Nr. 94. $ Abonnements Bedingungen: Abonnements Preis pränumerando: Bierteljährl. 3,30 Mt., monatl. 1,10 m., wöchentlich 28 Bfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags: Nummer mit illuftrierter Sonntags Beilage ,, Die Neue Welt" 10 Pfg. Poft: Abonnement: 3,30 Mart pro Quartal. Eingetragen in der Post Beitungs Preisliste für 1899 unter Br. 7820. Unter Kreuzband für Deutschland und Defterreich Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mart pro Monat. Erscheint täglich aufer Montags. Vorwärts Berliner Dolksblatt. 16. Jahrg. Die Insertions Gebühr. beträgt für die fechsgespaltene Solonel zeile oder deren Raum 40 Pfg., für politische und gewertschaftliche Vereinsund Bersammlungs- Anzeigen, sowie Arbeitsmarkt 20 Pfg. Juferate für die nächste Nummer müssen bis 4 1.r nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8Uhr vormittags geöffnet. Bernsprecher: Amt I, nr. 1508. Telegramm- Adresse: " Bocialdemokrat Berlin". Centralorgan der socialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Ausbau der Arbeiterschutz- Gesetze. Sonnabend, den 22. April 1899. zwungen find, ihre Arbeitszeit bis zur äußersten Grenze auszudehnen. So hat der Gewerbe- Aufsichtsbeamte festgestellt, daß eine Frau im Winter in der Regel von 6-7 Uhr In den Reichstagsdebatten über die Novelle zur Gewerbe- morgens bis 10 Uhr abends, mit Unterbrechung von 3 bis Ordnung wurden Mißstände besprochen, unter denen weite 4 Stunden, welche die Besorgung ihres Hauswesens erfordert, Kreise der Arbeiterschaft aufs schwerste leiden, deren Beseitigung an der Maschine arbeitet und dabei täglich ca. 1 m. verdient. aber trotz der wiederholten Mahnungen seitens der Social Nicht selten muß die Frau nach Beendigung ihrer Maschinendemokraten von der herrschenden Klasse aus besonderen Grün- arbeit um 10 Uhr abends noch 1/2 Stunde und mehr für ihre den niemals ernstlich versucht worden ist. Haushaltung arbeiten. Die trostlosen Zustände im Handelsgewerbe wurden lange vertuscht, weil die jungen Kaufleute" sich einbildeten, etwas Besseres als gewöhnliche Arbeiter" zu sein und deshalb mit Rücksicht auf die ,, Standesehre" ihr Elend nicht an die Oeffentlichkeit bringen mochten. Die moderne Sklaverei im Schant und Gastwirtschaftsgewerbe hat die dort Bediensteten bereits so sehr aufgerieben, daß nur ber schwindend wenige von ihnen die moralische Straft sich er halten können, um sich aufzuraffen und bessere Arbeitsbedingungen zu erringen. Die Haus industrie endlich schließt die Arbeiter von ihren Leidensgenossen ab und er schwert es ihnen dadurch aufs äußerte, den Weg zur Einigkeit und damit zum Fortschritt zu finden. wärtig ausgebeuteten Arbeiterinnen beträgt höchstens 90 Pf. Der Durchschnittslohn der zwanzig in dieser Weise gegen bis 1 M. pro Tag. ,, Arbeitsleistungen von langer Dauer", so schließt der Beamte seine Mitteilungen über diesen Fall, müssen mit Fall ,,, müssen der der Zeit auf die Gesundheit der Arbeiterinnen nachteilig einwirken, zumal wenn sie so gering bezahlt werden, daß sie nur eine färgliche Lebenshaltung derselben ermöglichen. Es ist daher dringend zu wünschen, daß die getroffene Einrichtung, durch welche Arbeiterinnen in der maschinell betriebenen Haus industrie alltäglich bedeutend länger als 11 Stunden, unter Umständen 14-15 Stunden nach Abzug der nötigsten Ruhepausen, beschäftigt werden können, wieder insoweit abgeschafft werde, als die Arbeitsdauer das in der Fabrik selbst gefeßlich zulässige Maß überschreitet." Politische Uebersicht. Berlin, den 21. April. Abgeordnetenhaus. Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. seit einem Menschenalter seine Wehrmacht fortwährend verstärken mußte." Herr v. Stengel nennt dann weiterhin den Vorschlag, mit den Rüstungen einzuhalten, die Zumutung eines ſelbſtmörderischen Vorgehens, und die Friedensbewegung ist ihut ein bedauerlicher Beweis dafür, daß der nationale Egoismus, der allein ein Volk vorwärts bringt, und das nationale Selbstgefühl, das allein einem Volfe dauernd Ansehen bei anderen Nationen zu sichern vermag, Waterlande frommt und sich dann erst den Lugus kosmopolitischer in Deutschland noch nicht die gehörige Stärke erreicht haben". Würde man sich in Deutschland stets zuerst fragen, was dem Träumerei nud Dnselei gestatten, so hätte man an Stelle der Friedensbewegung eine Bewegung ins Werk gesetzt, um den Reichstag zu veranlassen, in der Frage der Stärkung der deutschen Wehrkraft jede kleinliche Rücksicht beijeite zu setzen". Duselei ist das Lieblingswort unferer in Peters- Leistscher Weltanschauung gereisten Schneidigkeitspfaffen. Am Ende des 19. Jahrhunderts verspottet ein deutscher Professor die edelste Frucht deutschen Geistes, den köstlichsten Ertrag unseres klassischen Zeitalters als den„ Lurus kosmopolitischer Träumerei und Duselei". Uns Socialdemokraten sind solche unflätigen Angriffe"- der Ausdruck ist ja nach höchster gerichtlicher Entscheidung zulässig- auf den Kulturgedanken nur ein Beweis mehr, wie tief unsere Bourgeoisie durch das Bismarcksche Zeitalter heruntergebracht worden ist. Junker- Gelüfte. Doch ist das Elend auch dieser Arbeiter fein hoffnungs Toses, selbst für diese Berufsschichten muß die Entwickelung der wirtschaftlichen Verhältnisse und die Ausbreitung der Dieser Appell verhallt freilich bei denen, die den Arbeiter Arbeiterbewegung zu Arbeiterschutzmaßregeln führen. Je nur als ein Werkzeug für den Profit des Unternehmers be- Die offenbare Verhöhnung des Zaren, die durch die jetzige schlimmer die Mißstände im Handelsgewerbe werden, je trachten, ungehört. Die Socialdemokraten aber werden auch dreiste Wiederholung des Artikels als Antwort auf seine Erentschiedener und erfolgreicher aber auch zu gleicher Zeit die während der weiteren Behandlung der Vorlage alle Kräfte nennung erheblich verschärft wird, zu rechtfertigen, wird Sache tlassenbewußten Arbeiter für ihr gutes Recht eintreten, einsehen, um möglichst viel für die Arbeiter herauszuschlagen. der Regierung sein. Aber die Regierung scheint andererseits desto mehr muß über Turz oder lang bei den Handelsauch nicht zu fühlen, welche Wirkung diese Angelegenheit auf angestellten der Standesdünkel erschüttert werden und der die Autoritätsgläubigen üben muß. Auch der Gläubigste muß in Wunsch, schließlich das zielbewußte Streben, ihre Lage zu seinem Vertrauen auf die Weisheit der Autoritäten irre werden, verbessern, zum Durchbruch gelangen. Den Kellnern und Kellnerinnen kommt die Solidarität der anderen Arbeiter zu wenn er gewahrt, in welcher Weise sich die Regierungen der Mächte untereinander äußerlich mit glatten Rebensarten abgute, die es nicht ruhig mit ansehen können, wie ihre Vrüder finden, während sie in ihren Handlungen sich mit beißendstem und Schwestern in diesem Sumpfe zu Grunde gehen. Die Haus Das preußische Abgeordnetenhaus befaßte sich heute in erster Spott überschütten. Der Zar, auf dessen Kosten der deutsche industrie allerdings dient der Unternehmerttasse stets mehr zum Lesung mit dem Gefehentwurf über die Stellung des Kreis- Friedensdelegierte jetzt Strieg führt, ist doch schließlich auch ein Mittel, die erlaffenen Arbeiterschutz- Geseke illusorisch zu machen. arztes. Die Vorlage, der bescheidene Rest der mit so vielem Vertreter des monarchischen autoritären Princips. So mancher Unternehmer, der es nicht verschmerzen kann, daß er Gerede angekündigten Medizinalreform, ist von uns bereits ge in seiner Fabrik die Arbeiter, Arbeiterfrauen und Arbeiterkinderbührend beleuchtet worden. Im wesentlichen bestimmt dieselbe, daß als staatliche Gesundheitsbeamte des Kreises und als technische nicht mehr ganz schrankenlos ausbeuten kann, läßt sie zu Hause" Berater des Landrats Kreisärzte fungieren sollen, die dem Nein der bisherigen, vielleicht sogar in noch ärgerer Weise für gierungspräsidenten unmittelbar unterstellt sind und deren Be- das Echeitern der lex Recke immer noch nicht verwinden und Gewisse Streise in Breußen können den Schmerz über sich schuften. So wird der Schutz der Hausindustriellen eine foldung pensionsfähig ist. Sie sind aber nicht vollbesoldete dringende Notwendigkeit auch im Interesse des Schutzes der Beamte, sondern auf Privatpragis angewiesen. Ihre Aufgabe geben diesem Schmerze bei jeder Gelegenheit Ausdruck. Einem Fabrikarbeiter. besteht darin, sich auf Ersuchen der Behörde in Angelegenheiten wertvollen Zugeständnis in dieser Beziehung begegnen wir in Unter dem Drud dieser Verhältnisse haben die maß des Gesundheitswesens gutachtlich zu äußern, an den Sizungen des dem soeben veröffentlichen Bericht der Kommission des gebenden Kreise" endlich eingesehen, daß etwas geschehen Kreisausschusses und Kreistages mit beratender Stimme teil- preußischen Abgeordnetenhauses zur Vorberatung der Anträge zunehmen, den beteiligten Behörden Vorschläge zur Abstellung von betr. Maßregeln gegen die in der Landwirtschaft herrschende müsse. Hierbei ist aber ihre Hauptsorge die, daß nur nicht mängeln zu machen, und neue, für die öffentliche Gesundheit geeignete Arbeiternot. Unter den in den ursprünglichen Anträgen vorzu viel Arbeiterschutz bewilligt werde. So kamen die schwäch Maßnahmen in Anregung zu bringen. Sie sind vor Erlaß von lichen Vorschläge zu stande, deren Nichtigkeit unsere Redner Polizeiverordnungen und sonstigen allgemeinen Anordnungen, welche geschlagenen Maßnahmen befanden sich bekanntlich auch solche im Reichstage aufdedten. Und so tönte in der Debatte aus bas Gefundheitswesen betreffen, zu hören, und können, wenn Gefahr gegen die stetig zunehmende Verrohung und den sittlichen den Reden des Königs Stumm, des Staatssekretärs Grafen im Verzuge ist, auch selbständig vorläufige Anordnungen gegen an- Niedergang der Minderjährigen, sowie zur Kräftigung und b. Posadowsky und ihrer Nachbeter immer wieder die Bitte stedende Serantheiten treffen. Des weiteren ist für jede Gemeinde mit Stärkung der elterlichen Gewalt denselben gegenüber".In heraus: Begnügt Euch, beschränkt Eure Ansprüche, fordert mehr als 5000 Einwohnern eine Gesundheitskommission zu bilden, die der Kommission hat nun der Antragsteller Gamp vier hinsichtlich der Gesundheitsverhältnisse des Ortes ähnliche Stechte und Punkte als besonders wichtig bezeichnet, um dem sittlichen nicht mehr." Ganz besonders groß ist ihre Furcht davor, daß ernsthaft Pflichten hat, wie der Streisarzt hinsichtlich des Kreises, aber keine Niedergang der Jugend, über dessen Vorhandensein wohl eigenen Anordnungen erlasien darf. alle einig sein sein dürften", entgegentreten zu fönnen, Hand an die Mißstände in der Hausindustrie gelegt werden Die Diskussion war nicht von Belang. Zustimmend äußerten tönnte. Selbst die echt nationalliberalen Anträge des Frei- fich nur die Nedner der beiden konservativen Parteien, während die und an erster Stelle eine Abänderung des Vereins. Herrn Heyl zu Herrnsheim, selbst diese zaghaften, halben Bertreter aller übrigen Parteien schwere Bedenken gegen den Ent- gejeges verlangt. Er halte es nicht für richtig, daß nur Mittelchen, werden als gefährliche, völlig undurchführbare wurf hatten und namentlich die Filzigkeit des Finanzministers scharf Schüler und Lehrlinge von politischen Vereinen und VerjanumExperimente hingestellt. Der Grund hierfür ist ja bekannt: verurteilten. Die Vorlage wurde schließlich einer Kommission über- lungen ausgeschlossen seien, während sonst die jugendlichen Arbeiter in Vereinen und Versammlungen die Hausindustrie liefert die billigsten, am wenigsten wider wiesen. Sonnabend ist keine Sigung. Am Montag stehen die ersten unbeschränkt seien; durch diese Ungebundenheit würde fpenftigen Kräfte", und deshalb sollen die Arbeiter noch länger gesungen der Ausführungsgefege zur Grundbuchordnung und zum die elterliche Autorität untergraben, der Stampf zwischen ihrem Elende überlassen bleiben, ja noch immer mehr aus- Handelsgesetzbuch sowie die erste Lesung des Gesetzentwurfs betr. die Arbeiter und Arbeitgeber verschärft; ja die jugendlichen Arbeiter geliefert werden. Denn die legte Gewerbezählung hat er Gerichtsorganisation für Berlin auf der Tagesordnung. terrorisierten geradezu oft bei den socialen Kämpfen die verwiesen, daß abgesehen von der Textilindustrie, in der heirateten Arbeiter. außergewöhnliche Umstände mitspielen von 1882-1895 so ziemlich in allen Gewerbegruppen eine zunahme der hausindustriellen Betriebe und ihres Berfonals eingetreten ist und zwar sowohl in den Haupt- und Neben, als auch in den Allein- und Gehilfenbetrieben. " Der deutsche Friedensbote Es sind das dieselben Phrasen, die vor zwei Jahren zur auf dem Haager Kongreß, Prof. v. Stengel, hat von seiner Begründung der lex Recke angeführt wurden. Unter dem Vor Lobschrift auf den Strieg soeben eine zweite Auflage erscheinen wand, die verheirateten Arbeiter vor der Verführung durch lassen. In dem kurzen Vorwort erklärt der Mann: Wie ihre jüngeren Kollegen zu bewahren und sie gegen den Zu welchen Zwecken und mit welchem Erfolg die Haus bekannt, ist der Verfasser vor kurzem zum Delegierten des Terrorismus" der unverheirateten zu schützen, will man Volke sein wichtigstes, ja sein einziges Recht industrie von findigen Unternehmern ausgenutzt wird, dafür Deutschen Reichs auf der Haager Friedenskonferenz bestimmt dem liefern die beiden letzten Jahresberichte der Gewerbe- Aufsichts- worden; er hielt sich daher nicht mehr befugt, die Schrift nehmen. Der wahre Grund, den aber unsere Scharfmacher beamten im Stönigreich Württemberg" ein klassisches Beispiel.... umzuarbeiten und dabei namentlich gegenüber dem in wohlweislich verschweigen, ist natürlich das Bestreben, den Dort wird mitgeteilt, daß eine Seidenzwirnerci auf ihre Stoften dem Rundschreiben der russischen Regierung vom 11. Januar wirtschaftlichen Kampf der Arbeiter dadurch, daß man die in der Wohnung verschiedener zuvor in der Fabrik beschäftigt dieses Jahres enthaltenen Programm persönlich Stellung zu jüngeren Arbeiter hindert, an diesem Kampfe teilzunehmen, nach Möglichkeit zu erschweren. gewesener Arbeiterinnen eine Windmaschine und einen zu nehmen." deren Antrieb dienenden Elektromotoren von 6 Pferde- Er hält sich aber doch für befugt! Denn er druckt anhangs- Wenn sich auch die Regierung zu der Anregung des fraft aufgestellt und elektrische Beleuchtung mittelst weise einen Artikel ab, den er am 18. März d. J. in den Abg. Gamp nicht äußerte, und wenn auch in der schließlichen Glühlampen eingerichtet habe. Die Elektromotoren und Münchener Neuest. Nachr." veröffentlicht hat. Herr v. Stengel Fassung des Antrages nichts von einer Verfümmerung Glühlampen werden von der Fabrik aus gespeist. Die ist, wenn auch vielleicht kein tüchtiger, so doch troziger Mann, der des Vereinsrechtes enthalten ist, so wird man doch die Einrichtung bleibt im Besitz der Fabrit. Die Arbeiterinnen Wert darauf legt, daß man auch nach seiner Ernennung Gampschen Worte als ein neues Symptom der Bestrebungen müssen sich auf ein Jahr der Fabrik verpflichten. Letztere da zum Friedensboten an feiner Striegsschwärmerei nicht zweifele. der preußischen Reaktionäre auffassen und dementsprechend gegen kann, wenn die Arbeiterinnen nicht genügend leisten, Der Wiederabdruck des Artikels kann als die Danksagung würdigen müssen. die Einrichtung sofort auf Kosten der Arbeiterinnen weg. Stengels für die Auszeichnung gelten, daß man gerade ihn nehmen lassen. Im vorigen Jahre hatte der Bericht aus mit der Vertretung des Volkes der Dichter und Denter bedrücklich hervorgehoben, daß eine Leberanstrengung event. traut hat. Jener Artikel behandelte„ die Friedensbewegung und Ausbeutung der Arbeiterinnen durch übermäßige Arbeitsdauer die Militärvorlage" und er unterbreitete dem Publikum darin ausgeschlossen sei, weil die Maschinen nur während der elf folgende Ansichten: stündigen, in der Fabrik üblichen Arbeitszeit benutzt werden könnten. Der neueste, kürzlich erschienene Bericht aber ergiebt, daß der Seidenfabrikant durch die inzwischen erfolgte Aufstellung einer Accumulatorenbatterie Hausarbeiterinnen nunmehr Kraft und Licht von 6 Uhr morgens bis 10 Uhr abends zur Verfügung gestellt hat. Und der Arbeitslohn ist so niedrig, daß die Arbeiterinnen geden Statt den ewigen Frieden zu predigen und in kurzfichtiger Weise für den russischen Abrüstungsvorschlag zu schwärmen, sollte man vielmehr das deutsche Wolt darauf hinweisen, daß es seine triegerische Rüstung zu Wasser zu Lande im Interesse der nationalen Ehre und Wohlfahrt tragen muß, aber auch tragen tann, denn es ist nicht wahr, daß das deutsche Volk unter seinen Kriegslasten feufzt; im Gegenteil war Deutschland in wirtschaftlicher Beziehung niemals so gut daran als jetzt, trotzdem es An der Friedenskonferenz wird nun auch, wie es heißt, auf direkte Intervention Rußlands, ein bulgarischer Vertreter teilnehmen. Deutsches Reich. Socialdemokratischer Terrorismus. In den Berliner Neuesten Nachrichten" lesen wir: Eine beinahe unglaubliche Mitteilung über Eingriffe der Socialdemokratie in das Arbeitsverhältnis erhalten wir aus Karlsruhe. Der jetzige Juhaber der dortigen Schuhleisten Fabrit von J. Beuchert sandte fürzlich an die in Hamburg erscheinende Holzarbeiter-Zeitung' ein Inserat betr. Arbeitergesuch zur Aufnah�ne in das Blatt. Darauf erhielt er folgende Antwort: „Da nach den uns vorliegenden Berichten die Arbeitsverhältnisse in Ihrer Fabrik viel zu wünschen übrig lassen, müssen wir die Aufnahme des Stelleuangebotes ablehnen." Die Ehre, dah die„Neuesten Nachrichten" von dem Central- verband deutscher Industrieller angekauft worden sind, hat die glück- lichen Söldner oftenbar ans dem Häuschen gebracht. Das; die „Neuesten Nachrichten" kein Verständnis dafür haben, wenn eine Zeitung sich ein schönes Jnseratengeschäst aus idealen Bedenken ent- gehen läßt, begreifen wir vollauf. Warum aber die, übrigens sehr höfliche Ablehnung eines Jnseratenanftrags ein Eingriff der Social- deinokratie in das Arbeitsverhältnis sein soll, das vermag außerhalb der Irren- und Jdiotenanstalten niemand zu ermessen. Wir vermuten, daß nächstens die„Neuesten Nachrichten" dem „Vorwärts" einen beinahe unglaublichen Eingriff i» das Arbeits- Verhältnis vorwerfen werden, weil er die Aufnahme eines Kuppelei- Inserats abgelehnt.—_ Ans christliche» Erziebungshauser». Noch hat sich die Erregung über die Prügelexcesse im Potsdamer katholischen Waisenhaus nicht gelegt, als auch schon aus einem anderen katholischen Erziehungsinstitut ähnliche Vorgänge gemeldet »verde». In der.Münchener Allgem. Ztg." erzählt' eil» katholischer Geistlicher über die Erziehung der künftigen Priester im Knabensenriirar zu H.: „Es ist im Studicrsaal. Alle 72 Zöglinge sind zugegen. Der Inspektor ruft einem Schüler der IV. Laleintlasse zu: Trag Deinen Stuhl hierher vor meinen Katheder!" Zitternd trägt der Arme seinen Stuhl hin vor den Katheder. Die Thür des Stndiersaales öffnet sich und wie ein Leus ex machina erscheint— der Hausknecht mit einem etwa zwei Meter langen spanischen Rohre. „Jetzt legst Du Dich über den Stuhl I" schnaubt der Herr Inspektor. Nach einigein Sträuben beugt sich der Delinquent wirklich über den Stuhl.„Fetzt schlagen Sie zu!" kommandiert der Herr Inspektor. Der Hausknecht beginnt die Exekution, aber nach Ansicht des Herrn Inspektors zu schonend.„Sie müssen stärker zu schlagen". fährt er ihn an. Der Hausknecht gehorcht und zählt dem sich vor Schmerz Krümmenden und Winselnden ca. 12—15 Hiebe schwersten Kalibers henmter. Sämt liche übrigen 71 Zög hinge müssen diese Sce»e m i t a n s ch a u e n.(Auch in Potsdam haben der Exekution die übrigen Waisenknaben knieend zusehen müssen!) Danach steigt der Herr Inspektor, von seiner Heldenthat wohl- befriedigt, von seinem Katheder herunter, schreitet mit höhnisch triumphierendem Lächeln die Pullrcihen der Zöglinge entlang; bei der Abteilung, welche die höheren Klassen unifaßt, macht er Halt; eS mögen ihm die Mienen der ob dieser brutalen Scene verblüfft und erbittert dreinsehenden älteren Zöglinge auf gefallen sein.„Ja, schaut nur I" fährt er sie an,„Euch wird es geradeso gemacht, wenn Ihr nicht pariert. Es ist mir keiner zu groß. Daß JhrS nur wißt: von heute an ist in unserem Seminar die Prügelstrafe e i» g e f ü h r t I" So der.vielbeliebte" Herr Regens." Ob aus solchen Prügcliiistituten sehr humane und nützliche Glieder der menschlichen Gesellschaft hervorgehen? Wir glauben, daß Roheit nur immer wieder verrohen muß. UebrigenS sucht sich die„Germania", das Berliner Zentrums- blatt, zu revanchieren, indem sie nachweist, daß die Prügelpädaqogik auch in evangelischen Schulen blüht. Das war' auch bisher kein Geheimnis. Der Schöneberger Fall hat zur Genüge gezeigt, wozu evangelische Lehrer fähig sind. Nunmehr berichtet die„Gerniania", daß in Pudliszki beiKröben am 15. d.M. der evangelische Lehrer Z ä s k e den achtjährigen polnischenSchulknaben Lorenz Grzelczak ansKökoszkiin einer solchen Weise prügelte, daß das bedaucniswerte Kind nach Hanse getragen werden mußte, wo es unter unsägliche» S ch m e r z e n. ächzend und stöhnend, nach einigen Stunden, d. h. am nächsten Tage früh um 7 Uhr verstarb. Herr Zäske benach« tichtigte selbst auf telegraphischcm Wege von dem Vorfall den Gtaatsanivalt in Lissa. Am 18. d. M. früh wurde die Leiche amtlich eröffnet. Das Resultat der Sektion sei zwar noch unbekannt, jedoch selbst für alle Laien weisen die Symptome des Schmerzes und des Todes auf innere Verletzungen und gebrochenes Rückgrar hin. Wir erwarten, daß dieser Lehrer neben seiner Bestrafung der Möglichkeit enthoben wird, auch in Zukunft noch wehrlose Kinder zn peinigen.—_ Entmündigung der Gemeindeverwaltungen. In verschiedenen preußischen Städten wünschten die Social« demotraten gleich anderen Parteien Säle, die der Stadt gehören, zu Versammlungen zu benutzen. Fast allenthalben wurden sie von den städtischen Behörden abgewiesen. Diese Abweisung bedeutet ein großes Unrecht, denn auch die socialdemokratische Bevölkerung hat Eteuerbeiträge geliefert, ans denen jene Säle gebaut wurden, sie hat ein Eigentumsrecht an diesen Sälen. Die städtischen Bcrwal- tungSbchörden scheinen des Verfassungsgrundsatzes uneingedenk geworden zu sein:„Das Eigentum ist unverletzlich". Nun wird aber durch eine Mitteilung, die wir der»Rheinischen Zeitung" entnehmen, folgende Auslassung des früheren Reichstags- Abgeordneten Professor Hüpeden in der Stadtverordneten-Versamm- lung zu Kassel bekannt: „Es sei ganz widersinnig, die städtischen Säle zu politischen Versammlungen zu verweigern, ivahrend jeder Kegelklub und Narrenverein den Saal erhalte. Man solle die Sale zu allen erlaubten Bersanimlungen hergeben. Aber die Entscheidung hier- über sei ja längst den städtischen Behörden ent- zogen. Von feiten der staatlichen Aufsichtsbehörde sei es der Stadt untersagt, ihre Lokale den Socialdcmokraten zu überlassen." Wenn wir auch zahlreichen städtischen Verwaltungen die Be- gehung jenes Saalverweigenings- Unrechtes auS eigener Fähigkeit durchaus zutrauen, so zeigt sich doch, daß der höhere und mächtigere Erreger an der centralen Staatsftelle sitzt. Der Staat, der ein Parleistaat ist, verlangt auch von den Gemeinden, daß sie Partei- Verwaltung treiben, daß sie die verfassungsmäßige Gleichberechtigung für gewisse politische Richtungen ausheben. Daß dabei zugleich die Selbstverwaltung der Gemeinden in die Brüche geht, was macht's? Wen» nur die Socialdeinokratie benachteiligt wird Die„Kreuz-Zeitnng" ist wieder einmal besonders erbost über uns— besonders erbost über unseren Mai-Artikel. Sie findet cs falsch und demagogisch, daß wir gesagt, die Zukunft der Mensch- heil beruhe auf der Arbeiterklasse. Run, wir verzichten darauf, der „Kreuz-Zeitung" die Richtigkeit unserer Anschauung klar zu machen. Das Organ, dessen bester lltedacteur seit Wagners Zeiten Freiherr von und zu Hammerstein gewesen ist. glaubt natürlich, die Zukunft der Menschheit beruhe auf den Junkern— den„Edelsten" mit der höheren Ehre. Nun, den Glauben wollen wir der„Kreuz-Zeitung" nicht nehmen. Wenn sie jedoch meint, die„Grafen, Kraut- und Schlotjunker"(apropos, die„Kreuz-Zeitung" hat wohl vergessen, daß dieses letztere Wort von einem' ihrer Redacteure, und zwar dem berühmtesten, erfunden Ivordcn ist) seien„auch Arbeiter", so sagen wir, daß das Späßchen sind, die vor 30 Jahren noch zogen. heut aber nur noch für Provinzial-Amtsblätter sich schicke». Und tvenn das Junkerblatt die Geistlichen, Beamten, Offiziere usw. als „nützliche Arbeiter" aufführt, so hat es von seinem Standpunkt aus recht— aber auch nur von seinem. Im übrigen zeigt die„Kreuz- Zeitung" wieder einmal ihre vollständige Unkenntniß der social- demokratischen Presse und Litteratur, indem sie behauptet, die Social- deinokratie achte nur die Arbeit„mit der schwieligen Faust". Die Socialdeinokratie ist umgekehrt die einzige Partei, welche die geistige Arbeit zu Ehren bringen will; und vor der Wissenschaft haben die Arbeiter mit der„schwieligen Faust" tairrndmal mehr Achtung als die Junker der„Kreuz-Zeitung", tve'che in der Wissenschaft eine Gefahr erblicken, dem Volke sogar dos bißchen Wissenschaft, das die Volksschule ihm bringt, mißgönnen. und den Träger der Wissenschaft für das Volk: den Schul- meister, mit den Kühen und Schweinen unter ein Dach stecken wollen.— Etwas vom TerroristNuS der— bürgerlichen Parteien. Der Abwechselung halber kann man, nachdem über den„social- demokratischen Terrorismus" schon so viele bürgerliche Federn ge- strauchelt sind, auch von dieser Seite wieder einmal einen Beitrag zu dem neuerdings so lehrreichen Kapitel„TerroriSmus", diesem unparlameniarischen Schreckgespenst aller gutgesinnten Leute liefern. Die Parteigenossen in Jena wollten zur Maifeier wie gewöhnlich auch in diesem Jahre wieder die Scidelsche Stadtkapelle engagieren. Obwohl bereits eine vorläufige Abniachung zu stände gekommen war, erklärte Herr S. plötzlich, nur unter der Bedingung musizieren zu können, wenn von ihm nicht verlangt werde, die Marseillaise zu spielen und wenn er bei einem Hoch auf die Social- deinokratie seine Instrumente nicht einstimmen zu lassen brauche. Die Frage nach den Gründen förderte die gewiß auch für weitere Kreise iniereffante Antwort zu Tage, daß er diese Erklärung infolge des auf ihn ausgeübten Druckes der bürgerlishen Vereine abgeben müsse. Wollte er sich dieser wohlgemeinten Anregung nicht' fügen, so könnte man ja bei eventuellem Bedarf sich daran erinnern, daß noch eine Militärkapelle am Orte bestehe. Diese Anskunft genügte, um die Beziehungen mit dieser Kapelle abzubrechen und sich nach auswärtigem Ersatz umzusehen. Also, die Jnsirnmente werden jetzt sogar patriotisch abgestimmt und wche dem. der etwa einem socialdrmokratischcn Ton das Leben gicbt! Und nun das Gegenstück: Ist jemals ein Socialdcmokrat so borniert gewesen, von einer Musikkapelle zu verlangen, daß sie nicht„Deutschland, Deutsch- land über alles",„Heil Dir sin Siegerkranz" spielen oder ein Hoch auf das Reich, die Monarchie oder sonst irgendwelche patriotische Aeußerung begleiten dürfte, widrigenfalls-- usw. Das köstlichste an der ganzen Affaire ist aber, daß noch vor einigen Jahren, als ein- mal die Militärkapelle zum Feste aufspielte, dieselbe anstandslos in ein Hoch auf die Socialdemokratie mit einstimmte I Das verdient angesichts dieses Vorkommnisses der Vergessenheit entrissen zu werden.— Zu dem jetzt dem Reichstage vorliegende» Gesetzentwurf betreffend die Abänderung der Geiverbe-Ordnung welcher eine Minimal-Ruhezeit der Angestellten in Ladengeschäften und einen abendlichen fakultativen Zwangs- Ladenschluß vorsieht, nehmen die Interessentenkreise noch immer sehr verschiedene Stellung ein. So erachtet der Central- a u s s ch u ß der kaufmännischen und gewerblichen Vereine Berlins die Borschläge der Regierung nicht für zweckmäßig und hat daher eine Abänderung der Regierungsvorlage dahin beantwortet, daß die Einführung eines gesetzlichen Laden- schluß-Zwanges lediglich für einzelne Geschäfts- zweige soll angeordner werden können und auch nur auf Antrag von mindestens drei Bierteln der Geschäftsinhaber der be- treffenden Branche. Demgegenüber hat der Verein Berliner Kolonialwarenhändler in seiner letzten Bersammlmig erklärt, daß die Regierungsvorlage hinsichtlich deS zwangsweisen Geschäftsschlusses um 9 Uhr abends durchaus zu befür- >v o r t e n sei, da ein solcher ganz besonders im Interesse des kleinen Geschäftsmannes liege. Auch sei der Regienmgs- Vorschlag für alle offenen Geschäfte sehr wohl durchführbar. Bei der Nachwahl im fünften hannoverschen Kreise Melle- D i e p b o l z erhielt der nationalliberale Kandidat W a m h o f 5945, der welfische von Bar 5331, der konservative Landrat von P e st e l 1234. Bei der Wahl von 1898 hatte der nationalliberale Kandidat 3191, der weifische 4950, der konservative, auck damals der Landrat von Pestel, 2110 Stimmen; in der Stichwahl siegte dann der Welse, durch dessen Tod die jetzige Ersatzwahl notwendig geworden. Gegen 1898 haben die Nationalliberalen einen großen Stimmenzuwachs, um etwa 2800, die Welsen einen geringen, um 400 Stimmen, die Konservativen einen Verlust von SÄ) Stimmen. Es ivird also Stichwahl zwischen dem Nationalliberalen und dem Welsen statizufinden haben. Siidpolar-Expedition. In dem zu erwartenden Nachtrags- Etat wird sich den„B. P. N." zufolge eine Forderung zur Unter ftützung einer Südpolar-Expedition vorfinden. Sächsisches. Vor einiger Zeit machte die bei den Arbeitern in sehr berechtigten Mißkredit siehende Werkleitung des Eisen Werkes Lauckhanimcr mittels Anschlages im Hofe bekannt, daß bei Strafe der Entlassung das Kritisieren der Arbeitsverhältniffe des Werkes verboten sei. Ferner wurden die Arbeiter noch vor der Organisation besonders gewarnt. Ein nicht am Werk beschäftigter, als Sozialdemokrat allgemein bekannter Arbeiter ging nun in den Hof des Werkes und schrieb sich den Wortlaut des Ukas ab. Daraufhin wurde dann in einem unter den Arbeitern verbreiteten Flugblatt die famoie Verordnung der Werk, leitung gehörig kritisirt. Dagegen ließ sich nun nichts machen; es fand sich aber ein anderer Weg. den Veranlasser des Flugblatts zu fassen. Er wurde nämlich vom Staatsanwalt wegen— Hausfriedensbruchs verllagt, und jetzt auch vom Schöffengericht in Riesa zu der außerordentlich hohen Strafe von vier Wochen Gefängniß verurteilt. Der Hausfriedensbnich soll von dem Betreffenden dadurch begangen sein, daß er ohne Erlaubnis in den Hof gegangen ist, da Unbeftigten der Eintritt per- boten ist.__ Ans lauter..Igeln" besteht der Reichstag— diese Ent deckung bat der bekannte Seelenriecher und Wollstoff- Reisende Pro- fessor Jäger« Stuttgart gemacht. Er hat sie auch sofort den zoologisch Eingeschätzten übermittelt und zwar in einer Denischrist über das Färben des Zuckers mit Uliramarin-Waschblau. Diese schleichende Voltsvergiftung hätte nach Jäger längst untere drückt sein müssen. Aber leider wird die Oeffemlichkeit von Leuten beherrscht und gelenkt, die nicht wie Normal,, renschen in Magen und Nerven.sensibel" sind, sondern die alle Gifte mit einen, wahren Behagen herunterschlucken. Und solche Leute nennt der schwäbische' Professor eben Igel, weil sie„gegen alles so hieb und stichfest sind wie unter den Tieren der Igel, dem mit vielein Gift bekanntlich gar nicht beiznkommen ist." Diese zweibeinigen Igel sind daran schuld, daß für die Gesundheitspflege so wenig ge schieht. Alle Beschwerden der sensiblen schreit dieser„Chorus der Igel" als Uebertreibung und Einbildung nieder. Darum können auch alle Reichs- und Landtage in der Zuckerfrage nichts leisten; darum reden sie über Ueberproduktion und Ausfuhrprämien statt über Waschblau und verdorbene Verdauungswerkzeuge: Das ist wieder ganz natürlich. Wer auch nur einmal mit angesehen hat. was' ein Wahlkandidat zum Reichstag auf seinen Wählreisen auszuhalten genötigt ist. her weiß, daß das nur ein Igel zu leisten im stände ist, und so ist klar, daß unsere Bertretungskörper fast nur aus Igeln bestehen können. Säßen darin Scnsilble, die von der Sache etwas verstehen, so würden sie der Zuckerfabrikation eine andere Antwort erteilen. Der sonderbare Wollkauz fügt noch gutmütig-bieder bei. er ge- brauche den Ausdruck Igel nur der Kürze wegen. Wahrscheinlich als Abkürzung für Lrinacons ouropaens: ganz gemeiner Swinegel!— Chronik der MajestatsbeleidignngS-Prozeste. Man schreibt uns aus Braunschweig: In der heutigen Ver- Handlung vor der ersten Strafkammer unter Vorsitz des Landgerichs- Direktors Rosmann— die Staatsanwaltschaft vertrat Herr Klane— erschienen als Zeugen Hofintendant Schmidt und Polizei- Wachtmeister Dickmann. Angeklagt war der ftühere Hof- Staatssekretär K ö n n e ck e ivegen Beleidigung des Regenten von Braunjchweig. Könnecke wurde zu zwei Jahren Gefängnis ver- urteilt und sofort abgeführt. Könnecke ist im Jahre 1896 auch wegen Beleidigung deS Re- genten vornBramischweig mit einem Jahre Gesäugiiis bestraft worden. Das Straftnaß ist so hoch und die Wiederholung desselben Delikts so auffällig, daß die Oeffentlichkcft ein Interesse hat, über die An-! gelegenheit dieses Hofbeamten näheres zu erfahren. Der Modelltischler Günther aus Schönbach hatte.sich über die Palästinafahrt des Kaisers geäußert. Hierin erblickte die Leipziger Strafkammer eine Majest'ätsbcleidigung und verurteilte ihn„ach ß 95 des Str.-G.-B. unter Anrechnung von zwei Wochen der Untersuchungshaft zn drei Monaten Gefängnis. Bei der Strafausmessiing wurde berücksichtigt, daß Günther st a r k an- getrunken war und sich der Schwere der Aeußerung nicht voll bewußt gewesen ist.— Wegen Beleidigung des Prinzen Georg von Sachsen wurde der Ikupferschmied Friedrich ans B a u e r w i tz von der Leipziger Strafkammer zu drei Monaten Ge- sängnis verurteilt. Ausland. Die beiden Rivalen in Cstäsien, England und Rußland. sind, tvciin man der„Morn. Post" glauben darf, auf dem besten Wege, sich zu vertragen. Der«Voss. Ztg." zufolge schreibt das englische Blatt: Die Unterhandlungen umfassen neun Punkte: nämlich die A o r e a f r a g e. den Schutz der Nordküste Chinas gegen Angriffe Japans und Deutschlands, die Frage der ch i n e s i s ck> c n Eisenbahnen, die Frage der Herstellung europäischer Kolonien in China, die Herstellung europäischerEinflußzonen in China, die afghanische Frage, hinsichtlich deren Ruß- land wünsche, Afghanistan unabhängig von Großbritannien zu machen; die persische Frage(iimere Refonnen, Eisenbahnen, Kolonien, völlige Befreiung Persicns von jeder fremden Einmischung). Hinsichtlich dieses Punktes weigere Rußland sich, die von England befürwortete Teilung des Einflusses in Erwägung zu ziehen; ferner die syrische Frage mit Verzichtleistu'ng Englands auf ähnliche Besitznahmen wie Cypcrn, die Unterdrückiing aller fremden Einmischung auf Kreta nach Befestigung des Ansehens de« Prinzen Georg; Unabhängig- keit Abessyniens und Berichtigung der ägyptisch-abessynischen Grenze; der Negus solle als autonomer Herrscher, Abessynien als Mittelpunkt der Civilisation in diesem Punkte Afrikas anerkamlt werden. Graf Mnrawiew habe vorgeschlagen, nach Lösung dieser Fragen sollen die erzielten Beschlüsse der französischen Regierung mitgeteilt und diese eingeladen werden, dem endgültigen Vertrage beizutreten. Die Bestätigung dieser gar zu friedlich klingenden Nachrichten wird abzuwarten fem.—_ Oestreich- Ungarn. Prag, 21. April. Den„Narodni Listy" zufolge hat der Seitions- chef im Ministerium des Innern, Stummer, bereits den Sprachen- Gesetzentwurfausgearbeitet, welcher auf Grund des§ 14 eingeführt werden soll. Der Entwurf stellt dem Blatte zufolge 5 Zonen auf, eine einsprachig deutsche, eine einsprachig czcchische, eine mit vorwiegend deutscher, eine mit vorwiegend czcchischer Bevölkerung und eine gemischt- sprachige. das heißt eine solche, in welcher die Minorität der einen beider Nationalitäten niehr als 25 Prozent beträgt. In den einsprachigen Zonen sollen die Amtshandlungen in einer Sprache vorgenommen werden, doch soll bei jeder Behörde ein der zweiten Landessprache kundiger Beamter angestellt werden. In der vorwiegend deutschen Zone soll grundsätzlich in deutscher Spruche verhandelt werden, doch wird von einer größeren Anzahl von Bc- amten die Kenntnis der czechischcn Sprache gefordert werden. In der gennschtsprachigen Zone soll es zulässig sein, in jeder der beide» Landessprachen zu verhandeln. Die Stadt Prag würde unter die letztere Kategorie fallen.— Frankreich. DreysuS-Aktion. Paris, 21. April. Der„Figaro' veröffentlicht heute auf 24 Spalten die Aussagen von 20 vom Kassationshofe ver- nommenen Zeugen; auch daS Facfimile des BordereauS wird veröffentlicht. Unter den veröffentlichten Aussagen ist zunächst die des früheren Direktors deS Cherche- m i d i- G e f ä n g n i s s e s, des Majors Forzinetti. Dieser berichtet über die Einlieferung deS Hauptmanns Dreyfus in das Gefängnis. Dreyfus habe ihm auseinandergesetzt, wie er verhaftet worden sei, nachdem du Paty de Clam ihn im Kriegs- Ministerium aufgefordert hatte, nach seinem Diktat zu schreiben. Du Paty de Clam besuchte, wie Forzinetti weiter berichtet, Dreyfus im Gefängnis und sprach Forzinettt gegenüber die Absicht aus. Dreyfus zu überraschen und in Verwirrung zu setzen. Vom 15. bis 24. Ottober beteuerte Dreyfus unausgesetzt seine Unschuld, am 24. Oktober schien er unruhig zu werden. Forzinetti benachrichtigt« den General BoiSdeffre, welcher � mit ihm zum Kriegsminister ging. Dieser empfing BoiSdeffre allein. BoiSdeffre schien, als er vom Minister zurückkam, in schlechter Stimmung zu sein, er äußerte zu Forzinettt, der Minister habe ihm freie Hand gegeben. Du Paty de Clam nahm noch verschiedene Ver- höre mit Dreyfus vor, welcher immer seine Unschuld beteuerte. Der Verteidiger Demange, der Dreyfus besuchte, sagte zu Forzinettt:„In den 33 Jahren, in denen ich verteidige, ist dies der zweite Unschuldige." Forzinetti entgegnete, das fei aiick seine Ueberzeugung. Forzinetti. welcher die Berichte du Paty de Clams und Onneschvilles sowie die Aussagen der Zeugen gesehen hat, war, wie er weiter aussagt, überrascht über den Mangel an Beweise» cincö Verrates. Am letzten Tage des Prozesics sagte Dreyfus vor den Verhandlungen zu Forzinetti:„Ich glaube, daß ich heute frei werde und die Memigen umarmen kann." Als nach dem Kriegsgericht Dreyfus nach dem Gefängnis zurück- geführt wurde, rief er aus:.Mein einziges Verbrechen ist. daß ich Jude bin!" Er verlangte wiederholt nach seinem Revolver. Am Tage der Ablehnung deS Ein- spruckes Drcyfus' gegen die Verurtcilmia besuchle du Paty de Clam Dreyfus und beMühle sich, ihm ein Geständnis zu entlocken, ent- weder von seiner Schuld oder daß er als Lockspitzel gedient habe. Dreyfus protestierte energisch dagegen. Du Paty de Ctam äußerte beim Weggehen:„Wenn Sie wirklich unschuldig sind, sind Sie der größte Märtyrer des Jahrhunderts." Zeuge Pique erzählt, man habe auf der Insel Rs in einem Kleidungsstücke des Dreyfus eine mehr oder minder genaue Abschrift des Bordereaus gesunden. Der Zeuge setzt hinzu, daß DreyfuS immer mit größter Entschiedenheit>eine Unschuld beteuert habe. Aus den weiteren Zeugenaussagen geht hervor, daß der Polizei- ergcant D e p e r t aussagt, DreyfuS habe im Zivil- gcfängniS geäußert:«Ich bin f ch» l d i g, a b e r ich bin n i ch l der einzige." Der Gefängnisdirektor erklärt, eine solche Aeußerung Dreyfus' nicht gehört zu haben. Mehrere mit dem Hauptmann Lebrun-Renault bc- befreundete Zeugen sagen aus. dah d i e s er n i e m a ls von dem angeblichen Gestäudniste dPj Dreyfus zu ihnen gesprochen habe. Der Sachverständige Bertillon hält sein Gutachten auf- recht, daß daS Bordercau von Dreyfus und mittels Gitters her- gestellt sei. Der Sachverständige Cbaravay erklärt, dv.ß er iciii Antachten über das Bordereau teilweise zurücknehmen müsse. eitdcm er die Schrift Esterhazys kenne, die mit der ded BordereauS entschieden eine größere Zlehnlichkcit habe alS die deS DreyfuS. Die Sachverständigen G oh rrt und Pelletier erklären, das Bordereau fei nicht von DreyfuS, Gohcrl schreibt es formell Esterhazy zu. Den Blättern zufolge richtete General Raget an den KassationS- Hof ein Schreiben, in welchem er erklärt, daß er auf eine Kon- rontierung mit Piequart verzichte, da dieser selbst in päteren Verhören seine früheren Angaben richtig gestelli habe. General Raget deutet in seinem Schreiben an, die Kiiminalkammer müsse seine Aussagen Piequart vorgelegt haben. Der Brief des Generals Raget soll bei der Verlesung von mehreren Milgliedern der Kriminalkammer mit Aeußerungen des Unwillens aufgenommen worden sein.— England. London. 21. April. Das Unterhaus nahm cincii zum Budget eingebrachten Vcschlußaiitrag betreffend die �Ficdrrrinführung des Theezolles an. Afien. Stan u weit populärer sein, wenn die Arbeiter mehr Einfluß auf ermächtigt sein, diese Entschädigung auch in Monatsraten, die Die aufständischen Chinesen sind, wie aus Songlong ge bie Verwaltung hätten. Gerade bei den Landarbeitern dem früheren Gehalt entsprechen, zu zahlen. Die Socialmeldet wird, nunmehr aus dem erweiterten Gebiet von Kaulung wird es aufreizend wirken, daß fie bon Wahl demokraten beantragen, eine weit höhere Entschädigung bertrieben. Die britischen Truppen verfolgten sie von Dorf au Dorf zu den Rentenstellen ganz den Rentenstellen ganz ausgeschlossen find. Für die von 2/12 bis 36/12 zu gewähren. Abg. Dr. Hasse beantragt, die und brachten ihnen zahlreiche Verluste bei. Weiterer Widerstand Anträge Woltenbuhr und Roside stimmen nur die Entschädigung, wenn die Angestellten länger als sechs Jahre wird nicht erwartet, jedoch wird das englische Truppenlager zwei Socialdemokraten, Freifinnigen und Röfide. Nach einstündiger beschäftigt waren, für jedes Jahr um zwei Zwölftel steigen zu Meilen weiter landeinwärts verlegt und der ganze Bezirk von Mittagspause fommt es zur Beratung der§§ 51 bis 51g( Errich lassen. Abg. Singer erklärt, daß feine Partei von einer Taipofu besetzt gehalten. tung der Rentenstellen). Gegen dieselben bringt Wiemer ausreichenden Entschädigung der Angestellten die 8u= ( fri. Vp.) Bedenken vor, weil sie eine Beschränkung der Selbststimmung zur gangen Vorlage abhängig mache. Zur Samoa- Frage. New York, 21. April. Einer Mel- verivaltung bringen. Staatssekretär Bofabowsky erklärt, Man müsse ihnen die Möglichkeit gewähren, sich eine neue Existenz dung des New- York Herald" aus Baf bington zufolge wies der daß es mit der bisherigen Organisation nicht so weiter gehe; es au schaffen. Den Anstalten gegenüber habe man freigebigStaatssekretär Hay den amerikanischen Konsul auf Samoa an, zu milffe Erbitterung hervorrufen, wenn Verschleppungen von Ent teit bewiesen, und dürfe man auch den Angestellten gegenüber versuchen, den Frieden vor der Ankunft der Samoa- Kommission wieder scheidungen vorkommen. Er führt einige Fälle an, über die er sich nicht inanfern. Die Entschädigung mitjie jebenfalls auf ein. herzustellen und fandte dem Admiral aus den Befehl, Konflikte die Akten einfordern ließ. Er werde von jetzt ab jebe Beschwerbe m a I, nicht in Raten gezahlt werden. Staatssekretär v. Bobbie sti mit den Eingeborenen zu vermeiden und sich auf den Schutz des über Werschleppung untersuchen und dann von den Befugnissen der hofft, daß man auch in dieser Frage zu einer Verständigung ges Lebens und des Eigentums der Amerikaner zu beschränken. Die Aufsichtsbehörde den rüdsichtslosesten Gebrauch machen. langen werde. Der Vorschlag Singers gebe jedenfalls zu weit. englischen Vertreter bürften ähnliche Anweisungen erhalten haben. Die Versicherungsanstalten sind jetzt umtahbar nach unten- und Auf die Ratenzahlung lege er tein Gewicht. Abg. Cahens1h( C.) Das Staatsdepartement vernimmt, der englische Konsul sei die Folge sei, daß oft genug die Verwaltung nicht richtig funktioniere. findet die Vorschläge der Regierung zu niedrig, die Singers zu hoch. ermächtigt worden, den anderen Konsuln in betreff der Proklamation Durch die Neutenstellen werde den Versicherten die Möglichkeit gegeben, Er behält sich besondere Anträge vor. Die weitere Debatte wurde an die Eingeborenen sich anzuschließen, in welcher aufgefordert wird, v. 2öbell( t) bis Mittwoch, 26. April, vertagt. bis zur Ankunft der Kommission sich jeder Feindseligkeiten zu spricht sich gegen die Neutenstellen aus. Falls die Berficherungs Staatsanstalten mit Amerika. and daught enthalten. London die Nachricht verbreitet, Bum Stande des Krieges auf den Philippinen wird aus es beständen Meinungsverschiedenheiten zwischen den Mitgliedern der Junta der Filipinos in Europa. Die Mehrzahl derfelben begünstigte die Verbandlungen mit den Amerikanern. Vier Mitglieder, welche für die Verhandlungen find, feien nach Manila abgereift, Agoncillo und zwei andere Mitglieder ber Junta, welche den entgegengesezten Standpunkt einnehmen, in Europa geblieben. Wie sich die Aufstandsleitung auf den Philippinen selbst zu der Frage der Friedensverhandlungen stellt, muß abgewartet werden. Thatsache scheint jedenfalls zu sein, daß den Amerikanern ein enigermaßen acceptabler Friede gegenwärtig sehr erwünscht sein würde: tiled Invalidenversicherungs- Kommission. 7. Sigung vom 21. April 1899. sich perstenstellera fch Hilfe zu verschaffen.. " anstalten zu überlastet sind, so möge man Staatsanstalten mit Die Wahlprüfungskommiffion hat in ihren beiden lezten Staatsbeamten schaffen, die ihnen zu Hilfe kommen, nicht aber solche Sigungen, die Wahlen der Abgeordneten Jacobstötter( Erfurt), Rentenstellen. Nur wenn die tonservativen Anträge aus Graf b. Dönhoff Friedrichstein( Königsberg Land) und genommen werden, will feine Partei den Widerspruch aufgeben. Seropati dhe d( Jüterbogt Luckenwalde) für gültig erklärt. Beanöside: Da die Unfall- Berufsgenossenschaften gegen die Renten- ftandet wurden die Wahlen der Abgg. Senning( 10. Frankfurt, stellen, die er verteidige, protestierten, habe er fein Amt als Vore Calau- Luckau) und Dietrich( Ruppin- Templin).m figender der Berufsgenossenschaft niedergelegt, denn er bleibe nacht meelel tim wie vor dabei, daß die Rentenstellen dringend notwendig seien. Sie bringen nicht, wie Abg. Wiemer sagte, eine Einschränkung, sondern Partei- Nachrichten..et Funktionen von der unteren Verwaltungsbehörde ausgeübt werden, eine Erweiterung der Selbstverwaltung, da bisher ihre Socialdemokratie und Socialreformer. Die Frankfurter welche Leiber sei in erster Lesung schon viel zu viel von dem Geltungs- Frattionsbeschlusse in Sachen des Berlepschschen Kongresses ab und durchaus nicht Organe der Selbstverwaltung sind. Voltsstimme" druckt die Bemerkungen der Münchener Post" zu dem bereich der Rentenstellen abgebrödelt ein Erfolg, an dem die fagt dazu: Konservativen schuld find. Aber das sei ihnen noch nicht genug und In den dem Präsidenten der Vereinigten Staaten nahe nun foll fast gar nichts übrig bleiben. Wir sind mun gewiß die letzten, die Angst vor übler Nachrede" stehenden Kreisen wird, wie aus New- York gemeldet wird, haben, wenn es möglich ist, zusammen mit bürgerlichen SocialMoltenbuhr: Durch das Bürgerliche Gefeßbuch wird die reformern etwas Nüzliches für die Arbeiter zu stande zu bringen. bollständig ins Stoden gekommen ist, und zwar hauptsächlich unfallversicherungs- Organisation für dieselben geschaffen werden muß. beiterschutz Konferenz Berlepfchens für Socialdemokraten burch bie uneingeschränkt zugegeben, daß der Feldzug auf den Philippinen Haftpflicht der Handwerksmeister bei Unfällen so erweitert, daß eine wir hätten auch nichts gegen die Freigabe der internationalen Ar infolge der widerspenstigen haltung der Freials Grundlage derselben können dann die Rentenstellen treten. Graftion gehabt. Aber versprochen hätten wir uns nicht viel von willigen Regimenter. Bis jetzt habent 6000 Frei Abg. v. Salish( t): Gerade deswegen sind wir gegen die Renten- ber Teilnahme unserer Genossen, die man zudem tendenziös auswillige schriftlich von General Otis ihre Entlaffung und Rückstellen; wir wollen ihrer allgemeinen Einführung einen gewählt hatte, statt alle einzuladen, wie nach Zürich. Der Uebera beförderung gefordert. Eine große Anzahl derselben wollte auch an Riegel vorschieben. Mac Kinley ein Beschwerde- Telegramm absenden, was jedoch ver boten wurde. Der tonservative Antrag, Rentenstellen nur für Bezirke an den Kragen, und der Beweis des Nichtstönnens" der Berlepsche nam Honkong, von wo es an zwei Staatsgouverneure abgesandt errichten, wird gegen die Stimmen der Konservativen abgelehnt; Sie schickten dasselbe daraufhin durch einen Boten mit besonders dichter und vorwiegend industrieller Bevölkerung zu braucht für die Oeffentlichkeit nicht mehr erbracht zu werden." wurde, mit der Bitte, es Mac Kinley zu übermitteln. Zotenliste der Partei. In Mehlis( Gotha) starb der Parteian Stelle der Beschlüsse erster Lesung wird als§ 51 ein Antrag genoffe Hermann Anschütz im Alter von 47 Jahren. Anschütz war Trimborn angenommen, Rentenstellen für den Bezirk der Ver- langjähriger Kassierer des Volksvereins in Mehlis und Filialexpedient sicherungsanstalt oder Teile desselben vom Vorstande der Verbes Boltsblattes" für Roburg und Gotha. Das Blatt widmet ihm ficherungsanstalt unter Zustimmung des Ausschusses au errichten. einen warmen Nachruf. Die Parteigenossen werden ihm ein treues Sind die beamteten Mitglieder des Vorstandes von der Landes- Central Andenken bewahren. In§ 33 bestimmt Abfaz 2, daß die Invalidenrente demjenigen behörde ernannt worden, fo ist auch die Zustimmung Polizeiliches, Gerichtliches univ. entzogen werden kann, der fich nicht behufs Herbeiführung seiner der Lesteren erforderlich. Die Landes- Centralbehörde tann Erwerbsfähigkeit in eine Heilanstalt bringen lassen will. Der social nach Anhörung der Vorstände und Ausschüsse der beteiligten Ver-Streifpoftenstehen ist in Erfurt kein grober Unfug. Der demokratische Antrag, diese Bestimmung zu streichen, wird absicherungsanstalten die Errichtung von Rentenstellen anordnen. Steinbildhauer Hartmann war angeklagt, gelegentlich des Steingelehnt. In§ 34( Ruhen der Rente) wird bestimmt, daß Sollen solche Stellen für Bezirke errichtet werden, welche sich auf bildhauerstreits durch Auf- und Abgehen vor einer Betriebsstätte Unfallrentner, die mehr als 450 M. beziehen und gleichzeitig In die Gebiete mehrerer Bundesstaaten erstreden, so tann der Reichs groben Unfug verübt zu haben. Ein als Zeuge vernommener validenrente erhalten follen, diese nicht bekommen. Ein jocial- fangler, falls ein Einverständnis unter den beteiligten Landes- Unternehmer gab an, daß er sich durch die Streitposten der streikendemokratischer Antrag fordert, daß die Invalidenrente erst ruhen regierungen nicht erzielt wird, ihre Einrichtung anordnen. Die den Bildhauer wohl beunruhigt gefühlt habe; vom Bolizeikommissar darf, wenn der Gesamtbezug den Betrag desjenigen Durchschnitts- Rentenstelle ist Organ der Versicherungsanstalt und hat die Eigen fei ihm mitgeteilt, daß Streifpoftenstehen strafbar sei und deshalb Lohnes übersteigt, welchen die Rentner im letzten Jahre vor dem frag schaft einer öffentlichen Behörde.§ 516 bestimmt, daß habe er Anzeige erstattet. Er gab im weiteren zu, daß Hartmann lichen Unfall bezogen haben." Moltenbuhr weist auf die große Under Vorsitzende von der Landes Centralbehörde niemand angesprochen habe. Der Amtsanwalt beantragte die Freigerechtigkeit hin, daß derjenige, der eine doch keineswegs, ausreichende ernannt werden soll. Ein Antrag Schmidt( frf. Bp.). daß fprechung selbst, da ein Hin und Hergehen auf der Straße doch Unfallrente von 450 m. enthält, teine Invalidenrente erhalten er ernannt werde von der mit der Verwaltung der Annicht als grober Unfug angefehen werben tönne. Der Gerichtshof foll, obwohl er Beiträge zur Versicherung zahlen mußte. gelegenheiten des weiteren Kommunalverbandes betrauten Beschloß sich diesen Gründen an und erkannte demgemäß. In Arbeiterfreisen sei darüber die Erbitterung fehr groß. hörde, wird einstimmig angenommen. Gegen die socialdemo Zweimal 150 Mark Geldstrafe war der Zahlstelle des Der focialdemokratische Antrag wird gegen die Stimmen fratischen und freifinnigen Stimmen wird der Antrag Trimborn Solzarbeiter- Verbandes in Geest emünde angedroht worden, der Socialdemokraten und Freifinnigen abgelehnt und ein An angenommen, daß der Vorsitzende der Rentenstelle, falls er ein weil sie sich beharrlich weigerte, auf Aufforderung des Landrats trag Size angenommen, daß die Invalidenrente erst ruht, Staatsbeamter ist, der im Nebenamt funktioniert, der Disciplinar ein Mitgliederverzeichnis einzureichen. Auf eingelegte Beschwerde wenn die zugesprochene Unfallrente und die Invalidenrente den gewalt seiner im Hauptamt ihm vorgesetzten Dienst be hörde entschied der Regierungspräsident, daß die Zahlstelle kein Verzeichnis ftebeneinhalbfachen Grundbetrag der den Rentnern zustehenden Inva- unterliegt. Wiederhergestellt wird der in erster Lesung einzureichen brauche, weil sie feine selbständige Vereinsthätigkeit libenrente übersteigt. Die entsprechenden Höchstbeträge sind dann in gestrichene§ 65: Rüdversicherungsverbände: Unfere entfalte. Lohnklasse I= 450 m., in II= 525 M., in III= 600 m., in IV= Versicherungsanstalten können vereinbaren, die Lasten der InvaliditätsGehaussucht wurde am Mittwoch auf dem Bureau, Ne 675 M., in V= 750 M. Die Rente soll auch ruhen, solange der und Altersversicherung ganz oder zum Teil gemeinsam zu tragen. daktion und Druckerei des Bergarbeiter- Verbandes. Der tönigliche Berechtigte nicht im Inlande seinen gewöhnlichen Aufenthalt Nächste Sigung Montag. Bezirkskommissar Bernhard und der Kommissar Göhrke suchten ein hat. Der socialdemokratische Antrag, diese Bestimmung dinodol stron Manuskript vom Monat Januar. Manuskript vom Monat Januar. Natürlich ohne Erfolg. zu streichen, wird abgelehnt, froßdem Moltenbuhr darauf hinweist, daß hier eine Beschränkung der Freizügigkeit geschaffen und der Jnländer, der nach dem Auslande geht, schlechter als der Aus tänber gestellt werde, denn dieser erhalte den dreifachen Betrag Der Bergarbeiterstreik in Belgien. der Jahresrente als Abfindungssumme. Auf einen national- In der Reichstagstemmission für die Post Liberalen Antrag hin wird sogar die in erster Lesung angenommene nobelle wurde am Freitag die Beratung über die Artikel, Aus dem Streifgebiet liegen heute folgende telegraphische Bestimmung gestrichen, daß die im Inlande wohnende Familie eines welche die Ausdehnung des Boftregals, die Konzeffionspflicht Nachrichten vor: Jm Becken von Mon 3 sind 3500, im Becken du Ausländers, welcher nach dem Auslande geht, die Rente überwiesen erhält. neuer Privatposten und die Entschädigung für die Einschränkung der Centre 12 000 und im Becken von Charleroi 21 000 BergIn§ 40d wird bestimmt, daß bei Verhandlungen über Gewährung bestehenden betreffen, fortgefett. Abg. Singer( Soz.) hält es für das leute ausständig. An allen Orten herrscht Ruhe. Es bestätigt sich, oder Entziehung der Rente die untere Verwaltungsbehörde ver- beste, die Privatpostanstalten ganz eingehen zu lassen und pflichtet ist, die Abgabe des Gutachtens unter Buziehung je eines fie für den ganzen Ausfall ihres Geschäfis zu entschädigen. Staats- daß der Ausstand am Montag in dem Becken von Mons ein allVertreters der Arbeitgeber und der Versicherten in mündlicher Ver- fekretär v. Bobbielski ist der gleichen Anficht, zumal bei nur gemeiner sein werde. In dem Beden von 2üttich hat der Aushandlung zu erörtern. Auf seinen Antrag oder zur Aufklärung des teilweiser Einschränkung des Privat- Boftbetriebes die Gefahr vorliege, stand fich auf alle Kohlengruben des Plateaus von Hervé, auf Sachverhalts ist der Rentenbewerber oder Rentenempfänger zur daß die Privatposten die empfangenen Entschädigungsgelder bemußten, Seraing und die übrigen Kohlengruben der Gegend ausgedehnt. mündlichen Verhandlung hinzuzuziehen". Es wird beschlossen, noch der Reichspoft weiteren Wettbewerb zu machen. Ein erstrebenshinzuzufügen:„ Auf jeden Fall ist er vom Termin der Verhandlung wertes Biel fet die allmähliche Einführung des Fünfpfennig- Mehrere Angriffe auf Arbeitswillige, so berichtet der offiziöse zu benachrichtigen".§ 40f setzt das Wahlverfahren fest. Die Portos für Briefe. Dieser Weg folle jetzt angebahnt Telegraph, wurden alsbald streng unterdrückt. Nach allen Gegenden Socialdemokraten beantragen:„ Die Vertreter der Arbeit werden. zu ラ *** Parlamentarisches, Postnovelle. tabl # 3113 % 00 Die neueste telegraphische Meldung aus dem Streit Gewerkschaftliches. Berlin und Umgegend. jährigen Arbeitgeber aus ihrer Mitte, zur andern Hälfte durch die Folge haben, man könne also nur schrittweise eine Verbilligung ber Bersammlungen fordern die socialistischen Abgeordneten zum Ausgroßzjährigen Bersicherten aus deren Witte auf Grund des Tarife herbeiführen. Abg. v. Stauby( f.) beantragt, in Butunft stand auf. geber und der Versicherten werden zur Hälfte durch die groß- Tariffäßen würde empfindliche Ausfälle an Reichseinnahmen zur wurden Verstärkungen für die Gendarmerie abgeschickt. In den gleichen, unmittelbaren und geheimen Stimm- weber die Neuerrichtung, noch die Weiterführung bestehender Privat Für nächsten Sonntag sind die Vertreter der Bergarbeiter zu rechtes, unter Gleichberechtigung der Ge- posten zu gestatten. Abg. Müller Fulda( C.) hat Bedenken, ob fchlechter, eter, mit einfacher Mehrheit gewählt. Jebe Slaffe wählt ber Antrag v. Staudh verfaffungsrechtlich zulässig und verbindlich Beratungen in den einzelnen Centren zusammenberufen. ihre Vertreter für sich". Moltenbuhr: Alle nicht gegen für Bayern und Württemberg sei. Abg. Dr. Paasche( natl.) beantragt, Strankheit versicherten Personen sind jezt vom Wahlrecht aus- Art. 3 wie folgt zu fassen:" Anstalten 2c. dürfen im Reichs- Postgeschlossen, ebenso die Mitglieder der freien Hilfskaffen, sobald diese gebiet, in Bayern und Württemberg vom 1. Oftober 1899 ab nicht gebiet lautet: ihren Wirkungskreis über den Siz der Kaffe hinaus ausdehnen. mehr errichtet oder weiter betrieben werden." Ageordneter Brüssel, 21. April. Die Zahl der Streifenden beträgt anDagegen haben die Fabrikanten die Möglichkeit, den Wahlkörper zu Dr. Müller- Sagan( frj. Vp.) schlägt als Termin, an welchem beeinfluſſen, denn bei 50 Arbeitern haben fie das Recht, Betriebs- der Betrieb der Privatposten aufhören solle, ben 1. April näherub 50 000, davon im Mittelbecken 17 000, in der Borinage Strantenkaffen zu errichten und jede solch eine Kaffe hat dasselbe 1900 vor. Die Abgeordneten Dr. Paasche und v. Staudy ſegen 5000, in Lüttich 5000, in Charleroi 25 000, Ueberall herrscht Nuhe. Wahlrecht wie eine noch so große Orts Krankenkasse. Die Beein- darauf in ihren Anträgen den 1. April 1900 ein. Der Antrag fluffung einer Fabrikkaffe ist aber sehr leicht möglich. Gerade die Paasche, wonach die Privatposten vom 1. April 1900 cinBueck und andere Feinde der Arbeiterbewegung sprechen sich hier gehen, wird mit großer Mehrheit angenommen. Der Antrags gegen die Verleihung des gleichen und allgemeinen Wahlrechts aus; v. Staudy ist damit erledigt. Die die Ausdehnung des Postregals da diese Herren nichts thun, was nicht praktisch" ist, das heißt betreffenden Bestimmungen des Artikel 2 werden darauf unver den Profit vergrößert, so ist ihr Protest gegen diese Forderung des ändert ebenfalls mit großer Mehrheit angenommen. Hierauf Streifpoftenstehen. In der Alexandrinenstr. 22 bei der Wahlrechts offenbar von der Furcht veranlaßt, daß dieses den wird Artikel 4 betr. die Entschädigungen der Privatposten zur Firma Gembidi, Stodfabrik, befinden sich die Arbeiter seit 8 Tagen Arbeitern ermöglicht, voll zu ihrem Rechte zu kommen. Röside Berhandlung gestellt. Zunächst die Entschädigung für die An- im Ausstande. In neuerer Zeit scheint man nun vom dortigen schließt sich dem Antrage an, aber nicht der Begründung desselben. ftalten, und zwar für den entgangenen Gewinn, soll das Acht- Polizeirevier, das über den Streit von den Fabrikanten ausführlich, Da aber der Antrag teine Aussicht auf Annahme hat, beantragt er, fache des jährlichen Reingewinnes nicht übersteigen, den die An- wenn auch weniger gut informiert ist, mit äußerster Strenge gegen daß wenigstens nicht die Vorstände der Strantentaffen die Wahl stalt im Durchschnitt der vor dem 1. April 1898 liegenden drei letzten jeden Streitenden vorzugehen, der irgendwie im Verdacht steht, das der Beifizer vorzunehmen haben, sondern die General Ber- Geschäftsjahre erzielt hat. Abg. Dr. Pachnide( freis. Vereinigung) Streikpostenstehen auszuüben. Wie weit diese Maßnahme getrieben werde, fammlungen. Ministerialdirektor Böbtte spricht sich gegen beantragt, statt Achtfache" zu sehen" Behnfache". Müller- Sagan ist daraus ersichtlich, daß den Streifenden verboten wird, bei dem beide Anträge aus, ebenso von Richthofen( fonf.). Thiele will ſtatt 1. April 1898" fagen: 1. April 1899". Gegen den An- im Hause wohnenden Restaurateur von der Thür des Lotals aus ( Soz.): Schon jetzt scheiben viele Fabriken aus den Ortskaffen aus trag Müller- Sagan hat Staatssekretär v. Podbielsti teine Be Beobachtungen über die in Arbeit stehenden Leute anzustellen. Die und errichten Fabritfaffen, deren Leitung ganz in den Händen der denken, doch will er an dem achtfachen Reingewinn als Entschädigung Streitenden hüten sich principiell, irgend jemand zu beläftigen, da Unternehmer ist. Das Interesse der Arbeiter an der Vertretung festgehalten wiffen. Abg. Singer stimmt dem Staatssekretär fie wissen, daß die in Arbeit Stehenden ihnen ungefährlich sind, weil würde bedeutend steigen, wenn das direkte Wahlrecht ein- bei. Voraussetzung für die Entschädigung sei eine genauefte sie die Arbeit, die in der Fabrik gefordert wird, nicht leisten können. geführt wäre. Staatssekretär Bofabowsky: Schon gegen die Prüfung der Bücher. Bei der Abstimmung wurden die An- Jetzt ist auch dem Wirt des Lokals von einem Polizeibeamten Beteiligung der Arbeiter an der Verwaltung der Nentenstellen träge Müller und Bachnide, abgelehnt und die Regierungsstreng untersagt worden, von den Gästen irgend jemand in der Tür sei Widerspruch vorhanden; wenn der Antrag Rofide, geschweige der borlage, also achtfacher Reingewinn der vor 1. April 1898 ftehen zu lassen, Ferner wurden in den legten Tagen Verhaftungen focialdemokratische angenommen werde, so sei die Gefahr vorliegenden drei letzten Jahre, als Entschädigung für die Anstalten vorgenommen, weil von den Streifenden einige bie Alexandrinenhanden, daß die Rentenstellen überhaupt nicht zu stande kommen. angenommen. Für die zwölffache Entschädigung stimmten nur straße entlang gingen. Auf dem Polizeibureau wurde den Abg. Trimborn( E.) wendet sich ebenfalls gegen beide An- zwei Vertreter der freifinnigen Vollspartei, für die zehnfache dieselben Betreffenden bedeutet, daß sie überhaupt die Alexandrinenträge; folche Generalversammlungen machen den Arbeitern nur Herren und Dr. Bachnide. Sodann beriet die Kommission über straße nicht entlang gehen dürfen. Diese polizeiliche Eingroße Kosten(!). Moltenbuhr: Die Agitation wird auch bei Art. 4b, der die Entschädigungen für die Bediensteten der mischung werden die Streifenden sich nicht gefallen lassen, weil bem jezigen Wahlmodus nicht gehindert, denn wenn die Mitglieder Privatpoftanstalten betrifft. Diefe follen, fofern sie über die Polizei kein Recht hat, solche Maßnahmen zu treffen. Noch unzufrieden find mit den vom Borstande gewählten Personen, so 18 Jahre alt find, je nachdem die Beschäftigung drei weniger können sie den Belehrungen folgen, die ihnen auf dem werden sie in der nächsten Generalversammlung den Vorstand zur Monate bis fechs Jahre gedauert hat, 1/12 bis 12/12 des zuletzt Bolizeibureau von den Beamten zu teil wurde, da fie diese polizeiRede stellen und gegen ihn agitieren. Das Gesetz würde bezogenen Jahresgehalts erhalten. Die Postverwaltung jou liche Beaufsichtigung sehr gut entbehren können! Zum Formerstreik in Rathenow. Ueber die Ursachen des gestern von uns gemeldeten Ausstandcs der Former der Fabrik für landwirtschaftliche Maschinen von OttoSchmidt in Rathenow erfahren wir das Folgende: Es war in der Gieherei seit jeher Usus, daß die Former den'Kohlensand selbst holen mußten und auch den Transport der schweren Formkasten s e l b st zu besorgen hatten. Der größte Uebelstand aber war, daß ein Accordtarif nicht vorhanden, und für dieselben Arbeiten nach Gunst 50 Pf. und 1 Mar! vom Meister mehr oder weniger gezahlt wurden. 4 Wochen vor Ostern wurde den Former» auf ihren Antrag Ab- stcllung dieser Mißstände zugesagt, nach Ostern erfolgte jedoch Zurück- nähme dieser Zusage. Es' wurde eine Kommission gewählt, eine Einigung jedoch nicht erzielt, und erfolgte am 17. d. M. die Nieder- legung der Arbeit. Die Forderungen lauten: 1. Transport deS Sandes und der schweren Formkasten durch Hilfsarbeiter. 2. An- fertigung und Aushängen eines Accordtarifes. Der Hanptwiderstand der Firma richtet sich gegen diese letztere Fordennig. Deutsches Reich. Ueber den Krefelder Webcransstand schreibt die»Nieder- rheinische Volkstribüne": „Der Anfang vom Ende des Streiks ist da. In S von 13 Fabriken wird am Donnerstag und Freitag die Arbeit auf- genommen. Bei Pelzer Gebr. ist schon am Mittlvoch angefangen worden. Mit welcher Begeisterung die Kleingewerbetreibenden die Nachricht von der Beendigung des Streiks aufnahmen, läßt sich daraus ersehen, daß im Nordbezirk der Stadt, wo sich die meisten Sammetfabriken befinde», eine große Anzahl Geschäftsleute geflaggt hatten. Daß in den 9 Fabriken die Arbeit aufgenommen werden kann, ohne daß eine Sperre eintritt, hängt mit folgendem Beschluß der Fabrikanteu-Vereinigung zusammen, welcher am Dienstag, den 13. April, gefaßt wurde: �„Um den arbeitswilligen Sammetarbeitern nach mehr als dreimonatiger Daner des Ausstandes Gelegenheit zur Arbeit zu geben, wird einstimmig, unter Aufrechterhaltung der Bestimmungen über den gegenseitigen Schutz, beschlossen, daß die Arbeit in allen dem Verbände angehörigen Betrieben voni 19. April ab wieder Mlfgenonnnen werden kann. Der Verband der Krefelder Sammet-Fabrikanten." Die vier Fabrikanten, welche noch widerstreben, sind Ebeling U. Eomp., wo der Streik schon 20 Wochen dauert, Schellekcs u. Comp., Möttau u. Leenders und Eugen Jakobs. Es wäre nun u. E. ein Kleines, auch diese vier Firmen zum Nachgeben zu bringen, wenn die christlichen Weber nicht wären. Nachdem in den 20 Wochen nur ein Streikbrecher bei Ebeling in Arbeit getreten ist, kommen in dem Augenblick, wo Verhandlungen im Gange sind, vier Christliche und fallen den Streikenden in den Rücken. Die Er- bitteruug gegen die Streikbrecher ist unbeschreiblich. Die Arbeiter haben von ihren berechtigten Forderungen genug nachgegeben, und wenn es den 4 Fabrikanten um einen ehrlichen Vergleich zu thun ist, so nn'issen sie von ihrem starren Widerstände etwas abweichen. Der Friede, der in den 9 Fabriken zu stände gekommen, kann für beide Teile als befriedigend angesehen werden. Hoffen wir, recht bald das Ende des ganzen Streiks melden zu können." In Velbert hatte anläßlich eines Formerstreiks ein Streikender einem Streikbrecher gegenüber die Aeußerung fallen lassen:„Wenn Du die Arbeit aufiiimmst, schlage ich Dir den Kopf kapnt." Dieserhalb stand nun gestern der Arbeiter vor der Strafkammer in Eberswalde. Diese faßte die Geschickte als ziemlich harmlos auf, indem sie dem Angeklagten mildernde Umstände zubilligte und ihn wegen versuchter Nötigung zu 30 M. verurteilte. Lohnkämpfe der Banhandwerker. In Buxtehude haben die Maurer in ihrem Ausstand eine Erhöhung des Stundenlohnes von 37 auf 40 Pf. durchgefetzt. In Krefeld befinden sich 41 Zimmerer im Ausstand. Sie verlangen 46 Pf. Stundenlohn und zehnstündige Arbeitszeit. Die Maurer in Meißen sind in eine Lohnbewegung ein- getreten. Sie verlangen zehnstündige Arbeitszeit und 38 Pf. Stundenlohn. Die� Unternehmer haben es nicht für nötig gehalten. der Arbeitcrkommission zu antworten. Da die Arbeiter aber auf ihren Forderungen beharren, dürfte es zum Streik kommen. Die Stcinarbcitcr in S t r i e g a u haben in ihrer Lohnbewegung eine 8 bis 10 prozentige Lohnerhöhung erreicht. DaS Arbeiterfekretariat Nürnberg im Jahre 18S8. Der socl'cn ausgegebene Vcrlvaltungsberichi des Arbeitersekretariats Nürnberg für das Jahr 1893 liefert wiederuin einen schönen Beweis für die vielseitige und segensreiche Thätigkeit dieser wichtigen Schöpfung der organisierten Arbeiterschaft jener Industriestadt. Unterhalten von den nnscheinbarcn Zwcipfennig-Beiträgen der Proletarier nimmt das Institut von Jahr zu Jahr einen größeren Umfang an, gleichzeitig an Bedeutung immer mehr gewinnend. Dnfiir giebt die auch im verfloffenen Geschäftsjahr eingetretene Vcr- mehrnng der Personenfrequenz einen untrüglichen Beweis. Es haben 13 938 Personen die Einrichtungen des Bureaus in Anspruch genommen. gegen 11 610 im Jahre 1397. Das Bureau war an 307 Tagen ge- öffnet, die durchschnittliche Tagesfrequcnz betrug demnach 45. Den stärksten Tagesbcsnch weist der 4. Juli mit 107 auf. Der vorliegende Jahresbericht, ein stattliches Heft von 117 Seiten Umfang, enthält ein außerordentlich reichhaltiges Material zur Er- kcnutuis der Lage der Arbeiterschaft; ein Blick auf die 16 Spalten des Registers läßt das bereits erkennen. Bedeutungsvoll ist vor allem der aktenmäßige Nachiveis der vielen principicllen und organisatorischen Mängel unserer Socialgesetzgebung, die durch den zopfigen Bureaukratismus der Behörden und Beamten noch wesentlich verschärft werden. Tie schlichten Angaben über den Kampf der Arbeiter um ihre Rechte wirken oft geradezu erschütternd. Wie es vielfach um das berühmte „patriarchalische" Verhältnis der Unternehmer zu den Arbeitern be- stellt ist. wird mit zahlreichen Belegen ausgeführt. Vor allem wird in der Zeit des Zuchthanskurses folgende lakonische Bemerkung des Berichtes über die Verhältnisse bei einer in Nürnberg bekannten Firma ihren Eindruck nicht verfehlen:„Von zehn Arbeitern, welche beim Arbeiterfekretariat Beschwerde führen, behaupten neun, thätlich mißhandelt worden zu sein"(psk. 81). Unsere Gewerkschaftler dürften vornehmlich die sehr genauen Nach- weise über die Stärke und Leistungen der Nürnbergischcn gewerkschaft- lichcn Organisationen interessieren. Es sind nicht nur die Mitglieder- zahlen und die Veränderungen im Mitgliederbestande quartalsweise tabellarisch aufgeführt, sondern auch die Leistungen der Arbeiter und die verschiedenen Ausgaben der Organisationen. Im Jahre 1898 stieg die Zahl der in Nürnberg gewerkschaftlich organisierten Arbeiter beider Geschlechter von 9042 auf 11�69, dabei stieg aber nur die Zahl der organisierten männlichen Arbeiter um 2640, die der weiblichen ging aber von 437 auf 414 zurück, so daß 23 weniger am Ende' des Jahres organisiert waren wie am Anfang des Jahres. Die Ge- samteinnahmen der Nürnberger Gewerkschaften betrugen im Jahre 1898 168 252,27 M., an die Centralkassen, abzüglich der Leistungen derselben an die Filialen, wurden 63 468,66 M. abgeliefert. Beigefügt ist dem Jahresbericht einmal eine ausführliche Dar- legung der Forderungen der Pinselarbeiter in der Frage der Milz- brandgefahr, und zweitens eine Enquete über die Zustande in den Nünibergischen Druckereien. Der Jahresbericht, der für 20 Pfennig käuflich ist, sei allen Freunden der Arbeitersache eindringlich zum Studium empfohlen. Er bildet stnit dem vor kurzem erschienenen Müncbcner Sekretariats» berichte zusammen) eine wertvolle und notwendige Ergänzung zu dem offiziellen Berichte der bayerischen Gewerbe- und Fabrik- inspektion. Ausland. In Nachod(Böhmen) befinden sich seit zwei Wochen 1000 Weber km Ausstand. Eine Vermittclung. die der Bezirkshäuptmann von Trautenau einleitete, blieb erfolglos, da von dem Unternehmer Spiegler jede Lohnerhöhung abgelehnt wurde. Das Syndikat der Vergolder in Brüssel teilt uns mit, daß die Arbeiter dieses Berufs, 200 an der Zahl, ausgesperrt sind. Die Organisation hat es verstanden, infolge der vorzüglichen Organi« sation die zehnstündige Arbeitszeit im Beruf einzuführen, sowie die Löhne auf eine angemessene Höhe zu bringen. Die Unternehmer Verantwortlicher Redacteur: August Jarobey in i haben nun die Vereinbarung getroffen, gegen die Organisation der Arbeiter zum Angriff vorzugehen und wollen ihre Betriebe vier Wochen schließen. Sie geben sich der Hoffnung hin. daß sie aus Deutschland Arbeitswillige anwerben können. Das Arbeitershndikat richtet deshalb an alle Berufsgenossen in Deutschland den lebhaften Appell, sie in ihrem Kampf zu unterstützen und vor allein den Zuzug femzuhalten. Aufragen sind zu richten an: Union Syndicate des Doreurs- Ornemanistes sur Bois, Maison du Peuple, rue Joseph Stevens, Bruxelles. I» SnndSvall in Schweden sind in dem Kampf um das Vereinsrecht 1050 Arbeiter ausgesperrt. Bisher ist es den Holzmühlenbesitzern nicht gelungen, Streikbrecher zu finden. Der Anschluß an die Gewerkschaftsvereine wächst sowohl dort, als auch sonst in Schweden gerade infolge dieses Kampfes. Ter dänische Schneiderstreik geht seinem Ende entgegen, da auch die Meister in der Provinz den Preiscourant, einer nach dem ander», unterschreiben._ Nus dev Frauenbewegung. Zulassung von Frauen zu medizinischen Prüfungen. Der Bundesrat hat beschlossen, daß auch Frauen zu den medizinischen Prüfungen, sowie zu den Prüfungen der Zahnärzte und Apotheker im Deutsche» Reiche zugelaffen werden sollen. Der Beschluß wurde in die Form einer maßgebenden Auslegung der Prüfungsordnungen für Aerzte, Zahnärzte und Apotheker gekleidet. Im Anschlüsse an die Tagung der„Freien christlich- socialen Konfercuz hat sich eine Frauengruppe dieser Ver- einignng gebildet. In Helsingfors beteiligten sich 400 Frauen an dem Sammeln von Unterschriften für die große Petition, die das finnische Volk gegen die Rnssifizierung an den Zaren richtet. Von de» 70 000 Ein- ivöhnern Helsingfors haben innerhalb zweier Tage die Hälfte die Pesition unterschrieben. Das größte Verständnis für diele Aktion, so berichten die in Wien erscheinenden„Dokumente der Frauen", zeigten unter den Frauen die Arbeiterinnen. Socisles. Staatliche Vorschriften über die Arbeitszeit von Straffen- bahn-Angestellte». Die hundertfältigen Klagen über die Neber- anstrengung der Straßenbahn-Angestellten haben die sächsische Regierung veranlaßt, zur Förderung der Betriebssicherheit im Straßenbahnwesen gewisse Norme» für die tägliche Dienstzeit aufzu- stellen. Die von dem königlichen Kommissar für die elektrischen Straßenbahnen aufgestellten Normen treffen Bestimmungen lediglich über die Maximaldienstzeit der Wagenführer und Signalwärter. Sie lauten: 1. Die Dienstzeit darf während eines Zeitraumes von drei Wochen keinesfalls mehr als 200 Stunden betragen. 2. Die Dienstzeit darf an einem Tage ohne Einschiebung einer größeren Ruhepause von niindestens zwei Stunden Dauer nicht mehr als zehn Stunden betragen, bei Einschiebung einer solchen Ruhe- pause aber, abgesehen von der untenbezeichneten Ausnahme, auch nicht mehr als 14 Stunden. Der Dienstzeit muß eine geschloffene Ruhezeit von mindestens acht Stustden folgen. Nur einmal in je sieben Tagen ist eS zulässig, die Dienstzeit unter entsprechender Abminderung der vorausgehenden oder nach- 'olgenden Ruhezeit auf fünfzehn Stunden zu erhöhen. 3. Diejenige Zeit, während welcher das Personal zwar nicht beschäftigt, aber dienstbereit sein muß, wird mit dem halben Betrag als Dienstzeit gerechnet. Hierzu gehören alle Dicnstpausen von 6—40 Miiucten Dauer sowie Pausen über 40 Minuten ohne Ab- lösung. Dienftpausen unter fünf Mimiten Dauer gelten als Dienst- zeit. Pausen von mehr als 40 Minuten(mit Ablösung) gelten als dienstfreie Zeit. 4. Im Dienstplane sind die Zeiten vor und nach dem eigent- lichen Fahrdienst, innerhalb welcher das Personal zur Stelle sein muß, mit aufzuführen. Der Bruder der Kaiserin, Herzog Ernst Günther von Schleswig- Holstein, hat eine Broschüre über Arbeitsnachweis geschrieben, von der die„Sociale Praxis" Notiz nimmt. Nach dem, Ivos dies genannte Blatt dariiber mitteilt, scheint sie mehr als Beweis dafür, daß dieser hohe Herr sich überhaupt mit Arbeiterangelegenheiten be- faßt, als um ihres Inhalts willen erwähnenswert. Uns selbst liegt die Broschüre zur Zeit nicht vor. Gevirhks-Teilung. Die Ehe ein Kaufvertrag. Ein modernes Sittenbild entrollte sich am Donnerstag vor dem Reichsgericht. Ein Arzt wurde näm- lich von dem höchsten deutschen Gerichtshof vor das Schwurgericht verwiesen. Das Landgericht Magdeburg hat am 1. Dezember v. I. den in Neu Haldensleben und Unseburg wohnhaft ge- wesenen praktischen Arzt Dr. med. Paul B e ese von der Anklage des fahrlässigen FalscheideS freigesprochen. Im Mai 1896 heiratete Dr. B. eine Tochter des Landwirtes Schütze in Magdeburg und ließ sich in Neuhaldensleben nieder. Schon im Dezember desselben Jahres starb die junge Frau. Die Verhandlungen über die Mitgift waren um diese Zeit noch nicht zum Abschluß gelangt. Dr. B. hatte am Hochzeitstage nur 1400 M. er- halten, die nach seiner Ansicht zur Deckung der notwendigen AuS- gaben für die nächste Zeit dienen sollten. Nach Aussage der Frau Schütze war die Mitgift auf 75 000 M. bemessen worden, jedoch sollte sie erst zwei Jahre»ach Eingehung der Ehe gezahlt werden. Nach dem Tode ihrer Tochter waren die Eheleute Schütze nickt geneigt, die volle Summe an den bisherigen Schwiegersohn auszuzahlen. Sie einigten sich mit ihm dahin, daß er als Abfindung 37 600 M.. die Hälfte der ursprünglich als Mitgift in Aussicht ge- nommenen Summe, erhalten solle. Dr. B. sprach den Wunsch aus. daß der notarielle Vertrag, der vor dem Notar Schneider in Egeln abgeschlossen wurde, auf einen geringeren Betrag nor- miert iverden möge, damit an den Stempelgebühren gespart werde. Die Eheleute Schütze übergaben ihm darauf 10 000 M. in Wert- papieren und vcranlaßten den Notar Schneider, als Objekt der Schenkung nicht 37 600 M., sondern ca. 24 000 M. in dem Vertrage anzugeben. Frau Schütze gab dem Notar gegenüber an. ihr Schwieger- söhn habe sich mit dieser Summe begnügt. Später(um Ostern 1896) starb der Landwirt Schütze und seine Witwe veranlaßte den Dr. B., seine Praxis in Neuhaldensleben aufzugeben und zu ihr nachUnseburg zu ziehen. Schon im Herbst 1896 geriet Dr. B. wegen der Uebernahme der Wirischaft mit seiner Schwiegermutter in Zwistigkeiten. Sie klagte gegen ihn auf Exmission und er denunzierte sie lvegen Unter- schlagung von einen, Kapaun und vier Enten(sie hatte diese von ihm mitgebrachten Tiere geschlachtet!. Thatsäcklich wurde Frau Schütze auch zu 3 M. Geldstrafe verurteilt. Ihren Sachwaller Rechtsanwalt Schneider hatte sie davon in Kenntnis gesetzt, daß Dr. B. nickt nur 24 000 M., sondern noch weitere 10000 M. erhalten habe. In der UnterschlagungS-Verhandlung vor dem Schöffengericht in Neuhaldensleben suchte dies Rechtsanwalt Schneider durch Beftagung des Zeugen Dr. B. festzustellen. Dieser erklärte, erst in seinen Büchern nachsehen zu müssen. Die Verband- lung wurde vertagt und im neuen Termine erklärte Dr. B., er könne keine genaue Anskunft geben. Diese Aussage bekräftigte er mit dem Eide, obwohl sie objektiv falsch war. Die Strafkamnier hat Dr. B. von der Anklage des fahrlässigen Falscheides ftcigesprochen, weil Fahrlässigkeit nicht vorliege, aber nur 3 von den 6 Richtern der Uebcrzeugung feien, daß der Angeklagte des Meineides schuldig sei.— Der Staatsanwalt legte gegen dieses Urteil R e- vision ein und der Reichsanwalt befürwortete sie. Es sei ein Recktsirrtum, wem, die Strafkammer annehme, daß sie, um Legen den Angeklagten weiter vorgehen zu können, mit Zweidrittel- -rliu. Für den Inseratenteil verantwortlich:»h.«locke m Berlin. Truil Mehrheit feststellen müsse, daß er deS Meineides schuldig sei. Diese Feststellung zu treffen, komme nur den Geschworenen zu. Die Straf- kammer habe nur nötig gehabt, den Verdacht des Meineides aus- zusprechen, und dann die Sache an das Schwurgericht verweisen müssen.— Das Reichsgericht hob das Urteil auf und verwies nunmehr selbst die Sache an das Schwurgericht Magdeburg, da der Angeklagte hinreichend verdächtig sei, in Neuhaldensleben einen Mein- eid geleistet zu haben. Das Urteil im Kölner Gattcnmvrdprozeff ist Donnerstag abend gefällt worden. Der Angeklagte Uhde wurde zu 16 Jahren Zuchthaus, der Angeklagte Noll zu 4Vs Jahren Gefängnis und Frau Seiwerth zu 1 Jahr Gefängnis verurteilt. Auch ein ländliches Sittenbild. Wegen wiederholter Aufforderung zum Verbrechen des Mordes hatte sich heute die Dienstmagd Emma S ch ü ß l e r vor der I. Strafkammer am Landgericht II zu verantworten. Schon im Jahre 1888 war dieselbe Mutter eines Kindes geworden, das aber nach einiger Zeit starb. Am 12. Januar 1897— sie diente damals in Grünfeld bei Nauen— Ivurde sie wieder Mutter eines Knaben, den sie bei den Bauerschen Eheleuten in Hahneberg bei Spandau in Pflege gab. Die Bezahlung des Pflegegeldes wurde ihr allerdings sehr schwer und da schenkte sie denn den Einflüsterungen eines anderen Dienstknechtes Glauben, daß es das beste sei, das Kind umzubringen; ein ihm bekanntes Mädchen habe ihr Kind auch mit Schwefelsäure vergiftet und niemand habe etwas davon gemerkt. Darauf schrieb die Angeklagte an ihre Miets- frau, die Frau Dietrich in Spandau, sie möge dafür sorgen, daß das Kind aus der Welt käme. Sie wäre froh, wenn sie es los wäre. Sie würde ihr dann am nächsten Sonntag 20 blanke Mark bringen und da könnten sie sich einen guten Tag machen. Frau Dietrich gab auf diese Zumutung keine Antwort. Bald darauf er- hielt sie einen zweiten Brief, in welchem sie aufgefordert wurde, das Kind zu sich zu nehmen und. wenn es die bisherigen Pfleger nicht hergeben wollten, eS heimlich an sich zu bringen. Dann solle sie es um- bringen. Für 5 Pfennig Schwefelsäure genüge vollkommen und sie würde ftoh sein, wenn erst das Kind beim lieben Gott wäre. Das Kind ist thatsächlich am 21. November, einige Wochen nach dem zweiten Briefe, gestorben. Wie Frau Bauer aussagte, hat dasselbe vom letzten Besuch der Mutter an gekränkelt und ist nicht wieder aufgekomnien. ob aber der Angeklagten dabei eine schuldbare Hand- lung zuzumessen ist, hat nicht festgestellt werden können. Die An- geklagte gab nach einigen Winkelzügen zu, daß sie gewollt habe, das Kind solle umgebracht werden, mit Rücksicht auf ihre hervor- ragende Beschränktheit erkannte der Gerichtshof aber nur auf ein Jahr sechs Monate Gefängnis. Aus PodbielSki'S Reiche. Die Strafkammer des Landgerichts Straßburg i. E. verhandelte vor einigen Tagen gegen den etwa 40jährigen' Landbriefträger Wilhelm Bremer in Oberscebach ivcgen'U nterschlagungim Amte. Bremer hatte vor einigen Monaten eine zur Auszahlung an einen in Oberseebach wohnenden Geschäftsmann bestimmte Summe von 22,60 M. nicht abgeliefert, sondern zur Deckung einer drängenden Schuld verwandt und dann in der Folge eine andere auszuzahlende Geldsendung zu der verspätet nachgehölten Auszahlung des obigen Betrages gebraucht. In gleicher Weise verfuhr er in noch fünf weiteren Fällen,' indem er jeweils mit einer neuen Unterschlagung die alte deckte und die jedesmalige Verspätung der Ablieferungen der Postanstalt gegenüber auf Fälschung der Quittuna deS Em- pfängerS deckte. Er mußte auch zugestehen, einen Brief, von dem er richtig vermutete, daß er eine der unterschlagenen Geldsendungen betreffe, geöffnet und dem Adressaten eine Zeit lang vorentballen zu haben. Zur Zeit der Festnahme Bremers war die Post im ganzen um 84,16 M. geschädigt. In Rücksicht auf die Thatsache. daß Bremer, der verheiratet und Vater mehrerer Kinder ist. ein JahreSgehalt von nur 700 Mark, also noch nicht ganz zwei Mark pro Tag bezog. obloohl ihm zu der Briefbestellung auch noch daS vcr- antwortungs- und versuchungsreiche Amt deS Geldbesteller« übertragen war. billigte das Gericht ihm bei Beurteilung seiner Strasthaten mildernde Umstände zu und bemaß die Gesanitstrafe auf neun Monate Gefängniß.— Läßt sich eine bitterere Kritik an den in unserer Reichs-Postverwaltung maßgebenden Be- soldungsgrundsätzen denken als die Thatsache, daß ein deutsche« Gericht die Niedrigkeit der dort gezahlten Löhne bei strafbaren Amts- Versehlungen>nit als mildernden Umstand in Betracht zieht?! Uetzke und Depeschen. Aus dem böhmischen Landtag. Prag, 21. April. Bei Verhandlung des Bericht« über die Abänderung der Geschäftsordnung des Landtags be- tonten die Abgeordneten Pacak und Podlipny die Notwendigkeit der D i s c i p l i n in den Verhandlungen deS Landtag» und erwähnten der Aeußerung eines Mitgliedes der äußersten Linken, bei dem Eintritt der Deutschen in dem Landtag werde es zu Auf- t r i t t e n kommen, wie sie die Welt noch nicht gesehen, habe. Beide Redner fürchten diese Drohung nicht, für deren AuS- führung in Prag kein Boden sei, erachten es jedoch für notwendig, daß für die Freiheit der parlamentarischen Verhandlungen die nötige Vorsorge gettoffen werde. Bei der darauf folgenden Verhandlung des AuSliefeningsbegehrens zur gerichtlichen Ver- folgung des Abgeordneten Bartak wegen Einmischung, um eine Amtsausübung öder den Vollzug eines Befehls zur verhindern, be- sprach der Abgeordnete Boxa die Angelegenheit der Kontroll-Ver- sammlungen.' Regner erblickt darin, daß sich die Mann- schaflen mit„Hier" melden müssen. eine Beleidigung und Mißachtung der böhmischen Nation und wirft den Justizorganen Beeinflussung vor. Der Statthalter Graf Coudenhouven weiß den gegen die Gerichtsorgane erhobenen Vorwurf der Parteilichkeit zurück. Er betone aber als Civilbeamter und Statthalter. daß in der Armee- spräche angesichts der anerkannten Notwendigkeit eines einheitlichen Verständigungsmittels von einer Zurücksetzung der Rationalitäten nicht die Rede sein könne._ Dresden» 21. April.(W. T. B.) In Gegenwart von etiva 200 Teilnehmern wurde heute der 27. deutsche A e r z t e t a g eröffnet. Wie«, 21. April.(B. H.) Den Abendblättern zufolge soll ein 17jähriger junger Mann ein Gewehrmodell erfunden haben, welches in einer Viertelstunde«0« Schüsse abgiebt und zu je 16 Pattonen nur einer einmaligen Ladung bedarf. Das Modell wird im Wiener Arsenal geprüft werden. PariS, 21. April.(W. T. B.) Der Kassationshof be- schloß, am Montag die Generale Roget und Gonse, den Unter, suchungSrichter Bcrtulus. den vormaligen Polizeipräfekte» Lspine und den Hauptmann Freystätter zu vernehmen. Brüssel, 21. April.(B. H.) Sämtliche Abgeordnete der Linken: dieSocialisten, Liberalen, Progressisten und Christlich» Socialen haben beschloffen, einen energischen F e l d z u g gegen die Regierungsvorlage betr. die Abänderung des Wahlgesetzes zu eröffnen. Die Opposition ist fest entschlossen, vor keinem Mittel zurückzuschrecken, um die Regierung zu zwingen, die Vorlage zuriick- zuzieben. Petersburg, 21. April.(B. H.) J» Kiew fand ein Zu, sammenstoß zwischen revoltierenden Studenten und der Polizei statt, wobei viele Verwundungen vorkamen und 400 Verhaftungen vorgenommen wurden. Konstantiuopcl, 21. April.(B. H.) Der italienische Bot- s ch a f t e r überreichte der Pforte eine Note, in welcher die sofortige Zahlung einer Entschädigung gefordert wird für die Verluste, welche Italiener während der armenischen Unruhen im Jahre 1396 erlitten haben. Washington, 21. April.(W. T. B.) Nach einem hier ein, gegaiigciieu Telegramm des Gesandten der Vereinigten Staaten in La Paz ist die Revolution in B o l i v i a beendet. und Verlag von Max Boving in Berlin. Hierzu 2 Beilagen. Kr. 94. 16. Jahrgang. 1. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Sonnabend, 22. April 1899. mann". Mordprozeß Guthmann. " Sie wollen mir blos nicht fennen." Fenster gegudt und als ich sie fragte, warum sie das thue, sagte sie Rechtsanwalt Dr. Schwindt: Dem gegenüber ist nochmals ,, ich denke immer, wenn ein Wagen kommt und hält hier, daß der hervorzuheben, daß nach dem Zeugnis zweier Zeuginnen die Singer Siebenter Verhandlungstag. Kerl kommt, der so verrückt nach mir ist und als ich fragte, was ist in der betr. Nacht zwischen 1/2 und 134 Uhr noch am Leben war! das für einer, sagte sie, das ist ein Fuhrmann, und die Nachdem Landgerichtsrat Boisly die Sizung um 9 Uhr eröffnet Wohnung sagte sie mir auch, ich glaube es muß Chauffeestraße oder Der Schreibfachverständige gegen Guthmann. hat, wird die Beweisaufnahme fortgesetzt. Eine Zeugin weiß von Der Vorsigende geht nunmehr zu den Gutachten der Schreibs einer Schimpferei zu berichten, welche eines Abends in einer Kneipe Aderstraße sein, das wäre früher ein Zuhälter geweien und die zwischen der Singer und ihrem Zuhälter stattfand. Die Zeugin will Frau wäre auch so eine, die habe alles angeschafft, ein Paar Pferde sachverständigen über und teilt das Material mit, welches der anfangs nicht mit Bestimmtheit wissen, ob dieser Mann der Angeklagte und Wagen, und nun macht er Ziehfuhren und er kommt auch Schriftvergleichung zu Grunde gelegt worden ist. Es befinden sich häufig zu mir. Auch hat er hat er zur Bertha gesagt, wenn darunter ältere Briefe und Notizen des Angeklagten, Eingaben des war, besinnt sich dann aber und erklärt: Ja, es war Guth- sie wollte, dann wollte er seine Frau im Stich lassen felben an das Gericht 2c. 2c. Der Präsident teilt der Vollständigkeit Der Angeklagte meint mit mitleidigem Lächeln:" Liebe und mit ihr ins Ausland gehen. Sie hätte aber einen halber mit, daß vorgestern an ihn ein anonymer Zettel eingegangen Frau, ich kenne Sie ja gar nicht"." ja", erwiderte die Zeugin: Bräutigant, der wäre so eifersüchtig und hätte fie fürzlich so ge- fei, welcher besagte, daß der Mörder noch in Berlin sei, demnächst Dem nächsten Zeugen, Gerichtsbiener auth, soll der Angeklagte ichlagen. Also am ersten Feiertage war ich bei ihr des Nachmittags, auswandern werde usw. Der Vorsitzende stellt anheim, auch diesen und weil sie fein neues Kleid hatte, ging fie am zweiten Feiertage Bettel aur Schriftvergleichung zu benußen. eine Heußerung gemacht haben, die vielleicht als auch nicht weg, und ich wollte schon gar nicht mehr hingehen, aber Ms erster Schreibsachverständiger wird Schulrat Dr. Grabow Schuldbewußtsein am vierten Feiertag gegen Abend ging ich doch wieder vor ihre vernommen, der f. 3. in der physiologischen Gesellschaft wissenschaftgedeutet werden könnte. Der Zeuge bekundet: Er habe den Angeklagten Thür, und da sah ich ein Fuhrwert vor der Thür stehen, ein liche Vorträge über die Mechanik des Schreibens und die Physiologie eines Tages aus dem Untersuchungsgefängnis zum Untersuchungs- furzer Schlächterwagen mit brauner Farbe und einem der Hand gehalten hat. Der Sachverständige richtet zunächst an den richter geführt. Da habe er sich geäußert, daß die Geschichte nun kleinen Schimmel vor und darauf einen alten Sack Angeklagten die Frage, ob er in zweierlei Schriftlagen schreibe? faul werde, er solle sein Alibi noch weiter beweisen; die Dirnen be- mit alten Lumpen, wie sie zwischen die Möbel gelegt Angefl.: Das verstehe ich gar nicht, was Sie damit meinen. lasten ihn, während kein anständiger Mensch etwas gegen ihn jagen werden. Um die Adreſſe zu sehen, ging ich um den Wagen Der Cachverständige führt dann den Geschworenen in zahlreichen könne. Er könne schon keine Nacht mehr schlafen, er wisse schon gar herunt, es war aber kein Name daran, da ging ich gegenüber und Tafeln einige charakteristische Merkmale der Guthmannschen Schrift nicht mehr, woran er alles zurückdenken solle. Wenn nun noch die da blickten beide aus dem Fenster, ein starker Mann mit Schirm- vor und erläutert die Eigentümlichkeiten einzelner Buchstaben. Er Frankfurter Nachrichten ähnlich schlecht ausfallen, damn sei er ein müße und starkem blonden Schnurrbart und als er losfuhr rief sie erklärt, daß der Angeklagte in zwei Schriftlagen schreibe und bezieht verlorener Mensch. Angefl. giebt zu, ähnlich gesprochen zu mir zu, ich sollte heraufkommen, ich wollte aber nicht. In den fich u. a. auf ein vom Angeklagten niedergeschriebenes Gedicht haben. Er sei aigriert" gewesen, daß die Dirnen ihn hineinlegen nächsten Tagen hatte sie ziemlich viel Geld, fie verkehrte auch viel Blümlein und Herz", in welchem die Schrift weit schräger stehe, wollten und da sei es doch begreiflich, daß er Sorge hatte, ob es mit anderen Dirnen in der Restauration zur Glode, wo sie sich dice als in anderen Schriftstücken. Der Angeklagte hebt demgegenüber ihm gelingen würde, sein Alibi Schritt vor Schritt nachzuweisen. mit ihrem Geld that. Auch mit einem Studenten hat sie großen hervor, daß er dies Gedicht in Plößensee geschrieben habe und zwar Präs. Hat der Angeklagte vielleicht die Farbe gewechselt? Strach gehabt. Das ist wohl alles meine Herren, was ich wüßte. auf seiner Nähmaschine; daher komme es, daß die Schrift schräger Zeuge: Nein. Rechtsanwalt Dr. Schwindt: Der Zeuge, Achtungsvoll ausgefallen sei. Der Sachverständige giebt weiter seiner der ein früherer Schuhmann ist, hat doch gewiß den AnUeberzeugung Ausdruck, daß der Schreiber des Briefes an die getlagten mehrfach vorzuführen gehabt und zweifellos auch Polizei abfichtlich Schriftlage und einzelne Schriftformen verstellt auf seine Haltung geachtet. Ist der Angeklagte bei diesen Gelegenhabe und daß der Angeklagte in seinen Diktatschriften anscheinend heiten jemals besonders aufgeregt gewesen?- 3euge: Nein, er auch absichtlich zuerst viel zu schräg geschrieben habe, bis ihn dann war stets gleichmäßig ruhig. Justizrat Dr. Sello: Hat der Anauf der letzten Seite einfiel, türzere Buchstaben zu produzieren. getlagte gesagt, er müsse sich jetzt Tag und Nacht etwas ausAngekl.: Er habe nach dem Diktat mit Absicht sehr schnell gedenken", oder aber, er müsse nachdenken"? Zeuge: Er hat schrieben, um nicht den Gedanken aufkommen zu vom Nachdenken gesprochen. lassen, daß er sich besinne und seine Schrift ver stellen wolle. Erst als er gesehen, daß die Originalschrift, nach welcher diktiert wurde, kleiner und steiler sei, habe er selbst sich erboten, kleiner und steiler zu schreiben, um die Bergleichung zu erleichtern. Der Sachverständige macht u. a. auf ein dem Ane geklagten eigentümliches ganz charakteristisches Schluß- s aufmerksam, welches in der Schrift des Angeklagten eine schr eigen Diese eigentümliche Form komme ihnen gewesen. Der Zeuge Berichterstatter Rauch ist einer der zwei Männer gewesen, die nach dem Zeugniß des Besizers eines in der Nähe des Thatortes belegenen Schantlokals diesem dadurch auffielen, daß fie lebhaftes Interesse an der That an den Tag legten. Der Zeuge befundet, daß er als Berichterstatter des Kleinen Journals" fich mehrfach in jenem Schantlokale aufgehalten habe. Er sei auch am 23. Juli nach Frankfurt a./D. gefahren, um Recherchen anzustellen. Er habe dort die Schillings aufgesucht, die ihm erklärten, der Angeklagte sei am Morgen nach dem Morde zwischen 8/4 und 82 hr bei geklagte habe die Nacht in ihrer Wohnung zugebracht, die Eltern des Die Wittwe Budig habe ihm gefagt, der AnAngeklagten behaupteten, er sei morgens zwischen 9 und 10 Uhr bei ihnen gewesen. Der gestern vernommene Zeuge Budicke läßt sich nochmals borführen, um seine gestrige Aussage zu ergänzen. Er erklärt: Die von ihm gestern mitgeteilte Unterhaltung der Singer mit einem Hugo", den sie als einen Schloffer" bezeichnete, jei ihm doch so interessant gewesen, daß er, als er die Singer in Begleitung des Zeugen Hefchen später getroffen, fie gefragt habe:" Was macht denn Dein Schloffer?" Die Singer habe darauf geantwortet:" Den habe fie inzwischen öfter mal geneppt". Die alsdann vernommenen Zeuginnen, von denen die eine zur anderen im Krankenhause am Urban Aeußerungen über die Mordthat und die Beteiligung Guthmanns gemacht haben, sind ohne jede Bedeutung. Während einer eintretenden kleinen Bause bereiten die anwesenden Schreibfachverständigen ihr Material für die Schriftvergleichung vor. Der Angeklagte legt den Oberkörper weit über die Brüstung und fieht mit lächelnder Miene und anscheinend großem Interesse auf die verschiedenen großen Photogramme, die der Schriftvergleichung dienen sollen. Der nochmals vorgeführte Zeuge befchen bestätigt die Ausfage des Budice. Rechtsanwalt Dr. Schwindt: Was verstehen Sie unter dem Ausdrud geneppt"? Beuge: Daß fie dem Schloffer, der gearbeitet hat, das Geld abgenommen hat.- Kriminal inspektor Braun: Nach seiner Meinung sei mit dem„ Schlosser" der Eisendreher Mill gemeint gewesen, gegen den feinerlei Verdacht vorliege. Hugo. Präs. Angeflagter, ich frage Sie nun nochmals: Haben Sie diesen Brief geschrieben?- Angell.: Nein! Staats anwalt: Ich beantrage im Anschluß an den Brief gleich die auf den Mord bezügliche Bekanntmachung des Polizeipräsidiums zu verlesen, damit die Geschworenen ersehen können, inwieweit die detaillirten Angaben des Briefes auf den Inhalt jener Bekanntmachung zurückzuführen sein könnten. Die Verlesung wird vorgenommen und alsdann dem Kriminalinspektor Braun, der die Oberleitung aller polizeilichen Recherchen in dieser Mordsache hatte, das Wort zu einer zusammenhängenden Darstellung der polizeilichen Maßnahmen in dieser Sache gegeben. Polizeiliche Prophezeinngen. wie und bor Nach seinem etwa zweiDer zweite Sachverständige, = Kriminalinspektor Braun entwirft in einer umfangreichen tümliche Form habe. Stizze ein anschauliches Bild von Anordnungen und Ermittelungen, in dem Briefe des Hugo nicht vor, aber das dort die nach solchem Morde die Polizei zu treffen und anzustellen pflegt kommende 8 werde gerade zim Verräter dafür, daß gehalten haben. Er erzählt, wie zunächst der Verdacht auf den Fuhr- Schreiber manchmal erst im letzten Augenblick daran gedacht hat, daß und die auch in diesem Falle die Polizei in fieberhafter Thätigkeit die Schrift verstellt sei, denn es zeige fich ganz deutlich, daß der mann Büchel gefallen sei, so daß dessen Festnahme erfolgte. Büchel er dass nicht in der ihm geläufigen, sondern in einer neu an habe zunächst verschiedene unwahrheiten gesagt, das tomme aber genommenen Form schreiben müsse. auch bei wirklich unschuldigen Leuten vor, wenn sie plöglich auf die fündigen Gutachten kommt der Sachverständige zu dem Schluß Polizei gebracht und ausgefragt werden. Der Berdacht gegen Büchel Der Mensch, der das Diktat in dem Gefängnis geschrieben, hat fei zuerst ziemlich groß gewesen, bei weiteren Ermittelungen mußte chrieben, dafür spricht die Gleichheit ganz charakteristischer uch den Brief au das Polizeipräsidium ge= er aber mehr und mehr schwinden und schließlich habe er die Entlaffung des Büchel angeordnet, weil er die volle lleberzeugung ge- Schriftzeichen. Es ist ganz aweifellos, daß der Ans wonnen, daß Büchel der Thäter nicht sei. Beim Sichten des Materials get agte das Schreiben an die Polizei gerichtet sei nun die Notiz auf dem Briefcouvert vorgefunden worden und hat. Die Bemerkung auf dem vorgefundenen Couvert rührt ebener sei sich, als er fah, daß da mit Blei durch frisches Blut geschrieben falls von demselben Menschen her, der den Brief an die Polizei, das worden war, sofort darüber klar gewesen, daß dies ein Beweis- Diktat und das Gedicht geschrieben hat. moment sei, wie es selten eins giebt. Das Auffinden dieses Zettels Der Angeklagte hört den Ausführungen des Sachverständigen sei ganz geheim gehalten worden. Diese Niederschrift mußte von mit gleichgültiger Miene zu, nur hin und wieder gleitet ein dem Mörder herrühren und der Mörder mußte ein Bekannter der etwas höhnisches Lächeln über seine Züge, namentlich wenn die Be Ermordeten gewesen sein. Dieser Zettel war eines der Hilfsmittel, weisführung des Gutachters den Verteidigern zu zweifeln und eine der Dummheiten, die die Verbrecher manchmal begehen. Er Gegenbemerkungen Veranlassung giebt," Die menschliche Hand. habe fofort die Parole ausgegeben, über die Sache ganz still zu so bemerkt der Sachverständige, ist ein höchst kunstvolles Werkzeug Wer fälschen will, sein, da sich der Zettelschreiber sicher noch einmal melden würde. dessen Scharniere ihren eigenen Willen haben. Der Kriminalinspektor schildert dann eingehend, wie alle möglichen der muß außerordentlich sorgfältig auf seine Hand achten und ihr Dirnen und Männer, die mit der Singer bekannt gewesen sind, nicht zu viel freien Willen lassen, sonst macht sie Bewegungen, die eingehendst vernommen wurden, und die Zengen alle der Schreiber eigentlich nicht machen will. Nach sorgfältiger und bon daß sie bekundeten, einem„ Hugo" gesprochen habe, gewissenschafter Prüfung und in dem vollen Beivußtsein meiner Ver der vorbestraft, seit längerer Zeit aber aus der Haft ent- antwortlichkeit kann ich nur meine ganz feste Ueberzeugung dahin lassen worden sei und erklärt habe, daß er arbeiten wolle. Viele aussprechen, daß der Zettel und der Brief an die Polizei vome haben auch von einem Radfahrer gesprochen und diesen aus dem getlagten geschrieben ist." Das Gutachten wird von den Verteidigern in verschiedenen ihnen vorgelegten Verbrecheralbum zu erkennen geglaubt, bei perfönlicher Vorstellung des betreffenden aber die Rekognition boch Buntten angezweifelt und die Richtigkeit der Schlußfolgerungen be wieder umgeworfen. Dann sei der mit Hugo" unterzeichnete Brief ftritten. Der Staatsanwalt macht noch darauf aufmerksam, daß in Hefchen, der nochmals vortritt, macht noch folgende Mit eingetroffen. Er befand sich unter Dutzenden von Briefen, Starten einem vom Angeklagten herrührenden Briefe nicht weniger als elfinal teilung: Er habe mal mit einem Schlosser zusammengelegen, und zuschriften, die damals täglich bei der Polizei eingingen. Er das Schluß- s in einer ganz charakteristischen Form vorkommt und deffen Namen er nicht kenne, der aber die Häftlings- Nummer 538 habe sofort, als er den Brief sich angesehen, zu seinen Beamten das s in dem auf dem Zettel befindlichen Wort, das" ganz dietrug. Dieser habe ihm erzählt: Ein Kollege von ihm habe mit der gesagt: Sehen Sie, wie richtig ich prophezeit habe, da hat Sachverständigen, ob er meint, der Angeklagte habe von seiner neuen ſelbe charakteristische Form habe. Justizrat Dr. Sello fragt den Singer und auch vorher mit der Thiele verkehrt und sei sowohl bei sich der Mörder noch einmal gemeldet. Auch der Brief mußte un der Thieleschen als auch bei der Singerschen Mordsache einmal als bedingt von dem Mörder herrühren, denn er enthielt viele Einzel- Methode der Schriftvergleichung, wonach der normale Schriftwinkel verdächtig eingezogen gewesen, aber wieder entlassen worden. Der heiten, die nur dem Mörder bekannt sein konnten und außerdem schräg geschrieben. Der Sachverständige muß diese Frage natürlich 58 Grad betrage, Kenntnis gehabt und danach schräger oder weniger Staatsanwalt behält sich vor, die Nr. 538 zu ermitteln. Dinge, die wirklich passiert waren. So sei ja die Singer wirklich Der Präfident verlieft hierauf die kleine Zettelbemerkung, durch geschlagen worden, fie habe sich Cigaretten getauft amb verneinen. Als der Zeuge die der Mörder den Verdacht auf eine Frau hinlenten wollte. Ferner dabei ein Zehnmarkstück eingewechselt 2c. wird der Brief verlesen, der mit„ Hugo" unterzeichnet f. 3. an dann weiter ausführlich Bekundungen über die Ergebnisse der polizei Herr Graphologe Wilh. Langenbruch, vertritt in seinem Guta die Polizei gelangt ist. lichen Ermittelungen macht, erklärt Justizrat Dr. Sello: Der achten eine von dem Vorsachverständigen abweichende Richtung. Benge habe hier so viele bisher ganz unbekannte Dinge vorgebracht, Es sei wahr, daß die meisten Menschen eine Handschrift haben, die daß er darauf dringen müsse, die von ihm erwähnten Zengen ihnen eigen sei und die sie selbst und andere Personen wieder schleunigst nochmals herzuladen. Staatsanwalt Blaschke: Er erkennen. Aber es sei nicht wahr, daß je der Mensch eine besondere habe auch eine ganze Reihe von Fragen, die er infolge der Aeuße eigene Handschrift habe. Es gäbe Hunderte von Schrift- Doppelrungen des Zeugen an die verschiedenen Zeugen zu richten habe, gängern, welche ganz gleiche Schriftformen hätten. Bei Schulkindern Geehrter Herr! Da ich nun aus den Zeitungen erfahre, daß mache aber den Vorschlag, den Zeugen Herrn Braun erst seinen fönne man häufig beobachten, daß viele ganz übereinstimmende Sie über die richtige Sache über den Mord in der Oranienstraße im Vortrag beenden zu lassen. Morgen seien ja sämtliche Beugen fo Handschriften haben; das komme natürlich daher, weil sie nach Dunklen sind, so sehe ich es jetzt als meine Pflicht an, ehe es zu wie so zur Stelle. Justizrat Dr. Sello: Nein, er lege ein be- demselben Modell nachzuahmen angehalten werden. Aber Leute, die spät ist, mehr Licht in die Sache zu bringen. Meine Herren, der fonderes Gewicht darauf, daß die Sonne nicht untergeht, ohne daß vorher nachher im Leben wenig schrieben und ebenfalls ungebildete Hugo, von dem die Rede ist, bin ich. Die Frau Goltz hat recht, die betr. Zeugen dem Kriminalinspektor Braun gegenüber gestellt werden. Leute, würden die einmal gelernte Handschrift eher beibehalten, wenn sie sagt, die Bertha wollte am Sonntagnachmittag mit mich Staatsanwalt: Dami mache ich den Vorschlag, die Be- als andere. Daß es viele ganz übereinstimmende Handschriften kommen. Ich bewundere die Wirtsleute, die müssen sehr schwer tundungen des Kriminalinspettors heute abzubrechen und auf morgen gebe, lasse sich durch Hunderte von Beispielen beweisen. hören. Als ich am Sonntagnachmittag die Bertha abholen wollte au vertagen. Das würde allerdings die Folge haben, daß die Der Sachverständige zeigt den Geschworenen zwei Adressen, die zu und fie auf mein Klopfen nicht aufmachte, sah ich durch ein Loch Blaidoyers erst Montag stattfinden können. Der Gerichtshof be- von Damen geschrieben sind, welche weder miteinander verwandt durch die Thür in das Zimmer und war der Auffassung, weil schließt, die weiteren Mitteilungen des Kriminalinspektors Braun noch bekannt seien, beide Adressen seien nicht von einander zu unterich die Betten auf dem Sofa sah, daß sie noch schliefe. Um ihr auf morgen zu vertagen. scheiden. Wenn die Gleichartigkeit des Schriftwinkels herangezogen zu weden, habe ich mit der Faust gegen die Korridorthür werde, so beweise dies garnichts, denn Hunderttausende hätten in geschlagen und gerufen und als ich dann der Schrift die gleiche Lage. Es fonime nun auf die Frage an, ob man in den 8 Wörtern auf dem Briefumschlag das Produkt einer Verstellung habe oder nicht. Dies sei sehr schwer zu entscheiden. Man könne mutmaßen und annehmen, daß die Schrift gefünftelt fei, aber behaupten könne man es nicht. Es spräche auch nichts dafür, daß die 8 Worte mit Besonnenheit und leberlegung geschrieben seien und die Tendenz zeigen, daß der Schreiber die Schrift habe verstellen wollen. Bezüglich des Zettels komint der Sachverständige zu dem Schluß, daß Aehnlichkeiten mit der Guthmann'schen Schrift entschieden vorhanden seien, die aber nicht so groß seien, daß man sagen müsse, Guthmann muß den Zettel geschrieben haben. Er sei zu dieser vollen Ueberzeugung doch nicht gekommen. Was den Brief anbetrifft, so begründet Herr Langenbruch sein Gutachten dahin, der Brief, dessen Handschrift entschieden verstellt sei, weise ja manche Aehnlichkeiten und Eigentümlichkeiten der Guthmann'schen Handschrift auf, es lasse sich aber nicht an nehmen, daß ein so langer, mit verstellter Schrift hergestellter Brief nicht doch weit mehr Aehnlichkeiten zeigen sollte. Er gehe bezüglich des Briefes nicht so weit als bezüglich des Zettels und sage nur: es sei möglich, daß der Angeklagte den Brief geschrieben habe, aber Die Schrift auf der Adresse des nicht wahrscheinlich. Briefes zeige noch weniger Achnlichkeit mit den Schriftzügen des Angeklagten. Zwischen den beiden Sachverständigen entspinnt sich eine läre re Debatte, die die Verschiedenheit der Ansichten der beiden Herren i verschiedene Punkte der Schriftvergleichung darthut. In de Der Brief an das Polizeipräsidium. Der vom 8. Juni 1898 datierte Brief ist adressiert: An das hiesige Polizei- Bureau auf dem Alexanderplatz, Berlin", und lautet etwa wie folgt: dabei noch an der Ridelschen Thür flopfte, sagte mir Frau Nidel ganz kurz: " Die Nr. 538. Der Staatsanwalt teilt mit, daß nach den angestellten Er ,, sie ist ermordet worden, weiter fann ich nichts sagen." Ich glaubte mittelungen der vorher erwähnte Häftling Nr. 538 der im Jahre 1867 num, sie sei in der Nacht arretiert worden und die Frau gebrauche geborene Mechaniker Gustav Miehlau gewesen sei. Die Polizei soll nur solche dumme Redensart; als ich aber dann vor der Thür stand, Ermittelungen nach ihm anstellen. Justizrat Dr. Sello: Jch da hörte ich von Kindern vom Mord erzählen. Ich frug die mache besonders darauf aufmerksam, daß es ein Mechaniker geKinder: ft sie denn tot und hat man den Mörder?" Ich blieb wesen ist! nun bei dem Gedanken, wie kann das bloß sein, es giebt eine solche Die Verteidiger machen ferner auf folgenden Widerspruch auf Masse Menschen auf der Welt und du bist nun nah an einen Mord. merksam: In der polizeilichen Bekanntmachung habe seiner Zeit Meine Herren, ich bin ja noch der einzige, der von ihr Bescheid gestanden, daß sich der Mörder verlegt haben könnte, während nach der weiß und tvennt meine Angaben fruchtlos find dann Bekundung des Kriminalinspektors Braun der Mörder sich nicht stehe ich auch vor einem Rätsel, ich thue es abfichtlich verlegt haben solle. Kriminalinspektor Braun: Die Bemerkung nicht und stelle mich der Polizei, denn das ist ja der polizeilichen Bekanntmachung habe das Publikum feineswegs irre eben das Schlimme, jie nehmen ja teine Rücksicht, wenn führen fönnen; es mußten doch alle Möglichkeiten ins Auge gefaßt ich auch alles genau nachweisen fann usw. Daß ich nicht in Unter- werden und die Möglichkeit, daß sich der Angeklagte verlegt suchung komme, aber ich werde ja aus meiner Arbeit geriffen und habe, sei doch gegeben. mein Name tommt groß und breit in die Zeitung und somit bin Verlesen wird sodann die Auskunft der Eisenbahn- Direktion. nicht bloß ich, sondern auch meine Eltern und Verwandten ver- Danach hätte der Mörder in der Mordnacht folgende Möglichkeit genichtet. Ich schäme mich ja selbst, daß ich nun mit dem Mädchen habt, nach Frankfurt a. O. zu kommen: Vom Schlesischen Bahnhof verkehrte, aber doch nur aus um zur Abwechslung und Sie war 12 Uhr 47 Min. nachts mit den Vorortzug nach Ertner und von mich folossal zugethan. Ich habe fie am Sonntag vor Pfingsten dort mit dem um 1 1hr 39 Min. abgehenden Güterzug weiter. tennen gelernt und da ist sie bis vor ihre Haustür mit mir ge- Dieser Güterzug fei um 4 1hr 28 Min. früh in Frankfurt angangen und ging dann auch mit mir hinauf. Nun meine Herren, gekommen, ein Billet zur Personenbenutzung sei aber für diesen Zug der Hauptverdacht lenkt sich bei mir von dem ich jest spreche. nicht verkauft worden. Eine Benugung wäre nur dann möglich geErstens erzählte sie mir ihre ganze Lebens- Präparatur. wesen, wenn jemand sich unbemerkt in einen leeren Wagen einDann hat sie in der Nacht wohl vielemale aus dem geschmuggelt hätte. anonymen Schreiben und dem Diltatschreiben des Angeklagten finden sich einzelne übereinstimmende orthographische Fehler, aber doch auch viele Verschiedenheiten, die Herr Langenbruch im einzelnen vorführt. trau Professor Dilloo, gleichfalls Schreibsachverständige, hat rbeitsbuch des Angeklagten sowie den anonymen Brief an die Polizei und den mit 8 Worten beschriebenen Briefumschlag zur Vcv gleichung herangezogen, nachdem sie durch ihr vorgelegte Briefe des Angeklagten zu der Ansicht gelangt war, dafi sämtliche Schriftstücke wohl�von der Hand des Angeklagten herrühren konnten. Die Sach- verständige macht über die Art, auf welche die Blutflecken auf den Umschlag gelangt sind. Angaben, wodurch eine nochmalige Ver- lichmung des Chemikers Dr. Jeserich für notwendig erachtet wird. Der Präsident unterbricht deshalb die Vernehmung der Frau Pro» fcfiot Dilloo und vertagt dieselbe bis Sonnabendvormittag 9 Uhr, um dann den Dr. Jeserich hören zu können. Eine neue Belastungszengin? Der Staatsanwalt teilt mit. daß sich eine Frau Witwe Roß. geborene Bräsicke, gemeldet habe, welche den An- geklagten seit längerer Zeit kennt. Sie will bekunden, daß sie den Angeklagten am ersten Pfingstfeiertage in Berlin g eschen habe. Diese Zeugin soll morgen vernommen werden. Der Angeklagte erklärt auf Befragen, daß er eine Restaurateursfrau dieses Namens kenne, bei der er einige Male gewesen sei. Justiz- rat Dr. S e I l o: Die Verteidigung lege Gewicht daraus, nach- zuweisen, daß am ersten Pfingstfeiertage nachmittags ein Mann namens Hugo bei der Singer gewesen sei, d. h. zu einer Zeit, als der Angeklagte sich in Frankfurt befand. Er behalte sich vor, eventuell über diesen Punkt in Frankfurt eine leider erkrankte Frau kommissarisch vernehmen lassen. Staatsanwalt P l a s ch k e betont. daß damit immer noch nicht bewiesen sei, daß Guthmann auch nicht am Vonnittag des Feiertages in Berlin war, bisher habe er immer behauptet, daß er nur am l9. und 20. März hier war. Daran wird die Verhandlung vertagt bis Sonnabend Vormittag 9 Uhr. MommunAles. Aus der MagistratSsttzung am Freitag. Dem vom 28. September bis 4. Oktober d. I. hier tagenden Internationalen Geographenkongretz soll nach Beschluß deS Magistratskollegii im Aus trage der Stadtgemeinde eine künstlerisch ausgeführte Festschrift, bestehend in einem Führer durch Berlin, überreicht werden. Die Verwaltung der Altersversorgungs-Anstalt der jüdischen Gemeinde, welche in zwei Gebäuden in der Schönhauser Allee 22 und in der Hamburgerstraße 26—27 Hospitaliten verpflegt ist ivciterhin nicht mehr in der Lage, wegen Mangel an Räume Gesuche um Aufnahme zu berücksichtigen. Mit Rücksicht nun auf die zahlreichen WohlthätigkeitS-Anstalten und Wohlfahrts-Einrichtungen, welche die hiesige jüdische Gemeinde aus eigenen Mitteln unterhält, wodurch der Stadtgemeinde ganz erhebliche Kosten erspart werden, hat das Magistratskollegium beschlossen, dem Gesuche der Gemeinde dahin zu willfahren, daß der jüdischen Gemeinde ein Grundstück an der Sxerzierstraße neben dem Reuterstift, von 6460 Quadratmeter kostenlos überwiesen werde. Von dem Verbände der Wirtschastsgenossenschasten ist dem Magistrat die Mitteilung zugegangen, daß die Enthüllung d«S Schulze-Delitzsch-Denkmals am 4. August d. I. statt' finden werde. Der Bürgermeister Kirschner wird bei der Enthüllung anwesend sein. Das Magistratskollegium hat beschlossen, eine Vermehrung der öffentlichen Uhren, namentlich in den äußeren Stadtteilen. auf Grund eines mit der Gesellschaft Normal-Zeit abzuschließenden Vertrages herbeizuführen, dagegen von einer Aenderung des be- stehenden Vertrages über den Betrieb der Urania-Säulen abzusehen. Die drei Urania-Säulen Unter den Linden, welche außer Betrieb gesetzt sind, sollen entweder wieder in Betrieb gesetzt oder entfernt loerden. Auf Anregung der Stadtverordneten- Versammlung hat das Magistratskollegium die Erhöhung der zu Unterstützungen für Studierende der hiesigen Universität ausgesetzten Etats mittel, welche gegenwärtig 6300 M. betragen, auf den Betrag von 10(XX) M. mit der Matzgabe beschlossen, daß dem Magistrat die Bestimmung der Höhe der einzelnen Stipendien vorbehalten bleiben sollen.— Die Beratung der Resolutton der Stadtverordneten-Ver- sammlung, betreffend die Einsetzung einer Summe von 4000 M. in den nächstjährigen Etat zur Förderung des naturwissenschaftlichen Unterrichts ist vom Magistratskollegium vertagt worden, um zunächst Vorschläge abzuwarten, in welcher Weise diese Summe zur Ver- Wendung gelangen soll. Die städtische schluß gefaßt, der Waisenkinder, die vertraut hat, nach Gericht und die Lokales. Für Bereine nnd Gewerkschaften! morgen erscheinenden Lokalliste find versehentlich In der die Orte Rtederlehme und Ziegenhal« nicht enthalten. In diesen Ortschaften stehen der Arbeiterschaft folgende Lokale zu Versammlungen zur Verfügung. Zum Sportshaus, P. Hildebrandt, Gustav Heiß. Restaurant Ziegenhals. Mitglied der Lokalliste für diese Orte ist Ludwig Schneider, Adlcrshof, Hackenbergstr. 12, II. I. A. der Lokalkommission Karl Scholz» Berlin 30., Wrangelstr. 110. 5« der Urania, Taubcnstr. 48/49, veranstalten die Partei- gv» offen des ersten Reichstags- Wahlkreises Sonntag Vormittag 10 Uhr eine Sondervorstellung, in der das AusstattungS- stück«Das Land der Fjorde" aufgeführt wird. Zu dieser interessanten Vorstellung sind Eintrittskarten zum Preise von 60 Pf. außer vor- mittags an der Kasse noch an folgenden Stellen zu haben: T ä t e r o w, Annenstr. 26; Büttner. Feilnerstr. III; W o l d t, Äanonierstr. 13. v. III: Mörschel. Jüdenstr. 35; Ney er. Neue Friedrichstr. 1; Felgentreff. Dresdenerstr. 3S; M e tz n e r, Oranienstr. 184. Achtung!«. Wahlkreis. Den Genossen und Genoffinnen zur Nachricht, daß am Dienstagabend 8»/» Uhr im Kösliner Hof. Röslinerstr. 8, eiue Partei-Bersammlung deS6. Wahlkreise« stattfindet. Die Tagesordnung lautet: Bericht der Vertrauensleute; Bericht der Agitationskommission; Vortrag des Genossen Liebknecht: iTsI � Krtw a«tnK Str> ff?• Vorschläge Bernsteins" Die Vertrauensleute. „Die Takttk der Socialdemokratie und die Diskussion. Zahlreichen Besuch erwarten Unsere Parteigenossin«lara Zetkin hält am Montagabend 8 Uhr bei Keller, Koppenstr. 29, einen Vortrag über die Broschüre des Genossen Ed. Bernstein. Zahlreichen Besuch dieser Ver- sammlung erwartet_ Die Vertrauensperson. In seiner ganze« Jämmerlichkeit hat sich am Donnerstag wieder der Kommunal-LiberalismuS gezeigt. als es galt, zu der Prügelaffaire im Potsdamer Josefs- Waisenhause Stellung zu nehmen. Die aufgeklärten FreisinnSmänner, die sich am Bierttsch an Witzeleien über den finsteren Ultra- montamsmus gütlich thun, haben sich hier ungefähr verhalten, wie die Teilnehmer an der so viel verulkten Echternacher Spring- Prozession. Einen Schritt vorwärts, nachdem die Herren von dem Ungeheuerlichen, das zufällig aus dem katholischen Institut au die Oessentlichkeit gedrungen ist, Kenntnis genommen babcu. Cs wird ein forscher Beschluß gefaßt: Alle Beziehungen zu dem Hause der 59 Priigelhiebe sollen abgebrochen werden; die Ber- liner Waisenkinder, für deren Wohl und Wehe die Stadt verant- wottlich ist. sind sofort unter menschliche Obhut zu bringen. Solche Kerls sind wir! Da kommt ein Wink von oben; erschreckt blicken alle kühnen Männer auf. Wie ein Taschenmesser zusammenklappen und dann genau nach den in Echternach geübten Prineipien einen Schritt zurückhopsen, ist das Werk eines Augenblicks. Forsche Kerls sind wir immer, wenn die Arbeiter aufzumucken wagen. Auch machen wir zuweilen mit, wenn einmal, wie in der Sache des Josefs-Waisenhauses, den liberalen Prineipien gar zu arg ins Gesicht geschlagen wird. Aber wenn dann eine Zuschrift v o oben kommt, dann, ja dann können wir bei allem Liberalismus selbst in der Thilo-Aera nun einmal nicht anders als O r d r parieren.... Wir haben die Kommunal-Liberalen mit den armen Echter nachern verglichen. Eigentlich thun wir den Prozessionisten damit Unrecht. Denn diese haben als Entschuldigung ihren„guten Glauben für sich, während die in Betracht kommende liberale Stadtväterscha' von der G r u n d s a tz l o s i g k e i t und Unmännlichkeit ihres Treibens überzeugt war und sich dennoch mit vollem Betone sein entmannte. Selbst die„Voss. Ztg.", die doch wahrlich mit der liberalen Stadtväterschaft innig verschwistert ist, findet diesmal die Blamage dumm: Waisenverwaltuug in Berlin hat einen gerechtes Befremden erregt. Sie will die sie dem St. Josefshause in Potsdam an- der Prügclangclegenheit, die das Potsdamer öffentliche Meinung beschäftigt hat, nicht zurücknehmen, sondern dieser Anstalt auch noch weiter unter ge wissen Bedingungen, die schon zugestanden sind. Kinder anvertrauen. Wir sind der Ansicht, daß eine Anstalt, wo sich ein solcher Lorgang einmal ereignet hat, für immer das Vertrauen verloren bat, daß sie die ihr anvertrauten.Kinder in sachgemäße Weise bebandeln und erziehen kann. Der unglückliche Knabe, der das Opfer der dortigen Erziehungsmethode wurde, ist fest' gebunden und mit fünfzig Hieben so zugerichtet worden daß der Körper längere Zeit mit B l u t r u n st bedeckt blieb. Wenn man der Verwaltung der Anstalt vertraglich die Verpflichtung auferlegt, bei der Züchttgung von Kinder» gewisse grausame Formen zu vermeiden, so ist es ja sehr leicht mög sich, daß sie einen solchen Vertrag dem Buchstaben nach genau erfüllt, aber erfinderisch genug ist, neue grausame Formen anzuwenden, die dem Buchstaben des Vertrages nicht wider sprechen. Wer von dem Aberglauben erfüllt ist, daß man mit grausamen Züchtigungen pädagogische Ergebnisse erzielt, mit dem ist nicht zu rechnen. Der Vertrag, den die Waisenhausverwaltung mit der Anstalt abgeschlossen hat, ist nicht das Papier wert worauf er geschrielwn worden ist." So die„Voss. Ztg." über die Herren, in deren Hände die Bürger schast das Wohl und Wehe der Berliner Waisen gelegt hat. Freilich mutz man sich fragen, ob die Sorge dieser Leute um ihre unmündigen Klienten so groß ist. daß man von konsequente Pflichterfüllung überhaupt je reden konnte. Es ist ja kein Fleisch von ihrem Fleisch, was nach Potsdam ausgeliefert wird, es sinhja Proletarierkinder— kann man da nicht ohne große wissensqual fünf gerade sein lassen? Ginge uns nicht die Wohlfahrt der bedauernswerten Waisen- linder über alles, so könnten wir über den Verlauf der Prügelaffaire triumphieren. Denn nichts hat die Unfähigkeit des Kommunal-Liberalis' mus drastischer dargethan, als der Ausfall der am Donnerstag in der Stadtverordnctensitzung gepflogenen Verhandlungen. Dies Stück„Liberalismus" soll uns bei der Agitatton für die kommenden Stadtverordneten wählen vortreffliche Dienste l e i st e n I Zum Fall Bernhard Gross. Wir erhalten folgende Zuschrift Berlin, den 21. April 1899. An die Redaktion des„Vorwärts" Hierselbst. Im Auftroge des Bundes der Berliner Maurerpoliere wende ich mich an Sie bezüglich des in der ersten Beilage Ihres Blattes Nr. 90 vom Dienstag, 18. April 1899, enthaltenen Berichtes über die Verhandlung in Sachen des Maurerpoliers Bernhard Groß wider den verantwortlichen Redactcur des„Vorwärts." Der Herr Rechtsanwalt M o d l e r als Vertreter des Klägers hat den Aus- druck gebraucht, was p. p. Groß gethan habe, sei allgemein üblich. Gegen diese Auffassung will sich der Bund der Berliner Maurerpoliere ganz entschieden verwahren. Der Polier Groß ist weder unser Mitglied, noch stehen wir mit demselben in irgend welcher Verbindung. Derartige Kollegen finden in unserem Bunde k e i ne Au fn a h nie, noch werden dieselben dort geduldet. Wir ersuchen Sie daher ganz ergebenst, dieses in Ihrem Blatte bekannt zu geben, damit auch Herr Rechtsanwalt Modler über diesen Punkt eine andere Ansicht bekommt. Im Auftrage des Bundes der Berliner Maurerpoliere zeichnet Hochachtend A. Simon. Vorsitzender. ES freut uns sehr, baß die Organisation der hiesigen Maurer- poliere gegen die von uns aufgedeckten Machenschaften so ent chieden Stellung nimmt. Der Bund der Maurerpoliere handelt damit bei weitem respektabler, als die hiesigen Katholiken- b l ä t t e r. die zuerst den Mund zu Gunsten des Poliers Groß nicht voll genug nehmen konnten und nun säuberlich schweigen. Wir erinnern daran, daß die„Märk. Volks- zeitung" am 15. Jamiar d. I. breitspurig über„socialdemokratische Berunglinipfungen" jammerte, als wir die Thateu des Herrn Groß aufgedeckt hatten. Nunmehr hat das Blatt den Lorgang so vollständig vergessen, daß es. soweit wir unterrichtet sind, von dem gegen uns angestrengten Beleidigungsprozeß nicht einmal im Gerichtsbericht Siotiz nahm. Direktor Max Arendt verhaftet. In Leipzig ist der frühere Direttor der hiesigen Lmnibus-Aktiengescvschaft Max Arendt, der hier in der Kronenstr. 3 unter der Firma I. W. Arendt ein Bank- geschäst betteibt und sich in der letzten Zeit besonders mit Vermitte- lungsgeschüften befaßte, verhaftet worden. Arendt hat schon früher in Verbindung mit der verkrachten Rheinisch- Westfälischen Bank von sich reden gemacht. Eine geillang war er auch Direktor des Theaters Unter den Linden. Die Verhaftung Arendt« hat der Untersuchungsrichter am Landgericht zu Leipzig, Dr. Mitter- tedt, veranlaßt. Dieser erließ vor einiger Zeit einen Haftbefehl. Arendt suchte die Folgen des Hastbefehls abzuwenden, indem er eine Bürgschaft von 25 000 M. anbot. Auch die hiesige Kriminalpolizei wurde mit Nachforschungen betraut. Der Leipziger Untersuchungsrichter lud Arendt dann zum 13. d. M. zu einer Vernehmung vor und nahm ihn nach dieser in Untersuchungshaft. Das Vorgehen gegen Arendt hängt zusammen mit Transaktionen, die die Aktiengesellschaft Braunkohlen-Bergwerk Martha zu Grimma be- treffen. Auch über eine Beteiligung Arendts bei den sonderbaren Geschäften mit dem jungen Cirkusdirektor Ernst Renz, von denen auch im Prozeß Schachtel- v. Egolffstein-Dietel die Rede war, haben hier in Berliir Vernehmungen stattgefunden. Der Geograph Heinrich Kiepert ist gestern früh in seinem hiesigen Hause hochbetagt gestorben. Als Herausgeber von Karten und Atlanten ist er in ganz Deutschland bekannt geworden. Kiepert wurde am 31. Juli 1818 zu Berlin geboren, besuchte die Berliner Universität und machte Reisen in Kleinasien. Von» Herbst 1845 ivar er technischer Leiter des Geographischen Instituts in Weimar, siedelte Ende 1852 nach Berlin über, wo er sich habilitierte, 1859 außer- ordentlicher und 1874 ordentlicher Professor wurde. Schon im Jahre 1853 war er Mitglied der Berliner Akademie der Wissen- 'chaften geworden. Von seinen zahlreichen kartographischen Aus- gaben seien genannt:„Atlas von Hellas und den hellenischen Kolonien".„Karte von Kleinasien".„Neuer Handatlas der Erde", der„Miss antiquus" und Kiepert«„Schulwandkarten und Physika- lischen Wandkarten". Außerdem sind sein Lehrbuch und sein Leit- aden der alten Geographie zu nennen. Eine behördliche Untersuchung hatte ein Todesfall zur Folge. der sich am Dienstag unter eigentümlichen Umständen in Moabit ereignete. Am Montagnachmittag ging die Frau deZ Kuffchers aus der Wilsnackersträtze mit ihren beiden Kindern, Mädchen Alter von drei Jahren und einem Jahre, in der ihrer Wohnung be- nachbarten Drehsestraße spazieren. Während Frau B. die jüngere Klara auf dem Arm trug, ging die ältere Magdalena neben ihr her. Diese machte sich nun während des Ganges von der Mutter los und geriet auf den Fahrdamm. auf dem sie vor dem Hanfe Drehiestraße Nr. 8 blindlings auf einen aus der entgegengesetzten Richtung kommenden Bicrwagen zulief. Als Frau B. die Gefahr� in der ihr Kind schwebte, merkte, lief sie ihm nach und zog es noch im letzten Augenblick vor den Pferden weg. Dabei wurde sie aber selbst von den Pferden umgestoßen und zog sich eine Verletzung an der linken Seite des Kopfes zu. Am schlimmsten jedoch schien die kleine Klara weggekommen zu sein. Die Mutter war im Sturze auf sie gefallen und schien sie durch den Druck ihrer Last schwer verletzt zu haben. Das Kind erhielt sofort ärztliche Hilfe, starb aber schon am Dienstag nach einem heftigen Erbrechen. Man brachte den Tod mit dem Unfall vom vorigen Tag in Verbindung. Eine genauere Untersuchung ergab jedoch, daß die Kleine bei dem Brechanfall, bei dem ihr etwas in die Luftröhre ge- riet, erstickt ist. Die Leiche ist daher jetzt den Eltern zur Beerdigung freigegeben worden, nachdem festgestellt worden ist, daß eine fremde Schuld an dem Tode nicht vorliegt. „Maskerade." Zu einem eigenartigen Zwischenfall kam es am Donnerstag während der Sitzung des Strafsenats des Kammergerichts. Als nach Erledigung einer' Revisionsverhandlung der Ver- tcidiger, ein junger Rechtsanwalt, auf den bereits im GerichtSsaale anwesenden älteren Vertreter des Angeklagten in der folgenden Straffache hinzutrat und ihm die Robe, die er bis dahin getragen, zum Gebrauch fiir den nächsten Fall überreichen wollte, nahm der Vorsitzende Senatspräfidcnt Äroschuff Veranlassung, gegen die Un- sitte Stellung zu nehmen.„Die Herren Anwälte," erklärte er, „möchten bedenken, ob es der Würde des Gerichtes entspricht, die Robe hier auszutauschen und eine solche„Maskerade" im Gerichts- saale vorzunehmen." Man sieht, von welchen Verlegenheiten die Gewcrbegerichts- Beisitzer ihre Vorsitzenden befreiten, als sie die Sehnsucht, die auch dort gewisse Leute nach der Robe trugen, so ent- schieden bekämpften. Ueber einen merkwürdigen Fall polizeilicher Vertrauens- seligkeir weiß die„Deutsche Tageszeitung" zu melden: Der Mord in der Z i o n s k i r ch st r a ß e, dem bekanntlich die bei dem Prediger Roller bedicnstet gewesene Rosine Kaiser zum Opfer siel, Ivird dem- nächst noch die Gerichte beschäftigen, obwohl der Mörder Wegencr durch den Tod der Gcrechtigleit' entzogen ist. Von der Kriminal- Polizei wurden damals die bei derselben verkehrenden Bericht- erstatter dahin verständigt, daß man den Mörder kenne und eine sichere Spur von«hm habe; sie mußten sich aber ehrenwörtlich ver- pflichten, im Interesse der Untersuchung diese Mitteilung ihren Zeitungen nicht vor einem bestimmten Zeitpuntt zu unterbreiten. Einer dieser Berichterstatter machte sich nun dadiirch einer großen Indiskretion schuldig, daß er das Material einem nicht in- formierten Journalisten mitteilte, der seinerseits sofort die von ihn« vertretene Zeitung benachrichtigte. Begreiflicherweise war die Kriminal- Polizei über die vorzeitige Veröffentlichung aufgebracht und leitete eine Untersuchung wider Unbekannt ein, da die verpflichteten Bericht- crslatter erklärten, ihr Wort nicht gebrochen zu haben, und demnach Beamte verdächtigt wurden. Unter den Berichterstattern selbst entstand ein so gespanntes BerhältniS, daß es zur Beleidigungsklage gekommen ist. In dem dicscr Tage statlfindenden Termin soll der Name des wortbrüchigen Berichterstatters, der für ein hiesiges tleines Journal arbeitet, genannt werden, worauf die Polizei in der Sache wohl noch weitere Schritte thun wird. In ernste Erstickungsgefahr gerieten die Passagiere eines elektrischen Straßenbahnwagens der Linie Schöneberg-Alexanderplatz. Ueber den Vorfall ivird uns von! beteiligter Seite nachträglich folgende Mitteilung gemacht: In dein Wagen befanden sich, als er auf seiner letzten Fährt begriffen in der Nacht zum Sonntag kurz nach 1 Uhr an der Ecke der Neuen Friedrichsttaye hielt, nur vier Personen: drei Herren— der Kriminalbeamte H., der Schneider- meister L. und der Uhrmacher G.— sowie ein junges Mädchen, dessen Personalien leider nicht ermittelt worden sind. Gleich hinter der Neuen Fricdrichstraße machte sich in dem Wageninnern ein starker Dunst bemerkbar, der jedenfalls durch die Säuren der Accumnlatoren herbeigeführt wurde und sich auf der kaum hundert Meter langen Strecke bis zur Haltestelle am Alexanderplatz ehr verslärtte. Das junge Mädchen verlor die Besinnung und o.iich die drei Männer waren derartig vom Dunst mitgenommen, daß sie nur mühsan» die junge Dame und sich selbst nach der Plattform in Sicherheit bringen konnten. Der Kriminalbeamte begab sich sofort nach dem Aschingerschen Lokal und erhielt auf seinen Wunsch Wasser. bei dessen Anwendung das Bewußtsein des Mädchens wieder zurück- kehrte. In der frischen Lust erholten sich die vier Personen sehr chnell, so daß sie sich nach ihren Wohnungen begeben konnten. Durch welchen Umstand die enorme Dunstentwickelniig herbeigeführt worden ist, konnte nicht festgestellt werden. Zu unserer Mitteilung bezüglich deS Kriminalschutzmannes Wernitz, der sich kürzlich das Leben genommen hat, wird uns von der Frau des Vernorbenen die Erklärung gegeben, daß„unglückliche Familienverhältnisse" keineswegs vorgelegen hätten, sondern daß allein die anderen in der Notiz angegebenen Gründe die That ver- chuldet haben. Auf der Stadtbahn wurde Doimerstagnachmittag der Berg- direktor a. D. E. Hoffmann aus der Pcstalozzistr. 76 zu Charlolten- bürg vom Schlage gerührt. Dom Bahnhof Friedrichstraße wurde der alte Herr durch einen Schutzmann in ein Krankenhaus gebracht. Bon der Staatsanwaltschaft beschlagnahmt ist die Leiche der geschiedenen Frau Amalie Llppmann, geb. Kaiser aus der Acker- traße 45. Die L4jährige Frau wurde Donnerstaguachmittag von einem Mieter in der Wohnung tot oufgefundeli. Sie lag mit dem Gesicht auf den, Fußboden in der Küche. Ein Arzt konnte nur noch den Tod feststellen. Die Todesursache ist wahrscheinlich ein Herzschlag. Moderne Raubritter treiben ihr gemeingefährliches Unwesen auf der Kopnicker Chaussee. Ein Radfahrer, der die Chaussee passierte, bemerkte in größerer Entfernimg vor sich einen Gcschästs- wagen der Kaffeerösterei von Brandt aus der JJorkstraße, auf welchen plötzlich aus dem Walde hervorbrechende �Männer herauffprangen, die mit einem Kantfchloß versehene Thür öffneten und� den Wagen 'eines Inhalts beraubten. Sie warfen die Kisten einfach auf die Chaussee, um dann in der Nähe der Försterei von dem Wagen herunterzuspringen und dann mit der gemachten Beute wieder im Walde zu verschwinden. Der Raub wurde mit so großer Geschick- lichkeit ausgefühtt. daß der Kutscher von dem ganzen Vorgang nichts bemerkte und leider entlamen auch die Verbrecher, wiewohl zwei Gendarmen die Verfolgung alsbald aufnahmen. Sehnliche Raubzüge ind auf der Köpnicker Chaussee schon früher in größerem Maßstäbe ausgefühtt worden. Theater. Im Schill er- Theater findet Sonntagabend die letzte Aufführung des Blumenthalsche» Lustspiels„Die grobe Glocke" statt, Sonntagnachmittag wird„Maria Stuart" gegeben. Bezüglich der freien Abonnements muß noch erwähnt werden, dah diese AbonnementSheste jetzt auch mit« Billeta ausgegeben werden Die Preis- für die s-stea und sreie» Abonnements sind an den Anschlagsäulen ersichtlich. Fcucrbericht. Brände von Bedeutung sind aus den letzten Tageii nicht zu verzeichnen. In der Nacht zum Freitage erfolgte Alarm nach Fürstenwalderstratze 2 2 und Potsdamer- "'aße 5. In beiden Fällen war die FeuerSgesahr bei Ankunft Wehr bereits beseitigt. Donnerstagabend 8 Uhr explodierte Cuvrystraße 44 eine Petroleumlampe, wobei Decken und Möbel beschädigt wurden. Kurz oarauf wurde die Wehr»ach Weber- traße 19 gerufen, wo in einer Tischlerwerkstatt Feuer auS- zebrochcn war, das aber so rechtzeitig bemerkt wurde, daß es ohne große Mühe abgelöscht werden konnte. Z" gleicher Zeit war R o s- nth a le r stra ß e 4 9 ein Zimmer- brand zu beseitigen. Gegen Mittag wurden mehrere Lösch- pige nach dem Augusta Hospitale in der Scharnhorst ſtraße gerufen, doch brauchten sie nicht in Thätigkeit zu treten. Matratzen in einer Tapeziererwerkstatt hatten Feuer gefangen. In der vorhergehenden Nacht brach Wildenow straße 22/28 in einer Dampfschneidemühle ein fleines Schadenfeuer aus, das mehrere Transmissionsriemen u. a. zerstörte. Engelufer 1c war in der Trodentammer einer Telephonfabrik Feuer dadurch ausgebrochen, daß dort lagernde besponnene Drähte sich entzündeten. Der ver ursachte Schaden ist nicht erheblich. Aus den Nachbarorten. Charlottenburg. Das Lokal Türkisches Bett, in welchem heute der Verein der Maschinisten und Heizer ein Vergnügen ab halten will, ist gesperrt. Die Lokalkommission. Kartoffelfabritate. 100 seg. 20,60 E. Prima interessanter Versuch auf dem Gebiete der Boltsschulbauten zu Durch- Rehmer fanden. 50er Ware nicht zugeführt. führung gelangt. Die Lichterfelder Gemeindevertretung will bei dem Berlin, 21. April. Priura Kartoffelmehl ver Bau ihrer vierten Kummunalschule einen Versuch mit dem Pavillon- trodene Startoffelstärke per 100 Stg. 20,60 mt. Feuchte Kartoffelstärke per 100 g. 10,30 M. System machen. Es sind im ganzen 6 je 4 Klassen enthaltende Pavillons projektirt, von denen nummehr zwei der Benutzung übergeben werden, während der Bau eines dritten vorbereitet wird. Die Kosten für die sechs Pavillons, die sich inmitten von Gartenanlagen erheben und einen sehr gefälligen Eindruck machen, werden sich nicht höher stellen, als diejenigen eines Schulgebäudes nach dem bisherigen Bausystem. Vermischtes. In Frankfurt a. M. hat sich ein Ausschuß zur Errichtung eines Denkmals für Gabelsberger, bem Begründer der deutschen Stenographie gebildet. Steglih Friedenau. Der hiesige Arbeiter- Bildungs- Verein ist Ein oftpreußisches Kulturbild. Ueber einen Vorgang in der bestrebt, das Verständnis der Arbeiter für wirtschaftliche und politische litwbteller Schule berichten ostpreußische Blätter: Am Fragen durch Vorträge und Diskussionen zu heben. In der nächsten Donnerstag hatten Frauen die Nachricht verbreitet, daß der Doktor Versammlung, die am Dienstag, abends 8 Uhr, bei Schellhaase, Die Schule besuchen und die Augen der Kinder befehen werde. Das Ahornstraße 15, stattfindet, hält Genosse Buschit einen Vortrag über wäre nun gerade nicht schlimm gewesen, wenn dieselben Frauen nicht Ju Rigdorf wird Sonntagmorgen ein Flugblatt verteilt Konsum- Genossenschaften". Gäste find willkommen. hinzugejezt hätten, daß der Doktor die Augen auskehren werde. Es werden. Die Parteigenossen werden ersucht, sich an folgenden Stellen pünktlich 72 Uhr einzufinden: O. Klein, Kaiser Arbeiter Risiko. In Blankenburg ist der in Pankow bemächtigte sich infolgedessen der Familien eine ungeheuere Panik, Friedrichstr. 236. 2. Münzer, Bergstr. 7. W. Sy, Jägerstr. 67. Florastr. 61, wohnhafte Bahnarbeiter Hermann Hoffmann beim Ab- namentlich weil die Verbreiter der schlimmen Nachricht noch zu erzählen St. Preßler, Ziethenstr. 69. Anders, Knesebedstr. 135. laden von Eisenbahnschienen tödlich verunglüdt. Er kam während wußten, daß in dem nahen Bokallna infolge der Untersuchung 17 Stinder Köpke, Hermannstraße, Ecke Karlsgartenstraße. L. Herrmann, des Arbeitens zu Falle, wobei eine Schiene auf ihn niederfiel und total blind( 1) geworden seien, daß ein Dorf im Kreise Ruß sich Kirchhofstr. 1. eithaus, Hermannstr. 153, Ede Herrfurthstraße. ihm den Brusttasten zerschmetterte. Hoffmann hinterläßt Frau gegen solche Zumutung verwahrte, in welchem dann die AugenDie Maifeier findet Montag, den 1. Mai, im Apollo- Theater, Hermannstr. 49/50, statt. Alles Nähere durch Inserate und Anschlagfäulen. Der Vertrauensmann. Das neue Depot der Großen Berliner Straßenbahn- Gesellschaft in der Belzigerstraße zu Schöneberg soll nunmehr am 1. Mai rem Bertehr übergeben werden. Die geräumige, breiteilig errichtete Wagenhalle enthält 24 Geleise und ist im stande, 300 große Accumulatorenwagen aufzunehmen. Das Depot besitzt eigene Accumulatoren- Laderäume, in denen man augenblicklich mit der Montierung eines großen Kessels beschäftigt ist. und Kind. defeitihhe to orr unehabet tet e Schule machten Durch untersuchung auch ausfiel. Freitagmorgen famen mun verschiedene Frauen zur Schule, meldeten ihre Kinder einfach frank und erzählten Zu dem Leichenfunde in der Unterhavel bei Spandau, wo, bie schreckliche Geschichte unter Händeringen, so daß die Lehrer ihre wie wir fürzlich berichteten, ein etiva 15jähriger Knabe mit einer liebe Not hatten. Alle Vorstellungen blieben fruchtlos, und es schweren Schädelverlegung todt aufgefunden wurde, wird weiter gemeldet, daß in dem Toten der aus Aschersleben gebürtige Bäder- fehlten viele Kinder. Zwei junge Rekruten kamen bis in die Nähe lehrling Arthur Auguſtin rekognosciert worden ist, der bis vor timber muttben fie geholt und erklärten auf Befragen mit weinender furzem bei einem Meister in der Jägerstraße 3 zu Charlottenburg Stimme:" Ja, heute werden die Augen rausgenommen!" Manche in Arbeit stand. Die Obduktion der Leiche hat ergeben, daß der von den kleinen Schülern find thatsächlich vor Angst erkrankt. FreiKnabe nicht ertrunken, sondern an der Stopfverlegung gestorben ist. willig tamen nur einige Kinder zur Schule. Die anderen wurden Trotzdem erscheint die Annahme, daß an dem Jungen ein Verbrechen durch Schläge zur Schule getrieben. Das Frühstück brachten die Mütter begangen ist, sehr zweifelhaft, da jeder Anhaltspunkt hierfür fehlt. Rigdorf. Bei der gestrigen Stadtverordneten Ersagwahl wurde Die Leiche des Bebauernswerten ist daher von der Polizei frei brochen famen Frauen mit Behtlagen zur Schule und baten um Stadtverordneten- Ersaswahl frei- später in die Schule, weil die Kinder ungegessen waren". Ununtervon den Wählern der II. Abteilung der Rentier Arnold mit 34 von gegeben und auf dem Kommunal Friedhofe in Spandau beerdigt Auskunft, die sie leider nicht erhalten konnten, weil den Lehrern 40 abgegebenen Stimmen gewählt. Sechs Stinimen fielen auf den worden. Maurermeister Klemke, der als liberaler Kandidat aufgestellt war. selbst nichts bekannt war. Um nun ihre Lieblinge doch vor Unglück Der Gewählte gehört zu den sogenannten Kompromißlern, das heißt zu den Anhängern der Grundbefizervereine. Auffällig ist die geringe Wahlbeteiligung. Die II. Abteilung zählt in dem Bezirk, der zur Wahl stand, gegen 375 Wähler. Bei der ersten Wahl waren es aufcheinend die socialdemokratischen Kandidaturen, die etwas Leben in die Bude brachten. Heute hat die I. Abteilung noch 7 Vertreter zu wählen. Es handelt sich bekanntlich um den Ersatz für die ausgeschiedenen Stadträte. und dem Submissionswesen sehr im argen. Ein ehemaliger GeDas Vermögen der vor kurzem geftorbenen Baronin Rettungsstation auf dem Müggelsee. Die vor Jahren schon zu bewahren, hatten sich verschiedene Frauen auf der Straße, nicht mehrfach und fürzlich aus Anlaß des Unglüdsfalls am Starfreitag in weit von der Schule versammelt und erwarteten den bösen unserer Zeitung wieder angeregte Errichtung einer Rettungs- Doktor", um mit ihm ein deutliches Wort zu reden. Dazu kam es itation auf dem Müggelice foll jest zur Thatsache werden. mun freilich nicht, weil der Dottor nicht erschien. Hoffentlich findet Der Verein der Tourenruderer fordert die gesamten Wassersport- er später, wenn die Stirwyteller Frauen über den menschenfreundvereine von Berlin und Umgegend zu einer gemeinsamen That vor- lichen Zweck der Augenuntersuchungen aufgeklärt sind, einen befferen beugender Selbsthilfe auf. Es wird beabsichtigt eine Rettungsstation Empfang. an dem Rahnsdorfer Gemünde einzurichten, die an Tagen mit Aus Steglitz berichtet man uns: In einer Versammlung des unruhiger Witterung von sachverständigen Leuten, Fischern u. berg, Hirsch beziffert sich nach den Angaben des Testaments auf rund ständig bejezt werden bürgerlichen unabhängigen" Vereins, die fürzlich tagte, war von die Vorarbeiten so gut wie beendet sind, würden sich, so weit fich 620 millionen Fr. Diese Summe macht den kleineren Teil deffen recht bedenklichen Mißständen in der Gemeindeverwaltung die Rede. bis jept übersehen läßt, mit geringen laufenden Beiträgen aufbringen aus, was der Mann der jetzt Verstorbenen, der Türkenhirsch", bei Wie ausgeführt liegt es Hirsch in sowohl im Plenum als in der Kommission selber bei Fassung der in bereiten Kräfte vorzubeugen, sind die Vereinsvorstände für den meindevertreter führte an, daß in bestimmten Fällen die Submittenten Rettungswerk zu bieten, das jeden Tag den eigenen Mitgliedern sich genialität selbst den deutschen Nationalheros bei weitem übernutbringend erweisen kann. Um einer Bersplitterung der zur Hilfe troffen hat. Betracht kommenden Beschlüsse mitgewirkt hätten. Desgleichen wurde 27. d. M. zu einer Besprechung der Angelegenheit eingeladen worden. berichtet, daß beim Berkauf von Bäumen, die wegen Ver breiterung einer Straße gefällt werden mußten, eine Person auf das Gebot bon brei Mark für den Baum den el Buschlag erhalten, obwohl ein anderer Interessent fünf Mark ge boten hätte. Auch tadelte man die Ausführung des Rathausbaues,*) Weizen der von einem Rednet als" Ruine" bezeichnet wurde, und bemängelte, daß noch keine Rechnungslegung erfolgt sei. Man erfuhr ferner in der Versammlung, daß die vom Arbeitgeberbund geforderte Streif flaufel nicht aus Arbeiterfreundlichkeit, wie der fürzlich gebrachte Bericht vermuten ließ, sondern deshalb von der Gemeindevertretung abgelehnt worden war, damit die Gegenpartei kein Agitations material erhalte. Die Einführung der Biersteuer, die 65 Pf. für den Hettoliter ausmacht, wurde damit motiviert, daß die Brauereien wohl die Steuer tragen würden und die Einwohner somit keinen Nachteil hätten. Der Verlauf der Versammlung belehrt unsere Parteigenossen deutlich darüber, daß es bringend notwendig ist, auch in unserem Orte für die Wahl socialdemokratischer Gemeinde bertreter zu sorgen. Der Gastwirt Lindenhayn in Grünau bittet die Berliner Vereine, die am 24. Juni v. J. in seinem Lokale anwesend und Zeugen der Gendarmen- Affaire des Tages waren, sich bei ihm zu melden. In Groß- Lichterfelde werden die jetzt fertiggestellten beiden neuen Schulpavillons, die ersten im preußischen Staate, am 1. Mai bereits ihrer Bestimmung übergeben werden. Es ist damit ein Deutscher Holzarbeiter Verband. Den Mitgliedern zur Mitteilung, daß das Mitglied, der Klavierarbeiter Willy Knopf Derstorben ist. Die Beerdigung findet heute, Somn abend, den 22. April, nachmittags 4 Uhr, von der Leichenhalle des Alten Louisen- Kirchhofs, Bergmann Straße 48/50, aus statt. 80/3 Die Ortsverwaltung. Verband der Buchbinder sc. Den Mitgliedern hiermit zur Nach richt, daß unser Mitglied, der Buch binder Hermann Lapinsky berstorben ist. Ehre seinem Andenken. Die Beerdigung findet morgen Sonntag nachmittags um 5 Uhr von der Leichenhalle des Emmaus: Kirchhofes aus statt. Um rege Beteiligung bittet Die Ortsverwaltung. Achtung! Maurer. Achtung! Den Mitgliedern des Central- Verbandes der Maurer ( Zahlstelle Nixdorf- Brit) zur Nachricht, daß unser Mitglied Paul Rölke Heute nachmittag 3 Uhr ver schied plötzlich mein lieber Mann, unser guter Bater, Sohn, Schwiegervater, Groß vater, Bruder, Onkel u. Schwager Louis Ferger. Um stilles Belleib bittet Berlin, 19. April 1899.[ 2844b Im Namen der Hinterbliebenen Bertha Ferger geb. Schulz. Die Beerdigung findet Sonntag nachut. 51 Uhr von der Leichen halle des Alten Louisenkirchhofs, Bergmannstraße, aus statt. Am 19. April erlag unser feit 33 Jahren bei der Firma F. Budweg u. Sohn, Berlin- Waidmannsluft, thätig gewesene Mit: arbeiter, der Klempner Louis Ferger im Alter von 58 Jahren einem Schlaganfalle. [ 2853b Die Beerdigung findet am Sonntag, den 23. April, nachm. 51/2 Uhr, von der Leichenhalle des Alten Louisen Kirchhofes, Bergmannstraße, aus statt. Das Personal der Firma F. Budweg u. Sohn. Für die herrlichen Kranzspenden und die innige Teilnahme bei der Beerdiam 18. April verstorben ist. Die Begung meines lieben Mannes sage ich erdigung findet am Sonntag, 23. April, hiermit meinen herzlichen Dank. nachmittags 4 Uhr, von der Leichen Frau Emilie Falkenhagen halle des Neuen Jalobi Kirchhofes ( Hermannstraße) aus statt. 3 Treffpunkt für die Kollegen um 3 Uhr bei Bracht, Biethenstraße 77. Um recht rege Beteiligung, besonders der Gesangs Abteilung, bittet 136/14 Die örtliche Verwaltung. Danksagung. Allen Freunden, Bekannten und den Kollegen von der Firma Bernhard Jofeph, fage ich für die reichen Kranz spenden bei der Bestattung meines 2855b nebft Kindern. Empfehle Freunden und Genossen mein Weiß- u. Bayrisch: Bierlokal m. Bereinszimmer u. Franz. Billard. Anton Kubaczewski, 26586 Stallschreiberstr. 55. Empfehle den Vereinen und Gesellschaften meine beiden im Wald gelegenen Restaurants Pferdebucht Marktpreise von Berlin am 20. April 1899 M Roggen Futter- Gerfte Hafer gut 1 kg " Neber ein entfehliches Schiffsunglück berichtet der Kapitän des Helsingborger Dampfers„ Emanuel" folgende Einzelheiten: Auf der Fahrt vom Mittelmeer nach der Nordsee erspähten wir am Freitag, 7. April, auf dem 39. Grad nördlicher Breite im Atlantischen Ocean einen Dreimaster, der mit zerriffenen Segeln Wind und nach Ermittelungen des fgl. Polizeipräsidiums. Wogen preisgegeben war. Auf See tobte ein furchtbarer Sturm. D.- Ctr. 16,05 14,95| Schweinefleisch 1,60 1,20 Wir näherten ums dem Schiffe und bemerkten, daß es vom Achter14,45 13,60 Kalbfleisch 201,801, schiff aus mittels Nateten Notsignale gab. Nunmehr mäßigten wir 13,- 12,40 Hammelfleisch 1,601 die Fahrt, unt in der Nähe der hilflofen Bark zu bleiben und 2,60 2, bei abflauendem Winde die Rettung der Besagung zu versuchen. 8,00 2,40 120 Abends zwischen 7 und 8 Uhr befanden wir uns zwei Stabellängen 2,20 1,20 8-1,80 von den Unglücksschiff entfernt. Da traf eine schwere See den 2,60 1, Dreimaster. Das stattliche Schiff legte sich derart auf die Seite, 1,80 1, 1, daß die Masten die Wasseroberfläche berührten. Noch eine gewaltige 1,60 0,80 oge rollte über die Bark hinweg. Da kenterte der Dreimaster und 2,80 1,20 verschwand sofort mit der gesamten Bemannung in der Tiefe. Alle 1,40 0,80 eine Bark ist durchweg mit zwölf Mann besett Unglücklichen fanden den Seemannstod. Da der orfanartige Sturm anhielt und tiefe Finsternis herrschte, vermochte der„ Emanuel" feinen einzigen Mann zu retten; ebenso wenig fonnte der Kapitän über die Nationalität des Unglücksschiffes etwas feststellen. 4,32 3,66 Anle 25,- Hechte " " " 15,40 14,90 Butter mittel " 14,80 14,20 Cter, 60 Stitc " 14,10 13,60 Starpfen 1 kg " " " 6,80 4,40 8ander " " 40, " " " 70,- 30,- Schleie 50,- 25,- Barsche " " 6, 4,- Bleie " 1,60 1,20 Strebje per Schock 1,20 1,-1 12, gering Nichtstroh Heu †) Erbsen Speisebohnen Linsen Kartoffeln, neue Rindfleisch, Keule 1kg " 3, do. Bauch *) Ermittelt pro Tonne von der Centralstelle der Preuß. Landwirt schaftskammer für den Doppel- Centner. Notierungsstelle und umgerechnet vom Polizeipräsidium -Zentral Kranken: und Sterbekasse der deutschen Wagenbauer Ortsverwaltung Berlin 4: VerJagowstr. 16: Versammlung. +) Kleinhandelspreise.. Produkten martt vont 21. April. Brotfrüchte hatten rege Frage und zog Weizen 3/4 M., Roggen 1 M. an, Hafer behauptet, Mais in beferer Frage, Rüböl gegen gestern unverändert. Die Stimmung am Filiale Moabit). Sonntag, den 23. April, vormittags 10 Uhr, bei Drendel, Spiritusmartt war auf Realisationen, die in großem Umfange vor genommen wurden, ziemlich matt. Lokoware war reichlich zugeführt. Gesammlung am Sonntag, den 23. April, vormittags 9½ Uhr, bei Behlendorf, handelt wurden 128 000 Liter 70er Ware, die mit 39,90(-0,10 2.) 3eughofstr. S. genehmer Aufenthalt f. d. Broletariat. E. Koepnick, gitGrünauer und 158/ 2* Urbanstr. 9, Hochp. t. Empfehle mein vorzüglich gepflegtes Vereinszimmer mit Pianino Damenrád v. Halbrenner, 99er Wo Weiß u. Bayrisch Bier. Alter verg. Zudse, Münchebergerstr. 9. dell, nur einmal gefahr., Nordhäuser stets auf Lager. AnEmpf. mein allerf. deutsche Maschine, vert. Sami Cöpenick. Beifenverhältn. halb. spottbill. Garantie 442* fchein noch 11 Monate. Bairisch- Bier- Lotal. Magazinstr.- Ece. 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Wolff, Fehrbellinerstraße 14, haben sämtliche Drechsler wegen Differenzen die Arbeit niedergelegt. 79/14 Buzug fernhalten. Achtung! d Drechsler, Stockarbeiter Sattelmacher, welcher selbständig feinste Sättel machen kann, wird verlangt. Kann auf Stick oder gegen höchsten Wochen lohn arbeiten. Steinmetz, Mittelstr. 46. Cigaretten- Arbeiter. Geschickte und erfahrene Arbeiter erhalten dauernde und lohnende Be schäftigung. Auskünfte erteilt brieflich J. Kramrisch, Leiter der Cigaretten Abteilung bei Stephen Mitchell& Son, 36 St. Andrew Square, Glasgow ( Schottland). M.57/ 13* Einen selbständigen Sattler u. einen Schmiedegesellen verlangt dauernb Gustav Kesslau, Wagenfabrik. Wotsdam. 28266 Tüchtige Silberarbeiter werden gesucht 15282* Badische Silberwarenfabrik Pforzheim Bär& Deibele. Modelleure und Antrager, tüchtig und zuverlässig, nach außer halb, verlangen per sofort Boswau& Knauer, Dessauerstr. 25. Maler, tüchtig. Schildermaler 2854b] sofort gesucht. Gebrüder Rudolph, 10., Zhaerftr. 5. Ed. Puls, Tempelhof, Germaniastraße, sucht tüchtige, felbständige [ 2846b Kunstschmiede. Geübte Schriftmaler verlangt 1538L] Heckert, Prinzenstr. 32. Der Streit Mexandrinenstraße 22 Geübte Kartonarbeiterinnen Stockfabrik, dauert underändert fort. 175/20 Der Vorstand. Stellengesuche. Junger Mann, 26 Jahre, möchte Möbelpoliererei erlernen. 28585 Porada, Jnsterburgerstr. 3. Stellenangebote. finden sofort dauernde und lohnende Beschäftigung. 15250* Kartonfabrik Markusstr. 50. Blusen Arbeiterinnen auf mitta Teren und besseren Genre, sucht Louis Ascher, Alexandrinen str. 43, 2 Tr. Engros- Grport." Gelibte Zuarbeiterin verlangt Fritsche, Oranienstr. 125, H. I. 27276] Beinkleider- Arbeiterin Kunstschmiede, nur selbständige, auf bessere weiße Tamenbeintt. vert. 28055 2817b] Dumack, Friedenstr. 95, III. Contante H.& M. Lewent. ohne Ansabt. tugtige, verl. Thurmſtr. 68. Zahl. Bed. Wilmersdorferstr. 56 Ede Pestalozzistr. Nen aufgenommen: ,, Confitüren". 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Die ent- sucht der Verfaffer zunächst die Bedingungen für das Eindringen Wenn es noch eines weiteren Beweises bedürfte, daß im preußi- fcheidenden Stellen stehen den betreffenden Verhältnissen dafür meist barbarischer Völkerschaften in das Gebiet des römischen Reiches. schen Eisenbahnwesen sehr vieles reformbedürftig sei, so würde die auzu fern, und den nachgeordneten Organen, auf deren Darstellungen Auch nach Diocletians Reformen war das Reich nicht im nde hier angezeigte Schrift eines aktiven preußischen Eisenbahn- Direktors iene Stellen dabei zum großen, wenn nicht zum größten Teil an- gewefen, aus fich heraus Kräfte genug für produktive Arbeit im den Nachweis erbringen. Schon die Thatsache, daß ein höherer Be- gewiesen sind, fehlt es nur zu oft an dem richtigen Verständnis für Inneren und zugleich für den Schutz des Bestandes nach außen hervoramter an den Zuständen seines Ressorts öffentlich Kritik übt, ist bei diese Verhältnisse. Auch die in den meisten Fällen sicherlich(?? Der zubringen; man griff demnach zu dem Hilfsmittel einer Art Arbeitsden unsere Bureaukratie beherrschenden Traditionen, die leider start Referent) unbegründete Scheu, sich vielleicht nach oben hin miß- teilung, bewahrte die wirtschaftlichen Arbeitskräfte und suchte sich durch militärische Gewohnheiten beeinflußt sind, bemerkenswert. Daß liebig zu machen, hält manchen der unteren Vorgesezten vielleicht die militärischen von anderswo zu verschaffen. Die Geschicke der freilich die Kritik in Form und Inhalt sehr vorsichtig ist, daß sie den davon ab, den oberen ein völlig zutreffendes Bild dieser Ver- einzelnen Teile des Reiches hingen jetzt davon ab, in welchem Eindruck erweckt, der Verfasser würde als unabhängiger Mann mehr hältniffe zu geben... Einsichtige Verwaltungen werden deshalb Stärkeverhältnisse in jedem Teile die Organisation der neuen und anders tadeln, kann in der Epoche der Disciplinierungen fon- den Vereinigungen ihrer Bediensteten nicht nur keinerlei Hindernisse in Elemente zu der des römischen Reiches stand: je nachdem gestaltete servativer Universitäts- Professoren nicht gerade wundernehmen. den Weg legen, sondern sie sogar in jeder Hinsicht zu fördern be- fich das Eindringen der Barbaren zur bloßen Aufnahme in den In leicht verständlicher Weise behandelt der Verfasser eine Reihe müht sein." Um den bösen Eindruck diefer in der Aera Stumm Heeresverband, zur Autonomie einzelner Länder unter Anerkennung mit dem Eisenbahnwefen in näherer und engerer Beziehung stehender überaus fegerischen Anschauungen auszugleichen, erklärt sich der Herr des römischen Reiches oder zur vollständigen Eroberung." Die Fragen. Nach einem allgemeinen Kapitel über unsere Staatsbahnen Eisenbahn- Diretfor mit wenig Logit, aber desto größerer Entschieden Entwickelung dieser Zustände bildet die Geschichte des fünften Jahrerörterte er die Eisenbahn Finanzpolitik, Tarifbildung und Tarif: beit gegen jede focialdemokratische Organisation der Eisenbahn- hunderts. reformen, das Verhältnis von Post und Eisenbahn, die gesetz- Arbeiter, gegen Klerikale Eisenbahner- Organisationen, wie den Ausführlich legt Hartmann die wirtschaftlichen und staatsrecht liche Regelung des Tarifwefens, die Vorbildung der Eisenbahn- bayerischen Eisenbahner- Verband, hat der Herr Verfaffer aber nichts lichen Gründe der Loslösung Italiens bom römischen beamten, die Bestrebungen der Eisenbahn- Bediensteten zur Verbesserung einzuwenden; und doch müßte er sich sagen, daß weit mehr als die Gesamtreiche Diese Teile feines Werkes gehören ihrer Lage, die Organisation der Eisenbahn- Verwaltung und zum leifetreterischen, bor lauter Rücksichtnahmen nie zum Ziele zu den flarsten, เมด รั über diese schwierigen und wenig Schlusse die Eisenbahnen und die Mäßigkeits Bestrebungen. Eine fommenden Eisenbahner- Vereinchen lassenbewußte Arbeiter die durchsichtigen Verhältnisse gefchrieben worden ist. Zumal die Ungleichmäßigkeit in der Behandlung dieser an Wichtigkeit nicht Lage ihrer Berufskollegen bessern würden; jagt er doch selbst: Abschnitte, die von der Errichtung der Herrschaft Theoderichs handeln, gleichwertigen Fragen fällt auf; dem Verfasser ist es„ Erhöhungen der Lohnbezüge find inzwischen in großem Umfange zeichnen sich durch die geschickte Darstellung des massenhaften weniger darauf angekommen, ein systematisches Werk zu schaffen, eingetreten und stehen noch bevor, und es ist nicht zu leugnen, Materials aus und bieten eine Fülle von Belehrung. Theoderich wird als über eine Reihe von Fragen, die mit seinem Berufe in Zu daß die Bestrebungen der Arbeiter selbst, ihre Lage mit Recht gewissermaßen als Vollstrecker des Programms aufgefaßt, das fammenhang stehen, seine Meinung zu äußern. Damit soll aber nicht u verbessern, einen hervorragenden Anteil Athaulf für das Verhältnis der Germanen und Römer ausgesprochen gefagt sein, daß in dem Buche die Reflexionen und die Kritik allein daran haben, sei es auch nur dadurch, daß sie die Aufmerksam hatte, als er, wie uns überliefert wird, sagte, in früherer Zeit vorherrschen, es muß im Gegenteile anerkannt werden, daß die keit der vorgelegten Behörden auf das Mißverhältnis hingelenkt habe er wohl danach gestrebt, den römischen Namen zu Schrift recht viel thatsächliches Material enthält, das auch für den haben, das bis dahin zwischen den bewilligten Lohnfäßen und dem vernichten, aus Romania ein Gothia zu machen und aus Athaulf wertvoll bleibt, der sich den Schlüssen des Verfassers nicht anschließt zur Ernährung einer Familie unter den heutigen Verhältnissen er- einen Cajar; da ihm aber die Erfahrung gelehrt habe, daß und vor schärferer Stritit nicht zurüdzuschreden braucht. forderlichen Mindesteinkommen stellenweise bestand." die Gothen in ihrer zügellofen Barbarei nicht dazu ge 0 J br. dar. ein So vorsichtig der Verfasser in seiner Kritik ist, so sicher fann er Der Verfasser ist ein Gegner des Assessorismus in der Eisen- schaffen feien, Recht und Gesetzen zu gehorchen, und trozdem darauf rechnen, daß so mancher Satz seiner Schrift bahn- Verwaltung und ein begeisterter Befürworter der Mäßigkeits- daß andererseits durch Recht und Gesetz Staat erst im Ministerium wie bei den Agrariern übel vermerkt werden bestrebungen, er wirft bei dieser Gelegenheit mit Unrecht der Social- zum Staate werde, habe er sich's zum Ziele gesetzt, durch wird, so z. B. wenn er schreibt, mit der dem deutschen demokratie vor, daß sie den Mißbrauch des Alkohols gerne sieht. bie Kraft der Gothen den römischen Namen wiederherzustellen. Der Wolfe eigenen Geduld find die längst unhaltbar gewordenen Tarife Auf Seite 101 giebt der Verfasser das östreichische Postpadet- fchwierigen und reizvollen Aufgabe, der Durchführung dieses Proertragen worden". Wenig Anklang bei den leider maßgebenden Borto um 10 Bf. zu niedrig an, weil er den Stempel von 6 Kr. gramms" im einzelnen zu folgen und die späteren Abweichungen Personen wird seine günstige Beurteilung der tiefeinschneiden- in die Portokosten einzurechnen vergaß. davon darzustellen und zu motivieren, zeigt sich Hartmann in jeder den den Verkehrsbedürfnissen Rechnung tragenden Per Wir haben an der Terra'schen Schrift vieles auszusetzen, troß- Weise gewachsen. Immer wieder und wieder ist er dabei genötigt, fonentarif- Reformen in Oestreich, Ungarn und Rußland und dem kann sie denjenigen nüßlich werden, die sich mit Eisenbahn- auf die wirtschaftlichen Grundlagen zurückzugehen, und diese wirtfeine Befürwortung billigerer und reichlicherer Beförderungs- Fragen zu beschäftigen haben. schaftsgeschichtlichen Partien jeines Buches erscheinen uns besonders möglichkeit im Raheverkehr finden. So wenig uns seine Ansichten beachtenswert. über die Bestrebungen der Eisenbahn- Bediensteten genügen fönnen, Die politische Geschichte des Ostgothenreiches in Italien, einen so sehr haben sie Aussicht, im Reiche des Herrn Thielen als viel zu Zeitraum von kaum zweiundeinem halben Menschenalter umſpannend, arbeiterfreundlich angesehen zu werden. Verlangt er doch auch von ist einer ungeheueren Tragödie vergleichbar; sie hat ja auch, wie seinen Kollegen, daß sie sich nichts Besseres dünken, als ihre nicht- Hartmann, einer der begabtesten Schüler Mommsens, bezeichnet männiglich bekannt. oftmals den Stoff zu erzählenden und beamteten Mitbürger. Er sagt dann:„ Auch die staatlichen Be- als Vorbedingung einer Darstellung der Geschichte Italiens im Mittel- dramatischen Werken abgegeben. Aber wirksamer und ergreifender diensteten, ob im. Beamtens oder Arbeitsverhältnis stehend, dürfen alter dieses:" Der Historiker Italiens im Mittelalter findet Italien erscheint uns die schlichte, von jedem falschen Pathos oder gar von sich nicht darauf beschränken, alle wünschenswerten Verbesserungen als einen Teil des römischen Reiches, seine Organisation als einen einem bei diesen Dingen besonders lächerlichen germanischen lediglich davon zu erwarten, daß die vorgesetzten Behörden aus eigener Teil der Organisation des römischen Reiches und muß die gesell- Chauvinismus freie Darstellung Hartmanns. Daß es ihm dabei Erkenntnis und eigenem Antriebe dazu schreiten werden. Bei allem schaftlichen Kräfte und ihre rechtliche Gestaltung im römischen Reiche nicht an der Kraft der Charakteristik und an der Fähigkeit mangelt, unverkennbaren Wohlwollen, das unsere staatlichen Ver- temnen, um einen Ausgangspunkt auch für die Geschichte Italiens gewaltige Ereignisse mit breitem Binsel zu malen, beweisen seine waltungen im wohlthyenden Gegenſage zu vielen ver zu finden." In dem vorliegenden Bande des großangelegten Schilderung der Persönlichkeit Theoderichs und seine Darstellung vom wandten privaten Unternehmungen beherrscht(?? der Referent). Werkes, der die Geschichte des Ostgothenreiches des Ostgothenreiches in Italien Untergange der Gothen unter Totilas und Tejas Führung in der ist es undenkbar, daß die entscheidenden Stellen zu einem in behandelt, wird diese Aufgabe sehr glücklich gelöst. Ausgehend von grausigen Schlacht am Besuv. Derlammlungen. Ludo Morik Hartmann, Geschichte Jtaliens im Mittelalter. Erster Band: Das italienische Königreich. Leipzig, Georg H. Wigands Verlag. 409 S. S. Die Ver standene Veränderung der in Betracht kommenden Bezirke und erinnerte gebracht. Des weiteren führt Redner aus, daß die Erfahrung ge daran, daß einige daran recht günstig für die Socialdemokratie liegen, lehrt habe, daß nur eine große einheitliche Centralorganisation etwas so daß bei entsprechender Thätigkeit der Parteigenossen die Wahl für die Kollegen erreichen könne und er deshalb übergetreten sei; er Der Wahlverein für den dritten Reichstags- Wahlkreis der socialdemokratischen Kandidaten aussichtsvoll ist. In der Dis- bittet die Kollegen, ein Gleiches zu thun und ihm zu folgen. hielt am Mittwoch eine Generalversammlung ab. Der Kassierer er- tussion wurde von allen Rednern ein frühzeitiges Eintreten in die Bachmann sowohl wie der Referent a ßler in seinem Schlußstattete den Kassenbericht für das 1. Quartal. Nach demselben be- Agitation und möglichst baldige Aufstellung der Kandidaten für wort betonen ausdrücklich, daß sie zu einem neuen Kongreß nicht trugen die Einnahmen( einschließlich eines Bestandes vom vorher erforderlich gehalten. mehr zu haben wären und feinen Pfennig dazu bewilligen gehenden Quartal in Höhe von 212,17 m.) 1051,27. Demgegenüber Vom Vorsitzenden wurde sodann mitgeteilt, daß bei Gründer, würden; die Hand zum Frieden sei jetzt geboten worden, stehen Ausgaben von 672,60 m. Es bleibt somit ein Bestand von Johannisstr. 9 und bei Jädel, Monbijouplag 10, neue Zahlstellen wer jetzt nicht tommt, mag draußen bleiben. Folgende 378,67 M. Dem Kassierer wurde Decharge erteilt und dem Vorstande der eingerichtet sind. Außerdem wurde bekannt gegeben, daß die Mit Resolution fand einstimmige Annahme:„ Die Versammlung Betrag von 300 M. zur Agitation überwiesen. Hierauf hielt Dr. Sturt glieder noch Billets für die Sternwarte in Treptow zum Preise von erklärt sich mit dem Bericht der Delegierten vom Leipziger Freudenberg einen Vortrag, in welchem er vom Standpunkt 75 Pf. von den bekannten Personen erhalten können. Nachdem Einigungs- Kongreß einverstanden und betont ausdrücklich, des Mediziners die Gefahren beleuchtete, die die Prostitution für els zur regen Beteiligung an der Maifeier aufgefordert hatte, daß die Delegierten bezüglich der Einigungsfrage im vollsten Eindie Volksgesundheit mit sich bringt. Der Redner bezeichnete die erfolgte der Schluß der Versammlung. verständnis der Berliner Kollegenschaft gehandelt haben. Die Verpolizeiliche Kontrolle der Prostituierten als feinen genügenden Schutz gegen die Anstedungsgefahr. Als vorbeugende Maßregel gegen die In der Stockarbeiter Versammlung, die am 18. d. M. tagte, Delegierten lokaler Richtung, welche aus rein persönlichen Motiven sammelten verurteilen ganz entschieden die Handlungsweise der schädlichen Folgen der Prostitution sei die Aufklärung der Jugend wurde beschlossen, die Maifeier durch Anschluß an die Gruppen die Einigung ablehnten und somit die Schaffung einer einheitlichen Versammlung für die Holz- Industrie zu begehen. Sodann folgte anzusehen, aber diese Maßregel fei doch nur von untergeordneter Be- die gutbesuchte Versammlung den Darlegungen über den Streit bei großen Organisation unferes Berufes hintertrieben. deutung, denn das lebel der Prostitution wurzele in unseren socialen Gembidi. Bei dieser Firma wurde vor kurzem ein Streifbrecher anmlung erwartet von jedem überzeugten Kollegen, daß er sich Zuständen und könne erſt dauernd beseitigt werden durch Einführung eingestellt. Als die Arbeiter nicht mit ihm zuſammen arbeiten mehr dem Centralverband der Handels-, Transport- und Berkehrseiner besseren Gesellschaftsordnung. Unter Vereinsangelegen heiten" teilte der Vorsitzende Kräder mit, daß der Vorstand die wollten, wurde er außer dem Hause beschäftigt, und zwar bekam er Die Holzarbetter hielten am Dienstag in Stecherts Festsälen, Absicht habe, die vielbesprochene Bernsteinsche Broschüre für die Mit große Posten, während die Schnizer mur fleine Aufträge erhielten Als die Arbeiter versuchten, den Andreasstr. 21, eine sehr gut besuchte Versammlung ab, die sich mit. und oft unbeschäftigt waren. Im Anschluß hieran glieder anzuschaffen und zu verteilen. fragte Franc an, ob nicht, wie dies anderwärts bereits ge- Sonflift gütlich beizulegen, erfuhren sie, daß der Mann auch dem Ausstand in der Möbelfabrik von GIs holz, Krautstr. 52, beZugleich wurden fie schäftigte. Aus dem Referat des Tischler Neubert und der Disschehen sei, im Verein ein Vortrag über den Bernsteinschen erheblich weniger für die Arbeit erhielt. derart schroff behandelt, daß sie gezwungen waren, Standpunkt gehalten werden solle, damit die Mitglieder Gelegenheit Arbeit niederzulegen. Kurz darauf wurden die tussion, an der sich u. a. Maaß, millarg, Brosinsky, wurden noch zwei Ar- Malina, Klingner und Kelsch, sowie der Inhaber der Firma hätten, sich über diese Angelegenheit auszusprechen. Das sei schon beiter ohne Grund entlassen. Nachdem die andern Arbeiter und sein Werkführer Rost beteiligten, ergab sich, daß die gefür den dritten Wahlkreis deshalb notwendig, weil der Abgeordnete durch eine desselben in einer national- socialen Versammlung einen eigentüm versuchten, wurde ihnen erklärt, die Agitatoren, welche für hielten, obwohl der Durchschnittsverdienst mur 21 bis 24 M. Kommission mit Herrn Gembidi eine Einigung forderten Lohnerhöhungen fich in sehr bescheidenen Grenzen lichen Standpunkt zu der Bernsteinschen Ansicht eingenommen habe. den Verband thätig sind, müssen auf jeden Fall aus der Fabrik und betrug, daß vielmehr das Hauptgewicht auf Abstellung verVorsitzender Keräter erwiderte, dem Wunsche Francs würde die Einteilung der Arbeit bewirkt der Meister, wie es ihm gefällt, schiedener Mißstände, Rechnung getragen und die Angelegenheit Bernstein jedenfalls in und wem dies nicht gefällt, der folle fofort geben. Unter diesen werkzeug usw. gelegt wurde. Die Firma hatte die Verhandlungen Plazmangel, ungenügendes Kommuneeiner öffentlichen Versammlung besprochen werden. Vorher solle Umständen erklärten sich fämtliche dort beschäftigten Kollegen einmütig wochenlang hingezogen und, als es zum Ausstand gekommen war, jedoch den Mitgliedern, damit sie sich gründlich informieren können, dafür, die Arbeit niederzulegen. Ein Versuch von seiten des Ver- gegen die 52 Streifenden Klage auf Schadenersatz beim Gewerbedie Bernsteinsche Schrift zugestellt werden. Die Versammlung war bandes, die Sache zu regeln, scheiterte, indem die Chefs erklärten, damit einverstanden. aus Princip gewisse Arbeiter nicht wieder einzustellen. Die Versammlung beschloß einstimmig, mit aller Kraft für die Streifenden einzutreten, ebenso erklärten die letzteren, mutig auszu harren, um den Kampf zu gewinnen. gericht angestrengt. 8 Arbeitswillige haben sich gefunden. Herr Elsholz und seit Werkführer bestritten zum Teil die gerügten Mängel und behaupteten, der Streit fei von außen" in sein Geschäft hineingetragen und seine Leute zum Streit gezwungen worden. Er fand aber wenig Glauben bei der VersammEine Resolution, wonach sich die Versammelten ver" Der socialdemokratische Wahlverein für den 5. Berliner Reichstags: Wahlkreis hielt am Mittwoch seine Generalversamm lung im Saale des alten Schützenhauses ab. Den Bericht des Vorstandes erstattete der Vorsigende 8izewig. Nach diesem haben im Der Textilarbeiter Verband( Filiale I) hielt am 15. d. 2. Tung. verfloffenen Quartal 3 Vereinsversammlungen, in denen Referate ge- feine Monatsversammlung ab. In einem recht interessanten Vortrag pflichteten, die Streikenden materiell und moralisch zu unterhalten wurden, und 13 Gruppenversammlungen stattgefunden. Während die Zunahme der Mitgliederzahl auch im legten Quartal prach Herr Damaschte über: Was ich in Jerusalem und Bethlehem tüßen und die weiteren Verhandlungen der Organisation zu überZum 1. Mai wurde nach als eine recht erfreuliche bezeichnet werden kann, läßt der Besuch der fah. Es erfolgte sodann die Wahl des Delegierten zum Gewerkschafts- laffen, fand einstimmige Annahme. Vereins- und auch der Gruppenversammlungen, der in feinem Ver- Rongreß, die auf das Mitglied Sollege Hübsch fiel. Beim Punkt längerer Diskussion die Abhaltung einer Vormittagsversammlung in hältnis zu der Mitgliederzahl steht, immer noch zu wünschen übrig" Stellungnahme zum 1. Mai" entspaun fich eine längere Debatte der Neuen Welt", Hafenhaide, beschlossen. und wurde ein Antrag, an diesem Tage einen Ausflug zu machen, und wird es Aufgabe der Mitglieder sein, dahin zu wirken, daß auch mit Majorität angenommen. Unter Berschiedenem teilt der Bor sonstigen für Religion, Sitte und Ordnung eintretenden Kämpen, Johannisthal. Die deutschen Patrioten, Bismardanbeter und in dieser Beziehung eine Besserung eintritt. Nach dem Kassenbericht, figende mit, daß in der Konferenz der Textilarbeiter der Proving nicht zum wenigsten unsere Herren Junker, gefallen sich oft sehr gut den Stöhnte gab, betrugen die Einnahmen intl. bes alten Beizende standes von 192,03 m. im letzten Quartal insgesamt 423,78 M., die Brandenburg beschlossen wurde, jede Filiale verpflichtet sich, 5 B. barin, wenn sie das von ihrem Gößen geprägte Worte: Ausgaben 272,65 M., so daß ein Kassenbestand von 151,13 m. ver- wurde deshalb die Gewerkschaftsmarke von 3 Pf. auf 5 Pf. erhöht. welchen Anlässen recht laut in die Welt hineinrufen können. E3 pro Mitglied und Vierteljahr für die Agitation abzuliefern. Deutschen fürchten Gott, sonst nichts auf der Welt", bei irgend Doch bleibt. Die Mitgliederzahl ist in dieser Zeit von 558 auf 595 gestiegen. Eine Diskussion über die Berichte des Vorstandes wurde Die Handels: Hilfsarbeiter( Centralrichtung) hielten am der Furor teutonicus hält nicht immer Stand. Denn man beachte: nicht beliebt, und auf Antrag der Revisoren, die die Richtigkeit der 16. April im Englischen Garten eine Versammlung ab. Auf der Dienstagabend hatten wir in Raus Lokal eine öffentliche VersammAbrechnung bestätigten, dem Kaffierer Entlastung erteilt. Die hierauf Tagesordnung stand: Der Kongreß zu Leipzig und die Stellung lung einberufen, wo Reichstags- Abgeordneter Thiele über die borgenommene Neuwahl des Vorstandes ergab folgendes Resultat: der Berliner Lokalisten zur Einigungsfrage. Sa ßler gab zunächst politische Lage und die Socialdemokratie" referieren sollte. Zu dieser 8izewig erster, Dr. We y I, zweiter Vorfißender; Sohnte erster, einen Situationsbericht von den auf dem Kongreß stattgefundenen fürchterlichen Begebenheit hatte Herr v. Oppen die Gendarmerie fast Höhnicke zweiter Kassierer: Fräntel erster, Gärtner Debatten und führte an, daß sich Genosse Legien als Vertreter der aller umliegenden Orte mobil gemacht, welche vor und im zweiter Schriftführer. Als Gruppenführer wurden bestätigt: Generalfommission die größte Mühe gegeben habe, um eine Einigung Lotal Posto gefaßt hatten. Wir gewannen dadurch den Eindruck, dieses Massenaufgebot das oben Stümpel für die erste, Kirchner für die zweite, S. Slein zu erzielen; trotzdem von centraler Richtung der größte Teil der daß durch angeführte ad absurdum Um geführt wurde. aber für die dritte, Mud für die vierte und Buziger für die fünfte Bedingungen, welche von lokaler Seite gestellt, zugestanden wurden, Bismarckwort Gruppe. Als Revisoren wurden 8uch, Meier und geise ge- fcheiterte die Einigung doch und zwar an der Personenfrage. die Bekämpfung des Umfturzes außerdem recht wirksam durchzu wählt. Hierauf referierte Dr. Wehl über die im Herbst d. J. Nebay aus Solingen schildert, wie in Solingen, Frankfurt a. M. führen, erhielt der Wirt den amtlichen Befehl, fein Lokal um 10 Uhr stattfindenden Stadtverordneten- Wahlen, bei welchen der fünfte Streis und Hannover, wo er Gelegenheit hatte zu sprechen, eine au schließen. Doch genug, die 11/2 Stunden, welche uns solchergestalt durch den 20., 26., 27. und 30. Kommunal- Wahlbezirk beteiligt ist. freudige Erregung herrschte, daß endlich mal der Kampf zur Besprechung unserer Sachen gnädiglich rechtsgarantiert waren, Der Redner erläuterte die infolge der neuen Wahlgeometrie ent- aufhören würde, doch leider hat der Kongreß bittere Enttäuschung mußten ausgenutzt werden. Der Referent schilderte in ca. fünfviertel Um: stündiger Rede die allgemeine politische Weltlage, um nachher im| den Bauarbeiterschuß- Kongreß gab. Die Versammlung erklärte sich Sie find zur Sahlung verpflichtet. Durch Unterschrift des Scheines find besonderen diejenige Deutschlands zu beleuchten. Er geißelte das mit den Beschlüssen einverstanden. Sodann sprach Gen. Schubert Sie der Versicherung beigetreten und an den Inhalt der Statuten gebunden. volksfeindliche Verhalten der reaktionären Barteien in Bezug auf über die Entwicklung der Gewerkschaften, worauf ber Delegiente bes wir, baben häufig bavar gewarnt, it bon sungenKoalitionsrechts, Wahlrechts, Ankündigung Gewerkschaftskartells seinen Bericht erstattete. Bürgel wurde fertigen Leuten zu einer unterschrift befchwazen zu Abschaffung des Tassen. F. L. Das dürfen Pfändung vornehmen laffen. Sie nicht. Sie können lediglich Ihre der Zuchthausvorlage und die fortgesetzten Rüstungen für Militär hierauf zum Delegierten gewählt. Zur Maifeier wurde beschlossen, Forderung einflagen und dann R. J. und Marine; letztere beiden kennzeichnete er sowohl in materieller daß überall da, wo es ohne schwere wirtschaftliche Nachteile möglich 100. Geringe förperliche Fehler. F. M. Die Mutter tritt vom 1. Januar 1900 ab an Stelle des Vormundes. 5. G. 100 W. Das als in ethischer Beziehung als kulturfeindlich und wies nach, wie ist, die Arbeit ruhen soll. gerade das Centrum durch seine Schacherpolitik der diesjährigen G. Remme 104. Das Gesuch ist möglich, aber unwahrscheinlich. Paukow. Hier tagte am 16. b. M. eine Versammlung der wird faum Erfolg haben; ein Versuch schadet aber nichts. S. 99. Nein. Militärvorlage zur Annahme verholfen haben. Nach weiteren inter- Maurer, in der beschlossen wurde, am 1. Mai die Arbeit ruhen zu E. M. 100. 1. Die Eltern sind im Recht. 2. Nein. R. E. 100. essanten Ausführungen über indirekte Steuern 2c. schloß Redner unter dem Beifall der Zuhörer seinen Vortag mit der Mahnung, lassen. Am Vormittag beteiligen sich die Maurer an der Versamm Teilen Sie ihm mit, daß er fein Recht zum Verkauf hat, sich vielmehr durch lung bei Klingenberg, Kaiser Friedrichstr. 12. einen solchen strafbar, machen würde. R. P. 143. Ihr Einwand zieht nicht. O. 2., Finster: daß jeder denkende Arbeiter die Pflicht habe, sich zu organisieren. Lung bei Klingenberg, Kaiser Friedrichstr. 12. M. S. 25. Eine Klage wäre aussichtslos. Weißensee. Am 15. April tagte hier eine öffentliche Verwalde. 1. Ja. 2. Ja, durch Beschluß des Vereins. 3. Nein. P. S., Da nun die Polizeistunde herangerückt war, schloß der Vorsizende die Versammlung mit einem dreifachen Hoch auf die sammlung, in der Frau Mesch über Kampf der Frau um ihre Naunynstr. 9. Nach Vollendung der siebenjährigen Dienstzeit. A. 3. 7. 1. Die internationale Socialdemokratie. Wir hatten nun aber Befreiung" sprach. Der Vortrag wurde mit großem Beifall auf schulung. Wenden Sie sich an die Schuldeputation. K. 3. Ist richtig. dafür gesorgt, daß die Vernichtung des Umsturzes nicht genommen. In der Diskussion wurden die Zustände in der Eächfi- Staffe wäre nicht zur Zahlung verpflichtet. 2. Ja. P. Falf. Innerhalb drei Monaten nach Kenntnis von der strafbaren so einfach vor sich gehen sollte. Verschiedene Anzeichen denteten schen Wollgarnfabrik von Titel u. Krüger in der Prenzlauer Allee schon im Laufe der Woche darauf hin, daß es so kommen sollte. eingehend erörtert. Fräulein Trode fordert die Versammlung auf, Sandlung ist bei nur auf Antrag verfolgbaren Handlungen Strafantrag zu ſtellen. 2. N. 19. Nein: das Kind haftet für die Schulden der Eltern Wir hatten daher vorsichtshalber noch eine Versammlung im nebenan daß diejenigen, denen Mißstände aus Fabriken bekannt werden, dies nicht. 23. M. 135. Nein: auf Abzahlung braucht ein Gläubiger sich A. W. gelegenen Lokale von Bastian angemeldet. Diesem Wirt hatte man, an ihre Adresse: Fräulein F. Trode, Berlin, Eisenbahnstr. 32, bei nicht einzulassen. H. S. 50. Unerhebliche törperliche Fehler. wohl nichts Böses ahnend, die Polizeistunde bis 11 Uhr gelassen. Siegener, gelangen lassen mögen. Nur die Verwandten der Tante erben, falls nicht im Testament des Onkels etwa eine abweichende Bestimmung steht. M. F. 77. Die Betreffende Dadurch waren wir in der glücklichen Lage, die soeben unterbrochene müßte mitarbeiten. 20. 2. 70. Errichten Sie ein wechselseitiges Versammlung dort fortsetzen zu können. Diese Versammlung, welche Testament. Wie ein solches zu errichten ist, wie es lauten muß, wieviel vorher schon eröffnet, aber auf 50 Minuten vertagt worden war, Kosten es verursacht und wie Kosten gespart werden können, ist wiederholt. wurde nun zur sichtlichen Verwunderung der Gendarmen wieder im Briefkasten, zuletzt in der Nummer 82 vom 8. April 1899 dargelegt eröffnet und hielt hier Genosse Regge bei vollzähliger Zuhörer R. D., Strelitzerstr. 34, R. 141, Bierabzieher: Ja.- D. S. 60. schaft ein kurzes Referat über die Entrechtung der Arbeiterklasse und A. 2. 36. Nein. 3 Wettende 20. Bis zum zurückgelegten 24. ist für ein Weiblein, bis unsere Bestrebungen. Zum Schluß vertrat ein Herr Lange noch Im allgemeinen nein. 2. Uns nicht erinnerlich. seinen Standpunkt als Anarchist, worauf Schluß der Versammlung zum zurückgelegten 25. Lebensjahre für ein Herrlein elternliche Einwilligung zur Eheschließung erforderlich. Dieses Erfordernis zur Familiengründung erfolgte. fällt vom 1. Januar 1900 ab für die über 21 Jahre alten Heiratslustigen G. R. 100. 1. Eine Schraute ohne Unterschied des Geschlechts fort. besteht leider nicht. 2. Bierzehn Tage. Schrolle. In 2 Jahren. 5. 100. Jeder Cousin darf jede Cousine vor und nach dem Inkrafttreten des Bürgerlichen Gesetzbuches heiraten, wenn tein Ghehindernis( Verheiratet fein usw.) vorliegt und wenn die Base den Vetter will. A. 3. 1. Nein. Spandan. Das hiesige Gewerkschaftskartell beschloß am 13. April, die Maifeier, wo es möglich ist, durch Arbeitsruhe zu begehen. Diejenigen, die gezwungen sind, zu arbeiten, verpflichteten fich, 10 Prozent ihres Verdienstes an das Gewerkschaftskartell abzuliefern. Am Abend findet in der Brauerei Pichelsdorf eine Verjammlung statt. Freireligiöse Gemeinde. Sonntag, den 23. April, vormittags 9 Uhr, im großen Festsaal der Berliner Ressource, Kommandantenstr. 57: Versamm: lung. Freireligiöse Vorlesung. Um 11 Uhr vormittags ebendaselbst: Bor: trag des Herrn Dr. Bruno Wille: Was heißt begreifen?" Gäste will tomment. Allgemeine Kranken und Sterbekasse der Metallarbeiter ( E. S. 29, Samburg), Filiale Berlin 5. Mitgliederversammlung. Heute, abends 9 Uhr, bei Koplin, Lothringerstr. 68. Briefkasten der Redaktion. Witterungsübersicht vom 21. April 1899, morgens 8 1hr. Stationen Barometerstand mm Windrichtung Windstärke Wetter Temp. u. G 5° 4° R || Stationen stand mm Winds richtung Winditärke Wetter Die juristische Sprechstunde wird Dienstags, Donnerstags und Freitags abends von 7 bis 8 1hr abgehalten. 250. Wenn man sich anständig beträgt, die ganze Nacht. 3 N. A. Wollen Sie die Gütergemeinschaft ausschließen und das Ver: Charlottenburg. Eine öffentliche Volksversammlung, in der mögen Ihrer Frau möglichst sicher stellen, so beschreiten Sie folgenden Weg Sodann begeben Sie sich Genosse Wetter einen recht beifällig aufgenommenen Vortrag über Ihre Braut schreibt genau auf, was ihr gehört. mit ihr auf das Amtsgericht. Dort erklären Sie beide zu gerichtlichem unfere jezigen politischen Zustände hielt, fand hier am 12. April statt. Protokoll, daß Sie sich ehelichen wollen, Sie anerkennen ferner, daß das in Im Anschluß an den Vortrag, dem eine Diskussion nicht folgte, bem Inventar Ihrer Braut Verzeichnete Eigentum Ihrer Braut ist und daß referierte Paul Hirsch über die Verhandlungen der Zeitungskommission, Sie auf Ihr ehemännliches Nießbrauchs- und Verwaltungsrecht verzichten. betreffs Gründung eines Lolalblatts für Charlottenburg. Nach kurzen Gilt an Ihrem fünftigen Wohnort Gütergemeinschaft, so erklären Sie beide Swinemde. 760 S Ausführungen beantragt Redner, von der Gründung des beabsichtigten ferner, daß die Gütergemeinschaft ausgeschlossen sein soll und daß Sie die Gernsheim. Wenn 761 WSW 2 bedeckt Hamburg Lokalblattes noch vorläufig Abstand zu nehmen; unseren principiellen Bekanntmachung dieser Gütertrennung beantragen. Berlin Standpunkt werden wir hierbei nicht verleugnen. Sabor und Sie nicht selbst den Verlauf vornehmen wollen, so ist eine neue Vollmacht Ihre Forderung ist nicht verjährt, Sie Wiesbaden 763 NO Siegerist nahmen Veranlassung zu betonen, daß in Anbetracht der tönnen fie einklagen. M. N. 57. Die Gewährung unent Mfinchen 7643 schwierigen Agitation hier am Orte für die im Herbst stattfindenden geltlicher Schulbücher in Berlin ist keine Armen Unterstügung. Wien 758 Stadtverordnetenwahlen ein Wochenblatt ein dringendes Bedürfnis D. O. Da giebt es keine Frist. Sie müssen die Sachen noch länger sei. Der Antrag Hirsch fand hierauf Annahme. aufbewahren. Kuppelei 100. 1. Ja auf Aufhebung des Vertrages flagen. 2. Wenden Sie sich an die Stiftungsdeputation des Magistrats. Steglit. Am 16. April tagte hier eine Versammlung der Bau-. Sie können auf Rückzahlung flagen, nachdem Sie dem Schneider fällen und ziemlich frischen westlichen Winden. Berliner Wetterbureau. arbeiter, in welcher der Delegierte Sablogty einen Bericht über fruchtlos eine Frist zur endlichen Abänderung gestellt haben. Für den Juhalt der Juferate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung. Theater. Sonnabend, den 22. April. Opernhaus. Mudarra. Anfang 71 Uhr. Schauspielhaus. Das fünfte Nab. Anfang 7 Uhr. Deutsches. Hans. Vorher: Mutterherz. Anfang 7 Uhr. Die Lumpen. Anfang Ostend Carl Weiß- Theater. Gr. Frankfurterstraße 132. 8um 21. Male:" Die Bulgaria." Sensationelles Ausstattungsstück mit Gesang( Wahrheit und Dichtung) in 3 Aften( 10 Bildern) von Hans erforderlich. 23. C. Urania Taubenstrasse 48/49. Im Theater: Buchholz. Musik von M. Fall. Ge Das Land der Fjorde. fangsterte von J. Dill. Anfang 8 Uhr. Borzugsbillets haben Gültigkeit. Thalia- Theater. Dresdenerstr. 72/73. Gastspiel Emil Thomas. Zum leztenmal: sidIm Hörsaal: Dr. Grothe:" Constantinopel" Invalidenstr. 57/62: Tägl. Sternwarte. Nachmittags täglich 5-10 Uhr. Plaz ben Frauen! An Emil amüsiert sich! Passage- ranspre fang 7 Uhr. Residenz. Der Schlafwagen- Non3 trolleur. Vorher: Zum Einsiedler. Anfang 72 Uhr. Schwant in 3 Aften von D. Walther u. Anf. 7 Uhr. Stein. Neues. Hofgunst. Anfang 7%, Uhr. Sonntag: Der Raub der Sabinerinnen. Weiten. Der Freischütz. Anfang 71 Uhr. Schiller. Der Mann im Monde. Anfang 8 Uhr. Metropol. Nach dem Balle. Vorher Die eiserne Jungfrau. Anfang Central. Die Puppe. Anf. 71%, Uhr. Thalia. Emil amüsiert sich! Anfang 7 Uhr. 71 Uhr. Luisen. Feuer. Anfang 8 Uhr. Nachm. 3 Uhr: Maria Stuart. Belle Alliance. Die Rosa Dominos. Anfang 8 Uhr. 5 Friedrich Wilhelmstädlifches. Fuhrmann Henschel. Anf. 8 Uhr. Alexanderplatz. Die Lebemänner von Berlin oder: Der Klub der Harmlosen. Anfang 8 Uhr. Wiener Volks- Theater. Lumpaci vagabundus. Ihr Cousin. Anfang 7 Uhr. Oftend. Die Bulgaria. Anf. 8 Uhr. Apollo. Specialitäten-Borstellung. Anfang 71/2 Uhr. Reichshallen. Stettiner Sänger. Anfang 8 Uhr. Feen Palast. Specialitäten Bor: ftellung. Baffage Panoptikum. Speciali täten Borstellung. Urania. Taubenstraße 48-49. Naturlundliche Ausstellung. Tag: lich geöffnet von 10 Uhr vor mittags ab. Eintritt 50 Pf. Abends 8 Uhr:„ Das Land der Fjorde". Operntelephon. Invalidenstraße 57/62. Täglich abends von 5-10 Uhr: Stern warte. Metropol- Theater. Behrenstr. 55/57. Dir. Rich. Schultz. Heute, Donnerstag, zum 4. Male: Nach dem Balle. Pantomime in 3 Bildern v. Séverin. Pierrot Mr. Séverin. Anfang der Pantomime 1/10 Uhr. Vorher 1/28 Uhr: Die eiferne Jungfrau. Baudeville in 3 Atten. Weusit v. Barney. Morgen und folgende Tage: Die selbe Vorstellung. Apollo- Theater. Me. et Mr. Bianca- Desroches Robert Steidl Maria la Bella usw. usw. usw. Nur noch wenige Tage! Ein Abenteuer im Harem Burleske v. W. Mannstädt, Musik von Paul Lincke. Anfang 72 Uhr. In Vorbereitung Schiller Theater Frau Luna. ( Wallner Theater).. Sonnabend, abends 8 Uhr: Der Mann im Monde." Boffe mit Gesang in 5 Bildern von Eduard Jacobson. Sonntag, nachmittags 3 Uhr: Maria Stuart. Sonntag, abends 8 Uhr: Die grosse Glocke. Montag, abends 8 Uhr: Der Mann im Monde. Central Theater Direktion: José Ferenczy. Die Puppe( La Poupée) Operette in 3 Aften und einem Vorspiel von Ordonneau u. Sturges. Musit von Ed. Aubran. Morgen und folgende Tage: Die Puppe( La Poupée). Sonntagnachmittag zu halb. Preisen, zum letzten Wale in dieser Saison: Der luftige Krieg. Operette in 3 Aften von Johann Strauß. Vorverkauf täglich im Theater und beim Künstlerdank", Unter den Linden 69. Alcazar Theater 10 Dresdenerstr.52/ 53.City- Passage. Direttion: Richard Winkler. Täglich mit stürmischem Jubel! Endlich allein! Gesangs- Posse von Joh. Eißner. Musik von Mar Schmidt. In Scene gesetzt v. Otto Wendt. Dazu das vorzügliche neue Special.- Programmt, u. a. Mr. James Thomas, Juggler on the wire. Wochentags Entree frei! Sonntags 30 Pf. Passage- Panopticum. Nur noch kurze Zeit! Das Riesenweib. Die schöne Tätowierte. Von 61% Uhr: 5. M. 12a. 761 7 Petersburg 760 2 Temp. n. G. 2wollig 2 wolkig 7 Haparanda 754 Still 7 Cort heiter 6 1olfig -0 760 NO 5wolfig 1 bebedt 762 NA 3wolfig 461b. bed. 5 Regen 6 Paris 768 S 2 Dunst 7 5 7 Aberdeen Wetter Prognose für Sonnabend, den 22. April 1899. Etwas fühler, veränderlich, vorherrschend wolkig mit leichten Regens Feen- Palast- Resses Theater Burgstr. 22. Burgstr. 22. Allabendlich um 812 Uhr das hochinteressante aftuelle Berliner Gesangs- Volksstück Fuhrmann Henschel. Fuhrmann Henschel: Direttor Wilhelm Fröbel. Lene, seine Tochter, Helene Voß. Dazu d. erfolgreiche erstklassige Specialitäten- Personal. Gr. Niesen Programm. Die fliegenden Menschen. Clown Dollys, Tierfamilie. Paolo Wills Panoptikum, sprechende und musizierende Automaten. Lebende Photographien ze. Anf. 72 Uhr. Sonntags 7 Uhr. Billet- Borv. vorm. v. 11-1 Uhr. Theatre variété. Victoria- Brauerei Excelsior, dargestellt bon 500 künstl. Menschen. Mittwoch, Sonnabend, Sonntag 4 1hr: Kindervorstellung. Castan's Panopticum. Ecke Friedrich- u. Behrenstrasse. Neu umgestaltet und verschönert!! Lützowstraße 111/112. Jeden Sonntag, Montag u. Freitag Humoristische Soiree der Norddeutschen Sänger ( Führmann, Horst, Walde). Anfang: wochentags präc. 8 Uhr, Sonntags 7 Uhr. Entree 50 Pf. Neu!! Original- Zigeuner W. Noack's Theater Kapelle im Konzertsaal. Reichshallen. Täglich: Stettiner Sänger. Jeden Freitag: Neues Programm. Meyfel, Pietro, Britton, Steidl, Krone, Schneider und Schrader.) Britton als Pauken Schulze der Stolz vom Regiment. Anfang präc. 8 Uhr. Entree 50 Pf. Vorverkauf 40 Pf. Numerierter Balkon 75 Pf., BalkonLoge 1 Mk., Orchester- Loge 1,50 Mk. Fremdenloge 2 Mk. Tagestaffe 11-1. Die Plätze zu den numerierten Sigen find stets 8 Tage lang vorher zu haben. Brunnenstr. 16. Jeden Sonntag, Dienstag und Donnerstag: Theater- Vorstellung. Der Wildschütz Schwant mit Gefang in 3 Atten von A. Kotzebue. Borber: Gringoine. Schauspiel in 1 Aufzug v. O. Randolf. Nach der Borstellung: Lanztränzchen. Concerthaus Leipzigerstr. No. 48. Nur noch 2 Vorstellungen vor Abbruch des Hauses Hoffmanns Quartett Humoristen Letzte Fahrt, Liederspiel. Italiano Berolina, Boffe. Heute Sonnabend: Letter Tag für Passepartouts. Morgen Sonntag: Letzte Vorstellung. Gesellschaftshans Swinemünderstr. 42. Säle und Garten empfehle unter foulanten Bedingungen zu Feftlich: Circus Renz- Riesen- Tunnel.tetten einige Sonnabende find noch frei! Jeden Sonntag: Ball und Theater Vorstellung. Direktion: J. M. Hütt. 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April, vormittags 10% Uhr, bei Nowak, Mauteuffelstraße 9. Bezirk B am Sonntag, den 23. April, vormittags 11 Uhr, bei Pritsch, Stalikerstraße 30. Bezirk C am Sonntag, den 23. April, vormittags 10 ihr, bei Zubeil, Lindenstraße 106. Bezirk D am Montag, den 24. April, abends 8% hr. bei Schiller, Rosenthalerstraße 57. Tages Ordnung: 1. Vierteljähriger Kaffenbericht. 2. Beratung der Statuten zur Generalversammlung. 3. Wahl der Delegierten. 4. Verschiedenes. Die Zahlstellen, in denen an jedem Sonnabendabend von 8-10 Uhr neue Mitglieder( bis 45 Jahr) aufgenommen werden, befinden sich: Naunynftr. 78 bei Grundmann; Kl. Andreasstr. 15 bei Neumann; Reichenbergerstr. 20 bei Schmidt; Stalikerstr. 65 bei Krause; Alte Jakobstr. 69 bei Lenz; Gneisenaustr. 10 bei Wesse; Elfajferstr. 11 bei Radatz; Georgenkirchstr. 25 bei Radko. 266/14 Die Ortsverwaltungen. D Verband der in Buchbindereien, Orts Krankenkaffe der Kupferschmiede. der Papier- und Leder- Galanteriewaren- Industrie Sonntag, 30. April, vorm. 10% Uhr, beschäft. Arbeiter und Arbeiterinnen Deutschlands. Rofenthaler Straße 11/12: Zahlstelle Berlin. Dienstag, den 25. April 1899, abends 8 Uhr, in Feuersteins oberem Saal, Alte Jakobstr. 75: Ordentliche General- Versammlung. Tages Ordnung: = im Rosenthaler Hof", General- Versammlung. Tagesordnung siehe übersandte Gin ladung des Borstandes. Orts- Krankenkaffe 266/13 1. Geschäfts- und Kaffenbericht. 2. Erfaswahlen zur Ortsverwaltung der Uhrmacher Berlins. 3. Abrechnung vom Projektionsvortrag. 4. Verbandsangelegenheiten und Dienstag, 25. April, abends 81%, Uhr, Berschiedenes. 14/7 bei Spiegelberg, Sebastianstr. 39; Um zahlreiches und pünktliches Erscheinen aller Mitglieder wird bringend ersucht. Mitgliedsbuch legitimiert. Der Bevollmächtigte. Former n. Berufsgen. Montag, den 24. April, abends 8 Uhr, im Ordentliche General- Versammlung. Tagesordnung: 1. Stassenbericht. 2. Verschiedenes. Hierzu ladet ein 2851b Der Vorstand. G. Lütsch, Vorsitzender. Louisenkädtischen Konzerthaus, Alte Jakobstr. 37, Arbeiter- Radfahrer- Verein Oeffentliche Versammlung. Tages Ordnung: Der erste Mai. 2. Gewerkschaftliches. 115/13 11110 Der Vertrauensmann. Verband der Möbelpolierer. 99 Berlin". Sonntag, 23. April: Tour nach Grünau bet Lindenhayn. Zufammenkunft mehrerer Vereine. Abfahrt 2 Uhr: Schlesische Brücke. Berliner Spar- u. Bauverein Am Montag, den 24. April, abends 8% Uhr, Admiralstraße 18c: eingetragene Genoffenschaft mit Versammlung Tages: Ordnung: 1. Vortrag über:" Die Lehrlingsfrage". Referent Rollege Renter. 2. Distuffion. 3. Ausgabe der Fragebogen und ihre Bedeutung. 4. Ver: schiedenes. 146/1 Morgen, Sonntag: Herrenpartie nach Birkenwerder. Treff: puntt frith 128 Uhr Bahnhof Gesundbrunnen. Abfahrt von bort um 8 Uhr nach Heiligensee; von dort Fußtour über Neubrück, Hohen- Schöppingen nach dem Paradiesgarten" Birkenwerder. Der Vorstand. Tapezierer. Sonntag, den 23. April: beschränkter Haftpflicht. Bilanz am 31. Dezember Attiva. Grund: u. Boden- Conto 1 Ban- Conto 1 Grund- u. Boden- Conto 2 Bau- Conto 2 Grund- u. Boden- Conto 3 Bau- Conto 3 1898. Solide Arbeit! Feste Preise! Carl Stier Fabrik für idiot fab for MN Herren- u. KnabenShine Garderobe Berlin SO., Oranienstr. 168, empfiehlt in grösster Auswahl seine selbstgefertigten Waren: Kammgarn- Anzüge i. schwarz, blau od. braun, ein- od. zweireih, 20, 25, 27, 30, 33, 36-50 Mk. Kammgarn- Anzüge in schönen Melangen, grau, grünlich, gelblich, meliert, 25, 27, 30, 36, 42, 45, 50 Mk. Cheviot- Anzüge in schwarz, blau oder braun, 15, 16,50, 18, 20, 22,50, 25, 27, 36-45 Mk. Cheviot- Anzüge in melierten und karrierten Mustern, 22,50, 25, 27, 30, 33, 36, 39, 45 Mk. Zwirnbuckskin- Anzüge in soliden Dessins. 15, 18, 22,50, 27-36 Mk. Elegante Rock- Anzüge in Cheviot oder Kammgarn, 30, 33, 35, 42, 45, 50 Mk. Hochfeine Gehrock- Anzüge, elegante Salon- Anzüge, 36, 42, 48, 50 Mk. Radfahrer- Anzüge in soliden, haltbaren Lodenstoffen, 12, 15, 16, 18, 20-30 Mk. 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254 315[ 300] 51 410 571 622 808 33 57 77 61077 126 268[ 300] 94 412 52004 198 391 424[ 300] 96 704 [ 1000] 77 806[ 3000] 934 97 53039 110[ 1000] 388 432 832 43[ 1000] 68 992 54028 38 86 123 38 299 324 428 721 800 44 921 55377 757 92 915 56220 383 505 21 32 73 799 888 57195 285 303 545 617 724 29 897 58043 154[ 3000] 425 742 860 942 59088 273 326 465[ 10 000] 622 60045 245[ 3000] 415 39 515 607 29 42 777 816 919 61140( 3000] 44[ 500] 302 91 505[ 3000] 605 88 62034 160 457 686 62 857 63073 103 438 600 3 729 61 810[ 500] 62 64098 119[ 300] 718 75 918 96 65004 19 170 255 469 85 87 558 632 46 790 989 66227 686 823 912 83 67025 203 556 6S025 90 147 267 366[ 300] 96 408 14 682 722 808 930 98 69005 119 99 240 351 487 609 41 70105 69 83 317 40 98 480 522 60 81 732 36 896 901 55 89 71019 107 38 289 403 515 59 97 755 59 826 61 85 924 99 72189 319 32 43 452 564 699 726 63 889 935 73050 175 83 282[ 3000] 358 516 74 89 90 717 95 882 905 12[ 3000] 41 74184 95 274 423 31 651 733 801 926[ 300] 78 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225038( 15 000] 92 99 275 372 81[ 300] 448 533 82 Im Gewinnrade verblieben: 1 Gewinn an 500 000 m., 2 3 200 000 m., 2 au 150 000 m., 2 zu 100 000 Mt., 2 75 000 r., 2 zu 50000 Mt., 2 zu 40 000 r., 10 zu 30 000 Mt., 23 zu 15 000 r., 49 zu 10000 Mt., 99 au 5000 Mt., 1422 zu 3000 Mt., 1527 au 1000 M., 1810 au 500 Mt. Verantwortlicher Rebacteur: August Jacobey in Berlin. und Polsterwaaren. Reelle Arbeit. Ganze Einrichtungen zu billigen Preisen.[ 11640* Franz Tutzauer, Brunnenstraße 152. 106/ 2* Fahrräder- Teilzahlung direkt aus der Fabrik mäßige Anzahlung, coul. Teilzahlung. 1 Jahr schriftl. Garantie. 33. Oranienftr. 33.( 1415 1.3iehung d.4. Klaffe 200. Kgl. Preuß. Lotterie. 41 115035 45 92 164 249 406( 800) 522 767 818 988 Biebung vom 21. April 1899, nachmittags. Nur die Gewinne über 220 Mark find den betreffenden Nummern in Parenthese beigefügt. ( Ohne Gewähr.) 36 145 72 395 875 87 1058 68 116 210 625 725 885 984 2501 682 36[ 300] 79 737 861 3041 85 422 502 678 743 858 4215 328 510 48 672 96 708 49 804 5028 151 599 607 35 875[ 1000] 6128 71 387 677 897[ 8000] 7089 259 331 56 445 613 778 80 805 16[ 300] 85 8063 90 175 252 395 403 94 594 9100 429 519 684 730 82 827 932 69[ 500] 10237 55 589 711 960 11062 201 70[ 500] 305 582 84 627 757 12265 88 303 401 558 910 13074 114 285 558 616 42 918[ 500) 14019 189 352 87 428[ 300] 93 524 626 791 15109 13 38 265 348 766 82 808( 500) 87 [ 600] 908[ 300] 10062 121 365 507 57 754 976 17012 61 95 127 33 72 219 35 78 344 491( 800) 527 846 18050 152 69 215 20 398 542[ 1000] 47 603 701 6 859 61 19089 96 136 40 335 588 715 18 97 876 21005 111 316 20100 66 406[ 3000] 779 814 928 418 551 72 873[ 1000] 91 92 941[ 1000] 22133 36 272 430 599 887 28144 216 84 342 98 465 534 615[ 1000] 20 864 87 24326 49 72 77 448 543 56 74 751 58 65 888( 3000) 913 40 25122 47 352 87 456 641 61 95 797 818 956 26055 245 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Glocke in Berlin. Drud und Verlag von Max Bading in Berlin.