Einzelpreis 70 Hefter (einschließlich 5 Heller Porto) IENTRALORGAN PER DEUTSCHEN SOZIALDEMOKRATISCHEN ARBEITERPARTEI IN DER TSCHECHOSLOWAKISCHEN REPUBLIK ERSCHEINT MIT AUSNAHME DES MONTAG TÄGLICH FRÜH. Redaktion und Verwaltung frag xii, fochova«. telefon smf7.-Administration telefon swe. HERAUSGEBER! SIEGFRIED TAUB. CHEFREDAKTEUR! WILHELM NIESSNER. VERANTWORTLICHER REDAKTEURi DR. EMIL STRAUSS, FRAG. 14. Jahrgang Samstag, 14. April 1934 Nr. 87 Bernaschek dementiert seinen Uebertrltt zu den Nazis Linz, 13. April. Die drei Führer deS ober» Iftrrreichischen republikanischen Schutzbundes Vernasche k, Ho»Ska und S ch l a d i n, die vor nirtit langer Zeit auS der Hast des Landcs- gerichteb in Linz flüchtete» und jetzt in München weilen, dementieren im„Linzer BoltS- tlatt" dns Gerücht, dah sie zu den deutschen Ratio- nalsozialisten übrrgrgangen seien. Heimwehrschleßstatte mit Dynamit gesprengt Die Sckießstätte der Heimwehren in S t e i n- bichl im Salzkammergut, die erst vor kurzer Zeit errichtet Ivurdc, wurde Donnerstag abends zum größtenteil durch die Explosion einer Thna- mitpatrone. die unbekannte Täter in der Umgebung der Tchießstätte vergraben und zur Explosion gebracht hatten, vernichtet. In der Nähe wurde noch eine zweite Dynamitpalrone gefunden, die aber nicht explodiert Ivar. Logar die LportpiLtre verden gestohlen Bic der„Telegraph" mitteilt, wurde am greilag der Spielplatz des aufgelösten sozialdemokratischen Sportverein»„Red Star" im 16. Wiener Bezirk in die Verwaltung und Benützung des bürgerlichen.Sportklubs„Austria" vom Wiener Magistrat übergeben. Auch der Sportklub des aufgelösten sozialdemokratischen Sportvereins Favoritcner AC wurde am Freitag zur Benützung dem Sportverein Favoritener Sportklub übergeben. Nazl-Propasandamaterlal beschlagnahmt Linz, 13. April. In der Nacht zum 12. April haben sich bei RaniShofen bei Braunau am Inn Personen imter bedenklichen Umständen Herumgetrieben. Durch die von der Gendarmerie eingeleiteten Erhebungen wllrde festgestcllt, daß in einem leerstehenden Keller im sogen. Buch- wald 55 Pakete mit verschiedenem nationalsozialistischen Propagandamaterial im Gewicht« von 246 Kilogramm und zlvei Pakete mit 46 Papier« bollem samt den dazugehörigen Zündschnüren lagern. Auf jedem Paket war die OrtSbezeich- nung ersichtlich gemacht. Die Papierböller waren zum großen Teil in reichsdeutsche Zeitungen eingewickelt. DaS gesamte vorgefundene Material wurde beschlagnahmt. Bedingte Zustimmung der Frontkämpfer zu den Sparplänm DoumergneS. Paris, 13. April. Der außerordentliche Kongreß der ehemaligen Frontkämpfer nahm die Regierungsentwürfe und damit die dreiprozentige Herabsetzung der Jnvalidengenüsse, soweit Re Erhöhung der Altersgrenze für die Pension der ehemaligen Frontkämpfer, aber er st ab 193 4, an. Zu den übrigen Enttvürfen sprach der Kongreß seine Vorbehalte aus und lehnte insbesondere die Ausscheidung der Frontkämpfer- Pensionen ans dem ordentlichen Budget und deren Einreihung in die aus dem Reingewinn der staatlichen Lotterie durchzuführenden Zahlungen ab. Protestaktionen Der kommunistische Arbeitsverband hatte für heute die Einstellung der Arbeit auf eine Stunde und im Verkehr auf fünf Minuten zum Zeichen des Protestes gegen die Regierungsdekrete aus- gerufen, mit denen die Gehälter der Staatsbeamten herabgesetzt werden. Der Allgemeine Arbeitsverband(CGT.), der die Mehrzahl der Gewerkschaftssyndikate in sich konzentriert, hat für Sonntag eine Volksversammlung einberufen und will anfangs nächster Woche zu einer Protcst- akiion schreiten. kuklsnds Bedingungen für den Völkerbund-Eintritt London, 13. April.(Reuter.) Zu den Schweiz und andere Länder, leicht überwunden Meldungen einiger Blätter, das; die Regierung der! werden könntest, w e u n G r o h b r i t a n n i e n Sowjetrepubliken für den Eintritt in den Böller- u n d F r a n k r e i ch g a n z k l a r r r l l ä» bund einige besondere B c d i n g u n g r n! r e n w ü r d e n, d a st d i e 2 o w j r t n n i o n aufstellc, erfährt das Reuter-Büro, das« die Frage im P ö l k r r b u n d b r g r ü h 1 werde» drS Bcrhältnissrü Sowjrtrutzlands zum Bölker»' ni ii r b r. Sowjetrutzland wollte seine Anwesen» bund noch nicht in das Stadium der Debatte über i heit nicht dort anfzrigcn, wo cs nicht genehm wäre, die praktischen Bedingungen gekommen sei.! und würde nicht über Borschläge erwägen, durch Informierte sowjetrussischc Kreise glauben,- welche es in eine untergeordnete Ditua» das? die untergeordneten Schwierigkeiten, wie die, tion im Hinblick zu anderen Mächten gelangen Nichtanerkennung SomjrtrnßlnndS durch die> würde. 0er Anschlag Unter den Linden Handgranate von einem Hausdach aus geworfen Berlin, 13. April. Der Polizeipräsident in Berlin gibt bekannt: Der Maler Erwin Schulze, der sich unter dem dringenden Verdacht, den Handgranatenanschlag llnter den Linden am 21. März 1934 ausgeführt zu haben, seit dem 1. April 1934 in Hast befindet, hat die Tat eingeftanden. Das Geständnis bestätigt die in den Berliner Morgenbkättcrn vom 12. April bekanntgegebene Veröffentlichung, daß die Handgranate aus deni Dachgeschoß des Hauses Unter den Linden 75/76 geworfen worden ist. Nähere Einzelheiten können in» Interesse der weiteren Untersuchung noch nicht bckanntgrgcben werden. Löhne und Gehalter Im Dritten Reich Der Rückgang der Gehälter und Löhne in Deutschland im letzten Jahr wird in der eben veröffentlichten Bilanz des großen deutschen Konzerns der I G.- F a r b e n anschaulich vor Augen geführt. Die Zahl der Angestellten der Firma stieg im verflossenen Jahre nm 15 Prozent, während der Gesamtbetrag der Ausgaben für die Gehälter und Löhne bloß eine Erhöhung um zwei Prozent erfahren hat. Zu Ende dcö Jahres 1932 beschäftigte der Konzern 97.405 Personen. Für Löhne und Gchälier wurden>73 Millionen, für soziale Abgaben 10,390.009 Mart verausgabt. Ende des Jahres 1933 betrug die Zahl der Angestellten 112.571, während, für Löhne nnd Gehälter in diesem Jahre 176 Millionen und für soziale Abgaben 10,370.000 Mark auögegcbcn wurden. Ein Kunststück Deutsche Rote„rechtfertigt" Erhöhung deö RüstungSbudgetS London, 13. April. Die deutsche Antwort an die britisch« Regierung betreffend die Erhöhung deS vorläufigen deutschen HeereSbudgetS befindet sich bereits in den Händen der Abrüstungs- subkommission des Kabinetts. Es ist noch nicht bekannt, ob die deutsche Antwort eine neue Note seitens Großbritanniens erforderlich machen wird. In der deutschen Antwort wird nach einer Reuter-Meldung dir Erhöhung gerecht- fertigt nnd dargelrgt, daß sie mit dem Versailler Vertrag in Nedereinstimmnn g(?) steht. Neue Inlandanleihe der Sowjets Berlin, 13. April. Die Sowjetregierung plant, wie DNB ans Taikin meldet, die Auflegung einer neuen Inlandsanleihe in Höhe von 6 bis 8 Milliarden Rubel. Mit Hilfe der Anleihe soll ein Fonds zur Deckung der Kosten deS zweiten FünfjahreSplanes gebildet werden. Die jüdische Ahnfrau Per AMMvam«es M„rahrers Vatikan kontra HitlCI* In einer Ansprache des Papstes an die Delegierten der katholischen^ngcndvcrbände anläßlich ihres Aufenthaltes zu Ostern in Rom. die erst jetzt in ihrem vollen Wortlaut bekannt wird, hat das Oberhaupt der Kirche in ungewöhnlich energischer Weise in den Streit der katholischen Kirche mit dein nationalsozialistischen Regime eingegrifsen. Peinvoll sei die Stunde, täglich kämen leider nicht gute Nachrichten und Viele der katholischen Iungmännerberbände in Deutschland hätten schon Beweise wahrhaft mär- tvrermäßigen Glaubens und ihrer Treue geben müssen. Für alles, wa-S die„geliebten Söhne" in Deutschland schon leiden mußten und vielleicht noch leiden würden, gratulierte ihneu der Papst herzlichst und versicherte ihnen:„Wir werden, wo immer es nötig sein wird, für sie kämpscn". Und weiter:„Wir werden, was es auch immer kosten wird, seien Sie sicher, immer die Wahrheit sagen und die Wahrheit verteidigen und damit Ihre Rechte, dir die Rechte des Gewissens sind" nnd der Papst sprach mit Beziehung ans das, was der Nationalsozialismus erstrebe: .Nicht nur ein falsches Christentum, sondern wahres Heidentum". Seine Rede klang in die Aufforderung zum AuSharren im Kampfe gegen den Noziterror aus. Bei dieser offenen Kampfansage erinnert man sich daran, mit welcher Eilfertigkeit sich der Vatikan bei Hitlers Machtantritt dem neuen dik- tatarischen Regime anznpassen verstand, man bat auch nicht daran vergessen, wie jubelnd unsere politischen Exponenten der vatikanischen Politik, die deutschen Christlichsozialen, die Herr- schäft deS braunen Banditentums, solange sich sein bestialischer Terror nur gegen die sozial!- stische Arbeiterschaft und die Juden kehrte, begrüßten. AlS die demokratische Verfassung ver- nichtct wurde, als die politischen und gewcrl- schaftlichcn Arbeiterorganisationen zerstört, zahl- lose Menschen„auf der Flucht erschossen", in den Konzentrationslagern zu Tode gemartert oder zu Krüppeln geschlagen wurden, als die Nacht des Grauens über Deutschland hercinbrach, war von katholischer Seite nicht c i n Wort, nicht e i n Schrei des Entsetzens und des Protestes zu hören, vielmehr traten die Repräsentanten des Katholizismus ein Jahr später in Oesterreich getreulich in die Fußstapfen der Hitler und Goe- ring und errichteten dort nach einem unter Män- nern, Frauen, Kindern und Greisen angcrich- teten Blutbadc ihr„christlich-autoritäres" Regime. In Deutschland hat der Katholizismus der Machtübcrgabe an Hitler eher in die Hände gearbeitet, als ihr einen nennenswerten Widerstand entgegcnzusetzen. Wenigstens war dies in letzter Zeit vor dem Anbruch der nationalsozialistischen Herrschaft der Fall und es konnte sogar geschehen, daß ein Mitglied des Zentrums, Herr von Papen, den man unzweifelhaft als einen Vertrauensmann des Vatikans ansprcchen durste, dem Nationalsozialismus die Wege zur Regie- rung ebnen half. Die Politik des Vatikans war eben immer eine solche, daß sie sich stets mehrere Eisen im Feuer hielt, für die Weimarer Ver- fassung cintrat, solange diese fest im Sattel zu sitzen schien, als diese aber in Gefahr geriet, legte sie offensichtlich auf die Koalition mit der Sozialdemokratie zur Verteidigung der Weimarer Verfassung keinen Wert mehr. Im allgemeinen gilt bei der Politik der Kirche die Regel, sich mit jedem herrschenden Regime gut zu stellen, um dabei ihren eigene» Vorteil zu wahren und das glaubte sic auch dem braune» Fascismus gegenüber erreiche» zu können. Man rühmt der Kirche ungeheure Klugheit nach, doch ihr schon im Sommer deS Vorjahres abgeschlossenes und im Ikonkordat zum Ausdruck gebrachten Bündnis mit dem Nationalsozialismus zeugt von einer für sic blamablen Dummheit, denn sie Sette r SrttttMnft, 14. Avril 1334- Nr 87 bildet? sich ein, sich durch dieses Bündnis mit dem FaseiSmuS in der Macht teilen zu können Mussolini brauchte eine Reihe von Jahren, ehe er den Vatikan dazu bewegen konnte, einer Einigung mit ihm znznstimmen und er muhte ihm nicht unerhebliche Konzessionen machen. Auch gegenüber anderen Staaten spielte der Papst den Spröden, doch in der nationalsozialistischen Diktatur, in der er mit Recht ein stock- reakionärcS System erblickte, vermutete er nur Vorteile in bezug ans die geistige Bevormun- düng der Menschen zu erkennen und überschlug sich förmlich im Eifer, mit ihm ein Konkordat abzuschliehcn. Bcrcitwilligst wurde.Hitler alles miSgclicfcrt, was er verlangte: die politischen und gewerkschaftlichen Organisationen, die Presse, das Recht der politischen Betötigiing. kurz alles bis auf den— erhofftenI— Einfluß auf die Jugenderziehung. Dieses eine Gebiet, die Schule und de» Einfluß auf die Jugend, erhoffte die Kirche als Veuteonteil zugewirfen zu erhalten— sie muhte eine bittere Enttäuschung erleben! Dem zur braunen Kultur erwachten Deutschland fiel eS nicht ein, bei der Erziehung der Jugend mit dem KlerikaliSmuS Halbpart zu machen, er will die Jugend und muß sic, wenn er seine Macht erhalte» will, ausschlichlich in seinem Geiste formen und kann sich dabei von niemandem her- einreden lasse». DaS hat bald nach Abschluß deS Konkordats zu Konflikten gcsührt, die heute so weit gediehen sind, dah viele katholische Geist- liche verprügelt wurden und die Nazis immer neue Gewalttaten auch an katholischen Gläubigen verüben, daß die von verschiedenen katholischen Bischöfen gehaltenen oppositionellen Predigten einen groben Zulauf haben, dah zwei der nationalsozialistischen Propagandabücher auf den Index gesetzt wurden und dah sich gemeinsam mit den Marxisten Hunderte von Geistlichen in den Konzentrationslagern befinden, die dort, soweit eventuelle Prügel ihnen noch die Sammlung übrig lassen, anSgiebig über die Weisheit des Vatikans Nachdenken können, der erst jetzt zu er- kennen befindet, dah sich die nationalsozialistische Ideologie mit den Glaubenssätzen der Kirche nicht vereinbaren läßt. Indessen läßt sich der braune FalcismuS darin nicht stören, auch die katholische Tilgend in die Hitlerjugend hinein- zupressen. Wann und wie der Konflikt enden wird? Es wäre ein Trugschluß, auf ihn irgendwelche Hosflmngen zu setzen. Dem regierenden Nazitum schafft der Streit Aerger und Ungclegenhestcn, aber man darf nicht übersehen, dah der Vatikan gegen daS fascistischc UntcrdrückungSsystcm nicht daS geringste einzuwcnden hätte, wenn eü ihm einen gewissen Anteil daran sichern würde. In dem Augenblick, da die Regierer erkennen werden, dah es für sie vorteilhafter ist, der katho. lischen Opposition etwas entgegenzukommen, wird die Aussöhnung erfolgen und die heute vcr- dämmen, werden dann mit denrselbcu Glaubens, eifer die fascistischc Gewaltherrschaft segnen. An der Bedrängnis, in der sich die katholische Kirche heute in Driüschland befindet, ist sic selber nicht unschuldig, ihre Opposition kämpft nicht fiir die Freiheit an sich, sondern nur um ein Stück der Bei. Ministerrat noch zu eigenen und wenn man sieht, wie sie bcifpiclS I weise in Oesterreich von dieser Gebrauch macht, dann darf sie sich nicht darüber wundern, wenn die sozialistische Arbeiterschaft durch die Schmer- zrnSschreie, die sic jetzt auSstöht, nicht allzu sehr ergriffen ist. WäbrunzSsenkimg. noch an einem letzten Regierunsskommissör für Schenker& Co. grundtiefer Heuchelei zu erklimmen vermögen, die wirklich reichlich sanfte Abwehr der Demvlratic so zu„brandmarken" l K. L. neue Pilgerfahrt Starhembergö zu Mussolini Wien» 18. April. Der BundcSführcr des Heimatschußes Fürst Starhemberg begibt sich in den nächsten Tagen wieder»ach Rom. Prag, 18. April. In dem spät abends ans» gegebenen Bericht über die Sitzung des Ministerrates wird nach Aufzählung verschiedener Regie« rungsverordnungen, die genehmigt wurden, lediglich erklärt, dah der Bericht über die Verhandlim- gen der Ministcrstibkominissiioncn, Ivelchc die Anträge der allernächsten Parlaments- und Regie- rungSarbeiten vorbereiten, zur Kenntnis genommen wurde. Einzelne dieserAnträge wurden genehmigt und die restlichen zur beschleunigten Behandlung zngclvicscn. Ferner wurde die Ernennung des Vorsitzende» und bcv Verwaltungöausschusses sowie des AussichtorateS des Reeslompte-JnftituteS beschlossen. Ob, bztv. lvas in Angelegenheit der Anstellung der Spenden für die Hinterbliebenen dec Osseker Opfer beschlösse» wnrde, ist in dem amt- Irüieüwrlomslrei niemand in der verrotteten und verruchten Tschechoslowakei? Und gar erst die grauenhafte Erbauung von gedeckten Tribünen im Aussigrr Stadion, die gerade von Sokoln das erstemal benützt werden sollen! Ein von wahret».Hakenkreuzgeist erfüllter detttscher Turner wird dann wahrscheinlich die so freventlich entweihten Tribünen nie betreten... Und in den reichsdeutschen Stadtvertretungen hat man doch Wohl alle Richt- hitlerianer sitzen lasten? Doch daS ist noch nicht alles; es gibt der Tschechoslowakei weiter: Marxistische Mehrheit in Ausfiz. In Aussig hat die Stadwertretvng, nach dem die deutschen Sozialdemokraten an Stelle der eingezogenen Mandate sechs neue Sitze zuerkannt erhielten, nunmehr eine absolute marxistische Mehrheit, mit den tschechischen Stimmen zusam men sogar eine qualifizierte Mehrheit. Auf der Tagesordnung der ersten Sitzung der neuen Stadt- vertretnng in dieser alten deutsch-böhmischen Stadt standen— ein Zeichen der Zeit!— die beiden folgenden Punkte: 1. Umbenennung der Dresdener Straf.e in Masaryk-Strafie, 2. Be- lvilligung von Geldmitteln zur Erbauung von gedeckten Tribütten im Anssiger Stadion, die bei dem diesjährigen tschechischen Sokolfest ihrer Be- itimmttng übergeben werden sollen. Ist daS nicht entsetzlich, schrecklich, unaus denkbar fürchterlich? Die Dresdener Straße wird! Helten auch noch einen solchen.Gipfelpunkt ab- Masaryk-Straße genannt! Hat man jemals ctlvaö*— grausigeres vernommen? An eine Horst-Wessel- Straße oder an einen Hitlcrplatz dettkt tvohl Prag, 13. April. Das Innenministerium Hai heute für die Firma Schenker n. Co. einen Regie- rungSkommistär in der Person des Ministerialrates Dr. M a z e l vom Eisenbahnministerium bestellt. Der RegierungSkommistär übernimmt die Leitung der Geschäfte der Firma, die nach einer Version selbst um die Bestellung eines RegierungS- kommiffärs angesucht hatte. Dadur.., sichert sich oie Staatsverwaltung maßgebenden Einfluß auf die Geschäftsführung der Firma, gegen die ein Ge- fällöstrafvcrfahrcn locgen licbertretuiig der Devisenvorschriften schloebt. Die Finanzvcrlvallung verlangt eine GefällSstrase voir 10 Millionen Kt wegen gewisser Manipulationen mit den Aktien, die anläßlich der Umwandlung der Gesellschaft in eine A. G. ausgegeben wurden. Zur Sicherstellung der Ansprüche der Finanzverwaltung wurde heute auch das Vermögen des verhafteten Direktors Beck beschlagnahmt, uird ziuar nicht nur seine Bankguthaben, soitdcrn mich seine Wohnungseinrichtung. Vertelülgungsmlnlsterlum Hai auf Schenker schon früher anfmerksam gemacht. Mit Bezug aus die ZeitungSmeidungen, dah der Minister fiir Nationalverteidigung D r a- | b n c in der Angelegenheit der Firma S ch e n- !ker und Co. in der Richtung eingegriffen habe, daß die Beziehtmgen mit derselben abgebrochen ivürden, teilt das Ministerium für Ra- tionnlverleidignng folgendes amtlich mit: Bereits vor einer getviffen Zeit, bevor die ; Angelegenheit der Firma Schenker und Co. publik ' wurde, wurde der Minister für Aationalverteidi- ! gung aufmerksam gemacht» dah die Hanptaktio- ! näre der Firma Schenker die deutschen Reichsbahnen seien. Deshalb beauftragte er im staatlichen und militärischen Interesse die zuständigen Organe der tschechoslowakischen Waffcnwerke in Brünn, die ebenfalls den Transport ihrer Erzeug- niste der Firma Schenker und Co. anvertraut hatten, Verhandlungen in Tranöportangelcgen- heiten mit anderen Transporlfirmcn anzuknüpfen, nm dadurch jeglichen unliebsamen Eingriffen und einem Verrat nach dem Ausland . vorzubeugrn. andere Greuel aus melden: Folge« der Schließlich mag, spiel, das wir einem Brief entnehmen, gezeigt werden, wie sich allgemeine gesetzliche Maßnahmen der Tschechoslowakei ganz besonders gegen die deutschen Staatsbürger auswirken. Dao gilt neuerdings insbesondere von der durchgeführten W ä h r n n g s s e n k u n g. Zu dem bereits vorhandenen Verbot fast aller irgendwie bedeuten- den reichsdcutschen Zeitschriften und Zeitungen j ist dadurch noch die LOprozentige Verteuerung aller aus deut Deutschen Reich kommenden literarische!^ Erscheinungen getreten. Am fchtversten sind natürlich die schon durch daS Verbot der! reichsdentschen Zeitschriften stark geschädigten su betend rutschen Buchhändler mich von der Währnngssenkung betroffen worden. Sie haben vor Weihnachten Massen reichödentscher Bücher angeschafft, die sie im Männer bezahlen wollten. Die hierfür nötigen Markbeträge wurden bei der Prager Devisenzentrale beantragt, von dieser aber nur zu 10 Prozent bewilligt; die restlichen 00 Prozent müsten daher von den snde- tendcntschen Buchhändlern in einer um 20 Prozent verteuerten Mark bezahlt iverden. So Ivirkt sich der WäbrnngSstnrz als ein neuer Vorstoß zur wirtschaftlichen Schtvächung und zur kulturellen Abschnürung des SudetendeutschtuntS ans. Dah die Exportbclebung durch die Aü- wertung des Auslandswertes der Krone gerade in den deutschen Siedlungsgebieten der Tschecho- slotvakei sich günstig aitsivirken soll, daö ficht die Stuttgarter Herren ja nicht an; grüher ist ihr Schmerz, dah der zügellosen offenen Verbreitung der Hakcnkreuzlitcratuc und braunen Schmäh« schriftcn durch die Verbote ein kleiner Riegel vorgeschoben wurde. Im Ernst: tuen» man das alles nicht schtvarz auf weih vor sich liegen hätte, tvürde man cü tvirklich selbst nicht glauben, daß die Herrschaften, die alles Andersdenkende mit Stumpf und Stiel atiSzurottcn bestrebt sind, deren Stolz die Bücherverbrennungen, Konzentrationslager, Enthauptungen, Erschießungen„auf der Fluchi", Vernichtung der Existenzmöglichkeiten jedes anders j Eingestellten und sonstige Erscheinungen neu- ! deutschen Geistes sind, zu ihren sonstigen Gemein- vreuilmewilnsen sm der weiß die Pressekorrespondenz des Deutschen AuS- lands-Jnstituts Stuttgart(das so deutsch ist, dah es noch nicht einmal einen deutschen Namen für sich ztr finden wußte!) zu verlautbaren. Die Ausgabe Nr. ü vom 28. März bringt unter dem Santmeltitel„Eine traurige Blütcnlcse" u. a. folgende geradezu furchtbaren, die Kulturwelt tvahrfcheinlich mit einem lähmenden Entsetzen ob der barbarischen Zustände in der Tschechoslotoakci erfüllen... sollenden Berichte: Politik und Wirtschaft. D.A.F. Wie sich das Parteienauflös ungsgesetz jetzt erst gegen das Sudeten-\ deutschtum auswirkt, zeigen imnier wieder einzelne Meldungen ans deutschen Orten der Tsche» chostowakei. Auch in Körperschaften des Wirtschaftslebens darf niemand an leitender Stelle bleiben, der der Nationalsozialistischen Partei oder der Deutschen Rationalpartei angehört hat. In T e p l i tz-S ch ö n a u handelt es sich um rund 80'Organisationen verschiedener Art, darunter Handelsgremien, Gewerkschaften und Unter- nehmerverbändc, mit durchschnittlich je 20 Bor- standsmitgliedern, also mn insgesamt 1000 Personen, deren Parteizugehörigkeit auf Grund des Gesetzes untersucht werden muß und die, fall- sie einer der beiden aufgelösten Parteien angehört haben, ausscheiden müsten. Wenn man dagegen beachtet, mit welcher edlen Sanftmut und geradezu beispiellosen Gutmütigkeit und Unparteilichkeit in Deutschland alles, tvaS nicht hakenkreuzlerisch ijt, behandelt tourde und wird, dann ivird man wohl Verständ- niv für das Grauen haben, das die Pressekorrespondenz deS gleichgeschalteten Deutschen AuS- lands-Jnstituts ob des brutalen Vorgehens der tschechoslowakischen Behörden erfassen muh, daS darin besteht, einige der ärgsten Feinde der demokratischen Staatssorm aus den Stätten ihres segensreichen Wirkens zu entfernen... Aber es gibt noch größere, unerhörte Grau- samieiten in der Tschechoslowakei, vor denen die gesittete-Welt wohl ihr Haupt verhüllen soll; man lese 72 ILHI. de Jong: Verschlungene Hacke tU Jtomon i» wer tpteodea Autorisiert« Ucborastsvn* aus den HoltftndlM-hen von E. R, F tt c h s. „Doch, mein Sohn, urteilen darf allein Gott", antwortete sanft und unterwürfig der Mönch.„Er ivirkt im Verborgenen und allüberall. Wer sagt unS, daß er nicht im Herzen und selbst... in den Taten eines Aufständischen wir- ken könnte?" Der König sprang auf. „Das sind wunderliche Worte, Vater, aus dem Munde eines Priesters! Im Herzen und in den Taten der Ausständischen wirft der Teufel." Der Münch lächelte sttll und nachdenklich strich seine dürre Hand über seinen langen, weißen Bart. In unverändertem Tone fuhr er fort: „Denken Sie nicht zu gering vom Teufel, mein Sohn! Auch er ist ein Diener Gottes, da Gott allmächtig ist und nichts ohne seinen Willen geschieht... auch nicht die Taten der Aufständischen." In höchster Verwunderung rief der König auS: „Verteidigen Sie die Revolution als eine Denßentng von Gottes Willen?" „Ich verteidige nichts, mein Sohn", be- schwichtigte der Mönch,„noch verurteile ich. Ich versuche, das Menschenherz den Notwendigketten geneigt zu machen, in denen sich Gottes Wille offenbart." „Das Recht steht auf meiner Seite", sagte mürrisch der König. „Das irdische Recht scheint auf Ihrer Seite zu stehen", stimmte der alte Mann zu,„aber doch hat Gott Sie in die Hände Ihrer Feinde gegeben. Und was nützt Ihnen alles irdische Recht, wenn Gott beschlossen hat. daß Sie sterben müssen?" „Die Banditen der Republik meinen Sie!" rief bebend vor Enttüstung der König. Der Bkönch sah ihn traurig an, schüttelte das Haupt und sprach tonlos:„Ohne Gotteö Wille wird lein Haar auf Ihrem Haupte gekrümmt werden." Betroffen starrte der Verurteilte in die guten, stillen Augen des alten Mannes vor ihm. Ohne Gottes Wille soll kein Haar auf seinem Haupte gekrümmt werden. Doch wenn kein Wunder geschah, würde er morgen früh auf Befehl einer Bande unrechtmäßiger Verbrecher sterben müssen, denen daö Kciegsglück den Sieg beschert hatte. ES wurde ihm schtvarz vor den Augen. Wie konnte man daraus klug werden? Der Mönch verstand seine» Gedankengang. Er ergriff mit seinen knochigen Asketenfingern die kalte Hand des Königs und sagte, als spräche er mit einem Kind: „Härmen Sie sich nicht ab, mein Sohn. Versuchen Sie nicht zu verstehen, was nicht zu verstehen ist. Ich bin nicht gekommen, nm mit Ihnen zu rechten über irdische Angelegenheiten, sondern um ihnen den Trost der Sterbenden zu bringen. Sind Sie sich bewußt, daß Sie ein Sterbender sind und daß der Vater Sie erwartet, um über Sie zu richten? Werfen Sie alles Irdische, von sich und ergel'en Sie sich seinem Geiste. Etwas anderes kann Ihnen nicht mehr nützen. Wollen Sie sich nicht mit mir vorbereiten zum Erscheinen vor Ihm, der Ihnen in Seiner verborgenen Weisheit das Schicksal bereitet hat?" Schmtdernd zog der König seine Hand zurück. »Nein, sagte er hart.„Noch nicht. Ich muh Nachdenken... eö noch mit mir selbst auSkämp« fett. Ich bin noch nicht bereit, noch nicht bereit- Ich.. kann nicht... kann noch nicht.. mich fügen." „Armer Mensch!"'flüsterte, sich erhebend, der Mönch.„Was hilft es, sich zn tvehren, mit Gott zu reckten. Seine Hand hat dich gezeichnet... eS bleibt nichts anderes übrig, als sich zu beruhigen. Es ist gut, ick gehe... ich bleibe unten und warte. Ich werde für dich beten, daß Gott dich erleuchten möge. Wenn du mich brauchst, rufe mich..." „Ich danke Ihnen, Vater", antwortete der König mit unsicherer Stimme. Er fühlte sich plötzlich so klein und bedrängt. Fast hätte er den Mönch noch in der Türe zurückgerufen, aber sein Stolz wehrte sich und die Zähne aufeinanderbeißend, wandte er sich um und setzte sich auf die eiserne Pritsche, auf der sich sein hartes Lager befand. Der Gedanke an das Alleinsein erschreckte ihn, aber er muhte es durchdenken, durchkämpfen. Die wunderlichen Worte dieses sonderbaren Priesters hatten ihm Unruhe gebracht und Verwirrung. Welchen Sinn hatte dies alles? Konnte fein ehrloser Tod am Galgen etwas mit Gottes Wille zu schaffen haben? Hatte er sich denn so schwer versündigt, dah er mü einem schandvollen Ende seine Verfehlungen bezahlen mußte? Gr hatte in unbesonnenen Jahren eine Zeit lang ein lvüsteS- Leben geführt, gut. Aber die Schuld lvar doch getilgt durch Beichte und Absolution und Buße. Durch ein strenges Lehen voll Hingebung an die hohe Pflicht, zu der ihn selbst Gott berufen hatte. Mit welch übermenschlichen Anstrengungen hatte er das Wüten der furchtbaren Leidenschaften in seinem Fleische bezwungen! In einer ganzen Welt des Luxus und greifbaren SinnengenusteS hatte er wie ein Mönch gelebt. Keine Frauen, keinen Wein» kein Spiel in seinem Leben. Er kannte die entnervende Wirkung des verweichlichenden GenießenS und hatte sich davor gehütet,!vie sehr auch seine Sinne nach Befriedigung schrien. Er Ivar ein strenger und tugendsamer Fürst getvesen, daö durfte er ohne Großsprecherei behaupten. Und nun mutete man ihn: zu, dies als eine gnädige Schickung Gottes zu betrachten? Unmöglich! Sein Blut kam in Wal lung. Warum mußte er so niit sich spielen lasten? Wo war in all diesem eine Spur verständlicher Gerechtigkeit zu finden? Es sei denn..., es sei denn, daß sein Königtum selbst Sünde war, wie die Revolutionäre behaupteten. Dock eine ganze Welt hatte dies, mit Gottes Wort in der Hand, bestritten. Wankte nun alles? Gab es nun keine Wahrheit mehr, die Wahrheit blieb, wen» Menschenhände die Umstände änderten? Konnte man in einer Revolution, im Sturze eines Königshauses, das seine Pflicht bis zum Aeußerjten erfüllt hatte, konnte man in der Gründung einer unmoralischen und zuchtlosen Republik Gottes Hand sehen? Warum? Wozu? WaS fordert Gott von seinen Geschöpfen? Ist er ein Vater oder ein Quälgeist? Der König erschrak vor seinen Gedanken. DaS war Gotteslästerung. Und gleichzeitig kam ihm zu Bewußtsein, wie oft sich seine Unterianeu gegen Maßregeln und Beschlüsse aufgebäumt hatten, die er für gut befunden und auSgefiihrt hatte und die sie nicht für billig ansehen konnten. Und doch war der unsichtbare Zweck imnter ihr Interesse gewesen, das Jntereste des Landes. In ihrer Unwissen« heit nannten sie ihn einen willkürlichen Tyrannen. Machte er eS jetzt nicht genau so Gott gegenüber? Beurteilte er nicht die Lenkung des Weltalls, wie kurzsichtige Untertanen seine unbegriffenen Regierungsverfügungen beurteilt hatten? Aber doch! Hatte er je einen guten, fleißigen und braven Mann zu einem schändlichen Tod verurteilt, nur weil eS ihm so beliebte? Nein. Gott war gegen ihn grausam... wenn er seine Hand hier im Spiele hatte. Es war Teuselstvcrk und der alte Mönch war ein Narr mit seinem kindischen Ge- schwätz über den Teufel, der ein Diener GotteS sein sollte. Dann schweiften seine Gedanken plötzlich von diesen verwirrenden Träumereien ab und Zorn übermannte ihn. Wo steckten sie nun, seine Freunde und Fanitlienangehörigen, die ihm ewige Treue geschworenen? (Fortsetzung folgt.) Nr. 87 DamStag, 14. April 1934 Stile 8 das!OO°/oige Pflanzenfett NUR ECHT IN DIESER PACKUNG MIT DEM NAMENSZUG SCHICHT Hopfen und Malz geben Bier. Dennoch braut nicht jeder aus Ihnen gutes Bier. Erfahrung und Besonderheiten des Betriebes geben den Ausschlag. Genau so Ist es bei.Ceres*. Ent die jahrelange Erfahrung, die peinlich hygienische Erzeugung ermöglichen es, das Pflanzenfett edler Früchte so zu verarbeiten, dab auch der schwache Magen des Kranken und Genesenden gerade.Ceres* so leicht vertrlgt. die fyifaibuut/p n AUb/ Die Henlein-Fascisten entpuppen sich! Blutige Auseinandersetzunsen In Mähren— Stahlruten. Ochsenziemer, Gummi« knüppel, Syphonfiaschen, Pfeffer und Salz— die Argumente der Heimatfront Sonderbares Verhalten der Behörden liehen Bericht leider nicht angeführt. Es ist dies wieder einer jener Fälle, in denen das Ministerratspräsidium, das die Berichte ansarbeltet, in direkt krasser Vcrlennnng seiner Ausgaben mit ein paar allgemeinen, nichtssagenden Wendungen über Dinge hinwrgglcilct. über die genauer informiert zu werden die breite Oeffcntlichkeit ein gntcö Recht hat I Das kommunistische Spiel mit den Hinterbliebenen der Osseker Opfer Die Kommunisten versuchen jetzt die Tatsache, das; die Deputation der Osseker Bergarbei- terwitwen in Prag nur scststcllcu konntcu, daß alle Maßnahmen, welche getroffen werden tonnen, schon längst ans Betreiben der Freien Gewerkschaften vorbereitet wurden, zu verschleiern. In ihrer altbekannten Manier veröffentlichen sie spaltcnlaiige entstellte Berichte und mihbrauchc» die Frauen zu Altioncn, die ihnen sicher nichts mehr bringen können. Wie immer, beschränken sich die Herrschaften auf die Hetze, während sic es den anderen überlassen, zn helfen. So war cs sofort nach der Osseker Katastrophe und so ist es auch heute. Als das Unglück geschah, zahlte die Union der Bergarbeiter unverzüglich allen Familien der Opfer je 1000 KL aus, um den Frauen und Kindern über die erste Zeit hinwegzuhelfen. Von den Kommunisten hörte man nichts derartiges! Als später die Sammlungen eingeleitet wurden, waren cs wieder die Kommunisten, die dabei a m weil i g st e n laten. Als schließlich die Frauen Wünsche wegen der Art der Unterstützungsauö- zahlung vortrugen, sahen die Kommunisten darin nur die Gelegenheit, ein großes Manöver einzuleiten, tvährend die Gewerkschaften— zwar nicht mit Lär m, aber mit Säten — alles veranlaßten, um den betroffenen Familien entgegcnznkommcnl Ihre n Interventionen ist eS zu verdanken, wenn die Gelder aus de» Sammlungen zum Teil sofort auögezahlt werden. Darüber hilft auch das lauteste Geschrei der kommunistischen Blätter nicht hinweg. Und wenn eS ihnen doch gelungen sein sollte, jemandem einen kommunistischen Erfolg einznrcden, so wird daü ebenso wie in allen früheren Fällen einEin- t a g L s i e g gewesen sein. Lange hat eS bisher nie gedauert, bis die Leichtgläubigen und Leichtbeeinflußbaren die Wahrheit erkannt haben. Diesmal hatten sie Glück, denn sie haben, wie wir gestern schon festgestellt haben, offene Türen eingerannt. Das nächstem»! könnten sie die Zahl der-, jenigen vermehren, die sich von Kommunisten verleiten ließen und dann doch lieber den bewährten Beistand der Gewerkschaften in Anspruch nahmen. Hitler in der Karikatur rh. In Prag veranstalten die Kari- karisten zur Zeit bei Manes eine Au 2- st e l l u n g, in der ein Bild Adolf Hitlers, das im Schaufenster stehl, die größte Beachtung und— Z u st i m mnng findet. Der große Mann ist dargestellt in einem Brustbild, das auch den Magen zeigt. Der Kopf, sprechend ähnlich, ist etwas nach hinten geneigt. Der Mund ist weit aufgesperrt, natürlich zu einer Rede, die die Luft erschüttert. Der ganze Brustkorb ist von Röntgenstrahlen durchleuchtet und so sieht man, wie vom Halse aus durch die ganze Speiseröhre, bis in den Magen hinein große Goldstücke sich häufen, wie in einem Automaten. Ine Magen selbst bilden sie große Klumpen, linier dem Bilde steht der unanfechtbare Satz:„H i t- l e r, der U e b e r m e n s ch, schluckt Gold und spricht Blechl"— Ter deutsche Gesandte in Prag, der ehemalige Demokrat Dr. Koch, hat bei der tschechoslowakischen Regierung Einspruch gegen die Ausstellung des Bildes erhoben. Hoffentlich blitzt er gründlich ab, denn würde Hitler etwa kein Blech mehr reden, wenn die tschechoslowakische Regierung dagegen in Berlin Vertvahrung einlegcn wollte? Eine Falschmeldung über den Genossen König. Die„Ostrauer Morgcnzcitung", unseres Wissens in Oesterreich vom Straßcnverkanf ausgeschlossen und daher den neuen Herren von Wien zu keinem Danke verpflichtet, brachte unlängst eine kombinierte Meldung aus Brünn und Wien, wonach der österreichische Eiscnbahncrführer, Genosse König, wegen„Veruntreuung" von eineinhalb Millionen Schilling von der Brünner Polizei verhaftet wurde. An diesem Falle war der Wunsch der Vater des Gedankens. Genosse König ist lediglich auf der Brünner Polizei befragt worden, was cs mit dem gegen ihn erlassenen Steckbrief für eine Bewandtnis hat. Unsere Si- cherheitöbchörden scheinen aber kein Verständnis für den kuriosen Rcchtostandpunkt zu haben, daß Diebe von Arbeitcrvermügen die Retter von Gewerkschaftsgeldern der Veruntreuung beschuldigen dürfen und ließen Genossen König selbstverständlich unbehelligt. Womit den Galgenchristcn wieder einmal bestätigt Ivurdc, daß in einem demokratischen Staate ganz andere Begriffe über Mein und Dein vorherrsche». Diesen Tatbestand hätte ein wirklich demokratisches Blatt mit Genugtuung zu registrieren, anstatt die Lügen der Hcimwehr- diebe über untadelige Menschen weiterzuverbreiten. Zum Generaldirektor der Lai.dcsbank wurde durch Erlaß dcö Innenministeriums der bisherige Oberdircktor Ferdinand T o in ä n c k ernannt. Die Henlein-Fascistcn reisen eifrig im Lande herum. Es ist kein Triumphzug. der ihnen beschie- dcn ist, wenn auch manche Versammlungen vom neugierigen, eine Heilsbotschaft ersehnenden Klcin- und Großbürgertum einen gewissen Zulauf erhalte». Sic werben auch um die Arbeiter, aber eine wirkliche Auseinandersetzung mit ihnen scheuen sic wie der Teufel das Weihwasser. Eine solche Henlein-Versammlung war für den 12. d. nach Zivi t tau eiuberufeu. Große Plakate ludcu zu ihrem Besuche ein, sic war auch als öffcutliche Versammlung behördlich gemeldet, aber die Veranstalter gaben nur an ganz sichere Leute Eiulaßkartcn und verlangten außerdem 2 KL Entree. Die Zwittaucr Arbeiterschaft wollte sich den neuen Messias der Sudctcndcnischen einmal ansehcn und die Versammlung besuche», sie Ivar allerdings nicht geneigt, ihm einen Tribut in Form eines Eintrittsgeldes zu zollen. Die Hen- lein-Lcute hatten ihre d e u t s ch n a t i o n a l e n Turner aus dem ganzen Schönhengstgan mobilisiert— bis aus Mähr.-Trübau und LandSkron waren sic in Autobussen gekommen— und als die Arbeiter das Versammlungslokal betreten wollten, fanden sie den Eingang von Ordnrni mit gelben Armbinden— Gelb ist als» die Farbe ihrer Wahl— besetzt und blockiert. So leicht tvaren aber unsere Genossen nicht abznspeiscn, sic drängten mit Wucht' vor und waren schon daran, sich den Eintritt zu erzwingen, da zogen die Henlein-Fafeisten ihre mitgebrachten Stahlrntrn, Ochsenziemer und Gummiknüppel und droschen wie wild auf nnsere Arbeiter loö. Ein besonders rabiater Nazi schlug mit einer groben Syphonflasche auf eiueu Genossen ein, so dass ihm das Blut über das Gesicht strömte. Andere wieder betätigten sich nach echt fascistischcr Manier damit, daß sie den Arbeitern Pfeffer, Salz und Paprika in die Augen warfen. Unsere Arbeiterschaft, die volllommcn unbewaffnet gekommen war, bemächtigte sich eine u n- g c h e u r e E m p ö r u n g. Den fascistischcn Lum- pcnkerlen wäre die verdiente Strafe nicht erspart geblieben, wenn sich nicht die Polizei schützend vor sie gestellt hätte. Der Versammlungsraum blieb abgcspcrrt, und während später vor einigen Dutzend bereits im Saale anwesenden Nazis der„Stellvertreter des Führers", Herr Sandner— Henlein war nicht erschienen— sein schwaches Sprüchlein hcrsagtc, brandmarkten vor den auf der Straße stehenden etwa tausend Menschen Genosse Paul-Prag und L a n g c-Zwittau die fascistischcn Gcwalimcthoden des gelben Gesindels unter stürmischem Beifall der Zuhörer. Unsere Genossen nahmen später noch in einer improvisierten, überfüllten Versammlung im Volkshaus, wo die Genossen Paul und E t r i ch sprachen, zu den unerhörten Vorfällen Stellung. Sie werden dafür sorgen, daß das blutige Fascistcnpack seine verdiente Strafe erhält. Ein Wort muß aber noch zu dem sonder- baren Verhalten der Behörde gesagt werden. Die Bczirksbehörde in Mähr.-Trübau bewilligte die Versammlung als öffentliche und sah ruhig zu, daß aus ihr eine auf geladene Gäste beschränkte gemacht wurde. Und anstatt, daß der anwesende Regic- rungsvertrcter den Auftrag erteilt hätte, die Gelb- sascisien nach Mordlvafsen zu untersuchen, gab dieser den Befehl, die auf der Straße stehenden Vcrsanunlungsbcsncher a b z u d r>> n g e n. Diese liebevolle Fürsorge für die Henlein- Leute läßt darauf schließen, daß die BezirkSbc- hördc in Mähr.-Trübau nicht zu ivisscn scheint, ans welcher Seite die Verteidiger des demokratischen Staates stehen und auf welcher seine Feinde. Den Henlein. Sandner und ihren Anhängern aber sagen wir: durch euer Vorgehen gegen waffenlose Arbeiter habt ihr bewiesen, dass ihr Fascisten seid. Als Fascisten werden wir euch auch behandeln! Oie„Deutsche Presse“ löst Das Hanplblatt der sudetcndcutschcn Katholiken hat den Ehrgeiz, den Dollfuß-Katholiken an christlicher Gesinnung in nichts nachzustchcn. Sic ist, so wie der blutige Kanzler, bemüht. Menschen um Leben und Freiheit zu bringen. Da sic nicht am Schauplatz der österrcichischeu Kämpfe wirken kann, rächt sie sich an den emigrierten Schutzbündlern. Sic behauptet nämlich, in Mährisch-Neustadt habe eine Versammlung der Hcnlcinfront stattgesundcn. die von Sozialdcmotratcn Überfällen tvorden sei. Die Sozialdemokraten hätten mit Messern gestochen und die Messerstecher seien österreichische Schutzbündler. Ter Beweis sei darin zu erblicken, daß man ain Tatort einen von einem Wiener Huimachcr stammenden Hut gefunden habe. Die„Deutsche Presse" behauptet das, um die österrcichischeu Schutzbündler um das Astzl zu briugcu. Äh den Augen aller austäudigen Menschen ist sic schon längst gerichtet. Daß sie trotzdem auf das Konto des Sündennachlasscs weiter verleumdet, macht sie nicht ehrenwerter. W&hrunsskommission in der Schweiz Bern, 13. April. Angesichts der Wichtigkeit der Fiuanzproblcme hat der Bundesrat beschlossen, eine Delegation f ü r F i n a n z- und WährungSangelegcnheite s zu bestellen, die ans den Vorstehern des Finanz- und ZolldepariementS, de? Volkswirt- schaftsdcpartements und der Post« und Eisen- bahndepartcments bestehen wird. Berlin, 13. April. ReichSministcr Dr. Goebbels hielt eine Rundfunkansprache, in der er nach einer langen soz'.. lpolitischen Einleitung plötzlich gegen die katholische Presse loözog: „Wenn beispielsweise Zeitungen meinen, sie könnten die deutsche Volksgemeinschaft durch W i c- derbelebung konfession«llerGe- g e»s ä tz e stören, so unterschätzen sie osfenbar die Entschlossenheit, mit der daö nationalsozialistische Regime gewillt sei, s o l ch e f r e v l e r i s ch c Versuche z u r ü ck z u sch lagen. Es gibt in Deutschland, sagte Goebbels, weder eine Arbeiter- noch eine Bürg.:-, weder eine protestantische, noch eine katholische, sondern nur I Georg Bernhard Der Fall Severing und das„Pariser Tageblatt“ Nachdem der Ursprung der Verleumdung gegen Scvcring einwandfrei sestgestellt ist, bleibt noch übrig, das Verhalten eines Emigrantenblattes zn bclenchtcn. ES handelt sich um das „Pariser Tageblatt", als dessen Chefredakteur GcorgBernhard zeichnet. Dieses Blatt hat am 1. April eine angebliche Havasmel- dnng über SeveringS„Weg zn Hitler" veröffentlicht. In den beiden folgenden Nummern vom 3. und 4. April gab cs zwar die Dementis der skandinavischen Presse auf Grund der Erklärungen des Sohnes von Scvcring wieder, hielt aber trotzdem an feiner ersten Behauptung fest. Das Dementi, so schrieb das Blatt, bedeutet nur, Scvcring sei noch nicht offizielles Parteimitglied der NSDAP" geworden...N jemand wird wohl daran zweifeln, daß Tevering endgültig seinen Weg zu Hitler gefunden hat", wurde hinzngesügl, obwohl das Gegenteil versichert Ivurdc. Erst als das„P. T." am 8. April gezwungen war, die inzwischen von der französischen Presse veröffentlichte Erklärung von Seve- ring selbst wicderzugebcn, gab cs— aber auch jetzt nicht offen und ehrlich— sondern nur verklausuliert zu, Scveringö Dementi sei wohl richtig. Das hinderte daö Blatt aber nick)t, am 7. April zwei Aenßerungen der Londoner„Times" und der„Renen Züricher Zeitung" abzudruckcn, die inzwischen überholt waren, in denen die Vorwürfe gegen Scvcring erneut als wahr behandelt wurden. Diese Haltung änderte eS aus nicht, als die „Deutschs Freiheit" am 7. April die Mitteilung veröffentlichte, durch die da« kommunistische Blatt„Deutsche Volkszeitung" in Saarbrücken als Urheber der bübischen Fälschung von Scvcring entlarvt wurde. Alke anständigen Blätter, darunter viele, die die Verleumdung gegen Scvcring nicht gebracht hatten, nahmen von dieser Erklärung Kenntnis. Anders das„Pariser Tageblatt". Bis zum 11. April brachte cs darüber keine Zeile, obwohl es nun wußte, daß die kommunistische Redaktion sich selbst zu der Fälschung bekannt hatte. Wir halten eine solche Stellung für umso erstaunlicher, al« wir uns schwer vorstellen können, daß Georg Bernhard, langjähriger Präsident des Reichsvcrbandes der Deutschen Presse, seine Anssassnttgen über die Pflichten eines gewissenhaften Journalisten so entscheidend geändert haben sollte. Liest man allerdings die überhebliche Briestastcnnotitz dcö„Pariser Tageblat- les" vom st. April gegen die„Basler Nationalzeitung", die die Haltung des„Pariser Tageblatts" scharf verurteilt hatte, dann kann man sich nicht des Eindrucks erwehre», als wenn das „Pariser Tageblatt" eö für etwas Schimpfliches hielte, einen Irrtum einzugcstchcn. Diese Bricf- lastennotiz versucht sogar den Eindruck zu erwecken, als ob doch etivas Wahres an der Behauptung wäre, Scvcring befände sich auf dem „Weg zn Hitler". Wir begnügen uns einstweilen mit der Gegenfrage: Aufwelchcm Weg befindet sich Georg Bernhard? ■ Die Dombenexplosion auf der Asramer Polizeidirektion Belgrad, 13. April. Die Untersuchung in Angelegenheit der Höllenmaschincnerposion auf der Polizeidircktion in Agram wurde festgcstcllt, daß die Höllenmaschine in den Räumlichkeiten der Polizeidircktion am 10. April von dem Juristen Kugler gelegt wurde, der verhaftet wurde und auch ein Geständnis abgelegt hat. Die Höllenmaschine erhielt Kugler von seinem Cousin Kvaternig, der als Emigrant im Ausland lebt und Mitglied der Terrorgruppe PerLcc ist. Kva- tcrnil überschritt vor einigen Tagen im Auftrage PcrLec in illegaler Weise die jugoslawisch-österreichische Grenze und versprach dem Studenten Kugler 28.000 Dinar für die Ausführung einiger Attentate. Die jugoslawische Regierung hat eine Entlohnung von 30.000 Dinar für jene Personen ausgeschrieben, deren Aussage zur Verhaftung KvaternitS beitragen würden. eine deutsche Presse. Die Konfessionen in ihrer BctätigungSfrciheit zu beschützen, sei S a ch e d c r Regierung. Sie werde diesen Schutz ivahr- schcinlich wirksamer(?) ausübrn, als Zei- tuugen und Parteien. Ihre Hintermänner hätten am allerwenigsten ein Recht dazu, der Regierung und dem Nationalsozialismus, die allein die Kirchen vor dem Ansturm des BolschewiomuS(I) gerettet haben, deshalb N e u h e i d c n t u m borzu» werfen, weil sie auf dem Gebiet des Politischen die alleinige Totalität für sich beanspruchen, ansonsten aber jeden nach seiner Fasson selig Ivcrden lassen. Die sieghafte Kraft des NationalsozialiS- nius gehe über die Stänkerer zur Tagesordnung über, denn cs sci besseres und wichtigeres zu tun. Schwere Drohungen Goebbels gegen die konfessionelle Presse «ette 4 ®nitt8tnn, 14«prll 1084 «r. 87 Belm Henker*Splel getötet Karlovad, 13. April. Jin Dorfe Furjauaö ereignete sich ei» grauenhaftes Unglück. Eine Gruppe von Kindern spielte die Vollstreckung eine- Todesurteils durch Erhängen. Der 10- jährige Kunde Kcniclet. der das Spiel selbst vorgeschlagen hatte, übernahm die Rolle des armen Sünders. Er stieg auf einen Sessel, band eine Schlinge an den Ast eines Baumes und legte sich die Schlinge um den Hais. Plötzlich stieb ein üjähriger Knabe den Sessel bei Seite und Keme- lei hing in der Schlinge. Die übrigen Kinder, die die Rolle des Gerichtshofes spielten, ergriffen voll Schrecken die Flucht. Mehrere hcrbeieilende Bauern konnten nur noch den Tod des unglücklichen Knaben feststellen. Ziehung der Klassenlotterie (Ohne G e w ä h r.) Am 12. April(1. ZiehungStag) der 8. Klasse der 80. tschechoslowakischen Klassenlotterie wurden nachfolgende Gewinste gezogen: UL 30.000: Los Nr. 00880. Kd 20.000: Los Nr. 80144. Ke 5000: die Lose Nr.: 11280 0868 28870 6690 66484 68002 72800 104488 60208 28268 08416 108060. Ke 2000 die Lose Nr.: 2090 91145 78280 1001 86181 22608 66617 18880 18188 24002 81604 10064 78702 16080 72968 00812 24929 68819 89840 2698 12879 64789 50717 82881 98400 17270 91076 57679 62887 68046 104885 45868 81188 60545 78691 101820 96161 90841 88672 91176 080 9029 66882 24677 98070 80002 61702 21202 8777 91719 27688 86961 89262 48856 28866 6606 89611 11211 69281 98284 9384 83080 62680 25110 98966. Ke 1200 die Lose Nr.: 49721 98998 27182 6285 98802 18866 16878 7786 24110 07665 28442 67570 48284 266 88868 13404 27669 21988 8814 66860 40685 86424 88166 91110 67115 27458 64626 8906 81801 8869 67490 76588 67416 100000 98514 98722 104154 98878 20607 87214 86229 43311 86776 29068 461 1253 35301 80398 41955 14084 68113 52867 41299 13230 40045 19138 2529 12188 45821 37061 6493 19056 55816 83264 95773 9776 51806 85185 5614 26279 26484 12229 68277 47246 48698 78857 77498 1521 91007 49081 42005 70460 10940 22410 11998 26061 9428 76767 63318 100376 58228 88948 3487 288 61668 38208 25918 97874 43408 67116 29680 104968 87076 88222 64816 108180 46207 83288 24387 66565 22528 70996 60572 60217 32070 59626 15663 81982 87949 9247 84568. Bei der gestrigen Ziehung wurden nachfolgende Gewinste gezogen: Kc 80.003 Lo» Nr. 49000. Kd 20.000 die Lose Nr. 10427« 28021 56274 82699. Kd 10.000 die Lose Nr. 73948 101812 84682 71421 18808. Kd 5000 die Lose Nr. 6948 25268 81108 951 68819 99908 91804 5989 68897 50518 76024 «8016 50889 74560 94110 27960 29642 18366 73936 54862 42894 41901 33630 4847 1840. Kd 2000 die Lose Nr. 102847 26225 14908 20204 8769 368 94894 54466 86111 85822 45797 102521 75503 60211 82901 19809 41211 85854 40670 68134 18999 78085 33135 66188 50507 46790 90968 94697 100452 76865 50247 16608 61210 86431 72086 90142 64286 9681 18499 24667 32880 78192 53070 89845 12804 58687 16424 32670 61489 101659 19708 8620 23820 2326 81022 48953 26071 18718 8467 12713 6324 97534 104795 31020 58384 11725 57680 41589 38954 20894 15480 27888. Kd 1200 die Lose Nr.: 1932 101157 79145 95280 62806 5572« 61348 95684 42106 69663 100957 49175«9992 86575 30105 42590 101485 49804 32873 61578 21677 93197 51849 21904 71833 91764 74258 36531 6947 104685 23177 62611 47414 63052 65518 103216 60914 10939 102866 56431 23827 86728 24028 10256 59637 81451 38146 26639 51316 4070«4767 34840 74459 29090 45534 83276 31493 71226 10984 35740 79497 26154 45090 98291 57862 43983 102880 19773 12508 84244 96377 2526 40729 17528 79791 64444 17309 101099 28801 84088 14079 51342 13653 82237 48996 27774 50437 94770 62864 80733 4151 14754 21539 19351 100680 64949 13161 77196 75297 88971 43810 20890 93973 71781 91583 19676 92752 97642 85431 61315 48569 56402 84203 83079 51522 79763 51595 55313 21937 86569 26190 81514 45429 42810 72790 102402 33781 23652 99789 16650 16533 87411 103949 54123 42060 64178 74603 32173 92510 48723 46227 72832 78470 95834 53691 71984 79971 69887. Vom Rundfunk Empfehlenswertes ans den Programmen» Sonntag: Prag, Sender L.: 8.30: IlebungSstunde für die Arbeiter-Olympiade, 11: Orchesterkonzert, 12.15: Tanzmusik, 14.15: Soziale Informationen, 18: Deutsche Sendung: Wolfenstein: Turandot, Hörspiel nach Gozzi, 19: Deutsche Nachrichten, 21: Rundfnnkoperette, 22.25: Deutsche Nachrichten. Sender S.: 14.30: Deutsche Sendung: LandwirtschastS- unk, 15.05: tzattemer, Mitglied des Deutschen Theaters singt Opernarien.— Brünn 10.20; Schallplatten, 18: Deutsche Sendung: Dr. Jesla: Der parlamentarische und der Ständestaat, 19.15: Zwei Komödien, 20.115: Abendkouzert.— Mähr.-Ostran 16: Nachmtttagskonzert, 18: Deutsche Sendung: Dr. Wechsberg: Nach China ohne Baedecker.— Kascha« 10: Waldhörnerquarlett.— KöngSwustrrhausen 16: NachmittagSkonzert.— Leipzig 18: Unterhaltungskonzert des Leipziger Sinfonieorchesters, 19: Zitherkonzert.—• Zer Kimmel Ukmnkelt mm MkUWtteli. Seuchen in Südwestafrika London, 13. April.„Morning Post" meldet aus Johannesburg: In Südwestafrika sind infolge großer Ilebcrschwcnnnungen während der letzten Monate Seuchen ausgebrochen. Große Gebiete sind in S u m p f l a n d verwandelt worden, das den Brutplatz für die Moskitos bildet. An einigen Stellen ist das Trinlwasscrverdorbcn. In Gobabiö-Bezirk sind bereits 31 Europäer und 70 Eingeborene an Malaria gestorben. Abends Ist dort der Himmel ver dunkelt von den MoSkitoschlvärmcn. Die Eisenbahndämme werden seit Monaten immer wieder vom Wasser unterspült, so daß cS starke Verkehrsstörungen gibt. Infolgedessen herrscht Mangel au Lebensmitteln und besonders an A r z n e i c n. In Windhuk tritt Typhus und DipHterie auf. Die Elektrizitätsversorgung der Stadt ist nur noch für zehn Tage gesichert. In KactmanShoop ist gleichfalls eine Typhusepidemie ausgebrochen. TagcsncnlglKltai Alle gerettet! Moskau, 13. April. Nunmehr stich auch die letzten sechs Mitglieder der Besatzung deS Eisbrechers„Tscheljuskin" in Sicherheit gebracht worden. Die gerettete Mannschaft soll so schnell wie niöglich nach MoSkau gebracht werden, wo sie anfangs Juni eintrrffen dürsten. Die letzten sechs Geretteten auS dem Tscheljuskin-Lager sind der stellvertretende Expeditionö- leitrr Bodrow, der Kapitän deS„Tscheljuskin" Woronin, zwei Telegraphisten m»d zwei Maschinisten. Gleichzeitig wurden acht Hunde m:S Festland gebracht, die mit einem Flugzeug inS Lager gebracht worden waren, nm einige kranke Schiffbrüchige und einen Teil der Ladung auf den Flugplatz zu bringen. Bravo! Detroit, 13. April. Die Vorbereitungen zum Generalstreik in der Automobilindustrie tvurdcn gestern durch die Bemühungen des Generalsekretärs des Mechaniker-Verbandes eingestellt. Ihm gelang auch wenigstens eine teilweise Lohnerhöhung, und zwar nm 20 Prozent und die Einfiihrnng der 36-StundenarbeitS- w o ch c für die fachmännisch geschulten Arbeiter zu erzielen. Die Frau, die Blitzlicht ausstrahlt Mailand, 13. April. Seit einiger Zeit erregte eine im Hospitcil von Pirano bei T r i e st liegende asthmakranle Frau namens M o n a r o das Interesse der wissenschaftlichen Welt. Wie auf Grund der Aussagen zahlreicher Personen, darunter bedeutender Aerzte, einwandfrei feststeht, hat der Körper der schlafenden Frau zur Nachtzeit wiederholt Helle Lichtstrahlen auSgestrahlt, die über der Brust blitzartig aufzucken und sogleich verschwinden. Frau Mouaro weih von den Vorgängen nichts. Nunmehr hat der Präsident der Königlichen Akademie Italiens, der Erfinder M a r c o n i, den berühmten Mediziner Prof. Vitali beauftragt, die merkwürdige Erscheinung an Ort und Stelle zu untersuchen. Prof. Vitali hat auf Grund einer ersten im Beisein anderer Wissenschaftler vorgenommencn Untersuchung die Richtigkeit der bisherigen Meldungen in vollem Umfang bestätigen müssen. Er stellte fest, dah eS sich bei Frau Monaco um eine durchaus normale Person handelt, die von jeder Hysterie weit entfernt sei und eS energisch ablehne, als Mensch, an dem sich ein | Wunder vollziehe, betrachtet zu werden. | Prof. Vitali fand, dah Frau Monato nach dem Auftreten der Strahlung stark beunruhigt er- l schien und ihr Körper heftig Schweih absonderte. Die Temperatur und der Pulsschlag waren mehr j alS normal. Die weiteren Ergebnisse der Untersuchung sind noch nicht bekannt. Das erste automatische Elektrizitätswerk in der Tschechoslowakei wurde in Lititz an der Wilden Adler an. Stelle des alten Wasserwerkes geschaffen, das vor 60 Jahren für die Herrschaft des Grafen Parish errichtet worden lvar. Das Elektrizitätswerk nützt das Wassergefälle von 23 Metern aus, hat eine Leistung von etwa 1000 HP und beliefert das Netz des O st b ö h m i f ch e n Elektrizitätswerkes, A.-G., welches der Eigentümer des Elektrizitätswerkes ist. DaS Elektrizitätswerk von Lititz wird automatisch von der am anderen Ufer liegenden Nebcnstation aus in Betrieb gesetzt und stillgelegt. Auch die Reguliening der Maschinen im Elektrizitätswerk erfolgt vollkommen mitomafisch. Sie erfordert daher keine ständige Bedienung und Beaufsichtigung, sondern nur zeitweise Kontrolle und Instandhaltung. Gin Naphtha-Lager in Karpathorußland In der Siedlung Stobna bei I a s i n a führt die Bergdirektion der staatlichen Salinen in Sla« tinskö Doly Naphtha-Bohrungen, und zwar bis zu einer Tiefe von 400 Metern vor. Die Bohrproben, die starke Naphtha-Spuren aufwcisen, werden nach Prag zur Untersuchung gesandt. Wie jetzt auS Jasina gemeldet wird, wurde in den letzten Tagen ein ziemlich starkes Naphtha-Lager gefunden, so dah die Ertvartung berechtigt erscheint, dah in Stebna noch Erdöl wird gewonnen werden können. Bergarbeiter in Kladno getötet Der BergarbeUer Plateiak auf der Grube ,.Rona" bei Kladno, welcher vorgestern vormittags von Erdmasien, die sich in der Grube loslösten, eingeklemmt wurde, wurde um 8 Uhr abends tot herauSgezogen. Nach dem Urteil des Arztes erlitt er einen Bruch der Wirbelsäule und ging dann an Erstickung zugmnde. Bei den Rettungsarbeiten wurde der Bergmann Cerny verwundet, welcher eine Rückenquetschung und einen schweren Bluterguß erlitt. Er wurde inS Kladnoer Krankenhaus überführt. Verwesungsgeruch im Nelson-Schacht Dordringen biS zur Seilbahnstation. Brüx, 13. April. Bei der heutigen Befahrung des„Nelson"-Schachtes durch die Ge- richtskommission wurde die Kopfitation der Seilbahnstrecke und einige Nebenstrecken besichttgt. Die Strecken weisen durchwegs st a r k e n Deckennachfall auf, zuweilen bis zur Höhe von fast zwei Metern. In der Kopfstation hat die Explosion starke Verwüstungen angerichtet. Die Seilscheiben sind gehoben, einige Hunte vollständig demoliert und verschüttet. Die Decke ist etwa 8 Meter hoch ausgehöhlt. Die Temperatur betrug dort 34.5 Grad Celsius. Der Frischwetterzustrom ist sehr schwach, die Lust stickig. Auch ist dort Verwesungsgeruch wahrnehmbar» jedoch wurden noch keine Leichen gefunden. Die Arbeiter arbeiten dort infolge der Hitze vollständig entblößt, nur mtt einem Lendenschurz bekleidet. Wesentliche neue Feststellungen wurden heute von der Kommission nicht gemacht. Kassenknacker in Asch entdeckt Mittwoch wurde die Gcndarinerie in Asch aus zwei verdächtig auSschende Männer aufmerksam, welche ein Autotaxi zu einer Fahrt nach Karlsbad mieteten. Sie konnte jedoch nur einen festnehmcn, der zweite entfloh, noch bevor die Gendarmen kanicn. In dem Festgcnommenen wurde der bekannte und gefürchtete Kasscneinbrecher Josef Ruscher aus Komotau erkannt. In seinem Gepäck wurde eine ganze Ausrüstung von Einbrechcrwerk- zcug gefunden. Ruscher steht im Verdacht, drei Kaffen in Asch miSgeraubt zu haben und hat außer- dem ein schweres Sündenregister hinter sich. Er war tvegcn Raubes schon nenn Jahre eingesperrt. 3000 Meter Mm vom Leben auf der Eisscholle gedreht. Moskau» 13. April. Heute wurde die letzte Funkdepcsche vom Tscheljustin-Lager auSgesandt. Sie lautet: Wir zünden das letzte Signalfeuer an. In einer halben Stunde verlassen wir» Kapitän W o r o t i n und der Radiotelegraphist K r e n k e l, als letzte das Lager, wo das Sowjetbanner gehißt verbleibt. Im Schmidt-Lager befand sich auch der Filmoperateur Schafran. Nach der Strandung des„Tscheljuskin" funktte er, dah er noch über 700 Meter Film verfüge. Vor einem Monat ersuchte Schafran und Schmidt, ihnen neue Filme zu senden, welchen Wunsch die ESladrille Kama- ninow erfüllte. Schafran kehrt nun mit Filmaufnahmen in der Länge von zirka 3000 Metern zurück. In der Funkdepesche teilte er mit» daß alle wichtigeren Begebenheiten seit der Strandung deS«Tscheljuskin" bis zum Verlassen deS Lagers gefilmt wurden. Laßt Grabsteine sprechen t Eine Leipziger Firma, die mit Grabsteinen handelt und auch sonst die Zeichen der Zeit verstanden hat, verschickte dieser Tage ein Werbeschreiben, in dem sie, unter Hinweis auf die Arbeitsschlacht der Herren Hitler und Goering, eine Herabsetzung der Presse für— Grabsteine ankündigte I Da unter dem segensreichen Regime der braunen Mörder die Branche des UmbringcnS eine nie geahnte Blüte erreichte, tonnten die Leipziger Grabsteinlieferanten nicht zu Unrecht auf ihre wiederangekurbelte Wirtschaft Hinweisen I Um noch deutlicher zu werden, hatte die Firma ihr kommerzielles Totenlied mit einem Hakenkreuz geschmückt. DaS hat das ReichSpropa- gandaministcrium so in Harnisch gebracht, daß eS | Zum Gurgeln die Werbeschreiben«IS„besonders geschmacklosen nationalen Kitsch" beschlagnahmen ließ. Den entsetzten Grabstein-Ankurblern, die sich in ihrem redlichen Bestreben so mißverstcmden sahen, soll man mit einem Freiaufenthalt im Konzentrationslager gedroht haben. Uns scheint» sehr zu Unrecht I Sinnvoller und erschöpfender läßt sich die Bilanz der Hitlerei doch gar nicht ziehen, als es in diesem Werbeschreiben geschehen istl Oder sollten die Herren der braunen Heerscharen— vom schlechten Gewissen getrieben— den Grabstein mit Hakenkreuz vielleicht auf sich selbst bezogen haben?! In diesem Falle könnte man ihnen zu ihrem treffsicheren Jnsttnkt nur gratulieren. Sic hätten damit ihre Begabung, Dinge, die totsicher kommen werden, vorauszuahnen, vollmif unter Beweis gestellt! Arbritrrbank und MunittonSfabrik. Die„Reichenberger Zeitung" wagt eS zwar nicht mehr, das .Horst-Weffel-Lied abzudrucken, aber der Geist, der sie zur Wiedergabe dieses künstlerischen Produktes nötigte, lebt in ihrer Redaktton weiter. Er äußert sich im allgemeinen in der UnterhaltungSbellage. In den letzten Tagen aber kehrte er auch in einer unscheinbaren„politischen" Notiz wieder» in der nichts weniger behauptet wird, als daß die belgische Arbciterbank eine Munitionsfabrik finanziert habe, — Freilich fehlen der„Reichenberger Zeitung" die Beweise dafür. Schließlich verfügten aber auch ihre großen Vorbilder, nämlich Goebbels und Genossen, niemals über Beweise, wenn sie die Ehre anständiger Leute zum Vortell der nationalsozialisttschen Partei durch den Kot zogen. Wenn man sich solche Lehrer wählt wie die„Rcichcnberger Zeitung", kann sich in den Spalten nichts anderes ansetzen als Schmutz. Bervollkonimnung deS Blauen Pfeils. Zahlreiche Interessenten haben den Wunsch ausgesprochen, daß der neue Motorschnellzug der Staats» bahnen, der sogenannte„Blaue Pfeil", hinsichtlich der Sitzbeguemlichkeit, der ruhigeren Fahrt, Beheizung u. a. vervollkommnet werde. Hiezu teilt die StaatSbahnverwalttmg mit, daß der „Blaue Pfeil" in den normalen Bahnverkehr als er st er Versuch einer SchncllzugSverbindung eingereiht wurde. Den gewonnenen Erfahrungen werde die größte Aufmerksamkeit gewidmet und die festgestellten Mängel werden beseitigt werden. Arbeitsloser sucht in einem Grab nach Geld. Freitag früh wurde auf dem Friedhof in K o m- m e r n bei Brüx wahrgenommen, daß das Grab deS im Jahre 1923 verstorbenen Bergarbeiter- Pensionisten Eduard K r a u 0 in der vergangenen Nacht geöffnet worden war. DaS Grab war zwar wieder zugeschüttct worden, doch ließ cS die Gendarmerie neuerdings öffnen, wobei festgcftellt wurde, daß der Sarg freigelegt und durchsucht worden war, was aus der Verwerfung der Skelett-Teile zu erkennen war. Die Nachforschungen führten in kurzer Zeit zur Ermittlung des Täters. ES handelt sich um den 46j»hrigen Bergarbeiter-Pensionisten Franz Reimann auS Kammern. Er wurde dem Kreisgerichte etngeliefert. Bei seiner Einvernahme gab er an, er habe gehört, daß dem Kraus in den Sarg Geld mitgege- ven worden sei. Dieses Geld wollte sich Reimann, weil er arbeitslos ist, holen, um sich damit aus der Not zu helfen. Wetterbericht. Die Wetterstörung zwischen Rhein und Elbe, die am Freitag in Westböhmen vielfach Regen gebracht hatte, zerfällt bereits. Der Luftdruck nimmt fast allgemein zu. ES scheint, daß der Einfluß des Hochdruckgebietes über dem Baltikum erneut die Oberhand gewinnt. Die nordöstliche bis östliche Luftströmung dürfte daher anhalten.— Wettervorhersage für SamS tag: Wechselnd bewölkt, trocken oder nur unwesentliche Niederschläge, strichweise ziemlich heiter, und zwar besonders im Nordosten deS Staates; untertags mäßig warm, Nordost« bis Ostwind.— Wettervor« hersage f ii r Sonntag: Höchstens lokale Wet- terstörmigen, sonst Wetterlage ziemlich günstig «r. 87. «eiieS Bergsturz fordert neun Todesopfer Alessandria, 18. April. In dem italienischen Gebirgsdorf Crondona in der Nähe von Arquata Sorivia zerstörte ein Bergsturz Henle nachts fünf .Häuser. BIS seht tvurdcn neun Tote und einige Verletzte geborgen. Ein Memento PariS, 13. April. Bei AmienS sind die sterblichen llcbcrrcste von 465 in derSomme- Schlacht gefallenen Soldaten entdeckt worden. Es handelt sich um 380 Deutsche und 88 Franzosen. Analphabeten. Zu Beginn dieses Monats fanden beim Artillerie-Regiment 12 in UZHorod schriftliche und mündliche Prüfungen von analphabetischen Soldaten statt. An den Prüfungen nahmen 88 Soldaten ruthenischcr Nationalität und ein Soldat deutscher Nationalität teil. Sic wiesen sowohl im Lesen nnd Schreiben, als auch in den Grundoperationcn des Rechnens gute Erfolge auf. Außer einer aus Offizieren des eigenen Regiments bestehenden Kommission nahmen an den Prüfungen Vertreter der Presse, der Kulturkorporationen, dcS Schulrcferats von lljhorod und ein AuSbildungSoffizicr der 12. Division teil. Der Lehrer der analphabetischen Soldaten, Leutnant der Artillerie Kopa, mußte gleichzeitig die Soldaten in der Dienstsprache unterrichten, da eS sich im heurigen Jahre durchwegs um Soldaten einer anderen Muttersprache als der tschechischen handelte. Deshalb sind die guten VrüfnngSergeb« nisse um so wertvoller. Die Zahl der Unterrichtsstunden betrug 100. ES wurde drei Mal wöchentlich zu je ztvci Stunden nnierrichtct. Der Kurs der analphabetischen Soldaten ist nicht die einzige Bildungstätigkeit der Militärverwaltung. Gleichzeitig werden Sprach-, landwirtschaftliche Kurse etc. veranstaltet. Hingerichtet. In Bastia(Korsika) wurde gestern früh der korsische Bandit T o r r o hingerichtet, der im Herbste des Vorjahres voni Schwurgerichte zum Tode verurteilt worden Ivar. Es war dies seit dem Jahre 1014 die erste Hinrichtung auf Korsika. Ein Gangstrr narrt die Polizei. Wie aus W a r s a w(Indiana) gemeldet wird, hat der berüchtigte, von allen Polizeistationen des Mittel- westens verfolgte Gangsterführer Dillinger dort einen neuen tollkühnen Ueberfall auSgeführt. Dillinger überfiel nur mit einen» Begleiter den Nachtwächter des OrtSgefängnisseS und zwang ihn mit vorgehaltener Maschinenpiswle, die Polizeistation zu öffnen. Dort entnahm er vier Panzerwesten und einige Maschinenpistolen und entkam in einem Kraftwagen, obwohl er von 60 Polizeikraftwagen verfolgt wurde. PariS—Moskau in 48 SchnellzugSstunden. Der Schnellzug, der am 11. April Paris verließ, ist in tveniger als 48 Stunden über Warschau in Moskau eingetroffen. Die Strecke Paris- Warschau legte er in 28 Stunden 30 Minuten zurück. Die Strecke Paris—Moskau über Ostpreußen ist um 12 Stunden länger. Pola Regri— MillionitrSgattin.„New Dorl Dail» Mirror" bringt die Nachricht, daß die bekannte Filmschauspielerin Pola Rcgrt nach Kalifornien gereist seüivo sie ihre Hochzeit mit den» Chicagoer Millionär Mae Corinick feiern wird. Explosionen. In der Halle einer Pulverfabrik in VongcS bei Dijon, in der Jagdschießpulvcr hergestellt wird, ereignete sich eine Explosion. Ein 41jähriger Arbeiter wurde g e t ö t et, ein anderer verletzt. Die Explosion war so heftig, daß das Dach der Fabrikshalle zerstört und die Fensterscheibe der Nebengebäude zcrtrümniert wurden.— Im Bahnhof Jen- b a ch(Tirol) fuhr eine mit drei Arbeitern bemannte Draisine bei der Einfahrt in den Bahnhof mif eine Berschiebclokonlotive auf. Durch den Anprall explodierte ein Benzinhehälter auf der Draisine, die sofort in Flammen stand. Die drei Bauarbeiter, die sich mif dem Fahrzeug befanden, erlitten außer- ordentlich schwere Verbrennungen. Autos sehe« dich an Automobile verderben den Charakter. Schon ihre bloße Existenz macht aus relativ ehrsamen Leuten hartgesottene Hochstapler. Als ich noch jung und sonnig von Gemüt war, hatte ich einen Freund. Paul hieß er. Er war ein netter Junge, aber er hatte den merkwürdigen Ehrgeiz, ein ausgepichter Autofachmann zu sein. Wenn man mit ihm auf der Straße ging, sagte er bei jedem vorbeifahrenden Wagen mit hoheitsvoller Gelassenheit:„Daimler, Sechszylinder, Type 9", oder«Fiat, Achtzylinder, vorletztes Modell". Er sagte das alles mit der Blasiertheit eines abgefciinten Autokenners, der all diese Wagen längst bcsesicn hat und ihrer überdrüssig tvorden ist. Und dabei hätte er so furchtbar gerne einmal zehn Kronen gehabt, um in einem alten Taxi fahren zu können. Und so wie Paul sind die meisten Leute. Nicht ganz so raffiniert— denn Paul war ein ungewöhnlich begabter Hochstapler— aber immerhin. ES gibt Leute, die die Gewohnheit haben, berühmte Schauspieler oder Minister oder sonst welche„Prominente", mit denen sie niemals ein Wort gewechselt haben, auf der Straße und im Kaffeehaus zu grüßen. Man soll glauben» daß sie mit Berühmtheiten auf innigstem Grußfutz stehen. Ganz so stellen sich die meisten Menschen gerne auf Du und Du mit Automobilen. Es gibt offenbar ein beglückend wohliges und erhebendes Gefühl, einem Automobil Du zu sagen und ihm väterlich auf den Kühler zu Sam-tag, 14. April 1034 Bund wandernder Arbeiterjugend, Sitz Teplitz-Schönau Wir berufen für Sonntag, den 20. April 1934, um halb 9 Uhr vormittags in den Partsaal nach Komown den ordentlichen Vundestag mit nachstehender vorläufiger Tagesordnung ein: 1. Berichte der Amtswalter, 2. Neuwahl drü Bundesvorstandes, 3. Eingelaufene Anträge. Die VertrctungSbestimmiingen wurden den Organisationen bereits bekanntgcgeben. Ter Bundesvorstand. nmmnmnmm« Welch großer Zauberer ist OMINOLI Es tilgt allen Schmutz, einerlei, wie er heißt: Fett, Tinte, Ruß und Fiele ken verschwinden im Nu von den Gegenständen wie von den Händen. Omino! „Allas sauber wie durch Zauber'* K3»Schjcht 42 Ominol Die Stavisky-Affäre Auch ein Oberstaatsanwalt belastet? PariS, 13. April. Die Witwe nach dem i Obergcrichtdrate Prince nnd ihr Sohn übergaben gestern dem Justizministerium ein umfangreiches Memorandum, in welchem sic auf das gespannte Verhältnis zwischen Prince und seinem Vorgesetzten, Oberstaatvan walt Prcs- s a r d, verweisen und den Minister ersuchen, die Verfolgung der meuchlerischen Mörder PrinceS fortzusetzen. Die Polizei beschlagnahmte gestem in verschiedenen Pariser Banken über 16 0 0 Schecks, die von den Genossen oder Advokaten StaviskyS in Umlauf gesetzt worden waren. Einige Schecks hatte Stavisly selbst unter dem Namen „Alexandre" auSgcgcbcu. „Petit Parisien" teilt mit, die Polizei habe die Täter ermittelt, welche vor einigen Wochen im JnstizpnlaiS über tausend D o k n- in e n t e zu den BctrugSafsären StaviskyS aus dem Jahre 1920 entwendet haben. DaS gerichtliche Verfahren in diesen Affären wurde bc- lanntlich 10mal vertagt und niemals durchgeführt. OMM—I e———e■ ireini——iwmi ime Sozialversicherung und Krise Bortrag Prof. Schönbaums im Sozialinstitut Am Donnerstag sprach der Direktor der Allgemeine» Pensionsanslalt Prof. Dr. Emil Schön- b a u m in einem vom Sozialinstitut der Tschcchoslo- tvakischen Republik veranstalteten Vortrag über dieses Thema. Einleitend verlvies er daraus, wie der Gedanke der Sozialversicherung heute auch Länder erfaßt, die ihm noch vor kurzer Zeit verständnislos gcgcniibergestandcn sind, Ivie Frankreich, die Be reinigten Staaten. Dieser äußerlich günstigen Entwicklung stehen allerdings innere Schwierigkeiten gegenüber, die ans der internationalen Wirtschaftskalamität entspringen. Bei uns sind die gesamten Versicherungsbeiträge für alle Zlveige der Sozialversicherung von 8032 Btill. im Jahre 1920 mif 2290 Mill, fiir 1988 gefallen, d. i. um volle 26 Prozent— ein Beweis für die erhebliche Elastizität der„S o z i a l l a st e n". Die Bergarbeiter« ersichernnz litt bereits im alten Oesterreich unter dem Mangel gesetzgeberischer Initiative, die in gewissem Sinne auch heute noch zu vermiffen ist. Auch die letzte Novelle z. B. hat die Frage der Reniendeckung nicht selbst gelöst, sondern der VerordnungSgetvalt überlasten. Daraus resultiert die desolate Lage der Zcntralbru- derlade, deren 80 Millionendesizit durch Anleihen ge« deckt werden muß. Wie sehr sich bei ständigem Sinken der BersicherungSzahl infolge der Krise und damit auch der Einnahmen, die Lage verschlechtert hat, geht darmiS hervor, daß auf 14 Versicherte 10 Rentenbezieher entfallen(gegenüber einem Verhältnis von 19:10 im Jahre 1929).(Als Vergleichszahl diene die analoge BerhältniSzahl der Pensionsanstalt: 79:101) Es ist zu bemerken, daß die Situation in Deutschland, trotz günstigerer Voraussetzung, nur um ein wenig besser, in Oe st erreich aber bei weitem ärger ist als bei uns. Di« Nnfallverstchrrung hat sich unter den Hauptzweigen der Sozialversicherung als am widerstandsfähigsten gegen die Auswirkungen der Krise erwiesen, was schon aus ihrem Wesen heraus verständlich ist. Der Begriff des Betriebsunfalles ist klar Umrissen und geringeren Veränderungen unterworfen als andere Versicherungsfälle, wie Krankheit oder Invalidität. Freilich macht sich auch die Krise fühlbar, und zwar vor allem durch die sinkenden Beitragsvorschreibungen infolge Betriebsreduktionen. Wenn man die Gesamteinnahmen (Beiträge pluS Zinsen) in» Auge saßt, so nähert sich der Zustand dem deS Gleichgewichts. Die Krankrnversichxnnig wurde von den Krisenwirkungen wohl am allerschwcr- sten betroffen- Zu bemerken ist, daß die Krankender-' sichcrung der Angestellten eine weit bcffere Enttvick- lnng verzeichnet, als die Krankenversicherung der Arbeiter. WaS diese betrifft, so ergibt schon der Ausfall von rund 040.000 Versicherten eine Vorstellung von den unheilvollen Folgen der Krise. Pros. Schönbaum bemerkte, daß die Krankenversicherung oft als Er- gänzungs-, bzw. Ersatzmittel für eine noch nicht vorhandene wirksame Arbeitslosenversicherung erscheint (fingierte Krankheiten nsw.). Aus der schwierigen Lage diese» Zweiges ergebe» sich Unzulänglichkeiten, die der Spinvathie fiir die Versicherung bei den Versicherten geschadet haben; ans der anderen Seite wird die ZenlrälsozialvcrsichernngSanstalt selbst durch die finanziellen Schivierigkciten einzelner Anstalten in Mitleidenschaft gezogen. Der Vortragende betonte aufs nachdrücklichste die Rollvendigkeit von Reformen, die gekennzcichnct sein sollen durch das Streben nach Verbesserung der Heilpflege bei teiltvciser Einschränkung des Kreises der begünstigten Familienmitglieder. Die Invalidität», und Altersversicherung, die von der Zentralsozialversichern n g S a n st a l t verwaltet wird, zeigt einen Ausfall von etwa 600.000 Versicherten und ein Abströmen auS der höchsten Klaste, zu der nurmehr 16 Prozent der Versicherten gehören(gegenüber 24 Prozent im Jahre 1029.); auf der anderen Seile ein Steigen in den untersten passiven Klassen, deren Anteil in vier Jahren von 24 Prozent auf 34 Prozent gestiegen ist. Prof. Schönbaum stellte fest, daß die Grundlagen der Alters- und Jnvalidiiätsversichcrung, wie auch der verwandten BriisionSvcrsichcrnng der höheren Angestellten, dir in den Händen der Allgemein en Pension San st alt ruht, sich voll bewährt haben. Eine Krisenerscheinung ist das Auftreten der Ueberi n Validität durch vorzeitiges Ausscheiden aktiver Versicherter aus dem Produktionsprozeß. Bei der Pensionsanslalt hat sich die Zahl der Rentner seit 1020 verdoppelt und beträgt nunmehr 16.280, die einen JahreSaustvand von 270 Mill, erfordern. Abschließend betonte der Vortragende, daß schwerwiegende Probleme bevölkerungspolitischer Art über kurz oder lang sich fühlbar machen werden, vor allem die völlig geänderte Ziisaiiimensctzung der Bevölkerung nach AlterSkategorien. Durch die ständige Verlängerung der menschlichen Lebensdauer werden die höheren Altersklassen, die zu versorgen sind, zahlenmäßig wachsen und es kann kein Zweifel bestehen, daß die Sozialversicherung bald vor schwerwiegenden Problemen stehen tvird. Dr. Bg. Der Gerberstreik in Brüsau. Zu unsercni Bericht, wonach die Firma noch über die Zeit der Per« tragSdaner einen lOprozentigen Lohnabbau verlangte, welcher von der Arbeiterschaft abgelehnt wurde, tragen Ivir heute nach, daß auch alle weiteren EinignngSversnche gescheitert sind. Bei den EinigungSverhandliingen am 12. April I. I. zwischen der Firma, dem Bekleidungsarbeiterverband in der Tschechoslowakischen Republik, Sih Rcichenberg, nnd den Vertrauensleuten der Arbeiterschaft, lehnte die Firma sogar den weitgehenden Vermittlnngö- vorschlag ab, vorbehaltlich der bevorstehenden gesetzlichen Regelung durch die Lohnschiedsgerichle, ans Grundlage eines Lprozciltiaen Abbaues eine Vereinbarung abzuschließen nnd bestellt weiter ans einem lOprozentigen Lohnabbau und auf der Ver> schlechterung anderer VerlragSbcstinnnnngen.— Weil diese Forderungen der Firma unbegründet und für die Arbeiterschaft, die im Vorjahre nur fünf voll« Wochenverdienste hatte, unerträglich sind, so lvnrden lediglich toeiterc Verhandlungsmöglichkeiten offen gelassen. Der Konflikt selbst besteht weiter und Zuzug von Lederarbeitern aller Art nach Brüsan ist streng sernzuhalte»! Kein Lederarbeiter werd« wegen der Aussicht ans wenige Wochen Arbeit zum Verräter seiner Klaffengenosien und seiner selbst! klopfen. Man spürt direkt, wie man von allen ringsum für einen Millionär gehalten lvird. Das tut herrlich gut, und von solchem Glanz bedeckt sucht man dann viel wohlgemuter in der Hosentasche nach der letzten Krone Zwanzig, um mit der Tramway nachhause zu fahren. In P r a g gab eS jetzt acht Tage lang einen „Autosalon" zu sehen. Lauter Millionäre, lvohin inan schaut. Wenigstens tut jeder sein Bestes, um von jedem dafür gehalten zu werden. Die Leute machen ihre Sache gut.(DaS Publikum nämlich— von den Ausstellern wird noch ein Wort zu sagen sein.) Sie klopfen mit den Fingern ungeheuerlich sachverständig auf die Küh- lcrhauben und lasten sich sogar Prospekte geben, als hätten sic die Absicht rin Auto zu kaufen. Sie fallen wirklich gar nicht auS der Rolle. Oder doch nur ganz selten: zum Beispiel bei jenem Stand, au dem man Schlüstclketten mit einem prachtvollen Autocmblcn! für fünf Kronen kaufen kann. Dort steNen sie sich nämlich an und kaufen wirklich. Aber hinter solch kleine Rcgiesehler kommen nur ganz besonders gehässige und raffinierte Beobachter..;. # Ueberhaupt: das Drum und Dran ist eben doch die grüßte Attraktion. Es gibt ja wirklich hübsche Dinge rund um ein wirkliches Auto. Etwa das fahrbare WeekcndhauS. Ein kleiner Anhängewagcn auf dem Zeltblättcr und anderes Zubehör verstaut sind und der sich in ein richtig romantisches Jndianerzelt mit allen Finessen deS zwanzigsten Jahrhunderts umwandeln läßt. Oder: das unzerbrechliche Glas für Windschutzscheiben. Steht dort in seinem Stand ein ansonsten ganz netter Herr, der wie toll auf einer solchen Glasscheibe hcrnmtrampelt; und wenn er besten müde ist. wirft er gar ein mindest kiloschweres Eisengewicht auf die Scheibe. Weiß Gott, wie sie das macht— aber sie bleibt ganz. Wirklich und wahrhaftig ganz. Das Publikum steht atemlos und fasziniert davor. Mit Recht. Und dann gibt cs Radioapparate, die nian in das Automobil einbauen kann, wenn man das Bedürfnis hat, ivährend der Fahrt noch Musik zu genießen. Das ist für musikalische Leute/ Und Hupen gibt eS, die jeden Schrcckenvton, den das satanischeste Gehirn nur ersinnen mag, auöstoßen können. DaS ist für die unuiusikalischcn Leute. UcbrigcnS: fast hätte ich es vergessen— eö gibt auch Automobile. Putzige kleine„Volks"- autos für zwanzigtauscnd Kronen(nur sehr zähe nnd zudringliche Besucher können den Preis erfahren, Iveil niemand auf die Idee gekommen ist, die Preise anzuschreiben) und dann phantastische lackierte Giganten in«Stromlinen"-Form, so schön, daß einem das Herz bricht und so teuer, daß nicht einmal die optimistischesten Verkäufer hoffen, so einen Wagen je verkaufen zu können. Diese Wagen sind offenbar auch gar nicht zum Verkaufen da, sondern bloß zum sachverständigen Klopfen für die Besucher. Dienst am Nichtlundcn. » - Ein Machtwort stir ernsthafte Leute: der Eintritt in die Ausstellung lostet zehn Kronen. Wenn Sie erstens zehn Kronen und zweitens die Absicht haben, zu scheu, Ivie man eine Ausstellung nicht machen soll, gehen sie bitte sofort hin. Sie werden lernen, wie man mit der nötigen Portion von Hochmut und Phantasiclosigleit aus den schönsten nnd faszinierendsten Ausstellungsstücken eine unbrauchbare Ausstellung zusaminenstclleu kann. Es gibt heutzutage wundervolle statistische. Bildtafeln, ans denen man sieht, tvieviele Automobile auf der Welt und in den einzelnen Ländern erzeugt werden, wieviele Einwohner eines Landes auf ein Automobil kommen, wieviel Wagen in der Zeit der Konjunktur und wieviel in der Zeit der Krise verkauft werden. Haben die Regisseure des Autosalons davon nichts gehört? lind sind sic nie auf den Einfall gekommen, daß solche Dinge die Besucher einer Antoauöstcllung interessieren? Oder sind sie vielleicht der Meinung, daß eö besser ist, ke>n Aufhebens von dec Tatsache zu machen, daß Automobile ebenso wie alle anderen Dinge völlig planlos drauflos produziert werden? Nirgends in der ganzen Ausstellung ist der Preis eines Wagens ungeschrieben. Wahrscheinlich gilt eS diesen Kreisen nicht für fein, über so gewöhnliche Dinge tvic Geld ein Wort zu verliere». Kauf nnd kusch I ist offenbar der Leitsprnch der Leute gewesen, die diese Ausstellung eingerichtet haben, lind die Besucher kaufen zwar nicht, aber sie kuschen. Ich nicht.•—hafiS— G«1e 6 „Sozialdemosrat" SamStag. 14. Avril 1S34«r. 87 PRAGER ZEITUNG n I Mitteilungen aus dem Publikum. In jeden guten Haushalt gehört bestimmt auch ein wichtiges Mittel: Alpa-Franzbranntweinl Das Bestreichen von Schläfen und Stirn mit Alpa erfrischt angenehm und Einreibungen niit diesem be- Ivährten Präparate lindern rheumatische Schmerzen. 100 Kunst und Wissen M PlM ÄMe Awitt M die MMen ZrmlkM er würde sonst„abgern u r k st und in die Moldau geworfen werde n". Als der Ilcberrunipelte sich weigerte, erschien auf ein verabredetes Zeichen ihr Gatte und Zuhälter, der mit einen« Messer in der Hand diese Drohung wiederholte. Doch gelang es H., sich loSznreisten und i n« H e m d und b a r f u fi(bei starten« Frost!) eine nahe Wächterhütte zu erreichen. Er war, bis a««s einige Ohrseigen, ohne körperliche Beschädigung davongckonnnen, aber sein Geld blieb ii« der Hand des gefährliche«« Ehepaares, das noch in der gleichen Nacht verhaftet wurde. Man fa««d tatsächlich bei Mikovcc ein grosteS Taschenmesser. Bei der heutigen Verhandlung leugneten beide Angeklagten jedwede Gewalttätigkeit. Tie Berhand- lung tvurde für geheim erklärt, denn eS standen heikle Details zur Erörterung. Die Susanne Mikovcc ist, wie erlvähnt, auch deshalb angeklagt, lveil sie als Geschlechtskranke»nit Männern verkehrt und weitere Ansteckungen verschuldet hat. Ans dem JnfektionSspital entlief sie unter Mitnahme von Anstaltswäsche, weshalb sie noch der llebertrctung deS Dieb« stahlö angeklagt ist. Die Geschworenen erkannten beide Angeklagte in« Sinne der Anklage i n alle n P unltens ch u'l big. Der Schwurgerichtshof des OGN. H r u ö k ä verurteilte Kvitoslav Mikovcc mit Rücksicht auf seine Vorstrafen zu sechs Jahren, die Susanne Mikovcc z«i fünf Jahren schwere» und verschärften Kerkers. rb. Automatisierung der Telephonnebeuzentrale ii« Spokllov. SamStag. den 14. April 1034, wird die manuelle Telephonnebenzentrale in Sporilov«Post» mnt Praha 86) in eine antomatischc Zentrale um» gctvandelt«verden. Von diesem Tage au sind daher die Teilnehmer dieser Zentrale«nit dci« neuen, in dein Teilnehmerverzeichnisse des OrtSnehcö Praha für das Jahr 1034 auf den Seiten 500 und 507 publizierten Rnnnnern zu rufen. Die Versteigerung der unanbringlichei« Postsendungen findet am Montag, den 7. Mai 1034, um halb neun llhr in der AnktionShalle des Leihamtes in Prag II, Ii Pnjöovntz 10, statt. Tie Demokratische FlüchtlingSkürsorgr teilt mit, das; ihr Büro Prag II., Prikoph 27, in Zukunft nur noch vo'rmitiags von 10 bis 12.30 llhr geöffnet ist. Telephon 80271— Bankverbindnng: Böhmische ES- compte«Bank und Kredit-Anstalt, Prag II. •» w’-, v»', 1 w WIV|*1v 11/ 11 lll vllll, VI VIU||VIIv, IW letzten Augenblick vor ihren Dieiistgcbcrn, Eltern sje ihre Kunden abzufcrtigen pflegte, nötigte ihn, sich und Freundinnen und erst als die Gcburtswehe,« bis aufs Heind anszuziehen und forderte zum Schlust einsetzien, wurde sie von ihrer Arbeitgcberii« in die die H e r a u s g a b e seines gesamten G e l- SIcbäranstalt geschafft, wo sie ein zwar schwächliches des mit der Drohung, aber doch lebensfähiges Kind zur Welt brachte. Ztvei Tage Vor Weihnachten, am 22. Dezember v. I. wurde sie aus der Behandlung entlassen. Sie fuhr nach Wysotschan und ging dort auf einem Feldtocg gegen Hlonbitin, wo eine Schwester verheiratet war. Bei ihrer Schwester kam sie ohne Kind an nnd erzählte ihr, dieses sei unterwegs ge- st o r b e n und sie habe cs gleich a>« Ort nnd Stelle«m Feldrain eingescharrt. Die Schwester war entsetzt und machte ihr Borivürfe darüber, daß sie den Tod des Kindes nicht ordnungSgeniäst angeineldet und seine Beerdigung veranlasst habe. Gleichcrmastcn waren ihre Eltern, die sie darauf aufsuchte, starr vor Grauen. „Unglückliches Rind, was hast Du angestelltl l" ries die Mutter aus. Die Angeklagte kehrte also zu der Stelle zurück,. wo sie daS Kind vergraben hatte, g rub eS aus, wusch eS in einen« Hotel, wo sie sich eiiiqimrtierte, ab und ging dann mit der Kindesleiche ins FindelhauS zurück, von tvo sie eben erst entlassen wordci« war. Sie erklärte, das'Kind sei unterwegs erfroren. Aber die Aerzte stellte«« bei der Obdliktion der Leiche fest, dast daS Kind einen Bruch der Schädeldecke auswies und folgerten daraus, das; eS eines gewaltsamen Todes gestorben sei. Ihrer Meinung nach, hat die Angeklagte ihr Kind durch Schläge mit einem Steil« gegen die Schädeldecke getötet. Die Angeklagte wehrtesich allerdings verzweifelt gegen diese Be- Mesferstecherei auf dem Wenzelsplatz Donnerstag abends gerieten zwei Ehaiiffcnrc in einem Kaffeehaus am WcnzclSplatz in Streit. Der eine voi« beiden, Zizia; sprang plötzlich auf, lief mit ein paar anderen.Kollegen zu Vitkz. mit dem er sich gestritten hatte«nid versetzte ihm mit dein Taschenmesser ein paar Stiche ins Gesicht Dann rannte er ans dem Kasfcchans auf die Strasse hinaus, wurde aber von der Polizei festgehalten und auf die Wachstube gebracht. Auch der angefallcne Chauffeur wurde dorthin geführt, blutete jedoch so stark, das; er ins Allgemeine Krankenhaus gebracht werde«« musste. Er wurde nach der Untersuchung in häusliche Pflege entlassen, während Zijta in Haft belassen wurde. Das Jahreskonzert des Sängerchores„Typo- grafia" findet Sonntag, den 16. April, abends 8 Uhr, im Smetanasaal des RepräsentationShanseS der Stadt Prag statt. Zur Aufführung gelangen Chöre von B. Smetana, O. Zich und B. B. Aim. Dirigent V. B. Aim. Einlastkarten an der Abcndkassa. Wochrnspielplan drv Reuen Deutschen Theaters. SmnStag, halb 8 Uhr:„Die lustige Witwe" (A 1).— Sonntag, halb 8 Uhr:„Ball im Sa« voh"; halb 8 Uhr:„T n r a n d o t"(CI).— Montag, 8 Uhr:„Di e Gefangene"(volkstümliche Vorstellung, Gastspiel Emst Deutsch, A. A.)— Dienstag, halb 8 Uhr:„A i d a"(A 2).— Mittwoch, halb 8 Uhr:„Lord Bhron kommt aus der Mode"(Gastspiel Deutsch, V2).— Donnerstag, halb 8 Uhr:„Di e lnsti g e W i t w e"(C2).— Freitag, halb 8 Uhr:„Lord Bhron kommt auö der Mode"(D2).— Samstag, halb 8 Uhr:„Die lustige Witwe"(BI).* hili-ElHtilii Versicherungs- Aktiengesellschaft in Wien Direktion kür die C.S.R.in Prag General-Agentschaft Reichenberg empfiehlt sich zum Abschluß von Feuer- U nkuU-, Haftplicht-, Einbruch-, Auto-,Transport-, Pferde- und Viehversicherungen zu kulanten Preisen. 2286 Bargarantiemittel in der ÖSR. 58 Millionen. Büros: Prag, Ndrodnt tf. 17. Reichenberg, Scbützeng, Nr. 21 Brünn, Theatergasee Nr. 6. Die richtige Brille Optiker Deutsch Prag II., Prfkopy, Palais Koruna Große Veruntreuungen -et den elektrischen Unternehmungen Gestern wurde der Kanzlcibcamic Scfrna, der bei der KartcnanSgabc der Sirastcnstahnrcmisc in Wrschowitz beschäftigt war, in Hast genommen. Er hatte 05.000 Kc auf die Weise dcfrandicrt, dass er eine falsche Anzahl der anögcgebcncn Karten angab. Er nahm einen Teil der Karten ans dem dazu bcstimniten Paket, den anderen Teil aus den Reservcpaketcn, wo er dann den leeren Rann« dnrck ein Holzkistchei« ersetzte, so dass man den Betrug nicht gleich merkte. Auf diese ungeregelten Verhältnisse in der Wrschowiber KartenauSgabe wurde schon vor Monaten vom Revisor Rat Wolfs ans- merksam gemacht, aber seine diesbezügliche Anzeige wurde überhaupt nicht beachtet. Als gestern für Eefriia ein anderer Beamter den Dienst übernahm, beinerkte er. dass die Anfzcickmungcn nicht stimmten. Er meldete das sofort an zuständiger Stelle. Run wurde eine Untersuchung cingelcitct und scstgestcllt. dass 05.000 Ke fehlen. Scfrna wurde verhaftet und gestand den Betrug ein. Bezugsbedingungen: Bei Zustellung ins Haus oder bei Bezug durch die Post monatlich KC 10.—, viertelsährig Kö 48.—. halbjährig Kä 06.—, ganzjährig Kö 102.. Inserate werden laut Tarif billigst berechnet. Bei öfteren Einschaltmiaen Preisnachlass.— Rückstellung von Maniskripten erfolgt nur bei Einsendung der Retournmrken.— Die Zeitungdfrankatur wurde von der Bost- und«'.f-nr/n'N-«, ' direktion mit Erlast Nr. 18.800/VH/i030 bewilligt.— Druckerei:„Orbis". Druck-, BerlaaS« und ZeitungS-A.-G., Prag. Wochciifvielplan der Kleinen Bühne. Samstag, halb 8 Uhr:„S chicksa l"(Uraufführung).— Sonntag, 8 Uhr:„Trafik Ihrer Exzellenz"; 8 Uhr:„Schicksal".— Montag, 8 Uhr: „Kosmetik"(Bankbeamte und freier Berkaus). — Dienstag, 8 Uhr:„Kosmetik".— Mittwoch. 8 Uhr:„Schicksal".— Donnerstag, halb 8 Uhr: „S t r a st e nm««s i k"(Erstaufführung).— Freitag, 8 Uhr:„Schicksal" Knltnrverstaudsfreunde und freier Berkaus).— SamStag, 8 Uhr:„S t rast e n in u s i k". „AnS dem Regen in die „Aus dem Regei« in die Drama an der User".— Sahara".— Staat Alma:„Liebelei".- — Beseda:„Die goldene „Casanova".— Lido:„So ■--'(“7—Macetka:„Die goldene Katha rina".— Sport:„Liebelei".— N Bejvodn:„Liebelei".— Baldek:„Diagnose X". filme In Prager Lidihpielhäusern Urania-Kino:„Liebelei".— Alfa:„Tante Sallh".— Avion:„Nackt wie Admn".— Fenin: „Ihr letzter Rekord".— Flora:„Diagnose X".— Julis:„Triumph eines grasten Diplomaten".— Mincina: Journale, Groteske, Reportage(halb 2 bis halb 8 Uhr).— Kowa Traufe".— Lacerna: Traufe".— Olumpie:, Praha:„Sturm über der Häuschen in EmauS".— vedrrr:„Die Schlacht". Katharina".—Illusion: zü stchöm,'der!«" Hundeleben verlcntssaal Erfroren oder von der Mutter erschlagen? Rätselhafter Brozest«im den Tod eine- Säuglings. Prag, 13. April. Die Prager Geschworenen batten heute über eine«« wirklich mhsleriösen Fall zu entscheiden- Tie Anklage beschuldigt die 20jährige Hausgehilfin Anna H y b n e r des Mordes an i h r e in d r e i Wochen alten Kind. Die Sachverständigen halten einen Mord für nahezu sicher, die Angeklagte bestreitet ihn mit grösster Hartnäckigkeit und— was den Fall noch undurchsichtiger macht— es fehlt jedes vernünftige Motiv zu einer solchen au sich furchtbaren, durch die besonderen Tatumstände aber geradezu bestialischen Tat. Anna Hisbner, ein sehr hübsches junges Mädchen, den« der beste Leumund bescheinigt wird, das Kind gleichfalls sehr anständiger nnd geachteter Eltern, hatte eine Bekanntschaft, die zu ihrer Schwän- gerung führte. Sie verbarg ihren Zustand bis zum Die jüngste Nummer der„P lk t o m n o st" veröffentlicht und bcaniwortri gleichzeitig eine Zuschrift des Theatcrdirektorü Dr. Eger auf den kürzlich erschienenen(von uns seinerzeit ausführlich zitierten) Ariilel der„Pliiomnost" über die Zustände am Prager deutschen Theater. Herr Dr. Eger beschäftigt sich vor allem mit der A u S l ä n d e r- Frage und teilt mit, Vast von den insgesamt 78 an seinem Theater engagierten Solisten 34 Ausländer seien. Dr. Eger sucht den Vorwurf zu entkräften, da st er auf die sich ihn« bietenden gnalisizieUen Kräfte tschechoslowakischer TtaatSzngchvrigkeit nicht Rücksicht genommen habe, und gibt schließlich bekannt, das; im lonnuendcn Jahre diesen Kräften vor den ausländischen der Vorrang werde gegeben werden. Im übrigen beschäftigt sich Herr Dr. Eger auch mit den Vorwürfen wegen der 2 p i el- plan g e st a l t u n g und wegen des Einflusses rcichsdeutschcr Stellen auf das Theater. Daraufhin erklärt die„Pkitomnost", dast sie auch nach den Erklärungen des Herrn Dr. Eger die H a n p t v o r w ü r f e gegen den Geist nnd gegen die Methoden der Leitung des Instituts ii i ch t z n r ü ck n e h m e n könne. Insbesondere stellt der Gewährsmann der„Pkitoinnost" den Erklärungen Dr. Egers über die Staatszngchö« rigkeit der Solisten eine Statistik gegenüber, nach der von insgesamt 67 tatsächlichen S v l i st c n nur vierzehn, also kauin fünfundzwanzig Prozent, Inländer sind. Auch der Vorwurf, dast das Deutsche Theater Rücksicht auf die Wünsche dcö Dritten Reiches nehme, sei durch Herrn Dr. Eger keineswegs entkräftet worden; die Tinge liegen so, dast daS Deutsche Theater, obwohl in einem demokratischen Staate, infolge der Zusammensetzung seines Ensembles nnd der unrichtigen Politik der Leitung k e i n w i r l-! , Ii ch demokratisches.Repertoire spie , len kann. In dankenswerter Weise wendet sich j i sodann die„Pkitomnost" gegen die schweren Kürzungen der Subventionen für das Prager ' deutsche Theater, stellt aber fest, dast diese Ver- ' Inste an öffentlichen linterstütznngen dein Verhalten der Direktion zu«' Last gelegt werden müs»! .Isen. Es sei nun an der Zeit, dast das Prager j deutsche Theater durch eine andere Linie auch für ein anderes Interesse von sciien des Staates nnd dcö Landes sorge. „Boris Godunow" als Maifestoorstellung Wie alljährlich, veranstaltet auch in diesem Jahre die BezirkSorgcmisatian Prag zur Vorfeier de« l. Mai im Prager drutsihen Theater ! am SO. April, halb acht Ahr abends eine Fcstvorstcllung. Mit wahrer Freude kann mitgeteilt werden, daß es gelungen ist, der Partei für diesen Abend eine Vorstellung des„Boris Godunow" in Handlung und Musik revolutionärsten Oper des grossen russischen Komponisten Modest Petrowitsch M» ssorgsky. Ta zudem die Aufführung diese» grandiosen Werkes am Prager Deutschen Theater antzerordentlich hervorragend, schlechthin die beste un d bedeutendste im gesamten Spielplan dieses JahreS ist, nnd unseren Feftteilnehmem hier die vorzügliche Illeproduktion eines einzigartigen Werke« zugänglich gemacht wird, das bis zu diesem Jahre auf der Prager deutschen Bühne überhaupt noch nicht gehört wurde, ist wohl auch mit einem auhrrordent- lichen Jntereffe unserer Genoffen und Genossinnen für diesen Abend zu rechnen. E« gibt kmnn ein Werk, da« sich beffer für die Einbegleilung des 1. Mai eignen würde, al«„Boris Godunow". Alle Pertrauenspersonen der Partei in Prag und überhaupt alle Genoffen und Genossinnen werden ersucht nnd aufgefordert, sofort mit der W r r• düng zum Besuche dieser Vorstellung zu beginnen. Vcrclnsnadirlditcn Morgen ist Sonntag! Wa« beginnen wir da? Wir wandern! öodkoviöky, Endstation der 21er- Linie ist unser Treffpunkt; Punkts Uhr ist die Abmarsch« PRAQ zeit. Wer seinen ErholungStag gut anSniitzen will, k o m m e m i i u n S! Literatur Die„Europäischen Hefte", Wochenschrift kür Politik, zlultnr und Wirtschaft, geleitet von Willi Schlau« m,— dem früheren Herausgeber der „Neuen Wcltbühne"—, erscheinen zum ersten Male am 17. April 1034. Die Zeitschrift(Redaktion und Verlag, Prag II, Vodiökova 84) will den geistigen Kampf gegen alle Erscheinungsformen des internationalen FasciSmnS mit dem Versuch einer konstruktiven Erncnerung der Ideologie und Politik der europäischen Linken verbinden. Probenummern der „Europäischen Hefte"(Einzelpreis 8 Kd, respektive sfr«. 2.50, rcsp. sfrS. 0.50, Vierteljahrsabonnement — 13 Hefte— Kö 85.—, refp. ffrS. 27.—, resp. sfrS. 5.50) werden auf Wunsch zugesendet. NachtstLek von der Peripherie „Liebe" aus den„Dianlntz".— Elf Jahre Kerker für ein sonderbares„Ehepaar". Prag, 12. April. Susanne Mikovec, 28 Jahre alt, Prostituierte, hochgradig shphi- l i t i s ch«nid aus dem Jufektionöspital Bnlovka entsprungen... Kvetoslav M i k o v e. c, 23 Jahre alt, Zuhälter und Ehegatte, der Erstgeuamitcn, vielmals vorbestraft sind angeklagt deS Verbrechens des R a i« b e. s bzw. der Beihilfe, dazu, Susanne Mikovec ansterden« noch der Ucbertretung de« Gesetzes gegen di e Geschlechtskrankheiten. Ein Fall aus dem dunkelsten Prag. Susanne Mikovcc halte ihren„Strich" anf dem Gelände den„M a» i n h" bei der Liebener Brücke, einer der verriifenslen Gegenden des nächtlichen Prag. Diese« von der Moldau in einem Halbkreis umflossene Gelände ist Groststadtperipherie im ärgsten Sinne des Wortes. Unkrautüberwnchertes Brachland, verrostende Geleise(hier sollte einmal ein groster Frachtenbahnhof entstehen), verfallene Ma- icrialhöfe und vermodernde Baracken, ehemalige Kantinen und Aufsebcrhüttcii. Die Menschen aber, deiicn man hier zur Nachtzeit begegnet, zählen zum sozialen Abfall der Groststadt. Letzte« Elend nnd Kriminalität verschmelzen hier miteinander. Ztvei tUPische Vertreter dieses Milieus fasten heute vor den Geschworenen. Dieser ausgemcrgclte, von Tuff, Kriminal, Hmiger mid Verkommenheit ge-1 stempelte 28jährige Zuhälter, wie seine>«m fünf Jahre, ältere„Ehegattin", nnrmehr die tragische Karikatur einer Fran, verlottert, abgestumpft, mit der heiseren Röchelstimme der alten Hnrei«, deren bloster Klang schon Schauder erregt. Aber auch solche finden noch Kunden, freilich nur in dmiNcr Rächt und wenn der Alkohol da« Hirn des Liebebcdürstigen so tveit mndüsiert hat, so dast ihm vor gar nichts mehr graut. So bietet die Nacht von SamStag auf Sonntag nach LohnanSzahlmig«nid alkoholischer „Fröhlichkeit" die höchsten Verdicnstchaiicen. Freilich müssen die„Geniester" solcher Zehn-Kronen- Liebe oft teuer büstcn. So auch der Arbeiter Peter P., der sich in der Nacht auf den 28. Jänner mit dem W o ch enl o h n v o n ii b e r 3 0 0 Ke i n d e r T a s ch c. von der Mikovcc zum Mitkommen überreden liest. Sie führte ihn in eine verlaffene Holzbaracke, wo Sport» Spiel• Kürperpflege Die Waldlaufmeisterschaft der belgischen Ar- beitersportler wurde bei starkem Regen vor kurzem zur Durchführung gebracht. Am Start erschienen 53 Teilnehmer, von dcuei« Vorpoorter A. Dottig- nieS) die neun Kilometer lange Strecke in 29:37 Min. znrücklegte. Hanlet(Behne) als Zweiter kam mit 15 Meter im Nachteil durch das Ziel. Der Sieg BorpoorterS ist al« Ueberraschnug zu bezeichnen. Bürgerlicher Sport Krach bei der Prager Dlavia. Rach dem sonntägigen Pimktekampf Slavia—Sparta soll es in der MannschastSkabine der Slavia zi« heftigen Mci- uuugöverschiedenhciten zwischen Spielern und Klubfunktionären gelommen sein. Für den entgangenen eventuellen Sieg wurde u. a. dem Sturmführer S öst o t k a der Vorwurf gemacht, durch sein angeblich schwache««md uniiitcrefsierteö Spiel der Hauptschuldige daran zn sein. Sobotka, ein Amateurspieler, verbat sich solch eine Anschuldigung und gab bekannt, dast er für die Slavia nicht mehr spielen werde und aus dem Verein austrete. Den verdienten Fnsttritt hat der ehemalige internationale FustballschiedSrichter Fuchs(Leipzig) von den Nazis erhalten. FrichS, obwohl Jude; war einer mit von denjenigen, der nach der Machtergreifung Hitlers dem Ausland in Briefen und Artikeln weiSnmchen wollte, dast eS in Deutschland keine Judenverfolgungen gebe. Diese Speichelleckerei hat den Juden Fuchs aber doch nicht davor bewahrt, dast er aus der SchiedSrichierorgauisation ausgeschlossen wurde. schuldigmig. Auf alle belastenden Indizien erwiderte sie unter heftigem Weinen:„Meine Hände haben eS nicht getan!" Bor Gericht schilderte sie den Hergang derart, dast daS Kind ans dein Wege nach Hlonbiitin blau und steif geworden sei nnd als sie näher zusah, war es tot. Sic haste nicht gewnstt, was sie tun solle nnd so habe sic c« an Ort und Stelle eingcgrabcn. Die. Kopfverletzungen erklärt sie in der Art, dast sie das Kind mit Steinen zngedcckt habe und dast dabei vielleicht ein gröstcrcr Stein anf bei« Kopf des Kleinen gefallen sei. Die ärztlichen Sachverständigen schlossen wieder einen Erfrlern«« g s t o d mit B e st i m in t h e i t ans und erklärten als Todesursache den Schädelbruch. Sie liestei« aber die Möglichkeit zu, dast bei der zarten Beschaffenheit eines Sänglingsschädcis mich ein an sich nicht sehr wuchtiger Stost Folgen hasten kann, wir sie an der Leiche fesigestellt«vorden sind. Wenn die Tarltellnng der Angeklagten sonst zntreffc, so habe sie ihr Kind lebendig cingcgraben und sich znm mindesten einer fahrlässige«« Tötung schuldig gemacht. Eine wesentliche Stütze findet die Verteidigung der Angeklagten in dem Ilmstand, dast kein Motiv zn einem solchen Mord ersichtlich ist. Sie«var bereit, ihr Kind aufziiziehen und auch ihre Eltern hatten sich mit den Tatsachen abgesnndcn und hegten keinen Zorn gegen ihre Tochter, die sie im Gegenteil unterstützen, bzw. ihr das Kind abnchmcn und cs bei sich erziehen wollten. Anderseits ist ihr ganzes Verhakten am kritischen Tage schwer zu begreifen. Ter Schwnrgerichtshof(Vors. OGR. H e 11- riegel« legte den Geschworenen allster der Hauptfrage anf Mord noch eine Eventnalfrage anf das Vergehen gegen die Sicherheit de« Lebens vor. Die Geschworenen bejahten mir die Eventnalfrage nnd der Gerichtshof verurteilte die Angeklagte wegen fahrlässiger Tötung zu sechs Monate st r e n g e n A r r e st e s. rb.