14. Jahrgang Sonntag, 15. April 1934 Nr. 88 IENTRALORGAH PER DEUTSCHEN SOZIALDEMOKRATISCHEN ARBEITERPARTEI IN PER TSCHECHOSLOWAKISCHEN REPUBLIK ERSCHEINT MIT AUSNAHME DES MONTAG TAG! CH FRÜH. MDAKTION UNO VERWALTUNG FRAG Xll„ FOCHOVA 12. TEL WON 53077.'ADMINISTRATION TELEFON 53076. HERAUSGEBER: SIEGFRIED TAUB. CHEFREDAKTEUR: WILHELM NIESSNEl. VERANTWORTLICHER REDAKTEUR: DR. EMIL STRAUSS, PRAG. Einzelpreis 70 HeHer (•lnichll«8llch 5 Heller Porto) Schenkers„streng vertraulicher“ Kompagnon— Adolf Hitler Der„Führer** steht persönlich In Verbindung mit den Schenkerleuten Krach Im Nazi-Vereln der Spediteure— Streng vertrauliche Audienz bei Hitler Schrnkrr u. Co., urbrnbrrnflich eine„Speditionsfirma" nnd im Hauptberuf d c 6 Drit- t c n R e i ch e S SP i tz e l- n n d B e st e ch u n g S z r n t r a l e, hat dem dentfchen Außrnamt „streng vertrauliche" Dienste geleistet und stand zum Lohne dafiir nnter dem allerhöchsten per sönlichen Schul; dcö Führers. Jeder, der an dieser ungchenerlichen Tatsache bisher noch Zweiscl hatte, wird jetzt durch daS wahrhaft nnvrrdöchtigc Zeugnis Herrn Adolf Hillcrv cinrö beffcrcn belehrt. Wir sind heute in der Lage, den vollen Wortlaut eines Rundschreibens des haken- krenzlerischcn Vereines Deutscher 2prditrure zu veröfsrntliche», nuS dem nicht weniger hervor geht, alS da ft Adolf Hitler in einer„streng vertraulichen" Audienz, die er dem Ehrenvorsitzenden dieses Vereines Herrn Oberstleutnant a. D. Georg A h l e m a n n gewährte, aubdrliiklich dir Ein stellung jeder Aktion gegen Schenker». Co. befohlen hat. Dieses sensationelle Rundschreiben lautet: Scheiber u. Co., G. m. b. H. Berlin, den 23. September 1933. Kundschreiben an alle Niederlassungen von Schenker n. Co. und ihren Konzernfirmcu in Deutschland, Holland, Belgien, Dänemark, Danzig, Estland. Lettland, Nordamerika, je zu Händen der GeschäftSlcitung. Betr.: Verein Deutscher Spediteure und Oberstleutnant a. D. v. Ahlemann. Im Anschluß an unser Nundschrcibcn vom 23. d. M. gebe» wir Ihnen nachstehend ein weiteres Rundschreiben des Oberstleutnant- a. D- v. Ahlmann vo« 22. d. M. zur Kennt»!-: „Der Ehrenvorsitzende de» Bereins Deutscher z. Zt. Bad Mcrgcthcim Spediteure e. V. 28. September 1033 Berlin Kameraden des Spedition-gelverbeSl Nachdem sich der Kampf zwischen Schenker u. Co. und nnS außerordentlich zugespltzt hatte, habe ich mich zu dem letzten Schritt entschlossen, mich an meinen Führer, unseren hochwcrten Herrn Reichskanzler, zu wenden. Ich habe deshalb die Kampftage brieflich eingehend Herrn Staatssekretär Dr. L a m- m e r s vorgetragcn und ihn gebeten, mir eine Audienz! beim Führer gütigst zu erwirken. Ich erhielt daraus| sofort eine Einladung zurRücksprachc in der Reichskanzlei, die am 21. 0, nach-j mittags stattfand. In liebenswürdig wohlwollender Art. ja mit einem Vertrauen, das mich ehrt, sind mir dort rückhaltSloe offen, streng vertraulich die Gründe mitgeteilt worden, die meinen Führer veranlaßten, de» weiteren Kampf gegen Schenker nicht mehr zu wünschen.- Des Führers Wunsch ist mir Befehl!* Als alter Nationalsozialist und als alter Kämpfer sür die Freiheit meines Volkes, der ich seit über 12 Jahre im politischen Kampfe stehe, weiß ich, daß nur in der strengsten Manneszucht einer Bewegung ihre politische Stoßkraft liegt, daher füge ich mich unbedingt der besseren und tieferen Einsicht meine- Führers.... Demgemäß lege ich jetzt hiermit in einem Augenblick vor einem viel Erfolg versprechenden Großangriff gegen die Feinde des Gewerbes gehorsamst die Waffen nieder. Nicht einer unserer'Gegner hat sie mir an- der Hand gerungen', sondern nur ganz allein das Gebot Adolf Hitlers." In Befolgung dieses Gebotes meines Führers soll aber auch keine Halbheit meinen ganzen Entschluß bcnnnen. Deshalb lege ich hierinit durchaus aus freien Stücken den mir seinerzeit von Euch aus Lebenszeit übertragenen Ehrenvorsih nieder und ziehe mich völlig von dem Kampffeld zurück, auf das mich Ende vorigen Jahres der Befehl der Fraktion der Nationalsozialistischen Partei des Landtages hingestellt hat. Wenn ich jetzt scheide, so geschieht das im Bewußtsein, Eurer guten Sache aus redlichsten und I reinsten Kräften gedient zn haben. Ich bin stolz dar- auf, daß die Unzahl von guftimmungserki'arungkn i verschiedenster Art mir beweisen, daß ich in diesem Kampfe Euer unbedingtes Vertrauen, ja mehr noch, | auch dieVcrehrung der bei weitem größeren Mehrheit i de» Gewerbe» in vollem llmfagg besefßw habe. Beim Abschiede reiche ich jedem einzelnen meiner Mitkämpfer die Hand und möchte zum Schluß über die Herbheiten des Alltags hinüberwcise» auf dagroße Ganze. Ucbcr unser aller einzelnen Wünsche nnd Ziele steht unverbrüchlich das eine riesengroße Gebot: Deutschland muß leben, Deutschland muß frei sein! Diesem Höchstziel unterstellen wir gern unser Cinzelgeschick. Darum soll und muß bei aller Trennung deutscher Männer in Freund und Feind uns j schließlich doch vereinen der eine Ruf Heil Hitler! Georg Ahlemanu, Oberstleutnant a. D. nnd Mitglied des Preußischen Landtage«. Schenker u. Co. 8. m. b. H. Die Polizeiaktion ist augenscheinlich erfolgt, um die Vorbereitungen für den 1. Mai zu unterbinden. Von sozialdcmokr.Ttischcr Seite wird die Zahl der Verhafteten höher geschäht als sic von der Polizei angegeben wird. Nach einer Meldung deö tschechoslowakischen Korrespondcnzbüros wurden zchntausende illegaler Zeitschriften, vor allem die in Brünn gedruckte„Arbeiterzeitung" gefunden. Die Festnahme maßgebender Personen der sozialdemokratischen Partei soll unmittelbar bevorstehen. Welche Aussichten man der neuen Rcgic- rungöaktion gibt, zeigt ein Bericht von unabhängiger Seite, in welchem es heißt: Tatsächlich hat sich in der letzten Zeit die illegale Propaganda der sozialdemglratischen Partei stark fühlbar gemacht. Ter WidcrstandS- geist scheint ungebrochen zu sein. Die Arbeiter haben das vor zwei Tagen dem dritten Vizcbür- germeister Dr. Winter in einem Debattcnabend im Volksbildungsheim ini 5. Bezirk sehr eindeutig zum Ausdruck gebracht. Es handelte sich nm manuelle Arbeiter und Angestellte, vor welchen Dr. Winter erklärte, er betrachte es als seine Aufgabe, die Arbeiter für daö Regime zu gewinnen. Die Arbeiter, die sich zur revolutionären Tätigkeit bekannten, antworteten, der Vizebür- gcrmeister solle sich keine Illusionen machen, denn er könne höchstens den Flugsand und einige Mitläufer gewinnen, die Jugend aber, die auf ihre Fahnen die Parole„Brüder zur Sonne, zur Deutlicher kann laum mehr gesagt werden, ivelchcr mitteleuropäische Skandal hier vorlicgt. Die Spediteure Nazidcmschlandö hatten in ihrer Plumpheit— weit weniger findig al» manche fascisiischc, jonrnalisiischc Gesinnungsgenossen in der Tschechoslolvakci— nicht gewußt, was hier gespielt wird. Sic ließen sich in einen Konkurrcnzstrcit mit Schcnlcr u. Co. ein und mußten erst durch einen ausdrücklichen Befehl, den Hitler in einer vertraulichen Audienz ihrem Ehrenvorsitzenden gab. znrückge- psiffcn werden. Die Karriere de« Vorsitzenden ist daran gescheitert, daß er erst von Hitler selbst streng vertraulich erfahren mußte, daß Schrnkrr eine Weltorganisation der nazideutschrn Spionage ist und dröhalb nicht bekämpft werden darf. Man darf gespannt daraus sein, was die europäische Oefsentlichkeii zu der Tatsache sagen wird, daß Herrn Hitler« persönliche Bcanftraglc und Schützlinge, in den meisten europäischen Staaten unter deni harmlosen Titel einer„Speditionsfirma" politische Spihcldicnste leisten. Man darf aber ebenso gespannt sein, was die Oeffentlickilcit unsere« Staates dazu sagt, daß eben'jene fascistischen Blätter, die immer wieder gerne den Mund voll nehmen vor sittlicher Entrüstung über die„korrupte Demokratie", vom den direkten Beauftragten Hitler«, für die dem Dritten Reich geleisteten ivertvollcn Schweigedienste B e st c ch u n g« g c l d e r genommen haben. Der innen- und außenpolitische Skandal dieser Affäre hat nun ein Ausmaß angenommen, das längeres Schkveigcn nicht mehr duldet. Freiheit!" geschrieben hat, werde er für ein autoritäres, antidemokratisches Regime nie gctvinncn. Sie werde auch trotz alle» Verfolgungen tvciter arbeiten, nm ihre Rechte und ihre Freiheit zu- rückzuerobcrn. Nach dem Verlauf dieses Abends ist cö sehr fraglich, ob noch ein zweiter versucht lverden wird. Auch der heutige Tag kann nur bestätigen, daß die österreichische Sozialdemokratie lebt und nicht daran denkt, den Kampf aufzngcben. Wit», 14. April. Der ehemalige sozialdemokratische Gemeinderat Josef Strocbl aus Brunn am Gebirge tvnrdc unter dem Verdachte verhaftet, an der Aciseiteschaffung von Schntzbundlvaf- fcn beteiligt gewesen zu sein. Während einer gestern stattgefundcnen Versammlung der Ostmärkischen Sturms,puren im 10. Wiener Bezirk wurde eine Träncngaöbvmbc gclvorfcn. Die Versammlung mußte imterbrochen lverden, die Täler sind flüchtig. Ein unangenehmer Termin für den Reichsbantpräsidenten. Berlin, 14, April. Die Rcichsbank teilt mit: Die im Jänner für April in Aussicht genommene Konferenz der Vertreter der Hauptglänbigcrlän- der mit der Rcichsbank findet nm 27. April in dem Gebäude der Rcichsbank statt. POLEN Von Herman Lleberman Die polnische Regierung hat in der letzten Zeit ein ungemein geräuschvolles Kesseltreiben gegen die Tschechoslowakei in Szene gesetzt. Man kann mit Recht sagen: zum Erstaunen und Entsetzen der ganzen, sriedfertig gesinnten Bevölkerung. Die ursprünglichen Grenzdissercnzrn. die unmittelbar nach Kriegsende zwischen beiden Völkern entstanden, sind schon längst vor- gessen nnd der nachbarliche Verkehr wickelte sich ununterbrochen in den sreundlichstcn Formen ab. Auf einmal wurde der volnischen Negierung-:-, presse in bezug auf die Tschechoslowakei da» bekannte Bersaglieri- Kommando auSgcgeben: Macht ein wildes Gesicht! Und so wird seit Wochen gegen die Tschechen gedonnert, als Unterdrücker der polnischen Minorität, als grausame Versolgcr der polnischen Kinder, denen der Un- terricht in ihrer Muttersprache.verweigert wird nnd dergleichen. Dabei ist zu bemerken, daß in der Tschechoslowakei mehr als die Hälfte der polnischen Kinder polnischen Unterricht erhalten, während in Deutschland blaß 6 Prozent sich dieser Wohltat erfreuen. Eine unter-der Leitung des ScnatSpräsidcnten Raezkicwicz stehende Vereinigung, die dem Schutze der polnischen Minoritäten ihre Tätigkeit widmet, bezeichnet in einer jüngst erschienenen Veröffentlichung die Tschechoslowakei als Land, wo die Polnischen Schulkinder in nationaler Beziehung am günsiigsten behandelt werden. Um eine halbwegs logische Erklärung sür diese ganz ungeheuerliche Hetze zu sindcn, greift man in Polen unwillkürlich ans den am 2U. Jänner d. I. geschlossenen polnisch-deutschen Freuudschastspakt zurück. Bekanntlich enthält die- scr Pakt hauptsächlich dieselben, keiner wie immer gearteten Sanktion unterliegenden Frie- densphrasen, die in den Locarno-Vertrag und den Briand-Kellogg-Pakt ausgenommen wur- den. Hinter den üblichen diplomatischen Friedensbeteuerungen aber vermutet man in Polen ganz konkrete geheime Abmachungen, die dem deutschen, respektive polnischen Diktator ein weitgehendes laissezfaire hinsichtlich Oesterreichs, Litauens und der Tschechoslowakei einräumen. Nicht zu vergessen ist, daß im Zusammenhang mit dem Pakt ein beiderseitiges Presse- und Propagandaablonnnen getroffen wurde und daß beide vertragschließenden Regierungen m einem ofsiziellcn Kommentar mit Stolz darauf hinwiesen, daß ihr„autoritäres Regime" genug Kraft werde ausbringcn können, um jede ihnen schädliche Propaganda zu unterdrücken. Das Hauptorgan der polnischen Regierung versicherte überdies mit der den Fascisten eigenen An- maßung, daß die polnisch-deutschcn Beziehungen der Kompetenz„verschiedener bestehender oder in Zukunft etwa zu schassender internationaler Organisationen" entrissen würden und daß beide Staaten ein eigenes„Stabilisierungr- und Sicherheitssystem" ausgerichtet haben. Somit eine gar nicht versteckte, sondern ganz offene Absage Polens an den Völkerbund! Es ist nun die Frage zu beantworten, welches die Beweggründe sein mochten, die den polnischen Diktator veranlaßten, dem- nach dem Verlassen des Völkerbundes vollends isolierten Hitler-Deutschland sich als treuer Verbündeter anzuschließen und jo die gemeinsame gegen Deutschlands Ausrüstung gerichtete europäische Front zu durchbrechen. Von vornherein auSge- schlossen ist es, daß Pilsudski den FrenndschastS- und Friedensbeteuerungen Hitlers irgend Welchen Glauben beimißt: so naiv ist er nicht. Um die Aufrichtigkeit dieser plötzlich ausslammeii- den Freundschaft zu bekräftigen, hätte es genügt, einen Punkt über die Unverletzlichkeit der pol- nisch-dcutschen Staatsgrenze in den Pakt aufzunehmen. Das hat aber Hitler nicht getan und der polnische Diktator hat cs wohlweislich nicht einmal verlangt, weil er sich einem sicheren Miß- erfolge nicht auvsetzen wollte. Vie Wiener Polizei bemüht sich Haussuchungen und Verhaftungen von Sozialdemokraten Wien, 14. April.(Eigener Bericht.) Im Laufe de« heutige» Tages wurden in den einzelnen Wiener Bezirken zahlreiche Hansfiichungen und Verhaftungen von Sozialdemokraten vorgenommen. lieber de» Anlaß hiezu hüllt sich die Polizei in Schweigen. Sir gibt nur au, daß fie 25» Verhaftungen durchgefiihrt und zahlreiches Material beschlagnahmt habe, dessen Sichtung längere Zeit in Anspruch nehmen werde. 2 Sonntag, 15. Avril 103X Nr. 88 Obige Frage wird am beste» durch folgende Begebenheit beantwortet, deren Wahrheit mir ans guter Quelle verbürgt ist. Während des polnisch- russischen Krieges vom Jahre 1919-20 erhielt einer der damaligen Außen- Minister ei» sowjctrussischeS, für Polen sehr günstiges Friedensangebot. Hocherfreut darüber meldete er sich bei Pilsudski, der damals Staatschef war.„Nicht zu machen"— erwiderte dieser aus den Bortrag des Ministers—„der Krieg geht weiter. Den Frieden werde ich in M o s k a u diktieren".—„Aber, Herr Marschall, die Einnahme von Moskau war immer ein Unglück für den Sieger, sie endete mit einem Brand. Der Feldherr Zolkiewski, der unter König Sigismund(im 17. Jahrhundert) Moskau einnahm, mußte vor dem Brande weichen. Ebenso der erste Napoleon".—„Weil sic beide nicht das Genie hatten, das mir eigen ist" war die Antwort Pilsudskis. Der Mairn leidet an Größenwahn. Es kränkte ihn schon lange, daß er nicht, wie einstens Napoleon, der Mittelpunkt der Weltpolitik ist. Er hält sich krast seines ..Genies" dazu berufen, die europäische Land- karte nach seinen« eigenen Willen zu korrigieren und umzubildcn. So ergriff er die Gelegenheit, unr sich mit einem Manne zu verbinden, der über die blutenden Grenzen des deutschen Vol- kes Klage führt und ebenso wie er seinen sehn- süchtigen Blick nach dem Osten richtet. Er beherrscht wie ein absoluter Monarch einen Staat von 33 Millionen Einwohnern, sein Wunsch ist Befehl; die verheerende Wirkung der Geistes- Verfassung dieses Mannes ist also nicht zrr unter- schätzen, denn sic ist entscheidend für so manchen Ausfall, so manche sprungartige Wendung der polnischen Außenpolitik. Der wild um sich her- umschlagende Rassenfanatikcr Hitler, vor dem die Welt als vor der steten Kriegsgefahr zu- rückschrcckt, erscheint seiner krankhaften Laune viel sympathischer, als das friedfertige, demo- kratische Frankreich. Tas unliebsame Aussehen, das der deutsch-polnische Pakt bei den westlichen Mächten erregte, macht ihm Freude. Ebenso die Unruhe, in die er die Staatskanzlcien und die Presse des Westens versetzte. Allein der Diktator steht mit seinen« Hitler- pakt ganz vereinsamt im polnischen Volke da. Trotz aller in Deutschland auf Hitlers Kommando aufgespieltcn Polenbegeistcrung glaubt keiir vernünftiger Mensch in Polen an die A««f- richtigkeit und Dauerhaftigkeit dieser Fascisten- sierbrüderung, man hält sie vielmehr allgeincin für eine ausgesprochene Komödie und für ein schädliches diploinatischcs Manöver. So freudig und zustimmend der NichtangriffSvcrtrag mit Sowjctrußland von allen Volksschichten begrüßt wurde, so allgemein ist die, allerdings durch die Zensur verhüllte und unterdrückte Mißbilligung des abenteuerlichen Bündnisses mit Hitler- Deutschland. ES ist für jcdcrma««n klar, daß durch diesen Freundschaftspakt die Sicherheit der Westgrenzc Polens nicht um ein Quentchen verstärkt, daß im Gegenteil die internationale Stellung Polens dadurch äußerst geschwächt wurde. Die enorme, unleugbar fcstgcstclltc Wiederaufrüstung Deutschlands, wozu Pilsudski Ja und Amei« sagt, ferner die drohende Annexion Oesterreichs, wozu der deutsche Diktator im gc-! später nicht hinderte, als Urheber der cndgülti- Heimen die«vohüvollendc Neutralität Polens er- gen Zerstörung der staatlichen Selbständigkeit halten hat, müsse,« sich ja schließlich gegei« die Sicherheit Polen» wenden. Wird das ausgerüstete und d««rch den Anschluß Oesterreichs ver- größertc Deutschland die am meisten„blutende Grenze" vergesse» können? Darüber täuscht mm« sich!«« Pole» keineswegs und man betrachtet bei« jo ost genannten Pakt nicht als den Glanzpunkt der polnischen A«lßci«politik, sondern viel- n,ehr als großen Erfolg Hitlers. Mit große«« Nachdruck wird in der unabhängigen Presse daran erinnert, das; in«^ahre 1792 der preußische König mit Polen ein politisches und militärisches Bündnis abschloß, was ihn zwei Jahre Polens auszutreten. Und weil d«e hitlerfreu,«d- liche Politik Pilsudskis nicht im Gefühl und Gewissen der ungeheuren PolkSinassen verankert ist, weil sich, obzwar im Stillen, Gefühl und Gewissen dagegen heftig aufbäumrn, wird die- seS von deutschen«nid polnischen Fascistei« als Meisterwerk der diktatorischen TtaotSk,«i«st ge- pricscne diplomatische Intrigenspiel, das sich dc««tsch gen Stunden' aber ivieder abrcistc, als er die Situation erkannte. -x Ma- neh« und Cossio, einem alten Republikaner, unter gleichzeitiger Aushändigung einer eigens für diesen Zweck gestifteten goldenen Medaille verliehen wird. iiniljiiiL ,'»r l,(vuir. iniui nm iv zu Erreichung von Aufträgen sein, so daß niau zu dem daß hier offensichtlich den Weiterbestand des “ die Arbeiterschaft Der rilichlllnilskommlssttr des Völkerbundes MacDonald In Pra| Der vom Völkerbund eingesetzte Kommissär für die Flüchtlingfürsorge, Professor James MacDonald, hält sich i» diesen Tagen in Prag auf, um die Verhältnisse der deutschen Flüchtlinge kennen zu lernen und mit der Regierung und den Flüchtlingskomitees zu verhandeln. Die Zahl der in der Tschechoslowakei lebenden Flüchtlinge ist zwar in der letzten Zeit etwas zurückgegangen. Immerhin loerden auch jetzt noch 9 0 0 F l ü ch t l i n g e von den Komitees unterstützt. Da inzlvischen die Tschechoslowakei den allergrößten Teil der österreichischen Flüchtlinge ausgenommen hat, so ist die Belastung, insbesondere der sozialistischen Parteien und der Gewerk- schaftcn, außerordentlich groß. Alle Komitees verlangen daher, daß aus den Ländern, die von der Weitere Sparmaßnahmen in Frankreich Einstiindigcr Generalstreik? Paris, 14. März. In der heutigen Mini- sterraisjitzung unterzeichnete der Präsident der Republik sechs tveiiere Dekrete über Ersparungen in der Gesainthöhe von vier Milliarden Franken. Durch diese Ersparungen ist der Ausgleich des Budgctdefiziis definitiv gesichert. Ter Allgcwcrkschastlichc ArbeitSvcrband und der Gewcrkschaftsverband der StaatSangcstcllten halten morgen in ganz Frankreich große Protestkundgebungen gegen die Regicrungsdckrctc ab und loerden wahrscheinlich eine cinstündigc Ar- bcitSuntcrbrcchuug zu Beginn der kommenden Woche beschließen. belgische Wehrverbände aufgelöst Brüssel, 14. Avril. Auf Grnnd ein« älteren Verordnung beschloß die Regierung sämtliche von den politischen Parteien organisierten Milizabteilungen al» revolutionär anzuseben und als solche zu verfolgen. Es sind dies: Dir Abteilung der belgisch-flämische» Fascisten„Dina- soS", die nationale» Legionen und die Organisationen der Arbeiterabwehr. Sämtliche Staatsangrstrlltr, die Mitglieder einer dieser Organisationen sind, werden aus dem Staatsdienst entlassen. Offener Aufruhr in der protestantischen Kirche Massen-Austrltte— Der Reichsbischof weicht zurück Die Abrüstungskonferenz Gens. 11. April. Das Bölkerbundsekreiariai veröffentlichte heute den Inhalt des Memorandums, das von den Regierungen Dänemarks, Spaniens. Norwegens. Schwedens und der Schweiz dem Präsidium der Abrüstungskonferenz unterbreitet wurde. Die französische ErgänzuugSnotc zum Ab- rüstungsmcmorandum vom 17. März wird vor der Abreise des Außenministers Barthou zu Ende der kommenden Woche nach London abgesandt werden. „Petit Parijicn" teilt mit. die französische Regierung habe ihren Standpunkt nicht geändert. Drei Jahre spanische Republik „Ehrenbürger der Republik." Madrid, 14. April. Spanien feiert heute den dritten Jahrestag der Republik. Nach Abschluß der Feierlichkeiten soll sofort die Kabinettsumbildung in Angriff genommen werden. Justizministcr Alvaret Baldes, der Führer der liberal-demokratischen Partei, ist zurückgetreieu, da er in der Par- lameutsdebattc über die Amnestie sehr scharf die Rebolutionsbewegung aus dem Dezember 1930 verurteilt hatte, die den Auftakt zum Sturze des monarchistischen Regimes bildete. Dieser Standpunkt des Ministers aber war solvohl im Parlamente als auch in allen republikanischen Kreisen verurteilt worden. Die drei Feiertage sind auSgesvllt mit einem umfangreichen Festprogrmnm, darunter Ernennung des ersten„Ehrenbürgers der Republik", eine neue Würde, die dem Universitätsprofessor Zuspitzung des Schifferstreiks In Dänemark Kopenhagen, 14. April. Die Streiklagc in Dänemark hat jetzt eine Verschärfung erfahren insofern. als zu dem Streit in der dänischen Schifffahrt sich von heule ab auch der Streit des in Hotels, Restaurants usw. beschäftigten K ü ch e n- Personals hinzugescllt. An dem Streit men etwa 400, zum größten Teil Köche Köchinnen uslv., teil. Durch den Streik-der Schifsshcizer und troscn ist die inländische Fahrt fast ganz lahmgelegt. Am Freitag haben nur vier Schiffe Kopenhagen verlassen. Die Organisationen der Heizer und Matrosen, die am Freitag vom Schiedsgericht, das den Streik als ungesetzlich erklärte, zur Zahlung beträchtlicher Eutschädignngcn an die Arbeitgeber verurteilt wurden, dürsten wahrscheinlich heute zur Zahlung aufgcfordcrt werden. Flucht vor dem Boykott Deutsche Textilfirmen nach England. Neber die Netv Aorler Presse erfährt man. daß 18 deutsche Tcxtilcxportsirmcn mit einem normalen JahreSerport von 20 Millionen Mark nach England übersiedeln lvollen. Londoner Beauftragte verhandeln bereits mit den Behörden über die Zulassung einer Anzahl deutscher Vorarbeiter. Natürlich ist die Regierung des Dritten Reiches mit diesem Plan einverstanden, den man in England damit empfiehlt, daß einige Tausend englische Arbeitslose dadurch Beschäftigung finden würden. Die Rohstoffkäufe gingen dann nicht aus Kosten des so geschwächten deutschen Devisenbestandes, ja diese„Emigranten" würden einen Teil ihreo Rohstoffe sogar ans Deutschland beziehen und dafür mit Pfunden zahlen, während sic in dem herrlichen Zeiten cntgcgcugcsührten Hitlerreich diesem gleich»vom Bankrott bedroht sind. Die Londoner„D a i l h Herold" sagt zu diesem Plan, man erkenne ihn ganz deutlich als einen W i n k e l z u g, um den Folgen des HitleriSmuö— dem Boykott—. zu entfliehen. Seine Aussichicil in England seien darum g e- r i n g. Au all den vielen und schwierigen Vorarbeiten, die die Lösung dieser Frage erforderte, hatten die Herren Konnnunistcu, die sich jetzt als die einzigen„Retter" der Witwen und Waisen aufspic- Icn, natürlich nicht den geringsten Anteil. Sic haben sich um die Aufbringung der Gelder nicht sonderlich gclümmcrt, sich auch nicht den Kopf zu zerbrechen brauche», lv i e diese Gelder am zlveck- mäßigsteu für die Beteiligten verlvcudct werden sollen, sie habe» lediglich die agitatorisch- dcmagogischc Ausschrotuug der Angelegenheit im Auge gehabt und nichts anderes. Die Inszenierung der Reise»ach Prag und der Demonstration vor dem Parlament ist nur ein neues Doknmeni für die gcivisscnloscu Agitationsmethodcn der Konnnunistcu. die selbst die Trauer und die Tränen von Witwen und Waisen als gerade gut genug ansehen, um sie für parteipolitische Zwecke in un- vcrantwortlichster Weise zu mißbrauchen. Die Herren dürften gut wissen, daß ihre Methoden geeignet tvarcn, der Sache der Hinterbliebenen nicht nur nicht zu nützen, sondern im Gegenteil sogar empfindlich zu schaden! Auszahlung der Unterstützung an die Hinterbliebenen von Ossek Prag, 14. April. Wie wir erfahre», wcr- dcu den Witwen und Waisen der verunglückten Osseter Bergarbeiter die vom Arbeitenminister Genossen Dr. llzcch angekündigte» einmaligen AuS- Hilfen im Betrage von 400 bzw. 150 KC bereit» am Montag oder Dienstag auübrzahlt werden. Der ursprüngliche, von den Gewerkschaften jedoch abgelchnie Plan, die gesammelten Gelder zu einer Zusatzvcrjichcruug zu den gesetzlichen Renten zu verwenden, ist— wie schon lange feststand— gefallen. Der gestrige Ministerrat Hal die zweite Lösung— die Aufteilung der Gelder unter die Hinterbliebenen, wobei die aus die Waisen entfallenden Beträge pupiltarsichcr angelegt werden, bis sie selbst verfügungsberechtigt sind, bereits genehmigt und das Arbciteuministerium geht nunmehr daran, die Ansprüche der Hinterbliebenen detailliert zu bestinnnen und so die endgültige Austeilung der Hilfsgelder vorzubercitcn. Alle diese Maß- nahincn, die früher zum Teil in den Händen der politischen Behörde lagen, sind vor kurzem im Ar- beitcnministerjnm konzentriert lvorden. In den nächsten Tagen dürste da» Arbcitcmnütistcrium! über den Stand der Angelegenheit einen amtlichen Bericht veröffentlichen. Alle von der Oesfentlich- kcit aufgebrachten Gelder lvcrdcn den Hinterbliebenen selbstverständlich restlos und unverkürzt zugute kommen. Wiederherstellung der Konsumkraft die Veste Krisenbrkömpfung Interview des AuBenmlnlsters Der Sonderberichterstatter der Pariser„Erc Nouvelle", Ferrand. hatte auf einer Durchreise durch Prag-eine Unterredung mit Außenminister Dr. Bene s. Nach einigen einleitenden Bemerkungen über die Lage und Struktur der Tschechoslolvakci erklärtc Dr. Benes: „Man wirft uns vor, daß wir eine exklusive Politik machen, während die Verteidigung unserer Agrarinteresscn uns an einer liberalen Politik gegenüber gewissen Ländern hindert. Nach den letzten Statistiken haben wir 800.000 Arbeitslose. Wenn unsere Arbeitslosen normal konfnmicren wurden, würde auch die Einfuhr an Agrarproduk- ten aus anderen Ländern sich vergrößern. Wenn lvir wie früher in gewisse Länder exportieren könnten, so würden wir als Kompensation eine größere Menge ihrer Produkte zu uns einführcn." Beim Abschied erklärte Dr. Benes dem Journalisten, daß sich in Zentrakeuropa solvohl von inneren wie von änßercn Gesichtspunkten aus glückliche Symptome einer tv i r t s ch a f t l i ch c n Besserung geltend machen. Wenn die Politik der Länder ZcutraleuropaS diese Bewegung begünstige, so dürfe man mit einer langsamen, aber progressiven Besserung rechnen. Svehia-Denkmol In Klattau Klattau, 14. April. Morgen Sonntag wird in der Stadt ein Denkmal SvchlaS enthüllt werden, das vont Klatiauer Kavallerie-Regiment gestiftet wurde. Am Vorabend der Feier fand im Städtischen Konzertsaal eine Fcstakadcmie statt, die durch die Staaishymne eröffnet wurde. Der .Kommandant des 4. Kavallerie-Regimentes, Oberst Dostäl, gedachte in einer kitrzcn Ansprache der Verdienste SvehlaS. Hauptreferent war Se- natspräsidcnt Dr. Frant. Soukup. Emigration weniger bedrückt werden. Mittel in die Tschcchoslolvakei abgegeben werden. Es wird aber auch beabsichtigt, mit dem .Kommissär eingehend über konstruktive Lösungen zu verhandeln, wie z. B. Ae- rufsumschichtnng, Arbeitövdschaffung, überseeische Auswanderung usw. Ztvei Fragen sind besonders dringlich. Viele Flüchtlinge haben keine oder ungültige Pässe. Erstrebt wird die Schaffung eines MacDonald-Passcs und der Abschluß einer Konvention der beteiligten Staaten. daß abgclaufcne reichsdeutsche Pässe für Flüchtlinge trotzdem als gültige Pässe anerkannt werden. Die Erhaltung der Ansprüche deutscher Flüchtlinge an die S o z i a l v c r s i ch e- r u n g in Deutschland ist eine andere Frage, deren befriedigende Regelung dringend wün- schcnötvert ist. Die S o p a d e hat am 4. April dem Kommissär eine ausführliche Denkschrift über! diesen Gegenstand eingereicht. Sie enthält auch eingehend begründete Vorschläge zur Erhaltung bereits erworbener Ansprüche(Renten) und zur Sicherung künftiger Ansprüche(Anwartschaft.) Sie legt außerdem dar, daß in vielen Fällen die Rückerstattung bereit» gezahlter Beiträge zweckmäßig sei, weil die Flüchtlinge mit diesen Geldern in der Lage seien, sich eine neue Existenz im Ausland aufzubauen. Wir hoffen, daß alle diese Fragen mit Herrn MacDonald nicht nnr gründlich erörtert werden, sondern daß gemeinsam auch eine Lösung gefunden wird, die sowohl den Flüchtlingen als auch der Tschechoslowakischen Republik eine Erleichte- rung verschafft. Iglsus letzter Grossbetrieb soll stillgelegt werden Unternehmer* und Banken-Profltgler bringt 1000 Menschen ums Brot Seit Generationen ist die Bcivohnerschaft der ^glaucr Sprachinsel Zeugin eines furchtbaren Vernichtungsprozesses. In diesen Tagen soll nun der Schlußstein dieses LcidcuStvcgcs gesetzt werden. Die große Jglaucr Schuhfabrik„H u in a n i c" soll geschlossen werden. Dem Banklonsortium und der Riese»zahl beteiligter Blutsauger ist der Ge- lvinn nickt mehr hock genug— deshalb sollen hunderte Menschen dem Nichts preisgcgcbcn und die letzte Lcbeusquclle des dortigen Gebietes verschlossen werden. Die Schließung der„Humanic" ist keine Notwendigkeit. Die Fabrik, die in Zeiten guter Konjunktur tvcil über 1000 Menschen beschäftigte und die Ilm- gcbung mit Heimarbeit versorgte, zählte auch gegenwärtig noch eine Bclegschast von über 600 Menschen. Der Betrieb wurde vor wenigen' Jahren vergrößert und modern eingerichtet, wäre also lei« sstuugs» und konkurrenzfähig. Verschiedene Maß- I nahmen in der letzten Zeit hätten eine bedeutende Erhöhung der Auf t räge ermöglicht. Die Betriebs-1 sührung wollte cs jedoch anders: • Sic lehnte Staatsaufträge ab, al» ihr»ich« ein entsprechender Melirbetrag über den Offertprcis bezahlt wurde und ließ ihre gut slorierendcn Filialen aus. Seit längerer Zeit sollen auch gar keine Anstrengungen i gemacht worden btuß gelangen muß, Sabotage verübt wird, um Betriebes zu verhindern. Seit Monaten führt unsere Bewegung und t des Betriebes einen äußerst schtvcrcn Kampf, das Furchtbare zu verhindern, lieber Auftrag des Ministeriums für soziale Fürsorge fand am 5. April bei der Bczirksbchörde eine Enquete mit den Vertretern des Betriebes unter Beisein der Arbeiter- und Augcstelltcnvcr- tretcc statt, um die Möglichkeiten der Wciterfüh- rung des Betriebes zu erörtern. Tic Ilutcrnchmer- vertretcr lehnten jedoch alle Vorschläge mit einem stcrcothpcn„Nein" ab und erklärten schließlich zum Schluß, daß die Bank lei» Interesse an der Weilerführung de» Betriebes habe, wenn der Verdienst für sie in Frage gestellt sei. Wie verlautet, soll an dir Betriebsleitung von Prag der Befehl ergangen sein, alle Aufträge zu annullieren und den Betrieb ab 20. d. M. ftillzulegen. Die nackte Profitsucht also ist es, die brutal über alles hinlvegschreitct. Was geschieht aber— so lautet nun die Frage— mit dem investierten; Millionenkapital für Gebäude, die in Bälde den übrigen Totenhalleu am Jgclflusse gleichen, und 1 den Maschinen, die vom Rost zerfressen werden? 1 Sollen der Bank, die schon cinniak saniert wurde, nochmals Millionenbeträge aus Mitteln der Allgemeinheit zur Deckung ihrer Riesenkosten für diese Totengräberarüeit gewährt werden? Was geschieht mit den brotlos tvcrdcndcn Familien, der Stadt- gemeinde und dem Gcschästslebcn? Sic alle sollen- der brutalen Raffgier einer Clique willen dauern-> den Entbehrungen und furchtbaren Dahin siechens' cntgegcngchen? Da» kann die Gesellschask, kann der Staat, i nicht zugcbcn! Es ist notwendig, daß hier die ivah-> rcn Schuldigen sestgcstellt und rücksichtslos zur Verantwortung gezogen lvcrdcn I Ncbcn der Ac« Iriebslcitung und der Verkauföabtcilung„Trias" i tljnt vor allem die In dn st ria lba n k cntschci-! I dcndcn Einfluß. > Sollte cs in zwölficr Stunde nicht gelingen, |die Wcitcrführung dcs Betriebes zu erreichen, so t ist die ehemals blühende Stadt Jgtau und mit ihr die Sprachinsel endgültig dein Untergänge geweiht. I Bor wenigen Monaten erst wurde die Hufciscn- ! sabrit„Kotva" von dort nach Saaz verlegt. Tic nach der Auslassung des Bergbaues entstandenen großen Tuchfabriken in Altenberg, Helencnthal und Ktein-Bcranau führen ein Scheindasein, leere Fabrik-Hallen starren dem vorübcrfahrendcn Reisenden entgegen. Bon der Lederfabrik Budisckofsku wird man nichts Gutes mehr erfahren. Die im iördtichcn Teil der Sprachinsel gelegenen Glas- fabrikcn in Antoniental und Simmersdorf stehen schon längst still, Nur noch einige kleinere und größere Strick- und Wirkwarenfabriken beschäftigen eine Anzahl Arbeiter, die maßlos anSgcbcntet werden. Furchtbare Not ist daher in vielen Familien und Gemeinden seit Jahren täglicher Gast. Notstandsarbeiten wurden bisher in dem deutschen Teile dcs Deutsch-Broder Bezirkes nickt ' durckgeführi; eine sozialreaktionärc Führung der Bezirke und Gemeinden macht den Arbeitslosen die llntcrstützung strittig. Hilfe tut hier dringend not Wir rufen nochmals allen maßgebenden Körperschaften zu, den letzten schweren Anschlag ans das ohnchsn genug geprüfte Volk der Jglaucr Sprachinsel noch in letzter Stunde mit allen Mitteln zu verhindern! «eile 4 Sonntag, 15. April 1034 Nr. 88 Ziehung der Klassenlotterie (-0 T) ii e Gewäh r.) Pra», 14. April. Bei der lieiütivit Ziehung der 5. fllftffc der 80. Ifrfjff. fllntfenlotieric wurden nachfolgende Gewinnsle gezogen: Ke 100.000 das Los Ar. 05-195; Ke 20.000 die Lose Ar. 10808, 48807: K6 10.000 die Lose Nr. 4372. 40575. 76091, 70144, 55240; Kö 500« die Lose Nr. 80954 80000 18710 85330 90071 0027 10081 152'! 7 488 100377 31592 45800 24260 88243 81177 85918 83514 97783: Ke 2000 die Lose Nr. 37771 85843 80436 80605 55751 103115 44191 : 3784 57904 28775 85878 31309 46818 2217 39804 53361 85510 61371 19458 67018 18913 15572 89612 85806 80113 15545 52790 46301 10464 78218 70005 02801 70871 11900 20800 12070 11328 6477 40585 57002 11300 28803 90406 15831 l 8107 41703 59004 14765 59006! 07409 42024 101610 21015 34841 73680 95370 61673 49743 25411 88702 102700 82043 02340 40415 37241 53160 88350 01177 85056 5612 53181 59701 04329 85028 00203' 78095. Ke 1200 die Lose Nr. 90704 81070 10310 12307 78530 32188 43397 20592 70287 70446 0508 6010 20112 20525 69309 06112 99005 40713 60214 14561 90804 27248 62320 30581 30800 7041 84278 80728 12780 15000 1034 04008 50253 87728 41523 87503 14078 0202 13244 35870 70480 44033 00057 47881 00047 108954 80008 34070 18548 24824 73008 00207 58401 38300 80775 70058 38175 20755 43230 05572 21703 87071 21218 82382 3010 82821 103701 40032 10804 00034.^75128 31480 28010 17005 28000 87408 10188 12410 70050 37078 25 23547 42318 18410 70881 100570 00102 005 8808 00080 50028 05810 48484 51050 9816 41772 21043 18820 90500 47710 44092 30727 10002 84089 102310 50085 06201 22018 58119 62408 18306 47861 68867 101500 0050 80844 29077 41376 87097 84518 6081 10075 08872 4179 93540 19150 27788 8882 8528 70071 12489 47355 40794 17572 34003 50434. Tagcsnculgkclttn Ern Arbeiter erbt SV Millionen Kronen Luzern, 14. April. Wie aus zuverlässiger Quelle geineldet wird, hat ein in Luzern wohnender. elwg 10 Jahre alter Tessiner Arbeiter auS Amerika die Nachricht erhalten, das; ihm seine verstorbene Tante ein Vermögen von drei Millionen Dollar, das sind über!> Millionen Schweizer Franken, hinterlassen hat. Der Arbeiter lebt in durstigen Verhältnissen und hat Frau und zwei Kinder. „Helden der Sowjetunion" Rekord eines tschechoslowakischen Fliegers auf dem Wege nach Indien 4111 Kilometer in drei Tagen über Wüsten und Gebirge Bekanntlich startete zn Ostern der Bäka- Pilot Cerhaut mit Geschäftsführer I a n d a j auf einem kleinen Sportflugzeug zum zweiten | Fernslug nach Indien. Der Flieger absolvierte bereits die Strecke Alin—Venedig—Rom—Tunis Tripolis— Benghasi— Kairo— Bagdad— Bushir— Karachi. Die Leitung des Zliner Flng- Platzes erhielt soeben telegraphisch die Nachricht, das; der Flieger die längste Strecke de« Fluges, Kairo— Karachi, die 1111 Km. beträgt, in drei Tagen zurückgelegt hatte. Die Flugzeuge der holländisch-englischen Linie legen mit ihren dreimotorigen Maschinen diese Strecke in vier Tagen zurück. Diese Leistung stellte die beste Leistung eines tschechoslowakischen Fliegers im Auslande dar. Ein grosser Teil der Flugstrecke führt über Oedland und von Bushir nach Karachi über uu- tvirtliche Gebirgsgegenden Persiens. Es tverden Vorbereitungen getroffen zn einem weiterdn Fernflug, und zwar von Zlin zum Kap d e r G u t e n H o f f n u ng. Tie Ehrung der„Tscheljuskin"-Leute. Mvstan, 11. April.(Tas;.) Stalin, Molo-| jolv, Woroschilow und andere hervorragende Soiv-1 jetsunliiouäre sandten an die Flieger Lia- pidewsli, Ewanetvsli, Molotow, Kamani, Step-1 nelv, Wodopianotv und Doronin ein Telegramm folgenden Inhalts: „Wir sind begeistert über Euere heroische i Retlnugsarbeit für die Tschetjuskinbesapung. Wir sind stolz auf Eueren Tieg über die. Naturkrüfte, Wir sind erfreut, das; Ihr die besten Hoffnungen des Landes rechtfertigt und Euch als würdige «ohne, unseres grollen Vaterlandes erwiesen habt. Wir tverden bei dem Zentralerekutivkomitee der Towietunion den Antrag ans Schäftung einer! b ö eit sr e n A n o z e i>b n n n g für die Be» lätignng heroischen Mutes einvringen, für die Tchaffnng des Titels„Helden der So w- j e t u n i o n" und daß den obgenannten Flie-| gern, die unmittelbar an der Nettung der Tschel« ittskimnannschast teilnalnnen, der Titel„Helden der Sowjetunion" verliehen werde. Wir werden ferner den Antrag stellen, das; die genannten Flieger und deren Bordmechaniker mit dem L e n i n o r d e n ausgezeichnet tverden und\ dall ihnen eine einmalige Prämie in der Höhe eines Jahresgehaltes ausgezahlt tverde." Die Sowjetfunktionäre richteten ferner an Professor Schmidt, an Bobrow, Woronin, Krenkel und alle anderen Teilnehmer der Tscbel- iustin- Erpedition ein Telegramm folgenden Wortlauts: „Heige Grülle und Glücktvünsche den standhaften Tscheljuskinleuten, die mutig organisiert im Zlainme mit den Polarnatnrkräften die zweiinona- iige Gefangenschaft im Eise überwanden. Wir bringen beim Zentralexekutivkomitee der Sowjet- uuiou den Antrag auf Auszeichmmg aller Tschek- iuskinleule sowie Uschakows und Petrows mit dem R,o tenSternorden ein, tveiters auf Errichtung eines GedächtuiSdenk- m a l s der Polarfahrt des„Tscheljuskin" in Moskau und auf Auszahlung einer einmaligen Prämie in der Höhe eines halben JahreSgehalteS an alle ExpeditionSteilnehmer." Der Felssturz in Grondona Mailand, 14. April. Zu dem kürzlich erfolgten schtveren Felssturz in Grondona tverden folgende Einzelheiten berichtet: Grondona, das ans einem Hügel liegt, tvird mit seinen tvenigen Häusern von einer hochgelegenen, auf dem Felspla- tean erbauten Schloßruine mit zwei um 1000 erbauten Türmen beherrscht. Zwischen diesen Türmen hat sich im Lause der Jahrhunderte ein tiefer Felsspatt gebildet. An dieser Stelle ist der Fels dann anSeinandergebrochen. Die zusammenbrechenden Turmruinen stürzten zusammen mit ungeheuren FelSmassen in die Tiefe und begruben die unten liegenden Häuser unter sich. Die Zahl der Toten beträgt elf. Einige Verlebte befinden sich in bedenklichem Zustande noch im Hospital. Am gestrigen Freitag sind weitere Steinmassen niedergegangen, die jedoch keinen nennenswerten Schaden anrichteten. Die Behörden beabsichtigen, den noch überhängenden Teil des Felsens mit Dlinamit zu sprengen, um iveitere Gefahren zn beseitigen. Die Bevölkerung der gefährdeten Zone hat sämtliche Häuser geräumi. lieber 200 Personen sind in Baracken untergebracht. Lussacs Mbl gefälscht Paris, 14. April. Der Fall der Ermordung des Obergerichtsrates Prinee wurde heute von der Presse wieder aufgegriffen. Zwei Abgeordnete ans Aerztelreisen, Mitglieder der parlamentarischen Untersttchungskommission, nämlich ein Sozialist und ein Neosozialist, veröffentlichen eine kategorische Erklärung, tvorin sie auf Grund ihrer Teilnahme an der Leichenöffnung mit aller Entschiedenheit behaupten, daß es sich um einen Meuchelmord handelt. Ausserdem stellte ein Polizeilommissär fest, das; das Alibi deö verhafteten BaronS Lussae, der belanntlich auch der Mitschuld angeklagt ist, nicht den Tatsachen entspricht. Die Tochter eines Hotelbesitzers an der Riviera ge- siand gestern abends nach längerem Verhör, das; daS Datum deö Aufenthaltes des BaronS im Hotel am Tage der Ermordung deö Gerichtörateö erst nachträglich hinzugefügt wurde. Kobsinek nach Bory Nächste Woche werden die verurteilten Brünner Faseisteu, die die Kaserne in Schimih überfallen haben, aus dem Gefängnis des KreiSgerichteS in Brünn zur Abbüllnng der Strafe in verschiedene. Gefangenenanstalten gebracht werden. Tie Haupt-1 täter, der gewesene Oberleutnant Kobsinek, der zn zwölf Jahren Kerker verurteilt wurde, und seine drei Gehilfen M l! e t, Suslik und Nedvö- d i e k y, werden ihre Strafe in Borh verhüllen. D!e Arbeiten im Nelson-Schacht Ossek, 14. April. Bei den ersten NäumungS- arbeiten in der Kopfsiation der Seilbahn im Nelsonschacht wurde eine G r n b e n l a m p e gefunden. Nach der Nummer, die sie trägt, konnte festgestellt werden, das; es sich um die Lampe des Bergmannes Wenzel Tu chn handelt. Man lvird lvahrscheinlich im Zuge der weitere» Aufräumungsarbeiten in der Kopfsiation auf seine Leiche stoszen. Rundfunk aus der Antarktis? London, 14. Avril. Die britische R u n d- f n n l g e s e l l s ch a f t machte am Samstag abend um 23.30 Uhr zum erstenmal den Versuch seiner drahtlosen ilebertragung aus der Antarktis. Falls es die athmosphärischen Bedingungen erlaubten, tvird der englische Rundfunlhörer am' Samstag abend in der Lage gelvesen sein, Mitglieder der Polarexpedition deö Admirals B h r d von dem Lager in Klein-Amerika bei der Walfis chbai über eine Entfernung von 11.000 Meilen sprechen zu hören. Die Sendung tvird mittels Kurzwelle von der Walfischbai nach Buenos Aires und von dort weiter nach England übermittelt. Gins Guillotine auf Reisen Paris, 14. April. Die französische Guilottine, die nach der Hinrichtung des Mörders Sarret nach Korsika geschafft lvorden war, wo Freitag der Bandit Torre hingerichtet wurde, wird jetzt nach Marseille übergeführt tverden, wo zu Beginn der nächsten Woche das Todesurteil an zwei Banditen vollstreckt werden lvird,‘ die eine Bank- und Postkasse auSgeranbt und mehrere Personen getötet hatten. Am Tchaiidpsahl der Geschenkerten! Der iiiigehencrliche Skandal jener Patrioten, die sich durch einen schäbigen Schenker-Scheck ihr nationales„Gewissen" abkausen lieben, zieht imnier weitere Kreise. Wir verösfentlichen in der Heu- tigen Nummer ein sensationelles Rundschreiben der nazideutschen Spediteure, aus dem mit aller Deutlichkeit die engste Verbundenheit der Schen- ler-Spione mit den fascislisch-deutschen llsurpa toren hervvrgeht. Das schuldbewußte Schweigen unserer entlarvten Landesverräter wird die Stimme der Wahrheit nicht unterdrücken kön- neu! So also sehen die' Burschen aus, die die Sozialdemokratie nur zu gern als suspekt und „national unzuverlässig" bezeichnen!'— Der Schenker-Skandal ist ein Spiegelbild jener widerwärtigen Korruption, die das ganze Bürgertum zersetzt und zersrejsen hat. Tartuffe war I ein armseliger Stümper gegen diese Korruptio- ! näre, die sich, gegen die elementarsten Interessen ihres Landes, den Mund verbinden lassen, um eines schmierigen Schecks der Hitlerspione wil- len. Fascisierte Bürger, die den Namen der Nation immer wieder in den Mund nehmen, und diese Nation verraten, ehe der Hahn dreimal gekräht hat! Ihre bestochenen Zeitungen aber sind jene Reptilien, die dem reputierlichen Spieker zum Morgenkassee das Grausen vor dem alles zerstörenden Marxismus einznslös;en Psle- gen! Es sind die gleichen Organe der öffent- lichen Vergütung, die sich in gegenseitiger Völ- kerverhetzuiig nicht genug tun können, aber keinen Augenblick Bedenken tragen, dem skrupel- losesten Feind des Vaterlandes um den Hals zu fallen, wenn er grinsend die Geldbörse zückt! Immer und immer wieder sollte man den Schul- digen ihre Lumpengesinnung um die Ohren schlagen und dafür sorgen, das; auch im letzten ' Tors die namenlose Schande jener Bestechlichen I und jener ü la„Deutsche Presse" die Gauner > zu decken versuchen, bekannt wird! Die Ge- kauften und ihre Käufer, sie sind einander'wert, ! Herr A h l e in a n n, eine der übelsten Kreatu- reu des Adolf Hitler, der sich stets mit, viel Stolz als„alter deutscher Offizier" zu bezeichnen pflegt und um 180 Grad beidreht, wenn der„Führer" seinen Eunuchen den Befehl zur | Umkehr gibt, ist um keinen Deut besser, als jene einheimischen Subjekte, die am braunen KorrichtionStisch sitzen! Sie kennen keine Gesin- muig. sie kennen nur ihr(Geschäft! Wenn sie noch einmal kommen und euch von ihren„Jdea- len", von„Vaterlandsliebe" und von„Heberzeugung" zu erzählen wagen, so schenkert ihnen reinen-Wein ein! Gebt ihnen die Antwort» die sie verdienen! ES ist ein Konsortium, daS, über alle Rassenhemmungen hinweg, nur einen Feind kennt: die Wahrheit! Schenker, Hitler, Strk- brnh, Börsenkourier und So. ES ist eine Firma, deren umfangreichen Name» wir der Bevölke- rung der Republik einhämmern wollen! Wi» schenken ihnen nichts von dem, was sie geschen- kert haben! Freispruch im Klocke-Prozesi. Der reichö- deutsche Staatsangehörige Dr. Helmut Klocke hatte sich gestern vor dem Senat des KreiSgerichteS in Mähr.-Ostrau wegen des Verbrechens nach 88 2 und 0 des RepublikschutzgeseheS zu verantworten. Klocke wurde freigesprochen. Der Staatsanwalt meldete aber die Nichtigkeitsbeschwerde an, weshalb Klocke in Haft behalten wurde. Klocke wirkte als Lektor an der Universität in Szegedin und mich an dec Universität in Bordeaux. Aus der Reise nach Deutschland hielt er sich in einigen deutschen Städten auf, wo er verdächtige Beziehungen anknüpfte, so das; er in Oderberg mit seiner Freundin Meißner als spionageverdächtig verhaftet wurde. Die Meißner wurde freigelassen. Grosser Postraub in Paris. In der Nacht ans gestern brachen unbekannte Einbrecher in ein Pariser Postamt ein und entwendeten ans der Kasse Bargeld, Wertpapiere, und Lose der Staatslotterie im Gesamtwerte von etwa einer Million Franken. Samuel Insult wurde am Freitag an Bord deS Dampfers„Exilonä" gebracht, der ihn zur Almrteitung nach Amerika bringen wird. Sofort nach seiner Ankunft auf dem Dampfer las ihm der amerikanische Bizekonsul in Smurna, Bern;, den vom Präsidenten Roosevelt unterzeichneten Haftbefehl vor. Samuel Insult wird während der Ueberfahrt Tag und Nack» streng bewacht werden.. Zehn Millionen Dollar— Bilanzfälschung. Aus Cleveland(Ohio) wird gemeldet: Aus Gruud der Uiltersuchuug der staatlichen Bankaufsichtsbehörde wurde gegen den bekannten Eisen- bahnspeknlanten O. P. van Swe ringen sowie zwei leitende Beamte der Union Truscbank wegen Bilan zfälschun" im Betrage von zehn Millionen Dollar Anklage erhoben. Ein Kran zerstört eine Brücke. Tie vor der Einfahrt in den Bahnhof Bruchsal(Baden) be- jindliche Eiscnbahnbrücke wurde in der vergangenen Nacht dadurch teiltveise zerstört, daß ein aus einem Güterzng befindlicher Kran sich während der Fahrt gelöst hatte, bin und hcrpendelte„nd bei der Durchfahrt durch die Brücke Teile von ihr mitriß. Die Gewalt der Zerstörung war derart, das; die die Brücke tragenden Betonllöbe ans dem Boden gerissen und große Teile der Brücke selbst über das Gleis geschleudert wurden. Mißbrauch deö„Goldeuen Herzens". Tas „Goldene Herz" ist von; Reichsverband für deutsche Jugendfürsorge in der Tschechoslowakei beim Marken- nnd Mnster-Registriernngsamt der Handels» nnd Gewerbekammer in Reichenberg unter Register- mnnmer 04.218 vorschriftsmäßig eingetragen nnd eS steht hiemit dem Reichsverband für deutsche Jngend- fürsorge daö alleinige Verfügungsrecht zu. Er warnt unlautere Elemente vor Nachahmung und Vertrieb dieses Zeichens, des weiteren macht er anfmerksam, das; die vor einiger Zeit angeki'mdigte Herausgabe einer Zeitschrift„Goldenes Herz", die mit einem Preisausschreiben verbunden ist, nicht das geringste mit seiner Aktion„Goldenes Herz" zu tun hat. Der Reichsverband ersucht das deutsche Publikum, frag-, würdige- Personen und solche, die die„Goldenen Herzen" nute r dem Preis einer Krone vertan» scn. nach Möglichkeit sicherznstellen und deren Namen dem ReichSverbande für deutsche Jugendfürsorge in Reichenberg, Waldzeile 14, bekanntzugeben. Dir unrechtmäßige Bereicherung solcher Personen schädigt den Reichsverband und hiemit die Interessen der notleidenden deutschen Jugend. sechs verschiedenen Sektionen über 400 Vorträge ans allen Gebieten der Röntgendiagnostik, der j Strahlenbehandlung, der Biologie und der Technik gehalten werden. Zn gleicher Zeit finden AuSstellnn- gen von Apparaten für die Medizin und die Mate- rialnntersnchung, sowie von Büchern statt. Neun Häuser eingestürzt. In der Gegend von Lemngnano(Lberitalien) hat Freitag ein Erdrutsch, der sich auf eine Länge von über 2 Klm. erstreckte, den Einsturz von neun Häusern, herbeigeführt. 12 Familien sind dadurch obdachlos geworden. Der Sachschaden ist bedeutend. Es heißt, das; weitere Häuser durch die Erdbelvegung stark bedroht seien. Ter berüchtigte Wüftenräuber Ab« Jildeh, der siebzehn Morde ans dem, Gewissen hat/ wurde, wie aus Jerusalem gemeldet wird, nach aufregender, monatelanger Jagd durch die Wüste von der englischen Polizei gefangen genommen. Die Polizei nmßie mit größter List vorgehen, uni den Räuber zu fassen, der geschworen halte, lieber Selbstnwrd zu begehen, als sich fangen zu lassen. Bei der Ber- ; folgung spielten neben dem R u u d f u n k auch P o l i z e i h n n d e eine große Rolle, Umdou Räuber zu täuschen, verkleideten sich mehere Polizeibeamte alö Araber. Schließlich gelang es. Abu Jildeh nnd seinen Spießgesellen Mustafa Armeet, der eben- salls mehrere Morde ans dem Gewissen hat, in einer Höhle einzukreisen. Die beiden Räuber schossen auf I die Beamten, mußten sich aber schließlich ergeben, ohne eine» einzigen Beamten verwundet oder getötet zu haben. Ein wichtige- Tementi. Ter„Osservatore.Romane" dementiert die im Auslande verbreitete Rach« | richt, derznfolge der Papst der Tochter deS ehemaligen Gouverneurs von Eholon, Maria Gnmhen, die katholischen Glaubens ist nnd soeben die Gattin deS budlnstischen Kaisers von Annam geworden ist, gestattet habe, ihre männlichen Nachkoninien im bndhistischen Glauben zn erziehen. Wahrscheinliches Wetter am Sonntag: Im ganzen schön, untertags warm, schwacher Südostwind. Wetter nicht ganz sicher, lokale Störungen, besonders in den südlichen Teilen des Staates nicht ausgeschlossen. Vom Rundfunk Empfehlenowerte» aus den Programmen: Montag: Prag, Sender L.: 10.05: Denische Nachrichten, 13.45: Schallplatten, 17.15: Gcpgenkonzert, 18.25: Deutsche Sendung: Pädagogischer Rundfinik, 10.30: j Übertragung aus dem Nationaltüoater. Dvokäk: Ar- inida, 28: Deutsches politisches"Relief.— Sender S.: 14.80: Schallplatten, 14.50: Liederkonzert, 15.15: Deutsche Sendung: Für Fra.,en.— Brünn 17.50:Deutsche Sendung, Stepan: Moderne Frauenberufe. Mähr.-Ostran 10: Nachmittagömnsik.— iKöiiigSwusterhansen 10: Unterhaltungskonzert.— Leipzig 21.15: Russische Musik.— Mailand 21: Orchesterkonzert.— München 17.30: Cembalokonzert. DknStag. Prag, Tender L: 10.05: Deutsche Nachrichten, 12.35: Prager Salonorchester, 10: Nachmittagskonzert, 17.85: Deutscher KonversationsknrS, 17.50: Heitere und traurige Liebeslieder, 18.'25: Deutsche 24. l Sendung: Dr. Hust»:- Wirtschaftliches Relief, 22.80: Tramplieder.— Sender S.: 14.45: Konzert für Geige, Cello nnd Harfe.— Brünn 18.25: Deutsche Sendung: Soziale Informationen.— Mähr.-Ostrau: 18.20: Opernmnsik.— Kascha» 10.30: Tamburizza- '’ Musik aus Der frühere Internationaler Radiologenkongrest. Vom bis 31. Juli 103-1 findet in Z U r i ch und St. Moritz der 1'.'. Internationale!>iadiologenkongreß statt. Bisher haben sich annähernd l 0 0 0 Teil- n e h in c r aus allen Ländern der Welt nugc- meldet. Unter den Ehrengästen lvird sich M a d a m e Curie befinden, die, gemeinsam mit ihrem ver-... storbenen Galten, int Jahre 1898 die ersten radio- konzert.— KönigSwusterhanse» 17.40: aktiven Elemente, darunter das Radium, entdeckt vergangenen Jahrhunderten, 21.40:'...... hat. Tie Eröffnungssitzung ist der Organisation der Beethoven, 23: Nachtkonzert.— Leipzig 22.20; Nor- KrebSbekämpf u n g in den verschiedenen wegische Volkskieder. Mailand 20.05; Kammermusik. Ländern gewidmet, Ans dem Kongreß werden in— München 21.15: Orchesterkonzert. Nr. 88 Seite 5 Sonntag, 15. April 1934 Gartenstellen für Arbeitslose Ein Anfang in Fischern Wir entnehmen einen« uns znge- gangenen Bericht: Der Tchrebergärtiierverciu von Fischern hat in Anbetracht der durch die Wirtschaftskrise eiilgctretcnen große» Not für Arbeitslose von Fischern eine Hilfsaktion cingcleitct in der Weise, daß er sich an die Gemeinde um Zuweisung von Gründen wandte, welche nach der Parzellierung vor allem an verheiratete Arbeitslose abgegeben werden sollen. Der RcgierungSkommissär von Fischern, Herr Dr. N a a s s, brachte diesem Ansuchen das größte Verständnis entgegen und stellte für diesen Zweck ein sehr geeignetes Grundstück, die zirka 0000 Quadratmeter große Krcuzteichwicse zur Verfügung. Rach der von» Verein durchgcfiihrtcn Parzellierung konnten nun von den zahlreichen Bewerbern 30 Familienvater mit über 130 Köpfen berücksichtigt lvcrden. Am Freitag der vergangenen Woche fand in Amvcscnheit des RegicruiigSkom- missärs, des Leiters des städtischen Banamtcö und des Vorsitzenden des Arbeitslosenrates, soivie des BercinsvornandcS die Eröffnung, bzw. llcbcrgabc an die beteilten Arbeitslosen statt. Der t..fer, mit dem die Parzelleninhabcr noch am gleichen Tage an die Arbeit gingen, beweist wohl am besten, wie sehr sich die Menschen nach Arbeit und Brot sehnen und gerne jede Gelegenheit wahrnehmcn, um sich über die schwere Zeit hinloegzuhclfcn. Nachdem noch eine ganze Anzahl Bclvcrber unberücksichtigt bleiben mußte und sich fortlaufend noch Interessenten melden, dürfte in Fischern jedenfalls in 5türze noch eine zweite solche Klein- gartcnanlage für Arbeitslose errichtet ivcrdcn. Zwecks Beschaffung der notwendigen Gartengeräte und Samen hat sich der Verein an das Ministerium für soziale Fürsorge um Gc>r>ährung einer Subvention gewendet. WaS in Fischern geht, müßte schließlich auch in anderen Orten möglich sein, wenn seitens der maßgebenden Stellen der gute Wille vorhanden ist. RRA verbietet Buchhändlerrabattr. In den Vereinigten Staaten wirb es künftighin verboten sein, Bücher unter dem festgesetzten Preis zu verkaufen. Die NRA hat eine Verfügung getroffen, derzufolge allen Buchhändlern die Biicherprcise vorgcschrieben werden. Junge Angestellte, euer.Urlaub! Tas Recht mif Urlaub ist nur verbunden mit einer sinnvollen und zweckmäßigen Urlaubsgestaltung ein wirklicher Vorteil für die Werktätigen Menschen. Das gilt besonders für die Jugend. In dieser Erkenntnis war derAllgemeineAngestellten- Verband Reichenberg von jeher bestrebt, durch Urlaubsreisen und Wanderungen(Lübeck, Böhmerwald usw.) bzw. durch UrlaubS-ErholungSaufent- balte(SpiegelSberg, Offek, Hirschberg ustv.) der bei ihm organisierten Jugend bei der Vertvendung der IlrlaubSzeit insbesondere durch geldliche Unterstützung bestmöglich behilflich zu sein. Auch dieses Jahr steht der Angestelltenjugend im Allgemeinen Angestellten-Verband die Beteiligung an mehreren Urlaubsaktionen zu. Die erste UrlaubSfabrt geht im Anschluffe an das Hirschbergcr VerbandS-Jugend- treffen nach Prag, Neratowitz und Neichenberg. Hiebei handelt cs sich um eine ausgesprochene Besichtigungsfahrt. Die UrlaubScrholungSwochen folgen in« Juni, lvährend eine dritte Urlaubswoche insbesondere für fortbildungSschulpflichtige Jugendliche im August einer größeren Fahrt oder ebenfalls der Erholung gewidmet sein tvird. Der Allgenieine Angestellten-Verband Reichcuberg wendet der UrlaubS- gestaltung der jungen Angestellten sein größtes Augenmerk zu. AuS vorgeschichtlicher Zeit. In der Gegend von Agedabin in der italienischen Kolonie C i r a n i a c a land der Altertumsforscher Prof. Petroconi eine Menge riesiger S t o ß z ä h n e. in der Länge von 2’,4 Meter und einen 1,0 Meter langen Schädel, der anscheinend von einem prähistorischen Mastodon stammt. Rotationsreptilien Mir drucken auf rollender Ewigkeit mit stinkender Farbenschmiere. Wir nagel» die grinsende Fratze der Zeit auf holzige ZritnngSpaPiere. Wir menget« aus Blut und Eisen die Welt und notieren die Börscntabellrn. Wir machet« aus Tod und Teufel Geld imd liefern, waö sic bestellen. Wir machen den Volkszorn und cknch den Krieg und«nontirren die Heldentaten. Bis zum dreckigen Ende, verkünden wir Sieg, dann melden wir: Barrikaden. ES wechselt der Ehcf, cS wechselt der Kopf, schon stinke» sie frisch, die Latrinen. Leicht schläft daS Volk und schnell wächst der Zopf, rasch rollen dir Schwindelmaschinrn. Hier nützen nicht Paluiztvcig, nicht Zetergeschrei und nicht Paragraphenprothesen. Hier hilft nur: den ganzen faulenden Brei nuSkchren mit eisernem Besen! llurt Doderer. PRAGER ZEITUNG straße nach Zbraslav längs des ganzen Rennplatzes inklusive 200 Meter vor und hinter dem Rennplatz (von wo aus man die Rennen gratis verfolgen könnte!). Das gleiche Verbot gilt auch für die Bc- zirksftraße von Groß-Kuchelbad nach Radotin mit der Abänderung, daß das Parken der Fahrzeuge auf dieser Straße in« Hinblick auf die geringe Breite des Weges im ganzen Abschnitt des Geineindekatasters von Velkä Chuchle verboten wird. Ans der Strecke Jilove u Prahp— Kräl. Bin»- hrad»>vird heute der P e r s o n e n z u g Nr. 3031 eingelegt. Abfahrt in Jilove u Prahtz 20.46, Ankunft in Vinohradtz 22,06. Der Zug hält in allen Stationen und Haltestellen. Zaungäste verbeten. DaS Bezirksamt Prag- Land verbietet für die Zeit der vom Jockei-Klub auf dem Rennplatz in Kuchelbad veranstalteten Rennen, daS Anhalten«md Parken der Fahrzeuge aller Art. solvie daS Anstelle«« der Fußgänger auf der Staats plastisch hcrausz«iarbeilcn. AnSge- Sicg oder Nicht-Sieg werden bei Verdi von der Schönheit der S t i in in e n und ihrer Kun st bestimmt; fchlt's daran, ist alles andere verlorene Liebesmüh'. L. A. Brauner'S Apotheke ,,Zum 2325 nur sichten« junger Menschen und lvird an ihn nicht nur' durch den jubelnden Gesang der Vögel erinnert, son- I der» man kann ihn auch an den Auslagen der Del!»' kateffengeschäste feststellcn. Sagen wir zum Beispiel i bei Lippert. Lippert reagiert auf den Bcgimr der Jahreszeiten viel empfindlicher als die Natur selbst, Lippert muß auf jede Wendung der Sonne reagieren, denn Lippert«miß den lüsternen Gaurnen hochkultivierter Menschen zusriedcnstcllen, der nach jeder Jahreszeit anders eingestellt ist. Im Winter mehr auf Südfrüchte, Fleischlcckereien, schwere Weine«md Liköre. Im Soinincr auf Eis, garnierte Schüsseln und Lnnchbrote, in« Herbst auf Früchte aller Art, Fisch, Käse, Hummer und Porter. Aber im Frühling da will der Mensch etwas ganz anderes. Ta fühlt der Gaume«« mit der Natur, nichts ist ihn» zu zart, nichts zu rosig und weich, und Lippert«nnß, tvenn er lvciter den Ruf als vornehmste Dcliktessen- handlung in« goldenen Prag bcibchaltcn will, diesen von der Natur in den Mensche«« gelegte«« Drang zu befriedige«« suchen. Daß er das versteht und den Einzug des Frühlings im Telikatcffe««ladcn meistert, erzählt uns feine Auslage. Noch mehr, sie offenbart uns die ganze Sinnlichkeit der eben wiedcrerwachen- den Natur. Ta ist alles neben- und aufeinairdergereiht, was die soebci« Wirksan« gewordene Sonne irgend tvo anders hervorbringt und leben läßt. Romanischer Salat daS Häuptel zu 10 XL, neben der Gurke, die kiloweise schon für 18 I« letzte«« Jahren kaum mehr anzumerken war, daß er die gesanglich viel leicht hinreißendste aller Verdi-Operi« ist, Direktor Liebt sorgt für geschmackvolle Bilder, erneuert auch sonst mit viel Liebe, der Opernchef selber diri giert das sonst so stiefmütterlich behandelte Werk— unb dennoch bleibt das notwendige PublikumS-Jntcr- esse und der Erfolg aus. Warum? Ter für dei« Richard prädestinierte italienische Tenor und die Jugendlich-Dramatische sind krank und damit fehlen zwei entscheidende Stimmen. Herr Adolf Fisck>er, darstellerisch sehr sumpaihisch, muß wegen Indisposition um Nachsicht ersuchen, die ihn« selbstverständlich gewährt ist, deren Notwendig keit aber schoi« dazu beiträgt, echte Verdi-Begeiste rung nicht aufkoniinen zu lassen; Frau R o'f e P a ul tz leiht der Amelia ihre große dramatische. mit leuchtcnbcn HLHctönci« ausgestattete Stimme. muß aber die Süße der Kantilenc, den edlen Schmelz schusdig bleiben und erzielt so mit ber herrlichen großen Arie im zweiter« Akt nur mäßig Erfolg, ber dann mit der Gnadcn-Arie rcchlcuS ganz ausbleibt; Herr Hagen, als Rent hier oft gerühmt, forciert und singt sich erst später frei; Frm« Eis inner, gesanglich und darstellerisch liebreizend, bleibt infolge des allzu geringen Stiiiunvolnineiis selbst mit dem Sololicbchcn an der Peripherie und läßt vollends das beispiellos schöne erste Finale ohne die notwendige beglückende Stimmführung und damit ohne genü gende Wirkung. Frau K Inder in a n n bringt wohl das Pathos und die Stinimbreite für die Ulrike mit, entbehrt aber des gesanglichen Eben maßes. Vollends die zwei Verschwörer, Herr A n- d e. r s e n und insbesondere Herr Bender, können wirklich nur inErfüllung von Richards letztem Willen der Gnade en»pfohlen werden; der Richtervaren die von den« AuSstattungschef des Prager Deutschen Theaters, Prof. Emil P i r ch a n, gegebene Führung durch Mufforgskiiö. Oper„Boris Godunow". Der Vortragende beschränkte sich durchaus nicht auf die angekündigte Analpse deS Bühnenbildes, sondern machte seine» Hörer«« auch die politischen Hinler- gründe verständlich, die allein die Menschen nud die Handlung des Dramas begreifen laffen. Pirchanö Vortrag hat wesentlich dazu beigeiragen, die mit Mussorgsk«) weniger vertrauten Rabiofreundc voll Erwartung einzustimn«en auf die Opernübertragnng am gleichen Abend. Kammersänger Theodor S ch e i d I in der Titelrolle bereitete ein Erlebnis besonderer Art.— In den„A k t u e l l e n z eh n M i n n t c n" am Mittwoch berichtete Jng. S e d i v v über die internationale Automobilausstelluna ii« Prag. Man hörte, was für schöne, komfortabel ausgestattete, leistungsfähige unb— billige Kraftwagen dort von den verschiedenste«« Firmen zur Schau gestellt werden. Sehr verlockend, gar fein Zweifel! Aber leider ganz ohne Bedeutung für alle, bie mit den Gütern dieser Welt und ihre«« Schönheiten meist nur durch das Radio in Verbindung stehen I— In ber Arbeitersendung au« Mittwoch sprach Rose Fischer über „D i e n c i st i g e A r b e i t e r i n«n d e r K r i s«". Sie gab einen Rückblick auf jene Zeit, da es für die Frau neben ihrer Bcstinunung, Eheweib zu sein, nur nur drei Berufe gab: Fabrikmädchcn, Hausgehilfin oder Prostitution. In zähem Kampfe haben die Frauen die Möglichkeit errungen, sich selbst den Lebensunterhalt zu, schaffen. Damit wurde ihr Selbstgefühl wesentlich gesteigert, besonders bei der geistigen Arbeiterin. Das bedeutet aber eine Gefahr für die Emanzipation, weil die zu einer gewissen Selbständigkeit gelangte Frai« baö Interesse am weiteren Kampfe verliert, damit viele schwer errungene Rechte ans der Hand gibt und sich zuin Rückschritt verleite«« läßt. Tic Sprecherin verlangt, daß bie Frauen viel mehr in das öffentliche Leben cin- brjugcn und vor allem in den politischen Kampf kraftvoller eintreten müssen. Der FasciLmuö will bie Frau dem Manne zurückgcben und sie wieder zu einer Ge- bärmaschiue machen. Deshalb dürfen sich die Mädchen voi« heute nicht der Romantik hingcbcn; sie sind besser gebildet— sie haben darum die Pflicht,»ich« zu erobern. Mau muß für eine llcbcrzcugnng etwas opfern;«««an n«nß jederzeit dei« Mut haben, sie auszusprechen unb für sie einzutrclen!— Ich mache von diesem Grundsätze der Vortragenden Gebrauch, wenn ich bei aller Anerkennung für die juridische Gleichberechtigung der Frau unb ihre gerechte soziale Wertung den Ausführungen doch bei« Hinweis darauf entgcgeuhalte, daß keine Emauzipatioi« über Natur gesetze hinweg Geschlechter glcichschaltcn kann, dcrci« gesellschaftliche Nutzbarkeit eben in ber llntcrfcheidung ihrer Eigenart dcbingt zu sein scheint. Wenn die Sprecherin verlangt, baß bie Frau a u ch ü b e r d e n M a n ii hinweg den Kampf uni„Selbständigkeit" führen soll, dann wird der Kampf um die Gleichberechtigung zu einem um Vorrechte— er strebt damit zu einer llmkehrung aller sozialen Voraussetzungen demokratischer LcbcnSformcn, dient also den« FascismnS weit mehr als etwa bie letzte irgenb- wo noch erhaltene„Vormachtstellung" des Manncöl — Die„Sozialinformationen" brachten einen Vortrag von Dr. Wolfgang Brügel-Prag über die Frage„W i e entsteht d i e A rb ei ts- los e n st a t i st i k?". Der Sprecher wendete sich gegen die von Unkenntnis«md Böswilligkeit verbreiteten Gerüchte, die Statistiken veröffentlichen ge- sälschte oder doch wenigstens täuschende Zahlen über de» Stand der Arbeitslosigkeit. Die amtlichen Statistiken setzen sich znsammcn aus den Berichten bcr Bczirks-ArücitverniittlinigLämIer. In Wirklichkeit wird es immer mehr Arbeitslose geben, als die Statistik anslvcift, weil eine große Zahl de«; Arbeitslosen amtlich nicht, gemeldet wird. Am stärksten heiinge- sucht sind die deutschen Randgebiete Böhmens; bie Bezirke im Gebiete des Erzgebirges und der Subetcn lvciscn noch immer erschreckende Zahlen aus. Immerhin ist in bcr jüngsten Zeit doch eine Wendung zum besseren cingetrcten.— In der„I n g e n d st«i n d e" am Donnerstag machte Archivrat Dr. M o u ch a seine Hörer mit neuen Jugendbüchern bekannt. In der anschließenden landwirtschaftlichen Sendung gab cö für Landwirte einen sehr lehrreichen Vortrag über Bodenpflcge und Düngung. E r i« st T h ö n e r. Seite 6 „Sozialdemokrat" Sonntag, In. April 1931 Nr. 88 zeichnet wiederum C a r o 7 a B e 7, r e n S, die einer an sich eher farblosen Rolle menschliche Wärme und den Glanz einer Persönlichkeit nab, die in diesem -lalle ganz die der nackgcsialtendcn Künstlerin, nicht die der loten Rolle ivar. Frau Reiter und Fräulein Tilden batten dem oft düsteren Geschebcn einen schimmer von Humor zu leiden. Sie taten cs mit Geschick und schufen zwei glaubhafte Figuren, ein: gütig-geschwätzige alte.Hausdame und ein lic- bcsiollcs, ein bisserl dummes Mädel. Das Publikum uabm das Stück mit großem Beifall auf und akklamierte den versöulich erschienenen Autor, die Darsteller und den Regisseur. (f. S. Studio 193-1. Letzte Wicdcrliolimg: Dienstag, 17. Avril, Urania, 8. I.~>. Nlnifestvorstellung. Die Prager Bezirlsorgani- sation der Partei feiert den Vorabend des 1. Mai mit einer Festvorstellung des„B o r i s G o d n n o lv" im Neuen deutschen Theater, Montag, den 30. Avril, bald 8 IIbr abends. Donnerstag ErstanffüKrnng„Strastenmusik" von S ch u re l. in der Bearbeitung von Hans Saß- mann, in der Kleinen BuKnc. Wochenkpirlvlan des Neuen Deutschen TlienlrrS. .-.'eine Sonntag, bald 3 Uhr:„Ball im Ta- v o n"; lialb 8 Ilbr:„T u r a u d o t" lC 1>.— Montag, S Uhr:„T i e Gefangene"(volksiümliche Vorstellung. Gastsviel Ernst Deutsch, A. A.l— Ticnstag. halb 8 Uhr:„A i d a" tA 2).— Mittwoch, bald 8 Uhr:„Lord Büro« kommt a n S der Mode"'Gastspiel Deutsch, B 2).— Donnerstag, lialb 8 Ubr:„D i c I n st i g e W i t w e"<15 2).— Freitag, halb 8 Uhr:„Lord Bhron kommt aus der Mode"(D2).— Samstag, halb 8 Ubr:„D ie l u it i g e Witwe"(Bll. Wochenkpirlplan der Kleinen Bühne. Sonntag, nachm. 3 Ubr:„Trafik Ihrer Exzel» l e n z"; 8 Uhr:„S ch i ck s a I".— Montag, 8 Uhr: „Kosmetik"«Bankbeamte und freier Verkaufs. — Dienstag. 8 Uhr:„K o s m e t i k".— Mittwoch», 8 Ubr:„S ch i ch s a 7".— Donnerstag, halb 8 Ubr: „S t r a ß e u m n s i k"(Erstaufführung),— Freitag. s Uhr:„T chicksa 1" KniinrvcrbandLsrcnnde und freier Berkaus).— Samstag, 8 Uhr:„Stra- st e n m u s i k". Für empfind). Rheuma** * tlkcr 3 Kurhliuacr mit Bildern verbunden: Thor* mln. Cyrill. Pro Patrla. • Inform.: Bndedlrektion. Platyan. 2364 Aus der Partei Jahresversammlung der Bezirkvorganisation Prag. Am Freitag sand im großen Saal des Gc- iverlschafishanses unter großer Beteiligung die diesjährige Fahrcsplcnarversammlung der Präger Bcnrlsorganisation statt. Sie wurde durch den Gesang der Arbcitcrmarseillaise und der Internationale, cxekntiert von der Proletarischen Singgcmcindc, eröffnet. Ten Tätigkeitsbericht der Partei und aller Organisationen erstattete Gen. 2 ch ö n f e l d e r, den Kassabericht Gen. Mitte n h n b e r. lieber Vorschlag derKontrolle(Gen. L a h m e r) tvurde der abtretenden Bezirks» Vertretung einstimmig die Entlastung erteilt. Namens des WahllomitecS erstattete Gen. ,'> llert den Wahlvorschlag. Im Sinuc dieses Vorschlages wurde Gen. Richard Schön- selber einstimmig zum BezirksvertrcruenS- mann wiedergewählt. Die Bczirlövertrctung, die Kontrolle, das Bezirlsfrauenkomitee, dec BezirkS- l'ildungSauSschuß und das Schiedsgericht haben im Wesen die gleiche Zusammensetzung Ivie im Vorjahre. In die Bezirksvertretung lvurden vier jüngere Genossen neugewählt, und zwar: Emil F i s ch e r, Otto Iltis, Karl Kern und Rudolf Weber. Jugendbewegung. Sozialistische Jugend, Kreis Prag. Das Woche u p r o ,z r a in m: Montag, den 10. April, 8 Ilbr, im Parteiheim, Narodni: Genosse Tr. M. Bloch: Grundlage der Sozialpolitik. Dienstag, den 17. April, Gruppenabende: SJ. Smichow: Der moderne .N rieg; SJ. Hollesriiolvitz: Bunter Abend; SJ. Weinberge: Plan der Arbeit; SJ. Zentrum: Hauptver- sammlung. Freitag, den 20. April, 8 Uhr: Funk» lionärbcsprcchung über das Jiigcndprogramm. Für Berbandötagsdelegierte Teilnahme Pflicht. Sonntag, den 22. April: Trcffwandernng nach Snchdol. Freie Vereinigung sozialdemokratischer Akademiker. Montag, den 10. April, um 20 Uhr, Mitglie- derversaininlnng. Tagesordnung: 1. Reorganisation der Gruppciileitnng. 2. Der Zusammenschluß mit den ischechischen Genossen. 3. Politisches Referat des Genossen Dr. Heinrich H o f f m a n n:„O f f e n s i v e des Sozialismus".— Das Erscheinen aller Genossen ist Pflicht! Die Mitgliederversammlung findet im Parteiheim, Prag II., Närodnt tkida Nr. 1. 3. Stock, statt. Der Film Mein Herz ruft nach Dir Diese muntere Kitsch-Orgie ist für den Geschmack jener höheren Töchter zubereitet, für die der veraltete Begriff„Backfische" immer noch lebendige Geltung hat. Sie werden wohlig erschauern, wenn der flotte Tenor K i e p u r a einen blinden Passagier weiblichen Geschlechts in seiner Schlafkabine versteckt und der ans den Klanen des Mädchenhandels Gereiteten einen ordentlichen Fahrschein crsingt. Sie werden sich weiterhin mit dem Vorgehen, der Blonden solidarisch erklären, die ihre weiblichen Reize einsetzt, um dem edlen Tenor ein Engagement zu erwirken, ohne dabei ihre Unschuld und Treue zu opfern. Sie werden dem singenden Helden zu- stets mU be- 115 Laufendes Inserat bringt vereinsnadiriditen KURANSTALTXREKHENBERG bis die Ci pirlümiaH den Atem, wirkt«rfnicUnd,»elcütel vor Huilen und H.li.rk.ll und beugt H.li.nliQndung.n von Selchwaren der Fa.HEGNER* Cie., PILSEN SIND DIE ALLERBESTEN) In ollenApolheken u. Drogorion tlols vorrMIg.Gon.»Depot: Breunori Apolholco„Zumwol^on Löwen", Prag II, Prikopy 14 Verlangen Sie In Jeder Verkaufsstelle des Konsumvereines SELCHWAREN der Firma HEGNER& Cie., PILSEN Außerordentliche Generalversammlung, Mittwo ch, den IS. April, Punkt 8 Uhr abends, im Wintergarten des Hotels „Monopol", Prag II., Havlik- kova ll, gegenüber Masarhkbahn» PRAG 7;uf, Ankunftshalle. Bestimmtes Erscheinen aller ist Pflicht! Phytlkal. dllltct. Hellmothoden— Schrothkuren MHfllffe Preloeo— Chefarzt Dr» J. Neugebauer. Auskunftei Kuranstalt oder durch E. Sojkn» Prag XI,. Tomlcora IS» laufenden Mlasatsl jauchzen, der hoch ans des Schiffes Mast einen schmachtenden Schlager und vor dem Portal eines Opernhauses den Cavaradossi singt. Sie lverdcn sich über diese Witze freuen, die man versiebt, noch bevor man sie gehört hat, sie werden die gezeigten Abendtoiletten und die reizend-verlogenen Einblicke ins Künsrlerlcben bewundern. Die Backfische werden diesem Film einen Erfolg bereiten— und die Kritik fühlt sich auf verlorenem Posten stehen. Immerhin muß einiges Ernsthafte geäußert werden. Dieser Film eine- italienischen Regisseurs und eines politischen Tenors ist im Tritten Reich entstanden nnd dort als Erzeugnis der Ufa angekündigt worden. Der wohltätige Zweck, für den Herr Kiepura hier singt, ist also unschwer zu erraten. Und was Kiepura selbst betrifft, so muß immer wieder festgestcllt werden, daß er eine der strahlendsten, mülielosesten und schönsten Stimmen hat, die es auf der Welt gibt, aber dennoch durchaus kein großer Sänger ist. Ahm fehlt jeder Sinn sür künstlerische Gestaltung, ihm fehlt der Geist im Vortrag und der musikalische Geschmack. Ec ist kein Küusiler, sondern nur ein Stimmphänomen— nnd es ist kein Zufall, daß er sich in den Rahmen des Sängerkitsck- filmS am glattesten und erfolgreichsten fügt: weil zwischen seinem Niveau und dem dieser Filme kein Unterschied ist. Während der Schauspieler Paul Hörbiger und sogar die Soubrette M a r t h a Eggert h sich in diesem Film spürbaren Zwang anfcrlegen müssen, tut Kiepura das Seine mit sichtlichem Behagen. Im„Lied für Dich" hat er am Hotelfenster und im Wellenbad gesungen. Diesmal schmettert er aus einem Schiffmast und in einem Spielkasino. Das nächstemal wird er vermutlich ein Luftschiff oder ein Raubtierkäfig sein. Denn die Filmautoren haben eine verwegene Phantasie, die nie das Nichtige trifft. Daö Nichtige wäre, Herrn Kiepura auf der Börse, im Warenhaus oder im Töchterpcnsionat singen zu lassen.—eis— FEUER-, EINBRUCH-, STURZ-, SPRENG- UND SCHMELZSICHERE „AJAX“- PANZERKASSEN Eralklnulge und bewUlirlo Konstruktion» Prima Zeugnisse Uber erfolglose Elnbruobsvcrsucho Feuer-und diebessichere Bücherschränke, geheime Mauerschränkchen, Geldkassetten usw. PANZERKASSEN- UND KASSETTEN-FABRIK Joh. Otto Großer, Bodenbach a. E GEGRÜNDET 1007- PRIMA REFERENZEN- MEHRFACH PRÄMIIERT FAHRRÄDER - sind Qualitäts-Erzeugnisse hier sieht, Ivie erwähnt, Aussage gegen Aussage. Lanka erklärt, er sei nach Verlassen des Gasthauses mit Zachar zusammengetroffen, der ihn tvohl erwartet habe. Sie seien dann nach Milin gegangen nnd dort habe ihn Zachar von der Seite angeschossen und ihn seiner Brieftasche beraubt. Lanka bestreitet, jemals ernstlich an Selbstmord gedacht zu haben, bestreitet auch die durch Zeugen nachgewicsenen Reden von dem geplanten gemeinsamen Freitod und bestreitet ebenso, den bei ihm gefundenen letzten Willen geschrieben zu haben. Schriftsachverständiger Red. Flanderka erklärte jedoch mit Bestimmtheit, daß die auf Lanka sich beziehenden Teile des gemeinsamen„letzten Willens" wirklich von dessen H and st a m m e n. Tie Freunde nnd Bekannten, insbesondere auch seine Geliebte, sagten ans, daß er stets von S c l b st m o r d zu rede» b c- g a u n, wenn er angetrunken war. Tic Gendarme- rierelalion bezeichnet Lanka als einen M y st i f t» kato r, der schon einmal einen llcbcrfall vorgespiegelt habe. Ter Angeklagte Zachar behauptet, in der kritischen Zeit gar nicht mit Lanka beisammen gewesen zn sein, sondern sich auf dem Weg zu seinem Onkel im Torf K r a l o v i c e befunden zn haben. Ein sichere- Alibi kann er aber nicht erbringen. Gegen i h n spricht das Gutachten der Sachverständigen aus dem Wassenfach die einen Selbstmordversuch siir nnwahrscheinlich halten, weil die Waise mindestens 10 Zentimeter von der Einschußstclle entfernt gcwc- sen sein müsse. Die Anklage steht ans dem Standpunkts es handle sich nm einen Ranbmordversnch; dann besteht die Möglichkeit, daß sich Lanka selbst angeschossen hat nnd endlich noch die, daß Zachak bei unvorsichtigem Manipulieren mit dem Revolver des Kameraden diesen verwundet hat und jetzt ans Furcht überhaupt jede Beteiligung in Abrede stellt. Die Fragen, die der SchivurgerichtShof des OGN. M r n z e k, den Geschworenen vorlegte, trugen allen drei Möglichkeiicn Rechnung. Nach langer Beratung erkannte das Gcschworenenkolleginm auf fahrlässige schwere Körperverletzung nnd fällte im übrigen Freisprüche, so daß der Angeklagte weder einer TotnngS- oder Verwiindnngsabsicht, noch des Raubes, bzlv. Diebstahles der Brieftasche schuldig befunden wurde.'Auf Grund dieses Verdiktes verurteilte ilm der Gerichtshof wegen fahrlässiger körperlicher Beschädigung nach Paragraph 332 St. G. zu vier Monaten A r r e st, die durch die llnter- suchungShaft verbüßt sind. rb. Tourenräder» Rennräder- Knabenräder Ballonrädcr- Strapazräder- Mädchen räder Luxusräder- Volksräder- Kinderräder Premier-Werke A.-G., Prag-Eier Vertretungen in allen größeren Orten. Wo nicht vertreten, wendo man sich direkt an die Fabrik in Eger flHIIeilungen der„Urania" Heute 1t Uhr:„Emil nnd die Detektive". Kinderstück von E. K ä st n e r. Inszenierung Hans Burger. 80 Prager Jungens und namhafte Büh- ncnkräfte find die Darsteller. W i e d e r h o l n n g: Montan 8 Ubr. „DaS Deutschtum in der tschechoslowakischen Geschichte". Dr. Kamil K r o f t a, Gesandter und vollmächtigtcr Minister. M o n t a g, 8 Uhr. Masaryk-Bolkshochschule „Tie Kunst der freien Rede". Tr. Bruno F ii r st. Gute Ansprache, freier Vortrag nnd Tebattc, Beseitigung von Hemmnngcn. Neuer Kurs. M o n- t a g, 8 Ilbr. „Die Rivalität der Geschwister". Fndividnal- psydiologe Paul F i s ch l. D i c n ö t a g, 8 Uhr. Voranzeigen:„F» l i n S Caesar". Urania Klassikervorstcllung. Ernst Deutsch a. G. So n n- t a g. den 22. April. 2 Uhr. UeneS Deutsches Theater. K a r t e n: U r a n i a- K a s s a. Klavierkonzert Daish Guth. Erstes Konzert der elsjährigen Künstlerin. Montag, 23. Utania>ftliia „Liebelei". Mit Magda Schneider, Hörbiger, Louise Ullrid). Heute 2, 4, 0 u.',4 V Uhr, Klimentskä Nr. Fernsprecher 01623. Was feststrht Fesigesieltt ist. daß die beiden, die gute Kameraden waren, in der Nacht vom 26. Fuiii v. F. in einer ganzen Reihe von Gasthäusern gezedit haben. Auf dem Wege von einem Lokal znm nächsten, trafen die trinnt beträchtlich Be.echten mit einem gewissen Pospi- sit zusammen, dem sie mit alkoholisierter Redseligkeit erzählten, sie hätten'beschlossen, gemeinsam Selbstmord zn begehen, waS Pospisil für einen Scherz nahm. Fm letzten Gasthaus, das sie besuchten, fiiristeltc Lanka mit dem Revolver, den er am gleichen Tage gekauft hatte, in der Luft herum nnd erklärte, sich auf der Stelle umbringen zn wollen. Zweimal verließ er, angeblich znm gleichen Zweck, die WirtSstnve, wurde aber von anderen(Kästen zn- rückgcholt. Schließlich ließen sich die Zechbrüder Papier und Bleistift geben- nnd schrieben ihren„letzten Willen" nieder. Dann schliefen sie. ein nnd verließen endlich zu verschiedener Zeit das Gasthaus. Ernst genommen hat keiner der Anwesenden die angebliche SelbsMiordabiicht. Um ll Uhr früh, zwei Stunden später, wurde dann Lanka angeschossen ansgcfunden. Aussagen nnd Indizien WaS sich in diesen zwei Stunden abgespielt hat, wissen nur die zwei unmittelbar Bcicsiigte» und filme in frager Llihtspielhäusern Urania-Kino:„Liebelei".— Alfa:„Tante Sallh".— Avion:„Nackt wie Adam".— Fcnix: „Ihr letzter Rekord".— Flora:„Diagnose X". Fnli«:„Triumph eines großen Diplomaten". Kineinn: Journale, Groteske, Reportage(halb, 2 halb 8 Uhr).— Kotva:„Aus dem Regen in Tranke".— Snccriin:„Aus dem Regen in die Traufe".— Llinnpie:„Drama au der?)ser" Praha:„Sturm über der Sahara".-— Skaut: Häuschen in Emauü".— Alina:„Liebelei".— vederr:„Die Schlacht".— Beseda: ,,Die goldene Katharina".—Illusion:„Casanova".— Lido:„So ein Hundeleben".— Märeöka:„Die goldene.Katharina".— Sport:„Liebelei".— U Brjvodu:„Liebelei".— Baldrk:„Diagnose X". Billige Kuren an den heißen, hochrad. Thermen Bad Teplltz- Schönau bei Gicht, Rheuma, Ischias, Gelenkerkrankunuen in den modernen städtischen Kuranstalten Stadtbad, Kurhaus, Steinbad Prospekte und Auskunft: Kurdirektion Singgemrinde. Die nächste Probe dcö Män- uerchoreS findet am Dienstag, den 17. April, im Probelokal, Smckkh 27, nm 8 Uhr abends statt. Alle Sänger werden aufgefordert, zn dieser wichtigen i Probe zn erscheinen. In Vorbereitung: M i t w i r- k u n g der Volkösinggemcindc im R u n d f» n k am l. Mai.— Vorher nm halb 8 Uhr abends wichtige A n S s ch n ß s i tz it n g. Raubmordversuch, versuchter Doppel selbstmord oder Bierulk mit bösem Ende?! Rätsel um ausgeschossene Augen Prag, 11. April. Wie gestern, so stand auch Henle vor dem kiesigen Schwurgericht ein reckst rät selbakter Fndizicnprozeß zur Verhandlung, der den Gesrinvorencn genug Kopfzerbrechen kosten mochte, wie auch die stundenlange Beratung über die Schuldkragen zn bestätigen scheint. Angeklagt war der 21jährige Fosef Zachak,! Mincralwassercrzeugcc ans Prkbram, des v e r s n ch- r e n R a n b m o r d e s an dem jungen Bäckerge- hilscn Ladislav L a n k a, der um(> Uhr früh am 27. Funi v. F. blutend mit durchschossener Schläfe in dem kleinen Park ,,V i ö n o v k a" im Torfe M i l i n bei Pribram anfgefnndcn wurde. Ta man neben ihm einen B r o w n i n g sand nnd in seiner Tasche einen AbschiedSbrief mit lctztwilligcn Verfügungen, so nahm man zunächst einen S e l b st m o r d v e r» s it di an. Ais drrSchwcrverletztc aber znmBclvnßtscin kam, erklärte er zur allgemeinen Uebcrraschnng, daß ihn der Z a ck) a r angeschossen nnd ihm die Brieftasche mit über-100 KC geraubt habe. Zachar wurde verkästet. Ter Angeschosscnc blieb zwar am Leben, ist jedoch. da beide Sekncrvcn dnrdisriwsicn sind, unheiiba- rer Blindheit versallen nnd bcsindct sich derzeit in der Pflege des Klarsckien Blindcninstiintes. Zachak bestritt, in der kritischen Zeil überhaupt mit Lanka bcisanuneii geivesen zn sein, so daß Aussage gegen Aussage steht. Bezugsbedingungen: Bei Zustellung ins Hans oder bei Bezug durch die Post monatlich Kü 10.—, vierteljährig ICC S8.—, halbjährig KC 90.—, ganzjährig ICC 192.—.— Inserate werden laut Tarif billigst berechnet. Bei öfteren Einschaltungen Preisnachlaß.— Rückstellung von Maniskripten erfolgt nur bei Einsendung der Netonrmarken.— Die Zeitungsfrankatur wurde von der Post- und Telegraphendirektion mit Erlaß Nr. 13.800/VII/1V30 bewilligt.— Druckerei:„OrbiS". Druck-, Verlags- und ZeitnngS-A.-G.. Prag.