstatter des Tagblatt" von der Falkenauer Polizei erhalten hat, von„Der Welt von heute" gefälscht uud daß die Auskunft des Gendarmcrickonunandantcn entstellt wicvergegeben wurde, sondern wahr ist, das; „Die Welt von heute" keinerlei Auskunft von einem„Berichterstatter dcö Tagblatt" erhalten hat, nnd den Bericht des eigenen Berichterstatters wahrheitsgemäß und sinngemäß wiedergegeben hat. llnloahr ist schließlich, daß„Die Welt von heute" eine Berichtigung des Abgeordneten Katz nicht gebracht Hai, sondern wahr ist vielmehr, daß„Die Welt von heute" diese Berichtigung bereits ani 25. März 1934, also 2 Tage vor dem berichtigte» Artikel veröffentlicht hat. Für„Die Welt von heute" "Helmut Legler, Herausgeber. Anmerkung der Redaktion zu dieser Berichtigung: Es bleibt also nur noch zu prüfen, lvofür sich der mehrfach erwähnte Füruberg beim Gen- darmeriekonimandmiten nnd beim städtischen Po- lizciamt in Falkenau eigentlich auögegeben hat. Der Herr Legler behauptet, daß niemand für die„Welt von heute" bei den Falkenauer Behörden gekundschaftet hat. Mil dieser Behauptung der Berichtigung des Herrn Legler, steht eine Berichtigung in ausfallendem Widerspruch, die der Fürnberg selbst unserem Karlsbader Parteiblatt eingesandt hat und in welcher er ausdrücklich zugibt, daß er bei den Falkenauer Behörden Vorgesprächen uud die betreffenden Behörden nm Information ersucht hat. Die b eiben B e a m t e n Oberwachtmcistcr Karl Köpper und Oberwachmann Karl L u b n e r erklären dezidiert, daß die Behauptungen deSFürnbergunwahrsind, unddaß Fürnberg den Zeitungstitel„Die Welt von heute" nicht genannthat. Herr Fürnberg gibt im übrigen in seiner mehrfach erwähnten Berichtigung an den„Polkstville" ausdrücklich zu, er habe sich als Berichterstatter des„Prager TagblatteS"„Welt von heute" vorgestellt. Man tvciß also, IvaS mau von den obigen drei Berichtigungen zu halten hatl Ungarn Hnanzsorgen Budapest, 6. April. Im Avgeordneteuhause lvurde heute das Budget vorgelrgt, daö mit einem Defizit von 00 Millionen Pcngö schließt. Der Finanzmiuistcr gab bekannt, daß sich die Staatsschulden auf 1.8 Milliarden Pcngö belaufen, wovon 1.2 Milliarden auf daö Anöland entfallen. Henleins Hoffnungen Die„Rundschau" Konrad H e n l e i n S, des allcrncucftcn BolkSrettcrS, polemisiert in ihrer Nummer vom 1. April gegen die kritischen Betrachtungen nuferes BlatteS, die Ivir der in eine Partei umgcivaudelten„Heimatüfront" angedeihcn ließen. Daö Organ Henleins gibt zu, daß cS sich um die Ucbernahme einer(meist auö Nazis und Deutschnationnlen bestehenden) Konkurs-' mässe haildelt. Die Bemerkung der„Rund- chan", als ob sich die Sozialdemokratie um diese Konkursmasse bemüht bälie, ja noch beinühe, ist zu albern, als daß man darauf ernstlich annvorlen müßte. Begreiflicherweise lvehrt sich die„Rundschau" gegen die sehr näheliegende Annahme, däß die H a k e n k r e u z r i ch t u n g maßgebend werden lüuntc. In der Leitung und Führung der SHF. gebe cs keine Größen von gestern nnd mich die Einflüsse hinter den Kulissen seien AuSgebur» teil einer krankhaften politischen Phantasie. Wir (die Henleins) erachten cS mit als Aufgabe„unserer KonkurSmasscvcrwaltung", die ehemaligen Anhänger der aufgelösten Parteien, die sich zu ihnen und damit zu ihren Grundsätzen bekennen, zu neuem politischen Denken und aus den Boden deS Staates zu führen. Die Frage ist nur, w o r i n das neue Denken besteht? Der entschiedene Ständrge- danke, den das Heuleinblatt neuerlich herausstreicht, wobei cs behauptet, daß dieser in der ganzen Welt marschiert und auch im tschechischen politischen Denken Raum gewinnt, ist doch nichts, was die Heimatfront von den Nazis trennt! Im übrigen gibt die Programmlosigkcit der Hcnlcinbewe- gung allen möglichen politischen Spielarten Raum, lind tveil die Nazis die st ä r k st e Gruppe darstellen, werden eben sie den Ton angebeu. Henlein selbst war als Turntvart derart nazisch eingestellt» daß man von ihin nicht erwartet, daß anSgercchnck er jetzt die anderen politssch umschulen kann. Bei dieser klaren Sachlage ist es eigentlich tragikomisch, wenn die„Rundschau" allen Ernstes mit einflußreichen Gegenspielern auf tschechischer Seite rechnet. Daö Blatt Henleins schreibt diesbezüglich: „Wir stehen heute augenscheinlich auf einem Wendepunkt. Wir sind daran, uns durchzusetzen, vielleicht auch schon in absehbarer Zeit die politische Führung des Sudetendeutschtumö zu übernehuien. Es zeigen sich aber auch anscheinend die Möglichkeiten einer Revision unserer Beziehungen zu den Tschechen, die langsam, aber sicher doch zur richtigen Wertung unserer Bewegung und ihrer Bedeutung für den Staat gelangen werden. Wir sind noch lange nicht über den Berg, die Hindernisse, die noch zu übcrtvinden sind, sind groß und zahlreich. Unsere bisherigen Erfolge aber machen uns st o l z und erfüllen uns mit Hoffnungen für die Zukunft." Ja, Henleins Hoffnungen gehen solvcit. daß er sich anscheinend bald in der— Regierung sicht, denn die Bereitschaft zu einer Regierungsteilnahme wird neuerlich ostentativ hervorgehoben. ES ist absolut nicht ersichtlich, ans Gründ welcher lkniständc Herr Henlein feine kühnen Cr- Ivarlungen aufbaut. Glaubt er wirklich, daß die tschechisch-bürgerlichen Parteien aus ihn nnd seinen bunt zusannneugcwiirfclten Heerbann schon lvac- I ten, daß sie den vom Sanins zum Paulus vcr- «0 I I. IH. it Jom: Uerscftlungw Hacke (in in vier(pis«l«r Autorisierte Ueboroetnunff nun dem HollüntHnehen von D. R. Euch Jubelnd eilte daö Bott auf die Straßen, lief zu den Stellen, wo Polizei nnd regieruugsireuc Truppen kämpften uud mengte sich in den Streit, übervoll von irrsinniger Freude: nun würde alles Leid und alle Not enden!... Jeder fühlte plötzlich, daß cö so nicht länger Wei« tcrging, daß er an den Rand seiner Leiden und seiner DutdenSsähigkeit gelaugt Ivar... Ein solches Leben konnte kein Mensch mehr ertragen ... Dann lieber Ausstand!'Dann lieber Kampf auf Leben und Tod!... Dir alten Obrigkeiten harten niemals anderes als Leid und Armut, Unrecht und Elend, Unterdrückung und Hunger beschert... Schlechter konnte eö nicht werden... Nun mrrßte man den Revolutionären beistehen, ans daß sie dem Volke beistehen könnten... Sie waren doch die Freunde des Volks!... WaS hatten sic nicht alles erlitten vor und Ivährend deö Krieges... Niemand hatte ihnen glauben wollen. doch sie tvaren im Recht gewesen!... Oh, hätte das Volk doch früher ihrer prophezeienden, anfpeiischendcn Stimme gelaufcht!... Aber noch war es nicht ganz und gar zu spät!... Nun mußte man kämpfen, das Alte stürzen, das Neue ausbauen... Weg mit den Bluthunden, den AuSsaugern, den Mördern, den Schtvelgern und Frauenschändern!... Tod den Machthabern, dem König, den Regierenden, den Landesherren und Bankiers, den Fabrikanten und Millionen schlürfenden Kaufleuten!,.. Schluß mit der Herrschast des Kapitals!... Das Volk wird sein Schicksal in seine eigene Hand nehmen! Hoch die Revolution!... Hoch die freie Volksrepublik! In unbeschreiblichem Enthusiasmus brauste die Revolution über das Land. Bebend vor Begeisterung nnd Leidenschaft stellten sich die alten Revolutionäre überall an die Spitze der Bewegung, doch sic behielten die Köpfe kühl, brachten schon lange vorbereitete Pläne an den Tag uud organisierten eiligst revolutionäre Komitees, Gerichte und Verwaltungökörpcr. Im Heere begrüßten die Soldaten die Nachrichten von» Umsturz nut heilem Jubel. Sie hielten mit!... Die kleinen Scharen Regierungstreuer besaßen keinen Einfluß. Die Führer der Revolution waren überall, regelten, rieten und verhandelten mit dem Feind... innerhalb eines Monats tourde ein annehmbarer Friede geschlossen... Die Bttttdcögenossen mußten sehen, wie sie allein ihre Sache in Ordnung brachten... Daö neue Land war nicht veranttvortlich für imperialistischen Jrrwitz... Jubelnd zogen die Heere von den Abscheu erweckenden Todeöfcldcrn hinweg, auf denen sie so unendlich lange wie in einem grauenvollen Wachtraum gefoltert tvorden tvaren. Zu Hause wartete ihrer ein süßcö Leben deö Friedens und der Freiheit!... Keine Unterdrücker mehr... alle Reichtümer gehörten dem Volk, die Frucht der Arbeit den Arbeitern... Das Land aufgeteilt, die Bauern Herren ihres eigenen Ackers... Die Fabriken fiir die fcttge- mästcten Besitzer verloren, Eigentum der Allgemeinheit! Die Bergwerke, die großen Betriebe, alles der Allgemeinheit... Keine Not mehr, kein Zwang, kein Hunger, kein Krieg!... Freiheit und Friede!... Hoch die Revolution!... Hoch die Republik!... Der König war mit seiner Familie n>td seinen Anhängern geflüchtet, hatte sich versteckt nnd war narb dem Frieden im Feindesland höflich ausgenommen worden... Seine Güter und sein Vermögen lvurden eingezogen... Das loSgc- lassene Boll tvar in seinem lange hinabgcwürg- te» Haß gegen Besitzende nnd Adel nicht zu zähmen und zu zügeln. Schreckliche Metzeleien wur- den dort angcrichtet, Ivo die.Vertreter dcö alten Rcginies nicht rechtzeitig entkommen konnten. Dick aufgebauschte Berichte eilten durch die Welt: die Grausamkeiten der französischen Revolution sollen noch weit Übertrossen tvorden sein. Emigranten trugen die grauenerregenden Nachrichten von Land zu Land... Wurden nun ihrerfeits Revolutionäre, schmiedeten Komplotte, berieten im Ausland Pläne, entloarfen Anschläge, scharten sich um den verdüsterten, fassungslosen Ex-Kü- nig, erfüllten die Welt mit ihren Wutschreien und forderten Rache an den Räubern und Mördern, den Machtusurpatorcn ihres überrumpelten, dem Untergang preiSgegcbcncn, lieben Vaterlandes.. Niemand glaubte an die Dauer der revolutionären Herrschaft. Nasch würde daö Volk zur Besinnung kommen, die Banditen mit Schmach und Schande aus dem Laude jagen und den König mit seinen tüchtigen Getreuen, den einzigen, die das mühsame Amt des Regierens gelernt hatten und verstanden, auf den Knien nnflehen zurück- zukonunen, um Ordnung in daö Chaos zu bringen, das die Straßenbengel der Revolution ge- schasfen hatten. Allein... nichts Derartiges geschah. Die Revolutionäre saßen fest im Sattel. I» langen Jahren mühevollen und gefährlichen Strebens hatten sie gelernt, kaltblütig zu handeln, und überdies: sic hatten zu organisieren gelernt. Mit fester Hand hielten sie die Zügel, schufen neue Gesetze, enteignefen Fabriken und Landbesitz beseelten die Menschen mit dem heiligen Gefiihl der Verantwortlichkeit für die neue Gegenwart und machten sich freudig und entschlossen die Organisierung eines rein sozialistischen Staates zum Ziele. I In Europa war der Friede wieder herge stellt. Ein Friede, der peinlich einem Raubkrieg ähnlich sah. Das alte„Bae victis" wurde in ganzer Schwere auf die besiegten Staaten angewendet, die nicht mir die vollen Kriegslasten der gesamten Sieger bezahlen mußten, sondern auch die volle Schuld auf sich nchnien fiir den Anöbruch dcö Weltbrandes und außerdem dulden mußten, daß große Gebiete ihres Landes in überflüssig teurer und kränkender Art von feindlichen Heeren besetzt wurde». Revolutionen folgten mit dem Eintreten dcö Friedens einer der anderen I Ein Thron nach dem anderen wurde gestürzt. Das Bürgertum bebte in Angst vor den aufständischen Arbeitermassen, fühlte sich durchströmt von herrlich demokratischen Gefühlen, war toll nach sozialer Gesetzgebung und einem gesunden Verhältnis ztvischeu Gewinn und Arbeitslohn und erklärte sich bereit, die lieben gekrönten Häupter int Stfchc zu lassen, wenn es bloß seine Haut, ein kleines, kleines Bißchen seines Besitzes und seiner Macht behalten konnte... Und infolge dieses Entgegenkommens verebbte die vielversprechende revolutionäre Strömung langsam... Langsam fand man zurück auf die sanft gcncigtcn Wege der Evolution und mit den großen Sprüngen nach vorne Ivar es vorbei. Das Bürgertum atmete auf, kroch erst zögernd, dann kecker hervor, begann wieder die Leute nn- zuschnauzcn und arrogant zu lverden und versuchte. die Zeiger der Uhr aufzuhalten und zurück- ziidrehen... Argivöhnisch betrachteten sie die Ereignisse in dieser großen, neu gegründeten Republik, in der man keine Komproniisse zu wollen schien und hartnäckig auf eine bleibende, sozialistische Republik loSsteuerte... War Derartiges möglich... Konnte man Derartiges dulden? Die Banditen» die da in der Regierung saßen, Ivci'gerten sich''sogar, die Schulden der alten Regierung anzuerlen- ncu.... (Fortsetzung solgi.) «r. 81 «anUtng, 7. April 1034 Seite 8 wandelten Optimisten als verläßlichen Partner bei der Verwaltung des Staates betrachten? Biellcicht haben die letzten Kundgebungen einiger tschechischer Faktoren zugunsten der Demokratie Herrn Henlein inzwischen belehrt, daß sein antidemokratischer Ständegedanke entgegen seinen Erwartungen in der Tschechoslowakischen Republik nicht sehr zeitgemäß ist. Wenn die größten bürgerlichen Parteien des tschechischen Volkes(von den Sozialisten ganz abgesehen) sich zur Demokratie bekennen— wer bleibt für Henlein als tschechischer Partner noch übrig? Die tschechischen F a s c i st e nl Will Herr Henlein mit diesen wirklich den Staat erobern? Man sieht, in ivelcher Sackgasse eigentlich Herr Henlein und die Seinen stecken. Man wird weder die sudetendcutsche Einheitsfront schassen, weit die» angesichts der verschiedensten Wirtschaftsinteresscn praktisch unmöglich ist, noch wird man jemals auf die StaatSvcrivaltung einen maßgebenden Einfluß ansübcn. Wenigstens nickt im demokratischen Staate, lind auf den antidemokratischen Ständestaat wird Herr Henlein noch ein Weilchen warten müssen. Der zur Schau getragene Stolz der„Rundschau" erinnert allzu sehr an das bekannte Sprickwori:„Dummheit und Stolz wachsen auf einem Holz." Ausweisung von Schutzbündlern? Eine Falschmeldung der bürgerliche» und kom- innnistischen Presse Durch die bürgerlichen Blätter und— selbstverständlich— die kommunistischen Zeitungen, geht eine Meldung, die besagt, daß dreizehn Schutzbündler, die an den österreichischen Kämpfen teilnahmen und int Schnhbundlager Chocerad nntergebracht lvarcn. von der Polizei aus dem Gebiete der Tschechoslowakischen Republik auSge- wiescn lvordcn seien.„Die Welt von heute" lniipst daran lvenig geistreiche Bemerkungen über die Gesinnung der österreichischen Helden, von denen sie sagt, eS sei über sie zu Unrecht als über sozialdemokratische Helden gesprochen worden; diese sozialdeniokratischcn Arbeiter hätten in dem Augenblick, da sie sich mit der Wassc in der Hand dem Faschismus entgegcnstellten, aufgchört, Sozialdemokraten zu sein. Diese«Theorie", für die die Schutzbündler nur ein Hohnlachcn übrig haben, soll eben durch die Meldung über das Borgehen gegen die dreizehn Schutzbündler gestützt werden. Es ist jedoch unlvahr, daß dreizehn österreichische Schutzbündler auSgewicsen lvnrden. Wahr ist, daß sich vor einigen Tagen dreizehn Schutzbündler aus dem Lager in Chocerad wcgbegabcn, nicht, tvie die„Welt von heute" schreibt, lvegen „unhaltbarer Verhältnisse", sondern unter dein Einflüsse konnnunistischcr Agitation. Sieben von den dreizehn haben das Unsinnige ihres Schrittes sofort eingeschcn und sich lviederum bei der Fliicht- lingShilfc angenieldet. Sie Ivurden an anderen Orten untergcbracht. Bon den übrigen sechs Leuten sind zlvei im Augenblick nickt auffindbar, sie haben sich angeblich nach Kladno begeben. Es handelt sich da aber nicht um Schutzbündler, sondern um Leute, die behauptet haben, bei den Kämpfen mitgelvirkt zu haben, die aber weder Ausweis hatten, noch sagen konnten, lvo sie gekämpft hatte», noch Zeugen erbringen konnten. Keiner der Schutzbündler hat kie früher gekannt und sie haben nähere Angaben über ihre Rolle bei den Kämpfen beharrlich verlveigert. Selbstverständlich ist nicht dies der Grund der Ausweisung, sondern die Tatsache, daß sie den Anordnungen der Behörden nicht Folge leisteten und durch ihr undiszipliniertes Vorgehen deren Arbeit erschwerten, ganz abgesehen davon, daß sie der verlogenen Agitation der Kommunisten Nahrung gaben, ja, sie durch ihr Berhalten unmittelbar unterstützten. Die vier Leute hätten, wenn sie schon als Mitkämpfer anerkannt sein wollen, wenigstens die Pflicht gehabt, Disziplin zu halten und den Aufenthalt der Kameraden durch ihr Verhalten nicht in Gefahr zu bringen. Es handelte sich aber um Asoziale, die sich die Folgen ihres Tuns selbst zuzuschrciben haben. Eö braucht Ivohl nicht erstst ausdrücklich versichert zu iverdcn, daß die sozialdemokratische Partei weder direkt noch indirekt die Auötveisung veranlaßt hat. Sie hat von der Ausweisung erst nachher ersahren. Es ist albern und erfolglos, der Sozialdemokratie nachzusagcn, sie tue nicht alleö, um die tapferen Schutzbündler zu unterstützen. Die großen Leistungen der Solidarität, die die Schutzbündler immer anerkennen, sprechen eine zu deutliche Sprache, als daß der Schacher mit dem Schicksal der vier AuSgcwiesencn, den die Kommunisten treiben, Erfolg haben könnte. Die Werktätigen der Tschechoslowakei, nach deren Hilfe die„Welt von heute" ruft, haben sich der Flüchtlinge schon zu einer Zeit angenommen, da die Kommunisten noch gar nicht daran gedacht hatten, daß die Schutzbündler überhaupt Hilfe brauchen. Und diese Werktätigen, nämlich die Sozialdemokraten, tverdcn den Schutzbündlern weiterhin zur Seite stehen. Unzer(iclängnlsdirektor verhallet Im Zusammenhang mit den Erhebungen iiber die Flucht der politischen Gefangenen aus Linz wurden der Direktor des Gefängnisses Sailer und drei Justizwachbeamte in Untersuchungshaft genommen. Es wird ihnen zur Last gelegt, daß sie d i e F l u ch t unter ft ü tz l haben. das100%ige Pflanzenfett NUR ECHT IN DIESER PACKUNG MIT DEM NAMENSZUG SCHICHT stolz auf ihre KochkunM. Oft verwendet die gleichen Zutaten wie andere— und dennoch wird es besser. Das ist eben ihr Können. Genau so ist es bei.Ceres". Erst die jahrelange Erfahrung, die peinlich hygienische Erzeugung ermöglichen es, das Pflanzenfett edler Früchte so zu verarbeiten, dah auch der schwache Magen des Kranken und Genesenden gerade.Ceres* so leicht vertrügt. Die Kirche klagt an... Papst und Dlschöle gegen die Unterdrückung der katholischen Jugendverbände R n m, 6. April. Der Papst hat binnen wenigen Tagen nun schon das drittem«! in ziemlich heftigen Worten seiner Unzufriedenheit über die Verfolgung der katholische» Zngcndvcrbändc| in Deutschland Ausdruck gegeben. „Osscrvntorc Romano" veröffentlicht heute I an leitender Stelle eine Ansprache, die der Papst diesmal an die Vertreter dreier deutscher Jn- gendvercine gehalten hat. Er erklärte darin, er teile den Schmerz und die Sorgen sowie die Angst der deutschen Jugend. Täglich erhalte er an» Deutschland neue ungünstige Nachrichten. Die Vorsehung werde, wenn man das Vertrauen nicht verliere, zugunsten der mutigen Märthrerjugend entscheiden. Ta, während die verantwortliche« Faktoren verhandlungsbereit sind, a n- dere übel handeln, werde der Papst die Rechte den Glaubens und der Ehre Gottes verteidigen. Denn es handle sich nicht ein falsches Christentum, sondern das Heidentnmzn bekämpfen. Das Berhältnis zwischen der katholischen Kirche und dem uationalsozialistischen Regime hat sich, wie dem tscheckoslowakischen Pressebüro aus Berlin geschrieben wird, in der letzten Zeit sehr unerfreulich gestaltet. Insbesondere in den Osierseicriagcn gab sich die Unzufriedenheit der katholischen kirchlichen Kreise sehr nachdrücklich kund. Tonangebend war der Ostergruß dcS Papstes an die katholischen Fugendverbände, der jedoch außer von der„Germania" von keinem anderen Blatt veröffentlicht werden durfte. Dieser Kundgebung schlossen sich Kundgebungen einer großen Reihe katholischer Würdenträger an. Der Berliner Bischof Dr. Bares verurteilte in einer Predigt erbittert die Progagicrung des Paris, v. April. Die französische Antwortnote ans die englische Rückfrage hinsichtlich eineS Abkommens in der RüstungSfragc ist heute dem französischen Botschafter in London telegraphisch mit der Weisung übermittelt worden, sie der britischen Regierung z» überreichen. Die englische Rückfrage Halle sich darauf bezogen, ob Frankreich bereit sei, ein Abkommen über die Begrenzung der Rüstungen unter Beteiligung Deutschlands unter»och zu b e st i m m e n» den englischen DurchführungS- g a r a n t i e n zu unterzeichnen. Die französische Antwort ist recht kurz: ES heißt darin u. a., die von der britischen Regierung gestellte Rückfrage sei allzu allgemeinen Charakters, als daß Frankreich bereits grundsätzlich ohne Zögern seine Zustimmung zu einem solchen garantierten Rüstungöabkommen geben könnte. Bor allem wolle Frankreich wissen, welche Efkektivstreitkräfte und welches Rüstungsmaterial England Deutschland bewilligen wolle und welches Militärstatut Frankreich nach Ansicht Großbritanniens haben solle. Erst bis die französischen entscheidenden Kreise in diesen wesentlichen Punkten volle Klarheit haben werden, werde sich Frankreich äußern können. Eine„Legalisierung" der Aufrüstung dcS Deutschen Reiches, dessen HccreSbudget im übrigen trotz den Deutschland durch den Versailler Vertrag germanischen Kultes in Deutschland mit folgenden Worten: „Ist nicht ein TeufelSsatramrnt, diese ganze gottlose, frivole, heidnische Literatur, dir vor unseren Augen in diesen Tagen»nd Jahren wie Pilze nach dem Regen auö der Erde her» vorivächst? Mögen cS dicke»der dünne Bücher sein, sie sind alle von der Zünde ersonnen und durch dir Zünde verkauft, so daß sie die ganze Ztadt, d a S ganze Bilk in Fäulnis zu bringen drohe n." Auch Erzbischof Dr. G r o e b e r hat in seiner Ostervredigt in Freiburg der wachsenden llnzufric- denhcit der katholischen Kreise und ihrer Entschlossenheit, in den Kamps für den Glauben cin- zutrcten, Ausdruck gegeben. Der Bischof von Regensburg Michael hat sich dieser Tage in einer Kundgebung entschieden dagegen verwahrt, daß der Verband der„Katholischen Aktion" in den amtlichen Pnblikalioncn als geheimer Verein angeführt und mit den Freimaurerlogen etc. gleichgestellt lverdc. Die„Actio kätholica" sei ein persönliches Werk des Papstes, der durch diese Bezeichnung schlvcr beleidigt sein müsse. Inzwischen ist aber ein neues amtlickeS Zirkular erschienen, in dem bestimmt lvird, daß die Mitglieder geheimer Vereine, unter denen neuerdings die„actio ralholira" angeführt wird, nicht in die nationalsozialistische Partei ausgenommen lverdcn dürfen. Heute werden überdies aus Köln und Mainz lvicder zlvei Verurteilungen von katholischen Geistlichen zu Gefängnisstrafen von vier und sechs Monaten gemeldet, weil sie sich in Privatgesprächen unter vier Augen(!) ungünstig über daS Hitlerregimc geäußert haben. Der eine der Verurteilten, der Ü ljährige Pfarrer I a n s c n, auS Köln, soll nach Verbüßung der Strafe noch „im Interesse der öffentlichen Sicherheit" in eine geschloffene A n st a l t cingclicfert werden. auserlegien Beschränkungen ständig lvachse— hätte zweifellos zur Folge, daß auch die übrigen Mächte, denen Rüstungsbeschränkungen auferlcgt wurden, ähnliche AnfrüstungSfordernngen stellen kviirden. Der französische Außenminister wird seinem englischen Kollegen in nächster Zeit jene Durch- führungSgarantien bekanntgeben, die Frankreich für notwendig hält, um eine Verletzung der geplanten internationalen Abrüstungskonvcntioncn zu verhindern. 20« Nazi gegen Revers entlassen 250* Sozialdemokraten Im GelOnitnls Wien, 6. April. Ans einem Empfang der Auslandspreise teilte der Staatssekretär für das SicherheitSwescn mit, daß sich in den österreichischen Konzentrationslagern gegenwärtig insgesamt 150 Nationalsozialisten und 114 Sozialdemokraten befänden. Die Negierung habe der geänderten Haltung der nationalsozialistischen Parteigänger Rechnung getragen und in den letzten vier Wochen 200 Nationalsozialisten entlassen. Diejenigen Nationalsozialisten, die sick freiwillig verpflichteten, nickt mehr gegen die gesetzlich bestehende Ordnung vor- zugchen, würden sofort entlassen; andere Verpflichtungen wurden von ihnen nickt gefordert. Dir Zahl der sozialdemokratischen Häftlinge in den Gefängnissen wurde mit 2000 bis 2500 angegeben. Genossin Wallisch des Hochverrates angeklagt Wien, 6. April. In der nächsten Woche wird die Gattin des Hingerichteten Gcnosien Koloman Wallisch vor ein Geschworenengericht gestellt werden. Sie wird znsannucn mit einer Genossin Marie F e r ch t n c r wegen Hochverrates angeklagt, da die beiden Frauen angeblich die kämpfenden Schutzbündler mit Rauchtvaren und Proviant versehen haben. Nach dem Tode ihres Gatten ist die Genossin Wallisch in der Untersuchungshaft volllomnicn zusammcngebrochcn. Vie Kolonisierung beginnt Lippowitz-Blatt geht in italienische Hände über Berlin, 0. April. Das DNB. meldet aus Wien: Wie verlautet, hat eine italienische Finanzgruppe die Aktienmehrheit dcS„Neuen Wiener Journal" erworben. Das Blatt soll zum Blatt des Hei- m a t s ch u tz e s anSgestaltet werden. Der Rest der Aktien bleibt in den Händen deS alten Besitzers Lippowitz. Damit habe Italien zum ersten Male direkt Einfluß auf die österreichische Publizistik genommen. Die neuen Vizebürgermeister Der ncucrnannte Bürgermeister der Stadt Wien hat zu seinen Stellvertretern ernannt: den Stellvertreter des Führers des Wiener Heimat- schntzcö den Major a. D. Lahr, den Kommerzialrat Kresse und den Schriftsteller Tottor Ernst Karl Winter. Ausgerechnet In Italien pomphafte„Parlaments"-Eröffnung Rom, 6. April. Das ncu„gc>vählte" italienische Parlament wird am 28. April unter besonderem Zeremoniell und mit bisher noch nie äuge tvandiem Prunke eröffnet werden. Ter König, die Königin»nd alle Mitglieder des königlichen Hauses Iverdcn sich an dieser Erüffnungsfitzung beteiligen. Eigene Galawagcnzügc werden den König, die Königin und die Prinzessinnen unter Geschütz- salve» und Glockcngcläutc znm Parlament geleiten. Der Küttig lvird dann von einem eigens er. richteten Throne aus die Eröffnungsrede halten, worauf alle 400 Deputierten nach Verlesung der neuen Eidesformel ihren Eid ablegcn. Pnul will seine Ahnen besuchen Chinesische Regierung droht mit Berhaftimg. Shanghai, 0. April. Die chinesische Regie- rung erklärte, für den Fall, daß Kaiser Puhi seinen Plan, nach China zu reisen, anöführcn sollte, seien sämtliche chinesische Staatsbehörden angewiesen, ihn s o f o r t z n verhaften, da er nach dem Gesetz chinesischer Staatsangehöriger sei und Hochverrat gegen die Chinesische Republik begangen habe, Um weitere politifchc Bcrtoicklnngen zu vermeiden, bitte die chinesifche Regierung die japanischen amtlichen Stellen, Kaiser Puhi in seinem eigenen Interesse, von einer Reise nach China a b z n r a t c n. Als Zweck dieser Reise war angegeben, daß Puhi die Gräber feiner Ahnen bei Peking besuchen wolle. 1,5 Millionen Schilling von Arbeitern für die Wiener Opfer gesammelt Wie», ü. April.(Eigenbericht.) Nach anfänglichen Schkvierigkeiten beginnt jetzt die Hilfe der internationalen Solidarität der Arbeiter für die Feberopfer tvirksam zu werden. Die Opfer der Wiener Febertage sollen wenigstens vor dem Hunger gerettet werden, durch den jie die offiziellen Stellen in die vaterländische Front hineinpressen möchten. Da jich eine Verteilung der gesammelten Gelder durch sozialdemokralifch gesinnte Personen als nicht möglich erwiefen hat, wurde mit der Durchführung der internationalen Hilfsaktion die Ortsgruppe der englischen Societh ofFriends betraut. Die Gesellschaft erhielt seitens verschiedener ausländischer Organisationen, Haupt- sächlich von englischen und französischen Gewerkschaften, einen Betrag von l,5, Millionen Schilling, um sie an die bedürftigsten Familie» zn verurteilen. Es sollen wöchentlich etwa 8000 Fainilien mit etwa 70.000 Schilling »ntersttiht werde». Weitere Unterstützungen wurden in Aussicht genonime». Die belgischen Arbeiter haben sich bekanntlich bereit erklärt, dauernd für die Kinder der gefallenen Schutzbündler zu sorgen. Frankreich macht auf die deutschen Rüstungen aufmerksam Seift 4 DamSlag, 7.'April 1034 Nr. 81 Riis der Hrbeiter-Turn- und Sporlbemegung Kreis-Kinderfest des V. Atus-Kreiscs in Teplitz Die Kiudcrabteilimneu habe» in den letzten Jahren eine sehr starke Auslvärlsbelvcgung zu verzeichne». Jin Gesamtvcrbaude ist die Anzahl der rur- nenden Kinder innerhalb vier Jahren von 8000 aus 20.000 gestiegen. Was das heizt, kann nur der ermessen. der die inneren Orgauisalionsverhältnisse beim Kinderinrne» in den Arbciterturuvereineu kennt. Die Aorturner sind Betricbsarbeilcr, die nach ihrer Arbeitszeit diese schwierige Aufgabe durchfühe». Zu 20.000 Rindern gehören mindestens 000 ständig I tätige Vorturner und 200 Erzieher. Diese Genosseu auszubilden, ersordect viel steil, viel Mittel seitens der Organisation und viel Idealismus seitens der Beteiligten. Die bürgerliche Turnbeiveguug hat das leichter. Den Betrieb leiten dort in der Hauptsache ja doch die Lehrer. Bei uns sind fast keine Lehrer als UebungSleitcr tätig. Welche Schwierigkeiten der Arbeiter hat, denr in vielen Fällen die Arbeitszeit nicht günstig liegt, dem als Funktionär oft der Arbeitsplatz gefährdet wird, braucht hier nicht geschildert zu werden. Das Kreiskindcrscjt soll nun nach äugen sichtbar diese Arbeit zeigen und krönen. Es ist auch gedacht als erster Aufmarsch in der neuen Rinder« und Jugendklcidung, Einigen tausend Kindern lvurde km letzten Jahre durch ihre Ellern und Vereine die neue Kleidung angeschafst. Wieviel Opfermut seitens der Eltern und der Vereine notwendig ist, weiß Ivlcdcr und der, der die Not in den Arbeiterfamilien kennt. Krone um Krone»ins; vom Munde abgcspart werden, um den Wünschen der Kinder entgegenzukommcu. Dafür wird der Lohn für die Eltern und Funltionäre beim Kinderfest nicht ansblciben. Teplitz ist aber auch gleichzeitig eine Borprobc für die Rinder, die mit »ach Prag fahren. '>000 Kinder in Teplitz in der neuen Kleidung und 1000 davon in Prag, das ist das Ziel, welmcS wir trotz Krise und politischer Verfolgungen, auch trotz Schikanen der Schulbehörden, erreichen. Sn tschechoslowakischer Staatsbürger heimlich in Sachsen erschossen Bei Neudorf, im Erzgebirge, aus dem Wege zur sächsischen Grenze, sand eine Arbeiterin einen mit Bleistift geschriebenen Brief, in Ivclchem ein unbekannter Schreiber bittet, man möge die Familie Körner, wohnhaft in der Nähe von Ko« motau, verständigen, das; ihr Anvertvandter. E d Win Steinert, tschechoslotvakischer Staatsangehöriger, unweit des sächsischen Städtchens Seifen tot anfgefundcn lvurde. Ei» Bauchschuß hatte ihn getötet. Außer der Adresse der Familie Körner sandelt die Leute bei ihm noch die Adresse einer Rosa Hengst aus Rirkan'-'.» Der geheimnisvolle Verfasser des Briefes führte weiter an, daß Steinert unter seltsamen Umslän- dcn gestorben und vorige Woche in aller Stille begraben tvorden lvar, wovon nicht cillinal seine Vertvandtcn in Böhmen verständigt wurden. Er selbst, der Bricsschreiber, habe keine andere Möglichkeit unsere Behörden zu benachrichtigen. Tie Brüxer Polizei beschäftigte sich mit dieser Angelegenheit und es kamen interessante Dinge zu Tage. Steinert Ivar zuletzt als Klempner beschäftigt und ging vor Weihnachten auf Arbeitssuche nach Sachsen. Bor einiger Zeit erhielt seine Mutter einen Brief, in welchem ihr der Sohn mittcilt, daß er von den Hakenkreuzlern fcstgenoni- men und ins Gericht nach Marienberg überführt wurde. Er führte jedoch nicht an, tvarnm er eingesperrt wurde und auch über sein tvcitereö Schicksal lvurde nichts besannt. Auü de» angeführten illnständen kann man entnehnlcu, daß eS sich wohl um die Ermordung eines Landsmau- neS„auf der Flucht" aus dem Gefängnis handelt. Schmücke dein Heim Die nationalsozialistische Jugendzeitschrift„Ju- gendland" erteilt der detitschen Jugend folgende merkwürdige Ratschläge: „Viele Jungen haben ein Bild oder einen alten Revolver über ihr Bett gehängt. So etlvas schmückt daö Zimmer und gibt sofort einen anderen Anblick. Aber eö gibt auch Kinder, die nichts haben, um ihr Zinuner zu schmücken. Auch für sie gibt eö schöne Gegenstände, die mau au der Wand befestigen kann, und die daran erinnern, daß man im Leben nicht nachlassen darf, sondern tapfer blei- bm mitß. Hat nicht zum Beispiel einer deiner Onkel einen alten Dolch aus dem Siebenjährigen Kriege? Erbitte ihit dir von ihm und nimm ihn als Zeichen des Kampfes, den jeder Junge um seine Entwicklung führen muß. Du lannst auch Pfeile und Bogen, eine Kürassicr-lluiförm oder einen Speer an die Wand hängen. Wenn du einen Bumerang besitzt, so kaitnst du ihn natürlich ebeilsalls aufhängcn. Es gibt viele Möglichkeiten, ein kahles! Zimmer in einen Raum zu verändern, in dem man> gern verweilt und dessen heroische Atmosphäre man einaintct." TagcsiMgkcltcn Die Rettungsaktion für das Schmidt-Lager Wautarrm, 0. April.(Daß) Die den gestrandeten Tschcljuslin-E.rpeditionSniitglicdcrn zu Hilfe geeilten Flugzeuge iverden nunmehr in Wanlarem konzentriert. Die Flugzeuge mit den Piloten Slepniw, Kamanin und Molokow wer« den mit der Bergung der Schiffbrüchigen beginnen und in erster Reihe jene an Bord nehmen, die durch den Aufenthalt ans der Eisschlollc am meisten entkräftet sind. Sollte sich die Aktion der Flugzeuge verspäte«, ivird sich eine Expedition mittels Schlitten zinn Schmidt-Lager begeben. Die letztere Aktion ist insolange nicht ausführbar, als die Eisschollen nicht ein lvmpakteS Ganzes bilden, um auf ihnen Schlittentransporte durchführen zu können. Die Flugzeuge Babuschkins und Knkanowowö werden ausschließlich zu dem allernotwcudigsteu Verkehr benutzt werden. Die Flugzeuge in Wankarem tonnten bisher keinen Rettungsflug unternehmen, da sie ein ununterbrochen anhaltender Schneesturm daran hindert. Im Schinidt-Lager ist alles in Ordnung. Die Gestrandeten arbeiten angestrengt an dein Ausbau des improvisierten Flugzeug-Landungs- platzes. Weltkongreß der Zwerge und der Riesen Aus Budapest tvird uns geschrieben: Vor einiger Zeit hat in der Weltpresse die Nachricht Aufsehen erregt, daß die Ztverge aller Länder in Budapest einen Weltkongreß veranstalten wol len. Zn diesem Kongreß haben sich bereits über 380 Zwerge angemeldct. Die GroteSkheit des Kongresses wird in nicht geringerem Maß« dura: den llntstand erhöht, daß die vorlvirgend als Artisten beschäftigten Leute übergroßer Statur zur gleichen Zeit einen„Weltkongreß der Niesen" in der ungarischen Hauptstadt veranstaltcu wollen. Auch die Borbereiluugeu zu diesem zweiten ungewöhnlichen Kongreß sind bereits so weit fortgeschritten, daß nach Blätterberichten nur noch die Festsetzung des genauen Kongreßtermi- ncs übrig bleibt, um Budapest zum Zusammen- lunstsori zweier sonderbarer Vcrsamntlungen zu gestalten. Bahnunfall in der Slowakei Frlsblock aus den Schienen. Sillei», 6. April, llntvcit der Station Piarg» auf der Strecken Zvolen rätst) stich der Personenzug Nr. 807 heute nachts ans einen Felsblock, der sich von einer Felswand löste und auf die Strecke gefallen lvar. Tie Lokomotive des Zuges entgleiste; verletzt wurde jedoch niemand. Der Verkehr wird durch llmsteigeu aufrechterhakteii. Indianer finden ein vermitztes Flngreu« und rette» eine» Urberlebende». Cali(Kolumbien), 0. April. Gotdsuchendc Guaqucro-Jndiancr fanden im Departement Bolivarvalle die Trümmer des seit dem 10. Mürz verschollenen Flugzeuges einer amerikanischen Platingrubcngcsellschaft. Vo>l der sünslövsigelt Besatzung lvar nur noch der Direktor der Grubengescllschaft namens Nelvton Marschall am Leben. Dieser war drei Wochen im Fiebcrsinnpf des Urwaldes umhergeirrt. Als die Indianer ihn fanden, war er völlig erschöpft. Er konnte nicht mehr sprechen. Die vier Begleiter des geretteten Direktors wa- ren bereits tot. Aus die Kunde von der Auffindung des Flugzeuges cnlsandtc die Grubeugescll- schast sofort ein Sonderflugzeug mit einem Arzt an den Fundort. Die Platin- und Goldladung des zerstörten Flugzeuges lvurde unversehrt geborgen. Die Grubengesellschaft ist stn nordame» rikanische Besitz. Explosion in einem Steinbruch Durch Geistesgegenwart gerettet Paris, 0. April. In einem Steinbruch in der Nähe von Bitre ereignete sich am Donnerstag eine Explosion, bei der durch umherfliegeude Eisenteilc zwei Arbeiter getötet und ein dritter lebensgefährlich verletzt lvurde. Aus bisher unbekannter Ursache platzte eine mit Kraslluft gefüllte Stahlflaschc. Der Aufseher, dessen Kleidung in Brand geraten war, hatte die Geistesgegenwart, sich in einen: Brunne n zu stürze». Er kam ohne Schaden davon. Der Fleischkonsum sinkt. Eiliem Bericht des BeterinürarzteS des städtischen SchlachthofcS in Warnsdorf, der in der«WarnSdorfer Volks- stiinnic" erschien, entnehmen wir, daß der Fleischabsatz in Warnsdorf im Jahre 1933 um 12 Prozent geringer ist als im Jahre 1932. Zieht man aber das Jahr 1913 zum Vergleich heran, dann ist der Jammer unserer Zeit noch sichtbarer, denn die Verringerung des Fleischab- satzes im Jahre 1933 gegenüber 1913 beträgt 33.8 Prozent. Also cs wird heute in der Haupt- sächlich von Proletariern bewohnten Stadt Warnsdorf um ein reichliches Drittel weniger Fleisch gegessen als in der Vorkriegszeit. Aber man muß gar nicht so weit zurückgreifen, um begreiflich zn machen, daß wir in Hungcrzeiten leben, sondern cs genügt, feslzustellcn, daß in: Jähre 1929 zur Beschaffung der Flcischnahrung in Warnsdorf nach 24,269.386 Ko verwendet lnurden, im Jahre 1933 jedoch nur 12,343.141 Lkronen. Das in einer Zeit, da der Ueberfluß al» Fleisch sprichwörtlich geworden ist, da hun- derttansende Schweine vernichtet werden, um dbn Fleischpreis zu hatten. Tödlicher Ehrgeiz. Die amtliche Untersuchung der Ursachen des Fliegerunglücks, das sich am Dienstag iil M i l o w i tz ereignete, hat folgendes ergeben: Der verunglückte Gefreite Punkochar hatte beim Scharfschießen aus dem Maschinen gclvchr auf ein Endziel nicht die vorgeschriebenc Anzahl von Treffern erreicht. Beim zweiten Anslug drosselte der Pilot Strnad entgegen den Vor- schristen die Gaszufuhr, um die Geschwindigkeit des Flugzeuges zn verringern und so dem Kameraden das Zielen zn erleichtern. Dieses Manöver ist namentlich in der geringen Höhe(80 Meter), in der das Flngzeug flog, sehr gefährlich. Zu all dem beugte sich der Pilot auch uoch aus den: Flugzeug hinaus, um die Schüsse Punkochals zu beobachten. Dabei neigte sich das Flugzeug uoch mehr auf die Seite und glitt längs des linken Flügels trudelnd zur Erde ab. Beide Flieger waren vorschriftsmäßig vor dein Flug von ihrem Kommandanten auf die genaue Einhaltung der Vorschriften aufmcrksain gemacht worden. Selbstnrord mit dem Dolch? Großes Aufsehen rief in Olmütz der Selbstnrord eines Kaval- lcrichauptmanns vom 2. Regiment, des zweiunddreißigjährigen Franz Klärt;, der im Jahre 1031 nach Olmütz versetzt wurde. Er lvar bei seinem Regiment außerordentlich beliebt. Gestern früh lvurde er in seinem Zimmer mit dem Dolch in der Brust aufgefunden. Angeblich hatte er die Tat begangen, lvcil er von Olmütz nach Leipirik versetzt lvcrden sollte. 48 Waggons Salz verbrannt. Durch eine Fcuerbrunft lvurde iu Boryölav in ein Magazin, das 43 Waggons Salz enthielt, vernichtet. Dec Schaden lvird auf 100.000 Zlost) geschätzt. Ein Fcuerbrunst lvurde iu Borhslav ein Magazin, ernstlich verletzt. Freigewerkschaftlicher Erfolg. Bei der Be- triebSauSschußlvahl der Firma Schroll in Halbstadt, tvo 38t) Arbeiter und Arbeiterinnen beschäftigt sind, erhielt die freigelverkschaftlichc Liste(Union der Textilarbeiter) alle fünf zu besetzenden Mandate. Die Hakcnlreuzler verloren das eine Mandat, das sie bisher inne hatten. »re„£f(&eljuftin"-e<&iWOrüfiWen Das in diesen Tagen hier eingctroffenc Phoro zeigt den Eisbrecher„Tscheljuskin", der später in der Arktis unierging, lvährend die Schiffbrüchigen sich unter Mitnahme des an Bord befindlichen Kleinflugzeuges auf eine treibende Eisscholle in der Bcringstraße rette» konnten. Das Flugzeug in: Vordergrund des Bildes ist eine von der russischen Regierung dem Eisbrecher „Tscheljuskin" zur Hitfelcistuug bcigcgeüencu Maschine». TvdeSopfcr von Erdrutsche». Infolge der anhaltenden Regenfälle sind an verschiedene» Stellen Mittel- und Süditalieuä neue Erdrutsche vorgckomnien, die auch Menschenleben forderten. So lvurde» in Reggio(Calabria) zwei Bauern, die mit Erdarbciten beschäftigt lvaren, verschüttet. Während der eine auf der Stelle tot lvar, koniüe der zweite mit lebensgefährlichen Verletzungen geborgen iverden. In Neapel begrub eine von Regen unterspülte Mauer 10 Kinder unter sich, die in der Nähe spielten. Zlvei Kinder fanden den Tod. Fünf Personen verbrannt. In der Ortschaft Denysolv bei Tarnopol brach ein Großfeuer aus, daS in kurzer Zeit das ganze Dors mit 180 Wohnhäusern und zahlreichen Wirtschaftsgebäuden cinäschcrte. Fünf Personen, darunter zlvei Frauen und zlvei Kinder, fanden in de» Flammen den Tod, zahlreiche Personen erlitten schlvere Brandlvundcn. Historisches Schloss niedergebrannt. In den gestrigen Vormittagsstunden brach in dem in seinen Grundmauern aus dem 12. Jahrhundert stammenden und im 16. Jahrhundert erweiterten Schloßbau des Kranichfelder OberschlosseS ein Brand aus, der die kulturhistorisch lvertvollc Schloßanlage bis auf die Grundmauern vernichtete. Das Schloß enthielt lvertvollc Sammlungen, u. a. eine Rüstkammer und eine Anzahl seltener Gemälde. Die Ursache des Brandes ist darin zn suchen, daß der Besitzer mit seiner Diönerschaft in dem vor dem Schloß gelegenen Garten Laubabfälle verbrannte und die Flammen plötzlich den die Schloßmauer umrankenden lvilden Wein ergriffen. Trotz des Einsatzes verschiedener Motorspritzen lvar iene Rettung nicht möglich. Bei den Löscharbeitcn erlitt ein Kutscher schwere Verletzungen, lvährend drei Feuerwehrleute, die verschüttet lvurden, noch rechtzeitig befreit iverden konnten. ES ist binnen weniger Monate dies der dritte Schloßbrand, der Thüringen hcimsuchte. Reiche DicbSbrnte. In der Mariahilferstraße in Wien lvurde in der Nacht auf Freitag in der Wohnung deS Kassiers der Nußdorfer Brauerei-AG. Du- schinsky ein Tresor aufgcbrochen. Die bisher unbe- kannten Täter erbeuteten Juwelen und Schmuck im Werte voll 80.000 Schilling sowie Bargeld, Lose und Wertpapiere im Werte von 20.000 Schilling. Wahrscheinliches Wetter heute: Ruhiges und im ganzen schönes Wetter. In den westlichen und mittleren Teilen des Staates teilweise leichte Nachtfröste, untertags mäßig warm. Auch int äußersten Osten BewölkungSabnahme, mäßig warm.— Wahrscheinliches Wetter m o r g e» S o n n t a g: Keine wesentliche Aende- rung. Vom Rundfunk Empfehlenswertes au» den Programme«» SamStag: Prag, Sender L.: 0.16 Ghmnastik. 10.06 Deutsche Nachrichten. 11.30 Schallplatte». 10.50 Frauenfunk. 18.10 Deutsche Sendung: Jugendfunk. 18.26 Heitere Einakter. 10.00 Deutsche Nachrichten. 20.30 Bunter Abend. 22.16 Schallplatte». Sender St.: 14.80 Schallplatte». 16.10 Deutsche Sendung: Lie- derkonzert. 16.60 Deutsche Nachrichten. 10.20 Schallplatte».— Brünn: 17.20 Weber-Lieder. 17.60 Deutsche Sendung: Liederstunde. 10.20 Brünner Kaserne, Hörfolge.— M.»Ostrau: 16.00 Nachmittagskonzert. 18.16 Arbeitersendung: FilgaS: Im Schachte un Jahre 1800.— Kascha«: 12.35 Mittagskonzert. — Berlin: 13.16 Tanzmusik. 18.00 Klaviermusik: Dach—Liszt.— Breslau: 18.50 Gitarren-Quartett. — Frankfurt: 24,00„Der Troubadour", Oper von Verdi(Schallplatten).— Heilöberg: 16.00 Unterhaltungskonzert. 18.20 Pfitzuer: Meister deS deutschen LiedcS.— KönigSwilsterhausen: 10.00 Hörfolge auS den Werken Knut Hamsuns.— Leipzig: 16.00 NachmittagSkouzert.— Wien: 16.40 Man- dolinenkoiizert. 10.35 Konzert: Weber: Oberon. «r. M Seite 5 TamStag, 7. April 1934 »Baterländische Wochenschau"— Pflichtvorlühruua Verschärftes Film-Rrginie in Oesterreich. Wien, 6. April.-Die Bundesregierung hat in einer Notverordnung die Filmzensur in Oesterreich eingeführt. In der Verordnung wird bestimmt, das; Tonfilme nur dann öffentlich vorgeführt oder zum Zwecke einer öffentlichen Vorführung einem anderen überlassen werden dürfen, wenn der Handels« und VerkehrSminisler im Einvernehmen mit dem llnterrichtsininister hierzu eine besondere Bewilligung erteilt hat. Ein Verstos; gegen diese Verordnung wird mit 'Geldstrafe bis zu zweitausend Schilling oder mit Arrest bis zu drei Monaten bestraft. Ilnter er- schivercnden Ilmständen können beide Strafen nebeneinander verhängt tvcrden. Auch aus den Verfall der Tonfilmlopien lau» erkannt lverden. Ja einer ziveiten Notverordnung lvird sodann die Verpflichtung der Lichtspieltheater zur Veröffentlichung der„Vaterländischen Wochenschau" in der Tonwochc erneuert und bestimmt, daß die Preise für die österreichischen Wochenschauen vom HandelSntinistcrinm im Einvernehmen mit den Handelskammern festgesetzt werden. AlltSgUches aus Südamerika Paris, ü. April. Die HavaS-Agentur meldet aus Bolivien, das; dort gestcrir ein Militäraasstand anügebrochen ist. Zwischen Fregucntan- tcn der Militärschule und Polizei kam eS zu einem scharfen Feuergefccht. Die Regierung konnte aber schließlich Herrin der Lage werden. Erklärung. Zu dem am 9. Feber 1984 unter dem Titel„Der stärkste Eiirdnick der Dr. Sekanina", in dieser Zeitschrift veröffentlichten Artikel, erklären lvwir, daß wir nicht behaupten können, daß Dr. I. Sekanina einen Hitler- Propaganda-Film für eine historische Quelle hielt, weshalb wir diese Behauptung, als auch die in diesem Artikel daraus gefolgerten Schlüsse, durch welche sich Herr Dr. I. Sekanina an seiner Ehre gekränkt gefühlt hat, widerrufen. Die Redaktion.' Ziegelwrrk abgebrannt. Am Donnerstag abend brach in den Zicgelwerlcn in Ditzingen(Oberamt Leonberg) Feuer aus. das von den Trockenräumen ausging und sich mit rasender Schnelligkeit über die ganzen FabrikSanlagcn ausbreitete. Obwohl die Feuerwehren von Stuttgart, Leonberg und Ditzingen rasch zur Stelle lvaren, konnten sie nicht mehr verhindern, daß das ganze Anwesen vis auf die Grundmauern niederbrannte. Die Ursache des Brandes ist noch nicht geklärt. Der Schaden dürfte in die Hunderttausende gehen. Rund 130 Arbeiter sind durch den Brand schwer betroffen. Taö Werl Ivar sehr gut beschäftigt. Drahtlos auf Mikrowellen? Wie aus Genua gemeldet wird, tvurden dort von dem intimen Mitarbeiter Marconis, Ingenieur Mathieu, neue interessante Versuche in der radiotclcgraphischcn und radiophonischen Transmission auf ultrakurzen und auf Mikrowellen zwischen zlvei Apparaie» vorgc- nonunen, von denen sich der eine an Bord eines Motorbootes in der Bucht von Tigullio und der zweite in Sestri Levante befand. Eine ESkadre britischer vtrosstampfflngzeuge startete zu Beginn dieser Woche von Singapore zu einem großen KrenzungSflng, der nmd fünf Wochen dauern wird. Die Eskadre wird hiebei für eine Woche in Manila auf den Philippinen und für zehn Tage in Hongkong Aufenthalt nehmen. Es wird daS der erste Fall sein, daß eine britische KriegSIuft- cskadre das Gebiet der Vereinigten Staaten besuchen lvird. Zu diesem großen KrcuzungSslug wurde die LOS. Eskadre kommandiert, die bereits zwei Fernflüge über je 20.00g Meilen unternoimnen hat. Die Eskadre fetzt sich aus großen Wasserflugzeugen vom Typ Southampton mit zwei Motoren zusammen, die sich im Fernen Osten sehr bclvährt haben. Auf dem Fluge nach den Philippinen tvird die ESkadre auch auf der Insel Borneo sanden und nach dem Besuch von Hongkong den Flug nach den nnabhängigen malayischen Bundesstaaten über die portugiesische Kolonie Macao antrcten solvie ferner mich drei Häfen in Französisch-Jndochiiia berühren. Der längste Flngabschuitt wird die Strecke zwischen den Philippinen und Hongkong in der Länge von 600 Meilen über dem offenen Meere sein. Ein neues Mikroskops Dor wissenschaftliche Mitarbeiter der Optischen Anstalt in Leningrad, hat eine mikroskopische Nadel konstruiert, die bei der ärztlichen Konsnltation überaus große Vorteile bringen dürfte. Es handelt sich um eine hohle Stahlnadcl, die 4 mm im Durchschnitt mißt, Er wurde erst 1931 von konnte elf Besonders gut furth-Expedition im Jahre 1930 äbgeschuitten. Ihre Ausbeute lvaren der 7469 Meter hohe Jongsong, dann der Nepal-Peak(7168 Meter), der Nyma-Pcal(7160 Meter) und der Rain« tagen-Peal(7106 Meter.). Völlig unerschlossen ist noch das Pamir-Gebiet mit einer Reihe von „Siebentansendern", darunter dem 7004 Dieter hohen Ztuugnr. Von den anderen Gebirgen Asiens ist der 6211 Meter hohe Ararat schon im Jahre 1829 von dem Engländer Parrot bestiege» worden, ebenso der höchste Berg des Kaukasus, der 6033 Meter hohe Elbrus. Sein Bezwinger ist der Engländer Freshficld(1808). Oblvohl auch in diesem Gebiet schon zahlreiche Besteigungen vorgenommen wurden, gibt cs noch eine Anzahl von „Brocken", die auch dem versiertesten Alpinisten stark zu schaffen machen lvürden. Unter den bisher uncrschlossenen Bergsteiger-Paradiese» wäre noch Neu-Guinea zu er- »vähnen, die Insel, die in der jüngsten Zeit durch ihre Goldfundc wieder berühmt geworden ist. Sie verfügt über eine erkleckliche Anzahl von Viertausendern. darunter der 4788 Meter hohen Earstenspitze, die also an Höhe dem Montblanc ebenbürtig ist. bestieg der Arzt Piccard aus Chamonix mit seinem; Führer Balmat Europas höchste Erhebung, den Montblanc. Schlag auf Schlag folgten dann andere, iuuner schwierigere Bergbesteigungen, wo- bei sich besonders die sporttüchtigen Engländer auözeichneten. Die berühmteste alpinistische Großtat des vergangenen Jahrhunderts war die Eroberung des Matterhorns durch den Engländer Whhmper, wobei rin Teil seiner Bergsteigerschar den Tod fand. An den Namen Whhmper knüpft sich auch die Besteigung der beiden Bergriesen in den süd- amerikanischen Anden, des 0810 Meter hohen Chimborasio und des 6992 Meter hohen Cotopaxi im Jahre 1880. Acht Jahre später bestieg der Engländer Vines mit seinem Schlveizer Führer Zurbriggen den höchsten Gipfel der Anden, den 7020 Meter hohen Aconcagua. Die wci- tcren Eroberungen der beide» waren dec 6660 Meter hohe Tupangato, der ebenso hohe Vulkan Jllampu und der 6468 Meter hohe Jllimani. In der Folge haben VineS und andere unternehmungslustige Alpinisten fast jährlich neue Angriffe gegen„Sechs- und Fünftausender" unternommen, aber die Zahl der noch unbezwungenen Riesen ist auf diesen» Kontinent fast unerschöpflich. Es gibt ganze GeüirgSmassive, insbesondere in den Gebieten voi» Peru und Bolivien, die bisher von einem Weißen nur vom Flugzeug aus oder überhaupt nicht gesehen wurden. In Nordamerika ist es der 6187 Meier hohe McKinley, der die Touristen einst init derselbe»» magischen Gewalt anzog, wie jetzt sein größerer Bruder in Asien. Der berühmtberüchtigte Nord- volfahrer Cook wollte ih>» 1906 als Erster bestiege»» haben, aber der Berg sand erst 1913 in Stuck seinen Bezwinger. Hoch war auch die Leistung des Herzogs der Abruzzen zu lverten, der 1897 dei» 6960 Meter hohen Mount Elias bestiegen hat. Damals galt dieser Berg als die höchste Erhebung Nordamerikas. Die unbesiegbaren Riese» der Erde Berggipfel, die noch zu bezwingen sind— Der Himalaya allein hat dreizehn„Achttausender" und über hundert„Siebentausender" »»an bisher im Hima» Siebentansender»erledigen". hat hierbei die deutsche Dhren- Die Giganten de» Schwarzen Erdteils Afrikas gewaltigste Berggipfel, der 6010 Meter hohe Kibo im Kilimandscharo-Gebiet, und der 6100 Meter hohe Ruvcnzori, sind bereits tviederholt bestiege»» ivorden. Der Atlas, der bis zu einer Höhe von 4700 Metern ansteigt, bietet bei all seiner romantischen Wildheit für den Touristen keine neuen Aufgaben mehr, da er vor ivcnigen Jahre»» durch eine Schlveizer kartographische Expedition vollständig durchforscht wurde. Eine unerschöpfliche Fülle von alpinistischen Möglichkeiten verinag der asiatische Niesen- kontinent zu biete»». Hier ist cs naturgemäß das majestätische Himalatza-Massiv, das auf die Bergsteiger und Forscher einen unwiderstehlichen Reiz auSübt. Das Hiinalala-Gebirge ist das cinzige der Erde, das Gipfel von mehr als 8000 Metern auftvcist; es kann gleich init dreizehn solcher Riesen anflvarten. Die höchsten' darunter sind der bereits erivähnte Mount Everest (8882 Meter), der 8720 Meter hohe Dapnang und der 8603 Meter hohe Kandchenjänga. Mit dem ersten Angriff» der im Jahre 1866 von den Brüdern Schlagintweit gegen die | Himalaya-Berge geführt wurde, hat der Ansturm anf diese Riesen begonnen. Trotz»inzähliger Versuche sind die Fortschritte auf diesem Gebiete nicht einmal imponierend. Den Brüdern Schlagintweit>var es gelungen, 6780 Meter hoch zu koinmen. Es dauerte fast siebzig Jahre, bis die Expedition des englischen Obersten Bruce auf dem Mount Everest eine Höhe von 8672 Metern erreichen konnte. Bon hier aus unternahmen die beiden tapferen Jungen Mallor»; und Irving den letzten Vorstoß z»»m Gipfel. Dian konnte sie noch mit dein Fernrohr bis zu ei»»er Höhe von 8700 Meter»» verfolgen» 8. August 1786 angesetzt wird. A»» diesem Tage dann entschwanden sie den Blicken ihrer Gefähr- mi,»»,»<»'•* ofttnmnnir n,u I wn. Sie hatten die höchsten Regionen erreicht, die eines Menschen Fuß je in den Bergen betreten, aber sic kamen von ihren» A»»Sflug nicht mehr zurück. Und der Everest ist auch heute noch »»»bezwungen... Der höchste Gipfel, der in der Himalaya- Gruppe bisher vollständig bewältigt werden konnte, ist der 7766 Meter hohe Kmnet, derselbe, den die Brüder Schlagintweit vor Jahrzehnten zu eroberi» versuchten. Sinythe bezwungen. Immerhin ■ laya-Gebiet Bor wenigen Tagen hat eine Expeditio»» Deutschland verlassen, die sich eine»» ne»»e»» Angriff aus bisher unbczwungene Berggipfel im Himalatza-Massiv zum Ziel gesetzt hat. Jeder Leser wird sich noch der heroischen Anstrengungen- erinnern, die in den letzten Jahren von dei» her-! vorragendsten Alpi»»iste»» der Erde gemacht ivur-' den, un» den höchsten Berggipfel der Welt, den i 8882 Meter hohen Mount Everest zu erobern. I Aber alle Tapferkeit, aller Opfern»»»! der kühne»»' Pioniere ist bisher an den ungeheuren Schwierig- l leiten gescheitert, die i daö Vordringen in diesem phantastischen Reich der EiSriescn zu einer schier unnlög- . lichen Aufgabe machen.. Immer sorgfältiger werde»» die Vorbereitungen, immer voliloinnicner die Mittel, immer größer die Erfahrungen, init denen jede neue Expedition in diesen schwierigen Kampf geht. Eines Tages tvird auch der stolzeste Gipfel der Erde bcztvungci» sein,— aber bis dahin wird es noch ungezählte Schwierigkeiten zu bewältigen geben. lind doch ist das Ringen un» den Mount Everest mir eine einzige Episode in dem große»» EroberungSseldzug. den die Alpinistei» aller Herren Länder gegen die Schar der getvaltigen Bergriesen führen. All die alpinen Heldentaten, die von den Pionieren der Bergsteigerkunst in den Alpen. Apenninc»» und P»;renäen vollbracht wurden, sind nur die erste Vorstufe zu den touristische»» Großtaten der Zukunft, und tuen»» es in dei» bekannteren Gebirgen Europas kaum noch einen Berggipfel gibt, der nicht von Menschen bestiegen| wurde, so ist die Zahl der jungfräulichen und unbesiegten Berge außerhalb Europas um so größer. Whymper, der Gröberer Die Alpinistik ist noch recht jungen Datums, wem» man berücksichtigt, daß der Beginn Hes große»» Eroberungszuges der Touristik mit de»»» und die an ihren» unteren Ende ein mikroskopisches Objektiv neuer Konstruktion und ai» ihren» unterem Ende seittvärts eine Beleuchtungsanlage besonderer Art aufweist. Bei der Untersuchung»vird diese Nadel in den Körper eingeführt. Die Strahlen, die durch die Beleuchtungsanlage auSgesaudt werden, durchdringen das hohle Innere der Nadel und erleuchten das Innere des Organs, in das die Nadel eingestochen wurde. Mit Hilfe dieses neue»» Mikroskops kö»»- ncu die inncrei» Orgaiie deö Körpers von Tieren und Me»»sche»» in der Bauchhöhle, in den Nieren, in der Leber, in den Muskeln ustv. in neunhundertfacher Vergrößerung studiert werden. Für die klinische Untersuchung der verschiedenartigen Geschwülste ist diese mikroskopische Nadel von überaus große Bede»»tung; so kann vor allen» die Diag»»osc bei Krebs- und Gehirntumoren viel leichter gestellt werden. Theater für die Note Armee. In Moskau wurde der Bau eines neuen Zentraltheaters für die Rote Armee in, Angriff genommen, dessen Znschanerrauin Platz fi'ir 8000 Zuschauer habe»» wird. DaS Gebäude wird die Form eines Pentagramm?(eines fünfteiligen Sternes— des Ab- Zeichens der Rotei» Arinee) habe»» und auf dem Dach eine 14 Meter hohe Statue eines Rotgardisten austveiscn, der in der Hand einen fünf- teiligen Stern init Neon-Beleuchtung halten wird. DaS Gebäude»vird einschließlich der Statue des Rotgardisten etwa 90 Meter hoch sein. Petroleum in Marokko entdeckt. Der Sonderkorrespondent des„Oeuvre" meldet, daß in Französisch-Marokko, unweit Tsclfat, eine»nächtige Petrolcuinguelle entdeckt Ivurde. Es wurde eine Gesellschaft zur Ausbeutung dieser Petroleumquelle gegründet, an der ftanzösischeS Kapital mit 80 Prozent»ind belgisches mit 20 Prozent beteiligt ist. Möbelfabrik durch Brand gefährdet. Wuppertal. Im Dachgeschoß der Barmer Möbelfabrik Auer u. Wellie, Ivo rund 100 fertige und 50 halbfertige Ziinmercinrichtungen lagerten, brach in der Nacht zum Donnerstag Feuer aus. Alle Löschzüge der Barmer solvie Elberfelder Feuerwehr wurden zurBrandbekämpfung aufgeboten. Nachanstrengender Arbeit konnte das Feuer, das auch die Nachbargebäude stark gefährdete, auf seinen Herd beschränk»»verden. Das Dachgeschoß Ivurdc ein Raub der Flan»men. Die darunter liegende»» drei Stockwerke blieben zwar vv»n Feuer verschont, habt I aber durch Wasser stark gelitten. taiß. Genau so erledigt O MIN O L sein Werk zur größten Zufriedenheit aller. Es putzt Herd, Stiegen und Fußböden, daß sie vor Sauberkeit glanzen! 0min „Alles sauber wie durch Zauber" Verschmelzung der Internationalen der Bau» und Holzarbeiter Die Vorstände der Internationalen Union der Holzarbeiter lJUH) und der Bauarbeiter- Internationale lBJ) beschlossen in ihrer Mitte Dezember 1933 stattgefundenen gemeinsamen Tagung in Paris ihre»» Mitgliedsverbänden die sofortige Verschmelzung der beide»» Internationalen zu in Internationale»» B u n d d e r B a u- u n d Holzarbeiter(JBBH) zu empfehlen. Die Vorstände haben sich dabei von der Erwägung leite»» lassen, daß z»oar die Eigenart der gewerbliche»» Verhältnisse in den verschiedene»» Ländern im Rahmen jedes einzelne»» Landes die organisatorische Gliederung u»»d die Aufgaben der Gewerkschaften bedingt, daß aber die V e r- schicdeilbcit dernationalenOrga- nisations formen kein Hindernis für eine Verschmelzung im internationalen Rahmen zu sein braucht; viclinehr glaubten sie, feststellen zu können, daß das N ebeneinan dcibcstehen verschiedener OrganisationSfonnen bereits in» Rahmen der vorhandenen internationalen Organisationei» ohne Schilden für die nationale oder internationale Tätigkeit möglich»var. Nachdem der in Paris ausgearbeitete, ausführliche BerfchmelzungSenttourf bei der in beiden Internationalen durchgeführten schriftlichen Abstimmung die erforderlichen Mehrheiten eindeutig erzielt— in der BI. wurde er fast einstimmig, in der JllH. mit Zweidrittelmehrheit ange»wmn»en— trat an» 24. März der in Paris provisorisch eingesetzte engere Bor st and des JBBH. zusammen, un» die z»»r Durchführung der Verschmelzung erforderlichen Maßnahmen zu ergreifen. Die Mitgliederzahl der Einheitsinternationale beträgt rund 850.000; eS sind ihr 58 Orga»»isatio»»en angeschloffe»»en. die sich auf 27 Länder verteilen. Rund um die— Aufrüstung „Die deutsche Abrüstung", so sprach Herr Göring,„ist eine Abrüstung der Tal!"„SprachS und bestellte bei Junkers 76 Bombenslugzengel" „Unsere Kriegsschiffe", bemerkte der amerikanische Diplomal,„sind gar nicht siir den Krieg gebaut! Sie dienen in Wahrheit dein Frieden——" „ des Massengrabes!" ergänzte ein Zuhörer ironisch. „Ich glaube", sagte der englische Korrespondent bedrückt und. schüttelte sorgenvoll feinen Kopf,„es gibt bald Kriegt" „Warum/" „Hitler hat Ivieder eine Friedensrede gehalten!" Ein altes, höchst cinnologeneS lateinischesSprich- »oort sagt: Willst d»» den Frieden, so riiste den Kriegt" Dies Sprichwort ist heute nicht mehr nio- dern. Heute sagt man: Willst du den Krieg, so rufe eine Abrüstungskonferenz eint" Die Rüstnngöindustriellen saßen m»s einer internationalen Tagung zusammen. Generaldirektor K. hielt eine zündende Rede, die in folgende Worte a»»S- klang:„Meine Herren, unsere Geschäfte gehen glänzend! Konkurrenzneid kennen»vir Rüstungsindustrie l- len nicht. ES ist, alles in allem, ein friedlicher Weit- . lauf zum nächsten Krieg!" ES»var im Jahre 1937. Tie Genfer Abrüstungskonferenz tagte znm sechzehnten Male. „Wissen Eie, tvaS mich»vundert?" sagte der sarkastische Journalist W. zu einem Kollegen,„soviel Konferenzei» und noch immer kein Krieg!" Pierre MMÄ MltWMMkll der Arbeiterfürsorge finde« jeden Samstag von 5—7 Uhr im Verein deutscher Arhei- I ter, Smekkagaffe Nr. 37, statt. ■ MSSSIIISMSIMHMMMUMMlMtl GetteS „Sozia kdeuwkrat SamStag. 7. April 1834 Nr. 81 PRAGER ZEITUNG Aus der Partei Vereinsnadiriditcn a. A I htnuc! 1? 3®’ V!.' t B e rt-: J?. e* 3iiftclltina ins Haus oder bei Bezug durch die Post monatlich Kd 16. lichcn bic erste Hilfe zulommen. verständigte die Rettungsstation und liest das Ehepaar nach Prag bringen. Allein Anschein nach, handelt eS sich hier um einen Fall von religiösem Wahnsinn. Der Schneider gehört mit seiner ganzen Fmnilie der Böhmischen Brüdergemeinde an und sein Fanalis- ninS ist in der ganzen Umgebung bekannt. Sonst sicht er ebenso wie seine Frau im Rufe eines ordentlichen und anständigen Mensche». Interessant ist, dast Hasel nickt wollte, dost der Arzt sein« Fran in Pslcgc nehme, sondern verlangte, dast ihm der Arzt bescheinige, dast„sein Bett rein sei", wie eö in der Bibel lautet. Die Fra« des Hasel befindet sich auf der Sckloffcr-Klinik und der Schneider selbst wird entweder ins Ge- sängnis oder in die Irrenanstalt gebracht wer- dcn. Mitteilungen aus dem Publikum. Bei Müdigkeit reiben loir Stirn und Schläfen mit Alpa-Mcnthol-Franzbranntwein ein und mastieren die abgespannten Muskeln. Alpa, das bewährte und seit vielen Fahren gebrauchte Hausmittel. 100 Prag, v. April. Am 22. November v. I. hat die 10jährige Franziska Peset, Gattin des-tijährigen Bäckermeisters Franz Peöel in dem Prager Aussenbezirk Streöovic ihren Mann durch einen Revol-bersch,ist indie linkeRücken- feite verwundet. Das Geschah blieb in der Muskulatur stecken und der Augeschosscne kani mit einer leichten Verletzung davon, von der ec nach vierzehn Tageir tvicder hcrgestcllt war. Franziska Peset, die sich gleich nach der Tat der Polizei gestellt halte, wurde des versuchten Mordes angellagt, denn trotz des glimpflichen Ausganges deutete die Art des Anschlages auf Tötungsabsicht hin. Heute stand die beschuldigte Frau vor den Geschworenen. Den Vorsitz führte OGR. S v a»i b e r a. Selten hat eine Verhandlung so tiefen Eindruck auf die Zuhörer gemacht, wie die Eiiwernahme dieser «»glücklichen Frau, obwohl die Anklage kein eben günstiges Bild von ihr entwirft. Die Anklageschrift schildert den Sachverhalt etwa in der Art, dast die im Jahre 1922 eingegangenc Ehe zunächst glücklich war, dann aber Zerwürfnisse ztvischen den Gatten eintraten, an denen der Angeklagten die Hauptschuld zukomme. Sie habe durch Unwirtschaftlich- keit und Unverträglichkeit gegenüber den Verwandten ihres Manner Anlast zn Streitigkeiten gegeben, wozu noch dir f i n a n z i e l l e vl U i n des Geschäftes kam. Schliestlich habe sie dann durch den heimtückischen Anschlag vom 25. November den blutt- gcn Schlustpunkt unter die eheliche Zerrüttung gesetzt. Wie stets in solchen Prozessen, drehte sich das Beweisverfahren vor allen« um die Aufhellung der Motive, der äusserlichen und seelischen Voraussetzungen und Beweggründe der unglückseligen Tat. Und da ist festzustellen. dast die Verhandlung ein tvesentlich anderes Bild ergab. Nach den ersten ruhigen Jahren der Zusammenleben-, dem zwei Kinder entsprösse««, trübte sich da» Verhältnis der Eheleute mit der fortschreitende«« Verschlechterung de» Geschäftsganges, vor allem aber dadurch, dast der Man«, angeblich zur Förderung de» Geschäftes feine Verwandten heranzog. Schliestlich quartierten sich sein Bruder und seine Mutter in der Häuslichkeit ein und nun begann eine Zelt der ärgsten Quälereien für die Angeklagte. Man«nutz bei Beurteilung familiärer Reibereien vorsichtig sein; aber in diesem Fall liegen GerichtS- akteu vor, die eine deutliche Sprache reden. Die Feindschaft der angeheirateten Verwandtschaft scheint von dem Zeitpunkt zu datieren, da sich die Angeklagte sträubte, das kleine Kapital, das sie in Form eines Liegenschaftsanteiles bejah, ihrem Mann. bzw. dessen Vertvandten bedingungslos auöznfolgen. Franziska P c s e k hat seinerzeit bereits die S ch e i d u n g eingelritet, aber mit Rücksicht auf die Kinder da» Kreuz dieser Ehe doch wieder auf sich genommen. Unter den Akten, die dem Gericht vorlicgen, befinden" sich überaus. bemerkenStverte. Da ist z. B. em 2» religiösem Wahnsinn seiner Fran die Hand abgehackt. Gestern früh ereignete sich in Hocni Po rernice bei Prag ein Fall, welcher einzig daste hcnd in seiner Art sein dürste. In den frühe«, i genommen hätte, den Stil der historischen Burleske, Morgenstunden kam der Schneider Anton Hajek! den er manchmal andeutrt, konsequent durchzuhalten, zu dem Arzt in. Orte und ersuchte ihn, gleich zu I so loäre das Stück von der kleinen Katharina viel« ihm in die Wohnung zu kommen, um ihm wich- leicht eine wirkliche Komödie geivorden. Aber soviel lige Dokumente auszufertigen. Der Arzt«vci- j Auslagen«nackt sich ein marktgängiger Lustspielasttor gerte sich erst dies zu tun. da eü sich ja nicht um in Paris so wenig, wie einer in Wien oder Berlin, eine» Schwcrkranlen handelte, sostdern nur dar- Hier studiert mau die geschichtliche Vorlage ein um, ein Schriftstück zu unterschreiben. Schlich- j wenig gründlicher, um sie mit mehr Systematik zu lich gab er nach. Ter Schneidermeister besitzt ein verfälschen. In Pari» vergewaltigt man den geschickt- Häuscken, in welchem er mit seiner Frau und! lichen Stoff Ivirklick ohne sichtbare Tendenz. Mm« seinen drei Kinder«, lebte. Aks der Arzt nun die Der Sonder,uq in da» Riesengebirg», der am 7. d. avgesertigt«verdc«, sollte, lvurde Ivegen Mangel a«, Anmeldungen abgesagt. Die Anzahlungen erstattet Kassa Nr. 15 Prag Masarykbahnhos bis 14. d. M. zurück. Statt diese» Zuge» wird ein Sonderzug nach der Niederen und H o b e n T a t r a an, 14. April für acht Tage zum Preise von 488 Kd expediert werden. Anmeldungen bei Kassa Nr. 13 Prag Masarykbahnhos. Jungen auf der Flucht in die Welt In der letzten Zeit wurden in Prag allein 440 entlaufene Jungen frftgrnammrn. Es ist erstaunlich,«vieviel Kinder die Flucht an» der Heimat ergreifen. Man bürt und liest darüber dauernd im Radio und in den Zeitungen. Sie laute» nicht nur aus Not oder Angst weg. Au» oft sehr begüterten Familien entlausen die Kinder au» Sehnsucht nach dem Abenteuer. Die Jungen stellen si bei den Fluchtversuchen sehr geschickt an, man must trannen. wie gut sie sich ohne Geldmittel weiterhelfen. Biele von den Entlaufenen kommen nach Prag, aber hier werden sie an, schnellste«, wieder fesige- nommen. Sie schlafen in Ttlephonzellen mnd in den Anlagen. Der Sozialfürsorge in Prag wurden in letzter Zeit 440 solcher jungen, Flüchtlinge über- acben und 300 von ihnen lebten zu Hause in ganz nuten Verhältnissen. Die nuisten dieser Burschen vollführten diese«, Streich in« Alter von 17 Jahren. 63 von ihnen sind noch nicht 14 Jahre und vier noch nicht einmal sechs Jahre alt. Morgen, Ssnutag, all« zu unserer ersten Wanderung 1 Air treffen einander an der Endstation der Linie 28 in Bokovice und marschieren Punkt halb 11 Uhr von dort ab. Mitzubringen: Wander« kleidnua. Essen im Rucksack oder Brot sack und gute Lmine. ten Experimentes einen letzten Versuch zur Auf- klärung des Tatbestandes zu machen. Der Bursche wurde näinlich in seine Heimat nach Zachow transportiert in der Hoffnung, dast er dort in einer Umgebung, die ihm aus frühester Jugend vertrant sei« muht», sein Erinnerungsvermögen vielleicht wieder- fände. Die Hoffnung hat sich dann auch tatsächlich erfüllt. Anfänglich zögerte zwar der Taubstumme, ging in der falschen Richtung, oder schlug einen verkehrten Weg ein, ganz so, als wäre ihm die Ortschaft, fremd und unbekannt, dann aber plötzlich rannte er direkt auf das kleine Häuschen des Ehepaars Mackovic zu, an dessen Türe er.dann, vor Erschütterung schluchzend, zusammcngebro- chen ist. Damit gilt der Beweis erbracht, dast eS sich bei dem jungen,«inbekannten Menschen in der- Tat um den seit 15 Jahren spurlos vcr- schwündenen Adoptivsohn der Eheleute Mackovic handelte,'der durch eine wundervolle Fügung des Schicksals rechtzeitig wieder auftauchte, um seine alten, betagten Eltern von einem furchtbaren Verdacht zu reinigen, vielleicht sogar ans den Strafversahrrn gegen die Schwiegermutter wegen eines Mrsserübcrfnlle» auf die Angeklagte, das mir deshalb eingestellt wurde,«veil die Angefallene sich grostinütig der Aussage entschlug; eine andere Strafanzeige gegen den Mann wegen brutaler Misthan dl n ng durch Fusttritte gegen ihren Leib wurde aus dem gleichen Grunde eingestellt. Neben den offcnkmidigen Gewalttätigkeiten gab es noch andere Peinigungen. Man drohte ihr dainit, das; man sic in« Irrenhaus schaffen, dast man ihr etlvas in» Essen mischen werde, was ihr schlecht bekommen solle usw. E» kam vor, dast sie. vor den Mißhandlungen durch das Fenster flüchten muhte. Unter den scheublichen Einzelheiten, die die Angeklagte.in ihrer Verantwortung vorbrachte und deren Wahrscheinlichkeit durch die vorliegenden Beweismittel gestützt wird, sei nur diese eine erwähnt: Der hochgradig tuberkulöse Schwager pflegte ihr in dir Suppe zu spucken mit der Bemerkung, sie müsse„früher verrecken alü er selbst". Dieser Schwager ist inztvischcn seiner tödlichen Krankheit erlegen. Der Gatte al» Beschädigter und Hauptzeuge bemüht« sich natürlich, da» Vorbringen der Angeklagten abzuschtoächen, denn zu widerlegen tvar e» schon mit Rücksicht auf die dokumentarischen Beweise nicht. Dieser Zeuge machte keinen guten Ein« druck. ES charakterisiert seine Gemütsart, wenn er selbst erklärt, er habe z. B. Kleider, die sich sein» Frau ohne sein Wissen anfertige,« liest,„zur Straf e"sürdiese.Eigen Mächtigkeit* zerrissen. In welcher Art er die„Unwirt« schaftlichkeit" seiner Frau betveisen will, geht am besten daraus hervor, dast er ihr vorrcchncte, sie habe einmal statt für 21 Kä mir für 17 Ke Fleisch gekauft und die restlichen 4 Kö„vergeudet". Diese Unwirtschaftlichkeit soll der Grund des geschäftlichen Niederganges gewesen sein. Seine Aussage, beschlost er in würdiger Weise dainit, dast er von seiner Frau für die Verletzung ein Schmerzensgeld von 1000 Ke verlangte und sich mit diesem Betrag dem Strafverfahren anschlost. Bei dieser Einvernahme kmn es mehrmals zu Unruhe im Audiiorimn, so dast der Vorsitzende mit Ermahnungen cingreifen muhte. Die Aussagen der anderen Zeugen lautete» meist in« Sinne der Verantwortung der Angeklagte««. Tragisch wirkte die Aussage des elfjährigen Tüchterchrn»:„Der Vater hat die Mutti»ft blangeschlagrn". Das Kind sprach nngczwungei« und natürlich und seine Aussagen machten einen durchaus glaubwür-- digen Eindruck. Es bestätigte auch die böse Rolle ver Schwiegermutter. Auf die Frage de» Vorsitzenden, ob sie zu ihrem Vater znrückkchren«volle(sie befindet sich jetzt in der Obhut einer Tante) antwortete di» llsine Zeugin entschieden:„Nein, ich fürchte mich vor dem Vaterl" Die» ist also der Hintergrund der eingeklagieit Tat. lieber deren Hergang selbst erklärt die Angeklagte, dast ihr Manu nach einem heftigen Aufirttle die Pistole gezogen habe. Sic habe sic ihm cntreisten wollen, eö sei zu einem Handgemenge gekommen und von dem iveltcrei« wisse sie nichtö.Tcr Mann behauptet dagegen, er sei ohne Anlast heimtückisch von rückwärts angcschossen tvorden. als er über einen Korb gebeugt das Gebäck abzähltc.- Dir Geschworenen sprachen die Angeklagten»it allen zwölf Stimme» frei. rb. Bei Tische säst die Frau de» Schneiders und stützte sich auf den Stumpf des rechten Armes. welcher vom Ellbogen ab mit einer Hacke abge schlagen war. Ringsherum tvar alles mit Blut noch„unberührten^ .....—1.|, g. vn)lj f lcvcn Hg,,d„ickt mehr blu- betrieb am laufenden Band gibt Vie richtige Brille Optiker Deutsch Prag II., Prikopy, Palais Koruna. Sport» Spiel• Körperpflege „2p»rtp«litische Rundschau.— Reue Sportzeitung" wird sich die Halbinonatsschrift betiteln, die der Landesverband Saar für Arbeitersport und Jugendpflege in Gemeinschaft«nit dem deut« ichen Arbeiter-Sängerbund des Saargebietes her- ansgibt. Tic Halbinonatsschrift wird neben dem Bindeglied der einzelne«« Verbände nnd Mitgliedern ganz besonders als Aufklärungsschrift im Zlainvfe gegen de» Fascismus und seine«» Terror im Saargebiet zu gelten haben. Die erste Nummer wird am 10. April erscheinen. mitzuteilen, dast sich seit etwa 18 Jahren in der Gegend rin armer, geistesschwacher tautstummer Bursch»,... dessen Herkunft und dessen Eltern völlig unbe kannt seien. herumtrcibe. Zusammen mit diesem Brief schickte er eine Photographie von dem Bedauernswerten ein. Der Untersuchungsrichter legte dieses Lichtbild den unter. Mordverdacht stehenden Eheleuten Mackovic dann auch vor, die beide unabhängig von einander in dem Unbekannten ihren verschollenen Sohn wiedererkannten. Trotz allem gab sich der Richter nicht zu frieden. sondern beschlost ein direkte» Verhör mit dein jungen Menschen, der vermutlich mit dem Verschwundenen identisch war, anzustellen. Zu diesen« Zweck wurde der Unbekannte in das Taubstummeninstitut von Prag iibergefiihrt, wo man.tagelang mit allen möglichen. Mitteln ver suchte, auo dem Unglücklichen etwas herauhzu- bringen. Aber alle Müh«'war umsonst—-der junge Mensch schien sich an gar nichts mehr er innern zu können," tvas seine Vergangenheit be traf: Den Behörden blieb daher nichts anderes, w_ übrig, als in der Form eine» immerhin gewag- Klauen des Henkers zu reisten" filme in frsger LIitilsDlßiiitarn bi» einschliestltch Donnerstag, den 12. April. llraniq;„Die Schlacht".— Adria:„Annette int Paradies".— Alfa:„D o n n c r ü b e r M e r i» ko"..— Avion:„Nackt wie der Ada»«".— Feniz; „Ihr letzter Rekord".—- Flora:„Die goldene Katharina".— Hvkzda:„Annette in« Paradies".—. JnliS:„Triumpli eine» grasten Diploinaten".■>— Kinema: Journale, Groteske, Reportage(halb 2 bis halb 8).— Koruna:„London«in« Mitternacht".— Kotva:„Ans dem Regen in die Traufe".— CItim« Pir:„Afere".— Passage:„Bubi".— Praha:„Ter Schuss im Panzcrgrwälbc".— Sknut:„Die Schlacht".— Svitozor:„Bubi".— Aeademia: „K atharina die Graste".— Bajkal:„Liebelei".— Belvedere:„Das HSnSchen in EmauS", — Brfeda:„Die sechs Frauen Heinrich» des Achten". — Earlton:„Die goldene Katharina".— Favorit: „Liebelei".— Macrska:„Der ewige Jude".— Sport:„Katharina d i e Grosse".— Baldek: „Die goldene Katharina". Die Hölle eines zerrütteten Ehelebens Mordversuch am Gatten Ein erschütternder Prozeß vor dem Prager Schwurgericht Kunst und Wissen „Die kleine Katharina", Komödie voi« Alfred S a v o i r. Wenn Herr Savoir sich die Mühe Vezirksorganifation Prag der Teatsitzen sozialdemokratischen Arbeiterpartei. Jahresversammlung am Freitag, den 13. April, nm 8 Uftr abend» int grasten Saale des Gctverkschaftübanses, Bergstein.-. Tagesordnung: Protokoll, Berichte, Neuwahlen. Anträge. Zutritt itur gegen Vorweisung der Parteilegili» «Nation. Sitzvng der Bezirksvertretung an« Dienstag, den l0. April, um 8 Uhr abends im Pnrteiheim. GEDENKET bei allen Anlassen der Arbeiterfürsorge! Der„ermordete" Gohr» rettet die Gltern Unschuldig unter Mordverdacht— Ein Rätsel nach 1b Jahren gelöst Ans Gründ eines anonymen Schreibens, das vor etwa 14 Tagen bei der Polizei in Pressburg einlief, witrde das Ehepaar Mackovic aus dem Dorfe Zachow verhaftet. Das Ehepaar würde beschuldigt, vor>8 Jahren seinen Adoptivsohn, ein geistig nicht ganz norinaleS und ansterden« taubstummes Kind, das seinerzeit unter rätselhaften Umstände«« verschwand, mngebracht zu haben. Trotzdem die Verhafteten hartnäckig leugneten, mit dem ihnen zur Last gelegten furchtbaren Verbrechen auch nur das geringste zu tiln zu haben, hielt der n«it der Ilnwrsuchnng des Falles betraute Richter/ den Haftbefehl aufrecht/ - Durch einen Zufall hat da»«« die gaitze An- gelegtnheit eine«ulerlvnrtcte Wendung genommen. Der Starost(Friedensrichter) einer Ortschaft in der Nähe von Ptcestbnrg: lack'-nämlich die Meldung über diesen Vorfall in der'' Zeifting nnd beeilte sich nun, dem Gericht in. Prestburg «einen ore« snnoeri««cuic. reu ui« jr miii vir I«iiii't ans Liebe, Weltgeschichte, Brutalität und einem Küche betrat, bot sich ihm ein entsetzliches Bild. Schust Esprit eine schlüpfrige Mischung und setzt sie einen« Publikum vor, das an derlei Kost weist Bott warum und welche» Gefalle«« findet. Irgendeine andere Lnstspielwirkung al» die Entwickl««ng eilte« Kokotte zu einer mit Massen- bespritzt. Die Fran, deren Hand nickt«nehr blu-1 betrieb am laufenden Band gibt es nicht. Die lete, fass stumpf und unbeweglich da. Auf dem Ebarakter« sind grob gezeichnet, ohne innere Eitt- Tischc lag die Bibel. Der Arzt liest der Unglück-«vicklung, ohne glaubhafte Problematik. ES ist schlver, solch ein Stück zu spielen. Man könnte vielleicht eine Revue daran- mach««««n«d ev ist schade, dast die Tapezierer nnd Fleischhändler, die heute Theater ! macken und den'Ton angeben, sich nicht an derlei Objekte, sondern an Shakespeare, Offenbach«ind Schiller halten..Denn hier würde kein Schaden angerichtet, sonder«« die Langeweile durch befriedigte Schaulust gedämpft.— In der Aufführung des deutschen Theaters erfüllte«« die Bühnenbilder von Han-Burger diesen Anspruch, sie wären ' der passende Rahmen zu einen« Rokokomärchen gewesen, zu dem aber sonst jede Stimmung fehlte. Es wnrde recht schleppend, matt nnd phantasielos ge- I spielt, gerade, lveil die Regie anscheinend da» Stück als historisches Drama nnd völlig ernst nahm. So klangen gute Einzelleistungen zu keinem stimmungsvollen Ganze«« znsanunen. Schauspielerisch am stärksten Ivar wohl Sch merze««reich» Grossfürst Peter. Der manische Troglodyt wurde präzis gezeichnet und in der Abdankungsszene dem Zuschauer menschlich nahegebracht. Lebendig war auch die Zari«« der Meller. Ströhlin entledigte sich«nit Anstand der undankvaren Roll« de» Grafen Lanskoj, der al» biscrucllc Zwitternatur zwischen Peter«md Katharina gestellt ist. R e n n e r freute sich an der drasttschen Derbheit dev Potemkin, Frau Reiter in ähnlicher Weise der saftigen Ordinär» beit der Herzogin von Anhalt-Zerbst. Die' kleine Katharina spielte RiaTbiele. Sie würde änsterlich— auf jeden Fall weit mehr al» die Berg- »er— dem Tvpu» wohl entsprechen, war auch sehr nett äl» naive Anfängerin. Die Frau, die nach der Krone greift, die Männer bändigt«mb mit der Macht auch die Liebe mastlo» zu geniessen wetst, glaubt««um dieser Frm«, die doch weit mehr ein Girl al» ein Vamp ist, denn doch nicht. Demi al» Reichskanzler Ivar stilvoll«md seriös, Edith Hagen eine sehr operubafte Mätresse.— Ter Abend war demnach keine Unterbrechung de» AbsterbenS-Revertoirc» einer Bühne, die sich allenfalls darauf berufen kann, nicht die einzige zu fein, die diesen Weg geht. E. F. Wochenspielplan de» Neuen Deutschen Theaters. SamStag, halb 7, Wagner-Zyklu» IV. Gastspiel Alfred Jerger: Die Meistersinger von N ürnberg. D 2.— Sonntag, halb 8: Der junge Baron Neubau»; halb 8: Julius Caesar, Gastspiel Erust Deutsch, C 2.— Montan. 8: IV. Philharmonisches Konzert, a. A.— Dienstag, halb 8: Boris Gudonow. Mittwoch, halb 8: Die Gefangene, BI.— Donnerstag, halb 8: D i e kleine Ka- tharina, C 1.— Freitag, halb 8: Ein Maskenball, D 1.— SamStag, balb 8: Die lustige Witwe. A 1. Wochenspielplan der Kleine« Bühn«. SamStag, 8: Die Gefangene, Gastspiel Ernst Deutsch.— Sonntag. 8: Kosmetik.— Montag, 8: Die graste Chance, Bankbeamte und freier Verkauf. — Dienstag, 8: Die Gefangene. Gastspiel Deutsch.— Mittwoch, 8: K o» metik.— Donnerstag. 8: KoSmetik.— Freitag. 8: G a stein, volkstümliche Vorstellung.— SamStag, halb 8: Schicksal, Uraufführung.