Titl. Dělnická akademie Praha II. Hybernská ul.7. Bouwomokrat ZENTRALORGAN DER DEUTSCHEN SOZIALDEMOKRATISCHEN ARBEITERPARTEI IN DER TSCHECHOSLOWAKISCHEN REPUBLIK ERSCHEINT MIT AUSNAHME DES MONTAG TAGLICH FRUH. REDAKTION UND VERWALTUNG PRAG XII., FOCHOVA 62. TELEFONI- 53077. ADMINISTRATION TELEFON 53076. HERAUSGEBER: SIEGFRIED TAUB. CHEFREDAKTEUR: WILHELM NIESSNER. VERANTWORTLICHER REDAKTEUR: DR. EMIL STRAUSS, PRAG. 14. Jahrgang Dienstag, 1. Mai 1934 Imoboll Einzelpreis 70- Helfer ( einschließlich 5 Heller Porto) Nr. 101 Unser Mai- trotz alledem! Nun sind wir das letzte Land Mitteleuropas, in dem der Erste Mai in Freiheit gefeiert werden kann. In Deutschland haben sie ihn gestohlen, in Desterreich) wollen sie ihn schänden. Da und dort werden hunderttausende Sozialisten in ihrem Herzen das Gelöbnis zur gemeinfamen Sache der Arbeiterklasse aller Länder erneuern, werden mutige Vorfämpfer dem Uebermut der Sieger frozen. Aber nur in der Tschechoslowakei noch fönnen wir in Massen auf die Straßen ziehen, können die roten Fahnen wehen wie seit vier Jahrzehnten, dürfen wir sagen, was wir fordern und wofür wir fämpfen. Diese Freiheit, die uns blieb, ist für uns eine heilige Aufgabe. Wir werden sie nur bewahren, wenn wir sie schützen. Die Arbeiter perden sie nur schützen, wenn sie gelernt haben, fie zu schätzen. Vor einem Jahr hat der deutsche Fascismus die Gewerkschaften zerschlagen. Am 1. Mai wurde den Arbeitern noch vorgetäuscht, man wolle die Gewerkschaften zwar gleichschalten, aber bestehen laffen, man werde die Arbeiter nicht in den neuen Staat zwingen, sondern sie überzeugen. Am 1. Mai rief man noch die freigewerkschaft. Tich organisierten Arbeiter und Hitler verkündete seinen Ein. jahrsplan. Am 2. Mai fuhren zur felben Stunde vor allen Gewerkschaftshäusern die Lastwagen mit den SA- Stürmen auf. Die Beamten und Führer der Gewerkschaften wurden geprügelt, gefoltert, eingeferfert -und wie jüngst wieder erwie. sen wurde: viele von ihnen wur. den ermordet. An ihre Stellen traten, von den Bedienerinnen bis zum Obmann die neuen Leute. Der Apparat wurde dabei mächtig vergrößert. Dreibis viermal soviel Angestellte als früher siten in den Gewerf. schaftsämtern der deutschen Arbeitsfront. Die Beiträge wur. den erhöht. Aber die Mitglieder haben nichts mehr zu sagen. Sie dürfen nicht beschließen, nicht wählen, nicht kritisieren. Zahlen und Kuschen ist ihr Los. Die Arbeitsverfassung von 1934 ist das Ergebnis dieser Neu- Ordnung. Der Arbeiter ist dem Unternehmer zur Gefolgschaft verbflichtet. Er untersteht der བ་ ་་་ ་་་ ་་་ ་ ་ richtung. Die Vierzigstundenwoche, vor Jahren der erste Schritt über den Achtstundentag hinaus, ist heute die Mindestforderung. Aber das tragische Verhängnis der Arbeiterbewegung will es, daß in dieser Zeit, da der technische Fortschritt die sozialistischen Utopien zu Fragen gemacht hat, die weder phantastisch noch fühn, sondern errechenbar sind, daß in dieser Zeit der nahen Verwirklichung die Konterrevolution die Arbeiterbewegung gerade, wo sie am mächtigsten war, zurüdwirft in die frühkapitalistische Barbarei. Траур Imat ユコ Disziplinargewalt des Unternehmers. Die Entwicklung von sieben Jahrzehnten wird mit einem Federstrich ungeschehen gemacht. Der Arbeiter ist der Sklave; der er in den Anfängen des Kapi. talismus war. Dem Unternehmer allein wird der ganze Schutz des Staates zuteil. Verstehen die Arbeiter, die das mitansehen, nun den Sinn des Fascism us? Verstehen sie, daß der Klassenkampf und mit ihm sein stärkstes Symbol, der 1. Mai, wieder den alten Charakter erhalten? Nicht mehr Fest und Feier allein, sondern vor allem und zuerst wieder ein Tag de 3 empörten Aufschreies, der Proklamation unserer Menschenrecht c. Als die ersten Maifeiern stattfanden, da war es nirgends, nicht einmal im zaristischen Rußland so schlimm wie es heute in Deutschland ist. Aber es war schon so, daß der 1. Mai für die Massen des Proletariats den Kampf um ihre Geltung als Menschen, als Glieder der Gesellschaft bedeutete. Man hat den Arbeitern die Straßen verwehrt. Sie sollten keine Presse, feine Vereine, feine parlamentarischen Vertreter haben. Alles, wessen sich der bürgerliche Libe ralismus als freiheitlicher Errungenschaft rühmte, sollte für die Arbeiter nicht gelten. Dagegen empörte sich das primitivste Gefühl für Menschenwürde. Dagegen setzten die Massen ihr Leben ein. So eroberten sie den 1. Mai. So erfüllten sie ihn mit dem Geiste des Sozialismus schlecht. hin, weit über die Tagesforderungen hinaus. Die änderten sich mit der Zeit, die waren bald überholt. Der Achtstundentag- 1890 eine revolutionäre Parole, ist 1934 eine veraltete Ein16081- bou Darum, ehe wir an die. sem Ersten Mai unsere sozialisti. schen Forderungen formulieren, unserem Willen zur Umgestal. tung der Gesellschaft leiden. schaftlichen Ausdruck geben, fragen wir nach den Voraussetzungen des Sozialismus. Seine wichtigste ist die demofratische Bewegungsfreiheit der Arbeiter. Sie war es überall und immer. Auch in Rußland. Erst mußte die demokratische Revo. lution den Zarismus stürzen, che sich auf der Basis der Repu blik der Kampf um die bolichewistische Diftatur überhaupt entwickeln konnte. Vergessen wir nicht, daß es die Demokra. ten waren, die den zaren gestürzt haben! Allerdings: keine Demokratie fann leben ohne den sozialen Inhalt. Sie muß sich als die wirtschaftlich und sozial fortschrittliche Form erweisen, sie muß zeigen, daß sie der Entfaltung der gesellschaftlichen Kräfte mehr Raum gibt als der unfreie Staat, nur so fann und wird sie leben. Wenn heute deutsche und tschechische Ar. beiter in diesem Staate ihr Bekennt. nis zur demokrati. schen Republik ablegen, wenn sie geloben, die demokra tischen Einrichtungen und den Staat, der mit ihnen verbunden ist auf Gedeih und Verderb zit verteidigen, so erheben sie doch auch ihre Stimme und fordern, daß Parlament und Regierung des demokratischen Staates ihre Pflicht gegenüber dem Volf erfüllen. Hunderttausende Arbeitslose warten auf Arbeit, hunderttausende Bauern wollen endlich die Sicherheit haben, daß ihre Scholle und ihre Arbeit soviel schaffen, als sie zum Leben brauchen, hunderttausende junge Menschen warten darauf, daß man ihnen den Weg ins Leben bahne, ihre Zukunft sichere. Hier liegen die großen Aufgaben des demokratischen Staates. Wir schüßen ihn, weil wir diese Aufgaben sonst nicht lösen können. Aber wir wissen auch, daß aller Kampf für die Demofratie vergebens wäre, wenn die wirtschaftlichen und sozialen Probleme ungelöst blieben. Wir wissen, daß die Freiheit der Boden ist, auf dem allein Wohlstand erwachsen kann, aber wir erkennen, daß die Freiheit erst ihren vollen Sinn erhält, wenn die Menschen Arbeit und Brot haben. Wir haben an jedem Ersten Mai nicht nur an uns allein gedacht. Wir feiern den 1. Mai als den Tag der Internationale. Das heißt, daß wir an dieſem Erſten Mai vor allem der Arbeiter und Sozialisten gedenken, die im Kampfe für den Sozialismus gefallen sind, die in den Konzentrationslagern und Kerkern schmachten, die unter Einsatz ihres Lebens den Kampf gegen den Fascismus führen. Wir denken an Deutschland, Italien und Ungarn, wir denken an Desterreich). Unsere Gedanken sind im roten Wien, das für uns rot bleibt, weil hunderttausende Herzen dort für unsere Sache schlagen. Der Kampf der Internationale, der Kampf ums Menschenrecht, er wird der Inhalt dieses Ersten Mai. Wir stehen in ihm auf Vorposten. Seien wir uns der Größe unserer Aufgabe bewußt. Ob wir sie erfüllen, ob wir ausharren, das wird darüber entscheiden, wann unsere Brüder jenseits Seite 2 der Grenze wieder den Ersten Mai feiern können, einen Sieges- Mai, an dem wir Anteil haben werden wie heute an dem Leid der Genossen. ruf: Empor, der Tag dringt ein. Die Internationale Wird die Menschheit sein! Trotz alledem! Von Julius Deutsch Dienstag, 1. Mai 1934 ,, Freude durch Kraft" Befreiter Alltag Von Otto Friedrich Nr. 101 stehen und zur Bereicherung einer befreiten Ge samtheit beitragen. Ist die Menschheit eines Tages wirklich frei geworden, so wird sie erschüttert stehen vor der Fülle beglüdender Möglichkeiten, die sie sich durch Zwang und Unterwerfung bisher selbst verschloß. Wehr denn je gilt heute Matteottis Wort: „ Erst wer die Freiheit entbehrt, weiß, daß er sie zum Leben braucht wie Luft und Licht." Befreiter Alltag- dasist nichts anderes als: alle Lage in Freis 1. Mai So pflanzten sie die Forderungen des 1. Wir marschieren als die Letzten eines großen Heeres, das schwere Verluste erlitten hat. Aber wir marschieren auch als die Ersten der Wer die moderne Literatur in all ihren Ver- jum der gemeinsamen Arbeit willen sich kamerad neuen Armee des Sozialismus. Und das wollen jästelungen verfolgt, findet in ihr immer einen schaftlich zusammenfanden. mir stärker als jenes erleben: hinter uns liegt Spiegel alltäglicher Unfreiheit. Aus ihr hat der Vieles von dem ist zerstört worden. Ueberall Mensch Auswege gesucht. Freiheits- Surrogate ein Schlachtfeld mit vielen Opfern. Aber vor schaffen ihm die Möglichkeit, zu erträglichen Prei- dort, wo diese Anfäße einer Demokratie verloren uns liegt der Sieg. Um ihn wollen wir sen in fremde Länder zu reisen. Die Sehnsucht gingen, ist auch aus dem Alltag, der durch den Beginn einer Mitbestimmung der Arbeitenden am heit! ringen. Seine Fanfaren locken. Ihm entgegen nach dem Urlaub war nicht zuletzt eine Sehnsucht Arbeitswert sein besonderes Gepräge erhielt, die heben wir die Fahnen mit unserem alten Kampf. nach dem Urlaub von ſich ſelbſt, von der starren Sonne gewichen. Die stärksten Reflektoren obrig= und erdrückenden Zwangsläufigkeit des modernen feitlicher Propaganda werden sie mit ihren fahlen, Alltags. Erjazz- Jllusionen liefern ebenso auch die herrischen Lichtglanz nicht zu ersehen vermögen. Vergnügungen der heutigen Freizeit. Der Kleine, Dopolavoro"( Nach der Arbeit) und um jeden Heller darbende und fargende Mann Vertreter von Arbeitervereinen und Verbäns geht abends ins Kino, um für eine oder zwei Kraft durch Freude" nennen sich die Stunden teilzuhaben an dem Luxus und an dem Institutionen, in denen durch Zusammenfassung den aus den verschiedensten Ländern waren es, vermeintlichen Glück der großen Welt, jener Men aller Bildungs- und Sporteinrichtungen dem arbei- die vor 45 Jahren auf einem allgemeinen Arbeis schen, von denen schon der Sammelbegriff„ Große tenden Volte in den fascistischen Staaten die Frei- terkongres in Paris beschlossen, den 1. Mai zu Welt" sagt, daß sie im Gegensatz zur straffen und zeit erheitert werden soll. Aber indem diese In- einem internationalen Demonstrationstag zu er ausweglosen Gebundenheit des Schicksals des flei- ftitutionen einem ganz bestimmten Staatswert heben. Nicht Abgesandte von Arbeitern schlechthin, nen Mannes weltweite Möglichkeiten vor sich zu dienen, erheischen sie zugleich auch eine innerliche fondern nur jenes Teils, in dem sich die Er fenntnis immer mehr durchrang, daß der Kampf haben scheinen. Auch die moderne Mode tommt Bejahung dieses Staatszwedes. Indem sie am leber Italien herrscht das Rutenbündel, ein diesem Bedürfnis mit einem Schein Glück" ent- Schlusse eines Arbeitstages stehen und in ein gegen den ausbeuterischen, den arbeitenden Mens Schein- Glüd" en erniedrigenden Kapitalismus nur von ihnen Symbol des Henters, über Deutschland hat sich die gegen. Eine besondere Sonntags- und Feiertags öffentliches Leben fallen, in dem die andere Seite selbst, von ihrer ganzen Klasse mit Erfolg geführt irrfinnige Barbarei des Halenkreuzes gesenkt und fleidung, die nach Möglichkeit durch billige Nach des Fascismus, der Mangel an Selbstbestimmung ergen fönnte. über Desterreich regiert seit dem Feber dieses ahmung den Geschmad der reichen und tonan- und Selbstverwaltung der breiten Maffen, jederJahres eine Mischung des„ bodenständigen" gebenden Schichten ersetzt, wird verlangt. Ebenso zeit deutlich in Erscheinung tritt, vermögen sie nicht Fascismus mit tatholisch- fleritalem Frömmlertum. fuchen die Massenstätten des Verkehrs, Kaffee- einmal jene Illusion zu nähren, die im bürger- Mai als ein weithin leuchtendes Fanal auf, das In ganz Europa ist die Reaktion erstarkt, der Einhäuser, Gasthäuser, Kinos und Tanzlokale mit lichen fonstitutionellen Staate der Vorkriegszeit die solidarische Verbrüderung aller Arbeitenden fluß der Arbeiterklasse zurüdgedrängt. falschem Marmorprunk jenen Lugus vorzutäu- noch in den breiten Massen vorhanden waren. Was Nun jubeln die Zeitungsschreiber der Bourschen, der dem Bewohner der düsteren und grauen mußt es schon, wenn man„ Aemter für Schönheit geoisie:„ Ein Wunder ist geschehen. Sehet, sehet, Wietsfasernen eine illusionäre Entschädigung für und Würde der Arbeit" schafft? Rein Amt tann geben, was aus eigenem Ers die sozialistischen Fahnen zu Boden sein Leben im Alltag bieten soll. leben zu schaffen ist? Die Papyrussanten... in neuer Glorie steigt der Kapitalis- Muß das immer so sein? Wird Ein internationaler Kampftag des sozialistis pflanze, die der Buchdrucker sich selbst an den Arbas immer so bleiben? In dem Maße, beitstisch sekt, weil sie eine fleine Erhöhung seines schen Proletariats wurde der 1. Mai und er In den Jubel der bürgerlichen Welt mischen in dem die Bildungsmöglichkeiten der Massen und Lebensgefühls widerspiegelt, fann nicht ersetzt muß es bleiben! fich Stimmen der Verzagtheit aus proletarischen auch ihr Selbstgefühl zunehmen, wurde diese Frage werden durch die beste Zierpflanze, die von Amts Die freien Gewerkschaften und die Sozial Kreiſen. So manche, die noch vor kurzem wähnten, immer dringender gestellt. Und als nach einigen wegen oder von dem Unternehmer als Führer demokratie sind in vielen Ländern längst große, durch fleißige Organisationsarbeit, durch die Auf- Jahren scheinbaren Aufstiegs die Krise mit ihren seiner zum Gehorsam verpflichteten Gefolgschaft im gesellschaftlichen Leben einflußreiche Organi flärung der Maſſen, durch Wahlen und sonstige Stürmen alles lleine Glück von den Lebensbäumen beschert wird. Rechte, nicht wohltaten fationen geworden. In Deutschland, Italien und demokratische Mittel der sozialistischen Geſellſchaft herabſchüttelte wie welles Laub, wurde die Sehn- braucht der Mensch, um Glüd zu Desterreich hat der kapitaliſtiſche Feind sie vornäher zu kommen, sehen sich um den Preis ihrer sucht nach neuem Frühling immer stärker. Die empfinden. Denn fein Geschent wiegt die übergehend zerschlagen fönnen, aber in anderen, Mühen betrogen. Ein brutaler Gewaltstreich be- heutige Welt sieht sich bisher außerstande, fie au Freiheit auf. Nichts gleicht der Entfesselung bedeutenden fapitalistischen Staaten sehen wir fie zahlter Söldner und alles, was jahrelange befriedigen, und so bietet sie Ersay. An Stelle der menschlicher Schöpferkraft. Wo aber verordnet gerade jekt in einem nachhaltigen Aufschwung. Arbeit aufgebaut hatte, war flirrend in Scherben lebenden Planzen tritt eine fünstliche Blumen wird, ist diese Kraft unterbunden. Kein Spiel, Ueberall ist ihr die gewaltige Aufgabe ge gegangen. Kein Wunder, daß nun Kleinmütigkeit pracht, die bald zu verstauben droht. Alle, die nicht lein Sport, fein Bildwerk und kein Festtagskleid stellt, die Kräfte der Arbeiterklasse zu organifie. in die Reihen der Besten unter den Proletariern das Keimen, Wachsen und Grünen sozialistischer fönnen jene Freude herbeizaubern, die mir aus cinzog. Kein Wunder, daß der Zweifel über die Hoffnungen zu erwarten vermochten, wandten fich den Worten der Arbeiter einer Fabrik entgegen- ten und zu mobilisieren für die täglichen Forderungen, deren Durchsetzung Voraussetzung für Richtigkeit der bisher angewandten Kampfesmetho- mit findlicher Neugier denen zu, die ihnen fofort flang, die unter der eigenen Leitung und Non- den Erfolg im Kampfe gegen den Kapitalismus, den in ihren Gehirnen zu nagen begann. Die und mühelos bunten Blumenschmuck für ihren All- trolle der Belegschaft stand:" Finden Sie nicht für den Neuaufbau einer Gesellschaft ohne Ausfriedlichen Methoden der Demokratie, so hieß es, tag darboten. Sie sahen nicht, daß sie mit diesem daß bei uns beſſere Maschinen laufen, daß bei beutung und Unterdrückung ist. haben verjagt, also rüsten wir zum Stampfe mit Ersak abgespeist werden sollten und daß Kraft uns die Arbeitsordnung besser ist als bei und. anderen Waffen, bereiten wir uns allein auf die durch Freude nicht gewonnen werden lann, ion- bei 9?" Auseinanderseßung mit Gewehren und Majchinengewehren bor. mic mus empor." Die Stimmung des Meinmutes der einen to ä ch ft. und in den Ländern und international verkündete, und das fie mitreißen sollte in den Kampf für Kriegsgefahr, für den Frieden, für den Sozia den Ausbau der Sozialgesetzgebung, gegen die lismus. In allen anderen Ländern der Erde- mit Ordnung noch ungebrochen! Diese tapitalistische Ordnung ist die Wurzel der Ausbeutung, der Not und des Elends des Proletariats! Sie allein ers möglicht die verhüllte und unverhüllte Diktatur einer Klasse über die andere, das wüten des blutigen Terrors des Fascismus. Aus ihr wachsen dern daß Freude nur aus Kraft er. Nur der Arbeiter und der Angestellte, ja auch Ausnahme in Rußland steht die kapitalistische der fleine Bauer und der Gewerbetreibende, die das Empfinden haben, daß zwischen Besitz und Arbeit feine unüberbrückbare Muft herrscht, son dern daß alles sich einordnet einem großen, sinn vollen Ganzen, das von Volks wegen zu In Wahrheit önnen die Brüden zwischen ist menschlich ebenso verständlich wie die Neigung Alltag und Feiertag nur geschlagen werden, wenn Alltag und Feiertag einander entsprechen und mit einander gemeinsam haben die Möglichkeiten der zum Ueberradifalismus der anderen. Boltssich durch die über uns hereingebrochenen Ereig- menschlichen Selbstbestimmung. Wer sechs Lage nußen geleitet wird, haben in sich jene Kraft, die die gewaltigen Krisen hervor und ziehen die nisse nicht zu Einseitigkeiten nach irgend welcher front, fann nicht am siebenten die Freuden der start genug ist, um in einem einzigen Lebens Kriegsgefahren fortgesetzt neue Säfte. Sie wird Richtung hin drängen zu lassen. Mißachten wit Freiheit genießen. Wer acht Stunden unfrei ist, strom Arbeitszeit und Freizeit zu durchpulsen die Völfer in eine neue Katastrophe hineinstürnicht die notwendige Tagesarbeit unserer politi ist am Abend nicht mehr zu jener Freude fähig, und so jene künstlichen Schranken niederzureißen, zen, wenn nicht die Arbeiterklasse vorher ihrem die schöpferisch sein muß, um Befriedigung zu ge währen, sondern nur zu jenem Bergnügen, das seicht und schal bleibt, weil es lediglich passiven Genuß, Zuhörerschaft ohne Mittun erfordert. Es gab in den vergangenen Jahren Ansäge die das Leben schematisch in Teile spalten. Freiheit ist die größte Freude! Freiheit im politiſchen und im sozialen Leben, Freiheit, wie sie der Sozialismus den Menschen au bringen trachtet, befreit auch den Alltag von Gedrücktheit und der Eintönigkeit. Walten ein Ende bereiten kann. sdien, gewerkschaftlichen, genossenschaftlichen Orga nisation. Pflegen wir nach wie vor die BildungsFeind der Arbeiterklasse. Gegen sie müssen die Diese Ordnung und ihr System sind der arbeit, bauen wir unentwegt unsere Sport- und arbeitenden Männer und Frauen in allen LänJugendorganisation aus. Bergessen wit Sern zusammengeschweißt werden. Noch gibt es nicht, daß es gilt, im Entscheidung 3dem einen großen Ziele geleitete gewaltige Mehr zu haben. Als fampffähig haben sich auch in im Rahmen der Demokratie der Beginn einer Selbstverwaltung und Selbstbestimmung der Ar- Was ist da noch private Sphäre? Sicherlich heit der unterdrückten Klasse. Daß sie überall herden österreichischen Feberkämpfen vor allen jene beitenden sich zeigte. Mit welcher Freude und wel- hat jeder Mensch Zonen seines Lebens, in denen vorwächst, dafür hebt überall die sozialistische Proletarier erwiesen, die durch die Schule demochem Stolz rühmte man die Gemeindebauten, in er sich allein oder allenfalls in eng umgrenztem Vorhut ihre roten Fahnen in den Wind. Dafür fratischer Tagesarbeit gegangen waren. Die Funt- benen Luft und Licht den Alltag verklärte, rühmte Streise bewegt. Aber unendlich Bieles von dem, arbeiten schon seit Jahrzehnten die Gewerkschaf tionäre unserer Organisationen aller Art, die man die Sportpläße, die in breiter Sauberfeit was heute notwendigerweise herausgezogen wird ten und die sozialdemokratischen Parteien an der Mitglieder der Arbeiterſport- und Jugendvereine ausladenden Bäder, die Boltsbühnen und die Ge- aus dem Besik der Allgemeinheit, weil man es sozialen, kulturellen und rechtlichen Besserstellung waren in den Kampftagen die besten, disziplinier- meinschaftsräume, in denen jung und alt zu dort nicht wohl geborgen weiß, kann bei einem der arbeitenden Menschen. Nie war diese Arbeit testen und hingebungsvollsten Schutzbündler. Wissensmehrung und Gedankenklärung miteinans anderen Zustand der Gesellschaft Gemeingut sein. Verzicht auf das Ziel, nie wird sie das sein! Sie Aus dieser Tatsache schöpfen der Zwiesprache hielt! Schulen erivuchsen, in denen Dieselbe Freude, die sich heute darauf fonzentriert, war immer Vorarbeit für die Revolutionierung wir die Lehre, daß es gilt, die nicht mehr der Schulmeister von der Höhe des köstliche Kleine Dinge, gute Bücher im eigenen Heim der Proletarier. So wird sie weitergeleistet und Organisationsarbeit des Tages Katheders sein Donnerwetter entsandte, um die zu verstauen, kann die Augen weiten, wenn diese sellschaft, in den Sieg des Sozialismus! wird einmünden in die Revolutionierung der Gemit dem revolutionären Idealis- Kinderseelen einer kommenden Arbeitsdisziplin ge- Schäße in großen Voltsheimen, in großen Volksmus des Entscheidungskampfe& fügig zu machen, sondern wo Lehrer und Schüler bibliotheken, in großen Arbeiterklubs allen offenzu vermählen. Die Charaktereigenschaften, die in dem täglichen Ringen um ein größeres Stüd Brot und um eine höhere Bildung erworben werden, sind das beste Fundament für die Entwicklung der Mannestugend, die den Einsaß des leßten nicht scheut, um im Kampfe auf Tod und Leben zu bestehen. tampfe lampffähige Menschenau einer Befreiung des Alltags überall dort, wo den trüben Nebelschwaden des Zwanges, der nirgendwo die von dem einheitlichen Wollen nach Im Augenblicke sieht es für die Arbeiterklasse der ganzen Welt nicht gut aus. Aber im Laufe der Entwicklung hat es schon wiederholt Depressions epochen gegeben. Schließlich ist aber jeder Niederlage der Arbeiterklasse ein neuer Aufstieg gefolgt. In unserer Zeit, in der der Kapitalismus dic schwerste Krise durchmacht, die es je gegeben hat, sind die Kämpfe leidenschaftlicher, der Aufstieg und Niedergang der fämpfenden Klassen schroffer geworden. Aber eines ist in all den Unsicherheiten der Uebergangszeit ganz sicher: So wie es je ist, kann und wird es nicht bleiben! Aus dem dunklen Gewölf der Reaktion, aus der Nacht des Kapitalismus gehen wir endgültig in den Morgen des Sozialismus. Deutschland 1934 und-1895! Ein Brief August Bebels über die Berliner Maifeier im Jahre 1895. Mitgeteilt von Pierre. Berlin W., den 25. Feber 1895. Werter Genosse! Sie fragen, wie es bei uns mit der Maifeier steht? Ich antworte: gut! Der Gedanke der Waifeier hat in Deutschland unausrottbar Wurzel gefaßt. Die Zahl der Arbeiterinnen und Arbeiter, die sich an der Feier beteiligen, ist mit jedem Jahr, seitdem die Feier begangen wird, eine immer größere geworden. Und nicht nur an Zahl, auch geographisch hat Und unsere roten Fahnen, die jetzt in den sich die Beteiligung immer weiter ausgebreitet. fascistischen Staaten verboten sind, werden wieder Die Zahl der Orte, in welchen eine Maifeier verfrei und offen leuchten: trotz alledem und alledem! anstaltei toird, wird mit jedem Jahr größer, sie Hebt unsere Fahnen in den Wind! berbreitet sich in immer entlegenere Orte, wo im-[ erkennen lassen, zwingen Hunderttausende, nicht mer männliche und weibliche Proletarier im nur am Maitag, sondern auch vor ihm und nach Schiveiße ihres Angesichtes im Dienste des Kapi- ihm zu rasten. Das ist der Hauptgrund, warum tals fronden müssen. für die Ausbreitung der Arbeitsruhe am ersten Diese Ausbreitung der Feier vollzieht sich Mai die Partei bisher es ablehnte, fämpfend eins ohne großen Lärm und ohne großes Geräusch. Die zutreten. Aber der Gedanke breitet sich immer wei Agitatoren, Arbeiter, die nach Arbeit auf die Suche ter aus, die Zahl der Feiernden wird immer größer gehen und das Ränzlein oder den" Bertiner" und so wird die Maifeier in immer größerem auf dem Rücken, von einem Ende Deutschlands Maße ein Proletarierfeiertag, welcher den For bis zum andern pilgern, sind hauptsächlich die derungen der Proletarier auf eine menschenwürAusstreuer des Samens für die Idee der Mai- dige Arbeitszeit und für die menschenwürdigen feier, so wie sie die Ausstreuer des Samens für Arbeits- und Lebensbedingungen gewidmet ist. die sozialistische Idee sind. Die diesjährige Maifeier in Deutschland. lich unbeachtet bleibenden Agitatoren die Partei Umsturzvorlagen die Klassenbewußten Arbeiter auf Welch enorm große Zahl dieser stillen, öffent- wird den Beweis liefern, daß alles Schmieden von auf allen Straßen, in allen Herbergen und Dorf- feine Minute den Arbeiten entzieht, die sie als wirtshäusern, in welchen reisende Arbeiter über ihre geschichtliche Mission betrachten. nachten, besitzt, davon haben selbst die wenigsten Genossen eine Ahnung. Und doch ist das eine ge- zum Stamps! Meinen herzlichen Gruß und ein Glück auf waltige Macht. Auch die Arbeitsruhe am Maifesttage bürgert sich, langsam, aber stetig, immer mehr ein. Die traurigen wirtschaftlichen Zustände, die wir seit Jahren haben, und die kaum eine Besserung den Genossinnen und Genossen im benachbarten Desterreich Ihr August Bebel." Mr. 101 Dienstag, 1. Mai 1934 Die Vorarbeit der Mordkatholiken für die neue Verfassung Seite 3 Vaterlandsliebe Gedanken zum 1. Mai Von Oda Olberg Jahrzehntelang haben wir im ersten Mai das Fest des internationaler: Gebantens gesehen: An diesem tragischen Weltfeiertag der Arbeit, Juristen Findigkeit, die idyllischeste Verfassung, die aus dem Rathaus geschleppt haben.„ Gewerk- Brüderhände von Arbeitern und Gosialisten, die der für Millionen arbeitender Menschen zu einem verlockendste Verheißung ständischer Gemeinschaftsfront"? Die Arbeiter jchen den Galgen sich einander über die Grenzen caigegenstreden. Tag qualvollſter Demütigung und frivolſter Pro- schaft dieses Bewußtsein im Volte nicht auslöschen des Gewerkschaftsführers Josef Stane 1. Ber- Solidarität, die aus der gleicher Nor, dem gleis vokationen durch eine machtberauschte Herrentlasse fönnen. zeihendes Verstehen? Aber es lebi das Andenken chen Recht, dem gleichen Zukunftsviten einer geworden ist, wird die eue Verfassung Die renovierten Machthaber Oesterreichs ver- fenes Karl Minich reiter, den sie von der unterdrückten Klasse geboren iſt. Über den Sta desfascistischen Oesterreich feier suchen es dennoch. Der symbolische Aft einer Ver- Bahre auf den Galgen gehoben.„ Kulturfammer"? cheldraht von Völterhaß hinweg, mit dem die Dis fassungsproflamation, begleitet von einem Niagara Aber die Zeugen dieser Kultur liegen mit zerschmet- plomatie der herrschenden Schidit jedes Land zu iverbender Phrasen und Kommentare, soll diesem terten Kinnladen und blutigen Striemen in tsche umzäunen sucht, reichten die Arbeiter den Klassen. Desterreich den Anschein eines Rechtsstaates, seiner choslowakischen Spitälern. Ruhe und Ordnung? genossen die Hand zum Bunde. Wir wollten fre Bevölkerung Zufriedenheit und Zuversicht geben. Das Volk von Wien hört noch die Startätschen fra ſein von den Schenklappen des Nationalismus, Doch welch' armseliges Symbol soll da das wahre chen. Qudragejimo Anno im Zeichen der christwollten auf der Brüde des eignen Klassenschick sals hinüberfinden zum Verständnis fremden Wesens, zur Solidarität mit der Not und dem Kampf des Proletariats der andern Länder. lich verkündet. Wenige Wochen nur, nachdem der Donner der Kanonen verhallt ist, die die Straßen Wiensdes Roten Wien mit dem Blute seiner Bewohner röteten und deren Wohnstätten in Trümmer legten, da Männer, deren heroische Größe nur den legendären Geſtalten der Antike vergleichbar ist, zum Galgen geschleppt wurden, zur selben Zeit, da die Besten des Landes im Kerker der tierischen Willfür alpenländischer Rüpel preisgegeben sind, frönen die Sieger durch solchen symbolischen Att ihr schmähliches Wert. 1. Das zerschossene Arbeiter. heim Ottakring. 2. Dachboden im Goethehof 3. Ein anderer Teil des Dach. bodens im Goethehof. 4. Bon Granaten verwüstete Zimmer im Goethehof. 5. So wüteten die Kartätschenkatholiken im Floridsdorfer Arbeiterheim Sinnbild dieser österreichischen Gegenwart verdet- lichen Religion? Aver lauter als alle Kirchen fen! Wie dürftig wirkt das offizielle Lügen- glocken dröhnen die leßten Worte Georg Wei gestammel vor einer alle menschliche Phantasie übersteigenden Wirklichkeit! els durch das Land. Vertrauen zur autoritären Führung? Aber das Volk legt Blumen auf das Grab des Koloman Wallisch. Christliche Wilde und Liebe? Aber siebenundachtzig Mütter weinen um ihre gemordeten Kinder. Ein neues Wappen? Die Galgen ragen höher! Eine neue Fahne? Die alte ist mit Blut geweiht!... Die Verheißung organischer Eingliederung in die ständische Gemeinschaft soll die österreichischen Arbeiter versöhnen? Es wird nie gelingen! Denn Würdelos umschmeichelt von einer verfom- ihr Haß wächst an der stärkeren, wahren Symbolit menen Bourgeoisie, gestützt und gegängelt von den dieses„ neuen" Desterreich, den verwüsteten WohWelch' aussichtsloser Versuch, gegen so nic= Bedrückern des italienischen Proletariats, beweihnungen der Proleten, den geraubten Arbeiterhäuderschmetternde Symbolit die Gewandtheit der räuchert und gesegnet von den Sachwaltern der sern, den gestohlenen Geldern. katholischen Kirche, doch tausendfach verflucht Die festgefügte Ordnung eines Rechtsstaates Juristen zu mobilisieren. Auch nur einem Men= und gehaßt von der erdrückenden Mehrheit des wollen sie heute proklamieren? Aber sein Sinn- schen in Oesterreich weismachen zu wollen, diese österreichischen Volkes, erheben sich alle Gespenster bild ist nicht die neue Verfassung, sondern jener Verfassung sei mehr als ein elender Feßen Papier! der Vergangenheit aus ihren Grüften und uſur- reinste Mann, durch dessen Hände je Geld gingen, Welch' törichte Hoffnung, mehr dapieren ein Gemeinwesen, daß ihnen nicht gehört. iener Hugo Breitner, den die Gesinnungs- bon zu erwarten, als noch mehr Alt- Desterreich ist wieder auferstanden, die genossen der Ahrer und Strafella, der Troß und Hohn, da doch ein Heer Feschats und die Hofräte, die Ex'lenzen und die Lippowiß und Betessy in den Kerker ge- von Rebellen sehnsüchtig dem Tag Hoheiten, urälteste Adelsdegenerationen mit ihren worfen haben. Verständigungsbereitschaft mit den entgegenfiebert, der diese but Hausjuden sind auf das Volt losgelassen, finden Proleten verkünden sie heute? Aber das Symbol ein Ende bereitet, nichts anderes ihre Hez in diesem allermodernsten Mullatschat ist nicht jener zweifelhafte Vizebürgermeister von denkend, für nichts andereslebend von Blut und Tränen und lassen sich das Recht Wien, sondern Karl Seiß, den sie mit Gewalt a 13 für Vergeltung und Freiheit. darauf heute verbriefen und verbürgen. Und dies Volk, dieſe wundervollſte, umber Zwei Maiansprachen gleichlichste Arbeiterklasse der Welt, die in Schmerz und Zorn nach Rache jinnt, muß es geschehen las= sen... Muß zusehen, wie eine ewig gestrige Clique einfältiger Parasiten den angestammten Stammtisch im Jockeyklub mit der Ministerbant bertauscht, um den Fußtritt blutig zu bergelten, den sie 1918 leider nicht bekommen hat. Eine neue Verfassung soll nun diesen er= bärmlichen Zustand, Mittelding von Operette und Inferno, nicht nur stabilisieren, sondern auch be= mänteln, eine Stilübung von Verfassungsjuristen, fascistischer Diktatoren Unserem P i p 3- Sonderforrespondenten ist es gelungen, die Manuskripte iener Reden, die die Herren Sitler und Dollfuß am 1. Mai halten werden, vorzeitig in die Hand zu bekommen. Wir publizieren sie nachstehend: I. Hitler, Adolf, Reichskanzler: Der Arbeiter, der uns treu gedient hat, verdient eine besondere Ehrung. Um ihm und der ganzen neidischen Umwelt zu zeigen, als ein wie wichtiges Glied der Volksgemeinschaft wir ihn einſchäßen und wie dankbar wir seine Tätigfeit zu würdigen wissen, erhält die Erlaubnis, für weniger Lohn noch weit mehr zu schaffen als bisher und so noch überragender am Schalten und Walten des deutschen Sozialismus beteiligt zu sein! So feiern wir, geeint in allen Klassen, das Fest des deutschen 1. Mai! Für Lohnabbau und Dividende noch herrlicheren Zeiten entgegen! Heil!" II. Wie unendlich weit entfernt ist aber diese unsere internationale Gefühlswelt von der Ins ternationale", die das Bürgertum zur Verteidis gung seiner Klassenherrschaft betätigt! Für die Sozialdemokratie war die Internationale immer die sich auf die Entfaltung des eignen Volkstums aufbauende Solidarität der Völker, jie hatte die Erfüllung der nationalen Selbständigkeit zur Vorausseßung, nicht ihre Auflösung. Jeßt hat uns der Fascismus eine andere, eine hundert prozentige Internationale gezeigt, von der wir nichts wußten, an der wir nicht schuld sind, die uns aber Lehrmeisterin sein muß. Wir haben gesehen, wie die Heimatschüßler" Österreich an Italien verschachert haben, um für diesen Verrat die dreißig Silberlinge einer Verlängerung ihrer Klassenherrschaft einzu streichen. Deutlich heben sich vom dunklen Untergrund der Tagespolitik die Fäden des internatio= nalen Nezzes ab, das von den großen Trusts der Vereinigten Staaten hinüberreicht nach Italien, um sich von dort aus über Deutschland und Östers reich zu spannen. Staaten, die, wie das deutsche Reich und Italien, dicht vor dem Bankrott stehen, haben Millionen übrig zur Auslandspropaganda, Millionen ihres hungernden Volkes, die sie unbedenklich in fremden Ländern ausgeben. Die herrschenden fascistischen Schichten haben den Haß gegen den einstigen Feind im Weltkrieg, an wel chem Haß so viele patriotische Süppchen gefocht werden, gänzlich vergessen, wo es sich darum handelt, ihre Vorrangsstellung zu verteidigen. So wird der altrömische Gruß zum urdeutschen Symbol; so schießt mit den von Italien bezahlten Waffen der Heimwehr eine christliche Regierung auf österreichische Arbeiter und ihre Frauen und Kinder. Deutsche Fascisten huldigen dem Bedrücker von Südtirol, begeistert für eine ,, starte Regierung", die ihren Landsleuten die Muttersprache, ja, das Tragen des deutschen Namens, deutsche Inschriften auf ihren Gräbern verwehrt. in jedem fascistischen Lande wird im Dienst der vaterländischen Erhebung" dreimal täglich das Waterland verraten. Wahrhaftig, von dieser Internationale, die das eigene Volkstum verkauft, verrät und Inechtet, die aus einem gemeinsamen Fonds Waffen und Geld, Programme und Lügen bezieht, von dieser Internationale wußten wir nichts. Und einen lassenfamps, in dem der Wahrung der Klassenvorrechte zuliebe die eignen Volfsgenossen mit fremden Mitteln niedergeworfen und nieders gehalten werden, den hat in seinen heutigen MaBen erst der Fascismus in die Welt gebracht. Die Heilige Allianz" gegen die Ideen der französischen Revolution war im Vergleich dazu beinahe cine harmlose Verabredung. Um auf einen derart brutal geführten Klassenkampf gegen das eigene Bolt zu stoßen, muß man schon auf die Niederwerfung der Bauernaufstände im sechzehnten Jahrhundert zurückgehen. Ohne internationalen Beistand wäre viclleicht in feinem Lande die fascistische Diktatur möglich gewesen. In Österreich, sicher nicht, aber auch in Italien wäre er ohne Geldhilfe aus den Bereinigten Staaten und ohne das schließlich auch nichtitalienische Geld der Banca Commerciale" faum über die ersten Anfänge hinausgekommen. In der Tat wird der Fascismus überall als Fremdherrschaft empfunden und muß sich im eigenen Lande verschanzen und sichern, wie ein feindliches Heer, braucht die Hungerpeitsche, Geheimpolizei und Folterkammern, Stonzentra sich auch selbst als Fremdherrschaft, nur weiß er tionslager und Todesstrafe. Der Fascismus fühlt nicht, in wie tiefem Sinne er das ist. Nicht nur, die Erbitterung der Beraubten, Geknechteten, Gedaß er beständig vor einem Aufstand des eigenen Volles auf der Hut sein muß, gibt dem fascisti= quälten besänftigen. Als ob Willkür und Unrecht Artdeutsche Männer und Frauen, meine aufhörten, es zu sein, wenn man sie fodifiziert! lieben Herren Unternehmer, Leute! Der Tag, Dollfuß, Engelbert, Bundeskanzler: schen Machtapparat den Charakter einer feindli Als ob diese trostlosen Diktatoren dem österreichi- den wir heute so festlich begehen, ist ein Tag, der" Desterreichische Menschen und Menschin chen Besatzung, sondern vor allem die Tatsache, schen Volt, um das sie nun werben, durch die Tat mir und meinesgleichen in tiefster Seele verhaßt nen! Wir feiern heute, durch Kanonen und Ma- daß er volksfremde Ideologien und Intereſſen nicht schon längst bewiesen hätten, was Ferdinand| ist! Was haben wir mit dem 1. Mai zu tun? schinengewehre vor der allzu großen Liebe des vertritt. Mit preußischer Dressur und NietzscheLassalle vor Jahrzehnten das deutsche Prole- Ueberhaupt nichts! Und gerade deshalb feiern Volkes trefflich geschützt, den 1. Mail Unsere schen Wahnvorstellungen, mit nordamerikanischem tariat„ leber das Verfassungswesen" lehrte: Die wir ihn! Schon um die verfluchten Marristen zu Parolen sind klar, einfach und wuchtig. Was Kultus der Maschine und byzantinischem Prunt wahre Verfassung eines Staatswesens wird nicht ärgern! Wir feiern ihn, neben 200 Musikkapellen wir gestohlen haben, wollen wir behalten! Recht ist er über Italien hergefallen, hat dort Unitaliebestimmt durch die Normen eines juristischen Do- und dreitausend Meter Fahnentuch, auch mit Ge- ist, wenn alle Rechte fehlen! Ringt um die nisches gewaltsam attlimatisiert, soweit es direkt fuments; sie liegt beschlossen in dem sozialen schenken aller Art an das in der wahren, deut- Seele des marxistisch verseuchten Arbeiters; er oder indirekt der herrschenden Klasse dienen Kräfteverhältnis der herrschenden und der unter- fchen Voltsgemeinschaft gecinte, aufbau- und gehört zu uns als unser verbrieftes Ausbeu- konnte, und stellt nun das Ergebnis der Reaktion drückten Klasse. Die wahre Verfassung eines entbehrungsbereite Publifum! Jedem das tungsobjeft! Im Namen des Volkes, das ge- allen Ländern zur Verfügung. Nie hätte sich das Staates ist die innerhalb seiner Grenzen bestehende Seine und dem Großkapital alles! schlossen gegen uns steht, marschieren wir für Proletariat es auch nur in den Sinn fommen gesellschaftliche und politische Wirklichkeit. Und Der Unternehmer, der une finanziert und so Futterkrippe und f. und f.- Uniformen, für Mus- lassen, eine derartige Walze der Gleichmacherei venn nun diese Wirklichkeit, wenn nun das Ver- den Ausbruch des deutschen Sozialismus erst er solini und das am besten zahlende jeweilige über verschieden geartete Völfer hinwegrollen zu hältnis der Bourgeoisie zum Proletariat, so wie in möglicht hat, erhält einen durchgreifenden Lohn Vaterland! Unsere Wahrzeichen sind die zerschos- lassen! Desterreich, ein Verhältnis der brutalsten Unter- abbau, verringerte Umsatzsteuer, und die beglüt fenen Gemeindebauten in Floridsdorf und Ottat- Die Arbeiterschaft ist schließlich die große drückung, der grausamsten Entrechtung und Ver- fende Scharfmachergewißheit, wieder, unbehindert ring, unsere Zukunft liegt in der restlosen Pleite! und Recht steht auf dem Boden ihres angestamm= gewaltigung ist, dann wird auch des gerissensten und ungeschmälert, Herr im eigenen Hause und in diesem stolzen Sinne begeben wir unser ten Wesens, deutscher oder englischer, tschechi zu sein! Begräbnis am 1. Mai!" scher oder Schweizer Art. Sie fühlt sich als Klasse で 1 J 3 . D 3 f 11 Seite 4 Dienstag, 1. Mai 1934 Nr. 101 Symptome der Besserung Die Belebung der Wirtschaft innerhalb des Volkes, kann sich, schon wegen Fascismus die Landesgrenzen preisgibt, um frem- 1 ihres zahlenmäßigen Übergewichtes gar nicht an den Truppen für seinen Stlassenlampf Durchzug ders fühlen. Das Bürgertum dagegen, oder doch zu gewähren, nämlich fremden Waffen, fremdem die Herrschenden Streise, die heute durch den Fa- Geld und fremden Ideen. Die Sozialdemokratic scismus der friedlichen Entwicklung den Weg ver- fönnte ihm diesen Verrat nicht nachweisen, selbst treten, fühlen sich als außerhalb des Volkes wenn sie es wollte. Jeder Landesverrat wäre Von 1929 bis Ende 1933 befand sich sowohl auf 1,263.000 Meterzentner und auch die Pros stehend und bewähren sich als solche. Lieber, als Selbstverrat, denn sie vertritt nicht eine Minderdie Weltwirtschaft als auch die Wirtschaft der duktion von Kofs von 92.000 auf 95.000 Meters daß sie auf eines ihrer Stlaſſenprivilegien zugun heit, ſondern die güterſchaffende, die volkstüm- Tschechoslowakischen Republit in rasch rückläufiger sentner gestiegen. Die Erzeugung von Stahl sten des eigenen Voltes verzichteten, fehren sie liche Eigenart verkörpernde Masse. sich im Bunde mit den Bourgeoisien anderer Aber diese Waffe weiß heute, wie sie vom Entwicklung: Die Weltwirtschaft hat einen solchen und Eisen hat im Feber ungefähr auf der Rückschlag, wie in den vergangenen viereinhalb gleichen Höhe gehalten, wie ein Jahr zuvor. In Länder gegen das eigene Volt. Während sie den Verrat umlauert ist, und muß deshalb der fasciHenter gegen Hochverräter" wüten laſſen, be stisch kapitaliſtiſchen Internationale ihre Jahren seit dem Bestande des kapitalistischen der letzten Zeit sollen in den Hochofenwerken Aufgehen sie selbst Hochverrat. Internationale entgegenstellen. Die soziali Syſtems überhaupt noch nicht erlebt. Welchen Um träge eingelaufen sein, so daß ein fleiner Aufstieg So erleben wir das Merkwürdige, daß der stischen Parteien der freien Länder wissen, fang der Rüdgang der Erzeugung und des Ver- für die nächsten Wochen zu erhoffen ist. Dasselbe in Patriotismus machende Fascismus sich gegen daß sie mit der internationalen Reaktion brauches auf der ganzen Welt erfahren hat. Tehrt gilt von der Maschinenindustrie, wo das eigene Bolt mit dem Ausland verbündet, und zu rechnen haben, daß ein jedes dieser Län- ein Einblick in die Entwicklung des Welthandels jich langsam ein Bedarf an maschinellen Einrich daß die Vertriebenen und Verfolgten in der Emi- der mitverantwortlich ist für den Einbruch in in den Jahren 1929 bis 1933. Wenn man den tungen bemerkbar macht, weil die Fabriken bestrebt gration ihr ungebrochenes Volkstum vertreten, fremde Vollerechte. Nie war die Verknüpfung Wert des Welthandels im Jahre 1929 mit 100 find, ihren Maschinenpart, in welchem in der Kris daß sie die eigentlich Heimatstreuen sind. Die zwischen Außenpolitik und Innenpolitik so eng, annimmt, so sant dieser im Jahre 1930 auf 80, fengeit teine Reparaturen vorgenommen worden lezten Jahre der Verfolgung haben uns mehr wie jetzt. Die freien Völker wahren ihre eigenen im Jahre 1931 auf 56.9, im Jahre 1932 aber find, zu renovieren. Etwas lebhafter gestaltete sich über Vaterland und Internationalität gelehrt als Rechte durch internationale Solidarität; die ge- mals auf 38.7 und noch im Jahre 1933 auf 35.1. in der letzten Zeit auch der Export von Maschinen, hauptsächlich landwirtschaftlicher Maschinen, und Mehrheit des Volkes. Ihr Streben nach Freiheit nechteten dienen der Internationale, indem sie Diese Krise der Weltwirtschaft, durch welche auch der Automobilumjab hat sich gehoben. Wäh alle sozialistische Aufklärungsarbeit bisher ver für ihr eigenes vergetvaltigtes Volfstum kämp mocht hatte. rend im Feber 1933 307 Automobile verkauft fen. So hat der Internationalismus der herrschenden Klasse den sozialistischen Internationawurden, wurden im Feber 1934 436 Automobile lismus vertieft und durch bisher kaum geahnte verkauft. Freilich handelt es sich meist um fleinere Gefühlswerte bereichert. ist, hat die Wirtschaft der Tschechoslowakischen Personenwagen, nicht aber um Lastwagen oder Republik als die eines Staates, in welchem der Autobusse. Schlecht geht es noch immer der Por Erport eine große Rolle spielt, und in welchem zellan- und Glasindustrie. Der Export vom Erport Tausende von Menschen leben, von Porzellan hat sich zwar etwas gehoben, aber außerordentliche in Mitleidenschaft gezogen. Die das macht nicht viel aus, weil dieser Export im Ausfuhr der Tschechoslowakei ist seit 1929 noch Vorjahre auf einen ganz unglaublichen Tiefstand jtärfer zurüdgegangen als der Durchschnitt des gekommen ist. Dasselbe gilt von der Glasindustrie. Welthandels. Segt man die Ausfuhr der Tiche Wichtig wäre auch eine Besserung im Baugewerbe, choslowakischen Republik im Jahre 1929 gleich vorläufig sind die Aussichten nicht übermäßig 100, so betrug diese im Jahre 1930 85.2, 1931 günstig. Für die Arbeiter in der Tschechoslowakei 64, 1932 35.8 und 1933 28.5. Während also ebenso wichtig wie die Verhältnisse in der Glasder Welthandel auf ein Drittel seines Wertes und Porzellanindustrie, sind die in der Tertil eingeschrumpt ist, ist industrie. Wie wir bereits vor kurzer Zeit zu berichten Gelegenheit hatten, hat sich auch da der Absatz gebessert und es werden in den Fabriken Arbeiter aufgenommen. Sogar in der Leinens industrie, die durch die Krise am meisten gelitten hat, hat sich die Beschäftigung etwas gebessert. Stärker ist die Belebung in der Konfektionsindustric, und zwar sowohl bei Wäsche als auch bei Wir ermessen heute, wie tief die Kluft ist, die unser internationales Bewußtsein und Gefühl von dem des Fascismus trennt, heute, wo der Die Weltachse der Politik Von Justin Steinfeld Könnten wir einmal gleichsam zum Mann| Ein barbarisches Zeitalter brach an, unter asiati im Mond werden und mit objektivierendem Ab- schen Kriegsführern wie Attila, Dschenghis Khan, stand auf das Treiben der Erde schauen, so zeigte Tamerlan. Diese Stämpfe zogen sich bis in das sich dem Blick vielleicht das Bild der apokalypti- fünfzehnte Jahrhundert hin, als die Mongolen schen Reiter, die über der Erdenwelt schweben. angriffe zum Stillstand famen, die Türken aber Da wir aber dem Getriebe des Tages eng vers von leinajien her auf der Balkanhalbinsel sich bunden sind, müssen wir versuchen, uns über die festgesetzt hatten. Tartaren und Mongolen saßen Lage im Großen flar zu werden, deren winziges in Rußland, die Araber waren über Nordafrifa Einzelteil wir alle sind. vorgebrochen und gemeinsam mit den Berbern Zwei politische Geschehnisse der letzten Zeit Herren der iberischen Halbinsel geworden. von Bedeutung zeigen, was los ist. Die franzö Im sechzehnten Jahrhundert begann die sische Willenserklärung an England, feine Unter- Flut abzuebben. Die Ungarn ordneten sich in handlungen mit Nazideutschlend über Rüstungs- europäisches Leben ein. Nur die Türken versuchder Welthandel auf etwa ein Drittel seines Wertes im letzten Konjunkturjahre eingeschrumpft die tschechoslowakische Ausfuhr noch mehr, nämlich auf etwas mehr als ein Biertel zurüd gegangen. probleme, weder über Aufrüstung, Reduktion oder ten weitere friegerische Eroberungen, bis sie die Größe der Arbeitslosigkeit vor Augen geführt Kleidern. In der chemischen Induſtrieſt Limitierung außerhalb des Wölkerbundes verhan= 1683 von Wien abziehen mußten. deln zu wollen. Käme der Völferbund zu dem In all den Kriegen und Stämpfen standen Entscheid, eine deutsche Ausrüstung offiziell dul- die asiatischen Eroberer nie einer europäischen den zu wollen, so möge er gleichfalls entscheiden, Solidarität gegenüber. Die regierenden Könige welche Sicherheit er Frankreich gegen den even- und Kaiser dachten immer nur an ihren persön= tuellen Einbruch kriegswütiger Teutonen zu ge- lichen Nußen und als die Türken vor Wien stan ben vermag. den, erklärte zum Beispiel Ludwig XIV. von Frankreich, er würde die Einnahme Wiens durch die Osmanen ,, nicht mit Mißvergnügen" ansehen. Das andere Geschchnis ist die offiziöse" Erklärung Japans, das Mikado- Reich würde sich jedem Versuch widersetzen, der China durch internationale Projekte oder private Unternehmungen politisch beeinflussen wolle. Womit die japanische, imperialistische Forderung: Asien den Asiaten! Unter Führung Japans," ihre Formulierung in der Außenpolitit bekommen hat. Die Herausdrängung der Asiaten aus Europa begann von Rußland aus. Im Jahre 1581 ging der Kosakenführer Yermat Timofejem über den Ural und brängte die Mongolen weit nady Sibirien zurüd. Damit begann Europas Vormarsch nach Ajien. Diese fatastrophale Entwicklung hat auch furchtbare soziale Auswirkungen gehabt. Sie hat das Heer der Arbeitslosen von Jahr zu Jahr vergrößert, immer phantastischer wurden die Ziffern, die uns haben. Am 31. Dezember 1929 betrug die Zahl gleichfalls ein größerer Absatz zu verzeichnen, freis der Arbeitslosen 52.809, in derselben Zeit des lich läßt die Ausfuhr noch zu wünschen übrig und Jabres 1930 239.564, 1931 486.363, 1932 auch in der Pa pierindustrie haben sich 746.311 und 1933 779.987. So ist es von Jahr die Verhältnisse etwas gebessert. Sehr bemerkenszu Jahr immer ärger geworden, vergebens hat wert ist die stärkere Beschäftigung der Eisens man nach einem Symptom der Besserung Ausschau bahnen, die Zustellung von Waggons hat sich gehalten. im Jänner 1933 bis Feber 1934 von 298 auf 305, im Feber von 284 auf 303 und im März von 324 auf 372 Waggons gehoben, so daß hier also eine ständige Besserung verzeichnet werden Erst in den letzten Wochen das kann man heute mit Bestimmtheit sagen haben sich einzelne Anzeichen in der Entwicklung des Wirtschaftslebens bemerkbar gemacht, die von einer fann. Die fleine Besserung im Wirtschaftsleben, die eingetreten ist, darf weder überschätzt, aber auch nicht unterschätzt werden. Sie sollte sowohl die Regierung als auch die Unternehmer dazu veranTassen, alles daran zu setzen, damit die Tschechoslowakei in stärkerem Maße an der Hebung der Weltwirtschaft und des Welthandels teilnimmt. fleinen Erholung der Wirtschaft zeugen, ohne daß man allerdings voraussagen Wir wissen, daß es seit 1914 keinen Frieden Die seefahrenden Nationen famen nach. Zu fann, ob in der nächsten Zeit die Wirtschaftsfurbe auf der Welt gegeben hat. Die diversen Friedens- Anfang des sechzehnten Jahrhunderts hatten die sanfter oder steiler ansteigen wird und ohne daß schlüsse nach Beendigung des militärischen Welt- Portugiesen schon versucht, sich in Vorderindien man sagen fann, ob diese Erholung des Wirttrieges haben die Situation zumeist nicht berei- festzuseßen. Franzosen und Engländer hinterher. Schaftslebens eine dauernde ist. So zeigen die nigt. Der Wirtschaftsfrieg ist weiter gegangen, In den wechselnden Kämpfen blieben die Eng- Ziffern des Außenhandels z. B. zweifellos eine unter den Nationen, und mit Lohn- und Gehalts- länder Besizer Indiens. Später eroberten die Besserung gegenüber dem Tiefstand der ersten tämpfen aller Art innerhalb der Nationen. Aber Franzosen doch noch große Stolonien in Südasien, Monate des Jahres 1933. Im Jänner 1933 be aud die Militärfriege gingen weiter. In Ost- Annam und Indochina auf Westindien. Die Hol- trug die tschechoslowakische Ausfuhr 389 Millio- Die Devalvation hat die Möglichkeit der Konkurs europa. In Ostasien. In Kleinasien. In Nord- länder besetzten die reichen, großen Sundainseln. nen, im Jänner 1934 396 Millionen Kč. Die renzfähigkeit tschechoslowakischer Waren im AusAfrita. In Süd- Amerita. Immer wird irgendwo Die Spanier hatten die Philipinen, aber die Besserung ist also unbedeutend. Im Feber 1933 lande geschaffen. Nun gilt es, diese Exportmög mit allen Mittein moderner Mordmaschinen ge- Amerikaner nahmen ihnen dieſe Insegue a 149 Millionen, war die Ausfuhrziffer 442 Millionen, 1934 lichkeiten durch Neuabschlüsse von Handelsverfämpft. ter weg. Inzwischen hatten die Russen das die Besserung war also trägen, bziv. Kompensationsverträgen auszus Der Mann im Monde mit dem nervenberu rische Asien besetzt bis zum japanischen Wieer, wieder unbedeutend. Erst im März nüßen und für die Volkswirtschaft und Arbeiterhigenden Abstand würde feststellen können, daß standen an den Südhängen des Kaukasus, vor fönnen wir einen stärteren Aufschaft fruchtbar zu machen. Die Industrialisierung die japanische Erklärung ein Stennzeichen ist für den Nordtoren Persiens und Indiens. Gegen stieg fest st e II en. Während die Ausfuhr im unserer bisherigen Abnehmerländer freilich macht die kommende europäisch- asiatische Auseinander- Ende des vergangenen Jahrhunderts waren zwei März 1933 475 Millionen Kč betragen hat, ist es schwierig, unseren Export auf seine frühere setzung, die sich wahrscheinlich als furchtbarer frie- Drittel Ajiens in europäischem, imperialistischem sie im März 1934 auf 632 Millionen Kč gestie Höhe zu heben. Aber auch die neuen Industries gerischer Aufeinanderprall im Großraum des pa- Bejiß, und Europa begann China zu seinem gen. Die Steigerung der Ausfuhr betrifft vor länder brauchen Produktionsmittel, Maschinen zifischen Ozeans zeigen wird. Er würde als zwei Spielfeld zu machen, wo das bis dahin zu kurz allem den Export von Fertigwaren, der im März usw., die sie bisher zu erzeugen nicht in der Lage tes feststellen, daß obgleich von 1914 bis heute, gefommene faiserliche Deutschland mit Riau 1933 334 Millionen, im März 1934 459 Millio- sind, so daß sie andere Waren, als bisher von uns der Nimbus des weißen" Mannes bei den Far- tschon seine Asienpolitik begann. nen Ke betrug. Dementsprechend ist auch die Ar- abzunehmen in der Lage wären. Aber auch dem bigen fast restlos verloren gegangen ist, es für Die Mißgunst der europäischen Mächte beitslosigkeit gegenüber dem Vorjahre ein wenig steht noch die Schwierigkeit des internationalen die kriegerische Auseinanderseßung zwischen Ajien untereinander ermöglichten den asiatischen Gegen- gesunken. In den ersten drei Monaten des Jahres Bahlungsverkehrs entgegen, die sich erst mit der und Europa noch zu früh iſt. Zu früh, für die stoß. Das britische Reich ermutigte die Japaner, 1933 betrug die Zahl der Arbeitslosen 872.775, allgemeinen Belebung der Weltwirtschaft und des sich noch nicht start genug fühlenden Ajiaten, die die 1905 ihren siegreichen Krieg gegen das zari- 920.182 und 877.955, 1934 jebody 838.982, Welthandels überwinden lassen kann. Der Aufs das Gesetz des Handels an sich gerissen haben. stische Rußland führten, und die Ruſſen aus 847.284 und 785.184. Die Zahl der Arbeitslosen schwung des Außenhandels würde auch unserem Jener Mann im Mond wird als Drittes fest Korea und der Mandschurei herauswarfen. Euro- ist also im März 1934 um mehr als zehn Bro- Innenmarkt zugute kommen, die Arbeiter der Erstellen, daß die europäischen Nationen trotz dieser pa erkannte die Tragweite des Geschehens nicht. gent geringer als im Jahre 1933, was ja ange- portindustrie würden kauffähiger werden und das Situation, es sehr wohl fertig bringen werden, wodurch Japan zur Weltmacht wurde und in der sichts des außerordentlich großen Heeres der Ar- durch könnte auch für das Inland mehr produ vorher noch einmal über einander herzufallen, Folge Korea und die Mandschurei für sich nahm. beitslosen, die schon mehrere Jahre ohne Arbeit ziert werden. Die kleine Besserung in unseren wirtwenn eines Tages die zum wirtschaftlichen Bank- Nach dem verlorenen Japankrieg versöhnte zott verurteilten fascistischen Nationen unter Füh- der Zar jich mit Frankreich, um wieder europäiſind, nicht übermäßig viel ist, aber immerhin einen schaftlichen Verhältnissen darf uns nicht veran rung des heute schon staatsbanterotten Nazl- sche Eroberungspolitik zu treiben und nach Konfleinen Rüdgang bedeutet. Tassen, die Hände in den Schoß zu legen, sondern reiches keihen anderen Ausweg wissen, als das ſtantinopel zu marschieren. Das Zentrum der Was nun die einzelnen Zweige des Wirt- mit aller Kraft daran zu arbeiten, Notventil eines Völferkrieges zu ziehen. Nach des- Weltpolitik verlegte sich vom fernen Osten wieder ſchaftslebens betrifft, so ist hier die Entwicklung unsere Wirtschaft zu beleben sen Ausgang werden vielleicht die Asiaten gar nach dem europäischen Balkan und nach Zentral- ungleichmäßig und unseren Arbeitslosen Brot feinen Strieg mehr gegen sie zu führen brauchen. Europa. Die Folge waren die Ereignisse von und die Betrachtung der einzelnen Produktions- und Arbeit zu beschaffen. G. St. Die europäische Selbstvernichtung hat ihnen 1914 bis heute. gebiete bestätigt im allgemeinen das Ergebnis, das eventuell die Bahn frei gemacht. Heute ist Japan der mächtige Führer Ajiens man aus dem Vergleich von Ziffern gewinnt, die Der Weltkrieg von 1914-1918 war im gegen Europa und eventuell Nordamerika, das das Gesamtgebiet des Wirtschaftslebens umfassen. Resultat eine mehr inneneuropäische Angelegen für die Asiaten gleichsam ein erweitertes Europa beit. Bielleicht werden spätere Geschlechter ihn ist. Japan hat diese Rolle nicht aus irgend einem der 2 and wirtschaft in den nächsten Wochen terrichten folgende Broschüren: als Auftakt ansehen zu dem Ringen der Konti- Idealismus übernommen, sondern aus rein kapi- läßt sich schwer etwas bestimmtes sagen. Wohl nente und Rassen im Raum des Pacific, mit talistischen und imperialistischen Interessen. Es Europa als Nebenkriegsraum. hat von der europäischen Zivilisation die zwei kann man in der letzten Zeit ein Ansteigen des Otto Bauer: Die Europa- Ajien- Auseinanderseßung geht wichtigsten, zerstörenden Sträfte übernommen, das Verbrauches an künstlichen Düngungsmitteln fest= " Der Aufstand der österreichischen Arbeiter" durch unsere ganze Geschichte. Man mag mit der Wirtschaftsdumping und den Gebrauch aller mo- stellen, woraus man gewisse günstige Ergebnisse Periode beginnen, wo die Germanen, Kelten, dernen Wordwaffen und Maschinen. Im Wege in bezug auf die kommende Entwicklung in der Emil Franzel: Griechen schon ansässig waren. Sicherlich waren des Wirtschaftsdumping ist Japan längst zum Landwirtschaft schließen könnte. Aber die soziale die Kriege der Griechen gegen die Perser, räum- Angriff auf Europa vorgegangen. Auf Grund Lage des Landwirtes hängt vor allem ab von den lich innerhalb der Levante, für ganz Europa ent- seiner schändlich niedrigen Arbeitslöhne vermag Preisen, die er bei der nächsten Ernte erzielen Julius Deutsch: scheidend. Alexander der Großze wurde dann zum es fast alle Märkte zu unterbieten. von Chicago wird und darüber läßt sich heute noch gar nichts Angreifer gegen die Asiaten. Seine Eroberungen bis Gablonz. sagen. In der Kohlenproduktion ist hatten jedoch keinen Bestand. Vom Donau- Raum Wenn die hier zwiefach orohenden Kriegs- die Entwicklung uneinheitlich. Die Produktion der her versuchten aber die Asiaten die Eroberung gefahren überhaupt noch abgewendet werden sol- Steinkohle ist im Feber von 850.000 MeterzentEuropas, als im vierten Jahrhundert nach len, so ist es nur möglich durch die internationale ner auf 838.000 Meterzentner gefallen, dagegen Christi die große Völlerwanderung" begann. Solidarität aller Arbeiter der Welt! ist die Erzeugung von Braunkohle von 1,243.000 Ueber die Entwicklung der Verhältnisse in Ueber den österreichischen Bürgerkrieg un Kč 3." Der Bürgerkrieg in Österreich". Kč 20.Der Bürgerkrieg in Österreich", Kč 20.Bildungswesen, Prag XII., Slezská 13. Bestellungen an die Zentralstelle für das Rr. 101 Die Henlcins auf Arbeiteriang Herrn Henleine Rundschau" ist anläßlich des 1. Mai im Festkleid erschienen. Denn die " Sudetendeutsche Heimatsfront" feiert in ihrer Art ebenfalls den 1. Mai. Siebei spielt eine Schallplatte, die eine Ansprache des obersten Führers wiedergibt, die Hauptrolle. Ein ganzseitiges Titelbild und zivci BildTeisten( lezieres einem reichsdeutschen Nazivuch entnommen) zieren die Nummer. Das bekannte Freiligrathsche Gedicht„ Ehre der Arbeit!" ist groß aufgemacht. Der Leitartikel.Der Tag der Arbeit der Tag des Volkes" erklärt, daß früher dar Arbeiter recht hatte, als er einem raffgic= rigen, verständnislosen Bürgertum gegenüber als Suaffenlämpfer auftrat wenn er auch nicht ahnte, daß er auf der falschen Front fämpfte." Sehr logisch klingt das nicht! Dann kommt die angeblich geschichtliche Wendung in Form der sozialen und wirtschaftlichen Berelendung: Dienstag, 1. Mai 1934 Seite 5 Die schwarze Diktatur perfekt Für die Dollfuẞ ,, verfassung" nur 74 von 165 gewählten Nationalräten! Ueber 471 Notverordnungen wurde überhaupt nicht abgestimmt Wien, 30. April. Heute fand die große Parlamentskomödie statt, die der neuen„ Verfassung" des Herrn Dollfus wenigstens den Schein einer rechtlichen Existenz verleihen soll. Der Bundespräsident Miklas, der Bundeskanzler Dollfuß mit fast sämtlichen Witgliedern der Regierung und ein Großteil der christlichsozin len Abgeordneten und Bundesräte stärkten sich vorher für den neuen eklatanten Bruch ihres Eides auf die Verfassung bei einem Gottesdienst im Stephansdom. restlichen Oppositionsparteien, und zwar die GroßIm Parlamente tagten inzwischen die beiden deutschen und der Landbund, die sich darauf einig ten, auch weiterhin gegen die Regierungsvorlagen einen op positionellen Standpunkt einzunehmen. Der großdeutsche Abgeordnete Foppa teilt mit, daß die übrigen großdeutschen Abgeord neten in der Sigung nicht erschienen seien, um damit zu dokumentieren, daß sie mit dem Bor. gehen der Regierung nicht einverstan den seien. 471 Verordnungen auf Grund des KriegsDen Schluß der Sizung bildet eine Rede des ermächtigungsgesetzes aus dem Jahre 1917, ferner die Verordnung über die neue Verfaſſung, christlichsozialen Abgeordneten Dr. Aigner, der die grundsäßlich demokratische(!!) wie sie im heutigen Bundesgesetzblatt publiziert wurde, sowie die Ermächtigungsgesetze vorlege. Gesinnung der Chriftlichsozialen hervorhob, das Regierungssystem Dr. Dollfuß als die einzige(!), Ramet weist alle Vorlagen dem Verfassungsausfassung unter den besonderen Schutz der katholischen Rettung des Volkes bezeichnete und die neue Vers Kurz nach 10 Uhr begann der Plenarsaal sich schuß zu, der selbstredend das Verfassungsgeset zu füllen. Sämtliche christlichsoziale Abgeordnete des annahm und hinsichtlich der 471 NotverordnunKirche stellte! „ Die sogenannten bürgerlichen Schichten, gei Seimatblods, der Großdeutschen und des Landbun- gen erklärte, daß darüber nicht verhan stig und wirtschaftlich unterwühlt, verfielen. Nun des fanden sich ein. Die Bänke der Sozialdemokrade It zu werden brauche( 1), so daß diese zeigte es sich, wie finnlos die haßerfüllte Scheiten blieben freilich leer. Unter den Abgeordneten Verordnungen automatisch aus dem Programm dung zwischen dem Arbeitnehmer und Arbeit befinden sich einige Ersaßleute für die inzwischen des Nationalrates ausgeschieden erscheinen. Dies geber, zwischen dem„ Gefnechteten" und dem gestorbenen Abgeordneten sowie der Ersaßmann fün bedeutet eine in dirette Annahme der „ Ausbeuter" war, als die seelische und wirtschaft den christlichsozialen Abgeordneten Johann Buch Notverordnungen. liche Not auch jene Schichten erschütterte, die nie leiter, der gestern auf sein Mandat verzichtet hat. die Not des Arbeiters begreifen Tonnten, die ihm früher jene Achtung und Würdigung versagien, die auch der Arbeiter mit vollem Rechte beanspruchte. Jetzt im täglichen Erleben der eigenen Not, begann man um zulernen. Jetzt erst begann man zu begreifen, was es heißt, wenn die Ge meinschaft versagt." Anders ausgedrückt, soll dies wohl heißen. daß die wirtschaftlich geschwächte Kapitali stentlasse in ihrer Bedrängnis den Weg zum Arbeiterendlich gefunden habe und sie den Wert der Gemeinschaft nun begreift. Nicht schlecht: die Kapitalisten kommen zu den Arbeitern, denn sie brauchen de ren Hilfe! Und die Heimatsfront verschafft ihnen diese! Im 11 1hr eröffnete Präsident Ramet neuerlich die am 4. März des Vorjahres angeblich nur unterbrochene" Sibung. Sum Worte meldete sich sodann der groß deutsche Abgeordnete Dr. Sa mp 1, der betonte, daß die Einberufung der heutigen Sigung der Verfassung und der Tagesord nung widerspricht. Präsident Dr. Ramet antwortete, daß die Verordnung vom 24. Feber d. J.. auf Grund der die Sigung einberufen wurde, rechtsgültig(!) und für das Parlament daher verbindlich(!!) sei. Darauf schloß Ramet die Sizung und beruft die nächste Sigung für 3411 Uhr vormittags ein. Zu Beginn dieser zweiten Sizung teilt Ramef mit, daß die Regierung Von 76 abgegebenen Stimmen sprechen sich 74, also nicht einmal die Hälfte der 165 Mitglieder des Nationalrates, für die Annahme aus. Die Verfassungsbrecher hatten aber ausgeklügelt, daß die Zweidrittelmehrheit von den nach Abzug der Sozialdemokraten verbleibenden 91 Mandaten zu berechnen sei, und erklära ten somit, daß damit die Zweidrittelmehrheit erreicht worden sei. Für die Verfassung stimm ten die Christlichsozialen, die Heimwehrabgeord neten und zwei Landbündler, da gegen nur die beiden Vertreter der Großdentschen Partei. Nach Wiedereröffnung der Plenarjibung absentierten sich die Abgeordneten des Landbundes; nur Abgeordneter Tauschig verblieb als Beob achter im Sigungssaal. Auch seitens der Großdeutschen waren nur vereinzelte Angehörige der | Partei erschienen, darunter Abg. Sampel, der feine in der ersten Sisung abgegebene Erklärung wiederholt, daß die Einberufung des National- Abgeordneter Hampel bittet nochmals ums rates der Verfassung und der Ge- Wort, das ihm aber vom Präsidenten verweis schäftsordnung widerspreche. Der gert wird. Die beiden Großdeutschen verlassen Redner fordert die Auflösung des Parlaments und daraufhin unter Protest den Saal. Das Ermäch Ausschreibung von Neuwahlen. tigungsgesetz wurde dann auch in dritter Lesung angenommen. Damit war die Sibung beendet und das Haus löfte sich dann auf. Der Bundes rat nahm dann in den Nachmittagsstunden in einer kurzen Sizung die Bundesverfassung und die 471 Notverordnungen der Regierung an. Ramet geht jedoch über den Protest Hampels zur Tagesordnung über. Der Vorarlberger christlichſoziale Abgeord nete Winsauer erstattet, dann für den Verfassungsrechtlichen Ausschuß Bericht. Dollfuß ,, verfassung" nur ein Fetzen Papier Ein zweites Protestschreiben Friedrich Adlers ,, Einberufung Sache der Hauptwahlbehörde. Parlamentspräsidium." fident durch ein gutes Amt bezahlen, aber seien Sie sicher, Herr Dr. Ramet, Ihr Verrat an der Demofratie, die besondere Ehrlosigkeit, mit der Sie sich dazu erniedrigt haben, den fascistischen Verbre chern der Regierung Dollfus die Mauer zu machen, wird Ihnen nicht vergehen werden. Achtung auf Spitzel in Oesterreich! Wenn die Rundschau" hochirabend beiont, ,, in diesem Geiste, in diesem Erkennen, als Fahnenträger einer neuen Zeit" aus dem., Fest= Wien, 30. April.( E. B.) Bekanntlich er= tag des Arbeiters den Festtag der Arbeit, den Zürich, 30. April. Auf das Telegramm, in scheint seit einigen Wochen in Brünn die ArbeiFejttag des Voltes" zu machen, so ist das durch dem Friedrich Adler seine Einberufung als Ersatzter- Zeitung", die illegal in Oesterreich verbreitet aus nicht neu, denn es ist getreuliche Nachmann für den verstorbenen Abgeordneten Pölzer wird. Die österreichischen Behörden sind eifrig bes ahmung von bewährten" itler me- gefordert hatte, erhielt er folgendes Antworttelemüht, die Verbreiter dieser Zeitung ausfindig zu tho den. So sehr sich die Henleins auch bemühen, gramm: machen. Dazu bedienen sie sich unter anderem auch ihre eigene Ideologie zu formen, bricht doch die folgender List. Sie senden Spizzel aus, die von fascistische Phraseologie immer wie Der Jesuitentrick der Vortäuschung der Rechts- Wohnung zu Wohnung gehen, die die der durch, wie z. B. in den Worten ,, Aufbruch in Kontinuität durch eine Parlamentskomödie wird zumeist allein in der Wohnung befindlichen unserem Volke." Man spricht viel von Stammes- Daraufhin sandte Friedrich Adler gestern weder den Meritofascisten in Oesterreich noch dem Frauen auffordern, die verbotene Arbeiter zugehörigkeit, Siedlungsraum, der jungen Gene- abends folgenden zweiten Brief an den Präsiden- Batitan etwas helfen. Wenn das österreichische Zeitung" zu abonnieren. Erhalten sie dann ration, Staatsbejahung und Mitarbeitswillen, ten des Nationalrates Dr. Ramet: Volk sich aus der fascistischen Stlaverei befreit, von einer Frau die Antwort, daß die macht in allen Tonarten Reklame für die Heimats Als Sie dieses Telegramm absandien, kann wird es niemals die Rechtsverbindlichkeit von Arbeiter- Zeitung" bereits abonniert ist, und front und bringt sogar statistische Daten über die ten Sie schon die gestrige Wiener Zeitung", aus Beschlüssen einer verfassungswidrig einberufenen ohnedies zugestellt wird, so fragen diese Spizel, Lage der Arbeiter in der Tschechoslowakei. Die der ersichtlich ist, daß die Hauptwahlbehörde, an Sigung anerkennen. 63 wird die Dollfus ,, verfaj- von wem sie diese Zeitung zugestellt bekommen. Tschechen werden ihre Freude haben an dem Ar- die Sie mich weisen, und deren sozialdemokratische fung" ebenso wie das Dollfus ,, kontordat" als das Erhalten sie dann von der arglosen Frau die ents titel„ Nie wieder Habsburg" und die unter Mitglieder in Gefängnissen und Konzentrations behandeln, was sie sind als Feizen Papier! sprechende Auskunft, so ist ihr nächster Weg zu dem nehmer werden sehr erbaut sein über die aus- lagern gefangen gehalten werden, dem Verfas= ,, Wenn das Volf einhertritt zum Gericht und Betreffenden, den sie dann festnehmen. führliche Wiedergabe des reichsdeutschen ,, Arbeits- fungsbruch der Regierung Dollfuß Ordre pariert fein gewaltig Schuldig spricht, dann werden Sie schutzgesetz", das die Kapitaliſten zu Herren ihres und die Ersaßmänner der sozialdemokratischen Li- und die anderen Verbrecher gegen die FreiheitsBetriebes und die Arbeiter zu rechtlosen..Gefolg sten ihrer Rechte auf Nachfolge beraubt. Der rechte des Boltes Ihre Strafe erleiden. Der Tag Das Gefühl der Sicherheit schaften" herabdrückt. Das üble Gefeß wird von Versuch, die Verantwortung auf die Hauptwahl wird kommen!" der..Rundschau" ausdrücklich gelobt! Das behörde abzuschieben, kann Ihnen nichts helfen, Friedrich Adler. angeblich so arbeiterfreundliche Henleinblatt fon- denn Ihre Verantwortung für die Bergewaltigung Burgenland- Schutzbunddem Gefängnis entsprungen Barthou über seine Reiseeindrücke statiert schon heute einwandfrei, daß mit diesem und Schändung des Parlamentes steht auch abgeGefeße der wichtigſte prattische Schritt zur ſehen von der Frage der Einberufung der Erfanführer mit vier Genossen thon ist am Sonntag mittags nach Paris zuleberbrückung der Kluft zwischen Arbeit- männer fest. Sie haben 72 sozialdemokratische Abgeber und Arbeitnehmer und damit zur Uebergeordnete zu der Sitzung am 30. April nicht einwindung der noch bestehenden Klaſſengegen- geladen. Sie haben damit Ihre Pflicht als Präfi jäße überhaupt getan wurde." Und:„ Abschlie dent zur Wahrung der Rechte der Volksvertretung ßend fann wohl behauptet werden, daß dieses von mit Füßen getreten. Sie haben sich zum Spießgeliefster jittlicher und sozialer Verantwortung ge- fellen der fascistischen Verbrecher, die in der Regietragene deutsche Gesetz über furz oder lang auch rung ſizen, erniedrigt. auf die Sozialgesetzgebung anderer Staaten einwirfen wird." Wir danken! Die sozialdemokratischen Abgeordneten sind in den Gefängnissen, in den Konzentrationslagern Einen sehr breiten Raum nimmt in der Mai- und bestenfalls im Eril. Ke in Vertreter der mehr als eineinhalb Millionen österreichischen Wähler, nummer der Henleinschen ,, Rundschau" die Belämpfung der Sozialdemokratie ein. die ihre Stimmen der Sozialdemokratie gegeben Natürlich, dazu ist ja die Henleinfront geschaffen haben, wird am 30. April im Parlamentsgebäude und sie zur stärksten Partei Desterreichs gemacht worden! Dann werden Aeußerungen Stam bfers und Franze Is gegen Nazideutschland feine Stimme gegen die Schmach und Schande der und Dollfußösterreich sowie ein Aufruf unseres Sibungsfomödie, die unter Ihrer Leitung sich vollJugendverbandes als friegsdurstig und zieht, erheben können. Die Regierung Dollfuß wird ſtaatsfeindlich erklärt. Noch an einem halben Ihnen Ihre Prostituierung als ParlamentspräDußend Stellen wird die deutsche Sozialdemo= tratie in oft ruppigster Weise angepöbelt. Die deutsche Gewerbepartei bekommt übrigens auch ihren Teil weg, weil sie von der Mejjiasaufgabe Henleins nichts wissen will. Abgesehen davon, ist das Streben Henleins, die Massen der Arbeiterschaft in ähnlicher Weise her anzufödern, wie es Hitler besorgt, ganz unverfennbar. Paris, 30. April. Außenminister V a r= rückgefehrt, wo er auf dem Bahnhof von zahlrei chen Mitgliedern der Regierung herzlich empfan Brinn, 30. April.( Eigenbericht.) gen wurde. Barthon erklärte u. a., er habe Der Landesführer des Republikanischen nicht geglaubt, daß ein Höflichtkeitsbesuch bis Schutzbundes im Burgenland, Genosse zu einem solchen Maß den Charakter politi Hans Men z 1, der seit den scher Beratungen annehmen werde. Die VerFebertagen im Landesgerichtshandlungen seien durch feinen Schatten getrübt gefängnis in Eisenstadt gefangen und durch kein Mißverständnis verdorben worden. gehalten wurde, ist in der Nacht vom Freitag Der Vertreter Frankreichs begegnete überall auf Samstag aus dem Gefängnis ent treuer Freundschaft. Pilsudski habe ihn wie einen Freund sprungen und hat vier Schutzbündler mitgenommen. Diese fünf Schutzbündler sind empfangen. Sie hätten eine umso nüßlichere Aralso trotz der strengen Bewachung, die jetzt beit geleistet, als sie in vollkommener ດາ der tschechoslowakisch- österreichischen Aufrichtigkeit sprachen, und seien auch mit Grenze besteht, in die Tschechoslowakei gekom. dem Außenminister Beck zu einem loyalen und men und werden, nachdem sie sich von den herzlichen Einvernehmen gelangt. Polen sei eine Strapazen und Aufregungen werden erholt Großmacht, welche bisher ihre Größe noch nicht haben, nach Brünn kommen. voll entwickelt habe. Die Angst vor dem 1. Mai Sonntag wurden in Wien in allen Landes- 145 Schwarzhemden Weg, um allen Fragen durchzunehmen, alo In der Tschechoslowakei war teine deli late Frage auf dem Programm. Bei der alten persönlichen Freundschaft mit Dr. Benes, den Barthon für einen der bedeutendsten Kövse der europäischen Diplomatie hält, stand nichts im anzus nähern und zu vereinbaren. Die Kleine Entente bleibe fest, sie bleibetren; sie habe die Politif Fraanfreichs begriffen und ihr zugestimmt. Von seiner Reise, die er im Interesse des Friedens unternommen habe, bringe er das stärkende Vertrauen und das Gefühl der Sicherheit. hauptstädten Oesterreichs große Polizeiaktionen zur Sicherung der Ruhe am 1. Mai durchgeführt. In wollen Wiens Arbeiterschaft provozieren Wien allein wurden nach einer Meldung des Tiche- Sonntag nachmittag ist auf der Fahrt von choslowakischen Preisebüros an 3500 Personen Bologna nach Thörl- Maglern an der österreichisch Er wird auf die Dauer so wenig Glück ha in Schusshaft genommen. Auch in den Straßen- italienischen Grenze eine Kolonne von 145 fasciben wie dieser, denn in der Zeit des Kapitalis- fanälen wurden Streifen durchgeführt. Sechsstischen Motorradfahrern eingetroffen. Zur Bemus, der schroffsten lassengegen sätze, die ja noch vorhanden sind, und troß aller Gruppen, die sich aus noch unbekannten Gründen grüßung hatten sich österreichischerseits Vertreter der Landesleitung der Kärtner Heimwehren, eine Henleins nicht wegzuleugnen sind, fann man nicht in diefen Kanälen aufhielten, wurden feſtacnom Abteilung des Automobilkorps der Wiener Heim Bomben gegen das zwei Herren zugleich dienen. Die dentende Ar- men. Unter ihnen soll angeblich eine Gruppe bewehren, weiters der italieniſche Generalfonful in beiterschaft wird sich niemals zu blinden Wert- reits mit viel Dynamit in die Kanäle unter dem Klagenfurt, Bertreter der lokalen Behörden jolie spanische Innenministerium zeugen der Kapitalisten erziehen" lassen. Das Haus der Vaterländischen Front eingedrungen der italienischen und der österr. Presse einmerken die fascistischen Diftatoren zu ihrem sein. Nach der Darstellung der Polizei wurde gefunden. Nach der Begrüßung wurde die Fahrt Schmerze schon sehr deutlich.. diese Gruppe im Nebenhaus der Vaterländischen nach Villa dh fortgesetzt, wo die Sportleute über Front aufgegriffen. nachten. Madrid, 30. April. In der Nacht auf Sonntag sind vor dem Ministerium des Innern zwei Bomben explodiert, die bedeutenden Sachschaden anrichteten. Verletzt wurde niemand Seite 6 Gedenken an Adolf Pohl Die Feier am 1. Mai im Heurigen Jahre wollen wir nicht vorübergehen lassen, ohne ein paar Minuten an einen Mann und dessen Lebenswer! zu denken, der am Vorabend des 1. Mai 1933 für immer von uns gegangen ist. Wir erinnern ans noch alle deutlich des Schreckens und des Entsetzens, das die Nachricht vom Hinscheiden des Genossen Adolf Pohl in uns hervorgerufen hat. Wir wuß ten alle, daß unser Pohl seit Monaten, ja seit Jabren schwer frank war, aber dennoch haben wir nicht erwartet, daß uns der Tod einen unserer Besten so rasch entreißen werde. Die Bestürzung unter uns war voriges Jahr um so größer, als furze Zeit vorher, am 11. April, Pohls alter Freund und Kampfgefährte, Anton Jarolim, gestorben war, so daß im Laufe von 19 Tagen die Bergarbeiter ibre Führung verloren haben. Mit den Bergarbeitern aber hat die gesamte Arbeiter bewegung dieses Landes, die politische und die gewerkschaftliche, durch den Tod dieser beiden Männer einen furchtbaren Verlust erlitten. Jarolim ift Zeit seines Lebens der kernige, unbeugjame, radikale Proletarier geblieben, als der er aufgewachsen ist. In Bobl waren wir gewohnt, einen Mann großen Formates zu sehen, der die politis schen und ökonomischen Probleme, die der deutschen Arbeiterbewegung dieses Landes gestellt sind, so flar, wie mir wenige erkannte und dem neben seinem scharfen Verstand eine Energie gegeben war, die ihn zu einer wahrhaften Führerpersönlich feit gemacht hat. Adolf Pobl wird für immer zu den bedeutendsten Männern gehören, welche das deutsch- böhmische Proletariat hervorgebracht hat und in dem sich der weltgeschichtliche Aufstieg einer ganzen Klasse symbolisiert. Die deutsche Arbeiter schaft der Tschechoslowakei wird Anton Jarolim und Adolf Pobl niemals vergessen und noch heute zittert in uns der Schmerz der Shinde nach, da wir von beiden Abschied nahmen! Dank des Revierrates Brux Der Revierrat für die Revierbergamtsbezirke Brür- Teplit- Komotau fühlt sich veranlaßt, nach Abschluß der von ihm eingeleiteten Hilfsaltion zugunsten der durch das furchtbare Grubenunglüd am Nelson- 111- Schachte in Ofset betroffenen Familien der gesamten Oeffentlichkeit, die auf irgend eine Beise zum Gelingen unserer menschlichen Pflichterfüllung beigetragen hat, auf diesem Wege im Namen der Hinterbliebenen den aufrichtigsten Dan! zum Ausdrud zu bringen. Besondere Aner fennung gebührt dem tschechoslowakischen Rund funt, den Tageszeitungen für die Veröffentlichung des Aufrufes und für Mitteilungen an die Bevöl ferung sowie den Beamten der Prager Poſtſpar tassa und der Böhmischen Union- Bant, Filiale Brür, durch deren uneigennüßiges Mitwirten es ermöglicht wurde, das begonnene Werk erfolgreich zu vollenden. Bei dieser Gelegenheit sei auch der Opferwilligkeit der Schuljugend und Lehrerschaft aus der ganzen Republik gedacht. Der Revierrat gibt gleichzeitig befannt, daß das Gesamtergebnis der Sammlung bis zum 14. April im Betrage von Kč 949.297,70 bereits dem Ministerratspräsidium überwiesen wurde. Der katholische Block gescheitert? Wir haben seinerzeit ausführlich über die Bestrebungen geschrieben, zu einer Einigung zwischen den tschechischen und slowakischen Selerifalen zu fommen. Eine solche völlige Vereinigung der bei den Parteien wäre für die innere Politit, für die Verhältnisse im Parlament und in der Koalition nicht ohne Bedeutung gewesen. Nun scheint es aber zu diesem katholischen Block vorderhand nicht zu kommen. Der ideelle Unterschied zwischen den tschechischen und den Slowakisch- klerikalen ist, wie die„ Lidové Noviny" berichten, so groß, daß er durch die Beratungen, die zwischen den Vertretern der beiden Richtungen stattgefunden haben, nicht beseitigt werden konnte. Unter den SlowakischSelerifalen wird darauf hingewiesen, daß die Idee der slowakischen Autonomie, welche von der ſlowafischen Volkspartei vertreten wird, Schaden leiden fönnte, während auf tschechisch- klerikaler Seite wie der auf die programmatische Unklarheit und tattische Unbeständigkeit der Slowakisch- Serikalen hingewiesen wird. Der Gedanke des slowakischen Blocks wird also vorläufig nur ein Gedanke bleiben und nicht zur Tat werden. Dienstag, 1. Mai 1934 Vorne und hinten 5 Govae Hitler( vorne):„ Der Nationalsozialismus wird Jahrtausende überstehen!" Goebbels( hinten):„ Großer Gott! Werden wir den 1. Mal 1935 noch erleben?" Die öffentlichen Angestellten in Staat und Gesellschaft Positive Einstellung zur Kampf um Bezüge und Rechte. Republik. Wünsche und Forderungen In Teplitz- Schönau fand Sonntag eine Tagung des Verbandes der öffentlichen Angestellten ( Siz Reichenberg) in Teplit- Schönau statt. Der erste Obmann des Verbandes, Gen. Kresche IReichenberg, eröffnete die Tagung, begrüßte die Delegierten und Gäfte und gab bekannt, daß mehrere Ortsgruppen folgenden Dringlichkeits. antrag eingereicht haben, der schließlich einstimmig angenommen wurde:. Telegramm an den Bräsidenten der Republik „ Die am Verbandstag in Teplit- Schönau versammelten Delegierten der öffentlichen Angestellten, Sitz Reichenberg, begrüßen Sie als Staatsoberhaupt, Borbild strengster, uncigen nüßiger Pflichterfüllung und unermüdlichen Arbeiter zum Wohle des Staates, erneuern das Treus gelöbnis für Staat und Bürger, bitten Sie als demokratischen Vorfämpfer um Schutz und Unterstügung unserer sozialen Bestrebungen, verbürgen Ihnen feste Treue und strenge Pflichterfüllung ohne Eigennus, wünschen, Sic, Hochgeschätzter Herr Präsident, als Lenker des Staates viele Jahre zu erhalten." reichen. Zum Schluß sezte er fich für die Forderungen ein, die in ciner Resolution niedergelegt wurden.( Lebhafter Beifall.) Der Fachgruppenobmann der Sozialversiche rungs- Angestellten Hans Konrad- Reichenberg referierte über die Sozialversicherung und die Gehaltsbewegung seiner Gruppe. Konrad schilderte den Kampf, um die Verschlechterung der Bezüge zu verhindern und legte die Auswirkungen der Wirtschaftskrise auf die Krankenversicherungsanstalten auseinander. Eine Aussprache zu diesen beiden grundlegenden Referaten wurde nicht gewünscht. Damit brachten die Delegierten zum Ausdruck, daß sie mit den Darlegungen der Verbandsvertreter einverstanden waren. S. 101 Die„, Geyer" melden sich Sudetendeutschtum einigt sich weiter- in einer neuen Partei Nach Intrafttreten des Gesetzes iber dos Parteienverbot und der Auflösung der fascistischen Gewerkschaften begann unmittelbar der Kampf um die unterstandslos gewordenen Arbeiter und Anges stellten, weniger aus der Sorge um ihre in Verlust geratenen materiellen Ansprüche, als um die, dem Nationalismus wichtigen politischen und dazu no fascistisch- orientierten Formationen. Außer den Christlich sozialen machten sich vor allem die Landbündler mit ihrem Generalsekretär Jannausch an die Arbeit, um die Obdachlosen für ihre Parteizwede einzufangen. Aber die jahrelang von den Kasper, Jung, Krebs und Konsorten bes handelten Menschen waren weder für die Christe lichen noch für den Landbund zu haben, denn die einen wie die andern galten bei der Masse der Has fenkreuzler dem Hitlertum zu fernstehend. Konrad Senlein mit seinem Fähnlein mußte von Asch aus gegen die deutschen Städte ziehen und die Losung ,, tweg mit den Parteien!" unter die Massen schleus bern, bis er mit diesem Kampfruf soviel Anhänger gewonnen hatte, um zur Gründung einer eigenen Bartei schreiten zu können. Aber Henlein vermochte wohl dem Landbund, den Gewerbeständlern und der DAWG eine Konkurrenz zu schaffen, was er aber nicht fonnte war die Zusammenfassung der Nationalsozialisten und Nationalparteiler au der man ihn von Barren und Reck heruntergeholt hatte, in der Sudetendeutschen Heimatfront. Weil man aber auf so wertvolle Menschen nicht gern verzichtete und weil vor allem in der letzten Zeit das Wort„ Wahlen" gefallen ist und mit den Wahlen auch Mandate verbunden sind, hat man fluger Weise die organisatorischen Formen für die Erhaltung der nationalsozialistischen Stimmen gesucht und gefunden. Auf dem Wege über den alten Simon Starl Hat der in der Gründung nationaler Gewerkschaf ten und Parteien wohlbewanderte und mur duri cine unpolitische Geschichte um sein nationalsozia listisches Mandat gekommene Herr Fahrner, die etwa 40.000 früheren hakenkreuzlerischen Ge werkschafter unter seine Führung gebracht und faum ist der Oeffentlichkeit zum Bewußtsein ges fommen, daß die alte Kaspergewerkschaft in neuer Form erstanden ist, meldet die Presse schon, daß der gleiche Fahrner, den nur ein Kleiner Berufs. unfall vor den Folgen des Parteiengesetes gen schüßt hat, daran sei, eine neue deutsche Partei, velcher vornehmlich Arbeiter, Angestellte und Ins tellektuelle angehören sollen und die mit dem Landſtand und dem Gewerbestand in innige Berbindung fommen wollen zu gründen. Der Zwed dieser Barteineugründung wird jedermann flar, wenn man liest, daß neben Fahrner die Herren Simm Professor Geyer, Röhler und Jesser also die kaum ihrer Abgeordnetenwürde entkleide ten Nationalsozialisten und auch noch der Gene ralanwalt der nationalsozialistischen Partei, der Advokat Dr. Kreißl aus Tetschen, um die Grün dung der Partei bemüht sind. Kein Zweifel, daß hier der Versuch gemacht wird die ganze alte Aus dem Bericht der Mandatsprüfungsfoms at entreuzparteiuntereinſiches mission ging hervor, daß 175 Personen anwesendres Dach zu bringen und so nebenbei waren, darunter 113 Delegierte und 22 Gäste. auch dafür zu sorgen, daß den Herren Simm, Der Bericht des Verbandslaſſiers Preuß- Köhler, Jeſſer et tutti quanti, nach Ablauf ihrer er zeigte, daß die Finanzen des Verbandes in Bewährungsfrist, einige warme Sessel vorzuberei bester Ordnung sind. Ueber den Seilfonds sprach der Ber- und ihrer Mittelsperson Jannausch, laſſen darauf ten. Die Verbindungen mit der Landbundpartei bandsobmann Stoll. Seres dhe 1. Seine Ausfüh- schließen, daß man zwei regierungsfreundliche rungen wurden mit Beifall zur Kenntnis genom- Stüßen zu Hilfe nimmt, die gleichzeitig auch für Seitens der Gäste nahm als erster Bürger- men. meister Russy zur Begrüßung das Wort. Der Ver- Die Rückversicherung der Pensionsansprüche fchen Partei garantieren. Müßig zu sagen, daß späterhin die Bildung einer verbreiteten fascisti treter des Deutschen Gewerkschaftsbundes Abg. der pragmatischen Gemeindeangestellten" be- diese Wiederaufrichtung der Hakenkreuzpartei der Gen. Schäfer- Reichenberg hob in seiner Behandelte der Vertreter des Verbandes der deutschen plumpste Versuch ist, der bisher gemacht wurde, grüßungsansprache den Kampf der Gewertschaften Selbstverwaltungskörper, Herr Anton Woſt ry, um das Parteiengeset ad absurdum zu führen und zur Befämpfung der Not und gegen weitere Strisen in einem interessanten Vortrag. opser der Arbeiter und Angestellten hervor. Er unterſtrich unter dem Beifall des Verbandstages, ſchließung heben wir folgende Förderungen hervor: zu verfolgen verpflichtet ist, kann man doch sagen, Aus der einstimmig angenommenen Ent- lo aufmertjam man auch die weitere Entwicklung dieser Bestrebungen, die Arbeiter zu mißbrauchen, daß die deutschen Hand- und Stopsarbeiter dieses Staates zur Verteidigung der demokratischen daß auch die Bäume des Herrn Fahrner nicht in Grundrechte bereit seien. Abg. Grünzner verden Himmel wachsen werden, dafür sorgt der trat das Startell der öffentl. Angestellten im Deutewig junge Einigkeitswille un schen Gewerkschaftsbund und den Eisenbahnervererer Nationalen, der seine unvergäng band. Er referierte über den Kampf und die geliche Charakteristik in den Worten fand, der eine werkschaftlichen Maßnahmen gegen den Abbau. Es saß, der and're stand, das ist der Nationalverband, gelang den Gewerkschaftern, die Abstriche von dem stimmt an das Lied der Lieder," und der noch Stat der Gehälter von 1100 Will. Kč 1932 und 1. Die Aufhebung aller Bestimmungen über lange nicht zum letzten Male zur 600 Mill. Kč 1933 auf 600 Mill. Kč beziv. 320 die Personalsparmaßnahmen im Staats- und Gründung einer Partei, zwecks EiniMill. Kč herabzudrüden. Das sind zweifellos öffentlichen Dienste, insbesondere aber der letzten gung der Sudetendeutschen geführt hat. ganz außergewöhnliche Erfolge, die nur durch Abbauvorschriften. unablässige gewerkschaftliche Tätigkeit erreicht werden konnten. Als Vertreter des„ Ustřední svaz státních samosprávných a veřejných zaměstnanca" sprach der Koll. Ksandr. Er hob hervor, daß nur in der Einigkeit die Kraft liegt, die sich gegen Verschlechterung der Gehälter und Beschneidung der Rechte durchzusetzen vermag. Koll. A l e s vom „ Sdružení úředníků a zřízenců soc. poj. ústavů" sprach zu der Lage der Sozialversicherungsangestellten. Musiker fordern Schutz Brünn, 29. April. Heute wurde hier der VII. Kongreß der Musiker- Fachgewerkschaft, an dem 350 Delegierte in Vertretung von 23.000 Privat musifern teilnahmen, mit der Annahme einer Resolution geschlossen, in welche die Herausgabe eines Gesetzes zum Schuße der Musiker und der Musikfunst, die Aufhebung der Unterhaltungssteuer, die Der erste Obmann des Verbandes, Kollege Ausscheidung der Kapellmeister und Musiker aus Keres che l= Reichenberg, widmete in seinem Redem Gewerbegesez und die Unterordnung der ferat dem Mujit als schöne Kunst dem Unterrichtsministerium Entschließung. Der Verbandstag stellt nach Kenntnisnahme der Berichte seiner Vertreter fest, daß durch die wiederholten Abbaumaßnahmen der Bezüge und Rechte der Staats- und öffentlichen Angestellten die wirtschaftliche Lage dieses Standes geradezu unerträglich geworden ist. 2. Die Aufhebung jener Bestimmungen, wie sie für die Angestellten der Selbstverwaltungs- gängen im Brünner Schußbundlager. Die„ Rudá Kommunistische Fieberphantasien von Vor förper durch den§ 3 des Gesetzes vom 21. Dez. Zár", das Ersaßblatt für die eingestellten kommu1929, Slg. Nr. 495,§ 19 des Gesetzes vom nistischen Blätter, bringt die Nachricht, daß am 20. Dez. 1922, Nr. 394 und§ 212 des Gesetzes Samstag, den 28. April um sieben Uhr früh vom 24. Juni 1926, Nr. 103 Elg. herausgegeben 45 Schußbündlern in Brünn mitgeteilt wurde, daß wurden. sie in das Lager von Chocerad abgehen sollen, daß Arbeitsplatzes im Staats- und öffentlichen Dienste der ganzen Geschichte ist kein Wort wahr, es ist nur 3. Die Erhaltung und Erweiterung des diese sich aber weigerten, dahin abzureisen. An für die deutsche Bevölkerung dieses Staates. ein Beweis dafür, daß die kommunistischen Redalderholt gestellten Forderung auf Erhöhung der so mehr an Fieberphantasien leiden. 4. Die endliche Verwirklichung der schon wie- teure zwar nicht wahrheitsliebend sind, aber um Rechte und Bezüge jener Bediensteten im autonoRingen um Einkommen und Rechte der öffent- men Dienste, welchen bis heute eine Gleichstellung mit dem gleichwertigen Staatsangestellten ber weigert wurde. gefordert wird. Ferner wird verlangt, daß aus dem Programm des tschechoslowakischen Rundfunks dic lichen Angestellten Schallplatten Musik ausgeschaltet und das Musik- eine eingehende Untersuchung. Ausgehend von der 5. Wiederherstellung der uneingeschränkten programm ausschließlich durch Musiker bestritten wirtschaftlichen Lage kennzeichnete er die bekannte Selbstverwaltung und Novellierung der hindernden werde und die Militärkapellen in ihren eigentlichen Deflationspolitik, die schmerzliche Einbußen der Finanzgesetze. Wirkungsfreis verwiesen werden. Das Unterrichts- öffentlichen Angestellten an Bezügen und Rechten ministerium wird aufgefordert, zwecks Ausarbei- nach sich zog. Den schriftlich vorliegenden Bericht tag auch auf den früheren, aber bis heute uner6. Selbstverständlich beharrt der Verbandstung des erwähnten Gesetzes sobald alsmöglich eine ergänzend, stellte der Vortragende fest, daß der ledigten Forderungen hinsichtlich der Verbesserung Enquete der Interessenten aus den Reihen der Verband in unabläffiger Weise bemüht war, alle der Lebensbedingungen der Staats- und öffent Musiker und aller tusifer- Fachorganisationen nur erdentlichen Vorteile für die Mitglieder au er. lichen Angestellten. eina.rufen. Zwangsaufmarsch am 1. Mal Negierung hat für den 1. Mai einen Zwangsauf Berlin, 29. April.( Inpres): Die Hitler. marsch angeordnet. Arbeiter, Angestellte und Beauf dem Tempelhofer Feld ausnahmslos teilmüssen am Marsch durch Berlin und Aufmarsch amte aller Unternehmen, Firmen und Behörden nehmen. Befreit ist nur, wer ein ärztliches Attest beibringt.( Entsprechend einer gestern erlassenen Berfügung.). Nr. 101 GEC Dienstag, 1. Mai 1934 GEC GEC Seite 7 J á t 1 r : t HELFET MIT AM AUSBAU DER GENOSSENSCHAFTLICHEN EIGEN PRODUKTION! FORDERT DEN DEN ABSATZ DER SECPRODUKTE! Erhältlich in allen Verteilungsstellen der Konsumgenossenschaften Verdoppeln wir unsere Anstrengungen! Wir haben aber auch für den Wirtschaftsfampf eine mächtige Waffe, die oft genug nicht angewendet wird, weil man deren Bedentung unterschätzt. Organisation, die in die Gebiete der Erzeugung übergreift und eigene Fabrifen aufzurichten ims stande ist. Daß die genossenschaftliche Selbsthilfe fein leerer Wahn ist, beweisen die Erfolge, die in den wahrlich nicht leichten Jahren seit dem Kriege errungen werden fonnten. Einer gefährlichen Strise fann man nicht mit felhaft. Die Frauen beeinflussen die Lebenseinstel-[ Volfe und besonders den Frauen die albernsten nossenschaften erhebt sich die zentrale Klagen allein beikommen. Die lähmende Tatens lung der Kinder und oft genug die der Männer. Märchen aufzubinden. Tofigkeit, die sich ergeben will und nicht mehr die Die Frauen fönnen sowohl im politischen Kampf Kraft aufbringt gegen Unheil und Vernichtung an- wie im wirtschaftlichen Stampf unendzufämpfen, trägt den Keim des Unterganges schon lich viel tun. Geben wir ihnen flare Ziele und in sich. Wir wollen nicht untergehen! Wir haben solche, die sich in nächster Zukunft verwirklichen noch genügend Kraftreserven troß allem, wenn wir lassen! sie nur erschließen und zum Einsatz bringen. Die Frauen haben immer und zu allen Zeiten in bitterer Not bewundernswerte Leistungen von Mut und Ausdan vollbracht, die im Lichte der Oeffentlichkeit zwar nicht aufscheinen, aber dafür ganz entscheidend für die Aufrechthaltung unseres Lebens sind. Wer spricht von den Frauen und weiß von ihnen, die mit einem lächerlich geringen Ve trag ihren Familien die Existenz ermöglichen? Wer spricht und weiß von den Frauen, die vom Morgen bis zum Abend in der Stube sißen und für die Heimindustrie arbeiten? Ihr Lohn ist so unwahrscheinlich niedrig für Erzeugnisse, die in den Zimmern reicher Leute pruntvoll ausgelegt werden. daß er gerade für Salz und Kartoffeln, für Suppe und Bichorientaffee mit Brot reicht. Wer spricht und weiß von den Müttern, die ihre Kinder verlassen, um in fremden Häusern die Stuben zu puzen und die Wäsche zu waschen oder um in den Fabriken und Werkstätten ihre schlecht bezahlte, schwere Arbeit zu tun. Niemand erwähnt ihre treue aufopferungsvolle Arbeit, die sie ohne Worte tun wie etwas Selbstverständliches. Aber die Frauen des Volkes leisten nicht nur in Beruf und Haus eine Arbeit, die eines Menschen Kräfte oft ganz verzehrt, sie geben alle räfte des Herzens mit her und sorgen genau so wie nur irgendeine Mutter, die Zeit und Geld hat zum Muttersein, für ihre Kinder. Sie stehen im Le= benslampf an ihres Gefährten Seite. Sie tragen die schweren Opfer, die eine barbarische Zeit auf ihre Schultern legt, mit einem guten Wort noch für den, der zusammenbrechen will. An die Frauen wollen wir uns wenden und fie für den Kampf nm eine beffere Zukunft gewinnen. Haben wir erst sie voll für unsere Sache gewonnen, dann ist deren Ausgang nicht mehr zwei„ Iildirim“ In politischer Beziehung steht vor uns die Aufgabe, die sozialpolitischen Vorlagen, die zum wenn es noch so wenig ist, die verschiedensten Jede Arbeiterfrau geht einkaufen und braucht, Die deutschen Konsumgenossenschaften vers Schuße der Arbeiterschaft von den sozialistischen Dinge für Ernährung, Wohnung und Kleidung. einigen jetzt rund 260.000 Mitgliederfamilien. Parteien eingebracht worden sind, durchzubringen. Ist der Privathandel, ist die Privatindustrie un- Ihr Umsatz beträgt rund 533 Millionen Kč. In Die Arbeiterschaft hat genug der schwersten Opfer feren Interessen gegenüber freundlich gesinnt? den letzten fünf Jahren, also in der Zeit der getragen. In wirtschaftlicher Beziehung haben wir Zeigen sie Verständnis für die Nöte dieser Zeit, Krise, wurden den Mitgliedern rund 70 Millionen die Pflicht, alles zu tun, um die ständigen die das Leben der sozial Schwächsten, der Arbei- Kč an Rüdvergütung ausbezahlt. Der Aufstieg Angriffe auf die Lebenshaltuna tenden bedrohen? Finden wir es nicht immer wie der eigenen Erzeugung ist ebenso deutlich an weabzuwehren, denn es ist ein verhängnise der, daß jich die Interessen der Privatwirtschaft im nigen Ziffern zu sehen. In den Betrieben des voller Trugschluß, anzunehmen, daß auf die schärfsten Gegensatz zu den unseren bewegen? GEC- Verbandes wurden im Jahre 1922/23 für Dauer die Erhaltung der Gewinne einer dünnen Mißbraucht die Privatwirtschaft nicht tausendmal rund 11 Millionen Kč Güter erzeugt. Im Jahre Oberschicht auf Kosten der breiten Maſſen möglich ihre stärkere wirtschaftliche Straft? Denken wir doch 1928/29 für rund 51 Millionen Kč und im Jahre ist. Nur die Hebung der Kaufkraft der arbeitenden Menschen, nur die Eingliederung der Arbeitslosen werflichen Trucksystems bei jenen einkaufen müs- der privaten Industrie, für rund 53 Millionen an die Heimarbeiterinnen, die mittels eines vers 1932/33, in der Zeit des ärgsten Niederbruches in den Produktionsprozeß, nur menschenwürdige fen, die ihnen ein Stück schlechtbezahlte Arbeit ver- Kč. Die Ueberlegenheit der genossenschaftlichen Löhne werden die Grundlagen der Demokratie mitteln! Denten wir an die vielen Familien, die Wirtschaft erklärt sich daraus, daß die Konsums fichern. Die schönen Worte von Bolt& gemeinschaft, die besonders freigebig von jenen angewen- oder jenem zu decken, der mit ihrem Arbeitgeber den Bedarf der Mitglieder aufbaut und nicht, wie gezwungen werden, ihre Lebensbedürfnisse bei dem genossenschaften und ihre Zentralorganisation auf det werden, die nur ihr eigenes Intereſſe kennen, gut Freund ist! Denten wir an die vielen Fami- die Privatwirtschaft auf den Profit. mögen doch endlich zu den geringen praktischen Talien, die durch die Not oder andere Umstände geten führen, die man von vornherein davon erwartet. Die sozialistischen Frauen ſelbſt haben ihrer Schuldenlast schwer tragen müssen. Jede zivungen zum Borgeinkauf greifen und nun an aber die Pflicht, von unten herauf dafür zu sorgen, findet in ihrem Umkreis Mißbrauch und Vergedaß die sozialistisch eingestellten Parteien ihren waltigung und schon aus diesen Gründen müßte Kampf führen fönnen. die dentende Sozialistin jede freiwillige Förderung der Pri vatwirtschaft ablehnen. Beschäftigen wir uns mit politischen und wirtschaftlichen Fragen und lernen wir es verstehen, unsere Interessen zu verteidigen! Lesen wir unsere Presse! Nehmen wir fri tisch Stellung zu allen Ereignissen des Tages! Ertämpfen wir uns eigene Meinung und eigene Urteilsfähigkeit, damit wir nicht angewiesen darauf sind, die Meinungen fertig aus den Händen derer zu empfangen, die im Interesse der Besitzen den solche fabrikmäßig erzeugen. Lernen wir es, die tönenden Schlagworte ihres Flitterkleides zu entfleiden, daß der dürftige Inhalt vor uns steht. Dann wird man sich nicht mehr getrauen, dem Die Quellen unserer Kraft ruhen in uns selbst. In den wirtschaftlichen Selbsthilfeorganija tionen der schaffenden Verbraucher haben wir eine wichtige Position, die uns die Mitbestimmung in wirtschaftlicher Beziehung sichert. Wenn wir in unseren eigenen Läden einkaufen und diese för dern, dann schaffen wir uns das Fundament zu einer eigenen Wirtschaft. Auf dem breiten Unter grund der Mitgliedschaft aller Sonsum ge= In einem Saale der ,, Jüdischen National- und der weiten, landwirtschaftlich fultivierten bibliothek" auf dem Scopusberg stehen vier Strecken des Landes. Man fann von oben erken schwarze Kästen wie man auf einem Messing- nen, was eine Tschertessenniederlassung, ein deutschild liest, ein Geschenk der israelitischen Kultus- sches Reihendorf, eie jüdische Gemeinschaft oder gemeinde München". Die Kästen enthalten etwa eine arabische Hausenjiedlung ist. Allerdings wi2600 Fliegeraufnahmen von Palästina. Sie derspricht das Gesicht der palästinensischen Durchwurden in den Jahren 1917/18 von der bayerischnittslandſchaft der romantisch- verlogenen Aufschen Fliegerabteilung 304, einem wichtigen Teil fassung, der man in den Bildern von Mayer, Roder in der zweiten Striegshälfte in Palästina berts, Harper und Clark begegnet. Wie jene kämpfenden deutschen Heeresgruppe Jildirim" Meler wirken neuerdings auch viele Photo( Der Blib), in oder vielmehr über dem graphen, die eben nur für das biblisch- ſentimen Lande hergestellt und einige Jahre später mit tale. Interesse der Touristen arbeiten. Erlaubnis des bayerischen Kriegsministeriums veröffentlicht. Aus der Luft sieht man in die Tiefe--- im wahrsten Sinne des Wortes.( Goethe wußte. warum er sich fremde Städte zuerst stets vom unterschied: Bei Flügen über Europa sieht und erlebte man Gegenwärtiges, Zivilisiertes, Stultu Kirchturm aus ansah.) Und man erkennt den Ist diese genossenschaftliche Wirtschaftsorganisation, die aus eigener Kraft der schaffenden Verbraucher aufgebaut wurde, nicht wert, gefördert zu werden? Wer ist mehr dazu berufen als die Frauen, die in die Zukunft schauen und ihr Trachten darauf richten, eine menschenwürdige, gerechte Ges meinwirtschaft mit aufzubauen! Sie müssen ihre Kräfte einsetzen. Hier ist für sie Gelegenheit mits zuschaffen und für den Tag, für die Stunde aber auch für die Zukunft zu wirken. Jede Sozialistin, jede denkende Arbeiterin gehört in die Reihen der Konsumgenossenschaften. Jede von ihnen schafft mit der Förderung der eigenen Erzeugung und Verteilung die Grundlagen, auf denen wir eine gerechte soziale Gemeinwirtschaft aufbauen werden. Riedl E. Das beste Buch über Palästina gibt es noch nicht, aber doch das beste Kriegsbuch; der be= rühmte englische Oberst Lawrence, dem es gelang die arabischen Stämme gegen die Türfen zu einen und proenglisch zu machen, gab politisch ungewöhnlich aufschlußreiche Erinnerungen in seinem Aufstand in der Wüste". Oberst Lawrence, der übrigens längst schon wieder im Meere der Anonymität schwimmt und irgendwo als einfacher Tommy in der indischen Armee Dienſt tun soll, hat all die Ehrungen, mit denen ihn der eng Shaw et ainete, wahr zu sein" im Sergeanten Freundlich ein schönes Denfmal gesetzt. Der 36. Fall von Jerusalem. Von Erich Gottgetreu. 3. M. C. A." steht draußen dran Soung Men Christian Association", Verein christlicher junger Männer. Es ist der Bau mit dem häßlichsten Turm von ganz Jerusalem. Der Abend, an dem ich mich in die Höhle des Lammes wagte, war interessant. Die christlichen jungen Männer Jerusalems scheinen mindestens zur Hälfte Araber zu sein, christliche Araber. Sie sind sehr bildungsbefliffen. Man drüdte mir ein Programm in die Hand: Alles was an Ich sehe mir die Sammlung an- und muß bedeutenden Persönlichkeiten nach Jerusalem immer an die Lichtbilder verwüsteter Ländereien Uber die specifisch- jüdischen Anteil an den Tommt, fangen sie sich zu einem Vortrag ein. denken, die der englische Hauptmann gezeigt Ereignissen der Palästinafront schrieb in journa Ein ehemaliger englischer Offizier sprach hatte... Also das ist Palästina? listisch gewandter Weise Wladimir Jabotinsty, der über seine Erlebnisse als Striegsflieger. Er er- Ein Mammutgebilde. Das Land, dessen heurelles, das Werk der Menschen. Palästinaflüge, willensstarke, heute englandgegnerische Führer der zählte sachlich, nüchtern, weder mit triegerischem tige geologische Formation auf eine gewaltige Wüstenflüge zeigen in erster Linie die Natur Zionisten- Revisionisten, in dem äußerst spannen noch mit pacifistischem Pathos. Für unsereinen vorzeitliche Erdsenlung zwischen Mittelmeer und schlechtweg, ihre Größe, ihre Trauer, dieses tote den Buch:„ Die jüdische Legion im Weltkrieg". ist es immer bewegend: So sahen also die da den Jordanstreifen zurückzuführen iſt, iſt zu einem Reben und diese überwältigende, aber doch so Jabotinsty erzählt, wie er die Jüdische Legion", Krieg. Anders als wir? Stein bißchen anders. großen Teil Wüste, die Wüste verkarſtetes Ge- tragische Schönheit-ein Miniaturheer von 5000 Mann, aus der Idee Das Grauen ist von allen Seiten dasselbe. Die birge, gigantisches Erdgequirl; es sieht so aus, heraus schuf, daß die Juden einen Machtanspruch Deutschen, meinte der Nedner, seien tapfere, tüch als ob die Eingeweide dieses Planeten bloßzgelegt, Das beste Buch über Palästina gibt es noch auf das bis zum Striege türkisch verwaltete Palätige Soldaten gewesen, es sei nichts gegen sie zu die Reste von Sodom und Gomorrha aufbewahrt nicht. Die vejten Bilder hat Abteilung 304 ge- itina nur dann erheben könnten, wenn ſies ersagen. Dann schloß er:„ Wer glaubt, daß ich für seien. Von der Natur sorgfältig terrassiertes macht und dabei das Glück gehabt, sie über alle kämpften mit der Waffe in der Hand und den Krieg hätte Propaganda machen wollen, der Stalkgebirge, Kuppen und Kugeln, weiße Berge, Fährnisse des überſtürzten Rückzuges von 1918 eben nicht nur mit der Waffe des Wortes, die sic irrt sich. Striege sind entsetzlich, nußlos und über- verrenkte Felsen, breite Tafeln, unheimliche hinweg zu retten. Eine technische Meisterleistung an sich lieber gebrauchen. Er berichtet weiter, wie flüssig. Wenn die zivilisierte Menschheit das nicht Schattenspiele und Flußtäler, die sich, wie wurde zur ästhetischen. Sie war anders gemeint, er überall auf Widerstand stieß: in Paris lehnte einsicht, wird es bald feine Zivilisation mehr Schlangen glänzend, in zahllosen Windungen um farthographisch, strategisch, meteorologisch, wis- Delcassó schroff ab( und hat es später bitter be= den Leib der Mutter Erde schmiegen: der ge- enschaftlich aber auch das kann man aus den reut); auch Downing Street, insbesondere der waltige Widerhall von Gottes Fluch"; Jildirim, Bildern ablesen: wie die Welt einmal aussehen politisch so furzsichtige Lord Kitchener, wollte der Blitz der Ewigkeit... wird, wenn alle Zivilisation von ihr fort- lange Zeit mit derart" fancy" Dingen nichts zu geivischt ist. tun haben; vom Widerstand der arrijierten Assi milationsjuden Englands ganz zu schweigen. Und geben." Das Publikum flatschte, natürlich, Pacifismus als Lippenbekenntnis wird heute in der ganzen Welt getragen. Unter den 2600 Photos der Abteilung 304 sind selbstverständlich auch Aufnahmen der Städte Seite 8 Dienstag, 1. Mai 1934 Tagung der Sozialistischen Jugend Komotan, 30. Avril( Eigenbericht.) Am Sonntag begannen in den Komotaner Parkfälen die Beratungen des VI. ordentlichen Verbandstages der Sozialistischen Jugend, welchen am Samstag ein Begrüßungsabend für die De legierten und Gäste voranging. Nach fast zweitäigen Verhandlungen, deren wichtigstes Ergebnis die Annahme der Leitsätze für die künftige Arbeit in den Organisationen und bei der Werbung ist, wurde die Tagung am Montag in vollſter Einmütigkeit beendet. Die Delegierten, welche heute zu den Maikundgebungen in ihre Heimat zurückkehren, verließen den Verbandstag mit dem festen Willen, an die weitere Arbeit mit der Energie und Geschlossenheit heranzugehen, welche die Aufgaben, die sie sich selbst in Komotan gestellt haben, erfordern. Eröffnung des Verbandstages Genau zur festgesetzten Stunde leitete der Bläserchor der Komotauer Jugend die Tagung ein. Der Verbandsvorsißende Genoffe Kern umriß die Aufgaben des Verbandstages und hielt den Toten der Bewegung einen Nachruf, der von den Versammelten stehend angehört wurde. lichkeit zu geben, an dem Freundschaftsabend der Komotauer Jugend teilzunehmen. In der Debatte, die am Montag fortgesetzt und beendet wurde, sprachen die Genossen Göt Neudek, Wanka- Pilsen, Steiner Prag, Grünzner Bodenbach, Werner- Aussig, Klaschka- Mähr.- Ostrau, MInařit Rei chenberg, Nadler- Karlsbad, WeikertMarlsbad, Dr. Franzel Prag, Weiß bach Aussig, Ehrlich Prag, Bürger meister Iglau und Kollenda MährischIn das Präsidium wurden hierauf Materna ( Teplis), Fischer( Komotau), Weißbach ( Aussig) und Weifert( Karlsbad), zu Schrift führern anka( Mies), Sieber( Troppau), Trübau. Bilde Purm( Trautenau) und Schön( Stern berg) gewählt. Sodann begrüßten den Verbandstag Die Wahlen Pa I m Bodenbach, Pa b- Teplit, Sty bc r- Somos tau, Walter- Eger, Schön- Sternberg, Trude Ko'hn Prag, Sch i m m c. 1- Bodenbach, Grün 3 ner- Bodenbach. Ersatz: Pösche Teplitz, Luise Pa I m- Boden bach, Ehrlich- Prag, G- Neuber, Santa Mies, Reiche I t- Trautenau, Muschi t- Karls bad, Leder- Troppau, PoIla t- Wigstadtl, Mimi Wagner- Brünn, Silovsky- Komotau, Ia disch- Komotau, Opp I- Choteschau. Rr. 101 den Nationalsozialisten so tödlich gehaßte mar ristische Sozialismus unter den Arbeitermassen noch immer eine breite Vertrauensbasis hat. Dabei haben die Nationalsozialisten zur Be. einflussung der Vertrauensrats- Wahlen gerade in den letzten Wochen in unerhörtester Demagogie gemacht. Sie haben radikale Phrasen gegen den Stapitalismus losgelassen, ohne freilich damit den Kapitalisten wehe zu tun. Man wird sich weiter Rontrolle: Materna- Teplit, Li hm- Komo- darauf gefaßt machen müssen, daß nach diesen tau, Inait-Reichenberg, Ste pan- Trautenau, Wahlen, deren Ergebnisse die Nationalsozialisten Klaschka- Troppau. nicht bekannt machen, ein neuer Feldzug zur ErErsatz: Sofie By dzofsky Görkau, Seisoberung der Arbeiterschaft beginnt. Sie werden del- Graslih, Richter Culau, Bate It- Römer dabei in der einen Sand das Zuckerbrot, und in der anderen Hand die Peitsche halten, um auf jeden Fall den Sieg in dieser Vertrauens schlacht" davonzutragen. Aber die von der deutfchen Arbeiterschaft bekundete Haltung machi uns zuversichtlich: sie können den Geiſt nicht töten! Die Mehrheit der Arbeiterschaft bleibt dem internationalen Sozialismus treu und wird in seinem Zeichen das nationalſozialiſtiſch- kapitalistsche Terrorregime zerschlagen. stadt, Walter- Marienbad. Nach dem Schlußwort zur Debatte, welches Genoffe Kern hielt, wurde der Entwurf der Leitfäße und hierauf die Anträge der Antragsprüfungskommission sowie die sozialpolitische Refolution angenommen. Die Mandatsprüfung er gab, daß an dem Verbandstag 116 Delegierte, 30 Vertreter befreundeter Organisationen, 20 Gastbelegierte und 67 Gäste teilgenommen haben. Mit einem Schlußwort des Gen. Weißbach und dem Lied Brüder zur Sonne, zur Freiheit!" endete die Tagung. Sie hat die Verfür die Partei Genoffe Baul( Brag), für den ergaben die einmütige Annahme des folgenden treter der sozialistischen Jugend in schwerster Beit Deutschen Gewerkschaftsbund Genoffe Kauf maun, für die Jugendinternationale Genosse DII enhauer, fodann ein österreichischer Genojie, Genosse Bondn für die tschst. sozialdemo fratische Jugend, Genosse Dr. Solitscher für den Abtinentenbund, Genosse Dr. Franzel für den Reichserziehungsbeirat, für die Komotauer Organi sationen Genosse Franz Sern und für die Komo tauer Jugend Genosse Fischer. Der Verbandsiag beschloß hierauf die Absen dung von Telegrammen an den Parteivorsitzenden Genossen Dr. Czech, an den Präsidentender Republit, sowie an die gleichzeitig tagende tiche chii de und polnische Jugend in der Tschechoslowakei, an die spanische Jugend, und den Vorsivenden der Jugendinternationale und Vorfikenden der holländischen Partei, Genossen Koos Vorrint. In der Sonntagsjigung, an welcher für die Partei Genosse Dr. Heller teilnahm, erstatteten die Berichte Vorschlages der Wahlkommission: Borjißender: Karl Kern. Vorstand: Geisler- Teplit, Weikert Karlsbad, Wanka- Pilsen, Weißbach- Aussig, zusammengeführt und ihnen eindringlich ihre Ge fahren und die Pflichten, die der Jugend daraus erwachsen, vor Augen geführt. Die sozialistische Jugend wird ihre Aufgabe erfüllen! Sie töten den Geist nicht! Erfolge der„ Nationalen Konzentration" Gegendemonstrationen der Linken in Nantes Paris, 30. April. Bei den Kammerergän zungswahlen im neunten Pariser Bezirke wurde im ersten Wahlgang der Kandidat der nationalen Konzentration To urim mit 3900 Stimmen ges wählt. In Nantes, wo der Linkskandidat Ber gery dem Kandidaten der Nationalen Konzen tration unterlag, fam es am gestrigen Abend zu Zusammenstößen. Die Anhänger Bergerys zogen gegen 20 Uhr unter dem Gesang der Internationale durch die Straßen. Schließlich versuchten sie das Hotel, in welchem Sarret und seine Freunde ihr Haupts quartier aufgeschlagen hatten, zu stürmen. Von den Demonstranten wurden Fensterscheiben einges schlagen, die eisernen Gitter von Bäumen in Heine Stücke geschlagen und als Wurfgeschosse gegen die Polizei benutzt. Sarret und seine Freunde verlies Ben schließlich, gefolgt von mehreren hundert Anhängern, das Hotel und begaben sich zum Striegers Denkmal, wo sie einen Kranz niederlegten. Auf der anderen Seite standen die Freunde und Anhänger Bergerys und sangen die Internationale. Eine starke Polizeikette trennte die feindlichen Parteien. Die Mehrheit der deutschen Arbeiter gegen Hitler Trotz der gegenteiligen Berichte, die die festgestellt werden, daß nur in wenigen Großbedeutschen amtlichen Stellen und die gleichgeschal trieben die Arbeitsfront die Mehrheit erhalten tete Presse verbreiten, nehmen die Schwierigkei- hat. In den meisten Betrieben hat die Liste der ten für das fascistische Regime immer mehr zu. Arbeitsfront 50 Prozent nicht erreicht. Es kann Auf wirtschaftlichem Gebiet findet die Zuspißung nicht daran gezweifelt werden, daß die große in dem Rückgang des Außenhandels, dem Zu Mehrheit der Arbeiterschaft die Wahlen der VerBegrüßungsschreiben und Telegramme hatten gesammenschwinden der Devisenvorräte, der Erflä trauensräte benutzt hat, um ihre Ablehnung gegen fandt: die Genossen Dr. Cze di und Taub, die rung zur Unfähigkeit der Schulden- und Zinsen das ganze Regime und ihren Protest gegen den Holländische, spanische, italienische, schweizer und die tschechische sozialistische Jugend. zahlungen an das Ausland und der Drosselung Naub der Gewerkschaften und der sozialpolitischen der Rohstoffeinfuhr ihren Ausdruc. Diese Tat Errungenschaften zum Ausdruck zu bringen. Es sachen sind es auch, die den schon vor längerer war bisher schon bekannt, daß sich eine Art pasZeit eingeleiteten Prozeß der Stimmungsände- fiver Widerstand gegen den nationalsozialistischen rung des Volkes beschleunigen. In der Landwirt Druck herausgebildet hat. Sicher war nur nicht, schaft, bei den Gewerbetreibenden, in den Be- daß so große Wassen sich zu ihm bekennen würden. amten- und Angestelltenkreisen, insbesondere aber Dies Ergebnis muß umso höher bewertet innerhalb der Arbeiterschaft macht die Loslösung werden, weil auch bei diesen Wahlen Terrorfälle aus der vorübergehenden Gefolgschaft Hitlers feine Ausnahmeerscheinung waren. Uns ist begroße Fortschritte. Ganz wesentlich trägt dazu richtet worden, daß Wähler, die man im Verdacht Kurz vor Mitternacht versuchten Kommu bei die rüdsichtslose Interessenpolitik, die die na hatte, daß sie mit Nein stimmen könnten, unter nisten mit zwei schweren Lastwagen, die sie als tionalsozialistische Regierung für die Monopol strenge Kontrolle gestellt wurden. Ein National- eine Art Tank benutzen wollten, ein Café zu stürfapitalisten treibt, und die fich für alle schaffen sozialist stellte sich kurzerhand hinter den Wäh- men, in dem sich der Polizeihauptmann und meh den Schichten des Bolles in einer Senkung ihres lenden und sah zu, was er mit dem Stimmzettel rere Anhänger Sarrets aufhielten. Realeinkommens und einer Verschlechterung ihrer anfangen würde. Wenn troß dieser Einschüchte- Bei den Zusammenstößen im Verlaufe der sozialen Lage auswirkt. rungen dieses glänzende Ergebnis zustande ge- Nacht wurden etwa 30 Manifestanten sowie etwa kommen ist, so wird damit bewiesen, daß der von 15 Gardisten und Gendarmen verwundet. über die organisatorische Tätigkeit in der abgelaufenen Periode Genoſſe Materna, über die Aufgaben der sozialistischen Jugend Genosse Geißler, welcher von der Lage der arbeiten den und arbeitslosen Jugend ausgehend in um fassender Weise die Wege und Möglichkeiten besprach, welche der Verband einzuschlagen hat, wenn er sein Ziel, die Jugend für die sozialiſti sche Gesamtbewegung zu gewinnen, erfüllen soll. Nachdem Genosse Hübner die Delegierten im Namen der Sturmfalfen begrüßt hatte, brachte Genosse Kern den ersten Teil seines Referates über die neuen Leitsätze des Sozialistischen Jugendverbandes Wir werden auf seinen Bericht in den nächsten Tagen zurüdfommen. Vor Schluß der Vormit tagojißung empfing der Verbandstag mit stürs mischem Beifall den Vertreter der Internationale. In der Nachmittagssißung beendete Genosse Stern nach einem Referat über die Weltlage des Sozialismus seinen Bericht zu den Leitsätzen des Verbandes, worauf Genosse Wanka über sozialpolitische Probleme der Jugend Wenn vor einem Jahre noch die Nationalsozialisten großspurig erffärten, die Gewinnung des deutſchen Arbeitsvolles ſei ihre vornehmliche Frick Frick auch preußischer Innenminister Aufgabe, die sie in furzer Zeit erfüllt haben wertragen. Goering bleibt weiter preußischer Ministerpräsident. Rust wird Reichsminister ben, so daß dann kein Arbeiter mehr den marri Goerings Machtposition weiter abgebaut ſtiſchen Führern nachlaufen werde, so müssen sie sich heute eingestehen, daß sie die Wirkungsmög Berlin, 30. April. Heute wird die Enthe- der Reichsreform" selbst die Anregung dazu lichkeit ihrer Demagogie und ihres Terrors über schäßt, und die Urteilsfähigkeit der Arbeitermassen bung Goerings von dem Posten als preußischer gegeben hätte. unterschätzt haben. So oft sie die Arbeiter auch Innenminister befanntgegeben und daß preußischon zu nationalsozialistischen Rummelveranstal= sche Innenministerium durch eine Verfügung Hittungen kommandiert haben, für ihr Syſtem haben lers dem Reichsinnenminister Dr. Frid übersie sie noch lange nicht gewonnen. Eben das wird ganz eindeutig durch die Ergebnisse der im vori gen Monat durchgeführten Wahlen der Betriebsvertrauensräte bewiesen. Der Vorgang bei der Wahl war folgender: In jedem Betrieb gab es nur eine Wahlliste, nämlich die der deutschen Arbeitsfront. Dazu mußte der Wähler ja oder nein sagen, die Aufstellung einer anderen Liste war nicht gestattet. Das Ergebnis der Wahlen im gesamten Reich kann nun überblickt und es kann schließlich machten ihre Patrouillen auffallend viel| Deserteure, darunter 500 Offiziere aufgegriffen!| Schrift, wie der Sand der Wüste die Toten ver Gefangene: so viel arabisch oder türkisch war rasch Eine Chronit dieses mißglückten Feldzuges liefert gelernt, um dem Feind" zuzurufen:„ Kommt sehr anschaulich, nicht ohne Kritik und in der prizu uns, man wird euch zu essen geben!" was auch geschah. Es gibt einen schönen, aber etwas boshaften Wizz von dem Juden, der an die Front fommt und sich sofort erkundigt: Wo ist hier die Gefangenschaft?". Die Wirklichkeit liefert die Um fehrung." Und wie die Wirklichkeit endete? Die jüdische Legion wurde nach dem Kriege gegen ihren Willen aufgelöst. Es lam zu einem schweren Pogrom. England verhielt sich neutral. Mit der gleichen Verordnung wird übrigens ein neues Nazibonzenamt geschaffen, das ,, Reichs ministerium für Wissenschaft, Erziehung und Voltsbildung". Auch dieses neue Ministerium Welche Vorgänge hinter den Kulissen zu die wird in einer Hand mit dem bereits bestehenden ser neuen wesentlichen Einschränkung des Macht- preußischen vereint. Herr Rust, bisher als preus bereiches Goerings gegeben haben, ist nicht er- ßischer Minister für Wissenschaft, Kunst und jichtlich. Staschiert wird die ganze Angelegenheit Wolfsbildung" bestbekannt als Vorfämpfer der durch die Veröffentlichung eines Briefwechsels Kulturbarbarei und Realtion in Preußen, wird zwischen Goering und Hitler, in der die Sache so nun auch Reichsminister für„ Erziehung, Wissendargestellt wird, als ob Goering ,, im Interesse schaft und Volksbildung sein. vaten Haltung des Autors durchaus sympathisch Dr. Steuber, 1917-18 leitender Armecarzt in Palästina. Seine Reportage Sildirim, Deutsche Streiter auf heiligem Boden", die im Auftrage des Deutschen Reichsarchivs in der bekannten Reihe der Weltkriegseinzeldarstellungen erschien, hält sich von jeder leeren Phrase frei. sprach. In der Debatte sprachen am Sonntag noch die Genossen Dr. Heller und Hübner, wor auf der Verbandstag seine Beratungen unter brach, um die Kommissionen zusammentreten zu lassen und den Delegierten und Gästen die Mögdann hat er es doch geschafft; gemeinsam mit dem chemaligen Port- Artur- Stämpfer Trumpeldor, wehte. Das ist auf dem Scopus. Zweitausend dem einzigen Juden im alten russischen OffiziersMeter weiter, auf dem Delberg, liegen jüdische register( nach dem Striege wurde er bei der VerLegionäre. Ihr Schicksal war das gleiche, ihr teidigung von Tel Chai von Arabern erschossen, religiöser Glaube, die Vorstellung der Heimkehr und gerade in diesen Tagen hat man ihm an der in die Ewigkeit, anders. Von Erde gemacht, zu Stätte seines Todes ein Denkmal geweiht); geErde geworden, kein Baum, fein Strauch zum meinsam mit dem russischen Revolutionär RutenSchmuck der Stätte ihrer Muhe, und die weißen, berg, der heute Palästina mit elektrischem Strom regellosen Steine glänzen anklagend in der versorgt; gemeinsam mit Ben Zwvi und Ben GuSonne wie Tränentropfen auf einem müden Gerion, die heute in der„ Mapai", in der sozialistisicht. In der Nähe, vor der Stadtmauer, liegen schen Arbeiterpartei Palästinas, also auf der JaMohammedaner, Türken; auch unter ihnen Opfer botinsky entgegengesetzten Front, eine führende des Krieges; am Tage des jüngsten Gerichts. Rolle spielen. Jabotinsky hat die Schneider von weissagt ihr Glaube, spannt sich vom Delberg Whitechapel" alarmiert. Nach Flandern, das sie eine Brücke übers Kidrontal hinüber zur Omar nicht für einen Pfennig interessierte, wären sie moschee, die Geister der Abgeschiedenen überfaum freiwillig gezogen, was hatten diese auf schreiten sie, aber nur die Geister der Guten gez höchst unpatriotische Weise nur ihrem engsten langen heil über die Schlucht. Und auch auf den Familienglück und Heimideal lebenden Kleinbür Gräbern des christlichen Friedhofs im Süden der ger für Flandern übrig? In Palästina haben sie Die deutsche Armee griff in Palästina in der sich unter dem nichtjüdischen, aber sehr projüdi- zweiten Kriegshälfte ein. Das Ziel jener von Stadt liest man zahlreiche Daten, die erkennen schen Colonel Patterson außerordentlich bewährt. General von Falkenhayn, später von Liam von Endlos der Zug der Opfer. Engländer, Deutsche, Jildirim- Deutsche.... Und wieviel lassen, daß hier Opfer des Krieges ruhen: Lord Allenby, der englische Oberkommandierende, Sanders geleiteten Heeresgruppe Jildirim war, Deutsche, Juden in englischer Uniform, Juden in deckt das fahle Tuch der Wüste Auch ihre setzte die jüdische Legion während der großen die Engländer am Suezkanal zu stören ein deutscher Uniform, Desterreicher, Türken, in wie Gräber kannst du sehen. Durchblättre die Photos Endoffensive an der gefährlichsten, weil am flug errechnetes Ziel, das aber in der Ausfüh- viel Sprachen klangen hier letzte Gebete, Wünsche, der Abteilung 304, sich ihn dir an, den Tod im schwächsten durch Geschüße gedeckten Stelle der rung notwendig scheitern mußte mit einer Flüche, Fragen zum Himmel. Die Straße, die toten Land am Toten Meer-- und dann, Palästinafront ein, in der Jordanebene nämlich zahlenmäßig nur schwachen, tropisch noch unbe- vom Jeruſalemer Norden her zum Katalog des wenn dus kannst, halte die nationale Fahne hoch in der Sommerhiße 1918 und in einem Mo- währten und von Typhus und Cholera heftig Kriegsschauplages der Abteilung 304 führt, streift welche? Leser, ich weiß ja nicht, aus welchem ment, der den Strieg entschied. Noch anderes ist attackierten Armee, die in Syrien und im Tau- den englischen Soldatenfriedhof. Grab an Grab, Land du bist aber halte sie hoch, halte sie hoch erwähnenswert; der Prozentsaß der Malariafälle rusgebirge ein verkehrsarmes, hungerdurchseuch- Reihe um Reihe streng geordnetes Leid, eine war bei den zähen Juden geringer als bei den tes Hinterland, im türkischen" Bundesgenossen" Parade des Todes. Am Kopfe des Kirchhofes eine Jildirim! Jildirim! Den Blitz des Weltglüds! der nächste Krieg bringt neuen Ruhm! anderen weißen Truppen; außerdem hatten sie aber nichts als ein Chaos des Starrsinns und lange Mauer, in ihren Quadern eine endlose und der Gräberkranz rund um Jerusalem hat feine Säufer und waren deshalb sogar am Pay des militärischen Versagens fand: so wurden Namensliste: die Armee derer, deren Gräber un- Blas für neue Blüten. day, am Löhnungstag, voll auszunuzen; und längs der Bahn nach Damastus 10.000 türkische bekannt sind. Wind und Wetter verwischte die Heute ist das jüdisch- englische Verhältnis wieder besser. Aber Sabotinsfy erschöpft sich in unfruchtbarer Opposition. Seine Kampfmittel sind reaktionär und töricht. Die deutsche Offensive scheiterte, taum daß sie begonnen war. Vom Suezkanal sahen nur die Erkundungsflieger etwas, wieviele fehrten vom Feindflug" nicht mehr zurück. Der Delberg", das Quartier der Heeresleitung, hatte einen langwierigen, verlustreichen Stellungsfrieg zu dirigieren. Schließlich mußte Jildirim" nach einem heroischen Verzweiflungskampfe das Feld räumen. Jerusalem fiel, zum sechsunddreißigsten mal in dreitausend Jahren " en Be de gie -сп en er en сп Ers en in uj BA ts ht thi in li EXES en ** 11 811 ht Die in Nr. 101 Brüder, heut' vergeßt sie nicht! Brüder, wenn wir heut' marschieren, Senkt die flammend roten Fahnen Vor der großen Toten Manen Niemals dürft ihr sie verlieren, Eingeschreint in Eure Herzen Werden sie unsterblich sein, Gure Seelen feien Kerzen, Brennt sic tief in Euch hinein, Drei Helden drei Streiter: Wallisch, Weiffel, Minichreiter! Dienstag, 1. Mai 1934 Gruben- Explosion Biele Tote und Verletzte London, 30. April. Eine schwere Explosion ereignete sich am Montag vormittag kurz vor 8 Uhr in Plant- Lana- Zeche in Leigh Lancashire. Nach einem noch unbestätigten Bericht find 16 Bergarbeiter ums Leben gekommen. Etwa 20 Mann wurden verletzt. Die Rettungsversuche waren am Montag Mittag noch in vollem Gang. Etwa 210 Bergleute befanden sich zur Zeit der Explosion in dem betroffenen Grubenabschnitt. Gegen 10 Uhr waren 90 von ihnen geborgen. Man glaubt, daß es sich um eine Kohlenstaubexplosion handelt. rungshaft genommen. Während des gestrigen fritischen Abends war die Kečkemet in der Wohnung Repilins. Die tödliche Wunde ficht ungewöhnlich aus und es scheint nicht, daß der Schuß aus der Nähe abgegeben wurde; es ist aber trotzdem die Möglichkeit eines Selbstmordes aus privaten Gründen nicht ausgeschlossen. Lepilin war 44 Jahre alt und ledig. schwer. Sämtliche vier Insassen des Wagens| Lepilin ein Verhältnis unterhielt, in Berwah wurden schwer verletzt. Dr. Pražat erlitt eine Hiebtvunde am Bauch, einen Schädelbruch mit Berlebung des Gehirns und einen Armbruch, Son neck erlitt einen doppelten Armbruch und Quet schungen, die Pošusta erlitt gleichfalls einen doppelten Armbruch, eine Hiebwunde und Abschürfungen am rechten Bein; die Grete Czech trug innere Verletzungen und eine Verlegung des Rückgrates davon. Die Rettungsabteilung brachte sämtliche Verletzte in die Landeskrankenanstalt, wo Dr. Prazat in der Nacht, ohne das Bewußtsein erlangt zu haben, st ar b. Der Zustand der übrigen Drei Helden drei Streiter: Verletzten ist zufriedenstellend. Der Wagen, der Wallisch, nicht einmal schwer beschädigt ist, wurde von der Weiffel, städtischen Feuerwehr abgeschleppt. Brüder, wenn wir heut' uns finden, Und der Frühlingssonne schwören: Diese Welt soll uns gehören! Lasset uns drei Sträuße winden Senkt sie in den dunklen Boden, Wenn der Freiheit Lied erdröhnt, Brüder, denkt an unfre Toten, Die gemordet und gehöhntMinichreiter! Brüder, wenn die roten Fahnen Sent' wir in den Himmel heben, Kämpfer für ein neues Leben, Das wir erst erschauernd ahnen, Brennen tief die schweren Narben Zener, die unsterblich sind, Die für unfre Zukunft starben Blut, das in uns allen rinnt Drei Helden drei Streiter: Wallisch, Weiffel, оп Ais. 11e pic er ger ne n. 18 h. Der va 811 113 nd en d er rd 11 nd he hr hr 311 unt 11, er es en er rg PACEEEEEEEEEEEME er 1: el re 05 11, ch ch ! 3! -Münichreiter! Tagesneuigkeiten Schwere Gewitter über Deutschland Während bei uns die Gewitter am Sonntag Der Triumph der Besiegten"! Bum flammenden Bekenntnis der vielen Millionen soziali stischer Arbeiter, die an diesem sonnenüberfluteten ersten Mai auf dem nermeßlichen Erdenrund für die heilige Sache des Sozialismus demonstrieren, gesellt sich die blutige Groteste der Maischänder durch ihre Todfeinde, die Fascisten. Drei Tote bei einem Zusammenstoß. Auch Deutschland, jenes Deutschland Adolf HitParis, 30. April. Auf der Landstraße nach lers, in dem die Vorkämpfer des Sozialismus in Nimes stieß am Sonntag vormittags ein Privat- die Kerker und Konzentrationslager der Diftafraftwagen, der einem entgegenkommenden Rad- tur wandern, wenn sie nicht der Einfachheit halfahrer ausweichen wollte, mit einem Lastkraft- ber auf der Flucht" erschossen werden, feiert den 1. Mai. Es feiert ihn mit jenem hysterisch- bomwagen zusammen. Der Anprall war so heftig, daß die drei Insassen des Kraftwagens, der 45jäh- bastischen Gepränge, das Hitlers freischende Pro rige Besizer, ſeine 43jährige Frau und deren 20- paganda braucht, um die Hohlheit und Ideenjährige Tochter, auf der Stelle getötet wurden. Freude tötet Karlsbad, 29. April. Bei dem Sonntag nachmittags stattgefundenen Fußballwettspiel Karlsbader Fußball- Klub und Deutscher Sportberein Saaz auf dem Platz des Karlsbader Klubs ereignete sich ein tragischer Unfall. Der Karlsbader Radierer und Freund des Karlsbader Klubs, Alfred Schud, wurde um 17.15 Uhr, als das erste Tor für die Karlsbader geschossen wurde, vor Freude vom Schlage getroffen und sant tot zu Boden. Seite 9 Ziehung der Klassenlotterie ( Unverbindlich) Prag, 30. April. Bei der heutigen Zichung der 5. Klasse der 30. Tschechoslowakischen Stlassen lotterie wurden nachfolgende Gewinste gezogen: Kč 20.000 die Lose Nr. 369 18016. Kč 10.000 die Lose Nr. 91389 77484 75049 82208 101057. Kč 5000 die Lose Nr. 10691 1288 47258 96771 81334 91619 67751 72134 88959 96928 68327 57025 16995 49651 70548 67962 46922 74342 30986, 27173 16160 81846 19920 95445 29408 71509 Kč 2000 die Lose Nr. 30831 33996 76274 18857 90958 50393 87641 93761 82027 89873 3110 84614 95080 14120 13614 41337 1901 23159 91717 1416 92858 82824 73334 65311 80648 57552 35346 89257 99072 15547 65317 93878 17399 96859 35934 3878 73011 32449 95691 72036 71885 101258 45620 99754 77405 53344 76237 63668 47450 43821 74653 58234 81278 76393 69371 5900 56518 29940. Kč 1200 die Lose Nr. 557555 89952 84578 6855 27116 2001 66 91666 50694 61717 68689 80137 77214 43764 83912 41104 27189 14626 54138 44994 21307 77614 50071 94088 96832 13854 67719 35322 62122 24018 28109 32096 73436 75745 78813 97065 8369 91589 54462 70891 35871 29868 76325 50197 51942 57000 80728 2613 43534 66051 38821 103145 33952 19295 21866 19705 23219 1067 76419 26126 102232 103079 94338 53209 80155 19885 31840 52699 71248 16802 104307 12613 96538 42821 65689 71748 9725 56231 59241 68902 13149 104729 100115 56252 38867 91178 95338 90329 14093 61879 7991 90010 95880 35680 32322 20737 52577 93951 70128 55120 97627 103620 25427 77777 15208 46930 3440 22956 55506 75319 59579 52588 33735 76442 59415 93467 24771 36615 68133 22314 16291 29179 20214 48637 95153 69346 37742 23027 14440 29244 28618 35766 51554 88678 63075 39790 27520. er bleiben! Kein braunes Hemd, lein Hahnenschwanz wird auf die Dauer gegen ihn auffommen fönnen. In dieser stolzen, felsenfesten Ges wißheit des kommenden Sieges ziehen wir in den 1. Mai! losigkeit zu verbergen, die hinter dem riesenhaften Theater lauert. Ueberdimensionale Maibäume, mammuthafte Tribünen, Zwangsaufmarsch der Gedemütigten und Gesesselten zu vielen Hunderttausenden Paraden und Rundfunkgeschmet ter, das ist der erste Mai jener Gesellen, die sich diesen Tag, der im Herzen des Volkes lebt und Keine Haftentlassung der Schenker- Direkaus ihm nicht auszutilgen ist, ausgesucht haben, toren. Das Abendblatt der„ Národni Listy" meldet um die Massen ins Herz zu treffen. Aber hinter dieser Orgie technischer Vitalität, hinter der die zum Falle Schenker, daß die im gestrigen Montödliche geistige Leere der Gestrigen grinst, fommt tagsblatt" gebrachte Nachricht, daß die beiden vers die Praris dieses Regimes, kommt der Lohnabhafteten Direktoren der Firma Schenker in Freibau, tommt der Triumph der Unternehmer, die heit gesetzt werden sollen, nicht auf Wahrheit heute hinter den wehenden Hafenkreuzfahnen her- beruht und gar nicht daran gedacht wird, die beis ziehen, in dem Bewußtsein, daß dieser geschänden aus der Haft zu entlassen. Generaldirektor Schnellzug über zwei Selbstmörder der Ausbeutung verflochten ist! Und wie ist gericht nach Pantrac gebracht. Direktor Anthony dete Mai den Interessen der Dividende und Beck wurde aus der Gefällshaft in das Kreisabends nur eine mäßige Stärke aufwiesen, zeigten warf sich hinter dem hiesigen Bahnhofe der Soldat der erste Mai„ Staatsfeiertag"," gefeiert" von die Staatsanwaltschaft über ihn noch nicht disponžhorod, 30. April. Gestern nachmittags es im christfascistischen Oesterreich? Auch dort ist befindet sich noch in Gefällshaft und deshalb lann fich in einzelnen Gebieten des Deutschen Reiches des 112. Artillerie- Regiments Wilhelm Drechsler einer verbrecherischen Elique strupelloser Hasar nieren. Direttor Bed legte eine ärztliche Bes Gewitter, die zum Teil zu Neberschwemmungen führten und zum Teil auf den Kulturen großen unter den Prager Schnellzug. Drechsler wurde deure, denen die Flüche eines ganzen Voltes ent- stätigung vor, daß er schwer leidend sei und vers Schaden anrichteten. In Berlin verzeichnete man auf der Stelle getötet. Er stammt aus Schlesisch gegendonnern. Am ersten Wai, dem Tage des langt deshalb seine Ueberführung in ein Prager Sonntag abends mehrere Gewitter, die mit Hagelstrau und war der Aſſentierungsfommission in Frühlings und der Freiheit, wollen sie ihre Ver- Sanatorium. Das Strafverfahren wurde jedoch Sonntag abends mehrere Gewitter, die mit Hagel Berehovo als Schreiber augeteilt. Der Selbst- faſſung" verkünden, die keine Verfassung des Bol- gegen keinen der beiden Direktoren eingestellt und schlag und Wolfenbruch verbunden waren. Nachts gegen 11 Uhr erreichte das Unwetter den Höhe- mörder hinterließ einen Brief, in welchem er an kes, sondern nur ein verachteter Feßen Papier es wird dies wohl auch später kaum der Fall sein! seine Mutter Abschiedsworte richtet, ohne jedoch eidbrecherischer Usurpatoren ist! Hinter den Ma- Asch verwandelt sich in eine Stadt der Begeüber die Veranlassung seiner Tat etwas zu äußern. schinengewehren ihrer Söldner, hinter den tarianer. Wie bereits gemeldet, haben sich in Aſch Arbeiter zur Durchführung des Selbstmordes aus- wagen sie es, dem ehemals Der gleiche Schnellzug wurde auch von einem Bajonetten ihrer Heimwehrknechte verschanzt, in den letzten Tagen über hundert Erkrankungen ersehen, der sich hinter der Haltestelle Bete bei Civigkeit roten Wien die Schändung des and Trichinoſe ereignet, die alle auf den Genuß von Wurst, die aus trichinösem Schweinfleisch herge= Berehovo vor diesen Zug warf und gleichfalls auf ersten Mai zu bieten. Frivole Condottieris, stellt war, zurückzuführen sind. Nun hat sich die die ihren Hitler fopieren, Volksfeinde, die der Stelle getötet wurde. nach Popularität haschen, und die doch nichts als Angst der Bevölkerung vor einer Erkrankung so Major erschossen aufgefunden Abscheu ernten werden! Wir, die wir dem ersten, ausgewirkt, daß Asch wie mit einem Schlage eine unseren Mai für immer verbunden sind, schen Stadt von Vegetarianern geworden ist. Umsonst Užhorod, 30. April. In der Uzhoroder Vor- mit grimmiger Genugtuung, wie unsere Feinde warteten am Samstag die Fleisch- und Selcher In der Stadt Gräfenberg( Preuß.- Schlesien) stadt Nadvanty wurde in seiner Wohnung der sich unserer Ideen, unserer Symbole und unse- warengeschäfte auf die gewohnten Käufer, dafür trat infolge der Wolkenbrüche der Delebach aus Major des 12. Artillerie- Regimentes in Uzhorod, rer Feste bedienen müssen, wenn sie in dieser waren schon vormittag faſt ſämtliche Gemüse-, den Ufern und richtete großen Schaden an. Biele Alexander Lepilin, mit einem Durchschuß in der Sturmzeit revolutionärer Gärung auch nur einen Eier- und Käsegeschäfte ausverkauft und auch auf Säufer mußten geräumt werden. Achnlich war linten Schläfe tot aufgefunden. Major Lepilin Tag bestehen wollen! Mögen sie sich tarnen, dem Markt war kein Häuptel Salat, Spinat, es in Löwenberg bei Görlitz. Auch dort wütete trat als ruffischer Offizier in die auf dem Vor- mögen sie im Gewande des Sozialismus ihren Karfiol etc. mehr aufzutreiben. Inzwischen haben das Unwetter Stunden und gefährdete Mensch und marsch nach Sibirien befindlichen tschechoslowali- dunklen Geschäften nachgehen, wir wissen, daß jedoch die Behörden genügende Sicherheitsmaß Vich. Die Hauptstraße ſtand einen halben Meter schen Legionen ein. Sein Tod ist äußerst die Massen den roten ersten Mai noch feiern wer- nahmen getroffen, so daß sich hoffentlich ein der unter Wasser, Schloßen in der Größe von Tau- rätselhaft und die Polizei hat die geschieden, wenn die fascistischen Gauller längst ver- artiger Fall von Trichinose nicht mehr ereignen beneiern und die Dunkelheit machten jede Hilfs dene Frau Marie Sandir- Kečkemet, mit der gessen sein werden! Not ist der Mai und rot wird wird. arbeit unmöglich oder wenigstens sehr schwer. Auch hier ist der Sachschaden sehr groß. punkt und nahm an einzelnen Stellen der Hauptſtadt einen bedrohlichen Charakter an. Das Waffer konnte nirgends mehr abfließen und überschwemmte die Bürgersteige und Borgärten, drang in die Kellerwohnungen ein und brachte die Stra senbahn zum Stillstand. In 600 Fällen wurde die Feuerwehr alarmiert und war faum imstande, überall, wo sie gebraucht wurde, Hilfe zu bringen. Die Verwüstungen, die das Wetter anrichtete, find von unglaublicher Ausdehnung. Grauenvolles Unglück „ Ein Van der Lubbe am Schreckensteiner Bahnhof und ein Packel Zünder" Der 46jährige Arbeiter Jlto Rovalczuk und in alle mürben die Kräfte der Arbeiterbewegung, während| Welch treffliche Wirkung erzielte er mit einfachsten das liberale Bürgertum in Genf beweist, daß es Mitteln, so, wenn er auf eine Konferenz des Völunfähig ist, den Menschen zu helfen. So kommt ferbunds eine Abrüstungs- und schließlich die Spitler sur Macht, mit Reichtagsbrand, SA- BruDie Sozialistische Jugend Komotaus be- talitäten, Bücherverbrennungen, Konzentrationsgrüßte Sonntag abends die Tagung des Ju- lagern und der völligen sozialen und volitischen gendverbandes mit einer Veranstaltung, welche Entrechtung der Arbeiterschaft. bei allen Anwesenden den stärksten Eindruck hinDa kann auch der Fürscht" nicht ruhig blei terließ. Die Leistung der jungen Genossen und ben, der italienische Fascismus österreichischer Genossinnen, welche mit Begeisterung und Auf- Couleur beginnt sein Werk. Der 17. Feber entopferung bei der Sache waren, rechtfertigt den scheidet den Kampf zwischen den beiden Welten, in stürmischen Beifall, mit welchem ihre Darbie- den Gemeindebauten Wiens starben Frauen und tungen von dem überfüllten Saal aufgenommen Kinder unter dem Hagel der Geschosse des allerwurden. Sie verdient es, besonders hervorge- christlichsten" Kanzlers, der todwunde Münichreiter hoben zu werden. wird gehenkt, die Hinterbliebenen der Kämpfer durch den ganzen Jammer der Verfolgten geheizt. Aber noch lebt die klassenbewußte Arbeiterjugend, sie marschiert unter der roten Fahne in den Saal und jung und alt singen das Lied sozialistischer Sehnsucht:„ Brüder, zur Sonne, zur Freiheit!" wurde Sonntag beim Ueberschreiten der Geleise des Schreckensteiner Bahnhofes von dem Schnell. sug, der 1.46 Uhr nachts die Station passiert, erfaßt und getötet. Die Leiche wurde furchtbar verstümmelt. Kovalczuk, ein Ukrainer von Geburt, war feit 10 Jahren am Schreckensteiner Schlen= senbau beschäftigt und hatte an diesem Abend die Absicht, nach seinem Wohnort Leitmerit zu fahren. Da um diese Zeit kein Zug in dieser Richtung fährt, bat er den Lokomotivführer des zur Ab- Ein Van der Lubbe und ein Backel Zünder" fahrt bereitstehenden Lastzuges, ihn mitzunehmen. sang der erschröckliche SA- Mann von der Bühne Der Lokomotivführer mußte im Sinne des Be- der Komotauer Partjäle anläßlich des Begrütriebsreklaments dieses Ersuchen ablehnen. Auf ßungsabends, den die Sozialistische Jugend Kodem Rückwege über die Geleise wurde ihm nun motaus zum Verbandstage des Jugendverbandes das traurige Schicksal zuteil. veranstaltet hatte. Sang es und schwang dabei eine Fadel, worauf der Reichstag brannte. Schweres Autounglück auf dem Masaryk- Ning in Brünn Weltwirtschaftskonferenz so folgen läßt, daß im mer die gleichen Darsteller um den grünen Tisch schlafend zu sehen sind, während der Vorsitzende die Einmütigkeit der Versammelten feststellt. Wie wißig der Einfall, diese drei Szenen mit dem Schlagerlied Schön ist so ein Ringelspiel" zu verbinden! So lustig und treffsicher diese Bilder waren, ebenso erschütternd waren die Darstellungen der tragischen Erlebnisse der Arbeiterklasse. Welch packende Szene das Gespräch zwischen Mutter und Kind während der Beschießung des Wohnhauses, welche Erschütterung die Gerichtsszene mit Münichreiter! E3 war ein wunderbarer Abend, der die Komotauer Arbeiterschaft mit den jungen Delegierten des Verbandstages vereinigte, ein Abend, für den alle, die an ihm teilnehmen fonnten, dankbar sind. Das ist der Inhalt jener Reihe von Tosen Es war ein Abend, der wieder einmal so flar beDas Publikum ging verständnisvoll mit die Szenen, die am Sonntag abends über die Bühne wies, welch reiche Kräfte in der Arbeiterjugend ser Revue, die feinen Namen, dafür aber um so ging. Aber wie wurde da gespielt! Junge Men steden. Darum ist es auch überflüssig, irgendmehr Inhalt hatte.„ Vor zwanzig Jahren" schen aus den Werkstätten und Büros, noch mehr welche Personen hervorzuheben. Nur so viel ſei Auf dem Masarhring bei Brünn kam es am so beginnt die Folge der Bilder. Ein Arbeiter aber Arbeitslose, fanden sich in einmütiger Be- gesagt, daß Leinsmer sich diesmal wirklich bergangenen Sonntag zu einem schweren Auto- spricht mit seiner jungen Frau über die Zukunft. geisterung zusammen, um diese politische Revue übertroffen hat und daß er auch in der Regiefüh unglück. Gegen 4 Uhr nachmittags fuhr der Fa- Ein Häuschen mit einem fleinen Garten, das ist zu spielen. Kein Berufsschauspieler hätte seine rung seinen Mann stellte. Genosse reiner ritant Franz Sonne d mit seinem Auto, in ihr Ziel. Da plaßt der Krieg in dieses Idyll, be- Sache besser machen können, im Gegenteil: wo begrüßte mit einfachen Worten die Jungen und dem noch der Brünner Rechtsanwalt Dr. Ottokar geistert ziehen die Menschen ins Feld, um dort zu etwa die darstellerische Fähigkeit fehlte, da tat die die Alten. rajat, seine Stanzleibeamtin Zdenka Po verderben, während im Hinterlande die Frauen Begeisterung zur Sache alles. usta und die Private Grete Czech saßen, in und Kinder zugrunde gehen, während einzelne sich rascher Fahrt von Brünn auf den Masarykring. bereichern. Gerade vor der Haupttribüne kam der Wagen ins Dem Kriege folgt die Revolution, erfüllt von Galeudern, geriet in den Straßengraben und den sozialistischen Hoffnungen der Arbeiter. Aber überschlug sich zweimal. Die Folgen waren schr Spaltung, Inflation und schließlich die Strise zerDieser Begrüßungsabend wird wohl mit Es ist nicht möglich, die Fülle der Ideen des Recht den Anstoß dazu geben, daß auch die JugendVerfassers der Revue, des Genossen ubert gruppen der anderen Gebiete die neuen Wege der eins mer, wiederzugeben. Wie wißig und Festkultur beschreiten werden, die ihnen die präch treffend waren die„ Gitanzeln" Chaplins, wie fige se omotauer Jugend so eindruckvoll recharatteristisch das Lied des Heimwehrmannes. zeigt hat. M. A. Seite 10 Westböhmischer Arbeitersport vom Sonntag Die Geräte Serienwettkämpfe wurden Sonniag Riesen- Waldbrand Dienstag, 1. Mai 1931 in den Karpathen Bukarest, 30. April. Wie die amtliche Telegra in den Gruppen Falkenau, Karlsbad und Elbogen phenagentur Rador gegen Mitternacht meldet, durchgeführt. In Falfenau wurden Turner Falkenau wütet an den Südhängen der Karpathen bei Tarmit 177 Punkten vor Königsberg Sieger; lektere ergoviste ein riesiger Waldbrand, der bereits eine reichten 172.5 Punkte. In Elbogen stehen Turner Fläche von zwölf Quadratkilometer Wald vernich Schlaggenwald mit 197.5 und Turnerinnen Chodau tet hat. Das Feuer breitete sich mit riefiger mit 194 Punkten an der Spise. In Karlsbad blieb Schnelligkeit besonders in der Richtung Sinaja bei den Turnern Altrohlau mit 197 Punkten Sieger, aus. Der Feuerschein ist bis weit nach Alt- RuTurner Meierhöfen erreichten 178 Punkte. Die Kreiss mänien zu sehen. Menschenleben sind nicht zu be= meistermannschaft Turnerinnen Meierhöfen wurde lagen. von Turnerinnen Altrohlau mit 198 gegen 198 geschlagen und scheidet demnach schon bei der Bezirksausscheidung aus. Die Sonntagsferie hat an der Tabelle nichts geändert. Der Bundesmeister Graslig fällt durch ein unentschiedenes Spiel weiter zurüd. Braunsdorf wird im fünften Bezirk Abstiegkandidat, Meierhöfen hat nunmehr wieder Aussicht auf den Bezirksmeister im ersten Spielbezirk. Resultate vom Sonntag: ASK Eger gegen Franzensbad 2: 6, Unterreichenau gegen Braunsdorf 4: 0, Reichersdorf gegen Wildstein 5: 3, Graslis gegen Chodau 3: 3, Birkenhammer gegen Schankau 1: 5. Tepl gegen Roßnix 3: 6, Fischern gegen Roßnig 3: 0, Meierhöfen gegen Drahowitz 4: 1, Altrohlau gegen Rapid Karlsbad 2: 2. Kraftwagen von Eisenbahnzug erfaßt Cels, 30. April. Am Bahnübergang bei der Zuckerfabrit Bernstadt wurde ein Lastkraftwagen von einem Eisenbahnzug erfaßt und 30 Meter mit geſchleift. Der Führer des Wagens wurde aus dem Auto geschleudert und blieb tot liegen. Der Schrankenwärter, der es unterlassen hatte, die Schranken zu schließen, wurde sofort verhaftet. Sportflugzeug abgestürzt Basel, 30. April. Auf dem Fluge zur Internationalen Luftfahrtausstellung in Genf stürzte ein deutsches Sportflugzeug, das in Basel eine Zwischenlandung vorgenommen hatte, furz nach dem Start aus etwa 300 Meter Höhe ab. Der Führer des Flugzeuges, Erhardt aus Mainz, trug schwere Verlegungen davon, so daß er ins Spital gebracht werden mußte. Seine Frau, die ihn begleitete, starb furz nach dem Absturz. Spinnereiarbeiter streiken weiter Bombay, 30. April. Der Streit in den Spinnereien dauert immer noch an. Am Sonntag find neuerdings wieder 14 an der Leitung des Streits beteiligte Personen verhaftet worden. Hinrichtung in Marseille Rr. 101 der Demokratie, 18.55: Soziale Informationen: Dr. Jsert, 18.25: Deutsche Sendung: Stonzer Mar Bloch: Arbeiterzahl und Löhne in der Krise, akademie. Mähr. Oftran 18.05: Arbeitersendung: 19: Deutsche Nachrichten, 19.05: Zigeunermusik auf Vetter: Schwarze Diamanten, die vom Markt aus Schallplatten, 20.05: Welt im Umbau, 22.15: Nach geschaltet sind. Kafchan 12.30: Mittagskonzert. richten der III. Arbeiter Olympiade. Sender S.: Berlin 16: Unterhaltungsmusik. Breslan 21.80: 14.30: Ronzert des Salonquartetts Mužit, 15.10: Biolinkonzert. Kopenhagen 21: Volkstümliches Leipzig 17.20: Lieder zur Deutsche Sendung: Kinderstunde, 15.45! Orchesterkonzert. Deutsche Nachrichten. Brünn 16: Nachmittagston Laute. Die Frauen und die III. Arbeiter- Olympiade in Prag Für Schönheit und Freiheit Die III. Arbeiter- Olympiade in Prag wird neben der Aufgabe, die Kraft der Arbeiterschaft und Paris, 30. April. In Marseille wurde am Es ist sicherlich ein Zeichen großer Begeisterung| drückung leidenden Genossinnen und Genossen Stär. Montag früh eines der gefürchtesten Mitglieder der Marseiller Unterwelt, Maucuer, vom Pariser für die Sache, wenn die tschechoslowakischen Arbeiter fung und Aufmunterung geben soll. Scharfrichter hingerichtet. Maucuer hatte im Of Sportler und Sportlerinnen, Turner und Turnerin tober 1931 einen Raubüberfall auf ein Marseil- nen, nach all den traurigen Ereignissen in ihrer ler Postbüro verübt, wobei drei Bojtbeamte ge- Nachbarschaft, besonders nach der gewalttötet worden waren. Der Polizei gelang es erst samen Auflösung der blühenden Sport- und nach zwei Jahren, die Täter zu verhaften, von Turnverbände in Deutschland und denen zwei zu lebenslänglicher Zwangsarbeit und Oesterreich, nicht dem Kleinmute verdie beiden anderen, Maucuer und Joulia, zum fallen, sondern im Gegenteil sich mit um so Tode verurteilt wurden. Das Todesurteil gegen größerem Eifer auf das große Turn- und Joulia wurde in lebenslängliche Zwangsarbeit Sportfest, welches im Juli dieses Jahres in umgewandelt, und zwar mit Rücksicht darauf, daß Prag stattfinden wird, vorbereiten. der Verurteilte sich im Heer während des Krieges besonders ausgezeichnet hat. Sieben Zimmerleute vom Gerüftturm eine wichtige Stelle ein und hat es sich zur begraben Halle, 29. April. In der Annendorfer chemischen Fabrik ereignete sich am Samstag ein Unglüdsfall. Eine auswärtige Firma ist dort mit dem Bau eines Kühlturmes beschäftigt. Das 22 Meter hohe Baugerüst stürzte plötzlich mit sieben Zimmerleuten zusammen und durchschlug die darunter befindlichen Rüstungen. Auf der in sieben Meter Höhe befindlichen Rüstung blieben die Zimmerleute auf Brettern und Gerüstpfeilern schwer berlebt liegen. Vom Rundfunk Die Präsidentenwahl im Rundfunk Der Prager Rundfunk wird über alle tschechoflowatischen Sender den Verlauf der Wahl des Präsidenten der Republit aus dem Wladislaw- Saal übertragen. Die Uebertragung macht weitreichende Der Verband der tschechoslowakischen Arbeiterturnvereine nimmt derzeit in der Sozialistischen Arbeiter- Sport- Internatio nale durch seine Größe und Tätigkeit num Aufgabe gemacht, nicht nur der Arbeiterschaft die Freiheit und der ArbeiterTurn- und Sportbewegung die freie Entwid lung zu verteidigen, sondern auch zum Aufblühen der gesamten Arbeiterbewegung in der Tschechoslowakei beizutragen und dadurch auch die internationale Arbeiter- Turn- und Sportbewegung zu stärken und den unters drückten Genossen und Genossinnen wieder die Freiheit erkämpfen zu helfen. Die Frauen nehmen im Verbande der Tschechoslowakischen Arbeiterturnvereine feine untergeordnete Stelle ein, obwohl die Turnbewegung der Frauen viel jünger als die der Männer ist. Im Jahre 1925 wurde der der Arbeiterjugend in der Tschechoslowakei zu zeigen, technische Ausschuß der Frauen gegründet, welcher auch internationale Bedeutung haben. sich unter Leitung erfahrener Technifer bis zur selb- Trotz der schweren Zeit, in der sich die Arbeiterschaft ständigen technischen Leitung der Frauen- Abteilungen der meisten Staaten durch die Wirtschaftsfrise bes vorarbeitete. Seit dem Jahre 1928 stehen diese findet, bereiten viele in der Internationale verAbteilungen vollkommen unter der selbständi einigte Verbände starte Expeditionen zur Arbeiteren Leitung von Frauen, welche aller- Olympiade vor. Der Aussiger Verband hat dings mit dem technischen Ausschusse der Männer die Teilnahme an der III. Arbeiter- Olympiade zu in lameradschaftlicher Mitarbeit stehen. Während einem der Hauptpunkte seiner diesjährigen Tätigkeit techniſche Vorkehrungen nicht nur für den Rundfunk der verhältnismäßig furzen Zeit ihres Bestchens gemacht und zum erstenmal werden zu einem Feſte betrieb, sondern auch für die lebertragung durch Laut haben die Frauen- Abteilungen im Verbande der der tschechischen Arbeiterturner und-Turnerinnen sprecher im Saal ſelbſt und für das im Burghof ver- DTI. viel geleistet und auch schöne Erfolge so- auch die deutschen Arbeiterkinderingrosammelte Bublifum nötig. Auf der Haupttribüne wohl auf technischem, als auch auf organisatorischem ßer Anzahl kommen. Auf diese und auf die Frauen wird eine Ansagerlabine mit den nötigen Leitungen Gebiete aufzuweisen. Und nun vereinigt sich in den des Auffiger Verbandes freuen sich die tschechischen und Mitrophonen aufgestellt sein, in einem Neben- Händen der Verbandsturnwartin Genossin M. Genossinnen besonders, denn die enge Annäherung Boot tippt zwei Tote raum eine fleine Telephonzentrale, die mit der tech- echová nicht nur die Leitung der Frauen und und das gegenseitige Sichkennenlernen der ArbeiterUžhorod, 30. April. Während des gestrigen nischen Rundfunkabteilung auf der oberen Galerie Mädchen in der DTJ., sondern auch die der Frauen- frauen und Kinder wird sicherlich einen günſtigen heißen Sonntagsnachmittags ließ sich eine größere des Saales und mit den Senderäumen des Radio Abteilungen aller in der Sozialistischen Arbeiter Einfluß auf das freundschaftliche Zusam Gesellschaft über den Fluß Borzava bei Berehovo journals in der Foch- Straße verbunden sein wird. Sport- Internationale vereinigten Verbände. Diese menleben beider Nationen unseres Staates haben.. sezen, um am anderen Ufer zu baden. Das start ehrenvolle Aufgabe übernahmen die tschechischen Ge- Ebenso wird es bei der tschechischen und deutschen überlastete Boot tippte inmitten des Flußlaufes nossinnen mit vollem Verständnis für ihre Bedeu- Arbeiteriugend sein. Somit werden unsere um. Bis auf zwei Personen fonnten sich alle Intung und nahmen sofort de Verbindung mit allen Frauen und Kinder zu Sündern der internatio sassen des Bootes durch Schwimmen retten. Bei in der Internationale vereinigten Verbänden auf. nalen Solidarität und Freundschaft den zwei Ertrunkenen handelt es sich um den 13- 10.15: Deutscher Schulfunt, 12.10: Unterhaltungsziehungen mit dem zweiten bedeutenden Arbeiter Ten Chauvinismus. Eine herrliche Aufgabe! BeBrag, Sender 2.: 10.05: Deutsche Nachrichten. Es ist selbstverständlich, daß besonders innige Be- inmitten einer Zeit des allseits wachsenden nationa horoder Maſchineningenieur Adreas Proper, Obmujit, 14.15: Deutscher Arbeitsmartt mannstellvertreter der karpathorussischen Stauts. bericht, 17.35: Bach: Adagio aus dem Biolinkon- Turn- und Sportverbande in der Tschechoslowakei, grüßt wird ferner die bestimmte Teilnahme der fin Das zweite Opfer ist der Herausgeber des Bercho- zert E- Dur, 18.10: Caruso auf Schallplatten, dem Atus, bestehen. Mit den Frauen des Atus nischen Frauen und daß auch in den zahlreichen voer Wochenblattes für Handel und Gewerbe 18.25: Deutsche Sendung: Zehn aktuelle arbeiten die tschechischen Genofsinnen Hand in Hand, Auslandsexpeditionen die Frauen stark vertreten sein Egyeteres" Alerander Zoltan. Minuten, 18.35: Prof. Dr. Sander: Das Problem in einer Arbeit, die den unter fascistischer Unter- werden. 1 Unsere Töchter, die Nazinen Roman von Herminia Zur Mühlen Inhalt: 1. Genossin Gruber erzählt. 2. Gräfin Agnes schreibt in ihr Tagebuch. 3. Frau Doktor Feldhüter erzählt flüsternd. 4. Fran Doktor Feldhüter erzählt laut. 5. Gräfin Agnes schreibt in ihr Tagebuch. 6. Genossin Gruber erzählt. = Genoffin Gruber erzählt: Empfehlenswertes aus den Programmen: Mittwoch: Er hat es so gut verstanden, einem alles zu er wollten mich nun nicht mehr tennen und haben dem Kleinen Bahnhof haben sich die Menschen getlären. Ich war ja so dumm, wie er mich gehei die Nase gerümpft. Aber das hat mich nicht gestört. drängt, die Soldaten, die einrücken mußten und ratet hat. Was hab ich schon von der Welt gewußt? Sie haben es eben nicht besser gewußt. Ich hab ihre Frauen, und es hat so viele Tränen gegeben, Als ganz junges Ding bin ich in Dienst gegangen. ja versucht, es ihnen zu erklären, doch merkte ich fast so viele, wie der See Wasser hat, habe ich Das waren savere Zeiten. Bis ich dann zu mei- bald, daß das keinen Sinn hat. Und so habe ich mir damals gedacht. Und che der Zug fortfuhr, ner Dienstherrin gekommen bin, aur Gräfin mich immer mehr von ihnen zurückgezogen. Nur hat der Doktor Feldhüter eine lange Rede an die Agnes. Die hat verstanden, daß ein junges Ding aur Gräfin Agnes, die gerade in diesem Jahr Einrüdenden gehalten und gesagt, wie glücklich fie nicht immer schweigen lann. Mit ihr bin ich dann Witwe geworden ist, bin ich manchmal am Sonn- sind, sich für das Vaterland opfern zu dürfen. Er auch in die lleine Stadt am Bodensee gekommen, tag gegangen. Zuerst war das dem Anton nicht freilich ist zu Hause geblieben, weil er einen in die alte Villa am Seeufer. Und hier hab ich den recht. Sie wird dir dumme Gedanken in den Klumpfuß hat. Einige haben dann auch Hurra!" Anton tennen gelernt; er hat in einer Seßerei Stopf seben," hat er gemeint und wir haben häufig geschrien und der Sohn des Kolonialwarenhändgearbeitet und war ein schöner starter Mensch. fast darüber gestritten. Bis dann die Toni geboren lers hat mit Streide auf den einen Wagen geschries Wir sind ein Jahr miteinander gegangen, dann wurde. Damals bin ich fast gestorben, und die ben:" Nach Paris." Da ist mir plötzlich eingefallen, haben wir geheiratet. Das war 1911. Der Anton Gräfin Agnes ist sechsunddreißig Stunden bei mir daß in Paris und in allen andern großen Städten hat ganz gut verdient, und wir haben uns nett gefessen und hat um ihren eigenen Arzt geschickt, jetzt auch die Frauen auf dem Bahnhof stehen und eingerichtet und geglaubt, es wird immer beffer den Doktor Bär, und hat den Anton getröstet, als von ihren Männern und Söhnen Abschied nehmen werden. Das heißt, der Anton hat das nicht nur ob fie seine Mutter wäre. Nachher hat er dann zu und nicht wissen, ob sie sie lebendig tviedersehen geglaubt: er hat es gewußt, hat in Büchern ge- mir gesagt:" Du darfst zu der alten Frau gehen werden, und ich habe ihr Leid mitgefühlt, zusam Tesen, diden Bänden, von denen ich kein Wort ver- so oft du willst." Auch die Gräfin Agnes hat mei- men mit dem meinen und es ist mir schwarz vor Wie die Zeit vergeht. Heute, am 3. Jänner standen habe. Er war Sozialdemokrat. Zuerst hat nen Anton lieb gewonnen, und manchmal ist er den Augen geworden, und die Gräfin Agnes, die 1933, sind es gerade sechs Jahre, daß mein lieber mich das erschreckt. Bei uns zu Hause haben sie mit mir zu Besuch bei ihr gewesen. mitgekommen war, hat mich halten müssen. Sie Mann gestorben ist, und zwei Jahre, daß meine immer auf die Sozialdemokraten geschimpft. Aber Als die Toni fast zwei Jahre alt war, ist der hat mich ganz festgehalten und geflüstert:„ Der Toni ihre Arbeit verloren hat. Mir scheint es, als dann hat der Anton mir alles erklärt: daß das Krieg ausgebrochen. Mein Anton hat schon lange liebe Gott wird unsern Anton beschützen," aber wäre beides erst gestern geschehen. Ich sehe noch keine bösen Mneschen sind, daß sie den Arbeitern vorher gesagt:" Es kommt zum Krieg, aber die was ist das für ein lieber Gott, der so etwas ge der Toni ihr Gesicht vor mir, wie sie mittags heim- helfen wollen, und daß alle Arbeiter zusammen- Arbeiter werden nicht gehen." schehen läßt, und sogar wenn mein Anton gesund gekommen ist, ganz blaß und als wäre sie mit halten müssen. Alle, nicht nur die deutschen, son- Zweimal während unserer Ehe habe ich ihn zurückommt, wie viele andere werden sterben einem Male viel magerer geworden; ich höre noch, dern die Arbeiter der ganzen Welt. Das hat mir weinen gesehen: einmal, als unsere Toni geboren müssen? wie sie mit verbitterter Stimme sagt:" So, fest gut gefallen, denn nicht wahr, wenn alle zusam- wurde und er glaubte, ich würde sterben, das Dann sind die bösen vier Jahre gekommen, lieg auch ich auf der Straße, die Fabrit schließt." menhalten, die in Desterreich und in Frankreich atveite Mal, als die Sozialdemokraten im Parla- Angst und Hunger und Verzweiflung, und das Sie hat geweint, meine Toni weint ja nie, sie und England und Rußland und Italien und allen ment die Kriegskredite bewilligt haben. Sie haben schreckliche Gefühl, daß der Krieg nie ein Ende frißt alles in sich hinein, und das hat mir schon andern Ländern, dann müssen sie doch etwas er es in allen Ländern getan, und viele von den nehmen wird. Meine Toni ist mager gewesen, wie immer Sorge gemacht, schon wie sie noch ein flei- reichen. Wenn der Anton so zu mir gesprochen Frauen, die ja doch am meisten gegen den Krieg eine verlaufene Staße, und ich bin zu den Bauern nes Kind war. Darum haben wir einander viel hat, ist mir ganz warm geworden vor Freude, und hätten sein müssen, waren damit einverstanden. in der Umgebung gerannt und habe um Gier und leicht auch nie ganz richtig verstanden. Bei mir er wiederum war froh, weil ich ihn verstehe. Es Aber mein Anton hat gesagt:„ Das wird sich Milch gebettelt, damit mir das Kind nicht stirbt. muß alles heraus, Freude oder Kummer, ich fann sind auch Sonntag häufig Genossen zu uns ge- blutig rächen." Und er hat recht gehabt. Das sehe Die Gräfin Agnes hat mir geholfen, wo sie nur nicht schweigen. Mein Mann war anders, immer kommen, die haben mit meinem Anton gesprochen, ich heute ein. fonnte, aber sie hat so vielen helfen müssen, ihr still und ruhig, auch wenn alles schief gegangen und viele der Frauen waren ebenso klug wie die Er hat auch einrücken müssen, und ich werde Geld hat kaum gereicht, und auch ihre Tochter ist. Er hat oft über mich gelacht und gemeint: Männer. Und dann bin auch ich in die Partei ein- nie vergessen, wie schrecklich das war. Die Sonne Claudia, die damals an die Neunzehn war, hat Na ja, du bist eben eine echte Bayerin, Kati." getreten. Einige von meinen früheren Bekannten, hat so schön geschienen und der See so blau ge- ausgeschaut wie ein Geist, nur Haut und Knochen Wenn er noch lebte, würde meine Toni nicht... die noch in vornehmen Häusern gedient haben, leuchtet, als ob alles, alles gut wäre. Aber auf und ganz gelb im Gesicht. ( Fortseßung folgt.) Br. 101 DieuStag, 1. Mai 1934 Bette 11 Völker,hört’ die Signale... Die Fahne der Internationale Ei» Wiener Vorstadtcafk. Abends; Halbleer. Die Stammgäste blättern in abgerissenen Zeitungen. Der Ober gähnt. Da fliegt munter die Tür auf. Hcreinströmt eine aufgeräumte Gesellschaft. Sie ist bunt gemischt: einige Arbeiter und ihre Frauen, einige„bessere Herrn"(Ivie man in Wien alle männlichen Wesen vom Kaufmannslehrling auswärts zu nennen Pflegt), gebräunte Sportjugend, ein, zwei Damen, beinahe gut bürgerlich gekleidet. Tische werden zusammengcrückt. Der Pikkolo flitzt mit einigen Taffen„Hitler" (Gröger Brauner) oder„Dollfuß"(Kleiner Schwarzer) herbei... Die Runde der Neuankömmlinge trinkt einander zu. Läßt irgend was hochleben. Steckt die Köpfe flüsternd zusammen, bricht immer wieder in heiteres Lachen aus. „Eine nette Geburtstagsfeier"— meinen die Stammgäste und blicken wohlgefällig herüber. ES gibt noch lustige Leute in Wien... * Indes bestand die Runde der Zufallsgäste größtenteils aus„Kurrendierten", Untertanen der christlich-autoritären Regierung Dollfuß also, die die Ehre genießen, von der Polizei gesucht zu werden und das Glück dazu, von ihr noch nicht erwischt worden zu sein. Der schlanke Sportler mit dem scharfen Profil ist der letzte Freie von einer Kanipfgruppe, die den Weg in den Tod, vorS Standgericht oder ins Gefängnis gegangen ist.(„Wie Briider waren wir", hat er mir erzählt,„solche Burschen kommen nimmermehr zusammen"). Der einzige Sohn seines Tischnach« barS, ein blutjunges Bürschlcin, sitzt als„Hochverräter" im LandcSgericht. Und andere wieder aus der Runde haben lieber ihre Existenz geopfert, al« die besiegte Partei zu verleugnen, sahen schon wochenlang nicht ihr von Häschern umstelltes Heim, schlafen die wenigen Stunden, die ihnen die illegale Arbeit läßt, bei Freunden. I WaS hat diese Menschen zu so ausgelassener Fröhlichkeit verführt? * Menn ein Spitzel des Herrn Fey besonders spitze Ohren gehabt hätte, wäre es ihm vielleicht geglückt, den richtigen Wortlaut der hier(aus begreiflichen Gründen etwas umgestellten) Ge- sprächöfragmcnte zu erfahren. DaS Sportmädel:„Ihr blöden Hunde!— haben wir uns jedesmal gedacht, so oft wir einer Heimwehr-Patrouille begegneten. Wenn diese Krautwächter auch nur eine blaffe Ahnung gehabt hätten, was die zwei eleganten Danien in ihren Einkaufspakctcn durch die Stadt trugen!" 1. Prolet:„Das Arbeilcrhcim war gestürmt. Plötzlich gab» mir einen Stich ins Herz bei dem Gedanken, daß die Fahne der Internationale drinnen geblieben ist. Da haben wir beschloffen, noch einmal den geheimen Weg zu riskieren. Die Besatzung schlief bi« auf die Torpoften. Auf allen Bieren sind wir durch da« finstere Hau« gerutscht. Die Fahne war noch auf ihrem alten Platz. Al« ich wieder den schweren Stoff zwischen meinen Fingern spürte, hÄte ich am liebsten aufheulen mögen vor Freude." 8. Prolet:„Ich war bei der Fahnenkompagnie de« Schutzbundes. Mein Leben lang werde ich die Riesenkundgebung auf der Hohen Warte nicht vergessen, wo un« die Vertreter der Inter» nationale die Fahne überreichten. Damal« habe ich nicht geahnt» daß ich sie noch einmal um den Leib gewickelt nach Hause tragen werde." Arbeiterfrau:„Einige Nächte schliefen wir auf der Fahne. Ich dachte, bei einer Hausdurchsuchung sei sie unter dem Leintuch am besten aufgehoben. Dort hat man bei un« noch keine Waffen gesucht. Aber mein Mann konnte kein Auge schließen, au« Angst, daß die Fahne noch einmal dem Gesindel in die Hände fallen könnte. Jetzt ist un« leichter.-" Ein Kurrrndirrter:„Herlaffen tun wir die Fahne nicht mehr und wenn ein paar Leute draufgehen müßten! Aber, wa« reden wir innner von den„EinkmifSpaketen" unserer Damen? Das GeburtStagikind soll leben, hoch! hooochl".... » Bon dieser Stunde an wanderte die Fahne einen abenteuerlichen Weg: treppauf— treppab— durch die ZinSkaser« neu der Wiener Proletarierviertel; ein Stück Wege« trug sie ein noble« Auto mit wehendem Heimwehr-Wimpel dahin; dann fuhr sie unter dem Kutschbock eines Bauernwagen» über« Land; sie hörte die treuen Proletarierherzen junger Burschen schlagen, die in dunkler Frühlingsnacht über Feldraine und Waldpfade pirschten, jederzeit des Anrufes der Grenzwächter gewärtig; sie sah ein stürmisches Händeschütteln und hörte die„Internationale" wieder erbrausen auf dem Boden eine« freien Lande«... Es wird die Zeit komnien, da einer wiederbefreiten Arbeiterschaft Österreichs die Namen jener Wackeren genannt werden dürfen, die geschworen hatten, lieber ihr Leben hinzugeben, als das teure Kleinod nochnmlS in Feindeshand falle» zu lassen. * DieFahne derJntcr nationale ist gerettet! Eine Freudenbotschaft für die gekiicchteten Arbeiter Wiens und Österreichs, eine Verheißung für die Sozialisten aller Länder. Den» dieser Purpur kündet Ruhm und Tragik eines schöpferischen, kämpferischen Sozialistengeschlechts am Donaustrom, seine treue Verbundenheit mit den Arbeitern der Welt. * Große Erinnerungen weckt der Anblick dieses leuchtend roten Banners! Es war im Sommer 1931. Vor den Delegierten des Wiener Sozialistenkongresses marschierte das junge sozialistische Europa über die breite Ringstraße. Das rote Wien grüßte mit hinreißender Begeisterung die proletarische Weltolympiade. Zweimal rauschte der Jubel der Zuschauerinassen auf zum, wilden Orkan. Erstmalig gcschah'S als Koloman W a l- l i s ch an der Spitze seiner lernigen Steirer angerückt kam, dieser gedrungene Rebell in verwaschener Schuhbundjacke, der von der Geschichte als Träger eines ruhmvoll-tragischen Schicksals vorbestimmt gewesen. Zum andermal rasten Beifallsstürme durch den klingend-klaren Svmmertag, als dem Heereszug der Wiener Arbeiter die stolze Fahne der Internationale voranwehte. Ihr folgten die Kolonnen der Schutzbündler ans den Wiener Bezirken, die Landftraffer, die Simmeringer, Erster Mai. Der Tag der roten Arbeiter, der Tag der roten Fahnen, der Tag unserer Kampflieder—- unser Tag. Unser Tag? Auf der Wiener Ringstraße, auf der sonst 200.000 Arbeiter den tkärg ihre« Kampfe« feierten, halten an diesem ersten Mai die Heimwehrgarden de« Herrn Dollfuß Wacht, die Männer, die sonst an diesem Tag zu den Wiener Arbeitern sprachen, sitzen in den Konzentra« ttonSlagern der Kanonenchristen. In Berlin treibt die Peitsche des Führerhöhnend zu der„Feier", deren rote Fahnen vom Hakenkreuz geschändet sind. Schwarzhemden anstatt roten Fahnen in den Straßen Rom«, Polizisten anstatt feiernder Arbeiter in den Straßen halb Europa«. Unser Tag?... Ein Gespenst geht um in Europa. Aber es ist nicht der Geist der Zukunft, den Marx in seinem wundervollen, prophetischen Manifest sah, cS ist da« lähmende, würgende Gespenst einer sterbenden Vergangenheit, da« Europa heute vergiftet. Steckt ein Fehler in der Rechnung? Wo bleibt die versprochene Freiheit, die sozialistische Zukunft in diesem vergifteten Europa? Kein Tag der Arbeit darf in dieser Zeit Vorbeigehen, ohne daß die, die ihn feiern dieser entscheidenden Frage sich stellen. Wenn jemals eine Zeit den Stempel ihres Unterganges auf der Stirne trug, dann ist es die in der wir leben. Sinnlos haspelt ihr Räderwerk, das seinen Herrn aus der Hand geglitten ist ab, zerlumpte Arbeitslose feiern vor rostenden Webstühlen, Hungernde betteln vor stillgelegten Brotfabriken, verödete Bergwerke bergen die Kohlen, um Frierende zu wärmen. Eine Gruppe amerikanischer Ingenieure— beileibe keine Sozialisten, sondern biedere, bürgerliche Spezialisten— haben auf Grund einwandfreier statistischer Daten eine Berechnung aufgestellt, deren Zahlen klarer als jedes Wort, den Zusammenbruch dieser Welt„ordnung" enthüllen. Sie haben errechnet, daß die heute verfügbaren Maschinen genügten, uin bei einer täglichen Arbeitszeit von zwei Stunden jcdcni Menschen das Doppelte seines jetzigen Durch- die Favoritner, die Meidlinger, die Hietzinger, die Ottakringer, die Hernalser, die Döblinger und der rote Heerbann der allzeit getreuen Floridsdorf«(diese FloridSdorfer: am 12. Nobember 1918, bei der Ausrufung der Republik, als vor dem Wiener Parlament geschossen wurde, bleiben sie bi« zum Abendgrauen auf der Ringstraße, bis sie Gewißheit hatten, daß ihrem Seih nichts zugestoßen sei)— breit dahinflutende Jugend« und Manneskraft, lohende Flammen bester sozialistischer Gesinnung, Einsatzbereitschaft für die Sache, die auf den« weiten Erdenrund ohnegleichen ist. * Hunderte dieser Braven deckt heute die kühle Erde, tausende schmachten im Kerkerverlieh, die stolz ragenden Gemcindebauten zerschossen, der rote BolkSbürgermeister Wiens und seine Mitarbeiter im Gefängnis. Doch das Banner steht! Die Fahne der Internationale. Zeugin des Jauchzens und des Blutens der tapferen Wio.- ncr Arbeiterherzen, Symbol ihres ungebrochenen Trotzes und ihrer herrlichen Treue, sie geht nun in die Hände der Internationale selbst über als Vermächtnis der Toten und Verpflichtung der Lebenden, bis sie sieg-s rohlockend, rachekündend ihren Wiedereinzug hält in ein freies Österreich. Karl Gruber. schnittSeinkommenS zu sichern. Nichts wäre notwendig, als alle vorhandenen Arbeitskräfte planmäßig an die vorhandenen Maschinen zu verteilen und alle Not, alle Sorge, aller Hunger der Welt wären vorbei. Aber die Herren die« s« Maschinen wollen eS anders. Ihr Profit fällt besser miS, wenn die Maschinen der anderen stillstehen, die Löhne, die sie zahlen, können niedriger sein, wenn 15 Millionen Arbeitslose verzweifelt vor den Fabrikstoren stehen. Aber diese Weltordnnng des Profites richtet sich— ganz wie es Karl Marx vorhcrge- sagt hat— immer deutlicher mich gegen ihre eigenen Nutznießer. Immer größer wird die Zahl derer, deren Maschinen sfillstehen und innner lleiner die Zahl derer, die noch daran profitieren. Zitternd sehen die Herren der Welt ihre Weltordmmg in Trümmer gehen. Sie wissen sehr genau, worum hier gespielt wird, sie können eS sich an den Fingern abzählen, wohin ihr Weg führt. Die Zeit, in der man den Menschen einreden konnte, die Welt des Profites sei die beste aller Welten, ist endgültig vorüber, die EstaSke des Biedermannes, den Weisheit und Tüchtigkeit berechtigt, die Welt zu lenken und ihre Profite einzuheimsen, ist gefallen, das wahre Gesicht ist sichtbar worden: daS grinsende Gesicht des Jobbers, der mit Zähnen und Klauen seinen Profit verteidigt— das Gesicht des FaseiSmuS. Die Herren der Maschinen und der Aeckcr wissen sehr gut, warum sie die Demokratie hassen und sich Knüppelgarden gegen sie mieten. Der Sold für ihre Braun- und Schwarzhemden und Heimtvehrgarden muß auf Geschäftsunkosten gehen, denn ohne sie ist das verkrachte Geschäft nicht mehr Iveiterzuführen. Wenn man eS nicht mehr wagen kann, vor der Vertretung des Volkes die Sinnlosigkeit einer verfaulten Weltordnung zu verteidigen, dann muß man eben die Volksvertretung davonjagen. Das ist das Rezept des Kapitalismus im Jahre 1934 und man tut ihm sehr unrecht, wenn man sagt, er könne auch anders. DaS eben ist daS innerste Wesen der niederbrcchcndcn Herrschaft des Geldsacks, daß er nicht mehr anders kann. Wo immer er sich endgültig bis auf die Knoche» blamiert hat, muß er abtreten oder sich hinter Ka- Maifeier In Bombay Ans einem Bombager Textilbetrieb am I. Mal 1933 Erster Mai in dieser Zeit Von Han« Flseher Deutscher Mai Bold reift der Erntesegen, seht, wie die Sonne glüht» auf allen Wegen und Stegen sind neue Kerker erblüht. Schon wachsen au« deutscher Hecke die deutschen Blüten heraus, ein Zuchthaus an jeder Ecke, ein.Henker in jedem Hau«. Hört ihr dir Ketten klirren? Sie läuten den Frühling ein. Hört ihr da« Henkerbeil schwirren? E« kündet den deutschen Maie«. Die lieblichen Maienlüfie tragen Verwünschungen mit, Haß sprengt dir frischen Grüfte. Hatz keimt auf Schritt und Tritt. Hast wächst au« der Ackerkrume, die Mörderhände bestellt, Hatz tränket jede Blume, Hatz düngt da« braune Feld. Einst wird die Ernte reifen trotz Kerker»nd Söldnerhe«, einst wird rin Maiwind Pfeifen wie kein« je vorh«. D« wird durch den Kerkerstuat jag« wie rin gellend« Racheschrei, der wird da« Schandrrich zerschlagen, das: wieder— ein Deutschland sei! Hugi«. "'.'~SB itoiten verschanzen. Er weiß sehr genau, daß die Demokratie, das freie Entscheidungsrecht de« Volke« seinen Untergang bedeutet. Und deshalb muß er überall dort, wo die Etnscheidnng nicht mehr aufzuhalten ist, die Demokratie vernichten. Und in diesem Punkt liegt die Enttäuschung der Arbeiterklasse des Jahres 1984. Sie, die von der Demokratie die Entwicklung zum Sozialismus erhofft hatte, muß nun sehen, daß die Herren der Fabriken vor die Entscheidung zwischen Prosit und Sozialismus gestellt, bedenkenlos die Demokratie zerschlagen. Die Entscheidung heißt: Sozialismus oder Faset«« muß! Das ist eine Wahrheit, mit der sich da« Proletariat unserer Zeit vertraut machen muß, wenn es nicht in Illusionen untergehen will. Es ist eine folgenschwere Erkenntnis. Wir müssen erkennen, daß die sozialistische Weltordnnng kein Geschenk ist, das nnS vom reifen Baum der Weltgeschichte in den Schoß fallen wird. Wenn es so weit ist, müssen wir um den Sozialionnis kämpfen, oder wir werden ihn verlieren. Verlieren, vielleicht für imm«, denn d« Kapitalismus weiß die Macht, die« sich mit Kanonen und Konzentrationslagern erobert hat, sehr gut zu brauchen. Er versteht e« sehr gut, jede« Wort der Freiheit, jede Regung de« Zweifels an seiner„gottgewollten Ordnung" zu ersticken; er versteht eS, schon in seinen Schulen ein Geschlecht gehorsamer, kuschend« Sklaven heranzuziehen und zwei Generationen solch« Peitschenherrschaft könnten genügen, ein geducktes Geschlecht von Proleten herauzuziehen, da« verschüchtert und geduckt, bei Hungerlöhnen an der Tuberkulose krepiert, da« die Botschaft de« Sozialismus kaum mehr kennt und in sein Schicksal«geben schließlich gemeinsam mtt seinen Sklavenhaltern untergeht. Gegen diese« Schicksal aufzustehen ist der wahrhaft geschichtliche Sinn de« Kampfe«, den wir führen. Wir haben hier und jetzt die Wahl zu treffen zwischen Sozialismus oder Untergang im Chaos. Ein Dritte« gibt e« nicht. Zwischen der Sinnlosigkett und dem Ekel und dem Elend uns«« Zeit und einer planvollen, glücklichen sozialistischen Welt steht nicht« mehr, als die Kanonen des morschen Kapitalismus, der seinen letzten Kampf kämpft. Die Generation, die heute den ersten Mai feiert, wird unter dem niederbrechenden Gemäuer dieser Welt begraben werden, oder sie wird auf ihren Ruinen ihre eigene, he«liche Welt des Sozialismus bauen. -■— 38 Die deutsche Tyrannis Majestät Gorbbel«. Köln, 24. April.(Jnpreß): Ein hoher rheinischer Beamter, Peruche, wurde verhaftet, weil« eine„unqualifizierbare Haltung" gegenüber dem nationalsozialistischen Staat bei Gelegenheit ein« kürzlichen Goebbels-Rede gezeigt habe. „Ich bin ein Schuft." Hannover, 29. April.(Jnpreß): Ein Arzt aus Salzuflen, der unfreundlicher Bemerkungen über Hitler beschuldigt wurde, ist durch die Straßen der Stadt geführt worden. Er trug ein Schild mit folgendem Wortlaut:„Ich bi» ein Schuft, ich Hoche de» Führer beleidigt." Nach Schluß der öffentliche» Diffamierung wurde er ins Gefängnis gebracht. Brotlo« wegen eines Fragezeichen«. Esse», 29. April.(Jnpreß): Der Seher der „Essener Volkszeitung", der wegen eines irrtümlich gesetzten Fragezeichens verhaftet Ivorden war, ist zlvar freigelassen Ivorden. Er wurde jedoch | fristlos entlassen. Seite 12 Dienstag, 1. Mai 1934 ex. 101 erzählen Von Pierre Das ist der Tag, den sich das Volk gegeben, Aus dem der Glaube an die Zukunft spricht, Als ein Bekenntnis zu der Welt, zum Leben, Das aus dem Dunkel drängt empor zum Licht! gerlichen Kreiſen hirfieren beute schon verbotene ſondern mit ihr auch der Courgeoisie das Das ist der Tag--! Was Fillers Untertanen Zeitschriften, aber, daß aus der allgemeinen und bereiten wird. Man flammert sich an die Hoffständig wachsenden Opposition dem braunen Re- nung auf den Erfolg der Kirchlich- monarchistischen gime eine unmittelbare Gefahr erwächst, wird aus Mächte, von deren Regierung man mehr Stabili mindest in bürgerlichen Kreisen bezweifelt. So tät erhofft als von der Hitler- Clique, die zu jedem lange nicht ein Eingriff von außen erfolgt oder Mittel entschlossen ist, um sich an der Macht zu eine politische Katastrophe eintritt, kann die witbalten. Bezeidmend war der Ausspruch eines ler- Regierung mit ihren vierhunderttausend Be früheren Liberalen: Ich verabscheue Hitler wegen waffneten die unbewaffnete, unorganisierte und seiner barbarischen Grausamkeit und wegen der an jeder offenen Agitation gehinderte Oppofitton schändlichen Berlogenheit, die er gezüchtet hat. Aber ich geftehe offen, daß mir vor dem Tage gewaltsam unterdrüden". Aber wünscht denn das deutsche Bürgertum bangt, an dem er gestürzt wird. Denn die nächste den Sieg der Opposition? Im Grunde fürchtet es deutsche Revolution wird unerbittlich sein müssen, die Revolution, die nicht nur der Hitlerdiktatur, wenn sie Erfolg haben will." Die ersten Frühlingstage haben viele Bürger des Dritten Reiches zu einem furzen Erholungsaufenthalt außerhalb der Grenzen des vom Hafenfreuz beherrschten Landes benüßt. Auch die Gleich gebung, die ihnen schon durch das Fehlen der braunen Uniformen und des barbarischen Lärmes gröhlender Marschkolonnen wunderbar feierlich und schön erschien. Dabei gehörten diese Gäste aus dem Dritten Reich fast ausnahmslos zu jenen Schichten, denen der Druck der braunen Tyrannei noch am erträglichsten ist: es waren zumeist be güterte Bürger, die ihren Besiz, ihr Geschäft und ihre wirtschaftliche Führerstellung unangefochten bewahrt haben und sich die kleine Auslandsreise im Gegensatz zu den versflavten und verelendeten Massen der erwachten" Nation ohne Schwierigfeiten gestatten konnten. In Prag baben sie bei ihren Spaziergängen viele alte Belannie getroffen. Landsleute im Eril, vertriebene und geflüchtete Gegner und Opfer des braunen Terrors. Sie haben diese-Landesvers räter mit einem Gemisch aus Angst und schlech tem Geiviken begrüßt. aber schließlich hat doch bei den meisten das Bedürfnis, sich auszusprechen, über das Bedenken gejiegt, von Spikeln beobach tet zu werden, und dann begannen die Untertanen Hitlers zu erzählen.. Der Fall Schenker von Berlin aus gesehen Aus Berlin wird uns geschrieben: In der Affäre der Speditionsfirma Schen fer& Co. ist bisher nur die Spionage- Angelegenheit in den Mittelpunkt der Betrachtungen gestellt worden. Aber so aufschlußreich der Fall nach dieser Seite hin auch ist, so gibt es daneben noch eine andere, für die Methoden des Dritten Rei ches nicht weniger charakteristische Seite des Falles. Es ist dies der grandiose politische Betrug, den das Dritte Reich in Sachen Schenker an dem deutschen Sveditionsgewerbe begangen hat. -cisLandtag und Reichstag wurde der Reichsbahn vertrag mit Schenker einmütig abgelehnt und die Reichsregierung beauftragt, den Vertrag außer Kraft zu setzen. Von allen Parteien schlug in der Deffentlichkeit die nationalsozialistische den größten Lärm. Sic mobilisierte das gesamte Speditionsge= werbe und legte vor ihm in großen Maffenversammlungen den Schwur ab, daß sie, zur Macht gelangt, den jüdischen Großkonzern Schenker& Co. unverzüglich zerschlagen und dabei auch der Stadt Berlin wieder zu den Millionenbeträgen verhelfen werde, schen Fraktion des Landtages den Befehl, den Ehrenvorsiz des gesamten deutschen Speditionsgewerbes zu übernehmen, mit der ausdrücklichen Maßgabe, seine gesammelte Kraft allein der Berschlagung des Schenkervertrages und der Bernichtung des Schenkerschen Großkonzerns zu widmen. Das ist der Tag der Hungernden, der Armen, Der Fahnen Fackeln sind Millionenschrei Sie fordern Recht, sie wollen fein Erbarmen, Das ist das Lied von unserm roten Mail Das ist der Tag, an dem die Straßen dröhnen Vom Sturm der Masse, die umbrandet steht, Der, noch gefnebelt, selbst im Fieberstöhnen, Des Sieges Atem um die Lippen weht! Das ist der Tag, an dem wir uns bekennen, Ein Herzschlag flammt von London bis Schanghai, Bo sich Marristen start und stola bekennen, Da glüht das Bunder dieses ersten Mai! Das ist der Tag der Kämpfenden, der Freien, Er ist des Erdballs Zukunftsmelodic, Wie eine Fahne weht in unsern Reihen Des roten Kampfmai Menschheitssymphonic-! Einst kommt der Tag, an dem die Retten fallen, Dann, Kameraden, sind wir endlich frei! Und diese Erde, sie gehört uns allen Das ist Erfüllung unsres roten Mai! Eigentlich wißen wir sehr wenig, ſagten e Die Affäre Schenfer hat wie faum eine an elle. Die Zeitungen, die wir leſen, ſind öde und dere seit mehr als zehn Jahren die deutsche Def= feer, und das Benige, das sie uns mitteilen, glaufentlichkeit beschäftigt. Allein die Eingaben an ben wir auch nicht einmal. Wir haben den Ein Behörden, Parlamente und Redaktionen würden um die sie durch gewissenlose Betrüger geschädigt brud, daß man im Ausland viel besser über die zusammengefügt viele dicke Foliobände füllen. In worden sei. Oberstleutnant a. D. von Ahlemann, Lage und die Vorgänge in Deutschland unterrich der Sprache, die die neuen Herren vor Erobe- ein früherer Kampfgefährte Ludendorffs und hefter. Nachdem der Berg ein volles Jahrzehnt lang tet ist als der durchschnittliche Zeitunglejer im rung der Macht zu führen verstanden, war der tiger Gegner der Nationalsozialisten, nun aber gefreist hatte, sollte am Ende nicht einmal ein Dritten Reid, was ja dazu geführt hat, daß schon Fall Schenker der Berliner Korrupsie viele andere seines Standes zu ihnen hin- Mäuslein geboren werden. Die Waffenſtredung die meisten bei uns aufs Zeitungleſen verzichtet ionsfall par ercellence, weit schlim übergewechselt, erhielt von der' nationalsozialisti furz vor einem viel Erfolg versprechenden baben, auch wenn sie dazu gezwungen find, irgend mer und für die Gemeinschaft schädlicher als alle Großangriff auf die Gegner ihres Gewerbes" eine dieser„ amtlichen" Organe zu abonnieren. anderen Affären ähnlichen Charakters. Es sollte wurde denn auch durchaus nicht so ruhig aufge= Auch in dieser Beziehung befinden wir uns im im Namen des mitteldeutschen Speditionsgewernommen, wie Herr Hitler es befahl und wic Kriegszustand. Genauwie damals in der..großen bes bei Anbruch des Dritten Reiches so gründHerr Ahlemann als folgsamer Knecht es weiters Zeit der Siegesberichte beherrschen Geflüster und lich ausgebrannt werden, daß feiner der Betei gab. Die höheren Gesichtspunkte des Reichsfanz Gerüchte die Meinungen und Erwartungen des ligten der verdienten Strafe entgehen könnte. lers Hitler für die Einstellung des Kampfes fanBoltes. Und wovon flüstert man? Hauptsächlich Was stedte vom innerdeutschen Gesichtsden in den dicken Köpfen der Berliner Spedis von den beiden großen Gefahren: vom Krieg und punkt aus hinter der Affäre Schenker? Dic teure feinen Raum. Man sprach ganz offen von Das war 1932. Ein paar Monate später cinem der Inflation. Man bemerkt, daß die Rüstungen und Stadt Berlin war in der Inflationszeit verfügte die nationalsozialistische Partei über die die Refrutierung der Jugend rasende Fortschritte mit ihren riesigen afenanlagen, die zu gesamte Staatsgewalt und das große Aufräumen machen, man weiß, daß die Staatsfinanzen und den größten Binnenhafenanlagen der Welt ge- begann. Aber wie! Zwar verkündete der neu er die Bährung am Rande des Abgrundes stehen hören, in starte finanzielle Schwierigkeiten gera nannte Staatskommiſſar der Stadt Berlin Herr diesmal dargeboten durch einen Dolchstoß in den und das mindeſte, worauf sich jeder in Deutschland ten. Die Anlagen waren während des Krieges Dr. Lippert wiederholt, daß es eine ſeiner Haupt- Rüden der fämpfenden Front. Zudem war der gefaßt macht, ift eine gwangsanleihe und eine und der ersten Nachkriegsjahre in einen ziemlich aufgaben sei, den Augiasſtall um Schenker& Co. Kampf gegen Schenker über die Korruptions. verlotterten Zustand geraten und bedurften drin zu säubern. Als erste Maßnahme habe er einen frage hinaus doch nur ein Teil des allgemeinen Fortsetzung der wohltätigen" Sammlungen, bon Denen allgemein angenommen wird, daß sie weder end der Erneuerung. Die Stadt wußte die er- Sonderausschuß eingeſetzt, der gründlich durch Kampjes, ben das Dritte Reich den omplen den bungernden Erwerbslosen noch den finderrei forderlichen Mittel hierfür nicht aufzubringen. greifen und alle dunklen Vorgänge ridsichtslos und Großkonzernen aller Art angejagt hatte. chen Müttern, sondern vor allem der SA und der zu entledigen und die Anlagen in einen ihrer wanderten ins Konzentrationslager. Die Zeitum auch hierbei nicht nur alles beim alten, sondern Um sich der unproduktiv gewordenen Belastung aufklären werde. Zwei namhafte Direktoren Aber wie auf so vielen anderen Gebieten, blieb Rüftungsindustrie augutekommen. Verwendung entsprechenden Zustand zu berseßen, gen mußten befehlsgemäß den Beginn dieser gros die Konzerne und Monopole erhielten gerade verpachtete die Stadt Berlin die gesamten An- Ben Generalſäuberung mit dicken Balkenüber- durch das fascistische Regiment weit mehr Macht lagen nebst den dazugehörigen gewaltigen schriften auf der ersten Seite ausläuten. Das und Einfluß als sie jemals besaßen und verfügen Speichern und Lagerräumen auf fünfzig Jahre Speditionsgewerbe atmete auf. Endlich war der heute über weit beffere Gewinnchancen als jemals Retter erschienen, endlich ging es einem berüch unter der so viel geschmähten Republik. Damals tigten Ausbeuterkonzern hart an den Kragen. fonnte man wenigstens den Mund auftun, die Parlamente in Bewegung seßen, die Presse alarmieren. Daß die Unzufriedenheit mit der Salen freugdiftatur immer mehr um sich greift, haben alle darüber befragten Gäste aus dem Dritten Reich bestätigt. Die Zahl derer, die von Hitler an die Firma Schenker& Co. noch das wirtschaftsbelebende Wunder und die Er. Das geschah zu einem Preis, der in der Infla füllung der gegebenen Bersprechungen ertvarten, tion für die Stadt Berlin nicht ungünstig er verringert sich von Tag zu Lag. Die Gewerbetreisschien, zumal die Pachtfirma beträchtliche Aufbenden find tief enttäuscht, weil man weder die Steuern gesenft noch die Warenhäuser und Trufts vernichtet hat. Die Arbeiter sind maglos erbittert, weil ihre Bersflavung und Berelendung immer fühlbarer wird und weil man fie fortgesezt mit der Beranstaltung von Festen und Treuekund gebungen verhöhnt, an denen teilzunehmen, jedem Arbeiter unter Drobungen befohlen wird.( Die nationalsozialistische Presse bringt die Anfiln digung solcher Rundgebungen" ganz unverhüllt im Kommandoton: Jeder wertätige Bolts, genosse hat sich an diesem Aufmarsch zu beteiligen".) Die Jugend findet alle Wege ins Leben versperrt, außer dem Weg ins Arbeitslager und in die braune Armee. Der Buchhandel, das wendungen für Neuinstandsetzung und Neubauten zu machen hatte. Nach der Inflation stellte sich jedoch heraus, daß die Stadt dabei nicht gün stig abgeschnitten hatte. Da es aber die Beauf tragten der Firma Schenker bei Vertragsabschluß verstanden hatten, die von der Stadt eingegangenen Verpflichtungen so gut wie unlösbar zu machen, gelang es troß angestrengter Bemihungen nicht zu einer neuen, für Berlin günstigeren Abmachung zu kommen. neuen Glied in der endlosen Rette der Schen fer- Korruptionen, Heute läßt ein Machtwort des Führers über ieden Korruptionsfall, auch wenn er zum Himmel schreit, das Gras wachsen und der fogenannten Gefolgschaft wird bei Strafe des Konzentrationslagers das Schweigen zur Pflicht gemacht. Das deutsche mittelständische Speditionsge verbe sieht sich heute belogen und betrogen. Von den riesigen Versprechungen, die ihm vor Anbruch worden Aber merkwürdiges blieb bei der groß auf gemachten Ankündigung der Generalsäuberung, zur Ausführung kam sie nicht. Es verschwanden die Eingaben, es verstummten die Proiestfundgebungen, es unterblieben alle veiteren Mitteilungen über den Fortgang der Untersuchung. Singegen erschien ein paar Wochen später an verſtedter Stelle der Presse eine Mitteilung von zuständiger Stelle, daß die verhafte ten Schenkerdirektoren wieder in Freiheit gesetzt worden seien, da ihnen eine strafbare Handlung Gegen diesen Vertrag lief nun das Schi tionsgewerbe unausgesetzt Sturm, zumal es Staatsfommissar Dr. Lippert, der Ritter ohne nicht eine erfüllt worden. Um den Fall Schenker. über die Safenangelegenheiten hinaus auch in an Furcht und Tadel, meldete sich noch einmal zum der vormals soviel Staub aufwirbelte, häuft jidj derer Weise durch den Großkonzern Schenker& Wort, aber nur um zu sagen, daß es im Inter der Unrat in größeren Bergen als jemals vorCo. benachteiligt fühlte. Es kam zu bewegten Dis- esse des Ansehens der Weltstadt Berlin wie auch her. Und weil man weiß, mit welchen RiesenTheater, das Zeitungswesen und bas Kunstschaffenſionen in der Oeffentlichkeit. Der Stadtverwal- im Intereſſe des Ansehens des neuen Reiches summen die Firma Schenker in den vergangenen tung wurde vorgeworfen, daß sie in leichtfertiger notwendig geworden sei, nicht immer von neuem Jahren arbeitete, um objektive Seritifer zum find geistig verödet und wirtschaftlich ruiniert. Die Weise die fostbaren Anlagen zu einem Spottpreis wieder in dem Schmuß der Vergangenheit zu Schweigen zu bringen und unbequeme Konfur Bissenschaft ist zum Instrument der braunen Pro- an eine räuverische Firma verschoben habe. In wühlen, sondern frohen Mutes in die Zukunft renten totzumachen, spricht man heute in Spedi paganda geworden. Und die Studenten, die studie Goldmark umgerechnet, betrage die mit Schenker zu schauen, wo allein das Heil des deutschen tionskreisen naturgemäß auch darüber, daß die ren wollen, sehen sich an diesem Vorhaben durch vereinbarte Pachtsumme jährlich nur etwa 400 Voltes ruhe. Das beträfe insbesondere auch den erst so groß aufgezogene und dann so still bedie dauernde Abkommandierung au militärischen Mart. Im Stadtparlament jagte im Verlauf der Fall Schenker, um den viel zu viel Staub aufgegrabene Affäre Schenker nicht ganz ohne Beihilfe Nebungen gehindert. Und auch die Beamten haben nächsten zehn Jahre eine Interpellation die anwirbelt worden sei... allen Grund zur Unzufriedenheit: das Gegen dere. Aber auch der Reichstag und der preußische von barer Münze aus der Welt geschafft worden einanderarbeiten der höchsten Kommandostellen, die Landtag wurden unausgesetzt mit Interpellatio Anmagung und Unfähigkeit der braunen Bonzen nen bestürmt, ohne daß das Vertragswerk da machen ihnen das Leben sauer und es gibt durch erschüttert wurde. Es stand da wie ein heute schon Aemter in Deutschland, bei denen die Felsen aus Erz. Mehrheit der Beamten die Anordnungen der Regierung bewußt sabotiert.( Die Beispiele, die man uns genannt hat, fönnen wir mit Rücksicht auf die Beteiligten nicht erwähnen.) Nach einem Jahr Hitler- Herrschaft hat sich das Trugbild von der Vernichtung der Hakenkreuzgegner aufgelöst. Die offenen Widerstandsakte mebren sich derart, daß selbst die gleichgeschaltete Presse nicht mehr mit Stillschweigen über sie hinmeggeben fann. Tag für Tag werden neue Zwischenfälle" gemeldet und gerade in den letzten Wochen waren es besonders aufsehenerregende: das Attentat in Berlin, die Tötung eines SAMannes auf offener Straße und die Zer störung der nationalsozialistischen Embleme am Grabe eines Hitlerjungen in Ratibor. Die fieber hafte Tätigkeit der Geheimen Staatspolizei hat nichts daran ändern können, daß die illegale er breitung der Emigrantenpreffe in immer weitere Echichten des deutschen Volkes dringt. Auch in bür Erst jetzt hat man erfahren, daß schon damals höhere staatspolitische Notwendigkeiten geltend gemacht worden sein müssen, sonst wäre es .laum möglich gewesen, daß der für die Stadt zweifellos höchst ungünstige Vertrag die um ihn entfachten Stürme überdauert hätte. Den sich geschädigt fühlenden Kreisen blieben diese hochpolitischen Hintergründe, die die unveränderte Fortdauer des Vertrags bewirkten, jedenfalls unbekannt. Da brach im Herbst 1931 ein neuer Sturm los. Es wurde bekannt, daß nunmehr auch die Deutsche Reichsbahngesellschaft mit der Firma Schenker& Co. einen Vertrag geschlossen hatte, der ihr das Prioritätsrecht über alle an- und abSpeditionsgewerbe ein außerordentlich harter zurollenden Güter übertrug. Das war für das Schlag, und wieder wurden Parlamente und Beitungen mit Interpellationen und Eingaben der benachteiligten Verbände und Firmen überschüttet. Nach einer bewegten Aussprache im Die Gegenwart versteht, Etwa um die gleiche Zeit richtete Herr sei. Herr Ahlemann war immer ein armer Oberstleutnant a. D. von Ahlemann seinen win- Schlucker. Seit ihm sein Führer befahl, den digen Brief an den Verein deutscher Spediteure, Ehrenvorsiz im Speditionsgewerbe niederzulegen in dem er den ihm übertragenen Ehrenvorsiz und die Affäre Schenker ruhen zu lassen, soll es niederlegte und sich, wie er schreibt, völlig von ihm, wie Wissende behaupten, weit besser dem Kampffeld zurückzog, auf das ihn Ende gehen. 1932 der Befehl der Fraktion der nationalsozia= listischen Partei des Landtags gestellt hatte. Dem Abschiedsbrief an das Speditionsgewerbe ging ein persönlicher Besuch bei seinem„ Führer, dem hochverehrten Herrn Reichskanzler" voraus. Dabei sind ihm„ rückhaltlos offen, aber streng vertranlich die Gründe mitgeteilt worden, die meinen Führer veranlaßten, den weiteren Kampf gegen Schenker nicht mehr zu wünschen". Und des Füh rers Wunsch war Herrn Ahlemann Befehl. Ei ..legte demgemäß im Augenblick vor einem viel Erfolg versprechenden Großangriff gegen die Feinde des Gewerbes gehorsamst die Waffen nieder. Nicht einer unserer Gegner des Speditionsgewerbes hat sie mir aus der Hand gewunden, sondern nur ganz allein das Gebot Adolf HitTers", schreibt Herr Ahlemann dem von ihm betreuten Gewerbe. Man kann ihm das aufs Wort glauben. Trotzdem machten die Spediteure lange Gesich Kč wer die Vergangenheit kennt Wichtige geschichtliche Literatur: Werner Hegemann, Entlarvte Geschichte 40.Arthur Rosenberg, Die Entstehung der deutschen Republik.... Arthur Rosenberg, Geschichte des Bolschewismus . 24.24.Franz Mehring, Gesammelte Schriften, 7 Bände, auch einzeln, jeder Band 25.Bu beziehen durch alle Kolporteure. Auslieferung: Zentralstelle für das Bildungswesen, Brag XII., Elezitá 13. Mr. 101 Dienstag, 1. Mai 1934 Arbeitslosigkeit durch Maschinen Von Richard Katz Der Autor, der Jahre auf einer Welt reise zugebracht und seine Eindrücke in mehre ren vielgeleſenen Büchern veröffentlicht hat, führt diesmal den Leser in einem Buche ,, Drei Gesichter Luzifers, Lärm Maschine Geschäft"( Eugen- Rentsch- Verlag, Erlenbach- Zürich. 320 Seiten. Brosch. ſchweiz. Fr. 4.80) auf eine Reise in unsere moderne Zivilisation. Wie die Materie den Geist über wuchert, wie sie den Menschen immer stärker Qualität setzte sich auch an der Maschine durch, und die Löhne stiegen für die Tüchtigeren ( weil schwerer Erfezbaren). Das erweist sich bei jenen Gruppen von Maschinenarbeitern, die noch mit Geist an die Maschine Herangehen müssen: bei Modelltischlern, Schleifern, Mechanifern, bei Maschinenseßern und Drudern. Die zeigen noch innere Verbundenheit mit ihrem Werf, und gerade die werden auch höher entlohnt. muttern des Chassis an den Schraubknöpfen fest dreht, die sein Vordermann in die Gewinde gesteckt hat, Schöpferfreude am vollendeten Wert des Chassis anmaßen? Und wie, wiederum, dürfte er für so geistlose Arbeit, deren Erfolg nicht das Werkstück, sondern die Stoppuhr kontrolliert, eine Lohnerhöhung fordern? Je mehr die Maschine leistet, um so nebensächlicher wird der Arbeiter an ihr. Seite 18 auf wirtschaftlichem Gebiete will der Monistenbund auf geistigem Gebiete gegen alles umstürzend vorgehen, was in den Stirchen und Schulen aller Sonfessionen gelehrt wird und insbesondere gegen die christliche Weltanschauung. Der Staat muß das her, meinte Reinfe, sehr auf der Hut sein, um einem Siege der monistischen Fanatiker vorzubeus gen. Schließlich erklärte er, daß der Artikel 20, der preußischen Verfassung: Die Wissenschaft und Lehre ist frei" auf den Haeckelschen Monismus nicht angewendet werden kann, denn dieser will ,, die wahre Wissenschaft unter das Joch der UnBerträte ein Philosoph diese Meinung, sie wissenschaftlichkeit beugen." ließe sich mit seiner Weltfremdheit entschuldigen. Auch damals wendeten sich Meister der Saord aber, der Zeit seines Lebens mit Arbeitern tyre gegen den Denunzianten. In dem seinerzeit Eifer die meisten Arbeiter selbst dann einen ver- schien ein Gedicht, dessen folgende Strophen auch zu tun hatte, muß beobachtet haben, mit welchem sehr verbreiteten Wisblatt„ Kladderadatsch" er= antwortungsvolleren Posten anstreben, wenn er den preußischen Unterrichtsminister Studt nicht ihnen feine Lohnerhöhung bringt. schem Gebiet- war, nicht vorgehen zu können: schonten. Dieser bedauerte nämlich, gegen Haeckel, der Professor in Jena also auf nichtpreußi Henry Ford, der dieses System ausgebildet hat, meint, das sei gut so. Der Arbeiter wolle gar nicht denken, während er arbeitet. Eine humane Entwicklung der Induſtrie ins Joch ſpannt, furz wie die mechanisierte Zi hätte den Streis der Bevorzugien zu erwe i vilisation, die er Luzifer" nennt, zum Thran tern. Da wir jedoch in der Epoche Luzifers nen für die Menschheit geworden ist, davon erleben, zielt die industrielle Entwicklung nach der zählt Stay in den 38 Sapiteln feines Buches entgegengesetzten Richtung. Mit ihrer fortschrei und untermalt seine Auffassungen bunt mit tenden Werfeinerung der Maschinen vergrößert Erlebnissen bei Malaien, Indianern, Chinesen sie den Arbeitsrest, den sie der menschlichen Automaten zu entseelen, als ihm beseelte MitEs mag profitabler sein, den Arbeiter zum und Japanern. Katz weiß keine Heilmittel vor- and beläßt. Mit immer verschärfter Arbeitsarbeit am Werk zu gönnen: die Behauptung, dies zuschlagen, doch gesellschaftskritisch besitzt das teilung und Arbeitszerlegung nimmt sie dem Ar lages druden wir hier eines der Kapitel aus dem lebendig geschriebenen Buche ab: Buch dennoch Wert. Mit Erlaubnis des Ver- beiter schließlich die Möglichkeit, das Werkstück geschehe in seinem Interesse, ist Blasphemic. als sein Wert zu schätzen. Wie dürfte sich auch der Arbeiter am laufenTatsächlich leidet der Arbeiter an seiner Automatisierung. Ihn hieraus zu erlöfen, wäre ein entscheis Schon die wenigen Gebrauchsmaschinen, den Bande, der minütlich die zwei Schrauben- dender Schritt zur Lösung der Arbeiterfrage... die wir beobachteten, schalten menschliche Arbeit aus. Grammophon und Radio machen viele Mu fifer überflüssig; das Lastauto erseit drei FuhrTeute durch einen Chauffeur; die Kamera nimmt Porträtisten die Arbeit; der elektrische Sochherd erleichtern der Hausfrau den Entschluß, ohne Dienstmädchen auszukommen. Denker und Denunzianten Von J. R. Ohne den gebührenden Sang und Mang ging Um vieles auffälliger nach reißen Produk fürzlich der 100. Geburtstag Ernst Haedels tion& maschinen menschliche Arbeit an sich. Sie vorüber- obzwar er einer der größten Naturwerden ja ausdrücklich zu diesem Zwed fonforscher war, die das neunzehnte Jahrhundert der struiert. Ein Stran erfest 100 Stauer, ein Bags Menschheit geschenkt hat. Am allerwenigsten hörte ger hundertzwanzig Erdarbeiter, eine Biegels man über seine Kämpfe für die Freiheit der Wismaschine fünfundsiebzig Ziegelstreicher, eine Fla fenfchaft. Widerwärtiger Professorenneid und schenmaschine achtzig Glasbläser, eine Papiersad heimtüdisches Mudertum verbanden sich öfters geMaschine hundert Falzerinnen und Kleberinnen. gen ihn, der ein leidenschaftlicher Verfünder der Ganze Gewerbe rottet die Produktions- Entwicklungslehre und einer von Aberglauben be= maschine aus. Es gibt keine Nagelschmiede mehr, freiten und durch reiner Naturkenntnis geleiteten feine Handweber, keine Seifensieder( rare Aus- und geläuterten Weltanschauung war. In einer nahmen beiseite gelassen). In furzer Zeit wird es auch bei uns statt Schuhmacher nur mehr Flick- Beit, in der sich finstere Mächte gleichschalten und schuster geben, statt Schneider Flickschneider, statt walten, ist es wohltuend in eine Vergangenheit Töpfer Topfflider. Die Heimat Luzifers ist schon aurückzuschauen, in der nicht nur die anständige so weit, ja in Amerita sind auch schon die Flick- thre oder der ſatyrischen Dichtfunſt ſich an die Presse, sondern auch Meister der dichterischen Saschuster durch Schuhflick- Maschinen broilos geworden. Immer farger und läglicher wird der Seite acdels ſteliten in seinem Kampfe für die Freiheit der Wissenschaft und das große Werk Flick- Rest, den die Maschine dem Menschen übrig Darwins, das er nicht nur verkündete, sondern auch läßt. Den Hand werter degradiert sie zu vertiefte. Der erste, der mit besonderer Tüde gegen ihrem Hand I anger. Die Vermanischung der Begriffe, die für Saedel losging, war sein einstiger Lehrer, der bes unsere Zivilisation so bezeichnend ist, rühmt der rühmte Berliner Professor und Politiker Rudolf Maschine nach, sie nähme uns die niedrige Arbeit ir chow. Auf dem Naturforschertage in Münab. In Wahrheit beansprucht sie die noble Arbeitchen im Jahre 1877 erklärte dieser ganz einfach, und überläßt uns die niedrige. Sie erniedrigt daß die ganze Entwicklungstheorie nichts anderes uns physisch und was fast noch ärger ist sie als cine sozialdemokratische Quer erniedrigt uns auch geistig. Der rechte and werfer liebt das Wert seiner Hände. So manches handgeschmiedete Gitter, so mancher handgeschnigte Stuhl bezeugen eine Zeit, die den Handwerker dem schöpferischen Künstler annäherte. Der rechte Industriearbeiter hingegen leistet gegen tarifmäßigen Lohn tarifmäßige Handgriffe, deren Bewegung, Zahl und Tempo ihm die Maschine diffiert. Er wird Golem des Golem. Wie kann er da wahre innere Beziehung zu seinem Werk verspüren? treiberei sei, die man aus dem Schulunterricht ausschließen sollte. Kurz: Virchow rief nach Polizei gegen Saedel und Darwin. Haeckel erledigte meisterhaft die Angebereien und Wichtigtuereien Birchows in der im Jahre 1878 erschienenen Bro schüre Freie Wissenschaft und freie Lehre". Wir saßen stillvergnügt in unserm Kohl Und bauten flink den Kosmos weiter aus, Und fühlten uns ganz lannibalisch wohl, Denn Herr und Meister waren wir im Haus. Im Staube lagen Bäffchen und Soutanen, Der Wunderglaube fiel mit Ach und Krach, Auf allen Breschen wehten unsre Fahnen Und stürmend drängte rings der Volksgeist nach. Doch weh! As just in höchster Glorie stand Die neue Weltentwidlungstheorie, Brach unverhofft ein Widerpart ins Land, Der selber sonst nach Licht sich heiser schrie. Der Virchow wars, der große Pathologe, Der einst geschwärmet für den Zellenstaat, Bei Mudern heut noch gilt als Demagoge, Uns aber sich erwies als Apostat! Der Virchow wars, der einst so aufgeklärt Wie sonst nur Deszendenzbekenner sind, Nun wider uns die Lange hat gefehrt Und uns mit wuchtigen Hieben hat bedient. Im wohlbekannten Ton der gläubgen Kreise, Die sich damit nur selber sprechen Hohn, Nief er uns zu: Wir wollen erst Beweise! Bewies er denn die eigne Lehre schon? Land zeigt er unsern Dogmen schon sich Feind limb bielen Stumiter hat er uns gemacht; Doch daß er Tüde mit dem Haß vereint, Das hätten nimmer wir von ihm gedacht! Oh Schmach, zur Förderung seines eignen Nuhmes Zu bezen wider uns die Polizei In dieser Zeit des Denunziantentumes Weil unsre Lehre sozialistisch sei! Im Jahre 1880 erschien der dritte Teil des seinerzeit viel gelesenen Buches,.Das neue Laiens Im Jahre 1906 versuchte es mit einer ähnbrevier des Haeckelismus" von W. Reymon d. lichen Denunziation der Kieler Professor und Mitm ersten Teil schilderte der Verfasser in heiteren glied des Preußischen Herrenhauses Reinte Bersen die Abstammungslehre den Kapiteln des Den unmittelbaren Anlaß dazu gab die Gründung Je subtiler unsere Ingenieure die Produt berühmten Wertes Haeckels Anthropogenic" fol- des Deutschen Monisten bundes, der tionsmaschinen verfeinern, um so entbehrlicher gend. Der zweite Teil des Laienbreviers enthielt das Ziel verfolgte ,, für eine einheitliche, auf Namachen sie auch den Rest von Geist, den minder cine kritisch- analytische Komödie" als Kommen- turerkenntnis gegründete Welt- und Lebensanvollkommene Maschinen noch beanspruchten. Der tar zu Haeckels ,, Natürliche Schöpfungsgeschichte". schauung zu wirken und ihre Anhänger zu ſamHandstuhl ließ dem Geschmack des Webers noch) Der dritte Teil war wissenschaftlichen Kämpfen meln". Dem Kieler Professor gefielen freilich auch Spielraum, der mechanische schaltet sie aus. Haeckels gegen Virchow und dessen Berliner Kol- die stürmischen Erfolge der Haeckelschen Werfe Wäre die Induſtriearbeit ſo organisiert, daß legen Dubois- Reymond gewidmet. Heber den eräte und eben wunder" nicht. Analog sie dem Geist des Arbeiters oder doch seiner heimtückischen Angriff Virchows in München liest dem Vorgehen der Sozialdemokratie- also sprach Geschicklichkeit weiteren Spielraum ließe: die man da: Professor Reinfe im Preußischen Herrenhause so Kühn mit eingelegter Lange Bogst du gegen Haedel los ,, Ei da biß mich wohl ne Wange!" Dachte der bei deinem Stoß. Und dieweil auch du erkanntest, Daß das wenig wehe tut, Eben diesethalben wandtest Du um Hilfe dich an Studt. Und mit tiefgerührten Herzen Dankte bir der weise Mann Fühlend mit geheimen Schmerzen, Daß er gar nichts machen kann. Er zerdrückte eine Träne, ,, Sorgen werd' ich, daß er fliegt! Leider sitzt der Kerl in Jene, Welche nicht in Preußen liegt!" Reinke, Tausche meiner Leier Und vernimmt es noch einmal: Ob es Haedel oder Meyer Ist, das ist mir ganz egal! Was ich lobe, das ist solches: Daß vom Beifall du umgellt Mit der Sprize drohst des Dolches Dem der lehrt, was dir mißfällt! Die Jugend" brachte damals folgendes Gedicht von Borromäus: Dem Prof. Reinfe ins Stammbuch Ei wie ist es doch bequem, Unrisfiert und angenehm Einem hohen Herrenhause, Das so fern vor Saus und Brause Aller Philosophenfragen, Denunzierend vorzutragen, Daß der Haedel wie sein Bund Lediglich ein Schweinehund, Der auf dieser schönen Erde Bürgertugend schwer gefährde. War ein Pfaffe so gelaunt Sätte niemand sich erstaunt Aber ein Hochschulprofessor Sollte doch wohl etwas besser Wissen, daß der Weisheit Hort Gans an einem anderen Ort: Daß dem Geist von Gottes Gnaden Nichts so schaudervoll kann schaden Als ein flägliches Geschrei Nach der lieben Polizei! Tut der Haeckel ihm genieren, Mag mit ihm er disputieren, Doch er rufe nicht den Staat Zu profaner Henferstat! Denn wir wollen feinen Henfer Für die Arbeit unsrer Denker Widerlegung wollen wir Ganz mit offenem Visier: Wer sich das nicht leisten fann, Greife nicht von hinten an! Gespenster am Sonntag inentivegten, unter der Patronang, der wenn er sich an die Aufmärsche des Proletariats nicht vergessen, daß es Schulzahulliniten, Freiein Atom stärkeren Anteil, aber dafür stehen sie, Ursache dieses Schweigens forschen, besonders wird wieder zu Kräften kommen und es wird Regierung, und erhalten dadurch offiziellen erinnert? Aus diesem Grunde versucht er sein bäder, Säuglingspakete, Stindergärten und helle Wien, im April. Charakter. Vor der Kirche blähen sich zivci große, Glück mit dem Schlagwort von der Entproleta Wohnungen gab! Und es wird darauf kommen Haben sich die Grüfte geöffnet? Welchen schwarzgelve Fahnen und beim Ertönen der Horn- risierung" und scheut nicht vor einer soziologi- auch die, die jetzt im Gefolge der Macht schreiten Museen sind sie entflohen? Wo haben sie sich signale stehen die Mumien stramm und die schen Fälschung zurück, indem er dem Volfe ein- daß kein Kirchgang eine Aerzterechnung be bisher verborgen gehalten? Mit Trompetenschall Stämpfer für Lüge, Dummheit und Heuchelei reden will: Der österreichische Arbeiter ist kein zahlt und feine Kommunion die Sorge der und Trommelwirbel rücken sie an, die Medaillen präsentieren das Gewehr. Prolet...! teueren Schulbücher abnimmt..... der Monarchie blinken in der Frühlingssonne, Wissen die Menschen denn nicht, welch lüg- Sie irren, Herr Bundeskanzler, denn diese Darum glaubt feiner an das schöne Wort, die roten Generalsstreifen höhnen das Blut, das nerisches Spiel mit ihnen getrieben wird? Ich Mäßchen einer ständigen, bourgeoisen Terminolo- das ihr geprägt habt Befriedung". Denn zur durch ihre Schuld geflossen ist. Verwitterte Kom- spreche von jenen, die aus Ueberzeugung vielleicht gie ziehen beim Arbeiter nicht mehr! Für uns ist selben Stunde, da ihr es im Munde führt, arbeimandos brechen sich hohl an den Fassaden der Monarchisten sind. Sie mögen es sich gesagt sein nämlich Prolet ein Ehrenname geworden, der ten die Büttel eurer Furcht, verhaften, vernichalten Gebäude, aber der Schritt der dürftigen lassen: Kein Habsburger wird einen österreichi- über seinem ursprünglichen Sinn weit hinaus- ten Existenzen, nimmt das Sterben in unseren Reihen findet kein Echo. Mienen, ängstlich be- schen Thron besteigen, solange unser Land diese gewachsen ist. Proletarier sein bedeutet nicht nur Reihen grauenhaft zu. Was erfährt die Deffenthütet, daß kein Ausdruck sie verrate, Augen, Regierung hat. Sie wird eine Restauration unter Kinderreichtum, Armut und Not, sondern auch lichkeit, das Ausland davon? So gut wie nichts. schen auf den Nachbar gerichtet, ob er kein Spikel dem Vortvand der Friedensverträge hinausschie- Menschenliebe, werftätige Hilfe, und Opfertod! Denn die Polizeikorrespondenz hütet sich wohl, ist, Münder, fest verschlossen, damit kein unvor ben, sie wird vielleicht sogar die Habsburger- und nicht jeder ist ein Prolet, der ein Mittellojig- bei den Selbstmorden ein anderes Motiv als sichtiges Wort ihnen entschlüpfe so sieht das geseze( Landesverweisung usw.) aufheben so sieht das gesetze( Landesverweisung usw.) aufheben feitszeugnis voriveist!... Das wissen Sie selbst unbekannt" anzuführen. Und es sind fast durchspärliche Spalier aus, zwischen dem die Gespen- aber niemals werden die Herren auf ihre Posten und Sie wissen auch, daß keiner von den Schutz wegs Opfer der Feber- Revolution, die einem ster ihren Einzug halten. und Pöstchen verzichten, niemals auch werden sie bündlern um irgend eines materiellen Willens, qualvollen Hungertod dem gütigen Gasschlauch Der Raum vor der Michaelerkirche ist groß die Macht, die ihnen die Diftatur gab, freiwillig zur Waffe gegriffen hat, während Ihnen die vorzogen. Hinter den Prieſtern stehen die Nadegenug, um die Menge" zu fassen. Polizei- aus der Hand geben. Darum ist der schwarzgelbe Soldbücher Ihrer Formationen doch kein Ge- rer und wenn der Weihrauch verflogen iſt, erſtickt majore paradieren in ihren weißen Handschuhen Sput nicht allzu tragisch zu nehmen. Schlimmer heimnis sein werden?! Leichengeruch unseren Atem. und sorgen für die Aufstellung der Züge. Der ist es, daran zu denken, daß es vielleicht doch Ar- Aber zur Lüge fügen Sie auch noch den Ein neues Plakat zeigt einen großen, rot" Freiheitsbund"( oh geschändetes Wort...!) beiter gibt, die auf die Fahnen vom christlichen Diebstahl. Mit der Freiheit! Desterreich", schloß weißroten Ring, der innen die Worte trägt: iſt vertreten, Avordnungen der Eisenbahner Ständestaat hineingefallen und die in ihrer Ver- die Rede und es soll der neue Ruf des Freiheits- Bauern, Bürger, Soldaten. Ein Stück des Rin( brennt euch nicht der Rock am Leibe?), der che- zweiflung den heuchlerischen Friedensworten der bundes, nein, jedes Desterreichers werden. ges fehlt und dorthin weist ein Pfeil mit der malige Sachsendragoner, Abteilungen des frei- blutbefleckten Machthaver glauben. Daß einige Er wird uns helfen, nichts zu vergessen. Daß der Aufforderung: Arbeiter! Schließt den Ring! willigen Arbeitsdienstes und einige christliche hysterische alte Jungfern oder Knechtseelen ihre 1. Mai nun wieder ein Spiegelbild ,, bürgerlicher Wir schließen ihn nicht. Manche mag die Jugendverbände. Sie sind gekommen, um der verdrängten Komplere in Heil Dollfuß"-Rufe Ordnung" wird, mit Blumentorso, Praterfahrt Not zum moralischen Selbstmord treiben es Feber- Gefallenen zu gedenken, vor allem aber, abzureagieren versuchten, nimmt nicht Wunder. und Kinderausspeisung einmal im Jahre, die gehören Nerven dazu, Frau und Kind hungern um ihre Verbundenheit mit dem toten Karl Wiewohl auch hier der gewissenhafte Chroniſt übrige Zeit mögen sie hungern, war zu erzu sehen- troßzdem wird der Ring niemals geHabsburg zu dokumentieren und diese Feier ohne jegliche Schönfärberei registrieren muß, warten. Und doch wird der 1. Mai der Festtag| schloffen werden! zu groß ist die Kluft, zu tief unterscheidet sich sehr wohl von denen der letzten daß sich dieser Ruf nicht fortpflanzte, sondern der sozialistischen Arbeiter bleiben, so gewiß, wie ist der Riß, kein Glockenläuten tönt herüber, keine Jahre, wo sich einige Unentwegte vor der Kapu- im Umkreis von wenigen Metern erstickte. Muß wir auch unsere rote Fahne durch nichts beflecken Lüge vermag ihn zu überbrücken. Wenn wir ginergruft einfanden und der Allgemeinheit nur es dem Kanzler nicht etwas bang sein, wenn er lassen! Ihr könnt sie uns stehlen wir sind ihn einmal schließen ein mitleidiges Lächeln entlockten- diesmal an dieser Stummheit vorüberschreitet, wird er ohnmächtig. Ihr könnt sie durch Streuze entwei- Ich habe meinem Jungen das Plakat erflärt. nimmt die Allgemeinheit innerlich wohl nicht um nicht heimlich in stillen Stunden nach der hen wir sind todwund. Aber das Volt lebt. es H.( Wien.), --- Seite 14 Ein Interview mit Erik Jan Hanussen Von Viktor Mandl Warschauer Zeitungsnachrichten zu1 folge, deren Richtigkeit starf zu bezweifeln iſt, hält sich Sanuſſen gefund und munter in Warschau auf. Auch Warschau ist ein schönes Städtchen und so riskierte ich einen Trip dahin, um Herrn Her mann Steinschneider, das in der Gesinnung wandlungsfähigste Phänomen unserer Zeit, zu inter viewen. ,, Meister Hanussen läßt bitten..." sagt sein Sekretär und weist mit einladender Geite nach einer überdimensionalen, bohen, schwarzen Samtportière hin, hinter welcher mich der Augur a. D. des Drit ten Reiches erwartet. Herr Hanussen hat sich hier ertravagant und fürstlich installiert, wie es sich für einen Herrn des Dritten Reiches geziemt. Man merkis an allem, die Hitlerei läßt sich nicht lum pen und der Steinschneider muß an der Spree did verdient haben. Mit beflügeltem Schritt, einem süß sauren Lächeln, kommt Hanussen auf mich zu, schüt telt mir, mit seinen beiden Händen, die Rechte, drückt mich sanft in ein Klubfauteuille, nimmt mir vis- à- vis Play, flatscht dann, um mich an die Mystif meiner Sendung zu gemahnen, zweimal in die Hände, macht dann noch aus Tageslicht die märchenbafteste Bläue des Neonlichtes und hub an:„ Fragen Sie, Herr Redakteur, fragen Sie langsam, mit Bedacht." " Her Hanussen, Sie standen mit den Männern des Dritten Reiches auf mehr als freundschaftlichem Fuße. Man weiß, daß alle Bonzen, von Helldorf angefangen, bei Ihnen zu Gaste waren." ,, Das dürfte stimmen, doch bestand ein Konner zwischen meinem ,, Können" und dieser Freundschaft; diese Freundschaft war demnach bedingt und bei schlechter oder mittelmäßiger Bedienung, wäre die Freundschaft mit einem Konzentrationslager meiner seits zu tauschen gewesen." ,, Also mußten die Helldorfs und Kompagnie mit Ihren Leistungen zufrieden gewesen sein?" Gewiß, gewiß. Sie haben mich königlich honoriert. Aber ich bitte Sie"- er blidte sich hierbei nervös um. ,, Vorsicht in Warschau hat noch niemand gereut und ein Wort weniger als mehr, Herr Redakteur, fann fein Fehler sein." „ Ich denke, daß Sie sich hier sicherer fühlen fönnten. Sie, als Verfechter der Prädestination, müßten doch, um Ihr eigenes Schicksal be sorgt, Bescheid wissen." ,, Weiß ich auch, aber immerhin sind wir mur Menschen, stehen in Gottes Hand... Irrtum iſt auch menschlich..." In Gottes Hand, Herr Steinschneider?" Ich wurde da impulsiv und agressiv. ,, Welchen Gott haben Sie da im Auge? Ich denke, daß ein rechter Diener des Dritten Reiches..." „ Das glauben Sie,"- unterbricht mich Hanuſſen, an meinem Juden fonnte auch das Dritte Reich nichts ändern, man fand sich damit ab, solange ich ein ungefährlicher Diener sein konnte. Aber als der Helldorf spürte, halt, der Jud' weiß mehr, als notwendig ist, es könnte ihm und den Genossen an den Kragen gehen, da wurde ich auf Herz und Nieren geprüft und mein Schidial war besiegelt. Aber, ein Hermann Steinschneider überragt sie alle um Haupteslänge, da sind sie ganz flein, der Steinschneider wußte bald, woher der Wind weht und so erschlugen sie meinen Doppelgänger seitlich in den Büschen und Hanussen residiert in der Wawelstadt." Sagen Sie, Meister Hanussen, was halten Sie hon der Entmannung der Juden, wie selbe. Julius Streicher, der Landsmann Goethes, vorschlägt?" ,, Tia..." meinte Hanussen und verfiel in sein Spreeargot... ,, das ist' ne heifle Sache. Der Strei cher allerdings will alle Juden auf einen General nenner gebracht haben, die besonneren Elemente der NSDAP möchten da individualisieren. Zweifelsohne wird ruhige Raison Oberhand gewinnen." Sind Sie selbst nun Ihres Lebens sicher? Sie stehen ja schließlich unter den Schutzfittichen eines souveränen Staates und da werden sich die Sitlerschergen doch in Acht nehmen, um ein unliebſames Intermezzo heraufzubeschwören." Malitiös meinte nun Steinschneider: Ja, Gottes und Hitler's Hand reicht über Länder und Meere." ,, Wird, Herr Hanussen, das Dritte Reich von langer Dauer sein?" ,, Du lieber, jüdischer Gott... Warum könnte nach 3 nicht vier kommen, warum sollte das Dritte Reich nicht von einem Vierten Meich abaelit dus den können? Solange Brachialgewalt, Brutalität die Oberhand behält, ist das Dritte Reich gesichert. Eir censes gab's schon zum Ueberdruß, iekt fommt's doch schließlich auf vanem an und das bringt der selide Anstreicher auch nicht zustande." ,, Sic, als prominenter Deuter und Zukunftsjeher, ausgestattet mit Attesten der Herren des Dritten Reiches, Sie müßten doch schließlich, um Ihr eigenes Schidsal mehr wissen, als Sie verraten, Und wenn Sie das alles wußten, warum richteten Sie sich nicht darnach ein?" ,, Tja... ich war in der Gefangene des Dritten Reiches, hatte nur sozusagen immer Ausgang bis zum Zapfenstreich, gewußt habe ich alles, wurde aber behindert, mich darnach einzurichten... und Sie sehen ja... am Ende kommt das Auseinandergehen, das ausnahmsweise ohne Abschied erfolgte. Ich floh, auf meine Art und das Opfer wurde ein armer Unbekannter." Hanussen stand auf, recte sich, Dienstag, 1. Mai 1934 Die Stunde der Freiheit! ( Aus einem Roman- Fragment) Von Pierre In gigantischen, schweigenden Staffeln stand das Volk auf der unendlichen Fläche des Tempel hofer Feldes. Vorn, in langen Kolonnen, die ſtumpfbraunen Uniformen der SA., hinter ihnen die Belegschaften der Berliner Betriebe, und schließlich, weit an die Peripherie des Paradeplages geworfen, die Zuschauer. Das gewaltige Gerüst der Tribünen ragte wie ein vorsintflutliches Skelett zum Himmel empor, mit unzähligen Satenkreuz wimpeln geschmückt, die in dem lauen Wind des bereits vorsommerschwülen ersten Maitages träge hin- und herschautelten. Ein leiser silbriger Dunst hing wie eine durchsichtige Wolfe über dem Horizont, die Musikkapellen hatten zu spielen auf gehört und eine fast unheimliche Ruhe umspannte den menschenüberfluteten Plab, auf dem nur die heiseren Schreie der Limonaden- und Würstel verkäufer zu hören waren, monotone Schreie, die sich in der Akustik des Kilometerfeldes wunderlich und grotesk verzerrten. Auf den Tribünen standen die„ Führer des Voltes". Einen Achtungsschritt vor den andern der Chef selbst. Noch immer fiel ihm die kunstvoll arrangierte Stirnlode malerisch- verträumt in die niedere Stirn, noch immer sprachen die hysterisch- gespreizten, unruhevoll greifenden Hände jene aufwühlende, peitschende Sprache; mit denen er, in den Sturmtagen der Bewegung die gläubigen Maſſen an seine Fahnen geheftet hatte. Das in militärischer Straffheit dressierte Lippenbärt chen, das diesem von Eitelkeit zerfressenen Gesicht mit den fladernden Augen einen treuherzigen, spießbürgerlich- komischen Anstrich gab, stand wie ein Ausrufungszeichen über der gepreßten Mundpartie. ist, wenn es nur boltsgemeinschaftlich zusammensteht! Manch einer von Euch hat darüber gemurrt und war enttäuscht, daß wir die Löhne senken mußten, daß die Arbeitslosigkeit wieder zugenommen hat. Wer enttäuscht ist, Volksgenossen und Boltsgenossinnen, der ist kein Nationalsozialist! Ver= trauen verlange ich von Euch, Vertrauen und noch mals Vertrauen! Behn Jahre Frist habe ich von Euch gefordert, aber ich werde vielleicht fünfzig Jahre verlangen müssen! Glaube feiner von Euch, uns drohen, uns beschimpfen zu können! Unüberwindlich ist unser Glaube an den endlichen Sieg, unüberwindlich aber ist auch die Macht unserer Bajonette-Von der südlichen Seite des Feldes kam plöklich der schwache, erstickte Widerhall von Gewehrschüssen. Verworrener Lärm stieg von weit her auf. Auf der Tribüne stedte man die Köpfe zusammen, schweigend, reglos, mit verbissenen Mienen und mit starren Gesichtern standen die Massen. Aber der Führer sprach weiter. Fesche Mäntel in allen Größen Eisner Mr. 101 Jindřišská 20. „ Unerbittlich werden wir sein, unerbittlich und unbarmherzig, wenn es gilt, unsere nationale Revolution zu verteidigen! Hunderttausende, ja, SS- Stürme am Reuterplatz zusammengeschla Millionen stehen bereit, um jeden Versuch eines gen!" so riefen sie sich zu. Der Rausch der Er Widerstandes mit eiserner Hand niederzuschlagen! lösung überkam die ungeheure Menge. Auch die Ihr hungert, jagt Ihr? Ja, hungern wir denn braunen SA- Kolonnen gerieten in Unruhe... nicht alle?! Das Preußen Friedrich des Großer hat sich großgehungert! Auch das Deutschland Adolf Hitlers wird sich großhungern!" Ein Mann in SS- Uniform raste, schweißbededt, Auf der Tribüne entstand lebhafte Bewegung. auf einem Motorrad heran, sprang taumelnd ab und brach, direkt vor dem General, der sich erregt von seinem Play erhoben hatte, in die Knie„ Wer sich uns entgegenstellt, den zerschmettern wir!" brüllte der Führer, faum seiner Sinne noch mächtig, ins Mikrophon. bebenden Mündern der Hunderttausende, ein unDa brach ein Schrei aus den vor Erregung var so elementar und kam so fürchterlich lebensgeheurer, ein befreiender, orgiastischer Schrei. Er Hinter dem Chef tauerte, in sich zusammen wahr aus den unerklärlichen Tiefen gequälter geſunten, der kleine, zynische Propagandaminister;" Exzellenz", stammelte er, während die zits Herzen, daß die Männer auf der Tribüne toten die lauernden Augen des„ Mephisto", wie ihn ternden Fingerspißen den Müßenrand zum mili- bleich wurden. Der Führer sprach noch, aber im seine intimen Feinde zu nennen pflegten, ſpielten tärischen Gruß ſuchten, an der Hermannstraße Tosen der entfesselten Masse ging alles unter, was unabläſſig über das Feld, um von Zeit zu Zeit mit ſind ſoeben bewaffnete Arbeiter durchgebrochen! er an Wut und Angst in die Lüfte ſpie. einem schrägen, musternden Seitenblick auf dem Mehr als achttausend Mann! Ganz Neukölln ist Chef haften zu bleiben. Nicht weit entfern von in Aufruhr! Aus den Häusern strömen sie, um seinem Plas räfelte sich, in leister, eleganter SA- sich anzuschließen! Das schwillt an wie eine Paradeuniform der General. Die vielfältige Lawine! Zwei Polizeiwachen sind gestürmt, in der Buntheit seines Gewandes war erstaunlich. Gol- Steinmeß- und in der Berliner Straße wehen rote dene und silberne Tressen wetteiferten mit dunkel- Fahnen--!!" braunen Schnüren, um der Erscheinung des Gene= rals einen fast erotischen Anstrich zu geben. Die Zahl der Ordensbänder, die seine Brust schmückten, war Legion. Aus der Menge der Uniformierten, die die Tribüne füllten, riß sich plötzlich eine Gestalt Tos, ging mit furzen, nervösen Schritten auf die unter halb des Lautsprechers aufgestellten Spielmanns züge der SA zu und gab mit kurzer abgehackter Stimme einen Befehl. Es war Dr. Leh, der Führer der„ Deutschen Arbeitsfront". Trommel wirbel ertönten. An den beiden Riesenmasten gingen die Hakenkreuzfahnen des" Dritten Reiches" hoch. Auf der Diplomatentribüne, die voll besetzt war, richtete man die Ferngläser. Von der nahen Neuköllner Kirchturmuhr flangen, dumpf und hohl, zwei Gongschläge. Die Trommeln verstummten. Der Führer trat vor, mit ausgestreckter Römerhand. " Voltsgenossen u. Volfsgenosjinnen!" so begann er,„ meine deutschen Männer und Frauen! Schwer lastet auch auf uns die wirtschaftliche Sorge dieser Tage! Aber der deutsche Mai, wie wir ihn heute feiern, zeigt, daß dieses Bolt unbesiegbar Der Meldefahrer röchelte nur noch. Die Hunde!" schrie der General und gab dem Hiobs boten einen Stoß, daß er zusammenstürzte, mit Brandbomben die Verbrecher niedermachen!" Der Führer sprach noch. Mit heifer Fadeth sender Stimme, mit fahrigen Geften, mit fladern den, wut- und angstverzerrten Augen, drohend, bittend, beschimpfend Der Lärm, der wie eine Gewitterwolfe von Süden kam, wuchs. In die Reihen der Hunderttausende, die den Plas besetzt hielten, fam eine teise, lauschende Bewegung. Sie stedten die Köpfe zusammen, sie flüsterten„ Es geht los!" fnirschten sie durch die Zähne, fie fommen!" Und in diesen Worten lag eine Welt! Eine Welt des passes, eine Welt freffender Wut.. Noch immer sprach der Führer. Schweißbedeckt, mit flatternden Händen, ächzend, stöhnend. Wie die Wellen einer Brandung über die Klippen schäumen, so lief die Nachricht vom Aufbruch des gepeinigten Voltes durch die vorher so stummen Reihen. Sie flüsterten nicht mehr, sie schrien schon.„ Rote Fahnen in Neukölln! Zwei hob den Kopf hoch, stand da, wie Napoleon à pont wirksame Parole: Stramm gestanden. Für mich d'Arcole, schlug sich in die Schmalbrust und sagte gab's im Hitlerland feine Gesinnung, für mich war mit Emphase: Erik Jansanussen es ein Geschäft, ein gutes Geschäft, ich habe dort e b t." did verdient und wo a 3 hat ſhonshön Ich beglückwünsche Sie, Herr Steinschneider, verdienen, mit Gesinnung, zu daß Sie den feigen Mörderhänden entsprungen sind, tun?" Jest lächelt Hanussen wieder mephistophemir ist auch bekannt, daß Sie Anhänger der Prä- lisch und meinte: Ja, die Renaissance Deutschdestination sind, und da werden Sie sich wohl Ihr lands ist ein einmaliges großes Geschäft für die weiteres Schidsal selbst lenken fönnen, daß es für Herren Geschäftsführer, andererseits ist man am die nächste Zukunft ungefährdet bleibt." Newsti Prospekt dem Hitler und Konsorten für diese große Vorarbeit dankbar." Rätselhaft meinte Hanussen:„ Oni vibra verra..." Es flang wenig tröstlich und ließ den Schluß zu, daß die Macht und Gewalt der Schurken der NSDAP überirdisch, teuflisch find. " ,, Und wenn schon...! Machen Sie sich nichts ,, Sie glauben..." ,, Glauben heißt nichts wissen, das ist so meine unmaßgebliche Meinung. Den Herren gehts ganz ausgezeichnet, dem Proleten gehts hundsmiserabel, ..Ich war fanatischer Nationalsozialist Da sprang ich ihm in die Rede. ,, Troßdem Sie Jude der Mittelstand ist tief proletarisiert und ist heute jind...?" ohnmächtig und feige, um irgendwie aufzumuden." Ich wollte noch Hanussen fragen, was er in daraus. Was der Adolf in den Aether brüllt, das iſt Zukunft zu tun gedenke, ob er in Warschau weiter Schmus für's Volk und die Welt und pro domo, tut bleibe, ob er sich sicher fühle, doch kam ich nicht er und alle seine Generale, was ihnen beliebt. Das mehr dazu. Wie von einer Windsbraut wurde plößist in das Verfluchie seiner Demagogif, daß es an lich die schwere Portière zurüdgerissen und 12 masdie Wahrheit seiner absurden Rassethesen selbst nie fierte Männer standen da mit vorgestreckten Revolso stark geglaubt hat. Der erste beste Oktavaner, mit vern und riefen unisono: Hanussen, hands up, Sie dem er diskutiert hätte, hätte den Adolf leicht über- sind unser Gefangener." Sie waren alle mastiert, zeugt, daß nur eraftes Wissen Macht à la long vie eben Gangster von jenseits des Ozeans, ließen ledeutet und daß sein Räsonieren nicht von Dauer dem armen Steinschneider kaum eine Minute Beit und Beſtand ſein kann, denn seine Demagogie rech- und ehe ich mich von meinem Schreden erholen net mit dem Wild- und Ertaseinstinkt einer auf- fonnte, war ich allein in Hanussens Zimmer, im gewiegelten, gehezten, hungrigen Gosse, der man Scheine des Neonlichtes. Langsam ging ich in mein billiges Material, den Sozi und den Saujuden vor Hotel, dachte über das Interview nach und meine, werfen kann. Allerdings nur solange, als der Vor- daß es gar nicht ausgeschlossen sein muß, daß ich rat reicht." ein Double Hanussens interviewte und daß der geriebene Steinschneider, der doch um die Prädestination so großartig Bescheid wußte, diesen Wildivestüberfall der Hitlermeute, voraussehen mußte, ,, Verzeihen Sie, wer im Dritten Reich leben und daß der liebe Hermann, diesmal wahrschein= will, hat keine Gesinnung, fennt nur die eine lich in Moskau-, fröhliche Urständ feiern wird. ,, Aber Herr Hanussen, ist denn Gesinnung bei Ihnen, einem Intellektuellen, gar nicht 3 gewesen?" Die Dampfwalze brach los. Soweit die SA nicht überlief und mit dem Volt gegen die verakten Unterdrücker auf der Tribüne anstürmte, wurde sie niedergemacht, zertreten, zur Seite ge fegt.. Es dauerte nur wenige Minuten... Aber den zerfetzten Tüchern des niedergeschlage Dann gingen an den beiden Riesenmasten, nen Systems, die roten Fahnen der sozialistischen Freiheit hoch. fie aufflammen wie eine überirdische Erscheinung. fie Dann aber erklang über das weite Feld das elvige Sturmlied der Internationale... Und die Menge, plöblich still geworden, sah 1. Mai 1934 Wieder Ihr Brüder Völker der Erde Steigt er herauf Der rote Tag. Geschändet, geschmäht Verlengnet, umstritten Doch: Unser Tag. Hoch Noch Ueber Gräbern Trauern die Fahnen. Tobwund verbluten Die Besten der Welt. Noch einmal fester Ist uns geschmiedet Die slavische Rette Ehe Sic fällt. Von den Gräbern Die trauernden Fahnen! Bon weinender Erde Die Blike gewandt! Fefter noch einmal Die Reihen gefchloffen! Des Ichten Sturmes Harrt Fieberndes Land. Einmal Ihr Brüder Fühlt ihr die Stunde? Fällt dennoch der lette Erlösende Schlag! Noch einmal vorwärts8! Brüder! Genoi Wir holen aus blu. Nacht: Unseren Tag! cr Ernaaberzettel. Sr. 101 Dienstag, 1. Mai 1934 Seite 15 1 in Wort an die Rheumatiker. Sle baben vielleicht schon alles mögliche verfucht, ohne bak Siebre quälenben Chmerzen loswerben fonnten. Troubem h auch für Sie fein Grund vorhanden A verzweifeln. Machen Sie noch hente einen Verfuch mit den prompt wirfenben, fomeranillenben Togal Tabletter. Togal Loft ble barnfäure, das verbeerenbe Gilbfgift des menschlichen Körpers. Fragen Sie breit Arat. In allen Apo efen. Generalbepot: Brauners Apotbele Sumweißen Löwen", Brag II, PHtopp 14. ( ogal In allen Apotheken Prager Zeitung Noter Mai? Es ist der Tag der Verheißung, der Tag der Zukunft, ein Tag, über dessen Blühen die Hlingende Freude eines erlösten Volkes zu schweben scheint. Eine Sonne, die teine Not und keine Verzweiflung fennt, liegt wie eine unendliche Facel über dem jungen Grün des ersten Frühlings; auf den Hängen, zu Häupten des ewigen Prag, duftet der Flieder, atmet das silbergrüne erste Laub, hell und sonnenüberfät wie eine Fahne unendlich gelöster Heiterkeit! Er ist ein Tag des Lebens, ein Tag, aus dem alles Grau winterlicher Stepsis gewichen ist! Das Volf, das zukunftsträchtige, das Volt, taisendmal gedemütigt, tausendmal gefnebelt und geschlagen, aber doch unbesiegbar, hat ein Recht, den ersten Mai zu feiern! Nur das Volt! Mögen jich konjunkturtüchtige Tartüffes marktschreierisch auf ihn stürzen und ihn mit plumpen Demagogenfingern zu entweihen versuchen, er spottet ihrer Bemühungen! Wer die tiefe, innere Musit dieſes Tages nicht erleben kann, wer ihn nicht innerlich erfaßt als ein Stüd von sich selbst, heilige Tradition und ersehnte Zukunft zugleich, dem wird er immer nur ein gutes Mittel zum billigen Zwed bleiben! Programm für den 1. Mai in Prag: Am Vormittag des 1. Mai: Anfmarsch unserer Bruderpartei zur Manifestations- Versammlung auf der Slawischen Insel. Sammelpun it der Teilnehmer nach 9 Uhr in Brag II., Mezibranftá, Ede Žitná. Es spricht für die tschechische und deutsche sozialdemokratische Partei Abgeordneter Genoffe ampl, Vorsitzender der Tschechoslow. sozialdemokratischen Partei in tſchechischer und deutscher Sprache. Am Nachmittag des 1. Mai: Treffen am DTJ- Turnplak( Pohořelecer Schanzen). Spiele und geselliges Bei= sammensein. Rote Falken, we Iche am Umzuge nicht teilnehmen können, versammeln sich um halb 10 thr im Parteiheim, Národní tř. Nr. 4, 2. Stock. -La Traviata E. J. Zu jeder Mahlzeit: KRONDORFER SAUERBRUNN Verdauungsfördernd Appetitanregend! Spielplan des Neuen Deutschen Theaters. Seute, Dienstag, den 1. Mai: Geschlossen1. Mittwoch, 8 1hr: Gastspiel Trudi Schoop mit Ensemble, A. A. Donnerstag, 8 Uhr: La Tra viata", C2. Freitag, halb 8 1hr: Der junge Baron Neubaus", Bantbeamte und freier Verfauf. A. A. Samstag, 7 Uhr:„ Geld ist nicht alles". B 2. Spielplan der Kleinen Bühne. Heute, Diens tag: Geschlossen. Mittwoch, 8 Uhr:..Pa riser Potpourri". Donnerstag, halb 8 Diezniel", Erstaufführung. Freitag, 8 Uhr: Pariser Potpourri". Kulturverbandsfreunde und freier Verfauf. Samstag, halb 8 Uhr: Pariser Potpourri". Vereinsnachrichten Bolfsfinggemeinde Arbeiter- Turn- und Sportverein, Prag Wir turnen: Turnerinnen: Montag und Donnerstag von 7 bis 9 1hr abends. Turner: Dienstag und Freitag von 7 bis 9 1hr abends. in der Turnhalle des deutschen Staats Realgymna Kinder: Samstag von 3 bis 5 Uhr nachmittags. fiums, Prag II., Štěpanská 20. restlos überzeugend durch die wohlausgewogene, selbst| bester Offenbach. Aber hier zeigte sich ein beträchtverständliche Mischung zwischen draufgängerischem licher Wangel in der richtigen humorvollen und paro Rate, ich wärme, Sunter und durch eine Sprache, des Ginatierauflus war die Szene Wad a me. und sicher sich entwickelnder Männ- distischen reproduttiven Gestaltung. Das dritte Stück für die das Wienerisch Ausdruck echter Gemütstiefe Monsieuriind nicht zu Hause", eine derbej vermittler des Herrn Walter Taub; diefer lich hinter den beiden anderen Stüden zurüdsteht. ist. Eine ebenso beglüdende Leistung der Stellen Satire auf die Polizei, die auch musikalisch beträcht Schauspieler geitaltet feine Figuren fo plastisch nach Unter den Hauptdarstellern find die viel zu ernſten dem Leben, ist so lebendig in jedem Wort, ieder Be Damen Schilp und Eisinger an erster Stelle tags Beteiligung am Maifestzug. Nachmittags um Brogramm für den 1. Mai: Vormit. wegung. jeder Sprachnuance, daß man um feinet zu nennen, weil sie vor allem glänzende geſangliche 4 Uhr Zusammenkunft im Kleinen Seinefaal in willen gern noch zehn Bilder aus dem Rinshaus ae- Aufgaben zu lösen hatten. Frau Walter, dann Brag XII., Fochova, zur Probe für den Rundfunk. ichen hätte, nur um etwa zu erfahren, wie es denn verrotter, der im Warionettenspiel ganz ausdem Herrn von Berger weiter erging und wie er gezeichnet varodijtisch wirfte, Serr eh, dessen Pan Nach der Arbeitersendung gemütliches Beisammen. fürderhin mit seinen freien Stellen und feinen Nieren botenziert grotest und wivia hätte fein fönnen, und sein ab 27 im Kleinen Heinesaal, Freunde und Frau Trude Basch- a vel, in der man eine mit dynamischen Sinne und mit rhythmischer Beschwingt fertig wurde. In der weiblichen Hauptrolle gastierte Herr attemer. Ausgezeichnet- diskret im Gäste willkommen. einfachen Mitteln arbeitende. natürliche Schauheit leitete Sapellmeister chief das Orchester. spielerin kennen lernte, deren Sprachbehandlung vor Das svärlich erschienene Bublifum unterhielt sich sehr allem als vorbildlich zu bezeichnen ist; feine sehr starte gut. Aber wir wünschen uns endlich nach allen diesen Laßt die Gestrigen nur spekulieren! Aus und feine zwingende Persönlichkeit, aber ein sympathi fleinen Offenbachiaden nun auch eines feiner langit sches Wesen. Eine sehr überzeugende Gegenfiqur stellte versprochenen großen Operettenwerfe. dem Duntel sonnenferner Hinterhäuser, aus der Fron mühsalvoller Fabriken kommen die Feiern größtes Bergnügen bereiteten die Herren Renner Frau Ondra, eine derbe Köchin Frau Reiter: den des ersten Mai! Hart und schwer sind ihre und Janitiche. Aus der Fülle der anderen, Hände, und ihre Gesichter tragen die Narben, die durchaus gut befesten Figuren feien noch die Damen sie im Kampf des Lebens davongetragen haben. Tilden und Warnholt und die Herren Aber jung sind ihre Herzen, jung find ihre Augen, Ströhlin und Dudek erwähnt. Herr Rotunato Mordo, unter der ebenso geschmackvollen und Die geschmackvolle Neuinszenierung durch Re wie alles jung und lebensstart ist, was einer lan batte für ein Bühnenbild gesorgt, in dem man sicheren Leitung durch Kapellmeister Adolf Idee lebt und auch für sie stirbt! Wenn wir mor ſich ſofort heimiſch fühlte. Kienzl, stand in der ersten Vorstellung am Sonn gen die flammenroten Fahnen durch die Straßen tag im Beichen eines außergewöhnlichen Mißgeschicks. Brags tragen, Fahnen, die so rot wie das Blut Der erste Att zwar erzielte geradezu brillante Wirs jener Besten, die für uns gefallen sind, so glüfung, insbesondere durch die Violetta Rose Bofs, hend, wie die Liebe, die das Volk seinen Märty- fleinere Stüde Offenbachs au einem lustigen Einatter durch die geradezu verblüffende tonliche Präziſion Unter diesem Titel hat Renato Mordo drei die durch ihre feine, nobel geführte Koloraturstimme, am Sportplak der DTJ. auf der Heßinsel, von der rern entgegenbringt, dann wissen wir, daß der für die Kleine Bühne zusammengefaßt. Den Rahmen und durch die bei Noloraturjängerinnen sonst immer Hlavkabrüde rechis, hinterm Viadukt. erste Mai noch unerlöst ist! Und im Kampfmarsch dieses Einattergyllus bildet eine Saene, in der Offen- feltener werdende Beseeltheit des Vortrags entzückte der Zehntausende, die, ob Tschechen, bach( err Stable r) felbib erſchien, um gegen das und das Bublikum ein Herzschlag, der Herzschlag der Klasse wie im buntbevogten Maifest auf den Pohoře- au protestieren und wenigstens eine probeweise Auflerin als auch von dem edlen Belcanto des Herrn lecer Schanzen, flingt der Rhythmus der Bu- führung durchzuseßen. In dem Zwiegespräch zwischen Ni a vec( der allerdings durch seine darstellerische funft! Der Zukunft, die unser ist und dem Volke Offenbach und dem intervenierenden Polizeibeamten Bassivität ohne Wirkung auf das Bublifum bleibt) verbunden ist. gab einige gelungene aktuelle Anspielungen. Aber man dauernd abgelenkt: Herr a gen, der durch Anschlag vermißic den wirklichen wikigen und geistreichen Bua als indisponiert gemeldet war, fämpfte heldenmütig barin, ebenso wie der ganze Einalterabend flotte gegen einen ungewöhnlich schweren Katarrh. der ihm Allgemeiner Angestellten Verband, Ortsgruvve Stimmung und überzeugenden Humor vermissen ließ. faum au marlieren erlaubte; mit Beklemmung ver- Brag. Pfingstfahrt: Jungbunzlau, Burg Mordo hat schon einmal in der vorigen Spielzeit folate man das Bemühen des verehrten Künstlers, die Böjig, Erholungsheim Hirschberg der Arbeiterfür cinen derartigen Offenbach- Abend unter dem Titel Vorstellung au retten, erlebte aum erfien Male, daß forge, Leiva, Daubaer Land, Melnit im Autobus mur Dreimal Offenbach" ins Wert acjeyt. Damals war ein Vater Germont ſein Lied von der Heimat wea 55 Kč mit Nachtlager. Abfahrt Sonntag früh; es ein großer Erfolg, weil die Auswahl der Stücke lassen mußte; Herr Hagen sang dann auch noch seinen Rüd tehr Montag abends. Einige Pläße sind ausgezeichnet war und auch ihre fünstlerische Durch Solopart im dritten Aft; aber die Führung des noch unbesest. Anfragen mit Rüdfarte an den Allführung ganz dem Stil und Sinn der entzüdenden Ensembles hier übernahm an seiner Stelle bereits gemeinen Angestellten- Werband, Prag 11., Fügnerovo Offenbachiaden entsprach. Diesmal aber war nicht Herr Adolf Fuchs( der bis dahin den Baron ne nám. 4. nur die Auswahl des Stüdes nicht gleich jungen hatte) und er sang dann die Partie auch im glücklich, sondern auch ihre Ausführung lebten Alt imponierend sicher und übrigens auch schr nicht ebenso vortrefflich. Am besten wirkte die schön zu Ende. Insbesondere diesen beiden Herren Pariser Potpourri L. G. Deutsche Aufführungsverbot der Stüde durch die Zensurbehörde veiten Aft an ward man sowohl Vom Sebt, Genossen, die alten, ewig jungen Kampfzeichen der jubelnden Maisonne entgegen! Feiernde Stadt, durch die heute gemeinsam die Fahnen der Republik und die Fahnen des Sozialismus wehn, heute gehörst du uns, heute gehörst du dem Volfe, dem roten Prag! -re Kunst und Wissen Wiederkehr des Volksstücks nii e Romanse", eine glänzende gebührt jedenfalls Dank. Und da man anzunehmen " Gelb ist nicht alles" 1 hat, daß niemanden die Schuld in dem Auftreten eines so unpäßlichen Sängers trifft, soll man diesen außer gewöhnlichen Fall eben als ein unvorhergesehenes Minneschid hinnehmen.- Die fleineren Bartien lagen bei den Damen Robne und Maria Genifa und bei den Herren Andersen, Libal, Bender und Langer. Ein besonderes Lob dem Orchester und vor allem den Streichern. I. A. Neudeutscher Maientag und echt Offenbachschen Geist und Wiz zeigende Satire und Parodie auf den zu Offenbachs Zeit so be liebten Buffoſtil Roffinis und Donizettis, die man in Schon die Aufnahme der Straßenmusikanten" Form eines höchst brolligen Marionetten durch das Publikum der Kleinen Bühne hat geaciat, ibieles serviert batte. Auch Pans Aben wie dankenswert und lohnend es ist, den seichten Amü- teuer", eine föftliche Satire auf das Schäferspiel fiertheaterbetrieb durch das Volksstückhafte abzulösen; mit wundervollen pastoralen musikalischen Gedanken und nun hat die Erstaufführung des Lustspiels von und stimmungsvoller szenischer Einrichtung, war Ladislaus Bus- Fetete Geld ist nicht alles" im großen Haus bewiesen, daß es gut ist, auf diesem Wege fortzufahren. In neunzehn Bildern werden da Ausschnitte aus dem Leben der Bewohner eines Wiener Binshauses vorgeführt; lebenswahre Figuren schaffen jofort Kontakt mit dem Publikum, das warme und derbe Wienerisch bringt das Publifum in frohe und herzliche Stimmung, die Gegenüberstellung der hohlen Kultur der Herrschaften aus dem ersten Stock und der starken, geraden Natürlichkeit der Menschen au ebener Erd' knüpft geschidt an Nestroy an, wagt manchen gutsißenden Sieb gegen die materielle moralische Ausbeutung vor allem der Hausgehilfinnen durch die gnädigen Frauen, farifiert auf humorvolle Weise die geist berödende Wirkung jenes Fußballertums, dem ein Goal wichtiger ist als alles andere auf der Welt. proklamiert sogar scharf das menschliche Vorrecht derer, die arbeiten- dabei wird's im Parkett einen Augenblid lang mulmig und weiß der Liebesgeschichte von dem Hochgebildeten Professorentöchterlein, das sich mit Mühe Arbeit als Dienstmädchen berschaffen kann, und dem Wiener Fußballer, der gar leine Bildung außer der des Herzens besitzt, eine immer liebenswürdige, oft außerordentlich humorige, alle Sentimentalität umgehende Art zu geben, die auch dort noch sympathisch berührt, wo dramatischer Leerlauf einzutreten droht. und Alles in allem also ein Stück, das in Stücken der Bestimmung des Theaters gerecht wird, den Schauspielern Rollen gibt, stärksten Beifall auslöfte und also hoffentlich die frühsommerliche Kaffe einigermaßen auffüllen wird. Unter der gänzlich unaufdringlichen, natürlichen Regie LiebIs, der es in anerfennenswerter Weise nur darauf ankommt, im Rahmen der Komödie die Schauspieler einzeln und aur Ensemblewirkung sich entfalten au laffen, fah man vor allem wieder einmal Herrn Padleiaf in einer großen Rolle: überaus Sympathisch, als Gesamtfigur und in ieder Einzelheit So, nun felere, Prolet! Gal Wir betreiben Leichtathletik und Ballspiele: Mittwoch und Samstag nachmittags bis zum Eintritt der Dunkelheit Wir schwimmen: Donnerstag von 6 bis gegen 10 Uhr abends im Bade der Bezirksfrankenkasse, Prag 11., Klimentstá. Eintrittskarten für uns ermäßigt. Wir wandern: Jeden Sonntag früh hinaus ins Grüne. Bad Pistyan: ● Am 15. Mai Eröffnung des Kindersanatoriums Kvetusa, für Kinder ohne Begleitung ideal. Rheumatis mus im Kindesalter sehr gefährlich. Inform.: Badedirektion, Pistyan. 2346 Sport Spiel Körperpflege Habrman Memorial der DTJ. Sportler. In Böhm. Brod wurden am Sonntag unter zahlreicher Beteiligung zum drittenmale die Wettkämpfe um das Habrman- Memorial", die nur aus Laufbewerben bestanden, ausgetragen. In der Kategorie der Sportler, die eine Strede von 2500 Meter zu absolvieren hatten, siegte 3. Kolin( DTI. Bizfov) in 7: 03.4 vor Ternuška( DTJ. Tlustovoush) in 7: 04.8 und Smetana( DTJ. Smichov) in 7:10 Min. Bei den Frauen( 1000 Meier) fiel der Sieg an Slehobrová( DTJ. Radlib), welche 3: 36.4 benötigte, vor Breburdová( DTJ. Biztov) in 3: 47.4 und Sa deřablová( DTJ. Tlustovousy). Sieger der Jungsportler( 1000 Meter) wurde Stazz( DTJ. Žižkov) in 2: 57.1 bor 2. Chalupa( DTI. Tlustovousy) in 2: 58.1 Min. Prager Hazena Meisterschaftsspiele der DTJ. Die Mannschaft der DTJ. Vyšehrad ist derzeit in so guter Form, so daß ihr jeweiliger Gegner immer eine recht hohe Niederlage einstecken muß. Diesmal war es DTJ. Prag I- V, das sich mit 30: 0 dem wun derbaren Zusammenspiel der Vyšehrader beugen mußte. DTJ. Prag III- VI gewann über DTJ. Smichov mit 4: 2( 3: 0). DTZ. Radlipz siegte gegen DTJ. Revniß mit 7: 2( 5: 1). Bürgerlicher Sport Tschechoslowakei gegen Ungarn 2: 2( 2: 1). Dic Erwartungen, daß dieses Spiel, das Sonntag in Prag stattfand und zum Europa- Cup zählt, einen Umschwung in der Pechserie der Länderfämpfe der Tschechoslowakei bringen werde, haben sich nicht er füllt. Der Ausgang des Spieles ist für die Heimischen als sehr glücklich zu bezeichnen und dem Schußpech der ungarischen Stürmer zuzuschreiben. Das Team der Tschechoslowakei hatte nach dem ersten Torerfolg sein Pulver verschossen und was man dann noch zu sehen befam, waren mehr oder minder erfolglose Einzelaftionen. Der einzige vollwertige Stürmer war Bue, alles übrige Nieten. Nicht bes Seite 16 Dienstag, 1. Mai 1934 Mr. 101 auch ich weiss schon wie BTA Bachio Oetker aussieht! fer fah es im Half aus, wo nur Krčil seinen Mann ſtellte. Das Schlußtrio fonnte sich über Mangel an Arbeit nicht beflagen und tat, was möglich war. Die Ungarn, die nach ihrer vorwöchigen 5: 2- Niederlage in Wien ihr Team umgefrempelt hatten, waren in Bunfto Schnelligkeit, Technik und Taktik den Heimi schen überlegen. Der Sturm hatte in Sarofi einen idealen Führer, während seine Nebenleute jedoch schußschwach waren. Das Half besser als das der Heimischen; ebenso die Verteidigung. Schiedsrichter war der Staliener Mattea, mit dem die Zuschauer nicht zufrieden waren; er war aber auch wirklich feine Offenbarung. Eine sehr gemeine Handlungsweise von Zuschauern sei vermerkt: Ms ein Ungar den vorstürmenden Buč unfair zu Boden rempelte, wurde dieser mit Iaschen und Bier= frigen beworfen, die glücklicherweise ihr Ziel verfehlten.. Vor dem Länderspiel wurde ein Städtelampf der Jugendlichen von Prag und Brünn ausgetragen, der 1: 1 endete. Das Goldpokalturnier der DFV.- Spikenvereine brachte am Sonntag in der 3: 1( 3: 0)-Nieder lage des DSV. Saaz in Karlsbad gegen FK. die größte leberraschung. Es war ein rohes Spiel. In Gablonz wurde vom BSK. der Staatsamateurmeister DFC. Prag glatt und verdient geschlagen, was um so schmerzlicher für ihn ist, da es um vier Punfte ging. Der Komotauer DFS. fertigte auf eigenem Vlage den DFK. Aussig mit 10: 3( 10: 2) ab. In Teplitz blieb der T. ohne seine Teamspieler mit 6: 1( 3: 1) über DFC. Budweis erfolgreich. Nichts Neues mehr im Wild- Westgan! Ta cha u ist der neueste Schauplay: Beim Spiele DFK. gegen Sportbrüder Eger war der Leidtragende ein Schiedsrichter. Der ihm von den Zuschauern zugedachten Infultierung fonnte er sich nur durch die Flucht in eine Kabine entziehen, wo er eine volle Stunde verbleiben mußte, belagert von seinen Geg nern. Die Polizei erwies sich als zu schwach...! Beim Karlsbader Spiel KFK.- Saaz tam es auf dem Spielfelde zu Zusammenstößen und Tät I ich feiten der Spieler. Zivei Saazer wur den vom Pfeifer ausgeschlossen. Nun auch der Mittelgau: Sonntag fand in Krumau das Meisterschaftsspiel zwischen DFK. und Sportbrü Die letten Ausfſcheidunasſpiele sur Fußball. GUM..? Nur das BESTE wird nachgeahmt! Verlangen Sie ausdrücklich ECHTE COLLA ..OLLA" GUMMI! GUM..? 2398 Der Film Polarstürme Trostbedürftige mögen es als Trost buchen, daß die Herrlichkeit und Größe der Natur auch dann noch wirksam bleiben, wenn sie wie in diefem Nazi- Film von menschlicher Nichtswürdigkeit überschwemmt und zu niedrigster Mache mißbraucht werden. Gewerbs mäßige Film- Empfehler( die sich verschentlich für Stritifer halten) mögen dem Publikum nabelegen, beim Stichwort Polarexvedition und beim Anblic von Schneeſtürmen und Eiswüsten auf alle Fälle an Nansen und Amundsen, an Kraſſin und Ticheljustin zu denken, um bedeutsame und erhebende Empfindun gen zu haben. Wer aber auf solche Umschweife. verzichtet und den Film sieht, wie er ist, der fann nichts anderes feststellen, als daß es der wohlbekannte Gute Herren-, Damen- und Kinderkleidung MORAVIA A. G. PRAG II, Václavské náměstí 15 Der Polizeibericht meldet In einem Lande, in dem dieser Film entstand, meldet der Polizeibericht, daß Menschen auf der Flucht erschossen, in Schußhaft genommen, erhängt aufge funden oder als Leichen ausgegraben werden. In dem Film aber, den man aus jenem Lande zu uns gebracht hat, meldet er nichts davon. Denn es han delt sich um einen rohen Kriminalreißer, der ebenso verlogen wie aufdringlich ist. Ein Greuel mehr auf den hiesigen Kinoleinwänden, die nur aus technischen Gründen noch weiß und nicht schon braun sind. Das Schmerzlichste an diesem von Georg Jacobi angemessen inszenierten Schund ist die Mitwirkung der Sanji Niese, die um ihrer Vergangenheit willen ver dient hätte, in einem besseren Rahmen der Nachwelt überliefert zu werden. 2395 ,, Blumen- Zauberdung", das Blütenwunder Blumen an allen Fenstern! Welche Freude für den Besitzer wie für den Beschauer! Wenn Sie Ihre grünen Lieblinge kräftigen und zu reichem Blühen bringen wollen, verwenden Sie Blumen- Bauber dung", ein erprobtes, billiges Düngemittel, ein wahrer Wundertrank für Ihre Blumen. Jezt müssen Sie mit dem Dungguß beginnen! Bestellen Sie sofort ein Paket bei der nachstehend angegebenen Adresse und legen Sie den Betrag von Kč 5.60 in Briefmarken bei. Alle Bestellungen richten Sic an die Verwaltung Die Unzufriedene", Prag XII., Fochova tř. 62. braune Schund iſt, der uns diesmal auf Eis ſerviert Mitteilungen aus dem Publikum. Dem Sommer wird. Es gibt zwei Möglichkeiten für einen Film, gut zu sein. Er fann eine Handlung, die etwas bedeutet, so wirksam darstellen, daß sie zum Erlebnis wird. und er fann ein Stück Welt so deutlich abbilden, 2400 Das richtige Muster finden Sie leicht unter den tausenden Dessins unseres riesigen Imprimés- Lagers. Der wirklich gute Geschmack u. dle jedem zugänglichen niedrigen Preise werden Sie sicherlich zu einem vorteilhaften Kauf veranlassen. LYONER SEIDENHAUS WEISS PRAG I., Železná 3, Václavské nám. 2, Národní třída, Riunione. Muster überallhin franko. Es kommen noch fühle Tage, Sie brauchen des halb noch einen richtigen Frühjahrsmantel. Lassen Sie sich, Gnädigste, unsere große Auswahl in eleganten Nachmittagsmänteln, Flausch und englis schen Mänteln, Trenchcoats, Kleidern und Kostümen unverbindlich vorführen. Busch, Prag, Příkopy 27 ( Mitte des Grabens), Eingang nar innen im Hause, im I. Stod. 2396 Das richtige Muster finden Sie leicht unter den tausenden Dessins des riesigen Imprimé- Lagers des Lhoner Seidenhauses Weiß, Prag I, Železná 3, und Václavské nám. 2. Der wirklich gute Geschmack und die jedem zugänglichen niedrigen Preise werden Sic sicherlich zu einem vorteilhaften Kauf veranlassen. Statt verbotener Waffen 2400 verfaultes Kraut In der Wiener Feuerwehrzentrale„ Am Hof", wo seit den Febertagen wiederholt nach Waffen gesucht wurde, erschien am Donnerstag, den 12. April, abermals eine Polizeiabteilung, die, aus= gerüstet mit einer Steinbrechermaschine, nach Waffen suchte. Besonders eine dicke Kellermauer schien der Polizei verdächtig. Den Versicherungen, daß die Dauer massiv sei und feine verstecken Waffen berberge, wurde nicht geglaubt. Die Steinbrechermaschine wurde in Tätigkeit gesetzt, die Mauer angebohrt, doch fand man nichts als Stein und Stein und wieder Stein. In einem daneben befindlichen Kellerlokal, deffen Boden aus gestampfter Erde besteht, erregte eine Vertiefung den Verdacht der Polizei und sie begann auch dort zu graben. entgegen entzückendes Imprimékleid in den neuesten Dessins mit Fichu eleganter Kompletmantel 125° .: 115° mit Plissée oder reicher Ajour Klement Prag I Poric 16. DRAHTGEFLECHTE su Man hatte noch nicht allzu tief gegraben, als S.SEMLER- R.HIRSCH man auf Reite von alten KrautfisPILSEN CVOKARSKAI Efi laufen kann, ändert nichts daran, daß ſein Spiel den flädtiſchen Lagerbäufern eingelagert, was aber Sie bisher der Prag statt, bei dem die Zuschauer in den Blak daß es unvergeßlich wird. Der braune Bluff- Filmern stieß. Die Krautfässer wurden ſamt ihrem drangen, den Schiedsrichter und die Prager Spieler beschimpften und bedrohten. Als die Prager die Ka- des Herrn Trenter verstößt gegen beide Forderungen. Inhalt, der durchwvegs aus verdorbenem Kraut bebinen aufsuchten, wurden sie mit Stodhieben Seine Handlung ist phantastisch leer und dumm und stand, im Jahre 1918 dort vergraben. Zu jener und Steinwürfen bedacht... Ohne Kom wird dementsprechend dargestellt( denn daß dieser Zeit hatte nämlich die damals christlichsoziale Gementar ſpricht für sich selbst! Luis Trenter eine wettergebräunte Bisage hat und meindeverwaltung einige tausend Tonnen Kraut in - Stüd so geschehen Kraut verWeltmeisterschaft wurden am Sonntag ausgetragen. auf mittlerem Statisten- Niveau bleibt) Budapest: Ungarn gegen Bulgarien 4: 1( 1: 0). eft aber, das man mit erheblichen Kosten bereiſt faulte. Von diesem Kraut hatte die FeuerwehrButareſt: Rumänien gegen Jugoslawien 2: 1 hat, wird nun als Kulisse für jene Handlung benüßt, zentrale einige Fässer für die dort befindliche ( 1: 0). Antwerpen: Holland gegen Belgien die einen Helden unschuldig in Mordverdacht geraten Mannschaftslüche bekommen und da das Kraut 4: 2( 2: 0). ungenießbar war, es in dem betreffenden Keller Es mag bei den Mitschuldigen eines verbrecherieinfach vergraben. schen Systems ein beliebter Wunschtraum sein, einmal unschuldig verdächtigt zu werden. Wir anderen haben andere Sorgen und bedürfen dieser Zutat nicht, also gelinde gesagt ein schlechter Einfall des wenn wir Ausschau nach der Polarwelt halten. Es war hiesigen Verleihers, uns mit diesem Trenter- Film zu bestürmen, und es wäre vermutlich ein besserer Einfall gewesen, sich des Estimo- Films von Van Dyke anzunehmen, der seit Monaten in Paris au sehen ist. Sieger im English Cup wurde Manchester City, das im Endspiel Portsmouth 2: 1( 0: 1) schlug. 1 Sonstige Fußballergebnisse. I ad no: Nemzeti Budapest gegen S. 3: 2( 1: 0) 1- Kolin: AFK. gegen Vittoria Vilsen 3: 0( 1: 0). B. Leipa: DSV. gegen SpVg. Bodenbach 3: 2( 1: 1). Warnsdorf: Reichenberger FK. gegen WFN. 2: 1( 2: 1). Brinn: Židenice geg. Mor. Slavia 4: 2( 2: 0). 31in: Prag gegen Hanalei 6: 4 ( 2: 1). Iglau: DFC. gegen DSV. Trautenau 4: 3( 2: 1). M. Ostrau: Slovan gegen Bohemians Prag 3: 3( 1: 1). Proßnit: SK. gegen Meteor VIII 13: 0.- Preßburg: Gau Ostslowakei der CSF. gegen Gau Preßburg des MLS. 5: 1( 2: 0). Wien: FE. Wien regen Austria 4: 2( 4: 0), Rapid gegen Hakoah 5: 2, Admira gegen FAC. 3: 2( 1: 1). 16.80 Meter im Kugelstoßen! Die wöchentliche amerikanische Leistungssteigerung hat diesmal der Student Torrance fortgesett: Er verbesserte seinen Wurf von 16.30 auf 16.80 Meter und damit auch den Weltreford. Filme in Prager Lichtspielhäusern Urania- Kino: La Maternelle"( Kin der der Großstadt). Alfa: Kapitän Sorrell und sein Sohn". Fenix: Der schweigende Mund". Floro: Die sechs Frauen Heinrichs des Achten". Julis: Der Kampf um die DardanelTen"; Zeebrugge 1918".- Kinema: Journale Lustspiel, Reportage( halb 3 bis 22 Uhr). Kotva: ..Die Königin amüsiert sich". Lucerna: Die Mö nigin amüsiert sich". Olympic: Abenteuer im Schlafwagen". Radio: Bubi". Stant: ,, Da Mädel aus der Ziegelei"."- Vajfal: Bubi". Belvedere: Bubi". " -läßt. -cisDurch die nun erfolgte Ausgrabung, die die Polizei veranstaltet hat, wurde bei der Mannschaft Straut wieder wachgerufen. die Erinnerung an das verfaulte christlichsoziale Als die Polizei merkte, was sie da auszugra= ben im Begriffe war, stellte ste sofort ihre Tätigfeit ein und schüttete das aufgegrabene Loch wieder zu. Der billigste heimische Vierzylinder ŠKODA 420 POPULAR >> << Roadster- Zweisitzer 17.800 kö Sie bisher geschrieben. Es ist schon höchste Zeit zur Anschaffung einer Warum denn so? Schreiben Sie so amerik. Kleinschreibmaschine W CORONA GIBIAN& CO., PRAG II., Štěpánská 32. Ich interessiere mich für die amerikanische Kleinschreibmaschine Corona. Senden Sie mir unverbindliches Angebot für Barzahlung Ratenzahlung. 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XII. 1933 haben wir mehr als Kč 441 Millionen in der Čechoslovakischen Republik an unsere Versicherten und deren Hinterbliebenen ausgezahlt. Lebensversicherungs- Gesellschaft PHONIX in Wien Direktion für die Čechoslovakische Republik in Prag, Lützowova 7. Peiden Pammte Peluches Wollstoffe Möbelstoffe Brokate Phawls Tücher Strümpfe Butterick- Schritte alles von: obe Prag 1. Přikop: 1.4 Direktion für Mähren- Schlesien in Brünn, Běhounská 10. xamedy Filialdirektion für die Slovakel in Bratislava, Grösslingova 8. 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Jeder lese diese Broschüre! Auslieferung: Kč 2.Zentralstelle für das Bildungswesen, Prag XII., Slezská 13 Allgemeiner Angestellten- Verband Reichenberg, Turnerstraße 27 Geschäftsstellen in Karlsbad, Teplitz- Schönau, Bodenbach, Reichenberg, Trautenau, M.- Schönberg, Brünn, M.- Ostrau Freie Gewerkschaft für alle Privatangestellten im Gebiete des Deutschen Gewerkschaftsbundes Reichenberg VERLANGT U. TRINKT EGERER OTOTOODOO@ OGODODOGOGI© ¶© ¶D©© ODODO 2370 Všeobecná družstevni banka Allgemeine Genossenschaftsbank 1-12740 sielova PRAHA II., In Bredovská ul. 4 elloja aovosonalo( neben der Hauptpost) Telephone 22751-5 RBRAU DAS QUALITÄTSBIER DER ERSTEN AKTIEN- BRAUEREI IN EGER Exposituren: Brno:„ U Solnice" Nr. 3n. Mor. Ostrava: Nádražní tř. 32. Durchführung aller Bankgeschäfte.. Kreditbriefe für das Ausland, auch für Rußland. Einlagen auf Einlagsbüchel u. in laufender Rechnung. Lose gegen Barzahlung.- Verkaufsstelle der tschechoslow. Klassenlotterie. Vermietung von Schließfächern( Safes). 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Berufstätige der Glas- und Keramindustrie, welche die Notwendigkeit MUEM des Zusammenschlusses aller Arbeiter und Arbeiterinnen einer Industriegruppe für die Interessenvertretung auf wirtschaftlichem Gebiet erkannt haben, sind Mitglieder beim Verband der Glas- und Keramarbeiter und Arbeiterinnen der Tschechoslowakischen Republik Sitz: Teplitz- Schönau, Wattstraße 1859 KOLLINSKÝ Wolle PRAG I., Rytířská 30 TEPLITZ- SCHONAU, Haus Uhle PILSEN, Haus Vesecky bietet das Modernste. Reichste Auswahl, beste Ware und bekannte Solidität in Seidenwaren und Wollstoffen Seite 20 Dienstag, 1. Mai 1934 Nr. 101 Kreisverband der westböhmischen Konsum vereine Karlsbad DIE WESTBÖHMISCHEN KONSUMVEREINE mit ihren Zentralen in ASCH, AUSCHOWITZ, BUCHAU, CHODAU, EGER, GIESSHÜBEL, HERMANNSHÜTTE, KARLSBAD, KOMOTAU, LIEBENSTEIN, LUDITZ, MIES, SAAZ, SCHÖNAU, THEUSING zählen zurzeit rund 65.000 MITGLIEDER und sie besitzen 440 Verteilungsstellen, 7 eigene moderne Bäckereien, 3 eigene maschinell eingerichtete Fleischereien und eine Reihe anderer genossenschaftlicher Betriebsstätten. DIE WESTBÖHMISCHEN KONSUMVEREINE besitzen ferner 144 eigene Häuser, eine Reihe großer Warenmagazine, 28 Lastenautos, eigene Tischler-, Schlosser-, Sattler-, Binder- und Autoreparaturwerkstätten. In den letzten 2 Geschäftsjahren wurden allein insgesamt 9 Millionen Kronen Rückvergütung an die Mitglieder verrechnet Alle diese Werte und alle diese Vorteile wurden aus kleinen Anfängen und aus eigener Kraft geschaffen. Deswegen appellieren die westböhmischen Konsumgenossenschaften am 1. MAI, AMWELTFEIERTAG des Proletariats, abermals an alle Fernestehenden: WERDET MITGLIED UND KAUFT ALLES IN DEN VERTEILUNGSSTELLEN UNSERER GENOSSENSCHAFTEN! Dadurch helft Ihr mit aufbauen eine neue Zukunft für alle Menschen, die sozialistische Wirtschaftsordnung! 2392 Karlsbad, am 30. IV. 1934 DER KREIS VORSTAND Mehrere hundert neu eingestellte Arbeiter feiern bei uns den Tag der Arbeit! Dies beweist unsere Leistungsfähigkeit Unterstützen Sie uns weiter! 2386 Verband der öffentlichen d Angestellten Sitz Reichenberg, Mühlfeldstraße 25 SEKRETARIATE: Reichenberg, Mühlfeldstrasse 25 Karlsbad, Haus„ Volkswille", Kantstrasse Olmütz, Palackystrasse 17- II freigewerkschaftliche Organisation der Angestellten des öffentlichen Dienstes. Fachgruppen und Sektionen für die einzelnen Berufsgruppen, Krankenunterstützung, Notfallsunterstützung, Stellenlósenunterstützung sowie Staatszuschuß, Rechtsschutz in allen Berufsangelegenheiten, 120 Ortsgruppen. Fachblatt „ DER NEUE WEG" Es liegt im Interesse jedes einzelnen, alle noch außerhalb unserer Reihen stehenden öffentlichen Angestellten für den Verband zu werben. Niemand schützt euch, wenn nicht die Organisation! SBOR 30.000 Metallarbeiter gehören schon jetzt ihrer Berufsorganisation, dem Internationalen Metallarbeiter- Verband dederbus Sitz Komotau an. Ihnen wird daher bei Arbeitslosigkeit u. Lohnkämpfen geholfen. Trete auch Du bei! 0012 Beitrittserklärung bei allen Vertrauensmännern und in den Sekretariaten in: Komotau, Kreuzgasse 3, Jägerndorf, Arbeiterheim, Markusplatz 14, Aussig, Bahnhofsplatz 1, Bodenbach, Poststraße 813, Brüx, Weitengasse 4, Böhmisch- Leipa, Schlossgasse 51, Eger, Schiffgasse, Hotel Volkshaus, Fischern, Theatergasse 67, Graslitz, Steingrube 99, Mährisch Ostrau, Fiedlergasse 1, Pilson, Tyllgasse 24, Reichenberg, Färbergasse 1, Turn, Hauptstraße 128, Trautenau, Kreuzplatz 2, Warnsdorf, IV, Vereinshaus 1442.