14. Jahrgang Dienstag, 15. Mai 1934 IENTRALORGAN DER DEUTSCHEN SOZIALDEMOKRATISCHEN ARBEITERPARTEI IN DER TSCHEOKKIOWAKISCHEN REPUBLIK ll- IRSCHUNT MIT AUSNAHME DK MONTAG TÄGLICH FRÜH. Redaktion und Verwaltung präg XII., fochova ir. teleron sw7. Administration ttlf,'" HERAUSGEBER> SIEGFRIED TAUB. CHEFREDAKTEUR■ WILHELM NIESSNER. VERANTWORTLICHER REDAKTEURi DR. EMIL STRAUl Henlein und die DAWG. Nasche für dir„Mitarbeit" nut Henlein.— Dr. Peters für eine Rcchtskoalitioü. Wir haben bereits milgctcilt. das; Henlein an den Abgeordneten Dr. Rosche die Aussorde- rnng wegen Mitarbeit gerichtet hat. Henlein stellt sich die Sache so bor. das; Rosche der Führer des ^ndnstricsiaudcs in der Hcimatfront werden soll, Sicnzl der Führer der Gpwerbefrout, während man das flache Land dem Bund der Landwirt« überläßt. Rosche hat sich nun aus einer Gcmeiudever« tretertagung der DAWG. zu der Aufforderung 7 Jlndi 1350 Sozialdemohtalen allein In Wien in Raft W i r n, 1t. Mai. Bei den Landesgerichtrn Wien l. nnd H. wurde» vier Prozesse gegen Angehörige des Repnblitanischen Schutzbundes, die wegen f(eitlerer Delikte im Zusammenhang mit den Febrrereignissen angetlngt waren, ans Antrag' dcS Staatsanwalts eingestellt nnd dir LH Ange llagten auf freien Faß gesetzt. Am ganzen wurden in der lebten Zeit, wie dir Abendblätter berechnen,! ans der Untersuchungshaft beider Wiene" Landes-> grichte mehr als-füll politische Häftlinge entlassen. Trotzdem beträgt die Gesamtzahl der sozial-! demokratischen Häftlinge dieser beiden Gerichte> immer noch 1350 Personen. Neue Bomben An» Samstag nachmittag platzten im Prate.» einige von den Nationalsozialisten gelegte Petarden. Spät abends explodierte eine Petarde im Gartcncaft„Biktoria'-Schokleuhos, wobei zwei! Franc» verletzt wurden. . Ilm 2:> Uhr entzündeten die Naiionalsozia-! listen ein großes Hakenkreuz am Hans des Schwe-> denkinos am Quai, wo iich die Kanzleien der Patertändischen Front besinden. Der Feucrlveh»> gelang es erst nach tangeren Anstrengungen, das> Feuer zu löschen. Wieder einmal Zusammenschluß Ter„Führer" der Vaterländischen Front, Bundeskanzler Dr. Dollfuß, und sein Stellvertreter. Vizekanzler Starhcmbcrg, teilen in einem von beiden unterzeichneten Aufruf den bevorstehenden„Zusammenschluß aller vatcrländi-' scheu Organisationen und Gruppen" mit. Schon in den nächsten Tagen sollen die entsprechenden! Befehle der Vaterländischen Front, vezw. des! HcimatschuKeS ergehen, um diesem Zusammen-- schlug der Führung in sichtbaren organisatorischen Maßnahmen Rechnung zu tragen. Sclhstaultösung der Parlamcntsiraktion Wien, 14. Mai. An dieser Woche verso in- mein sich zum letztenmal die Abgeordnrtruklubs der christlichsozialcn Partei, des Landbnndes nnd der Großdrutschen, nm ihre Auflösung zu ie-' schließen. . Der christlichsoziale Abgeordneteukkb hielt heute nachmittag seine letzte Sitzung ab, in der auch Dollfuß eine große Rede hielt. Dollfuß sprach darin von einer„soliden Auf- wärtsbcwegung" und davon, daß sie„mit einer ge- wissen Beruhigung" der tvcitcrcn Entwicklung ent- gegensehen könnten. Auch einige Anbiederungsversuche an die Arbeiterschaft fehlten nicht. Der Landbund hält Freitag seine letzte Klub- berotnng ab, und ungefähr am gleichen Tage werden sich auch die Grosidentschon zum letztenmal im Parlament versammeln. PllsndsM wechselt seine Marionetten aus Warschau, 11. Mai. Ministerpräsident I e n- drzejewicz hat gestern im Namen der gc- samtrcgierung die Demission gegeben, die vom Präsidenten der Republik angenommen wurde. Der Rücktritt wurde schon seit einiger Zeit erwartet. Offiziell tvird darauf hingewicsen, daß Jcndrzcjewicz bereits wiederholt„auö Gesund- heitSrücksichteu" seine Demission angcboten habe. Mit der Bildnng des neuen Kabinetts wurde Professor Dr. Kozlowski von der Warschauer Universität beauftragt, der früher Minister fiir Agrarreform und im zurückgctretcnen Kabinett Unterstaatssctretär für Finanzen war. Der designierte Ministerpräsident hat im Laufe dcS heutigen Tages seine Konferenzen beendet. Da der Präsident der Republik fcdoch 'beute außerhalb Warschaus Iveilt, tvird die Bestätigung der neuen KabinettSlifte erst morgen erfolgen. In der neuen Regierung sind gegenüber der bisherigen Aenderungcn nur auf den Posten des Ministers für Handel nnd Industrie und des Ministers für Arbeit nnd soziale Fürsorge zu verzeichnen. Alle übrigen Minister des bisherigen Kabinetles sind aus ihren Posten verblieben. zu ? I Paris, 13. Mai. Der Kongreß der radikalen Partei in Clerniont Fcrraud sprach sich, wie allgemein erwartet wurde, fast einstimrn.ig f ü r Herriot und die übrigen radikalen Minister in der Regierung Doumcrguc aus und billigte den Waffenstillstand zwischen den politischen Parteien. Ter Kongreß bereitete Herriot stürmischc Ovationen. Herriot, der während der ganze»» Sitzung von früh bis in die späten Abendstunden in der schwulen Atmosphäre ausharrte, wurde gegen SitzungSschlnß von einem leichten llnwohlseii» befallen. Nach einigen Minute»» erholte er sich jedoch und schloß seine Rede unter großen Ovationen. Nur vier Deputierte des extremen Linksflü- gclS unter Führung des bisherigen Vorsitzcndeu- Stcllvcrtrcters C u d e n e t sind zum Zeichen des Protestes gegen die gefaßten Beschlüsse aus der Partei auSgetreicu und haben eine neue raditalsozialistische Partei gegründet, zu deren Ehren- I s Tie Deutsche Front habe, wie cS in der Beschwerst ■ Gehts Wut, warens Ole Nazi r Cents schiel— warens die Jndei Deutsche Saar-Front beschwert sich noch! Gens. 1t. Mai. Beim Pöllerbundsrat heute eine Beschwerde der Deutsch Front, der Bereinigung der nationalistisch^ Parteien in» Saaegebict, cingclangt, in welcher Deutsche Front die Darlegungen des Vorsihcnd' der Rkgierungslonnnission Knox zurückzuweis"^ bemüht ist. Tic Deutsche Front richtete ihrerseits?l u grisfe gegen Knox nnd tvirst ihn» vor, daß die"' deutsche politische Emigranten in die Dienste Staatspolizei in» Saargebiet ausgenommen hm'.". Fn der vertranlichen Sitzung des Rates tp klärte der jugoslawische Bcrtretrr Fotit, sei,. Regierung könne einer sofortigen Aussprache iiß", das ungarische Ansuchen nicht znstimmen, dieses erst nm Samstag nn» 13 Uhr überreif' worden sei und eine Reibe von Dinge»»»vohl r|t^ würden beglaubigt werden müsirn. Der Rat beschloß auch nach kurzer Debat', das Ansuchri» erlt in der nächste»» Session f" Rates, also r r st im H e r b st, zu behandel'- Ten» Ansuchen des ungarischen Delegierten, ilt diesen Streitfall bereit» anläßlich der Tagn"^ des Hanptansschussrs der Abriistungskonserrnz «erhandeln, wurde nicht stnttgegrben. Henleins folgendermaßen geäußert: „An dem Wortlaut der Aufforderung soll nicht gemäkelt werden. Ahr Sinn ist Mitarbeit Mitarbeit bedeutet in dieser Auffassung,^usam» »Neufassung von volitischen Kräfte», und bebt in diese»« Falle die Sudetendeutsche Heimatfront in« Henlein über die reine Parteiauffasjung hinaus. Dieser Gedanke entspricht absolut unserer poltt»- scheu Denkungsart, seit meinem Eintritt in die Politik... Aus diesen» Grunde kann v o n e i n e r spontanen, geschweige denn brutalen Ablehnung der Aufforderung Henleins gar keine Rede sein; im Gegenteil, sie wird zum Gegenstand ernster Diskusiion, Beratung und Entscheidung gemacht werden... Ich begrüße die gleichzeitige Aufforderung an die Gewerbcvartei; noch begrüßenswerter aber Iväre. die Erweiterung um die christlichsoziale Volks- Partei. Bei genauer lleberprüfung der Programme der Sudetendcutschen Heimatsront, der DAAG.. der Getverbepartei und der christlichsozialen Bolksvartei ergeben üw unter den heutigen Bcrhältnisien sehr wenig Unterschied. Des« halb in es sinnlos, Ivenn die genannten Parteien auch in Hii»kunft ihre politischen Weg« allein gehen wollen. Den» s»kdeic»»deutschen Landsland, der gleichfalls aus aktivistischer Grundlage beruht, soll inan die Organisatio»» der bäuerlichen Bevölkerung des Landslandes überlassen: Allem voran Verständigung zwischen uns. Kainps dort, wo er nicht zu umgehen ist." Man sieht, die Erklärung Dr. RoscheS»st unklar, wie die meisten politisch-taktischen Erklärungen. die dieser Abgeordnete bisher abgegeben hat. Tie Erklärung ist nur die Widerspiegelung der Ratlosigkeit des Dr. Rosche und seiner Riw- tung. Er erklärt, daß von einer spontanen und brutale» Ablehnung der Aufforderung HculcinS keine Rede sein lann, also doch von einer höflichen und sachlichen. Er spricht auch davon, daß der Kamps gegen Henlein nur dort geführt werden wird, tvo er nicht zu»nngchen ist. Vermutlich wird also Herr Rosche noch einige Male seinen Standpunkt ändern, bevor eine Klärung deS Verhältnisses zwischen TAWG. und Henlein erfolgt. Etwas deutlicher wurde schon Abgeordneter Dr. Peters, der nach dem„Montagsblatt" folgendes gesagt hat: „Wenn es schon nicht»nöglich sein sollte, links und rechts zu vereinigen, so muß eS wenigstens möglich sein, die Parteien der Rechten zu einigen." Danach handelte eS sich also den» Dr. Peters nicht so sehr nn» eine Einigung des deutschen Volkes wie um eine RcchtSfronl, ivas in der Beurteilung der Politik dieses Abgeordneten nicht ohne Interesse ist. Fm übrigen äußern wir uns über dir Bedeutung der Vorgänge innerhalb der bürgerlichcn Parteien an leitender Stelle. Neues Versicherungsgesetz Garantirsonds unter staatlicher Aufsicht Die Regierung hat dem Abgeordnetenhaus einen Gesetzentwurf betreffend die Sicherung der Ansprüche von Versicherten in der Privatverjichc- rung und über die Staatsalisjicht über die priva- ten-BcrsichernngSanstalten unterbreitet. Diese Vorlage ging nun Teil aus Veranlassung parlamentarischer Kreise bei Verhandlung des Gesetzes über den Versicherungsvertrag hervor. Der neue Entwurf bczivcckt die Sicherung der Ansprüche der Versicherten durch Erichtuug besonderer S i ch c r un g ö s o nd ö bei den Versicherungsanstalten, die aus den Ver- sicherungsrescrvcn, waS den Präinicnteil betrifft, gebildet tvcrden sollen. Tas Vermögen dieser Fonds wird für den Fall eines Konkurses der Versicherungsanstalt zur Befriedigung der An- sprüche der Versicherten dienen, denen das vorgeschlagene Gesetz die Stetlling von Teilgläubi- gcrn zuerkennt. Durch geeignete Bestiinmungcn ist dasür gesorgt, das; die Versicherungsanstalten durch die Vorschriften des neuen Gesetzes in ihrer Gebarung und ihrer lveitcren Versicherungötätig- leit nicht cingeschräillt werden. Ferner faßt der Gcsetzcntivnrf die zerstreuten und bisher nicht unifizierten Vorschristei» über die S t a a l oa u f- s i ch t ü b e r d i c V e r s i ch e r un g s a n st a l- l c n zusammen, ergänzt sie und stellt entsprechende Strassantlioue», fest, die bisher in unserem Vcrsicheruugsrecht gefehlt habcn^ ,t- vorsitzrnden sic Frau P c l l e I a n, die Toch^" eines der Gründer der radikalen Partei, macht.?» Hinter den Dissidenten stehen lediglich die OreA nisationen des Departements Seine et Oise.■, in Neber Vorschlag der Rcinignngskommissir, stimmte der Kongreß dem Ausschluß von fünf Tz- pnticrtcn und des Senators Renault zu; zwei wx, tcrc beantragte Ausschlüsse wurden jedoch abf lehnt. .....,!>er Der frühere Munster Malvh vertoahrte L, ,regen eine Rüge, die ihm dcc-balb erteilt wert,, sollte, weil er ostentativ weiter mit den» früher"^ Pariser Polizcipräfekten Ehiappc befreundet blei'** Malvh verteidigte sich damit, daß ih», Chic»;, während des Krieges, als Malvh vor dem Teil'" unter der Anklage des Hochverrates stand, mist' Einsetzung seiner Karriere verteidigt habe. D-i' Kongreß legte Verständnis für diese Haltung'.'ch den Tag und exkulpierte Malvh..iS e: SSSSMMSSESSSSSSSSSSSSSüSMSSSf-» NN Dr. Goebbels: Minister für heroische Gesinnung Wichtige Ratstagung in Genf Ungarische Beschwerde auf den Herbst vertagt Genf, 1J. Mai. Dir 70. Tagung des Böt• terdnndrates wurde heute vormittags niit dr»; üblichen vertrauliche» Sitzung des Rates eröffnet j Auf der Tagesordnung des Böltrrbnndrntes sieht u. a. dir Vorbereitung der Saarab- st i m in»i ii g. Man erwartet, das» während der\ Tagung auch wichtige diplomatische Beratungen über das Abrüstungsprodtem statt-' finden werden, welches diesninl in» Lichte der neuen Erklärungen der europäischen Staatsmän ner«nd mit Rücksicht auf die Aendrruiigrn erör tert werde» wird, welche hauptsächlich infolge der eingrlangten Berichte über dir A u s r ü st u n g verschiedener Staaten ringetrrtrn sind. Ten Mittelpunkt der Ansmrrksamtrit bildete heute das Ansuchen der u«garischeir Regierung um internationale Austragung der Grenzzwischen- sällr mit Jugoslawien, die zwar nicht imstande seien, den Frieden zu bedrohen, wir es im Artikel 11 der Völkerbundsntzungen heißt, die aber doch das Einvernehmen der Rationen, von welchen der Frieden abhängr, ernstlich bedrohen könnten. Die ungarische Beschwerde bat in Völler- vundlreisen durch Inhalt und Form Aussehen er regt. Tie Pariser Blätter spreche»» ossci» von einem neuen revisionistischen Ver such Ungarns.„Echo de Paris" hält sich Über die R a s ch h e i t auf. mit welcher de» Stellvertreter des Generalsekretärs des Völker bundes, der Italiener P: l o t t i die ungarische Beschwerde auf die Tagesordnung der heutigen Sitzung des Völkcrbnndrates gestcll» hat. ! heißt, nichts gemein mit der vermeintlichen(S c‘ i fahr eines gewaltsamen Umsturzes im Saa'" I gebiet. e11 :n Fast einstimmig für Herriot: Vier Dissidenten gründen eine neue Partei Satte 8 T4cH>. kündigen. mir leid. Sie dia. Ich an ihr. den zum eine | war da« alte n totschlagen. Darüber wird aber nicht in ch und Nnmburg, sondern auch in Prag und eünn, in Pilsen und Ostrau entschieden wer- >. Die werktätigen Massen des tschechischen lkcS sehen hentc schon klare» Augeö die K r i s c iddas Elend der benachbarten i l t a t» r e n. Tie Luit, die ständische„Ord- ng" deö Herrn Dollfuß hegen die beneidens- tut meine Iran." ja immer so kränklich und schwach, weit, sie erstenmal alte, ur- smiiiingscitfwertnng erste Erfolg SS des Austrolasdsmus! G r a mit Lack kombiniert.— „RIVAL"- Gemusterte Baumwolllocken um 3»ir Feier des 50. GebnrtStageS de? Ministers Dr. Bene» veranstaltet das Sozialinstitut der Tsche- ckioslolvakischen Republik gemeinsam mit der Masarhk- jchen Soziologischen Gesellschaft am Donnerstag, den 17. Mai 1934, um halb 20 Uhr im BortragSsaal des Ministeriums für soziale Fürsorge, Prag II., Palackvplatz 4, einen PortragSabend des Herrn (Zdenko Fierlinger, außerordentlicher Gesandter und bevollmächtigter Minister der Tschechoslowakei in Wien, mit dem Thema„Eduard Benes, als Staatsmann und Politiker und die sozialen Standpunkte seiner Politik". Ferner spricht Herr Dozent Dr. E. Chälupny, Professor an der Freien Hochschule für politische. Wissenschaften, über das Thema„Eduard BeneS als Soziologe". Eintritt frei.. zeigt solgendl Jahres 1933 [jnlt ein Defizit von 81.7 Millionen Schilling, den ersten aber das Schilling Ausgaben äußerst ungünstig. Bund zum Teil durch den Raubzug gegen die sozialdemokratische Gemeinde Wien saniert, heuer must er die von den Antimarxisien verwaltete Gemeinde unterstützen. Dazu kommen die Riesenausgaben für die Ausrüstung und vor allem für das Heimwehrsckniylorps. Wie verzweifelt die finanzielle Lage ist, zeigt die Tatsache, daß den Angehörigen der staatlichen Exekutivkür perno ch immer nicht dieBereit- schastsgebühren ausbezahlt wurden, die ihnen von der Regierung während der Febe»- l ä in p f e zugesagt worden waren. Es ist keine lleberlreibung. wenn man feststellt, dast die anitro« sascisiische Tiltalnr einer katastrophalen Finanz-undWährungskrise zutreibt. iig oev.yern»^oufug gegen oie ^Gefährliches Der Besuch des Herrn Dollfuß in Salz- st^Mg hat die österreichische Amtliche Nachrichten» bekanntlich nicht nnr zur HinanSgabe von ^gesnachrichlen bestimmt. Sie mußte im Gegen- U auch bekanntgeben, daß es zu lebhaften Miß- klenskundgebungen gegen Dollfuß gekommen ist. klerdings glaubte sie sich dadurch aus der Ver- lenheii befreien zu tönnen, daß sie von„Ttö- jigsversuchen" sprach. Die..Versuche" tvaren so gewaltig und wirk» i, daß die Abhaltung der Feierlichkeilen in ige gestellt war. In Salzburg explodier- _ Böller und Bomben— in einer solchen Zahl, pst einige hundert Fensterscheiben in Trümmer »äugen sind und in einzelnen Straßen eine 'uiik herrschte. Noch folgenschwerer war allerdings das als iße„Verkehrsstörung" hingestellle Eisenbahn- entat bei B i s ch o s s h o s e n. Dort wurde der .ihnkörper durch einen Sprengschlag schwer be- ridigt. Ter Verkehr konnte nur durch Ilmsteigen 1'recbterhalten werden und der Schaden war am gangenen Samstag noch nicht behoben. Austrosaseismus ist eine neue Geldeutwertung, die in ganz Oesterreich große wirtschaftliche Beunruhigung a n S g e I ä st hat. Dabei ist die Zukunft deS neuerlich entwerteten Schilling sehr ungünstig, um so mehr, als die Regierung den abschüssigen Weg, zur D e ck u n g der StaatsausgabenungedeckteSchatz- scheine zu begeben, beschritten hat. Finanzminister Dr. B n r e s ch hat selbst zugegeben, daß die Regierung in den letzten Wochen s ü r Millionen Sckmtzscheine-auSgegeben hat. das Defizit deS Staatshaushaltes zu bedecken. Wie trostlos die staatssinanzielle Lage ist, ! Tatsache: Während des ganten halte der österreichische StaaishauS- .. In fünf Monaten deö heurigen Jahres ist Defizit bereits auf 82.68 Millionen angeivachsen. Die staatösinanziellen für die kommenden Monate sind aber Jin vorigen Jahr hat sich der Kunst und Wissen Smetana und Gustav Mahler Sehr leichte und bequeme weisse oder braune Sandal- Halbschuhe. Die beliebtesten Schuhe für die schwülen Sommer-Tage.— Reisen in Österreich „Nicht kündigen, Fritz, nicht werde... ich werde..." Meine Stimme kam von ganz so alt und zittrig, daß ich Gefühl empfand: ich bin ja Frau... Fritz nickte. „Gut, ich bleib. Nnd es Gräfin Agnes. Aber nicht wahr, lind dann lief er die Treppe hinunter und verfchtvand hinter der alten Buchshecke. Ich blieb sitzen. Ick konnte mich nicht rühren. Eine alte Frau, dachte ich, eine uralte Frau. Ich kann die Jugend nicht verstehen. Bestimmt ist alles meine Schuld. Wie alt ist Claudia jetzt, rechnete ich nach. Dreißig. Auch ich habe erst mit dreißig geheiratet, aber ich war Claudia hingegen ist gesund, auch wenn sie zart anSfieht. Vielleicht... Aber sich einem Mann f anbieten, einem verheirateten Mann... Während ich noch so mit meinen Gedan- len rang, kam Claudia aus dem Garten, blieb stehen, als sie mich sah und fragte: „Ist dir etwas? Du bist so blaß?" Wenn ich jetzt die richtigen Worte fände, dachte ich bei mir. wenn ich in Claudia das Gefühl erweckte, daß ich sie verstehe, dann könnte zwischen uns noch alles gut werden. Aber ich brachte nur hervor: „Der Fritz hat mit mir gesprochen, Clau- Vr..." Sie errötete nicht, sie schämte sich nicht; sie lachte nur böse. „Hat er vor mir Angst, der Feigling? Und du, Mutter, du bist natürlich sittlich entrüstet. Dabei ist das ganze nur deine Schuld. Ich muß hier sitzen, in diesem gottverlassenen Nest, wo man keinen Menschen kennen lernt, wo man nicht die geringste Chance hat. Ist das ein Leben für einen jungen Menschen? »c dürfen sich nicht so ausregen, Grä- .,Bei meiner Ankunft in Wien(Anfang Oktober ß Agnes... Die Comtesse Claudia ist halt 1597) traf ich Mahler im vollen Borbereiten und- einem Alter... Sie braucht einen Mann. Proben seiner ersten hiesigen Novität. Smeianaö Nh jz, hätte ja nichts gesagt, wenn meine Fran „Dalibor". Er hat von A bi» Z alles dazu getan: wäre« Dekorationen, Kostüme nnd Beleuchtung ausgewäblt" I" v'''_ und angegeben— von der»schauspielerischen, must- Ich suhlte unter meinen Fußen die Stu- kalischen und selbst komponierten Arbeit nicht zu st der Freitreppe, und ich weiß nicht warum, reden. In letzterer Hiniickst hat er den Schluß ab->er ich mußte sie zählen:„eins, zwei, drei, geändert und mit der Befreiung TaliborS nnd deiner, fünf, sechs, sieben." Tode MiladaS enden und durch etwa 20 Talle, die Tann waren wir auf der Terrasse, und er dazu komvomerte, da» Werk ergreuend anslliuge», lassen(statt de» durch den Tert verschuldeten unbar- V»,'"'Z'», bcn«. Mo W^ n,$ I cL manischen Abschlusses mit Talibors Abgang zinu^ stutig. . Endlich zand auch ich die spräche wieder, Bezugsbedingungen: Bet Zustellung tnS'ch konnte ich in meiner grenzenlosen Beschä- billigst berechnet. Bei öfteren Einschaltungen Priung nur eines sagen, immer wieder dasselbe: • direktwn ini • im Nachthemd in den Garten gekommen| >d hat mich gefragt, ob sie nicht schön ist und! ich nicht..." Er schwieg, aber nun mußte ich ihn verheil. Er war ja so rücksichtsvoll, der gute ritz, er sah weg, um mir die Schande zu er- aren. seinen Augen zu begegnen. Mein Herz pochte zum Bersten, ich konnte cht sprechen. Wir standen einander gegen- >er. gerade vor dem großen Rosenbeet, dessen uft uns einhüllte. Die ersten Schatten sielen reüs über den Garten. Auf der alten Tanne, Iren Leben ich retten wollte, sang eine Amsel. tlleS war so friedlich und schön. Die kleinen wllen des Sees schlugen leise gegen das User, h sah alles, aber nur einen Augenblick. Dann .len mir die Bücher in Claudias Zimmer ein, r abscheulichen Bilder, die gemeinen Worte, ie legten sich wie ein Schleier zwischen mich .....„..._ ,,„ id die ganze Schönheit ringsum. Wie ein In ihren..Erinnerungen an Gustav Mahler erzählt Schleier der Scham. Natalie Bauer-Lechner Einzelheiten über die erste. ..Dalibor"-Aufführung an der Wiener- Iw streckte die Hand aus, um mich H o f o p e r. Mahler begann seine Tätigkeit in pendetWaS festzuhalten. Fritz griff nach Wien mit dem„Dalibor" als seiner ersten großen nd dann fühlte ich, wie er ganz saust.... Änszenierungstat dort. Diese Erinnernngen dürsten um mich legte und mich inS HauS führte, gerade jetzi. anläßlich der Smetana-Feiern, von be-rj c nu8 weiter Ferne hörte ich seine Worte: fonderem Interesse sein:..Sii« hiirfen fick» nicht fn nntrrnrit. lZNä-, Dem ONT wird aus Wien von einem Irtschasitilben Faämiann geschrieben: Die kma- wirtschaftliche Lage der österreichischen ^klatnr kommt in der n e n e r t i ch e n Schil- sn g a l> w e r t u n g zum Ausdruck, die im letz- (. Nationalbankausweis zu in ersten Mal durchführt wurde. Diese neuerliche Veränderung des ^ldwerteS des Schilling ist nicht nur die Durck- hruug der bereits tatsächlich im Lause des Jah- tz 1932 und 1933 eingetretenen Entwertung s Schilling um 28 Prozent, sondern eine barer hinausgehende neuerliche Entwertung, sircki eine Manipulation mit verschiedenen Gold- 'lnusö- und Verlmifspreisen ist der Goldgehalt s Schilling über die bisherige Ent- K r tun g von 28 Prozent hinaus er- gt. Diese Entwertung war darum notwendig. ;il sich infolge der rapiden Verschlechterung der ährungSlage seit dem Feber das statutenmäßig rgeschriebene TeckungsverhäliniS so verschlechtert t. daß die Deckung unter da? vorgeschriebene indestmaß gesunken wäre, wenn nickst diese uerliche Verschiebung vorgenommen worden »re. Dabei sind die TeckungSvorschristen erst zwei Jahren den gegenwärtioen wirtschaft- 'en Verhältnissen angepaßt worden. Aber selbst diesen erleichterten Bestimmungen inte die Nationalbank infolge der Verschlech- ung der Wirtschaftslage nicht mehr gerecht wer- .». Sie mußte daher eine neuerliche Schilling- iwertung durchführen. Ter erste Erfolg des ES ist begreiflich, das« sich bei solchen Zuständen aller Reisenden, die Oesterreich passieren müssen oder wollen, große Torge bemächtigt. Die Diktatur deS Hern» Dollfuss, die bekanntlich 80 Prozent des Volkes gegen sich hat, ist nicht imstande, den Reisenden die Sicherheit des Lebens und der Gesundheit zu garantieren. Sie must, solange sie am Ruder bleibt, damit rechnen, das« sich die Wut deS unterdrückten Volkes an den-hm erreichbaren Objekten und mit den Mitteln Luft macht, die vor allem daS Ausland auf die österreichische Sklaverei aufmerksam zu machen imstande find. Die Reisenden, die auf den Wiener Bahnbösen Gepäckstücke aufheben wollen, müssen die Koffer öffnen nnd sie gründlichst durchsuche»» lassen. Auf diese Weile will man eine Wiederholung der Anschläge in den Bahnhossgarderoben vermeiden. In Oesterreich herrscht das Fon streckst. Schuld daran ist die Regierung, die das Land um die rechtmäßige Verfassung gebracht hat. Ruhe und Ordnung können ii» Oesterreich nnr einlehren, wenn die Henkerregierung Dollfuß abtritt. Dokument schriftstellerischen Verantwortungsgefühls I.^'bhale aus dem bereit- verbitlerisierten Deutschland oo„! 1982. Ossievkst legt in dieser Bekenntnisarbeit die Gründe dar, weshalb er sich dem Zugriff der Justiz nicht' entzogen ha».„Tie große Spinne von Leipzig «oll einen Bissen zu viel gegessen haben", so sagt, er m mutiger Ironie. Seine Haft scheint ihm.eine lebendige Demonstration" für die Namenlosen in den Kerkern des Staate- zu sein... Und wenn dieser differenzierte.Aesthet, dieser antiheroische Radikal-Liberale, der mehr Mut und Heroismus aufwies als hundert windige Marktschreier aus der Klasse der Blut- u»»d Bodenekstati- ff.v, gefaßt resignierend schließt:„So gebe, ich dem» meinen Degen in der Garderobe ab!", dam» steht dieser Mann lebendig vor uns, dieser Kämpfer, der jetzt in den Folterkammern der Hitlerbarbarei Glied um Glied abgetötet wird. Ankläger über Ankläger: der gemeuchelte Theodor Lessing. Heinrich Mann, der standhafte, bedeutende Romancier, -7 skar Maria Graf, der sich über„die Schmach" beklagt,„unverdientermaßen" a»if der Weißen Liste des blntbesudelten Regimes z>» stehen. Ein wertvoller, ansrüttelnder, dem Lebe»» dieser Zeit zuge- wandler Abend. Nur ein kleiner, nicht ganz verständlicher Mißgriff sei registriert: was hat das— übrigens nicht vorhanden gewesene—„rosarote zweite Reich" mit dem zweckvollen Bekenntnis dieses Abends zu tun? A i S. ! werte Stabilität der Republik einzutauschen, I ! tobt sich vorläufig nnr in den Spalten der deutschfeindlichen Boulevard, nnd Börsenpressc ans. Das fudetendeutschc Bürgertum scheint aber komincnden Dollfuß, und Hitlerpleite zu ern- tcn. Es wird blind der fascistischen Scheinkon- junktur nachlaufcn, bis es wieder einmal jammernd auf der Nase liegt, wie anno 1918. Keine Verfassungsänderung Senat bleibt, Wahlalter bleibt. Nnr Parteien, welche mindestens 100.009 Stimmen erhalten, bekommen Ma»»date. Die„Prager Presse" enthält einen zweifellos von Negiernngsseite inspirierten Leitartikel, in welchem sie darlegt,.daß die Koalitionsparteien übereingekommen sind, an de»' Verfassung nichts zu ändern. Denmach sind auch die Bedingungen als gescheitert anzusehen, den Senat in ein Wirt« schastsparlament zu Verlvandetn. Ebenso ist von einer Hinaussetzung des altiven Wahlrechtes keine Rede, denn das aktive Wahlrecht ins Abgeordnetenhaus ist niit 21 Jahren und in den Senat mit 26 Jahren gleichfalls durch die Verfassung festgelegt. Demnach wird nur noch au Reformen der Wahlordnung gedacht. Für-die Aufrechterhaltung des gebundenen Listenshstems ist eine große Mehrheit vorhanden. Möglich ist nur eine neue WahIkreiSeinteilung in der Slowakei,>vo man die vorhandenen sieben Wahlkreise auf sechs aufzutei- ten wünscht. Schließlich will inan auch durch eine Bestimmung verhindern, daß girr zu kleine Parteien eine Vertretung im Parlament erhalten. Man spricht gegenwärtig davon, daß eine Parte» mindestens 100.000 Stimmen aufbringen muß, um Titze im Abgeordnetenhaus zu erhalten. Vlagsondelsrelluns nach dem Ausland um 28.8 Prozent gebesiert Die Aaggonbeistetlung der tschechoslowakischen Bahnen hat sich im April 1931 gegeniiber dem Vorjahr um 17.2-12 Waggons gebessert. Bei- gesteltl wurden insgesamt 333.885« Güterwagen; davon entfielen auf daö Inland 308,128(•+■ 11.182) Waggons, während ins Ausland 25.757(-J-5760) Waggons gingen. Während also der Güterverkehr innerhalb deS Inlandes nur um 3.87 Prozent gestiegen ist, erhöhte sich der Export voi» Gütern nach.dem Ausland der Menge nach um nicht weniger als 28.8 Prozent! Die WirtsctiaKsvcrhdiKHungcn mit Ungarn nnd Oesterreich Wien, 14. Mai. Heute vormittag traten in der ungarischen Gesandtschaft in Wien die tschechoslowakische und die ungarische handelspolitische Delegation zu den angekündigteu neuen Beratun- gen zusammen. Am Nachmittag hielt auch die tschechoslowakische und die ö st e r r e i ch i s ch e Delegation eine gemeinsame Sitzung ab. Für eine weitere Kohlenpreisherabsetzm»s setzte sich gestern der sozialpolitische Ausschuß deS Senates ein. Bei Beratung der Regierungsverordnung über die Preise für HauSbraudkohle beschloß der Ausschuß, die Regierung aufzufordern, neuerlich über eine"weitere Herabsetzung der Kohlenpreise zu verhandeln, und zwar nicht nur für HauSbraudkohle, sondern auch für Industriekohle. Jung?" Tie lachte abermals, so kalt und schneidend, daß ich»nir am liebsten die Ohren zugehalten hätte.„Jung? Vor einem Monat bin ich dreißig geworden. WaS habe ich von meiner Jugend gehabt? Schari mich doch an, wie ich auSsehe. Glaubst du, daß ich einem Mann gefallen lann? Aber das verstehst du nicht." „Liebling", sagte ich ganz leise,„ich will ja so gern versuchen, dich zu verstehen." „Du? Tu bist ja keine tvirkliche Frau, bist nie eine gewesen. Deshalb hat es der arme Vater auch bei dir nicht ausgehalten. Deshalb hat er andere Frauen gebraucht." Und ich hatte so sicher geglaubt, daß Claudia nichts voi» der Ugtreue meines Mannes wußte. „Er war eben ein wirklicher Mann", fuhr sie unbarmherzig fort.„Ein Mann, wie auch ich einen brauche. Was du mir früher an jungen Leuten eingeladen hast— ja, ick» weiß, daß du einen Mann für mich finden wolltest,— aber was für Männer waren daS schon? Lauter Menschen, die zu dir gepatzt hätten, Bücherwürmer, Dichter, Leute, mit denen n»a» höchstens eine sentimentale Korrespondenz hätte führen können, wie deine geliebte Annelie mit ihren» LeN'ii» Tchücking. Ich will einen kraftvollen Mann, einen, der nicht „vornehm" und gefühlvoll ist. Ich bin kein halber Mensch wie du." Sie starrte mich an, als sähe sie mich nicht. „Weißt du, was das heißt, diese Sommernächte, wenn der Jasmin duftet und in unserem Garten die Nachtigallen schlagen? Nein, du findest das nur poetisch. Ich aber will keine Poesie, ich will das Leben, das wirtliche Leben." Ich suchte verzweifelt nach dem rechten Wort; Ivenn ich es nicht finde, dachte ich bei mir, so verliere ich Claudia für immer. „Willst du reisen, Liebling?" fragte ich.„Wir können den Winter an der Riviera verbringen." (Fortsetzung folgt.) %. 11t DienStag, 15. Mai 1934 Latte f Präferenzen— Absatz fürUngarnwelxen den I i nett titn »er dir sich unter Beibchatimig der einiger Zollcrleich- ferner nicht »Na. wenn sein..." altorgant- politischcn je nach der Imam habe sich zur Annahme der Beding»«> Ibn Land» bereit erklärt. Verhandlungen über dir Aricdeiisbcdiiignn- und dir von Ibn Land grsordertrn Garan» sollrn bald beginne». Dir Nachricht von dem Waffenstillstand wurde den Truppen Ibn Sauds mit riesigen Freu- Die Truppen» ■ und Frontkämpfer gegeneinander Paris, 14.‘“ abends zu Zusammenstößen zwischen zwei icindlichrn Lagern der cheinatigen Fronlkämpser. Die Regierung hatte nämlich der Vereinigung ehemaliger Frontkämpfer im Zusammenhang mit dem Kongreß in Rieh einen öffentlichen Umzug bewilligt. Die ehemaligen Frontkämpfer l i n- k e r Orientierung trafen gleichfalls auf einem Sammelplatz ein und zogen von der anderen Seite auf die Place de la Concorde, wo die andere Gruppe an jenen Stellen, an denen die Manifestanten vom 6. Feber verlvundet oder getötet worden waren, Kränze nicderlegte. ES kam zu Zusammenstößen, wobei etwa 20 Personen verlebt wurden. Die Polizei stellte nach etwa einer halben Stunde die Ruhe wieder her. London, 14. Mai. Auf eine Anfrage im Unterhaus über die Ausfuhr von Flugzeugmvto- rcn nach Deutschland erwiderte Sir John Simon, daß nach Art. 198 des Versailler Vertrages und der Vereinbarung vom 22. Mai 1926 Deutschland sich verpflichtet hat, die Einfuhr von Flugzeugen zu verhindern, die in irgend einer Weise bewaffnet oder bestückt seien oder sonst für Kriegszwecke ausgerüstet werden könnten. Diese Verpflichtung verbiete jedoch nicht die deutsche Einfuhr von Flugzeugteilen im allgemeinen. Ein Mitglied fragte hierauf, ob angesichts der Besorgnisse der sranzösischen Regierung über Fascistische Wirtschaftsziffern Einfuhr steigt— Ausfuhr sinkt R o m, 14. Mai. Der Wer« der italienischen Einfuhr für die ersten vier Monate d. I. betrug 2641 Millionen Lire und der Wert der Ausfuhr 1676 Millionen. In der gleichen Zeit des Bor. jabrest betrug die Einfuhr 253t und dir Ausfuhr noch 1978 Millionen Lire. von beukundgebnngen anfgeuommeu.'■ fiihrrr veranstalteten Freudenfeste und ganze Rinderherden wnrdrn geschlachtet, nm den Waffenstillstand zu feiern. Sie ciithaltcn. wie bekannt, ein lieberem- kommen über die Wahrung de» Friedens für 20 Jahre und die Versicherung, daß die sich unter worscucn Angehörigen Imam», die zu den Truppen Ibn Sands iibcrgingdn, nicht bestraft werden. N o m, 14. Mai. Der italienische Regie- rnngochrs Mnlsolini, der österreichische Elrcandte in Rom, der Borsihendc der österreichischen Dele gation und der ungarische Gesandte in Rom sowie der Borsihendc der ungarischen Delegation unter- zeichneten Montag nachmittag» im Palazzo Benr- zia getrennte Abkommen, durch welche dle am 17. Mörz l. I. in Roni abgeschlofsenen Wirt- schaftovrotokolle in Wirksanitrit treten. Das italienisch-österreichische Abkommen enthält: a) die Einräumung von Präferenzen zu gunsten Oesterreichs für eine betracht liwe Zahl von Indiijtrievrodukicn. b> Tic Einränmung Mcisilicgünsiigungvllaiisel t e r n n g e n z u g u n ir e n Italien». Das italienisch-ungarische Abkommen enthält: a) die Verpflichtung Italien», die nötigen Maß nahmen zu tretten, um der Gesellschaft..Safni" den Ankauf von einer Million Doppelzent nern ungarischen Getreides mittels einer vom nnga- rischeu Regierungschef zu bestimmenden Organisation zu erlauben, zu einem Preise, der Ungarn eine a n- gemessene Auswertung kBalorisierung) seine» Produkte» geitattet. b) Die Verpflichtung Ungarn» der»Takni" da» Option-recht auf den Ankauf einer weiteren!und Oesterreich die Verbreiterung de» ungarischen Million Doppelzentner ungarischen' Marktes für seinen industrielle» Erport sichert. Troizki fährt in ate Schweiz Paris, 11. Mai. Nach einer Havasmeldung aus Anncch ist Trotzki, der sich 48 Stunden dort aufgehaltcn hat, am Sonntag in der Richtung nach Vallorciuc abgercist, um sich nach der Schweiz zu begeben. Der„Matin" will aus sicherer Quelle erfahren haben, daß die Reise Trotzkis keine Vergnügungsreise darstellt, sondern daß der ehemalige russische Volkskommissar Frankreich endgültig verlassen habe. Tas Blatt vermutet, das; sich Trotzki vorläufig in der Schweiz nicdcrlas- sen werde. Sir Simon Ist nicht zu helfen Ausrüstung Deutschlands mit englischen Hugzeugmotoren— einwandfrei I und ungarischen Bevollmächtigten in Anwendung der römischen Protokolle ein?lblommcn zwischen ihren Ländern unterzeichnet, da» Ungarn die Answer- tung(Valorisation s von weiteren 2.200.000 ! Doppelzentnern ungarischen Getreides sicherstclll l W.p.l.vm, VIV VIIL'LVIIUIIIIJI VW IKIßUk>|Ullll I Mm Illi» Alt i•« Xt t t»»••* fl a•« t»i«A vl Drei Außenminister in Belgrad Belgrad, 14. Mai. Der rumänische Außenminister TituleLcu und der türkische Außenminister T c>v f i l R u s ch d i Bey sind heute nüttagö aus Bukarest in Belgrad eirigetrofsen. Auf dem Bahnhof begrüßte sie der jugoslavische Außenminisier I e v t i ä. In der mehrstündigen Konferenz der drei Außenminister wurde an erster Stelle die gegen- wärtige Stellungnahme Bulgariens zu diesem Pakt mit Rücksicht auf den kürzlich erfolgte» offiziellen Besuch des Ministers Ievtiö in Sofia besprochen. Amtlich wird»vollständige Ilcbercinstimmung" gemeldet, woraus gefolgert tvird, daß die zunächst auf den Abschluß eines Nichtangriffspaktes ni i t B u lg a r i e u abzielenden diplomatischen Aktionen der fugoslawijchen Regierung die vollste Billigung der übrigen Mitglieder des Battanbundes gefunden haben. komische Wirtschaftsabkommen unterreich net Neues Versicherunsssesetz Garantiefonds unter staatlicher Aufsicht Tic Regierung Hat dem Abgeordnetenhaus einen Gesetzentwurf betreffend die Sicherung der Ansprüche von Versicherten in der Privatversichc- rung und über die Staatsaufsicht über die priva- ten-Bcrsichecungsanstalten unterbreitet. Diese Vorlage ging zum Teil aus Veranlassung parlamentarischer Kreise bei Verhandlung des Gesetzes über den Versicherungsvertrag hervor. Der neue Entwurf bezweckt die Sicherung der Ansprüche dec Versicherten durch Erichtung besonderer S i ch e r n n g S s o n d s bei den Versicherungsanstalten, die aus den Ver- sichcrungörescrvc», was den Prämicnteil betrifft, gebildet werden sollen. Das Vermögen dieser Fonds wird für den Fall eines Konkurses der Versicherungsanstalt zur Befriedigung der Ansprüche der Versicherten dienen, denen daö vorgeschlagene Gesetz die Stellung von Teilgläubi- gcrn znerkennt. Turch geeignete Bestimmungen ist dafür gesorgt, daß die Versicherungsanstalten durch die Vorschriften des neuen Gesetzes in ihrer Gebarung und ihrer weiteren Versicheriingstalig- leit nicht eingeschränkt werden. Ferner faßt der Gesetzentwurf die zerstreuten und bisher nicht unifizierten Vorschriften über die S t a a t öa u f- s i ch t ü b c r d i c V e r s i ch e r un g s a nst a l- t e n zilsaiiiinen, ergänzt sie und stellt entsprechende Strafsanktionen fest, die bisher in unserem Versichcrungsrccht gefehlt haben. Naht eine Krise ries Hitler Systems? Mißtrauen und Erbitterung wachsen unter der Bevölkerung Die Saarbrückener»Deutsche Freiheit", die immer außerordentlich gut über Vorgänge und Stimmung im Dritten Reich unterrichict ist, brachte dieser Tage einen Bericht au» Berlin, dem wir folgende» Entnehmen: Der Londoner»Daily Telegraph" bat jüngst behauptet, die französische Regierung habe der britischen Regierung einen Bericht zukomnien lassen, der die Ansichten des französischen Gencrak- stabeS über die europäische Lage, insbesondere der Dcutschlaiidö, nicderlegte. Der französische Genc- ralstab neige demnach zur Auffassung, daß in der KricgSsührung unter modernen Bedingungen die Kräfte der Verteidigung machtvol- l e r seien als die des Angreifer», und folgere dar aus, die französische Regierung habe alles Inter- csse daran, ihre heutigen Bertcidigungsmiilcl zu behalten. Ferner erörterte der französische Bericht das Argument, daß die Reickisregiernng wirtschaft lich und finanziell nicht stark genug sei, um heute oder in absehbarer Zeit einen Krieg zu unterneh men, und daß da» Hitlerregime in Deutschland autgc- lebt haben werde, bevor das Reich Kch in krie gerische Unternehmungen einlaffrn könne. Tic Echtheit dieses Berichtes vorausgesetzt. wünscht also der französische Gcneralstab keine anderen SicherheitSgaraniien als die Aufrechter- Get reibe.» zu geben; wenn die genannie Gejcll- schafi sich diese» Rechtes nicht bedient, muß sie zur Auswertung(Valorisierung) de» nicht gekauften Getreide» beitragen. c) Tie Verpflichtung Ungarn», das italicnijche Verlangen nach gcwiffen Zallcrleichtcrun- g e n, die der Mcistbegiinstignngsklam'cl unterliegen, in Erwägung zu ziehen. Zwischen I t a l i en und Oesterreich, Italien und Ungarn und Lesterreich und llngarn sind Abmachungen getroffen worden, um die zweiseitigen Verträge, die für den Import bestehen und allgemein unter dem Namen„Sem- meringvcrträgc" bekannt sind, entsprechend zu verbessern. E» sind ferner Abkommen unterzeichnet worden. um den italienisch-österreichischen Durchgangsverkehr durch den Hasen von T r i c st, vziv. den ungarischen TurchgangSverkchr durch Hafen von F in m e zu entwickeln. Gleichzeitig haben die österreichischen A, t.- M|uiweuii«imtiiiviiifimLaiiiKii iii9 oic rillfccaiier- iäS 1“»»«»!**«*!>»»»--.«,«— rcichs gegenüber Deutschland. Er hält »daS Hitlerregime" für mehr von langer Dauer. llngünstigc Prognosen für daS jetzige System findet man jetzt vielfach in Deutschland verbreitet. Das noch vor einigen Monaten sehr starke Vertrauen. daß die Führer der NSDAP, die Schwierigkeiten meistern würden, sinkt rasch und in allen BebölkerungSlreiscn, am stärksten wohl bei den frühere» Kerntruppen des Nationalsozialismus, den mittelständlrrischen Schichten, deren Mißtrauen sich weithin schon in Erbitte- rung verwandelt. Ruhiger sind eigentlich noch die Arbeite r, denn sie haben in ihrer großen Mehrheit an die Wundertaten der Hitlcrei nicht geglaubt; sie kannten auf Grund ihrer langen gewerkschaftlichen und polnischen Schulung die Schwere und Kompliziertheit der wirtschaftlichen Hindernisse und sind in- solgcdcsten nicht weiter enttäuscht. Man kann ihnen nicht cinredeu. daß sich das»Tritte Reich" in eineni wirtschaftlichen Ausstieg bcsiudet. aber sehr viele-Arbeiter haben doch die gewaltigen Bemühungen Arbeit zu schaffen, anerkannt und haben die Beschäftigung zu sehr niedrigen Löhnen als einen Vorzug gegenüber dem jahrelangen Feiern betrachtet. Tie notorischen Faulenzer sind in der deutschen Arbeitcrsckwft selten. Millionen Arbeiter haben sich, wenn auch mit innerer M- lehnung gegen das System, gesagt: der Hitler es schafft, uns soll eü recht ES handelt sich da natürlich nicht um fierte Sozialdemokraten, sondern um Flugsand, der früher bei den Wahlen Stimmung hin und her geweht wurde. Allmählich werden nun aber die Zweifel, ob dem System die wirtschaftliche Gesundung gelingen werde, auch in der Arbcitcrsäiaft allgemein. Die Zeit des Wartens und Opferns dauert zu lange, und die Aussichten aus irgendwelche Besserung sind zu ungewiß. Die Mollen spüren auch in den Reben Minister nnd deS Reichsbnnkpräsidenten wachsende Unsickwrhcit, und inan.unterhält jetzt recht offen über die Möglichkeit einer her- annahenden Krise des ganzen Systems. Bisher war es gelungen, die Pcrsünlichlcit Hitlers selbst aus dieser Vertrauenskrise hcr- | auszulassen. Man verbreitete planmäßig die Meinung. daß Hitler zwar das Beste wolle, aber durch seine Umgebung gehindert lverde, aber gerade aitS dieser Ansicht erwächst allmählich die Frage: »Wenn er doch der große Führer ist, der alle» weiß und alles kann, warum setzt er sich dann nicht bester durch?" Mehr und mehr verbreitet sich auch von oben her die Erkenntnis, daß Adolf Hiller maßlos überschätzt worden ist. Henlein und die DAWG. Rosche für dir„Mitarbeit" mit Henlein.— Dr. Peters für eine Rrchtskoalitioii. Wir haben bereits miigcleilt. daß Henlein i den Abgeordneten Dr. Rosche die Aussorde« an rung wegen Mitarbeit gerichtet hat. Heulein stellt sich die Sack'e so vor. daß Rosche der Führer des Industricstandc» in der Hcimatsrout werden soll. Stcnzl der Führer der Gewerbesroni. während mau da» flache Land dem Bund der Landwirt« überläßt. Rosche hat sich nun aus einer Gcmeindever« trctcrlagung der DAWG. zu der Aufforderung Henlein» folgendermaßen geäußert: „An dem Wortlaut der Aufforderung soll nicht gemäkelt werden. Ihr Sinn ist Mitarbeit Mitarbeit bedeutet in dieser Auffassung, Znsani- nienfassung von politischen Mästen und bebt in diesem Falle, die Sndetendeutsche Heimatfront mit Henlein über die reine Parteiaiifsassung hinaus. Dieser Gedanke entspricht absolut unserer volsti» scheu Denkungsart, seit meinem Eintritt in die Politik... Au» diesem Grunde kann v o n e i n e r spontanen, geschweige denn brutalen Ablehnung der Aufforderung Henleins gar keine Rede sein: im Gegenteil, sie wird zum Gegenstand erniter Diskussion, Beratung und Entscheidung gemacht werden... Ich begrüße die gleichzeitige Aufforderung an die Gewerbcvartei; noch begrüßenswerter aber tväre die Erweiterung nm die christlichsoziale Volks- Partei. Bei genauer Ileberprüfung der Programme der Sndctendentschen Heimatfront, der DAWG., der Gelverbcpartei und der christlichsozialen Polksvart«! ergeben sich unter den heutigen Perhältniffen sehr wenig llnterschied. Deshalb ist es sinnlos, wenn die genannten Parteien auch in Hinkunft ihre politischen Wege allein gehen wollen. Dein sudetendeutschen Landsland, der gleichfalls auf aktivistischer Grundlage beruht, soll inan die Organisation der bäuerlichen Bevölkerung des Landstandes überlassen: Allem voran Verständigung zwischen uns. Kamps dort, wo er nicht zu umgehen ist." Man sieht, die Erklärung Dr. RoscheS tsi unklar, wie die meisten politisch-taktischen Erklärungen. die dieser Abgeordnete bisher abgegeben hat. Tic Erklärung ist nur die Widerspiegelung der Rallofigkcit de» Dr. Rosche und seiner Richtung. Er erklärt, daß von einer spontanen und brutalen Ablehnung der Aussorderung Henlein» leine Rede sein kann, also doch von einer höflichen und sachlichen. Er spricht auch davon, daß der Kamps gegen Henlein nur dort geführt werden wird, wo er nicht zu umgehen ist. Vermutlich wird also Herr Rosche noch einige Male seinen Standpunkt ändern, bevor eine Klärung deS Verhall- niste» zwischen TAWG. und Henlein erfolgt. Etwas deutlicher wurde schon Abgeordneter Dr. Peters, der nach dem„MontagSvlatt" folgendes gesagt hat: „Wenn eS schon nicht möglich sein sollt», liukS und rechts zu vereinigen, l» must eS wenigsten» möglich fein, die Parteien der Rechten zu einigen." Danach handelte eS sich also dem Dr. Peters nicht so sehr um eine Einigung des deutschen Volkes wie um eine Rechtsfront, tvaS in der Beurteilung der Politik dieses Abgeordneten nicht ohne Interesse ist. Im übrigen äußern wir un» über die Bedeutung der Vorgänge innerhalb der bürgerlichen Parteien an leitender Stelle. Sowjetbatterie beschießt Mandschukuo-Dampfer? Tokio, 14. Mai. Ans T s i 1 sirar wird mitgctzeilt, daß der Dampfer„Mantschukuo", gerade als er den Zusammenfluß der Ströme Sun- gari und Amur passierte, Sonntag früh von einer Sowjetbattcrie beschossen wurde. Einzelheiten fehlen noch. Man weiß nur. daß sich aus dem Dampfer zahlreiche Passagiere befauden, darunter auch ein japanischer Oberst. AnS einem späteren Telegramm an den javanischen Kriegöministcr gebt hervor, daß bei der Beschießung ein Mann der Schiffs besah n n g getötet und ein weiterer verwundet wurde. Vorwand zur Besetzung Elwrbin, 14. Mai. Aach Meldungen aus M n l i n, einer kleinen Ortschaft am östlichen Teil der Chinesischen Ostbahn, wurden zwei japanische Offiziere von unbekannten Personen erschossen. Mulin wird deshalb heute von japanischen Truppen besetzt werden. Waffenruhe in Arabien London, 14. Mai. Rach einer Meldung ouS Hcdschn teilt die Regiermig Ibn Sand» amtlich mit, das? mit dem Imam von Armen rin Waffenftillstandöabkommrn zustandcgekommrn ist. Der gen Schritte getan würden, um zu verhindern, daß das eingeführtc Material in Militärflugzeuge um- gewaildelt tvird. Auf eine weitere Anfrage Uber einen deutschen Auftrag in England auf Lieferung von 80 Arm- strong-Siddcley-Flugzeugmotoren bestätigte Simon die Richtigkeit und erklärte, der französische Botschafter habe vor kurzem die Aufmerksamkeit der britischen Regierung auf diese Aufträge gelenkt, deren Erfüllung icdoch n'. ch I (I) im Widerspruch zu den Bedingungen der in Frage kommenden internationalen Wasfcnvcrträge .,...„„ stehe. Es sei beabsichtigt, den fr.in- dcngroßcn llmfangvon Flugzeug-, zösischcnBotsctiafleraujdicseTat- material, dacknach Deutschland gehe, fache zu weisen. Geite 4 Dien stoss, 18. Mm 1934 «r.llS Tagcsncuighcltcn Kühles Wetter? ?ßie die 2iani-jnnitnit für Meteorologie.mit- lcil.l, ifr ein vorläufiger Anschluß-es ungewöhnlich inneinen Weitere- zu erlvarlen. Es Hot sich eine Wetterlage hcransgevildct, welche für Kälterück- fälle im Mai cheiraltcrisüsch ist. Bon Island her. ivo die.Temperatur in den lebten Tagen fast bis ans den Grsricrpunlt gesunken ist. dringt kalte Lu f t in breitem T I r o in gegen das A i n n e n l a n d vor. Schottland hatte Montag früh.bei Nordtvcststnrm nur 8 bis 1 Grad Celsius und schneeschaner. Tie Abkühlun-' dürste zuerst den Westen, später auch den Osten des Staates erreichen. 20 polnische Ortschaften in Asche gelegt Warschau, II. Mai. Nach einer Meldung polnischer Blätter in durch die in letzter Zeit vor« gclonnnenen Brände int ganzen Laude ungeheurer Schaden angerichtet worden. Allein in der Woj» tvodschast Kielce sind bis jetzt 20 Ortschaften säst voliiändig in Asche gelegt worden. Ta die Hitzewelle auch weiterhin andauert, entstehen i in in e r neue Brände in Ortschaften und Wäldern,'xit dem Städtchen Trabt) im Wilnagebiet ist ein ganzes Wohnviertel mit insgesamt 00 H ä u s c r n einem Brand zum Opfer gefallen. Zahlreiche Familien wurden obdachlos. WaldbrSnde inZlarpathorntzland NZHorod, 1-1. Mai. Die Verwaltung der siaailicheu Wälder von Chu st meldet heute zwei weitere Waldbrände, wobei insgesamt 65 Hektar Wald durch den Brand vernichtet wurden. Ferner wird ein großer Brand von 1400 Joch alten Buchenwaldes im Bezirk Rachov gemeldet, wo der Braud fünf Tage lang anhiclt und einen Schaden von rund 1 l-s Millionen An verursachte. Der Braud wurde durch die AuSbrcnnung von Holzschlag des Pächters Bela Davidovic verursacht. Tie drei schuldigen Personen wurden verhaftet und dem Bezirksgericht in! Takevo ciugelicfcrt. SSV km in der Stunde! New Jork, 14. Mai. Ein amerikanisches Postslugzcug stellte einen neuen Flugrckord auf. Es durchflog die rund 4000 Kilomete r lange Strecke Los Angeles— New Jork(New Jersey) in elf Stunden 31 Minuten mÜ einer Turchschuittsgeschwindigkeit von 360 Kilometern in der Stunde. In Kansas City machte es eine Zwischenlandung von zehn Minuten zur Ausnahme von Post und Brennstoff. New Jork—Rom in 40 Stunden? New Bork, 14. Mai. Die Fliegerofsiziere Kapitän Fond und Leutnant S a b e l l i sind mn Montag um 12.24 Uhr(m. e. Z.) mit ihrem Flugzeug„Leonardo da Vinci" vom Bennett- Flugplatz zu einem Daucrslug nach Rom.gestartet. TaS Flugzeug führt etwa 3000 Liter Brennstoff an Bord, mit denen man in etwa 40 Stnnden das Ziel zu erreichen hofft. Prager Reisegesellschaft -ei Karlsbad verunglückt ! Betrunkener Chauffeur fährt mit dem Autobus gegen ein Haus: 24 Verletzte Karlsbad, 13. Mai. Eine Prager Reise[ ! gesellschaft veranstaltete deute in einem grossen Autocar einen Ansflng nach Karlsbad. Nach Br ! sichtig»»g der Stadt bestieg die Prager Reise- I gesellschaft den Wagen und gegen sieben Uhr abends setzte sich der Autobus in der Richtung nach| Prag in Bewegung. An der schmalen Gasse, die 1 zum Marktplatz von B u ch a n führt, rannte dcr> Autobus mit»oller Kraft gegen rin j H a u s, wobei 21 Insassen des Wagens I verletzt wurden. Ter Wagen selbst wurde siart demoliert. Ter W n g e n I c n k e r. der, wie die Passagiere nbrrcinstimmend erklärten, b r* r n n• len gewesen ist, wurde sofort vmi dcr Buchau« j Gendarmerie verhaftet. Er blieb, wie durch ; em Wunder, vollkommen unverletzt. Bon i den verletzten Passagieren wurden vierzehn ins ' Karlsbader Krankenhaus ringrliefert. darunter vier Schwerverletzte. Tie übrigen Perlei'ten wurde» von den Buchauer Aerztrn de . bandelt und in Privatwobninigen untcrgebracht., Ins Karlsbader Krankenhaus wurde» folgende > Personen ringeliekert: Anna Stranskä, BubeneL, E 302, Anna Fiserova, die Tochter der Anna Stran-' , skä, wohnhaft Bnbenei 302, Marie Mahlerova, Prag I V, Anna Stnindova. Prag X V, Podoli,! I Marie Wolnrrova, Huiova 272, Marie Rolova,| I Smichov 674, Friedrich Kobr, Prag XVIII, P.' l Borb, Prag I, Anton Pokornv, Jarmila Pokorna,' ' Anna Kobrova, Jarmila Horakova, Prag VII,' | Bclcrediho 36. Bei keinem der Schwerverletzten* \ besieht, wie der diensthabende Arzt des Karlsbader Krankmhauscs ertlart, Lebensgefahr. Die schwersten Brrlktzungen trug der 20jährige * 4» Acht Tote beim französischen Antorennen Paris, 13. Mai. Bei dem Autorennen, das der Automobilklub„Ile dc France" am Sonntag in Fantainebleau veranstaltete, fuhr der Bugatti- Wagen, der von Erlie Lora gesteuert wurde, 200 Meter vor dem Ziel in die dicht gedrängt stehende Menschenmenge. Bisher sind acht Tote gemeldet worden. Biele Personen wurden verletzt. Einer Frau wurde der Kops abgefahren. Unter den Toten befindet sich auch dcr Fahrer Lora. Wie sich nun hcrausstellte» war der Name Lora lediglich ein Pseudonym, da- sich dcr Militärflieger Cochin zugelegt hatte, da er sich unter seinem eigenen Namen während der Dienstzeit sonst nicht hätte am Automobilrennen beteiligen dürfen. Cochin war 28 Jahre alt. Unter den Toten aus der Menge der Zuschacner befinden sich zwei Frauen, ein 23jähriger Drucker ans Fontainebleau, der sich erst vor einigen Tagen verlobt hatte, ein Zuschauer aus Paris und zwei Artilleristen aus der Garnison Fontainebleau. Einer von den sonst noch verletzten Zuschauern Hal schwere Verletzungen davongetragen. Er mußte mit einem Beinbruch und Kopfwunden in ein Krankenhaus gebracht werden. Die nähere Untersuchung des Unglücks hat l ergeben, daß dcr Wagen Fehler aufwicS. Eine dcr beiden Brems schleifen hatte sich unterwegs gelöst und war abgeflogen. Als der B l e ih ä i, Safratikovn 20, davon, doch hoffen dir Arrzte, ihn am Leden zn erhalten. Die Bremse« waren in Ordnung! In Buchau sanden sich im Lause des Montag GcrichlSkommissioucn ein, um die Ursachen des Unglücks zn erheben. Wie sestgcstcllt wurde, funktionieren die Bremsen des verunglückten Autobus noch, ebenso auch die Steuerung des Wagens. Ter Chauffeur Adolf U r b a n. dcr in Ber« ivahrungshaft genommen worden war, erlitt bei dem schwercn Anprall des Autobus an die Wand deS Hauses, obgleich dcr Volant an seiner Brust abbrach, nur leichte Verletzungen. Bon feiten der ihn nntorsuchrnden Aerzte wird erklärt, daß Urban nicht betrunken war. Er dürklr mit zu großer Geschwindigkeit in dir gefährliche Kurve ringefahren sein. Da er einem dem Autobus entgegenkommenden Personenauto auSweimen ivollte, hielt er sich an die linke Straßenseite, so daß dcr linke Vorderteil des Autobus an das Eck des Hauses Nr. 87 anprallte. Der mit einer Gehirnerschütterung nnd schweren Kopfverletzungen in das Karlsbader Krankenhaus eingclicferte Passagier Bohumir Blcchaü ist Montag aus seiner Bewußtlosigkeit erwacht, so daß er bereits in den nächsten Lagen nach Prag iibergeführt werden dürfte. Dcr schwer beschädigte AutobnS tvird morgen durch ein Lastauto von dcr UnglückSstellc abgeschleppt werden. * Wagen kurz vor dem Ziel im 170-Kilometer- Tcmpo fuhr, wollte dcr Fahrer bremsen. Ta aber nur eine Scheibe ans die Räder wirkte, wurde dcr | Wagen zur Hcite geschlendert nnd raste in die Menge. Man bat ferner festgestell», daß der Ordnungsdienst entgegen den polizeilichen Anordnungen die Zuschau er bis dicht an die iRenn st recke hcrangclasscn harre. Roch zwei große Auto-Katastrophen Görlitz, 13. Mai. Auf der Staatsstraße zwischen Ostritz und Hirschselde stieß am Sonntag das Lieferauto eines Flcischermeistcrs ans Groß- Schönau in Sachsen mit einem in gleicher Richtung fahrenden K r a f t a u t o b u s zusammen, mit dem 28 Mitglieder der Görlitzer Böitcher- inmmL einen Ausflug nach dem Oybin machen wollten. Der Omnibus, dem bei dem Zusammen-, stoß die Steuerung brach, fuhr in den Straßengraben, wobei er einen Telegraphenmast nmriß. Von den Insassen des Autobusses wurden 1!) Personen glücklicherweise nur leicht verletzt. Breslau, 13. Mai. Am Sonntag Mittag stieß ein L a st l r a f t w a g e n mit 23 SA- Männern, der aus dem Stadtinnern kam und in Richtung Flughafen fuhr, beim Ausweichen mit einem Pcrsonenlrastwagen zusammen, wobei dcr Lastkraftwagen infolge seiner Geschwindigkeit um- stürzte. Verletzt wurden 18 SA-Männer, davon fünf schwer. Deutscher Substratophäre«-B»U»« «enrnglMtf Bitterfeld, 14. Mai.(D?lB.) Bis Montag! Mittag war in Bitterfeld keine Landungsmeldung von dcr Mannschaft des Substraiosphärcu Ballons „Bartsch von Sigsfeld" eingetrosscn, der am Sonntag früh lurz nach 8 Uhr aus dem Bitterfelder Ballousüllplatz aufgcsticgen ist. Man be-1 fürchtet deshalb das Schlimmste. Da in großer Höhe aber stärkste Lustgeschwindigkciten herrschen, ist es auch möglich, daß dcr Ballon sehr weit, vielleicht nach Polen, Rußland oder auch auf die hohe See abgetrieben worden ist. Das AuStvärtige Amt| ist von der Sachlage unterrichtet worden, damit den Boston Insassen bei einer etwaigen Notlandung ini Auslande die nötige Unterstützung zuteil wird. Ter Ballon„Bartsch von Sigöseld" Ijt dcr größte deutsche Freiballon. Er faßt 500 Äubik- meicr. Tie Führung hatte Dr. Jng. Schrenck- Bcrliu inne. Soldatenselbftmord bei Brün« Brünn, 14. Mai. Auf dcr Eiscnbahnstrecke zivlschen den Haltestellen Nennotvitz nnd Holäsly verübte heute nachts dcr Soldat des Jnf.-Reg. Nr. 2 l Oldrich Tuma Selbstmord. Er sprang vor den Zug, wobei ihm dcr Kopf zertrümmert und beide Füße abgefahren Ivurdcn. Die Ursache des Selbstmordes wird untersucht. Bruben-Anglück Neunkirchen(Saar), 14. Mai. Am Gams- tag gegen 12 Uhr ging auf der Nüttensohle dcr Grube Rcdcn-Fott ein Bruch nieder, durch den zwei Bergleute erschlagen wurden. Zwei andere Arbeiter wurden von hcreinbrcchendcn GestciuSmassen vollkommen vcrschlll-! t c t, Die Bergungsarbeiten gestalteten sich sehr schtvicrig, da ein neuer Bruch niedcrging und große GcsteinSmassen mitriß. Die Leichen der Bergleute, die beide verheiratet sind, konnten erst im Laufe deS Sonntags geborgen werden. D« erste motorlose Flugtag in König- grätz fand Sonntag statt, unter Teilname von, 8000 Zuschmiern und unter Mitwirkung dcr Scgclflugabteilung dcr Masarylflugliga in Prag. | Olmütz, Köuigiuhos, Kutnä Hora, Josefov, Konice und Königgrätz. Das Programm umfaßte die gc- !samte Technik des Segelfliegens von allen Arten des Starts. Während des ganzen Tages sanden i Propagandaschauslüge in Flugzeugen dcr staat-| liehen Acrolinien statt. Selbstmord eines Prager Mittelschuldirrktors. Wie die Prager Polizcikorrcspondcnz meldet, ver- I üble am Sonntag dcr Direktor deö tschechischen Staatsrcalgymnasiumü in dcr Kkcmcncova, Dr. R o ii, Selbstmord, indem er aus dein dritten Stock des Anstaltsgebändcö in den Lichtschacht sprang. Tic Ursache dcr Tat dürfte in einer Ncrvcnzcrrüt- tung liegen. Tragödie um einen Irren. Dem Gemeindeamt in Tisckiau wurde am Sonntag mitgetcilt, daß sich ini Hause.Barbärahütte Nr. 76 bei einer Fa- j mitic Anzeichen, von Geistesgestörtheit bemerkbar gemacht haben. Die sofort durchgcführtc Untersuchung des Arztes ergab, daß dcr Sohn dcr Fran Josefa Bartik in die Irrenanstalt überführt werden muß. Als am Montag früh die Ilcbcrfüh- rung des Kranken veranlaßt werden sollte, leisteten Mutter und Sohu Widerstand, indem sie sich in die Wohnung cinschlossen. Ta nun dcr Kranke mit einem Beil und Petroleum drohte, versuchte dcr Wachmann, um eine Gefahr zu verhindern, in die Wohnung einzudringcn. In dem gleichen Moment sprangen Sohn und Mutter zum Fenster hinunter. Tie Mutter verschied bald darauf im Krankenhaus und der Sohn wurde nach Bckkowitz überführt. Diese furchtbare Tragödie, verursacht durch langwierige Krankheit und die geistige Ilmnachlung. hat allgemeine Teilnahntc erzeugt. tzilmfeldzng gegen den Sozialismus in England. In höchster Besorgnis über das Vordringen dec Labour-Party haben die englischen Konservativen den Entschluß zu einer neuartigen Gegenpropaganda gefaßt: sie haben eine„Konservative Tonfilmgescllschaft" gegründet, deren Entstehung sie mit einem großen Ball feierten, der zuglciai zur Vermehrung des Betriebskapitals dienen sollte. Die neue Gesellschaft soll Werbefilme für die nationale Regierung Herstellen. Ter„Daily Hcrald" meint allerdings, daß die„Segnungen", die das wcrklätige Voll unter dem Regime MacTonald- Batdwiii genossen Hal, keinen sehr schönen Film ergeben lvürdcn. lind an die Filmprodnzcntcu und Filmkünstler, die sich an dcr neuen Gesellschaft nnd ihrem Ball beteiligt haben, richtet er die Frage, ob sic vergessen hätte», daß— ihr mit Filmen verdientes Geld von den Werktätigen Massen stammt, deren Gegnern sie sich jetzt zur ! Verfügung gestellt haben. III. Tschechoslowakische ARBEITER- OLYMPIADE PRM— 9. bl* I, Juli Tie erste Expedition n»S Amerika zur Arbriler- Olpmpiadr— zirka 80 Personen— kam am Sonntag in P r a g an. Sic wurde am Wilsonbalmhof von Vertretern der Behörden, des Partrivorstandes der tschechischen Bryderparici sowie der TT^.-Bcrbandc» begrüßi inld begab sich sodann unter Porantragnng einer aincrikanischcn Flagge in»„Lidovy dum". Tie Hanpttagr der Rrbriter-Olpnipiade. Tic Prager Arbeiter-Olympiade. nimmt einen gewaltigen Umfang an. Schon heute kann die. Teilnahme aus dcr Tschechoslowakei auf 8 0.0 0 0 Mensche n geschätzt werden nnd der Verkehrsansschnß bereitet die Abfertigung von 5 2 S o n d e r z ii g e n vor. Die Haupttage fallen auf de» 5. bis 8. Juli, denen am I. Juli der Kindertag vorangelst. Am 17. I»»i findet am Stadion die Eröffnung der Ans- stellung dcr Knlturarbcit innerhalb der tschechischen Arbeitertnrnvercine statt. Am Abend des 4. Juli wird die F e st a.k a d e m i e abgchalten. Tas Programm des ü. Juli enthält vormittags Wcit- känipfe, Proben und die Eröffnung des Pfadfinder- lagcrs am Stadion, nachmittags Aufführungen der Zöglinge und Pfadfinder. Abends findet ein F a i k e. l- u n d L a m v i o n- ll m z n g durch Prag statt. Am Bormittag des 6. Juli werde» die Proben und Wettkämpfe fortgesetzt. Am Nachmittag treten zum ersten Male die Männer und Franc» zu ihren Frei Übungen an, weiter führen die AltcrSturncr, dcr A tu Ü mtd ein Teil dcr anSländifchen Gäste ihre Sonderübitngcu vor. Am Abend veranstalten dann die Zöglinge, ihre Llninptade-Akademie und wird die Festvorstelluttg im tschechischen Na- tionalthcater abgebalten. Den 7. Iuli füllen liauvi- sächlich die svorilichen Wettkämpfe aus, da» Abend- Programm bilden die Turn-Akademie, da» Repräsentationskonzert der Arbeiiersänger und der FrenndschaftSabend dcr deutschen G ä st c. Der Bormitlag des 8. Juli in dem F e st z u g e durch die Stadt gewidmet, am Nachmittag tritt der A tu S zum zweiten Male und die ausländischen Gäste sowie die Männer und Frauen der DTJ. auf. Das Festspiel wird viennat, und zwar am 1., 5., 6. und 8. Jnli aufgeführt. Ten 0. Juli sollen dann F ü h r n n g e n zur Bcsicki iignng der Prager Sehenswürdigkeiten und Ausflüge in die Umgebung ausfüllen. A l l e s ch Die«mäßigten Rückfahrkarten gelten schon ab Freitag vor Pfingsten. Wie daS Eisenbahn- Ministerium mitteilt, gelten die ermäßigten Rückfahrkarten zu Pfingsten schon ab Freitag, den 18., bi» einschließlich Montag, den 21. Mai, für die Hinfahrt und ab Freitag bis Dienstag, den 22., mittags für die Rückfahrt. Weiter werden ermäßigte Rückfahrkarten ans Anlaß des Fronleich- tagcS bereits ab Mittwoch, den 30. Mai bis Sonntag. den 3. Juni, anSgegcben; die Rückfahrt muß spätestens am 4. Juni, 12 Uhr mittags, angetrc- tcn werden. Die deutsche Staatsgrlocrirschulr für Textilindustrie in Asch— mit Abteilungen für Weberei und siir Wirkerei und Strickerei— bietet sungcn Leuten tauch Mädchen» mit dreijähriger Bürgcrschul- oder Mittelschul-Borbildung die beste Gelegenheit, sich durch ein zwei, Heuer aber vier Jahre dauerndes Studium ein Anrecht ans Stellungen im Textilgewerbe Texiilhandcl nnd in verschiedenen anderen Berinszweigcn zn erwerben. Tie drei vier klaisigen Höheren Texulscknilcn in Brünn(tschechisch und deutsch) und Asch stellen dazu bestenfalls alljährlich 100 Abiturienten. Tic Ascher Schule al: höhere Fachschule fiir Wirkerei die einzige inländische Schule dieser Art, Hai reiche Ansbildnngsinöglichkcjtcn für Texiiltcchnilcr, Kaufleute, Bnrobcantic, Direktricen. Wer näheres über den Ausbau nnd Lehrplan dcr Schule, und über die Ausnahtnsbedingnngcn zu er sabren wünscht, fordere von der Direktion Zusendung des anSsührlichen Prospektes. Tie Schulleitung ist auch jederzeit gerne bereit, Auskünfte über linier- knnst nnd Vcrvflegnng von Schülern zu geben. Mil- tellokcn kann das Slndintn durch Gewährung von U n i c r st ii tz n n g e n erleichtert tverdcn. Tic Neuaufnahmen von Schillern und Schülerinnen in die Fachschulen und höheren Tcxtilschnlcn siir Weberei »nd fiir Wirkerei und Strickerei nnd in den cinjäti rigcn Handelsknrs für Mädchen erfolgi in der Zeit vom 26.' Juni bis 10. Jnli 1031, ausnahmsweise auch water noch. Vorantneldungen ninuni die Tirck- tion schon letzt entgegen. Vom Rundfunk Empfehlen»««»»» an« den Programmen: Mittwoch: Prag, Sender L.: 6.00: Gymnastik. 10.05: Deutsche Nachrichten. 10.15: Berühmte Künstler ans Schallvlatten, 14.15: DeutsckcrArbeitS- m a r k t b e r i ch t, 17.35: Lieder auf Schall platten,>8.20: D e n t s ck> e S e n d u u g: Zehn Minuten für den Radio-Amateur, 18.30: Arbeiterfunk: Hans Fischer: In der Zeit des Ausnahme zufiandrs.>8.50: Soziale Informationen: Nenwirth: Die Bebaltsvflicht für Lehrlinge int Gewerbe. 18.55: Deutsche Nachrichten, 1v.lv: Echrannnelkonzcrt. Sender S.: 15.10: D e u t s ch c S c n d u u g: Kinderslunde, 15.15: Deutsche Nachrichten, 18.55': Tanzlied.— Bräun: 10.00. Nachnnttagskonzcrt, 18.20: D e n t s ch e S e n d u n g: Liederkonzerl. — Mähr.-Oftrau:>8.20: Ukrainische Volkslieder. — Berlin: 18.30: Max blcger: Berliner Funkorchester.— Breslau: 17.55: Klaviermusik.— Frankfurt: 28.00: Nachtmusik.— Königsberg 18.25: Haydn-Mozart.— Kopenhagen: 22.05: Musik aus dem 18. Jahrhundert.— Leipzig: 20.30: Jlalicni- sche Musik.— Wien: 10.15: Bruckner: Messe in F-Moll. <.SnAinthemnfrttt' t S TirnftiriT. W- Mal 1934 Nr. 112 l.cn umtang— Preis Ke 2‘— Bestellungen an die Zentralstelle für Bildungswesen, PRAG XII,, Slczskli 13. Badener Slüclliiiltc vernichtet tahlrcirfir(Sji- stenzen. In dem in Baden bei Wien kürzlich eröffne« len Evielsaal verlor dieser Tage der Direktor einer Wiener Versickerungsgesettsdiaft den ihm anvertran« teil Betrag von 35.000 Schillingen. Ein anderer Hasardspieler, ein hoher Minifteralbeamler. verlor dort gleichfalls 38.000 Schilling, gleichfalls frem» den Geldes, sehnliche Fälle haben sich seil der Gründung dieses SpieknnlernehmenS in Baden bereits mehrfach ereignet, die in zwei Fällen mit Selbstmord endeten. Da nur Ausländern die Teil« nähme an Hasardspielen gestattet ist, während den Inländern der Antritt in die Svielsäle überhaupt untersagt ist, droht iehl die Negierung mit der Schließung des llnternehmen sich solche Fälle wiederholen sollten. „ReicktShof" in Liegnitz. Da das Auto unmögliche Zickzack-Linien fuhr,.hielt ein Polizeibeamler— Schacher Heisti er— den Magen an. Dieser Beamte, der selbst ein Nazi ist, wurde von seinem besossenen Genossen in den Magen gezogen und. so mißhandelt, d a st e r in«.st r an- len h a u s geschafsl werden mutzte. Im Hotel„Reichshof" hausten dann die besossenen 2?l-Führer wie die Vandalen. Die Kron- leuchter wurden hernnterge« schossen, mit d e in E h r c n d o l ch( lvozu der doch gut ist!) die P o l st e r m ö b e l a u f g e sch l i b!. Geschirr wurde zerbrochen und der Boden schenstlich beschmutzt. Die Inhaberin des Hotels gab sich aber nicht mit dem üblichen„Es wird alles bezahlt!" zufrieden, da sie wuhte, das; Koch Schulden über Schulden hat und bereits den Offenbarungseid leisten mutzte. Sie liest das von den neu-deutschen Helden zerstörte Zimmer photographieren und sandte diese Aufnahme mit einem entsprechenden Begleitschreiben an Hitler nach Berlin. Der Nazi-Gauleiter von Liegnitz mutzte ebenfalls Bericht erstatten, er wurde von den empörten ST-Lenlen dazu gc- zlvnngen. Hanns Karl Koch wurde hierauf nach Berlin lommandiert und nach einem tüchtigen Rüffel, den er von seinem Osaf erhielt, soll er sich erschossen haben. So erzählen sich einige SA-Lculc, andere tpieder behaupten, er Ware in ein Konzentrationslager getvandert. Wieder andere erzählen/ er wäre doch nach Koblenz avanciert, er darf sich nur einige Zeit in der Oeffcni lichtest nicht zeigen. Manche flüstern aber auch scheu das Wort: „Feme". Wie immer sich auch der Fall Koch entwickeln mag" e« ist bezeichnend für den Zustand niedrigster Barbarei im Dritten Reiche, das; ein Mensch dieser Art und dieses Charakters solange einen | dann bestieg er sein Auto und suhr in das Hotel hervorragenden Posten bekleiden konnte. Teil bis zur Unkenntlichkeit verbrannt find, befinden sich zahlreiche Frauen und Kinder. Feuerwehren der ganzen Umgebung sind an den Ungtüitsort berufen worden. Peking, 13. Mai. Aus dem japanischen Teil der Insel„Sachalin" ereignete sich beim eines KraftweirtrS eine Explosion. Bisher sind 2l Todesopfer geborgen worden. Rettnngsnrbeite» werden kortgefeht. Einer von Deutschlands! Erneuerern! Bildnis de» G. A.-Brigadefiihrer» Han«» Karl Nach Aus Deutschland wird uns berichtet: Der Führer der Niederschlesischen SA, Bri- i gadesührer Koch in Liegnitz, wurde plötzlich von seinem Dienslposten abberusen und mit der Führung der SA-Gruppe Wesünark in Koblenz beauftragt. Vom Zeitpunkte seiner Versetzung an ist Koch jedoch verschollen. Niemand weist, ob er in Koblenz eingetroffen ist und seinen neuen Posten angetre- ten hat. Wenn auch die niederschlejische Bevölkerung den Naziführer Koch nicht vermistt, und nur zu froh war, ihn los zu werden, so fragt man sich doch, wohin der neue Gruppenführer verschwunden ist. Wer ist Koch eigentlich? In Liegnitz kannte jedes Arbeiterkind den TA-Brigadeführer Hanns Koch. jeder Arbeiter fluchte ihm. Er war es, der die Neichsbannerleute mit der Hundepeitsche verprügelte und ihnen die Abzeichen abritz. Aus den ! gestohlenen Abzeichen liest er— wie sinnig!— ■ i feinem Köter ein Halsband machen. Mit diesem so geschmückten Hunde stolzierte er provozierend durch die Strasten. Das war kurz vor der nationalen Revolution. Während der nationalen Erhebung benahm er sich so, wie es einem echten deutschen SA-Führer geziemt. Er liest die Schutz- bäftlinge aus dem Gerichts- und Polizcigefäuguis auf eigene Faust nach Heinersdorf, einer sogenannten„Fiihrerschule", schaffen, liest sie viehisch mißhandeln und lveidele sich an den Qualen der Opfer." Die Liegnitzer waren über die Gemeinheit des Hanns Koch gar nicht so sehr erstaunt, sie wußten ja um seine Perversität.— Es war allgemein bekannt, dast er im August 1932 in der Soeben erschienen: ffaul Jffäri 10.000 Tonnen Petroleum verbrannt Istanbul, 1-1, Mai. Fm Laufe der Nackt ist in den Petroteumlagern am oberen Bosporus ein Grotzieuer auSgebrockeu, das inzwiicken weiter um iick gegriffen hat. Bei einer türkisch-amerikanischen Pctroleumgesellschaft sind 10.000 Tonnen Petroleum verbrannt. Außerdem sind im benack- barten Lager des russischen NaphihashndilateS vier g roste Tank« zerstört worden, darunter zwei druck Explosion und zwei durch Ausbrennen. Wegen der furchtbaren Hitze ist es nickt möglich. an den Brandherd heranzukommen. Das Feuer wütet weiter auf den Lagerplätzen. Die Feuerwehr beschränkt sich darauf, die Umgebung, besonders die in der Nähe am liier de« Bosporus liegenden Depots anderer Petroleumgesellfckaften zu schützen. Einige kleinere Verwaltung s- g c b ä u d e sind bereits v e r b r a n n t. Menschenleben scheinen nicht zu Schaden gelomnren zu sein, da sich während der Nacht kein Mensch dort ouigehallen hat. Die Staatsanwaltschaft ist dabei. Erhebungen über die Ursache des Feuers aiizu- stellen. Man vermutet B r a n d st i f t u n g. Zwischen Neosozialistrn und Kommunisten, die in eine Versammlung der ersteren eindringen wollten, kam e« in LNon zu einem scharfen Zu- sammenstost. der über eine halbe Stunde dauerte, ivorauf die Kommunisten auck die Potizeiabtei- lung. die intervenierte, angriffen. Scklietzlich gelang es der Polizei, die Ordnung herzustellen und I j jene Personen,, bei denen Waffen gesunden wur- , den zu verhaslen. lieber 20 Personen erlitten t Verletzungen.— Gelegentlich de« Festes der Rationalheiligen, der$ ungsra u v en O r-! l c a n s, versuchten in Toulouse Komm» nisten in dem Augeicklick, als offizielle Perlönlick-1 ! keifen vor dem Denkmal der Nationalheiligen statt l den. Exzesse Hervorzurusen. Ein Schutzmann wurde schwer verletzt. In Lnon haben unbekannte Täter das. Denkmal, das Jcannc d'Arc aus dem Pferde darstellt, beschädigt. Pritt hofft, das? Goering klagt. Der bekannke englische Advokat D. N. Pritt, der das Vorwort zum„Braunbuch ll. Dimitross kontra Goering" j geschrieben hat und den Goering vor einem englischen Gericht verklagen will, erklärte Pressevertretern:„Ich sürchte, dast ick nickt das Vergnügen ! haben werde, von Goering verklagt zu werden. Wenn Goering klagt, verpflichte ick mich, den Kläger einer Vernehmung zu unterziehen, die kostbare' Informationen ergebest'wird.'"'' Ministerpräsident Tonmergne hat seine Kandidatur auf die freigewordeite Stelle eines Mitgliedes der Akademie der pädagogischen und politischen Wissenschaften angemeldet. Alle übrigen Bewerber, die vorher ihre Gesuche cingebracht hatten, haben sie zunt Zeichen des Respektes zurückgezogen. Mtniiter- präsident Doumergue ist daher der einzige Kandidat. Dir Kathedrale in ArraS, die bekanntlich wäh rend des Weltkrieg»! durch das denlicke Bombardement fast vollkommen zerstört worden war, wurde. Sonntag wieder eröffnet. Die sorgfältigen Restaurierungsarbeiten waren erst vor kurzem beendet worden. Marschall Petain übergab im Namen der Regierung die Schlüssel zur Kathedrale dem Bischof von Arras. Baude„Zum roten Grund" von dem Wirte in ganz unzweideutiger homo-! sexuellerSituation üverraickt wurde, lind tver war damals sein Partner? Sein Ches und Schwager, der jetzige SA-Obergruppepsührer und Polizeipräsident von Breslau, der Fememörder Edmund Heines. Der Wirt der Baude „Zum roten Grund" erzählte diese Sache allen Leuten, die es hören wollten, so auch dem Stahlhelmführer von Hirschberg. Dieser griff den Koch öffentlich an nnd es kam zu einem Bcleidigungs- prozest. Inzwischen aber gingen Stahlhelm und Nazi zusammen in die Regierung. Aus„staatspolitischen Gründen" kam es zu keiner Verhandlung. Aber Koch hätte eine solche auch nicht zu befürchten brauchen.„Denn hinter Koch steht Heines, hinter Heines Röhm und hinter Rühm stehl — ein noch Höherer!"— Das ist ein neues niedcrschlcsijches Sprichwort. Die sadistischen Exzesse in der Heinersdorfer „Führerschule" tmtrdcn sogar in Berlin bekannt und eö heißt, daß sogar der Reichspräsident Hindenburg einen Bericht angesordert hat. Aber wie Ivar daS Ergebnis? Wurde Koch zur Rechenschaft gezogen? O nein! Jeder Gerechtigkeit zum Hohn wurde die Heinersdorfer Führerschule«.Hanns Karl Koch-Tchule" getauft. Inzwischen scheint aber doch den nationalsozialistischen Führern bewustt geworden zu sein, daß man mit Leuten wie Koch in der nun für Hitler immer kritischer werdenden Zeit Ivenig Ehre einlegen kann. Oder es kann auch sein, daß Herr Koch seinen Freunden uzibeqnem wurde. Anfang April wurde die Oeffentlichkeit davon überrascht, dast Koch nach dem Nheinlande versetzt worden ist. Vor seiner Abreise kam es aber noch einmal in einer intimen Abschiedsfeier zu einer richtigen „Kochiade". Zuerst Ivar er mit seinen Freunden im Restaurant„Ziegenteickbaudc" und soff tücktig, Eine Tommer-Volkshochschnle. Die B r ü n«| nerVollshochschule steht vor der Durch-, sührung eines neuen, eigenartigen Planes. Vom. ersten Julilag bis Ende August soll in A d a m s-- s r e i h e i t bei NeuhauS in Südböhmen mitten im Wald und Sonnncrruhe eine Schule für Er-; wachsen« erstehen. Die Teilnehmer werden in\ einfachen, sauberen Bauernhäuser wohnen und! ihren Urlaub in Gcscltsdiaft mit führenden Volts-. vildnern verbringen. Da bespricht mit ihnen Dr.' Luitpold Stern„Dichtung Und Dichter‘ dreier Welten"(Europa— Amerika— Ruß- j land) nnd Dr. Lothar Spielmann„Mo-! derne Psychologie"(von Fcchner bis Bühler),! beide vom l. bis 15. Juli. Luitpold Stern macht! in den zwei folgenden Wochen seine Hörer mit „Mcuschheitsträumcrn und Mensckheitsträumen"! bekannt lvon Plata bis Popper-Lhnkeus). Zur gleichen Zeit behandelt Dr. Max D e r i„Die! Kunst im Weltbud der Gegenwart" und bespricht in der ersten Augusthälstc„Wege zum Kunstverständnis und zum Kunstgenuß". Während der Augustwochen kommt Min.-Rat Leo Kesten« berg zur Pflege des MusikvcrständnisseS, um den Hörern Bad), Beethoven und Liszt zu erläutern. Die zwei Schlußwochen benützt Dr. Lothar 2 p i e I m a n n für Fragen der Le- vensgestaltung und ihrer Vorkämpfer. Dr. Hugo Iltis führt die Teilnehmer dieser Sommerschule auf Wanderungen als Geologe und Botaniker. Ak. Maler Otto Flatter unterrichtet aus Wunsch im Landschafts- und Portxätmalen. Zweimal in der Woche versammelt sich die Hörerschaft zu kleinen Abendfesten. Die Gesamtlosten für volle Pension, Wohnung und Verpflegung, Schulgeld und Fahrt Brünn—Adamsfreiheit und zurück betragen 080 KL für einen Monat, 1800 Kü für beide Monate. Die Masarvk-Volköhoch- sckitlc in Brünn. JanäLekplatz 2a, gibt Auskunft, versendet Prospekte und erwartet bis Mitte Mai Anmeldungen zur Sommerschule. Eröffnung der„Bibliothek drö verbrannten, Buches". Am Jahrestag des Berliner Autodafes wurde in Paris, 68, Boulevard Arago, vor einem Kreis von international bekannten Schriftstellern und Wissenschaftlern die umfangreiche„Bibliothek ' des verbrannten Buches" eröffnet. Große Ueberfchwemmungen in Palästina. Die durch starke Regengüsse hervorgerufenen lieber» schwcmmungen haben auch die alte Stadt Tiberias am Tee Gcnczarekh in Palästina heimgesucht. Bisher wurden 20 Leichen geborgen, nach weiteren Opfern wird geforscht.- Furchtbare Explosions-Katastrophen in China und Japan Biele Tote und Berwundete Hongkong, 1-1. Mai. Der Gasometer Westpoint— der größte Gasometer Südchinas — ist in die Luft geflogen. Dieses Ezplosionsungtüik hat biS jetzt 20 Tote gefordert. Etwa 100 Verletzte liegen in den Krankenhäusern. Neber die Ursache des Unglücks verkantet, dast offenbar der Gasdruck zu stark gcwesetc ist, wodurch eine Klappe des Gasometers kongeschleudert wurde. Ein r i e s i g e r G a S st r v m ergost sich nunncehr durch die Ttrasten, drang in die Wohnhäuser und entzündete sich am offenen Herdsener. Im Augenblick standen d r e i H ä u s e r d 1 o ck S in Flammen nnd schtiestlich flog der Gasometer seid st in die Lust. Die Wolinnngs- infiniter sprangen anS denFen st e rn, andere stürzten entsetzt ans die Ttrasten mit' schrecklidi verbranntem Gesicht und versengten Haaren. Unter den Toten, die zunt Die I Jupiter und Satury, die viekhundertmal größer als die Erde sind, dauern nll£ geologischen und biologischen EntwicklungSperiodeN viel, viel länger als beim kleineren Erdball.— dort hatten die unirdkfchen ! Lebensbedingungen der für uns giftigen Atmosphäre undenkliche Zeiten zur Entwicklung auch komplizierter Lebensformen zur Bersiigung,— und unsere Thia-, l Methan- und ähnliche Bakterien sind Beweis dafür, daß auch in anderen Gegenden des Weltraums, auch unter Verhältnissen, die von den irdischen cianz und gar verschieden sind. Leben möglich ist. Tenn die Un« i erschöpflichkeit des Leben» kann keinen Anfang und kein Ende im Weltraum Haven. Eine amerikanische Kricgskasse I gegen die Menschenriinber-Bande« London, 1-1. Mai. Das amerikanische Justizministerium erwägt. Ivie aus Washington gemel-! det wird, die Schaffung einer KriegSkasse von 2.5 j bis 3 Millionen Dollar für die Verstärkung der Bimdespolize.i um 270 Mann, 20 Panzerwagen, 200 schnelle Polizeikrastwagen, Maschinengewehre, Gewehre und kugelsichere Westen. Wie zeitgemäß dieser Plan ist, zeigt eine Meldung ans Tuczon (Arizona). wo eine M c n s ch e n r ä n b c r.« stunde die Entführung eines Mitgliedes des gmerilanischcn Kabinetts, nämlich des Haushalts-, i dircktors Lewis Douglas, und eines weiblichen Mitgliedes des Repräsentationshauses Miß Isa-, . stella Greemvan, geplant haben sott. Ein im Ge- i iängnis von New-Mexiko sitzender Sträfling hat micgeceilt, dast, die Verbrecher ihren ursprünglichen Plan als nndurdisührbar ausgaben nnd daraus die Enkelin des w o h l h a b e n d e n i F a r in erd June Robkes entführten, die sich noch in ihrer Hand befindet. Die Polizei! imiernimmt vorläufig noch keinen Schritt im Zu- iammenhang mit diesen Angaben, weit sie die Pervrecher in Ruhe lassen witt. bis die Verhand- luttgen zur Freilassung des kleinen Mädchens zum Erfolge geführt haben. Gäste aus anderen Welten Im„Pester Lloyd" beschäsligl sich Fritz i Neubauer mit der Frage, ob es auf der Erde nickt auch Lebewesen, Bakterien, an» außerirdischen Gegenden gibt, die«n» Spuren des Lebens aus anderen Gestirnen zeigen: „In seinem Buch„Was lebt aus den Sternen"! weist Tesidcr Popp ans einige unheimliche Ent- dcdungcn bin, die ans solche Gäste unserer Erde hin- zudenten scheinen. Es war vor drei Fabre». In einem Bergwert des Rnhr,wbictes sand Pros. Dr. Liesse im Innern von Kokleftücken, die ans der Tiefe von 150 Metern soeben ans Tageslicht gcsördert worden waren, merkwürdige Wesen, die seither ,K o Kleba k t e r ie n" heißen. Im Gegensatz zu allem, das unsere Erde bevölkert, benötigen dieie geheimnisvollen Wesen weder Lnsc noch Waiier nodi Sonne, und seit ungezählten Jahrmillionen lebten sie itn Innern der Kohle, ernährten und vermehrten sich. Wesen, deren Lebensvorgang ganz anderen physikalische» und chemischen Gesetzen gehorcht, al» jene, die die Lebens« ! Maschinerie der übrigen Erdengeschöpse regeln. An- - dere Beispiele diese» Lebettswunder» sind die sogenannten Amvlobakter-Bazillen. Der t Sauerstoss, da» iiir alle» Land- und Wasserleben so wichtige Ga», ist für diese Bazillen stärkste» Gift, genau tvie für den Menschen Cyangas, und ivenn sie ! an» dem Erdboden oder au» dem Innern jener Psion« 'zen, in denen'sie J werden fic durch I Minuten getötet, ivazillu», der s— die Thiobakterie u wiederum atmen die für , sie tinentbehrliche» Schwefelgase ein,— ja unter diesen Wesen gibt c» auch solche, deren Lebensclentent i da» für un» todbringende Evanga» ist. AU diese Wesen stehen außerhalb der Lebcnsgetehe, die aus ! innerer Erde herrschen und da» Mcnschenauge, das ! iie itn Mikroskop beobachtet, schaut Geheimnisse außer- ! irdischer Welten. Wäre die Erde, statt unserer Lust i von höllischen, giftigen Gasen der Vulkane umgeben, , von Schweseldäntpfen und Nitrosedämpse», sie tvärc I ein Paradies dieser Kleimvesen. Es gäbe hier keine Menschen, auch keine der heute bekannten Tiere und Pslati-en,— die Thio- und Melhanbakterien wären ! die Herren unseres Planeten. Aus den Riesenkugeln TirnttaA- IS. Mai 103.1 «r. 112 BeHt G PRAGER ZEITUNG wer airiaici vercinsnadirlditcn e l Filme In Prager Llihtsplelhlusern I Besuchen Sie den Kurort Bohdaneö I 408 I meiner rb. erkannte zu Recht, das; die und zu e i n e r W o ch e verurteilt werde. Und zwar habe nach dem Ausweis der Wollen Sie gesund werden? Plagt Sie Rheuma, Gicht, Ischias oder eine Frauenkrankheit? Wollen Sie Ihren Urlaub schön und billig verbringen? Bei erstklassiger Einrichtung, Fürsorge und Bedienung sind wir wirklich billig! In Bohdaneö erwartet Sic Genesung und Erholung! Saison Mai— September Druckfehler-Berichtigung. Ter Abend„Buch in Flammen", den wir in Nr. 110 besprochen haben, wurde von F. W. Nilsen, nicht Nissen, veranstaltet. wegen Amtschrenbclcidignng zn einer Arrest unbedingt verurteilt worden Dienstag, von von 8 Uhr: 8 Uhr: — Frei» «leinen Bühne, abends:„M i g o balb 8 Uhr:„M i g o s e".— Mittwoch, Donnerstag, genüg», die Borgeschichic ichlagwortartig an Ein Mädchen ans hiesiger sehr guter verliebt sich— e» ist vier Jahre her— In Mitteilungen aus dem Publikum.| Irgend etwas an ihr bezaubert... Sie ist nicht mehr jung— schon zeigen sich die ersten weihen Haare. Und trotzdem... überall, wo sie erscheint, fliegen alle Herzen ihr zu. Sie ist nicht einmal hübsch— aber wenn sie lächelt und dabei ihre wundervollen, schnceweisten j'ähnc zeigt, dann offenbart sich ihr ganzer Charme, der jeden gefangen nimmt. Ihre'sahne sind auch ihr grösster Stolz und es ist lein Lnfnll. hab f’ f I” ungewöhnlich schön sind. Tie. pflegt sie ganz besonders sorgfältig— schon seit Jahren nimmt sic zum Putzen nur Kalodonl. Tann weis; sie, dar, die Zähste immer blendend weis; und gesund— vor allem aber vom gefährliche»' Zahnstein verschont bleiben, einzige Zahncreme Zahnstein wirksame darum für schöne. Sitzung de» Technischen Ausschusses, Mittwoch, halb 8 Uhr abends, im bekannten Lokal in der Smekka. Teilzunchmen haben ässe Turnwarte, Spartenleiter, Mannschaftöfiihrer und deren Stellvertreter. Da» Pro- zramm ist wichtig, niemand bars PRAG fehlen! Ser Film Der letzte Akkord Ein altmodischer englischer Film, der uns mit Lebensroman eines Komponisten unterhalten Liebesbriefe Wenn man einen alten Marlene-Dielrich-Film zeigen miss, sollte mai» den„Blauen Bogel" zeigen, der ihr bester war. Dieser halbstumme und halb- stumpfsinnige hier(mit Willst Forst als Partner) gehört mit Recht der Vergessenheit an. Das bloße Wiedersehen mit deir berühmten Beinen und den sinnliche»» Blicken der Dietrich ist noch kein.Kunstgenuß— und auch kein Trost dafür, daß»vir sie in ihrem neuesten Film als„Scharlachkaiserin" nich» sehe»» können, weil zwischen uns und dem amerikanische»» Film die chinesische Mauer dcS Kontingents steht. Marcel Achards „Migo vom Montparnaffe" in der Kleinen Bühne Ausschließlich von der T t i m m u n g her, ii» die jeweiligen Geschehnisdetails nur eine Art Bolksssuggemeliide. Die für heute, Tiensiag, angesetzte AuSschnßsitzung entfällt. Dafür pünkrlich nm 8 Uhr Probenbeginn für das Llvmpiade- Programm. Spielplan de» Neuen Deutschen Theater». Dienstag, halb 8 11 br: ,.\i oru» cf", C 2.— Freitag, halb 7 Uhr:„Siegfried, GastspielKammersänger Pistor, RingzykluS ll l, D I.— Samstag, halb 8 Uhr:„D i e B lu in c von H awa i", Bl.— Tonntag, 0 Uhr:„G ii 1- t e r d ä m m e r n n g", Wagner-Iyklus IV, Gastspiel Kammersänger Golthelf Pistor, CI.— Spielplau der nm halb 8 Uhr s i 5".— Dienstag, Montparnas „2 traßenmusi t". „M i g o von M o n t p a r n a s s e". lag, 8 Uhr:„Ter eingebildete Kranke", Kultnrverbandrsreunde und freier Berkaus.— Tams- tag, 8 Uhr:„Migo von Montparnasse". Tonntag, 8 Uhr:„D i e I n s e l". 8 Uhr:„St rast e n m u s i k". Iger». äußerlich also, vorbereitet, die einzupassen- den Akkorde ließen aber leider nicht assznwenig an Reinheit zn Ivünschen übrig. Weite Strecken waren ! mir einfach hingesprochen, ohne psstchisch unterlegt I zn sein. Regie.(.Herr T a u b) war fühlbar, Tcnt- I licstkcit stand voran-— statt Andeutung—, Zwischenglieder, Verbindungen im Tstnamischcn waren I nicht immer gesucht und gefunden: Erft im letzten Bild, und da besonders in der— allerdings auch i an sich überaus rei»vollen— Briefszene, war Ueber- ; einstimmung ztvischen Entwicklungsabschnitt und , Tonnuance erreicht. Fräulein Tilden sah als Migo ganz rei- . zcnd ans, wußte auch, besonder» eben im Finale, ! durch Herzlichkeit zn erfreuen, schien aber unter Befangenheit zu leiden,„servierte" oft und beleuchtete, ihrer Spczialbegabnng entsprechend, das Witzige | stärker als die PasteIIfärben, mit denen diese Figur j gezeichnet ist, mehr das Wirknngsvosse als das I„nur" seelisch Nahckonnnende, welch letztere» aber assein Migo zu sstmbolhaster Bedeutung erhöhen soss. , Frech und scharf konturicrt war der Hallodri Rod- s rignez Herrn F r e>;», amüsant der Polizcikom- > missär Herrn Renner» und die Polizisten der Frauenleiden wurde eine i Herren Stadler und Bauer. Ein Pariser ganz und gar, nämlich kleinbürgerlich, bißchen sonderbar, hcinvlsärhlich. aber bi» zum Rand mit Güte angefüllt, rührend komisch und komisch in seinen Explosionen ist der Rapbael des Herrn Dudek. Frau Berndt kommt un» diesmal dämonisch und verwendet. hierzu— so auch in der mir durch völlige Natürlichkeit und Ungezwungenheit möglichen Schlaf« zimmerszene— sehr viel Pathos und noch mehr Gestik. Ihre Freundin Josette spielt ein neues Fränlein Olbis, über die zn sprechen die Rolle keinen Anlaß gibt. Paar Worte haben auch noch die Herren Taub(Corcoran) und Valk(Detektiv), sowie Fräulein Motz(Arlette) zu sprechen. Ter Beifall n»ar leider nur mäßig— sowohl vonseiten derjenigen, die einen Schwank oder ein„rich- »iogedcndc»" französisches Lustspiel erwartet batten, als a»»ch bei den zarte Gelöstheit nnd musikalische Beschwingtheit Bevorzugenden. S. A ez u gübed» n g u n g e n: Bei Zustellung ins Han« oder bei Bezug durch die Post monatlich KC 10.—. vierreljälieig Kö 4S.—. halbjährig Kc Vü.—. ganzjährig KC I'.'2.—.— Inserate werden lau» Taris bissigsl berechnet. Bei öfteren Einschalniugeu Preisnachlaß.— Rüclslcllung von Mauiskriplcn erfolgt mir bei Einsendung der Rewurmarken.— Die Zeiningssrankavir wurde von der Post- und Telegraphendirektion mit friaß Nr. 13.80>5/VIl/li)J0 bewilligt.— Druckerei:„Orbis", Drück-, Verlag»- und Zeimngs-N.-G.. Prag. bi» einschließlich Donnerstag, den 17. Mai. » Urania:„Die Gräfin von Monte Christo"— Adria:„Das Fräulein am Volant"— Alfa:„Nur wer die Sehnsucht kennt..."— Avion:„Die Welteroberer"— Fcnix:„Kinder der G r o ß st a d t" — Flora:„Bubi"— Hollstwood:„Die Welter- oberer"— Hvezda:„Unter der Sonne des Südens" — Julis:„Liebesbriefe"— Kinema: Journale, Lustspiel, Reportage(’.uB bis 10 Uhr)— Koruna: „Männer in» Offside"— Kolon:„Die Königin amüsiert sich"— Luccrna:„Die Königin amüsiert sich" — Metro:„Hallo Parisi Hier spricht Berlin!"— Olstmpic:„Jeder darf lieben"— Praha:„Der letzte Akkord"— Radio:„Tanze Sallst"— Alma:„Casanova"— Bajknl:„Der ewige Jude"—Belvedere: „Der ewige Jnde"— Beseda:„Bubi"— Carlton» „Ter Ruf des Herzens". Prag, 1 hoben, die Per: was die ic». To war deine vor dem Kositer Hausmcificr K gefährlichen Gerichtshof einigermaßc des Haiisn» Kunst and Wissen Rheingold Die znklische Gesamtanffübrnng des„Nibelnn- j »»ciiling".Mufikdramas von Richard Wagner, die, Samsiag ihren Anfang nahm, kann füglich als Anf-I rakr zu den diesjährigen M a i f e st s p i e l e n I de» Prager Deutschen Theaters angesehen werden. Tenn bedeutende Sängcrgäsie. sind dafür. verpflichtet worden. Wobei allerdings auch ans der Not eine Tugend gemacht wurde, da wir weder einen! eigenen Siegfried noch einen eigenen Wotan besitzen, diese beiden Partien also unbedingt mit Gä-! sie» besetzt werden mußten. Tenn Herr Jaro Pro-! haska, unser bisheriger gastsvielmäßig verpflichteter Heidcnbariton, hat durch sein öffentliche» Bekenntnis zur Gleichschaltnngspolitik GocringS in der Kunst die Brücken nach Prag abgebrochen, nnd Adols Fischer,, unser ständiger Hcldentenor, hat die Siegfriede seine»« Repertoire, noch innncr nicht cinvcr- lcibt. Im Mittclpnnkt der samslägigen„Rheingold"- Ansführnng al» erste» Abend der„Nibelungen"- Tetralogie stand der Berliner Heldenbariion Friedrich Schor r al» Wotan. Tiefer Wotan fesselt vor allem durch da» dramaiische Gewicht seiner durchaus heldischen Tarstellung und die dieser Tarstei- lnng angepaßte dramaiische Kraft seines ehernen (wenn and» nicht mehr ganz schmelzreichen) Lrgans, da» in seiner dunklen Färbung der Tiefe und in der strahlenden Kraft seiner Höhe eine geradezu ideale Tiimmverbindung von Baß nnd Bariton darstcllt. Den deklamatorischen Gesangstil Wagners beherrscht dieser Künstler wie nur selten einer: mnstergültige, anf schärfste Artikulation gestützte Wortdeutlichkeit nnd unbedingte Klarheit und Genauigkeit der musikalischen Phrasierung vereinigen sich in seiner gesanglichen Leistung zu höchster Vollkommenheit. Und: Tiefer Wotan ist kein schwächlicher und wankelmütiger. menschlich gesehener Tränmer, sondern ein I seiner Macht bewußter wirklicher Golt, ans dessen »„Walküren"-Wotan man daher besonders neugierig sein darf. In der von Professor Georg Tz öll tem- s peramentvoll und sorgfältig geleiteten„Rhcingold"- ! Aufführung wirkten neben den» berühmten Gaste auch unsere heimischen Kräfte znm Teil recht verdienstlich mit: Tie Tamen K i n d e r m a n n, R i e d, IRoh»>e, Schilp und(als gerne wiedcrgcschene »Rheintöchter) Schönauer, sowie die Herren A n- d e r s e n, Fuchs, H a t t e m e r, Hotter, Ludvik, Masäk nnd Roller. Tas Tl»eatcr - war verhältnismäßig sehr gnt besuch», ein Beweis, ' daß Wagners seltener gegebenen Werke noch immer I ihre, große Anziehungskraft auf das Publikum ans» , üben, nnd zwar sogar an einem herrlichen Maien- , tage, der eher ins Freie als ins Tbcater loci». E. I. Spart»Spiel»Körperpflege Der leichtathletische Zehnkampf de» Prager DDJ.-Kreises wurde Samstag und Tonntag auf den» Platze, der TTJ. Zi ikov anSgetragen. Sieger des Sportler-Zehnkampfes wurde das Prager A» u s- M i»g l i e b, Genösse T ch u ft e r, welcher aber für die TTJ. Litze»» starielc, mit 081.21,Punkten vor Lm'iak(Libest) 088.66, Nitlinger(Zi.skov) 610.88, Haibich(Zijkov) nnd Horak(Ttraschnitz). Tie einzelnen Ergebnisse waren: 100 Meier: Schuster 12, 2»mal 12.1, Nitlinger 12.2 Sek.— 100 Meter: Schuster 87.3, Nitlinger 88.1, Lunat 88.8 Sek.— 110 Meter Hürden: Schuster 10.2, Lunas 10.1, Nitlinger 21.0 Sek.— 1800 Meter: Nit- tinger 1:88.6, Schnfter 4:59.5, Lm'iak nnd Halbich 8:21 Min.— Ttabhoch: Lnnak 3.20, Hallnch 2.80, Schnfter nnd Nitti»»ger 2.80 Meier.— Hochsprnng: Nitlinger 1.60, Schuster und Lnnak 1.85 Meter,— Äcitspnmg: Nittingcr 0,01, Lnnak 5.84, Schuster 5.61 Meter.— Speer: Schuster 42.19 Meter, Halbich 37.52, Lnnak 32.05 Meter.— Kugel: Schuster 10.51, Lnnak 0.83, Nitlinger 9.35 Meter.— DiS- InS: Schuster 29.20 Meier, Nitlinger 27.88, Halbich 23.40 Meter.— Gleichzeitig wurde ein F n n f- kampf für Zöglinge durchgeführt, den Noll»» (TTJ. Ttresovice) gewann. dem möchte und uns zumutet, eine endlose Folge von tragischen Verwicklungen, dramatischen Zusammen- s flößen, schwermütigen AbschiedSszcnen, rührenden | Wiedervcgegnnngen und mehr lauten als musikali- ' scheu Einlagen dankbar hiuzunehmen. Da kämpfen ! Männer mit Säbeln und Fäusten um die Geliebte, da fallen Frauen in Ohnmacht und gehen ins Kloster, da tatichen verschollene Kinder nach Jahrzehnten wieder auf, und eS wird geweint und gelächelt, gedroht und gebeichtet, verziehen und verzichtet wie in den glücklicherweise unnachahmlichen englischen Ma- gazingeschichten. Auch die Schauspieler mir John Stuart an der Spitze halten an einem melodramatischen Stil fest, der unfreiwillig kontisch wir!» und es bleibt ein Rätsel, warnn» inan dieses Produkt ! der englischen Filmindustrie(die gerade in den letzten Monaten Beachtliches hervorbrachte) für die Einfuhr ausgcwäblt hat. der buntere Flecke bilden, sind die Neizwirkuugcn dieser — im tschechischen Siändetheater vor etwa 14 Tagen erstaufgeführtcn— in vielem spezifisch französischen Komödie gedacht. Nicht mehr soss und will sie. wohl sein als ein neues MiniaturbÜdchen vom Boheme- tuin des Montparnaffe, Beweis dafür, wie vielfarbig Henle wie immerdar die Blume Liebe blüht, als eine zarte Privalgeschichle, die nur durch die Jntcn- ütät dcS sie stützenden Gefühls ErweitcrnngSmüglich- keitcn zu allgemeinerer Bedeutung bietet. An die Substanz, das Gcschebtiis an sich darf man sich bei derlei Tingen, zu denen, znm Beispiel, ja anch der poetische„Goldene Anker" zn zählen war, nicht halten. Migo, ein Girl, schießt auf den ungclrcuen Geliebten, den Eintänzer Rodrigncz, recte Emile, trifft jedoch den Photographen Rapbael, der sich—> trotz seiner Liebe— im weiteren Verlaufe bemüht, f dem leidenden Mädchen das Bürschchen wieder zn- zusühren, was ihm jedoch nur mit dem Erfolge gelingt, daß„iic" den Zwang bemerkt nnd daher die Treue und Selbstlosigkeit des„Vernichters" mit Annahme des Eheringes lohnt; im letzten Bilde heißt's Rodrigncz, recte Emile, sei nun endlich doch erschossen worden, doch tzat's, wie— mit Ausnahme des Polizisten— jeder vermutet, nicht Migo getan, sondern ihre„Nachfolgerin", Francine. Nicht dies I kann also alS das Wesentliche gellen und ebenso- ! wenig die Einstreuung einiger sthivanktzaficr Mo » mente— gelenkt allein von Empfindungen, heißt em» Kalodonl is» die d eses Dreiakters Basis: ans Mil'-cnschilderung resül- in diesem Land, die das mcgen l»iercuder heiter-wehmütiger Klang, Sulforizin-Oleal enthält und xAnnosphärische war nun bei der deutblanke, gesunde Zähne, sorgt.| scheu Premiere durch das Bühnenbild Herrn B n r- Sonstige Fusszallergebnisse. Nachod: LK gegen Cechoslovan Koöir 4:0<3:0>.— B r ii r: Pff- toria Pilsen gegen DTK. 4:2>3:2>.—®no/: TFK. Komotan gegen VfB. Tevlil, 3:1(0:0); die Komvtaucr errangen mit diesem Tieg den Rordwest- ganmeistcrtilel.— Karlsbad: Bohcmia»»» Prag gegen Sparta 7:2(5:1).— B.- Leipa: DTP. gegen Tevlitzer FK. Profi 0:2(2:2-) U—®-»h« l onez: BTK. gegen Rcichcnbcrger F.K. 2:1(i:i». — Warnsdorf: WFK. gegen TFK. Aussig 7:1 (2:1).— B r ü n n: Zidenice gegen Ücchie Karlin 3:2<3:0).— Preßburg: DFC. Prag gegen E TK. 2:0(1:0).— Budapest: Ferencbaros geg. KiSpesl 7:4(4:3), Hungaria geg. Buda! 5:2(2:1)', Nives» gegen Aemzcti 2:1(1:0l.— Wien: Rnvid gegen Admira 3:0(2:0)!, Austria gegen Svorlklnb 5:0, Vienna gegen Wacker 4:2(1:1), FE. Wien gegen FAC. 3:2(1:11.— Köln: Deutschland gegen Derb»» Countn 5:0!— Krenzlingen (Schivei'l: Westban» lluidet gegen FE. 8:2. Bürgerlicher Sport Schinkling— erledigt! Am Sonntag fand in Barcelona der Boxkampf S ch m e l i n g— Paolino statt, den der Nazi-Max nnter assen Umständen gewinnen wollte und nur ein— Unentschieden erzielte. Damit ist dem„Wiederaufstieg" des cheinäligcu Weltmeisters ein Riegel vorgeschoben worden. Paolino, der nicht»nchr so jung ist wie sein Gegner, niußte wohl einige schwere Treffer einstecken, konnie aber trotzdem den anfänglichen Punkte- vorsprung von Nazi-Max aufholcn. Der mit ungeheurem Tamtam aufgezogencne„Kämpf" hatte nick'! die Besucherzahl anfzuwciscn, mit der gerechnet wurde und dadurch war auch das finanziesse Geschäft start beciulrüchtigt worden.— Pech hatten Schmeling und sein Manager anch noch: Sie wnrdcn während des Abwiegens von unsportlichen„Licb- havern" ihrer Tokumente nnd Geldbörsen erleichtert... Tie Meisterschaft der zweiten Profi-Liga!">irdc am Sonntag beendet. TK. Proßnitz nnd TK. Pilsen bavcn die Tpitze inne nnd sich für den Aussiicg aiialifjziert. Tie Ergebnisse waren: TK. Proßnitz gegen CAFE. 2:1(0:01, TK. Pilsen gegen Ecchie VIII 4:1>2:01, Nnselsku TK. gegen Tlavoj Zi.lkvv 4:0»2:0», TK. Libcn gegen Meteor Vlll 13:1 (3:0), SK. Rakonitz gegen Llhmpia Pilsen 3:1 (1:0). öariÄnzerin. Es könne doch nick»! angenommen :ß dicker Beruf von vornherein seine Trägerin erdackiic Iriminclle»' Neigungen aussebe. as BernsnngSgerich» b c st ä t i g t e. zivar das ilcnde Erkenntnis, gewährte a b c r eichzeitig der Angeklagten den - vomErftgeri ch' t verweigerten e d i n a r a f a n f s ch n v. In der Urteils- fi» der Würdigung der ins Gewicht en Umstände insbesondere ange- ,gu»e Ruf" ein subjektiver de»' Standpunkt d c r P o l i- ! o n ebenfalls subjektiv s liege kein Beweis vor, daß die An- »chlechie Lemunndsnote verdiene und die de»' bcdiuateu Veruricilung sei daher rb. Mir Heilung exaudnt- I" Abtei Iuiir(Ur Frauen unt. fnchllrztl. Leitung eingerichtet. überraschende Erfolge. Inform.: Bade* dlrcktion Plstyan. 236t Aus der Partei Sozialistische Jugend, Kreis Prag. Heute,$ Uhr abend»: S.J. Weinberge: Bericht über den Vcr- bandstag, S.J. Holleschowitz: Arbeitsdienst, S.J. Tmichov: Heincabcnd, S.J. Zentrum: Ter Bauernkrieg. Ist eine Bartänzerin von vornherein „nicht besonders guten Rufes"? Nachklänge zu einer Szene in der Bar. Prag, 11. Mai. Vor dem Berufungsjenat des -DGR. Ccrvinka wurde, beute über die Berufung einer Bartänzerin verhandelt, die beim Bezirksgericht W o ch war. E zudeuien Familie «inen Artisten, brennt mit ilun durch, wird Barlän- zerin, erlebt in elf enropäischcn Staaten alle» das, was ihr Beruf mit sich bringt und kehrt schließlich nach Prag zurück, wo sic in einem Nachtlokal Anstclltmg findet. Vor zwei Jabren hat sie in Konstantinopel eine schwere llntcrlcibsoperation überstanden. Seither leidet sie an schweren Erregungszuständen. Am 26. Feber d. I. kam s»e nach einem heftigen Streit mit einem Freund abends in»„Geschäft" und »rank nach Gewohnheit schliess hintereinander einige Gläschen Kognak, was ihre Erregung auf den Siedepunkt brachte. Sie hatte dann mit einem Gast, der »ic zu sich rief, sofort eine heftige Auseinandersetzung ans einem geringfügigen Anlaß. Der Kavalier gab ihr eine Ohrfeige nnd sic gab sie ihm zurück. Es kam zu einem Exzeß, in dessen Verlauf die Polizei eingrisf. Tie„Exzcdciitin" bezeigte indessen keinen Respekt vor den Polizeiunisormcn nnd schlug unter verschiedenen Schimpstvorten einem Wachmann den Helm vom Kopf, so daß die obrigkeitliche Kopfbedeckung arg verbeult wurde. Das Acrar beklagt einen Schaden von 30 KC. Tic Tänzerin ist nach ihrer Behauptung allerdings schlechter ivcggckommcn. Sie wurde, Ivie sie aussagt, nachdem man ihr die Kleider zerfetzt hatte, in den Keller geschleppt nnd dort verprügelt. Aber das sind eben mir Aussagen einer Person„nicht be- s an d e r S guten R n f e i“, wie es in» Polizeibericht heißt nnd solche haben, wenig Gctvicht. Demgemäß wurde sie wegen der unbestrittenen Amtsbelci- digung angeklagt nnd kann die erhaltene Prügel— wenn sic solche erhalten hat— als liebe Erinnerung buchen. Tas Bezirksgericht Angeklagte schuldig»ei st r e n g c n Arrestes unbedingt, denn sic Polizeidircktion„keinen besonders guten R u f". Vor dem Berufungsgericht befaßte sich ih»' Verteidiger Dr. H r a b e l heute u. a. eingehend mit der Frage, wie die Prager Polizeidirektion dazu lonunc, ein solches Leumundszeugnis anSznstesscn, wo cs sich doch um eine Frau handle, die vier Jahre o h n e d i e m i n d c st e b e h ö r d l i ch e B e a n- ii ä n d u n g im Ausland war und noch dazu in einem Berus, der zu Konflikten mit den Sicherheitsorganen so reiche Gelegenheit bietet, wie der einer Ocrichtssaal Eine„gefährliche" Drohung Was alles cingeklag» wird. I. Mai Zuweilen civundernng darüv» taaisanlvalrschaf» all cnai ii