14. Jahrgang Donnerstag, IS. April 1934 z Einzelpreis 70 Heller (♦inichlieftlich- Heller Port«) IENTRALORGAN PER DEUTSCHEN SOZIALDEMOKRATISCHEN ARBEITERPARTEI IN DER TSCHECHOSLOWAKISCHEN REPUBLIK ERSCHEINT MIT AUSNAHME DES MONTAG TÄGLICH FRÜH. Redaktion uno vhwaltuno frag xiC eochova«i. tehfon swl'Administration truton saut. HERAUSGEBER; SIEGFRIED TAUB. CHEFREDAKTEUR) WIIHEIM NIESSNER. VERANTWORTLICHER REO AKTE UR: DR. EMU STRAUSS, FRAG. Japan verbietet sich > jede fremde Einmischung In China Tokio, 18. April. Im Zusammenhang mit den Gerüchten, wonach eine internationale Ak- lion zur Hilfe für China unternommen werden soll, veröffentlicht daS japanische Außenministe- rimn eine Erklärung, in welcher eS seinen Standpunkt in dieser Angelegenheit darlcgt. Die Presse erblickt darin eine Mahnung an die übrige Welt, s i ch m i t C I> i n a nicht z n des a s s e n. In'der offiziellen Erklärung heißt eS: Japan ist der Ansicht, das; die Aufrechterhaltung deS Friedens im Osten seine Angelegenheit sei. Die Wiederherstellung der Ordnung in China hänge von China selbst ab, und jede Aktion der chinesischen Regierung, die gegen den Frieden im Osten verstoße, werde dem Widerstand Japans begegnen, das sich auch gegen jede Mahnah- m e n a n d e r c r M ä ch t c st c l l e, den Frieden im Osten zu stören. Maßnahmen dieser Art seien z. D. die Lieferung von Militärslugzcngen an China, die Beistcllung von militärischen Instruktoren und die Gewährung von Anleihen. Der Sprecher deS japanischen Außenininistc- rinnis gab einem Vertreter des RcutcrbüroS gegenüber folgende Erklärung ab: Der soeben dargelegte Grundsatz werde auf eine solche Art zur Geltung gebracht werden, die nicht im Widerspruche zu den gültigen Verträgen stehe. vlutiM Demonstrationen In Italien Rom, 18. April. In dem kleinen Städtchen Pratela-Peligna in den Abruzzen kam eS zu einem Zusammenstoß zwischen Demonstranten und der Polizei, wobei es einen Toten und vier Verletzte gab. Die Demonstrationen sollen lokalen Charakter gehabt haben. Trotzki fährt nach Spanien London, 18. April. Wie daS Renter- BÜro aus Pari» erfährt, ist Trotzki nach Spanien abgrreist. Roehm forderte für SA 600 Millionen Berlin, 18. April.(Jnpreß.) Ans der Etatberatung der Reichsregirrung erfahren wir interessante Einzelheiten. Roehm forderte für die SA einen Rrichözuschuß von nicht weniger als 600 Millionen Reichsmark, stiess aber auf die Opposition des Finanzministers von Schwerin- Krosigk und deS Stahlhelmführers Srldte. Schwerin-Krosigk hielt dir Belastung von 600 Millionen im Etat und gegenüber dem Ausland nicht für tragbar. Scldte unterstützte ihn, indem er erklärte, daß der Stahlhelm feine gesamte Organisation mit eigenen Mitteln finanziert habe; wenn die SA writerbestehe» wolle, müsse sie schließlich ebenfalls zur Selbstfinanzierung übergehen. I» unterrichtete» Kreise» ist man der Auffassung, dass der Borstoß der beiden Minister auf eine Aussprache zwischen-Hindenburg und Srldte zurückzuführen ist, die Mitte März statt» gesunde» hat und in der Srldte dem Reichspräsidenten einen ausführlichen Vortrag über die Finanzierung deS Stahlhelms gehalten hat. 250 ks Ammonit verschleppt Wien, 18. April. Das„Echo" referiert über einen in der Gemeinde Maria»Schuh auf dein Semmering verübten sensationellen Ammonit- Diebstahl. DaS dortige Kalk- und Gipswerk kaufte dieser Tage 17 Kisten Ammonit von se 25 Kilogramm Gewicht. In einer Rächt verschwanden alle Kisten. Die Gendarmerie fand nach angestrengten Nachforschungen im nahen Walde unter Gestrüpp 7 der gestohlenen Kiste». Die Nachforschungen nach den restlichen 10 Kisten blieben bisher ergebnislos. neues Schutzbundurteil St. Pölten, 18. April. Hier wurde gestern die Verhandlung gegen 18 Schutzbündler, die wegen dcö Gefechtes im Airkfeldcr Wald angeklagt waren, zu Ende geführt. Der Hauptangc- klagte Josef H e i d e r wurde zn 18 Monaten schwerem Kerker, 10 weitere Angeklagte zu 3 bis 12 Monaten verurteilt. Ein Angeklagter wurde freigesprochcn. Italien bereits so drückend, daß ihre Erhöhung fast unmöglich scheint. Dennoch wurde jetzt die I« n g g e s e l l e n st c n e r wieder um 5 0 Proz ent erhöht. „Daily Herald" erfährt weiter, daß alle diese BerzwciflungSmaßnahmen höchstens 2000 Millionen KL, also nur ein Viertel deS Defizite- ersparen können. Von sozialer Fürsorge sei in Italien überhaupt nicht nichr die Rede, d i c Löhne hätten den tief st en Punkt seit dem.Kriege erreicht. Da Mussolini unter diesen llmständen die Erbitterung der Arbeiterschaft fürchtet, wird er jetzt, Ivie daS Blatt meldet, den in llngunst gefallenen Minister Balbo als Stabschef zurückberufen, da Dalbo als rücksichtsloser Draufgänger gilt. Aber auch Dalbo und seine, Flintcngarden, schreibt „Daily Herald", lverden den Bankerott der fasci- slischcn Wirtschaft, der hier beginnt, nicht auf- Ein„Ständestaat“ $tdn sich vor britischen Fragebogen über daS neue deutsche Bud get d a S E i n b e k e n n t n i S bedeutet, d a ß D e n t s ch l a n d v o n n e n c m r ü ft e t; so hört die Grundlage, auf, zii e rin irren, auf welcher die Sonderverhandlungen im Rahmen des Genfer HanPtmiSschnsseS geführt wurden nrit dem Ziel, jed wede Erhöhung deS RüstnngSstandeS anszn- schließen. Der Haiiptänsschnß der AbrUstnngS- konferenz selbst ist gnalifiziert, die Situation zu beurteilen. Nnr dann, wenn der.HauptauSschnsi der Ab- TÜftungSkonferenz eS zuläßt, daß man auf neue Rüstungen DentfihlandS etngehen soll, wird eS möglich sein, z» der Diskussion über die Garantien Die Blätter erwarten, daß die französische Rote I.„als recht plastisch vorgestellt, wie etwa Herrin London mit Ueberraschung ausgenommenlApgltz, pxr Generaldirektor der Alpinen Mon> wer en wrrd. tangcsclischast, mit seinen sechstausend Arbeitern m ii S", unter dessen Devise die französische Regie» I rnng einmütig die Verantwortung auf sich nahm, Muttvlmi-Iiegime in Italien Noten Ole Italienischen Bankiers befehlen katastrophale Lohnkürzung als letzten Rettungsversuch London, 18. April.(Eigenbericht.) DaS Blatt der britischen Arbeiterpartei„D a i l y Herald" bringt einen aufsehenerregenden Bericht feines römischen Korrespondenten übe« den bevorstehenden materiellen Zusammenbruch deS Mussolinircgimeö. Wie das Blatt berichtet. rief Mussolini das Kabinett zu einer vertraulichen Sitzung zusammen, in der er erklären mußte, daß Italien vor dem finanziellen Z u s a in m e n b r u ch e stehe. Man erwartet, daß daS Budgetdefizit Ende Juni bereits 8000 Millionen KL beträgt. Die Bankiers haben er klärt, man müsse, uni den allgemeinen Zusam» menbruch aufzuhalten, sofort eine allgemeine Kürzung veröffentlichen A n- ge st eilten gehälter, aber auch der! Löhne a.l l c r A r b e i t c r der Privat industrie dekretieren. Daraufhin hat Mussolini- eine allgemeine Lohnkürzung von mindestens 12 Prozent befohlen. Die St e u e r n sind in I halten können. Wird dar deutsche Rüttungt Budget der Welt endlich die Augen öffnen? Pari-, 18. April. Die französische Ank-1 wort, die Barthou gestern abends dem britischen Ehargk d'Afsaire Campbell überreichte, um faßt nur drei Schreibmaschinenseiten. Sir wird veröffentlicht werden, falt- sich England mit der Veröffentlichung einverstanden rrNärt. j Im Zusammenhänge mit dieser Antwort verlautet an politischen Stellen: Selbst wenn Frankreich geneigt gewesen wäre, da- beantragte Abkommen zu unterzeichnen, so wäre e- doch von dieser seiner Absicht wieder abgekom» men ini Hinblick auf die erhöhten Rüstung-< au-gabrn Deutschlands und dir drntschr Antwort auf daS Ersuchen, in wrlchrm Großbritannirn de» Wunsch nach einer Aufklärung der erhöhten Au-gaben für daS Militärbudget auSsprach. Deutschland, daö öffentlich bedeutende, für militärische Zwecke bestimmte Summen bekannt gibt, bestätige dadurch, daß eS um seine Anfrüstung bemüht sei, waS im Widerspruch zu seinen srühereit Verpflichtungen stehe, und daß r- die Ergebnisse der AbrüstungSverhandlungen nicht abwarte. Frankreich konnte unter diesen Umständen seine Friedensliebe nicht dadurch dokumentieren, daß es auf- die Sicherheit- verzichten und- nicht- ab» warten Würde, wie diß beiderseitigen Verhand lungen zwischen den Großmächten enden werden. Frankreich werde nnnmebr die Ergebnisse der Genfer Diskussionen ab war i e n und seiner traditionellen Politik treu bleiben. Minister Varthou drückte Großbritannirn, gegenüber iu klarer Weise sein Bedauern an-, daß Frankreich außerstande sei, in einer weni ger kategorischen Art auf die britischen Ver- söhnungSbrmühungrn zu antworten, deren Be deutung und freundschaftlichen Charakter er voll auf würdigt. Frankreich hoffe, daß dir Beweggründe sei ner Entscheidung in England Verständnis finden werden, wo die öffentliche Meinung vor kurzem diewachsendeGefahr der AnfrüstungDeutschlandS und be sonder- dieGefäbrdungLondonS durch die reichSdrutschenFlug- zeuge richtig eingeschätzt habe. * Die Pariser Blätter stimmen dem(Inhalt ber Note zu und betonen, daß diese heikle Note vom Ministerrat e i n st i m m i g genehmigt worden sei. „Jonrnal" schreibt in diesem Zusammenhang von einer„F r o n t ä n d e r u n g" und führt anS: Wir senden nach London nicht das erwartete Verzeichnis der Garantien, sondern erinnern die Engländer daran, daß die deutsche Antwort auf den „Es gibt kaum ein Schlagwort, daS den Leuten so sehr den Kopf verdreht Hai, wie daS von der berufsständischen Idee." (Gen. Dr. Czech auf der Karlsbader Kreiskonferenz.) Herr Dollfuß der ncucstc Platzvcrtrcter der bcrussständischcn Idee hat in einer Radiorede, die er im November vorigen Jahres hielt, juft drei Monate ehe er die Kanonen sprechen ließ, erklärt:„Es muß wieder so werden wie cs früher einmal war, als der Meister mit seinen Gc- selten sowie der Bauer mit feinen Knechten fried- lich wie eine Familie am gleichen Tisch saß und ! aus der gleichen schussel aß". Die österreichischen Arbeiter haben sich da- in London mit Ueberraschung aufgenommer^Apold, der Generaldirektor der Alpinen Mon- .._.. tangcsclischast, nut seinen sechstausend Arbeitern ■ M, mH', aus der gleichen Schüssel essen wurde, aber selbst die lockende Aussicht auf solche Luchgenoucn- läßt nichtsdestoweniger zn, daß Frankreich ständig^kvft hat sie nicht genügend Überzeugt. A ls Hl rr zur Abrüstung geneigt ist, wenn sich die Abrüstung ausnahmslos auf alle beziehen lvird. Die einzelnen frübcren französischen Regierungen haben den Plan einer allgemeine«Ab» r, ü st u n g betreffende Vorschläge und Angebote vorg-legf. linier Land hat tatsächlich dargetan, daß eS sich ihm um den Frieden handelt. Tie Antwort DcnIschlandS war derart, daß eS öffentlich erklärt, daß eS gegen alle rüstet. Wir antworten, daß«S uns nicht möglich ist, unsere Sicherheit preiszngeben. * Pari-, 18. April. In Besprechung des fran zösischen Standpunktes zur Abrüstungofrage schreibt „Le TcmpS", die französische Rcgieniug könne keincS- lvcgS eine Formel genehmigen, mit der die neuen Rüstungen Deutschlands legalisiert würden. Diese neuen Aufrüstungen lassen sich nach Ansicht deS Blat tes nicht rechtfertigen. Nicht allein daß Deutschland in Verletzung der FriedenSverträgc anfzurüsteir be gonnen habe, nicht nur, daß es in ostentativer Weise am 14. Oktober die AbrüstnngSkonferenz verließ, uni so jedes Abkommen, daS die deutsche Wiederanf- rüstung verhindern sollt«, zu vereiteln, Deutschland verschärft die Situation andauernd und macht For derungen geltend, die die Bestimmnngen deS Mac- donald-PlaneS weit übersteigen. Deutschland hat für daS Jahr 1034/52 das HeereSbudget um 175 Millionen Mark, daS Budget für Marine uni 50 und das für Flugwesen um 132 Millionen Reichs mark erhöht nnd das kommt dem Eingeständnis gleich, daß daS Reich die schleunige und umfassende Wiederaufrüstung verwirklichen will. ch Die Blätter bemerken, daß der Beschluß der französischen Regierung sicherlich nicht derart ist, daß er dem gerade in Paris weilenden Minister Titu- leScu nicht gefallen würde. Dollfuß sah, daß eS doch recht schwer ist, mit Hilfe von Radiorcden allein Arbeiter in das Paradies des hundertprozentigen Ständestaates zu führen, holte er drei Monate später feine Kanonen und Maschincngelvehre zuhilse. Wer sich den Kopf nickst von Dollfuß'.Schlagworten verdrehen ließ, dem wurde er von Dollfuß' Kartät- scheu ciugedroschcn. Der ncucstc Ständestaat war geboren. 1800 Arbeiter freilich mußten schon in seinen ersten Stunden den versprochenen Platz an der gemeinsamen Schüssel des Herrn Generaldirektors mit dem Massengrab vertauschen. Und die, die das Grauen der Geburt des neuesten„ArbcitcrparadicfeS" überleben dursten? Zwei Monate Ständestaat: 38.000 österreichische Arbeiter sind in diesen zwei Monaten entlassen worden. Die Glücklichen unter ihnen, denen nicht wegen„politischer Vcrdäch- tigkcit" die Arbeitslosenunterstützung entzogen wurde, dürsen jetzt bei zwölf Schilling wöchentlich mit Weib und Kind vergebens auf die versprochene Einladung zum Mittags- tisch des Herr» Generaldirektors warten. Zwei Monate Ständestaat: von den„un- crträgtichcn","wirtschaftSzcrstörendcn" Steuern deS roten Wien ist n i ch t e i n c e i n z i g egest r i ch e n o d c r a>l ch nur ermäßigt worden. Nur einen Unterschied gibt cs: die Bauarbciten, die das rote Wien für diese Steuern machen ließ, sind eingestellt worden, tausende Arbeiter, die sonst in diesen Frühlings Wochen Arbeit auf den Bauplätzen der Gemeinde Wien gefunden haben, bleiben jetzt brotlos, aus gesteuert, erleben mit knurrendem Magen das Morgenrot des ständischen Paradieses. Um ganz bei der Wahrheit zu bleiben: eine Abgabe ist doch gestrichen worden— dcrUn- ternehmerbcitrag zur Fürsorgeabgabe! An Stelle des Untcrnchmcrbcitra- geS wird jetzt auf Grund der neuen Notverord- nung eine indirekte Waren st en er eingehoben. Den Unternehmern wurde jeder Beitrag zur sozialen Fürsorge erlassen, anstatt dessen müsse» die Arbeiterfrauen nnd die Arbeitslosen für jedes Stück Brot, für jede Schale Kaffee, für jeden Strumpf die doppelte Warenumsahstcucr zahlen. Der erste Schritt zur „gemeinsameu Schüssel" ficht so aus, daß die der FabrikSherrcn noch reichlicher bedacht und von der der Arbeiter noch ein Bissen weggc- schnappt wird. Gerade, das neue Oesterreich ist für alle jene, die sich von dem bcrussständischen Schlag- wort den Kopf verdrehen lassen, ein lehrreiches Beispiel, das von Woche z» Woche lehrreicher ! wird. Die ständischen Leimruten sind ja keine Erfindung deS Herrn Dollfuß. Schon Musso- lini hat sie mit seinen„Korporationen" auögc- legt, auch Hitler hat sie nicht verschmäht und die Kirche hat sie sehr geschickt in ihrer Arbeiter- Leite 2 Donnerstag, 10 April 1W4 Rr. V1 Enzyklika verwendet. AVer Mussolinis und Hitlers Politik ist und war dadurch vestiinint. das, iininerhin große Massen, von ihrer Demagogie verblendet, ihnen Gesolgsniaft leisten. Die Rücksicht aus diese Massen zwingt diese..Führer" die soziale Tarnung nicht mit einem Mak. fallen zu lassen, diese Massen gewäbren ihnen aber auch vorläufig noch ein gewisse» Rückgrat gegen allzu stürmische llnterneymerforderungcn. die den Herrn..Führern" noch nicht in den Kram passen. Bei Dollfuß, der seine Macht buchstäblich nur auf Kanonen gestützt antrat, liegen die Dinge merklich anders. Hier liegt, vielleicht zum erstenmal in der Geschichte, die Klassenstruktur d c S F a s c i s m u S nackt vor den Augen aller, die scheu können und ivollen. Doll- sust. der Diktator ohne Anhänger, muh mit schamloser Offenheit seine Rückendeckung in dem Lager derer suchen, deren Geschüst er verrichtet: im I n ü u st r i e l l e n v c r b a n d. DaS Bild, das in Deutschland nur dem politisch Geschulten ganz deutlich und verständlich wird, hebt sich in Oesterreich mit aller wünschenSwertcii Klarheit sür jedermann ab: hinter dem Diktator stehen als Diktatoren des Diktators die Fabriksherren. Die Lektüre der amtlichen„Wiener Zeitung" deö neuesten Ständestaates ist in diesen Wochen eine daukl'are und lehrreiche Beschäftigung. Die ilntcrnchmer, die sehr gut verstehen, wie die Sache mit der gemeinsanien Schüssel gemeint ist, lassen fast keinen Tag vergehen, ohne der Regierung lange Wnuschlisten mit den„vor. dringlichsten" Forderungen zu überreichen. Alle Gespenster der Vergangenheit werden hier mit einem Schlag lebendig: der I n d u st r i eile n v er b a n d v c r l a n g t A b s ch a s- f u n g des Achtstundentages. Aufhebung der U c b e r st u n d c n- v e z a h l u n g.„rigoroscrcSVorgc- h c n" bei der Gewährung der Arve i t S l o s e n u n t e r st ü tz u n g, d c r Hausherrcnvcrband fordert die Aufhebung jeder Mietzinsbe- schränkung und die sofortige E i n st e l l u n g aller öffentlichen Bautätigkeit. Nur nach dein friedlichen Zusainmensitzen an der gemeinsamen Schüssel hat bisher kein Unternehmer verlangt. Die Aufhebung des Unteriiehnierbeitragcs zur Fürsorgeabgabe und die Einstellung der öffentlichen Bautätigkeit bat Herr Dollfuß bereits gehorsam apportiert, die Erhöhung der Arbeitszeit beschäftigt seit einer Woche den öfter- reichischen Ministerrat, und die nächsten Wochen und Monate werden jedem aufmerksamen Beobachter beweisen, daß Dollfuß auch für die übrigen Forderungen seiner wahren Brotherren ein geneigtes Ohr hat. So si eht e i n„Ständestaat" u n- g e f ch m i n k t a u s l Jetzt merkt langsam auch der Dümmste, was mit dem„ständischen Klassenfrieden", der niit Kanonendonner angebrochen ist, gemeint ist: der„Stand" der Fabrikshcrren diktiert und der„Stand" der Proleten hat „friedlich" zu kuschen und zu hungern. Ein Ständesiaat stellt sich vor. Große Not in den Dörfern des Altvatergeblraes Richt nur im Erz- und Riesengcbirge gibt es Hiwgergeineinden. sondern auch in den Gemein« den am Fuge des Altvatcrgrbirges herrscht seit Jahren großes Elend, weil die Bcvöllerung dieser Dörfer in der Hauptsache aus Kleinbauern zusam- mcngesetzt ist, deren Boden reich an Steinen, aber arm im Ertrag ist. Reben der Feldarbeit suchen die Klcinhäuslcr und die Mieter bei den Klein» dauern Arbeit irn Walde, als Handlvcber und Bauarbeiter. Derzeit aber ist es fast unmöglich, für die Menschen des Altvatcrgebirges, irgendwie und irgendwo Arbeit und Verdienst zu finden und die lebte Hoffnung auf Besserung der Arbeit«» Verhältnisse ist infolge der geringen Aussichten auf dem Baumarkte geschwunden. Bauarbeiter werden nirgend« gefordert und eingestellt. ES bleibt lediglich noch die Aussicht auf die Durchführung i öffentlicherArbeiten. Da wartet man vor allem auf den Bau der BerbiudungSftrasie zwischen den Gemeinden Hirchbcrg und Ober« Hillcrödorf, der seit langer Zeit geplant ist. Da gibt eö eine Reihe anderer nicht minder wichtiger Straßenbautcii, die einesteils dem Straßcnskan« dal des Gebietes ein Ende machen und zum andern auch Arbeit und Brot schaffen würden. Man sagt, daß viele Arbeiten zwar prosektiert seien, aber noch nicht in Angriff genommen werden, weil man an zuständiger Stelle zu wenig Verständnis für die Berkehrönotwcndigkcitcn und die Wirtschaft diese« Gebietes habe. Es ist aber hoch an der Zeit, dieses Interesse für die Hungerdörfcr des Altvatergebirgcö zu wecken, um die Menschen vor der Verzweiflung zu schützen. Line kommunistische Riesen-Blamage Die Hetze gegen Schrader ziisammrngebrochen. ..Die Welt von heute" hatte vor einiger Zeit behauptet, Genosse Schrader, der die sozialdemokratische Emigranlcnfürsorgc betreut, habe etwa dreißig politische Emigranten um da« Asylrecht gebracht. Das war eine Beschuldigung, die Schrader nicht nur als Sozialdemokraten, sondern al« anständigen Menschen überhaupt gerichtet hätte: denn Emigranten nm ihre Zuflucht zu bringen, das ist ungefähr die erbärmlichste Tat, die sich ein Mensch in der Funktion SchradcrS hätte leisten können. Wir forderten denn auch sofort Beweise. Die„Welt von heute" wand sich, versprach, mit den Beweisen, die sic in Fülle habe, herauSzu« rücken, wiederholte ihre Beschuldigung und— schwieg. Denn das, was sie als Beweis angeführt hatte, erwies sich al« llnstun, al« ein jämmerlicher Versuch. Tatsachen in ihr Gegenteil zu verkehren. Richt in einem einzigen Falle ist es der „Welt von heute" gelungen, Schrader einen Verstoß gegen die Interessen der Emigranten nach- zuweiscn. Hingegen hat die infame Hetze de« KommunistenblatteS die Emigranten selbst auf den Plan gerufen, die Schrader sehr viel verdanken. Sic nahmen eindeutig gegen den Versuch einer Dissamierung SchradcrS Stellung. Run liegt auch noch ein Schreiben deö Tschechoslowakischen Hilfskomitee« für Flüchtlinge aus Deutschland vor. Da« Hilfskomitee, eine Zusam- mcnfastung aller EinzelkomiteeS, dem auch daö Salda-Komitec angchört. übermittelte dem Genossen Schrader folgenden Brief: CwMovcMlij komltM pro pomoc emlgrnntflm r. Nömecka, v Prnze V. Prag, den 16. April 1681. Sehr geehrter Herr Schrader! In der letzten Sitzung unseres KonüttS wurde über die ZeitungSangriffe gegen Ihre Person verhandelt. Sämtliche Vertreter der verschiedenen Ko- mitkS, welche im tschechoslowakischen HilfSkomitä sür die Flüchtlinge anS Deutschland vertreten sind, und welche Ihre opferfreudige und objektive Tätigkeit im Interesse aller Emigranten ohne Rücksicht ans ihre politische oder konfessionelle Zugehürigkeit kennen, verurteile» mit aller Entschiedenheit diese Angriffe. Sie sprechen Ihnen den herzlichsten Dank für Ihre Arbeit anS und versichern Sir ihres unbeschränkten Vertrauens. Sir bitten Sir, in Ihrer beispielgebenden Tätigkeit sür die Emigranten weiter fortzusahren. Sie habe» nichts dagegen, wenn Sie diese Erklärung im Grbrauchsfalle benützen. Mit Hochachtung: für das Lfl. jlomitä Dr. Ian L ä w r n b a ch, Vorsitzender, m. p. M. S ch m o l k a m. p. Damit ist für nnü der Fall erledigt. Die „Welt von heute" aber ist durch den Brief des Hilfskomitees gcbrandniarlt. Sic hat einen ehrenhaften Menschen einer verwerflichen Tat beschuldigt, ohne den geringsten Anhaltspunkt für ihre Bchanptnngcn zu haben. Kurz: sie hat sich be- nnmmcn, wie ein echte« Kommunistcnblatt. 1 Aus dem Parlament Prag, 18. April. Morgen tritt die parlamentarische Spar« und Kontrollkommission zur Wahl ihre« Vorsitzenden zusammen. Der bisherige Vorsitzende, der tschechische Agrarier Doktor Cern y. mußte im Feber d. I. nach seiner Erneniiiing zum Innenminister diese Funktion nicdcrlcgen, da ein Minister nicht zugleich Mitglied der Sparlommission sein darf, die ja eine Konlrollfunktion auch über die Regierung auö- übt. Al« Vorsitzender ist von der Koalition der tschechische Agrarier B e r a n, dec amtierende Vizevorsitzcnde der Partei, vorgcschlagen. In der Sitzung soll auch Finanzminister Dr. TraDI ein Exposee über die Entwicklung der finanziellen und wirtschaftlichen Lage de« Staate« halten. Für nächsten Dienstag, d. i. den 24. April uni 3 Uhr nachmittag«, ist auch da« Parlament i nach sechswöchiger Pause wieder zu einer Plenarsitzung cinbcrusen worden. Auf der Tagesordnung stehl daö neue Hopfcnsignirrgcsch, ein Zusatzpro- tolokl zum französischen Handelsvertrag, die Entschädigung der Mitglieder deö Wahlgcrichtes und der Tcnatsbcschluß auf Aendcrung der Bcstim- mungen über die Todesstrafe. Den letzten Punkt der Tagesordnung bildet die Klage de« Kommunisten Dr. Stern gegen den Genossen Iaksch wegen deS Zusammenstoßes in der Plenarsitzung !vom 16. Feber. ProvhizkranKcnh&nscr sollen gesthaifcn werden! Die GesundheitSkommission der LandcSbcr- tretung für Böhmen fuhr bei ihrer am 18. April abgehaltenen Sitzung in der Beratung des Antrages N o v a k(Tschcch. Sozial dem.) auf Schaffung zentraler großer Krankenhäuser in der Provinz fort. In der ersten Etappe sollen die Krankenhäuser in I n n g b u n z l a u und B u d w e i s auögebaut werden. Dozent Genosse Dr. G r u s ch k a wieö auf die Bedeutung des Krankenhauses in A u s s i g hin und forderte die Berücksichtigung diese« Krankenhauses in dem Plane de« Ausbaues eines Netzes großer Krankenhäuser. In der Debatte zeigten fast alle Redner die llnhaltbarkcit des veralteten Krankcn- hanSgcsetze«(aus dem Jahre 1888!) auf und forderten Beschleunigung in den Arbeiten zur Schaffung eines niodcrncn Gesches über die Krankenanstalten. Die Koinmissivn erklärte sich einmütig für die Schaffung eine« plan in ästige n N e tz e s großer Provinzkrankenhäuser und deren c t a p Penin ä ß i g e Durchführung. Ein Antrag deö KommissionöinitglicdcS Dr. Rohejl gab Anlaß zu einer AuSsprachc über die Tuberkuloseabteilungen bei den allgem. Krankenhäusern. Doz. Dr. G r u s ch k a stellte das Ersuchen, den Bericht der Gesundheitsabteilung der LandeSbchörde über die Tubcrku- losehcilfiirsorgc an den Krankenhäusern durch folgende Daten zu ergänzen: Vorhandensein von Liegehallen, Benützung von Röntgcnapparaten, fachliche Qualifikation der leitenden Acrzte und Zimnicrgröße in den Tubcrkuloseabtcilnngeii. Erst nach Prüfung dieser Daten läßt sich halbwegs beurteilen, ob die Tuberkuloseabteiliingen den modernen Anforderungen entsprechen kümikn. Dr. Rohcjel stellte den Antrag, daß den Geburt»« assistentinnen empfohlen werde, durch Schlvan« gerenmeldnng an der Tuberkulosebekämpfung durch C a l m e t t e i in p f u n g initzuwirken. Für die Durchführung der Calmetteimpfung forderte Dr. Nohcjl Bcistellung von Landeömitteln. Statt 2 Monate— 1 Jahr Kerker Brünn, 18. April. Am 7. Dezember der Vorjahres wurde vom Senat des KrciögerichtcS in Klatiau der Geigenbauer Roland Mayer mis Schönbach wegen Beziehungen zur SA. zu zwei Monaten Kerker verurteilt. Der Staatsanwalt hatte gegen dieses Urteil Berufung eingelegt, der das Oberste Gericht in Brünn heute ktattgab und dem Verurteilten die Strafe aus ein Jahr Kerker und 1000 Kö Geldstrafe sowie auf fünf Jahre Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte erhöhte. Daö Oberste Gericht hat weiter der Berufung des StaatSanivalte« sint! gegeben und die vom Senat deö Kreisgcrichtcs hi Chrudim am 8. Jänner gegen den Knecht Josef Eltzncr wegen Beziehungen zur TA. verhängte Strafe von scäi» Monaten Kerker auf ein Jahr und den Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte auf fünf Jahre erhöht.' Prlnce-Mord bleibt Rätsel Paris, 18. April. Alle Spuren in der Mordangelegenheit des Obergerichtsrates Prince haben sich als falsch herausgestellt, insbesondere die Er- zählung über die Erschießung deö Mörders Prin- ces, so daß also zwei Monate nach der Tat die Polizei vor einem gleich schwierigen Rätsel steht, wie zu Anfang. 78 aus den H Dl. de Jong: VlireMunywi Hacie! Cln Äwnan in vier(pisoden Autorisierte Ueborsetzung aus dem Holländischen von E, TI, Fuchs. „Nein, ihr habt wohlweislich daö Voll nicht zuviel davon gelehrt. Daö war nur die Kost für die oberen Klassen. Daö Bolt durfte nur für eure schöne TlaaiSkunst bezahlen, bezahlen mit Geld, Arbeit und Blut. Eö ist noch nicht reif, euer Volk, und sicher nicht mit einem Schlage klug getvorden und ein Vorbild aller Tugenden. Doch wir werden cs nicht diunin bleiben lassen und klein und ge fügig. sondern eS erziehen zn einem freien, stol zen, kulturell entwickelten Volk, da« mit geschärf ter ttrteilSkraft selbst bcstimincn darf, Ivie und durch wen eö regiert werden will... ein Volk, daö nicht kriecht, sondern aufrecht geht, daS sich nur dem überlcgeucn Geiste beugen soll... ein Volk, daö im vollen Sonnenlicht stehen und so glücklich sein soll, als eö auf Erden möglich ist." Ter König lachte bitter. „Erzieht daö Volk schnell zu intellektuellen Vielwissern, gebt ihm volle Freiheit... und es wird euch von eurem Platz Hinwegfegen." „Möglich, daß wir unserer Aufgabe nicht gewachsen sind... aber eine« ist volllominen ge wiß: c« wird euch nicht zurückrufen." „Das Volk ist allezeit unserem Hause ange- hangcn! Tausendmal hat eö mir zngcjauchzt in stürmischer Begeisterung, im ganzen Land." „Jawohl... und befohlene, zurechtgemachte Huldigungen veranstaltet, gejohlt, gcschriecn, e« hat getanzt, gesosscn und geschweinigelt an natio-! in Nebersliiß lebten. Ihr unterdrücktet die Schwa- nalen Festtagen, toll gemacht von Festkomitee« chen und respektiertet die Starken. Ihr stießt die und Zeitungögeschmierc. DaS Voll will auch ab rechtlich Sprechenden in dunkle, stinkende Löcher und zu feiern, sogar zu deiner Ehre. DaS Fest und ihr ehrtet die llnrcdlichen mit AuSzeichnun- habt ihr geendet durch Krieg und Verderben... und daS hat eö zufällig noch nicht vergessen. Wenn wir dich in vollem Königüornat in offenem Wagen in die Stadt geführt hätten, hätten wir uns eine peinliche Hinrichtung erspart." „Glaubst du?" „Ich weiß da« so bestimmt, daß ich Befehl erteilt habe, dich auf einem ganz anderen als den bekaniitgemachtcn Weg zu führen. Du wärest gelyncht worden." „Nun ja... von deinen Anhängern." „Vielleicht von den Verstümmelten eurem ruhmreichen 5krieg— vielleicht von Witwen und Waisen der Gefallenen... vielleicht von den Frauen, die unheilbar angesteckt wurden mit schmutzigen Krankheiten, die eure zurückgekehrten Helden aus den Lagerbordellen mitgebracht. DaS Land wimmelt von Menschen, die glauben, daß sie gegen dich persönliche todeswür-- dige Beschwerden haben... und da du nun nicht mehr von einer ganzen StaatSmaschineric und einer halb mystischen Ehrfurcht beschirmt wirst, hätte cs schnell mit dir abgerechnet." „Verhetzter Pöbel." „Verhetzt durch eure RcgierungSmethoden." „Nicht durch eure aufhusscndcn Reden?" „Wir haben nur eure Regierungömcthoden demaskiert und das Unrecht aufgezcigt." „Ihr tut kein Unrecht?" „Das möchte ich nicht ganz beschwören. Doch bewußt und vorsätzlich... nein!" „Wir taten bewußt und vorsätzlich Unrecht?" „Diejenigen unter euch, die denken loiuitcn, ja. Nur die Stumpfsinnigen taten eö nubewußt. Es wurde genug an euren Verstand und euer Herz gepocht. Aber ihr öffnetet nicht. Ihr nahmt von jenen, die nichts hatten, und gabt denen, die | in Urverflnß lcbirn. Ihr iniirrveiinici vir Schiva- „Ti.tia ii«« n„„r<«.ifli„«ilrtl na.« 1.« i-Lti« I.»• H« auI S>.i gen und Vermögen. Ja. ihr, euer Staat, eure Gesellschaft, ihr tatet bewußt und vorsätzlich Unrecht. Und da ihr für Bernunftgründc nicht empfänglich schient, muhtet ihr über den Haufen gerannt werden, erniedrigt, auögcrottct. lind weil du ein Tymbol deö Alten bist und für das Neue immer eine Gefahr bedeuten wirst, weil du allüberall die reaktionären Kräfte um dich sammeln und unaufhörlich unserem friedlichen inneren Werk eine Drohung sein wirst, mußt du zum Besten der Jugend und der Zukunft sterben, und deshalb würde ich dich nicht retten, selbst wenn ich es vermöchte." „Ich hätte dasselbe auch dir sagen können, damals, als du den Tod erwartetest." „Das hättest du. Ich lvürde dir widersprochen haben, aber ich hätte doch verstanden, daß du von deinem Standpunkt ans recht hattest, wenn du auch von einem moralischen und höheren aus in gräßlichem Unrecht gewesen wärest. Du erinnerst dich ja, daß ich dich nicht nm mein Leben gebeten habe. Ich wußte, daß ich eS gegen die herrschende Staatsgewalt verwirkt hatte, und Ivar bereit, zu zahlen." Grüblerisch betrachtete ihn der König, dachte nach und seufzte schwer. „Ja," sagte er dann in verändertem Ton. „ja, ich erinnere mich... du warst wunderlich ruhig... unbeschreiblich ergeben... ich habe ost darüber nachgesonnen und eö nie begriffen. Und jetzt begreife ich cs weniger denn je." Er wandte sich ab und starrte durch daö Fenster in den mondlichten Nachthimmel, in dem ein kleiner, blasser Stern freundlich leuchtete... VI. Lange blieb eS still. Endlich erhob sich Peter, ging auf vcn König zu und legte ihm die Hand auf die Schulter. Der König wandte langsam daö Haupt und die zwei Männer blickten sich fest in die Augen. Allmählich wurde ihr Blick sanft und Peter sprach: „Kannst du dich nicht fügen?" Traurig schüttelte der andere den Kopf. „Nein," sagte er.„Ich kann mich nicht füge»... noch iinmcr nicht... ich fühle es als II»recht..." Peter lächelie milde. „Aber darum dreht sich die Frage ja nicht. Als ich den Tod erwartete, fühlte ich eö ebenso als Unrecht. Ich wußte, daß ich für eine rechtschaffene Sache gekämpft und daß ich dafür durch die Gewalt deö Unrechts büßen müßte. Ich hatte mein Werk getreu und ehrlich erfüllt, alles gegeben, was ich konnte... deshalb war ich bereit, ohne Murren zu sterben. Ich war überzeugt, daß unsere Sache siegen werde, auch wenn ich nicht mehr für sie arbeiten konnte. Darum konnte ich mich in daö Unrecht fügen, das mir persönlich angetan wurde. Daö bedeutete so wenig gegenüber dem Recht, das hartnäckig rang und siegen mußte." Lange sann der König mit gebeugtem Haupte nach: Dann sagte er: „Vielleicht ist eö daö. Ich habe mich geängstigt sür nicinc, für unsere Sache. Mir fehlt dein Vertrauen in daS, was ich als Recht betrachte. Ihr seid so stark... oh, ihr seid innerlich beinahe übermenschlich stark. Ich will dir nur gestehen, daß ich darüber oft sprachlos tvar. Nichts konnte euch brechen. Wenn ihr zehnmal niedergeschlagen wurdet, standet ihr zehnmal ungebrochen wieder auf. Eö liegt etwas Furchtbares in eurer unerschrockenen Kraft. Ost und oft war ich deshalb mutlos i und manchmal auch so zornig, daß ich alle Besinnung verlor und Maßregeln erwog, um wie ein Nero gegen euch zu wüten und solchen Schrecken zn säen, daß selbst da« kälteste Herz erzittern mußte. lFortsetziing folgt.) Nr. 91 Donnerstag, 19. Avril 1934 Tritt S Proteststreik In Esbjerg JlDpcitfinßcit,>8. April. Nach Wicdcrauf- nahmc der Arbeit durch die Hafenarbeiter in Aalberg und ESbjerg lvnntc eine Reihe von Dampfern mit landwirtschaftlichen Erzeugnissen nach England abgesertigt iverden. Während sonst überall Ruhe herrscht, ist die Lage in Esbjerg, ivo das scharfe Vorgehen der Polizei, besonders der Verstärkungen aus Kopenhagen, gegen die Demonstranten am Montag grosze Unzusriedeilheit hcrborgcrusen hat, sehr gespannt.$n> Zusammenhang mit de» Zusammenstögen beschlossen die Gewerkschaften, am Nachmittag die Arbeit nicderzulegen, was zur Folge hatte, das; am Nachmittag in sämtlichen Betrieben der Stadt die Arbeit ruhte. An einer Protestvcr- sammlung nahmen annähernd zehntausend Personen teil. Der Bürgermeister hielt eine Ansprache, in der er die Arbeiter zur Besonnenheit ermahnte nnd die Annahme einer Entschließung empfahl, in der das Vorgehen der Polizei scharf verurteilt und verlangt tvird, das; die auSlvärtigen Polizeibeam- tcn sich nur im Hafen aufhalten dürfen. Kopenhagen, 18. April. Wie aus Esbjerg gemeldet tvird, ist der gestern in einer Massenversammlung beschlossene 2-1 stündige Generalstreik in fast sämtlichen Privatbetrieben als Protest gegen das Vorgehen der Polizei gegen Demonstranten heute morgens in Kraft getreten, nachdem der Polizeimeistcr die geforderte Abschiebung der auswärtigen Polizcibeamten sowie den Erlag sämtlicher im Zusammenhang mit den Aushebungen der letzten Tage verhängten Strafen abgclchnt hat. Kopenhagen, 18. April. In Kopenhagen kam cS Mittwoch abends zu ernsten ilnruhen. In einem im Osten der Stadt gelegenen Park veranstaltete die„Revolutionäre Gewerkschaftsopposition" trotz polizeilichem Verbot eine Kundgebung, zu der sich etlva 4000 Menschen eingefunden hatte». Nach der Kundgebung trafen sechs llebcrfallkonunandos sowie berittene Polizei ein, die die Menge zerstreuten. Bei den Zu- sammcnstöszcn wurde der Führer der berittenen Polizei, sowie ein zweiter Reiter durch zwei Schüsse nm Kopfe schwer verletzt. Einer der beiden Beamten stürzte bewußtlos vom Pferde. Arbeitslosenunterstützung Im Dritten Reich sSopadc.) Die Unterstützung der Arbeitslosen in Deutschland geschieht in drei Formen: Arbeitslosenversicherung, Krisenfürsorge und Wohlfahrtspflege der Gemeinden. Ein kleiner Teil der Arbeitslosen erhält keine Unterstützung. Dieser Teil betrug früher etwa 10 Prozent der Gesamtzahl der Arbeitslosen. Inzwischen ist er, wie aus amtlichen Angaben ersichtlich ist, auf 23 Prozent gestiegen: Gesamtzahl der Unterstützten in Tausenden: Feber 1932., ,. 6.128 5.520 Jänner 1983. ,. 6.014 5.282 Dkärz 1933.. ., 5.599 4.566 Dezember 1938. ., 4.058 3.189 März 1934.. .-, 2.709 2.145 Gesamtzahl d. Nichtunterstützten in Tausenden in Proz. Feber 1982,. .. 608 10 Jänner 1933. .. 772 13 März 1933.- ,, 1.083 18 Dezember 1933. .. 919 22 März 1934. .. 654 23 Die Zahl der nichtunterstütztcn Arbeitslosen hat also seit Jänner 1983 erschreckend zugc- nonunen. Schon im März 1933, nach zwei Monaten. gab cs über eine Million nichtnntcrjtütztc Arbeitslose, rund doppelt so viel wie in den Jahren vorher, im Dezember 1933 waren cs über 900.000, obgleich in der Zwischenzeit die Gesamtzahl der Arbeitslosen angeblich um anderthalb Millionen gesunken ist. Noch eindringlicher loir- ken die Prozcntzahlen: der Anteil der nichtunter- stützten Arbeitslosen ist von 10 Prozent bis auf 24 Prozent im November 1933.gestiegen nnd schwankt seitdem zwischen 20 und 23 Prozent. Diese Zahlen bedeuten, daß man allen Arbeitslosen, die über ein paar Pfennige Einkommen verfügen, gänzlich die Unterstützung genommen hat. Aber diese Zahlen bedeuten zugleich, das; das Regime— ungeachtet der Herabsetzung der Unterstützungen— allein durch diese Maßnahmen jährlich rund 200 Millionen einspart und„höheren Zwecken" zuführt: denn der Gemeinnutz der Rüstungsindustrie geht vor den Eigennutz hungernder Arbeitsloser. Gegenbesuch ßarthous in Bukarest Bukarest, 18. April. Wie im Anschluß an die Unterredung dcö rumänischen Außenministers Titnlesc u mit dem französischen Außenminister verlautet, hat sich Barthou nunmehr endgültig entschlossen, diesen Besuch zu erwidern und sich demnächst nach Bukarest zu begeben. Die Bukarester Reise BarthouS wird jedoch erst n a ch d c r R ü ck k e h r des Außenministers nusWarschauundPrag stattfinden. Frankreichs Antwort auf die Abrüstungsnote Englands Deutschland macht Verhandlungen unmöglich Paris, 18. Avril. Heute abend wurde der Text der französische» Antwort auf die britische AbrüstungSnolc vom 28. März veröffentlicht. Die Rote der französischen Regierung hat folgenden Wortlaut: In ihrer Verbalnote vom 28. März, die durch die Mitteilung des Staatssekretärs für AeußercS vom 10. April ergänzt Ivurdc, ersuchte die Regierung Großbritanniens die Regierung der Französischen Republik, ihr bckanntzugcbcn, ob sic bereit sei. das britische Memorandum vom 29. Jänner mit den betreffenden Acnderungcn entsprechend den deutschen Vorschlägen, Ivclche der Lord- sicgclbcwahrcr Eden am 1. März der französischen Regierung mittciltc, als Grundlage der einer AbriistungSkonvcntion anzunchmcn. Nun hat an dem Tage, an dem der englische Botschastcr diese Demarche bei der französischen Regierung unternahm. der Reichskanzler in Berlin das von der Rcichsregiernng am 22. März für das Finanzjahr 1933/34 angcnvmmcnc Budget veröffentlicht. Durch die Prüfung dieses Budgets kann einwand- frei festgestcllt werden, das; das deutsche RcichS- wchrministerium. das Marineministcrium und das Luftfahrtsministerium ihre Ausgaben um 352 Millionen RM erhöhen können. Die Regierung Großbritanniens war sich ebenso wie die französische Regierung der Wichtigkeit dieser Erhöhung der deutschen MilitärauSgabcn bewußt und hat den Ernst der Tatsache durch eine Intervention ihres Botschafters in Berlin beim deutschen RcichS- außenministcr unterstrichen. Die Aufklärung, die der britische Botschafter erhielt, ist eher eine Bestätigung, denn eine Rechtfertigung. Die deutsche Regierung will tatsächlich, ohne die Ergebnisse der ausgenommencn Verhandlungen ab- znlvartcn. ihren Entschluß aufzwingen, ihre Aus- riistung in jeder Form sortznsctzen, und zwar in dem Ausmaße, das sie allein bestimmen zu können behauptet und unter Mißachtung der Bestimmungen des FricdcnSvertragcs. der, solange keine andere Konvention abgeschlossen sein wird, für den deutschen Rüstungsstand maßgebend bleibt. Die Rcichsregierung will sofort in einem großen Ausmaß nicht nur die Stärke ihres HccccS, sondern auch die ihrer Marine und ihres Flugwesens erhöhen. In letzterer Hinsicht können die Nachbar staaten Deutschlands die ihnen drohende Gefahr um so tvenigcr außer Acht lassen, als in der letzten Zeit— immer im Widerspruch zu den Bestimmungen des FricdcnSvertragcs— in der entmilitarisierten Zone zahlreiche Flugplätze angelegt worden sind. Außerdem will die deutsche Regierung die halbmilitärischen Organisationen nicht nur nicht beseitigen oder rein zivilen Zwecken zusührcn, sondern sic ist bestrebt, sic zu vcrvollkommucn und Kriegszwecken anzupaffen. Man braucht, um sich davon zu überzeugen, nur die anderen Haushaltspläne, die mit der nationalen Verteidigung nichts zu tun haben, zu lesen. Welche Auslegung man alledem auch zu geben versucht, erfordern diese außerordentlich ernsten Tatsachen eine gemeinsame Feststellung und Schlußfolgerung. Sie beweisen, das; die Reichörcgierung— absichtlich oder nicht— Verhandlungen, deren Grundlage durch ihre Initiative zunichte gemacht wurde, unmöglich gemacht hat. Diese Feststellung diktiert der sranzüsischen Republik ihre Pflicht und ihre Antlvort. Vor jeder Feststellung, ob eine Einigung möglich ist über ein System von AuS- fiihrnng--garanii.cn, das wirksam genug wäre, nm die Unterzeichnung eines Abkommens zu erlauben, das die bedeutende Ausrüstung Deutschlands legalisieren würde, muß Frankreich in erster Linie die Bedingungen seiner eigenen Sicherheit in Betracht ziehen, von denen cö übrigens die Sicherheit der übrigen in Frage kommenden Mächte nicht trennt. Erneut beschwört die französische Regierung ihre Erfahrungen aus dem letzten Kriege, dessen Grauen Frankreich mehr als jedes andere Land erfahren habe. Frankreich sei für die Freundschaft der englischen Regierung dankbar, die mit ihm ein lvirksamcS Tiisicm, durch das die Ausführung eines AbrüstungSabkommens mit Garantien umgeben werden könnte, habe ausfindig machen wol- lcn.„Frankreich bedauert, daß eine von auswärts kommende Initiative plötzlich die von beiden Ländern mit ehrlichem, gutem Willen geführten Verhandlungen zwecklos gemacht hat. ES lvird Sache der Abrüstungskonferenz fein, ihr Werk wieder I aufzunehmen." Schacht verteidigt seinen letzten Devisen vorrat: Ausfuhrverbot für Mark-Banknoten Herabsetzung der Freigrenze Im Reiseverkehr von 200 auf 50 Mark Berlin, 18. April. Die RcichSstelle für Dcvi- slnbewirtschaftung hat folgende neue Anordnungen für den Reiseverkehr nach dem Ausland getroffen: Bis zum 30. April 1934 bleiben die bisherigen Vorschriften mit der Einschränkung unverändert. daß die Ueberbringung oder Verwendung von Rrichsmarknoten in das Ausland verboten ist. ES können also ohne Devisengenehmigung bis zu 200 Mark für jede Person in deutschem Hartgeld, ausländischen Noten, Reiseschecks, Kreditbriefen, Schecks usw. für Rcisezwcckc während deS Monats April 1934 in das Ausland gebracht oder nachgcsandt werden. Mit Wirkung vom 1. Mai 1934 wird der Freigrenzdetrag auf 50 Mark herabgesetzt; auch diese dürfen weder in Form von Reichsmark n o t e n noch in inländischen Goldmünzen in das Ausland überbracht werde». Inländer:' können ohne Genehmigung nur Reiseschecks, Kreditbriefe oder Hotclgutscheine bis zu weiteren 150 Mark innerhalb eines Kalendermonats gegen Eintragung i» ihren Reisepaß erwerben und in das Ausland überbringen oder sich nachscndcn lassen. Die abgehobenen Beträge diir- * Ein Einarmiger Im Konzentrationslager (Sopadc.) Die Machthaber Deutschlands behaupten, daß sie die Schutzhaft gemildert habe». Das ist unwahr. Seit Juni 1933 besindet sich der ehemalige sozialdemokratische ReichStagSabge- ordncte Dr. Kurt Schumacher in Haft. Schu- macher war sieben Monate im Konzentrationslager Heubcrg. Atü das Lager geräumt wurde, kam er auf die Festung Ulm. Seine Zelle ist völlig dunkel. Kein Tageslicht dringt in sie. Schumacher und die übrigen Verhafteten leiden entschlich. Schumacher ist Kr i e g s i n v ali d c. Er besitzt nur cincnAr m. Als er im Juui verhaftet wurde, wollten ihn die Nationalsozialisten, deren Todfeindschaft er sich durch sein mutiges Verhalten zugezogen hatte, im Triumphzug durch Stuttgart führen. Termin und Weg waren schon angekündigt, als die Reichswehr diese Diffamie fen nur für den Lebensunterhalt während der Reise Verwendung finden. Bon der Möglichkeit einer Ucbcrbringung des Gegenwertes weiterer 150 Mark für Rcise- zwccke kann nurfiirdrciMonatcinncr, halb eines Kalenderjahres Gebrauch gemacht werden. Durch diese Maßnahmen will di« ReichSregic- rnng, bzw. die Reichsbank, offenbar verhindern, daß sich die Wcrtvermindcrung der Reichsmark, die sich bei den verschiedenen„Tperrmark",„Registermark" usw. schon cinpfindlich bemerbar macht, nun auch aus die im Ausland kursierende» Mark-Banknoten überträgt. Bisher hat die Rcichsbank die Mark-Banknoten auf den fremden Plätzen aufgekauft, um den Markkurs wenigstens nominell anfrccht zu erhalten. Jetzt, wo sie ihre restlichen Devisen für den Ankauf von Rohstoffen für die Kriegsrüstungen aufsparcn muß, sucht sie durch dar Verbot der Ausfuhr von Mark- Banknoten zu helfen. Wer im Ausland das deutsche Hartgeld annchmcn will, bzw. zu welchen» Kurs dies gehandelt Iverden wird, das tangiert die Reichsbank schon weniger, weil Hartgeld la als Scheide- uiünze behandelt wird. rung eines Kriegsopfers verhinderte, da sic üble Wirkungen aus die Stimmung der Bevölkerung befürchtete. Aber nach elf Monaten hält das Dritte Reich einen Einarmigen in Dunkelhaft, dem man nichts anderes vorzuwcrf.n vermag, als daß er ein unerschrockener Gegner dieses Systems ist. Siebzehnjährige gebrandmarkt Berlin, 18. April. Das Staatsprcsscamt in Darmstadt gibt bekannt: Der 27jährigc jüdische Kaufmann Willi Bendorf aus Ober-Ramstadt wurde zum Schutze seiner eigenen Person am 11. April dem StaatSpolizcigefängniö zugcführt, weil er mit der 17jährigen Deutschen Emma Katharina Kehr ans Obcr-Remstadt geschlechtlich verkehrt hatte. Der Name der Kehr wird deshalb veröffentlicht, weil sie dem Begehren dcö Juden keinerlei Widerstand entgegengesetzt und damit ihre Pflichtvcrgcssenhcit gegenüber ihrer Raffe zum Ausdruck brächte. HeimatschUtzer gegen schwarze Gauner Wir veröffentlichten vor wenigen Tagen ein Dolnment, das auf den innerhalb des österreichischen Rcgiernngslagers herrschenden Zwiespalt ausincrksam macht; es handcltc sich um einen wüsten Angriff der Tollfüßlcr gegen Starhcm- bcrg. Die Heimatschützer sind aber von den schwarzen Bundesgenossen auch nicht entzückt und haben ihrerseits ein Flugblatt hinausgegeben, das sich niit den Dollfüßlern ziemlich„kritisch" ausein- andersetzt. Es hat folgenden Wortlaut: „Heimatschützer! Kameraden! Blutige Tage liegen hinter uns, der Marxismus liegt nm Boden, seine rote Armer ist vernichtet. Euch Hcimatschützern, Euch Kameraden von der grünweißcn Front dankt Oesterreich diese Tat. In Reih und Glied mit unsere» Grsin- nuiigssrcunden stehen wir heute an den Gräber» unserer Toten nnd schwören gemeinsam unser Banner ans allen Bastionen Oesterreichs hochzn- ,ziehen. Wir werden unser Vaterland in Zukunft neu gestalten nnd niemanden mit dieser Aufgabe ' betrauen lassen. Wenn auch die jetzigen„Herren" glauben, ewig auf ihren erschlichenen Posten zu kleben, wir werden die Pfriindrnjäger schon her- unterholen. Oesterreich verzichtet auf dir Mitarbeit der schwarzen und jüdischen Gauner, dafür kämpflcii wir nicht, dafür starben nicht unsere Kameraden. Im FasciSmnS allein liegt die Wiedrrgrsnndung unserer Heimat, nicht in den Sümpfe» der vaterländischen nnd ähnlichen Fronten. Kameraden vom Heimnlschuy, dir Tage deS jetzigen SnstrmS sind nur mehr gezählt, haltet Euch bereit, ivrnn cö gilt, den Endsieg um unsere teure Heimat zu erkämpfen. Heil Oesterreich! Die Heimntschutzgnnsiihrung." Für den Verlag nnd den Inhalt zeichnet als s verantwortlich ein gelviffer Dr. Karl P z e n a r. j Ter Ton nnd der Inhalt des Flugblattes crklä- i ren lvohl die Tatsache, das; sich Dollfuß mit seinen BundcSgcnoffen alle vierzehn Tage aufs neue in brüderlicher Kameradschaft finden muß. Die Heimatschützer sind als Verbrecher gcbrand- marlt; die Dollfußfascisten und ihre jüdischen Helfer lvcrden jetzt als Gauner enthüllt. Wo sind also die anständigen Menschen in Oesterreich? Sie sitzen in den Kerkern. flacht Gauner regierungsfähig l Im deutschen Rundfunk wurde dieser Tage ein Brief vorgclesen, dcn'der steirische Landcsfiih» rer der Hcimwehren, ein gewiffcr Berger- Waldeck, an den Vizekanzler Fey gerichtet hat. In diesem Brief macht der steirische Landes- sührer darauf aufmerksam, daß die beabsichtigte Einstellung der Heimatschützer in den Staatsdienst infolge der vielen Vorstrafen der Heimat- | schöner des öfteren auf Schloierigkeiten stößt. Fey möge deshalb veranlassen, das; eine allgemeine A m n e st i e für die Hcimwchrleutc erfassen wird. Selbstverständlich handelt eö sich bei den ■ Vorstrafen der Heinuvehrleutc nicht um Strafen für politische Delikte, sondern um solche für gc- mcinc Verbrechen. N u r Verbrecher waren ja für die Tätigkeit in der Heimwehr qualifiziert. Der Ruf des Führers nach einem reinen Hemd für seine Untergebenen ist also sehr verständlich. Sic werden cs kriegen. Aber der Schmutz wird immer durchscheincn. Man kann zwar Gauner regierungsfähig machen, aber man kann nichts daran ändern, daß sie Gauner bleiben. Den Betvcis liefern die, die den Brief an Fey veranlaßten und die, die ihn im deutschen Rundfunk verlesen ließen. Wettstreit um ein Kompensationsgeschäft Sofia, 18. April. Wegen der großen Kompensationsgeschäfte in Höhe von 150 Millionen LelvaS sind insgesamt 18 Angebote von tschecho- slolvakischen. deutschen, österreichischen, englischen, sranzösische», schlveizerischen, holländischen, polnischen und ungarischen Firmen cingcgangcn. Die deutsche Gruppe, hinter der das Rcicholvirtschasts« Ministerium steht, ist zum Ankauf des gesamten alten Tabaks, d. i. von-1.5 Millionen 5tilogramm bereit. Die österreichische Tabalregie will 1.5 Millionen Kilogramm zu einem Durchschnittspreis von 72 Leiva pro 1 Kilogramm abnchmcn. Die tschechoslowakischen Firmen, insgesamt 10, treten einheitlich auf, lvvbei als Bevollmächtigter die hiesige Gesandtschaft fungiert. Die Tabalmengc, welche die tschechoslowakische Tabalregie anlauscn wird, lvird von der Höhe der den tschechoslowakischen Firmen im KoniPcnsationSlvcge gelieferten Tabalquantum abhängcn. Pensionen für Mitglieder der Mandschu-Dynastle gespertr Schanghai, 18. April. Die chinesische Regierung hat beschlossen, den Mitgliedern der mandschurischen kaiserlichen Dynastie vorzuschlagcn, China zu vcrlaffcn, falls sie sich zu dem mandschurischen Kaiser Puyi bekennen; außerdem bat die chinesische Regierung die Pensionen für die Mitglieder der Dynastie gesperrt. Beite 1 Tonnersiag. 18. April 1834 I wie nn dem c 68 Tote I gleite Rock ♦ ♦ ♦ i Tie Einzelheiten und Stelle von deö tschecho- gäbe, den die sensiblen Nageraten, wenn len Brustseile bei. schleklnen Note in ins.Krankenhaus wurde auch ein B r u st r heute: nnbesljindig, r Jin 2 ch W e gen. Ter Pilot und virrB e tarnen ums Leben.. Tortmund, 18. April. Tie teilt mit: Sportflugzeug beim Landen aus dem Dortmunder Flughasen eine Baumspitze und ging dabei zu Bruch. Ter Führer, Willi G u t h o s aus Tortmund, erlitt scklvere Arm- und Beinbrüche. Tie Mitfliegerin Ruth H o e f l i ch aus Tortmund trug so schwere Verletzungen davon, daß sie bald nach dem Unfall starb. Paris, 18. April. Ein Marine was- s er s l u g z e u g au» Karuba ist» wie ans Bizerta berichtet wird, Dienstag abends auf den Boden aufgeschlagen und in Flammen anfgegan» r Arbeit»ahnt die Gendarmerie allen 14 bis 60 Jahre alten männlichen Einwohnern der Gemeinden im Umkreis von 20 Kilometern vom Tatort Fingerab- dr n ck e ab. Auf diese Weise Ivurden 2 6 0 0 Personen daktyloskopiert. Diese ungeheure Arbeit>var von Erfolg gekrönt. ES wurde sestgestellt, daß die Fingerabdrücke auf dem Fenster in MendelS Gasthaus von dein 26jährigen Basilius Losäk, dem Sohn eines reichen Müllers in der etwa fünf Kilometer vom Tatort entfernten Gemeinde Cernohlava stammen. Lo- säk gestand die Tat ein und erklärte, er habe sich Taschengeld verschaffen wollen. Im Mai 1033 wurde der Mörder zu I 3 I a h- r e n K e r k e r verurteilt. Als F r a u M a n d e I später an der erlittenen Kopfverletzung st a r b, wurde gerichtlich die W i e d e r a u f n a h m e des Verfahrens ungeordnet. Bei der gestrigen Verhandlung wurde dir Strafe LosäkS in 1 3 Jahre Zuchthaus umgeändert. Schlöte. r.... zebnjährigeo Mädchen aus der ersten Ebe, das ebenfalls m Schlafzimmer war. Tiefes Kind lieh Görner unversehrt. Bei der Tat war die B r a u t G ö r n t! r s a n w e se n d. Sie benachrichtigte sofort die Polizei. Polizeipressestellc Am Dienstag abends streifte ein Explofion Peking, 18. April. Nach einer Meldung ans Tolonor ist bei einem Mililärvosten bei der Stadt Tfchinfti ein chinesisches P n l v erlag e r aus noch nickst bekannter Ursache in die Luft geflogen. Bis fetzt werden 68 Tote gemeldet. Fliegerin- in Eger Bei einem militärischen Nebungsslug Prag, 18. April. kTsch. P.-B.> Heute um 13 Uhr kam es auf dem Flugplätze in Eger zu einem Fliegernnglück. Bei der Ausbildung in der Jagdvilotenkchule vollführte der Frequentant der militärischen Akademie Karl von mit dem Flngzeug B 22—20 einen Nebungsslug. Kurz nach dem Start, in der ersten Schleife, überzog der Pilot den Apparat. In dieser Lage geriet die Maschine ins Trudeln und angesichts der geringen Höhe gelang es dem Piloten nicht mehr, daö Flugzeug in die normale Lage zu bringen. Tas Flugzeug stürzte in einer Schleife zu Boden und zertrümmerte. Ter Pilot ist tot. dieses Unfalles werden an Ort einer Kommission untersucht. Seine zwei Buben erschlagen— sich selbst gerichtet Dresden, 18. Avril. Am Tienstag gegen 23 Ubr hat der 36 Jahre alte Hut- machergehilse Görner, der seitdrei Jahren er wer do los ist und vor etnem halben Jabr seine Frau durch den Tod verloren bat, nach einem vorausgegangenen Wortwechsel mit seiner Braut seine acht- bezw. sechsjährigen Söhne Manfred und Harrn, die s ch I a f e n d im Bett lagen, mit einem Beil erschlagen. Görner tötete sich dann durch einen Schuh in die rechte Zu der Familie Günter gehörte noch ein Durch eine brennend weggeworfene Zigarette großer Waldbrand bei Pardubitz. Pardubitz,.8. April. Grst.rn nachmittags lockern Arbeiter auf einer Lichtung des Auers- pcrgschen Tiergartens unweit der Gemeinde Sla- viee bei Nafavrty mit Waldarbeiten beschäftigt. Die Lichtung ist mit Gras belvachsen. Ein-Arbeiter aus Svidniee warf während der Arbeit einen brennenden Zigarettenrest ins Gras. Daü trockene Gras fing Feuer, das schnell aus allen Seiten nm sich griss. Um halb 3 Uhr nachmittags lvurde das felsige mit Wald bewachsene steile Gelände bis zum Fluß Chrudimka bei Tal„Krkan- la" von dent Brand ergriffen. Daö Fetter fand in dem durch die letzten heißen Tagk vollkommen cutsgedörrten Grasboden reiche Nahrung. Tie lherbeigerufene Feuerwehr aus den Orten der Um- I sie ein Karikaturist nicht in Butterntilch malt, die aber keine Miene verziehen, wenn die Stützen der braunen Gesellschaft anf die Pirsch nach den Bürgern unseres Landes gehen, scheinen uns tvirkkich nicht ans dem Holz geschnitzt, aus dem man die zu Unreckst Beleidigten und Erniedrigten | macbl! Ehe sie sich wieder mit MäneS beschüs- I tigen. geschätzter Herr Koch—: was i st mit dem K a v i t ä tt Desider KirinoviL?l SA-Reklame unter behördlicher Aufsicht. Aus dem Aussiger Bahnhof kann man ein Plakat lesen, das folgende Einladung enthält: Kdo navSlivl Nömecko, kouri„Trommler" 3'i Pf, kvalltni cigaretu novöho silnöho tvaru. (28cr Tentschland besucht, raucht„Trommler", 31- Pf., die OualitätSztgareite der neuen, starken Fornt.) Tiefe„neue OnalilätSzigaretie lvird in einem .Betrieb der NSDAP hergestellt, dessen Neinge- wlnn der SA zufließt. Tas ist in Teulschland jedem Kinde bekannt; den tschechoslowakischett Lesern des Plakates wird diese Tatsache durch die beigesügte Fabriksmarke der„Trommler"-Zigarette in Erinnerung gebracht. Sie sieht so aus: Durch Fingerabdrücke von2600Personen einen zweifachen Mörder stchergestellt Selbstmordversuch wegen einer schlechten Klassennote Ter 11 Jahre alle Schüler der dritten Klane des B r ü r e r tschechischen Gymnasiums, Wladimir Z v i tt n t c I, ein Sohn des Oberlehrers an der tschechischen Scktttle in N e u d o r s a. d. Biela, brachte sich am Tienstag int Klassenzimmer eine schtvere Schußverlehung an der lin- Ter Junge, der lvegen einer den Tod gehen lvollte. lvurde gebracht Turch die Kugel M i t s ch ü l e r an der getroffen, doch lvar ihre Tnrch- schlagölrast bereits so gering, daß sie nur eine Bente vertirsachte. Man muß nicht im Auflösen von Vexierbildern ' grübt sein, um das Monogramm der SA auf den I ersten Blick zu erkennen. Tic„Monopol nädrajni reklamy". die das Aushängen des Plakates untet der Zahl 14370/1628 bis 31. 1. 1935 gestattet bat, verdiente außer dem Gelde, das sie dafür be- tam. itoch eine Ehrengabe des Herrn Goebbels. Fürchterlicher Selbstmord. Nach einer Meldung ansDcbreczin hat der dort wohnhafte Reck'ts- aiNvalt Dr. K ö r ö f f y auf reckst eigenartige Weite einen Selbstmordversuch gemacht. Er stürzte sich in ein als Zimmerdekoration dienendes Schwert, und zlvar mit derartiger Wucht, daß die S ch w e r t s p i tz e in einerLänge von 20 Z e n t i m e t e r n a u s d e m R ü ck e n h e r- an s r a g i e. Ter Rechtsanwalt hatte noch soviel Kraft, nm das Schwert an s d e m L e i b e z u ziehen, worauf er das Bewußtsein verlor. Er lvurde in hoffnungslosem Zustande ins Krankenhaus eingeliesert. Tie ltrsackte der Tat dürste iu einem schweren Nervenleiden zn suchen sein, das Dr. Körössy lvährend seines Aufenthaltes an der Front im W e l t l r i e g e erlitten hat. Scknvierige Heimkehr. Anf Kapp Wellen sind die atmosphärischen Verhältnisse so ungünstig, daß die Flugzeuge die Gestrandeten des„T s ch e I j tt• f I i n" nicht dorthin befördern können. Ans diesem Grunde bleiben noch 24 Schiffbrüchige in Wantarem. Liebestragödie. In der Nähe der ungarischen Gemeinde Tapiosiily hatte ein junges Paar ans fremden Boden eine kleine Hütte erbaut. Als das Paar von der Gendarmerie zur AuStveiSleiftuug aufgefordert tvurde, flüchtete es in die Hütte und versperrte die Tür. Kurz darauf trachten mehrere -Revolverschüsse. Als die Gendarmerie die Hütte mit Getvalt öffnete, fand sie die beiden siingen Leute nurmehr t o t ans. Tie Identität des Mannes konitte bereits stchergestellt werden, lvährend die der jungen Frau noch unbekannt ist. 117jährig. In MarmaroS Sihot narb der 117jährige Mihal Hotea, der vor kurzem noch täglich in den Straßen der Stadt zn sehen lvar. Hotea erlag einem Gehirnschlag. Tie Beerdigung fand unter großer Beteiligung der Bevölkerung statt. Schadenersatzklage gegen den amerikanischen Generalpostmeister. Vier amerikanische Luslver- | iehrsgesellschaften haben beim Obersten GerichtS- hof in Washington gegen den Generalpostmeister Farley wegen derAnnullierung der Lnstpostver- träge Klage eingereicht. Die Kläger wollen außerdem Farley persönlich auf Schadenersatz ver- Ein korrupter Steuerkommissär. Auf Amvei- sung der FinanzlandeSdirektion in UZhorod verhaftete die Munkaöer Polizei den Kommissär der dortigen Tteuerverwaltung Dr. Theodor La Wiek», der seit 1. Juni 1920 in staatlichen Finanzdiensten'steht und später als Referent der ! Tteuerverwaltung zugeteilt lvurde. Seine Ver- Die Mutter und ihre« Geliebte«| ermordet Budapest, 18. April, In dec Nähe der Gemeinde Egyek hat der-'ljährige LandlvirtSsohn Josef M o l n ä r seine Mutter und deren Gelieb-| leit auf bestialische Weise ermordet, die Leichen: z e r st it cf c 11 und vergraben. Bon Ge- wissensbissen gemartert, hat sich Molnar nunmehr selbst der Gendarmerie gestellt und die A n- zeige gegen sich erstattet. Mord nm eine« und eine« Hut TieTateineskarpathornssischen Land st reicher s. Ujhorod, 18. April. In einer tiefe» Schlucht in der Nähe der Gemeinde Lozansky ^Bezirk Botovö) wurde die Leiche de« 17jährigen I. M i k u t t n f mit zerschmettertem Schädel gefunden. Dem Ermordeten fehlten Rock und Hut. Tie Gendarmerie verhaftete den Landstreicher Joan I u r i k, der gestand, den Mord verübt zu haben, um sich des HutrS und Rockes zu bemächtigen. Er überfiel MikutLak auf der Laitdstraße, zertrümmerte ihm mit ei»em Stein denSchädel, schleppte die Leiche in die Schlucht und beraubte sie. Aus UZhorod wird uns geschrieben: Ein am Tienstag verhandelter Prozeß vor den Ge- schlvorenen deö hiesigen Kreiögerichteö stellt einen interessauteit kriminalistischen Fall uyd einen einzigartigen Erfolg der Taktyloskopie dar. In den späten Nachtstunden des Silvesters 1032 überfiel ein Unbekannter in Kostovä Pastil deit G a st lv t r t M a it d e l und tütete ihn im Schlafe du r ch H a m m e r s ch l ä g e auf den Kopf, lvährend er dessen Ehefrau s ch lv e r e Kopfverletzungen zufügte. Tem Täter fielen 20 Zigaretten und 30 I<5 in bar in die Hände. Außer F i n g e r a b d r ü l- k e n ans einem Fenster hinterliest der llnbe- lannte leinerlei Spuren. Tie Gendarmerie, der i der Ileberfail am nächsten Morgen gemeldet lvurde, war der Meinitng, daß der Mörder von Mitternacht— zu welcher Stunde der Mord etwa verübt wurde— bis zum Morgen im verschnei- ! leit Gelände nicht mehr als 20 Kilometer zu Fuß ' habe zurücklegen lönnen. In sechswöchiger I gevung, die in einer Stärke von 11 Mannschaften zum Brandort kam, lvar infolge des Wafser- I mangels und des verhältnismäßig starken Süd- j ostwindes fast machtlos. An den Lösch- und Ein- i dämmungsarveiten beteiligten sich 600 Person:». In den späten Abendstunden gelang es, des I Feuers Herr zu werden. Neber Nacht lvurde» Brandwachen im Walde aufgestellt, um ein Wiederaufflammen des Waldbbrandes zu verhüt- i fcttt. Tie Gendarmerie aus Nasavrly. die die Angelegenheit untersucht, hat den sckinldtra- g e n d e n A r b e i i e r verhaftet. TaS zer- I störte Waldgebiet bedeckt eine Fläche von 6 bis 7 Hektar. Herr Koch, wir bitten um Auskunft! Herr, - K o ch, der Prager Vertreter der Herren Hitler,> Heines und Goering, hat dieser Tage auftragS-1 gemäß einen Verbalnotenransch bekommen, als er bei MäneS seine Herren und Meister von nicht I gleichgeödeien Künstlern treffsicher karikiert sah. Tie Gemlemen der braunen Konzentrationslager möchten sich, nach l4 Monaten Barbarenregime, gern mit Vergißmeinicht-Sträußchen im blondgelockten Germanenhaar abkonterseit sehen. TaS I sind die gleichen Unschuldsengel, deren Söldner vor wenigen Wochen den Kapitän des 4. Infanterieregiments in Königgräh, D e s i d e r K i r i n o v i L, über die Grenze gelockt und ab- | gefangen haben. Kein Mensch Iveiß, wohin der unglückliche Kapitän verschleppt worden ist. Aber jeder weiß, daß man hier das schlimmste befürchten muß. ES wäre darum weit mehr angebracht, lvenn Herr Koch, anstatt Protestnoten zn stilisieren, Auskunft über das Schicksal flolvatischen Kapitäns Kirinoviä Seinen verschleppt haben! Den turen, die in schänmende Ekstase TagcsiKUlgkcitcii Höhepunkt-er Hitzewelle Heute Abtüblnug? Tie Wärmewelle erreicht nnnntrbr ibrrn Höbrpnnlt. In Prag, Milovice und Bölnnisch- Budweis betrugen die Temperatnrniarima Tiens- mg ii b r r 29 G r a d E e l s i n s. In der letzten Nacht darauf bat ro sich in den Gebirgstälern nicht mebr unter 3 Grad Eelsins abgekühlt. In de» Rirdrrnngrn sanken dir Temperaturen stellenweise nicht einmal nntrr 1.5 Grad Eelsins. Ter Himmel in der Republik ist noch immer beiter. Pom Weste» ber dringt jedoch nach Mitteleuropa eine Wrttervrrschlechternng mit Abküftlnng rin. In Prag betrug die Temperatur gestrrtt schott nm 8 Uhr 17.7 Grad, der Mittag und Nachmittag brachte wieder solche Hitze Bartagr. Wettrra»»sichten sü Westiril der Republik a n r r, l ü b l e r, zritmcisr st w i n tz. frisch Ziehung der Klasienlotterie (Ohne G c lv ä h r.) Prag, 18. Avril. Bei der heutigen Ziehung der 5. Klasse der 80. Tschechoslowakischen Klassenlotterie wurden nachfolgende Geivinnste gezogen: K4 40.000 da» LoS Nr. 4 Gl 1; llö 20.000 das Los Nr. 16885; Kü Ill.lXlOdie Lose Nr. 47525 11043 28313 24590 60134 76183; Kd 5000 die Lose Nr. 6976 l 28559 93890 90269 7580 68505 63031 77546 12872 82419 3S2S0 59796 19765 96566 14310 55521; Kc 2000 die Lose Nr. 47601 32662 47195 45893 23982 76068 40882 88158 50852 36734 60489 85841 54998 37040 29926 41358 75477 10255 22291 69342 31929 64820 86337 60822 17406 84493 103181 6034 75224 100335 6221 76309 56690 13086 100094 50899 80657 79665 30109 35654 74337 91795 101635 69189 22289 3477 27725 48731 11734 47713 38372 70550 25549 102654 48149 50191 64980 42582 58441 16004 27026 51757 78532 101228 25745 102120 50293 99460 71743; KC 1200 die Lose Nr. 7-1287 775 0009 10500 15773 45121 80124 98375 97989 74059 84666 78339 15716 1122 64326 89300 5289 14940 94104 8175 35504 83208 38251 42429 68515 76319 49923 89836 42259 103035 73271 56339 4889 2571 15237 40770 41282 95222 78903 14297 68677 100839 74367 60173 91829 83338 94070 101056 47996 101995 6879 67239 42774 59093 49112 30411 64259 19754 18417 49058 45803 93049 62863 10604 101478 97381 38716 34754 34040 24317 86172 103157 100711 44893 39765 4017 103009 104671 23537 40891 4623 79140 102836 28186 23386 24152 94823 45313 26194 72962 40417 28994 89999 22789 91738 20510 30855 4279 22382 97347 82986 61031 21649 19940 27104 61351 49674 91931 54439 55129 61280 28997 29569 94916 1375 75549 96978. hastung erfolgte, da er direkt in den AinlSräntnen der Stcuerverivaltnng Bestechungen entgegennahm. Er lvurde einer Leibesvisilation unterzogen, wobei man eine 600- K tonen, N o t e sand, die er von einem Steuerzahler aus Mnn- taö erhalten hatte. Lawicly stammt anS Ost- gatizien. Hitler Freimanrrr? TaS NcichSntinisterinm für Boltsaufl lärmig und Propaganda teilt mit: „Es wird im Lande das Gerücht verbreitet, das von der Reichöregierung zur Feier des 1. Mai herauögegebene Abzeichen, das den Kopf des Geistesarbeiters umrahmt, mit Hammer und Sichel über einem Hoheitsabzeichen des Natio- ualfozialiSnius darstclli, deute auf freimaurertsche Einflüsse hin. Tiefes Gerücht ist zu kindisch, als das; es einer Widerlegung bedürfe. Daö Abzeichen ist von dem belannten Münchner Künstler Profesior Klein entworfen und aus einer ganzen Reihe von Entlvürfen als bestes und eindrucksvollstes vom Führer selbst auSgewählt worden." — TaS Gerücht ist, dünkt unö, nicht kindischer als der Manu, der das Abzeichen als das beste und eindrucksvollste selbst ausgesucht hat. Er beweist ja immer ivieder, daß sich über den Geschmack tatsächlich nicht streiten läßt, lieber seinen kann man nur lachen. Daß etwa die Freimaurer anf ihn Einfluß haben lönnten, ist nicht anzunehmen; dazu gibt es in den Logen doch zuviel Menschen ntit Geist und Geschmack. Ortentrzprest durch eiurn Streik aufgelml- ten. Die Eisenbahner aller griechischen Gesellschaften erklärten um Mitternacht einen Li- stündigen Verkehrsstreik. Der Orientexpreß mußte in Saloniki stehen bleiben. StaatSprüfmigcn für Btntiwarte. Die Staatsprüfungen für Buchwarte lverden von der Prüfungs- kommission au der staatlichen Bibliothekarschule in Prag am 18. und 19. Juni d. I. abgchalten werden. Kandidaten, die sich der Prüfung(in tschechoslowakischer oder deutscher Sprache) nnterziehen wollen, haben ihre Gesuche um Zulassung zur Prüfung längstens vier Wochen vor dem scstgeseblen Termin einzubrtngen. Die Gesuche sind an die Direktion der staatlichen Bibltotbekarschule in Prag zu adressieren, mit einem 5-Kö-Stempel und solgendcn Belegen zu versehen: Ein eurriettlinn Vitae, in dem das Fachstudinm des Gesuchstellers ausführlich zu schildern ist, ein WohlverhallnngSzeugntS. falls der Gesuchsteller nicht in öffentlicher Stellung tätig ist ob:: lvenn er nicht an einer anderen Schule studiert, ferner das lebte Schulzeugnis und bei denjenigen, die die staatliche Bibliotbekarfchitle nicht ordnnngs- gemäj; absolviert haben, eine Bestätigung darüber, daß sie mindestens zwei Jahre, in einer Bibliotbek erfolgreich beschäftigt waren. Tie Gesuche sind an die Direktion der staatlichen Bibliolhekarschule in Prag III., Maltezskö tutttt. 1, zu richten. Vom Rundfunk Empfehlenswerte» au» den Programmen, Freitag: Prag: Sender L.: 10.05 Deutsche Nachrichten. 10.80 Schulfunk. 10.45 Schallplatten. 17.05 Konzert des Prager Bläserquartetts. 18.25 Deutsche Sendung Prof. Dr. Stary und Dr. Winiernitz: Stoffwechsel« und Eritährintgsfragen. 18.50 Arbei» tersendung: Walter Kolarz-Prag: Aktuelle zehn Minute». 19.00 Deutsche Nachrichten. 19.20 Bunte Folge. 20.05 Konzert der Jazzmusik. 22.15 Russischer Bericht.— Sender St.: 14.80 Schallvlailen. 14.45 Eellokonzert. 15.10 D e u t s ch e S e n d» n g: Für die Hausfrau. 15.45 Deutsche Nachrichten.— Brünn: 16.00 AachmittagSkonzert. 18.25 Deut» s ch e Sendung: Sportbericht. 19.20 Militärkon« zert.— Mähr.-Ostrau: 12.85 Mittagskonzert. 18.05 Touristennachrichten.— Kaschau: 10.80 Nachtnit- tagSkonzert.— Berlin: 10.00 BrahtnS: Sonate A- Dur.— BreSlau: 22.40 Unterhaltungsmusik.— Frankfurt: 21.15 Verdi-Wagner.— KönigSwuster- Itaufcn: 28.00 Nachtmusik.— München: 10.10 Bruckner: VI. Symphonie.— Wien: 20.00 Musik um Shakespeare. «r. 01 Seift 5 DonnrrStag, IS. April 1934 Naturfreunde-Arbeit im Jahre 1933 Der Tourifteuveretn„Die Naturfreunde". Sitz Aussig, hat in seinen, offiziellen Verbandsorgan „Berg Frei!", Folge 4, den Jahresbericht 1983 bet» öffentlich! Wir entnelnnen demselben n. a.: Das abgelanfene Fahr war gekennzeichnet durch eine Verschärfung der Wirtschaftskrise und der na- rionalislischen Tendenzen, die ihren Ausgangspunkt von kaseistischen Ländern nahmen. Die für die Arbeiter allein in Betracht kommende sozialistische Bewegung wurde fast überall in die Ablveyr gedrängt. Rur ein Ende der Krisennot und der Offensivgeist der Arbeiterschaft können wieder Lichtblicke für diese bringen. Dennoch wurden in der Belvegung Fortschritte erziel,. Tie Organisation in der Tschechoslowakei zahlt über 10 0 Ortsgruppen mit nahezu 10.000 Mitglieder n, die. In a ch t G a u e vereinigt und vom Rcichsnusschuß in Aussig betreut lverden. llever- all haben die Naturfreunde testen Fuß gefaßt. Die touristische Tätigkeit ist immer noch eine gute; es wurden-1-120 offizielle Touren mit über 8 0.0 0 0 Teilneh in c r n statistisch erfasst, Hiebei wechselten Halbtags-, Tages-, Mehrings-, Fugend- und »indcrwandcruugcn, Wanderungen mit Vorabend ab. ll r l a u b s t o n r e n von drei bis 1-1 tägiger Tauer fanden ebenfalls eine gröbere Anzahl statt. Fremdensührungen, Exkursioneu, Museumsbesuche. Städtcwanderuugen. Höhlenforschungen, Wasserfahrten. Vereins- und viesellschaftsreisen, Kletterwanderungen, Bergfahrten, Bergfeste, Hüt'enfeiern. Gründinigs- und Bcstaudsfcstc, Ausstellungen, Be- zirls-, Gau- und llleichstreffeit zählten zur vielseitigen Lrganisationstäligleit. An Kursen sanden Führer-, Kartenlese-, Photo-, Ski-, Kletter- und Sainaritcrkursc statt, llleichhallige B i b l i o t h e» k e n dienen der Mitgliedschaft zur Erweiterung ihres Wissens. Tie ll r l a u b s sl c l l e u tmd W ander a u S k n n f t e i e tt wurden auch weiterhin stark in Anspruch genonnnen. Viele Ortsgruppen, ebenso auch Gaue. hielten eigene.Kanzleien für diesen Zweck geöffnet. Tic Erweiterung der F a l> r v r e i s- e r in ä ß i g u n g aus den Staatsbahnen wurde will- lomnten geheissen tntd stark in Anspruch genontnteu. Tie W i n l e r t o n r i st i k bat ebenfalls g n l e F o r t s ch r i l t e zu melden. Erfreulich ist auch das A n w a ch s e n der Ai i t g l i e d s ch a f t in den verschiedenen Sektionen, ferner in den Fach- und Arbeitsgemeinschaften. Fortschritte sind weiter zn verzeichnen anf dem Gebiete des Photo- und Liclnvild- wesenS; viele Gruppen haben nun besondere Ränin- lichkeiien für diese Bestrebungen. Eine llleihe geräumiger Naturfreunde- Häuser: Im Erzgebirge: Neuhaunner bei Karlsbad, Gersdorf bei Komotan, Kleinhahn bei Ka- ibarinaberg, Motzdorf bei Fleu, Boi der;sinuwald. „Morbachhütte" am Mückenberg, Nollendorf bei Aussig; int Elbesandsteingebirge: Ren» nersdorf bei Böhm.-Kamnib; int L a n s i b ergeb i r g e: Fägcrdörsel am Fusse der Lausche, Nie- derlichtenwalde; int Jsergebirge:„KönigS- böbe" bei Reichenbcrg; int R i c s e u g e b i r g e: Ltufensetie bei Peher; tut A I t v a t e r g c b i r g e: Karlsdorf bei Klein-Mohrau; in den Beskiden: Üeladnaial am Suirk; in der Slowakei: Modern an, Sand,bei Preßburg, zwei Schutzhnufer bei K a- schau und eines bei Prcsov; schliesslich das Felsen heim S ch e I e s e» bei Liboch int Tau- baer Ländchen und ein Bootshaus in Aussig sichern Gelegenheit für llttterknnft, Nächtigung bei Wanderungen und Ausflügen und sind auch infolge ihrer günstigen Lage für Sommer- und Winterurlaube gut geeignet. Tie Mehrzahl dieser Schuhhäuser sind ganzjährig geöfsnet tmd be- ivirlschaftet, daher auch für S ch u l a u s f l ü g e zu empfehlen. Fast in allen Schuhhausern befinden sich Sanitätüstationen>>>>d Tragbahren für Unfälle. Tie Mitglieder geniessen viele A e g ü n- si i g u n g e tt, wie Fahrpreisermässigungen im Jn- „nd Auslande(auch als Einzelfahrer), vorteilhafte Peritchernngseinrichlintgen für alle Unternehmungen im Vereine, Ermäßigungen bei ausländischen Tou- rislenorganisationen n. a. m. Ein geringer Jahresbeitrag von 5 Xö(für Kinder) bis 20 XL(für Vollzahler mit zwei touristischen Jeiiungen) einschliesslich der OrlSznschläge sichert den Anspruch der vielseitigen Leistungen und Einrichtungen des Gesamtvereines. Fördert also durch Beitritt die Bestrebungen der Naturfreunde, werdet Mitglieder! A u s k ü tt f t c und Aufklärungen erteilen die Bezirks- und Gauleitnngen. Werbematerial ist durch die Geschäftsstelle des Tonristenvereines„Tie Naturfreunde", Sih Aussig a. E., Mnrktplab ll, anznsprechen. Der Mai-Aufruf der| Sozialistischen Jusendintemationale| Die Sozialistische Augendiuternationale Hal einen Aufruf zum l. Mai erlassen. Nach der Be sprechung der Lage in den europäischen Ländern nud dem Bekenntnis der sozialistischen Jugend zu den, Kampfe der der Sozialistischen Arbeiterinter nationale augeschlosseneu Parteien fährt der Mai- Aufrnf fort: ES ist ein gigantischer Kampf zwischen den Mäch ten der finstersten Reaktion und den ewigen Mensch- heitsideen» der sich vor unseren Augen abspielt. Ter AuSgaug dieses Kampfes ist nicht ungewiff. Ein« Bewegung wie die sozialistische, die troh aller Ver folgungen nnd Verleumdungen Millionen Menschen in ibre» Bann zwingt, die namenlose Proletarier zum Einsah ihres Leben«, zur Preisgabe ihrer küm merlichen materiellen Existenz zn bewegen vermag, must siegen. In dieser Neberzengnng bestärkt uns nicht allein das Beispiel der tapseren, unerschrockenen Kämpfer der illegalen Bewegungen in Deutschland und Oester reich. Wir gewinne» sie auch aus den Erfolgen »nserer Bewegung in den demokratischen Ländern. In E n g l a n d hat in diesen Tagen die Arbeiter partei zum ersten Male in ihrer Geschichte die Mehr heit der Weltstadt London erobert. I» T ä n e m a r k und Schweden führen sozialistische Regierungen einen energischen, erfolgreichen Kampf gegen die Folgen der Krise. Tie sozialdemokratische Bewegung dieser Länder befindet sich im A tt f ft i e g. Ter schwedische sozialdemokratische Jngendverband zählt rnnd 90.000 Mitglieder, nnd die dänische sozialdemo kratische" Jugendorganisation hat ihre Mitgliederzahl in drei Jahren um 7000 erhöht. Tiefe Tatsachen sind Beweise der ungebrochenen Lebenskraft der sozia listische« Idee. Am Ende der grasten Kämpfe, die heute die Welt erschüttern, wird der Sozialismus stehen. In dieser Neberzeugung wolle» wir in diesem Sturm- und Kampsjahr den l. Mai zu einem wuch- tigen Bekenntnis der arbeitenden Jugend zum Sozia-! liSmnS gestalten. Erhebt die roten Fahnen als 1 Lüttich, den 23. März 1934. Das-Büro der Sozialistischen Jusendlnternatlonale ! Kampfzeichen gegen Reaktion und Kriegsgefahr in allen Ländern. Erhebt sie als Grnst an die Kameraden unserer Verbände, die heute in der Illegalität unter gröstten Opfern dem gleichen Ziel dienen. Werbt am 1. Mai unter der Jugend aller Länder für daS dritte Internationale Sozialistische Jugendtreffen in Lüttich Vom 3. bis 8. August werden wir uns in Lüttich vereinigen zu einer Mnllenknndgebung de« jungen sozialistischen Proletariats. Ans den Tag genau zwanzig Jahre nach der Eroberung Lüttichs im Weltkrieg, wollen wir jungen Sozialisten in den Straffen von Lüttich, an den Nfern der Maa« demonstrieren für VölkerverstSndignng und Frieden. Wenn Natio- naliStnnS nnd MilitariSmnS anfs neue ihr Hanpt i erheben, wir jungen Sozialisten stellen nn« zum Kampf für den Frieden nnd für die Völkerverftöndi» ' gütig. TaS Jngendtreffen in Lüttich wird von diesem I Geist Zeugnis ablegen. ES wird wie Amsterdam und Wien die Herzen der jungen Sozialisten mit neuer j Begeisterung und da« ganze Proletariat mit nettem Mnt nnd neuer Zuversicht erfüllen. Bereitet für den Tag de« Jngendtresfeti« in Lüttich in allen Ländern Parallelkundge- ! b u n g e n vor. Tie wirtschaftliche Not und die vo- ' lititche Znspistung werden viele unserer Mitglieder -hindern, am Jugendtressen in Lüttich selbst teilzu- I nehmen. Alle, die an diesem Tage am Ort unseres - Jttgendlreffens nicht mitmarfchieren können, sollen ; sich in ihren Grnvpett zur gleichen Stunde ver- , einige» zu Kundgebungen im g l e i ch e tt Geist nnd im gleichen Willen. Ränntlich getrennt, aber anfs , engste im Ziel verbunden, so wollen wir am 4. August unseren internationaleti Bund erneut bekräftigen. Tie Stunde ist ernst, der Kamps ist schwer, aber ' der Sieg wird unser sein. Tie Reihen geschloffen! Tie Fahnen hoch! ES lebe der internationale Sozialismus! »Banmblut" im Elbtal Die plötzliche Erwärmung Halle zur Folge, daß int oberen Elve tat bereits die Kirsche litt lute einsctzic. DieKtrschbanmblüte bildet be» lannllich den Anziehungspunkt zahlreicher Natur- freunde, die besonders an Sonntagen scharcnlveise das Elbetal besuchen. Ten schönsten Abschnitt bilde» die Gegenden von Salesei, PraS- l o>v i tz nnd L i ch i o>v i h. Jahr der Eisberge Boston, 18. April.(Neuler.) Es wurden Maßnahmen ergriffen, nm die den nördlichen Atlantischen Ozean kreuzenden Tampscr auf citva l 0 schwimmende Eisberge aufmerksam zu machen. Man ertvarlel. dasz das heurige Jahr ganz besonders reich an sckuvinuncndcn Eisbergen in den nördlichen Atlantischen Getvässcrn sein werde. FlagverkebrabieItst Europa- Amerika? Washington, 18. April.(Reuter.) Ter Demokrat Coden brachte im Repräsentantenhaus einen Gesetzentwurf anf Einsührnng des Flug- vcrlehrsdicnsteö zwischen Europa und Amerika mittels Luftschiffs ein. In der Vorlage wird die Freimachung eines Betrages von 12 Millionen Dollar beantragt, mit dessen Hilse die Aeronautische Gesellschaft in Cranton auf Rhode- i Island zwei Lustschisse mit einem Rauminhalt ! von 700 Millionen Knbilfuß bauen und in Amc- rila einen L a n d u n g ö p l a tz anlegen soll. ; Der geliehene Betrag würde in zehn Raten rück- ! zahlbar sein. SSV Leprakrante entwiche«. London, 18. April. Wie aus A l a h a b a t gemeldet wird, sind 550 Leprakrankc aus einem Krankenhaus entwichen. Nähere Einzelheiten sind noch nicht bekannt. Dorf in Fiantnien. In dem Vorarlberger I Bergdorf F rare r n wütet seit Miltlvoch vor- > mittags ein verheerender Brand, der fast das ganze i Dorf, das zur Stunde ettva 20 Häuser, die um ■ die Kirche herumliegen, ergriffen hat. Auch die beiden Gasthöfe des Dorfes find bereits vollständig nicdcrgebrannt. Ter an das Dorf angrenzende Wald stehl ebenfalls in Flannncu. Zur Hilfeleistung wurden im Lause des Vormittag die Garnisonen von Bregenz und Feldbach aufgeboten. >— Die Stadl Bedö in Schweden wurde Mitt- woch früh von einer gelvaltigcn FcncrSbrnnst helmgesucht. Der Brandschaden soll der grüble in der Geschichte der Stadt sein. Drei große Pack- Häuser mit Kontoren und Warenlagern und eine Wachssabrik lvurdcn ein Raub der Flaunncn. Der ! Gesamt schaden wird auf 100.000 schwedische I Kronen veranschlagt. Die Ernte im Jahre 1983 Die eben erschienene Nummer 47 der„Mitteilungen de« Statistischen Staatsamtes" veröffentlicht eine Ueberiicht über die letzte Ernte, au« der hervorgeht, daß die Gksainternte tut Jahre 1938 gut war, bei den Halmfrüchten- sogar etwas über-dein Durchschnitt lag, daß sic jedoch hinter den Ernteergebnissen vom Jahre 1982 z u r ü ck b l i c b. Eine bemerkenswerte Zunalnue weist nur die Weizenernte au«(Emteflätste lll8.880 Hektar, d. i. nm 10 Prozent mehr als im Jahre 1932, Gesamtertrag 19,839.1 ll Meterzentner, als» nm 35.7 Prozent mehr al« im Vorjahre). Vereinzelte und ihrer Menge nach wenig bedeutende weitere Erutezuuahuien- finden wir auch bei Buchweizen/ Erbsen, Lupine, Peluschke, Mohn und Flachs. Ausfallende Eruterückgäuge sehen wir in der Gruppe der Halmfrüchte bei Mais, Sommergerste und Hirse, in der Gruppe der HUlscufrüchtc nnd Mcngfrucht zum Ausreisen bei Spetscbohneu und sonstigen Hülscufrüchtcu, in der Gruppe,der Handcls- und Jndustriepflanzcu bei Raps und Rübsen, Hopsen und Kümmel, in der Gruppe der Hackfrüchte bei Spätkartoffeln, Zuckerrübe. Futterrübe, Fuliermöhrcn und Wassermöhren, in der Gruppe der Gemüse bei Kopskaut, Gurken und Zwirbeln und bei den übrigen Pflanzen bei Zuckerrübe zur Samcnnetvinuuug und Klcesamcu. Einen sehr starken Erntcrückgaug stellen wir auch bei Futter von Tauertviesen fest. Sibirische Jagd. Nach Meldungen aus den u s s n r i s ch c n Gebieten hatten die Jagden auf Zobcl, Blaus u ck> s und Her m e.l i tt in der letzten Saison großen Erfolg. Im lebte» Jahr lvurde vor allem eine große Anzahl von sibirischen Eichkätzchen nnd Tigern erlögt. In den letzten Jahren wurden in den Küstenprovinzen des Fernen Ostens durchschnittlich 10 bis 12 Tiger jährlich znr Strecke gebracht. In den letzten drei Monaten wurden bereits 20 Tiger erlegt. Der Blitz. Dienstag, nachmitlags wurde der 23jährige Landwirtsfohn Ernst Bader in Wormsdorf bei Eilsleben(Braunschweig), als er auf der Feldmark mit Pflügen beschäftigt tvar. i vom Gewitter überrascht. Der Blitz schlug in das I Gespann ein und tötetebeide Pferde auf der Stelle. Der Landwirt selbst erlitt erhebliche B r a n d iv u n d c n und, mußte in bc« wußilosem Zustande in das Helmstedter Kranlcn- ! Haus gebracht werden, lvo er noch besinnungslos darnicdcrliegt. Tie Jugend voran— im Trinken! Die ein« [ zige erfreuliche Begleiterscheinung der Wirtschasts- j lrisc ist der allgemeine Rückgang des Verbrauches au alkoholischen Getränlcn. Um diesen zu beheben, lvurde. auf-der- Tagung der,internationalen Liga der Äcrüotsgcgner beschlossen,-d.ic„^ugcnd. hip durch enthaltsame Lehrer, durch„irregeleitete Aerzte", durch den Sport dem Trinken ganz ent« fremdet lvurde, tvicder dafür zu gclvinuen. Die I englischen Brauer haben bereits eine Million Ps. bereitgestellt, um das Bierlrtnlcn„Millionen jungen Männern beizubrtngen, die überhaupt nicht wissen, Ivie Bier schmeckt". In Frankreich lvurde ein Verein„Lett medevins umis du vln“, (wcinfreundliche Aerzte) gegründet, der sogar Kindern von drei Jahren den täglichen Weingenuß empfiehlt l Im Dritten Reich wird cs geradezu zur Pflicht gemacht, deutsches Bier nnd deutschen Wein zu trinken. Bei uns erhebt die Zeitschrift der Schnapshändler„Likörnit" ihre Ivarnende Stimme nnd bezeichnet die Abstinenten als Staatsverbrecher, die schuld daran sind, daß die Steuer« verlustc durch den Rückgang des Schnapsvcr- brauchs viele Millionen betragen und deren Tätigkeit ein sittlicher Schaden sür die Nation ist. Glücklicheriveise ist gerade die sozialistische Jugend zum lveitauö größten Teil reis genug, um zu er- keiincu. daß mehr denn je das Gebot gilt:„Der trinkende Arbeiter denkt nicht,• der denkende Arbeiter trinkt nicht." Dl« literarische Bilanz der CSD ihr das Jahr 1932 Was bei«ns gedruckt wurde.— Die Deutschen in der tschechischeit Literaturbilanz. Die statistische Erfassung der literarische» Produtlion der einzelnen Staaten, die ja ein hochbedeutsamer Gradmesser für das Kulturleben des betreffenden Voltes ist, steckt leider nock) meistens in den ersten Anfängen. Auch die Verarbeitung des Materials nach internationalem Maßstab, die geeignet lväre, einen interessanten Beitrag' zur menschlichen Kulturgeschichte zu liefern, ist vorläufig nur in Ansätzen zu erlennen, die aber bei äielbctvußtcr Förderung sicher bemerkenswerte Resultate zeitigen könnten. Einen begrüßenswerten Schritt auf diesem Wege stellt die vom S t a t i st i s ch e n S t a a t s a in t d c r E. S. R. zum erstenmal verarbeitete litcrarischeBi- lanzderTschechoslowakeifürl 032 dar, die in Nr. 13/1984 der„Mitteilungen" publiziert lvurde. Diese Staiistil enthält einen llcbcrblick über die in diesem Jahre produzierten Iiterarisd)en Werke, d. h. Drucktvcrkc jeder Art mit Ausschluß der periodischen Druckschristen, geordnet nach Art, Fachgebiet, Form, llmsang u. a. tvcsentlichcn Unterscheidungsmerkmalen. Die Art der Erhebung des Materials im Wege der au die llniversitäls- und andere Bibliotheken obligato- risch zu liefernden Plichtexemplare garantiert .Ovar keine hundertprozentige, aber doch eine für den angcstrcblcn Zlveck eines informativen lieber- blickö hinreichende Vollständigkeit. Insgesamt wurden fiir 1932 in der Tschechoslowakei 8140 Druckwerke aller Art publiziert, Ivovon nicht lveniger als 66 Prozent (5373) anf wissenschaftliche Literatur entsallen und nur 34 Prozent der l ü n st l e r i s ch e n P r o d n k t i o n(ein» schließlick) Musikalien und Bildwerke) zuzuzählen sind. Um dieses anscheinende Mißverhältnis zu lvürdigcn, muß jedoch bemerkt lverden, daß der wissenschaftlichen Gruppe auch bloße Dokumente zugerechnet sind, die sonst nicht als literarische Produktion im engeren Sinne betrachtet lverden und als bloße Belege lvirtschaftlicher, gesellschaftlicher, kultureller Forschung und Praxis dienen, Ivie Gesetze, S t a t i st i k e n, Flugblätter, B r o s ck) ü r e n aller Art u. dgl. So erklärt sich auch, daß innerhalb der wissenschaft- lichen Publikationen die Rechts- und S t a a t ö w i s s e n s ch a f t c n(in des Wortes weitester Bedeutung) mit 2104,Druckwerken IveitauS den erste» Platz einnehnien. Entfallen doch volle 50 P r o z c n t dieses Kontingentes auf„D o l u m e tt t c" im Sinne der vorliegenden Statistik.(Man denke nur an die Fülle der Veröffentlichungen gesetzgeberischer Art!) Den allergeringsten Raum nimmt in der Gruppe der lvissenschaftlichen Literatur die Literatur, g e s ch i ch t e mit 95 Druckwerken ein, sodann P h i l o s v p h i c u. P h i l o l o g i e, die mit 184 !nnd 130 Publikationen nur 1.6 Prozent !der Gesamtproduktion anSmachen. Bemerlens- \ wert ist, daß die t e ch n i s ch e n Wissen schaften(106) weit hinter der Fachgruppe „L a n d lv i r t s ch a s t"(302) zurückbleiben. Mathematik mit allen Naturwissenschaften bringt eS auf 242, die Gruppe „G e o g r a P h i e u n d G c s ch i ch t e" weist dagegen die Ziffer 710 aus. In der künstlerisch-literarischen Produktion(2793 Werke) steht die Prosadichtung mit 1109 Publikationen weit an der Spitze. Die dramatische Produktion zählt 499 Werke und als Siefkinder scheint die Poesie mit 220 Erscheinungen. Die Zahl der mu si lalisch e n P e r ö s f c n t l i ch n n ge n beträgt 935. Interessant ist übrigens, daß der geringe ?lnteil der poetischen Literatur für die Slo- w a k e n n i ch t z u t r i f f t, in deren literarischer Produktion die Poesie mit 23.0 Prozent vertreten ist, Ivährend bei den Tschechen nur 12.6 Prozent auf poetische Werke entfallen. Der Anteil der Deutsche» an der Gesamtliteratur ist einerseits durch 911 deutsche Originalpublikationcn gekennzeichnet, anderseits 141 llebersetzungeu deutscher Bücher ins Tschechische. Waü die Originalwerkc betrifft, so gehören sie bezeichnenderweise zum größten Teil der lv i s s e.i s ch a f t l i ch e. tt Gruppe an, nur 04(also ctlvas mehr als ein Zehntel) der l ü n st l e r i s ch e n Produktion, lvaö begreiflich ist, wenn man bedenkt, lpie enge Beziehungen zwischen dem sudclcndeutschcn Schrifttum und I dem früheren K u l I n r d c u t s ch land bestanden, das ja int März 1033 vorläufig zu bestehen aufgehört hat. lleberhaupt wird diese Statistik, die auch über die deutsch-tschechischen Kultur- beziehnngen im letzten Jahre vor der Barbaren, Herrschaft einigen Aufschluß gibt, einmal verschiedene interessante VergleichSmögiichleiten bieten. Erwähnt sei nur noch, daß unter den inländischen deutschen Veröffentlichungen 58 ll e b ersetz n n g e n auS dem Tschechischen figurieren. WaS die erwähnten 141 lleberschnngen aus dem Deutschen betrifft, so sind 48 davon wisscn- schaftlichcr Art, 71 Prosawcrlc, 7 dramatische Dichlnngen nnd 5 poetische Werte. Zahlenmäßig wird die deutsch-tschechische ll e b erst tz u n g S t ä t i g k e i t um ein geringes von der französisch-tschechische» übertroffen(143), bei der jedoch die P r o säst i ch t tt tt fl einen weit größeren Raum einninnnt (101). An der Spitze stehen aber die e n g I i sch« t s ch e ck> i s ch e tt II e b e r s e tz u n g e n mit 184, die aber in noch weit stärkerem Ausmaß | auf bloße IlnterhallungSliteratnr beschränkt scheint(gegenüber 147 Prosa- stehen nur 26 wissenschaftliche Werte, die übersetzt lvurdcn). Künftige Statistilen lverden zeigen, ob Hiilerdeutschland mit seiner geknebelten und absterbenden Wissenschaft, seinem zugrintde gerichteten und enttvürdiglen Schriftturm und der ganzen geistigen Armseligleit nnd kulturellen Minderwertigkeit, die daö herrschende. Regime kennzeichnet, die ehrenvolle kulturelle Position des ihm unterlvorsenen Volles wird zu Italien vermögen. Dr.'Bg. «eite 6 PRAGER ZEITUNG Geist, i Vorträge letzte Literatur dem Mädchen und der beschlost, den« künftigen cinzurichten, und alles Run stellte sich aber ein sich daiiach. Er und Tritt, jeder als Stelldichein anSgelcgt. Ein- daS seine Braut i ich. das; die Verhältnisse unverändert geblie- sind; soz. B. fand ich in einem Neubau in Weinbergen, Ecke Slesla und Hradecka, der ie an „Tie llnznfriebene", Prag XU., „Lozialdenwkrat" geschilderten Sachverhalt bestand recht bedenklich fite den das Urteil schließlich noch vcr- ans. Die Geschworenen bc- „Währungsbewegungrit und ihre sozialen Wirkungen" ist das Thema eines Vortrages, Ivel« chcn Genosse TheodorPistorius heute, um halb 8 llhr abends im Sozialen Institut, Prag II, Palacköho näm. 4(Ministerium für soziale Fürsorge) halten wird. Eintritt frei. Mit Verhandlung der Ter Strahouer Garten, der zur Zeit in voller Blute siebt, ist bei günstigem Wetter der Oefscntlichkcit täglich von halb 3’ llhr bis 6 UKr nachmittags zugänglich. Entree zugunsten lvohltätiger Zwecke. Donnerstag, 19. Avril 19.1t Nr. 91 Warum das alles? Jin Barraudow-Atelier ivird eine deutsche Version des tschechischen Films„So ein Hu» belebe n" gedreht» der durch die Leistung des Hauptdarstellers Hugo Haas zum Erfolg wurde. Statt nun auch in der deutschen Fassung die Hauptrolle mit Haas zu besehen(der die deutsche Sprache beherrscht) oder ivcnigstcnö einen der emigrierten deutschen Schauspieler zu verpflichten, hm man sich Herrn Frist St amPers aus Berlin geholt, einen Künstler also, der heute den Nazi spielt und sür die Haas-Nolle lcincswcgs so geeignet ist, das; man ihn nicht hätte entbehren könne». Herr KamperS, der früher fast ausschließlich in Berliner jüdischen Familien verkehrte und mit manchem der heute Vertriebenen eng bcsrcnndct war, hielt es für richtig, schon 1l)ll2 zum Hakenkreuz iiberzngchcn. Toll seine Slonjnnktnrlüchiigkeit anch noch austerhalb des Dritten Reiches belohnt werden? In Berlin ist man lvcnigcr tolerant als in Prag. Man denke nur an den Bergner-Film..- des Dkädchens abfcuertc. Im Laufe des Wortwechsels hatte er wieder einige seiner üblichen Drohungen auSgestosten. Es ist nicht das Verdienst des Eifersüchtigen, wenn der Schuß nicht den T o d der Marie Svec zur Folge hatte, sondern nur eine zufällige Belvcgung des Mädchens im Augenblick des Abfeuerns verhinderte das ärgste.(Immerhin wnrde sie noch schwer genug getroffen, nm drei Wochen im Spital zn liegen.) Dann richtete Ehoura den Revolver gegen sich selbst, fügte sich aber nur eine Hanptverlestnng zn. Bei der heutigen Verhandlung bemühte sich die sehr hübsche Hatiptzcngin, ihren ehemaligen Verlobte» nicht allzu sehr zu belasten, aber im wesentlichen mnstte sic doch den stniigcn. Die Sache Angeklagten, doch fiel hältnismähjg günstig jahtcn die e r st e Hauptfrage aus versuchten Mord nur mit sieben Stimmen, g c- rade nm eine Stimme weniger, als zur Verurteilung dieses Verbrechens ansgcrcicht hätte. Dagegen bejahten sic die E v c n t u a l f r a g c ans vorsätzliche schtvcre Körpcrvcrlct- z u n g— der Angeklagte hatte die Tötung»- a b s i ch t bestritten— woraus der Schwurgerichtshof des OGR. S y k o r a den Josef Chonra zu einem Jahr s ch w e r e n und verschärften Kerker verurteilte. Bg. Sport• Spiel»Körperpflege Neue DTJ.-Bestleistung im Kugelstossen. Bei dem am Sonntag durchgeführten leichtathletischen Meeting der DTJ. ZiZkov gab eS einige gute Leistungen, die beste Ivar jedoch im Kugelstos.en der Frauen mit 9.72 Meter, erzielt von der Genossin Kukerovä(DTJ. Zi.skov), zu verzeichnen, welche damit eine neue DTJ.-Bestleistung schuf. Die rumänischen Arbeitersportler schrieben dem Internationalen Büro der TATJ., das; sie nach dem Verlust der deutschen und österreichischen Arbeitersportbewegung die Arbeit der SASJ. besonders begrüben. Sie hoffen, das; die Arbeiter-Sport-Jnter- nationale den eingeschlagencn Weg wcitcrgcht und den Kampf für die Befreiung der Arbeiterklasse bis zur Errichtung der sozialistischen Gescllschaftöord- nung weiterführt. Die rumänische Arbcitcr-Sport- nnd Kultnrbewegnng verspricht, nun ntit doppelter Kraft für die Ziele der Arbeiterschaft einzutreten. Dem KurSwesen im Schweizer Arbeiirr-Turn- und Sportverband wnrde durch den Entzug der Bundessubvention ein schwerer Schlag verseht. Zum Todesstoß, wie das Bürgertum vermeinte, hat es aber nicht gelangt. Im abgclanfcncn Jahr brauchte der Satus für seine Kurse 8994 Franken. An freiwilligen Beiträgen von Arbeiterorganisationen und Heinrich Mann bei der Büchergilde. Bon Heinrich Mann, der zu den bedeutendsten Schriftstellern Deutschlands gehört und der heute in der Emigration zu leben gezwtmgen ist, erschien bei der Büchergilde Prag II, SmcLky 27, der Roman:„Ein ernstes Lebe n". Dieser Roman ist eine realistische Darstellung menschlicher Beziehungen, die in ihrer Schönheit der Form und des Inhalts oft verblüffen.„Ein ernstes Leben" ist ein proletarisches Schicksal, geformt von der Meisterhand eines Heinrich Mann. Berlin und Ostsee prallen aufeinander. Es ist ein mondäner GcscllschaftSroman. Ein Fischcrmädchcn, Marie Lchning, Landarbeiterkind, und dessen Freund, der Matrose Mingo Merlen, geraten in eigenartige Verstrickung mit dem groststädtischcn Zwillingsvaac Kurt und Vicki Mäher. Die groschürgerlichen Hcrlttnit entstammenden Geschwister sind vollkommen dekadent und lriminell veranlagt. Einander blntmästig verfallen, ziehen sie die beidcit Meergeruch atmenden Landkindcr in ihren unheilvolle» Bann, mn die armen Opfer dann ihrer Pein zu überlassen. Unerhört echt, wie Heinrich Mann die beiden Atinosphäre» ansfängt, gegeneinander kontrastiert. Mit änsterster Knappheit und Konzentration wird hier das ProÜlcnt: Stadt und Land, gestellt, Gegenwart verdichtet- Wir meinen, mit Fischern und Landarbeitern an der Ostsee z» lcbett, spüren sie ztnn Greifen nahe, sind betroffen von der Plastizität aller Erscheinungen, der mit schöpferischem Odem beseelten Hanptgestalten. Dieser Zeitroman von innerlich überzeitlichen Dimensionen bedeutet eine wahrhaft«roste Sachet ES ist sehr zu begrüßen, dast die Büchergilde Gutenberg Zürich, Wien und Prag ntm auch neben ihren anderen bedeutenden Antoren Heinrich Mann in ihr Programm atlfgenonnncn bat. Preis 29 XL. B e z n g s b e d i n g u n g e n: Bei Zustellung ins HauS oder bei Bezug durch die Post moimtlich XL 10.—. vierteljährig XL 48.—, halbjährig XL 99.—, ganzjährig XL 192.—.— Inserate werden laut Tarif billigst berechnet. Bei öfteren Einschaltungen PreiSnachlast.— Rückstellung von Maniskripten erfolgt mir bei Einsendnng der Netonrmarke».— Die Zeitungöfrankatur wurde von der Post- und Telearavben. ' direktion mit Erlas; Nr. 13.800/VII/1980 bewilligt.— Druckerei:„OrbiS", Druck-, Verlags- und ZeltnilgS-A.-G., Prag. ö 4 Kunst und Wissen Montag Konzert des Tentfchcn Mäunergrsnng- vereinc« unter Mitwirkung des Deutschen Singvereines„Fausts V e r d a m m n i s" von Bcrlioz. Dirigent: Tr. Heinrich Swoboda. Preise: Alle Gal- lericplähc XL 9.—, alle Parterre-, Balkon- und 2. Ranglogcnplätze XL 12.—, alle Fauteuil» und Logenplätze im 1. Rang XL 16.—. Heute zum erstenmal„S t r a s; e n m u s i k", Lustspiel von Tchaurck, Wiener Bearbeitung von Hans Sastmann. Musik von Beda und llhcr. Regie: Taub. Kleine Bühne, Beginn 7.39 llhr. Wochcnspielplan des Reuen Lcutschrn Theaters. Donnerstag, halb 8 llhr:„Die lustige Witwe"(C2).— Freitag, halb 8 llhr:„Lord Bhron kommt aus der Mode"(D2).— SamStag, halb 8 llhr:„D i e l u st i g e Witwe" (D 1). Wochenfpielpkan der Kleinen Bühne. Donnerstag, haNi 8 llhr:„Strastenmusik"(Ersiauf- führnng).— Freitag, 8 llhr:„S ch i ck s a l"(Kul- lurvcrbandssreunde und freier Verkauf).— Samstag, 8 llhr:„S t r a st e n m u s i k". Mas noG? Lensurstretey gegen die„lassen" das; man in der Tschechoslowakei dem freien der buchmäßigen und bühnenhaften Auseinander« sevnng mit den grössten und wichtigsten sozialen, ethischen und psychologischen Problemen, in Deutschland geschmiedete Ketten anzulegcu sich bemühigt sicht, dann schafft m a n d a m i t, ob man will oder nicht, d e m F a s c i s m u S s e l b st Rau m. Nur diejenigen bei unS, die selber mit deni FasciSmus liebäugeln und die nötigenfalls, wenn nur sie selbst nicht betroffen würden, anch dem Rassentvahn Konzessionen zn machen bereit tvären, konnten noch vor diesem Irrtum der Zensur Bedenken gegen eine Aufführung der „Rassen" änstcrn oder teilen; und nur diese werden jetzt, da ihnen der Zensor ans der Verlegenheit ge- halfen hat, erleichtert anfatmen. Alle anderen aber, und das ist die groste Mehrheit des tschechoslowakischen Volkes ohne Ansehn der Nation und Klassenzugehörigkeit, werden dieses vorläufige Verbot der„Rassen" um so niehr als irrig und schädlich ablehncn, je weniger sie davon überzeugt sind, das; der Zensurbeirat sich rasch eines Besseren besinnen werde. ES wird Zeit, das; nian sich an höchster Stelle mit diesen Dingen befasst— denn viele solcher„Siege" angeblich diplomatischer Klugheit könnte die tschechoslowakische Demokratie nicht ohne sühlbare Schwäche und Schädigung ertragen! In Zürich und A m st e r d a m ist das Brnck- nerstück anstandslos und mit grobem Erfolge schon vor vielen Monaten gespielt worden, und in Paris bat die französische Erstausführung erst vor wenigen Wochen mit grösster positiver Wirkung stattgefunden. Sollte es wirklich ein Gebiet geben, auf dem die Tschechoslowakei lieber mit Deutschland die Sympathie teilt, als mit der freien Schweiz, den ansrech- ien Holländern und mit den um ihrer freien Gesinnung wegen bewunderten Franzosen? Man überlege das alles noch einmal und gründlich— daun must auch der allmächtige Zenfnrbeirat den Weg zu dem finden, was der Demokratie und dem Kampf gegen den FasciSmnS not tntl * a a**** « v W“ V „Blumen-Zauberdung", das Blütenumnder Blumen an allen Fenstern! Welche Freude für den Besitzer wie sür den Beschauer! Wenn Sie Ihre grünen Lieblinge kräftigen und zn reichem Blühen bringen wollen, verwenden Sie„Blnnien-Zauber- dnng", ein erprobtes, billiges Düngemittel, ein wahrer Wundertrank für Ihre Blumen. 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Die Oieschichte dieser Liebe ist übrigens eine Kette von schweren Zerwürfnissen; meist hervorgcrnfen durch die namenlose E i s er sucht des Bräutigams, die sich in einer Art zn änstern pflegte, die kaum mehr als normal zu bezeichnen ist. Es war eine sogenannte Liebe auf den ersten Blick. Bor zwei Jahren lernte Ehoura die. damals 17jährigc beim Tanz kennen und einige Wochen später machte er ihr schon einen Heiratsantrag. Dieser wurde von Familie angenommen; man Schwiegersohn einen Laden schien auf dem besten Wege. Hindernis in den Weg, das austcrhalb jeder Berechnung gelegen hatte, nämlich Chonras krankhafte Eifersucht. Alic Zeugen erklären, dast zu einer solchen nicht der mindeste Anlast vorhanden gewesen sei. Ehoura war aber überzeugt, das; ihm seine Brant auf Schritt und Tritt hintergchc und benahm“““- verfolgte das Mädchen auf Schritt Besuch bei einer Freundin wurde mit einem glücklichen Nebenbuhler mal lauerte er vor einem Hause, betreten hatte, um ihre dort wohnende Freundin zu besuchen, stundenlang aus und liest sich aus keine Weise von der llebcrzcngung abbringcn, sie habe einem Freund einen Besuch abgcstattet. Damals empfing er sie, als sie endlich das Haus verliest, mit geöffnetem Taschenmesser und erklärte ihr, er werde sic■„früher oder später" um- bringen. Und derartige Szenen häuften sich und nahmen schliestlich unerträgliche Auömaste an. Als er schließlich seine Arbeit und damit die nützliche Ablenkung verlor, wurde das Verhältnis so qualvoll, dast daö Mädchen schliestlich die Verlobung rückgängig machte. Diesem Bruch folgte aber eine Versöhnung und Wiederherstellung der alten Liebe, was sich daraus ergibt, das; Chonra die Svec unverzüglich eines intimen Verhältnisses mit einem gewissen Lojza S o v a beschuldigte. Es folgte eine heftige Auseinandersetzung, die aber friedlich endeie und schliestlich nahm Ehoura einiges Schuhwerk seiner Braut,zur Reparatur mit. Als die Svec am 27. Jänner ihre Schuhe abholtc, liest cs sich Chonra nicht nchmcn, seine Braut zn begleiten, linglücklicherweisc lief den beiden eine ihrer Kameradinnen in den Weg, die mit ihr für den Abend den Besuch eines TanzlokalcS verabredete. Das war Ocl in die Flamme dec Eifersucht ChouraS. ES gab eine groste Szene, die damit endete, dast Chonra einen Revolver zog nnd ihn gegen den Kopf Aus der Partei Die Bezirksorganisation Sternberg hielt Sonn- den 19. April, die ordentliche I a h r c s k o n- tag,..... ferenz ab, die von fast allen zn ihr gehörenden Lokalorganijationcn beschickt war. Dem Bericht des Bczirkssekrctärs Genossen O n d r c j k a entnehmen wir, das; trotz der wirtschaftlichen Not im Ttcrnbcr- gcr Bezirk groste organisatorische Erfolge erzielt wurden und dast eS auch niöglich war, den Markenabsatz zu steigern. Ter Abgeordnete des Wahlkreises, Genosse Hacken berg sprach in einem interessanten Referat über die Aufgaben der Arbeiterklasse in der Gegenwart, wobei er sich besonders mit den Problemen der Innenpolitik beschäftigte. Auf das mit grostem Beifall aufgcnommcne Referat folgte, eine rege und sachliche Debatte, die sich vor allem mit der Abwehrbewegnng gegen den FascismnS nnd der Verteidigung der Demokratie beschäftigte. Jugendbewegung Sozialistische Jugend, KrciS Prag. Sonntag, den 22. Avril Treffwandernng nach Suchdol.— S. I. Weinberge: halb 9 llhr, Endstation der 7er in Podbaba. S. I. H o l l e s ch o w i tz: halb 9 llhr, Endstation der 6cr im Baumgarten. S. F. Z e n t r u m: halb 9 llhr, Endstation der 11er in Dejvice. S. I. S m i ch o v: halb 9 llhr, Endstation der 28er in Liboc. Für die Genossen, die erst nachmittags Zeit haben, halb 3 llhr, Endstation der 7er in Podbaba. Gefängniszellen für Hausgehilfinnen Ein Freund unseres Blattes schreibt uns: „Als ich vor fünf Jahren nach vorübergehendem Aufenthalte in Berlin nach Prag zurückkchrte und auf die Wohnungssuche ging, konnte ich mit Befriedigung sestsiellen, dast der vor dem Umsturz bestehende krasse Unterschied in der Ausstattung der Wohnungen in Prag und Berlin im Rückgang begriffen war und dast sich die Erbauer neuer Zinshäuser bemühten, einer erhöhten Wohnkultur Rechnung zu tragen. Allerdings machte dieses Bestreben vor einem Raum halt, nämlich vor dem für die Hausgehilfinnen bestimmten Schlafraum, und ich tvar damals in einigen Fällen geradezu entsetzt über daö, tvas man sich nach dieser Richtung hin erlauben konnte. Ich Ivar Optimist genug, um anzunehmcn, dast auch dieser llcbelstand mit der Zeit verschwinden ivird. Leider mustie ich mich vont Gegenteil überzeugen, denn als ich jetzt ans Wohnungssuche ging, sah----- den den von der Firma Ing. Miclik sür einen Herrn Ing.| Sterba anfgeführt wird, Zwei- und Drci-Zimmer- Ivohnnngen, die mit Zentralheizung und Warmwasserleitung versehen und sonst mit allem sogenannten Komfort auSgcstatiet waren, Schlafräume sür die Hausgehilfin, die kaum 2mal 1.8 Meter im Geviert groß nnd mit einem kleinen Fenster- chcn in einen sogenannten Lichthof versehen waren. In einem humanen Staate würde ein solcher Raum als Gefängniszelle sicherlich und mit Recht beanständet werden. Als ich erklärte, sür eine Wohnung, in der die Hausgehilfin nicht in menschenwürdiger Weise nntergcbracht werden kann, kein Interesse zu haben, sticst ich auf Berständniölosigleit, was leider zn beweisen scheint, dast das Gros der Wohnungssuchenden nach dem Grundsatz«austen hui, innen pfui" sich damit begnügt, jene Räume einer kritischen Besichtigung zu unterziehen, die auch den Gästen des Hauses zugänglich sein werden. Mir sind die Bauvorschriften nicht genügend bekannt, um beurteilen zu können, ob derartige Zellen als Sckilafräume zulässig sind, es wäre aber O unbedingte Pflicht der Vertreter aller sozialen Parteien in der Gcmeindcstube, sich einmal diese Vorschriften anzuschen und darauf hinzuwirkcn, dast die Behörde sowohl bei Erteilung der Baubewilligung als auch des Benützungskonsenses Ihr Augenmerk dem gerügten llcbelstand zuwendct und ich bin überzeugt, dast die Macht dieser Behörde grost genug ist, auch wenn vielleicht die Bauordnung veraltet wäre, im eigciicn Wirkungskreis einigermaßen Abhilfe zu schaffen." Privaten sind 6020 Franken und ebensoviel ist ans dem Erlös der Kursfoudsmarkcn eingegangen. Eine rrfrenlichr Sache ist die Jeitfchrift„lljenu", das Organ der Arbcitersportlcr in P a l ä st i n a. Die sehr reichhaltige und illustrierte Zeitschrift enthält z. B. in ihrer letzten Nummer u. a. zivci lange ausführliche Artikel über„Wege unserer künftigen Arbeit" und über„Körperpflege während der Berufsarbeit", eine ständige Rubrik„Zuschriften unserer Mitglieder", die vollkommene Wiedergabe der Freiübungen der SASJ. für 1934, ausführliche Berichte über die Arbcitcrsportbewegung der ganzen Welt und auch dcü eigenen Landes, die einen erfreulichen Aufstieg nimmt, und schliestlich einen Arust an die österreichische Arbeiterklasse. Die Zcitfchrift zeigt, das; die Genossen in Palästina fleistig arbeiten nnd dast ihnen anch der richtige Geist nicht fehlt. Die Nazis„bitten" um Aufnahme. Die vor kurzem in Berlin stattgesundene Tagung der„Führer" der Deutfchen Tnrnerschaft beschlost, um die Ausnahme in den Internationalen Turncrbund an- zustichcn nnd möchte schon an den zu Pfingsten in Budapest staltfindcndcn Weltmeisterschaften im Geräteturnen teilnehmen.— Die Arbcitersportlcr beschimpfte man wegen ihrer internationalen Vcrbin- dungeu als Volksverrätcr, die bürgerliche kapitalistische Internationale, ja, das Bauer ist was andres. Amerika und die Olympiade in Berlin. Die Teilnahme der Amerikaner ait der bürgerlichen Olympiade 1986 in Berlin ist noch immer nicht siche r. Die letzte Konferenz beschlost, einen Delegierten nach D e u t s ch l a n d zn senden, der sich an Ort und Stelle über dcit Boykott der Juden im Sport überzeugen soll. So erfreulich dieser Be« schlns; ist, dem; er zeugt von einem Reinlichkeit»- gcfühl der amerikanischen Sportler, so wenig Erfolg wird der Besuch in Deutschland haben. Der„Rcichs- sportführcr" wird schon Juden auf Lager haben, die bezeugen tverden, dast Deutschland für die Juden ein „Paradies" ist. Tie Weltösfentlichkeit hat da? llr- i'cil über Nazi-Deutschland schon gesprochen und das müstte den antcrikanischen Sportlern genügen, mn eine Beteiligung an dieser Berliner Olympiade abzulehnen. Die Direktion des P ragerDeuts ch e. n I T h e ,t i c r.3 ersnau um Veröffentlichung der Mitteilnmt, dast ihm die Aufführung von Bruckners„R ässe n" bis ans weiteres durch die Zensur untersagt tvnrde und das Stück„dem Zensurbeirat vorgelegt" wnrde. Wir wollen jetzt, da cs sich nm einen Streich der Zensur handelt, nicht bitter gegen das Deutsche Theater werden und darum an dessen! Adresse nicht mehr als etwa den Schillcr'scben Satz richten:„Dieser Mortimer starb Euch sehr gelegen..." lind wir wollen in dieser Hinsicht höchsten» noch hinznfügen, dast die Zensur wahrscheinlich anders anSgefallcn wäre, ivenn das Prager Deutsche Tbcater Bruckners„Rassen" z e tiger e ch t, nämlicki zn Beginn der Spielzeit angesetzt bätte, so wie es andersivo geschehen ist. Tenn gerade das begreifliche Mistfallen der D e Nische n G c s a n d t s ch a f t an dem Plan der Anffübriittg dieses Stückes bat ja erst die hohe Obrigkeit auf jene Bedenken gebracht, die leider immer stärker die demokratische Tagesordnung in Knnst» dingen hierzulande zn belasten drohen. Gestern Nachgiebigkeit in Sachen der Manes-AuS» stell u ng. heute„diplomatisches" Verständnis für das rcickisdentschc Unbehagen an literarischer Kritik von Deutschlands Vcrhitlernng— das scheint uns eine Entwicklung ainndenten, die durchaus nicht mit den von allen Demokraten(auch von den tschechisch-bürgerlichen) cingekehcnen nnd wiederholt ge- änsterten Notwendigkeiten einer unabhängigen, freien Verteidigung des kortschrittlichen Gedankens, geschweige denn mit der Idee von der so dringlichen Wehrhaftmachnng der Demokratie selbst in Einklang zu bringen ist. Wir sind nicht ohne Verständnis sür gewisse Rücksichten, die ein kleines Land einem grasten bösen Nachbar gegenüber zu nehmen gezwungen sein kann; aber wenn der Druck, den die Hitler nnd Gocring ans die ganze Welt anSzuübcn trachten, so weit geht, »—