14. Jahrgang Mittwoch, 25. April 1934 Einzelpreis 70 (•IniehllcMIeh 5 Heller Forte) ERSCHEINT MIT AUSNAHME DIS MONTAG TÄGLICH FRÜH. Redaktion und Verwaltung frag XII., fochova«. tkefom son. Administration TELEFON atn. HERAUSGEBER. SIEGFRIED TAUB. CHEFREDAKTEUR. WILHELM NIESSNER. VERANTWORTLICHER REDAKTEUR. DR. EMIL STRAUSS, FRAG. IENTRALORGAH' DER DEUTSCHEN SOZIALDEMOKRATISCHEN ARBEITERPARTEI IM DER TSCHECHOSLOWAKISCHEN REPUBLIK Nazimord an mr Ccwcrksdiattcrnl SS"" kommt nach einem Jahr ans Tageslicht Berlin, 24. April..(EPB.) In den staatlichen Wäldern in Ob er loh berg lAhcinland) grub die Polizei, von der Bevölkerung aufmerksam gemacht, die Leichen von vier ehemaligen Beamten der Gewerkschaftsorganisationen an», die dort vor etwa einem Jahre ans Duisburg dcrschwnndrn waren. Die Polizei warnt(!) davor, an den Leichcnfund ,,n b c r f l n s s i g r K o m b i Nationen"(!!) zu knüpfen und so die Bevölkerung zu b e u n r u h i g e n(!). Die„Deutsche Allgemeine Zeitung", die diese Nachricht bringt, teilt mit, daß sich die Duisburger Polizei bereits seit Mai vorigen Jahres vergeblich bemühte(!), die Vermißten aufzufinden. Es bestehe kein Zweifel, daß es sich nm einen Mord handle. Wer erinnert sich nicht, wie seinerzeit ein großer Teil unserer bürgerlichen Presse— von den speziellen Nazi-Organen gar nicht zu reden — die Meldungen der sozialdcmolratischcn Blät- iv über die unzähligen Mordtaten der siegeS- terauschten Hitlcrbanden naserümpfend als erlogene„Grenclmeldungen" hinstellten. Nunmehr wird nach fast Jahresfrist wieder ein bestialisches Verbrechen entmenschten Halcn- lreuzler, ein vierfacher Mord an Leuten, die lein anderes Verbrechen begangen hatten, als bei einer nickt hakcnlrcuzlerischcn Gewerkschaft angestellt zu sein, der breiteren Lcffentlichkcit bekannt. Und die Nazi-Polizei„w a r n t" noch angesichts der vier Leichen vor„ü verflüssigen Kombinationen" und vor„Beunruhigung" der Bevölkerung! WaS für eine Mühe mögen sich die amtlichen Stellen gegeben haben, den grauenvollen Massenmord, den niemand anderer als Hakenkrcnzbandi- ten begangen haben können, vor der Oeffentlich- keit ganz zu verbergen. Die berühmte Hitler- Polizei, die noch nach Jahren jeden Sozialdemo- lraten oder Kommunisten ausfindig zu machen versteht, der einmal einem Hakenlreuzjnngcn in berechtigter Notwehr ein Haar gekrümmt hat, die berühmten StaatSamvälte, die gleich Dutzende von Todesurteilen beantragen, ivcnn auch nur der entfernteste Verdacht besteht, cs könnte vor Jahren ein Halcnkreuzler bei einem politischen Zusammenstoß einem Messerstich zum Opfer gefallen sein, sie suchten viele Monate„vergebens" und mutzten erst von der Bevölkerung aufmerksam gemacht, d. h. durch die Stimme des Volkes, die I sich trotz allem Terror einfach nicht mehr unter- I drücken liest, zur zögernden Aufdeckung dieses grästkichcn Massenmordes direkt gezwungen werden. Und jetzt noch nichts als Drohungen, ja I nicht überflüssig die Bevölkerung zu„beunruhigen", wahrscheinlich weil der Massenmord unter dem Hitlerregime ja lange schon nichts Anher- gcwöhnlichcs mehr ist, das solcher Aufregung noch wert tväre Vier Menschen bestialisch hingcmordet— und was wird die deutsche Polizei finden? Die wahren Mörder sicher nicht! Ja, man Ivird tvohl noch froh sein müssen, wenn sie nicht noch entdeckt, Sozialdemokraten oder Kommunisten hätten die vier ermordet, um den vcrhasttcn Nazi nachträglich die Mordtat in die Schuhe schieben und so wieder eine„Greuelmcldung" mehr fabrizieren zu können. ' Müßte angesichts der verwesten Leichen der vier braven Gewerkschaftler nicht ein einziger Aufschrei de» Entsetzens und der Entrüstung über diese Untat und über das System, das solches ermöglicht, durch die ganze gesittete Kulturwelt gehen? Dollfuß* erster Wirtschaftserfols Krach im Banken,.Stand" Zusammenbruch aller österreichischen GroBbanken Ein verzweifelter Versuch zur Rettung der Währung umlaufenden Zahlungsmitteln diktatorisch erhöht und nun hat plötzlich, auf Befehl des Herrn Dollfuß, das Gold in Oesterreich einen höheren Wert bckonnnen. Ob dieses autoritäre Zauberkunststück allerdings die unhaltbare Situation der östcrrcickischcn Währungsbank reiten tvird, ist eine große Frage. Dollfuß— Herr aller Fabriken. Wien, 21. April.(Eigenbericht.) Die Entwicklung des neuesten„Ständestaates" zur ivirt« ichastlicbcn Pleite macht raschere Fortschritte, als selbst die pessimistischen„Wirtschaftsführcr" des Herrn Dollfuß gefürchtet habend Seit gestern steht Dollfuß vor der Tatsache des faktischen Zusammenbruches sämtlicher österreichischer Großbanken. Dem österreichischen Volk wird von dieser Katastrophe unter dem Titel:„Bankcnsanierung durch Fusionierung" Mitteilung gemacht. 45 Millionen Staatsgelder für verkrachte Banke». Der wahre Sachverhalt aber ist, daß die beiden letzten österreichischen Großbanken nach dem unrühmlichen Ende der Bodenkreditanstalt und der Creditanstalt, die„Oesterrrichische Eskomptegesell» schaft" und der„Bankverein" zusammengrbrochen sind. Selbst daS offizielle Coininuniqure mutz->»- geien, daß die Aktive» der Banken einer„gründlichen und strengen Revision" bedürfte», was auS der österreichischen Amtssprache in verständliches Deutsch übersetzt bedeutet, daß wohl die Schulden vorhanden sind, die Aktiven aber znm allergrößten Teil nur auf dem Papier stehen. Unter diesen Umständen war der Zusammenbruch der beiden letzten österreichischen Grohban«’ kcn nicht mehr aufzuhalten. Der Bankverein und dieESlomptegeseklschaft verschwinden, sic werden von der selbst zusam- mengebrochencn Creditanstalt aufgcsaugt. die von »un ab den Namen„O e ste r r e i ch i s ch e C r e- ditanstalt und Bankverein" sühren soll. Da die Creditanstalt aber natürlich nicht annähernd daS Geld besitzt, uni daS verkrachte Erbe anzutrcten, springt der Staat wieder aus öffentlichen Mitteln ein, um die.Mißwirtschaft der Banlherren zu decken. Die österreichische Rationalbank muß für 45 Millionen Schilling faktisch wertlose Akzepte und Aktien schlucken, um den Zusammenbruch zu vertuschen. Dollfuß diktiert de» Wert deS Goldes. Freilich muß man fürchten, daß auch die Rationalbank, die schon durch die skandalöse Sanierung der Creditanstalt und den ständig wach senden Nicdcrbruck der allgemeinen österreichisckcu Wirtschaft, furchtbar hergenommen ist, diesen letzten Bissen nicht mehr vertragen kann. Ihre Mittel werden dadurch so erschöpft, daß die Währung?» sachlcutr mit Recht fürchten, dem Zusammenbruch der letzten Großbanken werde der Zusammenbruch der Währung auf dem Fuße folgen. Da hat nun Dollfuß einen wahrhaft„autoritären" verzweifelten Rettungsversuch deS Schilling unternommen: er läßt heute verkünden, daß der Goldbestand der Nationalbank„n c u b e w c r- t c t" werde. Mit Hilfe einer Münznotvcrorduung wird daS WertvcrhältniS zwischen Goldschatz und Salzburg, 24. April. Gestern wurde der Nationalsozialist Franz Winkler, der vor einiger Zeit beim Werfen von Papievböllcrn die Hand verlor und vor einigen Tagen Selbstmord beging, auf dein Kommnualfriedhofc in Salzburg begraben. Bei diesem Anlaß kam cS zu einer Demonstration von etwa 3000 Nationalsozialisten, wobei Reden gegen die Regierung und das Horst-Wessel-Lied gesungen wurde. Die Urheber der Demonstration wurden der Bestrafung zuge- sührt. Der Zusammenbruch der letzten österreichischen Großbanken hat aber noch eine andere Seite: mit ihrer Aufsaugung durch die Creditanstalt, die ja seit ihrer„Sanierung" maßgebend vom Bund beeinflußt wird, ist Dollfuß indirekt zum Herren fast der gesamten österreichischen Groß- und Mit- tclindustrie geworden. Die österreichischen Arbeiter, die Herrn Dollfuß bisher als Kanonenfchüt- zcn und als Diktator lcnncn gelernt haben, werden ihn nun auch als Fabrikhcrren kennen lernen. Man wird sehen, wie diese neueste Stellung die bekannte„Liebe" der österreichischen Arbeiter zu Herrn Dollfuß heben wird. WO ist Troizki? Paris, 24. April. Die Leo Trotzki gestellte Frist zur Abreise auü Frankreich war Montag abgelaufen.. Trotz aller Bemühungen findiger Reporter war cs nicht gelungen festzustellen, ob der ehemalige VolkSkommissär noch in Barbizon bei Paris weilt. Seine Begleitung hat die Abreisevorbereitungen beendet. Eine Menge Neugieriger umlagert die Billa. Sozialistische Massenkundgebung in Wien Tausende Teilnehmer am Begräbnis Pölzers Die Einäscherung des im Wiener Gefängnis verstorbenen Genosse» P o l z e r fand am vergangenen Montag statt. Sie gestaltete sich zu einer machtvolle» sozialistische« Kundgebung. Es waren viele Tausende Menschen erschienen. Das Gedränge war so gefährlich, daß das eiserne Tor des Krematoriums gesperrt werden mußte. Die Arbeiter hatte« ihrem toten Führer eine« Kranz mit rote» Schleifen gebracht; er wnrde von der Polizei entfernt. Fast alle Teilnehmer an der Trauerfeier Ware« mit roten Nelken geschmückt. Der Sarg war nnter der Fülle dieser symbolische« Blumen bald nicht mehr sichtbar. Zn jeder Seite des Sarges hielt rin Arbeiter die Ehrenwache. Als sich die sterbliche« Ueberreste des teuren Genossen Pölzer in die Tiefe senkten, flogen die Fäuste der Genoffe» in die Höhe; ein trotziges„Freiheit" war der lebte Gruß an den toten Kämpfer. Sodann formierte sich ein mächtiger Zug der Trauergäste, der sich zur Stadt bewegte. Er erregte allenthalben das groyie.insichcn. Nichts hat so sehr die Klärung der verworrenen politischen Situation in Europa gefördert, wie das deutsche R ü ft u n g S b n d g e t für 1934. Eö bewirkte einen sichtbaren llmschwuug in der Haltung Englands, befestigte die Abwehrstellung Frankreichs gegenüber der deutschen Aufrüstung und zerstreute in der ganzen Welt die letzten Zweifel über die Ziele der deutschen Außenpolitik. Vie Xanten der deutschen Aufrüstung Trotz großer finanzieller Schwierigkeiten, sehr starten Steuerdrucks, sprunghaft steigender Schuldenlasten und erheblicher Einschränkung der sozialen Ausgaben sicht der deutsche Etat eine Steigerung der Rüstungsausgaben von 071 Millionen im Jahre 1933 auf 1304 Millionen Marl im Jahre 1934 vor. Im einzelnen ergibt sich folgendes Bild über die Kosten der Rüstungen.(In Millionen Reichsmarl.) Reichswehr 1933 . 485 t934 658 Steigerung 173 Reichsmarine . 186 236 50 Lufttvesen . 75 210 135 SA.... .— 250 250 Wie ans dieser Ausstellung ersichtlich, sind Mitlel für den Unterhalt der SA. znm ersten Male in den Etat eingesetzt worden. Will man eriuessen, was die Summe von 200 Millionen Mart bedeutet, so braucht man nur darauf hintveisen, dnh die Geldentschädigung für die gesamte Reichswehr (Offiziere, Unteroffiziere und Mannschaften) im Jahre 1933 nur 201 Millionen gekostet hat. Zur Irreführung der öffentlichen Meinung ist der „Zuschuß" für die SA. nicht im Militäretal. sondern im Etat der F i n a n z v e r w a I- t u n g aufgcführt. Dieser Gaunertrick wird aber niemanden über den wahren Sinn dieses Aus- gabenpostcns hinwegtäuschcn. Außerordentlich charakteristisch für den deutschen RüstnngSetat ist die Tatsache, daß die Kosten für die Luftfahrt sich von 1933 bis 1934 verdreifacht haben. Im Jahre 1932 belief sich der gesamte Aufwand für die Luftfahrt bloß aus 41.0 Millionen, er Hal sich also unter der Ministerschaft Goerings auf daS Fünffache erhöht. Diese Tatsache steht in engstem Zusammenhang mit dem Bestreben Goerings, die Lnslwasse za einer furchtbaren AngriffSlvafsc gegen alle Nachbarstaaten Deutschlands anszubaucn. Aus keinem RUstungSgcbict lvird so intensiv gearbeitet Wie auf dem der Luftfahrtrüstung. Ans dem Etat deS Reichöluftfahrtmiuisteriumü geht hervor, daß dieses Ministerium bereits 1933 mit einem Personalbestand von 435 Beamten eingerichtet lvurde, Während das RcichSwehrministcrium nur über einen Personalbestand von 369 verfügte. Nun sind noch laut Verfügung GocringS voin 18. April 16 Luftfahrtämtcr errichtet ivorden. Ole Militarisierung des Volkes ES gehört seit der Machtergreifung Hitlers zu den lvichtigstcn Grundsätzen der nationalsozialistischen Regierung, daü deutsche Voll in eine marschierende Armee und daS Land in einen Exerzierplatz zu vcrtvandcln. Die militärische Aus> bildung geht in dreierlei Formen vor sich: 1. Einstellung bei der Reichswehr in regulären Dienst, aber auf anderthalb Jahre statt der vorgeschriebcnen l 2 jährigen Dienstzeit. 2. Eine kurzbefristeke m i l i t ä r i s ch c Ausbildung von SA., SS., Stahlhelm, Polizei, Studenten, Arbeitsdienstleru, Erwerbslosen uslv. 3. Regelmäßige U c b u n g c n bei den vorstehend angegebenen Gruppe», aber auch bei de» Mitglieder» von Sportvereinen, den älteren Mitgliedern der SA. nslv. Alle diese Maßnahnien stehen in striltcin Widerspruch zu dem Versailler Vertrag, der für die deutsche Regierung de facto nicht mehr besteht. Ucberall tverden junge Leute für die Reichswehr angclvorben und zlvar in eineni Iveit größerem Ausmaße als in früheren Jahren. Die militärische Ausbildung der Wchrformationen erfolgt überall durch die Reichswehr. Es besteht die engste Zusammenarbeit zum Zweck der militärischen Durchdringung dcö ganzen deutschen BolkcS. Alle Trub- Ktiie 2 Mittwoch, 28. AprN 1834 Nr. 98 Unsere Nainummer Moralische Stäupung des Stern In offener Parlamentssitzung I erscheint Dienstag, den 1. Mai, in verstärktem Umfang. Die Mittwochnusgabe entfällt anläßlich des Feiertages. Am Donnerstag, den 3. Mai, erscheint unser Blatt zur gewohnten Stunde. Die Verwaltung. Prag. 24. April. Gegen Schluß der Heu- ligrii Parlaiuentösitzun» kam der Zusammenstetz zwischen dem Genossen I a k s ch und dein Kom- mimifte» Dr. Stern in der Plrnarfltzung d«S Hauses vom 16. Feber zur Berhandlung. ES ist wohl noch in Erinnerung, wie unglaublich erbärmlich sich damals die Konuniinisten benahmen, als Redner der sozialistischen Parteien der Heldentaten der tapferen Schutzbündler gedachten. Als Genosse falsch den Herrn Stern verdientermaßen abfertigte, lies Stern gleich zum Kadi, d. h. zum Jm- munitätsaiisschuß, um fich seine durch Spucke ramponierte Ehre wieder reparieren zu lassen. Später bedachte fich Stern wieder andere und setzte nun seinen ganzen Stolz hinein, nachzuweksen, das; er nicht angespuckt worden sei. Der Iinmuni- tätSauSschus; lieh sich jedoch nicht weiter in detaillierte Untersuchungen ein, was für ein Quantum Spucke wohl nolivcndig sei und wohin es treffen müsse, nm auch Leute vom Schlage deS Herrn Stern eindeutig von der Tatsache zu überzeugen, d a h sie angespuckt tvorden seien, sondern hielt sich an Sterns Anklage und an dar— keineswegs reumütige— »et worden, lugzcugab- ist ein das peniibungSplätze. Kasernen usiv. sind voll belegt < Grafenwörth, Ohrdnif, Döberitz. Zossen, Senne lager. Mmsstcrlager. Königsbrück bei Dresden). Das dauert bereits viele Monate und wird noch lange Zeit dauern, weil die Absicht besteht, die Kurse so lauge fortziisetzen. bis alle Leute durch gebildet sind. Die Teilnehmer sind zwischen 18 und I.'> fahren alt, aber besonders bevorzugt ivcrdeu die jüngeren Jahrgänge. Es werden auch Sonderformationen aufgestellt. Die Ausbildung erfolgt streug nach den Vorschriften der Reichs- tvebrdieusrordnung und zwar in allen Zweigen: Bedienung des Gewehrs 93, Ausbildung am Ma- schlnengetoehr, an Geschütze», im.Handgranaten werfen. ja selbst die" Erfordernisse des Feldkricgeö wie Ractirichtenwesen, Tclcphonanlagc» usw. wer den geübt. Zum Schlug noch ein Hinweis auf die mili tärische Ausbildung der E r w e r b s l o s r n und der 8 u g e n d. Die Not. der Erwerbslosen wird ausgcnuvl. um sie zu rein militärischen llebnn- gen zu preisen, llnter Androhung deS Entzugs der Erwerbslosenunterstützung werden Erwerbs lose bis zu SO Jahren zu örtlichen militärischen Kursen-zusammengezogcn. Teilweise dient auch bereits die L a n d h i l f c der militärischen Schu lung. Rein militärisch ist jetzt auch der„F rei- willige Arbcitsdicn st" aufgezogen, der unter der Leitung deS Obersten a. D. Hierl steht. Tic militärische Ausbildung erstreckt sich auch ans die Ausbiidung am Maschinengetvchr. Besonders häufig sind nächtliche Felddieiistübungeii. Waffenfabrikation und Ausrüstung E» ist ein offenes Geheimnis, das; alle mit der Ausrüstung verbundenen Industrie» in Deutschland mit Hochdruck arbeiten. Während die gesamte Wirtschaft mehr und mehr verfällt, herrscht in der Nüstungsindnstrie Hochkonjunktur. Die schwierige sinanzielle Lage Deutschlands ist zu einem großen Teil darauf zurückzuführen, das) der Gold- und Devisenbestand der Reichsbnuk für Rüstnngszwecke usw. säst völlig verpulvert worden ist. Auch die Aufträge au die inländischen Gabri len und Werke gehen in oic Hunderte von Mil lionen. In einer Reihe von Fabriken werden schwere Waffen hcrgcstcllt: Rhrinmclall, Düsseldorf bringt die neueste Sorte Maschiucngc- ivehcc heraus; die Lastautofabril Büssing-Braun schweig fabriziert Tanks scrieniveise. Auch bei den Deutschen Werken in Kiel und aus der Tchichau- werft in Elbing werden Tanks hergcstcllt. Tie Waggonfabrik Linke-Hoffmann in Breslau fertigt Tankteile an, die Waggonfabrik Christoff und ilmnack in Görlitz schlvere Geschütze. Löwe-Berlin I r.!!^ j-v-•—- Ö--no---u-- hat graste Aufträge au besonders langen Dreh- die unter den, mehr oder minder sanften Druck banken für Flak-Langrohrgeschütze. Tie frühere> Gocringö von Gemeinden, Verbänden, Firmen Karlsruher Waffeufabrik, jetzt Berlin-Karlsruhe I und Privatpersonen angeschafft wurden. Erwähnt sei zum Schluß noch die enorme Steigerung der Fabrikation von chemischen K a ni p f in i t t e l n. In Aken an der Elbe ist eine'chemische Fabrik erbaut, deren Anlagen zum Teil unterirdisch sind. Die Arbeitsvermittlung gehl von der 9tSADP und der Reichswehr aus. Daö Leunalvcrk in Merseburg stellt Arbeiter für Kriegsproduktion ein. Die Firma Dräger in Lübeck und eine neu errichtete Fabrik in Hamburg fabrizieren Gasmasken. Sonstige Kriegsvorbereitungen Zu den weiteren KriegSvorbereitungcn gehört, daß in allen Teilen Deutschlands Flugplätze neu angelegt.und an verschiedenen Orten Flugzeughallen errichtet werden. Ju allen Grenzgebieten werden starke Bcfesti- g u u g c n ausgeführt. Das gilt insbesondere für die Grenzen gegen Polen und die Tschechoslowakei. Bon überall liegen Nachrichten vor, daß Kasernen und militärische Gebäude, die in den letzten zehn Jahren zu WohnungS- oder Bürozweckeu zur Verfügung gestellt wurden, in kurzer Zeit geräumt werden müssen. Teilweise find die Kasernen bereits geräumt. Diese Tatsache ist für die deutschen KricgSvorbereitungen besonders kennzeichnend. Die Situatimi ist so, wie sie ein Offizier in Ludwigshafen vor einem Geländemarsch in einer offenherzigen Ansprache an die Wehrformation geschildert hat. Der Offizier sagte: »Ick will ganz offen zn euch sprechen. Deutschland steht vor einer Situation wie 1914, ja dir Gefahr ist noch größer. Auch Oesterreich ist unser Feind. Auf Ita» l i r n ist kein Verlaß. Trotzdem müssen wir es schaffen. Ihr werdet hier nicht nur zum Gr- ländesport ausgebildet. Ihr müßt dir Raümenarmrrfür dir Reichswehr a d g« d e n. In den Grenzlanden stehen unsere Truppen schon fertig auögrtildet. Sie können jederzeit in den Kampf ringreifen und in die Reichswehr«ingegliedert werden." nassen Jaksch zu der im ß 51 der Geschäftsordnung vorgesehenen Rüge. Genosse Jaksch nahm heute nach dem kurzen Bericht deS Referenten selbst zu diesem Vorfall Stellung und erklärte einleitend, er zögere nicht, mit Bedauern zuzugeben, daß sein Vorgehen gegen Stern die Grenzen der parlamentarischen Sitten überschritten habe— aber bei weitem nicht in dem Ausmaß der groben Ungehörigkeit, welche die kommunistischen Abgeordneten fast in jeder S i tz u n g an den Tag legen. Zur Begründung, warum er dieses kommunistische Monopol auf die stündige ungestrafte Beleidigung andersgesinnter Parlamentskollegen auch einmal durchbrochen habe, beruit, sich Genosse Jaksch auf die Zeugenschaft^dcs ganzen H a n s e S, daß die kommunistische Fraktion in jener Sitzung die Trauerknndgebungen der sozialistischen Parteien für die proletarischen Opfer des österreichischen Bürgerkrieges in geradezu schändlicher Weise gestört hat. Die Empörung darüber kam bei allen antoesenden Sozialisten in elementarer Weise zum Ausdruck. Nicht nur ich, erklärte Genosse Jaksch, habe e» „Geständnis" des Beklagten und verurteilte den Ge-als eine Schändung der lote» Schutzbündler empfun« in Berlin, fertigt Maschinen zur Herstellung von Kriegsmaterial an. Deutsche Werke. Spandau stellen Maschinen auf, nachdem sie mehrere Jahre !praktiscki in den Kriegs Messungen stillgelcgt waren. Außerordentlich groß ist die Zahl der Fabriken, in denen leichteWaffen und Munition hergestellt ivcrden. Tie weltbekannten Firmen Siemens, AEG und Löwe-Berlin arbeiten in drei Schichten zu acht Stunden. In Berlin- Brandenburg gibt es keinen arbeitslosen Revolverdreher. Tie Nachfrage nach solchen Facharbei- j lern ist so groß, daß man sie sogar ans den Kon- zentraiionslagern holt. Es werden hierbei Löhne Ibis zu 1.15 Mark die Stunde gezahlt. Mit Hoch- ! druck wird bei Siemens und Halske, bei Lorenz und Borsig-Berlin gearbeitet. Tas Herz der deutschen Kleiuwasfensabrilalion ist jedoch Suhl und seine Umgebung. Dort herrscht Hochkonjunktur, geschlossene Fabriken find wieder geöffnet, alle Betriebe arbeiten in drei Schichten. Auch in Erfurt ist eine neue Waffcnsabrik eröffnet worden. In Ruhla und Sömmerda werden Fl wcbrgcrätc hergcstcllt. In Sömmerda Flugzeugabwchrgeschütz hergestellt worden. 1009 Schüsse in der Minute abgeben soll. In gleichem Maße ist in privaten und staatlichen Iliitrrnchmungcn die Fabrikation von M n- n i t i o n im Gange. Borsig, Siemens, Lorenz, Hasse und Wrede Berlin sind besonder« zu erwähnen. Schlickert-Nürnberg fabriziert neue Aufschlagszünder, die die Bezeichnung„Thermoö- flaschenverschlnß" haben. Im Arsenal in Dresden sowie auf dem Truppenübungsplatz Zeithain in Sachsen, wo sich während deS Krieges Munitionsfabriken befanden, wird wieder gearbeitet. Besonders nnifangreich ist die Vorbereitung I der L u f t r ü st u n g. Deutschland verfügt bereit« jetzt über eine riesige Zahl von Flugzeugen, den, daß sich Leute zu gehässigen Richtern über emen der größten Hcldenkämpfe der proletarischen Geschschte aufwerfen, die sich bisher nur als Strategen der Niederlage bewährt haben. Diese» kommunistische Geschrei über die Hesi. tik imd den Verlauf dr» bewaffneten Aufstande» der herrlichen Sozialdemokratie Oesterreich» sott mehl die peinliche Tatsache verdecken, daß man von den Führern der KPOE während der Feberkämpsc überhaupt nicht» ghört hat, daß ihnen kein einziger Polizelbericht die Ehre erwies, ihr harmlose» Dasein auch nur zu erwähnen. Unter Hinweis auf die feige Haltung, die kommunistischen Führern schon seit S m e r a l zu eigen war und die jedenfalls in krassestem Gegensatz zu der heroischen Aufopferung tausender Bertrauen»- männer der österreichischen Sozickldcmokratie steht, nahm sich Genosse Jaksch den Herrn Stern noch besonder» unter die Lupe: Jener Liktor Stern, der sich kompromißlos für den Heldentod der anderen erklärt, wird durch den Führer dr» öfter, retchischen Aufftandr» Julin» Deutsch in dessen Buch„Au» Oesterreich» Revolution" al« j ä m- merlichrrAu-kneifer chnrakterie» fiert. Julius Deutsch schildert dort den Verlauf einer Sitzung der Vertrauensleute der seinerzeitigen geheimen Militärorgauisation der österreichischen Sozialdemokratie, die in der Nacht voni 2. auf den S. November 1919 stattfand und wo über die Werbung in den Kasernen beraten wurde, wie folgt: „Bei der nun folgenden, mit Namensaufruf vorgenommenen Einteilung ergab sich ein Zwischenfall. Asse Anwesenden nahmen die Einladung an, bi» auf z w e i Reserveoffiziere. Sie schützte» vor, prin- zipielleAutimilitaristen zn sein, die deshalb bei der Anfstessung eine» neuen Heeres nicht niittun könnten. Der eine, der bisher den Mehrheiissozialisten nahestand, redete aber auch davon, daß er dem bürgerlichen Klasse nstaat nicht dienen wolle, und ließ erkennen, daß er mit eineni Male völlig„radikal" geworden sei. Gerade bei ihm kam e« uns aber so vor, al» ob seine politischen prinzipiellen Bedenken mehr oder weniger einer uneingestandenen persönlich« n A n g st vor den Folgen unsere» Tun» entsprangen..... Einige Tage später kam der weniger Kompromittierte von den Beiden wieder zu mir und bat nachträglich um Aufnahme, weil er sich seiner Haltung in jener Nachtsitznng schäme... Der frühere MehrheitSsozialist verließ hingegen alsbald Wien. Ich hörte von ihm erst wieder, al» ich seinen Namen(Viktor Stern) unter den— wie denn sonst— ultralinken Agitatoren der deutschen Arbeiter deS Ruhrreviere» nennen hörte." Nach dieser Kennzeichnung bat Genosse Jaksch das Hans um ein menschliches Verständnis dafür, daß er dem Verhalten des Dr. Stern in jener Sitzung einen Grad der Verachtung ent- gegcnbrachte, der mit Worten nicht miSzudrücken war. Gegen solche Leute, die die Partei eines Koloman Wallisch revolutionäres Handeln lehre» Ivollen, während sie selbst der Wcltrevolution nur mit billigenPhrascn dienen, ist nach dem Urteil der breitesten Arbeiteröffent- lichkeit keinAu«druck derBe rachtun g zu st a r k. * Bei dieser moralischen Stäupung ihres Herrn und Meisters blieben die Kommunisten na- 80 Um. de Jng: VkrsMunqew Heute (in Komoa in vier Cpiaoäen Autorisierte Uebmetsinx tue dem Holländischen von E. R Fuchs. „ES gibt noch so viel zu tun", wiederholte der König tonlos.„So sprechen die Lebenden... Für micki sind das törichte Worte... Peter, ich bin doch froh, daß du gelonnnen bist. Tas Plaudern mit dir hat doch vieles in mir gctlärt, vieles zur Ruhe gebracht... Ich glaube, Bruder, daß ich ohne Haß sterben kann, und daö spendet große Ruhe. Vielleicht ist alleö zwecklos... vielleicht ist alles, was wir tun und woran wir so ungeheure Mühen wenden, armselig klein... nicht der Mühe wert, um dafür zu leben oder zu sterben." Peter schüttelte energisch den Kopf und aufs neue erglänzten seine Augen in ihrer tiefen, leidenschaftlichen Glut. „Alles, was Menschen tun und denken, ist armselig klein", sagte er überzeugt,„wenn wir cS in das Geschehen deS kosmischen, nnerdenklich majestätischen Alls stellen... Staub sind wir in den" Ewigkeiten... Doch wir müssen auch zur Erde sehen, weil sie uns als Mutter gegeben ist ... Wir müssen in irdischem Zusammenhang denken und handeln und dann gibt cS viele schöne, große, gewaltige Dinge... Denk nicht zu gering vom Leben, da du jetzt vor der Großartigkeit des Todes stehst." Er sckwieg. Der König antwortete nicht. Lange sahen sic einander an und beider Blick wurde tvarm und voll Zuneigung. Peter streckte seine Hand aus. „Adieu. Bruder... zum letztenmal... Du darfst zur Ruhe gehen... Vielleicht beneide ich ! dich, tief in meinem Herzen doch... Kann ich I noch etwas sür dich tun?" „Rein... du kannst den Galgen nicht in ein! Fcucrpcloton verwandeln... da» ist das letzte, um das ich dich gebeten hätte... Doch du hast cS versucht, und cs ist mißglückt." Peter lächelte traurig. „Bruder", sagte er sanft,„warum eitle ! Gedanken bis in den Tod?... Nun... ich kann vergessen, daß ich meinen Revolver dorthin ge- > hängt habe... Vielleicht habe ich ihn nur zu mir genommen, um ihn hier zn vergessen." Fest blickte er dem König in die Augen und dieser, leicht erblassend. wandte da» Gesicht zur Mauer, an der die Waffe hing. Dann lächelte auch er. „Danke", sagte er,„es ist gut... Lebewohl, Bruder... Glück auf den Wegi" Noch einmal drückten sie einander die Hände und sahen sich tief in die Augen. Dann tvandtc sich Peter um, klopfte an die Tür, die sogleich geöffnet I wurde, und verschwand... Der Gefangenenwärter schloß und verriegelte die Zelle und schritt dann hinter Peter einher, der langsam in tiefen Gedanken vorwärts ging, das Haupt gesenkt... Kaum waren sic die halbe Treppe hinabgeschritten, als ein dumpfer Knall ertönte... Beide blieben stehen... „Das war oben, Kamerad!" stammelte erschrocken der Gefangenenaufseher. „Ein Schuß!" Verwirrt griff Peter nach seinem llebcr- schwung. „Verflucht!" rief er.„Ich vergaß meinen ! Revolver bei dem Gefangenen... Schnell, Kamerad... schauen wir, was geschehen ist!" Sie eilten zur Zelle zurück. Da fanden sie den König mit durchschossenem Haupt. Er war schräg gegen die Wand gesunken. Peters Revolver war ihm mis der Hand geglitten und lag neben ihm. Aus einem rundlichen Loch an seiner Schläfe rieselte unaufhaltsam ein dünner Strahl hellroten Blutes, das einen scharlachfarbenen Streifen über seine wachsbleiche Wange szog. Die Augen waren geschlossen. Er atmete nicht mehr. Sein Antlitz trug den Ausdruck friedlichen Glückes... Epilog Peter Zanzi stand im Schnee an der Wand, Seine Hände hielt er am Rücken. Sein Gesicht verriet weder Furcht noch Erregung. Einige Meter vor sich sah er gegen seine Brust gerichtete Gcwchrläufe. Er hatte«Legt an!" kommandiert. Noch wenige Sekunden. Dann würde er sagen:„Feuer!" und es war endlich vorbei... Mit zauberhafter Geschwindigkeit tasteten seine Gedanken die Vergangenheit ab... Die langen Jahre aufpeitschender Tätigkeit, den Krieg, die Revolution, den Kampf zur Erhaltung der Republik... Den Prozeß gegen den König, dessen Selbstmord in der Nacht vor seiner Hinrichtung.... Den vergessenen Revolver— Peter Zanzis hatte ihn vor dem entehrenden Tod am Galgen gerettet... Rasendes Wutgeheul tvar losgebrochen, als bekannt wurde» daß die Hinrichtung nicht vollzogen werden konnte, weil der Verurteilte sich eine Kugel durch den Kopf gejagt hatte. Als ob man nur darauf gewartet hätte, kamen alle Streitigkeiten mit überhitzter Leidenschaftlichkeit zum Durchbruch. Und in erstarrendem Schrecken hatte Peter wahrgenommen, wie tiefe Wurzel sie schon geschlagen hatten und Ivie die frühere untrennbare Einigkeit der Kameraden bis in» Innerste zerrissen war. Taktische Fragen wurden mit einem Zorn und einer Leideisschaft umstritten, als handle es sich um unüberbrückbare Gegensätze. Mißtrauen nistete in den Herzen, Verleumdungen kreisten, grimmiger, blutiger Haß entsprang den Debatten. Wild rasten Argwohn, Neid, Haß. Peter Zanzi, der Löwe der Revolution, der Abgott des roten Heeres, wurde heftig I angegriffen. Man glaubte nicht an sein zufälliger s Vergessen des Revolvers, die früheren Bc- ziehungcn zwischen Peter und dem König wurden wieder ans Licht gezerrt, seine unwahrscheinliche Begnadigung nach dem berüchtigten Anschlag... Was hatte er so lange in der Zelle des verurteilten Tyrannen getan?.... Tolle Gerüchte liefen um, wurden immer schneller verbreitet und fanden schließlich Glauben... Der Verräter und Spion, der entthronte Herrscher war überhaupt gar nicht tot!... Daö Volk, die Republik würden verraten und verkauft... man hätte ihm die Flucht ermöglicht... Die Stimmung des Kriegsrates wäre eine abgeschmackte Komödie gewesen.. Die Leiche des Tyrannen war zur Schau gestellt worden... jedermann hatte die Schußwunde am Kopfe sehen können... Doch wer bürgte dem Volke, daß die Leiche einen falschen Bart trug... Peter Zanzi hatte die Republik verraten- hatte dem König, seinem alten Freunde, zur Flucht verhalfen... Kreischende Stimmen forderten seinen Kopf... Peter lachte über das törichte Gerede, verteidigte sich nicht einmal... Nicht einmal seine Feinde in den revolutionären KomiteS würden dieses unsinnige Geschwätz gegen ihn auSzu- nützcn wagen.... Die Ztoistigkeiten schlugen höher empor. Ein Gefühl der Unsicherheit beschlich das Volk. Damit mußte man ein Ende machen. Alles Wichtige lvurde durch diese unterirdischen Streitigkeücn vernachlässigt. DaS große Organisationswerk blieb ungetan.. Mit der Lebensmittelversorgung stockte es... Und plötzlich entstand der Riß, standen sich die Richtungen todfeindlich gegenüber, siedend vor Leidenschaft, die Köpfe voll Bedenken, daS Herz voll Mißtrauen und Haß... Auch durch das Heer ging der Riß... Der Bürgerkrieg brach aus, kurz und heftig, blutig und unbarmherzig. Peter Zanzi und feine Partei wurde geschlagen. (Schluß folgt.) «r.»6 Mittwoch, 28. April 1S34 Seite S Was hat Barthou erreicht! unsere MaircsisairMt __....,.,,,____ I ist soeben erschienen. Von der erste» bi- z» in nnd I sich Hoülinon und nächste Wahlen Tas der Außenpolitik Im Ministerrat i des von Wen Ta» lehr sind, ivenn n»an im« mit denen vergleicht, die uns deute als Feinde des Staates damit der Gemeinschaft bezeichnen." Ter Bursche hat in den wenigen Tagen Zugehörigkeit zur Henlcinfront soviel rungSerlaß gedacht wird. Die Mittel, die dein Fände auf diese Weise zufließen, können vor allem zu Zuschüssen zwecks Erzielung«incS Preisausgleiches für Milch verwendet werden, die nicht dem direkten Konsum zugesührt, sondern zu Butter nnd Käse verarbeitet wird. Weiter kann ein Teil der Milch durch Ver- arbeitung zu Butter und anderen Milchprodukten miS der Lieferung in die Stadt direkt ausgeschlossen werden, damit der Milchmarkt in dem betreffenden Orte nicht übersättigt werde. Auch auf diese Milch können miS dem Fonde entsprechende Z u« s ch ü s s e geleistet lverden. Außerdem kann der Fonds mich solchen Personen Zuschüsse gewähren, die von dein Milchgeschäft ausgeschlossen wurden nnd denen so die lvirtschaftliche Existenz dauernd unmöglich gemacht wurde. Schließlich werden ans dem Fonde mich die Personen entschädigt werden, die die Milch unmittelbar in der llmgebung der großen Städte von den kleinen Produzenten sammeln. Die Kuratorien der Landesfonde lverden die Kontingente der Milch- und Sahnelieferanten für die einzelnen Orte festsehen. Eventuell können sie auch die Lieferungsbezirke bestimmen. •\# Die nächste Sitzung wurde auf Donnerstag, den 28. April, um halb 12 Uhr anberaumt; auf der Tagesordnung steht das Gesetz über die Todesstrafe: Prag, 24. April. In der Sitzung des Mini- stcrratcs, die Montag, den 23, April abends, stattfand, wurde die Beratung fortgesetzt, welche in der Freitag, den 20. d. M. stattgefundenen Sitzung über den Bericht dcö Ministers für auswärtige Angelegenheiten über die aliswärtigc Lage im allgemeinen sowie im besonderen über die gegenseitigen politischen und wirtschaftlicheii Beziehungen der Tschechoslowakischen Republik mit den übrigen Mächten und zwar insbesondere mit den Nachbarstaaten begonnen worden war. ist soeben erschienen. Bon der ersten bIS zur lebten Zeile, in Bcr« nnd Bild und Prosa, in den aus diesen Stunden geborenen Worten wie in den Ausschnitten ans sozialistischer. Denkarbeit früherer Zeit atmet diese Schrift, wie nicht anders zu erwarten, vor allem jenen revolutionären Geist, der durch den Fall Wiens, durch den Sieg der Konterrevolution in Oesterreich über uns alle gekommen ist. „D a s B e r m ä ch t u i s v o» Wien" — so heißt der Lritanfsah dieser Maifestschrift; das Brrmächtnio von Wien— rS wird lebendig auch iu jedem anderen Schriftsab auf knappen nnd doch so erfüllten sechzehn Seiten: in dem Zitat aus M a r x e ir S Artikel über den „Fall Wiens" aus dem Fahre 1348, in der uachgelasfene» Darstellung Franz Mehrings über diese Wiener Oktobertngc 1848, in einem voraugcstellteu Gedicht Josef H o f- b a u e r S und in seiner abschließenden Skizze einer„Zwiesprache" zwischen dem zum Tode geführten sozialdemolralischen Helden und seinem Weib. Und auf der Umschlagseite wie insbesondere im Kern der Zeitschrift spricht>a« Bild, sprechen Montage und Uebrrschnridun- grn, eine unübrrtönbnr laute Sprache von der Blutarbrit, von der Zerstörungswut, von der Niedrigkeit nnd Scheinheiligkeit derer, die im Name» Gottes, des Krukeutreiizes, des Hrim- tvehrbrstialismnS, des österreichischen FaseiS- nluS mordeten, vernichteten, n»'..,'lugten, kon- zrntrirrtrn nnd stahlen. Recht nm Plabr steht da Ern st Panis Ausfall über die Notwendigkeit der„Proletarischen Wehr- h a f t i g I c i t": wenn unser geistiges Wollen siegreich sein soll, miisicn wir wehrhaft sein, aus daß nicht so, wie im reprodnziertrn Bilde des großen belgischen MalerS Frlirirn R o p S» der Dopprlaar der blutrünstigen Despotie mit schwarzen Schwingen über der ermordeten Freiheit schwebe. Roch manches anderes Lesenswerte, Aktuelle, Revolutionierende, Belehrende nnd Begeisternde ist in dieser Mnifestschrift zu finden. Zrhntausende sndetrndcntschrr Arbeiter werden ans ihr schöpfen— sorgt dafür, daß es recht nmfalsrnd geschehe. Werbet für dir Schrift, gebet sie von Hand zu Hand! Denn auch hier habt ihr eine Waffe gegen dir Reaktion, gegen den FasriSmuS, für die Freiheit, für dir Demokratie, für den Sozialismus! sei- ge- Nach einer ausführlichen Aussprache nnd nach Aufklärungen, welche der Minister für auswärtige Angelegenheiten hiezu gab, insbesondere lvas eine beiderseitig annehmbare Lösung der in der lebten Zeit zwischen Polen und der Tschechoslowakei anfgctretenc» Fragen betrifft, wurde der Bericht deS Ministers für auswärtige Angelegenheiten einmütig genehmigt. Gleichzeitig wurden die vom Minister für auswärtige Angelegenheiten für das weitere Vorgehen bei der Lösung aller außenpolitischen Probleme, welche die Interessen der Tschechoslowakei berühren, empfohlenen Richtlinien mit Zustimmung zur Kenntnis genommen. Beschlossen wurden detaillierte DiSpositio- »eii bezüglich der Begrüßung und des Aufenthaltes des französischen Ministers für auswärtige Angelegenheiten Barthous in der Tschechoslowakei. Mit laufenden Berwaltungs- und ähnlichen | Angelegenheiten wird sich der Ministerrat in sei- i ncr regelmäßigen ZreitagSsibnng am 27. April ; b. Bündnis bleib! unangetastet— aber volle Freiheit lür Polen aul dem Gebiet der allgemeinen Politik Warschau, 24. April. Rach dreitägigem Aufenthalte in Warschau ist der französische Außenminister Barthou heute abendö um 18 Uhr in Begleitung deS Außenministers Berk, deS französischen Botschafters Laroche, deS KabinettSchefS im französischen Außenminiftr rinms Nochat und des Chef« der Kanzlei deS polnischen Außenministers Drmbicki nach Krakau abgereist. Die vor dem Bahnhof sowie auf tdrm Bahnsteig versammelten Menschenmassen bereiteten dem scheidenden Minister herzliche Ovationen. Bei der Abfahrt drö ZugeS ertönteil anS den Mrnfchenmasien die Rufe:„ES lebe Frankreich!"„Hoch Minister Barthou!" Das Abendblatt des ,,Kurier WarSzawSki" I veröffentlicht eine Unterredung feines Mitarbei ters mit Barthou, in der dieser erklärt, d a ß' d a s B ü n d» i s P o l e n S m i t F r a n k- r e ich nuangetastrt bleibt. Der Minister betrachte die Angelegenheit der Aufrechterhaltung und Festigung der Allianz mit Polen alS zur Gänze und glücklich erledigt nnd er- tlärte, daß eS diesbezüglich keine Mißverständ- nisir mehr geben könne. Der Minister fügte hin-! zu, daß er in dieser Beziehung, insofern eS sich] nm dir Bedeutung des polnisch-deutschen Pakte« handelt, in Warschau eine o o l l k o m m r n zu frieden stelle»de Antwort erhal ten habe. Polen, sagte Barthon, ist eine Macht, welche in ihren Entscheidnngen auf dem Gebiet der allgemeine» Politik vollkommene Freiheit brsiht, und der polnisch-deutsche Pakt tangiert weder direkt noch indirekt die Br- ziehnngril Deutschlands zu Frankreich. In der Anschlußsrage erklärte Außenmini ster Barthou u. a., daß Frankreich die U n n b< hängigkeitOe st erreich« vertei digen werde, da dies die Aufrechterhaltung der Ruhe und Ordnung in Europa erfordere. Diesbe züglich herrsche zwischen Frankreich einerseits nnd Italien nnd England andererseits vollkom mene« Einvernehmen und der Minister sehe kei len Grund dafür, daß in dieser Frage zwischen tiirlich nicht ruhig, aber jedes Aufmucksen ihrer-1 seitS hatte einen Hagel von Zwischenrufen seitens unserer und der tschechischen Genossen zur Folge. Lauter Beifall folgte jeder Charakterisierung des Stern durch den Genossen Falsch. * Stern meldete sich dann selber zu Wort. Wie er zum Schluß zugab, ist er sich dessen bewußt, daß seine Tage als Abgeordneter gezählt sind, weil die Mandatsabcrkennung durch das Wahlgericht infolge einer Verurteilung nach dem Schuhgesetz in bedrohliche Nähe gerückt ist. Nun wollte er sich heute noch einmal gründlich seine Wut an den verhaßten Sozialdemokraten auü- lassen. Es war direkt erstaunlich, wie viel Gift und Galle ein einzelner Mensch in den lvcnigen Minuten der Redefrist überhaupt aus sich hcrauS- zuspeien fähig ist, und wie ein Mensch es wagen kann, die österreichische Arbeiterschaft in ihren Führen», zu denen sie treu hält, so zu beschimpfen und zu verleumden, wie es Stern in seiner kurzen Rede tat. Details ans seinen» Haßgesang hervorzuhc- ben, hieße ihm zu viel Ehre antun. Es genügt vielleicht ein Passus aus seiner Rede, daß nämlich Genosse Ja!sch„auf dem Schindanger der Weltgeschichte, angespuckt von Millionen, verfaulen" werde, zur Charakterisierung--- Lange dauerte eö auch nicht, bis Sterns heiseres Gebelfer in einen» Entriistuugüsturm unserer Genossen einfach untcrging. Weder er noch einer seiner Klubkollegcn, die vor der Ministerbank unsere Genossen zu provozieren suchten, gaben aber auf die wiederholte Frage des Genossen Katz Antwort, wo denn die Kommunisten in Oesterreich in den Febertagcn gewesen seien, ivo ein kommunistischer Führer aufgchängt worden sei usw. Und als Genosse de Witte fragte, wo denn B e l a Kun sei, der Führer des ungarischen Sowjetzwischenspieleö. und eine»» Konunu- nisten zu der Antwort bringen lvollte, daß der ebeit ohne K a n» p s seinerzeit über die Grenze flüchtete, da erhielt er nur die lalonischc Antwort, Bela Kun sei„fortgegangen". Stürmische Heiterkeit war die Antwort. Wiederholt drohten die erregten Dispute in offene Tätlichkeiten hinzugehcn, und als ein Kommunist den Genossen Müller ai» der Schul-! ter packte, schien ein Zusammenstoß fast schon unvermeidlich. Nach Schluß der Sitzung war in den Couloirs selbst bis tief in die Reihe der bürgerlichen Abgeordnete»» hinein nnr Empörung über dieses hoffentlich letzte Auftreten des großen Weltrevolutionärs Stern zu hören. Vie junge, saubere SHF In der„Rundschau", dem Organ der Sudc- tendeutsckicn Heimatfront, schreibt Herr Rudolf S a n d»»e r über Anständigkeit und Sauberkeit der Politik. Er ist bescheiden:. „Air werde»» unerschütterlich unseren bis z u E n d e gehen, weil wir von zu Tag tiefer erkennen müßen, wie wir neu, jung, sauber nnd selbstlos In einer tschechischen sozialdemokratischen Konferenz in Prcrau sprach der Stellvertreter des Ministerpräsidenten Genosse B e ch h n i. Bezüglich der Verhältnisse in der Koalition erklärte er, daß diese angesichts der gebesserten Verhältnisse zwischen Agrariern und Sozialisten und des Verständnisses aller Eleinente der Koalition für die lvichtigstcn Interessen des Staates und der Bewohner völlig geklärt seien. Es sei daher nicht zu erwarten, daß bei den nächsten Wahlen irgend welche Veränderungen eintreten werden. Die Regierung denkt weder an die Beschleunigung noch an die Hinausschiebung der Wahlen. Diese werden nach Beendigung der Wahlperiode im nächsten Jahre durchgeführt werden und zwar die Bezirks- und Landeswahlen zugleich mit den ParlamentSwahlen. ES werde dies im Interesse der ruhigen Entwicklung der Berhältniffc sein, denn den» Staat und de» Bewohnern wird eine ztveifachc Beunruhigung, welche durch Wahlen hcrbeigcführt wird, erspart bleiben. Einen großen Teil seines Referates widmete der Minister den wirtschaftlichen Verhältnissen und betonte, daß nach der Devalvation der Krone eine Besserung cingetretcn sei. X befassen. br. neue? reichen seinem Klub In einer Sitzung de« Parteivorstandes und der parlamentarischen Klubs der tschechischen Nationalsozialisten erstattete Außenminister Dr. Benes ein ausführliches Referat über alle Fragen der heutigen internationalen Politik, wobei er, Ivie es in dein ausgegebenen Bericht heißt sowohl auf die zersetzenden Elemente> in der heutigen europäischen Situation wie ans die k o n st r u k t i v e n Elemente der heutigen Politik hinwieö nnd zugleich die Festigkeit und Entschiedenheit unserer politischen Linie, die Kon- j solidierung der Politik der Kleinen E»»tente und unserer Zusammenarbeit»nit Frankreich betonte., Er schloß seine Ausführungen mit dem Ausdruck I entschiedener Sicherheit, daß die heutigen inter- nationalen Schlvicrigkeitcn in Ruhe über-! Wunden werden und daß»»nser Staat wie die ganze Kleine Entente fest auf ihren bisherigen Linien und auf ihrer interuationalen Position beharren. Besserung 6er Wirtschaftslage Bericht der Rationakbank. Der Bankrat der Tschechoslowakischen Nationalbank hielt am 24. d. M. seine ordentliche Monatssitznng ab, in der ein Bericht über die Wirtschaftslage vorgebracht wnrdc, in dein es u. a. heißt: Der Weltrückgang der Wirtschastsdepression. der gegenwärtig auch durch die jaisonmäßigc FrühjahrSbclebung unterstützt, wird, schrstt auch in den vergangenen Woche»» fort und äußert sich hauptsächlich in der Erhöhung deS JnlandSab- satzeö in den einzelnen Staaten, während auf oem Gebiete des internationalen Warenaustausches die andauernden autarkischen Tendenzen der Welt»och ständig bedeutende Schwierigkeiten verursache»» und ein Hindernis für eine größere Entfaltung des Außenhandels bilden. DieWirtschaftS- lagederTschechoslowakei worin dem letzten Monatsabschnitt merklich besser alS in derselben Zeit desBorjahreS. Es»onrde beobachtet, daß die inländische WirtschaftSbelebung an llmfang znnimmt und daß die Gcsamtcntwicklung im Einklang»nit den» Aufstieg der Weltwirtschaft steht. In der Jndustricbcschäftigung machte sich in den letzten Wochen eine weitere bemerkenswert« Ilmsatzbelebung geltend, die die Schätzungen»»ntcr dem Einfluß der Frühjahrssaison überstieg. Obwohl diese Besserung i»icht in sän»tlichcn Brauche» den gleiche»» Umfa»»g aufwicS, machte sich sowohl in den für den In« landsmarkt arbeitenden Betrieben als auch iu einer Reihe von Exportbranchcn geltend. Im Zusam- menhang hicinit wurde auch in den ArbeitSinarkt- statistikcn ein Rückgang der Arbeitslosigkeit in größerem Umfange als in derselben Zeit der Vorjahre verzeichnet. DaS Märzergebnis des Außcn- VorauSgegangeucn tvar eine längere Debatte über das H o p f e n s i g n i e r g e s e tz, daS schließlich unverändert aiigeno»nn»en wurde. In dieser Debatte kau» der polnische Genosse C h o- bot auf die jüngste Spannung mit Pole»» zu sprcchejt,„>bobei er erklärte- er sehe es im Namen der polnische»»"MinVcrhöit als seine Pflicht an, die Bereitschaft zur Zusammenarbeit»nit den Tschechen zur Schaffung polnisch-tschechischer freundschaftlicher Beziehungen zu unterstreichen. Die überwiegende Anzahl der polnischen Bevöl kerung wünsche aufrichtig diese Verständigung. Per Nllch-Ausgieichslond Unter dei» neuen Regierungsvorlagen befand sich auch die Vorlage über den Milch-Ausgleichs- jondä, die im letzte»» Ministcrrat genehmigt tvurde. Diese« Gesetz verfolgt nach einen» offiziellen Kommentar den Zweck, eine gleichniäßige Versor gung des Marktes mit Milch und Milchprodukten zu ermöglichen. Für jedes Land wird ein besonderer AuSgleichSfond errichtet, der von einem Kurawrium verwaltet wird, das sich au« amtlichen Vertretern des LandwirtschaftSministcriumü des Handelsministe- riuoiS, des Innenministeriums und des Ministeri»uns für soziale Fürsorge, sowie anS Vertretern der land wirtschaftlichen Milchproduzenten, der Milchindustrie, der Geschäftswelt und der Konsmnenten zusammen- setzt. Zu den» Fonde werden sän»tliche Milchproduzen ten beitragen, die jene Städte versorgen werden, in welchen künftig»inr mehr pasteurisierte Milch zu einem festgesetzten Preis wird verkauft werden dür fen. Vorläufig wird die Höhe des Beitrags zu die sen» Fonde mit 8 Heller pro Liter Milch und mit 2 Hellern pro Prozent in der Sahne enthaltenen_._.__ Fettes festgesetzt, wobei auch an die Möglichkeit einer Handels war merklich besser als die Ergebnisse der Aenderung der Höhe dieses Beitrages durch Regie- Vormonate. Außer der erhöhten Rohstoffeinfuhr kam es auch zu einer bemerkenswerten Erhöhung der Fertigwaren- und Rohstoffausfuhr bei einem insgesamt aktiven Monatsresultat. Die österliche GeschäftSbcwegung war im Jnlande in der Industrie lebhafter als im Vorjahre, auch der Besuch der Bade- und Touristenzentren bessert sich in der letzten Zeit. Die Schwierigkeiten des inländischen Zahlungsverkehrs nehmen allmählich ab, die Jn- solvenzenwelle ist anhaltend sinkend. Der Kurs der tschechoslowakische»» Krone war stetig. »er lernt, daß er ohne Mühe auch den gerissensten Jesuiten«»»«stechen kann. Neu ist der Sandner zwar nicht iu der Politik, wohl aber in der Bürgerpolitik. Denn früher war er— oder lat er— ' rot. Die Sauberkeit bezieht sich im Leigcr der Bürger freilich nicht aus die Gesi»»nung und so darf Herr Sandner die seine loben nnr darum, weil er sich jeden Tag wäscht. Vielleicht reichtö auch schon für daö tägliche Bad ii» der Mehr- zilnincrwohnung: denn der selbstlose Dienst llebcrläufcrs wird mit einem Monatsgehalt beachtlicher Höhe honoriert. Das stinlendc Eigenlob, das Sandner nnd den Seinen in eilten» Augenblicke spendet, da die ii» Zivillau von seinen Leutci: angewandten Erncuerungömethoden■— Ochsenziemer, Messer, Schlagring, Gunnnilnüppel— noch in frischer Erinnerung sind, ist jedoch belanglos angesichts der Frechheit, die er in politische n Angelegenheiten zur Schau trägt. Der Junge sagt nicht, lvic das Ende des Weges aussicht, daü er erreichen lvill. Jedenfalls besagt die Wendung, daß eö mit der Eingliederung der Henlcinfront in die Reihen de»' politischen Parteien noch nicht alles getan ist. Feinde des Staates„und damit der Gemeinschaft"?— nein, da« sind die Henleinlentc nicht! Sic versichern vielmehr, daß sic F r e u n d e des Staates sind. Nur die Demokratie ist ihnci» verhaßt, ll n d bis heute haben sie nicht gesagt, iu i c s i e z u H i t l c r st e h n. Sie sind Glieder der Gcmcinschast, die sie im tiefstei» Grunde ihres Herzeuh bejahen: der f a s c»st»s ch e n. Sie sind Freunde des Staates, iveil sie hoffen, ihn in der Maske der Freundschaft besser betrügen z>» können. Sie sind Feinde der Demokratie, weil sie Hitler bejahen. Da« Spiel, da« die Henlein-Burschen treiben, könnte keinen Tag länger dauern, wen» sie die Demokratie einmal zur Antwort auf die Frage zivänge:„Wie steht ihr zu Hit- l e r?" Da rum gehts— um nichts anderes. Die Freunde Hitlers sind die Todfeinde der Freiheit. Mögen sie noch so neu, jung, sauber und selbstlos tun: sie sind Fascisten und sie lverden ihren Weg. dessen mögen sie gewiß sein, hierzulande nicht zu Ende gehn I j Pole» und Frankreich irgendwelche MrinungS- verschiedenheite» herrschen sollten. In der Angelegenheit deS Verhältnisses zum Völkerbund und in der AbrüstnngSsragc berief sich Minister Barthou auf die Rote der fran- zösischc» Regierung vom 17. April an England und erklärte- dass er dieser Rote in diesen beiden > Angelegenheiten nicht« mehr binzusügen könne. I» de» beide» Fragen werde der Minister mit ! der polnischen Regierung im gegebenen Zeitpunkte seine Brrhandlungrn f o r t s r t» e n. Tas amtliche Kommunique besagt: Der zweitägige Besuch Barthous in War- 1 schau hat zu einen» längeren u. ausrichtigrnMei- i nungSauStansch der Mitglieder der polnischen Regierung und Minister« Barthou geführt. In I einer Reihe von Unterhaltungen, die Barthou ! mit den» polnischen Minister Beck hatte, nnd ius- j besonders im Lause einer sehr langen llnterre« I düng»nit Marschall Pilsundski am 28. April im Belvedere, wurde vor allem fcstgcstellt, daß dir I Grundlagen dcö volnisch-sranzöjischen Bündnisses absolut unverändert blieben n»»d daß dieses Bündnis ein wichtige«, konstruktives Element in der Entwicklung der europäischen Politik bildet. Die Prüfung der großen aktuellen Fragen hat l dei» gemeinsamen Willen beider Regierungen bc-, kräftigt, die lohale Zusammenarbeit besonders j : zugunsten des europäischen Friedens fortzusehcn. j Seite 4 Mittwoch, 2S. April 1934 Nr. 99 die TagcsiKDlgkcHcn I I 0• die int 45183 01730 56720 6011 71212 37756 50234 82934 5Ü717 43246 49363 93789 28652 76586 83465 60050 28171 28171 61041 31201 48111 50242 14930 86486 42425 59950 Bombay, 24. April. l Reuter.) Etwa 30.000 Spinnereinrbeiter sieben^in Streik. Bei einem Zufammenstof? mit der Polizei wurden 12 Streikende beriet; t. .Jit der Nacht aus Sonntag brach aus bisher unbekannter Ursache im Hause der M. Schmied in Re in dl ist bei Aussig ein Feuer aus, das das ganze Gebäude bis aus die Grundmauern b e r n i ch t e t c. 9212 60060 14711 52950 35910 79857 79436 49788 57567 93260 85163 41837 27117 21111 3576 64699 34312 95384 71804 53469 2586 64699 34312 95384 71804 53469 2586 47018 53040 60519 51288 22934 24372 33425,.104074 2782 104870 38134 15487 29617 19993 46337 42353 99449 7098 69644 48573 1714 63008 63195 78262 8677 8056 56561 36894 102582 49272 18153 70397 56637 29115 55507 61071 32439 03618 B wurde» Kakanj werde» der Dienstagsiyung für die Hinterbliebenen de» Opfer den Betrag von 25.000 Dinar. Dem Hilfs- attöfchust sind außerdem Geldbeträge zahlreicher Institutionen und Bereinigungen zugegangen. Vom Rundfunk Empfehlenswerte» an» den Programmen: Donnerstag. Prag, Sender L.: 10.10: Schaljapin auf Schall- platten, 11.05: Konzert des Salonorchesters, 12.10: Zigeimerumsik, 13.35; Arbeitsmarttberichi, 13.45: Operettemniisil auf Schallplatten. 17.25: Beethoven: Romanze F-Tur, 17.35: Französisch für Anfänger, 18: Deutsche Sendung: Bunte Jugendstunde, 19: Deutsche Nachrichten.— Sender S.: 14.30: Jvh. Sebastian Bach: Brandenburgisches Konzert, 15.10:- Teutsche Sendung: Was soll man vom Reisepaß wissen?, 15.45: Deutsche Nachrichten.— Brünn 12.35: Mittagstonzert, 14.05: Deutscher Arbeitsmarkt, 17.15: Sendung für die Jugend, 18.25: Deutsche Arbeitersen düngt Dr. W. Brügel: Karl Kraus.— Mahr.-Ostrau 18.30: Deutsche Sendung: Pioniere der Lüfte.— Berlin 10: Abendmnsik.— Breslau 18,15: Beethoven- Sonaten.— Frankfurt 10: Nachmittagskonzert.— Hamburg 0.05: Nachtmusik.— Königsberg 10.30: Mozart und Schubert.— Leipzig 20.15: Alpen- Symphonie von R. Strauß. belrosfeneit Familien vergessen werde. 111 e l g r a d, 24. April, l Avala.) Bisher 11k Opfer der Grnbenkatastrophe von zutage geschafft. Tie Rettungsarbeite» fortgesetzt. Die Stuptschina widmete in I Riesenstreik in Bombay Ziehung der Klassenlotterie (.)l)ne Gewäl)r.) Prag, 24. Avril. Bei der heutigen Ziehung der 5. Klane der 30. tschechoslowakischen Klassenlotterie wurden nachfolgende Gewinnste gezogen: Uil 40.000.— das Los Nr. 13961. Ke 20.000.— die Lose Nr. 58440 20689 15926 26593. Aö 10.000.— die Lose Nr. 30512 00715 02136 62436 75458. KC 5.000.— die Lose Sir. 87758 48160 52880 75812 77157 9061 22210 44803 8363 17764 87282 7764 22234 36350 1664. KC 2.000.— die Lose Nr. 60346 101711 64278 2031 9406 9447 79510 53526 26396 27279 60526 19082 7677 65306 28699 83309 88751 95524 52385 45411 41271 33986 Blutiger Kampf gegen Streikbrecher in. Amerika New Port, 24. April. Zwischen Arbeitswilligen und Streitenden kam es am Montag in den Bereinigten Staaten mehrfach zu Zusammenstössen. Bor einer Fabrik in Eleveland (Ohio)' entstand eine Schlägerei, an der sich etwa 6000 Personen beteiligten. Polizei zu Pferde mußte eingesetzt werden, um die Ruhe wiederherzustellen. Mehrere Personen trugen schwere Verletzungen davon. In Sheboygan lWisconsin) versuchten etwa 400 Arbeitswillige die Kette der Streikposten zu durchbrechen. Slnch hier entwickelte sich eine schwere Schlägerei. Tie Polizei ging mit T ränen- g a s b o m b e» vor. M e h rere P e r sone n wurde» ernstlich verletzt. Die Polizei nahm 20 Verhaftungen vor. Aushau der Japanischen Luftflotte London, 24. April. Wie Reuter aus T k i v meldet, wird die japanische Luftflotte, augenblicklich ans 646 Flngmaschinen besteht, Laufe von drei Jahren beinahe verdoppelt werden. Im Jahre 1036 wird Japan 500 Flugzeuge mehr besitzen, als jeht. Diese Vergrößerung der Lnstflolte wird Mehrkosten von 44 Millionen Penn verursachen, die bereits in de» kürzlich angenommene» Hnnhnlt aufgenommeu stttd. 57009 90781 60128 14357 17459 61229 67096 24602. 93850 47554 50057 64246 96384 42693 7030 60417 96393 8773 35717 73865 63128 60044 47758 103239 38650 41059 57512 62244. Nö 1.200 die Lose Nr. 58000 99126 85888 94988 41364 25479 38586 40572 62072 104638 14566 85611 103266 60349 31530 72753 25312 37881 59282 18907 30651 40551 101178 87456 74242 103661 41276 25449 62875 3063 19812 41212 16900 101836 14047 32832 91348 98938 104822 59417 76842 37167 37167 45244 28594 81274 26433 67562 92690 69487 49450 84392 2048 34662 79158 25611. Der Dorfbrand in der Slowakei Roch ein Todesopfer. Rämostovo, 21. April. Zu dem grohen Brand i» der Gemeinde Babin na Orave erfahren wir folgende Einzelheiten: Der Brand brach gestern um 12 IIl)i* mittags bei einem orkanartigen Winde ans und verbreitete sich in einer halbe» Stunde über die ganze Gemeinde. Bon den Flammen wurden 170 H o l z h ä u s e r ersaht, wovon 140 bis auf den Grund niederbrannten. 600 Per- so n e n sind ohne Obdach; sie sind um ihr ganzes H ab u n d G u t geko in m e n. Wie wir bereiiö gestern meldeten, kamen in den Flammen drei P e r s o n e n ums Leben. Eine alte Fran, die sclnvere Brandverletzungen erlitten hatte, isr heute im Kranlenhauö g e st o r b e n. Tas Bezirksamt in Nämestovo hat gemeinsam mit dem Garnisonlommando in Dolni Kubin für die Betroffenen eine Hilfsaktion eingeleitet. And in Jugoslawien Zagreb, 2-1. April. Daö Dorf Dolni K r a l e v a c' bei WaroSdin ist einem Brande beinahe vollständig zum Opfer gefallen. Als die Fenertvehren einlangten, brannte bereits das ganze Dorf, und die Flammen hatten bis znm Abend m e h r a l s h n>' d e r t H ä u f e r v e r z e h r t. Sotveit jetzt Meldungen vorliegen, wurden Menschenleben nicht in Mitleidenschaft gezogen. Der Schaden wird mit fast z w e i M i l l i o n e n Dina r angegeben. Kindcrprodnlttfon unbefriedigend Rene Massnahmen Mussolinis zur Förderung der Geburten llngeachtek aller osfizieller Maßnahmen und Ermahnungen, der erhöhten Jnnggesellensteuer, der Propaganda gegen die schlanke Linie und barbarischer Verschärfung der Abtreibungöbestim- mungcn, ist der Geburtenstand in Italien, vom Standpunkt des FascismuS ans gesehen, unbefriedigend. Daher werden nunmehr neue Maßnahmen zur Geburtenförderung eingeleitet. So gibt das Sozialversichennigsinstitut eine neue „H r i> a t o p o l i z z e" heraus, die als besondere Präntie für Kinderreichtum die Ausbezahlung des eingezahlten Kapitals samt Zinsen nach dem— s e ch ft e n Kind vorsieht. Ansonsten wird die Heiratspolizze erst beim Tode des Ehemannes oder bei der Silberhochzeit ausbezahlt. Da aber aus nichts bekanntlich nichts entsteht, müssen vorerst die nötigen Prämien geleistet d. h. die Famitien*,nivachsfördernng von den Heiratenden selbst sinanziert werden. Aber nicht etwa sreitvillig, sondern offenbar zwangsweise, denn die Polizze wird nach der kirchlichen Trauung feierlich durch den Priester überreicht. Außerdem belommen die Neuvermählte», damit ihnen die Pflichten der Ehe auch stets gewärtig bleiben, ein Heirnisbi'icliel, in dem alle rechtlichen Bestimmungen des Zivil- und des kanonischen Rechtes über die Ehe, sowie die die Enzyklika Easti eonnnbii abgedrnckt ist. ES wird also jeder Heiratende von amtstvegen unterrichtet, daß jede geschlechtliche Verbindung ohne den Willen zur Zeugung nach katholischem Ritus unsittlich und unzulässig ist. Rur, die Frage, w i e man die also in die Welt zu setzenden Kinder ernähren kann, wird in dem neuen fasetstischen Ehepaß diskret umgangen. R. W. Von 194 zu 35.000 Turnenden. Die Entwicklung des Verbandes der tschechoslowakischen Arbeiter- Turnvereine(DTJ.) während der 31 Jahre seit seiner Gründung kann am besten durch folgende interessante Taten illustriert werden: Znm ersten Schauturnen des Verbandes, das im Jahre 1903 anläßlich des(tzründnttgskongresses stattfand, traten nur 19-1 Turner an. Bei der.1. Tschechoslowakischen Arbeiter- Olymviade, welche das zweite VerbandSschauturnen war, traten bereits 22,300 Turnende aus allen Ab- teilimgen an. Bei der 2. Arbeiter-Olympiade im Jahre 1927 waren es insgesamt 30.100 Turnende. Außer den Olympiaden veranstaltete, der Verband der DTJ. in Prag ein großes Jugendfest, an welchem 10.400 Kinder und Jugendliche aktiv teilnahmen. Zur 3. Tschechoslowakischen Arbeiter-Olympiade wird mit einer aktiven Gesamt icilnchinerzahl von 35.000 Turnern nnd Wettkämpfern gerechnet. Amerika, Finnland, Jnaoslawien, Lettland und die Schweiz komme» nach Prag. Tie amerila- n i s ch e Llympiade-Erpedition zur 3. Tschechoslowakischen Arbeiter-Llumpiade kommt in zwei Teilen mit dem Schiss„Ile de France". Ter erste Teil verläßt New Bork am 5. Mai, der zweite am 16. Juni. Tie Erpedition ist eine gemeinsame Veranstaltung des amerikanischen Arbeiter-Sokols nnd des Verbandes der tschechischen Arbeiterturnvereine in Amerika.— Finnland rechnet mit der Entsendung einer Frauenriege, welche sich an den internationalen Wettkämpfen beteiligen wird und wahrscheinlich auch bei der Festakademie ihre eigenartigen rhythmischen Hebungen vorführen wird.— Jugoslawien beabsichtigt, eine Mannschaft von L e i chl.q.t h l e t c« ans Sarajewo zu entsenden, weiter auch eine y n ß b a l l-Auswahlmannschaft. — Tie Schweiz ist'ein weiteres von den zwölf bisher zur Teilnahme gemeldeten Ländern, welches eine starke Teilnehmerzahl stellen wird.— Aus Lettland werden rund 50 Personen teilnehmen, darunter eine Reihe von'Athleten nnd Athletinnen. Die Grubenkatastrophe in Jugoslawien Belgrad, 21. April.(Avala.) Die Rettungsarbeiten auf der Grube Kakaus werden noch immer mit der gleiche» Intensität fortgesetzt. An dem gestrigen Leichenbegängnis der aus der Grube befreiten Opfer nahmen der Minister für das Forst- nnd Grubenwesen, der Minister für soziale Fürsorge und der Minister für Gesundheitswesen teil. Tausende von Bergarbeitern nnd Bauern aus der ganzen Umgebung begleiteten den Trauerzug. In der Ansprache, die der Minister für Forst- und Grubenwesen hielt, tourde ausdrücklich krnstatiert, daß die Regierung nicht auf die'—— Das„Diapophon" Drei junge Moskauer Konstrukteure, Abu- l a d s e, S a ch n e n k o und Kudrjawzen, haben einen eigenartigen Apparat gebaut, der die Vorzüge des Grammophons und des Kine- matographen in sich vereinigt. Ter Apparat, dem der Name„Diapophon" gegeben wurde, reproduziert T o n f i l m a n f n a h in e n, die jedoch nicht auf Filmstreifen, sondern auf Schallplatte« festgehalten werden. Die Wiedergabe einer solchen Schallplatte im„Diapophon" Währt volle zehn Minuten, während eine ge- Ein Rabbinersohn verteidigt dos„Dritte Reith“ im„Börsen-Eourier". Prag, 21. April. Vor dem Schöffengericht deS GR. M i I u l a tvurde heute ein Vergleich j in einer Preßlinge abgeschlossen, der die Oeffent- lichkeit um einen recht interessanten Presseprozeß brachte. Geklagt Ivar die Wochenschrift ,.W a h r- heit" von Herrn Dr. Robert Laiin, weil sie sich mit einem Artikel dieses Herrn kritisch befaßte, der im„B ö r s e n- E o u r i e r" gegen die „G r e u e l in ä r ch e n" der kommunistischen Emigranten Stellung genommen hatte. Tie „W a h r h e< k" wunderte sich in dem eingeklagten Artikel über das sicherlich kuriose Faktum, daß Herr Tr. L a n n als Rabbiners oh n einen Artikel im ,.B ö r s e n-C o u r i e r" veröf- fentlichte, in ivelchem die angeblichen„Greuel- märcheu" über die Judenverfolgungen im Dritten Reich bestritte n wurden. Die „W a h r h e 11" fügte einen Kommentar bei, in dem ausgesprochen wurde, daß die kommerziellen H i n t e r g r il nd e deS fraglichen Artikels sich ihrer Kontrolle leider entzögen. Diese Prenellage ist jedenfalls zu einer Zeit eingebracht worden. alS der„B ö r s e n-C ourier" das Interesse der breiteren Oeffentlichkeit noch nicht so weit ans sich gezogen hatte, wie es durch das Auffliegen der„Schenker"-Affäre später geschah. Durch den abgeschlossenen Vergleich ist die Sache erledigt und weitere Einzelheiten dieses interessanten Falles bleiben unerörtert. Es war übrigens ein kulanter Vergleich. Tie „W a l> r h e i t", für m c l l in ungünstiger prozessualer Position, erklärte, sie habe den Herrn Tr. Laiin nicht beleidigen ivollen nnd, wenn er doch beleidigt worden sei, so widerrufe sie den ehrentränkenden Passus. Aber seinen Advokaten bezahlt sich der Redakteur deö„B örsen- E o u r i c r", Herr Dr. Laim, selbst. Tod beim Brnmiengraben. Aus A u s s i g wird berichtet: Ter Landwirt Ernst Kleinbauer in Doppitz wollte am letzten Sonntag in den Mittagsstunden seinen Brunnen vertiefen. Tabei stürzte er einige Meter in die Tiefe. Auf seine Hilferufe eilte ihm ein Feuerivehrniann zu Hilfe, der in den Brunnen hinabstieg. Als er schon bei Kleinbauer angelangt toar. bemerkte er. daß sich das Erdreich zu lockern beginne, so daß er rasch wieder heraussteigen mußte. Kaum war er oben angelangt, stürzten die Brunnenivände unter großem Getöse ein. Die herbeigcrusene Fenerlvehr konnte nach dreistündigen Bemühungen Kleinbauer nur noch als Leiche bergen. Losbekrüger. Bor dem Senat des Kreis- gerichte.S in Pilse n begann gestern die Verhandlung gegen 33 P e r s o n e n, die in den Jahren 1926 bis 1030 in einer ganzen Reihe von Gemeinden in Böhmen und in Mähren beim Ver- I kaufe von B a u l o s e n und anderen Losen Betrügereien aussührien. Die Anklageschrift umfaßt 00 Seiten und zählt mehr als 90 Geschädigte auf, die insgesamt um einen Betrag von 14 0 0.0 0 0 Ke geprellt wurden. Zu der heutigen I Verhandlung sind nur 16 Angetlagie erschienen, davon wurden vier aus der Hast vorgeführt. Die Baumblüte im oberen Elbetale batte -inen großen Zustrom von AuSflüglern zur Folge. In S a l e s e l allein sind 5000 Motorfahrzeuge durchgefahren, sie stammten meistens aus Prag und aus Deutschland. In Salesel parkten 300 Fahrzeuge. Der Wievielte, Herr Goering? Wie der „Amtliche Preußische Pressedienst" mikleili, ist Dienstag morgens in Erfurt Johann Gansdorf aus Erfurt hingerichtet lvorden. Gansdorf ivar am 11. Dezember 1933 von dem Scbivurgericht sin Erfurt lvegen des au der Ehefrau Margare t h e S ch a a r begangenen M o r d e s zum Tode verurteilt lvorden. Ministerpräsident Goe- ring hat von dem Begnadigungsrecht keinen Gebrauch gemacht, weil der häufig u. a. mit Zuchthaus vorbestrafte Verurteilte ein gefährlicher Verbrecher war, von dem die Volksgenieinschaft endgültig befreit werden müßte."— Tas Gericht in Berlin verurteilte gestern den früheren M'n s e u in S w ä ch t e r Otto Weiher aus Moabit wegen d r e i f a ch e n M o r d e s d r e i- m a l z u m T o d e. Otto Weiher hatte in der Nacht zum 4. März d. I. in feiner Wohnung in Moabit nach einem vorauSgegangeneu Streit mit seiner Fra u. diese, seine lüsährige Stieftochter sowie ein dreijähriges uneheliches K i n d seiner Frau durch Hammerschläge ermordet. Spionage in Ungar». Tas ungarische Hon-i vedgericht verurteilte wegen Spionage zugunsten! von Nachbarstaaten, bziv. wegen Hochverrates den! Landivirt Fen es zu acht Jahren, den Privat-! beamten Josef Stern, einen rumänischen Staatsangehörigen, zu einem Jahr, zwei Monaten, den Kantor^ Wendel F r a n y o, einen tschechoslo- lvakischen Staatsangehörigen zu vier Jahren und sechs Monaten sowie den Diurnisten Kohar» zu vier Jahren Zuchthaus.. Tonfilm auf Schallplatten neueste russische Erfindung wohnliche Grammophonplatte nur vier Minuten läuft. Außer diesen Grammophonplatten enthält der Apparat ein elektrisches Grammophon, das mit einer Projektionslampe kombiniert ist. Der Apparat läßt sich in zwei kleinen Köfferchen unterbringen. Seine Bedienung ist außerordentlich einfach und nicht komplizierter als die eines gewöhnlichen Grammophons. Der Apparat spricht, singt und führt zu beliebiger Zeit und an beliebigem Orte Filme über jedes beliebige Thema vor. Offene Bahnschranke». Wie aus Brüx gemeldet ! wird, ereignete sich bei der Bahnstation Sedlitz in \ der Nacht auf Dienstag ein schweres Unglück. Als ! der 35jährige Frächter Adalbert Sach aus Louny mit einem einspännigen Kohlenwagen die Geleise bei offenen Bahnschranken übersetzen ivollte, fuhr eine Lokomotive heran, ersaßte das Fuhrwerk und zermalmte es. Sach, der vom Zuge 00 Meter weit geschleift und dem der Kopf abgetrennt ivurde, ivar ans der Steile tot. An dieser unübersichtlichen Kreuzungsstelle hat es schon mehrere schwere Un- glückösälle gegeben. Rudolf Merta gestorben Nach langer Krankheit verstarb gestern Genosse Rudolf Mert a, einer der ältesten Kämpfer für den Sozialismus auf Brünner Boden. Durch lange Jahre hervorragendes Mitglied der tschechischen sozialdemokratischen Partei, Mitbegründer des Konsumvereines Solidarität Vkela, war Genosse Merta zur Zeit der Spaltung zur kommunistischen Partei gegangen, die er auch im Abgeordnetenhaus vertrat, um kurz darauf die Partei zu verlassen und sich wegen seines schiveren Leidens ganz aus dem politischen Leben zurückzn- ziehen. Wenn auch Genosse Merta in dieser Zeit manchmal andere Ideen vertrat als unsere Partei. so blieb doch sein Verhältnis zu- uns ungetrübt, denn Genosse Merta war als Freund>vie als politischer Gegner gleich ehrenhaft. Auch in der Gewerkschaft der Holzarbeiter stellte Genosse Merta seinen Mann, dank seiner hervorragenden Stellung in der Partei und Gewerkschaft hat er ! viel zum Aufblühen nnd vor allem zur Einigung in dieser Organisation beigetragen. Wir verlieren mit Genossen Merta einen wahren Sozialisten, einen aufrechten Mitkämpfer, der unS in unseren weiteren Kämpfen fehlen wird, einen Sozialisten von rechtem Schrot und Korn, dem wir stets ein ehrendes Angedenken bewahren werden. Tie Einäscherung des Verstorbenen findet Freitag, den 27. ds., um 17 Klhr iin Brünner Krematoriuni statt. Die Brünner Genossen und Genossinnen werden dem ivacleren Mitkämpfer daS letzte Geleit geben. «r. M Mittwoch, 2K. April 1934 Seite 5 Demerfungen Freiwilliger Arbeitsdienst in Bodenbach Die Stadt Bodenbach wird im Zusammenwirken mit dem Bezirk Tetschen und der Boden- tacher Ortsgruppe des„Verbandes fiir deutsche Jugendherbergen" eine Jugendherberge bauen. Sie wird auf dem freien Platt vor dem Wald- ihenter ans der Schäferwand errichtet werden. Die Arbeit wird im freiwilligen Arbeitsdienst geleistet werden. Mit den Vorarbeiten wurde bereits begonnen. DaS Stadtamt Bodenbach veranstaltet eine Spendensammlung zur Aufbringung der für die Materialbeschaffung notwendigen Mittel. S1«rm Lber vberitalie« Mailand, 24. April. Der Sturm und die starlen Siegenfälle der letzten Tage haben in Lber-JIalien allerorten Hochwasser mit sich gebracht. Der Lago Maggiore ist in den letzten 24 Stunden über 80 Zentimeter g e st i e g e n. Der Po und die Etsch haben an vielen Orten die Ufer überschwemmt. Die Was» sersiandmester deö P o zeigen verschiedentlich vier Meter über dem Normal st and an. An vielen Orlen mutzte infolge der Ueberschlvemmnng der Landsiratzen der Verkehr umgeleitet werden. In Biella tvurde ein 37jähriger Mann bei einem Flutzübergang vom Winde in die hochgehende Oropa geschleudert. Der Verunglückte wurde dann von der Gewalt des Sturmes an das Ufer getragen, wo er nach vielen Stunden in sch werver letztem Zustande ausgefunden lvurde. Auf der Provinzialstratze Barallo—Alagna ging eine Lawine nieder, die den Verkehr sperrte. Die Mustermesse von Varallo mutzte wegen des Unwetters auf den 1. Mai vertagt lverden. In den Dolomiten ist überall Neuschnee gefallen. Die Temperaturen sind stark gesunken. An der Riviera wütete der Sturm weiterhin stark. An Genua mutzten die Schiffe ihre Anker verstärken. Verschiedene grössere Schiffe, unter ihnen auch die„Milwaukee", haben die Ausfahrt verschoben, während andere Dampfer schon bei der Einfahrt vor dem Hafen festmachen mutzten. Riesenschäden richtete der Sturm vor allem im Hafen von Savona an. Eine neuerrichtete Mole brach von dem Anprall der Wellen ans über 80 Meter zusammen. Die Wellen überfluteten auch die zweite Mole und brachten das Hafengelände bis zum Eisenbahndamm in grösste Gefahr. Ueberl 0 0 Eisenbahnwagen wurden gegeneinander geschleudert und zerstör t. Die Geleise wurden aus dem Boden gerissen. Gplonaseprozetz in Finnland Helfingfors, 24. April. Der Spionagepro- zess gegen die Spionenliga der Frau Schul vor dem Hochgericht in A v o hat einwandfrei ergeben. das; die finnische k o m m u n i st i s ch e Partei mit Hilfe einer fremden Macht in Finnland die Diktatur des Proletariats herbeiführen wollte. PreiSfliegen London—Australien. Am Zusammenhang mit den Feierlichkeiten des 100. Jahrestages der Begründung des Staates Viktoria in Australien wird im heurigen Jahre ein Flugwettbewerb auf der Strecke London—Melbourne veranstaltet werden. Der Sieger dieses Wettflnges erhält die hohe Belohnung von 10.000 Pfund Sterling zugesprockicn. Der zweite Preis macht 1800 Pfund Sterling, der dritte 800 Pfund aus. Der Jlugwettbewerb nimmt am 20. Oktober l. I. seinen Anfang und es werden bereits heute für ihn»imfangreiche und sorgfältige Vorbereitungen getroffen. Der Vorbe- reitungöauSschutz widmet besonders der Frage der Flugsicherheit grötzte Aufmerksamkeit. Im Spiegel del Auslandes. Man kennt doch die braven Deutschen, die einstmals ins Ausland reisten, geschwellt die Brust, bereit, allerorten zur Geltung zu bringen, datz mit Golt, Kaiser und Vaterland sie berufen seien, Ordnung und Zucht in den„Saustall" Welt autzerhalb de» Lande» deutscher Eichen zu tragen. Und wenn man sie nicht gekannt hat, so kann man sie seht kennenlernep; nur datz sie ictzt ihre Brust nicht fiir Gott und Kaiser, sondern für Gott Adolf und Braun-Deutschland geschwellt dahertragen. Die Saarbrückener„Bolksstimme" erzählt die Geschichte einer fungen deutschen Dame, die, pflicht- gemäh erfüllt von nationalem Stolz nach England zu Besuch reiste, dort recht verletzt war, als ihre hit- lerdentschen RuhmeShymnen nicht Begeisterung an»- lösten, sondern kühler englischer Höflichkeit begegneten, die daher bald beschlotz, da» kühle Albion wieder zu verlassen, auf einer, auf zwei, auf drei englischen Banken aber die Erfahrung machen mutzte, datz deutsche» Geld(gut hitlerdeutsche» Geld, bitte!) nicht angenommen wurde, und die daher Gebrauch machen niutzle vom Airgebot ihrer Gastgeber, da» Rückfahrgeld in englischer Währung vorzuschietzen. O Deutschland hoch in Ehren I Wer rechtzeitig lernt, sich im Spiegel mi»län- dischen Urteil» zu betrachten, merkt rasch, welche Hörner der nationalsozialistische Eigenstolz ihm treiben lätzt. Da» Unglück de» deutschen Bolle- ist es, datz e» systematisch davon abgehalten wurde, sich im Spiegel ausländischen Urteil» zu betrachten. Denrentsprechend sind jetzt die Hörner, die ihm ein Hiller auffehen konnte. Rezept der Reaktionäre.„Wir pressen die Regierung Lerroux au» wie eine Zitrone und werfen sie fort, wann es uns gefällt." So rühmte der Führer de» spanischen Kleriko-Fascivmu», Gil Roble», in einer in Salamanca gehaltenen Rede. Beachtenswert ist die Offenheit, mit welcher der Kleriko-FasciSmu» sein Gesicht zeigt. Man könnte darau» über Spanien hinan» etwa« lernen. Luftschutzübungen statt Brot. Früher halte Wien eine gut ausgebaute Jngcndlichenfürsorge. Sie wurde unter der fascistischen Diktatur abgestoppt. Jetzt bietet man den Jugendlichen Gelegenheit, an Lnftschutzlchrgängcn teilzunehmen. In einer Einladung, die unü vorliegt, wird mitgc- tcilt, datz der Einführungslehrgang vier Doppelstunden umfatzt. In lveiteren Doppelstunden wird mit Gasmasken geübt. Die Jugendlichen werden aufgefordert, die Eltern mitzubringen. Panamakanal gesperrt. Wegen der Durchfahrt der amerikanische» Kriegsflotte wurde der Panamakanak von Montag früh vis Mittwoch für die Handelsschiffahrt gesperrt. Ein hrauneS HauS in London soll an einem der Hauptpunkte der britischen Hauptstadt errichtet werden. Die englischen Niederlassungen deutscher Firmen werden bereits zu„freiwilligen Spenden" mrfgefordert, die ihre Treue zum Vaterland, seiner«Kultur und Sitte" bekunden sollen. Protektoren dieser mit starkem Druck betriebenen Bettelei sind Botschaster von Hoesch und ein„offizieller" Vertreter der Nazipartei. Die Spender sollen in eine Ehrenliste eingetragen werden, und es wird kaum jemand wagen, sich durch Nichtbeteiligung von dieser Liste auSzu» schlietzen. sauer ankommen,* die Folgen der Abenteuerpolitik dieser drei zu berappen? Herr Fetz hat bei solcher Ernennung zum Ehrenbürger rundheraus erklärt, e» gebe noch soviel ofsene und versteckte Feinde,„datz wir unsere Aehrhasiig- keit tveiter erhalten" mühten. Da« heisst: Der Oesterreicher mutz noch mehr Steuern bezahlen. Die Pille ist bestimmt nicht dazu geeignet, die Zähl der offenen und versteckten Feinde der Staatsstreichler Dollfuss, Fey und Starhemberg geringer werden zu lasten. Der Reichtum ist die Frucht unserer Arbeit und da» Resultat unserer Bedürfnirdeckung; je weniger wir unsere Bedürfnisse decken können, um so ärmer wird die Textilbranche, mühte da» Volk sagen nnd den Reichtum an Mitteln seinen Reichtum an Bedürfnis und Arbeitskraft dienstbar machen. Alte Erfahrung ne« bestätigt. Der Allgemeine Gewerkschaftsbund Frankreichs hatte beabsichtigt gehabt, aus Sonntag, den 8. April, im Velodrom in Pari» eine mächtige Kundgebung gegen die Massnahmen der Regierung de» Nationalen Blocks durchzu- fiihren. Die Kommunisten liessen aber lvisten, dass sie mit Gewalt sich in die Versammlung Einlass verschaffen würden. Die Direktion tvollte e» unter solchen llmständen nicht riskieren, den Raum zur Verfügung zu stellen. Die Demonstration konnte nicht abgehalten lverden. Der Allgemeine Gewerkschaftsbund stellt fest, die Kommunisten hätten nun al» Partei und als„Nnita- rische Getverkschaften" ihr wahrer Gesicht gezeigt. Bereit» am 6. Feber seien sie auf der Place de la Concorde auf der Seite der Faseisten gestanden. Wir finden, der jämmerliche Vorfall bestätige bloss, wa» man schon lange wusste. Die Kommunisten, grauenvoll missleitet durch die Paroleschusterei der Strategen in der Dritten Internaüonalc, kennen nur eine»: Wo sie ntitmachen, die Gewerkschaften und die Sozialdemokratie belaste»; wo sie nicht mitmachen dürfen, den Beweis erbringen, dass sie die Fähigkeit besitzen, auf alle Fälle zu stören, zu verwirren, zu lähnien. Jagd aus Menschen. Die amerikanische Bundesbehötden machen die grössten Anstrengungen, um den berüchtigten Schwerverbrecher Dillinger, der sich jetzt in die Wälder südöstlich von St. Paul in Begleitung seiner Bande zurückgezogen hat, endlich zu fasten. Au» Philadelphia wurden Verstärkungen der BundeSpolizei nach Minnesota gesandt. Ausserdem beteiligt sich die„j a g d g e w o h n t e" Bevölkerung de» Waldgebietes an der Bersol- gung, die durch Schneefälle und darauf folgende» Tauwetter sehr erschtvert wird. Drei Mitglieder der Bande, unter denen sich mischeinend auch Dillinger selbst befand, waren am Montag nachm. im St. Paul- Park erneut von der Polizei ausgespürt toorden; aber c» gelang ihnen wieder, nach einem Feuergefecht, den verfolgenden Polizeibeamten zu entkommen. Kurz nach diesem Zwischenfall raubte die Bande in der Nähe der südlichen Vororte St. Paul» einen Kraft- wagen und liess dafür den eigenen Kraftwagen zurück, der zahlreiche Kugel- und Blutspuren auf- wie«. Tod beim vlumcnpstäcken. Zwei Knaben, die bei Ebensee im Salzkammergut auf einen Felsen geklettert waren, um Blumen zu pflücken, sind tödlich abge stürzt. Der Zentralverband der Arbeiter und Arbeiterinnen der Lebens- nnd Gennssmittel-Jndu- ieie und verwandter Berufe in der Tschechoslowakischen Republik mit dem Sitze in Bodenbach hat soeben einen Bericht über die Tätigkeit des Verbandes für die Jahre 1020 bis 1033 zugleich mit dem Protokoll des Verbandstages, der im Oktober 1033 stattgefunden hat, herausgegeben. Der Bericht enthält eine aufschluhreiche Darstellung jener Industrien, an denen der Verband besonderes Interesse hat, so des Brauereigelverbes, der Malzfabriken, der Spiritusindustrie, der Mühlen«, Zucker-, Schokoladen- und Zuckcr- Waren-Jndustrie, sowie- eine Darstellung der sozialen Lage der betreffenden Arbeiterschichten und schliesslich einen Organisationöbericht. Das Protokoll enthält die Berichte und die Debatte, so dass das angezeigte Büchlein erschöpfende Auskunft über das Streben und die Arbeit des Verbandes gibt. Die Lolmliftenkontrolle der Krankenversichernng»- anstalten scheint noch immer ein einträglicher Ziveig ihrer Verwaltung zn sein. Dafür spricht wenigstens der jüngst veröffentlichte Gesamtbericht fiir das Jahr 1982(Rr. 4—5 der Mitteilungen der ZSVA). der Nachtragsvorschreibungen an Versicherungsbeiträgen von mehr al» 24 Millionen KC ausweist. Obwohl im Jahre 1932 die dreijährige VerjährungSzeit. für welche die Revisionen vorgenommen lverden, bereits die Krisenjahre 1930 und 1931 umfasste, ergaben sich, wie man sieht, ganz bedeutsmne Summen, welche erst durch Richtigstellungen unzureichender Anmeldungen erfasst werden konnten. Aus dem Bericht geht allerdings hervor, dass die Zahl der Revisionen im Jahre 1932(21.808) gegenüber dem Jahre 1981(12.397) ganz wesentlich gestiegen ist. Wenn dabei die Zahl der von der Revision ersatzten Arbeiter hinter derjenigen von 1931 merklich zurückblieb, so ersieht man, datz die Kontrolltätigkeit sich allmählich auch den kleineren Betrieben zuwandte, während ihr früher hauptsächlich Grossbetriebe unterlvor- fen nraren. Auf einen revidierte» Arbeiter entfielen im Durchschnitt Ke 67.81 an Nachtragsbeiträgen, gegen Kö 55.80 im Jahre 1931. Der Umfang der festgestellten Mängel hat sich also vergröbert, eine Tatsache, die bei der intensiven Kontrolle der Kleinbetriebe keineswegs verwunderlich ist; den» die Praxis lehrt, datz die Berhältniste in Unternehmungen mit geregelter Buchführung immer noch bester sind, als in den Zwergunternehmungen, bei welchen oft der Eigentümer selbst nicht einmal weiss, wieviel Gelder er in der Kasse hat.— Von Interesse ist au der besprochenen Statistik noch das weitere Ansteigen der Gesamtzahl der Betriebe(081.790 im Jahre 1932 gegen 008.879 im Jahre 1931). Auf dieses Krisen- stzmptom haben wir schon im Vorjahre hingewiesen: mi» dem Produktionsprozess gelvorfene Leute versuchen e» mit einer selbständigen Beschäftigung. Aber mit dem fortschreitenden Verfall der Maffenkauskrast mutz auch diese Erscheinung zum Stillstand kommen; es ist zu erwarten, dass die entsprechende Statistik für 1083 bereits ein Sinken der Gesamtzahl der Betriebe au-weisen wird. mb. K A R L M AR X: Das Kapital Band 1, moderne Volksausgabe nur K£ 17.— Zu beziehen durch alle Kolporteure Bndun£swc3enJPrag_X11^2'£“^22 Die„Kinderkrankheiten der Revolution" sind Die Pille. Die Herren Dollfutz, Fey und Star- leider gerade dort nicht übermüden, wo man öde» Hemberg lasten sich eifrig zu Ehrenbürgern ernennen. Ouernlantentum an»gibt al«— revolutionäre» Meinen sie, dadurch werde e» die Oesterreicher weniger! Denken! M 17. Mi ist MW Frage« a« Hitler Bon Claus Clausen. Es geht dem Reichskanzler Hitler, wie es allen Männern, die in eine Machtposition gelangten, vor ihm ergangen ist nnd nach ihm ergehen wird. Sie werden von Speichelleckern, Strebern und sonstigem Geschmeiss zu Ueber- menschen oder sogar Halbgöttern gemacht. Bei Hitler trifft das alles sogar buchstäblich zu, hat man ihn doch als einen ,z>on der Vorsehung Berufenen" gepriesen, haben doch Geistliche von diesem„Einmaligem, von Gott AuSerwählten" gepredigt, hat doch einer dieser sonderbaren Verkünder der Lehren Christi kürzlich sogar gesagt, dass vor allem anderen, auch vor Gott, Hitler zuerst gegrüht werden müsse. Nun sehen aber selbst die sonst blödesten Nazi ein, dass man nicht gut von einem, angeblich von der Vorsehung auserwählten Instrument, einen neuen Erlöser sozusagen, als christliches Vorbild preisen kann, wenn alle Welt von ihm weih, dass er in seiner nächsteir Nähe sehr üble Menschen nicht nur duldet, sondern geradezu abscheuliche Exemplare der Gattung Mensch in höchste Aemter beruft und besonders auSzeichnet. Es sei nur der Name HeineS genannt! Es wird also nicht nur von den schon Gleichgeschal- teten, sondern sondern auch von eklen Schmeich- lcrn. die sich, stellengierig, noch gleichschalten lasten möchten, immer vernehmlicher geflüstert, dass Hitler natürlich von all den Greueln, die seit seiner Herrschaft geschehen, nichts wisse; eS sei ihm bestimmt unbekannt, datz soviel übleö Gesindel zu Amt und Würden gekommen sei, seitdem er regiere. Abgesehen davon, dass in dieser Entlastungsoffensive für Hitlre das Zugeständnis der Greuel und sonstiger Schande steckt, ist auch der Versuch deshalb zum Scheitern verurteilt, weil Hitler schon vor seiner Berufung in das Kanzleramt die blutrünstigsten Greuel selbst gefordert hat. Es genügt, auf fein Verlangen, datz Köpfe rollen müssten, mrd die auf seine Forderungen erfolgte Einführung des ÄalgenS hinzulveisen. Er kennt selbfwerständlich die ExistenzloSmachung der nichtarischen Aerzte, Anwälte, Richter, Kaufleute, Angestellten, Beamten und Arbeiter. Er weiss, datz man Zehntausenden die Stellungen geraubt hat, um sie seinen Anhängern zu sichern. Er weiss, datz die Existenz zahlloser Familien und damit die Familien selbst zerschlagen worden sind. Er Weitz, datz seinen Folterknechten niemals etwas geschieht, datz man nationalsozialistifche Mörder überhaupt nicht prozessiert. Er weih, datz sein Spezialsreund Röhm durch eine amtliche Verfügung den SA.-Banden die Ermordung bis zu zwölf Gegitern straflos erlaubt hat, wenn auch nur ein Ml.-Mann getütet worden ist. Hitler weih, datz man viele unbequeme Gefangene„auf der Flucht" erschoflen hat; er Weitz, datz man das deutfche Volk rechtlos gemacht und seinen Kreaturen wehrlos ausgeliefert hat. Er Iveiss freilich auch, datz er iibermorgen gehen müsste, wenn das deutsche Volk morgen über sein Bleiben frei abstimmen könnte. Hftler Weitz, datz niemals vor ihm ein Mensch in Deutschland sich mit so viel Fluch beladen hat, wie er. Wenn man ihn fragen wollte, ob er alle diese Scheusslichkeiten kennt, dann wäre ihm die Antwort zu leicht gemacht; er würde sagen, es sei natürlich gang ausgeschlossen, dass ihm alle Vorkommnisse, die er nicht billigen würde, zur Kenntnis kommen. Und damit wäre er dann, wenn die Antwort auch sehr jesuitisch— im bösesten Sinne des Dorfes— ausgefallen wäre, fein heraus. Wir wollen deshalb nur ganz wenige Fragen stellen, Fragen, die alle Welt kennt— und er soll den Mut aufbringen, zu einem klaren Ja oder Nein. Es ist ihm natürlich bekannt, datz der ehemalige Reichstagsabgeordnete Seger, wie zahlreiche andere, in ein Konzentrationslager gesperrt und dort gequält worden ist, nur deshalb, weil er Sozialdemokrat war; er weih auch, datz Seger geflohen ist. Für diese gelungene Flucht mühte Hitler deshalb Verständnis haben, weil er selbst auch schon geflohen ist, und zwar, im Gegensatz zu Seger, unter sehr bla in ablen Um st ä n den. Stellen wir also ganz präzise nur drei Fragen: 1. Ist dem Reichskanzler Hitler bekannt, datz die Frau Segers und deren 19 Monate altes Kind in ein Konzentrationslager eingesperrt worden sind und dort festgehalten werden sollen, bis Seger sich wieder in der nationalsozialistischen Hölle stellt? Diese Geiselfestnahme ist barbarisch, sie schändet jede Regierung, die sie duldet. 2. Ist dem Reichskanzler Hitler bekannt, datz in den verschiedenen Konzentrationslagern die früheren sozialdemokratifchen Abgeordneten K u h n t- Chemnitz, R e m in c I e und Ma- rum- Karlsruhe, Ebert und Heilmann- Berlin in der niederträchtigsten Weise seelisch und körperlich mitzhandelt worden sind? 3. Ist dem Reichskanzler Hiller bekannt, datz die ehemaligen sozialdemokratischen Abgeordneten Biedermann- Hamburg, Egger- st a e d t- Altona und Stelling Berlin, um nur drei Fälle zu nennen, in wahrhaft bestialischer Weise ermordet wurden, ohne dass auch nur der geringste Versuch gemacht worden wäre, die feigen Mörder zu ermitteln? Wir wiederholen, datz wir absichtlich immer nur wenige Fälle anführen, um die Anllvorten, resp. die Nachforschungen zu erleichtern. Ob Herr Hftler jemals eine Antwort auf die Fragen geben wird? ES wäre leicht für ihn, zu antworten, aber er wird cs bleiben lassen, denn er mützte vor der ganzen Kulturwelt gestehen, datz er die von seinen uniformierten Banden verübten Schandtaten kennt und nicht gewillt ist, dagegen einzuschreiten. Er wird nicht antworten, ist er doch derselbe Herr Hitler, der nicht lange vor seinem Amtsantritt an fünf berüchtigte Mörder telegraphierte; er grütze sie, seine Kameraden; für ihre Befreiung werde er wirken, denn jhreFreiheitsei„unsere Ehre". Seitdem Herr Hitler im Amt ist, sind die fünf Mörder in Freiheit. Die Mörder Erz- bergers und RathenauS haben längst ihre nationalen Ehrenlafeln! Herr Hitler wird also unsere Fragen nicht beantworten. Die Uebcrklugen, die diesen Mann mit seiner angeblichen Unkenntnis der nationalsozialistischen Greuel entschuldigen Ivollen, sollen gefälligst den Mund halten: Er kennt die Greuel und wird sie dulden, solange er ettvaS zu dulden hat— zur Schande der menschlichen Kultur. Seift 6 „Gsziakdenwkrat Atittwoch, 28. Npril 1V84 Sir. SS PRAGEB ItlTBMG Ausflug, noch iHntibnih. Tie TiaatSbahndirck- lioii Prag fcriioi am 20. Avril fünf Autvbusie nach Raiidiiitz a. E. und zum Gcorgsberg ab. Abfahrt der Aniabusse von der?lmobu:haltestclle in Prag ll, Lützowovä, um ü Uhr 80 Min. Fahrpreis für eine Fahrt pro Perfon Ke 12.50. Rückfahrt von Raudnitz »ach Prag um 10 Uhr. Gcrlchtssaal Der Kommandant des Konzentrationslagers in Dachau Nagt »Trantenaner Echo" Prag, 21. April. Ter früher in Marschendorf l volitischer Bezirk Trautenau) wohnhafte rcichsdeut» fche Staatsbürger, Fug. Otto Riemer,, ist im Sommer de» Vorjahres vom Kreisgerichte in Iiiin N'cgen Vergehens gegen das Gesetz zum Schube der Republik und llebertretnng des Waffenpatentes zu einer unbedingten Arreflstrafe verurteilt worden. Tie Verurteilung erfolgte deswegen, lveil auf Grund des Geständnisses des Angeklagten, auf Grund der Zeugenaussagen und auf Grund einer bei ihm vorgefundenen Kopie eines an da» Propagandaministe- rium in Berlin gerichteten Briefes feftgestellt worden ist, dajz Riemer dem ReichSpropagandaministe- rium Zeitungsausschnitte ans dem Trautenauer sozialdemokratischen Organ„Trautenauer Echo" eingesandt hat, als Bctoeis dafür, was für Greuel- vrovagauda in der Tschechoslowakei gegen Deutschland betrieben wird und das;„in der gleichen, unerhört frechen Tonart" alle tschechisch-marxistischen Blätter schreiben, das; weiters die Reichsdeutschen hier in der Tschechoslowakei diese Propaganda sehr empfindlich am eigenen Leibe fühlen, da diesen Schmutz nicht nur die Arbeiterklasse, sondern auch die sogenannte tschechische Intelligenz liest. Rach Fällung des Urteile» hat das Kreisgericht in JiLin die Akren au die Bezirksbehörde in Trautenau zum Zwecke der Ausweisung des Fug. Otto Riemer aus dem Gebiete der Tschechoslowakischen Republik abgetreten. Durch den Bericht, den da»„Trautenauer Echo" über diese Verhandlung gegen Riemer am 20. Ang. 1038 verösfentlicht hat, fühlte fich Ing. Otto Riemer beleidigt und klagte fchon von Deutschland aus durch seinen Trautenauer Anwalt, Dr. Adolf Kellner, den verantwortlichen Redaktenr des„Trautenauer Echo", Palme, beim straf-Kreisgericht in Prag. lieber diese Prest'eklage fand beute beim Straf- KreiSgericht in Prag k Vorsitz OGR. Miknla) die Haupiverhandlung statt. Bei dieser Verhandlung bestritt der Verteidiger des angeklagtcn verantwortlichen Redakteurs Palme, Dr. 2 ch we l b, die Berechtigung des Klägers zur Klageführung, da die .Reziprozität mit Deutschland nicht mehr gewährlei- siet ist. Der Verteidiger bestritt, das; im heutigen Deutschland ein tschcchoslotvakischer Staatsbürger in einem Prozesse mit derart politischem Charakter schütz gegen Prefseangriffe genießt und er bestritt insbesondere, daß Deutschland einem, einer in Deutschland verbotenen Partei angehörigen Ausländer das Recht zur Klageführung dann zuerkennt, wenn der betreffende Ausländer lvegen strafbarer Handlung gegen den Staat aus Deutschland abge- schaffr worden ist. In der Sache selbst beantragte der Verteidiger die Durchführung des Wahrheitsbeweises ii. a. durch.Herbeischaffung der Akten des Miner Kreisgerichtes und der Bezirksbehörde in Trautenau. Er führte auch an. das; Riemer inzwischen zum Kom- maudaiuen des Konzentrationslagers in Dachmr ernannt worden ist. Das Gericht verkündete nach längerer Beratung den Beschluß, daß mit Rücksicht auf die Behauptung der Verteidigung, daß der Privatankläger kein inländischer Staatsbürger sei und daß er als Ausländer mangels der Reziprozität keinen Rechtsschutz genießt, die Akten von der Bezirksbehörde ii, Trautenau. betrcssend die bchnnvtetc Ausweisung des Privatklägers angcfordcrt werden. Uebcr die übrigen Beweise wird erst entschieden tverden, bis die Frage der Klageberechtignng geklärt ist. Schlampige Mutter verschuldet den Martertod eines Säuglings Eine rostige Radel vier Tage im Rücken des Kindes! Prag, 21. April. Man mag gern glauben, daß die iicherheitSbchördlichen Erhebungen in diesem traurigen und empörenden Fall ursprünglich in ganz anderer Richtung geführt wurden und die Gendarmerie annahm, daß der anfznklärende Tod des zwei Monate alten Säuglings Jaroslav B e» c l nicht einem Zufall zuzuschreiben sei, sondern einer bösen Absicht. Am 22. Dezember v. I. half eine Nachbarin der unehelichen Mutter dieses Kleinkindes der 21jäh- rigen Magd Johanna Bencl im Dorf Chraskany bei Rakonitz, beim Baden des Säuglings, wobei ihr das ununterbrochene schmerzliche Wimmern des Kinde» auffiel. Sie untersuchte den kleinen Körper und sah zu ihrem Entsetzen eine starken nd ziemlich v e r r o st e t e R a d e l in den Rücken deü Kleinen eingebohrt und tief in dem Körperchen stecken. Sie veranlaßte die Beiziehnng des Arztes, der seststellte, daß die Radel tief in den Nieren des Kindes st e ck t e. Er ordnete die sofortige lieber« führung ins Rakonitzcr Krankenhaus an, wo man die weitere Feststellung machte, daß die rostige Radel mindestens vier Tage im Körper des Säuglings eingebohrt und bereits eine schwere Blutvergiftung eingetreten war. Jede.Hilfe erwies fich als vergebens, aber erst am 7. Jänner d. I. wurde das Kind von seinen Qualen erlöst. Bei diesem Sachverhalt ist erklärlich, daß man zunächst einen schweren Verdacht| gegen die uneheliche Mutter hegte. Die weiteren Erhebungen ergaben aber einen anderen Tatbestand. In der Anklageschrift wird die Kindesmutter als unordentliche und unsaubere Per» .s o n geschildert, die weder sich selbst, noch ihrem Kind auch nur die notwendigste Körperpflege angedeihen ließ. Rach der Aussage der Zeugen wälzten sich die Kinderwäsche und die Windeln, in die das Kind eingepackt wurde, auf dem Fußboden ihrer Kammer herum. Zudem pflegte sie Polster und Kinderbettchen alb Nadelkissen(!) zu verwenden. Aus diese Weise wird erklärlich, daß sich ein solcher unwahrscheinlicher Unfall ereignet! konnte. Die schlampige Mutter wurde schließlich wegen fahrlässiger Tötung nach Paragraph 385 St. G. angeklagt. Bei der heutigen Verhandlung bestritt die Angeklagte, das ihr zur Last gelegte sahrlässige Verschulden und man muß wohl einräumen, daß die kläglichen und annseligen Verhältnisse, in denen sie dahinvegetiert, die.Hauptschuld an dem traurigen Vorfall tragen. Sie machte keinen sehr günstigen Eindruck und die Feststellungen der Anklage über ihre Unsauberkeit und Unordentlichkeit mögen an sich wohl zutreffen. Sie verteidigte sich damit, sie habe sich um das Kind gekümmert,„so gut sie konnte" und das mag wohl wahr sein. Wie stets bei solchen Fällen erhebt sich auch hier die Frage nach den sozialen, Hintergründen der Straftat. Es scheint, daß sich auch der Gerichtshof solchen Erwägungen nicht verschloß. Die Angeklagte wurde zwar des eingeklagten Vergehens schuldig erkannt, erhielt aber nur die vcrhältniSmäßi" geringe Strafe von sechs Wochen Arrestes und auch diese Strafe wurde mit Rücksicht auf ihre bisherige Wohlverhaltenheit bedingt ausgesprochen, rt. Kunst und Wissen „Fausts Berdammuug" Gerade in der Tinfonie-Kontate„Fausts Verdammung" zeigt sich Hektor B e r l i o z als der seiner Zeit weit vorauSeilende geniale Tondichter. Denn in dieser Sinfonie wird die Form und der Stil der Jnstrumentalfinfonie zu einer Zeit radikal gewandelt, wo schon die Heranziehung deü Chores zu sinfonischen Aufgaben noch durchaus neu und befremdend tvirkte. Berlioz brauchte in„Fausts Verdammung" aber nicht nur den Chor al» letzte, vom Orchester allein nicht zu erzielende Ausdrucksmittlerin, sondern berlvendete zur greifbareren und eindringlicheren inhaltlichen Gestaltung auch bereits die Gesangs- solisten. So wurde die d r a m a t i s ch e Lege n d e„F a u st s V e r d a m m u n g" zur Sinfonie-Kantate, in der Chor, Orchester und Solisten gleich große und wichtige Ausgaben haben.. Berlioz' dramatische Legende„Fanns Verdammung" gilt als die bedeutendste und musikinhaltlich genialste Tonschöpfung des großen französischen Romantikers und Schöpfers der Programmfinsonic. Die in vier Abteilungen zerfallende dramatische Legende „Jaust» Verdammung" tvurde nicht nur durch Goethes„F a u st"» D i ch t u n g angeregt, sondern bezieht ihre textlichen Grundlagen vielfach unmittelbar au» des großen deutschen Dichter» Meister- | werk, wobei es dem Komponisten aber nicht darauf ankam, den Schauplatz des Geschehen« willkürlich zu s wählen und die.Handlung seinen musikalischen Wünschen anzupassen. So finden wir in der ersten Abteilung Faust im llngarlande, wo musikalische Beziehungen zum Rakoczi-Marsch hergestellt werden, der diese Abteilung krönt; erst die, zweite Abteilung bringt Faust nach Norddeutschland in seine Studier- stube(Osterstimmnng, Zitierung Mephistos), in Auerbachs Keller und in Gretchens Nähe, der dritte Teil ist Gretchen gewidmet, wie sie liebt und leidet, die vierte Abteilung endlich bringt Gretchen» Kerkerszen«, FaustS Höllenfahrt'und als grandiosen Abschluß Gretchen» Verklärung. Der romanlisch-vhan- tästische Stil Berlioz' ist im gesamten Werke festgehalten, da» Musik der wechselndsten Stimmungen mit außerordentlicher CharakterisiernngSkunst bietet, also auf der Wirkung dcS Gegensatzes beruht; neben köstlichen lyrischen Partien stehen kraftvoll-urwüchsige, bizarre und von leidenschaftlichster Glut getragene. Dem StimmungSgchalt und Ausdrucksinhalt der musikalischen Sprache Berlioz' entspricht auch seine blendende und immer wirksame, ansdrucksvollkom- mene Instrumentation. Dr. Heinrich Swoboda hafte sich al» D i r i« g e n t de» Konzertes de» Berliozschen Werke» mit sichtlicher Liebe und Sorgfalt angenommen und brachte eine Anffiihrung zustande, die ebenso starken Eindruck machte wie sie künstlerisch'im instrumentalen und chorischen Sinn«,— bis auf einige Intonationsunsicherheiten und rhythmische Schlvankungen,— beachtlich war. Wa» doppelt zu werten ist, da nur eine Bollprobe stattfand. Sehr brav lösten die mitwirkenden vereinigten Chöre de» Prager Deutschen Männergesangverein» und Prager Deutschen SingvereinS ihre umfangreichen Aufgaben, sehr gut hielt sich der ad hoc zusammengestellte K i n d e r ch o r de» StcsanSgymna- siumS, ausgezeichnet spielte das Theaterorche- st e r. Als vorzüglich besetzt erwiesen sich die S o l i» st en: Josef Riawec, Hans Hotter ltonlich und stilistisch am vollkommensten), Traute Rohne und H. Hey. E. I. Samstag, Erstaufführung„Geld ist nicht alles", Lustspiel von BuS-Fekeie. Tie Bühne zeigt aus ztvöls Schauplätzen den Querschnitt eine» Wiener ZinShause» und die bunten und romantischen Ge- schchnisse, die sich dort abspielen. Regie: Liebl. Freitag, Premiere„Tie Insel" von Harald Bratt in der Kleinen Biihne. Regie: Hölzlin.— Samstag in der Kleinen Bühne: Premiere PariserPotpaurri, drei Operetten von Jacques Offenbach.„Pan hat ein Abente u e r",„Spanische Romanze" und „M adame, Monsieursind nicht zu Haus e". Dirigent: Schick, Regie: Mordo. Spielplan dr« Ren«« Deutschen Theater». Mittwoch, 8 Ilhr:„T r u d i Schoop mit E n s e m b l e". Gastspiel, B. 1.— Donnerstag, halb 8 Ilhr:„E i n M a s k e n b a l l", C. 1.— Freitag, halb 8 Ilhr: „Die lustige W i t w e", D. 1.— Samotag, halb 8 Uhr:„Geld ist nicht alles", Erstaufführung. E. 2.— Spielplan her$feinen Bühne. Mittwoch. 8 Ubr:„Straßenmusik".— Donnerstag, 8 Uhr:„S t r a ß e n m u s i k".— Freitag, halb 8 Uhr:„Di«Insel", Erstaufführung.— SamStag, 8 Uhr:.Pariser Potpourri", Erstaufführung. Spart• Spiel• Hürperpllege Mc sasi zim I. Mal Da» Präsidium»nd da» Biir» der SASI. entbiete« asten Arbeitersppetleen zum Weltfeiertag der Arbeit, in»bes»ndere den Brüdern in Oesterreich und Deutschland, brüderliche Grütze. Wir sind überzeugt, daß die Verbände aller Länder ihre Mitgliedschaft anfgernfen haben, zahlreich an den Manifestationen der Partei teilzunehmen. Da» Bär» der SASI. erwartet, daß gerade in der jetzigen harten Zeit dir Arbeitersportler ein begeisterte» Bekenntni» znm Tozialiämn» ablegen nnd die» durch stramme«nd disziplinierte Teilnahme an den Aufmärschen auch öffentlich bekunden. E» lebe der revolutionäre Kampf der Sozialdemokratie, e» lebe die trotzig« Kraft dr» internationalen Arbeitersport»! Hoch der Weltfriertag dr» Proletariat»! Hoch der 1. Mai! „Ruud um Lüttich." Diese» erste Radrennen, da» seit 1927 jährlich ans der Bahn der Arbeitersportler ansgefahren wird, fand vor kurzem in Lüt tich statt. Die Strecke betrug 110 Kilometer. 98 Fahrer erschienen am Start. ES siegte Dony in 2:41 Std. vor Doroy und Hussin. Schweizer Arbeiter-Ringer in Antwerpen. An de» Ausscheidungskämpfcn im Frei-Ringen, die in Antwerpen stattsanden, nahm auch eine Ringermannschaft auS der Schweiz teil. Die Schweizer Genossen verloren gegen die belgische Mannschaft mit 2:8 Punkten. Aas der Partei BrzirkSorganifation Prag. Freitag, den 27. April, Sitzung der Bezirk-Vertretung acht Uhr abends im Heim RärodNl tkr. SugtiiHtmgiuii Freie Bereinigung sozialistischer Akademiker. Donnerstag, 28. April, um 20 Uhr im Partei- heim, Rärodni 4., Gruppenabend über„Weltwirtschaftskrise und di« Znkunftspcrfpcktiven". Ber Film Schweigende Lippe« Da haben wir, um nicht au» der Uebung zu kommen, wieder einmal den Film von der schönen Spionin, die sich wieder einmal in den Feind verliebt, der sie auftragsgemäß vernichten soll, woraufhin sich das bekannte dramatische Schwanken zwischen Pflicht nnd Neigung ereignet, daS diesmal originellerweise zuerst mit dem Siege der Pflicht und hinterher— nach dem Waffenstillstand— auch noch mit der Befriedigung der Neigung endet. Diese Schlußszene gehört zu dem Kitschigsten, was man in Filmen erlebt hat— aber auch ohne sie tväre das Ganze schtvcr genießbar: ein matter amerikanischer Reißer von jener zweitklassigen Qualität, die hoffentlich bald durch die Einfuhr der besseren amerikanischen Filme verdrängt werden wird. Der Versuch, dieser blühend unwahrscheinlichen Spionagegeschichte, die den Weltkrieg al»„Hintergrund" benützt, durch eine schriftliche Vorrede über da» vaterländische Heldenftim im schmutzig-bestechlichen Spionagehandwerk Bedeutung geben zu wollen, ist aussichtslos. Und die Hoffnung der Hersteller, sie durch die Leistung deS Stars C o n st a n c e Bennett zum Erfolg zu machen, erweist sich auch als übertrieben. Denn die Bennett ist zwar eine sichere Schauspielerin, die ihre Rolle mit einer gut durchgeführten müden Trauer und mit weichen Unschuldsblicken zu spielen versteht, aber sie ist bei weitem nicht so überragend, daß sie diesen Film retten könnte. Der Regisseur A r ch a i n b a u l d hat alles getan, um seinen Star glänzen zu lassen— und auch der männliche Hauptdarsteller Gilbert Roland fällt durch nichts als durch seine höfliche Zurückhaltmig auf.—ei»— Di« weiße Schwester von St. Lett. Ein bankrotter Bankdirektor flüchtet— und trägt dabei seinen Namen sichtbar am Koffer mit sich. Ein Dors- trotte! verliebt sich in ein Bild, ein Organist ver- iveigert e» ihm, der Trottel begeht einen Mord, um sich zu rächen— aber nicht etwa einen Mord an dem Organisten, sondern an dem Bankier, woraufhin nicht etwa der Mörder, sondern der Maler de» erwähnten Bilde» sich angstvoll verbirgt. Nun wird die Tochter de» Ermordeten zur Nonne, was not- tvendigerweise den Selbstmord de» Mörders zu Folge hat. DaS Ganze der Inhalt eines FilmS, der nirgends sonst al» in dem Lande hat entstehen können, da« heute vom irren Irrationalismus der brmmen Tobsucht beherrscht wird. Warum man diese Ausscheidung verseuchter Gehirne außerhalb psychiatrischer Anstalten zeigt, ist völlig unerfindlich. ES ist eine Qual, diesen lächerlich-traurige» Exzessen einer krankhaften Phantasie folgen zu müssen, doppelt quälend, wenn man weiß, daß die Schundliteratin Thea von H a r b o u zu ihren Haupturhebern zählt — nnd wenn man sehen muß, wie die einst so echte Darstellerin Hertha Thiele und ein früher so vornehmer Schauspieler wie Theodor L o o S sich hier barbarisch selbst mißbrauchen.—eiS— Ist mein Mann nicht fabelhaft? Bei der Uraufführung vor einen» halben Jahre hat ein Kritiker des„Berliner Tageblattes" trotz aller Gleich- fchaltung gegen die Blödheit dieses Film» Protest erhoben— und ist fristlos entlassen worden, weil, tvie daS Gericht erklärte, eine abfällige Kriiit besagten Filmes eine Schädigung der nationalen Belange lvar—, denn die Herstellungsfirma sei nationalsozialistisch und der eigentliche Zweck diese» Filmes sei, irgendwo im Ausland ein Geschäft zu werden. Es genügt, statt einer Betrachttmg dieses selbst für Gleichgeschaltete ungenießbaren MachlverkS an den Spruch der Gerichtes zu erinnern. Ein Fest in Weiß Blitte«g»«ber um Strahov Ein weißgetünchter Treppendnrchgang führt in die Stille, die klösterliche Geheimnisse zu verschweigen scheint. Vor dem mürben Gelbgrau alter Archi- lektnrcn leuchten die Knospen der Linden wie gelallte Tchlvärme grüner Funken, verhalten in lautlosem Schweben. Bald werden sich die dichten Blät- icrschirme entfalten und kühle Schatten über das Steinpflaster breiten. Ein gebeugtes Mütterchen geht langsam dem Kirchcnportale zu. Ein junges Paar schlendert über den Hof. in jener Haltung de» Schauens, die den Fremden kennzeichnet. Sie verweilen nnd sammeln Sehenswürdigkeiten mit den Augen nnd gehen weiter. ES bleibt die Stille und die lockende Verschwiegenheit des verschlossenen Klostergariens. Einmal im Jahre aber öffnet sich die Gartenpforte für jeden, der für eine Krone eine einzigartige Schau genießen will. Einmal im Jahre: tvenn die Bäume blühen. DaS tveiße Fest der Baumblüte ist allerorten schön. Selten aber vollzieht es sich in großartigerer Szenerie als teil Stifts- garicn von Strahov. Hochgelegene Terrassenwcge führen unter den weißen Gehängen blühender Bäume hin, Bänle laden zur Rast ein. Rast vor einem unvergleichlichen Bilde Das ltochgestaffelte Hrad- schinviertel links mit den klippensteilen Hausfronten am Hohlweg, am llvoz, und mit dem BeitSdom als herrlicher Steigerung, die frühlingsgrünen Schwellungen de» LanrenzibergeS rechts, die lange, hochgelegene Front der Klostergebäude im Rücken umschließen einen stadtwärtS geöffneten, mild gerundeten Talkessel, der jetzt einer riesigen Blumenschale gleicht. Von den Hängen herab bi» auf den Grund ist er gefüllt mit blühenden Bäumen., Die Iveißen Rüschen der Kirschen, die dichten Sträuße der Birnen, die schneeige Myrthenblüte der Pflaumen— cS ist ein einziges lveißeS Ineinanderschäumen, m:S dem die Blütenzweige einzelner höher stehender Bäume Ivie Wellenspritzcr aufzischen. Tas zarte Erglühen anfbrechender Apfelblüten haucht rosige Schauer in das schäumende Weiß. Man kann auch vom llvoz über die niedrige Mauerbrüstung in den Blütengarten hinabschauen, aber da fehlt ihm die reiche Fassung, di« ihn hier umrahmt. Man versucht das tveiße Blühen in Worten festzuhalten, doch keine Metapher genügt der reinen,' weißen Stille, der kühlen Frische dieser Feerie in Weiß. Man glaubt auf der Tribüne einer riesigen Arena zu sitzen, in deren tiefem Rund ein Ballett weißgekleideter Erscheinungen soeben in zauberischer Apotheose verharrend sicki sammelte, umwallt vom weißen Rauschen sich bauschender VolaniS, geschmückt mit dem bräutlichen Grün hervorbrechender Blätter. Gegen da» Dächergedränge der Kleinseite brandet da» Weiß an, eS spritzt an den Mauern hoch nnd schäumt über in» Waldgrün der Berghänge. Und wenn man das Glück einer sonnigen, weiß bewölkten Nachmittagsstunde hat, dann nehmen die Lichterspiele d«S Himmel», die Berwandlrmgen im Wechsel von Sonne und Wolkenschatten an diesem Blütenfeste teil. Bald steht der BeitSdom als blauschwarze Silhouette vor dem Sonnenglanz seiner Höhen,, von denen weiße Schwärme blühender Bäume noch zu diesem Feste hier herbeizuwandern scheinen, bald taucht die Ferne in» kühle Blau des WolkenschattenS, da» weiße Leuchten de» Pantheon» auf dem Zi.skov erlischt und die Stadt selbst prangt in bunten Effekten, im Rotbraun der Dächer, in den markant beleuchtete» Gestaltungen der Türme, im Glanz der Moldau, und über dem Gedränge schimmern die Grünspankuppeln in seidigem Glanz. Im nächsten Augenblick stehen die Türme der Theinkirche im Schatten wie schwarze, spitze Dornen, und aus die Schultern des Laurenziberge» heftet da» Sonnenlicht goldgrün funkelnde Epaulettcn. Eine Malerei, eine alte Dame mit weißem Haar, sitzt im Schatten der Loggia und aquarelliert mit hellen, zarten Farben das zauberische Bild, aber manchmal stockt der Pinsel und die Malerin verweilt zögernd im Schauen vor dieser ewig sich wandelnden, niemals völlig' zu meisternden Schönheit. Amateurphotographen warten mit schubfertiger Kamera unruhig auf den Sonneneffekt einer Junf- zigstelseknnde; abgerissene Filmlaschen flattern davon und mit befriedigter Miene klappt der Amateur die Kamera zu; die Aufnahme ist gemacht, doch auf dem photographischen Bilde wird der unaussprechliche Zauber zum grauen Schatten verlöschen und nur die Erinnerung vermag diese Stunde als eine Glücküempsindung zu bewahren. Die Sonne neigt sich hinter die Waldhöhe de» Berges, nur auf Stadt und Moldau liegt noch letzter Glanz. Abendliche Schauer kühlen das Weiß der Blüten. Bald wird der Garten geschlossen und ungern nimmt man Abschied. Aber man wird noch einmal wiederkommen, solange daS weiße Fest noch währt. Denn schöner kann man da» Bild der Stadt nicht erschauen als so: weiß umkränzt von den Bluten de» Frühling», ein bunteS Gestade, weiß be- schäumt von Blütenwogen, beglänzt vom Licht sonniger Frühlingstage. Nnd tiefer kann man der Liebe zu dieser Stadt nicht inne werden als in der Schau einer solchen Stunde— zu dieser Stadt, die man vor Jahren als Frenider in Ferientagen zmn erstenmal durchstreifte, mit dem Finger zwischen dcu Seiten de» Reiseführers, und die nun der Lebensraum des eigenen, von Grund aus veränderten Daseins geworden ist. Manfred. B e z u g» b e d: n g u n g e n: Bei Zustellung in» HauS oder bei Bezug durch die Post monatlich KL 18.—. vierteljährig KL 48.—. halbjährig KL 08.—. ganzjährig KL 102.—.— Inserate werden laut Tarif billigst berechnet. Bei öfteren Einschaltungen Preisnachlaß.— Rückstellung von Maniskripten erfolgt nur bei Einsendung der Retonrmarken.— Di« Zeitungsfrankatur wurde von der Post- und Telegraphendirektion mit Erlaß Nr. 13.800/VlI/l880 bewilligt.— Druckerei:„Orbis", Druck-, BerlagS- und ZeittingS-A.«G., Prag.