Nr. 95. Abonnements- Bedingungen: $ Abonnements Preis pränumerando: Bierteljährl. 3,30 mt., monatl. 1,10 m., wöchentlich 28 Pfg. fret ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntagss Nummer mit Auftrierter Sonntags Beilage, Die Neue Welt" 10 Pfg. PostAbonnement: 3,30 Mart pro Quartal. Eingetragen in der Poft Bettungs Breistifte für 1899 unter Br. 7820. Unter Kreuzband für Deutschland und Defterreich Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mart pro Monat, Erscheink täglich außer Montage. Vorwärts sing Berliner Volksblatt. 16. Jahrg. Die Insertions- Gebühr beträgt für ble fechsgespaltene Rolonel zetle ober beren Raum 40 Pfg., für politische und gewertschaftliche Bereinsund Bersammlungs- Anzeigen, sowie Arbeitsmarkt 20 Pfg. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ift an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Fefttagen bis 8 Uhr vormittags geöffnet. Jernsprecher: Rmt I, nr. 1508. Telegramm breffe: " Borialdemokrat Berlin", Centralorgan der socialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Junker- Wünsche. Sonntag, den 23. April 1899. " Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. unter den Zuchthäuslern eine große Achtung genießt. Dem Oberaufseher müssen aber diese Schläge nicht kraftvoll genug ausgefallen sein, denn er ergriff selbst die Peitsche und ging besser ins Geschirr, so daß bald das Jammern Gräfs durch die weiten und engen Räume der Anstalt erscholl. Jede törperliche Büchtigung erscheint noch insofern verschärft, als der Geprügelte für bie zwei folgenden Monate teinen Lohn erhält und fich in den nächsten drei Monaten teine 8usagnahrungsmittel taufen darf. Durch Vermittelung des evangelischen Geistlichen gelang es Gräf endlich, in einem anderen Berufe beschäftigt zu werden. Er arbeitete die letzten dreizehn Monate als Bürstenmacher. Im Zuchthause traf Gräf auch mit dem vielgenannten Barbier Biethen zusammen. Ziethen war in einer Abteilung in seinem Beruf als Barbier thätig. Infolge eines Briefes, den Ziethen an seinen Bruder schrieb, wurde er aber discipliniert. Er mußte die mit einigen Freiheiten verbundene Barbierthätigkeit aufgeben und hilft jetzt dem Hausvater beim Wäscheordnen. eutnommen. Selbst ihre Vorliebe für den wohlthätigen Einfluß der militärischen Erziehung und die dreijährige Militär- Dienstzeit Die letzten Vorgänge im Reichs- und Landtage zeigen, geben die Herren daran; denn sogar hinsichtlich der Ableistung daß das Junkertum genügend festen Boden unter seinen der Militärpflicht" wollen sie den Ansiedlern wesentliche ErFüßen gewonnen zu haben glaubt, um ungeniert als Entgelt leichterungen" eingeräumt wissen. Weiter kann man doch die für die demonstrative Hervorkehrung seiner Königstreue die Opferwilligkeit kaum treiben? Unterordnung der ganzen preußischen Wirtschaftspolitik unter Und ähnliche, ja noch weitergehende Forderungen befeine speciellen Interessen fordern zu können. Uebermäßige schäftigen das Abgeordnetenhaus. Die Leutenot". Bescheidenheit hat die Herren aus den östlichen Reichsecken nie Rommission dieses Hauses hat in ihren Schlußanträgen einen geziert, aber wer ihre jezige Haltung gegen die Kanalvorlage ganzen langen Wunschzettel der Regierung aufgemacht. Die und das Fleischbeschaugesek mit ihrem unsicheren Auftreten in der Konzession zur Gesindevermittelung soll vom„ Nachweis des Bedürfnisses" ersten Zeit nach Eröffnung des Reichstages vergleicht, kann vorhandenen abhängig gemacht, der über eine weitere Steigerung ihres politischen Selbstgefühle Rontrattbruch weiter erschwert werden, die Volksschule foll nicht im Zweifel sein. Ihre parlamentarischen Leistungen be- sich noch mehr den„ örtlichen Verhältnissen" anpassen, auch rechtigen sie zwar sicher nicht hierzu; doch sind sie ja in der der Strafvollzug soll auf die landwirtschaftlichen Arbeitszeiten glücklichen Lage, daß die Berücksichtigung ihrer Wünsche an„ Regie- Rücksicht nehmen; ferner wird die Regierung aufgefordert, So weit unser Barteiblatt. Kein Tag vergeht, ohne daß man rungsstelle" nicht nur von ihrer Fraktionsstärke und noch keine Eisenbahntarif- Verbilligungen für Landarbeiter zu geweniger von ihren geistigen Qualitäten abhängt. Neben diesen währen und junge Leute unter 18 Jahren nicht ohne elter heute einen Beitrag zu den modernen Beitschensitten lesen muß. Faktoren spielen noch so manche anderen nicht kontrollierbaren liche Genehmigung abwandern zu lassen, auch sollen junge Die Kultur, die man den Schwarzen in Afrifa striemenweise einbläute, Einflüsse mit, die das Junkertum infolge seiner Beziehungen Leute ohne Nachweis einer den sittlichen und hygienischen An- ist kein Erzeugnis des Tropenkollers. Sie ist lediglich heimisches zur höheren Bureaukratie, zum Heer und zum Hofe forderungen entsprechenden Wohnung von den Gemeinden Gewächs, in die Kolonien verpflanzt, dem europäischen„ Stulturboden" befigt, zumal wenn es auf die Windströmungen in nicht aufgenommen werden. Natürlich wird die Regierung ihren Freunden gewähren, den sogenannten ,, maßgebenden Kreisen" zu achten weiß und zu was nur irgend zu gewähren ist, vielleicht nicht alles auf Arten und Graden, start, sehr stark und äußerst start so prügelt Geprügelt wird heutzutage amtlich und amtswidrig, in allen passender Zeit mitzublasen versteht. Augenblicklich muß dieser Wind in den höheren Regionen einem Teller, wie die bescheidenen Agrarier es wünschen, aber man bei uns am Ende des Jahrhunderts die Humanitätsdufelei gründlich wieder recht günstig für das Juntertum wehen. Die Rüdsichts- in Abschlagsraten, deren jede den Appetit der Ostelbier von heraus. Schon drängt sich die Notwendigkeit auf, das Prügeln in einem losigkeit, mit der es in den letzten Tagen seine besonderen neuem reizt. Der Liberalismus aber ist nicht mehr im stande, paragraphenreichen Gesetzbuch systematisch zu behandeln; die Ermateriellen Interessen in der Kanal- und Fleischbeschau- Debatte die agrarische Begehrlichkeit zu zügeln. Er vermag sich selbst richtung einer Brügelabteilung im Ministerium des Innern ist ein durch seine führenden Kapacitäten, die Grafen Kanik und Klintow- dann, wenn wichtige materielle Interessen des Bürgertums unaufschiebbares Bedürfnis. ström, bertreten ließ, find ein deutliches Symptom, daß die Herren zu einer großen Aftion aufzuraffen, umsoweniger, wenn es auf dem Spiele stehen, wie bei der Kanalvorlage, nicht mehr Oberwaffer haben. Und wenn noch etwas zur Bestätigung fehlt, dann liefert den Beweis dafür die schüchterne Art, mit sich um Angelegenheiten handelt, die ihn nicht so unmittelbar welcher die Minister so hübsch moderato den agrarischen und so empfindlich als die Arbeiterklasse treffen. Ciceronen entgegentraten, jene schüchterne mädchenhafte Weise des halben Zugestehens und halben Versagens, in der besonders Herr Miquel so Treffliches aufzuführen wußte. Dabei ist selbstverständlich, daß es weder in der Debatte noch in bezirke: den Besprechungen der Vorlagen seitens der konservativen Presse an allerlei Versicherungen der Ergebenheit nach oben fehlte. organisation gerichteten Treibereien des Unternehmertums find zu Ein derartiges Sich- in- empfehlende- Erinnerung- bringen gehört Schanden gemacht worden durch die agitatorische Wirtjam nun einmal ebenso zu den Geschäftsusancen der konservativen teit der Wiederkehr der" Zuchthäusler" in unsere Politit, wie eine schreiende Reklame zu den Geschäftspraktiken jagenhafte Freiheit. Gräf und Meyer gehören wieder den Ihrigen an und mancher Warenhäuser. Gepeitscht. # Man schreibt uns aus dem rheinisch westfälischen IndustrieDie mannigfachen, auf Schwächung und Zerstörung der Arbeiterwandern sofort für zehn Jahre ins Zuchthaus- bie sind lediglich Nur dürfen es eben keine Arbeiter sein, die prügeln- die dazu da, erzieherisch geprügelt zu werden. Wenn zwei auf dieselbe Weise prügeln, ist es nicht dasselbe, auch das ist ein denkwürdiges Zeichen unserer Zeit. Als die Effener Meineidigen" ins Zuchthaus wandern mußten, als die ganze civilisierte Welt, nicht nur die Socialdemokratie, ein mütig ihren Intvillen über das harte Urteil äußerte, da rechneten bürgerliche Jdealisten und Optimisten auf baldige Begnadigung. Eines aber nahm man wohl allgemein an: Der Strafvollzug würde, so weit es möglich war, das Los der Märtyrer des Klassentampfes erleichtern. Jetzt berichten die Zuchthauserimerungen von schweren Arreststrafen und Peitschenhieben. Politische Ueberlicht. Berlin, den 22. April. Zuchthausgeseh. Diese Peitschenhiebe verwundeten zwar und quälten den kranken die vielen Tausende, die sie begrüßt haben, gaben durch ihre Demon- Leib eines Verurteilten, aber entehrend sind sie für unsere Und es sind nicht nur die oſtelbischen Hüfer des ger- ftration das beste Zeugnis über die Stimmung des Voltes. Diese heutige Gesellschaft. Die zwanzig Peitschenhiebe bleiben brennend manischen Geistes, die Size, Plik-, Strach- und sonstigen ist namentlich erregt, weil wie ein Lauffeuer bekannt geworden ist, daß auf der Stirn unserer Kultur. Bike", denen im deutschen Rechtsstaate der feudale Ramm der Zuchthäusler" Gräf wegen einer Widersetzlichkeit, die in der Freiheit bedenklich schwillt, auch im westlichen Deutschland schießt zwischen Arbeiter und Unternehmer alle Tage vorkommt, sogar gepeitscht der agrarische Uebermut üppig empor, wie erst kürzlich die worden ist. Gräf, der im Zuchthause zu werden für den GoldAnnahme eines Gesetzes im anhaltischen Landtage be- und Politurleistenfabrikanten Dietrich arbeiten mußte, wurde von weist, das nicht nur bei Arbeitsverweigerung die zwangs diejem, nach seiner Erzählung, beim Arbeiten so gedrängt, daß er in weise zuführung" der Landarbeiter gestattet, der Erregung denselben schimpfte. Es wurde deshalb ein Verfahren sondern auch die Verabredung zur Arbeitseinstellung mit Ge- gegen ihn eingeleitet und zwanzig Peitschenhiebe waren die Strafe, fängnis bis zu einem Jahre bestraft. Gegenüber solchem Rückfall in die dem auf den„ Bock" Geschnallten in turzen Zwischenräumen vom die schönen Zeiten der Hörigkeit muß der von den Konservativen Aufseher und Oberaufjeher versetzt wurden, sodaß sein Jammern den des preußischen Herrenhauses fürzlich eingebrachte Raum erfüllte. Die Erzählung dieser Prügelprocedur im Zuchthause, Antrag, die Regierung möchte ein Gesez vorlegen, das die Gräf ausstehen mußte, hat natürlich nur bewirkt, daß die Massen ländliche Kleinbesigstellen schafft zur Verleihung der Bergleute im Ruhrrevier umsomehr ihre Märtyrer verehren und an außerpreußische Reichsangehörige" und die Zersplitterungsversuche der Unternehmer an dem einigen Willen „ Ausländer", beinahe noch als einer der zahmeren unter der Arbeiter zerschellen. den agrarischen Herzenswünschen gelten. Das Rentengüter- Gesetz hat die Erwartungen der Herren Agrarier nicht erfüllt, und auch die von der Regierung so zuvorkommend gestattete Massen Einfuhr polnischer und galizischer Landarbeiter vermag dem Mangel an Arbeitern auf den großen Gütern nicht abzuhelfen. Selbst diese an spruchslosen Arbeiterschichten vermögen das idyllische Leben und die liebevolle Behandlung auf den östlichen Latifundien nicht zu verdauen. Haben sie erst Erfahrungen gesammelt, dann lassen sie sich nicht wieder anwerben, dann ziehen sie weiter nach den westlichen Gegenden. So sind die Agrarier gezwungen, auf andere Mittel zu sinnen, sich recht genügsame und willfährige Arbeiter zu verschaffen. Wie schön, denken sie, wäre es nicht, wenn der fürsorgliche Staat in Erbpacht zu verleihende Kleinbesigstellen schüfe, die dem Besizer resp. Pächter selbst bei den allerbescheidensten Lebensansprüchen tein Austom men gewährten und ihn zwängen, sich auf den adeligen Gütern Lohnarbeit und Neben. berdienst zu suchen. Das wäre eine Hebung des Ostens", die uns, den Edelsten der Nation, viel besser zusagt, wie die furiofen Pläne des industriefreundlichen Oberpräsidenten, zumal wenn gesetzlich festgelegt würde, daß diese ländlichen Kleinstellen nur an Nichtpreußen und Ausländer weggegeben werden dürfen: an Leute, die von uns abhängig und willig find, und die man, wenn sie nicht Ordre parieren, abschieben tönnte. Zwar sind wir Hüter des germanischen Geistes an der Ostgrenze und Wahrer der altpreußischen Traditionen, aber im vorliegenden Fall bringt beides nichts ein. Und überdies, was bermag die Einfuhr polnischer Arbeiter zu schaden, ja, wenn es polnische Schweine wären, das wäre gefährlich. So ein polnisches Schwein schädigt unter Umständen unsere ganze agrarisch germanische Hochkultur. Natürlich darf uns die Geschichte nichts fosten. Wir geben fein Land her. Mag doch der Staat dazu Teile der Staatsdomänen verwenden, sequestrierte Güter ankaufen, oder, noch besser, uns unsere unrentablen Vorwerke und Landparzellen abkaufen, die wir gerne los fein möchten, selbstverständlich zu recht hohen Preisen. Noblesse oblige, Adel verpflichtet. Zuchthauserinnerungen unseres Genossen noch folgende Einzelheiten: Die Rheinisch- Westfälische Arbeiterzeitung" berichtet aus diesen wenden. Es wird an maßgebender Stelle versichert, daß alle NachEine hiesige Korrespondenz weiß zu melden: richten über eine Erörterung bezüglich der Bertagung( einschließlich Schließung) des Reichstages verfrüht sind. Man kann vorläufig noch nicht übersehen, wie viel von dem vorhandenen Arbeitsstoff bis Pfingsten erledigt werden kann. Auch haben die Regierungen noch nicht erkennen lassen, welchen Wert sie auf die augenblickliche Durchberatung der einzelnen Vorlagen legen. Es wird 11. A. angenommen, daß namentlich die Novelle zur Invaliden- Versicherung noch sehr viel Zeit in der Kommission erfordern wird, bevor sie spruchreif dem Plenum zugehen kann. Der in Aussicht gestellte Nachtragsetat hat einen großen Umfang genommen und wird demnächst dem Reichstage zugehen. In Betreff des Gesetzes zum Schnke der Arbeitswilligen ist dies wieder sehr zweifelhaft ge= worden. " Weniger Eingeweihten wollen wir aufflärend mitteilen, daß in Zuchthäusern ebenso wie in der goldenen Freiheit der Kapitalismus der oberste Herrscher aller Dinge ist. Die mit der Zuchthausstrafe verbundene Bwangsarbeit geschieht nicht für die Anstalt oder den Staat, sondern für einen Privatunternehmer, der der AnEin tüchtig gepfefferter Nachtragsetat scheint also sicher ftalt hierfür für jeden Arbeiter zwischen 65 und 90 f. täglich zu erwarten. Ganz unsicher steht es dagegen um das vielbergütet. Die Zuchthäusler erhalten davon fünf Pfennige, berüchtigte Zuchthaus Gesetz". Stommt es oder kommt es rüdfällige Sträflinge zweieinhalb Pfennig. Dieses Geld nicht? Die in solchen Dingen gut unterrichteten Berl. Pol. dürfen fie sparen oder zum Kauf von Busagnahrungsmitteln ver- Nachr." sagten kurz vor Ostern, das Gesetz werde bestimmt So wenig nun der Bächter der Arbeitskraft den Bucht gleich nach den Osterferien im Reichtage eingehen. Seitdem häuslern zahlt, so, verlangt er doch volle Arbeitsleistung und wird find wieder fast zwei Wochen verstrichen und jetzt soll es wieder fehr ungemütlich, wenn ein Sträfling fein Pensum nicht erfüllt oder die Arbeit nicht nach Wunsch ausführt. Das sollte Gräf bald zweifelhaft geworden sein, ob das Gesetz demnächst" dem erfahren. Infolge seiner Seräntlichkeit er machte u. a. auch ein- Reichstage zugehen wird. mal Rippenfellentzündung durch vermochte er mehrmals seine Arbeit nicht völlig zu bewältigen. Er erhielt mehrfach Arrest, eine Strafe, die dem strengsten Arrest beim Militär ent spricht. Als Kost giebt es im Arrest nur Wasser und Brot. Ein Bett weist die Arrestzelle nicht auf. Gräf wurde fünfmal mit Arrest bestraft und hatte 58 Tage abzumachen. Aber es tam schlimmer. Wir begreifen die Peinlichkeiten, welche das kommende Buchthaus Gesetz den Regierungsmännern bereitet, und die Lesart mag einige Wahrscheinlichkeit für sich haben, daß das Gesetz spät genug erscheinen wird, um einer gründlichen Durchberatung und Erledigung überhoben zu sein. Immer hin liegt es uns völlig fern, auf solche Mutmaßungen hin Die ersten zwei Jahre arbeitete nämlich Gräf für die Gold- die Angelegenheit leicht zu nehmen. Im anhaltischen Landund Politur Leiftenfabrit Dietrich in Werden. Das Polieren ist tage wurde jüngst binnen acht Tagen ein Ausnahmegesek fein leichtes Geschäft. Unausgesetzt muß der Arbeiter mit seinem gegen die Landarbeiter eingebracht, beraten und fertig gestellt. Polierlappen an den drei Meter langen Leisten auf und nieder Vielleicht hofft die Regierung den Reichstag überrumpeln und laufen, so daß er abends seine Füße spürt. Als Gräf vom Kauf die Liebesgaben für die Scharfmacher durchbrücken zu können, mann Dietrich immer und immer wieder angespornt wurde, lief ehe das deutsche Volt sich recht zur Wehr zu sehen im stande ihm einmal die Galle über und er titulierte den auf seinen Ber wäre. Freilich, wenn die Regierung solche Hoffnungen hegen dienst so erpichten Mann mit einem wenig schmeichelhaften Wort. Der Arbeitgeber- Paragraph. Im bürgerlichen Leben wäre dem sein Recht verfechtenden Arbeiter sollte, so wird sie arg enttäuscht werden. vielleicht im höchsten Falle gekündigt worden. Das Zuchthaus fennt so etwas natürlich nicht. Gräf wurde vielmehr vor das Disciplinargericht gestellt und zu zwanzig Peitschenhieben ver- Unsere Liberalen sind in großer Sorge wegen des urteilt. Dem Strafvollzug wohnten die Oberbeamten bei. Man Arbeitgeber- Paragraphen" in der lex Heinze, der bestimmt schnallte den Sünder auf den Bod fest und dann flatschte die ist, die Angestellten vor den Gelüsten ihrer Brotgeber zu Peitsche auf das Gefäß des Gefesselten nieder. Die Hiebe fallen nicht etwa hageldicht, wie mancher Neuling denken könnte, sondern schützen. Es giebt nichts Niederträchtigeres, als die wirtschaftnach jedem Hieb wird erst gewartet, bis der Geprügelte das Winden liche Macht zu mißbrauchen, um geschlechtliche Begierden und Zuden läßt und sich beruhigt. Die ersten acht Siebe bequem zu befriedigen. Aber die Liberalen denken anders, teilte ein Angestellter aus, der wegen feines bumanen Sinnes fie fürchten für ihre geliebten Arbeitgeber, und die„ Vossische " Post" Stilbruch. Warum hat auch Herr Witowski fein Verständnis für teutsches Dreschen! 3 Eine gegen Beitung" bringt einen langen wehleidigen Leitartikel, durch Deutsches Reich. den sie ihre Abonnenten und Inserenten vor den Gefahren des Arbeitgeber- Paragraphen zu schützen sucht. Die Bossin" ost" hatte sich mit der socialdemokratischen Ablehnung der EinSocialdemokratie und Socialreformer. Die ,, Münchener Der gereinigte Effer. Das infolge der bekannten Angriffe muß einen netten Begriff von ihren Kunden haben, daß sie tabung zum Berlepschschen Socialfongreß nicht einverstanden erklärt. gegen den Oberleutnant der Landwehr Dr. Effer eigeleitete fie für gar so gefährdet und schutzbedürftig hält. Jetzt erfährt nun unfer Münchener Partei- Organ aus einer nicht in militärgerichtliche Ermittelungsverfahren ist, Wenn man die Darlegungen des Berliner Hauptblattes Süddeutschland gelegenen Universitätsstadt, daß nach der Mitteilung wie wir erfahren, endgültig eingestellt worden. der Bourgeoisie lieft, so wundert man sich, daß sie nicht statt eines der beteiligten Gelehrten an einen Parteigenossen Herr Herrn Esser wegen erausforderung seines Gegners zum des überflüssigen Schutzes der weiblichen Angestellten gleich b. Berlepich wohl die Beteiligung von Socialisten aber nicht weifampf mit tötlichen Waffen verhängte Festungs. v. einen Schirmparagraphen für die bedanernswerten Unter- von Führern" gewünscht habe. Unter diesen Umständen, die der Strafe ist vom Kaiser im Gnadenwege in einen Tag Stubennehmer verlangt. Denn, man sollte nicht glauben, was für Fraktion wohl bekannt gewesen find, erscheint, so fügt das Blatt arrest umgewandelt worden. Wir teilten fürzlich die Anschuldigungen mit, die Dr. Wagner arge Geschöpfe die Frauen sind. Dem Kultus der edlen hinzu, allerdings der Fraktionsbeschluß in wesentlich anderem Lichte. Interessant wäre es nun noch zu wissen, ob die Herren Brentano, gegen Esser erhoben hat. Diese Anschuldigungen erwedten den EinWeiblichkeit, den man sonst in der guten Stube des gebildeten Berkner, Gombart usw. vom Vorgehen Berlepichs unterrichtet waren. brud, als beruhte sie auf guten Gründen. Dr. Effer wurde als und befizenden Bürgertums treibt, wird zur höheren Ehre Nach dem hisherigen Verhalten dieser Herren dürfte das kaum der renommistischer Afrika Münchhausen entlarvt, seine Schriften und Startenstizzen als Plagiate aufgededt. Wenn diese Anschuldigungen des heiligen Unternehmertums radikal abgeschworen. Man Fall sein. höre die folgenden Argumente für die Schädlichkeit jenes Für uns aber, nachdem wir von diesen Dingen, die der Fraktions- richtig und warum betritt der schwer Angeschuldigte nicht den Paragraphen: beschluß verschwieg, Kenntniß haben, obliegt kein Zweifel mehr, daß sonst gern betretenen Weg eines Säuberungsverfuches bor offenem " Manche Arbeiterin, manche Verkäuferin wird sich einreden, die Fraktion unter sothanen Verhältnissen nicht anders handeln Gericht, so ist die Einstellung des militärgerichtlichen Verfahrens daß ihr Arbeitgeber sie zu unzüchtigen Handlungen verfonnte. Und wir glauben, mit der Annahme nicht fehl zu gehen: nicht zu verstehen. Ueber diese Angelegenheit dürfte noch nicht das letzte Wort ges Ieiten wolle; fie wird sich ebenso einreden, daß der Die Beteiligung würde sehr wahrscheinlich erfolgt sein, wenn die sprochen worden sein. Arbeitgeber ihr Nachteile androhe oder Bor- Einladung in forretter, mit der Würde unserer Partei verträglicher brobe ober Einladung in forretter, mit der Würde unserer Partei verträglicher sprochen worden sein. teile verheiße, und die Denunziation kann vollkommen in Weise ergangen wäre. Aus Seffen.( Eig. Ber.) Eine Niederlage Holte sich die Ne gutem Glauben erfolgen. Freilich kann dann die Strafanzeige Staatliche Arbeiterfürforge. Dem preußischen Landgierung bei Beantwortung der Interpellation Cramer, betreffend bie Arbeiterverhältnisse bei der Main- Neckar- Bahn. Von allen bes Hauptverfahrens abgelehnt wird? Und endlich, wer bürgt, tage stieben ein aur Berbeijerung der Wohnungszurückgewiesen werden. Aber wer bürgt dafür, daß die Eröffnung tage ist soeben eine Vorlage zugegangen, welche die Bewilligung Warteien wurde zugegeben, daß die vorgebrachten Beschwerden wenn es zur Verhandlung kommt, für die Freisprechung? Selbst verhältnisse von Arbeitern, die in staatlichen Betrieben( monatliche Lohnzahlungstermine, Nichteinstellung von Arbeitern, die 40 Jahre alt sind, sowie gewisse Maulkorb- Paragraphen der in dem günstigsten Falle fann ein Arbeitgeber durch Den beschönigenden Ausdie Strafanzeige und die Plackereien und Klatschereien beschäftigt sind und von„ gering befoldeten Staatsbeamten" und Verdächtigungen, die ihre Folgen find, zur Ver- zum Inhalt hat. In der Vorlage werden als weiterer Betrag der Arbeitsordnung) gerechtfertigt feien. Mehrheit der Kammer der Meinung, daß die Beseitigung der ge= zweiflung gebracht und um sein Lebensglück betrogen werden. Staatsregierung fünf Millionen Mark zum Bau von Arbeiter- und führungen des Regierungsvertreters gegenüber war die große Das gilt von den Gewerbetreibenden, die weibliche Angestellte be- Beamtenwohnungen zur Verfügung gestellt. schäftigen; das gilt von jedem Bürger gegenüber dem Dienst- daß aus den früheren Bewilligungen des Landtages in den Jahren Der Vorlage ist eine Denkschrift beigegeben, aus der erhellt, rügten Mißstände dringend geboten sei. Chronik der Majestätsbeleidigungs- Prozesse. mädchen; das gilt in hohemi Maße von den Gutsbesitzern auf dem Von der Bonner Straffammer wurde der Schlosser Lande gegenüber ihren Mägden. Es ist eine mur beim ersten An 1896, 1897 und 1898 Wohnhäuser in 34 Orten erbaut und der Beblid verwunderliche Erscheinung, daß die Agrarier in dieser Frage gesamt 776 Wohnungen hergestellt, von denen 258 in vier Räume, fängnis verurteilt. Ein zweiter Fall wegen desselben Ber zung übergeben worden sind. In den genannten Orten sind insüppelshäuser aus Ruppichteroth zu drei Monaten Gefür die sonst von ihnen mit Inbrunst bekämpften Bazarinhaber 351 in drei Räume, 172 in zwei Räume eingeteilt find. Der Kochgchens betraf den Schriftsteller Ferdinand Heiman aus Kammerich, und Konfektionäre und sonstigen Großkaufleute, die weibliches raum ist dabei überall als Raum mitgerechnet. Zu jeder Wohnung der fünf Monate Gefängnis erhielt. Bersonal beschäftigen, eintreten. Sie wissen, weshalb sie es thun, gehört ein Keller, ein Bodenraum nebst Anrecht auf Benutzung des TrockenDenn fie tennen die Verhältnisse auf zahlreichen Gütern und bodens. An manchen Orten sind besondere Waschküchen eingerichtet. Biel of erscheinenden Oberfräntischen Boltszeitung" entnehmen wir Biel- Majestätsbeleidigung aus Preußenhaß. Der in wiffen, daß der Arbeitgeber- Paragraph dort in der That zu massen fach ist den Wognungen ein Stück Gartenland zugeteilt. Die Mieten find folgendes: Der immer weiter um sich greifenden Majeſtätshaften Strafanzeigen führen fönnte." auf insgesamt 11 230 M. festgesetzt. Sie sind nach den einzelnen Herr Stephany scheint plötzlich ein starkes Mißtrauen arten recht verschieben. Sie betragen im Durchschnitt für eine größere, widmen, zumal in solchen Prozessen mitunter einzelne Personen sehr beleidigungsepidemie muß die Presse ihre ganze Aufmerksamkeit gegen die Gerichte und gegen eidliche Zeugenaussagen zu eine mittlere und eine kleine Wohnung 186 m., 141 m. 851/3 M. Die hegen. Solche Weiber reden sich ebenso leicht zuchtlose Häuser sind für Arbeiter und Beamte der Eisenbahnverwaltung, der 3 weifelhafte Rollen spielen. Der im hiesigen Landgericht auf der Anklagebant Plaz nehmende Tagelöhner Peterkoppen Drohungen und Handlungen ein, wie Chefredacteure gelegent. Bauverwaltung und der Bergverwaltung erbaut. Am meisten kommen städter von Gelb hat als bayrischer Soldat den Feldzug 1866 lich die Unfähigkeit von Mitredacteuren. Suggestion ist alles! Arbeiter und Beamte der Eisenbahnverwaltung in Betracht. mitgemacht und will bei dieser Gelegenheit im Das Leben ist ein Traum, und welches Weib wäre im stande, M. worüber er sich heute noch bei besonderen Gelegenheiten Die in der Vorlage geforderten fünf Millionen find in ihrer wahrhaft zu wissen, ob man ihre Ehre angreift, sofern Verwendung bereits bis auf einen Betrag von 571 710 W. festgelegt. mit preußischen Soldaten schlechte Erfahrungen gemacht haben, wahrhaft zu wissen, ob man ihre Ehre angreift, sofern Für die Bauverwaltung sind davon 110 000 m., für die Berg über die Maßen aufregt. Am 24. Januar d. J. fam er auch zu nämlich der„ mann" ein Arbeitgeber ist. Also nicht nur die Frauen können sich bei der„ Bossi berwaltung 325 000 W., der Rest von nahezu vier Millionen ist für einer berartigen Aufregung, zu welcher ihm eine am Vormittag ge die Eisenbahn- Verwaltung vorgesehen. fchen Zeitung" für die gute Meinung bedanken, die man dort Es unterliegt feinem Zweifel, daß die Vorlage vom Landtage machte Bierreise sehr verhängnißvoll werden sollte. Rachmittage von ihnen hegt. Auch die städtischen Unternehmer werden sehr angenommen werden wird. Die Herren, die die Bevormundung der gegen 2 Uhr fehrte er nochmals in die Wirthschaft ein, in welcher der Versicherungsinspektor der Gesellschaft Vittoria Herr Prell entzückt sein, daß sie mit den sonst so gehaßten Agrariern auf Arbeiter auf die Spize treiben, find ja unter sich. Von unseren Ge- mit einigen Herren aus Asch faß. Der Angeklagte geriet mit dem eine Stufe gestellt werden. Wer etwa das Sammelwerk über noffen figt leiber feiner im Landtage, er würde sonst der Regierung Brell in Streit, da er seine Kinder versichert hatte und seit acht die geschlechtlich- sittlichen Verhältnisse auf dem Lande kennt, und den Junkern das ungenügende dieser Arbeiterfürsorge lar Wochen keine Beiträge abgeholt worden waren. Hierauf gebrauchte K. weiß in der That, warum selbst die sonst so Keuschheits- machen, die in heutiger Zeit noch die mißliche Seite hat, daß der weiß in der That, warum selbst die sonst so feuschheitsarbeiter mir noch abhängiger wird und dem Arbeitgeber Staat"( die Hauptagentur der Bittoria ist in Berlin), ob nuu absichtlich oder beleidigende Aeußerungen über die Preußen, speciell die Berliner schwärmende Deutsche Tageszeitung" starke Bedenken gegen nicht nur seine Arbeitskraft, sondern sein ganzes Selbst, seine Gesicht, das mag dahingestellt bleiben; der Versicherungsinspektor führte Hauptagentur der Viktoria ist in Berlin), ob nuu absichtlich oder den Schutzparagraphen hat. Aber selbst das Organ des fimmung und was er sonst noch an idealen Gütern befigt, ver- den Angeklagten auf das schlüpfrige Gebiet des MajestätsbeleidigungsBundes der Landwirte wird nicht die Behauptung wagen, taufen muß. daß sich die Mädchen auf dem Lande die Anfechtungen just einreden. Ein besonders einfältiger Einwand ist, daß man die von uns geforderte Bestimmung deshalb für verwerflich hält, weil fie zu böswilligen Denunziationen Anlaß geben könnte. Jede Strafbestimmung bietet die Handhabe für Denunziationen, und man müßte das ganze Strafgesetzbuch streichen, wenn man Denunziationen vermeiden will. Die christlichen Brüder. im Verkehr Paragraphen, indem er sagte: Beleidigen Sie die Berliner nicht, denn da wohnt auch der Kaiser", worauf dann die Majestätsbeleidigung fiel. Der Angeklagte, welcher zur Zeit der That start betrunken war, will auch noch von Brell start gereizt worden fein, indem letzterer ihn mit dem Fuße gestoßen habe. Mildernde Um stände wurden ihm zugebilligt, weshalb er mit vier Monaten Ausland. Wie Herr v. Miquel den Mittelstand rettet. Herr v. Miquel empfing am Freitag eine Abordnung des Centralverbandes der Vereine selbständiger Gewerbetreibender, die ihm eine Denkschrift über die Lage der fleinen und mittleren Gewerbetreibenden gegenüber den Warenhäusern überreichte. Der Vizepräsident des Staatsministeriums betonte, wie sehr der Regierung die Erhaltung eines Gefängnis davon kam. gefunden gewerbethätigen Mittelstandes am Herzen liege; sodann sprach er sich über den in Vorbereitung befindlichen Gesezentwurf zur Besteuerung der Waren= Es ist ein entzückendes Schauspiel: Börsenliberale und häuser aus. Er wies außerdem auf die Vorteile Das nene belgische Wahlgesetz. Ostelbier Arm in Arm geeint zum Schutz der Unternehmer hin, die den kleineren und mittleren Gewerbetreibenden Brüffel, 20. April, gegen die frohndenden Frauen! Die Sittlichkeit muß dem aus dem Zusammenschlusse zu Kredit und Ein Soeben wurde das Wahlgesetz von dem Minister des Innern, Volfe erhalten werden, gewiß, aber nicht auf Stosten der aufsgenossenschaften erwachsen fönne. Schließlich empfahl Herrn Gollaert, im Barlament niedergelegt. Es ist noch Arbeitgeber; in diesem Grundsake ist der bürgerliche städtische Herr v. Miquel die Bildung derartiger Einrichtungen und gab die schlimmer als man allgemein vermutete. Die Vorlage ändert nichts Liberalismus und die junkerliche ländliche Reaktion einig. Versicherung ab, daß die Preußische Central Genossen- in 35 Wahlkreisen und führt die proportionale Vertretung ein in schaftskasse den Vereinen der Gewerbetreibenden nach wie vor sieben anderen. In den Kreisen, welche 6 und mehr als 6 AbEntgegenkommen beweisen werde. geordnete wählen Brüssel, Antwerpen, Gent, Lüttich, Charleroi, Wir vermuten, die Gewerbetreibenden werden nun bald von Mons, Löwen wird die proportionale Vertretung angewendet, In Bochum ist, wie wir schon furz mitgeteilt hatten, ein der Mittelstandsrettung" der Regierung genug haben. Sie werden weil da die flerifale Partei im allgemeinen eine Minderheit bildet; evangelischer Bergarbeiter Verband" in der einsehen, daß Herr Miquel zwar viele schöne Worte im Munde führt, und so wird fie, als Minderheit, dank dem proportionalen System, Gründung begriffen. Die katholische Köln. Volks- 8tg." läßt ihren daß aber die kleinen Gewerbetreibenden trok aller Erwägungen, doch vertreten sein. Aerger darüber in den Worten ausklingen: Vorbereitungen und Gesetzesvorlagen in ihren wirtschaftlichen Ver- Aber da wo die Socialdemokraten im allgemeinen in der Minder" war besteht schon ein Gewerkverein christlicher Berg- hältnissen noch nicht einen Schritt vorwärts gebracht worden find.heit find, da wird am Wahlrecht nichts geändert. Die Minderarbeiter, aber der vertritt angeblich die Interessen der Zentrumspartei und hat ultramontane Allüren". Deshalb muß ein„ evangeliDie Poft" regt sich über die„ haltlosen Bemängelungen" auf, heiten sind also vertreten, wo die Klerikalen Minderheit sind, aber fcher Verband" gegründet werden, der„ bas evangelische Bewußtsein die der Delegation des Herrn v. Stengel zum Friedenskongreß zu bie Minderheiten sind nicht mehr vertreten, wo die Liberalen, freiweg entfaltet". Das Bedürfnis" nach dieser Gründung ist teil geworden sind. Kultur ohne Strieg ist ihr ein Unding. Die Radikalen, Socialdemokraten und chriftlich- socialen Minderheit sind. Die Regierung weiß ganz gut, daß mit dem Majoritätssystem offenbar der tonfeffionellen Engherzigkeit und un- Post", die jetzt auf Stengel schwört, hat in den letzten Monaten duldsamkeit entsprungen, die sich in der Gemeinschaft fatho- cine wunderbare Wandlung durchgemacht. Denn als das Friedens- das Kartell in 1900 die Bezirke Brüffel( 18 Abgeordnete, wahr lischer Arbeiter unbehaglich fühlt und mit Neid und Eifersucht manifeft erschien, war es gerade dies Blatt des Herrn v. Stumm, scheinlich felbft 22), Antwerpen( 11), und Gent( 9) wahrscheinlich auf die katholischen Stivalen" blidt. Diese fleinliche fonfeffio- das die humanitäre Großthat des garen begeistert pries. In gewinnen werden, und so wir Socialdemokraten, mit der uns genelle Scheelsucht hat sich ja schon längst bemerkbar gemacht. Der zivischen scheint der" Post" die alte Ansicht mittels eines Einbruch sicherten Philippenille( 2) und Nivelles( 4) die legale Majorität im chriftliche Gewerkverein hat längst nicht die Stärke, die man biebstahls gestohlen worden zu sein. Hoffentlich sind Thäter und Parlament erlangen würden. Darum wollen die Kleritalen hier allein mit uns teilen. ihm wünschen muß, wenn er für die Arbeiter etwas Positives er- Hehler bereits verhaftet. reichen und der socialdemokratischen Bergarbeiter Organisation das Gegengewicht halten soll. Die Gründer bes evangelischen Verbandes" scheinen selbst zu fühlen, daß fie nur eine neue Berjplitterung und damit eine Schwächung der christlichen Bergarbeiter gegen über den socialdemokratischen herbeiführen werden. Deshalb stellen sie die Behauptung auf, gerade die reinliche Scheidung bon katholischen und protestantischen Arbeitern werde dem neuen Verbande viele Mitglieder zuführen und sie der Socialdemokratie abspenstig machen. Beide christliche Vereinigungen könnten dann leicht gemeinsam operieren und gegen den socialdemokratischen Verband vorgehen. Die Gehässigkeit, mit der die Gründer in ihrem Aufrufe den be stehenden christlichen Gewerkverein so reichlich bedenken, läßt auf alles eher als auf die Absicht gemeinsamen Vorgehens schließen. Die Neugründung wird mir eine 8ersplitterung der christs lichen Bergarbeiter zur Folge haben, über die sich allein die Social demokratie freuen wird." 11 Das, was das Katholikenblatt von Bersplitterung" und Schwächung" sagt, ist ohne Zweifel richtig, aber nicht bloß richtig für die evangelische Neugründung, sondern ebenso für die frühere katholische Verbandsgründung. Auch die Katholiken find den Bergleuten in den Rücken gefallen, haben eine Schwächung und Bersplitterung des alten Verbandes beabsichtigt. Den Gefajorenen wie den Gescheitelten fommt es, wie aus obigem deutlich hervorgeht, nicht auf Bekämpfung der Unternehmer an, sondern auf die Schwächung des socialdemokratischen" Verbandes. Ausdrücklich wird ba bestätigt, daß der katholische Gewerfverein ein, Gegen gewicht" gegen den socialdemokratischen" Verband sein soll. Und auch der neue Verein soll nur dem alten Verband Mitglieder abspenstig" machen, bei welcher Aufgabe die beiden Brüder in Chrifto gemein sam operieren" wollten. Die Vorlage enthält eine weitere Berfchlechterung durch die Bes Stimmung, daß in den sieben großen Streifen, in denen die Sozialisten und Liberalen die Mehrheit haben, die verhältnismäßige Vertretung in der Weise zur Anwendung gebracht werden soll, daß nur die Kandidaten, die ein Sechstel aller Stimmen erhalten haben, zur Verteilung der Sige zugelassen werden. Jede Wie war es um die vier öffentlichen Versammlungen, die im Barteiliste, die nicht ein Sechstel aller Stimmen erlangt hat, fällt nationalen Lager abgehalten wurden, bestellt? Die Zuhörerschaft aus. Ein Kandidat, der für sich allein auftritt, gilt als Liste. Das stieg von etwa 60 Personen am ersten Abend glücklich auf etwa Gesetz bestimmt die Art der Verteilung der Size. Nach Fest200, einschließlich der demokratischen Gegner, die in der letzten stellung des Wahlergebnisses werden für die Liste jeder Bersammlung erschienen waren. In der That, ein frostiger Partei die drei Kandidaten, die nächst dem Gewählten die Empfang! Man hatte nicht einmal Lust, mich fennen meisten Stimmen erhalten haben, als Erfagmänner berzu lernen. Man wollte sich mit mir überhaupt fündet, sodaß, wenn ein Deputierter oder Senator dieser Witowskis Totenklage zur Nachwahl im zweiten Berliner Bahltreise hallt durch dreieinviertel Spalten der Kreuz Beitung" Der Kandidat kann sich von seinem Schicksalsschlag nicht erholen und zornig und schmerzvoll zugleich lieft er seinen Anhängern, die ihn schmählich verrieten, den konservativen Urtert: nicht befassen." Witowstis ganzes Unglüd war, baß er nicht die manieren des Dreschgrafen Bückler annehmen wollte: Ja, Judenheze, die hat in meinem Programm gefehlt! Mit Schmähungen und Dreichflegeln hätte ich losschlagen müssen, dann hätte ich fene mir fehlenden 6000 Stimmen gehabt, tros des Mißtrauens gegen den hohen Herrn" trotz der getränkten Eigenliebe, die sich bei der Auswahl des Kandidaten nicht genügend berücksichtigt fühlte. Dafür hätte ich aber die Achtung vor mir selbst verloren als Christ und als Mann, der nicht für Bhrafen, sondern für sachliches Handeln erzogen ist. Wie, hätte ich etwa den Haß und die Volkswut auf rufen sollen gegen den jüdischen Teil der Bevölkerung, während ich unter dem Beifall der Zuhörer die Anwendung der vollen Schärfe des Gesetzes gegen die socialdemokratischen Hezer und Wühler verlangte, die zum Klaffenkampf aufreizen!" Und dabei ist der Mann ein guter Tivoli- Antisemit. Er mag die Juden nicht, aber bloß dreschen will er sie nicht. Witowski hat wahrlich eine vorzügliche Meinung von den geistig- moralischen Eigenschaften der Berliner Rettungsgesellschaft für Religion, Ordnung und Sitte! fieben Wahlkreise stirbt oder sein Mandat niederlegt, sofort der Ersagmann seiner Partei an feine Stelle tritt. Damit will man vermeiden, daß bei Nachwahlen die Oppositionsparteien, namentlich bie Socialdemokraten, Wahlagitation entfalten tönnen. Das Projekt eines reaktionären Ministeriums hat das ganze Land in große Aufregung verfest und sämtliche anti- fleritale Parteien haben sich zu gemeinsamem Widerstand vereinigt. Schweiz. Bern, 20. April.( Eig. Ber.) Wie sehr auch in der Schweiz die Erforderniffe des Militarismus auf die Finanzlage drücken und in einem schreienden Mißverhältnis zu den dringendsten Auf gaben der Socialpolitik stehen, lassen die Mitteilungen aus dem Bundesratshause erkennen. Für Anschaffung neuer Kanonen werden 16 bis 18 Millionen Franten gefordert in derfelben Zeit, da die Gesegesvorlagen, betreffend die Kranten. und Unfallversicherung, wegen Mangel an Mitteln feit einem halben Jahre schon ad acta gelegt find. Die schweizerische Artillerie hat zwar nach der Versicherung der Fachleute ausgezeichnete Kanonen, die erst Ende der achtziger Jahre angeschafft wurden, aber die Versuche mit dem Modell eines neuen Schnellfeuergeschüzes find Nicht im Interesse der Arbeiter, sondern für die Unternehmer und bestimmte politische Parteien sind bezw. werden die Verbände Die Staatsbürger- Beitung" findet, daß Herr Bitowski der geschaffen. Und den alten Verband, der allein thatkräftig für die antisemitischen Bewegung verständnislos" gegenüberstehe. Besonders beendet und da find jene für das alte Eisen reif. In der demos Bergarbeiter eintritt, fährt man fort, als socialdemokratisch" zu empört aber ist fie mit Recht über ben Vorwurf, der Anti- fratischen und socialistischen Bresse nimmt man die Nachricht recht verschreien, trotzdem die Führer desselben bei jeder Gelegenheit-semitismus scheine sich zu einer antigouvernementalen Demokratie- böse auf und übt an diefem militärischen Plane Stritit; allein wenn faft überlaut- fundgeben, daß der Verband mit der Socialdemo- ohne Junkerauszubilden. Wir verbitten es uns", erklärt das man weiß, daß die schweizerische Bundesversammlung alle mili fratie nichts zu thun haben will, andererseits auch erklären, die Hilfe Blatt großartig, unsere deutsche und königstreue Gesinnung an tärischen Forderungen bewilligt, so ist nicht daran zu zweifeln, hernehmen zu wollen, woher sie auch komme. taften zu laffen". Gegen dieses Deutsch wirkt zwar das Mauscheln daß auch die nötige Summe für die Schnellfeuergeschütze bewilligi wie die reinfte Sprache Goethes aber der Born entschuldigt den wird. Basel, 20. April.(Eici.©er.) Am 29. und 80. April finden fiier die KantonS- und RegierungsratS-Wahlen statt. Der� Kantonsrat bestand bisher aus 76' Freisinnigen, 43 Liberal- Konservativen, 9 Soeialdemokraten und 4 Katholisch- Konservativen; der Regierungsrat aus je 3 Freisinnigen und Konservativen, sowie dein seiner Zeit von den Soeialdemokraten voierten und dann gewählten unabhängig- freisinnigen Herrn Reese. Unsere Genossen haben auf die Wahlen hin ein sehr umfangreiches Arbeitsprogramm aufgestellt, das in 6 Abteilungen zerfällt und ins- gesamt nicht weniger als 69 Postulate enthält. Die Abteilungen find: Allgemeine Soeialpolitik, Ausbau des öffentlichen Rechts- Wesens, allgemeines Unterrichtswesen, Wohnungswesen und Gesund- heitspflege, Finanz« und Steuerwesen und schließlich»formal- politische Postulate".— Frankreich. Eine Niederlage der Regierung. PariS, 20. April.(Eig. Bei.) Der Prozeß gegen die Ligen bat uiit einer Schlappe für die Regierung geendet. Selbst das ge- fügige Zuchtpolizeigericht konnte nicht anders als auf eine rein for- male Strafe erkennen. Die beiden bisher abgeurteilten Ligen, die revisionsfreundliche»Liga der Menschenrechte" und die general- stäblerische„Liga des französischen Vaterlandes" wurden in gleicher Weise zu der Minimalstrafe von 16 Fr. Buße»verurteilt", die sie überdies nicht zu zahlen haben werden, da ihnen die Klausel der be- dingten Verurteilung zugebilligt wurde. Noch mehr. In der Be- griiudung des Urteils spricht das Zuchtpolizeigericht deutlich aus, daß die Regierung mit der Einleitung des Prozesses einen brutalen Willkiirart begangen hat. Es heißt da: Die Angeklagten„durften hoffen, die Duldsamkeit zu genießen, die gewissen anderen Vereinigungen zu teil geworden, die sich trotz der Unregelmäßigkeit ihrer Konstituierung (das Fehlen der behördlichen Bewilligung), öffentlich bethätigen. Selten hat die Exekutivgewalt das Gesetz so willkürlich an- gewendet, wie im gegebenen Fall. Der Artikel 291 des Strafgesetze buches,'der jede Vereinigung von mehr als 20 Mitgliedern zu»religiösen. litterarischen, politischen oder anderen Zwecken" von der be- hördlichen Vewilligung abhängig macht, ist in der Praxis seit dem Bestehen der Republik gänzlich hinfällig geworden. Das ist auch der wichtigste Grund, warum das VereinSrecht bisher nicht gesetzlich ge- währleistet ist. Nur die beruflichen Vereinigungen lGewerischasten und Unternehmer- Organisationen) sind durch das Gesetz von 1884 ausdrücklich der Wirkung des Art. 291 entzogen worden. Niemand aber kehrte sich an diesen Artikel, der sozusagen stillschweigend für abgesckiafft erklärt wurde. So konnten die Ministerien der dritten Republik unzählige Mal ein Gesetz über das Vereinsrecht versprechen. ohne zur Einhallnng des Versprechens gezwungen zu werden. Es gehörte ein Dupuh dazu, um unter diesen Umständen den Art. 291 auszugraben und ihn obendrein nur gegen einige wenige der zahllosen„ungesetzlichen" Vereinigungen anzuwenden. Das Vor- gehen erscheint noch schöner, wenn man weiß, daß derselbe Dupny in feinem Ministerprogramm ebenfalls ein Gesetz über die Gewährleistung des Vereinsrechts versprochen hat -lächerliche Prozeh daS Gute 0 Jahren Republik endlich zu Vielleicht hat übrigens der gehässti zur Folge, daß daS Vereinsgesetz nach: stände kommt. Es sei noch erwähnt, daß Senator Trarienx, der Vorsitzende der-Liga der Menschenrechte", nicht verfolgt wurde. Eine Steigerung der Willkür, die sich eingestandenermaßen dadurch erklärt, daß die Regierung sicher war, die Genehmigung des Senats zur Verfolgung Trarieux' nicht erlangen zu können. Der jämmerliche Dienstbote DupuhS, Justizminister Lebret, äußerte fich in diesem Sinne au der Senatstribiine. So endet denn die Haupt- und Staatsaktion des.starksäustigen' Dupuy unter allgemeinem Hohngelächter. Sie hat aber ihren Zweck nichtsdestoweniger erreicht. Dupuy war eS nämlich nicht um ihren Ausgang zu thun, sondern einzig um ihre Einleitung. Un mittelbar nach dem Putsch DöroulödeS galt es, die republikanischen Elemente durch eine geräuschvolle Mtion zu beschwichtigen, die »republikanische Wachsamkeit' der Regierung im schönsten Lichte erstrahlen zu lassen. DaS bot zugleich den Vor teil, die öffentliche Aufmerksamkeit von den generalstäblerischen Umtrieben gegen die Republik ablenken zu können. Anstatt die Generalstabsliga des»französischen Vaterlandes" und die anderen prätorranischen Ligen«die bonapartistische und die antisemitische) wegen ihrer erweislich verschwörerischen Hand l u n g en zu verfolgen, griff Dupuy zu deren Verfolgung wegen unregelmäßiger Konstihiiemng. Andererseits bot diese forniale Verfolgung die Möglichkeit, auch die republikanische„Liga der Menschenrechte" in den Prozeß zu verwickeln— eine unschätz bare Möglichkeit für Dupuy, der sich dadurch die Nachsicht der prätorianischen Ligen— seiner.Regierungstruppen" nach dem treffenden Ausdruck des Generalstäblers Franko is Coppee— sicherte. DaS Ganze ist ein Muster der ebenso plumpen wie skrupellosen Schlaubergerei der Regierungskunst Dupuys.— PariS, 22. April. Der„Figaro" veröffentlicht heute den Schluß der Aussagen der Schreibsachverständigen. Der Schreib sachverstänoige G o b e r t verteidigt sich dagegen, Indiskretionen in der Presse begangen zu haben, und schreibt diese dem Generalstab zu. Seit 1894 habe er an die Unschuld des Hauptmcknns Dreyfus geglaubt. Esterhazy sei sicherlich der Urheber des BordereauS Aehnlich spricht sich G i r h aus. D e l H o m m e hält die Schlußfolgerung seines Berichtes vom 24. Dezember 1897 aufrecht, daß Esterhazy nicht der Urheber des Bordereaus sei. E ouart und B a r i n a r d äußern sich ebenfalls zu Gunsten EsterhazhS; dagegen erklärt der Direktor der»Eeole des CharteS", Meyer, die Schrift des BordereauS sei von Ester- hazy. Mulinier versichert nach eingehendem Studium der Dommente, daß Esterhazy der Urheber des BordereauS sei. Der Journalist C h i n ch o I l e berichtet, daß er während des Prozesses Zola in einer Pause an einer Gruppe vorüberging, in der sich Ester- hazy befand. Er hörte Esterhazy sagen:„Sie langweilen mich schließlich mit Ihren: Bordereau. Nun wohl, ich habe es geschrieben, aber ich habe es auf Befehl gethan." Einige Minuten später hörte Chincholle, als er wieder an der Gruppe vorüberkam, Esterhazy sagen: »Man kennt die Knauserei des Generals Billot. Wenn er nur 80 000 Franks in einem Jahre gegeben hat, so geschah es gewiß, damit ich etwas dafiir leiste." Wie der»Matin" meldet, hat P a l ö o l o g u e gestern während der Konftontation mit dem General Chanoine die Original- depesche des MajorS Panizzardi vorgelegt, in welcher dieser erklärte, daß er keinerleiBeziehungen zuDrehfuS gehabt habe. Palöologue legte weiter mit Hilfe des Geheimschriften- »etzeS.t welches 1894 zur Entzifferung der Depesche PanizzardiS be- nutzt worden war, unzweifelhaft dar, daß die im Ministerium des Aeußem angefertigte Entzifferung die einzig richtige sei.— England. Im Unterhaus wurde bei der Erörterung des KriegSetatS Buchenaus Antrag, den Posten, betreffend neue Kasernen für die Truppen in Südafrika, abzusetzen, mit ISO gegen 80 Stimmen verworfen. Im Laufe der Debatte erklärte der erste Lord des Schatzes Balfour, der von verschiedenen Rednern vorgebrachte Gedanke, daß der Zweck der Kasernenbauten sei, auf die Mitbürger der Kapkolonie einen Druck auszuüben, sei lächerlich. Die Garnisonen und Äohlenstationen in der Kapkolonie wurden ebenso verstärkt, wie die anderen englischen Garnisonen und Kohlen- stationen. Diese Steigerung sei zum Teil der Erwägung der Rtöglichkeit dessen zuzuichreiben. was in anderen Weltgegenden sich ereignen könne. Es handele sich nicht um eine Frage interner An- gelegenheiten Südafrikas, auch liege in der Beibehaltung der Truppen daselbst keine herausfordernde Absicht.— London, 22. April. Wie die Blätter melden, habe R h o d e S die nöttgen Geldmittel zusammengebracht zum Bau einer Strecke der Kap-Kairo-Ciscnbahn, siir welchen er die Garantie der Re- giening nachgesucht hatte.— Spanien. Madrid, 22. April. ES ist unzutreffend, daß da? oberste Kriegsgericht den Admiral Montojo und den Ehe' des Arsenals vonCavite, Hauptmann S o r t o a, wegen des Verlustes des spanischen Geschwaders vor Manila zum Tode verurteilt hätte; es erwartet noch wichtige Dokumente, bevor das Urteil gefällt wird.— Oberst Z anova,' der aus der Armee ausgeschlossen wurde, verlangt eine allgemeine Untersuchung über den Feldzug auf Euba, ebenso General Gonzales Parato.— Im Mai beginnt die Rückbeförderung der Spanier von Mindanoa und Zamboanga.— Am Sonntag soll hier eine Versammlung statt- finden, um die Regierung aufzufordern, die Kricgstaxe auf- zuHeben.— Amerika. Washington, 22. April. General Otis gestern, seine Truppen seien reichlich versorgt, die und Verivundeten überschreite nicht den siebenten bestand es._ Die Neu-Organlsation der Gerichte in Berlin. ] Verwaltung unterordnet, so legt sie dadurch sicher kein Zeugnis für ihr Zutrauen zur Fähigkeit unserer Beamten ab. Daß statt des unbrauchbaren Stückwerks, das die Vorlage bietet, eine den Wirtschaft- lichen Interessen Berlins und seiner Vororte entsprechende Organi- sation vom Abgeordnetenhause geschaffen werden wird, ist leider kaum anzunehmen. Die Vorlage bedeutet Verschlechterung der Rechts- pflege, Vergeudung von Geld und Arbeitskräften und Belastung der Einwohner des„Wasserkopfs" Berlins und Umgegend— hin- reichende Gründe für die Junkerparlamente zur Annahme der Vorlage. telegraphiert von Zahl der Kranken Teil des Effektiv- Am Montag gelangt im Abgeordnetenhause ein Gesetzentwurf zur ersten Lesung, dessen Inhalt speciell Berlin und Berlins Um- gegend betrifft. Zur Zeit besteht in Berlin das Oberlandesgericht, betitelt Kammer- gericht, für die Bezirke der Landgerichte Berlin I. Berlin II. Kottbus Frankfurt a./O., Guben, Landsberg a./W., Potsdam, Prenzlau und Neuruppin. Dies Kammergericht soll in vollem Umfang und unter voller Beibehaltung seines jetzigen Zuständigkeitskreises beibehalten werden. Außer dem Kammergerichl bestehen in Berlin das Land gericht I und Amtsgericht I und das Landgericht und Amtsgericht II. Das Landgericht I'und das Amtsgericht I umfassen den Stadtkreis Berlin. Das Landgericht und Amtsgericht II liegen zwar in Berlin lHallesches Ufer 29—31 und Rathenowerstr. 80), sind aber nur für Orte außerhalb Berlins zuständig. Das Landgericht III ist zuständig für den Kreis Charlottenburg', Teltow(ausschließlich des zu Potsdam gelegten Teils), Niederbarnim, ferner für die osthavel ländischen Städte Spandau und Nauen, für die Amtsbezirke Spandau. Bärenklau(ausschließlich Wolfslake und Kleinziethen). Bötzow. Buchow-Carpzow, Bredow, Döbritz, Groß-Glienicke, Dyrotz. Falkenhagen, Hennigsdorf, Schönwalde, Velten, Perwenitz, Crämer pftihl, sowie die Ortschaften Cartzow, Börnicke, Zicgenkrug, Herte- seid, Kimberg, Rolandhorst. Von dem Kreise Oberbarnim gehören zum Bezirk des Landgerichts II ferner die Städte Strausberg und Werneuchen, sowie die Amtsbezirke Buchholz, Garzau und Hirschfelde (ausschließlich Werstphul) und die Ortschaften Masow und Wilmers dorf. Zum Bezirk des Landgerichts II gehören außer dem Amts- gericht II die Amtsgerichte zu Alt-LandSberg, Bernau, Charlotten bürg, Köpenick, Königs- Wusterhausen, Liebenwalde, Mittenwalde. Nauen, Oranienburg, Rixdorf, Rüdersdorf, Spandau, Strausberg. Trebbin und Zossen. Zum Amtsgericht Berlin II gehören weit von dem Halleschen User gelegene Ortschaften, die ringartig um Berlin herum im Norden, Osten, Westen und Süden ge. lagert sind. ES ist seit Jahren mit Recht beklagt, daß die Vororte Berlins durch den Mangel eigener Gerichte schwer geschädigt werden. Die Rechrsverfolgung wird dadurch ungeheuer erschwert. Mit demselben Recht wird derMangel eines cinheitlichenGerichtsgebändes für die Stadt Berlin beklagt: einzelne Abteilungen des Amtsgerichts I wohnen in der Jüdenstr'aße, andere in der' Neuen Friednchstraße, andere am Mollenmarkt, andere in zwei auseinander liegenden Gebäuden an der Stadtbahn in der Nähe des Alexanderplatzes, die Straf abteilungen in Alt-Moabit 11/12, ein Teil der Gerichtsschreibereien in Mietshäusern unfern des Kriminalgerichtes. Dieser Zustand ist vom Interesse des Publikums auS beklagenswert, zwingt zu Zeitvergeudungen der Parteien, Zeugen und Anwälte veranlaßt eine ungeheuere Mehrbelastung des Justizetats und drückt den Mangel an Vertrauen zu Gerichrsbehörden auch äußerlich auS Der Umstand endlich, daß das Stadtgebiet thatsächlich, wenn auch nicht rechtlich, sich erweitert hat, bietet böswilligen Gläubigern eine willkommene Handhabe sich ihren Verpflichtungen zu entziehen Kleingewerbetreibende werden hierdurch am meisten benachteiligt. Beispielsweise gehört Frankfurter Allee 150 zu Berlin, also zum Amtsgerichts-Bezirk Berlin I, 151 zu Friedrichsberg, also zum Amts fgerichts-Vczirk Berlin II. Kurfiirslenstr. 96 gehört zu Berlin, 97 zu Charlottenburg. Kurfürsten- Damm 1—9 gehört zu Berlin 10—73 zu Charlottenburg 74—169 zu Wilmersdorf(Amtsgericht II) 170—245 zu Charlottenbürg, 246—264 zu Berlin. Schuldner ver- ziehen häufig während der Zeit der Klage- Einreichung bis zu der der Klagezustellung von einem Bezirk in den anderen. Ihr Gläubiger hat dadurch Kosten verloren, sie Zeit gewonnen. All diesen Ilebelständen ließe sich entgegentreten, wenn ein großes Gerichtsgebäude als Land- und Am'lsgerichtsgebände für Berlin errichtet und die Vororte, die wirtschaftlich zu Berlin gehören, dem Land gericht zugeteilt und in den einzelnen Bororten Amtsgerichte für diese Vororte errichtet würden. Die Borlage beschreitet den entgegengesetzten Weg, der g e eignet ist, die Mißstände zu mehren. Es soll nach der Vorlage ein drittes Landgericht(in Charlottenburg) errichtet werden. Dem Landgericht Charlottenburg sollen die Amtsgerichte Alt-Landsberg, Berlin« Wedding, Bernau, Charlottenbürg Rüdersdorf, Lichtenberg. Lieb'enwalde, Nauen, Neu e i ß e n s e e, Oranienburg, Spandau und Strausberg zu. geteilt werden. Das'Landgericht II soll die Amts- gerichte Berlin-Schöneberg, Berlin-Tempelhof Köpenick, Groß- Lichterfelde, König«- Wusterhausen, Mittenwalde. Rixdorf, Trebbin, Zossen zugeteilt werden. Das Amtsgericht Berlin I endlich soll den Namen Amtsgericht Berlin- Mitte erhalten. Die gesperrt gedruckten Amtsgerichte find neu zu errichten, sie üllen Teile der Vororte und einen Teil von Berlin umfassen So soll z. V. Neu-Weißensee aus dem Stadtkreis Berlin den nördlich der Ringbahn, östlich der Prenzlauer Allee belegenen Teil und voil Vororten: Falkenberg, Französisch- Buchholz, Malchow, Weißensee und den Gemeindebezirk Arensfelde umfassen. Berlin- Wedding soll für den nördlich der Ringbahn, westlich der Prenzlauer Allee gelegenen Teil Berlins und Blankenfelde, Dalldorf, Nieder-Schönhausen, Pankow, Reinickendorf. Schönerlinde, Schönwalde und Tegel zuständig sein Berlin-Tempelhof öll für die Einwohner Recht sprechen, die in Berlin südlich des SchiffahrtS-Kanals östlich der Anhalter Eisenbahn oder außerhalb Berlins in Tempelhof, Blankenfelde(ohne Rangsdorf), Mahlow(ohne Diedersdorf). Mariendorf(ohne Lankwitz). Jähndorf oder im Guts bezirk Hasenhaide wohnen. Es soll somit statt einer Centralisterung der beiden Landgerichte in einS eine Decentralisierung in drei stattfinden. Die Amtsgerichts- Bezirke ferner würden danach durch die Auseinanderzerrung einzelner Teile Berlins für daS rechtsuchende Publikum so unpraktisch wie möglich, allerdings für Schwindler so praktisch wie möglich gestaltet sein. Hinzu tritt, daß nicht ein Gesetz, sondern eine königliche Verordnung die Grenzen der Gerichte soll ederzeit andern können. Ein mangelhafterer, dem Bedürfnis des Publikums nach Centralisterung und Zusammenfassung des wirtschaftlich Zusammengehörigen' widersprechenderer organi- atorischer Entwurf ist schwer auszuklügeln. Und weshalb ist nicht anstatt der vorgeschlagenen Organisation ein großes Landgericht i'ir Berlin und Umgegend, ein Amtsgericht für den Stadtkreis Serlin und eine Reihe von Amtsgerichten, die allein für die Vororte ungieren, ins Auge gefaßt? Nach den Mottven: nicht, weil den Interessen der Rechtspflege dadurch nicht besser gedient wäre, sondern weil der BureaukratiSmus die geordnetere Verwaltung eines großen Organismus zu schwierig findet. Uns düntt, daß vornoch nicht allzu langer eit auch der BureaukratiSmus einen Ehrgeiz darin gefetzthatte, technische schwiengkeiten zu überwinden. DieZeiten find andere, auch dieBureau- kraten sind andere und wahrlich nicht bessere geworden. Wenn die Vorlage die Interessen der Rechtspflege denen der Leichttgkeit einer Vttvkei Die Rebisio« unseres in Gommern inhaftierten Genossen Müller gegen das Strafkammerurteil, das ihn wegen Majestäts- beleidigung zu vier Jahren einem Monat Gefängnis verurteilte, wird am 13. Mai vor den, Reichsgericht in Leipzig zur Verhandlung kommen. Die Vertretung Müllers ruht in den Händen des Rechts- anwalts Landsberg. Maifeier. ArbeitSmhe am 1. Mai beschlossen die Töpfer in Dresden.— Der Konsumverein in Oelsnitz i. V. hat beschlossen, am 1. Mai sämmtliche Verkaufsstellen von Mittag an zu schließen.— Der österreichische Eisenbahnminister hat, wie früher, verfügt, daß am 1. Mai fämnitliche Bedienstete der Staatsbahnen ihren Dienst versehen müssen und daß am 1. Mai nicht fteigegeben wird. Von der Parteipresse. Das„Volksblatt für Anhalt' teilt mit, daß es im ersten Quartal d. I. einen Zuwachs von eintausend Abonnenten zu verzeichnen habe. Für die Bürgerschaftswahlen, an denen sie sich dieses Jahr zum erftenmale beteiligen, haben die Genossen in Lübeck ein Pro- gramm aufgestellt, dessen wichtigste Forderungen lauten: 1. Für die Wahlen zur Bürgerschaft ist das allgemeine, gleiche. geheime und direkte Wahlrecht für alle über 21 Jahre alten lübecki- schen Staatsangehörigen zu fordern. DaS Wahlrecht darf durch Empfang irgend welcher Unterstützung aus öffentlichen Mitteln nicht aufgehoben oder beschränkt werden. 2. Die Wahl der Senatoren hat durch sämtliche Bürger Lübecks zu erfolgen. 3. Stufenweis steigende Einkommenstreuer zur Bestreitung des Staatshaushalts. Einkommen unter 1000 M. sind steuerfrei. 4. Konfessionslose Schulen. Einheitlichkeit der Schule mit obligatorischem Besuch. Unentgeltlichkeit des Unterrichts und der Lehrmittel in den Vollsschulen, sowie in den höheren Bildungs- anstalten für diejenigen Schüler der Volksschulen, die kraft ihrer Fähigkeiten zur weiteren Ausbildung geeignet erachtet werden. Verpflegung bedürftiger Kinder in Schulkantinen. Schulärzte zur ärztlichen Beaufsichtigung der Schüler, Schulen und Schul- einrichluiigen. Errichtung von Schulbädern. Ferienkolonien für kränkliche und schwächliche Kinder. Obligatorischer Besuch der Fort- bildungsschulen. Unentgeltliche Erteilung des FortbildungS-Unter- richts an Wochentagen� während der Arbeitszeit. 5. Die Vergebung von Staatsarbeiten und Lieferungen für den Staat hat nur unter der vertragsmäßigen Verpflichtung der Unternehmer zu erfolgen, daß sie für die Gesamtheit der von ihnen beschäftigten Arbeiter die zwischen den Gewerkschasts-Organisationen der Arbeiter und den Unternehmern vereinbarten Lohn- und Arbeits- bedingungen einhalten. 6. Verbesserung der wirtschaftlichen Lage der vom Staat und der Gemeinde beschäftigten Unterbeamten und Arbeiter. Achtstündige Arbeitszeit. Allwöchentlich eine ununterbrochene Ruhezeit von mindestens 36 Stundeii. 7. Errichtung eines auS Vertretern des Staates, Aerzten und Delegierten der Arbeiter bestehenden Arbeitsamtes zur ständigen Ueberwachung der Wohnungs- und Arbeitsverhältnisse der arbeiten« den Bevölkerung. 8. Errichtung eines kommunalen Arbeitsnachweises für alle Arbeiter, einschließlich der Dienstboten, und einer städttschen Arbeiter- statistik unter Mitwirkung der Arbeiter-Organisationen. 9. Errichtung von Apotheken in eigener Regie deS Staates. Uebernahme der Friedhöfe in die Verwaltung der Kommunen und unentgeltliche Leichenbeschau und-Bestattung. Polizeiliches, Gerichtliches uftv. — Ein intrreffalttcr Prozeß steht in Dresden bevor. Gegen den verantivortlichen Redacteur der„Sächsischen Arbeiterzeitung" ist Voruntersuchung eröffnet worden wegen Beleidigung des„Dresdner Journals". Es handelt sich dabei un, die Veröffentlichung des „Dresdner Journals" über das Zuchthaus- Urteil. Man rechnet offenbar mit hohen Strafen, da sich die Staatsanwalsschaft der Klage angenommen hat und sie als zur Zuständigkeit des Landgerichts ge- hörig behandelt. Für die Oeffentlichkeit durfte dieser Prozeß von großer Bedeutung werden. — Das Reichsgericht verwarf am Freitag die Revision der Ge- nossen Winter in Beuthen und Neukirch in Breslau gegen ein Urteil des Landgerichts Breslau, durch das sie wegen Beleidigung des Landgerichtsdirektors S. in Beuthen zu 3 und 1 Monat Gefängnis verurteilt worden waren. — Wegen„nneigentlicher" Beleidigung eines Schutzmannes wurde am Mittwoch Genosse Karl Schmidt in Hanau, Verwalter des dortigen Saalbaues, zu 10 Mark Geldstrafe verurteilt; er hatte den Schutzmann„in barschem Tone" aus dem Lokale gewiesen. Wenn auch eine Beleidigung im eigentlichen Sinne nicht vorliege, so führte der erkennende Richter aus, so sei doch durch die Leweisaufnahme erwiesen, daß der Angeklagte den Schutzmann in„barschem Tone" verletzt habe. Bei„gewissen Leuten" sei das Ansehen der Schutz- leute bedeutend gefallen, dieselben glaubten einen Schutzmann wie einen Schuhputzer behandeln zu können! Selbsttedend ist sofort gegen dos etwas sonderbare Urteil Berufung eingelegt worden. — Strafbare Kollekte. Dem Genossen P i st o r i u s in Magde- bürg ist ein Sttafmandat von 10 M. zugegangen, weil er in den Nummern 33, 36, 38, 40, 42, 45, 47, 48, 52 und 63 der„Volks- stimme" je eine Quittung über Beittäge für die Löbtauer Ver- urteilten abgedruckt hat. Die Staatsanwaltschaft sieht darin eine nicht genehmigte öffentliche Kollette. Da nachgewiesen werden kann, daß die Beiträge freiwillig eingegangen sind und da ferner nicht die geringste öffentliche Aufforderung zu einer Beitragzahlung erlassen ist, so wird Widerspruch erhoben und der Anttag auf gerichtliche Entscheidung eingebracht werden. In ideellem Zusammenhang damit steht eine Verhandlung vor dem Schöffengericht, vor dem sich am Mittwoch die Genossen PistoriuS, der zu diesem Zweck für einen Tag auS Gommern beurlaubt worden ist, und Gärtner wegen Veröffent- lichung einer Quittung für die Krefelder Weber zu verantworten hatten. Die Angeklagten, die ohne Verteidiger erschienen waren, be- stritten, eine Kollekte veranstaltet zu haben: die Beittäge seien frei- willig eingegangen; jede öffentliche Sussorderung fei sorgfältig vermieden worden. Der Gerichtshof vertagte die Entscheidung und wird einen neuen Termin ansetzen, in welchem der Polizeikommissar Härtung darüber vernommen werden soll, ob nicht Gärtner, wie in dem bez. Protokoll behauptet wird, in einer Versammlung, die sich mit den Verhältnissen der Krefelder Weber beschäftigte, zur BeittagS- ahlung aufgefordert habe. Gärtner beftteitet daS auf daS ent- chicdenfte. Er habe vielmehr gesagt, daß er zur Zahlung von Beittägen ausdrücklich nicht auffordere, daß er aber bereit sn, ihm reiwillig gemachte Gaben in Empfang zu nehmen. Der Bergarbeiterstreik in Belgien. Vom Sonnabendabend liegt die folgende Wolffsche Meldung vor' Brüssel, 22. April. Der Ausstand im Lütticher Gruben« bezirk hat weiter zugenommen. Es wird nur noch in Herstal gearbeitet. Die Kohlenvorräthe find nahezu aufgebracht, und da deutsche Kohle nicht in genügenden Mengen, oder nicht in der alten Qualität anlangt, so werden in der nächsten Woche mehrere größere Industriell« ihre Werke schließen. Zwei Grubendirektoren haben. " -O Socialismus. = " 1 Deutsches Reich. eine zehnprozentige Lohnerhöhung angeboten, die Arbeiter verlangen mitteln in immer wenigeren, aber desto kapitalfräftigeren Händen" der offiziellen Feier teilnehmen können. Ich ersuche die Kollegen jedoch 15 Proz. Die Propaganda für den Ausstand dauert fort. für jeden sichtlich ihren Gang und ebnet die Bahn für den deshalb, an diesem Tage die Mittagszeit zu benugen, um die Ber sammlung zu besuchen. Durch Massenbesuch müßt ihr beweisen, daß Aus den übrigen Kohlenbecken wird keine wesentliche Veränderung Welche Summen die Kapitalisten gegenwärtig aus dem wirtschaft auch die Handelshilfsarbeiter von demselben Gedanken beseelt sind, gemeldet. lichen Fischzuge heimschleppen, geht auch aus den Ziffern über die von dem die gesamte internationale Arbeiterschaft an diesem Lage Die deutsche Unternehmerpreffe nimmt wie das ja selbst Massen hervor, die sie gegenwärtig versenden. Gelsenkirchen ver- getragen ist. Albert Utheß, Vertrauensmann, Baußenerstr. 5. verständlich in gehäffiger Weise Stellung zu dem Ausstande. Die fandte 2 325 000 Tonnen, Essen 1 430 000, Dortmund 1 200 000, OberRein.- Westf. 3tg." bespricht die Möglichkeit eines llebergreifens des hausen 1 000 000, Altenessen 2010 000, Bochum 420 000 Tonnen usw. Zum Reichenbacher Ausstand. Nach mehrfachen Verhand Streits auf das deutsche Gebiet und verhöhnt die Organisation der Es ist klar, daß durch diese Zahlen die Begehrlichkeit" der fungen zwischen Unternehmern und Arbeitern, die jedoch zu be deutschen Bergarbeiter, daß sie zu schwach sei, einen Streit durch Arbeitermassen mächtig angestachelt wird. Das Kapital fucht stimmten Abmachungen nicht führten, beschlossen die Arbeiter, den zuführen. Die Berl. Neuesten Nachr." erklären die Aufforderung sie zu dämpfen, indem es den Arbeitern vorrechnet, wie viel" fie bom: Streitfomitee erteilten Rat, die Arbeit wieder aufzunehmen, der Leitung des Bergarbeiter- Verbandes, die Knappen möchten gegenwärtig verdienen, mit Bahlenkolonnen aus den Werksberichten, zu befolgen. Nur bei der Firma Weyl u. Nassau, bei der es infolge während der Dauer des belgischen Streits teine Ueberschichten der Unfall Berufsgenossenschaft und ministeriellen Lohnstatistiken. des. bereits früher geschilderten Vorgehens des Herrn Weyl zuerst zum machen, für eine Auflehnung gegen die Gruben- Oder es sucht einen Keil in die erstarkte Organisation zu treiben, Bruch tam, wollen die ausständigen Arbeiter sich die Ents wird es, dem Anschein nach, dort disciplin". Nach ihrer Auffassung haben die Bergleute Ordre indem es die Gründung eines dritten( evangelischen") Berg- laffung holen und Diese Firma hat zu parieren, ihre Arbeitszeit zu verlängern bis ins ungemessene, so- a rbeiter Verbandes betreibt, an dessen Spize als vor auch sobald zu feinem Frieden kommen. bald die„ Herren" es verlangen. Im Interesse der„ nationalen geschobener Strohmann ein Bergmann Fürfötter aus Grumme bei erklärt, es sei ihr eine Genugthuung, wenigstens zwei der sogenannten Produktion", die sich im Wettbewerbstampf" be- Bochum steht. „ Rädelsführer" los zu werden. Im übrigen sind bis jetzt circa findet, sollen die Arbeiter das, internationale Arbeiter 30 Fälle von Maßregelungen aus den verschiedenen Fabriken bekannt. interesse" verraten. Durch den erlassenen Aufruf aber liefern Infolge des Streits hat man ein ganzes Kommando Gendarmen in Zukunft wie bisher keinen Anlaß geben, den Reckeschen Erlaß in Anwendung zu bringen. Die Tapezierer in Riel haben ihren Streit günstig beendet. In sämtlichen Geschäften wurde die neunstündige Arbeitszeit eingeführt. Die Maler in Braunschweig haben von der Innung das Zugeständniß erlangt, daß fünftig ein Stundenlohn von 40 Pf. gezahlt werden soll. Da außerdem noch einige Vergünstigungen erreicht wurden, ist der Steif für beendet erklärt. " Charleroi, 22. April.( W. T. B.) Drei Metallwerte 3 die Bergarbeiterführer deutsche Arbeit einem angeblichen ausländis in Marchienne au Pont haben ihr Personal von zusammen nach Reichenbach gezogen. Die Arbeiter dürften denselben aber auch schen Bergarbeiterinteresse aus: fie begehen Hochberrat an der deutschen Produktion zu Gunsten der socialdemokratischen 1250 Personen wegen Mangel an Kohlen entlassen. Forderung von der internationalen Arbeitersolidarität." Das Zuchthausgesetz wird also auch hier Wandel schaffen sollen: Wer andere dazu auffordert, eine mehr als gewöhnliche Ausbeutung ihrer Arbeitskraft zu verweigern, wird eingesperrt. Das Kammergerichts- Urteil im Illuminationsprozeß, das die vom Landgericht II ausgesprochene Freisprechung der Angeklagten bestätigte, ist jetzt den Interessenten in Adlershof zu gestellt worden. Es heißt darin: In der unverschämtesten Weise lügt und hegt ob gratis oder gegen Bezahlung auch der Galizier Schweinburg gegen die belgiDie Revision der Staatsanwaltschaft, die Verlegung des§ 360, schen Arbeiter, indem er schreibt:" Den socialdemokratischen Umsturz Die Auflösung der Zahlstelle des Verbandes gewerblicher hezern scheint offenbar der Augenblick zur Inscenierung eines Haupt- Biffer 11 St.- G.- B.burch unrichtige Anwendung rügt, kann für begründet Hilfsarbeiter in Frankfurt a. M. stand dieser Tage vor der Berufungscoups gekommen. Ihr Vorstoß hat die dortigen Industriellen fa st nicht erachtet werden. In derselben wird geltend gemacht, daß instanz zur Entscheidung. Das Schöffengericht hatte brei Angeklagte völlig unvorbereitet überrascht; die Organisation der nach der herrschenden Pragis der Thatbestand des groben Unfngs zu je 30 M. Strafe verurteilt, aber die Schließung der Bahlstelle belgischen Arbeitgeber fann fich eben an Bollkommenheit mit jener auch durch Handlungen erfüllt werde, welche das Bublifum lediglich nicht verfügt. Die Straffammer nahm eine längere Beweiserhebung der socialdemokratisch gedriften Arbeiter nicht entfernt ver- psychisch beunruhigen und belästigen. Die unmittelbarkeit der Wir- vor, die sich auf den Inhalt der Vorträge bezog. Das Gericht nahm gleichen. Sie befinden fich daher in schwieriger Lage und fung werde zwar erfordert, aber im vorliegenden Falle nicht beein- an, daß einige dieser Vorträge politische Thematas behandelten. find auf der ganzen Linie in die Defensive gedrängt. Für dies- trächtigt. Die Ausführung des Berufungsgerichts, daß dem Strafmildernd für die Angeklagten sei aber in Betracht zu ziehen, feitige Beobachter enthält der Entwidelungsgang des belgischen Bublifum ein Anspruch auf Schutz feiner politischen Ueber- daß die Bahlstelle schon eine längere Reihe von Jahren bestehe, Grubenarbeiterstreils manche beherzigenswerte Lehre. So zeigt fich aeugung gefeßlich nicht zustehe und daher eine Wer- und weder von der Polizei noch vom Gericht irgend welches Außerdem könne wohl angenommen zunächst die absolute Wertlosigkeit der Schiedslegung dieser Ueberzeugung an fich keine rechtswidrige sei, Einschreiten nötig war. gerichte. Die Arbeiter waren im Vorhinein entschlossen, reiche nicht aus, die Anwendung des§ 360. Ziffer 11 auszuschließen. werden, daß sich die Angeklagten im guten Glauben befunden auf den Vorteil ihrer besseren Kampfrüstung pochend, über ihre Nach der Feststellung des Schöffengerichts sei die Illumination nicht haben, nichts Strafbares zu begehen. Nichtsdestoweniger liege aber Forderungen feinerlei Diskussion zuzulassen. Sie als Ausdruck der politischen Ueberzeugung, sondern als ein Verstoß gegen das Vereinsgesetz vor, und deshalb war auf wollten alles oder nichts und handelten demgemäß." eine Verherrlichung der Revolution anzusehen. Da Verwerfung der Berufung in Bezug auf zwei von den Angeklagten Die Unternehmer sind durchaus nicht unvorbereitet ge- aber die Illumination in diesem Sinne vom Publifum auf zu erkennen. Dagegen wurde der Berufung des dritten Angeklagten wesen, die Bergleute haben ihre Forderungen seit Monaten gestellt; gefaßt werden lonnte, jo hätten sich die Angeklagten fagen entsprochen und derselbe freigesprochen, da erwiesen sei, daß er erft jede Belegschaft hat sich einzeln an ihre Direktion gewandt. Uebrigens müssen, daß eine solche Auffassung ihrer Demostration Platz greifen furze Zeit im Vorstand war und nicht für die Thaten desselben ver mag Herr Schweinburg nachlesen, was die Kölnische Zeitung" tönne.- Die Begründung der Berneinung der Schuldfrage, daß die antwortlich gemacht werden könne. Der Antrag des Staatsanwalts fagt: Niemand war überrascht, als es hieß, daß die Berglente Angeklagten geglaubt hätten, im vollsten Rechte nach Maßgabe der Gefeße auf Schließung der Zahlstelle wurde verworfen. auch dieses Jahr ihre Osterferien- so bezeichnen sie die paar Ruhe- gehandelt zu haben, treffe nicht den entscheidenden Punkt. Daß Die Tischlermeister in Erfurt erlassen in auswärtigen Blättern tage, welche sie jedes Frühjahr auf die Verrichtung von Haus- und Borsaz in Bezug auf den Erfolg zum subjektiven Thatbestand er ein Inserat, nach welchem in Erfurt 150-200 Tischler bei 59 stündiger Gartenarbeiten verwenden zu Erreichung einer fünfprozentigen forderlich sei, sei verfehlt, da auch fahrlässige Verschuldung des Arbeitszeit und einem Stundenlohn von 30-40 Bf. gesucht werden. Lohnaufbefferung benutzen wollten. Die Gruben hatten sich Erfolges genügt. Diese Angriffe der Revision konnten indes aus In einer gemeinsamen Sigung der Arbeitgeber und der Bertretung auf diese Bewegung gefaßt gehalten, da sie es als zwei Gründen nicht zur Aufhebung des angefochtenen Urteils der ausgesperrten Tischler modifizierten die ersteren die Offerte in selbstverständlich erachteten, daß auch die Arbeiter von der günstigen führen. Lage des Kohlenmarktes Nuzen ziehen sollten." Bezüglich des objektiven Thatbestandes des§ 360 Biffer 11 dem Sinne, daß sie nicht verpflichtet seien, jedem mindestens 80 Pf. Stundenlohn zu gewähren, sie würden unter den sich Meldenden Auch zu dem zweiten- Irrtum Schweinburgs können wir Str.-G.-B. scheitert die Revision an der thatsächlichen Feststellung die Auswahl treffen. Die Tischler werden deshalb gut thun, den die Kölnische Beitung", sprechen lassen. Sie meint, daß, des Berufungsrichters, daß die den Angeklagten zur Last gelegte, Buzug fernzuhalten. wenn die Arbeiter auf die Unterstügung der socialistischen Hezer" felbst wenn darin ein Unfug zu erblicken ist, fein grober" ge= Die Vertretung der Arbeiter erklärte die Wiederaufnahme angewiesen find, so ist die Regierung dafür verantwesen sei. Denn die Frage, ob ein Unfug ein grober ist, ist hat der Arbeit befürworten zu wollen, wenn den Ausgesperrten wortlich, weil sie die Errichtung eines aus Arbeitgebern und frage( vergleiche Goltdammers Archiv Bd. 15 S. 360). derselbe Minimallohn gewährt würde, wie er in jenem Inferat Arbeitnehmern zusammengesezten Ausschusses, der über Mit Recht betont der Vorderrichter, daß das beschränkende Bei auswärtigen Tischlern versprochen werde, das würde eine Lohnauf Lohnstreitigkeiten fchiedsrichterlich urteilen folite, nicht wort, grob" in der Judikatur über die Qualifikation des Unfugs befferung von ca. 20 Prozent bedeuten. Die Tischler forderten bisher hinreichend befürwortet hat. Hätte die Regierung ihren Einfluß in nicht immer diejenige Beachtung finde, welche der Gesez- 10 Prozent. Ein weiterer Borschlag, zur Beilegung der Differenzen diesem Sinne auf die Großindustriellen ausgeübt, so wäre geber bezwedte und mit Recht verneint er, daß eine das städtische Gewerbegericht als Ginigungsamt anzurufen, wurde der Ausstand heute mit einer 5- oder 10 prozentigen Lohnerhöhung Handlung, sobald über ihre Erlaubtheit und Strafbarkeit gestritten von den Herren ebenfalls abgelehnt und haben sie somit bewiesen, beendigt oder vielleicht nicht zum Ausbruch ge= werden könnte, als ein grober Unfug erachtet werden könne. daß sie ein recht schlechtes Gewissen haben, da sie sich fürchten, vor Diese Ausführungen sind durchaus zutreffend. Die Berneinung dieser Instanz herunterzufallen. Der Kampf dauert also unver dieser notwendigen Voraussetzung des§ 360 Ziffer 11 Str.- G.- Bändert fort. ift als thatsächliche Feststellung für das Revisionsgericht Ein allgemeiner Streit der Gießerei Arbeiter ist in bindend und kann daher nach§ 876 Str.- Pr.- D. mittels der Deutsch bei Leipzig ausgebrochen. Es wird gebeten, ben Zuzug Revision nicht angefochten werden. Bezüglich des fubjektiven Thatbestandes scheitert die Revifion fernzuhalten. weiter daran, daß der Berufungsrichter den Mangel der Verschuldung der Angeklagten für das Revisionsgericht bindend in einwandfreier Weise festgestellt hat. tommen. Wie berechtigt die Forderung einer Lohnerhöhung seitens der belgischen Bergarbeiter ist, geht aus einer Zuschrift unseres Brüsseler Korrespondenten vom 20. d. M. hervor. In derselben sind Angaben über die Preise der Kohlen gemacht, welche von den belgischen Eisenbahnen in den Jahren 1897 und 1899 bezahlt wurden. Die öffentlichen Versteigerungen ergaben folgende Preise: Magere Kohlen, Type II 3. Aug. 22. März 1897 1898 7,50-7,60 8,00- 8,10 23. Aug. 1898 4. April 1899 8,25 = Sociales. Die Ueberanstrengung der Feuerarbeiter auf Seeschiffen Zum subjektiven Thatbestand des groben Unfugs ist, selbst wenn man Fahrlässigkeit für ausreichend erachtet, notwendige ist vom See- Amt in Bremerhaven offiziell als Grund für einen Es gab folgenden Spruch ab: Selbstmord anerkannt worden. Voraussetzung das Bewußtsein des Thäters, daß sein Thun 10. März 1899 etwa um 6 Uhr Vormittags auf der Reise von ein unberechtigtes und unerlaubtes ſei. Die Verfolgung Am 10,15-10,25 eines für erlaubt erachteten Zwedes ichließt die Singapore nach Kolombo auf 60 6' N und 89° 54' O ist der Annahme groben Unfugs aus( vergleiche Dr. Gillischewski, chinesische Feuermann Young Chan vom deutschen Schraubendampfer Goltbammers Archiv Bd. 39, S. 138; Dr. Müller:" Gegen den Sachsen" über Bord gesprungen und ertrunten. Die Ursache des Selbstmordes hat nicht mit Sicherheit festgestellt werden können, groben Unfug" S. 71.). doch ist anzunehmen, daß derselbe auf die im Kesselraum herrschende Sive von 44-450 C. und die der Arbeit nicht gewachsene Körpertonstitution des Young Chan zurückzuführen sein wird. Halbfette Kohlen, Type III 9,00-9,25 9,50-9,75 9,75-10,00 11,75-12,00 Halbfette Kohlen, Type IV 9,80-10,25 10,50-10,75| 10,75-12,00 12,75-13,00 Also in weniger als zwei Jahren erhöhten sich die Preise um 2,65 Fr. pro Tonne, d. i. 35,2 Proz. für die mageren Kohlen, Type II, um 2,75 Fr., d. i. 30 Proz. für die halbfetten Kohlen, Type III, und um 2,95 Fr., d. i. 30 Proz. für die halbfetten, Type IV. In der letzten öffentlichen Versteigerung des 4. April 1899 fauften die Staats- Eisenbahnen allein 442 000 Tonnen der drei genannten Sorten, sodaß die Kohlenbarone dieses Jahr, verglichen mit 1897, einen höheren Profit von 1252 160 Fr. allein aus diesem einen Verkauf an die Eisenbahnen machten. Das Organ der Unternehmer, L'Etoile Belge, schreibt heute diese charakteristischen Worte:„ Die geforderte Erhöhung von 20 Broz. ift eine Unmöglichkeit, aber eine Verständigung fönne wohl erzielt werden, wenn sich die Arbeiter mit einer Erhöhung von 10-12 Broz. begnügten." gar Gewerkschaftliches. Berlin und Umgegend. Der Wachdienst der fächsischen Bahnbeamten ist, wie mitgeteilt wird, von 16 auf 14 Stunden herabgesetzt worden. Auch sollen im Monat zwei wenigstens 24 Stunden betragende Nuhetage gewährt werden. Das ist zwar herzlich wenig, aber doch immer etwas. Budapest, 22. April.( B. S.) Der gesamte Gemeinderat von Psazet wurde wegen Banknotenfälschung verhaftet. Die Wert stätte befand sich im Keller des Gemeindehauses. Die Gendarmerie überraschte die Fälscher bei der Arbeit. Die letzteren setten sich zur Wehr und feuerten Revolverschüsse ab. Ein Gendarm wurde schwer verwundet. Der Berufungsrichter hat aber thatsächlich und somit unanfechtbar festgestellt, daß die Angeklagten im vollsten Rechte nach Maßgabe der geltenden Gejeze zu handeln glaubten, wenn fie in derselben erlaubten Weise wie andere Staatsbürger ihrer politischen Ueberzeugung Ausdruck verliehen. Fehlt es hiernach nach der für das Revisionsgericht maßgebenden thatsächlichen Feststellung des Vorderrichters an einer wesentlichen Voraussetzung jowohl des objektiven als auch des subjektiven That Auch in Dänemark zeigt sich die nationale Ge. bestandes der Uebertetung des§ 360 Biffer 11 St.-G.-B., jo fonnte die Frage, ob zum Begriffe des groben Unfugs genügt, daß das finnung" der Großgrundbefizer durch die Einführung aus. Publikum durch das unbefugte Handeln nicht nur unmittelbar, ländischer Arbeitsträfte. In letter Woche sind allein für sondern auch mittelbar, d. h. in der Wirkung, und nicht nur westlollandische Gutsbefizer 120 polnische Arbeiterinnen angekommen physisch, sondern auch psychisch gefährdet und belästigt wird, und die und 200 Arbeiter, männliche und weibliche, für die fünischen. Diese Frage, ob eine Illumination zur fünfzigjährigen Feier der März Arbeiter bekommen 1 Kr. Tagelohn und 25 Pfd. Kartoffeln die revolution, insofern damit eine socialdemokratische Demonstration Woche, darauf berechnet, daß sie von den Kartoffeln leben sollen. beabsichtigt wird, geeignet ist, das dieser Partei angehörige Bublifum Sie bleiben laut Stontraft ein halbes Jahr in Dänemark und werden Hätten die Unternehmer dies gewollt, so wäre der Ausstand in seinen politischen Anschauungen zu belästigen, im vorliegen dann wieder zurückgesandt. Der" Importeur" bekommt 22 Kr. für jeden Polen, muß aber davon die Reisespesen decken, natürlich nie ausgebrochen. Aber die Bergarbeiter waren des ewigen Bittens den Fall unerörtert bleiben. Die Revision war demnach zurückzuweisen. Die Kostenentscheidung werden sie wie das Vieh transportiert, 40 Mann in einem Bieh müde. Sie haben fortwährend Briefe geschrieben, Gesandte geschickt, aber bergebens! Die Besiger weigerten sich immer oder antworteten beruht auf§§ 499 und 505 Strafprozeßordnung. Stroh gebreitet ist. nicht. Die Arbeiter haben einen Somit fönnen die Adlershöflinge, die fich durch die März- agen und nach den Gütern auf Leiterwagen, in die nicht einmal guten Augenblick gewählt. Die öffentliche Meinung ist ihnen günstig; ungeachtet der illumination geängstigt fühlten, unentwegt an Sedantagen illuminieren, Brovokationen bleiben fie ruhig und die Industriellen der Glas ohne daß die höchste Gerichtsinstanz fie deswegen des groben Lehte Nachrichten und Depeliten. fabritation erklären laut, baß die hartnädigteit der Unfugs schuldig sprechen würde. Kohlenbarone unbegreiflich ist. Die Glasfabrikanten haben noch Kohlen bis Sonntag! Die Privatleute tönnen teine Kohlen mehr erhalten und die Bürger wissen ganz gut die Verantwortlichkeit der Lage zu bestimmen; sie fagen fich In der Färberei von Nalepa in Ober- Schöneweide wohl: die Bergarbeiter, welche den Reichtum schaffen, haben recht, ihren Anteil an dem ungeheuren Profit der Aktionäre zu verlangen. entstanden vor einigen Tagen Differenzen wegen unrechtmäßiger Entlassung eines Arbeiters. Sturz entschloffen legten sämtliche Arbeiter Meran, 22. April.( B.§.) Ein neuerbautes Hotel in Aus dem rheinisch- westfälischen Kohlenrevier die Arbeit nieder und verlangten eine Lohnerhöhung und 10ftündige Eppan ist teilweise eingestürzt, wobei zwei Personen ums fchreibt man uns: Der Ausbruch des Bergarbeiter Streits Arbeitszeit. Nach zweistündigem Ausstand erzielten die Arbeiter eine Leben kamen. Brüffel, 22. April.( B. S.) Das Progreffistenblatt in Belgien hat die Kapitalistenkreise in große Unruhe versezt. Die Lohnzulage von 21% Pf. pro Stunde, bisher wurden 28 bis 24 f. Leitung des Berg- und Hüttenarbeiter- Verbandes hat, wie schon be- gezahlt, und die geforderte Arbeitszeit. Der Entlaffene hat auf Réforme" broht in einem längeren Artikel mit evolution, richtet, die hiesigen Bergleute ersucht, teine Ueberschichten zur Er eine Wiedereinstellung verzichtet, um eine Einigung nicht zu erwenn die Regierung bei ihrer jetzigen Vorlage, betreffend Abänderung des Wahlsystems, beharre. Das Blatt beschuldigt die Regierung, höhung der Förderziffern zu verfahren, so lange der Streit in Belgien schweren. dauere, und die Grubenverwaltungen haben darauf durch ihre Preß- Handelshilfsarbeiter. Kollegen! Unfere legte öffentliche Vers wiffentlich die Revolution herbeiführen zu wollen. Madrid, 22. April.( W. T. B.) Der Kreuzer„ Tamerario" foll tulis schleunigst erklären lassen, sie könnten den heimischen Bedarf sammlung der lokalorganisierten Hilfsarbeiter übertrug mir das Amt als Vertrauensmann für Berlin. Ich richte daher an die Kollegen an der Nordtüfte Spaniens kreuzen, um eine Landung bon laum befriedigen, geschweige denn nach Belgien Kohlen liefern. Wenn sich die Herren auch keinen Augenblick befinnen würden, die Aufforderung, sämtliche Gelder und Außenstände die für den Waffen durch die Karlisten zu verhindern. Kopenhagen, 22. April.( W. Z. B.) Das hiesige meteorologische dem bedrohten Geldfads Interesse ihrer belgischen Klassengenossen öffentlichen Fonds bestimmt find, nunmehr an mich abzuliefern. helfend beizuspringen, so ist ihnen ihre Erklärung doch zu glauben, Ferner ersuche ich die Kollegen um thatkräftige Unterstützung in der Institut hat ein Rundschreiben erlassen, in welchem es den Bor denn alle Berichte vom Kohlen- und Eisenmarkt bringen neben der Agitation. Ganz besonders weise ich darauf hin, daß alle Ueberschlag macht, daß sämtliche meteorologischen Institute Europas sonstige und Ameritas fich als Abonnenten von täglichen Wetterberichten Klage über Arbeitermangel auch die Klage über den Mangel tretungen in Bezug auf die Sonntagsruhe und Mißstände im Beruf mir zu melden find. In von Island und den Faröer Inseln zeichnen. Wenn vierzehn an Rohmaterial. Dem Beispiel des Eisen- und Stahlwerks Hoesch, trasse Mißstände bas die Zechen ber. Westfalia" gekauft hat, um seinen Kohlenbedarf Bezug auf die Maifeier konnte in unserer legten Versammlung Institute fich melden, hat die Große Nordische Telegraphen- Gesellfelbst decken zu können, wird der Hörder Bergwerts- und Hütten- der vorgerüdten Zeit halber nicht mehr beraten werden und weise schaft versprochen, ein Telegraphentabel nach Island berein folgen, der die" Tremonia" zu kaufen beabsichtigt, und schon ich deshalb darauf hin, daß an diesem Tage mittags 12 Uhr eine und den Faröern zu legen. Djeddah, 22. April.( W. T. B.) Nach amtlichen Ausweisen wird von der Börse gemeldet, daß der Schalter Gruben- und Hütten gemeinsame Versammlung mit den Kaufleuten und Kutschern stattverein eine Fusion mit der Bergbau- Aktiengesellschaft Pluto" erstrebt. findet.( Nähere Bekanntgabe durch Inferat.) Kollegen! die Eigen find von dem Ausbruch der Peft im Februar an bis zum 20. April So geht hier die Konzentration des Eigentums an den Produktions- lartigkeit unseres Berufes bedingt es, daß nur wenige von uns an insgesamt 120 Personen an derselben gestorben. Hierzu 4 Beilagen u. Unterhaltungsblatt. Berantwortlicher Redacteur: Auguft Jacobey in Berlin. Für den Inseratenteil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Drud und Verlag von Mar Bading in Berlin. Nr. 95. 16. 1. KW i>es„Kmiirls" Knlmer MM Ssinilag, 26. April 189S. Mordprozetz Gnthmann. Achter Verhandlungstag. �Sonnabend). Zu der heutigen Sitzung hat der Vorsitzende LandgerichtSrat D o i s l h sämtliche Zeugen noch einmal vorgeladen. Der erste Zeuge, der vernommen wird, ist der Kaufmann Stähr, der für das von der Familie Schilling dem Angeklagten bestätigte Alibi von Wichtigkeit ist Die Familie Schilling hatte be- kanutlich behauptet, daß der Angeklagte am b. Juni morgens kurz nach 8 Uhr in Frankfurt a. O. gewesen sei. Die Zeugen Schilling waren mit Bestimmtheit bei dieser Behauptung verblieben und hatten als Moment zur Stärkung ihres Erinnerungsvermögens sich darauf berufen, daß an demselben Tage der Kaufmann Stähr auf der Durchreise nachmittags bei ihnen eingetroffen sei. Der Zeuge Stähr bestätigt, daß er am 5. Juni, einem Sonntag, nachmittags in Frankfurt bei der Familie Schilling gewesen sei imd abends weiter gefahren sei. Jeder Irrtum sei vollständig ausgeschlossen.— R.-A. Dr. S ck w i n d t: Erinnert sich der Zeuge vielleicht, daß an jenem Tage noch Kuchen gegessen wurde?— Zeuge: Jawohl, das ist richtig.— Die Zeugin Anna Schilling versichert nochmals ganz bestimmt, daß Gnthmann an dem Morgen desselben Tages bei ihnen gewesen, an welchem Herr Stähr nachmittags eingetroffen sei. Zeuge Restanrateur Block ans Hasselwerder erklärt, daß er den Angeklagten nicht kenne und daß dieser bei ihm Kellnerdienste nicht geleistet habe. Alsdann wird der Zeuge Fuhrmann Büchel nochmals bor- gerufen. Er bekundet ans Befragen, daß der Angeklagte in einem Gespräch einmal gesagt habe:„Noch einmal mache er eine Strafe wegen eines Mädchens nicht ab, lieber mache er dann— er weiß nicht was!"— Präs.: Sie haben das so aufgefaßt, daß er dann lieber dem Mädchen den Hals abschneiden würde?— Zeuge: Jawohl.— Justizrat Dr. Sello: Ist etwa das Wort»Hals abfchiicider" gefallen?— Zeuge: Nein I Berichterstatter Rauch wiederholt seine gestrige Aussage, daß ihm bei seinen Recherchen in Frankfurt a. O. die Zeugin Fräulein Schilling sofort gesagt habe, Gnthmann sei am 6. Juni morgens bei ihnen gewesen. Zeuge Gulden, der direkt vom Arbeitsplatz herbeigeholt worden ist, soll derjenige sein, nnt dem der gestern vernommene Zeuge Budicke über den.Schlosser-Hugo" gesprochen zu haben be hauptcte. Er weiß wohl, daß Budicke einmal über die Singer mit ihm gesprochen habe, besinnt sich aber nicht mehr, was. Auch der Zeuge Nicolas weiß nichts weiter, als daß Budicke in Runmielsburg, wo er eine Strafe zu verbüßen hatte, von der Ermordung der Singer erzählt und hinzugefügt hat, daß er vielleicht Andeutungen über den Thäter machen könnte. Hierauf wird Frau R o st aufgerufen, die bekunden soll, daß der Angeklagte am ersten Pfingstfciertage in Berlin war. Sie hat den Angeklagten in dem Lokale ihres Schwagers kennen gelernt, und be- kündet: an einein Sonntag oder Festtag'— ob es jÖstern, Pfingsten oder an einem Sonntag gewesen, weiß sie nicht— ist der Angeklagte in das Lokal gekommen und hat ein Glas Bi'er getrunken. Er hat sich gar nicht aufgehalten, sondern gesagt, er ivolle noch rasch in einem anderen Lokale ein Glas Bier trinken und dann sofort nach Frankfurt a. O. zurückfahren. Ihre Töchter hätten an demselben Tage eine Partie nach Rüdersdors gemacht. DaS könne nur ein Festtag gewesen sein.— Der Angeklagte dagegen be- hauptet dem entgegen, daß dies an einem Sonntag im März ge- Wesen sei. Frl. Emma R o st weiß, daß die Partie am ersten Pfingsttage stattgefunden hat; die Mutter habe ihr und ihrer Schwester auch einmal gesagt, daß in ihrer Abwesenheit Gnthmann dagewesen sei, sie weiß aber Absolut nicht, wann die Mutter dies' gesagt hat. Jnstizrath Dr. sello: Kann dies vielleicht auch erst gewesen sein, als nach der Ermordung der Singer der Verdacht aus Gnthmann gefallen war?— Zeugin weiß das nicht. Frau A I b r e ch t geb. Rost, die Schwester der vorigen Zeugin, behauptet dagegen mit Bestimmtheit, daß, als sie von dem Ausfluge am ersten Pstngstfcicrtage zurückkehrten, die Mutter ihnen gesagt habe, Guthnumn sei morgens dagewesen. Widerspruchsvolle Aussagen. Demgegenüber treten sofort nichrere Zeuginnen aus Frank furt a. O. auf, die niit Bestimmtheit behaupten, daß sie Guthmann am erste» Pfingstfciertage gegen 2 Uhr im N e glig e e bei der Arbeit gesehen haben und daß dieser am ersten Pfingsttage während der Vormittagsstunden an seinem grünlichen Ueberzieher gearbeitet habe.— Der Vorsitzende stellt aus dem Kursbuch fest, daß ein Vor- mittaaszng mis Berlin so abgeht, daß man kurz nach 12 Uhr in F�anlsutt a. O. sein kann. Zeuge M ü h l a u, auf den gestern vom Zeugen Höste Bezug genommen wurde, protestiert energisch dagegen, daß er irgendivic mit Zuhältern oder derartigen Leuten in Verbindung gebracht werde. Er sei ein durchaus anständiger Mann und habe nur das Unglück gehabt, im vorigen Jahre einmal vorübergehend in Untersuchungs- Haft genommen zu werden. Es sei aber gar nicht zu irgend einer Anklage gekommen, vielmehr sei die ganze Sache fallen gelassen worden. Nichtig sei, daß er sich in seiner Zelle mit seinem Nachbar in der Nachbarzelle unterhalten und von diesem gehört habe, daß er in der Mordsache Singer vernommen worden sei. Alle übrigen Be- hauptungen Höstes seien unwahr. Auf Antrag des Staatsanwalts wird die Aussage des Zeugen H ö f k e protokolliert. Er bleibt dabei, daß der Zeuge Mühlau ihm gesagt habe: er selbst kenne die Singer und habe einen Bekannten, der mit der Thiele und mit der Singer verkehrte;»da werde dieser wohl auch als verdächtig cmgezogen werden". Zeuge M ü h l a u erklärt mit großer Entrüstung, daß diese ganze Erzählung von Anfang bis zu Ende erfunden und unwahr sei. Richlig sei nur. daß Höste ihm erzählt habe. in der Singerschen Mordfache vernommen worden zu sein. Da habe er nur geäußert, daß in der Fabrik, in welcher er arbeite, auch mehrere Personen be- schäftigt gewesen seien, die Zuhälter gewesen seien. Er habe nie gesagt, daß er selbst die Singer gekannt oder einen Freund habe, der die Thiele und die Singer gekannt habe. H ö f k e bleibt bei seiner Aussage und beruft sich ans den Ge- fängniSwärter Albrecht in Plötzensce,' dem er von der Unterhaltung, die von Wand zu Wand geführt worden» Mitteilung gemacht habe. — Höfke wird hierauf wieder abgeführt. Ter Tanmcnabdruck. Gerichtschemiker Dr. I e s e r i ch hat einen Abdruck deS Daumens beS Kriminalinspektors Braun hergestellt, um zu vergleichen, ob die mit Blut befleckten Schriftstücke durch ihn beim Zusammenraffen in diesen Zustand geraten sind. An der Hand einer sehr vergrößerten Photographie demonstriert der Sachverständige, daß er zu der be- stimmten Uebcrzeugung gekommen sei, daß die Blutflecke nicht durch Fingerabdrucke des Kriminalinspektors Braun entstanden sind. Dr. Jcscrich hält es nicht für nachweisbar, daß der Vermerk auf dem Briefumschlag mit blutigen Fingern geschrieben ist, er hält es für wahrscheinlicher, daß bereits ein Tropfen Blut auf das Papier ge- spritzt war, bevor der Mörder es beschrieb und daß er dann mit dem Bleistift in den Blutstropfen geraten ist. Darauf nimmt die dritte Schreibsachvcrständige, Frau Professor D i l l o o, ihr gestern unterbrochenes Gutachten wieder auf. Sie begutachtet, daß in dem sogenannten„Hngo-Brief" sich hunderte von Eigentümlichkeiten befinden, die sich auch in anderen Schriftstücken, die von der Hand des Angeklagten herrühren, wiederfinden lassen. Nene Sachverstäudiaen-WeiSheit. Nach kurzer Zeit setzt die Schreibsachverständige Frau Professor D i I l o o ihr Gutachten fort: Sie zieht aus ihren Unterkuibunoen einige psychologischen und medizinischen Schlüsse. Neben den Zeichen ungeheurer Schlappheit, die sich in der Schrift des Angeklagten in seinem Arbeits-Notizbuch zeigen, kommen in anderen Schriftstücken des Angeklagten Zeichen großer Energie vor. Das seien Wider- sprüche, die nur mit Hilfe der Psychologie zu lösen seien, sie deuten darauf hin, daß der Schreiber ein blntariner, nervöser, Affetten leicht unterworfener Mensch sein müsse. Der Angeklagte müsse schon Je.hre lang sehr nervös sein und eine ungeheuer zarte Konstitution haben. Der Wechsel in der Schriftlagc, den die Schrift des Angeklagten zeige, sei auch auf einen Wechsel seines Temperaments zurück- zuführen. Solche blutarme, nervöse Menschen seien unberechenbar und manchmal nicht ganz nornial, und gehörten manchmal zweckmäßig in eine maison as ssnts. So ein ichwach veranlagtes Wesen, das nervös und den Leidenschaften unterworfen sei, bringe plötzlich Ideen zur Ausführung, über die er sich eigentlich keine Rechenschaft geben könne. Die Schrift auf dem vielerwähnten Zettel habe viel Aehnlich- keit mit der Schrift des Angeklagten. Was den Hugo-Brief betreffe, so gebe dieser nach ihrer Ansicht nächtliche Gedanken wieder, die vielleicht ohne feste Unterlage, vielleicht im Bette auf den Knien niedergeschrieben seien. Die Sachverständige hat in dem Hngo-Briefe zahlreiche Uebereinstimmungen mit der Schrift des Angeklagten, auch viele übereinstimmende orthographische Fehler vorgefunden.— Das Gutachten geht schließlich dahin: Nach ihrer festen Ueberzcugung sei sowohl der' Zettel, als auch die Eingabe an die Polizei von G u t h- manngeschriebenworden. Allerdings bieten Blcistiftschriften ein schlechtes Material zur strengen Beweisführung.— Auf Befragen des Justizrats Dr. Sello erklärt die Sachverständige, daß ihr verstorbener Ehemann den Profcssortitel führte und daß sie selbst sich seit 11 Jahren mit der Graphologie beschäftige. Vierter Schreibsachversländiger ist Sekretär Altrichter. Er begründet sein Gutachten, das zu folgendem Schlnßergcbnis kommt: Es liegt eine hohe Wahrscheinlichkeit dafür vor. daß der Angeklagte den Zettel geschrieben hat, für ihn sei kein Zweifel vorhanden, daß der Angeklagte den Brief an die Polizei ge- schrieben hat. Sekretär Altrichter spricht die Vermutung aus, daß der Brief an die Polizei mit einem ganz kurzen Bleistift geschrieben worden sei. Zwei so kurze Stückchen Bleistift sind in einem Jackett des Angeklagten vorgefunden worden. Eine Tclbstbczichtigung. Justizrat Dr. Sello: Mir ist soeben ein mit Hugo Milenz, Schlosser, unterschriebener Brief zugegangen, in welchem dieser mitteilt, daß er der M ö r d e r sei und der Angeklagte unschuldig leide. Et behaupte, daß dieses Schreiben genau einige der von den Sachverständigen hervorgehobenen Schriftcigentümlich- leiten zeige.— Sachverständiger Langenbruch bestätigt dies, bestätigt aber ferner auf Befragen des Vorsitzenden, daß daraus noch nicht der Schluß gezogen werden kann, daß der Angeklagte die frag- lichen Schriftslücke'nichr gesckiricbcn; das Gutachten der Sachverständigen könne nicht auf einzelne Gleichheiten oder Ungleichheiten aufgebaut werden, sondern müsse sich ans dein Gesamteindruck der Schriftstücke ergeben.— Präs.: Ich kann nur sagen, daß bei mir täglich zahlreiche anonyme Schriftstücke dieser Art eingehen. die Hinweise auf den verntntlichcn Thäter enthalten.— Justizrat Dr. Sello: Auch bei mir ist dies der Fall, ich bin aber gerade auf diesen Brief zurückgelomnien, weil er eben nicht anonym, sondern mit einem Namen unterzeichnet ist. Es kommt ja doch vor, daß mal einen Verbrecher das Gewissen treibt.— Die befragten Kriminalbeamten erklären, daß ihnen«in Schlosser Hugo Milenz nicht bekannt sei. Nene Nnrinigkeit unter den Sachverständigen. Bei nochmaliger Befragung der Schreibsachverständigen bemerkt Schulrat Dr. Grabow— und er bittet ausdrücklich die Venretcr der Presse, hiervon Notiz zu nehmen— daß er der Entdecker der T h a t s a ch e sei. daß die m e i st e» Menschen in eine rn Winkel von 58 Grad schreiben. Diese Thatsacbe sei für ihn der Ausgangspunkt einer von ihni aufgestellten wissenschaftlichen Theorie der Schriftvergleichnng geworden, die er seit 1885 praktisch anwende. Sachverständiger Langenbruch, der einzelnen Aussührungen deS Dr. Grabow entschieden entgegentritt, bleibt durchaus bei seinem Gutachten. Frau Profeffor D i l l o o bemerkt nochmals, daß Bleistift Schriften ein unsicheres Vergleichsmaterial darstellen.— Justizrat Dr. Sello und Dr. S ch w i n d t machen darauf aufmerksam, daß bekanntlich vielfach vor Gericht die Schreibsachversländigcn sich direkt widersprechen. Der Angeklagte erklärt, daß das Jackett, in dessen Taschen die kleinen Blcisttftcndchen vorgefunden worden, von ihm schon lange außer Gebranch gesetzt worden sei. GericktSchemiker Dr. I e s e r i ch bekundet auf Grund der von ihm angestellten Versuche, daß mit den zwei fraglichen Bleistift- endchen' weder der Zettel, noch der Hugo-Brief geschrieben worden sei. Nach beendeter Mittagspause werden die Schreibsachvcrständigen noch befragt, ob der Fuhrmann Wilhelm Büchel den sogcnaninen „Hugo-Brief" geschrieben haben könne. Büchel hat angegeben, daß er nur im stände sei, seinen Namen zu schreiben und außer seiner zweimaligen NamenSnnterschrift befindet sich auch nichts Schriftliches von ihm bei den Akten. Die Sachverständigen erklären darauf, daß Büchel unmöglich der Verfasser deS.Hugo-Briefes" sein könne. Das Bild deS Radfahrers. Es wird darauf eine Zeugin Pauline W i t t st o ck vernommen. Sie bekundet, daß sie die Singer persönlich gekannt habe, im März und April vorigen Jahres habe sie nnt der Singer zusammen bei GottschalkS gewohnt. Den Angeklagten habe sie während dieser Zeit nicht gesehen. Die Singer habe ihr gesagt, daß sie mit einem Rad- fahrcr Hugo verkehre. Das Bild desselben habe mit dem Bilde der Singer zusammen auf der Kommode gestanden.— Präs.: Das Bild stellt aber den Mill dar, der allerdings mit der Singer ver- kehrte, aber nicht Hugo heißt und sich auch nie so genannt haben will.— Die Zeugin erklärt, daß sie den vortretenden Zeugen Mill nie gesehen habe. Sie weiß auch nicht, ob die Singer Briese an Hugo geschrieben oder solche von ihm empfangen hat.— Staats- a n w a l t: Eine Zeugin hat uns bekundet, daß die Singer zur Zeit, als sie bei GottschalkS wohnte, ein Bild, allerdings auch eines Rad- fahrers beseffen habe, auf welchem die Figur aber eine andere Stellung hatte und mit aufgekrempten Aermcln dastand.— Zeugin: Mir ist auch so, als ob der Radfahrer eine Jockcymütze auf .atte— was das Bild Mills nicht hat— aber ich bleibe dabei, daß das Bild denselben Radfahrer darstellt. Zwei Zeuginnen bekunden, daß zwei Radfahrer-Bilder da waren, eins mit, eins ohne Mütze.— Zeuge Mill erklärt. daß von ihm nur ein Bild ohne Mütze vorhanden war.— Zeugin G o t t s ch a l k und Zeuge Büchel haben nur ein Bild ohne Mütze gesehen. Den auf dem Bilde dargestellten Mann habe die Singer„ihren Hugo" genannt.— Die Zeugin E ck a r d t erklärt noch, sie hat Briefe mit Hugo' unterzeichnet gesehen, die mit blauer Tinte geschrieben wareen. Der Angeklagte ist nicht nervitö. Der Verteidiger Jnstizrat Sello richtet an den Kreisphysikns Dr. Stürmer die Frage, ob ihm in dem Wesen des Angeklagten bisher eine besondere„Nervosität" aufgefallen sei.— Dr. Ström er: Nein, wenn der Angeklagte nervös wäre, hätte er nicht so genau der Ver- Handlung folgen können, er hätte auch nicht solche Ausdauer und Schlagfertigkeit gezeigt.— Dr. Sello: Sie würden als Arzt auch nicht m der Lage sein, aus der Handschrift eines Menschen auf eine etwaige Nervosität desselben zu schließe»?— Dr. Stürmer; Nein, ölche psychologische Gutachten sind mit besonderer Vorsicht aufzu- nehmen.— Dr. Sello: Ist es richtig, baß die Leute aus den Schichte», wie sie hier auftreten, geistig oft nicht ganz normal find? — Dr. Stürmer: Ja, dies kann ich wtiwo amwo, aus voller Ueberzengung bejahen. Ein hoher Prozentsatz aus dieser Gesellschaftsklasse befindet sich in Irrenhäusern, es ist ein absolut sicheres Faktum, daß die Prostituierten und ihre Anhänger psychisch und in nervöser Hinsicht degenerierte Personen sind. Die Mehrzahl der Prostituirten setzt sich zusammen ans Jmbecilen, Epileptischen und erblich Be- l a st e t e n. Eine große Zahl dieser Personen ist g e i st i g krank oder mindestens psychisch minderwertig, sie leiden an schweren mora- lischen Defekten, die Intelligenz läßt viel zu wünschen übrig, ihre Aussagen sind nie ohne Bedenken. Auch hier sind ihre Aussagen auhcrördentlich schwankend, niit reinem Verstände und der Fähigkeit, sich korrekt auszudrücken, ist es bei solchen Personen nicht weit her.— Präs.: Wollen Sie bei einzelnen der vernommenen Zeugen besondere Anzeichen dieser Art wahrgenommen haben?— Dr. Stürmer: Ich drücke mich nnr im allgemeinen ans. Specicll bei der Eckardt habe ich festgestellt, daß ihre Mutter geisteskrank war. Ich lehne es aber ab, irgend ein bindendes Gutachten über eine Person abzugeben, denn ich halte es für bodenlos leichtsinnig, ein physikalisches Gutachten ab- zugeben, ohne die betreffende Person genau untersucht zu haben.— Die Recherche» der Polizei. Hierauf setzt Kriminalinspektor Braun seine gestern unter- brochene Darstellung der von ihm geleiteten polizeilichen Erwitte- hingen fort und beginnt wieder mit dem Zeugen Büchel, der zwar anfanglich gelogen habe, aber doch als unschuldig aus dem Spiele gelassen werden mußte. Für den erfahrenen Kriminaliste:, sei es nicht schwer, zu entscheiden, ob ein Unschuldiger planlos, oder ein Schuldiger systematisch lügt. Nebenbei bemerkt Zeuge hierbei, es sei eine dem praktischen Kriminalisten durchaus geläufige Erfahrung, daß Verbrecher viele Seite» lange Schriftstücke abfassen können, wobei sie mit großer Sorgfalt alle charakteristischen Merk- male ihrer eigenen Schrift'möglichst vermeiden. Nach Ein- gang des Briefes an die Polizei, durch welchen der Thäter selbst wertvolle Fingerzeige gegeben, habe die Polizei an der Hand der einzelnen Mitteilungen dieses Briefes Schritt vor Schritt eingehende und sorgfältige Recherchen nach dem„Hugo" angestellt und sich bald überzeugt, daß der Hugo kein Phantom sei und daß derjenige, der den Brief geschrieben, der Mörder sein müsse und ein Mensch, der den Zuhälterkreisen angehöre und mit der Singer, dem Büchel und den Gottschalks bekannt sein müsse. Man habe das Strafregister unzähliger Personen durchgeblättert, das Verbrecher- album hin und her durchgesehen und schließlich sei man auf Hugo Gnthmann gestoßen, der bei Gottschalks einmal gewohnt hatte, aber seit Monaten nicht mehr gesehen worden war. Man habe sich Tag und Nacht ununterbrochen bemüht, seine Spuren zu finden. Es seien dann verschiedene Mädchen vernommen worden, mit denen Gnthmann früher im Verkehr gestanden und eine von ihnen habe in dem Hngo-Briefe sofort die Handschrift Guthmanns wieder erkannt. Schließlich sei Kriminalkommissarius Weiß nach Frankfurt a. O. gefahren und habe sich dort als ein auf der Durch- reife begriffener Freund Hugos eingeführt. Auf seine Frage, ob Hugo zu Hause sei, habe er de» Bescheid erhalten, daß dieser zwar kurze Zeit in Frankfurt war, aber wieder nach Berlin, unbekannter Adresse verzogen sei. Daß Guthmann der Thäter sein müsse, ergab sich für die Polizei auch aus der ihr bekannt gewordenen Thatsache, daß die Singer einmal ein an Hugo Guthmann gerichtetes Schreiben weggeschickt hatte. Ehe die Polizei den Gnthmann persönlich ermittelte, ermittelte sie noch, daß er in Berlin schon seinen Paletot versetzt hatte, den er angeblich in einigen Tagen wieder abholen wollte. Man paßte bei dem Pfan'dleiher auf, er kam jedoch nicht. Seine Brüder erklärten, daß sie von seinem Aufenthalt nichts wüßten, daß er ab und zu bei ibncn vorspreche, daß sie aber nicht wüßten, wo er tvohne. Die Kriminalpolizei habe sich dann bei den Brüdern des Angeklagten festgesetzt, so daß diesen dies schließlich unangenehm war und sie sich erboten, nnt der Polizei zu gehen und die Lokale aufzusuchen, in denen er zu verkehren pflege. Er selbst (Zeuge) sei dann auf 6 Wochen auf Reisen gegangen und die Kommissare Braun und Weiß hätten die Sache inzwischen weiter bearbeitet. Am 3. Juli hätten diese ihm depeschiert, daß Guthmann festgenommen worden sei.— Bei seiner Rückkehr habe er dem An- geklagten dringend nahegelegt, wenn er es könne, der Polizei Finger- zeige über den wahren Thäter zu geben. Der Angeklagte habe be- stritten, der Thäter zu sein oder den Brief an die Polizei geschrieben zu haben. Hieran schließt sich eine ausführliche Darstellung der Schreibversuche, die mit dem Angeklagten angestellt worden, die Wider- sprüche, die in den Angaben über sein Alibi enthalten waren-c. Bei den Recherche» sei natürlich auch nach dem Radfahrer geforscht worden, der mit der Singer im Verkehr gestanden haben sollte. Die Polizei sei in den Besitz von der Photographie desselben gelangt und er für seine Person habe kein Zweifel daran, daß nur e t n Nadfahrerbild vorhanden gewesen sei. Bei den ersten Vernehmungen hätten sämt- lichc Zeuginnen übereinstimmend gesagt, daß dies das Bild deS qu. Radfahrers sei, sie hätten früher immer gesagt, der„Hugo" hätte wie der Radfahrer ausgesehen und nun habe sich aus den That- fachen, daß die Singer von einem Hugo und auch von einem Rad- fahrer gesprochen, bei den Zeuginnen der Irrtum festgesetzt, daß Hugo Radfahrer sei. In der ganzen Voruntersuchung habe sich nichts dafür ergeben, daß Guthmann Radfahrer sei.— Auf An- regung des Staatsanwalts erklärt Zeuge weiter: Da der Schreiber des Hngo-Briefes auch behauptet hatte, daß er durch Löcher in der Thür das Blut zc. in dem Zimmer der Singer gesehen habe, so seien auch dahingehende Versuche angestellt worden, die ergaben, daß die Möglichkeit nicht ausgeschlossen war. Meinnngc», die sich die Polizei bildet. Präs.: Welche Meinung haben Sie sich wohl gebildet über die Motive, die den Mörder zum Morde veranlaßt haben könnten? Ohne ein Motiv mordet man doch keinen Menschen.— Kriminal- inspektor Braun: Ein Raubmord schien gänzlich ans- geschlossen; der Mord mußte von einem Bekannten der Singer verübt worden sein, der etivaS von ihr fürchtete. Unter den Bekannten der Singer verbreitete sich die Ansicht, daß es sich um einen Zuhälter handelt, gegen den vielleicht die Singer eine Anzeige erstattet haben könnte. Eine solche Anzeige lag aber nicht vor. dagegen blieben die Bekannten dabei, daß diese Drohbriefe er- halten und einen Drohbrief in ihrem Portemonnaie bewahrt habe. Es habe sich daraus ein Fingerzeig dafür ergeben, daß der Mörder nach diesen Briefen mit blutigen Fingern gesucht habe.— Auf Grund der Eindrücke, die er aus dem Gange dieser Verhandlungen ge- Wonnen, giebt schließlich der Zeuge seine Ansicht dahin kund: Wahrscheinlich sei die Singer mit dem Manne, den sie fürchtete, in ihr Zimmer gekommen, habe dem Manne vielleicht den Vorschlag gemacht, für diesen Abend sich ruhig schlafen zu legen und am nächsten Tag sich weiter zu unterhalten; er habe sich aufs Bett gelegt, sie auf das Sopha, dort sei sie eingeschlafen und da habe denn der Mörder die That begangen, ans die er sich in aller Ruhe vorbereiten konnte. Ein merkwürdiges Bett. Staatsanwalt P l a s ch k e: Diese Thatsache widerspreche doch dem Augenscheins- Protokoll und den bisherigen Aussagen der Beamte», daß das Bett„unberührt" gewesen sei.— Krimmalinsp. Braun: Man müsse sich ein derartiges Bett nicht als ein w ei ch e s L a g er vorstellen, in das man ti e f e i n s i n k e. Nach seiner Meinung schloß der Zustand des Bettes nicht aus, daß ein Mensch darin gelegen haben konnte.— Polizeilentnant Römer und Kymmistar Weiß bestätige» dies, während die Zeugin Frau Nickel nicht glaubt, daß jemand im Bett gelegen haben könne. Nachdem der Staatsanwalt im Anschluß an diese Vernehmung noch eine Reihe von Fragen an verschiedene Zeugen gerichtet, macht Kommissar Weiß noch auf folgende zwei Punkte als auffällig auf- merksam: Als Guthmann in Gegenwart seines Bruders Karl fest- genommen wurde, habe letzterer sehr geschluchzt und-geweint, obwohl als Grund der Festnahme zunächst doch nur die Entziehung von der Militär-Kontrolle angegeben worden war. Ebenso auffällig sei es, daß die Eltern in einem Briefe den Guthmann vor einem Manne gewarnt, der sich nach ihm in Frankfurt a. O. erkundigt habe. Zur Beweisaufnahme werden weitere Anträge nicht gestellt, und der Vorsitzende vertagt um 6Vs Uhr die Fortsetzung der Verhandlung auf Montag 9 Uhr. Mommunsles. Die Stadtverordneten- Versammlung wählte in ihrer ge Heimen Sitzung am Donnerstag zu Bürger-Deputierten: Beim Kuratorium für den Viehhof den Brauereibesitzer Gabriel, Choriner- straße 80, für die Steuerdeputation Karl Löser, Alte Jakobstr. 121b und den Rentier Julius Cohn, Landgrafenstr. 9. Der Magistrat hat in Gemeinschaft mit der örtlichen Straßen� bau-Polizeiverwaltung der Aktiengesellschaft Siemens u. Halske die Genehmigung für die Ausführung des Viadukts der elektrischen Hochbahn in der Bülowstratze zwischen Potsdamerstraße und der Blumenthalstratze erteilt. Lokales. sSiehe auch 2. Beilage.) Die Lokalliste ist der heutigen Nummer unseres Blattes beigefügt. Sie möge jedem Arbeiter zur Richtschnur dienen, wenn er von den Lasten des Daseins eine kurze Erholung sucht. Es herrscht unter dem klassenbewußten Proletariat nur eine Meinung darüber, daß Arbeiter nur dort zu verkehren haben, wo ihnen der Wirt gestattet, auch ihre ernsten Interessen zu beraten. Um den Ausflüglern genügend Gelegenheit zur Erholung zu geben, ist die Anordnung gettoffen, daß in denjenigen Orten, welche zu Versammlungen nicht in Betracht kommen, sämtliche Lokale für den persönlichen Verkehr frei sind, es dürfen jedoch Vereinsvergnügungen und dergleichen in diesen Lokalen nicht stattfinden. Ebenso verhält eS sich mit den Orten, in denen trotz aller Mühe ein Lokal zu Ver- sammlungen nicht zu haben ist; in ihnen sind alle Lokale bis au eins oder zwei freigegeben worden, um möglichst dadurch zu be wirken, auch dort Säle für Versammlungen frei zu bekommen. Parteigenossen! Den Genossen in der Umgegend Berlins wird es durch die Euch allen bekannten Schikane aller Art immer schwerer gemacht, Säle für Versammlungen zu bekommen; darum ist eS Pflicht der Berliner Arbeiterschaft, dahin zu wirken, daß die Wirte, welche trotz aller Scherereien den Mut haben, ihre Säle zu Versammlungen herzugeben, auch thatkräftig unter- stützt werden. Namentlich die Arbeiter-Gesangvereine, Vergnügungsvereine usw., aber auch die Gewerkschaftsorganisattonen seien besonders darauf bedacht, daß die einzelnen Mitglieder als auch die Vereinigung selbst streng diese Liste beachtet; nur dadurch kann das Princip der Lokalftage hochgehalten werden. Auskünste sowie Lokalisten sind bei sämmtlichen LokalkommissionS Mitgliedern zu haben. Die Lokalkommission. Arbeiter-Bildun�sschule. In vergangener Woche haben die Unterrichtskurfe für dieses Vierteljahr ihren Anfang genommen. Teilnehmer werden in dieser Woche ebenfalls noch aufgenommen, da bis jetzt nur die Einleitungsvorträge gehalten sind. Montag: Nationalökonomie(Vortragender Schriftsteller Paul H i r s ch.! Donnerstag: Redeübung(Vortragender: Dr. Alfred Bern- st e i n). Frettag: Geschichte(Vorwagender: Dr. Rudolf Steiner). Der Jahresbericht ist inzwischen im Druck erschienen; die Mitglieder können ihn in der Schule oder in den Zahlstellen in Empfang nehmen. Sonntag, den s7. Mai, abends 7 Uhr, Vortrag des Herrn Dr. S p i e s, im Hörsaal der Urania über: Photographieren in natürlichen Farben. Nachher Diskussion. BilletS& 40 Pfg.(inkl. Garderobe) find in der Schule an den Schulabenden zu haben. Zu zahlreichem Besuch ladet ein Der Vorstand Freie Volksbühne. Die JahreS-Generalversammlung findet am Donnerstag, den 27. April, abends 8'/, Uhr, in Stecherts Andreas-Festsälen, Andreasstt. 21 statt. Die Tagesordnung lautet Geschäfts- und Kassenbericht vom letzten Quartal und vom Geschäfts jähr 1893/99. 2. Neuwahl des gesamten Ausschusses, Vorstandes, der Revisoren und Obleute der Ordner. Festsetzung des Kassierergehaltes und Verschiedenes. Ein zahlreicher Besuch der Generalversammlung wird dringend erbeten.— Heute, nachmittags 23/4 Uhr, im Friedrich Wilhelm st ädtischen Theater, 5. Abteilung:. Erb« f ö r st e r." Im Theater des Westens, Extra-Opern- Vorstellung:„Der Freischütz." Die Verlosung der Plätze beginnt um 2 Uhr. Pünktliches Erscheinen der Besucher der Oper ist erforderlich, da um 23/« Uhr die Thüren geschlossen werden.(Siehe heuttgeS Inserat). Der Vorstand. I. A.: G. Winkler. Zur Verbreiterung der Königstraste. Der Magisttat hat bei der Stadtverordneten-Versammlung beanttagt, dieselbe n,öge sich damit einverstanden erklären: 1. daß die Enteignung der von den Grundstücken Poststaße 81 und Königstr. 8—9 zur Verbreiterung der Königsttaße erforderlichen Flächen von 70 Quadratmetern beziehungs- weise 18 Quadratmetern und 20 Quadratmetern eingeleitet werde, 2. daß daS Grundstück Königstraße 7 für einen Preis von 1460 000 M. und das Grundstück Königstt. 10 für einen Preis von 1000 M. für einen Quadratmeter fteihändig erworben werde, 3. daß die auf den erworbenen Grundstücken und Grundstücksteilen befindlichen Gebäude, � so weit sie zur Freilegung der Königstraße beseitigt werden müssen, gegen Meist- gebot auf Abbruch verkaust werden, wenn die von den zuständigen Bauinspekttonen aufzustellende Abbruchstaxe erreicht wird. Der Direktor deS Friedrich- Wcrderschen- Gymnasiums, Prof. Dr. Friedrich Junge, ist gestern nacht gestorben. Er war durch schweres Leiden schon seit einigen Monaten an der Aus- Übung seiner Amtsthättgkeit verhindert. Erst vor zwei Jahren war Direktor Junge als Nachfolger von Büchsenschütz nach Berlin berufen. Eine vor zehn Tagen erfolgte Verhaftung, so schreibt das „Berl. Tagebl.", wird von anderer Seite irrtümlich mit der Spieler- affaire im«Klub der Harmlosen" in Verbindung gebracht. Es handelt sich um die Verhaftung des Geschäftsreisenden Franz Eichler. Der Verhaftete, der als professionsmäßiger Spieler gilt, steht unter dem Verdachte des gewerbsmäßigen Glücksspiels und des Betruges. Das Feld seiner Thätigkeit war' jedoch keineswegs der„Klub der Harmlosen", sondern ein Spielerkonventikel in der Potsdamerstraße. Die dort verkehrenden Spieler rekrutierten sich aus ganz anderen Gesellschaftsschichten wie die„Harmlosen". Die Verhaftung Eichlers erfolgte schon Donnerstag vor acht Tagen. Eine Schiest-Affaire, die in der Nacht zum Sonnabend in der Oderbergerstraße im Hause Nr. 4 stattgefunden hat, bedarf noch der Aufklärung. Der ftühere Arbeiter, jetzige Handelsmann Franz Wolter, der dort seit längerer Zeit wohnt, kam gegen 2 Uhr morgens mit einer Begleiterin nach Hause. Bald darauf fiel ein Schuß. Die Begleiterin Wolters lief nach der Polizei und der Sanitätswache in der Kastanienallee, wo sie behauptete, Wolter habe einen Selbstmord- versuch gemacht. Als ein Beamter und ein Arzt in die Wohnung kamen, war Wolter verschwunden; vergeblich suchte man das Haus nach ihm ab. Er war, wie sich nachträglich herausstellte, inzwischen .in ein Krankenhaus gegangen und dort aufgenommen worden. Wolter, der eine Schußwunde in der linken Kopfleite hat, gab zu- nächst an, daß er in seiner Wohnung angeschossen worden sei. Bald jedoch widerrief er diese Behauptung und erklärt nun, daß er sich selbst verwundet habe. DaS seltene Fest eines Zvjährigen Jubiläums begeht heute, am 23. April, der Buchdrucker Franz Burger. Der Jubilar übt seit 60 Jahren die„schwarze Kunst" aus und befindet sich vollständig wohl. Herr Burg er arbeitet in der Winserschen Buch- druckerei und ist bei seinen Mtarbeitern als braver Kollege bekannt. Ein schwerer Zusammcnstost zwischen einem Wagen der elektrischen Sttaßenbahn und einem Postwagen fand vorgestern auf dem Kreuzungspuntte der Jerusalemer- und Zimmerstaße statt. Infolge des Versagens der Bremsvorrichtung deS Accumulator- wagens lief dieser mit seinem Vorderteil des Wagens gegen das Hinterrad eines Postpaketwagens und zerttümmerte es völlig. Die Reinigung deS Reinickendorfer Sees soll 147 000 M. kosten. Eine enflprechende Vorlage wird dem Stadtverordneten- Kollegium zugehen. Von der Staatsanwaltschaft beschlagnahmt ist die Leiche des 38 Jahre alten Redacteurs Heinrich Wiehe, der seit dem 1. April in der Potsdamerstr. 26 ein möbliertes Zimmer bewohnte. Wiehe litt an Herzbeklemmungen und einer Anschwellung des rechten Beines. Vorgestern nachmittag ging er noch zu seinem Arzte. Als dieser ihn gestern nachmittag besuchen wollte, fand er ihn tot im Bette liegen. Die Todesursache konnte mit Gewißheit nicht fest- gestellt werden. Benzin- Explosion. Durch die Explosion von Benzindämpfen in dem Lagerkeller der Drogenhandlung von H. Gauerke. Rheinsbergerstr. 66, wurde Sonnabendmittag kurz nach Itt« Uhr der Angestellte Karl Holz, Ruppinerstr. 13, an Händen und am Kopfe durch Brandwunden schwer verletzt. H. begab sich nämlich in den Lagerkeller, um den Gasometer zu prüfen. Nun soll, wie be- hanptet wird, ein Benzin-Ballon unverschlossen gestanden haben und der H. den Gasometer mit einem Streichholz abgeleuchtet und acht- los weggeworfen haben. Dieses soll die Ursache der Explosion sein. Die schnell herbeigerufene Feuerivehr hielt es für notwendig, den Verunglückten in das Lazarus-Krankenhaus einzuliefern und löschte den durch die Explosion hervorgerufenen Brand baldigst mit einem Rohre. Im KonzerthauS in der Leipzigerstraste wird heute Abend das letzte Konzert der Hoffmannschen Sänger abgehalten. Das Haus kommt bekanntlich zum Abbruch; an seiner Stätte wird ein Waarenbazar errichtet. Direktor Hoffmann siedelt in das Lokal Sanssouci über. Auf der Treptow- Sternwarte spricht Direktor F. S. Archenhold ?eute nachmittag 5 Uhr über:„Die Bewohnbarkeit der Welten" und um Uhr über:„Der Mond und seine Gebirge". Im Anschluß an dm Vor- ttag wird der Mond bis 12 Uhr nachts beobachtet. Auch am Montag ist der Mond von 7—12 Uhr zu sehm und findet deshalb um 9 Uhr ein Vortrag statt. Strastensperrung. Die FlenSburgersttaße von der Claudius- straße bis zum Schleswiger Ufer ausschließlich des Kreuzdammes mit der Lessingsttaße und die Schulstraße von der Müller- bis zur Malplaquetstraße einschließlich des KreuzdammeS der letzteren werden behufs Asphaltierung vom 27. d. M. ab bis auf weiteres für Fuhr- werke und Reiter gesperrt. Feuerbericht. Ein Gardinenbrand rief die Wehr Freitagnach- mittag nach Genthiner st ratze 32. Große Frankfurter- straße gerieten in einem Lagerkeller Fastagen in Brand, die bereits von einem zufällig vorübergehenden Feuermann gelöscht waren, ehe die schnell herbeigerufene Wehr zur Stelle kam. Beim Auslasten von Schmalz entstand Oderbergerstraße21 ein kleines Feuer. das schnell gelöscht werden konnte. Kurz darauf wurde die Wehr nach Pappel-AIlee 112 gerufen, wo Lumpen und altes G rllmpel in einem Keller Feuer gefangen hatte. Sonnabendvormittag kurz nach 7 Uhr brannte G a r t e n st r a ß e 27 der Fußboden und die Balkenlage unter der Kochmaschine. Aus demselben Grunde er- fosgte eine Stunde später ein Ausrücken der Feuerwehr nach itteraasse 6. D a n z i g e r st r. 68 standen in einem Korb- waarengeschäft Regale mit Waareninhalt in Flammen.— Aus den Nachbarorte». Rixdorf. Bei der gestrigen Stadtverordneten- Ersatzwahl wählte die erste Abteilung die Herren Färbereibesitzcr Engelhard, Spediteur Fahrenkrug, Eigentümer G. Hcnnig, Chemiker Just, Eigentümer Paul Niemetz, Rentter Nitschke und Reimer Zoch. Sämtliche Gewählten sind Kompromißler. Von 66 eingeschriebenen Wählern hatten 31 gestimmt. Gegenkandidaten waren nicht aufgestellt. Bei der am Freitag Abend stattgefundenen Ersatzwahl von Arbeitnehmer-Delegierten zur Generalversammlung der hiesigen Orts- krankenkasse siegten die Kandidaten des Gewerkschaftskartells. ES sind dies: Tischler Otto Seeger, Hermann Knuth und Wilhelm >ornbege, Weber Max Pause und Bauarbeiter Eduard Poranski.— _jn vergangener Nacht erbrachen Diebe den Schaukasten des Gold» arbeiters Hauptmann, Hermannstr. 41, und entwendeten daraus eine große Partie Schmucksachen, namentlich Armbänder und Ketten. Bisher fehlt von den Dieben, die durch das Hinzukommen eines Nacht- Wächters verscheucht wurden, jede Spur. Aus Friedrichsfelde berichtet man uns: Vor kurzem ist hier der Gcmeindehaushalts-Aat festgestellt worden. Die meisten Beamten erhielten Gehaltszulagen bewilligt; u. A. erhöhte man das Gehalt der Nachtwächter von 400 auf 460 M. Die Gemcindc-Arbeiter, nämlich die S t r a ß e n k e h r e r, die mit dem elenden Lohn von 1,60 M. täglich abgespeist werden, erhalten keine Zulage. Mögen sie mit ihrer Familie weiter darben I Freilich kann die Gemeinde sich damit ttösten, daß Privatunternehmer es nicht besser machen, wie sie. Ein Arbeiter einer Maschinenfabrik wurde dieser Tage beim Betteln bettoffen. Zur Rede gestellt, ant- wertete der Mann, daß er mit dem Wochenlohn von 16 Mark sich und seine zahlreiche Familie nicht ernähren könne. Die Fabrik hält ihre Arbeiter für die niedrige Entlohnung insoweit schadlos, als sie bei pattiotischen Gelegenheiten sich sehr gerne durch Umzüge mit Fahnen, Musik und sonsttgen Tamtam auszeichnet. Schade, daß man davon nicht satt werden kann. Marktpreise von Berlin am St. April 189v nach Ermittelungen des kgl. PolizeiprSfidiumS. D.-Ctt. »)Weizen »Meggen »)Futter-Gerste, Hafer gut „ mittel „ gering Richtstroh, Heu fi) Erbsen„ -f)Speisebohn«n t)Cinfcn Kartoffeln, neue Rindfleisch, Keule 1kg do. Bauch ,. •) Ermittelt pro 16,20 14,55 13,10 15,40 14,80 14,10 4,16 6,90 40,- 50,- 70,- 6- 1,60 1,20 Tonne Schweinefleisch Kalbfleisch Hammelfleisch Butter Eier, 60 Stück Karpfen Aale tander echte Barsche Schleie Bleie Krebse per Schock iKe itg 1,60 1,80 1,60 2,60 3,60 2,20 3,- 2,60 1,80 1,60 3,50 1,40 12,- 1,20 1,— 1,- 2,- 2,40 1,20 1,80 1- 1,20 0,80 1,20 0,80 3,- 15,00 13,70 12,40 14,90 14,20 13,60 3,66 4,30 25,- 25,- 30,- 4,- 1,20 1,- von der Centtalstelle der Preuß. Landwirt- schaftskammer- Slotierungsfielle- und umgerechnet vom Polizeipräsidium sür den Doppel-Cenwer. fi) Kleinhandelspreise. Produkten markt vom 22. April. Auf anhaltend rege Nachfrage nach Ware und das Ausbleiben auswärtiger Offerten konnte sich eine Steigerung der Preise herausbilden und gewann Weizen ifa—'/i M., Roggen l1/«— U/s M., Haser und Mais verkehrten ziemlich fest, Rüböl behauptet. Die Locozufuhr am S p i r i t u s m a r k t war geringer als seit Tagen, die Tendenz anziehend. Angeboten waren 72 000 Liter 70er Ware, die mit 40,00(+0,10 M.) bewertet wurden. 50er Ware nicht zugeführt. Terniine konnten im Anschluß an Locoware um 10 Pf. anziehen. — Kartoffelfabrikate. Berlin, 22. April. Prima Kartoffelmehl per 100 Kg. 20,60 M. Prima trockene Kartoffelstärke per 100 Kg. 20,60 M. Feuchte Kartoffelstärke per 100 Kg. 10,30 M. Städtischer Schlachtviehmarkt. Zum Verkauf standen: 4015 Rinder, 1620 Kälber, 9785 Schafe, 7651 Schweine. Verlaus und Tendenz: Das Rindergeschäst wickelte sich ruhig ab und hinterläßt nur kleinen Ueber- stand. Schwere junge Ochsen schwach vertreten. Der Kälberhandel gestaltete sich langsam. Bei den Schafen war der Geschäftsgang ruhig, aber fest; eS wird ausverkauft. Der Schweinemartt verlies schleppend, wird aber wohl geräumt; schwere fette Ware war vemachlässigt. Aus drv Fraurnbewegung. Verein für Frauen und Mädchen der Arbeiterklaffe. Wegen der am Montag stattfindenden Volksversammlung in Kellers Fesifälen fällt unsere Vereinsvcrsammlung aus. Der nächste Vereins- abend ist am 8. Mai. Herr Dr. Schmidt wird über„Einige Fragen der Nationalökonomie" sprechen. Der Vorstand. Eine staatliche HauShaltnugS- und Gewerbeschule für Mädchen besteht seit Ende 1897 in Posen. Die Schule zeigt, wie berichtet wird, eine gedeihliche EntWickelung. Insgesamt bestehen an dieser Schule 16 Lehrkurse und zwar ein Kursus für Handels- fächer, je ein Kursus für Ausbildung von Handarbeits-, Gewerbe- schul-(Industrie-) und Koch- und hausivirtfchastlichen Lehrerinnen, ein Kursus für Ausbildung von Stützen der Hausfrau, letztere vier mit staatlich vorgeschriebener Abschlußprüfung, sowie neun haus- wirtschaftliche Kurie und ein Kursus für Zeichnen und Malen. An Lehrkräften zählt die Anstalt gegenwärtig außer der Leiterin und der Pcnsionsvorsteherin elf Lehrerinnen und sieben Lehrer. Besucht wurde die Schule im Wintersemester 1897/93 von 119, im Sommer- semester 1898 von 228 und im Wintersemester 1893�99 von 210 Schülerinnen.- Gevilizts-Bcitwitfl« Vcrfromiuungöwescu. In bestimmten Gegenden Preußens, besonders in Ostpreußen, giebt es alte Polizcivcrorduungcn, welche es den Gastwirten bei Sttafe verbieten, während des Gottesdienstes in ihren Lokalen Gäste zu dulden und geistige Getränke zu verkaufen. Wegen Vergehens gegen eine solche Polizeiverordnung vom Jahre 1866 war der Gast- ivirt von Bergen aus der Nähe von Rosenbcrg zu einer Geldstrafe verurteilt worden. Er legte Berufung ein und machte geltend, die Verordnung wäre ungültig, weil sie mit der Gewerbc-Ordnung in Widerspruch stände. Die Strafkammer verwarf indessen die Be- rufuug und erklärte die Verordnung für rechtsgültig, indem sie darauf verwies, daß die Verordnung erlassen sei, um die Feier der Sonn- und Festtage gegen Störungen zu schützen. In seiner hiergegen eingelegten Revision machte der Angeklagte noch geltend, daß doch durchreifende Gäste zu jeder Tageszeit Gelegen- heit finden müßten, sich zu stärken. Das Kammergcricht wies die Revision als unbegründet ab und führte ans: Eine Polizei- Verordnung, welche den Gastwirten das Verabreichen von Getränken und das Dulden von Gästen während des Gottesdienstes verbietet, verstoße nicht gegen die Gesetze und sei g ü l t i g. Die Ziveck- mäßigkcitsfrage, ob nicht für auswärtige Gäste Ausnahmen nötig wären, habe das Gericht nicht nachzuprüfen. Unkernehntev-Vovbände. DaS Zuckcrkartcll. Den„Berliner Neuesten Nachrichten" zu« folge wurde der Vertrag, betreffend den Abschluß eines Kartells zwischen dem deutschen Rohzucker-Syndikat und Raffinerie-Syndikat mit dem Zwecke der Konttngenticrung der Produktion sür den In- landsgebrauch, von den Beteiligten genehmigt. Vevmifchkes- Schneesturm in Norwegen. Im nördlichen Norwegen herrschte zu Anfang der Woche ein gewaltiger Schneesturm. In der Borstadt von VadSo waren zwei Häuser buchstäblich eingeschneit und mußten von den Bewohnern geräumt werden. In der Stadt selbst mußte man in mehreren Häusern Löcher ins Dach brechen, um hinaus zu kommen. An einzelnen Stellen sind die Häuser bis zur zehnten Treppenstufe mit Schnee bedeckt und die Kinder amüsieren sich da- mit. an den Telegraphendrähten und Sttatzenlatenien zu hantteren. Ständiges Repertoire. Restdenz-Theater: Einsiedler. Schlafwagen-Konttolleur.- Metropol-Theater: Eiserne Jungfrau. Nach de« Balle.- Central-Theater: Die Puppe.— Thalia-Theater: Emil amüsiert sich.- Frtedrich-WilhelmstadtischeS Theater: Fuhrmann Henschel.- Aiexanderplatz-Theater: Lebemänner.- Ostend-Theater: Bulgana. Nene« Königl. Opern-Theater(Kroll). Sonntag. 23. April: Auf der Sonnenseite. Nachmittags-Vorstellungen. Sonntag. 23. April: Deutsches Theater: Versunkene Glocke.- Lessina-Theater: LiebeSttSume. Erziehung zur Ehe.- Berliner Theater: Romeo und Julia..- Residenz-Theater: Rose Riedel.- NeueS Theater: Tartuffe.— Belle-Alliance-Theater: Fremd.— Schiller-Theater: Maria Stuart.— Central-Theater: Der lustige Krieg.- Luisen-Theater: Wilhelm Teil.— Ostend-Theater: Waise aus Lowood. Sociale Rechtspflege. Witterungsübersicht vom 22. April 1899, morgens 8 1hr. Stationen Barometer stand mm Windrichtung Windstärke Wetter Tentp. n. 6. 5° G. 4° R. Stationen Barometer Wind richtung Windstärke Wetter Eingegangene Druckschriften. politik der Socialdemokratie. Besprochen von Sergei Bulgafoff, Docent der " Archiv für sociale Gesetzgebung und Statistit". Das neueste Nationalökonomie am Polytechnikum in Moskau. Siegfried, R., Die Doppelheft dieser nunmehr im 12. Jahrgang erscheinenden, von Dr. Heinrich Broportionalwahl. Ein Votum zur württembergischen Verfassungsreform. Die Firma Elsholz hatte 42 ihrer streikenden Tischler Braun herausgegebenen Zeitschrift( Berlin, Karl Heymann's Berlag) hat Besprochen von Dr. K. Flesch, Stadtrat in Frankfurt a. M. wegen Kontraktbruches beim Gewerbegericht verklagt, indem folgenden Inhalt: Abhandlungen: Der neue Entwurf eines Invalidenfie Entschädigungen gemäß§ 124b der Gewerbe- Ordnung verlangte. versicherungs- Gesetzes in Deutschland. Von Dr. Ernst Lange in Berlin. Von In dieser Angelegenheit verhandelte gestern die Kammer IV des Die socialen Zustände in der Seidenindustrie der Ost- Schweiz. Die SteuerGerichts. Als Vertreter der beklagten Arbeiter war Genosse Millarg Dr. F. Schuler, Fabrikinspektor in Mollis( Schweiz). Gesetzgebung: erschienen. Herr Elsholz berief sich für seine Ansprüche auf den§ 8 seiner progression. Von Dr. Clemens Heiß in Berlin. Deutsches Reich. Wortlaut des Entwurfs eines Invalidenversicherungs: Arbeitsordnung, wonach er wie seine Gehilfen das Arbeitsverhältnis nur Gesetzes.( Dem Reichstag am 19. Januar 1899 vorgelegt.) Italien. nach beendetem Accord hätten lösen dürfen. Er behauptete, sämt- Das neue Gesez betreffend die National- Versorgungstaffe für das Alter und liche Beklagte wären vor der Beendigung ihrer Accordarbeiten aus die Invalidität der Arbeiter. Eingeleitet von Prof. Carlo F. Ferraris in Swinembe. 759 N der Fabrik gegangen, um ihre Forderungen durchzudrücken. Da Padua. Wortlaut des Gesetzes vom 19. Juli 1898. Nr. 350, die Hamburg 4 Petersburg 755 OSO 2heiter Millarg gegen die Klage außer rechtlichen Bedenken auch solche that National- Versorgungskasse für das Alter und die Invalidität der Arbeiter Berlin 4 Cort 769 NO 1 heiter fächlicher Natur geltend machte, vertagte der Gerichtshof die weitere betreffend.( Cassa nazionale di previdenza per la vecchiaja e per Biesbaden 768 WNW 2heiter Miszellen: Die Ursachen der Erwerbs: Verhandlung auf den 12. Mai, ohne vorläufig auf die Sache näher la invalidità degli operai.) 762 NNO 5 bedeckt einzugehen. Bis dahin soll Millarg feststellen, wie weit die unfähigkeit nach dem deutschen Invaliditäts- und Altersversicherungs- Gesetz. Bien Von Dr. Ernst Lange in Berlin. Waldeigentum und Waldwirtschaft. einzelnen Accorde beim Beginn des Streits fortgeschritten waren Bon Theodor Curti, Regierungsrat in St. Gallen. Die französischen Wetter: Prognose für Sonntag, den 23. April 1899. und ob die an die Beklagten gezahlten Beträge ihren Leistungen Arbeiterausstände der Jahre 1893-1897. Von Dr. Ferdinand Aurin in Vielfach heiter, zeitweise wolkig bei mäßigen nordwestlichen Winden, entsprachen. Berlin- Friedenau. Litteratur: Kautsky, Karl, Die Agrarfrage. Eine Nachtfrost und etwas höherer Tagestemperatur; keine erheblichen NiederUebersicht über die Tendenzen der modernen Landwirtschaft und die Agrar- schläge. Berliner Wetterbureau. München 5 heiter 763 WNW 2wolfent 760 N 5wolkig 760 NO 760 Still 759 Still 3 Haparanda 755 NO 1 bedeckt Regen Nebel 8 Aberdeen 8 Paris 6 Arbeiter- Maifest Montag, den 1. Mai 1899. Temp. n. C. L1377 15° C.= 4° R. 4wolfenl 2 Vokal- und Instrumental- Konzert ausgeführt von Civil- Berufsmusikern und Gesangvereinen des Arbeiter- Sängerbundes. I. Wahlkreis. Arminhallen", Kommandantenstr. 20: Festrede. Turnerische Aufführungen. Ernste u. heitere Vorträge. Lebende Bilder. Kinderbelustigungen. Tanz. Anfang des Konzerts 5 Uhr. Im kleinen Saal von 6 Uhr ab: Tanz. H. Wahlkreis. Bockbrauerei", Tempelhoferberg: Anfang 4 Uhr. Festrede um 8 Uhr, gehalten vom Reichstags- Abgeordneten R. Fischer. Von 4 Uhr ab: Tanz. Herren, die daran teilnehmen, zahlen 30 Pf. nach. Entree 20 Pf. Kaffeeküche von 3-6 Uhr geöffnet. Jeder Teilnehmer erhält eine Maifest- Zeitung gratis. III. Wahlkreis. „ Neue Welt", Hafenhaide Nr. 108: Anfang des Konzerts 4 Uhr. Festrede um 8 Uhr, gehalten vom Reichstags- Abgeordneten Wolfg. Heine. Bei eintretender Dunkelheit: Grosses Feuerwerk. Tanz. E Im grossen und kleinen Saal: Tanz. Herren, die daran teilnehmen, zahlen 30 Pf. nach. Entree 25 Pf. Maifest- Zeitung am Eingang gratis. IV. Wahlkreis. Brauerei Friedrichshain, am Königsthor. Kellers Festsäle, Koppenstr. 29. Sanssouci, Kottbuserstr. 4a. Joëls Viktoria- Garten, Köpnicker Landstr. 21-24 Treptow. Ludwigs Parkrestaurant, Köpnicker Landstr. 25-26, Treptow. Anfang des Konzerts 4 Uhr. Entree 25 Pf. Die Kaffee- Küche wird um 3 Uhr nachmittags geöffnet. Entree 30 Pf. langua alquiglaneta. V. Wahlkreis. Schweizer- Garten, am Königsthor. Anfang 4 Uhr. Entree 20 Pf. Herren, die am Tanze teilnehmen, zahlen 50 Pf. nach. Programm an der Kasse. Ahrens Brauerei, Thurmstr. 24-26. Moabiter Gesellschaftshaus( Peters), VI. Wahlkreis.ad alous Zimmermanns Klubhaus, Badstr. 58. Marienbad, Badstr. 35. Berliner Prater, Kastanien- Alle 7-9. Puhlmanns Vaudeville- Theater, Alt- Moabit 80-81. Feldschlösschen, Müllerstr. 142. Nordd. Brauerei, Chausseestr. 58. Schönhauser Allee 148. Anfang 3 Uhr. Bei Eintritt der Dunkelheit: Fackelpolonaise. Herren, die am Tanze teilnehmen, zahlen 50 Pf. nach. Die Kaffeeküche ist nachmittags geöffnet. Parteigenossen! Um auch den wirtschaftlich schlecht gestellten Arbeitern und Arbeiterinnen Gelegenheit zu geben, an der Maifeiër teilnehmen zu können, wird ein festes Entree nicht erhoben. Wir ersuchen aber, um möglichst die Unkosten decken zu können, nach Belieben sich an der Tellersammlung zu beteiligen. Eure Pflicht ist es, die Arbeit ruhen zu lassen und durch zahlreiches Erscheinen die Maifeier zu einem wahren Volksfeste zu gestalten. Wilhelm Swiety Achtung! Parteigenoſſinnen u. Genossen. Achtung! Gertrud geb. Liebknecht Vermählte. Halle a. S., den 22. April 1899. Todes- Anzeige. Nach schweren Betben verstarb heute, den 22. April, morgens 3 Uhr, unfer lieber Vater und Gatte, der Tischler 28745 Heinr. Grossmann im Alter von 51 Jahren an ber Schwindfucht. Die Beerbigung findet am Dienstag, den 25. April, nachmittags 4 Uhr, von der Leichen galle bes Neuen Thomas- Kirch hofes, Ntrborf, Hermannstraße, aus ftatt. Die trauernden Hinterbliebenen. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Montag, den 24. April, abends 8 thr, im großen Saale des Herrn Keller, Koppenstraße Nr. 29: Volks- Versammlung. Tages Ordnung: 1. Vortrag der Genoffin Klara Zetkin- Stuttgart über: ,, Wie stellen sich die Genoffinnen und Ge noffen zu der Bernsteinschen Schrift?" 2. Diskussion. Um zahlreiches Erscheinen ersucht Die Vertrauensperson. Stuccateure! 1/4 Montag, den 24. April 1899, abends 7 Uhr, im großen Saal der ,, Arminhallen", Kommandantenstraße Nr. 20: Oeffentliche Verlammlung. 173/7 Tages: Ordnung: 1. Verkündung des Resultats der Urabstimmung. 2. Unsere weiteren Maßnahmen. Die Kollegen werden ersucht, pünklich und vollzählig zu erscheinen. J. A. Der Vertrauensmann. Teilnahme, sowie für die vielen Strang Orts- Krankenkasse| Central- Kranken- u. Sterbe-| Spenden bei der Beerdigung meines lieben guten Mannes Gustav Metze der Maler. 28816 Kasse der Tischler u. anderer gewerblichen Arbeiter. ( E. H. Nr. 3 Hamburg). Berlin G. Montag, den 24. April, abends fage ich allen lieben Verwandten, Mittwoch, 26. April, Abends 81%, Uhr, Freunden und Bekannten meinen Herz- in den Arminhallen, Kommandanten lichften Dant. 29095 ftraße 20: Frau Auguste Metze General- Versammlung 8 Uhr, bei Wilke, Andreasftr. 26: geb. Arndt. der Delegierten. Mitglieder- Bersammlung. Danksagung. Für die herzliche Teilnahme und zahlreichen Kranzspenden bei der Be: erbigung meines Iteben Mannes fage ich hiermit allen Kollegen u. Freunden im Namen der Hinterbliebenen Herz lichsten Dant. Berlin, den 19. 4. 1899. Frau Warmuth. 29195 Für die herzliche Teilnahme und reichen Strangspenben bet der Beerbis gung meiner lieben Frau sage ich allen Freunden und Bekannten meinen herzlichsten Dant. 29286 Tagesordnung: Tages Ordnung: Abnahme der Jahresrechnung für 1. Kaffenbericht vom 1. Quartal 1899. 1898. Bestätigung resp. Wahl eines 2. Regelung der Gehaltsfrage. Bureaubeamten(§ 53). Bericht des 3. Verschiedenes. Vorstandes über den Beschluß der Mitgliedsbuch legitimiert. Generalversammlung vom 18. Januar 1899 betr. Dieferung von fünstlichen Abend aus. Die Sprechstunden fallen an diesem Bähnen, ev. Abänderung des Statuts. Verschiedenes. Der Vorstand. Ostend Oberschöneweide. Restaurant Sportshaus. Beiträge werden in der Versamm lung vom Kassierer entgegengenommen. Die Ortsverwaltung. Vereinszimmer Orts- Krankenkasse der Steindruder u. Lithographen zu Berlin. Die Beschlüsse der Generalversamm lungen vom 28. April 1898 und 30. No bember 1898 find seitens des Bezirks: Socialdemokratischer Wahlverein für den 2. Berliner Reichstags- Wahlkreis. Dienstag, den 25. April, abends 8½ lhr: General- Derlammlung bei Habel, Bergmannstraße 5-7. Tages Ordnung: Bericht des Vorstandes, Kaffenbericht. Neuwahl des Vorstandes, Vereinsangelegenheiten scheinen. Mitgliedsbuch legitimiert. Die Mitglieder werden ersucht, pünktlich und zahlreich zu er 238/8 Achtung! VI. Wahlkreis. Achtung! Dienstag, den 25. April, abends 8% Uhr: Partei- Versammlung im„ Kösliner Hof", Köslinerstraße S. Tages Ordnung: 1. Bericht der Vertrauensleute. 2. Bericht der Agitationskommission. 3. Vortrag des Genossen W. Liebknecht: Die Taftit der Sozial: demokratie und die Vorschläge Bernsteins. 4. Diskussion. Zu recht zahlreichem Bejuch laden ein 219/14 Die Vertrauensleute des 6. Kreises. Gesellschaften, Vereinen und Fabriken Ganz besonders mache ich auf meinen ganz neuen, zur Zeit noch im Bau empfehle meine Salondampfer zu Ausflügen in die Umgegend Berlins. Dampfer befindlichen, mit allem Komfort der Neuzeit versehenen ,, Hoffnung" aufmerksam, welcher bequem für 300 Personen Raum bietet. Bestellungen für jede Zahl unter großen fulanten Bedingungen nimmt entgegen Herm. Hertzer, Schlesischestr. 6. Tel. Amt 4. 2419. ausschußes genehmigt worden und rung zum Statut mit Montag, den Tabakfabrik- Arbeiter freten als VI. und VII. 2bände Orts- Krankenkaffe der Gentral- Kranken- u. Sterbefasse der deutschen Wagenbauer 1. Mai cr., in Kraft. [ 29026 Berlin III. Sonntag, 30. April, Abends 7 Uhr, Sonntag, den 23. April, vorm. 9 1hr, Die beiden Abänderungen gelangen von heute ab in unserem Kaffenlofal( nach Schluß der Kassenauflage), im bei Bergemaun, Bajewalferstr. 3: zur Ausgabe bezw. werden den Mit: Kaffenlotale Landsbergerstr. 108: gliedern durch den Kaffenboten zugeftellt. Mitglieder- Bersammlung. Berlin, den 22. April 1899. Der Vorstand. Mag Stuhlmann, Vorsitzender. General- Versammlung. Tagesordnung: Nordhänser, echt v. Wilh. Uhley, von Rechnungsbericht des Vorstandes für 60 Pf. aufwärts per Liter, Num v. das Jahr 1898. Bericht der Revisoren 1 M. an. Adamczyk& Co., Erteilung dem Vorstande. Es ladet( fr. Georg Borstorff Nachf, Prinzen ergebenst ein Der Verstand. Istraße 53). 67/18 Empf.Bereinen, Geſellſchaften m. Saal, mit Piano zu vergeben. Restaurant Zähne v. 2 Mark bent, theils un intrag derfelben auf Decharge Beinhandlung, Michaelfirchfir. 28 Franz Eschner. Garten, Regelb. u. Staffeet. Dobslaw. Baufigerplag 10. zahlung. 28986 Olga Jacobson, Invalidenst. 145 * Warenhaus A.Wertheim. 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[ 15519* Heute( Sonntag), den 23. April Grosses Militär- Konzert. Ausgeführt von der Kapelle des 2. Garde- Dragoner- Reg. in Uniform. Leytes Auftreten der berühmten Niagara- Truppe. Besteigung des 60 Fuß hohen Riefenturmseils. Anfang 4 Uhr. Im Bal champ: Gr. Festball. Entree 15 Pf. NB. Habe noch Sonnabende u. Montage im Juni, Juli, Auguft zu Sommerfesten zu vergeben. A. Fröhlich. Wirtshaus am Brocken Müller- und Scharnweberstr.- Ecke. Verbindung bis 1 Uhr nachts- Linie Tegel- 10 Pf. von Invalidenstr. ab. Jeden Sonntag Gr. Konzert u. Ball bei freiem Entree. Voltsbeluftigungen aller Art. Familien- Kaffeeküche ftets geöffnet. Unser 10 Morgen großer schattiger Garten wird wochentags an Vereine 2c. vergeben. Gute Getränke und gute Speisen zu billigen Preisen. Müncheberg& Leo. Schnelle, gründliche Heilung 1552* Eine frol. Schlafft. f. Hrn. b. Repke, Laufizerplay 17, born IV. Schlafft., sep., vm. Kaiser, Wafferthor straße 69. 8. erfr. Sonnt. u. abbs. n. 71. Frol. Schlafft. f. Hrn. b. 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Verantwortlicher Redacteur: August Jacobey in Berlin. Für den Inseratenteil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Druck und Verlag von Max Bading in Berlin. Zimmer, möbl., für 2 Herren, bei 29276 Seegert, Chorinerstr. 19. 28726 Vergolderin Schliemannstr. 39. ob Nr. 95. 16. Jahrgang. 2. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Sonntag, 23. April 1899. Tokales. ( Siehe auch 1. Beilage.) Die Ferienkolonien feine tehrskommission, Leute, die uns gegen das Rädern, Quetschen und Unterschrift und ungeachtet der Versicherungen der Kommissions. Schleifen ernstlich schützen, weil wir uns daran nicht so gewöhnen" mitglieder, die Verhandlungen nur in diesem Sinne geführt zu haben, tönnen, wie an die Stahnschen Brückenzierden! weigert sich W., noch nachträglich diese Bedingung zu erfüllen. Wie nung besondere Borsichtsmaßregeln angewandt werden, um eine Beschädigung Personen zu finden, welche dem Tode verfällt, so müssen sowohl beim Fang als auch bei der Beförde: Aus den Nachbarorten. Weißensee. Die Generalversammlung des socialdemokratischen Arbeitervereins wird Montag, abends 81/2 Uhr, im Prälaten, KönigChauffee, Ede der Lehderstraße, abgehalten. Zahlreiches Erscheinen ist erforderlich. Etwa 50 der GeIn der Angelegenheit des Vereins der Steinträger, über es fommit, daß die seiner Zeit mit ihm gepflogenen Verhandlungen von der Kommission mit solchem Aufwande von Vorsicht und follen Unterstützung- oder Konkurrenz?- bekommen. Unter die wir vorgestern berichteten, teilt uns die Berliner Gewerkschafts- umsicht geführt worden sind, ist eine offene Frage und läßt tommission mit, daß ihr Ausschuß sich in seiner nächsten Sigung mit der Bezeichnung Neue Ferienkolonien für ganz arme, dem Fall beschäftigen wird und daß uns dann etwa erforderliche schließlich die Gemeindevertretung veranlaßt, gegen ihn zu klagen. allerlei Deutungen zu. Durch das Verhalten W.'s sah sich frante und fieche Kinder aus dem Volke" soll in Erklärungen zugehen werden. Dieser vorläufige Beschluß ist gefaßt Bon äußerst nachteiligem Einfluß auf den Gang dieser Sache ist der Berlin, Dresden und Leipzig ein Unternehmen gegründet werden, worden, nachdem der Vorsitzende des genannten Vereins, Herr Ostar Umstand, daß eines derjenigen Mitglieder der Gemeindevertretung, Erklärungen zugehen werden. Dieser vorläufige Beschluß ist gefaßt tolonien versagt haben. An der Spige des Komitees, das Schulz, sich auf unser Anraten mit der Gewerkschaftskommission zur welche die Verhandlungen führten, der Schöffe Kobbe, vor kurzem das überall da eintreten will, wo die bisherigen Ferien worden, nachdem der Vorsitzende des genannten Vereins, Herr Ostar on äußerst nachteiligem Einfluß auf den Gang dieser Sache ist der die Vorarbeiten ausführt, steht Dr. Mar Bauer, Mitglied des Vor- Herbeiführung eines Ausgleichs in der Angelegenheit des Vereins in plöglich verstorben ist und so einer der Hauptzeugen fehlt. In der standes des„ Vaterländischen Frauenvereins", Vorsitzender des Berbindung gesetzt hat. letzten Sigung der Gemeindevertretung wurde nun darüber Berliner Vereins für Kinder- Volksküchen", usw. Ein um Geld- Das Berliner Aquarium hat dieser Tage wieder eine Sendung von beraten, welche weiteren Schritte in dieser Angelegenheit zu unterVom Gemeindevorsteher wurde hierbei hervor spenden und thätige Mithilfe bittender Aufruf sagt, daß es doch der Ostsee erhalten, die ihm einen der seltensten Gäste zuführte, nämlich den nehmen seien. noch eine große Bahl tranter, fiecher, eltern Hering. Diesen gewöhnlichsten aller Speisefische lebend zu transportieren, ist gehoben, daß es für den guten Ausgang dieser Sache vor feine leichte Aufgabe. Da er sehr leicht die Schuppen verliert und dann der innerhalb Kinder giebt, allem notwendig sei, Gemeindevertretung für die Gemeindeschule, teine Lehrerin, tein Institut, könnten, daß der finden, welche bezeugen könnten, tein wohlthätiges Vereinsinteresse sich praktisch des Schuppenfleides zu verhindern. So durchzieht nun jezt wieder eine Schöffe Kobbe in öffentlicher Sizung erklärt habe, den W. bethätigt, die junge Pflanze der heran Gesellschaft dieser schlank und zierlich gebauten, blaurüdigen, an Seiten und in bestimmter Weise auf die Bedingungen, unter denen der Kauf wachsenden Generation bor dem Verwelten Bauch in allen Regenbogenfarben schillernden Wreresbewohner das eine der vor sich gehen sollte, aufmerksam gemacht zu haben, sowie daß er und Entblättern zu schützen." Das Komitee ist großen unteren Baffins. die Bubilligung des W. erhalten habe. Troz mehrmaliger Aufbereits dabei, in Berlin, Dresden und Leipzig zahl forderung des Vorstehers und trotz der seiner Zeit in lauter und reiche, ergreifende Bitten und Angebote ernst und deutlicher Weise gemachten Ausführungen des verstorbenen R. fand gewissenhaft zu prüfen und zu sichten", und bittet um Mitteilung fich niemand bereit, als Zeuge aufzutreten. Nur unsere Gevon" Fällen, in denen aus Familien, die unter bitteres noffen machten von der Aufforderung Gebrauch. Authen Armut seufzen, Kinder bisher der Segnungen der Gemeindevertreter fruchtete nichts; die Herren konnten sich mit dem diesen versuchte Schärfung des Gedächtnisses der bürgerlichen Ferienkolonien- Besuchs nicht teilhaftig ge worden sind." Es wird sich hoffentlich bald zeigen, ob es besten Willen auf nichts befinnen. Diese Thatsachen sind in ihrer sich bei den„ neuen" Ferienkolonien mir um ein Konkurrenz Die Bevölkerungszahl Charlottenburgs ist von Ende 1897 Nadtheit immerhin recht merkwürdig. unternehmen handelt, das verlegter Eitelkeit und selbst- bis Ende 1898( nach den Berechnungen des Charlottenburger Stati Heiteres aus dem Mittelalter. Ein Berichterstatter meldet: gefälliger Vereinsspielerei seine Entstehung verdankt, oder stischen Amts) von rund 163 000 auf rund 174 550 gestiegen. Sie Sie„ neuen" wirklich dazu beitragen werden, die hat sich in den letzten 7 Jahren reichlich verdoppelt; Ende 1891 In betreff des Stadtwappens von Schöneberg ist jetzt vom Minister Thätigkeit der alten Ferienkolonien zu stellte sie sich erst auf rund 82 600. Die Zunahme im Jahre 1898 der Bescheid beim Magistrat eingegangen, daß gegen dasselbe soweit ergänzen. Daß eine solche Ergänzung dringend not- betrug 11 550 Personen, gegen das Vorjahr 7,1 Prozent. Dieses nichts einzuwenden wäre bis auf die beiden oben unter der Mauerwendig, ist, daß die bisherigen Ferienkolonien nur einent fleinem 3 unahmeprozent ist, zwar immer noch größer als be trone rechts und links ausladenden Wülfte. Die Mauerkrone müsse mit den Seitenlinien glatt abschließen. Diese erforderliche Vers und nicht immer dem bedürftigsten Teile der proletarischen Jugend jeder anderen deutschen Großstadt, aber in den letzten änderung zieht natürlich eine erneute Verzögerung von Monaten zu gute gekommen sind, das haben wir seit einer Reihe von Jahren Jahren hat sich die Zunahme der Bevölkerung Charnach sich, da die veränderte Zeichnung erst wieder durch den Rewiederholt hervorgehoben. Besser wäre es freilich, wenn sich auch lottenburgs doch erheblich verlangsamt. Sie stellte die Gemeinde endlich einmal dazu aufraffen wollte, den sich in den Jahren 1895, 1896, 1897, 1898 auf rund 17 600, 16 700, gierungspräsidenten über das Ministerium zum Heroldsamt und privaten wohlfahrtsbestrebungen energisch on- 13 900, 11 550 Personen, gegen das entsprechende Vorjahr zurück den ganzen Instanzenzug durchmachen muß. kurrenz zu machen." Wenn die Sommerpflege armer, franter 15,3, 12,6, 9,3, 7,1 Prozent, wobei freilich zu beachten ist. Eine verhängnisvolle Katastrophe hat sich Freitagabend in Kinder zur Gemeindefache gemacht würde, so wäre das eine wirt- daß das Jahr 1895 zu den Jahren mit ungewöhnlich starker dem königlichen Feuerwerks laboratorium am Neuendorfer Wege in jamere Unterſtügung und Ergänzung der bisherigen Ferienkolonien, Zunahme gehört. Der Ueberschuß aus den Geburten und der Spandau ereignet. Durch die Explosion von Sprengpatronen wurden als wenn eine konkurrierende Vereinigung gegründet wird, die Ueberschuß aus den Zuzügen sind in Charlottenburg zu sehr un- ein Arbeiter getötet und zwei nicht unerheblich schließlich doch nur dazu führt, daß die zusammengebrachten Bettel- gleichen Theilen an dem Bevölkerungszuwachs beteiligt. Von den verlegt. Freitagnachmittag gegen 6 Uhr sollten die beiden Arbeiter pfennige statt in einen Beutel in zwei fließen. Nebenbei bemerkt, 11 550 Personen, um die die Bevölkerungszahl in 1898 stieg, tamen Weinbrecht und Anders einen Kasten mit Sprengpatronen nach dem folche privaten Vereinigungen verfolgen auch oft reaktionäre Ten- mur 2531 auf den Geburtenüberschuß( geboren wurden von dem Laboratorium gesonderten Lagergebäude schaffen. Der denzen, und die„ neuen" Ferienkolonien dürften in dieser Beziehung 4919 Kinder Iebend, 133 tot, es starben 2388 Personen), dagegen Oberaufseher Binder begleitete die beiden Männer der Vorschrift mit noch mehr Vorsicht aufzunehmen sein alt die„ alten". 9019, d. h. 78 Prozent oder über drei Biertel des gesamten Be- entsprechend, nach welcher bei jedem Sprengstofftransport ein völkerungszuwachjes auf den 3 uzugsüberschuß( als zugezogen Aufseher die Beförderung zu überwachen hat. Etwa 40 Meter In einem Irrtum befanden wir uns gestern, als wir mit- wurden über 53 700 Personen, als fortgezogen rund 44 700 gemeldet). vom Lagergebäude entfernt glitt der 47jährige Weinbrecht, teilten, daß die„ Märt. Volts- 3tg," von dem Ausgang des Der Geburtenüberschuß steigt fortgesetzt. Dagegen ist der der seit 14 Jahren im Laboratorium beschäftigt ist, aus und zwar und der Patronenkasten stürzte zu Boden. Prozesses, den der Maurerpolier Groß gegen den„ Vorwärts" uzugsüberschuß nach 1895 gefallen, angestrengt hatte, teine Notiz genommen habe. In der Nr. 88 des fo stark von 1895 bis 1898 von rund 15 750 auf schosse explodierten und durch den gewaltigen Luftdruck wurden genannten Blattes findet sich, wie wir nachträglich gewahr werden, rund 9000 daß dadurch, wie oben gezeigt wurde, auch auch Anders und Binder niedergerissen. Man schaffte die drei Verdie Augelegenheit thatsächlich erwähnt. So hat die Redaktion des die Bevölkerungszunahme erheblich verlangsamt worden ist. unglückten sofort in Tragkörben nach dem Militärlazarett. Weinbrecht Katholikenblattes formell recht, wenn sie uns in einer Berichtigung Man wird kaum irren, wenn man hierin eine Wirkung des hatte furchtbare Verlegungen am ganzen Körper erlitten. Kopf und auf Grund des Breßgesezes mitteilt: Wohnungsmangels- besonders des Mangels an kleinen und Brust zeigten schwere Brandwunden; der Unterleib war zerrissen, Die Behauptung des Vorwärts" in Nr. 94 vom 22. April, daß Wohnungen sieht, der in Charlottenburg in den letzten Jahren Arme und Beine schiver verletzt. Er starb wenige Minuten nach der die Märkische Volkszeitung über den Ausgang des Prozesses Groß immer schlimmer geworden ist. Die Schwierigkeit, überhaupt eine Einlieferung im Krankenhause. Anders und Binder hatten teils fontra„ Borwärts" fein Wort gebracht habe, ist unrichtig. Bereits Wohnung zu finden, und die Unmöglichkeit, den geforderten Preis durch den gewaltigen Luftdruck, teils durch den jähen Sturz Verin der Nr. 88 vom 19. April( also in der ersten Nummer, welche an zu zahlen, dürfte namentlich viele Unbemittelte von legungen davongetragen. Anders ist der Brustasten eingedrückt, außer Tage nach dem Prozesse erschien) haben wir den Verlauf und das ber Uebersiedelung nach Charlottenburg zurüd- dem hat er eine Kopfwunde erlitten; sein Zustand ist jedoch nicht Ergebniß des Prozesses objektiv mitgeteilt. gehalten beziehungsweise sie von dort wieder lebensgefährlich. Der Oberauficher Binder fam mit leichten Be Formell wie gesagt, trifft diese Berichtigung zu, aber auch nur hinausgedrängt haben. In Berlin hat in demselben schädigungen an beiden Armen und einer Kopfverlegung davon. Er formell. Sie flammert sich trampfhaft an die Form, um das Wesen Beitraum der Zuzugsüberschuß nicht ab-, sondern zu fonnte, nachdem er einen ordnungsgemäßen Verband erhalten, aus der Sache mit wahrer Todesverachtung zu vernachlässigen. In einer genommen, von 1895 bis 1898 von noch nicht 10 000 auf über dem Krankenhause wieder entlassen werden. unter allerhand nebensächlichen Tagesnachrichten verstedten Notiz, die 27 000 Personen. Dementsprechend hat hier auch die Be27.000 Ueber die Entwicklung des Kreises Oberbaruim innerhalb im ganzen a cht Beilen enthält, findet sich schüchtern mitgeteilt: Die ölkerungszunahme in den letzten Jahren wieder ein Berhandlung ergab im wesentlichen die Richtigkeit der Be- schnelleres Tempo angenommen. Das Zunahmeprozent ist in der ersten 25 Jahre seit Einführung der Kreisordnung enthält der hauptungen des Vorwärts", die Bestrafung erfolgte Berlin von 1895 bis 1898 von 1,33 auf 2,63 gestiegen, hat sich also dem legten Kreistage vorgelegte Bericht des Kreisausschusses eine aber trotzdem, da der Artikel in der Form als beleidigend gefunden in drei Jahren nahezu verdoppelt, während es in Charlottenburg in ganze Reihe interessanter Daten, von denen hier kurz die folgenden derselben Zeit, wie gesagt, von 15,3 auf 7,1 Proz., also auf weniger angeführt sein mögen: Das freie Kreisvermögen erreichte am Schluſſe des Rechnungsjahres 1898/99 die Höhe von 543 160 M., hat sich Das ist mehr als bescheiden gegenüber den ausgedehnten als die Hälfte zurückgegangen ist. fomit um 440 382,28 m. vermehrt. Außerdem find verschiedene Artikeln, in denen die„ Märk. Volts gtg." Mitte Januar die vom Chausseeneubaufonds init Brit. Bor etwa acht Tagen erschien bei verschiedenen Restau- Specialfonds vorhanden und zwar: " Vorwärts" aufgededten Thatsachen sehr christlich als„ Social rateuren in Briz ein Gemeindediener, der fich angelegentlichst bar- 80 000 M., Eisenbahnbaufonds mit 107 600 W., Krantens und Semokratische Berung limpfungen" abzuleugnen suchte nach erkundigte, ob die befragten Wirte auf den„ Berliner Siechenfonds mit 93 200 M. und Schulhausbaufonds mit 31 200 W. und sich von einer Anzahl Arbeiter bestätigen ließ, daß Herr Groß Total- Anzeiger" abonniert wären. Im Berneimingsfalle und Während der 10 Jahre der Wirksamkeit der„ lex Huene" find aus den ein Ehrenmann ohne Gleichen und der geschädigte Wirt Bentler sanit seinem Hausdiener die Unehrenhaften wären. Eine nach dem Bemerken der Gastwirte, daß dies Blatt von den Gästen erhöhten landwirtschaftlichen Zöllen dem Kreise insgesamt 961493 M. doch nicht gelesen werde, forschte der Mann des Gesetzes weiter: überwiesen worden, von welcher Summe zur Ermäßigung der KreisFrage noch: Was wird der Verein Arbeiterschutz mit Herrn Seit wann wohl das Blatt abbeſtellt ſei. Man tannte also be steuern 342 976 M. und zur Schuldentilgung 186 447 m. verwendet Groß machen? hördlicherseits sehr wohl diejenigen Wirte, die auf den„ B. Q.-A." worden sind. Der Kreis weist 113 Kilometer Staatseisenbahnen Elendsstatistik. Im städtischen Obdach befanden sich am abonniert waren, und es dürfte hier die Frage angebracht und 427,89 Kilometer Kunststraßen auf. Zu Ende des Jahres 1899 1. März cr. 27 Familien mit 92 Personen, darunter 9 Säuglinge, fein, ob der Gemeindediener aus privatem Interesse oder im amtlichen wird die Länge der vorhandenen Chausseen 441,32 Kilometer, beund 82 Einzelpersonen. Am 1. April war der Bestand 42 Familien Auftrage gehandelt hat. I. A. iv. g. Das letztere bestimmt be- tragen. Die bevölkertste Stadt des Kreises ist Eberswalde. Dieselbe mit 142 Personen, darunter 15 Säuglinge, und 69 Einzelpersonen. haupten zu können find wir nicht in der Lage, da nach den uns hatte am 1. Januar 1899 eine Einwohnerzahl von 20 004. Das Das Asyl für nächtliche Obdachlose daselbst benutzten im Laufe des gewordenen Mitteilungen der Gemeindediener sich darüber nicht platte Land hatte im Jahre 1895 eine Bevölkerung von 42 743; Monats März 4269 Personen, und zwar 4160 Männer, 1085 Frauen. geäußert hat. Was geht es auch der Behörde an, welche die Einwohnerzahl der Städte betrug dagegen 44 543. Seit dem Von diesen Personen wurden 11 dem Krankenhause Friedrichshain, Beitungen die Gastwirte abonnieren? Uebrigens wurde diese Jahre 1895 ist das platte Land weniger bevölkert, als die Städte es 70 dem Krankenhause Moabit, 25 der Charitee, 2 nach Wuhlgarten, Angelegenheit in der letzten Gemeinderats Sigung in Form einer find. Der gesamte Streis wies im Jahre 1895 eine Bevölkerungs119 der Station des Obdachs überwiesen, 90( 87 Männer, 3 Frauen) Anfrage zur Sprache gebracht. Der Gemeinde Vorsteher suchte ziffer von 87 286 Einwohnern auf. der Polizei vorgeführt. Gebadet haben während des Monats März die Sache damit zu erledigen, daß er meinte:" Es sei dies eine In Groß- Lichterfelde Ost ist der Bahnsteig für den Fern 14 474 Personen. Polizeisache, die nicht in die Gemeinde Vertretung gehöre", und Die für den Gerädert wird durch die elektrischen Motorwagen unserer lieben drohte dem Fragesteller, dem diese Erklärung etwas spanisch vorkam, verkehr und auch der Tummel nahezu vollendet und wird in den Großen Straßenbahn- Gesellschaft beinahe täglich eine Person. Trotz- erledigt fein; indeffen dürfte die Brizer Einwohnerschaft nun umſo- Bahn Lichterfelde- Lankwiz nach Berlin Alexanderplatz hat sich mit Wortentziehung. Damit mag der Vorgang formeli nächsten Tagen seiner Bestimmung übergeben. 1. April in Aussicht genommene Eröffnung der elektrischen dem bleiben die Vorkehrungen, welche das Publikum gegen 3er mehr darüber nachdenken und es dürfte sich empfehlen, gelegentlich infolge eingetretener Hindernisse verzögert, muß aber bei Bermeidung malmen schützen könnten, dauernd hinter der Zunahme der elektrischen hierzu öffentlich Stellung zu nehmen. Verkehrsmittel zurück. Die Einschließung aller Wagenräder durch einer hohen an die Gemeinde Lantiig zu zahlenden Konventional ringartige Wegräumer, welche man jetzt an den Wagen sieht, Aus Weißenfce schreibt man uns: Vor Jahresfrist erstand strafe längstens bis 1. Juli d. J. erfolgen. schreitet in bekannter Gemächlichkeit vorwärts, und die Berliner die Gemeinde Neu- Weißensee von dem Bankdirektor und Gemeindewerden noch viel Beine opfern müssen, bis die geehrte Direktion verordneten Warthul ein Grundstück, um in den Räumen desselben fich gütigst entschließen wird, mit mehr Energie auf Schutzmaßregeln verschiedene Schulflafsen unterzubringen und für später auf dem Grundgegen das Rädern, Zerquetschen und Zerschinden von Menschen stücke mit dem Bau eines neuen Schulhauses vorzugehen. Die VerBedacht zu nehmen. Dazu ist z. B. dringend notwendig, daß alle handlungen über die Festsetzung der Kaufs- und Verkaufsbedingungen vorstehenden Zeile hinter der Stirnwand verborgen wurden von einer besonderen Kommission der Gemeindevertretung werden, also die eisernen Stufen, die jetzt frei liegen und den geführt. Als Unterlage für diese Verhandlungen sollte ein von der Fallenden zerreißen und mitschleifen. Wir erwähnen ferner die Gemeindevertretung gefaßter Beschluß dienen, des Jnhalts, daß ein Sandsteinröhren und vor allem die weit vorstehenden pufferähnlichen an genanntes Grundstück grenzender, dem Schöffen Plütschow Verbindungsstücke, die zur Kuppelung der Anhängewagen dienen gehöriger Streifen Landes von dem Verkäufer W. vorerst zu erund nur Sonntags gebraucht werden. Diese Eisenteile müssen werben und dann der Gemeinde mit aufzulassen sei. Der Kaufpreis zwedmäßig zurüdgelegt werden können, so daß fie wurde einschließlich des Streifens auf 88 000 M. festgesezt. Die während der Fahrt nicht vor bor der Stirnwand hervorragen. Auflaffung erfolgte und nachträglich stellte sich heraus, daß W. von Nebent der Bautommission, die unsere Brüden mit Standbildern oder der Bedingung, auch den Streifen an die Gemeinde verkauft Sigbildern schmüdt, brauchen wir technische Kenntnisse in der Ber- zu haben, nichts wissen wollte. Troß seiner geleisteten stellen. wurde." W = Briefkasten der Redaktion. Wir bitten, bei jeder Anfrage eine Chiffre( zwei Buchstaben oder eine ZahD anzugeben, unter der die Antwort ertheilt werden soll und die letzte Abonnements quittung beizulegen. Fragen ohne solche werden nicht beant wortet und schriftliche Antwort wird nicht ertheilt. Die juristische Sprechstunde wird Dienstags, Donnerstags und Freitags abends von 7 bis 8½ 1hr abgehalten. Freitags abends von 7 bis 8 Uhr abgehalten. F. R. 100. Trautwein, Restaurateur, Quedlinburg. Drei Wettende. Ein für allemal, Spielerfragen beantworten wir nicht. F. K. 95. Sie müssen 335 Marken geklebt haben und müssen inners halb breier Monate nach der Verheiratung den Antrag auf Rüderstattung Illustrierte Maifest- Beitung soeben erschienen. 8 Selten start. Preis 10 Pfg. Ein prächtiges Titelbild von E. M. Lilien verfinnbildlicht den Sieg der Arbeit, während das Vollbild auf Seite 4 und 5 das bekannte Kunstblatt des berühmten Malers Böcklin: Die Freiheit" wiedergiebt mit einer Umrahmung von Lilien: Die Verbrüderung von Kunst und Arbeit darstellend. Der Text enthält u. A. ein schwungvolles Maigedicht von R. Lavant, ein stimmungsvolles Feuilleton: ,, Der 1. Mai und die Frauen" von Lily Braun, eine historische ,, Rückschau auf den steinigen Weg zum Achtstundentag"," Der Kampf um das Koalitionsrecht"," Für die Landagitation" u. s. w. u. s. w. Wir empfehlen dieses wirklich schöne Festblatt beftens. Buchhandlung Vorwärts, Beuthstraße 2. Für den Inhalt der Juserate übernimmt die Redaktion dem Bublikum gegenüber feinerlei Verantwortung. Theater. Sonntag, den 23. April. Freie Voltsbühne. Friedrich: Wilhelmstädt. Theater: 5. Abteilung( gelbe Karten) Der Erbförster. Anfang nach mittags 23 Uhr. 0 Central Theater) Direktion: José Ferenczy. Nachmittag 3 Uhr, zu halb. Preisen: 8um legtenmale in dieser Saison: Der lustige Krieg. Operette in 3 Aften von Joh. Strauß. Abends zum 106. Male: Die Puppe( La Poupée) Operette in 3 Aften und einem Boripiel von Ordonneau u. Sturges. Musik von Ed. Audran. Morgen und folgende Tage: Die Puppe( La Poupée). Extra Opern: Borstellung Ostend Carl Weiß- Theater. im Theater des Westens: Der Freischütz. Anfang nachmittags 23 Uhr. Opernhaus. Cavalleria rusticana. Bajazzi. Vergißmeinnicht. Anfang 7 Uhr. Montag: Der Ring des Nibelungen. Das Rheingold. Schauspielhaus. Julius Cäsar. Anfang 7 Uhr. Montag: Die gelehrten Frauen. Der eingebildete Kranke. Neues tgl. Opern- Theater( Krol). Auf der Sonnenseite. Vinfang 71 libr. Dentfches. Hans. Vorher: Mutter: herz. Anfang 72 Uhr. Nachm. 2 Glode. Uhr: Die versunkene Montag: Hans.' Mutterherz. Schiller. Die große Glode. Anfang 8 Uhr. Nachm. 3 Uhr: Maria Stuart. Montag: Der Mann im Monde. Leffing. Die Lumpen. Anfang 7% Uhr. Nachm. 3 Uhr: Die Erziehung zur Ehe. Hierauf: Liebesträume. Montag: Die Beche. Unter blonden Bestien. Ein Ehrenhandel. Liebesträume. Berliner. Zaza. Anfang 72 Uhr. Nachm. 2½ 2 Uhr: Biomeo und Julia. Montag: Iphigenie auf Tauris. Residenz. Der Schlafwagen Nontrolleur. Borber: Zum Einsiedler. Anfang 71/2 Uhr. Nachu. 3 Uhr: Rose Riedel. Montag: Der Schlafwagen- Kon trolleur. Vorher: Zum Einsiedler. Menes. Eine Liebesbeirat. 71/2 Uhr. Nachm. 3 Uhr: Tartuffe. Montag: Eine Liebesheirat. Anfang Westen. Der Wildschütz. Anfang 71/2 Uhrl Montag: Lucia von Lammermoor. Gr. Frankfurterstraße 132. Nachmittags 3 Uhr, zum letztenmale: Die Waise aus Lowood. Schauspiel in 4 Atten von Charl. Birch Pfeiffer. Abends 71% Uhr: Die Bulgaria. Sensationelles Ausstattungsstück mit Gesang in 10 Bildern von Hans Buchholz. Gefangsterte von J. Dill. Musit von M. Fall. I'm Tunnel von 512 Uhr an Frei- Konzert. Im 1. u. 2. Bild: Ankunft und Abfahrt eines großen Luftballons, Jm 4. Bild: Abfahrt der Bulgaria. Hafen von New- Yort mit Freiheitsstatue.( Tag und Nacht- Deforation.) Jm 5. u. 6. Bild: Das 3 Etagen hohe Schiff Bulgaria, Querdurchschnitt: Maschinenraum, Ober- und Unterdeck. Noch nie dagewesen! Sehenswert! Montag und folgende Tage: Die Bulgaria. Metropol- Theater. Behrenstr. 55/57. Dir. Rich. Schultz. Letzte Woche d.Wintersaison! Vorletzte Sonntagsvorstellung: Die eiserne Jungfrau. Baudeville in 3 Atten. Musil v. Varney. Sierauf um 1/210 Uhr: Gastspiel von Mr. Séverin: Après le bal ( Nach dem Ball). Pantomime in 3 Bildern. m. Freie Volksbühne. Donnerstag, den 27. April, abends 8%, Uhr: Generalversammlung in Stecherts Andreas- Festsälen, Andreasstr. 21. Tagesordnung: 1. Geschäfts- und Kassenbericht des Vorstandes vom Vereinsjahr 1898/99 und Diskussion. 2. Neuwahl des Ausschusses, Vorstandes, der Revisoren und Obleute der Ordnerkommission. 3. Festsetzung des Kassierergehalts. schiedenes. VerV. Abteilung: Heute nachmittag 234 Uhr, im Friedrich Wilhelmstädt. Theater: Der Erbförster. Achtung, I. Abteilung! Die erste Vorstellung der 9. Serie beginnt am 30. April im Lessing- Theater. Zur Aufführung gelangt: Der Revisor" von Gogol. Die Vorstellungen folgen am 7., 11.( Himmelfahrtstag, Donnerstag), 14., 21., 28. Mai. Die VI. Abteilung ist geschlossen, einige neue Mitglieder zur IV. und V. Abteilung können sich melden. Opernvorstellung Der Freischütz" heute nachmittag 3 Uhr, im Theater des Westens, am Bahnhof Zoologischer Garten, Kantstrasse. Die Verlosung der Billets beginnt um 2 Uhr. Garderobe 15 Pf. Die Mitglieder werden dringend gebeten, zu dieser Vorstellung rechtzeitig bis 22 Uhr zu erscheinen, da um 3 Uhr die Eingangsthüren geschlossen werden. 229/12 Der Vorstand. I. A.: G. Winkler. Urania Tanbenstrasse 48/49. Um 8 Uhr: Im Theater: Das Land der Fjorde. Das Land der Fjorde. Montag, zum 100. Male: Im Hörsaal: Dr. Grothe:„ Constantinopel", Invalidenstr. 57/02: Tägl. Sternwarte. Nachmittags täglich 5-10 Uhr. Bis Sonntag, den 30. d. Dt. in: Passage- Panopticum. Dieselbe Vorstellung. Voranzeige! Metropol. Nach dem Balle. Borher Am Dienstag, den 2. Mai 1899: Die eiserne Jungfrau. Anfang 72 Uhr. Montag: Dieselbe Vorstellung. Central. Die Puppe. inf. 7% hr. Nachm. 3 Uhr: Der lustige Strieg. Montag: Die Puppe. Thalia. Der Raub der Sabine rinnen. Anfang 7 Uhr. Montag: Dieselbe Vorstellung. Luisen. Feuer. Anfang 8 Uhr. Nachm. 3 Uhr: Wilhelin Tell. Montag: Feuer. Welle- Alliance. Drei Paar Schuhe. Anfang 8 Uhr. Nachm. 3 Uhr: Fremd. Montag: Die Rosa Dominos. Chtend. Die Bulgaria. Auf. 8 Uhr. Nachm. 3 Uhr: Die Waise aus Lowood. Montag: Die Bulgaria. Friedrich Wilhelmstädtisches. Fuhrmann Henschel. Auf. 8 Uhr. Montag: Fuhrmann Henschel. Alexanderplatz. Die Lebemänner von Berlin ober: Der Klub der Sarmlosen. Anfang 8 Uhr. Montag: Die Lebemänner von Berlin. Wiener Volks Theater. Lumpaci vagabundus. Ihr Cousin. Anfang 7 Uhr. Apollo. Specialitäten-Borstellung. Anfang 72 Uhr. Reichshallen. Stettiner Sänger. Anfang 7 Uhr. Feen Palast. Specialitäten Bor1. stellung. 0 Passage Panoplifum. Speciali täten- Vorstellung. Eröffnung der Sommer- Specialitäten Saison. Specialitäten 1. Ranges. Operette- Ballett Nur erstklassige Kräfte. Neue kleine Garten- Anlagen. Vortreffliche Ventilation. Exquisite Küche. Vorzügliche Getränke. Bei mässigen Preisen. Dies alles wird dazu beitragen, das Metropol- Theater zu dem beliebtesten SommerEtablissement der Berliner Familien und der Fremden zu machen. Orchester Fauteuil 3 M., Parkett, ref. Platz( Tisch) 2 M., Entree 1 M., Balfonloge 5 M., I. Rangloge 2 M., Balfonterrasse 4 M., Promenoir 1 M. ( Tisch). Das Ranchen ist in allen Räumen gestattet! Letzte Woche! Das Riefenweib. Die schöne Tätowierte. Von 62 Uhr: Theatre variété. Excelsior, dargestellt von 500 fünftl. Menschen. Mittwoch, Sonnabend, Sonntag 4 Uhr: Kindervorstellung. Castan's S Panopticum. Ecke Friedrich- u. Behrenstrasse. Neu umgestaltet und verschönert!! Rumänische Neu!! Original- ZigeunerKapelle im Konzertsaal. Apollo- Theater. Victoria- Brauerei Mc. et Mr. Bianca- Desroches Robert Steidl Urania. 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Sonntag, den 30. April: Letzte Sonntags- Vorstellung. Montag, den 1. Mai: Schluss der Saison Großes Maifest, Abschieds Vorstellung. Sommernachts Freitanz. Anf. 7 Uhr. Sonntags 7 Uhr. Billet- Borv. vorm. v. 11-111hr. Deutscher Holzarbeiter- Verband. ( Zahlstelle Berlin.) Parkettbodenleger. Montag, den 24, April, abends 8 Uhr, in den Spree. 80/4 hallen an der Moabiterbrücke, Versammlung. Um zahlreichen Besuch wird ersucht. Branche Korbmacher. Montag, den 24. April, abends 8 Uhr, Andreasstr. Nr. 26, bei Herrn Wilke, Versammlung. Tages Ordnung: 1. Bericht der Werkstatt- Kontrollfommission und Neuwahl derselben. 2. Branchen- Angelegenheit. 3. Verschiedenes und Fragefaften. Um pünkt: liches und zahlreiches Erscheinen der Kollegen wird gebeten. Mittwoch, den 26. April, abends 84 Uhr, bei Keller, Koppenstraße Nr. 29, General- Versammlung. Tages Ordnung: 1. Staffenbericht vom 1. Quartal. 2. Bericht des Vorstandes, der Be: zirksleiter, der Werkstatt- Kontroll- und Branchen- Kommiffionen des Arbeits: vermittlers und Bibliothekars. 3. Antrag auf Gehaltszulage der VerbandsAngestellten. 4. Ausschluß mehrerer Mitglieder. 5. Verbandsangelegenheiten. Achtung! Holzarbeiter Friedrichsbergs und Umg. Am Montag, den 24. April 1899, im Lokal von Panten, Frankfurter Allee, Agitations- Versammlung. Tages Ordnung: 1. Vortrag des Kollegen Stöster. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Es ist Pflicht eines jeden Kollegen, in der Versammlung zu erscheinen. Achtung! Achtung! Rixdorf! Dienstag, den 25. April, abends 8 Uhr, bei Thomas ( Viktoria- Säle), Hermannstr. 48-50, Oeffentl. Holzarbeiter- Versammlung. 80/5 Tages Ordnung: 1. Die Einführung der Zwangsinnung für unser Gewerbe. Referent: Genosse Jahn. 2. Bericht des Vertrauensmannes und Neuwahl desselben. Der Vertrauensmann. Verein deutscher Schuhmacher. Montag ( Bahlstelle Berlin.) den 24. April, abends 8½ Uhr, im Schützenhause, Linienstr. 5: Branchen- Versammlung aller in der Filzschuhbranche beschäftigten Arbeiter u. Arbeiterinnen. Tages- Ordnung: 1. Vortrag des Genossen Hoffmann:" Auf was wir stolz find". 2. Diskussion. 3. Die gegenwärtigen Lohn- und Arbeits169/12 verhältnisse in der Filzschuhindustrie. 4. Verschiedenes. Zahlreiches Erscheinen, namentlich der 3 wickerinnen erwünscht. Dienstag, den 25. April cr., abends 82 Uhr, im Englischen Garten, Alexanderstr. 27c: 0 General- Versammlung. Tages Ordnung: 1. Antrag auf Besuch der Treptower Sternwarte. feste Besoldung des 1. Bevollmächtigten. 3. Verschiedenes. Moabiter Gesellschaftshaus. 2. Geschäfts: und Kaffenbericht vom 1. Quartal 1899 und Antrag auf Alt- Moabit 80-81. Heute: Großer Ball. Eröffnung der Sommersaison am 30. April. Am 1. Mai: Große Feier mit Concert und Spezialitäten Vorstellung und Ball. Die Ortsverwaltung. Ortskrankenkasse d. Drechsler und verwandter Gewerbe. 29076 Dienstag, den 25. April cr., abends 8 Uhr, in den C. Peters. Armin- Hallen, Kommandantenstr. 20, Zu Sommerfesten! Mitglieder- Versammlung. 28606 Naturgarten mit prachtvollem Tages Ordmung: 1. Vortrag des Herrn Dr. Sommerfeld. Der Kampf Laubengang, 500 Perf. fassend, voll gegen die Lungenkrankheit. 2. Diskussion. Norddeutschen Sänger ändig neu eingerichtet, Elektrische Ferner machen wir darauf aufmerksam, daß die Auszahlung bes 15309* Krankengeldes Sonnabendvormittag von 9-1 Uhr stattfindet. Sonnabende n. Sonntage frei. ( Führmann, Horst, Walde). Anfang: wochentags präc. 8 Uhr, Sonntags 7 Uhr. Entree 50 Pf. W. Noacks Theater Brunnenstr. 16. Jeden Sonntag, Dienstag und Donnerstag: Theater- Vorstellung. Beleuchtung, sind Flora- Säle, B. Nieft, 17 Weberstraße 17. Der Vorstand. J. A.: G. Liebenow, Vorsitzender. Verband der Bau-, Verband der Bau-, Erd- und gewerblichen Hilfsarbeiter Deutschlands, Zahlstelle Berlin IV( Buzerträger). Bur Winter- Saison Sonn: Am Montag, den 24. April, abends 8 Uhr, im Lokal des Herrn Wernau, Schwedterstr. 23-24: abende und Sonntage noch frei. Gesellschaftshaus Swinemünderstr. 42. Säle und Garten empfehle unter foulanten Bedingungen zu Festlich feiten; einige Sonnabende sind noch frei! Jeden Sonntag: Ball und Theater Vorstellung. Allen Bekannten und Genossen zur Nachricht, daß ich mein Mitglieder- Versammlung. 32/10 Tages Ordnung: 1. Abrechnung vom 1. Quartal. 2. Verbandssache. 3. Verschiedenes. Neue Mitglieder werden aufgenommen. Der 1. Bevollmächtigte. Achtung! Zimmerer. Achtung! 1406 Am Montag, den 24. April, abends 8 1hr, im großen Saale des Herrn Cohn, Beuthstraße Nr. 20: Sonntag, nadmittags 3 Uhr: Frau Luna. Der Wildschütz Weiß- u. Bairisch- Bier- Lokal Stuart. Trauerspiel in 5 Aufzügen v. Schiller. Sonntag, abends 8 Uhr: Die grosse Glocke. Lustspiel in 4 Atten von Blumenthal. Montag, abends 8 Uhr: Der Mann im Monde. Dienstag, abends 8 Uhr: Zum 1. Male: Der Herrgottschnitzer von Ammergaa. Thalia- Theater. Dresdenerstr. 72/73. Vorletzte Sonntags- Vorstellung: Gastspiel Emil Thomas. Der Raub der Sabinerinnen. Schwant in 4 Aften von F. und B. v. Schönthan. Anfang 72 Uhr. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Circus Renz- Riesen- Tunnel. Direktion: J. M. Hutt. Täglich: Konzert- und Specialitäten Borstellung. Auftreten von Künstlern 1. Ranges. Jeden Sonnabend und Sonntag nach der Vorstellung Tanzkränzchen. Vorverkauf täglich im Theater und beim Künstlerdank", Unter Schwant mit Gesang in 3 Atten von den Linden 69. Reichshallen. Täglich: Stettiner Sänger. 14 ( Mensel, Pietro, Britton, Steidl, Krone, Schneider und Schrader.) Britton als Pauken Schulze der Stolz vom Regiment. Anfang heute 7 Uhr. Entree 50 Pf. Numerierter Balkon 75 Pf., BalkonLoge 1 Mk., Orchester- Loge 1,50 MK, Fremdenloge 2 Mk. Tagestafje 11-1. Morgen, Montag: Anfang 8 Uhr Pauken- Schulze. 11! A. Kozebue. Borher: Gringoine. Schauspiel in 1 Aufzug v. O. Nandolf. Nach Borstellung: Lanzkränzchen. Mährs Theater Oranien Straße 21. 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April, abends 8½ Uhr, im Dresdener Garten, Dresdenerstraße Nr. 45, Mitglieder- Versammlung. Tages Ordnung: Quartett Humoristen Zar Charakteristik u. Geschichte 1. Bortrag des Herrn Dr. Wollheim über:" Berflüssigung ber Italiano Berolina. Letzte Fahrt. d. moral- social- politischen Zu- Luft". 2. Diskussion. 3. Kassenbericht. 4. Vereinsangelegenheiten und Berschiedenes. Um zahlreiches und pünktliches Erscheinen ersucht Die Ortsverwaltung. Verlag: Robinsti u. Co., Berlin W. 62.70/ 17 stände der Gegenwart". Achtung! Parteigenossen! Bringe den Parteigenossen mein Schuhgeschäft En Erinnerung. 28565 A. Hübner, Neanderstr. 37. Neu! Eröffnet! Neu! Bade- Anstalt. Norden Lortzingstr. 33. Lohtannin, Russisch- Römisch, DampfF. Nahrstedt Wrangelstrasse 40/41( Süd- Ost). Erstes und grösstes Sortiments- Geschäft Wannene, Gools, Gigtennabel, Riele für Manufaktur, Wäsche und Wollwaren, bäder 2c. Lieferant fämtl. Kranten: fassen. 15540* Falls Hautunreinigkeiten Ihr Antlitz behaften, benutzen Sie z.tägl. 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Sonntag, 23. April 1899, der Zimmerung war. Seiner Ansicht nach hätte der Schacht überDer Schacht- Einsturz auf der Zeche haupt nicht befahren werden dürfen, heit, entlassen worden. Viktoria Matthias bei Essen unterlag vorgestern der Beurteilung des Essener Landgerichts. Am 19. August v. J. war die Zimmerung des Schachtes" Gustav" ourch den Anprall von zwei Förderwagen sehr stark beschädigt worden. Als am folgenden Tage, dem 20. Auguft, die Reparaturarbeiten sorgenommen wurden, stürzte der Schacht gänzlich in sich zusammen, wobei sechs Bergarbeiter verschüttet wurden. Nach dem entfeglichen Unglück verbreitete sich die Kunde, daß der Schacht Gustav" schon seit Jahren in einem gefahrdrohenden Zustande sich befunden habe. Die daselbst beschäftigten Bergarbeiter hätten schon früher in Versammlungen gesagt, es graue ihnen, wenn sie im Schacht„ Gustav" die Seilfahrt zu benußen häten, der Korb schleudere hin und her, die Fahrten seien nicht abgeschlagen, und die Arbeiter hätten stets in Gefahr geschwebt, durch herabfallendes Gestein beschädigt zu werden. Weiter wurde damals mitgeteilt, duß der Steiger Kuhlmann einige Zeit bor dem Unglück der Bergbehörde von dem gefährlichen Zustand des Schachtes Witteilung gemacht habe, weil man auf seine diesbezüglichen Vorstellungen die gefahrdrohenden Mißstände nicht beseitigt habe. Kurze Zeit nach erfolgter Anzeige ist Kuhlmann, angeblich wegen TrunkenDer Angeklagte Betriebsführer Müller wird nun beschuldigt, Pflicht als Betriebsleiter zuwider, fich weder von dem Umfange der den Tod der verschütteten Bergleute verschuldet zu haben, da er, seiner am 19. August verursachten Beschädigung persönlich überführt, noch die Reparaturarbeiten am 20. August selber überwacht habe. Müller hat die Leitung der Arbeiten dem Reviersteiger Böttcher übertragen, dieser ließ die Reparatur in der Richtung von unten nach oben, anstatt umgekehrt, ausführen, und dadurch soll der Zusammensturz des Schachtes verursacht sein. Angeklagter Müller giebt zu, daß die Beschaffenheit des seit 1857 bestehenden Schachtes wegen seines hohen Alters mangelhaft war und daß sich in diesem Schacht viel häufiger wie anderswo Reparaturen notwendig machten. Weiter geht aus der Vernehmung des Angeklagten hervor, daß er sich hinsichtlich der am 20. August vorgenommenen Reparaturarbeiten ganz auf den Steiger Böttcher verlassen hat, und daß er weder nach der Beschädigung am 19. noch nach dem Unglück, am 20. August, in den Schacht eingefahren ist. Beuge Schachthauer Rots fagt aus, das Holz der Schacht bekleidung sei an vielen Stellen angefault gewesen. Beuge Droste, einer derjenigen Arbeiter, die am Unglüidstage im Schacht beschäftigt waren, befundet: Am 20. August, morgens 6 Uhr fuhr ich mit dem Korbe an, derselbe machte in der Nähe der ersten Sohle plöglich halt. Thiessen und ich fletterten bann die Fährten himunter, um nachzusehen, welches Hemmnis sich dem weiteren Herunterlassen des Storbes entgegenstellte. Wir fanden, daß der lange Einsirich ausgebrochen war. Im Bumpenturm stehend ließen wir uns von den im Korbe befindlichen Kameraden die Hölzer zurichten, um dieselben auszuwechseln. Mit dem Anschlagen oon Bolzen beschäftigt, zu dem Zwecke, den Einstrich zu stützen, hörte ich auf einmal Steine fallen. Ich rief meinem Bruder und den anderen im Korbe zu:„ Heraus, heraus i" dann sprangen Thiessen und ich durch die Fährten nach oben. Auf der ersten Sohle angelangt, hörte ich nochmals Steine fallen, wie mir schien von oben, dann hörte ich einen furzen Schrei, dann nichts mehr. Hierauf werden die Gutachter Bergrat Kabber, Oberbergrat Starte, Direttor Silbd, Direktor Bad winkel und Assessor Binkhaus gehört, welche verschiedener Meinung darüber find, ob die Reparaturarbeiten von unten nach oben oder in umgekehrter Richtung hätten ausgeführt werden müssen. Direktor Hilbe hält es für fraglich, ob der Einstura eine Folge der Beschädigung Baar- Verkauf zu streng festen, S sehr billigen, in Zahlen gezeichneten Preisen. A als es früher der Fall war, zusammenhalten möchten. Redner hob in seinen Schlußausführungen hervor, daß die Lohnbewegung das erfreuliche Resultat gezeitigt habe, daß auch die Unternehmer sich mehr und mehr bereit erklärten, mit den von der Organisation beauftragten Personen zu verhandeln. Der Dem Direktor Hilbek wurde in der weiteren Verhandlung auch noch die Ehre zu teil, ein Gutachten abgeben zu dürfen. Da im Grubenvorstand Meinungsverschiedenheiten betr. der Frage, ob ein neuer Schacht unbedingt notwendig sei oder nicht, obwaltete, Die Vergolder hörten in einer gut besuchten Versammlung wurde ich vom Grubenvorstand beauftragt, den Schacht eingehend zu am 17. d. M. in den„ Arminhallen" ein Referat des Genossen Jahn besichtigen und mein Gutachten abzugeben. Herr Stinnes war für über: Das bürgerliche Recht und die besiglosen Klassen. Sodann einen neuen Schacht. Bei der Revision kam ich zu der Ueberzeugung, gab der Kassierer die Abrechnungen vom 1. Quartal sowie vom daß die Anlage eines neuen Schachtes erforderlich sei. Zudem be- lezten Stiftungsfest zur Kenntnis. Unter Verschiedenes tamen interne steht eine Verordnung der Bergbehörde, einen zweiten Schacht an- Filial- Angelegenheiten zur Sprache, speciell wurde auf die Maifeier zulegen. Bis zur ersten Sohle war der Schacht ja noch gut. aufmerksam gemacht. unter der ersten Sohle waren jedoch die Wirkungen des starken Der Verband der Graveure und Ciseleure hielt am 18. d. M. Druckes wahrzunehmen. Die Einſtriche konnten nicht so horizontal im„ Dresdener Garten" eine ordentliche Generalversammlung ab. gestellt werden, weil die Hölzer sich verschoben hatten. Dadurch Die Mitgliederzahl stieg vom Januar bis März von 358 auf 387. war die Betriebssicherheit des Schachtes wesentlich vermindert. Der Angeklagte hat mir selbst erklärt, daß die Hölzer angefault seien. Im Laufe dieses Vierteljahrs fanden 1 General- und 3 Filialversammlungen verbunden mit einem Vortragsabend statt. Aus dem Bei meinem Gutachten habe ich, um den Neubau eines Schachtes zu Bericht des Kassierers ergab sich eine Gesammt- Einnahme von beranlassen, noch übertrieben. Die Reparaturkosten beliefen sich 558,06 M. und eine Ansgabe von 415,71 W. Außerdem fanden jährlich auf 50-60 000 m., das ist mehr als die Verzinsung des 4 Vorstands und 3 Vertrauensmänner- Sigungen statt. für einen neuen Schacht aufzuwendenden Kapitals. Ich habe da- Bibliothek wurden 53 Bücher und 68 Kunstbeilagen entliehen. Des mals noch erklärt: Ich begreife nicht, wie die Bergbehörde in einem weiteren wurden die bei der Firma Frost u. Söhne zwischen den solchen Schacht die Seilfahrt noch dulden kann. Der Angeklagte hat bort beschäftigten Eiseleuren und den Meistern ausgebrochenen fich sehr für Abteufung eines neuen Schachtes engagiert. Ihm die Differenzen zur Sprache gebracht, deren Erledigung dem Vorstand Schuld an dem Unglücke beizumessen, ist mir kaum möglich. überwiesen wurde. Zur Maifeier beschloß man, am Vormittag Bezeichnend ist noch die Aussage eines Geretteten, des Berggefordert, die Reparaturarbeiten aufzunehmen. Den Betriebsführer den Bericht vom Verbandstage entgegen. Alsdann wurde die Abmanns Schiffer: Ich wurde am 20. August mit den anderen auf- um 9 Uhr im" Dresdener Garten" eine Versammlung abzuhalten. Der Verband der Maurer( Rabizzpuzer) nahm am 19. April Müller habe ich am Schachte nicht gesehen. Wir fuhren bis zur ersten Sohle, dann wurde Halt geklopft. Drei Kameraden kletterten rechnung vom 1. Quartal verlesen und erfolgte nach Erledigung dann die Leiter hinunter. Ich blieb zunächst im Korbe. Als ich einiger interner Angelegenheiten Schluß der Versammlung. später auch herauskletterte, sah ich, daß verschiedene Einſtriche zer- Rate nach Strefeld gesandt, darunter auf Liste 118 gesammelt in der Vom Rigdorfer Gewerkschaftskartell find 60 m. als achte stört waren. Als ich noch weiter nach unten fam, sah ich, daß dort Rate nach Krefeld gesandt, darunter auf Liste 113 gesammelt in der alles Holz fortgerissen war. Plößlich fielen Gesteinsmassen. Her- Schriftgießerei Gursch, Ritterstraße, 17,10 M., Verband der Maler, mann Droste rief: Kerls, die ganze Kiste geht auseinander. Ich Bahlstelle Rigdorf 5,00 W., auf Liste 185 Tischlerei Krüger, Breite straße, 13,00 m. sprang zur Seite. Nochmals fielen Steine herunter. Es wurde geWeitere Beiträge nimmt A. Nierich. Nigdorf, Steinmetstr. 85, rufen: Geht bei seite. Droste und ich kletterten dann die Fährten hinauf. Droste bemerkte, nachdem wir ca. 20 Fährten entgegen. geklettert: Ich glaube, die unten sind am Arbeiten, wir wollen wieder umkehren. Da ich böse Ahnung hatte, weigerte ich mich. engende macht ben Zeugen mun barauf aufme Der Vorsitzende macht den Zeugen nun darauf aufmerksam, daß der Zeuge Quinda behauptet, er( Schiffer) habe ihn beein fluffen wollen, gegen seine Ueberzeugung auszusagen, das Holz sei faul gewefen. Schiffer bestreitet solches entschieden. Verteidiger Dr. Wallach: Haben Sie an 8eitungen Berichte über den Zustand des Schachtes gegeben? Beuge Schiffer: Nein. Nur den Hinterbliebenen gab ich Auskunft. Das Urteil des Gerichts lautete nach dem Antrag des Staatsanwalts auf Freisprechung! Wer ist nun schuld, daß solche lebensgefährliche Zustände auf der Zeche herrschten? Doch nicht etwa die Arbeiter selbst? Berlammlungen. Allgemeine Familien- Sterbe- Kaffe. Heute Zahltag: Ackerstraße 123 bet Diete und Oranienstr. 185 bei Butow von 3-6 Uhr. Berliner Kranken Unterstügungs- und Begräbnis- Verein für Frauen und Mädchen, gegr. 1892. Sonntag, 23. April, nachmittags Uhr, in den Arminhallen, Kommandantenstr. 20: Generalversammlung. Central- Kranken- und Sterbekasse der Dachdecker Deutschlands ( Ginigkeit"). Heute vormittag 10 Uhr bei Feind, Weinstr. 11: Versammlung. Konfumverein Berlin- Nord. Unseren Mitgliedern zur Kenntnis, baß von jetzt ab seitens der Berliner Genossenschafts- Bäckerei die Brot Iteferung regelmäßig Dienstags und Freitags erfolgt, und ersuchen wir die Frauen, ihre Bestellungen danach einzurichten. Ueber den Betrag des entnommenen Brotes erhalten die Mitglieder eine Quittungsmarte. Statuten sind in den Zahlstellen zu haben. Der Vorstand. Verein der Arbeiter und Arbeiterinnen der Wäsches und Kravattenbranche. Den Mitgliedern zur Kenntnisnahme, daß am Sonntag, den 7. Mai cr., vormittags 10 Uhr, ein Besuch des Männer- Asyls des Asylvereins für Obdachlose in der Wiesenstr. 55-59 stattfindet. Die Mitglieder sowie deren Angehörige werden höflichst ersucht, sich für diesen Sonntag bereit zu halten. Zahlreichen Besuch erwartet Der Vorstand. Nieder- Schönhausen. Der nächste ese und Distutierabeni des hiesigen Arbeitervereins findet am Dienstag, den 25. d. Mts, abends 129 Uhr im Lokal von Settekorn, Lindenstr. 1, statt. Gäste will Der Vorstand. tommen. Bahlreiches Erscheinen der Mitglieder erwartet In der Verbands- Versammlung der Schneider berichtet Stubbe über den Stand der Lohnbewegung. Aus dem Bericht ist hervorzuheben, daß auch die Kollegen der Werkstätte Hansen, Weißensee. Am Dienstag, den 25. April, abends 812 Uhr, findet im Markgrafenstr. 9, welche zuletzt die Forderung bezüglich Einführung Prälaten" eine allgemeine Gewerkschaftsversammlung statt. Tagess der neunstündigen Arbeitszeit gestellt, mit derselben ohne jeden ordnung; Stellungnahme zur Maifeier und Vortrag des Genossen Albert weiteren Zwischenfall durchgekommen sind; ebenso sei auch der erneut affini über:„ Die Bedeutung und die Notwendigkeit der Gewerkschaften wieder präsentierte Tarif bei der Firma Baer Sohn anerkannt im Stampfe ums Dasein". Die Wichtigkeit der Tagesordnung erfordert eine worden und ersucht Redner, unter Hinweis auf gepflogene Unter- rege Beteiligung aller Gewerkschaften. haltungen mit dem Chef dieser Firma, daß die Arbeiter jest besser, BAERS SONN En gros Export En detail Fabrikation und moderne Maass- Anfertigung guter Herren- und Knaben- Bekleidung. 24a, Chausseestr. 24a zw. Invalidenstr. u. Friedrich Wilhelmstädt. Theater. Cheviot- Anzugt. Herren 10 Mk. Bukskin- Anzug 15 Mk. " 25 Mk. 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Instrumental- Konzert, Gesangsund anderen Vorträgen und Tanz. Arrangiert von den Parteigenoffen Wilmersdorfs. Um 6 Uhr Feftrede, gehalten vom Genossen W. Liebknecht. [ 222/10 Um zahlreiches Erscheinen bittet Das Festkomitee. Karol Weil's Seifenextrakt ist an die hundert Male nachgeahmt, aber niemals in Qualität erreicht worden. Achtet deshalb auf unsere Schutzmarke Zähne 2 M. " Waschfass". 10 Jahre Garantie. Vollkommen schmerzloses Zahnziehen 1 M. Plomben 1,50 M. Teilzahl. wöchentl. 1 M. Zahnarzt Wolf, Leipzigerstr. 22. Sprechst. 9-7. 2. Ziehung d. 4. Klaffe 200. Kgl. Preuß.Lotterie. Biebung vom 22. April 1899, vormittags. Nur die Gewinne über 220 Mart find den betreffenden Nummern in Parenthese beigefügt. 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( Ohne Gewähr.) 26 130 86 287 313 53 97 472 991 93 1171 84 219 397 417 25 546 97 624 732 98 2073 111 63[ 500] 200[ 300] 34 337 457 88 99 548 661 878 924 3141 206[ 300] 404 8 609 21 39 826 4346 664 742 816 88 5162 72 80 237[ 500] 55 79 487 586 605 [ 300] 755 911 65 6027 442 638 71 98 830 87 7011 66 189 487 561 88[ 3000] 642 915 8182 85 480 97 713 70 806 16 68 9065 114 355 78 480[ 3000] 536 49 671 772 878 931[ 300] 75 10120 55 277 97 341[ 500] 476 87 545 83 645 852 88 95 11091 101 313 489 794 846 58[ 1000] 60[ 10 000] 12037 126 53[ 500] 76 204 20 31 357 518 713 939 13030 341 42 75 474 500 51[ 500] 619 767 861 14231[ 1000] 368 508 899 15191 359 409 92 511 63 90 647 958 16114[ 300] 40 98 266[ 1000] 397 660 63 829 947[ 10 000] 17022 84 171 264[ 3000] 76 379 783 827 67 97 18019 39 193 221[ 1000] 457 724 839 19043 83 141[ 300] 507 15 23 28 713-994 549 606 754 20012 264[ 500] 70 85 400 40 549 606 754 21013 149 249 51 62 407 43 531 625 94 22209 386 711 59 95 854 23218 374 [ 300] 412 597 891 907 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89 190002 262 82 93 745 829 99 974 197009 50 169 722 928 39 57 64 69 [ 500] 198010 197 293 316 85 454 554 674 837 932 90058 9 122 200 55 432 86 802 943 67 1 200195 257 603 828 64 201140 69 230 74 489 671 826 [ 3000] 927 202046 210 85 408 73 547 78[ 300] 637 716 92 203092 133 96 220 45 349 77 411 92[ 3000] 792 806 14 25 43 [ 500] 56 204024 133 83 342[ 1000] 85 512 792 977 205089 419[ 500] 49 99 554 731 90[ 300] 841 82 206000 44 54 388 483 500[ 300] 5 681 721 80 937 97 207250 316 39 433 639 779 911 68[ 300] 208444 575 759 209115 59 201[ 500] 53 314 86 456 [ 300] 95 98 676 715 35 838 55 58 929 55 210020[ 300] 180 308 499 691 844 48 923 211062 129 335 737 91 908 20 31 212016 226 334 73 403[ 3000] 757 91 985 213127 88 285 335 448[ 500] 532 44[ 1000] 688 901 8 214056 89 431 759 887 215183 238[ 3000] 310 65 67 81 576 773 811 32 216048 404 22 502 638 39 718 984 217206 304 50 436 90 623 25 618 97 705 59 63 79 80 96 218225 42 427 29 518 79 642 63 67 872 921 47 219058 233 313 62 476 751 60 69 883 220061 297 351 511 56 684 853 94 902 3 221105 312 15 52 459 85 90 859 222012 240 86 333 36 67 869 951 223074 331 66 83 413 552 935 47 49 224008 307 54 530 620 733 84 839 43 [ 300] 85 958 225128 31 463 579 91 Im Gewinnrade verblieben: 1 Gewinn au 500 000 M 2 zu 200 000 t., 2 zu 150 000 M., 2 au 100 000 m., 2 a 75 000 ant., 2 zu 50000 t, 2 zu 40 000 r., 10 au 30 000 20 zu 15 000., 45 zu 10000 r., 92 au 5000 at, 1809 zu 3000 Mt., 1410 zu 1000 m., 1657 zu 500 R Berichtigung. In der Lifte vom 21. April vormittags lies 202 314 ftatt 202 214 Verantwortlicher Redacteur: August Jacobey in Berlin. Für den Inseratenteil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Drud und Verlag von Mar Bading in Berlin. r. 95. 16. Jahrgang. 4. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Arbeiter und Beamte der Stadt Berlin. brud Die kommunale Socialpolitik man entschuldige diesen Aus giebt sich besonders klar und fraß in den Arbeitsbedingungen zu erkennen, die in vielen Zweigen der städtischen Verwaltung üblich sind. In Freisinnskreisen flagt man über das Mißtrauen, das die Arbeiterschaft Berlins der liberalen Stadtverwaltung entgegenbringt; die Berechtigung dieses Mißtrauens ergiebt sich, wenn man die Behandlung betrachtet, der die in kominu nalen Diensten stehenden Arbeiter ausgesezt find. Hier lebt sich das freifinnige Manchestertum aus; hier zeigt sich aber auch, wie sehr verschieden die liberale Theorie, die die Gleichstellung der Arbeiter mit den übrigen Gesellschaftsklassen versieht, fich von der liberalen Bragis unterscheidet. Diese Pragis foll hier an einigen Beispielen erläutert werden. In einer städtischen Frrenan ft a It war feit einer Reihe bon Jahren ein Schlosser beschäftigt, der, wie ausdrücklich konstatiert ward, seine Arbeiten stets zur Zufriedenheit der Verwaltung ausgeführt hat. Ende Januar diesen Jahres erkrankt der Arbeiter. Er wird auf Grund einer Bestimmung, nach der die Verwaltung jedem erkrankten Angestellten sofort das Arbeitsverhältnis zu kündigen hat, wenn die Krankheit voraussichtlich länger als 14 Tage dauern wird, gekündigt. Als der Arbeiter sich nach erfolgter Herstellung zum Wiedereintritt meldet, wird ihm eröffnet, daß er nicht wieder eingestellt werde, weil das öftere Fehlen bei der Arbeit nicht ge= duldet werden könne. Liegt schon in diesem Verfahren eine außerordentliche Härte, so fällt noch erschwerend ins Gewicht, daß der Entlassene vor einigen Jahren im städtischen Betriebe einen Unfall erlitten hat, dessen Folgen auch heute noch nicht beseitigt sind. Wenn ein Privatunternehmer nach derartigen Grundsägen handelt, so wird ihm daraus mit Recht der Vorwurf gemacht werden, daß er eine passende Gelegenheit benutzt hat, um einen ihm unbequemen, in seinem Betriebe verunglückten Arbeiter von sich abzuwälzen. Um wieviel mehr aber verdient die städtische Ver waltung einen solchen Vorwurf, die bei anderen Gelegenheiten schon sehr häufig bewiesen hat, daß sie recht spendabel sein kann. In dieser Behandlung städtischer Arbeiter ist auch zweifellos die Ursache zu suchen, daß die städtische Irrenhaus- Verwaltung schon seit Jahren über die Unzuverlässigkeit und dem fortwährenden Wechsel des Wartepersonals flagt, denn selbstverständlich werden auch die Wärter und Wärterinnen in diesen Anstalten nach derselben Schablone behandelt. Im Verwaltungsbericht der Jrrenanstalten für das Jahr 1897/98 wird mitgeteilt, daß in der Anstalt Wuhlgarten 81 Wärter und 18 Wärterinnen ausgeschieden sind, von denen 41 Wärter und 5 Wärterinnen innerhalb der ersten 3 Monate die Anstalt schon wieder verlassen haben. In der Jrrenanstalt Herzberge war nach dem Bericht ,, der Wechsel des Wartepersonals auch in diesem Jahre sehr erheblich. Besonders start ist er bei dem männlichen Personal gewesen. Bei diesem betrug er 110 Proz., bei dem weiblichen nur 70 Pro 3." Die Anstalt Dalldorf berichtet: und Herr Oberlehrer Dr. J. IängerenUrlaub aus Gesundheits" = Sonntag, 23. April 1899. Punkt 2 der Tagesordnung. Rechenschaftsbericht der Generalkommission. Borstand des Centralvereins der Bildhauer: Eine Vertretung der Generalfommission auf den Generalversammlungen der Gewerkschaften bezw. den Verbandstagen hat nur zu erfolgen auf ausdrücklichen Wunsch der Verbandsleitung oder went ernstliche Differenzen über die Form der Organisation oder ähnliches vorliegen. rüdsichten, erstere 4 Wochen im April und Mai, letzterer 3 Wochen Anträge zum Gewerkschafts- Kongreß. im Anschluß an die Sommerferien; ferner wurden durch eigene Krankheit, durch Erkrankung von Familienmitgliedern, durch Zum Gewerkschafts- Kongreß giebt das„ Korrespondenzblatt der Todesfälle und infolge von Beurlaubung aus anderen Generalkommission der Gewerkschaften" die eingelaufenen Anträge Gründen folgende Mitglieder des Kollegiums für fürzere bekannt. Wir geben hiermit einige der wichtigsten wieder: Zeit ihrer Thätigkeit entzogen; Herr Professor St. ( an 17 Tagen), Herr Oberlehrer Dr. J.( an 14 Tagen), Herr 2.( an 8 Tagen), Frl. v. 2.( an 11 Tagen), Frl. Sp.( an 7 Tagen), Frl. F.( an 6 Tagen), Frl. N.( an 5 Tagen), Frau Sch. ( an 8 Tagen), Frl. St.( an 3 Tagen). Der Unterzeichnete Da die von der Generalfommission herausgegebene Statistik den an eine solche über alle Gewerkschaften ( Direktor) war an 10 Tagen außer stande, seine Wohnung zu ver- Ansprüchen, die man lassen und mußte in seinem Unterrichte vertreten werden; die Deutschlands ausgedehnte Statistit zu stellen hat, nicht übrigen Amtsgeschäfte konnte er größtenteils erledigen." entspricht was allerdings zum zum Teil an der mangel Die Dorotheen Schule" hatte nur einige Mitglieder haften Beteiligung seitens der Gewerkschaften liegt, bedes Kollegiums vorübergehend wegen Krankheit zu vertreten. Dann schließt der Kongreß, daß fünftig diese Statistiken fachmännisch beheißt es aber: arbeitet werden und daß, falls die Generalfommission dieser Auf„ Leider erkrankte Herr Dr. D., nachdem er schon im Laufe gabe nicht gewachsen ist, diese einen Sachverständigen hinzudes vorigen Jahres wiederholt gefehlt, im Januar so schwer, daß ziehen soll. an eine Wiederaufnahme des Unterrichts seinerseits bis zum Abschluß des Schuljahres nicht zu denken war." Jm Bericht über die Luisen Schule heißt es: „ Der Gesundheitszustand des Lehrkollegiums war im verflossenen Jahre wenig befriedigend. Es mußten wegen Krankheit von der Schule fern blieben: Der Direktor vom 20. Juni bis 8. Juli 1898; Herr Prof. Dr. M. während des ganzen Wintersemesters; Herr Prof. W. am 2., 3. und 4. Februar cr.; Herr Prof. Dr. J. am 24. April, vom 9. bis 11. Juni 1898 und vom 26. Januar bis 14. Februar 1899; Herr B. vom 6. bis 10. Februar cr.; Herr M. am 27. Februar cr.; Herr Sch. vom 11. bis 22. Oktober, vom 1. bis 3. und am 9. und 9. Dezember 1898; Frl. St. vom 20. April bis 1. Mai, am 7. u. 8. Dez. und vom 21. bis 23. Februar; Frl. 8. vom 7. bis 11. Januar; Fräul. G. vom 6. bis 17. Mai und vom 27. bis 30. September; Frl. P. vom 14. bis 21. November, vom 30. November bis 21. Dezember, vom 5. bis 7. Januar, vom 8. bis 10. Febmuar, vom 3. bis 11. März; Frl. V. vom 28. Juni bis 1. Juli, vom 16. bis 31. August, am 13. und 14. September, 1. und 2. und 9. bis 14. Dezember und 18. bis 21. Februar; Frl. M. vom 19. Januar bis 1. März; Frl. O. am 4. März und Frl. N. am 7. und 10. bis 13. Mai, am 6. und 7. Juli und am 28. Februar. Das sind 15 Beurlaubungen; sie treffen mithin 50 Broz. des aus 30 Köpfen bestehenden Lehrpersonals. Etwas besser liegen die Verhältnisse an den übrigen städtischen höheren Schulen. " Jm Berichte des Humboldt- Gymnasium 3" heißt es: Michaelis 1898 trat Herr Prof. Dr. 8. wegen seines dauernd ungünstigen Gesundheitszustandes in den Ruhestand, nach dem derselbe seit dem 17. Juni 1895 seine Lehr thätigkeit mehrfach unterbrochen, seit 8. Dez. 1895 ganz hatte einstellen müssen." Herr Professor 3. hat also seit dem 8. Dezember 1895 seine Thätigkeit als Lehrer nicht mehr ausgeübt, ist aber erst Michaelis 1898 pensioniert, d. H. er hat fast drei Jahre fein volles Gehalt bezogen, ohne der Stadt Gegendienst dafür zu leisten. In derselben Anstalt wurden außerdem 12 Lehrer durch Krankheit an der Ausübung ihrer amtlichen Thätigkeit verhindert, während in 14 Fällen Beurlaubungen aus anderen Ursachen " Im Wartepersonal machte sich wie stets der starte Wechsel in störender Weise geltend. Es schieden im Laufe des Jahres aus 89 Wärter und 77 wärterinnen und zwar 45 beziv. 37 von den im Berichtsjahre erst Ein- stattfanden. getretenen." Dieser, auch im Interesse der Kranken bedauerliche Wechsel ist um so verständlicher, als der Bericht sagt, daß Angriffe und Ver legungen des Personals durch Jrre mehrfach vorgekommen seien. Und über die Gefährlichkeit und die Schwere des Dienstes heißt es: " Es ist also nicht nur eine allgemeine Pflicht, sondern auch ein dringendes praktisches Bedürfnis, das als brauchbar bewährte Personal vor den zum Teil nicht ganz vermeidbaren angreifenden Einflüffen der Pflege Geisteskranker thunlichst zu schützen. Die Schwere des Dienstes bei unzugänglichen, widerspänstigen, unsauberen Kranken, die Verantwortlichkeit und Aufregung bei Unruhigen, Gewalttätigen, Selbstmordsüchtigen macht sich bei unseren Pflegern in nicht wenigen Fällen bemerklich." An diese aufreibende Arbeit ist das wärterpersonal Tag und Nacht gefesselt. Die Wärter und Wärterinnen schlafen in uninittelbarer Nachbarschaft der Kranken. Ihre Mahlzeiten nehmen sie mit ihnen ein und mur die wenigen Urlaubstage bringen ihnen eine kurze Unterbrechung ihrer aufopfernden Thätigkeit. Für diese Körper und Geist gleichzeitig aufreibende Arbeit wird ihnen neben Wohnung und Kost der jährliche Lohn von 420 bis 480 Mart, das ist für den Monat etwa 36 M., zu teil. Wehe nun dem Jrrenwärter, wenn er sich gestattet, trant zu werden. Die Entlassung ist der Dank, mit ben die Stadt Berlin seine Thätigkeit in solchem Falle belohnt. Will die städtische Berwaltung den häufigen Wechsel des Wärterpersonals ernsthaft verhindern, dann muß jene Bestimmung in Wegfall kommen, die geradezu verhütet, daß sich tüchtige Kräfte für den anstrengenden Dienst in unseren Anstalten einfinden. zu diesen ebenfalls in Erkrankungsfällen betrachten. " Vorstand des Zimmererverbandes: Der Gewerkschaftskongreß möge Bestimmungen herbeiführen, welche die vielen Beitragsreste an die Generalfommission unmöglich machen. Der Gewerkschaftskongreß möge beschließen, daß der sogenannte erweiterte Ausschuß beseitigt und die Generalfommission dementsprechend auf 7, 9 oder 11 Personen verstärkt werde. a) Agitation. Vorstand des Seemannsverbandee: In jedem Orte, wo gewerkschaftliche Organisationen bestehen, ist aus deren Mitte eine Vertrauensperson zu wählen, die alle Korrespondenzen und Anfragen anderer Organisationen zu erledigen, sowie alle Bestrebungen behufs Gründungen von Organisationen zu unterstützen hat. Die entstehenden Unkosten trägt die Generalfommission, insofern feine bestehende Organisation dafür aufzukommen hat. Die Vertrauenspersonen unterstehen an Orten, wo Kartelle vorhanden, der Kartell kommission, an Orten, wo dies nicht der Fall ist, einer zu wählenden Kommission. In Anbetracht der Notwendigkeit des weiteren Ausbaues der internationalen Beziehungen der gewerkschaftlich organisierten Arbeiter beantragt der Seemanns- Verband in Deutschland: Der diesjährige Gewerkschaftskongreß zu Frankfurt a. M. beautftragt die Generalkommission 2c., das Material, welches über die Entstehung und Entwickelung der von den einzelnen Gewerkschaften stattgefundenen internationalen Beziehungen vorhanden ist, zu sammeln und in Form einer Broschüre den Organisationen zugänglich zu machen. b) Erweiterung der Thätigkeit der Generalfommission. Kongreß der Redacteure der Gewerkschaftspreffe( Gotha, 17. August 1898): In Erwägung, daß die staatliche Arbeiterversicherung von Jahr zu Jahr sich zu Ungunsten der Arbeiter gestaltet, weil die Arbeiter dem Drängen nach parteiischer Handhabung der Arbeiterversicherung und des gesetzlichen Arbeiterschutzes nicht den nötigen Widerstand entgegenseßen; in fernerer Erwägung, daß die Gewerkschaftsbewegung ihrer Natur nach am Der wissenschaftliche Hilfslehrer Dr. G. vom Leffing- geeignetsten ist, die auf diesem Gebiete notwendige ThätigGymnasium" hat sich zur Wiederherstellung seiner angegriffenen feit zu entfalten, beschließt die Konferenz der GewerkschaftsGesundheit einer Kur unterziehen und aus diesem Grunde redacteure, dem nächsten Gewerkschaftskongreß den Antrag während des Winters auf seine Thätigkeit verzichten müssen. zu interbreiten, derselbe möge die Generalkommission be Am Sönigstädtischen Realgymnasium" wurde auftragen, ihr Thätigkeitsgebiet auch auf die staatliche Dr. T. am 1. Oktober 1898 pensioniert, nach dem er wegen Krant- Arbeiterversicherung und den gesetzlichen Arbeiterschutz ausheit schon für das ganze Sommersemester beurlaubt ge- zudehnen und insbesondere durch publizistische und andere geeignet wesen war. Prof. St., der Ostern 1898 seine Unterrichtsstunden erscheinende Thätigkeit dahin zu wirken, daß nicht nur der den Arwieder übernommen hatte, erkrankte nach wenigen Wochen von neuem beitern nachteiligen Handhabung der Arbeiterversicherungs- und Arund mußte bis zum Schluß des Sommersemesters ver- beiterschutz- Geseze Einhalt geboten, sondern auch den Versuchen, eine treten werden. Verschlechterung dieser Gesetze herbeizuführen, energisch entgegen getreten und dahin gewirkt wird, daß diese Gesetze für die Arbeiter mußbringender gestaltet werden, als sie es bisher find. " Prof. Sch., der schon seit Neujahr 1898 vertreten worden war, mußte für das ganze Sommersemester beurlaubt werden, fortdauernde Kränklichkeit" zwang ihn, auch für das Winter semester Urlaub und zu Ostern seine Pensionierung nachzusuchen. = An der Centralstelle soll die Beschaffung sämtlicher Litteratur über die Arbeiterversicherungs- und Arbeiterschutz- Gesetzgebung des Inlandes, einschließlich der auf dieselben Bezug habenden Gesetzesvorlagen und Verhandlungen der gesetzgebenden Körperschaften erfolgen. Soweit erforderlich, ist auch die Litteratur über die gleichartige Gesezgebung des Auslandes zu beschaffen. Von der ersten Realschule heißt es, daß der Gesundheitszustand des Lehrerkollegiums wenig zufriedenstellend war. Prof. B., der bis zum 1. Juni 1898 beurlaubt war( von wann ist nicht gesagt), erkrankte bald darauf so schwer, daß er mit Ausschluß eines Teils der Zeit nach den Hundstagsferien während des ganzen Schul- in jahres dem Unterricht fernbleiben mußte und noch bis zum 1. Mai 1899 beurlaubt ist". Eine geeignete Persönlichkeit ist anzustellen, welche diese Gesetze gemeinverständlicher Weise zur Publitation in der Gewerkschaftspresse durcharbeitet. Die Handhabung dieser Geseze ist aufmerksam zu verfolgen, und sind wichtig erscheinende Vorkommnisse, ins besondere gerichtliche Entscheidungen zu registrieren und zur Publis fation in der Gewerkschaftspresse zu bearbeiten. Unter 21 Schulen, deren Berichte wir durchgesehen haben, war nicht eine, bei der nicht Beurlaubungen stattgefunden haben. Die höheren Schulen beanspruchen für 1899 29 500 M. VerDie verarbeiteten Materialien sind den Redaktionen der Gewerks tretungsgelder, so daß im ganzen 164 000 m. für Vertretungen aus- schaftspreise in einer Beilage zum" Correspondenzblatt der Generalgeworfen sind. tommission zu übermitteln. Direkte Auskünfte in den von der Centralstelle behandelten Angelegenheiten sind nur an Verbandsvorstände, Gewerkschaftskartelle oder Arbeiterfekretariate zu erteilen. Es soll diese Centralstelle sich nicht zu einem Auskunftsbureau für einzelne Personen entwickeln. Böse Lästerzungen wollen ja allerdings behaupten, daß in Ganz anders, als sich hier die Arbeiterfürsorge zu er einzelnen Fällen Beurlaubungen auf ungewöhnlich lange Zeit auskennen giebt, sieht es mit dem Entgegenkommen aus, daß die gedehnt werden, lediglich um dem Betroffenen eine höhere Bensionsstädtische Berwaltung den verschiedenen Arbeiterkategorien lasse zu sichern. Wir halten das selbstverständlich für ausgeschlossen. gegenüber befundet. Zur Erläuterung wollen wir eine gar nicht auch find wir gewiß die letzten, die es den Lehrern verargen, wenn einmal zum besten gestellte Kategorie Herausgreifen, nämlich die der sie ihre durch schwere berufliche Thätigkeit angegriffene Ge- Vorstand des Holzarbeiter Verbandes: Der städtischen Lehrer, und das Verhalten der Stadtverwaltung sundheit wiederherzustellen juchen; ebenso halten wir es für Kongres wolle beschließen, um die Generalfommission attionsfähiger notwendig, daß dem Erkrankten sein volles Gehalt auch zu gestalten und ihren Nußen für die Verbände zu erhöhen, die An sämtlichen Berliner Gemeindeschulen waren Ende März 1898 während feiner Krankheit gezahlt wird. Wir möchten Generalfommission zu beauftragen: 8770 Lehrer und Lehrerinnen( einschließlich der Rektoren) thätig. nur eine folche Maßregel auch auf die Arbeiter 1. Neben den jetzigen beiden Beamten einen dritten mit ent Nach dem Bericht der Schuldeputation waren von diesen im Jahre ausgedehnt wissen, weil wir meinen, daß das, was in diesem sprechendem Gehalt fest anzustellen, welcher die Aufgabe haben soll, 1897/98 1085 an insgesamt 40 929 Tagen beurlaubt. Also über Falle für den Beamten gut ist, auch dem Arbeiter das in den amtlichen Publikationen des Reiches, der Einzelstaaten ein Drittel, beinahe der vierte Teil des Lehrpersonals teinen Schaden bringen wird. und Gemeinden( als Statistik des Deutschen Reiches, Jahresberichte erhielt Urlaub, trotzdem bekanntlich schon die Ferien an den Beide, Arbeiter und Beamte, jeder an seinem Blaze, der Fabrikinspektoren, der statistischen Landes- und städtischen Schulen zwölf Wochen jährlich dauern. müssen ihre oftmals schweren Pflichten erfüllen. Von seiner An- Aemter 2c.), ferner in den Berichten der Handels- und GewerbeBei fürzeren Beurlaubungen werden die in Betracht kommenden stellung an aber befindet sich der Beamte in sicherer Lebenslage; tammern, der Versicherungsbehörden, Krankenkassen 2c., sowie in Lehrer durch Kollegen vertreten, ohne daß der Stadt Kosten daraus sein Gehalt ist durch eine feste Skala geregelt; wird er alt, so sichert Zeitschriften und sonstigen Druckwerken sich immer mehr anhäufende entstehen. Dann haben eben die Kinder die Kosten zu tragen, ihm seine Pension in gewiß oft nur bescheidenen Grenzen einen gitationsmaterial speciell für die Gewerkschaftsbewegung fortdenn daß der Unterricht bei solchen Vertretungen nur man gel- ziemlich forgenfreien Lebensabend; stirbt er, so ist, wenn auch nicht laufend zu bearbeiten und den Gewerkschaften zur Ausnutzung zuhaft sein kann, dürfte einleuchten. Bei längeren Beurlaubungen immer ausreichend, für seine hinterbliebene Familie gesorgt. gänglich zu machen. aber muß die Stadtkasse herhalten. Wie ganz anders beim Arbeiter. Angebot und Nachfrage Redacteur anzustellen, mit der Verpflichtung, dasselbe zu einer all2. Außerdem für das„ Korrespondenzblatt", einen besonderen Für das Etatsjahr 1899 find für Vertretungskosten allein bei regelt seinen Lohn, und darauf pocht die städtische Verwaltung, gemeinen Nevne über die gesamte Gewerkschaftsbewegung ausden Gemeindeschulen 134 500 m. vorgesehen. um eine Lohnaufbesserung abzuweisen. Er hat keine Ferien, um Nicht viel anders liegen die Verhältnisse bei den Lehrern der neue Kräfte für ſeinen aufopfernden Beruf zu sammeln. Für ihn zugestalten. Das„ Korrespondenzblatt" soll eine regelmäßige Ueberhöheren Schulen, wie an einigen Beispielen aus den amtlichen hat der Etat teine Vertretungskosten, wenn er frank und arbeits- Gewerkschaften enthalten, nicht nur über die Streitbewegung, sondern sicht über alle Vorgänge in den deutschen wie auch ausländischen Jahresberichten bewiesen werden soll. unfähig wird. Während dem Beamten in lohaler Weise der zur In der Victoria- Schule" mußte Fräulein F. ihrer an- Herstellung seiner Gesundheit notwendige Urlaub erteilt wird, fest Organisationen, über wichtigere Diskussionen in den Fachblättern, auch über die innere Einrichtung und Verwaltung der verschiedenen gegriffenen Gesundheit wegen vom 19. bis 23. April und vom man den Arbeiter im Krantheitsfalle auf die besondere Eigentümlichkeiten einzelner Berufe und deren Einwirkung 2. Juni bis Ende des Sommersemesters beurlaubt Straße. Ihn spornt keine Pension an, seine Pflicht zu erfüllen, besondere Eigentümlichkeiten einzelner Berufe und deren Einwirkung werden. Das gesamte Lehrpersonal dieser Schule besteht einschließlich er fann seinen Lebensabend nicht mit dem tröstenden Bewußtsein der einzelnen Verbände, Berichte über die Geschäftslage, über auf die Organisation, Auszüge aus den regelmäßigen Abrechnungen des Direktors aus 30 Lehrerinnen und Lehrer, von denen beschließen, daß seine hinterbliebenen Lieben wenigstens vor der die Unternehmerorganisationen, über wichtige Prozesse 2c. insgesamt 11 für kürzere oder längere Zeit beurlaubt waren. ärgsten Not geschützt sind. Petitionen auf Petitionen senden die Auch in der Sophien- Schule"„ war der Gesundheits- Beamten an die städtischen Vertretungent, um Werbefferung ihrer gleichen find die unter 1. gedachten Arbeiten fortlaufend im zustand im Lehrerkollegium im allgemeinen nicht günstig." Von Lage zu erzielen. Die Arbeiter, die dasselbe thun, erhalten nicht Korrespondenzblatt" zu veröffentlichen. 28 Lehrern und Lehrerinnen wurden 10 beurlaubt. einmal Antwort auf ihre Bittgesuche. Und wehe ihnen, wenn sie zugeben, welcher als Handbuch für alle wichtigeren Vorkommnisse 3. Alljährlich einen Jahresbericht der Generalfommission herausIn dem Bericht der Margareten Schule" heißt es: etwa glauben, von ihrem Koalitionsrecht Gebrauch machen „ Der Urlaub der erkrankten Damen Frl. P. und Frl. C. wurde zu dürfen! Als„ Hezer“ und„ Aufwiegler" aufs Pflaster gejezt, das in Gewerkschaftsleben von den Gewerkschaftsbeamten, Redacteuren, bis zum 7. Mai bezw. bis zum Beginn der Sommerferien ver- ist die Antwort, mit der die liberale Stadtverwaltung ihnen dient. Rednern, wie von allen Mitgliedern und sonstigen Interessenten längert. Nach Beendigung derselben war Frl. E. noch so leidend, wenn es dem Freifinn ernst ist mit der Behauptung, daß er die benutzt werden kann. In dem Jahresbericht sind die jährlichen daß sie auf ärztliche Anordnung nicht mehr als 2 Stunden täglich Interessen aller Bürger gleichmäßig fördere, so ist hier noch Gewerkschaften und deren Einnahmen und Ausgaben, nebst der statistischen Answeise über die Zahl und Stärke der deutschen erteilen durfte. Der Versuch, im Januar ihre volle Thätigkeit ein Gebiet, auf dem er die Richtigkeit dieser Behauptung be. Streitstatistik zu veröffentlichen. wieder aufzunehmen, mißlang; fie mußte nach wenigen Tagen weisen tam. Die Erfahrung hat freilich gelehrt, daß da, wo beurlaubt werden und weilt jetzt zur Erholung in einem südlich die Lage der städtischen Arbeiter verbessert ist, dies nur der Energie gelegenen Kurorte; voraussichtlich wird sie genötigt sein, zum der Socialdemokraten in der Stadtverordneten 1. April in den Ruhestand zu treten. Außerdem erhielten Frl. v. N. Bersammlung zu danken war, dodate " " " Desa c) Streikunterstützung und Streifftatistik. Generalfommission: Jn Erwägung, daß die von der Neichsregierung vom 1. Januar 1899 ab veranstaltete Streifstatistit fotvohl durch die Art der Fragestellung, wie auch besonders dadurch, briteklich auf die gefeßliche Kündigungsfrift Anspruch er- decker isich nur vereinzelt der Organisation anschließen. Mehrere daß die Erhebungen durch die Polizeibehörden, deren Angaben völlig hob. Der Gerichtshof berurteilte den Beklagteit, an Redner konnten bekannt geben, daß sie durch energisches Vorgehen unkontrollierbar sind, erfolgen, unverkennbar nicht den Zweck hat, die den Kläger wegen unberechtigter Entlaffung 87 Mart zu schon den neinstündigen Arbeitstag und 55 Pf. Stundenlohn bes Streits in thren wirtschaftlichen Ursachen und Wirkungen darzustellen, zahlen. Gewerberichter Krause führte begründend aus, daß allein willigt erhalten hätten. Eine Resolution, in der die Versammelten sondern vielmehr dazu dienen soll, Materialien zu gewinnen, die entscheidend sei, was die Parteien selbst mit einander gesprochen erklärten, nochmals wegen des neunstündigen Arbeitstages und gegen die Streifs und die Arbeiter- Organisationen verwertet werden hätten. Bei der fraglichen Auseinanderseigung habe aber der Kläger 55 Pf. Stundenlohn mit den Unternehmern unterhandeln zu wollen, fönnen, bie Motive für diefe amtlichen Erhebungen über die Streits auf der Junehaltung ber vierzehntägigen Kündigungsfrist bestanden, sich der Organisation anzuschließen und träftig zum Refervefonds nicht focialpolitischer, sondern kriminalrechtlicher Natur sind, bevont eistent Verzicht des Klägers könne deshalb nicht die Stede sein. beigufteuern, wurde angenommen und Barenthin, öppner schließt der Kongreß: Nach der ersten Publikation des amt- Seine entgegengesetzten Aeußerungen von Tage vorher seien dem- und March in die fünfgliedrige Lohnkommission gewählt. lichen Statistit hat die Generalfommission Einrichtungen dahin gegenüber durchaus belanglos. Die Steinarbeiter tagten am Dienstag im Englischen Garten, gehend zu treffen, daß in allen Gewerkschaften die Aufzeichnungen über die Streits fortlaufend und einheitlich erfolgen. Für Former. Gegen die Gesellschaft Berliner Maschinente um den Bericht über den Bauarbeiterschutz- Kongreß entgegen zu Der Kongreß verpflichtet die Vorstände, diese Statistik so zu fabrit" flagte der Former P. beim Gewerbegericht auf Benehmen. In der folgenden Diskussion sprachent die meisten Stedner führen, daß dieselbe mit dem 31. Dezember jedes Jahres abgeschlossen zahlung boit Ausschuß", indem er geltend machte, er habe die Un- ihre Befriedigung mit den Ergebnissen des Kongresses aus. Angeregt überbrauchbarkeit der Arbeit nicht verschuldet. Der Gerichtshof stellte wurde die weitere Berbreitung der Kenntnis der jegigen Unfallund ber Generalkommiſſion zur weiteren Verarbeitung zu über- fest, daß beide Parteien beim Abschluß des Arbeitsverhältnisses die verhütungsvorschriften, um schon jest so viel wie möglich die außer Vereinbarung fainten, die im Herbst 1897 zwischen den Formern und ordentlichen Gefahren des Vernfes zu vermindern. Hierauf wurde Vorstand des Seemannsverbandes: Die Leitung, den internehmern zu stande gekommen ist. Die Klage wurde mit folgender, beschlossen, den 1. Mai, wo irgend angängig, zu feiert. Die Kolfowie die Aufbringung der zur Durchführung eines Streits erforder vom Gewerberichter Schallhorn gegebenen Begründung abgewiesen: Nach legen sollen am Sonnabend bei den Meistern wegen der Freigabe lichen Mittel ist in erster Linie Verbandsjache. der Vereinbarung vom Jahre 1897, die im vorliegenden Falle maß des 1. Mai vorstellig werden, und jene, die nicht feiern können, find Demzufolge hat jeder Verband schon in Friedenszeiten für An- gebend set, brauche der Ausschuß nicht bezahlt werden, von dem verpflichtet, eine Marke im Werte von 50 Pf. zu lösen. Ferner fammlung eines besonderen Fonds zu forgen und während eines der Former nicht nachweisen könne, daß ihn ein Ver- wurde folgende Resolution einstimmig angenommen: UnterſtilggsStreits feine event. in Arbeit befindlichen Mitglieder zur Bahlung schulden nicht treffe. Ein solcher Nachweis sei außerst schwer geld in Höhe von 5 Mark pro Woche kann auf jedesmaligen Beschluß bon bestimmten. Egtrabeiträgen zu verpflichten. zu führen. So wie die Vereinbarung getroffen sei, scheine einer öffentlichen Versammlung der von der Krantentasse ausBei längerer Dauer des Streifs sind dann die übrigen Ver- fie für die Former gerabe nicht besonders günstig gesteuerte Stollege erhalten, der regelmäßig die Versammlungen bebände burch Vermittelung der Generalfommission zur Aufbringing gewefen zu sein. Die Behauptungen des Klägers, insbesondere fucht, seit drei Jahren regelmäßig zu den Sammlungen zum Geweiterer Mittel mitheranzuziehen und zwar durch obligatorische Bei- die, daß das Eisen gesaugt habe, seien nicht geeignet, eine Grund- neralfonds beigetragen und seine Statistikkarte ausgefüllt abgegeben träge. Tage für den erforderlichen Nachweis abzugebeit. hat. Mit den Beiträgen darf er nur zehn Wochen im KlickAußerdem sind von der Streifleitung Marken herauszugeben, die außerhalb der Werbände in Umlauf zu setzen sind. senden ist. Puntt 4 der Tagesordnung. Die Gewerbe- Juspektion. Schiffszimmerer Hamburgs: Der Gewerkschaftsfongreß wolle erklären, daß es notwendig ist, die Gewerbe Juspektion dahin zu erweitern. daß ihr auch die Beaufsichtigung des Schiffbanes und der Schiffe überhaupt übertragen wird, und daß dem germanischen Lloyd dieses Aufsichtsrecht entzogen wird, weil diefer erwiesenerimaßen interessiert, und er deshalb nicht einwands. frei ist. Punkt 5 der Tagesordnung. Tarife und Tarifgemeinschaften im gewerkschaftlichen Kampfe. Verband der Buchbinder( Bahlstelle Samburg): Vereinbarungen von Tarifgemeinschaften zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer sind mir dann zu empfehlen und zulässig, wenn die felben von allen Berufsorganisationen der in Betracht kommenden Industrie für gut und zweckmäßig befunden werden, weil einseitig von einer einzelnen Berufsorganisation abgefchloffene Tarifgemein schaften die nächststehenden verwandten Berufe schwer schädigen fönnen. Punkt 6 der Tagesordnung. Verweigerung der Antwort als Pflichtvertehung. Der ftande sein. Omnibusfchaffner G. hatte den Berliner Spediteur Der Verein der Zimmerer hielt am 16. April eine Generalberein beim Gewerbegericht verflagt und eine vierzehn verfammlung ab. Vor Eintritt in die Tagesordnung gab der Vortägige Lohnentschädigung von 27,50 Mart verlangt, indem er fizende das Ableben der Mitglieder Wenzel und Weiland be geltend machte, er feine ohne Grund plötzlich entlaffen worden. Der fannt. Die Versammlung ehrte ihr Andenten in der üblichen Weise. Bertreter der beklagten Gesellschaft machte dagegen dem Kläger Bur Besprechung stand ein Antrag, den Bezirkstaffierern eine laufende zunt Vorwurf, daß er fich sich verschiedentlich gegen seine Entschädigung zu geben; dem wurde nach längerer Debatte stattDienstpflichten vergangen hätte. So habe er feiten Rutscher gegeben. Die nächste regelmäßige Versammlung wurde auf den den Omnibus, auf dem er als Schaffner fungierte, nach 28. Mai festgesetzt. Die Abrechnung vom 1. Quartal ergab eine einem falschen Fahrplan fahren lassen und den Controleur der Gimahme von 2109,60 M. und eine Ausgabe von 2049,22 M. Mit Gesellschaft habe er ungehörig behandelt. Hierüber wurden der bem alten beträgt der gegenwärtige Bestand 8084,03 m. Nachten Controleur und der Kausmann Rosenberg vernommen. Legterer hat der Bibliothefar feinen Bericht gegeben, wurde zu den Ergänzungsals Fahrgast beobachtet, daß der Controleur auf den Kläger wegen wahlen des Vorstandes geschritten. Es wurden Otto Hoppe in die des Fahrplans fortwährend eingesprochen hat, ohne daß er G. zu Rechtsschutz- Kommission, Heinrich Brauer und Karl Nölte als irgend einer Antwort bewegen konnte. Der Zenge hatte den Ein- Revisoren und Otto Trewes zum ersten Bibliothekar gewählt. bruck, daß der Kläger ein„ Didfopf" sei und aus Starrsinn nicht geantwortet habe. Die Kammer VII wies den Kläger mit folgender Begründung ab: Ein Cmnibusschaffner jei verpflichtet, dem Controleur in dienstlichen Angelegenheiten auf jede Frage Auskunft zu geben. Der Kläger habe um den Controleur auf verschiedene, mehr- Friedrichsberg. Am 19. April hielt der Socialdemokratische fach wiederholte Bemerkungen und Fragen, die den Dienst betrafen, Wahlverein für Lichtenberg- Friedrichsberg seine Generalversammlung ohne Antwort gelassen. Das sei als eine hartnädige Verweigerung ab, in welcher außer der Abrechnung die Neuwahl des Vorstandes der ihm nach dem Dienstvertrage obliegenden Verpflichtungen und vorgenommen wurde. Als Vorsitzender wurde Edm. Liepe, als fomit als ein Grund zur sofortigen Entlassung anzusehen. Kajfierer O. Kreil, als Schriftführer Hoffmann, als Beisiger Die Glafer wählten in der Versammlung am 17. April Weiß und Tilo zu Bertranensleuten. Sodann wurde beschlossen, an der Maifeier teilzunehmen. Die Arbeitsvermittelung. Vorstand des Centralvereins ber Bilbhaner: Resolution: Unfer Fach- Arbeitsnachtveis ist von großer Bedeutung Auffällige Widersprüche bei der Rentenbemessung. Die B. Lange, C. Welt, A. Lenz und als Bibliothekar Jürgens für das Gedeihen unserer Organisation, sowie für die Hochhaltung brandenburgische landwirtschaftliche Berufsgenossenschaft gewählt. An Einnahmen hatte der Verein im 1. Quartal 1899 unserer Errungenschaften, als da sind: Normalarbeitszeit, Lohnarbeit setzte eine Rente von 70 Proz., die der Arbeiter Zemte für eine 62,60 m., an Ausgaben 89,50 W., so daß inkl. des Bestandes vom ( entgegen der Recordarbeit), Aufschlag für Ueberstunden, beziehungs- Beinverlegung erhielt, auf 50 Broz. herab, obwohl ihr Vertrauens 4. Quartal 1898 im Betrage von 120,60 m. ein Ueberschuß von weise gänzlicher Fortfall der Ueberzeitarbeit, und gedenken wir nicht, man erklärt hatte, daß der Verlegte wirklich nicht viel arbeiten 98,70 M. zu verzeichnen ist. Versammlungen hielt der Verein 11 denselben unter den obwaltenden Umständen zu Gunsten eines fönne. Die Berufsgenossenschaft hielt ein Gutachten des Dr. Reinke, ab; 12 Mitglieder find als Zuwachs beim Schluß des Vereinsjahres tommunalen oder eines sogenannten paritätischen Arbeitsnach worin eine wesentliche Besserung festgestellt wurde, für ausschlaggebend zu verzeichnen( 33 neu hinzugekommen, 21 abgemeldet). Von einer weifes aufzulösen. Wir verwahren uns auch entschieden das und legte auf die Aeußerung ihres eigenen Vertrauensmantes vorgenommenen Nenorganisation werden die besten Früchte erwartet. gegen, daß daß die Fach- Arbeitsnachweise der Getvertschaften wenig Gewicht. Lemke legte Berufung ein und berief sich auf das Es möge darauf hingewiesen werden, daß die Mitglieder ihre alten diskreditiert werden durch die Behauptung, daß sie nur Dekoration Beugnis des Bertranensmannes, der bestätigte, daß sich der Kläger Bücher gegen neue umzutauschen haben, da eine Namensänderung feien, aber keine Kampfmittel zur Erringung befferer Arbeits- die größte Mühe gebe, etwas zu leisten, ohne recht vorwärts zu des Vereins stattgefunden hat. bedingungen, fommen. Dr. Netike erklärte dagegen, der Zustand des Klägers habe Köpenick. Am 16. d. M. tagte hier eine öffentliche Echuhs Puntt 7 der Tagesordnung. fich wesentlich gebeffert. Er würde auch mehr leisten können, wenn macher- Versammlung, in der Herrmann über das Thema: UnterDie Arbeiterjekretariate. er gezwungen würde, die lächerliche Shonung feines nehmer- und Arbeiterorganisationen sprach. Die Versammlung Vorstand des Verbandes der Berg und Hütten- Beines aufzugeben. 2. sei soweit wieder hergestellt, daß er nicht beschloß, in Köpenick eine Bahlstelle des Vereins deutscher Schuhmacher arbeiter: Die Generalkommnission hat in großindustriellen Be- mehr ant Stock zu gehen brauchte; trobem benigte er immer au griluden, und ließen fich fofort 18 Personen aufnehmen. Die zirken, wo die örtliche Gewerkschaftsorganisation noch nicht genügend noch den Stod. Das Schiedsgericht billigte darauf die Herabsetzung nächste Mitgliederversammlung, in welcher die Verwaltung gewählt zirken, wo die örtliche Gewerkschaftsorganisation noch nicht genügend ber Rente. Lemte legte Refurs ein und machte geltend, daß das wird, findet am Montag, den 24. d. M., bei Meier, Rosenstraße, statt. erstarkt ist, wenn eben thunlich, die Gründung von Arbeiterjekretariaten Gutachten des Dr. Reinte nnzuverlässig fei. Das Reichszu veranlassen und diese Institute entsprechend finanziell zu unter- Versicherungsamt wies jedoch das Rechtsmittel als un Weißensee. Am 17. d. M. tagte hier eine Boltsversammlung, ſtützen. Punkt 8 der Tagesordnung. begründet zurück. Es führte aus, nach dem ärztlichen Gutachten set in welcher der Vertrauensmann die Abrechnung vom letzten Halbdie Herabjegung der Rente von 70 Proz. auf 50 Pro3. gerechtfertigt. inhr gab. Danach betrug die Einnahme mit einem vorhandenen Die Stellung der Gewerkschaftskartelle in der GewerkschaftsBestaude 428,63 M., die Ausgabe 206,50 M. Die Sammellisten für Organisation Deutschlands. Militärzeit und Invalidenrente. Nach§ 17 des Juvaliditäts- die Dresdener Verurteilten ergaben eine Einnahme von 90,20 m. M. Vorstand des Centralvereins der Bildhauer: und Altersversicherungs- Gesetzes wird auf die Wartezeit von fünf Der Unterstützungsfonds weist in Einnahme 260,21 m. und in AusVorstand des Centralvereins der Bildhauer: Beitragsjahren die Militärzeit angerechnet. Der Tischler Knoblauch gabe 148,10 M. auf. Nach Wahl der drei Revisoren wurde zur Der Kongreß beschließt, eine Vertretung der Gewerkschaftskartelle auf hatte sich bei der Erhebung eines Neutenanspruches hierauf berufen. Waifeier Stellung genommen. Es wurde beschlossen, am Vormittag den Gewerkschaftskongressen abzulehnen, weil 1. die Startelle zumeist gebildet werden aus Vertretern der Die Versicherungsanstalt versagte ihm jedoch die Invalidenrente wegen die Versammlung, einberufen vom Gewerkschaftskartell, zu besuchen Organisationen, die als Grundlage dienen für die Zusammensetzung Richterfüllung ber Wartezeit, indem fie zwei Wochen, in die die Be- und am Nachmittag dem Vertrauensmann das Arrangement des förderung des Klägers nach und von dem Garnisonorte fiel, nicht Festes zu überlassen. des Kongresses; 2. auch die Teilnehmerzahl eine zu große und der Apparat ein für anrechnungsfähig hielt. Das Schiedsgericht hob indessen den Schöneberg. Der Arbeiter- Bildungsverein hielt am 17. April zu komplizierter würde, wenn neben den Vertretern der Organisationen ablehnenden Bescheid wieder auf und billigte St. die Rente zu. Es aus allen Städten, in denen ein Kartell vorhanden, noch je ein Ver- ging davon aus, daß jene beiden Wochen auf die Wartezeit auzu- bei Obft feine Generalversammlung ab. Nach dem Kaffenbericht treter dieses Kartells entsendet wird. rechnen feien. Das Reichs- Versicherungsamt gab der betrugen die Einnahmen im legten Quartal 275 M., die Ausgaben Die Bibliothek wird von 20 Broz. ber Mitglieder in Staatsfommissars statt und verwies die Sache zur nochmaligen Anspruch genommen, doch erwartet man mun durch Herausgabe eines hiergegen eingelegten Revision der Versicherungsanstalt und des 254,36 M. Verhandlung an das Schiedsgericht. Zur Begründung wurde aus- Kataloges eine größere Inanspruchnahme. Nach der hierauf vollgeführt: zogenen Ergänzungswahl des Vorstandes setzt sich nunmehr der Jm vorliegenden Falle wäre die Wartezeit nach den bisherigen gesamte Vorstand folgendermaßen zusammen: Stiter, erster VorFeststellungen nur erfüllt, wenn die fraglichen zwei Wochen hinzuigender; Herrmann, zweiter Vorsitzender; Wollermann, gerechnet werden könnten. Nun müsse allerdings dem Schiedsgericht Schriftführer: Schulze, erfter Staffierer; Broeder, zweiter barin beigetreten werden, daß jemand auch während der Zeit des Staffierer; Blisse und Reiche, Bibliothekare; Caspary. Hiernach halt Schubert Hin und Rüdtransportes zu und von dem Garnisonsorte im Sinne Gärtner und Henge, Revisoren. des§ 17 zum Heere eingezogen sei, um seine Wehrpflicht zu erfüllen. einen Vortrag fiber kommunale Angelegenheiten. Die nächste VerHierfür spreche, daß der Wehrpflichtige von dem Augenblide seiner fammlung findet am 8. Mai statt. Verband der Buchbinder( ahlstelle Samburg): llebernahme bis zum Augenblicke seiner Entlassung durch die den Die vereinigten Gewerkschaften Deutschlands( foweit diefelben Transport leitende Militärbehörde thatsächlich und rechtlich den in den Gewerkschaftskartellen der Industriecentren Deutschlands Befehlen der letzteren in ganz derselben Weise unterworfen fei, wie vereinigt find) errichten unter der Leitung und Kontrolle während der eigentlichen Ausbildung bei der Truppe. Die Zeit, die dem der Kartelle sogenannte freie Arbeitsämter anf der Basis freier Versicherten durch die Einziehung zum Militär und durch die Entlassung Bereinbarungen zum Zwecke der Arbeitsvermittlung, und zwar so, verloren gehe, tömne jedoch nur auf die Wartezeit angerechnet daß fämtliche Industriegruppen in diesen Arbeitsämtern ihre pro- werden, wenn es sich um volle Kalenderwochen, nicht portionale Bertretung finden, und tragen auf dem Wege des Umlage- aber, wenn es sich bloß um Teile von 23 och en verfahrens die Kosten gemeinsam zur Unterhaltung dieser Institution, handele, demi mur volle Wochen hinderten den Versicherten, um eine gemeinsame Basis der Arbeitsvermittlung gegenüber den die die Beitragsleistung bedingende versicherungspflichtige Thätigkeit Industries und Handwerkerverbänden und andererseits Zwangsinnungen fortzusehen. Im vorliegenden Falle tämen aber nur vier und zwei zu ermöglichen resp. herbeizuführen. Da, wo bereits Arbeiterjekretariate Tage der beiden strittigen Wochen in Betracht, die beiden Wochen bestehen, find die freien Arbeitsämter möglichst mit denselben zu schieben also für die Wartezeit aus. Die Angelegenheit sei an das bereinigen resp. zu verbinden. Gleichzeitig haben diese Inftitutionen Schiedsgericht zurück zu verweisen, weil die Annahme nahe Wochen versicherungspflichtige des Arbeitsamtes einen direkten Verkehr mit der Gewerbe- Inspektion liege, daß Kläger weit zu unterhalten und die jeweiligen Mißstände und Gesetzes- Beschäftigung hinter sich habe, als Marken geklebt seien. übertretungen von feiten der Unternehmer zur Kenntnis der Fabrit und Gewerbe- Inspektionen zu bringen. Dagegen ist der Kongreß einverstanden mit der Beteiligung von Leitern der Arbeiterfekretariate und daß diesen beratende Stimme erteilt wird. Gewerffchaftstartell Frankfurt a. M.: Der Gewerk fchaftskongreß möge beschließen:" Den Gewerkschaftskartellen ist bei fünftigen Kongreffen auch Vertretung zu gewähren. Die Vertreter find nach einem näher zu bestimmenden Wahlregulativ durch Streisoder Provinzialtage der Startelle zu wählen. Puntt 9 der Tagesordnung. Allgemeine Anträge. Die Gewerkschaften Deutschlands schließen sich zu einer Föde ration zufammen: zu einem deutschen Geivertschaftsbumb, und gründen gleichzeitig auf einer frei zu vereinbarenden Basis eine Streit und Reservekasse. mehr Versammlungen. tags 10-3. 1 1 Aus: Berliner Sehensivürdigkeiten. Aquarium. Unt. b. Binden 68a. Täglich, 9-7 Eintritt 1 M., Sonntags 50 Bf.- Ausstellung des Bereins Berliner Künstler. Wilhelmstr. 92/93( im Architektenhauje"). Täglich 10-4, Sonntags 11-2. Gintrittspreis 50 Pf." tellung moderner Kunstwerke von Eduard Schulte, Kunsthandlung. Unter den Linden 1, Ede Pariser Blas. Täglich 10-7, SonnBibliothet, königl. Am Opernplay. Besichtigung Montag und Freitag 1-2. Botanischer Garten. Potsdamer straße 75. Täglich v. 8-7 umb jeden zweiten Sonntag im Monat b. 2-7. Botanisches Museum. Grunewaldstr. 6-7. Montag unentgeltlich. und Donnerstag 3-6. 8entral Bichhof. Elbenaerstraße.( Mitts woch Vormittag Hauptverkehr.) Besichtigung des Viehhofs frei, der SchlachtHygiene höfe gegen Karten, die man im Verwaltungsbureau erhält. museum. Klosterstr. 32/35. Sonntag 12-6, Dienstag u. Freitag 10-2. Institut f. Glasmaleret, Königl. Charlottenburg, Berlinerstr. 9. Wochenäglich 9-11 u. 1-4. Stunstgewerbe Museum. Prinz Albrechtstraße. Täglich, außer Montag und die ersten Feiertage sowie CharMartisches freitag, Himmelfahrt und Bußtag, 9-3, Sonntag 12-6. Provinzial Museum. Breitestr. 20a. Sonntag von 11-11, Mantag und Donnerstag 11-22. Museum( alt und neu). Am Luftgarten. Besuchsordnung siehe Kunstgewerbe- Museum. Museum der Land: fprach Reuter fiber die obligatorische Einführung der Einigkeit", In der Versammlung der Möbelpolierer( Filiale Often) wirthschaftlichen Hochschule. Invalidenftr. 44. Werttäglich, außer Sonnabend, 12-2, Sonntag 12-6. Museum für Naturkunde. sprach Reuter über die obligatorische Einführung der Einigkeit". Invalidenstr. 43. Montag und Sonnabend 11-3, Sonntag 12-6. welche er in längeren Ausführungen empfahl. In der Diskussion Museum für Völkerkunde. Königgrägerstr. 120. Beluchsordnung nahmen sämtliche Redner einen ablehnenden Standpunkt ein und. Stunstgewerbe- Museunt. Museum Deutscher Voltstrachten. National. wies insbesondere Schulz auf die diesbezügliche Urabstimmung hin. Klofterstr. 36. Tägl. außer Mittwoch 11-2. Gintritt 50 f Gallerie. Museumstraße. Sonntag 12-6, Dienstag b. Sonnabend 10-3. Im Fachvercin der Holz und Bretterträger sprach am Banoptitum( Caftan, Friedrich und Behrenstr. Gde). Tägl. 9-10. Panoramen. Gegen eine Lohnentschädigungsklage des Bäckers S. wandte 14. April Ferdinand Ewald über den Nugen der Gewerkschafts- pajfage: Banoptitum. Unter den Linden 22. ber Bäckermeister Brode ein, daß der Kläger seine Entlassung selbst organisation. Von einer Diskussion wurde Abstand genommen und Genwarthstr. 4, 2. Bahnhof Alexanderplatz, 3. An der Moltfebrüde, Porzellan Manufattur,& önigl verlangt habe. In der Verhandlung vor der Kammer VI des hierauf die Mitglieder Karnal, Schmidt und hinge in die 4. Bachstr. Tägl. 9-8, Wegelyftr.( Thiergarten). Dienstag bis Freitag 9-12 Uhr. Rath: Gewerbegerichts gab der Kläger dies zu, er will damit Lohnkommission gewählt. haus. Tägl. außer Donnerstag und Freitag 11-3.( Thurm tägl. 20 P.) Eine gut besuchte Versammlung der Dachdecker nahm mit Rauch Museum. Klosterstr. 76. Außer Sonntags 10-4. Reichs: aber nicht auf die vierzehntägige Kündigungsfrist verzichtet haben. Er betonte, daß er mir die gesetzliche zwölfstündige großem Beifall einen Vortrag des Regierungsbaumeisters a. D. Bost museum. Leipzigerstr. 15. Tägl. 11-2, außer Mittwoch und SonnReichstag. Besichtigung Wochentags 81 bis Arbeitszeit habe inne halten wollen, wollen, während bei Seßler auf, in dem Redner besonders die großen Vorzüge der ge- abend, Sonntag 12-2. er Brobe öfter fünfzehn bis siebzehn Stunden hätte türzten Arbeitszeit betonte und zu unablässigem Streben für dieselbe 9, Sonntags 2-4. 50 Pf. Ruhmeshalle( 8eughaus). Tägl. arbeiten müssen. Die Verhandlung ergab nun folgendes: Der aufforderte. In der folgenden Diskussion berichtete Görniß, daß außer Soumab. 10-2, Sonnt. 12-3.- ulmuseum. StallschreiberKlager hat thatsächlich am Tage vor der endgültigen Lösung des von der Inmung ein Schreiben an die Lohnkommiffion eingelaufen ftraße 54. Sonntags 11-1, Mittwochs 3-4, Sonnabends 3-6. Arbeitsverhältnisses zu der Frau des Meisters erklärt, er arbeite sei, in dem sie mitteilt, daß fie fich beim Osterquartal mit den For- museunt Sonnabend 10-12. Beuth- Schinfelmuseum Dienstag u. Donners nische Hochschule, Königl. Charlottenburg, Berlinerstr. 151. GipsArchitektenmuſeum Montag und Freitag nicht länger bei ihrem Manne. Auf ihre Vorstellungen hat er in derungen der Dachdecker beschäftigt habe und mit einer Lohn- tag 10-12, Mittwoch 12-3. deffen schließlich doch weiter gearbeitet. Am nächsten Tage wurde tommiffion unterhandeln will. Sämtliche Redner sprachen sich file 10-3, Dienstag und Donnerstag 12-3, wittwoch 10-12.- Urania. er dann vom Meister entlassen, obwohl er nunmehr aus- ernsthaftes Vorgehen aus; doch wurde auch aerüat. daß die Dach- Tandenstraße und Invalidenstraße.- 800logischer Garten. Boriale Rechtspflege. Techs Die Baumblüte in Werder Wo ist die schönste 1540L* Baumblüte Herren- Fussbekleidung in Berlin? In Warlichs Paradiesgarten 131. Schönhauser Allee 131. 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