S t = B # # # 6 P # C # ˊ r ( t 11 ( t e it I, it 11 r f t с 1 Sosialdemokrat ZENTRALORGAN DER DEUTSCHEN SOZIALDEMOKRATISCHEN ARBEITERPARTEI IN DER TSCHECHOSLOWAKISCHEN REPUBLIK ERSCHEINT MIT AUSNAHME DES MONTAG TÄGLICH FRUH. REDAKTION UND VERWALTUNG PRAG XII., FOCHOVA 62. TELEFOM: 53077. ADMINISTRATION TELEFON 53076. HERAUSGEBER: SIEGFRIED TAUB. CHEFREDAKTEUR: WILHELM NIESSNER. VERANTWORTLICHER REDAKTEUR: DR. EMIL STRAUSS, PRAG. 14. Jahrgang Die Schutzbündler in Moskau Moskau, 25. April.( Taß.) Heute sind dreihundert Teilnehmer der Feber- Barrikadenfämpfe in Wien und Desterreich, durchwegs Mitglieder des Republikanischen Schuhbundes, in Moskau eingetroffen. Sie wurden auf dem Bahnhofe von Vertretern der Noten Hilfe und des Zentralrates der Gewerkschaften der Sowjetunion empfangen. Auf dem Bahnhofsplake, wo zahl= reiche Delegationen aus den Fabriken und Betrieben Moskaus mit Fahnen und Musikfapellen Aufstellung genommen hatten, wurde eine Kundgebung veranstaltet, in denen auch die Vertreter der Emigranten das Wort ergriffen. Sozialistischer Wahlsieg in London London, 25. April.( Reuter.) Bei den Ergänzungswahlen in der Londoner Vorstadt North Hammersmith wurde der Labourist West mit 14.263 Stimmen gewählt. Der konservative Parteigänger Davis erhielt 10.747 und der Kommunist Framleh 614 Stimmen. Der konservative Kandidat erhielt bei den letzten allgemeinen Wahlen eine Mehrheit von 6977 Stimmen. Deutschland gegen die Randstaaten Donnerstag, 26. April 1934 Die vier Toten von Duisburg Wie die Gewerkschaftsführer am 2. Mai ermordet wurden Die von uns bereits gestern wiedergegebene Mitteilung der Deutschen Allgemeinen Zeitung" über die Auffindung der Leichen von vier Duisburger Gewerkschaftsangestellten bringt, wie die fozialdemokratische Korrespondenz Sopade mitteilt, die restlose Aufklärung über eines der scheulich sten Verbrechen, das im Frühjahr 1933 von Nationalsozialisten an Funktionären der sozialistischen Arbeiterbewegung verübt worden ist. Die Ermordeten sind der Angestellte des Metallarbeiterverbandes Schlösser, der Bezirksleiter des Verbandes der Binnenschiffer Birk, der Angestellte des Verkehrs bundes und Vorsitzende des Duisburger Reichs= banners No den stock und der ehrenamtliche Funktionär des Zentralverbandes der Angestellten Schmal han 8. schung durch die SA erfolgte und den man vichisch mißhandelte, als er es wagte, den Angestellten des ZDA. zu Hilfe zu kommen. Einzelpreis 70 Reffer ( einschließlich 5 Heller Porto) Nr. 97 Barthou in Prag In einem für Europa bedeutungsvollen Augenblic trifft Frankreichs Außenminister Louis Barthou in Prag ein. Seit dem Frühjahr 1933, da das große Deutsche Reich dem Fascismus verfallen ist, haben sich die Aussichten für den Frieden Europas und den kulturellen Fortschritt des alten Erdteils verschlechtert. Nicht nur verbanden sich der deutsche mit dem italienischen Fascismus, auch die Demokratie in Desterreich wurde beseitigt, Mitteleuropa bis auf die vom Böhmerwald, dem Erz- und Riesengebirge umschlossene Insel der Demokratic, wurde fascistisch). Aber damit begnügt sich der Fascismus nicht. Deutschland hat eine aggressive Außenpolitik begonnen, die lebhaft an die„ aktive" Außenpolitik Achrenthals erinnert, die in dem kurzen Zeitraum von In der amtlichen Meldung wird behauptet, daß noch nicht festgestellt werden konnte, wie diese Leute zu Tode gekommen sind". Das ist eine glatte 2üge. Bereits am 11. November 1933 hat die Deutsche Freiheit" einen genauen die übrigen Gewerkschaftsführer, mit roten und Aufregungen, welche die Annexion Bosniens Am Nachmittag des gleichen Tages mußten sechs Jahren, 1908 bis 1914, Europa von den Bericht über die Ermordung veröffentlicht, in dem schwarz- rot- goldenen Fahnen drapiert, mit erho= hervorgerufen hat, schnurstraks in den Weltgeschildert wird, wie am 2. Mai 1933 in Duis benen Händen durch die Straßen Duisburgs mar- frieg führte. Deutschland rüstet, wie wir erst burg wie im ganzen Reich gegen 10 Uhr vormit schieren, und mit Reitpeitschen, Stahlruten und gestern hier gezeigt haben, mit aller Macht, es tags alle Gewerkschaftsbüros von schwerbewaff- Gummiknüppeln wurden sie gezwungen, die ist aus dem Völkerbund ausgetreten, es hat der neter SA und besetzt wurden. Die in den Internationale zu singen. leber diesen Aufzug Abrüstungskonferenz einen schweren Stoß verBüros anwesenden Gewerkschaftssekretäre wurden berichtete am nächsten Tag die gleichgeschaltete setzt, und wenn die heutigen deutschen Machtverhaftet und in das Büro des Deutschen Metall- Preſſe, und sie teilte gleichzeitig mit, daß die Ge- haber auch nicht die Schrecken eines neuen Weltarbeiterverbandes in der Ruhrortestraße gebracht. werkschaftsführer Schlösser, Birt, Rodenstock und frieges in ihrem Programm haben, werden sie Dort wurden die Verhafteten mit Reitpeitschen und Schmalhans einem Spezial ber hör durch die Kräfte bändigen können, die aus dem mili Stahlruten be stialischmishandelt. ten Führer der NSV D, Mult Riga, 25. April. Die lettische Telegraphens Einige der Mißhandelten belasteten die noch ha up t, unterzogen worden seien. Die Angehöri- tarisierten Deutschland herauswachsen und die agentur verbreitet folgende Mitteilung: Die nicht verhafteten Gewerkschaftsführer in der siche- gen erhielten nie wieder eine Nachricht, und die gesamte europäische Kultur bedrohen? deutsche Regierung hat der lettischen Regierung zur ren Hoffnung, daß es den noch auf freiem Fuß Polizei weigerte sich, Nachforschungen an- Angesichts dieser furchtbaren Gefahren, die Kenntnis gebracht, daß die Regierung der Sowjet- Befindlichen gelingen würde, zu entfliehen. Dar zustellen. Zwei Wochen später meldete die Zeitung Kultureuropa vor Sein oder Nichtsein stellen, ist union, um eine Besserung der Beziehungen atiſchen Deutschland und der Sowjetunion zu mani Angehörigen der noch in Freiheit befindlichen giert wurde, daß die verschwundenen Geverf Fortschrittes im Augenblick auf schen Deutschland und der Sowjetunion zu mani- aufhin fuhren sofort einige Nazikolonnen zu den der NSBO, die damals noch von Multhaupt redis die Sache des Friedens und des festieren, Deutschland den Vorschlag gemacht hat, Funktionäre und verhafteten sie als Geiseln. Einige schaftsführer sich ihrer Verhaftung durch die die europäische Demokratie ge. ein Brotokoll zu unterzeichnen, das die Unabhängigkeit und Unantastbarkeit der Baltischen Staaten fen fid) in einem fleinen Lofal und erfuhren dor ihre Leichen bei Nacht und Nebel verscharrt Schicksal Europas, seiner Freiheit, seiner Kul. der noch nicht verhafteten Gewerkschaftsführer tra- I u cht entzogen hätten. In Wahrheit waren ste II t. Das Schicksal der Demokratic ist das garantieren würde. Die deutsche Regierung wisse, von der Festnahme ihrer Angehörigen. Sie be worden. daß die Unabhängigkeit und Unantastbarkeit der schlossen darauf, sich freiwillig zu stellen, tur, der zivilisatorischen Errungenschaften von Baltischen Staaten nicht bedroht sei und daß ein aber nicht den Nazis, sondern der Polizei. Der Die verantwortlichen Machthaber in Jahrhunderten. Der Führer dieser demokratiDeutschland kennen seit langem die Mörder solches Protokoll die Beziehungen zwischen Deutsch- Nazi- Bolizeipräsident lieferte aber die Führer den land und der Sowjetunion nicht bessern fönnte. Nazis aus, und sie wurden zur Vernehmung in Deshalb hat sie die Anregung der Sowjetregierung das Metallarbeiterhaus in der Ruhrortestraße geabgelehnt. bracht. Furcht vor Mal- Aktionen Berlin.( Inpreß.) Die Reichsregierung hat eine besondere Pressekonferenz über die Tätigkeit der Berliner Schußpolizei am 1. Mai durchgeführt, dic beweist, daß sie mit etwaigen Aktionen der Arbeiterschaft rechnet. Der Polizeioberst Dillinger er flärte: Da die Befehlsbefugnis bei einer Stelle fonzentriert seinmuß, werden dieSA- Formationen in diesem Bereich der Polizei unterstellt sein. Auch Reserven werden zur Verfügung stehen. Ueber das Feld zieht sich ein Befehlsnes, nämlich Wachtürme, die untereinander telephonisch verbunden sind." Aber diese Maßnahmen genügen noch nicht: Die Polizei umgibt das Aufmarschfeld, um nötigenfalls helfend( 1) einzugreifen, wenn etwa ein ordentlicher Unfall oder ein 3 wischenfall das erfordern sollte." Die Furcht der Nazi wird durch einen Bericht der Deutschen Allgemeinen Zeitung" noch deutlicher:" Zum Schluß richtete der Kommandeur der Berliner Schußpolizei eine unmißverständliche Warnung an unbotmäßige und ver brecherische Elemente( in der D. A. 8. fett gedruckt), die sich vielleicht dem Glauben hingeben könnten, daß ihnen ein solcher Tag gewisse Chancen für lichtscheue Betätigung gäbe." 73jähriger Priester Hock muß in den Kerker Budapest, 25. April. Mittwoch fand vor dem Kurialgericht in Budapest die Berufungsverhandlung gegen den seinerzeit wegen Sch mähung der Nation" von der föniglichen Tafel zu einem Jahr schweren Kerker verurteilten Priester od statt. Das Berufungsgericht bestätigte das Urteil und übergab es dem ordentlichen Gericht zur Vollstreckung. Hock wird troß seines Alters und seiner förperlichen Verfassung er konnte infolge schwerer Serantheit nicht bei der Verhandlung er scheinen in den Kerker kommen und wird dort nach Ansicht der Aerzte voraussichtlich sein Leben beschließen. So will es Horthy und seine Schergen! von Duisburg, aber ihre einzige Bergeltungsschen Staaten im Westen und im Norden Konti maßnahme bestand darin, daß sie den Anführer nentaleuropas ist Frankreich und man hat der Mörderbande, den Leiter der NSBO, Mult im Feber 1934 gesehen, was eine zeitweise haupt, nicht mehr in den Reichstag vom 12. Schwäche Frankreichs für Folgen gehabt hat. Schon auf dem Wege dorthin wurde November schickten. Sie allein hat Italiens Uebergewicht in Desterder Angestellte des Metallarbeiterverbandes Man versteht daher die Warnung der Boli- reich und damit die Niederwerfung der DemoSchloffer in der fürchterlichsten Weise mi zei, an die Leichenfunde ,, feine überflüssigen tratie daselbst möglich gemacht. Vom Standhandelt. Dann schleppte man den Bewußtlosen Kombinationen zu knüpfen und so die Bevölke- punkt der Demokratie und das Interesse der in den Heizungsfeller des Metallarbeiterhauses. cung zu beunruhigen". Von einer beispiellosen Arbeiterklasse verlangt überall die Erhaltung Dort lagen schon die fürchterlich zerschlagenen Niedrigkeit der Gesinnung zeugt es ferner, wenn der demokratischen Verfassungen, wo diese noch Körper des Bezirksleiters der Binnenschiffer die amtlichen deutschen Stellen in voller Kenntnis bestehen muß man daher wünschen, daß Birl, des Angestellten des Verkehrsbundes des wahren Sachverhaltes die Meldung über den Frankreichs Einfluß in Europa nicht weiter ge Rodenstock und des jungen Funktionärs des Leichenfund mit der Bemerkung versehen, daß mindert wird. Die französischen Politiker beru Zentralverbandes der Angestellten Schmal- man noch Ermittlungen anstelle ,,, ob die Mordtat hand, der nur zufällig auf dem Büro des nicht mit einer Veruntreuung von Gewerkschafts- fen sich so oft darauf, daß sie die Wahrer des Zentralverbandes anwesend war, als die Be- geldern zusammenhänge." Nach der Abkühlung mit Polen Godal. Der„ Führer" verhandelt über neue Nichtangriffs- Pakte... demokratischen Kulturguts eines ganzen Erd. teils sind, mögen sie gerade in diesem Augenblick nicht vergessen, was sie der europäischen Kultur schuldig sind. Kommt Louis Barthou mit einer solchen Gesinnung nach Prag, so wird sein Aufenthalt nicht nutzlos sein. nur Der französische Außenminister hat allerdings noch eine zweite Aufgabe zu erfüllen. Er fommt von Warschau, wo er nicht nur Klar. heit in das französisch- polnische Verhältnis bringen, sondern auch die Wogen der hochgehenden Bewegung gegen die Tschechoslowakei zu glätten hatte. Der Pakt, den Polen mit Hitlerdeutschland abgeschlossen hat, sollte für die Polen nicht wenigstens für kurze Zeit eine gewisse Erleichterung an seiner Westgrenze sein, die neue Großmacht, als die sich Polen fühlt und als die sie auch von ihrem bisherigen Verbündeten, eben Frankreich), gewertet werden will, wollte zeigen, daß sie in ihren politischen Entschlüssen frei und von der französischen Außenpolitik unabhängig ist. Beim Besuch Warschaus hat Barthou Polen als Großmacht anerkannt, aber gleichzeitig die Versicherung empfangen, daß es eine Geheimflausel in dem deutsch polnischen Vertrag nicht gibt. Polens Bündnis mit Frankreich bleibt aufrechterhalten, was in Berlin als kalter Wasserstrahl auf die erhitzten Gehirne: vohltuend gewirkt hat. Polen wird auch nicht den Völkerbund verlassen, in den Fragen der Abrüstung Seite 2 Wie das Dritte Reich Donnerstag, 26. April 1934 Hilgenreiner als Schirmherr des Nazigeistes holt sich eine ordentliche Abfuhr Mr. 97 Dr. Hilgenreiner: Das hat doch damit nichts zu tun!)... und daß sie bisher gegenüber allen, was in Desterreich bis jetzt an Unrecht und Bluttaten, an Beschießung von Arbeiterwohnhäusern und Niedermezelung von Greifen. Männern und Kindern durch die Kartätschen des Dollfußmilitärs geschehen ist, noch nicht den geringsten christliche Mahnung ausgesprochen hat! Reden Sie also, protestieren Sie und ziehen Sie los, aber tun Sie das nur nicht im Namen der Gerechtig keit, in deren Namen zu sprechen Sie nicht das Recht haben! die Frauen behandelt München.( Inpreß.) Der Staatssekretär Reinhardt vom Reichsfinanznrinisterium fündigte in einer in München gehaltenen Ansprache eine neue Methode der Arbeitsbeschaffung an. Künftighin sollen in jedem Jahr 200.000 Frauen mehr als Prag, 25. April. Herr Hilgenreiner,| dienten Niederlage büßen, die er in dem Redebuell Protest erhoben, ja nicht einmal eine gelinde bisher heiraten, die dann ,, auf die Dauer aus dem Parteiobmann der deutschen Klerikalen und be- gegen den Genossen Nießner erlitt. Arbeitnehmerstand ausscheiden". In fünf Jahren geisterter Verehrer des echten teutschen HitlerNach dem der Geschäftsordnung gemäß mache das eine Million. Durch die gesteigerte Hei- geistes, wollte hente im Senat wieder einmal eine ratsluft würden weitere 200.000 Arbeiter in der scharfe Attacke gegen die Sozialdemokraten unter- in tschechischer Sprache vorgetragenen Referat Möbel und Hausgeräteindustrie und noch einmal nehmen. Allerdings ging die Sache schief, denn des Genossen Holitscher über die Affäre, die eine 200.000 im Baugewerbe unferfommen. Nach die schon der unmittelbare Anlaß dazu war gerade größere Beachtung von rechtswegen wirklich nicht Fast der ganze Senat hörte dieser Abrech ſer Milchmädchenrechnung folgten Vorschriften für nicht hervorragend gut gewählt, und dann trat verdiente, meldete sich Hilgenreiner zum Wort, nung mit Hilgenreiner aufmerksam zu. Hilgenum als ehrlicher Kämpfer für Recht und Volt reiner selbst versuchte hie und da durch einen Zwidie Frauen: Die noch vorhandenen weiblichen ihm Genosse Nießner entsprechend entgegen. Arbeitslosen müssen in erster Linie in die Ehe, in Hilgenreiner warf sich zum er offo- Anwalt Eindruck zu schinden. schenruf sich Erleichterung zu verschaffen, wurde die Hauswirtschaft und in die Landwirtschaft über eines nordböhmischen Provinzblättchens auf, über Daß das Blatt des Herrn Ing. Weber( bei aber durch Gegenrufe unserer Genossen bald zur führt werden. Es sollte in keinem Fall mehr vor das sich Genosse Rey 31 einmal in einer Versamm dem überdies, wie Genosse Reyzl einmal in einem Ruhe gebracht und namentlich zum Schluß, als tommen, daß Unternehmer in Städten weibliche lung etwas drastisch ausgedrückt hatte, er würde sich Zwischenruf bemertie, jogar der Bischof einzufchren Nießner das Blutbad in Desterreich erwähnte, be= Arbeitskräfte einstellen. Im Bericht der Reichs- in den A.... hinein schämen, wenn er der Redat pflegt!) von uns als afentren 33 citung fam der geistliche Herr einen roten Kopf und anstalt für den Monat März steht der Saß: Zum teur von so einem Wurstblatt wäre". Der Heraus- angeprangert worden war, nahm Hilgenreiner geschwieg. Er hatte auch alle Ursache dazu! Teil wurde die Beobachtung gemacht, daß weib- geber dieses Blattes, das„ Die Vernunf" heißt, waltig übel. Das sei nichts weniger als eine„ poliliche Kräfte das Arbeitsamt meiden, aus Furcht, brachte die Klage gegen Genossen Renzl ein. Im tische Denunziation" und ein bitteres Unrecht gegen Die Sigung selbst begann mit einem Nach in die Landwirtschaft vermittelt zu werden. Ein Immunitätsausschuß übernahm Genosse Dr. So einen deutschen Volksgenossen, gegen das er sich zur ruf für den verstorbenen Senator Šimonet. solches Verhalten kann nicht genügend gebrand liticher das Referat, und in dem gedrudien Be- Wehr sehen müsie. Nach einigen Seitenhieben gegen Bei der Beratung der Verlängerung der Zollricht nahm sich der Referent in Charakterisierung das„ Denunziantentum" der Sozialdemokraten über- befreiung gewisser Maschinen brachte der Agrarier dieser„ Vernunft" gerade kein Blatt vor den Mund. haupt, gegen ihre Politik und gegen das tschechische Schon damals lief Hilgenreiner dagegen Sturm; Referat des Genossen Holitscher glaubte Silgen aber auch heute, als der gedruckte Bericht in einer reiner, der alle Register einer meisterhaften Dema gemäßigten Form zur Debatte stand, war er noch gogie aufzog, nun schon einen vollen Sieg errungen markt werden." hat es sich mit Frankreich verständigt Deutschland bleibt weiterijoliert. Es ist auch zu hoffen, daß es Barthou in Warschau gelungen ist, die Beziehungen zwischen der Tschechoslowakei und nicht zufrieden. Das mußte er mit einer wohlver- au haben.. Genosse Niessner Niessner rechnet ab Bolen wieder zu ordnen oder die Beilegung Genosse der strittigen Fragen wenigstens vorzubereiten. Dieser Glaube tam ihm aber selbst wohl bald gen zu schmähen und herabzusetzen und dafür alles, Unsere Außenpolitik hat angesichts der Erreabbanden, als sich Genosse Nie zner zum Wort was im Razideutschland geschicht, ideal und gung, die in Polen in der letzten Zeit gegen die meldete und das psychoanalytisch hochinteressante vo II kommen zu finden. Tschechoslowakei geherrscht und die Polen zu Rechtsgefühl des Herrn Hilgenreiner näher unter Das modifizierte Göy- Zitat des Genossen Reyz! einigen unfreundlichen Geſten und Nadelstichen die Lupe nahm. Mimosenhaft verfeinert ist die wird begreiflich und verständlich, wenn man die veranlaßt hat, fühlen Kopf bewahrt und daß Gefühlssphäre Silgenreiners nämlich dort, wo Vorgeschichte fennt: Aus einem Ausspruch des Gedie polnischen Arbeiter in der Tschechoslowakei möglicherweise einem Satenfreuzler auch nur nossen Reyal, daß, fittlich ist, was Sitte iſt", dedu durch den Mund des sozialdemokratischen Abge- durch einen leisen Lufthauch ein Unrecht angetan sierte das Blatt im Handumdrehen den Schluß, daß ordneten Chobot ihre Bereitwilligkeit zu einer werden könnte; bewegt sich das Unrecht jedoch in also heute Korruption ſittlich sei, die Sozialdemofreundschaftlichen Austragung aller auftauchen- anderer Richtung, werden etwa in Hitler fraten dies gutheißen und somit felbft or den sachlichen Meinungsverschiedenheit beizutra- Deutschland etwa sozialistische Funktionäre zu ruptioniſten ſeien. Und solche Pressegen, zeigt, daß die Arbeiter auch hier ein Ele. Dußenden von SA. Banditen gefillt und zu Tode Strauchritter nimmt Silgenreiner als ehrenwerte ment des Friedens sind. So kann die Anwesen- gefoltert, oder im Dollfuß- Desterreich Arbeiter Männer gegen die ,, Verleumdungen" der Sozialsamt ihren Frauen und Kindern in ihrer Woh- demokraten in Schub! heit Barthous auch in dieser Frage der Sache nung mit Granaten zusammengeschossen, dann ist des Friedens dienen, den Europa gerade in das Rechtsempfinden des besagten geistlichen Herrn einem Augenblick braucht, da die erſten Anzei- auf einmal noch viel unempfindlicher als eine chen einer Belebung der Weltwirtschaft sichtbar prima Nilpferdhaut. werden. Die Tschechoslowakische Republik ist dazu berufen, die mitteleuropäische Friedensmacht zu sein, da sie am allerwenigsten daran denken Teinit die verschiedenen Anregungen auf politische Reformen, namentlich auf Umwandlung des Senates in eine Wirtschaftskörperschaft zur Sprache und stellte fest, daß dieſe Kampagne auf die Nationaldemokraten zurückgeht. An deren Adresse richtete er die Erklärung, daß seine Partei auf der Hut sein und das Verfassungswerk verteidigen wird, damit es niemand aus reinen Oppositionsgelüsten heraus verderbe. Ohne Debatte wurde noch ein Zusatzprotokoll zum Schweizer Handelsvertrag angenommen. Die Auslieferung Renzls lehnte das Haus ab. Nächste Sizung am 4. Mai. Zeichen der Besserung? Die Zahlen der Arbeitslosigkeit haben zu Anfang dieses Jahres einen Ansatz zu erfreulicher Entwicklung gezeigt. Wie aus den nun veröffent lichten Beschäftigungszahlen für Jänner und Fever( Aprilheft der Mitteilungen der Zentralsozialversicherungsanstalt) hervorgeht, lassen sich auch in der Bewegung des Arbeiterstandes Symp tome einer leichten Besserung fonstatieren. Um die Jahreswende pflegt die Kurve der Beschäftigtenzahlen ihren Tiefpunkt zu erreichen, um dann von Jänner bis Feber einen steigenden Ast anzusetzen. Die Steilheit des Anstieges geſtattet zwar nicht eine Prognose für das ganze tommende Jahr, aber sie berechtigt zur Hoffnung auf raſche und träftige leberwindung des Saiſontiefs. Der charakteristische Unterschied zwischen den Wintermonaten 1932/33 einerseits und denen von 1933/34 anderseits wird aus folgender Zusammenstellung deutlich: Weiters erbrachte Nießner den Beweis, daß der Schriftleiter dieses Blattes, ein Herr P i Io u 3, bis zuletzt eingeschriebenes Mitglied unserer Sakenfreuzler war und noch im Frühjahr 1933 wegen des Diesen Herrn Hilgenreiner borgte sich Ge- Singens des Horſt- Wessel- Liedes 500 Kč hinauf nosse Nießner gründlichst aus. Dabei war zunächst gebrummt bekam. Ein paar weitere faftige Proben eine Charakterisierung der„ Vernunft" nicht zu der demagogischen Schreibweise dieſes Blattes zeig umgehen. Während Herr Hilgenreiner behauptete, ten, wie raffiniert die Demokratie in den Schmuß fann, irgendwelche Eroberungen zu machen. er habe einen ganzen Jahrgang dieses Blattes gezogen, mit unwahren Behauptungen gegen die durchgelesen und nicht eine Zeile drinnen gefun- hohen Einkünfte der Parlamentarier geheßt und das Als demokratischer Staat ist ihr den, die die Bezeichnung Hafenkreuzblatt" ge- ganze parlamentarische Syſtem überhaupt verächt Play an der Seite der westlichen rechtfertigt hätte, wies Genosse Nießner an Hand licht gemacht wurde. Ja ſelbſt Tote wurden beschmußt und nordischen Demokratie. Zu den einer ganzen Reihe von Zitaten eindeutig nach, und so u. a. dem verstorbenen Biſkovsky nachgeredet, Mächten des Ostens aber möge sie, weil sie das wes Geistes Kind das Blatt und somit auch seine daß er sich in jedem Jahr seiner politischen Tätigauch wirtschaftlich braucht, ein gutes Verhältnis geistigen Väter sind: feit mindestens fünf Millionen gemacht" haben anbahnen. Die nächsten Aufgaben der tschecho. Es war geradezu der Beruf dieses Blattes ge- müsse. Die Phraseologie des Blattes war echt hafenslowakischen Außenpolitik in dieser Hinsicht sind wesen, bisher andere zu beleidigen, und es schreiben frenalerisch, seine Tiraden über Hitlerdeutschland die Beseitigung aller Mißverständnisse in Po. darin politische Analphabeten über den Margismus, von echt völfischem" Schwung erfüllt. Man müßte es eigentlich nach dem Gesagten len und die Anerkennung Sowjet. die ihn vermutlich nicht von einem Stiefelfnecht unterscheiden können. Empörend ist das une runverständlich finden, daß Silgenreiner ich rußlands. Dieſe endliche Vereinigung unſe. hört niedrige Niveau, auf dem sich die für dieses Blatt so einsetzt, wenn man sich erinnerte, folgender Abgang(-), bat. Zuwachs(+) res Verhältnisses zur Sowjetunion ist ein Nußen ganzen Polemiken und Angriffe bewegen, und die was für eine Verhimmelung des erwachenden für unsere westliche und östliche Außenpolitit, erbärmliche Kampfesweise, nicht lange nach Argu- Deutschland vor noch nicht einem Jahr Herr Hilgenund eine Notwendigkeit für unsere Industrie menten zu suchen, sondern einfach mit Schmuß zu reiner selbst in einer Rede als Reichsparteiobmann und damit für unsere seit Jahren unter der werfen. I e des Mittel ist diesem Blatte recht, von sich gegeben hat: Krise leidende Arbeiterschaft. unseren Staat und seine demokratischen Einrichtun A. M. de Jong: 81 Verschlungene Tfade Ein Roman in vier Episoden Autorisierte Uebersetzung aus dem Holländischen von E. R. Fuchs. Die Männer der erbarmungslosen Extreme siegs ten... Und dann wurde plößlich berichtet, daß Beter einen Brief des Königs durch einen seiner der Souveränität des Voltes und seiner Gerichte, einen ernsten Verstoß gegen die eiserne Disziplin, die die Revolution forderte... Ruhig hatte Peter geantivortet: „ Rache ist nicht Recht... Er hatte den Tod verdient... er hat den Tod gefunden... Der Galgen war ein überflüssiges Requiſit und ich habe den guten Ruf der Republik beschirmt, indem ,, Es soll gegründet werden ein einziges, dentsches, vom Christentum durchbrungenes Reich. Es möge dem Manne( bas ist Hitler!) gegönnt sein, diese Idee durchzuführen... Wir dürfen uns freuen, daß aus dem deutschen Volkskörper das Gift des Klaffenkampfes ausgeschaltet worden ist. Wir dürfen und freuen, wenn der Schmutz und Schund aus dem Lande verwiesen wurde" usw. usw.... geben. 1982/83 Es waren beschäftigte Arbeiter im Monat November Dezember Jänner Feber 2,049.786 1983/84 1,920.070 1,866.401 1,734.626 1,661.259 1,588.901 1,666.724 1,620.776 Gegenüber dem Bormonat ergab sich daher im Monat Dezember Jänner Feber 1932/33 - 183.885 -205.142 1933/34 - 185.444 - 145.725 + 5.465+81.875 Um die Steilheit des Abfalles, beziehungsweise Anstieges der Beschäftigtenturve zu messen, drücken wir die eben angeführten Zahlen in Prodenten des Arbeiterstandes vom Vormonat aus: Es betrug der prozentuelle Abgang(-), baw. Zuwachs(+) im Monat Dezember Jänner Feber 1932/83 8.9 - 11.0 + 0.3 1933/34 - 9.7 8.4 +2.0 Heute, erklärte Nießner, wo etliche hundert kaich diesen Schuldigen vor dem Strang bewahrte..tholische Priester gemeinsam mit Kommunisten und Wir stellen fest, daß die Beschäftigtenkurbe Die Republif hatte ein Interesse an seinem Tob. Sozialisten in Konzentrationslagern figen, gemaß- Jänner rascher gefallen, also steiler abwärts gean der Jahreswende 1932/33 vom Dezember zum nicht an seinem Tod durch den Galgen..." regelt und verprügelt wurden, heute hätten wir Das Kriegsgericht hatte den früheren Ober- schon eher geglaubt, daß Silgenreiner diese Auf- richtet ist, als vom November zum Dezember; an der Jahreswende 1933/34 fonstatieren wir Offiziere ins Ausland hatte bringen lassen... befehlshaber der roten Armee zum Tode ver- faſſung etwas korrigiert, und ihm auch mehr im Gegenſak vazu, daß die urbe na gegember Ha!... Da war endlich der Beweis seines feigen urteilt, als unzuverlässig und für die Sicherheit Gesch ma& augetraut, als sich in Verteidigung der Verrates!... Einen Brief mit wichtigen Doku- der Republik gefährlich. Vernunft" in diese aussichtslose Position au beum Jänner langsamer abgesunken ist, als vom November zum Dezember. Weiters fonstatieren menten, genaue Berichte über das rote Heer, die Nun stand er hier und kommandierte selbst Wenn Hilgenreiner weiters nationale Töne an- wir, daß der Aufstieg vom Jänner zum Feber geplante Organisation des Staates, die Ver- sein Strafpeloton. Blißesschnell eilte sein Leben im Jahre 1933 minimal war, im Jahre 1934 pflegung, die Propaganda im Ausland... Ver- an seiner fieberhaft arbeitenden Phantasie vorbei geschlagen und sich darüber aufgehalt hat, daß der dagegen immerhin 2 Prozent erreichte. Die Kurve raten war alles!... Noch ein Wunder, daß das Die winterliche Morgensonne versilberte den Referent Solitscher zu diesem Punkt tschechisch res Unheil so lange auf sich warten ließ! Aber sie Flirt des Regierungsgebäudes... Die rote feriert hat, so erinnerte ihn Nießner daran, daß für das Jahr 1934 besist also an der Stell: Jänner Fever fast die 7fache Steilheit der entwürden bald merken, wie gut eingeweihte Sezer Flagge mit den Emblemen der Arbeit schlug aus biele ſchechische Politiker der Auffassung sind, sprechenden sturve des Jahre 13, alles unterwühlten... Das Land war voll von flatſchend im frischen Wind... Wie denn and Geheimagenten, Spionen, bezahlten Verrätern. nicht? Die Revolution hatte gefiegt... Die Republik war da... Auch dieſe düsteren Zeiten würden vorübergehen... Er hatte das Morgenrot der Freiheit leuchten gesehen... er konnte zu frieden und glücklich sterben... Sie war ja nicht Die Republik war ernstlich in Gefahr... Nachdem Peter aller seiner Funktionen enthoben worden war, wurde er vor das Kriegsgericht gestellt. Er leugnete nichts. Gab zu, daß er der ExKönigin einen Brief hatte überbringen lassen: den Abschiedsbrief ihres Gatten. Einen vollkommen unschuldigen Brief ohne jede politische Bedeutung. Niemand hatte den Brief gesehen oder gelesen... Das Kriegsgericht lächelte ironisch... Darüber befragt, gab Peter unumivunden zu, daß er vor sätzlich seinen Revolver zurückgelassen hatte, um dem König Gelegenheit zum Selbstmord zu geben ... Butgeheul erhob sich... Wer hatte ihm das Recht gegeben, diesen verräterischen Thrannen er Gerechtigkeit des Voltes zu entziehen?... Auch das bedeutete Verrat, Beeinträchtigung seinetwegen erkämpft worden... " Feuer!" rief er mit fester, heller Stimme. Die Salve trachte... daß in dieser Sache noch nicht das letzte Wort gesprochen wurde, daß aber ein Trub standpunkt kein Faktor in der Politik und die Abstinenz gar kein so wirksames Mittel ist, wie Hilgenreiner meint. Auch hat sein Klubkollege Böhr als Bizepräsident es durchaus nicht verſchmäht, tſchechisch feines Amtes au walten. mer noch sehr klein. Sie beſtätigen zunächst nur die Die Zahlen sind an sich erfreulich, aber imder atuten Strise heraus und in das Stadium der oft gehörte These, daß wir aus dem Stadium Depression eingetreten sind. Denn es darf nicht übersehen werden, daß wir in den besten Zeiten Was den Vorwurf der politischen Arbeiter hatten und im Feber dieses Jahres bei des Jahres 1929 etwa 2.7 Millionen beschäftigte Denunziation betrifft, fo werden wir es bloß 1.6 Millionen standen. Zur Hoffnung, daß dem Herrn Hilgenreiner nicht abgewöhnen, daß wir den Unterschied von mehr als einer MilMit einem Ruck legte er die Hand auf die er bei jeder Gelegenheit, wenn wir die Kaye lion so bald wettmachen, berechtigen die mitBrust und richtete sich stramm auf. Seine Augen Kate, den Schuft Schuft und den Nazi Nazi nen- geteilten Daten keineswegs. Selbst wenn bis zum öffneten sich weit der aufgehenden Sonne und der nen, über„ Denunziation“ schreit. Damit müſſen Höhepunkt der heurigen Saison gegenüber dem roten Flagge auf dem Dach entgegen... Dann wir uns abfinden. wankte der große, ferzengerade Körper und fiel Wenn aber, erklärte Nießner mit erhobener beiterstandes eintreten sollte, hielten wir dann Jänner eine 50prozentige Steigerung des Arvornüber in den Schnee... Peter Zanzi hatte Stimme, Sen. Hilgenreiner dies alles unter Be- erst bei etwa 2.4 Millionen. Aber eine solche seinen Stampf ausgefämpft. rufung auf Recht und Demokratie tut, so möchte Steigerung wird wohl auch der freudigste Op ich ihn daran erinnern, daß seine Partei eine timist nicht zu prophezeien wagen. Nüchterne Schwesterpartei der österreichi Betrachtung der Lage wird daher auch weiterhin fchen Chriftlich fozialen ist...( Sen. am Plaze sein. mb. Ende. = i Mr. 97 Der Gerichtsstand Donnerstag, 26. April 1934 Unruhen bei den Maifeiern Seite 3 der Baggerarbeiter in Oesterreich befürchtet GEDENKET endlich Im Senat wurde gestern ein Regierungs antrag eingebracht, der der jahrelangen For derung der sozialistischen Bergarbeitergewerk schaften nach Regelung des Gerichtsstandes der Baggerarbeiter in den bergbaulichen Abraumbetrieben endlich Rechnung trägt. Das Gesetz über die Bergbauschiedsgerichte wird dahin novelliert, daß auch die bei Abraumarbeiten und beim Aufladen von Kohle und Koks beschäftigten Bergarbeiter, die nicht von der Grube selbst, sondern von besonderen Subunternehmern angestellt sind, dem Bergbauschiedsgericht unter stellt werden. Bisher hatte das Bergbauschiedsgericht sich bei Streitigkeiten aus dem Lohnverhältnis dieser Arbeiter als un zuständig erklärt, ebenso aber auch das Arbeitsgericht, so daß aus diesem negativen Kompetenzkonflikt der beiden Gerichte sich für diese Arbeiter die unangenehmsten Konsequenzen ergaben, da keine Instanz vorhanden war, vor der sie im Streit gegen ihren Arbeitgeber ihr Recht gefunden hätten. Dieser unhaltbare Zustand wird nun endlich durch die Novelle be= jcitigt. Kleine Feststellung Wir erhalten folgende Presseberichtigung: Die in der Nummer 89 dieses Blattes vom 17. d. M., unter dem Titel Kleine Feststellung" erschie nene Notiz entspricht nicht der Wahrheit, denn die ,, A. J. 3." leistete sich in ihrer letzten Nummer nicht den behaupteten fleinen, aber sehr bezeichnenden Frrium" und läßt nicht Koloman Wallisch) an Galgen der Dollfuß- Henker in die Worte aus brechen: Es lebe die Arbeiterregierung! Nieder mit den Senfern!", und hat in feiner ihrer Nummern die letzten Worte Koloman Wallisch's veröffentlicht, sondern in ihrer letzten Nummer ausdrücklich mitge teilt, daß diese Worte der trop seiner schweren Ver= lekung hingerichtete Schutzbundfommandant Münich reiter ausrief, als der Henker die Schlinge um seinen Sals legte. Es ist somit auch nicht wahr, daß die Herren von der A. J. 3." gezwungen sind, so geſchmadlos zu sein, die letzten Worte eines proletarischen Belden zu ändern", wahr ist vielmehr, daß sie gezwungen find, Worte proletarischer Helden wortwörtlich wiederzugeben. Desgleichen entspricht es nicht der Wahrheit, daß die Herren von der„ A. J. 3." nicht wahrheitsgemäß berichten dürfen, sondern es entspricht der Wahrheit, daß sie verpflichtet sind, wahrheitsgemäß zu berichten. Paul Prokop, Herausgeber und verantwortlicher Redakteur der ,, A. J. 3." Dollfuß droht mit Repressalien Wien, 25. April.( Eigenbericht.) Die österreichische Regierung sieht dem Ersten Mai mit großer Angst entgegen. Sie befürchtet vor allem deswegen, weil sie sich hundert italienische Fascisten zur Dekoration der sogenannten Ehrentribüne verschrieben hat, Demonstrationen der Arbeiter in Wien. Aus diesem Grunde verhandelte sie mit den Leitungen der größeren Industrieunternehmungen und erreichte, daß von diesen Arbeiter und Angestellte zur Teilnahme an der Dollfuß Maifeier kommandiert werden. Außerdem stellt Dollfuß eine Amnestie für leicht= beschuldigte Sozialdemokraten und Nationalsozialisten in Aussicht, die im Einzelverfahren be gnadigt werden sollen, wenn der Erste Mai ruhig und zur Zufriedenheit der Arbeitermörderregierung verläuft. Sollte es jedoch zu Kundgebungen der regierungsfeindlichen Kreise kommen, dann soll diese Amnestic entfallen. Auf diese Weise versucht man sich die Ruhe am Ersten Mai zu erpressen. Verfassungskomödie am 30. April Dollfuß will seine Verfassung ,, parlamentarisch" verabschieden Wie die Wiener Abendblätter melden, ist es bereits definitiv entschieden, daß der österreichi sche Nationalrat am Montag allerdings ohne Sozialdemokraten zu seiner letzten Sigung zu fammentreten wird, in welcher sämtliche Notverbei allen Anlässen der Arbeiterfürsorge! Abg. Hlinka über die slowakische Autonomic Das Problem des Verhältnisses zwischen Tschechen und Slowaken bildet auch den Gegenstand eines Vortragszyklus, der von der Vereini gung der Hörer und Absolventen der Hochschule für politische Wissenschaften veranstaltet wird. Den Vortragszyklus eröffnete gestern als Spre ordnungen des Kabinettes Dollfus sowie auch das cher der slowakischen Autonomisten Abg. MonsigKonkordat angenommen und der Regierung Voll- nore linka, der Führer der slowakischen macht gegeben werden wird, die Verfassung, Volkspartei, mit einem Referat über das Thema: welche am 1. Mai in Kraft treten soll, zu m ,, Warum wollen wir die AutoGesez zu erheben. nomie?" Am 8. Mai spricht dann Genosse Minister Dr. Ivan Dérer( Warum die ut on omiſten nicht recht ha ben") und am 14. Mai Minister Dr. Milan Hodza( Vom Verhältnis der I o waken und Ti che che n"). Weitere Vorträge sind vorgesehen und der Zyklus soll mit einem Debattenabend geschlossen werden. Der große Diktator möchte sich letzten Endes also doch ein legales Mäntelchen umhängen. Selbstverständlich sind alle Beſchlüſſe dieſes Rumpfparlaments rechtsungültig, weil die sozial demokratischen Abgeordneten in verfassungs widriger Weise durch einfaches Regierungsdekret ihrer Mandate verlustig erklärt worden sind. Mit Gummiknüppeln gegen Leidtragende Schwere Ausschreitungen der Polizei bei der Beerdigung Pölzers Wien, 25. April.( Eigenbericht.) Wie maßnahme Widerstand, worauf die Polizi nachträglich bekannt wird, tam es bei der Leichenſten mit den Gummiknütteln auf die wehrloſen feier des verstorbenen Abgeordneten Genossen Männer und Frauen einhieben und viele VerPölzer, an der 8000 Arbeiter teilnahmen, zu fonen blutig schlugen. Sie begnügten sich aber brutalen Ausschreitungen der Polizei, die offen keineswegs mit den Miñhandlungen der Trauerbar den Auftrag hatte, die Tranerkundgebung un- gäste, sondern nahmen außerdem eine Reihe von möglich zu machen. Verhaftungen vor. Als sich die Trauergäste im Krematorium be fanden und von dem sozialdemokratischen Führer Abschied nahmen, drang die Polizei in die Salle des Krematoriums ein und versuchte die Teilneh mer an der Feier aus dem Krematorium hinaus zudrängen. Die Arbeiter leisteten jedoch dieser aller Kultur hohnsprechenden barberischen Polizei Nichtsdestoweniger hielten die Arbeiter am Sarge ihres toten Führers aus und legten an seiner Wahre tausenderoter Nelken nieder und trennten sich mit einem demonſtrativen Freiheit!", das den Dollfußschergen noch lange in den Ohren flingen wird. Spanisches Kabinett zurückgetreten Vorbereitungen der Sozialisten Zu dieser Berichtigung bemerken wir, daß sie an dem gegen die ,, A. I. 3." erhobenen Vorwurf, sie habe die letzten Worte eines proletarischen Helden geändert, nichts ändert. Denn wenn sie nun auch behauptet, nicht Wallisch, sondern Münich- Madrid, 25. April. Das Kabinett Ler reiter habe die von der A. J. 3." wiedergegeberoux hat soeben dem Staatspräsidenten seinen nen Worte unter dem Galgen gesagt, irrt" jie. Gesamtrücktritt erklärt, der von diesem auch anMünichreiter starb mit einem Hochruf auf die Sogenommen worden ist. Die Gründe hierfür sind in zialdemokratie und mit dem Wort ,, Freiheit!" auf den Meinungsverschiedenheiten zwischen dem Kaden Lippen. binett und dem Präsidenten über das Amnesticgesetz zu suchen. Dic ,, A. J. 3.", die von sich behauptet, zur wahrheitsgemäßen Berichterstattung gezivungen zu sein, hat, was im Falle Münichreiter nicht widerlegt werden kann, die letzten Worte des sozialde= motratischen Helden entstellt wiedergegeben. Ob das aus untenntnis oder aus dem Bestreben geschah, unter allen Umständen eine Ehrung der Partei durch einen ihrer sterbenden Helden zu verschweigen, fönnen alle entscheiden, die die Methoden der„, A. J. 3." und deren Hintermänner Tennen. " Aenderungen im Massage- Gesetz Der zurüdgetretene Ministerpräsident 2 cr= ro ur erflärte, daß den Anlaß zur Krise das Vorgehen des Präsidenten der Republik, insbesondere aber der Umstand gab, daß er auf seiner Absicht bestand, den Tert des Amneſtiegesetzes mit einer Art Botschaft zu begleiten, in der er seine Vorbehalte zu diesem Geseze aussprach. Diese Botschaft wurde, wenn sie auch nicht im Amtsblatt veröffent licht wurde, dennoch den Cortes und dem Juſtizminister übermittelt. Der letzte Absatz dieser Botschaft Yautet: Ich bemerke, daß ich vorläufig ein Möglichkeit sehe, eine andere Regierung zu bilden als die, die eben an der Macht ist; mit Rücksicht auf die Drei Jahre! gegenwärtige Zusammensetzung der Cories habe ich das Amnesticgesetz unterzeichnet, um die Lage nicht noch mehr zu erschwer e n." Slinfa ging gestern davon aus, daß das Verhältnis zwischen Tschechen und Slowaken, die doch im gegenseitigen Einvernehmen den Staat geschaf fen hätten, bis heute nicht geflärt sei. Die Er= eignisse von Nitra hätten eine Nervos sität hervorgerufen, die völlig unbegründet sei. In Nitra sei nichts anderes geschehen, als daß die Autonomisten ihre Forderungen flar und deutlich präzisiert hätten. Slinfa lehnte in diesem Zusam menhange die gegen die Autonomisten erhobenen Vorwürfe der Unzuverlässigkeit und mangelnden Staatstrene nachdrüdlichst ab. Nicht unbemerkt konnie die wiederholte Betonung von der„, na ti onalen und christlichen Republi" bleiben, deren nähere Erklärung Slinfa aber schuldig blieb. Der Staat beruhe auf der freiwilligen Vereinigung zweier verwandter und eng befreundeter Völker. Hier setzte der Redner mit einer Polemit gegen die offizielle Auffassung ein, daß; Tschechen und Slowaken nur 3 w eige eines Rolfes feinen. Insbesondere polemisierte er gegen die Auffaſſung s ro ft a 3, den er als Repräsentanten dieser, seiner Meinung nach falschen Meinung mehrsach zitierte. Ein langer historischer und fulturgeschichtlicher Erfurs über die völkische Eigenart der Slowaken, der sich bis in das graue Dunkel der Urzeit und der Legenden verlor, gipfelte in der Zeitstellung, daß die Autonomisten nie ein Sebl aus ihrer Ueberzeugung von der nationalen Eigenart, Kultur und Souveränität der Slovaken gemacht haben. Trov der Unterdrückung durch das alte Ungarn sei im slowakischen Volf immer das Nationalbewußtsein lebendig geblieben und dieses Nationalbewußtsein verkörpere sich heute in den Vertretern des autonomistischen Gedankens. Bei aller Betonung ihrer nationalen Selbstän Die Nachrichten aus Madrid stimmen darin überein, daß in allen politischen Parteien über die vom Präsidenten der Republit vorgenommene Aen- digkeit, ſtänden die Autonomiſten aber völlig auf derung im Amnesticgesetz Unzufriedenheit herrscht. dem Boden des Staates, den sie zu schaffen geholfen Die Stellung der Regierung ist neuerlich ernstlich haben. Ihr Recht gehe aus der Pittsburger bedroht. Während der ganzen Nacht bis in die früonvention hervor, die sie als Grundlage hen Morgenstunden herrschte in dem sozialistischen der slowakischen Position in dem gemeinsamen Boltshause eine rege Tätigkeit. Es wurde in aller Staat restlos durchgefeßt sehen wollen. Bei der AufEile der Exekutivausschuß des Syndikates der zählung der zwischen Tschechen und Slowaken beEisenbahner und des Allgewerkschaftlichen Arbeitsverbandes einberufen. Auch der Ausschuß des Verbandes der sozialistischen Jugend iagte. Die Linksparteien verlangen die Auflösung der Cortes und die Ausschreibung von Neuwahlen. Am späten Abend hat die Regierung über Spanien den Alarmzustand verhängt. ſichenden Mißverſtändnisse nahm im Referat des Monsignore Slinka natürlich die angebliche Schnä ferung der religiösen, bzw. firchlichen Interessen einen breiten Raum ein. Auch die Wirtschaft& politif des Staates werde den berechtigten Ansprüchen der Slowaken nicht gerecht, wie aus der Unterschätzung der slowakischen Induſtric u. dgl. hervorgehe. Zum Schluß bekannte sich Abg. Slinka als Optimist bezüglich eines fünftigen brüderlichen 3usammenlebens beider Völker. Hezschrift, die er sich aus der Gefangenschaft ausborgte und in der zu lesen war, daß das Volk nie- Eine tiefer gehende soziologische Analyse des mais jo betrogen worden sei, wie 1918, Problems vot der Vortragende nicht und man hat Dr. Vg. Nach dem Plenum befaßte sich am Dienstag der sozialpolitische Ausschuß mit dem vom Senat bereits genehmigten Regierungsentwurf über die Konzessionierung des Massage- Gewerbes. In dem Vom Braunschweiger Sondergericht ist Otto Senatsbeschluß wurden, wie die Parlaments- Thielemann, einer der Tapfersten und Kom- schrieb er an den Rand: ,, Sehr wahr- sowie sie von ihm auch nicht erwartet. Vielleicht sagen uns forrespodenz berichtet, einige Alenderungen unter promißlosesten aus der jüngeren sozialistischen 1933!" Dafür haben ihn die fascistischen Blutrich die weiteren Vorträge mehr in diesem Punft. Berücksichtigung der Bedürfnisse der öffentlichen Generation, zu drei Jahren Gefängnister zu drei Jahren Gefängnis verurteilt! Drei Bäder und in bezug auf die Definition des Be- verurteilt worden. Bei Anbruch des Barbaren- Jahre für einen wahrheitsgemäßen griffes Betriebsstätte des Masseurs, der teinen regimes ist Thielemann, der Redakteur des Braun- Say! Wir wollen uns dieses vestialische Urteil eigenen Arbeitsraum hat, vorgenommen. Weiter schweiger Volksfreund" und sozialdemokratischer immer dann vor Augen halten, wenn die einheimi wurde eine Resolution angenommen, die die Re- Landtagsabgeordneter war, von den SM- Mördern schen Nazis über die Härte der demokratischen Ge- und Kontrollkommission befaßte sich, wie die Pargelung der Dienst- und Versicherungsverhältnisse überfallen und aufs fürchterlichste mißhandelt richte zu flagen beginnen. Jener Gerichte, von deren demokratischer Milde Hitlers judetendeutsche der Angestellten in Masseurunternehmungen worden. fordert. Dann fam er in Schußhaft". Aber Thiele- Gesinnungsgenossen so gut zu profitieren vermann war ungebrochen. In eine antimargistische stehen! Mexiko entschädigt USA Kadetten- Putsch in Bolivien Ueber hundert Tote Gescheitert 8 Der Ausschuß der parlamentarischen Sparlamentsforrespondenz berichtet, in den letzten Tagen mit der Antwort der Regierung auf die ibr überreichten Vorschläge und führte die allgemeine Aussprache über diese Antwort zu Ende. Für den 8. Mai wird eine Plenarsizung der Kommission einberufen werden. Außerdem werden systematisch verschiedene Initiativanträge und Anregungen verhandelt, die aus Kreisen der Bevölkerung einlaufen. 11. a. wird dem Plenum auch ein Bericht über die Auszahlung von Weihnachtsremunera tionen in den Staatsämtern erstattet werden. Böhmen gegen Mähren. Der Landesausschuß von Böhmen beschloß in seiner Sizung vom 25. Megito City, 25. April. Dienstag wurde hier ein lebereinkommen unterzeichnet, durch das sich Merito verpflichtet, an die Vereinigten Staaten einen Betrag von 200 Millionen Dollars zu be zahlen als Ersatz der Schäden, die in den megiSantiago de Chile, 25. April. fic ausgesandten Regierung truppen tanischen Revolutionen seit dem Jahre 1910 bis vont ( Reuter.) Bei einem Aufstand in der bolivianischen wurden einem Kugelhage 1920 verursacht worden sind. Es handelt sich um die Bezahlung von besonderen Forderungen, und Militärschule in La Paz, der fich diefer Tage ab empfangen. Der Kampf, dessen 3wed der die Verhandlungen stellen das Ergebnis mehr- spielte, sind, wie Augenzeugen berichteten, min: Sturz der gegenwärtigen Regie jähriger Arbeiten einer gemischten Kommission dar. destens 100 Personen getötet worden. Die mit rung war, dauerte den ganzen Vormittag. Erst Es handelt sich um verschiedene Vermögensschäden, Maschinengewehren und Karabinern ausgerüsteten als die Regierungstruppen B vm benwerfer mährischen Straßen vorbehalten wurde, und zum um Verluste, die dadurch verursacht worden sind, und von einigen Regimentern des regulären Mili- verwendeten, hißten die Kadetten die weiße Fahne daß die Amerikaner während der plößlich ausge- tärs unterstützten& adetten drangen in den und ergaben sich. Die bolivianische Regierung brochenen Revolutionen ihre Güter verlassen muß- General ſt ab der Polizei ein, bemächtig ist bestrebt, diese Meuterei als eine Tat unver ten usw. Auch Wiegito macht seinerseits besondere ten sich der Funktionäre und riffen die Verwaltung ſtändiger Schüler hinzustellen. Ansprüche gegenüber den Vereinigten Staaten gel- einiger öffentlicher Unternehmen an sich. Die gegen tend. April 1934 dagegen zu protestieren, daß ein Teil der für die nichtstaatlichen Straßen bestimmten Mittel des Straßenfonds im vorhinein für die Zeichen dieses Protestes weder an den Verhand= lungen des Ausschusses noch an der Plenarsizung des staatlichen Straßenrates teilzunehmen, falls dieser Antrag auch dem Plenum unterbreitet werden sollte. Seite 4 Donnerstag, 26. April 1934 Dynamitkammer auf Nelſon lll unversehrt Offet, 25. April. Der neue gestern gewältigte Grubenabschnitt im Nelsonschacht umfaßt die Fortsetzung der Seilbahnstrecke in östlicher Richtung und die Umgebung des Sprengmittelmagazins. Der Stredengewinn beträgt insgesamt etwa 700 Meter, doch konnten gestern nur etwa 100 Meter von der bergbehördlichen Kommiſſion besichtigt werden. Von der Begehung der reſtlichen Strecke mußte Abstand genommen werden, weil sie noch von nicht atembaren Gasen erfüllt war und auch die Verorudisgefahr sehr groß ist. Man konnte in das Magazin noch nicht eindringen, seine Umgebung zeigt aber nur das normale Zerstörungsbild. Die eiserne Tür vor der viel Deckennachfall lagert, ist intaft, auch hängt an ihr unversehrt das Vorhängeschloßz. Es kann mit Bestimmtheit an genommen werden, daß die Sprengmittelvorräte. die sich im Magazin befinden, erhalten geblieben find, denn im Falle ihrer Explosion wäre die Tür des Magazins herausgerissen worden. zung mit Todeserfolg zu ie 12 Jahren Zuchthaus und 10 Jahren Ehrverlust. Die Angeklagten, die früher der SA. angehört hatten, aber nach der Tat sofort aus der Bewegung ausgeschlossen Str. 97 © Ë DËÏÏ™ wurden, hatten im Beber 1933 mit dem Berg- Unsere Mainummer mann Beier ohne jede Ursache einen Streit vom Zaune gebrochen und ihn so schwer mißhandelt, daß er seinen Verlegungen erlag. Erschwe rend war der Umstand, daß beide Verurteilte als SA.- Mitglieder sich des Verbrechens bewußt sein sollten. erscheint Dienstag, den 1. Mai, in ver. stärktem Umfang. Die Mittwochausgabe entfällt anläẞlich des Feiertages. Am Donnerstag, den 3. Mai, erscheint unser Blatt zur gewohnten Stunde. Die Verwaltung. Eine bemerkenswerte und überraschende gezogene Möglichkeit, daß die Stataſtrophe durch Wären die zwei jungen Leute", deren Namen OÏDOÏÏŒÏÏÒÏ Die feinerzeit nach dem Unglück in Betracht Feststellung, die gestern gemacht werden konnte, eine Explosion im Sprengmittelmagazin hervorgeist die, daß das in einer schmalen Seitenstrede rufen wurde, scheidet demnach aus dem Kreis der der Seilbahn gelegene Sprengmittelmagazin Erwägungen über die Ursachen der Katastrophe von der Explosion nicht betroffen worden ist. aus. Tagesneuigkeiten 50.000 im Streif Bombay, 25. April.( Renter.) Wie be reits gemeldet, find 30.000 Arbeiter der Spinnereien in den Ausstand getreten. Bei den Zusammenstößen wurden zwölf Streitende veriet. Nach der heutigen Situation betei ligen sich nunmehr girta 50.000 Arbeiter am Streife. Von den 40 Spinnereien sind 18 geschlossen. Lodz, 25. April.( VAT.) In den metallur gischen Werten der Firma Cegielski sind 1200 Arbeiter in den Ausstand getreten. Die Arbei= Eine solche Diftion ist innerhalb der Grenzen des Sakenkreuzdeutschland noch begreiflich. Aber daß man versucht, uns einzureden, eine Strafe von zwölf Jahren Zuchthaus sei eine verschärfte Strafe, heißt, mit unserer Hirnlosigkeit zu spekulieren. man verschweigt, z. B. Sozialisten gewesen, dann hätten sie den Streit für das DNB. und die deutsche Justiz nicht ohne Ursache" vom Zaune gebrochen, sondern provoziert und es hätte ihnen gar nichts geholfen, daß sie früher der NPD. oder SPD. angehörten man hätte ihnen lestere konnte noch im lesten Moment den Flam- die Köpfchen vor die Füße gelegt und mit der Blutmen entriffen werden, starb jedoch auf dem Trans- schuld den Bolschewismus belastet. So aber, da port ins Krankenhaus. Kaum zu schildern ist die es um SA.- Männer geht und da die SA. Mörder Banif, die entstanden war, als plöslich das Dorf unter feinen Umständen in ihren Reihen duldet, in Flammen stand und die verzweifelten Menschen mußten jie sofort hinaus. Die Tat wurde im versuchten, unter Lebensgefahr wenigstens einiges Feber 1933 begangen. Im März 1933 begann von ihrem Befistum zu retten. Dabei zogen sich bekanntlich jene große Läuterung Deutschlands, 40 Menschen schwere Brandwunden zu. Aus der die von Goering. Goebbels, von den Röhm und ganzen Umgebung war Feuerwehr zu Hilfe geeilt von den Kommandanten der Konzentrationslager und es gelang ihr wenigstens 65 Häufer zu retten. in Szene gesetzt wurde. Eine Partei, die in den Das Rote Kreuz sorgt, so gut es geht, für die zu Strahlen der Reinheit aufersteht und ein ganzes Bettlern gewordenen Bewohner, zwei Militärfeld Wolf mitreißt, fann freilich keine gewöhnlichen füchen verabreichen das Effen. Der Schaden wird Messerstecher in ihren Reihen dulden, die„ ohne auf über drei Millionen geschätzt. Vor sehn Jahren Ursache" schwer mishandeln. Schwere Mißhand wurde dieselbe Gemeinde von einer Feuersbrunst lung muß, das zeigten Oranienburg, Sonnenburg heimgesucht. und die anderen„ Burgen" der neudeutschen Freiheit, einen Grund haben und es war von den zwei ter verharren Tag und Nacht auf dem Die Veruntreuung bei der PersonenFabritgelände. Die Streikenden fordern, daß die Entschließung der Direktion der Fabrik betreffend Lohnherabse zungen zu ridgenommen werden. Die Jagd auf Dillinger. kassa in Königgräg Auf Veranlassung der Direktion der Staatsbahnen in Königgräß wurde gegen die Beamtin Anna Filip, welche bis zum 7. November 1933 Fünftausend gegen einen Dienst in der Personentaſſa der Station Königgräz gemacht hat, das Strafverfahren wegen Verbrechens nach§ 101( Mißbrauch der Amts gewalt) und§ 183( Veruntreuung) eingeleitet, Chicago, 25. April. Die Jagd nach dem be- und dieses Verfahren wurde auch in der Richtung rüchtigten Schwerverbrecher Dillinger erstreckt sich des Verbrechens nad)§ 171 St.-G.( Diebstahl) nunmehr über fünf Staaten der Union. Ein fleis eriveitert. Am 14. April 1934 wurde über die nes Heer von 5000 Polizisten und Freiwilligen Filip die ordentliche Untersuchungshaft verhängt. verfolgt auch die kleinste nur irgendwie mögliche Die in den letzten Tagen über das VerSpur, die sich aus den Tausenden Meldungen über schulden der Filip und den Umfang des Schadens das Auftauchen der Räuberbande ergibt. unverbreiteten Nachrichten entsprechen, wie das dert Bundesdetektive find in einem ge- Eisenbahnministerium mitteilt, nicht ganz den heimgehaltenen Hauptquartier an der Arbeit, ohne Tatsachen und laufen der Untersuchung weit vordaß es ihnen möglich gewesen ist, den Aufenthalt aus; die Ergebnisse der bisherigen Erhebungen Dillingers festzustellen. Inzwischen verbreitet sich deuten darauf hin, daß die endgültige Höhe des in den Kleinstädten des Mittelweſtens Panik Schadens, welchen die Eisenbahnverwaltung durch Stimmung. Selbst die Heimatstadt Dillingers die Filip erlitten hat, bei weitem nicht so groß Mooresville im Staate Indiana bat um Entsen- sein wird wie es die Gerüchte behaupten. Die Ers dung von Nationalgarde oder Staatspolizei zum gebnisse der bisherigen Erhebungen geben teine Schuße gegen eine etwaige Rückkehr ihres ungeratenen Sohnes. Auch andere Städte haben sich auch andere Verfehlungen( d. h. Spionage) zuBerechtigung zu dem Verdacht, daß die Filip sich bereits gegen einen Ueberfall der Bande in Verschulden kommen ließ, noch dazu, daß an den von teidigungszustand gesetzt. ihr verübten Malversationen auch andere Eisenbahnbedienstete beteiligt waren. Ein zwanzigjähriger Totschläger Jičín, 25. April. Vor dem Schwurgericht in Jičín hatte sich heute der 20jährige Bädergehilfe Franz Kammel aus Gabersdorf wegen des Verbrechens des gemeinen Mordes, des Verbrechens der Erpressung, des Vergehens des Betruges und gegen das Waffenpatent zu verantworten. Der Angetlagte war im Jänner d. J. zu der 17 jährigen Helene Reis in Beziehungen getreten, die aber den Verkehr abbrechen wollte, da er aus Eifersucht bei den Tanzunterhaltungen Streitigkeiten hervorrief. Als sie ihm ihre Absicht mitteilte, begann er sie zu würgen und warf sie auf den Boden, ließ jedoch von ihr ab und floh, als auf ihre Hilferufe Leute herbeieilten. Ende Jänner traf er bei einer Tanzunierhaltung wieder mit ihr zusammen und wartete bei ihrer Wohnung auf ihre Rückkehr. Er rief einen Streit mit ihrem Begleiter, den 16jähr. Krejči. hernot und bebrogle ihn mit einer Zimmerazi. Krejči floh. Kammel verfolgte ihn jedoch, warf ihn zuBoden und brachte ihm mehr als 15 schwere Wunden vei, von denen zwei tödlicher Art waren. Die Leiche Krejčis wurde am nächsten Tage gefunden und Kammel wurde noch in den Abendstunden des gleichen Tages verhaftet. Er gestand die Tat ein, verteidigte sich aber damit, daß er sich nur gewehrt habe. Das Schwurgericht erkannte Sammel nur des Verbrechens des Totschlage für schuldig und auf Grund dieses Wahrspruches wurde er zu drei Jahren schweren Sterker verurteilt. Slowakische Gemeinde durch Feuer vernichtet In der slowakischen Gemeinde B a bin wurden durch einen entsetzlichen Brand fast sämtliche Häuser der Ortschaft vernichtet. Das Feuer entstand durch Funkenflug. Die Funken fingen an dem Stroh und Holz der umliegenden Hütten so fort Feuer. 105 von dem aus 170 Häusern beſtehenden Dorfe brannten vollkommen nieder und über 600 Leute kamen um ihr ganzes Hab und Gut. Das traurigste aber ist, daß vier Menschen ums Leben tamen, zwei junge Frauen, ein drei einhalbjähriges Kind und eine sechzigjährige Frau; jungen Leuten unvorsichtig, sich ihn nicht zu verschaffen. Und wir erstarren vor Staunen, wenn wir lesen, daß sich die SA. nur aus anständigen Menschen zusammenseßt und daß sie„ als SA.Mitglieder sich des Verbrechens bewußt sein sollten". Es lieſt ſich wunderbar, dieſes Märchen. Es muß, berauschend wirken auf die tschechoslowa tischen Hafenkreuzköpfe. Und es ist nüßlich, folche Kleinigkeiten" aus dem demokratischen Presse fumpf immer wieder auszugraven. Erschwerend wäre der Umstand", wenn wir diesen Blättern das Gewinsel von Freiheit und Demokratie glaubten. " Zichung der Klassenlotterie ( hne Gewähr.) Prag, 25. April. Bei der heutigen Zichung der 5. Klasse der 30. tschechoslowakischen StassenTotterie wurden nachfolgende Gewinste gezogen: Kč 40.000 das Los Nr. 37960. Kč 10.000 die Lose Nr. 9744 31130. Kč 5.000 die Lose Nr. 82372 42442 43730 84128 63172 72841 1137 79027 55017 27488 87779 14409 79366 34960 29947 79346. Kč 2000 die Lose Nr. 11879 2489 52158 19165 64141 1323 63954 25176 100576 11176 12248 17036 79869 7814 99494 98079 42070 11647 42586 76533 33885 90432 29565 61235 78959 96475 73312 5642 43021 59806 44199 14958 75868 76173 11114 101829 75378 56974 87747 101516 12779 41089 58373 77092 94907 975 49156 65958 103419 61398 29498 4168 64125 11738 64470 93174 34843 40989 80083 16272 87900 100287 43625 33773 66813 60637 104214 31674 19524. Kč 1200 die Lose Nr. 22672 43015 66567 21396 65296 73786 7436 23266 61887 22896 83581 56426 65643 676 42143 82959 17056 66345 837 47410 44468 96889 61009 66963 89124 37383 25995 88844 25391 46340 96843 103636 21407 80265 59977 29853 39068 3317 73258 20121 89423 9039 75114 84155 102394 8820 72477 22781 47052 28564 43154 63441 64218 18578 45692 1199 36532 79781 37357 17277 44618 93970 33955 20949 97145 95440 99991 10724 35258 101911 93411 44691 19104 1444 50256 16674 63391 10182 26224 58602 54514 97936 93622 67702 12574 10102 37734 35414 1969 68902 4131 27827 80759 75829 46501 76576 36792 54247 5663 93633 61175 43708 56629 45293 13688 49120 85592 10564 99281 51363. munistische A33.". der wir vor furzem wegen den der Regierung. Unter der Führung der mähDen Gipfel der Dreiftigkeit erflimmt die kom Die Architekten- Projektanten beim VorsitzenWorte eines gemeuchelten sozialdemokratischen gestern Ministerpräsident Malypetr und später ihrer beispiellos unfairen Methode, die letzten rischen Abgeordneten Marcha und Langr empfing elden zu entstellen, in einer„ fleinen Feſtſtel- auch der Miniſter für öffentliche Arbeiten Dr. lung" auf die Finger flopfen mußten. Einen Eze ch die Vertreter aller Architekten- Projektan völlig bedeutungslosen, rein formalen Irrtum be- ten- Verbände in der Tschechoslowakei ohne Unternut nun das edle Blatt, um uns der Unwahrſchied der Nationalität, die ein Memorandum vorsozialdemokratische Schuß und-tungen und Voraussetzungen für eine Beſſes haftigkeit zu zeihen! Nun ja, nicht der gemordete legten, das Anregungen betreffend die Vorberei führer Wallisch, sondern der gemordete so- rung der Verhältnisse in unserem öf bialdemokratische Schußbundführer Minichfentlichen Bauwesen und auch hinsichtlich Er, der am Galgen der christkatholischen Mörder: hält. reiter ist von dem Kommunistenblatt für seine der Beseitigung der Arbeitslosigkeit unter schäbigen politischen Zivede mißbraucht worden. den Architekten Projektanten ent„ Es lebe die Sozialdemokratic! Freiheit!" ge= Die Bautätigkeit in Auffig. Die Gesellschaft rufen hatte, nicht Wallisch, befommt einen Tert für chemische und metallurgische Produktion wird in den Mund gelegt, in dem, auf höheren Befehl in der Kleische- Straße in Aussig zwei Häuser für weder von der Freiheit, noch von der Sozialdemo= die Beamten- und Arbeiterschaft bauen. Es han gewissen Kategorie der„ demokratischen" Preſſe in an der schweren Schuld des retuschierenden fleinen Wohnungen. Das eine Haus wird eine fratic die Rede sein darf! Dieser Fehler ändert delt sich um den Bau von Pawlatschenhäusern mit der Tschechoslowakei müssen wir dankbar sein. Blattes auch nicht e inota und der Vor- Front von 42 Metern und das zweite eine solche Durch fleißigen Nachdrud der von den amtlichen deutschen Stellen verbreiteten Nachrichten aller Art haben, ist ohne jede Einschränkung sieben Stockiverte aufiveisen. Zur Erhöhung der wurf, den wir ihm mit vollem Recht gemacht von 20 Metern haben. Die zwei Häuser werden geben sie uns ein Bild von dem, was der deutsche aufrecht zu halten! Die iristen Taschenspie- Beschäftigung wird die genannte Gesellschaft auch Leser im Reich vorgesetzt erhält, wie es zubereitet wird und wir können uns ganz lebhaft vorstellen, erfiffe des überführten Blattes, das sich wider noch dadurch beitragen, als sie die Durchführung wie es ihm schmeckt. Findet Herr Goebbels, auch beſſeres Wiſſen auf das hohe Roß der Unschuld eines Straßenbauprogramm c& und die Sitler- Presse sei langweilig, so kann man den zu ſehen wagt, können niemand düpieren. Diese den Bau einer Br i de plant. Demagogie ist unsäglich dumm, denn selbst der Erhortationen, die auf dem Umiveg über das Simpelste wird an diesem„ Dementi" erkennen, DMV. in die Tschechoslowakei kommen, doch manmit welchen Methoden fommunistische Blätter zu ches Interessante abgewinnen. Der Brünner „ arbeiten" pflegen. Wir sind der„ AZZ." für Tagesbote" nimmt das neudeutsche Kulturund Geistesgut offenbar gleich gematert. Neulich diese Richtigstellung" aufrichtig dankbar, ent= erst empfahl er seinen jüdischen Lesern, dem Kin- larvt sie doch besser als jede Polemit das veraniderspielzeug neue Formen zu geben und fand wortungslose Treiben dieser HintertreppenpubliSA.- Püppchen" besonders geschmackvoll. Und zistit! Erschwerend war der Umstand... Einer 10.000 gegen den Reichsbischof. In der Nimer Kathedrale fand eine ungeheure Demonstration gegen den Reichsbischof Müller statt. 10.000 Protestanten, darunter die Vertreter von Millionen Anhängern der Opposition, versammelten sich unter Führung des süddeutschen Bischofs Meiser. Bischof Meiser verlas eine Erklärung, in der er das offizielle Pressefommuniqué des Reichsbischofs dieser Tage brachte die gleiche Zeitung im„ Ge- Der Minister für öffentliche Arbeiten Dr. L. zurückwics, richtsjaal" die folgende Notiz, in der wir uns zwei Czech fandte dem jugoslawischen Biniliter für der stries, in den yon einer Ineinigkeit innerhale Sperrungen erlauben: Forst- und Grubenwesen, Dr. Milan Ulmanski, durch das persönliche Eingreifen Müllers beseitigt Dortmund, 13.( DNB.) Das Schwurgericht ein Beileidsschreiben anläßlich der worden sei. In Wahrheit habe der Bischof von verurteilte zwei junge Leute wegen Körperverlet- Grubentatastrophe in Kankanj. Barbarei im Friedländer Siechenhaus Pfleglinge im Arrest bei Wasser und Brot Württemberg, Dr. Wurm, sich geweigert, die Vers fügungen des neuen Kirchenbevollmächtigten, Dr. Jäger, anzuerkennen. Vom Rundfunk Empfehlenswertes aus den Programmen: Freitag. Wie der Reichenberger Freigeist" heute mit-| Giechen- oder einem sonstigen Fürsorgeheim nicht icilt, herrschen im Bezirkssicchenhaus in Friedland einmal zu einem Ausgangsverbot führen würden. grauenhafte Zustände, ohne daß bis jetzt die Be- Hier aber ist man brutal genug, um beispielsweise 10.15: Seb. Bach: Ouverture zur Suite Nr. 2, 11: Brag, Sender 2.: 10.05: Deutsche Nachrichten, hörde gegen die unglaublichen Mißstände einge- nur einen Fall zu nennen: eine 90jähr. Frau bei Vostovec und Werich auf Schallplatten. 13.45: schritten wäre und die Verantwortlichen an den Wasser und Brot in das feuchte, nur mit einem Schallplatten, 18.25: Deutsche Sendung: Dr. Lochfestgestellten Menschenschindereien zur Sühne ver- eisernen Militärbett und einem Strohfad ausge- ner: Eriſtiert der Bürgerſtand noch?, 18.15: Arhalten hätte. So schrecklich es auch zu lesen ist, so statteten Arrest zu sperren. Oft müssen die alten beitersendung: Behn aktuelle Minuten, 20: haben wir nach den eingezogenen Erkundigungen Leute tagelang in diesem Loch verbleiben und Tei der S.: 14.45: Konzert des heiteren Trios, 15.10: Gröffnungskonzert des Smetana- Festivals. Sen doch keinen Grund, an den Darstellungen des den ungemein durch diese entsetzliche Behandlung. Deutsche Sendung: Viertelstunde für die Frau, Freigeist" zu zweifeln, daß nämlich im Be Obwohl aber diese Zustände der Behörde bekannt 15.44: Deutsche Nachrichten. Brünn 16: Nachirissiechenhause in Friedland im sind, ist bis jetzt der verantwortliche Leiter des mittagskonzert, 18.25: Denische Sendung: JugendSeller ein Arresttotal eingebaut Siechenhauses noch immer nicht in haft genommen stunde, 19.20: Unterhaltungsmusit. Mähr. wurde, in dem sehr oft alte, meist mit Gebrechen worden und kann die Menschenschinderei weiter ftrau 12.35: Mittagsfonzert.- Berlin 19: 2ybehaftete Pfleglinge des Siechenhauses einge- fortsetzen. Es wird nunmehr Sache der Oeffentlich- rische Klavierstücke. Frankfurt 21.15: Orchester sperrt werden, wenn sie sich gegen die Hausvor- teit und unserer Vertreter in Bezirk und Land sein, schriften verstoßen. Die Vergehen, die zu der voll- dieser Qual armer, alter und tranter Menschen ständig ungeseßlichen, barbarischen Haft führen, ein Ende zu bereiten und die Schuldigen der Strafe sind meist ganz geringfügiger Natur, so daß sie zuzuführen. in irgendeinem von guten Menschen geleiteten lonzert, 24: Nachimuſik. Königsberg 19: Johannes Brahms, 21.15: Tschaikowsky: Klavierkon zert. Königswusterhausen 19: Orchesterkonzert. Ropenhagen 20.10: Dänische Musik.- Leipzig 17: Lieder und Chöre nach Löns. Wien: 19.50: Unterhaltungsmusit, 20.55: Symphoniekonzert Nr. 97 t :: д 80 5 6 8 3 3 6 Sturm auf ein Rotes Kreuz". Lotal New York, 25. April. In Pittsburg in Kansas haben 150 Männer und Frauen das Lofal des Roten Kreuzes im Sturme genommen. Sie forderten von dem Roten Kreuz Unterstü yung. Das gesamte Wöbelinventar wurde vernichtet. Der Verwalter der Kanzlei, der in die Menge eine Tränengasbombe werfen wollte, wurde derart zugerichtet, daß er in Ohnmacht fiel. Der Polizei gelang es schließlich, das Gebäude zu räumen. Donnerstag, 26. April 1934 Reiseabenteuer in Mandſchukuo Das Land der dreißigtausend Banditen Wie sie arbeiten" Die Technik des Plünderns Fast alle Banden„ arbeiten" nach dem gleiSobald sich der Eisenbahnzug der Grenze| daß es der Polizei bisher noch nicht gelungen ist, von Mandschuruo nähert, beginnen die japanischen sie auszuheben. Zugbegleiter immer aufdringlicher zu werden. Sie pflanzen sich vor den Fenstern auf, bewachen vor geben nur sehr knappe Antworten auf Fragen. chen Schema. Nach den Anweisungen ihres Geallem die Schlußfenster des letzten Wagens und Der Reisende, der an dem Japaner vorbei aus heimdienstes marschieren sie unauffällig in die dem Fenster schaut, macht sich schon verdächtig. Nähe des Plazzes, an dem der Ueberfall vor sich der Beamte entsetzt ab. Photographieren und Fra- wartet und dann stürmen sie unter knatterndem Südt gar jemand einen Photoapparat, dann wehrt gehen soll. Die günstigste Tageszeit wird abgeBen iſt ſtreng verboten. Man befindet sich offen Gewehrfeuer auf die überraschten Opfer los. bar auf strategisch äußerst wichtigem Gebiet. Wer sich verdächtig gemacht hat, der wird auch in Charbin die Begleitung eines Japaners vom Geheimdienst nicht los. Trotzdem kann einem natürlich nicht verwehrt werden, die Augen aufzu tun. Wer sich gehörig umblickt, der bekommt denn auch mancherlei Werkwürdiges zu sehen. Das Lösegeld im voraus bezahlt.. Redakteur Dr. Ernst Rychnovsky gestorben. In der Nacht von Dienstag auf Mittwoch ist der lang= jährige Redatteur des„ Prager Tagblatt". Dr. Ernst Rychnovsky, gestorben. Dr. Rychnovity be= gann feine Laufbahn als Advokaturskonzipient, wandte sich aber bald der Wujikwissenschaft zu und wurde Mujikreferent des„ Prager Tagblatt", ein Amt, das er einige Jahre vor dem Kriege bekleidete. Als solcher war er wegen seines Ernstes und seiner Sachkenntnisse geachtet. Er hat auch eine Biographie Smetanas geschrieben, welche das deutsche Standardwerk über den großen tschechi Da zieht beispielsweise eine Karawane von schen Stomponisten ist. Nach dem Weltkriege ging er zur politischen Journalistit über und war von Lasttieren und Wagen schiver beladen durch die den ersten Sigungen der revolutionären NationalStraße. Der vorderste Wagen hat eine große, weithin sichtbare Flagge gehißt. Auf die er versammlung an bis in seine letzten Lebenstage Parlamentsberichterstatter des Prager Tagblatt". staunte Frage erfährt man, allerdings nicht Bolitisch gehörte er der deutschdemokratischen Frei- wane einen weiten Weg durch die Provinz vor von dem japanischen Begleiter, daß die Karaheitspartei an und war in fommunalenFunktionen in Prag tätig. Als politischer Journalist war Dr. sich hat, und daß sie gegen einen BanditenüberRychnovsty ein aufrechter Demokrat und hat den fall versichert ist. Und wozu die Flagge?" Gleichschaltungsbestrebungen, die sich in den letzten Jahren in der bürgerlichen Journalistit be= mertvar gemacht haben, entschieden Widerstand entgegengesetzt. Auch in der Reichsgewerkschaft deutscher Presse, in der seine sozialdemokratischen Kollegen gerne mit ihm gearbeitet haben, hat er sich durch seine objektive und demokratische Gejinnung ausgezeichnet. So werden ihm auch jene sozialdemokratischen Funktionäre, die mit ihm in Verbindung gekommen sind, ein Gedenken voll Achtung und Wertschäßung bewahren. An die falsche Adresse, nämlich an uns, wendet sich das Deutsche Auslandsinstitut, Stuttgart, in einem Rundschreiben, in dem es für eine Freundlichkeit dantt, die wir ihm nie erwiesen haben, noch jemals erweisen werden. Höf lich, wie die deutschen Institute für das Ausland schon einmal sind, dankt es uns in dem Schreiben noch ein zweitesmal, und zwar im voraus für die Erfüllung einer Bitte, die wir doch nicht erfüllen werden. Und dann kommt der Gruß: ein großer, jorgfältig ausgefüllter Sleds. Hält man aber das Glen Gegen, das Licht, tann man unter dem , worauf einen Sleds oder noch besser etwas anderes zu machen, zwar das einzig richtige ist, aus Stuttgarter Perspektive gesehen, jedoch zumindest ein Vergehen gegen die Verord nung des Herrn Reichspräsidenten zum Schuße an Volf und Staat darstellt: ,, e il Sitler! Wie die Stuttgarter Auslandsteutonen mit den anderen Redaktionen verfehren, wüßten wir zu gerne. Seit behauptet wird, Fascismus und Liveralismus seien verwandte Strömungen, werden jich manche de motratische Redakteure durch den Gruß ,, Heil Hitler" noch beehrter fühlen als früber. Die Flagge macht die Karawane den Banditen fenntlich. Die wissen dann, daß von den verschiedenen Versicherungsgesellschaften das Lösegeld, das bei einem etwaigen Ueberfall so wieso fällig ist, schon im voraus an die in Be tracht kommenden Banden abgeführt wurde. Die Die Karawane fann sorglos und völlig ungestört Banden halten sich streng an ihre Abmachung. durch die gefährlichsten Gebiete ziehen!" So rasch wie möglich rafft ein Teil der Räuber alles Wertvolle zusammen, während der andere Teil den Schutz des Ueberfalls übernimmt. Personen, von denen man sich reiches Lösegeld verspricht und vor allem junge, hübsche Mädchen, werden auf die meistens ebenfalls entwendeten Lafttiere gebunden und entführt. Innerhalb einer knappen Stunde ist die Bande mit ihrer Beute spurlos verschwunden. Selbst bei Ueberfällen auf Eisenbahnzüge wird auf diese Weise verfahren. Den entführten Opfern geschicht in der Hauptsache nichts. Sie werden so lange gefangen gehalten, bis der Geheimdienst das Lösegeld erhalten hat. Die Geschichte von Mei Chin- chen, dem Näuberfürsten Erst vor wenigen Tagen gelang der japanischen Polizei ein ganz großer Fang. Der be rüchtigte Räuberfürst Mei Chin- chen, der seit mehreren Monaten die Gegend zwischen Sulan, Lansi und Charvin in Schrecken hielt, und auf deffen Kopf eine riesige Summe ausgescht war, konnte überrumpelt und verhaftet werden. Er gehört zur Klasse der Soldaten- Bandi ten. Noch im Sommer des vorigen Jahres tat er Dienst bei der Armee von Mandschufuo. Aber Der Geheimdienst der Banden die strenge Disziplin scheint ihm nicht behagt zu Man erfährt weiter, daß die Zahl der Ban- haben. Mit einer großen Zahl von Anhängern diten in Mandschufuo auf ungefähr 30.000 ge- desertierte er, nicht ohne vorher die Waffenschäßt wird. Alle Banditengruppen verfügen über magazine gründlich ausgeplündert zu haben. einen bis ins fleinste durchorganisierten Geheim- Ueber Waffen verfügte seine Bande in mehr als dienſt. Keine Karawane kann aufbrechen, von der ausreichender Zahl. Schon die erſten Ueberfälle die Räuber in den entlegenſten Gebieten nicht brachten gute Beute. Immer mehr Soldaten ſtic den Wert der mitgeführten Waren, die Zahl der hen zu den Deſerteuren, und als Mei Thin- chen begleitenden Soldaten und die Art ihrer Be- noch ein Bündnis mit mehreren anderen mächtiwaffnung erfahren; und fein Feldzug der Trup- gen und berüchtigten Banden schloß, war seine ven gegen die Banditen kann begonnen werden, Herrschaft in dem von ihm bevorzugten Gebiet ohne daß die Banditen schon vorher über die gesichert. Pläne der Generäle unterrichtet sind. Es hat den Schließlich laufte er sich drei große Segelanſchein af befäßen die Räuber Mitarbeiter im schiffe, mit denen er den Sugari- Fluß unsicher japanischen Geheimdienst. in machte.. Kaum ein Schiff konnte den Fluß passieDie Zentralen des Banditen Geheimdienstes ren, das nicht von der Bande Meis angehalten, befinden sich in den Großstädten, in unverdächti- durchsucht und beraubt worden wäre. Erst jetzt gen Bürohäusern. Sie sind so vortrefflich getarnt, ist der Mäuberfürst in die Falle gegangen. übrigen Raum. Wir begrüßen den neuen Mitkämpfer für die Sache der Arbeiterjugend auf das herzlichste. Die Analphabeten. Aus Uzhorod wird berichtet: Das Soldatenheim des 36. InfanterieRegimentes veranstaltete heuer im Winter einen Kurs für Analphabeten. Anfangs beteiligten sich Marconi sechzigjährig. Der Erfinder und daran 105 Analphabeten. Im Laufe des Kurses Gründer der dratlosen Telegraphie Marchese verließen acht von ihnen den Kurs, so daß im gan= Marconi feierie geſtern seinen 60. Geburtstag. zen 97 Frequentant en bis zum KursIn Uebereinstimmung mit der Entscheidung der schluß verblieben. schluß verblieben. Der Großteil der Soldaten Bertreter von über 50 Ländern im Internationa- refrutierte sich aus Nuthenen, zwei der len Ausschuß für das Schiffsradio wird der 25. April im Schiffsradiodienst auf der ganzen Welt einer war Slowake und einer Tscheche. Es unterFrequentanten waren polnischer Nationalität, Marconi- Tag genannt werden.( Die erste praktische Verwendung fand das Radio auf den richteten zwei Offiziere und zivei Stabsrottmeister. Seeschiffen. Vor 30 Jahren waren die Seeschiffe nach dem Verlassen des Safens von der ganzen Welt abgeschnitten. Heute haben über 16.000 Schiffe. Sende- und Empfangsstationen an Bord.) Ungarischer Abgeordneter von einem Flugzeug überfahren. Bei der Ausführung von Scha uflügen mit Segelflugzeugen auf einem Hügel bei Budapest wurde der Neichstagsabgeordnete Baron Nikolaus V a y von einer startenden Maschine überfahren. Der rechte Flügel in Berson( Oftlivland) ab. Eine junge Frau er der Maschine brachte dem Abgeordneten eine schoß ihren Mann und tötete hierauf ihr Kind. schwere Kopf verleßung bei, so daß er Dann zündete sie das Geschäft ihrer Schwiegerins Krankenhaus überführt werden mußte. mutter an und verübte schließlich selbst Ein Tag aus dem Leben des Erkronprinzen... ler Weise aus Rumänien nach der Tschechoslowakei auf einem Boote über die Theiß batte bringen las sen. Der geheimnisvolle Ausländer gab fich als politischer Emigrant aus Besarabien aus, batte aber keinen Paß bei sich. Man fand bei ihm jedoch einen großen Geldbetrag in verschiedenen Valuten. Der Name, den der Verhaftete angab, iſt ſicherlich falsch. an nimmt an. daß er nunmehr nach Bolen aeflüchtet ist. Ein japanisches Bombenflugzeug ist am Diens tag auf dem Fluge von Mukden nach Stintſchau a bgestürzt. Wie bisher gemeldet wurde, sind der tötet. Flugzeugführer und zwei Insassenge Ruhmlose Helden... Es gibt Helden, über die die bürgerliche Darüber und über Carol- Lupescu, Kaiser Buji, Bresse in großen Schlagzeilen auf der ersten Seite Dollfuß u. a. lachen Sie, wenn Sie sich die neue Nummer( 14) des Simplicus" faufen, die ab zu berichten pflegt und deren Ruhm in aller Leute Donnerstag überall erhältlich ist. Einzelpreis 2.50 Mund ist, und Helden, deren Taten in fleinen Kč. Anfragen und Bestellungen sind zu richten an Notizen im vermischten Teil" untergehen. Der die Adminiſtration, Prag X, Bizlova 4c, Telephon Unterschied zwischen diesen beiden Heldenfategorien ist allzu oft nur der, daß sich die berühm 389-06. Ein grauenhaftes Familienbrama spielte sich mord. ,, Gewerkschafts- Jugend". Die Zentralgewertschaftsfommission des Deutschen Getvert- Ein seltsamer Unglücksfall ereignete sich Mon= schaftsbundes ist schon seit Jahren bemüht, dem tag nachmittags im Adelsgrund bei Bruch am soGedanken der gewerkschaftlichen Jugendbewegung genannten„ Brannd". Dort waren einige Mänin den ihr angeschlossenen Organisationen Raum ner und Frauen mit dem Ausseßen von Bäumchen zu schaffen. In einigen Gewerkschaften gibt es beschäftigt. Der heftige Wind riß plötzlich einen bereits mustergültig arbeitende Jugendgruppen. Baum um und erschlug eine noch junge Sie entbehren bisher der einheitlichen Betreuung. rau namens Martha Sala č. Sie hinterEs fehlte aber auch an einer ununterbrochenen läßt den Gatten und zwei kleine Kinder. am Dienstag in Bagdad landete und Mittwoch ten" Helden zum größten Unheil ihrer Völker auzwirken, während sich von den„ unberühmten" Helden nur Gutes und Erfreuliches berichten läßt. von einem solchen„ unberühmten" Helden wird aus Lodz folgendes berichtet: „ Auf einer elektrischen Vorortstation bei Lodz wurde der Führer eines Motorivagens, Pawlowski, plößlich von einem Herzschlag betroffen. Da sich der Wagen in voller Fahrt befand, mußte das Schlimmste befürchtet werden. Da nahm der Sterbende seine letzte Kraft zu sammen, um die schweren Hebel des Wagens herumzureißen, und so den Strom auszuschalten. Als der Wagen hielt, war der Heldenhafte Wagenführer bereits verschieden." und wirkungsvollen Jugend- Propaganda inner- Der Bata Pilot Serhant, befindet sich auf dem halb der Gewerkschaftsbewegung. Diesen Uebel- Rückweg von dem Fernfluge nach Indien. Serhant ständen will ein neues Blatt der Zentralgewerk- startete zu Ostern auf dem Flugplake in Blin zu schaftskommission abhelfen, die„ Gewert einem Geschäftsfluge nach Staltutta und legte diese Die Geschichte der Menschheit tennt viele schafts= Jugend", deren erste Nummer 12.000 Kilometer betragende Luftstrede in 13 Tagen eben erſchienen ist. In ihrem Geleitwort verweist zurück. Nach viertägiger Ruhepauſe trat Pilot Ser- Helden. Solche die zu Unrecht, und solche, die zu die„ Gewerkschafts- Jugend" auf die Gefährdung hant am 20. d. M., den Rückflug an und setzte ihn Recht als Helden bezeichnet werden! Aber dtc der jungen Generation in dieser Zeit und auf die nach einem Funkbericht ſehr rafc fort to bat er elden, die die Menschheit braucht, Notwendigkeit, ihr bei dem Suchen nach einem wartet wurde. Die 3liner bereiten Serhant eine ſeſt- ſind dieſe ſtillen, unheroischen, verantwortungsAusweg aus ihrem schweren Schicksal behilflich zu liche Begrüßung vor, weil seine Flugleistung außer- bollen Helden, ohne jeden persönlichen Ehrgeiz, die sein. Der zweite Aufsatz nimmt zur wichtigen ordentlich und schon heute der größte Flug eines eine Sache wirklich um der Sache selbst willen tun! Frage der staatlichen Arbeitshilfe Stellung. tschechoslowakischen Piloten ist. An den anderen, an deren Ruhm oft das Glück Hinweise auf die Maifeier, auf den Erholungs- Ein mysteriöser Mann. Aus der Haft des De- und das Blut ungezählter Menschen klebt, ist fein urlaub, auf den Internationalen Gewerkschafts- zirksgerichtes in R a chovo entwich ein mysteriöser Mangel. Die„ ruhmlosen" Helden aber werden bund, auf wertvolle Bücher und Stimmen aus Mann, der in der Vorwoche von einer Gendarmerie- die wahren Helden einer besseren Zulunſt ſein! der gewerkschaftlichen Jugendbewegung füllen den patrouille festgenommen wurde, als er sich in illega Wichtig für jedermann: M. HODANN: Sexualpädagogik M. HODANN: Seite 5 Kč 24.Geschlecht und Liebe Kč 24.Zu beziehen durch alle Kolporteure Auslieferung: Zentralstelle für das Bildungswesen Prag XII., Slezská 13 Alte Zeitungen Von Kurt Bols- Stern. An der Tür des fleinen, ärmlichen Ladens, den ich hie und da betrete, um Zigaretten, eine Zeitung, ein Fläschchen Tinte zu taufen, ist ein Schild angebracht:„ Sier ist altes Zeitungspapier zu haben. Nilo fünfzig Heller." Eines Tages stand ich im Laden, als ein junger, etwas verhungert aussehender Mensch in abgerissener Kleidung hereinfam, den Hut nervös in den Händen drehte und in der Mitte zwischen Tür und Ladentisch stehen blieb, als wage er nicht recht, näher zu treten. Ich dachte, er wolle betteln. Aber nein: mit scheuer, heiserer Stimme ersuchte er die Frau hinter dem Ladentisch nicht um eine kleine Gabe, sondern um ein Stilo alter Zeitungen, brachte nach einigem Suchen aus der Hosentasche eine Münze zutage, bezahlte, nahm einen stattlichen Haufen bedruckten Papiers ent gegen und entfernte sich schmeller und sicherer, als er gekommen war. Die Frau sah ihm kopfschüt telnd nach:„ Wozu braucht er das wohl? Alle mal hab ich ihn gefragt und da ſagte er, er widele paar Tage kommt er und fauft sein Stilo. Eins Bücher darin ein, die er mit der Post wegschide. Aber er wurde ganz rot und ich glaube, er hat gelogen. Warum nur?" Ja, er hatte gelogen. Warum? Weil er sich schämte, obwohl dazu gar kein Grund war. Ein paar Wochen später, an einem Sonntag, habe ich ihn wiedergesehen. Ich erkannte ihn sofort. Er faß auf einer Bant im Baumgarten und las. Neven sich hatte er einen hohen Stapel Zeitungen liegen. Eine hielt er in sänden und las darin, andächtig, tief verjunften. Ich ſezte mich zu ihm und er nahm davon teine Notiz. Ich blinzelte zu seiner Zeitung hinüber, suchte das Datum zu entziffern. Sie war vom Jahre 1932. Warum ich diese Kleine, nebensächliche Begebenheit erzähle? Nicht nur weil ich sie rührend eine Morrie finde, ſondern vor allem: weil sie eine Moral enthält. Nein, teine Moral, mehr noch. Einen Troſt. Für wen? Für uns, die wir für die Zeitung schreiben und manchmal darai denten müssen, daß unsern fleinen, glühend, mühevoll und geheẞt dem ungefügen Rohstoff des Tages abgerungenen Kunstwerten nur farge Dauer beschieden ist, daß das gleiche Zeitungsblatt, das des Morgens von aller Augen begierig verschlungen wird, schon abends beiseite geworfen, veraltet, Matulatur ist. Wenn wir daran denken, wollen wir nicht mehr traurig und bitter werden, nein, wir wollen uns sagen: Irgendwo sitzt ein blasser, junger Mann und genießt hingerissen und kiloweise unsere Leitartikel, Feuilletons, Lofalnotizen, Reisebriefe vom Jahre 1932. Alte Zeitungen, das Kilo fünfzig Heller. Volkswirtschaft und Sozialpolitik Streiks und Aussperrungen im März 1934 gab es im März 1934 22 Streifs( im Feber 15); davon waren 19( 11) Einzelstreifs und 3( 4) Gruppenſtreits in 129( 47) Betrieben. In den be troffenen Betrieben waren 4252( 7554) Arbeits nehmer, von denen 2828( 4962) streiften und 136 Laut Mitteilung des Statistischen Staatsamtes ( 49) infolge des Streifs feierten. Die Streifenden versäumten 23.306( 28.317) Arbeitstage und hatten einen Lohnenigang von 688.732( 644.047) 1904( 239) Arbeitstage und verloren an Zohn 43.909( 3939) Kč. Kč. Die infolge von Streifs Feiernden versäumten Nach den Getverbetlaffen entfallen 8 Streits auf die Baugewerbe( 6502 versäumte Arbeitstage), ie drei Streits auf die Metallverar beitung beitung( 2297) und die Bekleidungsindustrie ( 3424), ie 2 Streits auf den Bergbau( 1746) und die Maschinenindustrie( 854) fotvic je ein Streit auf die Steinindustrie( 7315), Holzindustrie ( 142), Textilindustrie( 1026) und die polygraphische Industrie(-). Hinsichtlich der Forderungen waren bei neun Streits Forderungen nach Lohnerhöhung( 14.246 versäumte Arbeitstage), bei 2 Streits nach Nichtfürzung der Löhne( 8028) dic Ursache; 8 Streits hatten andere Forderungen ( 6032), während bei 3 Streits die Forderung bisher nicht befannt ist. Das Ergebnis der Streiks war für die Arbeitnehmer im ganzen in zwei Fällen ein voller Erfolg( 890), in neun Fällen ein Teilerfolg( 14.101), in fünf Fällen ein Mißerfolg( 2969) und in fünf Fällen ist es unbekannt( 5346). Nach Ländern entfallen auf Böhmen 18 Streifs( 19.891), auf Mähren- Schlesien 1 Streit ( 40), auf die Slowakei 1 Streit( 2534) und auf Starpathornsland 2 Streits( 841). Aussperrungen gab es im Monat März feine. Seite 6 PRAGER ZEITUNG ,, Sozialdemokrat" Das Luftschlößchen in der Svězda( ,, Stern") ist einbarung widerspricht dem abgeschlossenen Kollek wieder der breiteren Oeffentlichkeit vom 22. April ab tivvertrag und wir haben an dieser Stelle auch schon zugänglich, und zwar jeden Dienstag, Donnerstag, über Urteile des Arbeitsgerichtes berichten können, Samstag, Sonntag und Feiertag, von 14 bis 17 Uhr. die die Verpflichtung des Dienſtgebers anerkannien, Eintritt für Erivachsene 50 Seller, Kinder 30 Heller. foldie Anschaffungen selbst zu tragen. Diese Verpflichtung gilt aber, wie aus einem soeben ergan= genen Urteil hervorgeht, nur dann, wenn der Dienstnehmer nicht bei Vertrags= abschluß freiwillig zugestimmt Gerichtssaal Die Kehrseite des Professionalsportes Der Prozeß des Fußballers A. Novák gegen Sk. Slavia vor dem Arbeitsgericht. Brag, 25. April. Vor dem hiesigen Arbeitsgericht ist ein interessanter Prozeß; anhängig, über den wir bei seiner ersten Verhandlung eingebend berichtet haben. Der ehemals bhochberühmte Spieler des Fußballklubs„ S.1 a vi a" Anton No v á f, der seinerzeit einen dreijährigen Kon traft erhalten hatte, welcher ihm nebst 1200 Kč figen Monatsbezuges noch eine jährliche Zuwendung von 7000 Kč zuficherte, wurde nach einer erlittenen schweren Verlegung furzerband entlassen und macht nun seine Ansprüche auf Einhaltung des vereinbarten dreijährigen Vertrages geltend. Es ist der erste Prozeß dieser Art, ein Prozeß, der den Betrieb des bürger lichen Professionalssportes einmal alles äußerlichen Glanzes entkleidet, von der kommerziellen Mehrseite zeigt. at, diese Auslagen ſelbſt zu tragen. Dat er eine solche Verpflichtung übernommen, so besteht für ihn wenig Aussicht, nachträglich unter Berufung auf den Kollektivvertrag eine Vergütung dieser Kosten zu ver langen. So hat das Prager Arbeitsgericht eine der artige Klage eines Oberfellners fostenpflichtig abge wiesen, mit der Begründung, daß die Bestimmung des Kollektivvertrages durch gegenseitige individuelle Vereinbarungen aufgehoben und außer Kraft gesetzt werden. rb. Bad Pistyan: Donnerstag, 26. April 1934 Nr. 97 Der Film Wenn ich König wär... fahre Mussolinis, ist nach Straffer liberal. Aber Sorel ist ohne Niessche nicht denkbar, und Niessche, der tatsächlich den liberalen Persönliche feitsbegriff bis zum Wahnbild überspitzt hat, ist wiederum nach Strasser ein Vorfahr des Nationalsozialismus, einer der deutschen Enzyklopädisten" Der selige Mittelstandstraum, plößlich in die ( Lift, Lagarde, Langbehn), die den„ drei Wellen flimmernden Gefilde der oberen Zehntausend versezt elle von 1914, dem Umsturz von 1933 und der Hafenkreuzritter ja nun in Erfüllung gegangen der deutschen Revolution" vorausgehen: der grauen zu sein, ist für Herrn Hitler und die Obersten seiner ..3weiten Revolution". der Propaganda- Chef dieser hochgeschwindelten Clique Damit war traffer bei seinem Lieblingsthema, ist gnädig genug, auch den Untertanen etwas von der der historischen Analogie zwischen den europäischen Seligkeit ihrer Karriere zukommen zu lassen. AllerRevolutionen angelangt. Auf die Gironde muß dings nur im Film- denn in der Wirklichkeit reichts die iako binische Phase folgen: Cromwell auf Hampden, Robespierre auf Vergniand. Lenin auf Sterenſti, die Schwarze Front auf Hitler. Auch die deutsche Reformation wurde als Erempel heran gezogen, nur wurde nicht verraten, warum in ihr die Gironde- Luther- niemals von den Jalobinern Münzer, Bofelson, Florian Geher abgelöst wurde. nidy für alle. Da hat also die Ufa einen Schmarren produziert, der den Titel führt„ Einmal eine große Dame ſein" ( bei uns hier hat man daraus„ Nur einmal im Leben" gemacht) und in dem Fräulein Käthe von Nagy, obwohl sie längst zu den großen Damen der Neubabelsberger Ateliers gehört, das kleine unver zagte Mädchen spielt, das am Ende einen Prinzen bekommt und schrecklich glücklich ist. Und eine andere, bels' Gnaden, hat die holdselige Operette„ Wenn ich hier nicht näher bezeichnete. Traumfabrik von Goebe König wär" auf den Markt geworfen, die zu ihren aus der Opernliteratur gestohlenen Titel eine Ge schichte liefert, deren( von Victor de Kowa gemimier) Held ein Arbeiter ist, den die Laune des General direktors für ein paar Stunden zum„ Wirtschaftss führer" und für immer zum Besitzer seiner hübschen Privatsekretärin macht. Und nun sage noch einer, daß die Klaſſengegensätze im Dritten Reich nicht überwunden sind! Den Marristen unterscheidet von Strasser vor allem zweierlei: die Erklärung auch der ideologischen Revolutionen von den Veränderungen der gesellschaftlichen Struktur her, die Auch geschwächte Orga- wiederum nicht dem freien Willen der Menschen nismen vertragen die allein unterliegen, sondern von gewissen BedingunIschias, Exsudathema gen abhängig find, und zweitens die dialektische Art gezeichnet. Inform.: Bade- zu denken, die im Geschichtsprozen nicht einfach ein direktion, Pistyan. 2364 ander ablösende liberale und fonservative Perioden, sondern die fortschreitende Bildung neuer Formen durch die revolutionäre Ueberwindung der alten erblidt. Wenn Otto Strasser sich hartnädig sträubt, dem Marrismus auf das Gebiet ciner dialetti ichen Auseinandersetzung zu folgen und sich mit Daß diese Filme mit ihrer Verfälschung alles den billigen Erfolgen begnügt, die er in der Argu Wirklichen, mit ihren einfältig- plumpen vägen, mentation gegen den liberalen Vulgärmarrismus ihrem aufdringlich- falschen Glanz und ihrem Appell leicht erringt, so sollte er wenigstens Rosenstod s an die verkrüppelten Wunschträume einer gedudien „ Europäische Revolutionen" studieren und an diesem Sklavenherde unjagbar fitschig und maßlos dumm Wert seine Analogicschlüsse kritisch meisen! sind, braucht nicht besonders betont zu werden. Aber Recht wurde Debatte daß bösartiger als gewöhnlich geistloser Kitsch. Vorträge " Die Philosophie des Nationalsozialismus“ Vortrag Dr. Otto Straffers in der Filosofická jednota. Auch die letzte fortgesette Verbandlung wurde vertagt, ohne daß vorläufig ein Ende abzusehen wäre. Der geflagte Klub bemüht sich nachzuweisen, daß Novák nach dem Unfall sozusagen zu gar nichts mehr gut gewesen sei und eben diese Unverwendbarfeit die vorzeitige Entlassung rechtfertigte. Die eins vernommenen Zeugen waren sich darüber einig, daß Im überfüllten Auditorium marimum der fiche Novát vor dem linfall ein Spieler erster Ia fie gewesen sei. lleber seine Verwendbarkeit chischen Karls- Universität ſprach Dienstag Dr. Otto na d) der Verwundung äußern sich die Zeugen ver Strasser über die Philofophie des Nationalsozia ſchieden. Die von der„, a vi a" geführten lismus. Wie sehr das Thema in Mode und wohl auch Seugen sind der Ansicht, daß Novák tatsächlich als der Sprecher im Mittelpunkt des publizistischen In brauchbarer Spieler nicht mehr in Frage komme. tereſſes ſtehen, bezeugte die Teilnahme aller politiſch Die vom Kläger geführten Zeugen find gegenteiliger intereſſierten Kreise. Neben liberalen Schriftstellern Meinung und auch ein vorliegender ärztlicher Be- und Journalisten, Ständesſtaatlern, Chriftlichſozialen, fund bescheinigt seine vollkommene Ausbeilung und Marristen sozialdemokratischer und troskistischer Coutörperliche Fähigkeit zur Ausübung seines Berufes. Teur, waren Fascisten von der ehemals Jung'schen Nun sollen zur Entscheidung der strittigen Frage die und von der Stalin- Fürnbergschen Richtung anweSpigen der zuständigen Sportinstanzen gehört wer- send. den, wenn nicht der Fall inzwischen durch außergerichtlichen Vergleich aus der Welt geschafft wird. Wir werden auf diesen Prozeß noch zurüdfommen. rb. Hausgehilfin Rosa N., die erst vor furzem aus ihrer eiten Roſten als Dienstmädchen au finden, ſcheini saate Otto Straffer ſehr viel, was nicht nur von ihr Vorleben vor. rb. Muß der Oberkellner Zeitungen, Zahnſtocher uſw. aus eigenem anfchaffen? a) Straffers Philoſophie eigentlich i a t a 1 i it i j ſei. Nun ist freilich jede große Bewegung in ihren Anfängen fataliſtiſch. Sie kann nur Boden gewinnen, wenn sie sich selbst und ihren Sieg als natur notwendig und unvermeidlich hinſtellt. Darum del len sich im Urmarrismus noch die fatalistische Terminologie und der revolutionäre Willen( worüber Billi Sch I am m fürzlich im 1. Seft ſeiner neuen Zeitschrift ausführlicher und sehr scharfsinnig geschrieben hat), aber mit wachsendem Umfang der Bewegung wird sie unter dem Einfluß des Fatalismus träge, unfähig zum Handeln, reines Obicft der Entwicklung. Otto Strasser steht vielleicht schon an dieser Wende. Seine Lehre vom notwendigen Untergang der Gironde batte vor einem Jahr noch Berechtigung, als sie mitten in Hitlers Siegesrausch die Verheißung des Niederbruchs war. Aber wenn Strasser gegen Hitler fämpfen, ibn wirklich stürzen will, dann genügt der Hinweis auf das historische Entwicklungsgesetz nicht. Mit Recht fragt in der be bellende unde nicht beißen, ob dies auch der Hund fannten Anekdote der Jude, dem bedeutet wird, daß bestimmt wisse. Vielleicht weiß Hitler nicht, daß nach Gironde die Jakobiner fommen müssen? Man An der ſopierinen Art, in her fie the joier Sitid mit jozialen Scheinproblemen verbinden, in der Frechheit, mit der sie Sympathien für Jugend und Bolt heucheln, in der feelenlosen Gemeinheit, mit der ſie die Konflikte der Gegenwart witeľnd und schlager= fingend verhöhnen, sind sie ärgste und hinterlistige Provokationen, gerichtet gegen alle, die nodi etivas von Anstand, Wahrheit und ehrlichem Kampf halten. ―eisVereinsnachrichten ATUS PRAG Ein billiges Vergnügen vor Monatsschluß: Unsere Turner Wanderung ins Prokopi- Tal. Abmarsch ist pünklich um 8 1hr früh des letzten April- Sonntags ab Endstation der Linie 5 in Hlupočeph. Turnzeug nicht ver geffen! seines in the Barn iner for men miben a Sport• Spiel• Körperpflege wird dabei langsam zum Ballast. Kunst und Wissen Fünftes Schweizerisches Arbeiter- Turn. nnd Sportfeſt in Luzern. Mit der Durchführung des Feſtivieles ist Genoffe Otto Zimmermann beauftragt worden. Es wird damit gerechnet, daß die 700 Teilnehmer, die man dazu braucht, reſtlos zuſammengebracht werden können. In erfreulicher Weiſe treffen Anfragen von weiteren Sportorganisationen ein, die ebenfalls am Feste teilnehmen wollen. Am 6. Mai ist die offizielle Eröffnung der prächtigen, neuen städtischen Sportplavanlagen, verbunden mit großen sportlichen Wettkämpfen, an denen der Arbeiter Turnverein Luzern ebenfalls teilnehmen wird. Dieſe Sportanlagen sind mum in ihrer Gesamtheit vollendet und stellen etwas Prachtvolles dar. Zweimal deutſcher Urwald! I. Allenthalben in der Wirtschaft muß man beobachten, daß der Jude wieder seine alten Methoden aufzunehmen beginnt. Sie haben fon statiert, daß ihnen ja heute nichts mehr geschicht. Weshalb sollen sie sich dann nicht wieder bemer! bar machen und zeigen, daß es ja doch nicht ohne sie geht!" Auch wenn man Otto Strasser als volitischen Kämpfer, als Mann von Instinkt und Tem perament, als einen lugen Kopf und schlagfertigen Polemiker zu werten weiß, mußte man seinem Ausflug in die Philosophie ein wenig skeptisch gegenüber stehen. Was er in seinem Referat und vor allem Diebsbeute im Lackschuh im Zug der Debatte vorbrachte, war denn auch Abenteuer einer 19jährigen. reichlich wire und oft peinlich in der Primitivität, Brag, 25. April. Die 19jährige, sehr hübsche fiche Fragen über einen Leisten geschlagen und nach mit der historische, philosophische, naturwissenschaft Heimat gekommen um einer Schablone zugeschnitten wurden. Natürlich ſehr bald in üble Sände gefallen zu sein. Dieses seinem Standpunkt aus richtig ist, aber er brachte wird es ihm beibringen müſſen. Nicht durch AnaMädchen aus ehrlicher Steinbauernfamilie, die be- noch mehr vor, was zu Bedenken begründeten An- logieschlüsse, sondern durch Analogie- Ta te n. Lenin neidenswert bald einen annehmbaren Boſten gefun- laß gibt. Er geht von der geistigen Revolution aus, bat kerenſti nicht geſtürst, indem er ihm die Geben bat, scheint bald entbedt zu haben, daß fie in die sich mit der leberwindung des Liberalismus voll- chichte der Gironde erzählte, sondern indem er die ihrer Freizeit auf der Straße einen dicht. Wir stehen am Ende eines liberalen Jahr- Matroſen und Arbeiter von Betrograd gegen ihn Nebenverdienſt finden könne. Am 16. Dezember ſtieg hunderts. Das neue Jahrhundert werde konservativ führte. Wir bezweifeln nicht, daß gerade Dito Straffie mit einem Zufallsgalan in einem Alliſtädter otel sein. Der Nationalsozialismus sei der in der Methode ier Vut hat und die Aktion will. Seine Theorie aber ab, verbrachte die Nacht mit ihm und flaute schließlich revolutionäre, im Inhalt konserva ibrem schlafenden Kavalier den Inhalt seiner Brief- tibe Träger dieser Revolution. Leider gelang es Der Veranstalter der Vortragsreihe, Professor tasche 2500 Kč wobei sie großmütig genug Strasser, so oft er in der Debatte darauf zurüd- Rá dl, ordnete mit der Feststellung, daß es sich bei war, ihm 100 Kč zur Bezahlung der Hotelrechnung fam, doch nicht, den Begriff„ konservativ" einiger der Geistigkeit des heutigen Deutschland um eine zu lassen. Sie wurde, obwohl sie sich unter falschem maßen flar zu umschreiben. Er vergißt eben, daß neue o manti" handle, ebenso energisch wie Namen ins fremdenbuch eingetragen hatte, dennoch conservativ" doch seit einem Jahrhundert nur als großzügig Straſſers Ausführungen auf furzem Wege ausgeforscht und in Untersuchungshaft gesetzt. lleber Antithese zu liberal" gedacht werden fonnte und in ein Weltbild ein. Einer Besprechung der ausführt wurde die zunächst hartnädig Leugnende erst das eine„ lonservative Revolution", soll sie einem schließlich frankhaften, barbarischen und untermenschdurch Auffindung des gestohlenen Geldes, das sie in in liberalen Denkformen aufgewachsenen Publikum lichen Erscheinungen in der Romantik" des dritten einem fein ausgeflügelten Versted verborgen hatte, verständlich gemacht werden, wesentlich schärfer ge- Reiches wichen der Vortragende wie der Diskussions die zerfnüllten Geldscheine wurden nämlich in den fennzeichnet werden müßte. Im Fangballspiel mit leiter geflissentlich aus. E. F. Spiken ihrer Ladschuhe aufgefun- den Begriffen konservativ- revolutionär" ,,, liberalden. Bei der heutigen Hauptverhandlung weinte sie reaktionär", liberal- revolutionär" und ,, fonservaund bezeugte Reue. Das Gericht verurteilte sie 31 tib- reaktionär" entalitten dem funstfertigen Jongleur dreimonatenerter und behielt sich die Bälle doch so oft, daß sich jener Teil des Publidie Entscheidung über die Bedingtheit der fume, der die Philosophie des Nationalsozialismus Zirafe bis zum Einlangen näherer Auskünfte über nicht aus der Literatur kennt( die Auffassungen stern auf Anregung der Karisuniversität und der Der 50. Todestag Bedřich Smetanas wurde ge Otto Strassers sind vielleicht am besten bei Weigant tschechischen Akademie für Wissenschaft u. Kunst durch von Miltenberg herausgearbeitet), vor einem un eine Fest sisung in der großen Aula des Karoliübersichtlichen Chaos von Worten ohne Inhalt stand. nums gefeiert. Der Feier wohnten u. a. der VorDer Fascismus sei liberal, der Nationalsozialis- sisende des Abgeordnetenhauses Dr. Staněk, der Vormus fonservativ, erklärte Strasser. Aber die Carta jizende des Senats Dr. Soukup, der Rektor der di Lavoro ist doch bei weitem weniger liberalistisch als Starls- Universität u. a. bei. Die Begrüßungsansprache Das steht im offiziellen Naziblatt für Westdie Arbeitsverfassung Hitlers, der italienische Fascis hielt der Rektor, dann sprach der Dekan der philo falen, in der Westfälischen Landeszeitung". Heißt mus ordnet den Staat dem Kapitalismus in man- sophischen Fakultät Dr. Fischer und der Präsi- das nun, daß Hitler, im Zeichen der nahenden Wirtchem Punkte über, der deutsche Fascismus kapituliert dent der tschechischen Akademie Prof. Foerster. Schaftskatastrophe, resigniert und die reichen Juden vor dem Unternehmertum. Sorel, der geistige Vor- Die Festrede hielt Prof. Dr. Zdenět Neie blyanpumpen will, oder ist die merkwürdige Feststellung über das Thema:„ B. Smetana in der tschechischen der Nazi- Gazette das Signal zu einem neuen, frischmaten geschäftig beim Kuhhandel, aber heraus Kultur". Smetana gehört, so sagte der Redner, nicht fröhlichen Juden- Pogrom?! fam eine Serie fostspieliger Konferenzen, deren au den Spikenerscheinungen der tschechischen Wufit, Resultat gleich null war. Je mehr sich die Gemüter tanas tünstlerischem Nachlaß sprach Prof. Dr. 3 id. sondern der gesamten nationalen Kultur. Ueber Eme Die Amerikaner gelten in der ganzen Welt erhitzten, je stürmischer man den Frieden und seine mit der Intonierung der Staatshymne fand die als besonders praktische Leute. Sie sind so prat- Gefährdung erörterte, desto mehr verdiente die Feier ihren Abschluß. tisch, daß sie jetzt etivas erfannt haben, was sehr im Atford arbeitende Rüstungsindustrie, desto Spielplan des Nenen Deutschen Theaters. viele andere noch nicht einsehen wollten! Der höher stiegen die Dividenden jener Gentlemen, die Donnerstag, halb 8 Uhr: Ein Mastenball". Washingtoner Senat hat, so wird aus Amerika aus Mord und Tränen Gold zu münzen ver. 1. Freitag, halb 8 Uhr: Die lustige berichtet, beschlossen, eine llntersuchung stehen. der Frage der Kriegsmaterialher= Wenn jedoch dieses fürchterliche Uebel, das stellung und des Waffenhandels an die Welt zu ersticken droht, noch ausgerottet werzustellen". Ein aus sieben Mitgliedern bestehender den kann, so ist es nur unter der nüchternen Sonderausschuß wird sich mit diesen Problemen Parole der praktischen Amerikaner möglich. Denn beschäftigen. Der Untersuchungsausschuß soll der Krieg ist ein Geschäft! Eins der übelsten, unter der Devise: Der Krieg sei in Buschmußigsten und erbärmlichsten, die die kapitalitunft tein gewinnbringende 3 stische Gesellschaftsordnung kennt, aber deshalb Geschäft mehr seine Entscheidungen auch eins der lufrativsten. Hier, nur hier, sitzt der treffen. Lebensnerb der militaristischen Ethit" Wenn es In der Welt ist noch niemals soviel von Ab- den Amerifanern ernst mit ihren so einfachen und Bezirksorganisation Prag. Freitag, den 27. rüstung und Kriegsverhinderung gesprochen wor- gerade deshalb genialen Vorschlag ist, so fönnten April, Sigung der Bezirksvertretung adjt Uhr abends den, wie in den letzten Jahren, und noch niemals sie vielleicht die Netter dieser am Gängeiband der im Heim Národní ič. war die Kriegsgefahr so atut wie jetzt. Wir hör- Kriegsverdiener hängenden Welt werden. ten glühende ethische Appelle ehrlicher Eingänger, Allerdings ist die Gefahr nicht ganz von der aber sie wurden gelangweilt mitangehört und Hand zu weisen, daß sie zu praktisch sind, um verpufften wirkungslos. Wir sahen die Dipto- ihren Vorschlag in die Pragis umzusehen! Bezugsbedingungen: Bei Zustellung ins Haus oder bei Bezug durch die Poſt monatlich Ke 16.-. vierteljährig Kč 48. halbjährig Kč 96.- ganzjährig Kč 192.-.- Inserate werden laut Tarif billigst berechnet. Bei öfteren Einschaltungen Preisnachlas. Rückstellung von Manistripten erfolgt nur bei Einsendung der Retourmarken. Die Zeitungsfrantatur wurde von der Post- und Telegraphen - Druderei: Orbis". Drud. Ver und Zeitungs- A.- G., Prag. Prag, 25. April. Es ist eine befannie Tatsache, daß in vielen Lokalen der Oberfellner die Verpflichtung übernimmt, die Zeitungen, Bahnstocher u. ä. auf eigene Rechnung zu besorgen. Eine solche VerIns Zentrum getroffen! direktion mit Erlaß Nr. 13.800/ VII/ 1930 bewilligt. Witwe", D. 1.- Samstag, halb 8 Uhr: Geld ist nicht alles", Erstaufführung, T. 2. Spielplan der Kleinen Bühne. Donnerstag, 8 Uhr: Straßenmufit". Freitag, halb 8 8 Uhr: Bar iser Potpourri". ErstaufUhr: Die Insel", Erstaufführung. Samstag, führung. Aus der Partei Freie Vereinigung sozialistischer Akademiker. Heute, 20 Uhr, Národní 4 ,,, Wirtschaft 3= frise und die Zukunftsperspettiven". II. Aus der ,, Kölnischen Zeitung": ,, Kompressoren heulen um die Nürburg. Der neue Mercedes- Benz- Rennwagen, der 280 Kilometer erreicht. iſt flint wie eine Schwalbe, aber er bleibt am Boden haften... Schnelligkeit. Sie haben eine fast fagenhafte Die Wagen fleben nämlich am Boden bei aller Straßenlage. Ein Springen oder ein Hopsen, ausgeschlossen! Wie ein Brett liegt der Wagen! Der Wagen ist mit mathematischer Genauigkeit so ausbalanciert, daß er unter den Händen seiner Fahrtünstler ohne gewaltsamen Ruck sich selbst in den Graden prescht..." Auf der anderen Seite: ,, Der neue Mercedes- BenzRennwagen verließ die Straße und flog über einen Drahtzaun, riß noch einen Baum um und blieb schwer beschädigt liegen...“ Theorie und Pragis im Dritten Reich"! P-. " übernimmt alle ins Fach einschlägigen Arbeiten. Franz Kříž, Prag VIII., Královská tř. 274. Postenloser Lackierer