•smi e f.-l 14. Jahrgang Nr. 124 Mittwoch, 30. Mai 1934 •.ah a ' r b srn ska u.1 IE NT KALOS GAN DER DEUTSCHEN SOZIALDEMOKRATISCHEN ARBEITERPARTEI IN DER TSCHECHCStOWAKISCHEN REPUBLIK IRSCHINT MIT AUSNAHMI DIS MONTAG TÄGLICH FRÜH. Redaktion und vuwaltung pu« xiufocmovao. wo««w. Administration tbiefon SZV6. HERAUSGEBER: SIEGFRIED TAUB. CHEFREDAKTEURi WILHELM NIESSNER. VERANTWORTLICHER REDAKTEURt DR. EMIL STRAUSS. FRAG. tMiiipivis■ v mmv (•inichll.Slich 5 Haller Forti)' Amerika für Abrüstungsvorschlag Mac Donalds Abrüstung der Angriffs- Vermehrung der Verteidigungswaffen Grüsse an Dr. Renner von der Internationalen Bereinigung fiir sozialen Fortschritt. Gens, 20. Mai.(Tsch. P.-B.) Die Internationale.Bereinigung für sozialen Fortschritt hält in Genf Sitzungen ihrer Fachlommissionen ab, die vor Eröffnung der Internationalen Arbeitskonferenz über die Arbeitslosigkeit und die St ü r- zung der Arbeitszeit beraten sollen. Bei diesen Beratungen sind die europäischen Staaten und Japan stark vertreten. Für die T s ch e« choslolvakei nimmt an den Beratungen der Bereinigung für sozialen Fortschritt Abg. Dr. Winter in Vertretung des Sozialinstitutes teil. Dr. Winter ist Berichterstatter für die Frage der Kürzung d e r Arve i t s z e j t. AuS der Eröffnungssitzung, an welcher auch der Direktor des Internationalen Arbeitsamtes, Butler, teilnahm, sandte der Generalsekretär der Bereinigung, Beissard, Professor der Universität in 2 i l l e, der die christlichsoziale Richtung vertritt, «ine herzliche Begrüßung an den Vorsitzenden der Bereinigung, Dr. Renner(Oesterreich), dessen versöhnliche Verhandlungen in den österreichischen inneren Angelegenheiten und seine Bemühungen um die Abwendung deS Bürgerkrieges. in dieser Begrüßung besonders betont werde«. Die Beratungen der Bereinigung für sozialen Fortschritt, hie zwei Tage dauexn werde«, haben außergewöhnliche Bedeutung, da am 1. Juni die Debatte im VerwaltungSrat des Internationalen Arbeitsamtes beginnt und am 4. Juni die Internationale. Arbeitskonferenz eröffnet werden wird. Vorsitzende der Kommifsio- nen sind der Delegierte Manio(Finnland) und Prof. Mahaim(Belgien). Mark bröckelt ab Seit einigen Lagen kann man ei» Abbröckeln beS MarkkurseS in Prag beobachten. Der mittlere Devisenkurs der Mark in Prag betrug am 15. März vbv, d. h. 100 Mark kosteten V5S XL. Am 14. April bekam man 100 Mark bereits für 050 Kd, am 26. Mai für V44 XL, am 28. Mai für S4O.5O XL und gestern» am 29. Mai, 939 XL. DaS Sinken der Mark geht zurück tritt auf die immer geringer werdend« Golddeckung der Mark» tritt auf die Schwierigkeiten der TranSfer- konferenz» die in Berlin abgehalten wird und wo Deutschland eine» Ausgleich mit seine» Gläubiger» sucht. Daß ei» stärkerer Marksturz erfolgen wird, ist bei der finanzielle» Lage Deutschlands» seinen immer mehr wachsenden Schulden, sowie dem großen Rohstoffbedarf deS Reiches wahrscheinlich, fraglich ist nur, wie lange eS noch dauer» wird, viS eS zu diesem Marksturz kommt. blutiger Kampf In San Francisko S a n FraneiSk», 29. Mai. Rach dem Bekanntwrrdm drs DcheiternS der Verhandlungen-wische» dem internationalen Dockarbeiterverband und den Unternehmern, sammelt« sich eine tausrndköpfige Menge an, die die A n l a g e n der Pacific Steamship Company a» griff. Genf, 29. Mai. Die neue Tagung deS Hauptausschusses wurde heute nachmittag halb 4 Uhr unter starkem Andrang des Publikums und der Pressevertreter vom Präsidenten Arthur Henderson eröffnet. Henderson begann seine Erklärung mit der Feststellung, daß die Zeit gekommen sei, wo der HauptauSschutz entscheiden müsse, ob er seine Arbeiten fortsetzen solle. AuS dem historischen Rückblick leitet Henderson die Notwendigkeit einer raschen Lösung einiger der Konferenz übertragenen Aufgaben ab. ES müsse 1. eine Lösung des Problem« der nationalen Sicherheit gefunden werden, das die Grundlage der gesamten Abrüstung bilde; 2. eS müsse dem Wettrüsten auf dem Gebiete der Luftflotten Einhalt geboten werden und 3. eine international» Kontrolle der Herstellung und des Handels von Waffen geschaffen werden. Henderson schloß mU den Worten:»Wir müssen unser Werk zu einem erfolgreichen Ende bringen und ich fordere deshalb alle Teilnehmer dieser Konferenz zu einer aktiven Mitarbeit auf." Unter überaus großer Spannung eröffnet« Norman Davis als Bevollmächtigter der vereinigten Staaten den Reigen der Redner, di« nun daran gehen, durch eigene Vorschläge einen AuS« weg zu zeigen. Norman Davis stellt zunächst fest, datz die großen Hoffnungen, mit denen die Abrüstungskonferenz einst begrüßt worden sei, heute tief herabgestimmt worden seien. Eine große Macht habe sich von der Konferenz zurückgezogen; die direkten Verhandlungen hätten ebenfalls enttäuscht und keine Möglichkeit geboten, die großen Schwierigkeiten zu beseitigen. Heute sprächen ge» wisse Mächte nicht mehr von der Verminderung der Rüstungen, sondern höchsten« noch von ihrer völlige Ueberraschung'ricf die Kundgebung deS russischen Volkskommissars für AcußcreS Litwinow hervor. Litwinow unterzog die Allgenreine Abrüstungskonferenz einer scharfen Kritik und er- llärte, daß sich alle Delegationen über die Verantwortung für die Krise der Abrüstung aussprechen I müßten. Rußland habe den entwaffneten Frieden Die Polizei ging schließlich mitTränrnga« gegen die Angreifer vor und machte auch von der Schußwaffe Gebrauch. Die Zahl der Schwerverletzten beträgt acht. Außerdem wnrden zahlreich« Personen leicht verl« tz t. In San Diego kam e« gleichfalls zu Ausschreitung«». 50 Dockarbeiter durchbrach«» die polizeiliche Absperrung um die Beladung eines Dampfers-« ver hindern. Begrenzung, andere sogar von einer sofortigen Rüstungsvermehrung. E« gibt nur zwei Wege, um Sicherheit zu schaffen: 1. Durch ein« überwältigende Rüstungsüberlegenheit, vielleicht zusammen mit einer Rückversicherung durch Bündnisse. Ader dieses System hat ei« st zu einem Wett» rüstrn und dannzn einem Kriege geführt,vondemwir»«S noch heute nicht erholt haben und von dessen Wiederholung wir uns v i e l l e i ch t n i e m a l S wieder erhol«»« ü r d e«., Der zweite Weg ist folgender: ES gilt, die BerteidigungSkräste zu stärken, und die Angriff«- kraft zu schwäch«, mit anderen Worten, die Au«- fichten eineS erfolgreichen Angriffskriege« zu vermindern, durch eine allmählich sich steigernde Abschaffung derjenigen Waffe«, die sich besonder« für einen Einfall eignen, daS heißt der schweren beweglichen Artillerie, der Tank«, der Gaswaffen »ad der Bombenflugzeuge. Diese Abrüstungsmethod« würde eine wirkliche Hilfe sür die Anf- vechterhaltnng des Frieden« sein, vor allem auch dadurch, daß man damit die Instrument« abschaffen würde, die für einen erfolgreichen Angriff unerläßlich find und wodurch man auch den Festungen und anderen BerteidigmigSmitteln eine llrber- legrnhrit sichern würde. Diese Methode ist tatsächlich am 23. Juni 1932 von der Konferenz in einer Entschließung angenommen worden. Die amerikanische Regierung ist überzeugt, datz nur dieser zweite Weg— der der Abrüstung — Friede und Fortschritt in der Welt und die nationale Sicherheit jedes Landes verbürgen kann. gewünscht, die Regierungen der meisten Staaten streben jedoch zur Fillion des bewaffneten Friedens, der zum Kriege und zur Negation der Grundsätze des Briand-Kellogg-PakteS führt. Litwinow sprach sich dann für einen allgemeinen Pall gegenseitiger Hilfe auS, ohne mllitärische Sanktionen gegen den Angreifer zu verlange». Ein derartiger Pakt könnte durch Regionalabkommen ergänzt werden, bis die Sicherheit organisiert sein werde, werde man zur Abrüstung zurückkehren können. ES mütztc auch weiterhin über die Abrüstung verhandelt werden, weshalb die sowjetrussische Delegation die Schaffung einer ständigen Konferenz für den Frieden Vorschlägen, die von Zeit zu Zeit tagen und die Arten der Festigung de« Friedens prüfen würde. Eine solche Konferenz mützte nicht im Rahmen deö Böllerbundes arbeiten. Litwinow schloß sein« Rede mit der Erklärung, datz Sowjetrußland die Mitarbeit eine« Staates von 170 Millionen Einwohnern am Frie- denSwerk anbiete» eines Staate«, der 16 Jahre hindurch für dm Frieden arbeitete und Beweise seiner Liebe zum Frieden gab. Die Rede des Sowjetdelegierten wurde von den meisten Delegationen beifällig ausgenommen und sehr günstig kommentiert. Es wird namentlich die realistische Absicht der Moskauer Regierung hinsichtlich der Organisierung der Sicherheit hervorgehoben und allgemein auf die Anzeichen einer Annäherung zwischen Frankreich und Rutzland verwiesen. Waffenstillstand verlängert Kairo, 29. Mai.(Reuter.) Offiziell wird gemeldet, datz Ibn Saud zugestimnit hat, nn't dem Imam Jahja den Waffenstillstand um einige Tage zu verlängern. Chrlsflldisozialcr Parteitag Der Parteitag der Deutschen christlichsozia- len Volkspartei, der soeben zu Ende gegangen ist, ließ diese Partei zwar nicht als von regen: Lüben erfüllt erscheinen, legte aber doch Zeugnis ab von einer gewissen ideologischen Ausrichtung dieser sudetendeutschen Oppositionsgruppe. Den Ergebnissen deS Parteitages mutz daher unsere Aufmerksamkeit gelten, um so mehr, als er auch die Beziehungen der Christlichsozialen zu den übrigen sudetendeutschen Parteien und zum Staat, vor allein aber die Beziehungen zur fascistischen Henlcinfront klärte. Neber die Stellungnahme der Christlichsozialen zur Henlein- front haben wir schon berichtet. Der Parteitag erhielt sein eigentliches Ge- präge durch eine politische Rede Hilgen re i- nerS und durch die äuherlichc Heranziehung der Fugend zur Mitarbeit in der Partei. Zur Beschlußfassung über ein neues Partciprograinm ist er nicht gekommen. ES mag bezeichnend sein für die Art der Parteiarbeit bei den Christlich, sozialen und auch für daS Matz an Vertrauen, dessen sich die Führung erfreut, datz dein Par- teivorstand die endgültige Beschlußfassung über daS Parteiprogranun überlassen wurde. Die Posüion der zentralen Parteiführung wurde übrigen« durch die Schaffung zentraler Parteisatzungen noch gestärkt. DaS Referat, daS der Führer der Gewerk- schäften, HanS S ch ü tz, über den ständischen Aufbau der Wirtschaft erstattete, brachte in die Diskussion über daS Ständewesen keine neuen Gesichtspunkte. Es hatte offensichtlich nur deka- rative Bedeutung. ES ist große Mode im Bür- gertum, über den Ständegedanken zu reden; da keine der Gruppen klare Vorstellungen ent- wickelt, hat keine der anderen etwas vorzuwer- fen. ES ist allerdings bemerkenswert, daß Herr Hilgenrciner in der Aussprache, die dem Referat deS Herrn Schütz folgte, vor dem politischen Mißbrauch deS in der päpstlichen Enzyklia nicdcrgelegten Ständcgedankcns sehr eindeutig abrückte. Die Ideen deS Papstes haben, so sagte er, mft fascistischen Ideen nichts zu tun, auch nicht mit einem Stände st aat wie etwa O e st e r r c i ch. Daß die christlich, soziale Presse alles, was in Oesterreich von den Ständechristen verbrochen wurde, gutheißt und verteidigt, also die Worte HilgenrcinerS Lügen straft, müssen die Herren wohl unter sich ausmachcn. Die Aeußerungen Hilgenreincrü über die sudetendcutsche Politik bedürfen aber einer näheren Erörterung. Hilgenreiner geht von der Kulturgemein- schäft der Sudctendcutschen mit den iibrigen Teilen des deutschen Volkes aus und übersteht, daß eü sich heilte darum handeft, um der deut- schcn Kultur willen den Trennungsstrich gegenüber der im Reiche und in Oesterreich herrschenden Unkultur lind Barbarei zu ziehen. Es ist ihm zwar klar, daß„der Weg, den daS deutsche Volk in den beiden Nachbarstaaten künftig zu gehen hat, inNcbelgehüllti st", aber die Tradition der christlichsozialcn Partei und der Kirche hindert ihn, zu erkennen, daß die in Freiheit lebenden dentschen Volksteile die Pflicht haben, durch ihr aktives und unentwegtes Bekenntnis zur Kultlir lind zur Freiheit den in fafcistifchcr Knechtschaft lebenden Volkstcilen den Weg zu einer besseren Zukunft bahnen zu helfen. Es ist notwendig, das; wir zu diesem Zweck unsere politische und kulturelle Freiheit behaupten. Man kann leider nicht sagen, datz dazu die Christlich, sozialen, die erst mit dem HftlcrfasciSmuö und dann mit de>n HeimwehrfascismuS geliebäugclt haben, dazu beigetragen hätten. Sie haben das ausschließlich>r n S überlassen, um dann, an den Erfolgen unseres Kampfes teilnehmend, gcmestl- sam mft den anderen deutschbürgerlichen Par- Riesige Streikbewegung in Amerika Generalstrelk-Drohung In USA und In Mexiko New N"k, 29. Mai. Außer dem Mtallarbeiter-Streik stehe« i» deu Der- einigten Staate««och-Wei weftere große Streik» i« Aussicht. 300.000 Textilarbeiter wollen i« de« AuSstaad trete«, fall» die„NJRA"-A«ordnuig über die Beschränk«»« der Erzeugung durchgeführt wird. Wefter beabsichtige« die Gummiarbeiter am Montag dr« Fabrikanten in Akro«(Ohio) ihre Forderungen ans Einführung eine» MindestlohueS und Erhöhung de» St««de«lohne»-»-«stelle«. Nach dem Sch eiter« der Einig««gsverhaudluageeui« Toledo(Ohio) wird allgemei» mft dem Generalstreik gerechnet. Bisher stimufte« do« 103 Gewerkschaften 68 für die A»«r«f««g des Generalstreikes. M e x i k o, 29. Mai. Die Arbefterkammer de» Staates Tampico, des ZeutrumS der mexikanische« Petrole»merze»g»«g, hat mitgrtellt, daß am 6.1 n«i der G e« e r a l st r e i k zur Unterstützung der seft dem 23. Mai streikeuden Angestellte« der britische« Eagle-Petro- leumgesellschaft beginnen soll, wenn die Forderungen der Arbeitnehmer abgelehnt werde«. Litwinow bietet Mitarbeit für den Frieden an Seite 2 Mittwoch, 30. Mai 1034 Nr. 124 Hakenkreuzler enthaftet Troppau, 29. Mai. Heute erfolgte die Haftentlassung einer gangen Reihe von Personen, die nach dein schuhgesetz angeklngl sind und sich beim Troppaucr Krcisgerichi in Haft befände». Auf freien Fns> wurden gesetzt: Dr. FuchS-Troppau gegen eine.Kaution von 39.000 KL, Dr. Schwarz« Troppau gegen eine Kaution von 10.000 KL, Erlvi» Wittck-Troppau gegen eine Kaution von 10.000 KL, Sparkassendireltor Guido Boehm- Trovvau gegen eine Kaution von 26.000 KL, Fachlehrer Tadowsky-Tschcch.-Tcscke» gegen eine Kaution von 10.009 KL, Max Kudera-Neulitschein gegen eine Kaution von 10.000 KL. Dr. Jahn- Prag gegen eine Kaution von 10.090 KL und Franz Sckneider-Mähr.-Ostran gegen eine Kaution von 2000 KL. Weiter in Haft bleiben: Dr. Richard Palscheider, Professor in Troppau, und R. Lamatsck. Tschcch.-Teschen. teicn unter treuer Assistenz der Landbündler uns die Wahrung bloßer Partcüntcresscn und gar „Denunziation" vorzuwcrfen. Herr Httgcnrci- ncr hat auf dem Parteitag darum horumgeredct. Aber cs ist immerhin zu erkennen, was und wen er meinte. Mit solcher Demagogie kann der Vor- sitzende der Deutschen christlichsozialcn Volks- Partei bei einigen Fascisten Beifall finden; zur Klärung trägt er nicht bei. Er hilft nicht, daü Recht der Sudctcndcutschcn zu wahren, wenn er Fascisten streichelt, statt ihr Wirken unschädlich zu machen. Nur so kann man bei der Demokratie um Vertrauen werben. Lippenbekenntnisse zur Dcnwkratic tun es nicht. Hilgcnrciner wirst den deutschen Regierungsparteien vor. daß sie nichts erreicht hätten. Sie trieben, meint er.„K l a s s e n P o l i t i k": die Landbündler beschränkten sich daraus, mit den tschechischen Agrariern die Interessen der Bauern zu vertreten, den Sozialdemokraten sagt aber Hilgcnrciner immerhin nach, das; sie glaubten, durch das Zusammenwirken mit ihren tsche- chischen Genossen auch den nationalen Friede» hcrbeizuführen.(Hier ist die versteckte Anerkennung zu finden, daß sie es verstanden haben, die sozialen Interessen der Arbeiter zu vertreten.) ES ist aber seltsam, daß Herr Hilgcnrciner die Mitarbeit deutscher Parteien in der Regierung erst seit dem Jahre 1929 zu kennen scheint. Er sagt:„Die einen sitzen seit 1 9 2 6, die anderen seit 1929 beisammen, und der Erfolg? Zwei deutsche Minister, mehr nicht. Davon kann das deutsche Volk nicht leben." Hat den Christlichsozialen die Arbeit ihres Ministers M a y r- H a r t i n g in der Zeit von 1926 bis 1929 so wenig bedeutet, daß sie von ihr nickt einmal Notiz zu nehmen bereit sind oder vcrsckwcigen sie die„Wirksamkeit" dieses Führers nur aus demagogischen Gründen? Dos wäre geistlichen Herren doch eigentlich nicht zuzutrauen. Wenn freilich die deutschen Chrisllich- sozialen von der Arbeit eines deutschen Ministers in der Regierung d i e Vorstellung haben sollten, die ihnen Mayr-Harting vermittelte, dann wären die Vorbehalte des Herrn Hilgen- reiner verständlich. 'Aber sie sollten sich die Blühe nehmen, ihre Ansichten an den Tatsachen zu prüfen. Sic kämen dann vielleicht darauf, daß nur eine Woche der Tätigkeit deS Genossen Dr. Czech dem deutschen Volke in unserem Lande mehr genützt hat als die mehr als drei Jahre der Minister- schast Mayr-HartingS. Wohnt deni sozialen Wir- ken der deutschen und tschechischen Sozialdemo, kratie dieses Landes, wohnt der Arbeit Dr. CzechS auf sozialem Gebiet nicht ein gewaltiger nationaler Wert inne? Es war und ist Arbeit, die den sozial schwächsten Teil unseres Volkes vor dem Zugrundcgchen schützt. Wirtschaftsorgan, daS heißt: soziale Sorgen find für uns Sudctendcutsche von sehr wesentlichem nationalen Charakter. Wenn Herr Hilgenrciner cü vorzieht, nationale Phrasen zu dreschen, statt in der Mitarbeit an der Lösung dieser sozialen und wirtschaftlichen Fragen seine nationale Aufgabe zu erkennen, so kann man ihn daran nicht hindern. Nur wird er dann erwarten müssen, daß das Volk sein Wirken so einschätzt, wie es eingeschätzt zu werden verdient: als wertlos. Der christlichsozialc Partciobmann hat sich an die deutsche Fugend gewandt und sic auf- gefordert, die Männer und Parteien, die um sie werben, gewissenhaft zu prüfen und zu beobachten, wie sie zu den Grundsätzen des Christentums stehen: zu christlicher Zucht und Sitte, zum Feld messen.Christentum und Jubiläums- Christentum, von welch beiden „Christentümern" er, wie seine österreichischen Genossen dartun, mft Recht wenig hält. Um zu beweisen, daß die Deutsche christlichsoziale Partei jugcndfreundlich ist, hat sie drei Führer der jungen katholischen Generation in die Parteiführung benifen. Drei junge Männer, die ihr christliches Bekenntnis vielleicht ernst nehmen und also in ihrem neuen Wirkungsbereich viel zu tun vorfindcn. Ob sie den Mut und die Kraft aufbringen werden, die Wechsler und Demagogen aus ihrer Partei zu jagen? Sie könnten dann vielleicht dafür sorgen, daß sie dem Lippenbekenntnis Hilgenrciners die Tat folgen läßt, nämlich den Worten:„Die Demokratie im Staate bedeutet für uns Deutsche Sein oder Nichtsein!" Vie Kommunisten und die Präsidentenwahl und die Tschechoslowakei 1934 In den montägigen„Lidovc Novintz" kooimt der bekannte Publizist Ferdinand Peroutka auf das Verhalten der Konmninistcn bei der Präsidentenwahl, bztv. mif einen Aufsatz des „Rude Pravo" zu sprechen, der anläßlich der Präsidentenwahl erschiene» ist. Wir geben aus dem interessanten Artikel Peroutkas die nachstehende Stelle wieder: Der Leitartikel, von dem wir erzählen wollen, heißt„Schlagt Hitler— wählt Hindenburg!" und enthält unter dem Deckmantel der Erinnerungen an die letzte Präsidentcnlvahl in Deutschlaiid im groben ungefähr alles Ilnangenchme, ivas die Kommunisten zur Wahl des Präsidenten in der Tschechoslowakei sagen wollten. Der Leitartikel schildert, wie die deutschen Sozialdemokraten mit der Parole des kleineren tlcbels rieten, Hindenburg zu wählen, welcher dann Hitler in den Sattel setzte. Die Moral, welche der kommunistische Leser beherzigen soll, ist diese: Auch Masaryk ist nur ein solches„kleinere liebel", er ist keine Garantie gegen den Fascismus. Wir sind keine Augenärzte, um den kümmu- nistischen Blick auf Masaryk zu luricren. Im übrigen wünscht der Patient sicherlich nicht einmal diese Kur, weil er seinen Zustand als vollkommen gesund ansicht. Mer so alle Hilfe zu verdecken, welche die komnmnistische Partei Deutschlands Hindenburg und damit auch Hitler geleistet hat, kann doch nicht erlaubt sein. Der Leitartikel fängt also an:„ES ist wenig mehr als zwei Fahre her.." Der Leitartikel irrt: Es ist neun Jahre her, seitdem die Geschichte begann, welche mit dem Siege Hitlers endete und in der die Kommunisten eine nicht unbedeutende Rolle spielten. Wir müssen bis zur ersten Präsidentenwahl in Deutschland nach dem Tode Eberts zurückkehren. Selten ist die historische Schuld so klar, wie die Schuld der Kommunisten in diesem Falle und sie kann nicht einmal durch hundert Leitartikel deö„Rude Prävo" verdeckt werden. Damls kamen in die engere Wahl Hindenburg und der demokratische Kandidat. Wer Hindenburg war, lvar allgemein bekannt. Es mußte dies auch den Kommunisten bekannt sein. Der demokratische Kandidat brauchte 800.000 Stimmen, damit er über tag alten Marschall siege. Die kommunistische Partei, welche damals über fast zwei Millionen Stimmen verfügte, lehnte es ab, sie ihm zu geben. Sie stellte neuerlich eine ganz hoffnungslose eigene bloße Zählkandidatur auf. Damals lvurde in Wirklichkeit die Demokratie in Deutschland geschlagen, wie wir aus den Tatsachen klar ersehen— mit Hilfe der Kommunisten, welche lieber als an die Theorie vom kleineren liebel sich an die Theorie voni größeren llebcl halte» und deren Abneigung zu Hindenburg nicht so groß war, um ihn besiegen zu helfen. Wählten 1932 die deutschen Demokraten Hindenburg, den sie mit Recht Hitler gegenüber als das geringere Uebel betrachteten, haben sie schon in einer halb verlorenen Stellung gekämpft, in die sie durch die Kommunisten gedrängt wurden. Es ist allgemein bekannt, daß Hitler nicht in einer ordentlichen Revolution gesiegt hat, sondern daß er friedlich von Herrn von Hindenburg zum Kanzleramt berufen wurde. Wenn die Kommunisten vor neun Jahren anders und vernünftiger entschieden hätten, wenn deutscher Präsident ein Sozialdemokrat geworden tväre, wer hätte Hitler zur Macht berufen und ihm den Kampf erspart, vor dem er ständig zurückgeschreckt ist? Sicherlich niemand. Es ist also zwischen der ersten Wahl Hindenburgs und dem HitleriSmuS ein unmittelbarer Zusammenhang. Wer Hindenburg zur Präsidentschaft verhalfen hat, hat Hitler zur Diktatur verhalfen, der er sich ohne behördliche Hilfe niemals bemächtigt hätte. Der Titel des LeitarttkelS des„Rudö Prävo" sollte also eher lauten:„Schlagt den Demokraten — verhelfet zum Siege den Generali" Durch ihren Haß gegen die Demokratie haben die deutschen Kommunisten Hitler den Weg geebnet. 23 UnsereTöcMer, die Nazinen; Roman von Hermynia Zur Mühlen Am Abend wartete ich aufgeregt, daß Arthur heimlomme und mir die Wahlergebnisse mitteile. Pech.>vie ich nun schon einmal habe, war mein Radio vor drei Tagen kaputt gegangen. Aber eS wurde spät und immer später, und Arthur kam noch immer nicht. Rücksichtslos wie immer, dachte ich bei mir. Lieselotte erschien gegen cif. Sie verlangte etwas zu esien, und ich mußte noch einmal in die Küche gehen, denn das Mädchen, dieses freche Frauenzimmer, arbeitet nickt nach Zehn. Eigentlich bin ich ja doch froh, daß es gekündigt hat. Lieselotte und ich saßen dann im Wohnzimmer und warteten auf Arthur. Lieselotte wollte schlafen gehen, aber ich ließ cS nicht zu; ich tvar viel zn erregt, um allein bleiben zu können. Sie legte sich init einem Roinan auf daS Sofa und schlief ein. Nun Ivartetc ich zitternd auf Arthurs Rückkehr und dachte wehmütig daran, wie eine andere Tochter mir diese Stunden verkürzt hätte. Gegen eins erschien Arthur. Sein käsiges Gesicht Ivar rot vor Aufregung. Er tvarf die Wohnzimmertür ins Schloß, daß eS nur so dröhnte. „Wir haben gesiegt!" rief er mir zu. Ich blickte ihn verständnislos an. Wir, ivas bedeutet das, wenn Arthur wir jagt? lind dann bemerkte ich in seinem Knopfloch ein großes Hakenkreuz und wußte, wer„wir" war. Lieselotte war aufgewacht und starrte eben falls auf das Abzeichen. Sie hatte ihren Pater noch nie mit einem gesehen. „Seit wann bist du ein Nazi, Pater?" fragte sie verschlafen. „Sprich anständig, wenn du von der mächtigsten Partei des Landes redest", fuhr er sie an. „Bon der Partei, der auch du angehörst." „Ich?" Lieselotte wurde vor lauter Staunen ganz wach. „Ja, du. Ich habe dich schon vor Monaten angemeldet." „Ich will doch gar nicht. Das langweilt mich. Ewig diese Umzüge, dieses Geschrei. Was geht das mich an?" Arthur trat zu ihr, ich glaubte einen Augenblick. er werde sie schlagen. Dann aber zog er nur die Brauen hoch und sagte eisig: „Willst du jemand sein, eine Rolle spielen?" „Selbstverständlich." „Dann wirst du mir gehorchen." Lieselotte blickte ihren Pater lange an. Sie schwieg. „Habe ich mich je geirrt?" fragte Arthur. „Habe ich mich je fortreißen lassen und eine Dummheit gemacht?" .Nein." Lieselotte versuchte, spöttisch zu lächeln, aber ich merkte, daß cS ihr schwer fiel. „Ich bin seit Monaten in der nationalsozialistischen Partei," erklärte Arthur.„Aber als Arzt, ich habe cS dem Gauleiter klar gemacht, daß ich mich nicht öffentlich zu ihr bekennen könne. Jetzt jedoch... Jetzt ist alles anders. Und du wirst mir gehorchen, Lieselotte." Sie zuckte die Achseln. „Meinetwegen." Dann fügte sie gemein hinzu:„Solange ich nicht mit den Proleten schlafen muß." Arthur lachte. Ich weiß nicht, weshalb, aber es läuft mir immer kalt über den Rücken, wenn ich Arthur lachen hör«. „DaS ist nicht notwendig," meinte er.„Es könnte zwar nicht schaden, aber wenn du dich auf die vornehmeren versteift... ES wird sich schon ein SS-Mann finden. Du bist ja noch immer ein hübsches Mädchen." Und nun lachte auch Lieselotte, wie ein Echo ihres BaterS. Ich natürlich war völlig vergeßen. Keiner der beiden dachte an mich. Und dabei haben sie inir doch so viel zu verdanken. „Und ich?" fragte ich heftig. Arthur sah mich an, als merke er erst jetzt, daß ich im Zimmer sei. „Du? Du bleibst einsttoeilen ruhig in Minen Luisenbund. Aber lege dich nicht fest, verstehst du? Es kann auch noch anders kommen." Ich empfand eine große Beruhigung. Arthur ist noch immer der Alte; er weiß, was er tut. Er hat alles berechnet, alles in Betracht gezogen. Endlich, endlich werden meine Wünsche in Erfüllung gehen. Endlich wird Gott, dem ich immer so treu gedient habe, niich belohnen. „Das Haus," stammelte ich. „Ja, jetzt bekommst du dein Haus," erwiderte Arthur und fügte hinzu:„Wie würde dir Doktor BärS Haus gefallen?" Mein Herz pochte heftig; noch nie hatte ich mich so durch und durch deutsch gefühlt. Ja, so war cS recht: der Jude macht dem Deutschen Platz, den er so lange verdrängt hat, wo früher die Jüdin herrschte, zieht nun die deutsche Frau ein. Fast empfand ich ein Gcfiihl der Liebe für meinen Mann. Er ist ja doch ein guter kluger Mensch. Klüger als ich. Jetzt soll die Frau Major noch wagen, den Doktor Bär rufen zu lasten! Jetzt soll die Gräfin?tzneS noch wagen, auf der Straße mit einem kurzen Gruß an mir vorüberzugehen! Jetzt, ich sah cs Arthur an, jetzt sind wir Penslonsverslcheruns der Ansestellten Die Novellierung im teziawulilischen Außs^tz. DaS in der letzten^tzmüßckes füüalpölitt Ausschusses gelvählte SubkoinitWwaZ die-GesetzeSborlagc zur Reform der PensionsvcrDtzkr»na2M"Angestellten durchzuberaten hatte, erstattete gestern in der Sitzung des sozialpolitischen Ausschusses des Abgeordnetenhauses seinen Bericht. Der Referent, Mg. Genosse Klein erörterte die einzelnen Bestimmungen des NovellierungSvorschlages, die bekanntlich einige nicht unwesentliche Verbesserungen bringen. Er gab einen kurzen Neberblick über die Mottve. die zu der AuSarbeiwng der Perbesserungsvorschläge geführt haben und beanttagte die Annahme des Gesetzentwurfes. In der darauf folgenden Debatte hielt der Kommunist E t i 11 n eine eineinhalbstündige Rede, in der er Anschauungen entwickelte, von denen er selbst überzeugt sein muß, daß deren Verwirklichung nicht im Interesse der Angestellten liegt. Er vertrat Forderungen, durch die dem Träger der Pensionspersicherung der Angestellten, der Allgemeinen Pensionsanstalt, Lchten auferlegt würden, die sie unmöglich ertragen köimte. Der tschechische agrarische Abgeordnete Dubicku betätigte sich in dm Verhandlungen de» Ausschüsse» wieder einmal al» ertre- mer Nationalist. Er zog gegen die jetzige Einrichtung der deutschen Amtsstellen zu Felde und verlangte deren Beseitigung. Zu der von ihm beantragten Resolution in der Frage der deutschen AmtSstel- len sprach Abg. Genosse Taub, der Herrn Dubickh aufmerksam machte, sich doch einmal die Protokolle der Verhandlungen deS österreichischen ReichSrates aus dem Jahre 1007 zur Hand zu nehmen. Dort werde er finden, daß die Einrichtung der Amtsstellen in dm Sudetenländern im ehemaligen Oesterreich auf daS nachdrücklichste von den tschechischen Abgeordneten ohne Unterschied der Partei im österreichischen Parlament verlangt wurde, und daß man damals diesem Verlangen auch von dmtscher Seite volles Verständnis entgegengcbracht hat. ES hairdelt sich also um eine Einrichtung, die von den tschechischen parlamentarischen Parteien deS ehemaligen Oesterreich mit Erfolg angestrcbt worden ist und die sich durchaus bis heute vorzüglich bewährt hat. Im Jahr« 1007 war die Zahl der von der PensionS- versichernngSpflickt erfaßten Privatangestellten nicht einmal ganz 109.000 in allen Ländern und Provinzen Oesterreich» zusammengcnommen. Man könne also unmöglich behaupten, daß bei der vielfach größeren Zahl der penstonSversichenmgS- pflichtigcn Angestellten die vorhandenen Amtsstellen keine Notwendigkeit wären, weil die Zahl der zu ihnen gehörenden Angestellten zu niedrig sei. Abg. Taub wmibte sich ganz entschieden gegen dm gmiz unmotivierten Vorstoß des Herm Dubicktz in der Frage der deutschen AmtSstellm.. Ebenso nahm der Abg Bacher gegen die Resolution DubicktzS Stellung. Der Abg. T a v c r l e bemerkte in der Debatte, daß man die Verbessemngcn in der Novelle begrüßen müsse, er hoffe aber, daß mif die Reform der PensionSversichemng der Angestellten ehesten? eine Verbessemng der allgemeinen Sozialversichc- mng folgen werde, weil er eS für unmöglich erachtet, daß man in einem Zweige der sozialen Versichemng Verbesserungen vornimmt, solche aber den Arbeitern vorenthält. Nach dem Schlußwort des Berichterstatters Abg. Klein wurde der Gesetzentwurf angenommen nnd Klein zum Berichterstatter für da» Parlament bestimmt. Die Resolution deS Abg. Du- bickn in Sachen der AmtSstellm wurde einer mgeren Kommission zur Beratung zugewiescn. Kommunlsflsdie Zeitung eingestellt Mähr. Ostrau, 20. Mai. DaS kommunistische Wochenblatt„Havik" in Mähr.-Ostrau wurde durch daS LandcSamt in Brünn neuerdings aus sechs Monate eingestellt. Nach einer halbjährigen Einstellung des Blattes' erschien der„Havik" neuerlich am 4. April. die Herren. Und wehe denen, die sich unS widersetzen! Bon der Straße her tönte Gesang, tönten Jubelrufe. Arthur ging anS Fenster und öffnete es weit, so daß die kühle Märzluft ins Zimmer drang. Aber er, der sonst so leicht fror, schien das gar nicht zu bemerken. Er packte Lieselottes Arm und die beiden standen, von der Deckenlampe erhellt, im dunklen Fensterrahmen. Unten machten die Vorbeimarschiercnden Halt und schrien herauf: „Siegheil! Deutschland erwache!" Und Arthur und Lieselotte hoben beiden die Hand und grüßten hinunter: „Heil Hitler!" ES waren so viele, die da vorbeimarschierten, eS waren so viele Stimmen, die zu unS heraufriefen. Mein deutsches Herz erbebte; auch ich mußte dabei sein, ich durfte mich nicht abschließcn. Ich mußte den Sieg mitfeiern. Und so trat ich denn neben meinen Mann und meine Tochter und hob gleich ihnen die Rechte zum Gruß und rief niit ihnen unserem großen Führer ein Heil zu. Als wir schlafen gingen, legte Arthur sich, ermüdet, gleich ins Bett. Ich aber blieb im Lehnstuhl sitzen und vergrub den Kopf in die Hände. Mein Herz war so voller Freude: ich mußte meinem Gott für seine Gnade danken. Arthur fragte ungeduldig: „Was tust du denn? Verlösch das Licht und komni ins Bett." „Ich bete, Arthur." Er zuckte die Achseln, und ich sah im Schein der Nachttischlampe sein graues, höhnisch lächelndes Gesicht. „Ueberlaß das den anderen," sagte er spöttisch.„Die werden es nötig haben." Damit verlöschte er das Licht, und ich mußte im Dunlel ins Bett tappen. (Fortsetzung folgt) '«r. 124 Mittwoch, SV. Mai 1934 Sötte 3 lassen sie sich und kokettie» die mit der das; sie ihr das den vor po« Diese Tätigkeit betrieben die Angeklagten seit dem vergangenen Sommer. Erst nach angestrengten Nachforschungen der Gendarmerie konnten sie entlarvt werden. Der Angeklagte Wendelin Kratoch» vil, Chauffeur ans Zohar. Stefan SLepan, Landwirt ans Hochstetno, Franz Woltcmar, Landwirt aus tkhorskä BeS und Rudolf Ca- badaj. Kaufmann aus Hochätctno, wurden auf Grund des 8 2 des Gesetzes zum Schuhe der Republik(Verbrechen der Anschläge gegen die Re« setzt eine si'ih- man Bersarbelterverhandlunsen In Ostrau Mähr.»Ostrau, 29. Mai. Ucber Antrag der Bergarbeiter-Gewerkschaftsorganiiationen berief das Bcrgrevicramt in Mähr-Ostrau für Freitag, den 1. Juni, vormittags, die Vertreter der Grubenbesitzer des Orstrau-Kartviner ReviereS und die Vertreter der Bergarbeiter-GewerkschaftSorganisa- tioncn zu Verhandlungen über die Einstellung der Entlassung der Bergleute und über die Verlängerung der Wechsclurlaube ein. publil) zu je einem Jahr Kerker unbedingt und zum Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte auf ö Jahre, Arpad Braunecker, Rechts Hörer aus Zohor und der Pfarrer Michael Valach wegen Nichtanzcige von strafbaren Handlungen zu drei Monaten Gefängnis unbedingt verurteilt. Der Angeklagte Ferdinand Kratochvil tvurde freigesprochen. Sowohl der Staatsanwalt als auch die Angeklagten erbaten sich drei Tage Bedenkzeit. Sozialistische Frauenkonferenz In Frankreich (I. I.) Im Anschluß an den Parteitag der Sozialistischen Partei Frankreichs(S. F. I. O.). in Toulouse haben die Frauen der Partei eine Konferenz unter dem Vorsitz der Genossin Su- zanne L a c o r e abgehalten, in der die führenden Genossinnen aus den verschiedenen Föderationen Wer die Propaganda und Werbearbeit in ihren Gebieten berichteten. Aus dem Referat der Genossin Germaine Picard- Mach ging hervor, daß sich die gegenwärtige OrganisationSsorm sehr gut bewähre. Auch die Frage einer eigenen Frauenzeitung und eines Mitteilungsblattes für die Vertrauenspersonen wird weiter verfolgt. Genossin Marthe Louis L c v n erörtert die finanziellen Schwierigkeiten und appelliert an die Genossinnen, sie zu überwinden. Genossin Suzannc Buisson ruft zur Arbeit auf für die Partei. Japan läßt protestieren Chardin, 20. Mai.(Reuter.) Hier einkan« gendcn Meldungen zufolge sollen solvjctrussische Soldaten den Dampfer„Mandschukuo" beschossen haben, als sich dieser der Stadt Tahojho am Amur-Fluß näherte. Durch die Schießerei wurde niemand verwundet. Die Behörden des Staates Mandschukuo legten Protest ein. » Stavlsky-Advokat gemaßregelt Paris, 20. Mai. Die Pariser Advokaten- kamnier strich heute den ehcinaligcn Minister, den Advokaten und Deputierten Andri! Hesse, der bekanntlich Advokat und Verteidiger Staviskhs war und als Advokat seinen Einfluß als Parlamentarier zu verschiedenen Interventionen inißbrauchte, auü ihrem Mitgliedcrverzeichnis. Kerensky-Schulden«erden nicht bezahlt Reval, 29. Mai. Wie aus Moskau gemeldet wird, Hat die Sowsetregierung ihren Botschafter in Washington beauftragt, der amerikanischen Regierung mitzuteilen, daß deren Vorschläge zur Lösung der Vorlriegöschulden von der Svwjeiregie- rung nicht gebilligt wurden. Die russische Negierung sei bereit, die Vorkriegsschuldenfrage so zu lösen, wie es seinerzeit Litwinow dem Präsidenten Roosevelt vorgeschlagen habe. Die Einlösung der KerenSkh-Schulden lehne die Sotvjet-Regierung ab. Grauhemden in der Schweiz Am letzten Sonntag veranstalteten die Schweizer„Irontisten" eine„Gautagung" in Schaffhausen, zu der sie alle ihre Anhänger herangeholt hatten. Um Zwischenfällen vorzubeugen, hatte die Schaffhausener Polizei sede Gegendemonstration verboten und schon vor Beginn der Frontisten- Tagung die Einreise von Nichtteilnehmern in den Kanton verhindert. Trotzdem führte die„Begeisterung" der Schaffhausener Arbeiterschaft über den Fascistenaufmarsch zu dauernden Störungen, in deren Verlauf über dreißig Verhaftungen erfolgten. Wie aus den Berichten hervorgeht, haben die Schweizer Nachahmer Hitlers sich bereits eine Uniform zugelegt: das graue Hemd, das sie aber laut Polizeivorschrift unter dem Rock tragen müssen. Auch einen Schlachtruf haben sie: er lautet „HaruSl"— wobei man sich vorteilhafterweise nichts denken kann. Nur eines fehlt ihnen noch, um komplett zu sein: der Führer, dessen Rolle vorläufig noch unbesetzt ist. Abg. Myslivee gestorben. Gestern um%8 Uhr früh verschied in seiner Wohnung im Stra- hovcr Kloster in Prag-Bkcvnov der Abgeordnete der tschechischen BolkSpartei Vaclav M y S l i- v e c an Herzschlag.— Der Verstorbene wurde am 10. November 1873 in Doksantz bei Roud-' nice geboren. Er erlernte das Schusterhandwerk,' widmete sich aber später dem politischen und journalistischen Leben. Im Jahre 1894 gründete er die tschechische christlichsozialc Partei. Im Jahre 1900 wurde er Redakteur des„Cech" und im Jahre 1908 Reichsratsabgeordneter. Rach dem Umsturz war er Abgeordneter der revolutionären Nationalversammlung und hierauf in allen Wahlperioden Wgcordneter der Nationalvcr- sammlung für die Volkspartei. Die böhmische Landeszentrale der Gemeinden, Städte und Bezirke hielt am Dienstag,»den 29. Mai, ihre Jahreshauptversammlung unter reger Teilnahme von Vertretern der Behörden, der angeschlossenen autonomen Körperschaften und Gästen ab, unter denen sich auch der Vorsitzende des Abgeordnetenhauses Dr. Stanik und der Vorsitzende des Senates Dr. Soukup befanden. Die Tagung eröffnete der Obmann der Zentrale und Landes- ausschuhmitglied Kypr, der auf die ständig wachsende Bedeutung der Autonomie der Gemeinden und Bezirke hinwieL. Nach Erledigung organisatorischer Angelegenheiten referierten Ministerialrat Dr. Klapka über vorbereitete Aktionen auf dem Gebiete der autonomen Finanzen, Reg.-Rat Dr. Ikobosil über die Neuorganisierung der Steuerämter und Bezirksgerichte und der Rat der politischen Verwaltung Dr. Pliml über die tschechoslowakische Selbstverwaltung und die tschechoslo- wakische Gesetzgebung. An die Referate schloß sich eine ausführliche Debatte an. Die Generalversammlung tvurde mit der Annahme einer Resolution geschloffen, die die aktuellen Forderungen der Sclbstvcrtoaltung anfiihrt und der Zentrale auferlegt, alle Mittel zur Entschuldung und zum Schutz der Gemeinde- und Bczirksver- waltungen anzutocndcn. Verbreiter von Jehlicska-Flugblättern verurteilt. Daö KrciSgcricht in Preßburg beendete heute nach siebentägiger Verhandlung den Prozeß gegen sieben Verbreiter von Jclicska-Flugblät» tcrn, die auf ihren Reisen nach Wien gemeinsam mit JehlicSka, Bazovskh, Koren und Genossen die Flugblätter nach Oe st erreich brachten und mit den Genannten in Korrespondenz standen. Kleine Entente berät In Genf Genf, 29. Mai. In Genf finden jetzt Vera«' iungen der Vertreter der Kleinen Entente und der Balkanstaaten statt. Bei Außenminister Dr. Benes trafen die Minister I e v t i c und Titulevcn zu Beratungen über die A b- r ü st u n g und über die die Kleine Entente direkt interessierenden Fragen zusammen. Auch die Angelegenheit der ungarischen B c- schtoerde gegen Jugoslawien wurde durchbesprochen. Die jngoslatvische Delegation ist bereit, schon jetzt aus die Beschuldigungen zu antworten, die allgemein als ungarischer revisionistischer Angriff angesehen wird, so daß dieser Streitfall bereits in der derzeitigen außerordentlichen Session des Rates zur Lösung gelangen wird.— Minister Ievtic Hal den griechischen Außenminister M a x i m o S und den türkischen Außenminister Tewfik R u d s ch i B e y empfangen, mit welchen er über daö Problem eines engeren BalkanabkomincnS beriet. Benei bei Henderson Genf, 29. Mai. Minister Dr. Benes hatte heute eine längere Zusannncnlunst rnit dem Präsidenten der Abrüstungskonferenz Henderson. Gegenstand dieser Besprechung war der weitere Fortgang der Arbeiten auf der A b r ü st n n g S- konfercnz. Dr. Benes nahm auch an den Verhandlungen dcS dreigliedrigen Ralcausschusses über den Konflikt zwischen Bolivien und P a r a g u a v betreffend das Gran-Chaco-Gcbiet teil. Die Verhandlungen über ein Waffen- a u S f u h r v e r b o l in die kriegführenden Staaten gehen ihrem Ende entgegen. Alle befragten Regicrnngcn stimmen im Prinzip dieser Maßnahme zn. Auch Deutschland ist in der Liste jener Staaten enthalten, die einem Wafsen- auöfnhrverbot nach Bolivien und Paraguay zustimmen sollen, doch ist es bisher noch nicht sicher, ob die RcichSrcgierung sich in diesem Zusammenhang als Waffenerzeuger erklären wird. Sicher ist. daß einige Staaten ein Embargc nur dann annehmen werden, wenn sich alle interessierten Staaten an einer solchen Maßnahme beteiligen. Die Tschechoslowakei ist in dein dreigliedrigen RatSauöschuß für die Lösung deS Chaco-Kon- flikteö durch Gesandten Künzl-Jizcrskh vertreten. keglerungsumdlldung In Rumänien Bukarest, 29. Mai. Die durch das Verbleiben der Regierung eingctretenc Klärung der politischen Lage ist mit lvcitgehcndcr Zustimmung aufgcnom- men worden. Wie ganz zuverlässig verlautet, lvird die Regierung in der nächsten Zeit eine Umbildung erfahren. Die Zahl der llntcrstaatSsckretäre wird von 9 ans 3 herabgesetzt werde». Von den Ministern dürfte der mit der Behandlung von Wirt- schaftöfragen betraute Minister ohne Portefeuille Deni auSgcschicdcn werden. Er wird nicht mehr ersetzt werden. Das Kriegsministerium wird ent- lvedcr voin Ministerpräsidenten selbst oder von General Condecücu übernommen werden Kommunisten werden Demokraten DaS Eintreten der Sozialdemokratie aller Länder für die Verteidigung der'demokratischen Rechte und Freiheiten der Arbeiterschaft dort, wo sie bestehen, hat ihr Schimpf und Schande von den Kommunisten eingebracht. Die sozialdcmokra- tischen Arbeiter, die irgendwo zum Schutze der Demokratie anfmarschiertcn, wurden verhöhnt als Bundesgenossen der Bourgeoisie, als Saboteure der sozialistische» Revolution denunziert. Diese Verleumdung wurde in der Theorie von den So- zialfascistcn, die die sozialdemokratischen Arbeiter und ihre Partei ans eine Stufe stellt mit der fascistische» Partei,„Ivisscnschaftlich" begründet. Rian traut deshalb seinen Augen nicht, wenn man in einem gemeinsamen Aufruf der Zen- t r a l l o m i t c c s d e r K o m m u n i st i s ch e n PartcienDeutschlands und Ost erreich s, der in der von der Kommunistischen Internationale hcrauSgegebcnen„Rundschau" vom 24. Mai die folgende Stelle liest: „Arbeiter, Bauern..Handwerker, verjagt die sascistischen Banden, streikt gegen Lohnraub und Verschlechterung der Arbeitsbedingungen.... kömvst um höhere Löhne und Wiederherstellung aller Arbciterrrchte und demokratischen Rechte und Freiheiten" Wörtlich so stchtS geschrieben! ES scheint, als hätten die Kommunisten in Deutschland und Oesterreich die de m akratischen Rechte und Freiheiten, für deren Verteidigung sie die Sozialdemokratie Jahre hindurch so niederträchtig diffamiert haben, nachträglich schätzengelernt. Wenn sie nun wenigstens in den Staaten, wo, wie bei uns, die demokratischen Rechte und Freiheiten noch wirksam sind, sich mit in die Front ihrer Verteidiger stellen würden! Aber das tun sie nicht, sondern in ihrem Kampf gegen sic geraten sie viel lieber in enge Tuchfühlung mit den Fascistcn. Es müssen erst alle politischen, wirtschaft- lichen, sozialen und kulturelle» Errungenschaften eines jahrzehntelangen Kampfes der Arbeiterklasse geraubt und vernichtet worden sein, ehe die Kommunisten begreifen, daß die demokratischen Rechte und Freiheiten unerläßliche Vorbedingungen für den Kam^f nm den Sozialismus sissd. Nur so kann man sich erklären, daß dort, wo der FasciSmuS sic zertrümmert hat, die Kommunisten zum Kampf für sie anfrufen, aber dort, wo sie noch bestehen, die gleichen Kommunisten sie Niederreißen helfen. Vollzugsausschuß der II. Internationale tagt Brüssel, 29. Mai. Seit gestern tagt in Brüssel unter dem Vorsitz VanderveldeS der Vollzugsausschuß der 2. Internationale. Auf dem Verhand- lungSprogranim stand bisher die Aussprache über den Kampf gegen den FasciSmuS und über Fragen der inneren Organisation der 2. Internationale. Die Delegierten Oesterreichs, Deutschlands, Lettlands und Bulgariens referierten über die Lage und die Tätigkeit ihrer Parteien. Auf Vorschlag dcS Deputierten Blum wurde beschlossen, anläßlich des 10. Todestages MattcottiS einen Ausruf der 2. Internationale zu erlassen. es ist eine beißende Satire, die zu erfinden jedes .., normale Phautasicverinögen übersteigt! Deutschland zahlt nicht Berlin, 29. Mai. Die TranSferlonferenz wurde am Dienstag abgeschlossen, ohne daß es den ausländischen Bankiers gelang, von der Deutschen Reichsbank Zugeständnisse über die Bezahlung der Zinsen der deutschen Ausländsanleihen zu erlangen. Deutschland wird, wie erwartet wurde, ein ömonatiges Moratorium verkünden, von dem bloß der Zinscndienst für die Dawes- und die Zounganlcihe ausgenommen sein wird. Jolksmonorclilstcr gegen Hitler Die Rolle der Reichswehr Der„Deutschen Freiheit" ging ein I Bericht aus Berlin zu, der die Gerüchte über das Erstarken der Rechts-Reaktion in Deutschland bestätigt. Air geben einen Teil des Berichtes aus der„Deutschen, Freiheit" mit Vorbehalt wieder: Diese inouarchistischen Klubs sind über ganze Reich verbreitet und arbeiten hinter Kulissen etwa so, wie in den letzten Jahren der Kanzlerschaft Hitlers der Herreutlub sich litisch betätigt hat. Sic versuchen Ivirtschaftlich und politisch einflußreiche Männer an sich zu ziehen und ohne viel Aussehen in der Ocffeutlichkcit Pcrsonalpoli- tik in die hohen und höchsten Sphären der Staats führung zu treiben. So wenig sie zahlenmäßig be deuten mögen, ist ihnen doch auch schon gelungen. den stürmischen Energien des Stabschefs der SA. mit seinen Millionen Milizmännern Zügel anzu legen, gegen die er immer tvicdcr in soldatischen Reden bei Paraden im Lande aufbcgehrt. Da die monarchistischen Gegenrevolutionäre sehr wohl tvisseu. daß sic ohne eine hinreichende Grundlage in den Massen Ivcder zur Macht kom men sich noch behaupten können, gerne„Bolksinonarchistcn" betiteln ren mit Schichten der Bevölkerung, Hitlcrdiktatur so unzufrieden sind, jede andere Regierungsmacht vorziehcn würden, die Kommunisten ausgenommen. „Die Bollsmonarchisten" geben sich den An schein, als seien sie ihres Erfolges sehr sicher und unter sich prophezrihcn sie den Untergang der jet zige» Rrichöregierung innerhalb weniger Mo nate. Diejenigen, die ihr noch eine Frist von einein Jahre gewähren, gelten schon als„Pessi misten". Die schwarzwrißrote gegenrevolutionäre Bewegung rechnet mit dem Zusammenbruch deS Regimes spätestens im Herbst oder im Winter, wenn nicht das Ableben Hindenburgs, der sich wegen seiner Krankheit noch immer nicht öffent- « j Hagerer Trost für die Bauern Berlin, 39. Mai. Der Landesbanrrn- führcr in Sachsen Körner wendet sich in der „Zeitschrift der LandrSbauernschaft" gegen dir Miesmacher innerhalb der Bauernschaft, die sich so benehmen, alö ob es überhaupt keinen natio nalsozialistische» Staat gebe, dem auch sie sich unterordnen müßten, weil sie ihm allein verdank ten, daß ihre Höfe nicht längst b o l s ch e w i- stischen Mordbrennern zum Opfe e fielen. Aus den Meldungen über die Mies macher auf dem Lande soll cs sich ergeben, daß nach ganz bestimmten einheitli chen Richtlinien verfahren wird und daß infolgedessen eine Zentrale vor handen sei» muß, die innerhalb der Bau ernschaft die Miesmacher mit Ma terial versorgt. Hitler-Deutschland Und die katholische Kirche| schritt zum Gebet vor dem Nichtarier Jesus München, 29. Mai.(D. N. B.) H S t a d t r a t gab am Dienstag Oberbür germeister Fiehker folgende Erklärung ab: Aus Anlaß der bevorstehenden Fronleich- n a m e p r o z e s s i o n hat sich der Stadtrat mit der Frage der Ausschmückung der öffentlichen Gebäude befaßt, nach dem in früheren Jahren besonders der Marien- platz geschmückt worden ist. Der Stadtrat wäre auch heute gerne bereit, so heißt eö in der Erklä- rung, der katholischen Bevölkerung Münchens zu ihrem hohen Fest die öffentlichen Gebäude zu schmücken. Mit Rücksicht darauf, daß von kirch lichen Instanzen bei nationalen Feiern n i e- lich zeigen kann, schon vorher Entscheidungen erzwingt. Aeußcrt man gegen diese optimistische Auf» ! sassung der„VollSmonarchisten" Zweifel, so tvci- sen sie lächelnd darauf hin, daß auch führende\ Nationalsozialisten den Umsturz wittern. Mit Spannung beobachten die schwarz- Ivcißrote» Gegenrevolutionäre die rasche Abnutzung des Systems, und sie sind überzeugt, daß die, Vertrauenskrise rapide Fortschritte machen wird, zumal von der Wirtschaft und von der Währung her. Die„VollSmonarchisten" sind der Anfsas- sung, daß diese Krise sich noch zuspitzen müsse, ehe der Umschwung kommen dürfte. So müsse die Verantwortung für die Entwertung der Reichsmark noch voll auf das Konto des „dritten Reiches" kommen. Den Verfall der Währung halten die„Volksmonarchisten" für sicher. Die schwarzivcißrote Gegenrevolution hält die Rcichülvchr nach wie vor für monarchistisch. Der RcichSlvehrminister von Blomberg sei längst der mächtigste Mann!m Kabinett, wenn er auch! von dieser Macht keinen rechten Gebrauch zu machen wisse, da er keinen politischen Instinkt habe. Immerhin sei der Rcichswchrministcr eine Barriere gegen die demagogische Politik der Naziführer, und Blomberg habe de» Reichskanzler Hitler selbst mehr und mehr an die Seite der kommenden„volk-monarchistischen" Macht gedrängt, aber die„VollSmonarchisten" seien sich darüber im Klaren, daß auch das Prestige Hitlers in den nächsten Monaten erschüttert und aus der schon vorhandenen Krise des„dritten Reichs" Krise Hitler? werde. Noch werde daö in den »enden Nazischichten nicht begriffen. Sobald die Gefahr erkenne, würden wohl die sich jetzt bekämpfenden nationalsozialistischen Cliquen wieder zusammcnstehcn und auch Hitler werde dann seinen Anschluß an die Partei und ihre Führer wieder ganz eng gestalten. Dkan müsse eben dafür sorgen, daß eö dann schon für die Nationalsozialisten zu spät sei. ** in a l s die nationalen Farben gezeigt worden sind, sehen wir uns jedoch gezwungen, von einer Beflaggung und von sonstigem Schmuck der öffentlichen Gebäude a b z u s e h e n. Damals, als in Deutschland noch Wilhelui der Zweite regierte, kursierte in respektlosen Kreisen der Witz:„Die allerhöchsten Herrschaften begaben sich in die Kirche, um dem Höchsten zu danken!" Was selbst unter dem WilhelminiSmuü nur ein munterer Witz war, ist unter den nationalsozialistischen Byzantinern bereits Tatsache geworden. Die badische Kirchenbehärde empfiehlt den ihr unterstellten Pfarrern mit aller Dringlichkeit, bei der Einteilung deS pfarramtlichen Dienstes auf den„SA-Dienst" Rücksicht zu nehmen. Das wird eine nette Sorte von GotteS- diencrn werden, die am Vormittag bei der TA mit Handgranatenattrappen auf den nächsten Massenmord trainieren, und die sich am Mittag in„gottgefälligen" Werken bemühen. Vom Judenverprügcln im Stech- und Lauf- 9eHt4 Mttwoch, 30. Rai 1984 Nr. 124 utraquistischen Adel I Haufen seiner Taboriten, diese gründeten in Tabor eine Art kommunistische Gemeinde, aus diesen rekrutierte sich die später von ZiZka geführte Brüderschaft der Orebiten. Schon in den ersten Jahren der Hussitenkriege flammten zwischen diesem Lager und den anderen Richtungen Feindseligkeiten auf. Ein Teil des HochadclS war trotz platonischer Sympathie für die hussitische Sache aus Furcht vor der tabori- tischen Demokratie der kaiserlichen Partei geneigt geblieben. Die Prager erwiesen sich bald als unsichere Bundesgenossen, llnd als dann das Basler Konzil ein Kompromiß ermöglichte, sahen sich die kompromisslosen Taboriten und ihre Bundesgenossen einer Einheitsfront gegenüber, die von den Katholiken über den bis zu den Pragern reichte. Bei Lipnn erlagen die schlacht erntete in ein bei dem über 13.000 unter der Kleine der Grotze, und Aussig, Warschau, 20. Mai. In der verflossenen Nacht stürzte während eines GcivitterS in der Nähe von Lubaczow ein Militärflugzeug ab. Der Pilot, ein Flicgcrleutnant, fand bei der Katastrophe den Tod. Der Beobachter konnte sich durch Fallschirmabsprung retten. Ein zweites schweres Flugzeugunglück ereignete sich heute vormittags in Posen, Ivo tvährend eines llcbungSfluges ein Militärflugzeug abstürzte und vollkommen zertrümmert tvurdc. Der Pilot, ein Fliegerunter- ofjizier, erlitt schtverc Verletzungen und wurde in hosfninigslvsem Zustande ins Spital überführt. Cln Mädchen ermordet und verbrannt New Aork, 20. Mai. Nach einer Meldung ' aus Sacramento(Kalifornien) wurde die Tochter des FinanzsclretärS des Staates Kalifornien, ein durch feine Schönheit bekanntes junges Mädchen verbrannt anfgcfundcn. Ihre Kleider waren mit Petroleum getränkt und dann angezündet lvordcn. Die Polizei nimmt au, das; das Mädchen vorder Verb r en nungcr mordet lvordcn ist. Leiche auf„Relforr" geborgen Brüx, 20. Mai. Im„Nelson"-Schacht in Ossel wurden heute tvieder rund 800 Meter Strecke erschlossen. In der Scilbahnstation stich man auf die Leiche eines verunglückten Bergmannes. Es dürfte sich um die ilcberrestc des 25jährigen Förderers Franz Saufl aus Ossel handeln, der zur Zeit der Katastrophe in der Station beschäftigt war. Saufl war verheiratet, jedoch lindcrlos. Oberst Rorris—Millionenbetrüger Paris, 20. Mai. Die Blätter berichten, dah gleichzeitig in England und in Frankreich gegen den Obersten der englischen Armee i. R. Francis NorriS, ehemaliges Mitglied der alliierten Militärkontrollkominission in Berlin. Haftbefehl erlassen lvurde. Norriü ivird beschuldigt. auf internationalen Börsenplätzen betrügerische, in die Millionen gehende Operationen mit deutschen Wertpapieren vorgenommen zu haben. hussitischen Rcvolu- deS Adels und des Dr. Bg. Die Tragödie von Lipan Der S0. Mai 1434 irische Leitung auf und stürzte in die Talst'erre Mordens auch in dieses Land einbrach, wurde vom FascismuS als ein Tag der Freude feierlich und festlich begangen. Paraden, Früh- lingSfeste und enthusiasmierte Reden, daS mar die Perspektive, unter der die Fascislen den Tag Tödlicher Berkehrounfall Auf der Slaaissirahc zlvischcn Lobosih und Theresienstadt wollte einem Pferdefuhrwerk ein in raschem Tempo fahrender Radfahrer Vorfahren, als im gleichen Moment aus der Gegenrichtung der Personenwagen des Auschaer Rechtsanwalts Dr. Kremser herankam. Der Radfahrer verlor die Geistesgegenwart, rih sei» Rad auf dir rechte Straßenseite hinüber und fuhr dadurch direkt in den Kraftwagen hinein. Der Radfahrer, der Landlvirt Joses Frühauf aus Wchinitz Nr. 20 bei Lobosih, tam dabei dorart schwer zum Sturz, dah er mit einem doppelten Beinbruch und schweren Kopfverletzungen i» das Divisionsspital in Theresienstadt eingeliefert wurde. Obwohl an dem Schwerverletzten sofort elpe Operation borgenoM- meu worden tvar. ist der Verunglückte diesen Ver- lvuudungcn erlegen. Tagcsnculgkcttcn Aus der Flug-Welt Paris, 20. Mai. Die gesamte französische schreibt mit Sympathie über den neuen Tranüozcanflug von Europa die Flieger Codes und Gleichzeitig, machen die lleberfliegung des 2 Jahre al« der diesen Flug bereits !, aufmerksam, der für trecke 15 Stunden einer regelmäßigen Ge- S l u n d c n k i l o m c- Flugzeug habe ans dem „Graf Z c p p e l i n" gl gleicher Zeit den Süd» Der Minister für Lustschif- FaseiSmus— daS ist der Krieg! Durch die Presse der ganzen Welt geht ein seltsames Bild: Junge Menschen marschieren aus. Gasmasken Pilot twr dem Gesicht, junge Menschen, die ihre Nasen Iwie schnuppernde Tiere in die Lust stecken—, (£91) Heute morgens eö handelt sich nm eine Balilla-Gruppe, nm eine stürzte bei Mcdschidje in l■ Militärflugzeug ab, daS sich auf dem Fluge nach Budapest befand. In den Trümmern des von den Flammen vernichteten Flugzeuges Ivurdcn die vollständig verkohlten Leichen der beiden Insassen gefunden. Flieger bei Graz verauglückt Graz, 20. Mai. Heute vormittags stieß ein Flugzeug der Fliegerschule in Thalerhof bei Graz bei einem Fluge nach Obersteierinarl auf^dic! elel- iWcltkrieg" den Tag also, mit dem die Sintflut der. Mur. Der Pilot und der Monteur, die hiebei schwere Verletzungen erlitten, mußten in das Krankenhaus cingeliefert werden, wo der Monteur Sikorowski in kurzer Zeit seinen Verletzungen er lag......-.. 3«>ei Militärflugzeuge abqestürzt begingen, der blutiges Elend auch über nnzäh. quälte und auSgcbeutete Baue r, stellte sich eilt, Großteil des.niederen Adels, der Freisassen, Gcfolgömanncn und Rit ter. meist Träger einer unsicheren und kärglichen Existenz. Wie hundert Jahre später in Süd deutschland bei den Bauernbünden deS„armen Konrad" und des„Bundschuh", bei den Wieder täufern und anderen Vereinigungen und Sekten, erschien auch diesen die reine christliche Lehre als der Weg ans ihrer großen Not. Wiederum entsprach das der damaligen Welt anschauung. Mußte ihnen Gott nicht helfen, mußte nicht alle Not ein Ende haben, wenn sie der reinen Sehre nachfolgten?! Aus diesen felsenfest Gläubi-. tionärc der Gegenrevolution gen organisierte ZiZka die unüberwindlichen Heer-1 städtischen Patriziats. der Dobrndscha ein. Gruppe der italienisch.sascistischcn Jugend also, I die am Jahrestag des Eintritts Italiens in den Weltkrieg in dieser markanten Weise die„Friedensliebe" des autoritär-antidemolratischen Systems demonstriert! Der FasciSniuS— das ist j der Krieg, auch wenn sich die diversen Diktatoren nicht scheuen, in zynischer Tartüsfcrie ständig s ihre Friedensliebe überlaut zu beteuern. Den Jahrestag des Eintritts in den fürchterlichen DaS tschechische Volk begeht heute als ernsten Gedenktag die 500. Wiederkehr jenes blutigen 30. Mai des Jahres l 134, da unweit dcü Dorfes Lipan y, südlich von Böhmisch-Brod, der radikale Flügel der hussitischen Bewegung den vereinigten Streitkräften der gemäßigten Utraquisten und Katholiken erlag. Der Brudcrkampf endete Mit einer furchtbaren Katastrophe der radikalen Taboriten und der mit ihnen verbündeten „W a i s e n", wie sich die von ZiZka organisierten und bis zuletzt geführten Orebiten nach dem Tode des geliebten Führers nannten. Die durch einen unvorsichtigen Ausfall aus der tabori- schen Wagenburg verlorene fürchterliches Gemetzel aus, Taboriten und Waisen den Tod fanden, ihnen ihre Führer P r o l o p (Proküpei> und Prokop der Sieger hon T a ch a u der noch ein Jahr vorher die hussitische Sache auf[ dem BasIerKonzil vertreten halte und bei seiner Rückkehr überschwenglich gefeiert worden n>ar. L> ist begreiflich, daß bei Gedenkfeiern, die an einen so historisch bedeutsamen Anlaß anknüpfen. romantifckie Tradition und heroische Legende ihr Recht verlangen. Tatsächlich bedeutet der 30. Mai 1131 einen lrilischcn Tag in der Geschichte Böhmens und darüber hinaus in der Geschichte Mitteleuropas. Es gibt Historiker, die eine direkte" Enrlvicktungslinie ziehen von Lipany bis zum Weißen Berg. Aber cs hieße doch allzusehr an der Ovciskächc der Geschehnisse bleiben, wollte man in der Tragödie von Lipan lediglich das Resultat eines Meinungsstreites über die Annahme der B a s l c r K o m p a k t a i c n sehen, oder di« Folge unbegreiflicher brüderlicher ll n- e i n i g k e i t, wie es die allzu primitiv einge- sictlten Betrachter nationalistischer Observanz zu tun pflegen. Gewiß— das Basler Kompromiß warf den Funken in das Pulverfaß. Es war aber nur-er äußere Anlaß zum offenen Ausbruch eines von vornherein bestehenden latenten Gegensatzes innerhalb der hussitischen Bewegung und als solcher von den gerissenen Kirchendiplomatcn sehr wohl crlvogen. Wer tiefer eindringcn will, muß von den ökonomisch-soziologischen VdrauSsetzun- gcn der Imsiitischen Revolution auSgehen. Es ist tein Zufall, wenn bei Lipan sich als Feinde auf Tod und Leben auf der einen Seite der vereinigte Hockiadcl beiderKonfessionen und die Prager, auf der anderen Seite das starr-kompromißlose Tabor und die Bruderschaft der Waisen gegcnübcrstchen, ein Lager also, das sich in« wesentlichen aus dem Landvolk und einigen nord- ostböhmischen Städten rckuricrte. Die hussitische Revolution, diese ungeheuere Erschütterung im Herzen Europas, in dem damals reichsten und fortgeschrittensten Lande des mitteleuropäischen Raumes zog ihre Triebkräfte aus einem wirtschaftlichen Vorgang höchster Bedeutung: Dao aufstrebende Städten» c se n sprengte die primitiv- f en dalijtische Gesell s ch a f t ö- und Wirtschafts» fo r m. der.Stadtbürger(Handlverker und Kaufmann)»ritt selbstbewußt alü mitbcstiminender Faktor in die Geschichte ein. Gerade die aufstre- benden Städte mußten naturnotwendig in Gegensatz.zu dem Prinzip des von der Kirche vertretenen christlichen Weltreiches geraten, denn sie brauchten starke territorial« Geivalten, abgeschlossene Wirtschaftsräume mit starker staatlicher Macht. Bezeichnenderweise wird das am meisten fortgeschrittene Böhmen zum Schauplatz dieser wirtschaftlich.religiösen Erhebung, zu der sich nach der gegebenen Sachlage nationale Momente gesellen mußten. War einmal daü Signal zur Rebellion gegeben, so mußte sich naturnotlvendig das ertvackue Selbstgefühl des reich und selbstbewußt gelvordeiicn. tschechischen Bürgers gegen die hoch privilegierten deutschen Städte Böhmens wenden und darüber hinaus gegen das römische Reich deutscher Nation, zu dessen reichsten Teilen Böh- men damals zählte, und gegen die überdies aufs äußerst« enlarietc Kirche. Wie sehr die hussitische Aelvegung von den Städten her ausging, bclveist, daß diese im Verlaufe dieser Kämpfe erst auü ihrer bisherigen, politischen Bedeutungslosigkeit h«rvoriraten und ihre Vertretung im Landtag dnrchsetzien. Daran ändert auch nichts, das; manche von ihnen. aus dem zwanzigjährigen schreckensvollen Krieg aufs äußerste geschwächt hcrvorgin- gen, oder gar vernichtet wurden. Die gegebenen ökonomischen Spannungen gelangten zur Entladung, als Magister Jan H u.s seinen Kampf anfnahm und schließlich durch seinen Martertod besiegelte. Es war ein Kampf gegen djc Entartungen der Kirche, aber auch nm die wirtschaftliche und nationale Vorherrschaft der böhmischen Nation mit allen ihren Konsequenzen, ganz im Sinne der angedeuteten Tendenzen. Die enge Verknüpfung von"Diesseits und Jenseits, von Irdischem und Göttlichem, entsprach völlig dem uns fremden Weltbild des mitselalterlichen Menschen. Tas Symbol dieses Kampfes um eine neue Welt" wurde der K e l ch, das Abendmahl unter beiden Gestalten(sub utraquc, pod oboji), übrigens ursprünglich nur ein wenig bedeutungsvolles Glied des hussischen LchrsystcmS. Aber die Lehre HussenS, die Verheißung eines reinen und lvahren Glaubens, hatte noch andere" Schichten ersaßt. Unter die Kelchfahne stellte sich daS Landvolk, der g e d r L ck t e, g e- lige italienische Mütter gebracht hat. An ihren Festen sollt ihr sie erkennen. Und euch einhäm- mern, das; FasciSnmS Krieg bedeutet! Reißt ihnen die Masken herunter, und ihr werdet die scheußliche Fratze des nächsten StahlbadcS hinter ihnen grinsen sehen! Prof. Dr. Großer Rektor. Zum Rektor der DeutschcnUniversität für das Studienjahr 1034/35 wurde Prof. Dr. Otto Großer getvählt. Hoffentlich wird der neue Rektor geschickter als sein letzter und lvcnigcr kampflustig als sein vorletzter Vorgänger sein, die beide der Deutschen Universität mehr Schaden als Nutzen gebracht haben. Fünf Mensche» ertrunken. Durch die an. haltenden Rcgenfälle der letzten Zeit tvar die Strömung auf dem Staukanal einer Holzschleife- rei in der Nähe von N e v a l so start, daß ein mit sechs Personen besetztes Boot durch die geöffneten Schleusentore gerissen tvurdc und kenterte. Fünf der Bootsinsassen ertranken; nur einem zehnjährigen Knaben gelang es, sich zu retten. Belgische Ehrgesetzgebung. 2n Belgien wurde das Ehegesetz abgcändcrt. DaS-neue Gesetz hat den Zweck, die arbeitende Frau gegen den Mißbrauch der Macht des Ehegatten zu schützen. Bon jetzt ab hat die Frau ein Recht auf alles, was sic selbst erspart oder verdient. Da aber gleichzeitig über einen Gesctzentlvurf deS Dominikancrpaterü, Senator Nutten, verhandelt tvurdc, tvvnach der verheirateten Fran jede Arbeit gegen Lohn oder Gehalt berboten werden soll, so würde daü freie Vcrfügnngsrccht über das selbst verdiente Geld praktisch fast wertlos. Noch tveniger kommt es wohl in Prolctarierfamilien vor, daß sich die Frau oder Mutter etwas ersparen kann, ivaS sie der Familie vorenthält. Aber selbst wenn die Frau Selbstverdientes oder Erspartes hat und der Mann läßt ihr das freie Vcrfügungürccht nicht aus freien Stücken, so kommt die gerichtliche Gel- lendmachung doch schon dem Zerfall der Ehe gleich. Und eS ist sehr zu befürchten, daß von dem neuen Gesetz nicht viele Frauen profitieren werden. Wenn sie wirtschaftlich unabhängig sind und Preise geglückten nach Amerika, den R o s s i bewältigten. Blätter auf die gelungene Süd-Atlantiks durch den 3: ten Flieger M c r m o zum dritten Mal auSsübrt die Bewältigung dieser nnd 10 Minuten mit schwindigkeit von 200 ter» brachte. Sein Ozcan das Luftschiff über h o l t, das A'tlanlik iiberqucri fahrt hat Mcrmoz zum Kommandeur dcS Ordens der Französischen Ehrenlegion ernannt. Auch Rossi und Eodos wurden, w!c bereits gestern berichtet tvurdc, ausgezeichnet. Paris, 20. Mai. Gestern abends landeten uiktvcit von Bonlogne-snr-Mer zwei Militär- f l n g z c u g e aus Belgien, die durch den Wind auf französisches Gebiet abgetrieben ivurdcn. S Beide Flugzeuge wurden zertrümmert, ein wurde schwer verletzt. Bntarrst, 20. Mai. bei Mcdschidje Jahre al- Aktion: Kinder von Genossen zu Genoffen! Die Zentrale unseres Arbeitervereines ,Mn-- derfreunde" in Bodenbach, Poststraße 818, als Ber- mittlungSjtelle des deutsch-tschechischen KinderauS- tausches sucht für folgende tschechische Kinder geeignete deutsche Familien, lGenossen.) Ein städtischer Verwalter in Königgrätz sucht für seinclöjährige Tochter und seinen 10jährigen Sohn(beide Gymnasiasten) bei Lehrer- oder Be- aintenfamilie in Nord- oder Ostböhmen Kostplav für die Schulferien. Wünscht Unterbringung im gleichen Ort, aber getrennten Familien. Zahlt bis 200 UL pro Kind nnd'Monat. Eine Arbeiterfamilie in B o h d a l o v i e e. bei Prag(Vater arbeitslos, Mutter in Arbeit) sucht fiir seine 14jährige. Tochter einen Tauschplay fiir die Ferien in der Reichenbcrger oder Tranteitduer Gegend. Wünschen Hauökosl, Badegelegenheit. Sport. Ein Prager Genosse sucht für seinen tüjäbri- gen Sohn(Handelsschüler) Tanschplatz für die Ferien gegen gleichaltriges Kind(Junge oder Mädel). Erwünscht t.cckegelegenhcit. Ein Prager Genosse(Revisor der städt. Elektrischen i sucht für seinen, 0jährigen Jungen einen Tanschplatz über die Ferien in waldreicher Gegend. Wünscht gute Kost, Aufsicht, eigene Schlafstelle, gute Pflege gegen gleiche Leistung. Eine Familie in Wessely a. d. March (Elektrotechnisches Geschäft) sucht für ihre 0jährige Tochter einen Tauschplatz für die Ferien. Familien(Genossen) die ihr Kind über die Schulferien oder ein ganzes Schuljahr gegen Tausch oder Bezahlung in tschechische Familien geben möchten, wollen sich an die„Kinderfreunde" wenden. vom Mann Weggehen wollen, so konnten sie das auch bisher. Der Fortschritt, den das neue Gesetz bringt, liegt darin, daß der Mann Dritten gegenüber nicht über das Einkommen oder Vermögen der Frau verfügen kann ohne ihre Zustimmung, und das; die Frau bei der Scheidung nicht so sehr benachteiligt ist, wie bisher. Amtliche Greuel. Das Hessische SiaatSpresscamt in Darmstadt meldet: Der 25jährige Jude Erich Scheier aus Mainz unterhielt schon'seil längerer Zeit geschlechtliche Bczic- hlingcn mit Mädchen arischer Abstammung. Kurz vor Pfingsten lvurde er beobachtet, als er in der Wohnung seines Vaters ein siebzehnjähriges arisches Mädchen mißbrauchte.. Der Mainzer Bevölkerung bemächtigte sich eine derartige Empv rung gegen den Rasseschänder, daß er sich frei lv i l l i g in Schutzhaft begab. Scheier wurde ans vier Wochen in das Konzentrationslager Osthofen gebracht I Ueliersiedlnng. Der Verband der Eisenbahner in der Tschechoslowakischen Republik gibt bekannt, daß da» Vcrbandssekretariat ab 1. Juni l. I. ans seinen bisherigen Räumen in Prag II., Hopfenstokovä 14, nach Prag I„ Staro- mLftke mim. Nr. 13/111 übersiedelt. Tie neue Tele- phonnummer ist: Ü41—7—0. Wieder wärmeres Wetter. Mr heute wurde vorausgesagt: Wechselnd beivölkt. in den böhmischen Ländern stellenweise ziemlich heiter, auch im Osten bereits niederschlagsfrei, nachts vielfach sehr kühl, untertags etwas wärmer, ab- flancndcr Aordlvcftivind.— Wetteraussichtcn für morgen: EttvaS wärmer. Vom Rundfunk Generalversammlung des Radio- Jo r kals Gestern fand die zehnte ordentliche General- verfannnlung des Radio-Journals statt. Zu Beginn der Sitzung gab der Vorsitzende. Dr. Sourek der Freude über die Wiederwahl de» Präsidenten Ma- saryk Ausdruck. Im Jahresbericht wurde hierauf eine detaillierte Ikebersicht der gesamten Tätigkeit im Jahre 1038 erstattet. Nachdrücklich lvurde ans die Zusaunnenarbeit mit den Geineindeverlvaltungen gegen die R u n d f n n k st ü r n n g e. n verwiesen. Im Bericht wird angesiihrt, daß im Rahmen des niusikalischen ProgramniS 58 Prozent aller Sendungen«inheimischer Musik gewidmet waren. Ein ähnliches Bestreben wurde auch bei Borträgen zur Geltung gebracht. Eine Neueinführung ist der Versuch von Diskussionen im Rundfunk gewesen. Die gefaulte Sendezeit betrug bei einer Station durchschnittlich 4000 Stunden, was bedeutet, daß jede der tschechoslowakischen Stationen täglich nngefähr zehn Stunden in Tätigkeit war. Im finanziellen Bericht ivird darauf verwiesen, daß die Einnahmen gegenüber den Erwartungen um 30 Prozent niedriger tvaren. Trotz des Steigens der Hörerzahl, Sparmaßnahmen bei der Vertvaltnng und trotz Gehaltsrcdnkrionen von 5 bis 15 Prozent fchloji daö Vorjahr mit einen» Verlust, welcher jedoch von der Poftverivaltung dem Radio-Journal ersetzt wurde. Die bisherigen Funktionäre des Radio-Journals wurden tviedergewählt, worauf die Generalversammlung mit einer Pietätskundgcbung für den verstorbenen ersten Ansager des Rundfunks, Adolf Do- brovolny, geschloffen wurde. Empfehlenswertes aus den Programmen: Donnerstag Prag, Sender L.: 7: Konzert aus Karlsbad. 10: Klarinettenkouzerl. 16: tkebcriragung von der Schützeninfel: Monjtrekonzert. 17.55: Deutsche Sendung: Konzert des Ondrü'ck-QuartciteS, Kammer mujikenfemble der Prager Sendejtation. 18.55: Deutsche Presse. 10,05: Jazzorchester. 22.20: Tanzmusik.— Sender S.: 14.80: Deutsche Sendung. Jugendstunde.— Brünn 11; Orchesterkonzert.— Mähr. Ostrau 0: Lird-rkonzert. 17.55: Deutsche Sendung: Dr. Szana: Zum 100. Geburtstag Smetanas.— Prchbnrg 10: Violinkonzert. 17.80: Orchesterkonzert. wt.m Mittwoch. 30. Mai 1034 Seitr k» Wasser und Tranen Boi» Lera Jmber. '.Aus dem Russischen von S. Brauner.) Am Abend des 18. November brach in einer Moskauer Borstadt ein Brand aus. Es brannten dort mächtige Holzlager und es bestand die Gefahr, datz das Feuer sowohl auf das nahegelegene Milizgcbäude. als auch auf die Badeanstalt übergreisen würde. Einige Gauner benutzten die allgemeine Aufregung und flohen aus dem Gcwahr- iam der Miliz, wobei sie unterwegs aus der Wartehalle der Badeanstalt die Kleider der badenden Bürger Mitnahmen. Dieses seltsame Zusammentreffen verschiedener Ereignisse lvürde dem Reporter der Zeitung „Ter Abendschrci"— Mura Gailiu war sein Raine— ein Mindcsthonorar von 2 Rubeln und SO Kopeken cinbringcn. wenn man die Zeile be- schcidcntlich nur mit 10 Kopeken rechnete. Jedoch — Pech muß der Mensch haben— Mura lag in eben diesem Augenblick im Bett, vollständig zerbissen von einem Spürhund der Kriminalpolizei, der ihn irrtümlich für den gesuchten Verbrecher gehalten hatte. Gerade in dem Augenblick, als die Flammen unter dem purpurrot gefärbten Himmel wüteten, und ein mächtiger Wasserstrahl, der nicht nur den Reporter, sondern sogar den Redakteur höchstselbst über den Haufen werfen könnte, sich ins Flammenmehr hineinstürzte, setzte Mura sich im Bette aufrecht und sagte: „Trinken... Gib mir etwas zu trinken. Mitja Qkin, sein arbeitsloser Freund, ja fast sein Bruder, gegenwärtig aber auch seine Krankcn- schwester, goß ungeschickt Wasser aus der Karaffe, Ivobei er ein Fläschchen mit Leim umstieß, und bemerkte, gewissermaßen zu sich sellsst: „UebrigenS sagen sie, wir müßten unbedingt für daS Wasser bezahlen." Mura Gaikin warf die Decke weg, blitzte mit seinem' schwarzen Auge und stöhnte: „Weshalb sollen ivir das Wasser bezahlen, wenn wir cs so gut wie gar nicht gebrauchen. Ich, beispielsweise, kann mich nicht mehr erinnern, tvann ich zuletzt gebadet habe. Meiner Ansicht nach, wenn mich mein Gedächtnis nicht trügt, war cS nach dem Raubübcrfall im Glawneft, als ich durch und durch nach Petroleum roch. Erinnerst du dich nicht?" „Ich erinnere mich an dein Bad", sagte Mitja nachdenklich, indem er den Arm auf de» Tisch stützte und ihn mit dem verschütteten Leim fcsttlebte—„erinnere mich aber nicht mehr, wann das gewesen ist. Sie sagen aber, daß wir trotzdem zahlen müssen." „Mitja, du wirst zum Hausverlvalter gehen und ihin erklären, daß ich das Zimmer bezahlen lverde, sobald ich Geld habe. Für daS Wasser zahle ich aber grundsätzlich nicht..." Unterdessen breitete sich daS Feuer aus. Die Fenster der benachbarten Häuser lvarfen rote Reflexe und rotbcstrahlte tintcnschwarze Wolken zogen über den Moskwafluß dähi». Die Straßenbahn konnte nicht wciterfahren und die Wasserschläuche pumpten gierig Wasser aus dem Fluß. Im seuch- ten unterirdischen Dunkel, mitten durch daS Gewirr der GaS-, Kanal- und anderer Rohre, der Telephonkabcl, die sich wie Nervenstränge unter- Im zoologische» Garten von Buenos Aires El« bedeutungsvoller historischer Funst In Dketoviee bei Bustshrad im Bezirk Kladno wurden in der vergangenen Woche bei Ausgrabungen die Grundmauern einer alten Burg entdeckt, die in der Geschichte sowie in de» Schriften Palackhs und Sedläkeks unter dem Namen Krä- l o v i c e bekannt ist. Die Burgstätte in einem Ausmaß von 17X27 Metern ist jetzt vollständig sreigelegt, die Kellerräume wurde» zugänglich gemacht. Ein großer Teil des ursprünglichen Mauerwerks ist erhalten. Auf der Burgstätte wurden verschiedene Münzen aus dem 18. Jahrhundert, ferner charakteristisch« Münzen aus der Zeit Wenzel IV., verschiedene Plastiken, Figuren und Ornamente gesunden, die durchwegs gut erhalten sind und ein«» bedeutenden Wert repräsentieren. Alle Funde der letzten Zeit, die von der historischen Vergangenheit der Bnslkhradcr Gegend Zeugnis ablegen, werden in der historischen Exposition der regionalen Ausstellung, die vom 8. bis 14. Juni im historischen Bustöhrader Schloß stattfindet, ausgestellt tverden. Diese Exposition enthält über 17.000 prähistorische, und historische Fundslücke, die auf die Geschichte der Bustihrader Gegend Bezug haben. Nach einer Siegesfeier ini Bootshaus des Würzburger Rudervereines unternahmen am Dienstag friin sechs Teilnehmer der Feier in einem Motorboot eine Spazierfahrt auf dem Dkain. Oberhalb der Lndwigbrücke kenterte das Boot, und die Insassen fielen ins Wasser. Vier von ihnen konnten sich retten, Ivährend zwei ertranken. Verunglückte Rennfahrer. Der bekannte Rennfahrer Man« Don und sein Mechaniker T a h I o r sind Montag auf der Insel Man in der Irischen See am sparen Abend in ihrem Krafttvagen verunglückt. Sie hatten um 22 llhr eine Ausfahrt in Dons Wagen unternommen. Als sie nicht zurückkehrten, lvurden Nachforschungen angestellt, und schließlich wurde der zertrümmerte Kraftwagen auf der Straße nach Gastletowa gefunden. Beide wurden ins NrankenhanS gebracht. Frank T h l o n ist gestern vormittags int Krankenhaus von Douglas g e st o r b e n. Der Rennfahrer selbst erlitt keinerlei ernstliche Verletzungen. DaS Unglück ereignete sich durch Zusammenstoß mit einem Privatkraftwagcn. Mittelschüler als Forscher. Heuer im Sommer begibt sich eine Expedition von 60 der besten Londoner Mittelschüler nach Neufundland. Es ist dies bereits di« dritte Expedition dieser Art, die von der Gesellschaft zur Erforschung Ivenig bekannter Weltgegenden veranstaltet wird und die den Schülern Gelegenheit geben soll, ihre Kenntnisse und Fähigkeiten durch Forschungstätigkeit in der freien Natur zu erweitern. Die wissenschaftlichen Forschungen auf Neufundland werden insbesondere die meteorologischen, geologischen, botanischen und zoologischen Verhältnisse zum Gegenstand haben. Besonderes Augenmerk wird der kartographischen Aufnahme der besuchten Gebiete zugewendet werden. Die Frauenschulen der Britischen Arbeiter- vartei. Die Frauen der Britischen Arbeiterpartei veranstalten eine Reihe von Fuiiktionärinncnkur- sen, so die Sommcrschulc von Nord-Ost und die der Londoner Frauenorganisation nebst zahlreichen regionalen Frauenkonfercnzen, bei denen alle Fragen, die das Schicksal der Arbeiterfrauen berühren,»»gefangen vom Arücitslosenversichc- rungsgesetz bis zur internationalen Politik der Arbeiterpartei behandelt werden. Ein städtische» Museum in FranzenSbad. Am 31 Mai findet die Eröffnung dcS neueingerichteten städtischen Museums der Kurstadt FranzenSbad statt. ES besitzt nunmehr folgende Abteilungen: vorgeschichtliche Abteilung mit Funden aus der prähistorischen Zeit, geologische Abteilung mit den Mineralien der Gegend, Goethezinuner mit Erinnerungen an den Aufenthalt des Dichters in FranzenSbad, stadtgeschichtlich« Abteilung(Entwicklung der Badestadt), balneologische Abteilung(Bedeutung der heimische» Quellen und Bäder). Von der alten Menagerie zum modernen zoolo« gischen Garte» war ein sehr langer Weg..In den engen Käsigen saßen die armen Tiere wie Sträflinge, Ivährend sie heute Raum haben und eine an ihre natürliche Umwelt erinnernde Umgebung, die die Illusion der Freiheit, wenn nicht in den Tieren selbst, so doch im Beschauer erwecken kann. Aber auch der zoologische Garten entwickelt sich, und zwar indem er immer weiter voin Gitter Ivegstrebt in der Richtung der Naturschutzparkes. Er will nicht nur Tiere in Gehegen, er will auch freie Tiere in seinem Gefilde zeigen. In der Tat ist nicht einzusehen, warum Tierarten, die im Freien leben können» und ungefährlich find, nur eingespcrrt im zoologischen Garten geduldet werden sollten. Einen Einwand bietet der Fluchwerdacht— Kaution können die Viecher ja nicht stellen—, wenn sie sich aber, zum Dank für die Freiheit, reichlich vermehren, so versichern sie den Garten gegen den durch vereinzelte Ausreißer erlvachsenden Schaden. Die frei hcriinispazicreiidcn Tiere bilden den größten Reiz des zoologischen Gartens von Buenos Aires. Allerdings hat er von den europäischen Gärten außer dem niedrigen Eintrittsperis von 10 Een« tavor die unvergleichliche Pracht seiner Pflanzenwelt voraus, herrliche Baumgruppen und Blumen, eine solche Mannigsaltigeit von LandschastSbildern, daß man die achtzehn Hektar Fläche, mit denen er sich begnügen muß, für ein viel größeres Gelände hält. ?lbcr was gewinnen die Wiesen an Anmut durch die zahlreichen Panipahasen, durch Pfauen und exotische Vögel bis zum frei herumlausenden amerikanischen Straußl Und wie viel interessanter sind die Bäume, wenn man von Zeit zu Zeit ihre Aeste unter dem Gewicht eines von weither springenden Assen sich biegen sieht. Die Pamsiahase» waren die ersten freien Siedler. Mit zioci Paaren hat man angcfangen, vor kaum zehn Jahren, und von ihnen stammt das ganze Völkchen ab, das zu Hunderten die Wiesen und Teichufer belebt, auf den Spazierwegen mit seinen Jungen die Menschen an sich herankoinmen läßt, und bei den Elefanten und anderen Pflanzenfressern zutraulich ein- und miSgeht. Die Pampahasen(deli- chotis Patagenica) sind keine»Hasen, sondern gehören zu derselben Familie, wie die Meerschweinchen. Sie sind ettva ein Drittel größer als Hasen, denen sie nur in der Gestalt des Kopfes gleichen; glatthaarig und mit zarten Gliedern, könnte man sie für kleine Gazellen halten, wenn nicht die Füße den Nager verrieten. In der Pampa sind sie äußerst selten und sehr scheu; nn zoologischen Garten sind sie sehr zahlreich und sehr dreist. Die Mütter sichre» ihre Jungen spazieren— eines bis drei— und säugen sie, ohne sich durch das Publikum stören zu lassen. Wo man hinblickt, sicht man solche Familienidylle. Die in Freiheit lebenden Affen venneidcn dagegen die Berührung mit dem Publikum. Die kleinen amerikanischen Aeffchen, die außer dem Käfig hausen, habe ich überhaupt nicht zu Gesicht bekommen, wohl aber zwei Brüllaffen von recht stattlicher Größe — ich schätze sie so groß, wie ein sechsjähriges Kind die märchenhafte Sprünge von Baum zu Baum ausführen. Sie gehören zu einer seltenen, aus dem Paraguay stammenden Sorte, die überhaupt nicht in der Gefangenschaft forikommt. Deshalb hat man sie freigclafsen. Mit ihrer Begabung in Sachen Fortbewegung, könnten sic durch ganz Buenos Aires spazieren, von Baum zu Baum hüpfend, hunderte von Kilometern weit, denn das Grün der Straßen ist ohne Ende. Aber cs treibt sie nicht in die Ferne. SS genügt den beiden, allabendlich einen knappen Kilometer auf den Baumkronen zurückzulegen, uni dem bolauischen Garten«inen Besuch zu machen. Richt der ganze Garten intcresiiert sie, nein, nur einige dort wachsende Bäume ans Paraguay. Deren Früchte ziehen sie sich zu Gemüle und dann gehen sie nach Hause. Ihr Verhalten zeigt deutlich, daß trotz unbegrenzter Fluchtmöglichkeit die Tiere im Garten bleiben, wenn man sie gut behandelt. — Frei lebt auch eine rostbraime, weiß gefleckte. und gestreifte kleine Gazelle,— Guib nennt man sic in Argentinien. Obwohl Junggeselle und mit stattlichen Hörnern begabt, ist sie ganz zutraulich und frißt aus der Hand. Weniger zutraulich sind die Strauße, aber trotz ihrer kleinen Kihrfe und dummen Gesichter doch schlau genug, um sich gern am Zaun an der Straßenseite zu halten, wo sie leicht eine eßbare Spende erwischen. Der Begriff des Eßbaren ist filr einen Strauß sehr weit, und schließt Schuhe, Knöpfe, Taschentücher und vieles andere ein, was die Statistik nicht unter die Nahrungsmittel rechnet. Neben bunten und weißen Pfauen leben alle möglichen Laufvögel in Freiheit, unter denen besonders die hier Lhasa genannten ausfallen, die der Laie für Raubvögel hält. An Größe kommen sie einem stattlichen Truthahn gleich, sind aber breiter und haben Flügel von über ein Meter Spannweite. Sie erinnern an die Darstellungen der Harpycn, sehen döse au», sind aber harmwse Pflanzensresser. Auch Schildkröten laufen frei herum. Scheinbar frei leben die großen nicht giftigen Schlangen in einem von steilen Zemeniwänden eingeschlojsenen Kessel, in dem sich kegelförmig ein Rasenplatz erhebt; unten sind zementierte Schlupfwinkel, oben ist ein Bamn mit dichtem dunklen Laubwerk. Alles wimmelt von Schlangen, zwei bis vier Meier lang, in den von den Dame»Handtaschen vertranten Mustern. Als sehr unfreiwillige Gefährten sind ihnen Frösche bcigegeben, di« beständig fliehen, nm schließlich doch gefressen zu werden. Die Schlangen sind sehr geschickt. Die Frösche haben die Taktik, reglo» die Schlange ganz nahe kommen zu lassen. Sehr oft sieht diese die Bente gar nicht. Wenn sie auf sie zuschießt, springt der Frosch über sie weg, fällt aber häufig den anderen Schlangen zum Raub. Trotz alles Zappelns ist er in zwanzig bis dreißig Sekunden lebendig verschlungen. Ich habe es gerade mitangesehen, wie zwei Säcke mit Fröschen ansgeleert wurden. Die Schlangen werden alle fünf Tag« versorgt: diesmal waren«s 170 Stück Frösche aus Cordoba. Ein Herr erklärte mir, daß dies die allerbesten wären. Nachdem der Verkäufer seine Ware in den Restaurants feilgeboten hatte, waren sie ihm übriggeblieben und tverden nun, statt von Menschen, von Schlangen aufge- freffen: 1,10 Peso daS Dutzend. Da viele beim Transport ihre Beweglichkeit eingebüßt haben, fressen sich die Schlangen voll zum Bersten—«in widertvaotigeü Bild, fast ebenso widerwärtig, wie daS Publikum, das über jeden erwischten Frosch jubelt. Uebrigens hab« ich bei früheren Besuchen umgekehrt sehr lebhaft für die verfolgten Frösche Partei nehmen sehen. ES gibt auch halbsrei« Tiere, im Zoo von Buenos Aires, nämlich solche, die man während ihrer Kinderzeit aus dem Käfig beurlaubt. Da sind jetzt drei junge Bären— Baribal oder schwarze Bären— an deren Zwinger eine Holzplauke gelehnt ist, auf der sie in den umgebenden Graben steigen können. Bon dorr aus brauchen sie nur eine wenig über ein Nieter hohe Zementtvand zu er- klimmen und sind dann unter dem Publikum. Bor zwanzig Jahren schlüpften die drei mit Grazie durch die Gitter, heute müssen sie sich schon mit großer Mühe hindurchquetschen. Sie besorgen da» stehend, was übertvältigend komisch auSsieht: ein richtiger Teddybär, aber von der Größe eines sechsjährigen Kindes und mit demselben Ernst und Eifer, den dieses in sein Spiel legt. Hat er sich dnrchgequetscht, so klettert er mit Borsicht die Holzplanke hinunter, sehr daruni besorgt, nicht ins Rutschen zu kommen. DaS Heraufklettern an der glatten Zementwand ist eine Kleinigkeit, und dahinter ist die Freiheit, dahinter sind die Bäume. Und die plumpen kaffeebraunen Pelze mit den großen Pfoten und dem dicken Kopf flettern flink und sicher in da» grüne Geztoeig«. Der Baum muß schon öfter halb Moskaus dahinschlängclien, strömte das Flußtvasscr eilig dorthin, wohin cs von den Pumpen gezogen wurde. Die Rohre schwollen a», wie ein überfüllter Hals. Und plötzlich wölbte sich an einer Stelle das Straßcnpflaster und ein hoher Wasserstrahl stieg empor: ein Wasserrohrbruch. An jenem Abend empfanden viele, darunter auch Alice Hart, die mit dem Wassermangel verknüpfte Unbehaglichkeit. Alice Hart, eine Kinoschauspiclerin, die gerade über Mura Gaikin wohnte, MuraS heimliche und offene Liebe, der Stern an seinem Reporterhimmel, deren verschiedene Augen, daS eine blau, das andere braun, sogar den abstrakten Mitja Okin bezauberten,— mit einem Wort: Alice Hart war abends nach Hause gekommen und wollte ein Bad nehmen. Alice Hart zog ihren Morgcnrock an, begab sich ins Badezimmer, steckte dort den Gasofen an und drehte den Wasserhahn ans. Kein Wasser ließ sich blicken. Sie drehte den Griff nach allen Seiten, blies dann die Flamme aus, blickte in die Luftlöcher, zuerst mit dem blauen, dann mit dem braunen Auge, konnte aber die Ursache nicht feststellen und ging schlafen. Mura Gaikin träumte inztvischcn,„Der Abendschrci" hätte ihn beauftragt, den Genossen Semaschko zu incrviewcn und ihn über sein Verhältnis zum Kino, dem Träger von Jiifcktionö- krankheiten, zu befragen. Mura Gaikin tvartci (im Traum) sehr lange vor dem Eingang zum Kommissariat für Gesundheitswesen, streitet mit dem Portier und dem Chauffeur und als Genosse Semaschko das Auto von der einen Seite besteigt, setzt sich Mura auf der andere» Seite zn ihm in den Wagen und befragt den VolkSlonnnissar. Lied der Fräuleins Wir sind die Fräuleins vom Wareichon»: Immer hübsch, immer flott, immer nett. Wir haben daS richtige Lächeln heran», wir lächeln sogar noch im Bett. Wir geben Bescheid über Sonne und Mond: Aber ja, aber bitte, aber gern. Wir sprechen korrekt und richtig betont, man lernt«S von besseren Herrn. Wir blicken getrost ans den Wink ihrer Hand: Bitte sehr, ihr Wunsch ist Befehl. Wir liefern dem Runden de» Halblederbond nach Bedarf auch in Essig nnd Oet. Wir stehen da und lächeln vergnügt: BormittagS, nachmittag», allezeit. Wir haben es ziemlich gut»ingeübt und der Mensch, wenn er muh, bringt es weit. Und wenn sie hären, e» geht uns nicht gut: Schaun sie weg» gehn sie zu, sei'n sie still. Denn jeder Chef, der kann, was er tut nnd wer gehn will, kann gehn, wann er will. Kurt Doderer. solche Besuche bekommen haben; geknickte Zweige, abgerissene Blätter zeugen davon. Die Bären— es sind ihrer zwei, der dritte kann oder will heute nicht hinaus— hausen da oben, tvie der personifizierte Uebennut. Sie knussen sich gegenseitig, beißen dicke Zweige durch; es kommt einem unimtürlich vor, daß man sie nicht lachen hört, denn sie sprühen Fröhlichkeit aus jedem Haar. Schließlich begeben sie sich an das Ende der. Aeste und wippen hin und her. Sie spielen inbrünstig. Ter Baum ist ihnen Urwald. Der Wärter ruft sie in die Wirklichkeit zurück, in der sic eben doch Bürger eines zoologischen Gartens sind. Der Ntann steigt zu ihnen auf den Bamn, spricht ihnen zu, krault ihnen den Kopf, für welche Huldigung sie wenig empfänglich sind. Im-. Hierhin lassen sie sich das Halsband umlegen, freilich. mit mißbilligendem Fauchen, und folgen deni Zug der.Rette, ohne ihre nicht unbeträchtliche Kraft in. Widerstand umzusetzen. Der.Wärter erklärt uns, daß mau sie nicht länger ganz frei lassen kann. Sie sind sechs Monate alt— mit sechs Jahren sind sie ausgetvachsen— und so unternehmungslustig, daß sie zwar nicht die andern, wohl aber sich selbst, in Gefahr bringen können. Sollten sie auf ihren Entdeckungsreisen' in einen anderen Bärenkäfig dringen, so wexpen sie tot gebissen. Das ist erst eben eineni Keinen Puma geschehen. Ich lernte ihn gleich nach der Geburt kennen, mit seinen drei Geschwistern. Damals sah er mW wie., ein« rachitisch^ Ratze, dickbäuchig, mit krumme:: Vorderfüßen, go-„ zeichnet tvie unser, getigerten grauen Hauskatzen— vielfach sind sie ja die Jungen einfarbiger Tiere lustig gefleckt oder gestreift. Die Natur hat es offenbar in der Urzeit vergnüglicher mit den Tieren beabsichtigt, als sie es dann durchführen konnte.. Deshalb zieht sie ihnen die bunten Kinderfleider aus. Unser kleiner Puma trug es noch, als er in den Rebenkäfig zu seinem einfarbigen Herrn Vater kroch, der ihn mit einen» Tatzenhieb tötete. Als Illustration zum Sprichwort vom zugedeckten Brunner» umgibt jetzt den Käsig der fleinen Pumas ein engmaschiges Drahtnetz. Dian denke nicht, daß das Klima von Buenos Aires allen Tieren genehm wäre. Es waren 37,6 Grad im Schatten als ich den ztvei-patagenischen Pinguinen einen Besuch nmchte. Die Mutter sah struppig auS, nichts von der schwarz und- weißen Gepflegtheit, die wir an diesen Tieren kennen. DaS Junge mit tabakfarbener Wolle bekleidet, drollig und unbeholfen unter dem munteren Enteiwolk, mit dem sie den Käsig teilen, erinnerte an einer» mißglückten Teddybären. Als ich nach zwei Stunden wieder«' kam, lag die Pinguinmutter tot in der Sonne; noch später, als man den toten Vogel schon weggeschafft hatte, faß das flauschige Junge an der Stelle, wo die Mutter gelegen hatte. Wenige Tage darmrf ist es auch gestorben. Die aus der Arktik des Südpols kommenden Vögel überstehen den Sommer hier nicht. Man wird ihnen ein künstlich ausgclülrlteS Sommerhaus bauen müssen. Die ans derselbe» Ge-> geud stammenden Seelöwen vertragen die Hitze leidlich, toeil sie ja imnier im fließenden Wasser sind. Daß das Süßwasser ist, scheint st« nicht zu Itören. Fast alle Tiere pflanzen sich im Garren fort: Nilpferde, Elefanten, Guanacos, Antilopen, Wölfe, Hyänen, Löwen, Bären usw., sämtlich« Vögelsorten mit Ausnahme der Raubvögel, von denen kein einziger in der Gefangenschaft niuct. Der Garten zählt heute rund 160 verschiedene Arle» Säugetiere, 260 Arte» Vögel nnd 30 Acten' Reptilien, in» Ganzen über 3000 Eremplare. In dieser Zahl sind die frei lebenden nicht eingerechnet. Da sie das Schönste am ganzen Garten sind, muß man hoffen, daß den bisherigen erfolgreichen„Freilassungen" weitere folgen. Warum sollten sich die Tapire, die Ltutrias, verschiedene Gazellenarten und auch, grabende Säugetiere nicht ebenso gebildet benehme», wie Pampahasen nnd Strauße? Man gebe ihnen Bewährungsfrist, nnd viele tverden sich beivähren, zu eignem Vorteil und zur Freude der Besucher Oda O l b e r g. Verlanget überall Volkszünder Weile 8 „Sozialdemokrat" Mittwoch, 30. Mak 1034 Nr. 124 PRAftEB ZB1TBMG Dir„Vlinnciivcrtäufcrinncu". In diesen Tage», in denen der zauberhafte Reiz des Prager Frühlinge- auch aus dem grauesten Gemäuer dieser allen und dach so jungen Stadt zu strahlen scheint, sieht man überall die tleinen Bluinenver- läufcrinnen die Passanten anbetteln. Es sind acht- und zehnjährige Mädchen, verhungerte, vernachlässigte Geschöpfe, die mit biogen Fügen an jeder Straßenecke lauern und die Vorübergehenden förmlich anflehen, ihnen ein Slräugchcn abzunehmen. Tas soziale Elend, das sich hier an tausend Beispielen zeigt, ist erschütternd. ES gibt Zunder unter diesen„Vcrtäuserinncn", denen man rS ansieht, das; sic seit Tagen nichts Ordentliches zu essen bekommen haben. Kinder arbeitsloser Eltern, die in ihrem grenzenlosen Elend sich nicht anders zu Helsen wissen, als das; sic ihre Kleinen auf die verschleierte Bcitcltour schicken. Wie soll man sonst die hungrigen Mäuler auch nur ein wenig satt bekommen?! ES mag auch Vorkommen, das; gcivisscnlosc Individuen die Kleinen dazu mißbrauchen, für sic betteln zu gehen. Kinder, die kein Zuhause haben, Kinder, denen die schmutzige Strafte die einzige zweifelhafte»Heimat" ist, lassen sich durch ein paar Süftigkciten leicht zu solchen Dingen bekommen. Der Kontrast des von eleganten Flaneurs besiedelten Wcnzels- platzcs zum Beispiel und dieser Kinder, die der brutale Hunger offensichtlich überwältigt, ist so grausig, das; man nicht ohne tiefe Bewegung zusehen kann, wenn man noch eine Spur sozialen Empfindens hat. Tie kleinen„Blumenverkäufe- rinncn" sind ein Spiegelbild dieses lapitalistischcn Systems, in dem Not und Ueberfluß so sinnlos und so empörend zusammenwohncn. Hungernde Kinder— ein Charakteristikum! Das schändliche Charakteristikuni dieses untergchcndcn Zeitalters! vertcnissssl Totschlagsprozeß mit glücklichem Ausgang Einstimmiges Verdikt: Unschuldig. Prag, 20. Mai. Der 25jährige landwirtschaftliche Arbeiter Ulrich H r d i n a aus dem Dors Rakovice bei P r i b r a m war heute vor dem Schwurgericht(Bors. OGR. Hellriegel) des Verbrechens des TgtschlagS angeklagt. Am 8. Feber d. I. besuchte er in Begleitung seiner Braut Marie B r o Z eine Tanzunter- baltung in der benachbarten Ortschaft P o d l e s t Zu dem Tisch, an dem das Paar saß. setzte sich unaufgefordert der Fleischeraehilfe S i r o t e k, der sich früher um die Marie Bros beworben hatte und seit« der den glücklichen Rivalen Hrdina bei jeder Gelegenheit herauszufordern suchte. Auch diesmal kam es zu verschiedenen Wortgefechten, doch konnten vorerst Gewalttätigkeiten vermieden werden. Der angeklagte Hrdina war vernünftig genug, rechtzeitig aufzubrechen und wählte überdies einen Augenblick, als der rachsüchtige Konkurrent gerade tanzte. Umsonst— denn als Sirotek den Abgang des verhaßten Nebenbuhlers bemerkte, ging er ihm in Begleitung eines Kameraden unverzüglich nach. Hrdina ging auf der Landstraße mit keiner Braut und deren Schwester Anna. Sirotek lvarf sich unter ordinären Schimpfwörter» auf ihn und versetzte ibm eine Ohrfeige. Hrdina zog nun seine Pistole und feuerte einen Schuß ab. der den Gegner in den Oberschenkel traf. Wie er bei der Verhandlung durchaus glaubhaft betonte, hatte er nicht die Absicht, den Sirotek anzuschieben, sondern schoß einfach aus Angst vor den» als Raufer berüchtigte»» Gegner ins Blaue. Di« Verwundung erschien iii» ersten Augenblick auch wirklich harmlos. Der Angeschossene stieß noch einige Drohungen auü und ging davon. Kaum 40 Schritte weit überkain ihn aber ein solches Schwächegefühl, daß er sich in den Straßengraben setzen mußte. Dann sank er in sich zusanunen und verlor das Bewußtsein. Das SanitätSaulo überführte ihn in das Pkibramer Krankenhaus, doch starb er während der Fahrt. Rach dem Obduktionsprotokoll ist Sirotek an V e r b l u t u n g gestorben, dem» das ins Blaue abgefeuerte Geschoß hatte die Schenkelarterie durchschlagen. Ulrich Hrdina wurde iir Haft genommen u. angeklagt, er habe„zwar nicht in der Absicht, ihn zu töten, erbe» in anderer feindseliger Llbsicht" eine Handlung begangen. die den Tod SirotekS zur Folge hatte. Mi» einen» Wort: eine Anklage auf Totschlag. Der Schwurgerichtshof legte den Geschworenen außer der auf Totschlag lautenden Hauptschuldfrage noch eine Eventualfrage auf f a h r- lässigeTötnng nach 8 885 St.»G. vor. Der Angeklagte, der fast vier Monate in Untersuchungshaft verbracht hatte, machte bei der Verhandlung den allerbesten Eindruck. Auch die Zeugenaussage»» lmiteten für ihn absolut günstig. Die Geschworenen verneinten den» auch rinstim» mig die Hauptschuldsrage und«len so die Eventualfrage auf das Bergehen der fahrlässigen Tötung mit elf Stimmen. Das Schwurgericht verkündete demgemäß einen Freispruch. Der Freigesprochene wurde sofort auf freien Fuß gesetzt. rb. Kunst und Wissen Heute halb 8 Ahr:„Ein Maskenball" mit Fine Reich-Dörich von» Badischen Staats» thcater in Karlsruhe(Amelia), Kindermann. Zol- tan, Riatvetz, Hagen, Andersen, Bender, Hattemer, Hotter. Dirigent: Szcll.(B 2.) Umiauschrccht für Viertelabonnenten der Serie B. Neuer Rektor der Akademie der bildenden Künste in Prag. Zum Rektor für dar Schuljahr l 084/85 wurde von dem Profesiorenkollegium der orde»»tliche Professor dieser HochschuleDr. MaxSvabinsky gewählt. Wochenspielpka« des Reuen Deutschen Theater- Mittwoch, halb 8 Ahr abends:„Ein Maskenball"(B2).— Donnerstag,%8 Uh?:„Die BlumevonHawai"(A. A.j.— Freitag, halb 8 Uhr:„Iphigenie auf Tauris"(Gastspiel des Wiener Burgtheaters, DI).— SamStag, halb 8 Uhr:„Der Revisor"(A 2). Wochruspielplan der Kleinen Bühn«. Mittwoch, 8 Uhr:„S t r a ß cnmu s i k".— Donnerstag, 8 Uhr:„Towarisch" lvolk-tüml. Vorstellung).— Freitag, 8 Uhr:„TerzettzuBiert" (Kulturverbandssreunde und freier Verkauf).— SamStag, 8 Uhr:„Terzett zu Viert". vertrage Fritz Walter Nielsen wiederholt„Buch in Flammen" zu Gunsten des Salda-KomitecS und der demokratischen FlüchtlingSfürsorge an» Freitag, den 1. Juni, im Urania-Bühnensaal um 8.15 Uhr. Preise Kd 4, 7, 10. Der film Was ist die Welt? Von allen in Prag bisher gezeigten Filn»en aus dem Dritten Reich ist dieser der einzig«, der keine deutlichen Spuren der braunen Verwüstung aufweist. Er ist ein sachlicher Lehrfiln» der Naturgeschichte, der sich sogar bemüht, seinen Stoff unterhaltsmn darzubieten und auf geschickte Art das theoretisch ermittelte Werden unseres Planeten anschaulich zu machen. Die Frage nach den» Wese»» der Welt wird hier von der Naturwissenschaft viel materialistischer beantwortet als vom Marxismus,— aber für die braune Parodie auf den Materialismus, die mit Blut und Boden die Menschheit erklären will, bietet dieser naturwissenschaftliche Film erst recht keine Stütze. Was seinen Herstellern hoffentlich nicht übel bekommen ist.—eiS— Spott• Spiel• Körperpflege Norwegens Arbeitersport im Bormarsch 1 0.0 00Arbeitersportler demonstrierten am P r o p a g a»»d a t a g für die Idee des Arbeitersports in O S l o, während ungeheure Menschenmassen die Straßen bevölkerten. Biele Tausende verfolgten die Vorführungei» auf dem Sportplatz mit lebhaftem Interesse. Besonderen Beifall des Publi» kums fand der Aufmarsch der annähernd 800 Fahnen u»»d die Maffengynmastik der Frauen. Zu den Ostkantstafetten, welche am Vormittag stattfanden, starteten 115 Mannschafte»» mit 1400 Läufern. Dieser Lauf wird von Jahr zu Jahr eine bessere Propaganda für den Arbeitersport. Die einzelnen Resultate sind: Klasse A: AJF. Rollo Oslo 88:81 Min.; Klasse M AL. Freidig Bryn 85.20 Min.; Klasse C: Vika Oslo 85:15 Min.; Altersklasse: Vidar Oslo 88.06 Min.; Fußballklaffe, 2a: JF. Oslo 85:47 Min. Die Länge der Strecke beträgt ungefähr 11.800 Meter. Bei den Schwimmwettkämvfen erzielte die Schwimmerin Rangna Kobel über 100 Meter Kraul mit 1:18.6 Min. eine neue Bestleistung. Die Fußball-VerbandSmannschaft reist im Juni anläßlich des 15jährigen Bestehens des finnischen Verbandes nach Finnland. Die leichtathletischen Wettkämpfe des Prager DTJ.-KrrifeS, die am Sonntag auf dem Militärsportplatz am Strahov stattfanden, wiesen eine gute Beteiligung auf. Neben den Pragern waren auch Sportler aus Kolin, Tlustovousy und Neratowih am Start erschiene»». Starke Gegenwind und die nicht besonders gut angelegte Bahn behinderten die Wett- käinpfe, die gleichzeitig als AuSscheidungSkän»pfe für die Arbeiter-Olympiade durchgeführt wurden. Die wichtigsten Ergebnisse sind: Männer: 100 Meter: Sally 11.8 Sek.; 200 Meter: Hally 25.1 Del.; 400 Meter: Cerntz 55.6 Lek.; 800 Meter: Karafiat 2:17.4 Min.; 1500 Meter: Kolin 4:41.8 Min.; 5000 Meter: Chalupa 17:53 Min.; 10.000 Meter: Stankk 86:45.4 Min.; 4X100 Meter: Zisjkov 48.8 Sek.; 400+ 800->200+100 Meter: Kolin 2:17.5 Min.; Hochsprung: Hally 1.55 Meter; Weitsprung: Brzicky 6.84 Meter; Dreisprung: Nittinger 12.12 Meter; Stabhoch: Ravratil 2.00 Meter; Kugel: Schöps 12.06 Meter; Diskus Pekek 85.80 Meter; Speer: Zajikek 41.11 Meter; Schleuderball: Bez» chleba 48.90 Meter.— Frauen: 60 Meter: Hrubä 8.8 Sek.; 100 Meter: Hrubä 18.7 Sek.; 200 Meter: Hrubä 88.1 Sek.; Weitsprung: Hnatovä 4.08 Meter; Hochsprung: Stehlikovä 1.28 Meter; Kugel: Hrubä Fraitenorganlfatton Prag Donnerstag, den 31. Mai(Fronleichnam) Ausflug«ach ittnoiite Treffpunkt 8 Uhr früh am Smichover Bahnhof. Proviant mitnehmen. 7.25 Meter; Speer: Hrubä 16.80 Meter; Schlenderball: Tarabovä 25.87 Meter. Bürgerlicher Sport Um den Meister des DFB. Dienstag wurde in Prag die erste Begegnung der beide»» Finalisten DFC. Prag und DSD. Saaz auögetrageir, das die Saazer mit 8:2 gewannen. Die Frage des finanziellen Erfolges der Fußball.Weltmeisterschaft„hängt voi» dei» Siegen der Italiener ab" und«s ist daher nicht uniirteressant, was darüber das„P. T." zu melden weiß:„In» Spiel NSA. gege»» Mexiko(AuSscheiduugüsviel in Rom) betrug die Einnahme 40.000 Lire, während Italien den Mexikanern allein 2 2 0.0 0 0 Lire Sp es en zahlte! Sollte Italien in der zweiten Runde verlieren, ließe sich ei»» finanzielles Fiasko der Weltn»eisterschaft kaum v e r n» e i- de»», was für die F i f a peinlich wäre, die aus den Ueberfchüssen der Weltmeisterschaft ihren Etataufzubauen gedenkt."— Darum verlieren anscheinend schoi» die seinerzeit als„Favoriten" angekündigten Mannschaften... Verelnsnadirldilcn Achtung! Turnerinnen! Mor gen, Donnerstag, kein Turnen! Dafür Hauptprobe für Altbunzlau heute, Mittwoch,— Besichtigung dev Stadions. Abmarsch Donnerstag, 5 Uhr nachmittags, von» Sportplatz der DTJ. auf der Hetzinsel.— Fahrt nach Altbunzlau. Abfahrt per Autobus Sonntag früh nach 8 Ühr ab Haltestelle Prag II., Na Florenci, Ecke Pokik. Ankunft in Prag abcndd zirkn 10 Uhr. Ermäßigter Fahrpreis hi»» u»»d zurück 10 KC. Jeder kann teilnehmen.— SamStag, 8. Juni: Leichtathletische Wettkämpfe. filme hi Prager Lldihplelhihisern Bis einschließlich Donnerstag, den 31. Mai. Urania:„Susanne macht Ordnung".— Alfa: „Was ist die Welt?"— Avion:„Hinter Klostertüren".— Brranrk:„Aus dem Regen in die Traufe".— Flora:„Die Schlacht".— Gaumont: „Csibi. der Fratz".— Hollywood:„Hinter Klostertüren".— Hvtzda:„Natscheradeh, der König ter Kiebitze".— Kinrma: Journale, Lustspiel. Reportage.— SMm:„M adame Bovary"— Lu- cerna:„MadameBovary".— Metro:„Timbuktu".— Olympic:„Ariane".— Passage:„Csibi, der Fratz".— Praha:„Hinter Klostertüren"— Radio:„AuS dem Regen in die Traufe".— Staut: „Das Fensterchen".— Svitozor:„Csibi, der Fratz". — Bajkal:»Tante Sally".— Beseda:„Sonnenstrahlen".— Favorit:„Tante Sally".— Louvre:„Wiener Flirt".— Maceika:„Wiener Flirt".— Roxy:„Wiener Flirt".— Sport:„Tarzan, der Beherrscher des Urwalds". PRAG Zwei Expeditionen suchen eine« Schmetterling Jagd anf Vampire und»fliegende Edelsteine". Eine große englische ForschungSexpedition ist dieser Tage nach Patagonien abgercist, um dort in den Urwäldern des Aisen-Gebietes nach einer unbekannten SchinctterlingSart zu jagen. Die monatelangcn Vorbereitungen wurden im letzten Augenblick' beschleunigt, da inzwischen eine amerikanisch« Expedition mit dem gleichen Ziel gestartet ist. Um unbekannte Urwaldwnnder. Es erscheint auf den ersten Blick vertounder- lich, daß eine ganze Jagdcxpcdition ausgerüstet und zuin Schluß ein wahres Wettrennen veranstaltet wird— nm einen Schmetterling zu sangen, lind doch gibt cs wirklich Menschen, die für diesen Zweck ganze Vermögen opfern und ihre Haut zu Markte tragen. Mancher Forscher hat auf der Jagd nach diesen„fliegenden Edelsteinen" seine Gesundheit gelassen, ja, eö gibt sogar in Sammlun- gen Prachtstücke, deren Besitz mit einein Menschenleben erkauft wurde... Aber gerade diese stillen Helden des Urwal- deS machen am toenigstcn Aufsehen von ihren Unternehinungcn, die oft weit schwieriger und gefährlicher sind als eine Großwildjagd. Denn hier genügt es nicht, eine gute Waffe und ein treffsicheres Auge zu haben. Im unbekannten Dschungel lauern tausend Gefahren, und bis der ersehnte Fang gelungen ist, muß oft Uebermensch- lichcs an Zähigkeit und Geduld geleistet werden. Einer der berühmteste»» Schmetterlingsjäger Englands hat vor kurzem einem Journalisten Einblick in die geheimnisvoll-lockende Welt seiner Forschung gewährt. Gerade in den unzugänglichsten Gebieten der Tropen— erzählte der Gelehrte— findet man vielfach die herrlichsten, farbenprächtigsten Schmetterlinge, darunter solche, die der Wiffeirschaft noch völlig unbekannt waren. In den Urwäldern Brasiliens u»»d Patagoniens, in» dunkelsten Afrika und den Südsee-Jnseln werden sie von dei» Expeditionen gesucht. In der Hauptsache sind es die großen Museen, die die erforderlichen Mittel znr Verfügung stellen, unter ihnen namentlich das British-Muscum. Aber auch private Sammler lassen sich ihre Liebhaberei ost viel kosten. Kostbare Launen der Natur. Neben den„normalen" Schmetterlingen, vo>» denen besonders schöne und seltene Exemplare mitunter erstaunlich hohe Preise erzielen, zählen auch solche, die ihre Existenz einer Laune der Natur verdanken, zu den meistgesuchten Kostbarkeiten. Wenn von einer bestimmten Schmetter- lingSart plötzlich ein Exemplar in einer bisher unbekannten Farbe auftaucht oder eine ähnliche Ab- toeichung von der Norm aufweist, so findet cS bei den„Schmetterlingsjägern" sofort das stärkste Interesse. Auch die Technik des Fangens wurde im Laufe der Jahre zu einer wahren Wissenschaft auSgebaut. Ein ganzes Arsenal von Netzen verschiedenster Formen und Beschaffenheit steht den Forscher»» zur Verfügung. Sie»missen aus zartesten» und doch widerstandsfähigem Material gemacht sein, müssen in ihrer Farbe sorgfältig auS- gewählt sein, je nachdem, zu welcher Tageszeit sie ver>vci»dct tverdei» und für welche Beute sie be» stmmt sind. Scheinwerfer im Urwald. Für die Nachtfalter hat man noch besondere Fangmcthoden. Eine der gebräuchlichsten ist die, bei welcher eine besondere Zuckcrläsung auf bie Bäume geschiniert wird. Die Falter, die durch den verlockenden Geruch angezogen werden, bleiben»nit den Füßen a>» der Baumrinde haften und werden vorsichtig abgelöst. Für die Riesensalter bedient»na»» sich der„Weißen Wand". Eine große Ivcihc Täfel wird in» Walde ausgestellt und von der Ferne durch Scheinwerfer beleuchtet. Der eigenartige weiße Glanz zieht die Nachtfalter an. Sic fliegen, mit großer Wucht gegen das weiße Hindernis, sinken betäubt nieder und lverdcn von den lauernden„Jägern" aufgelesen. Das sachgemäße Anfassen der Schmetterlinge erfordert große Hebung, und die Sammlung von Pinzetten verschiedenster Forme»» und Größen, deren man sich hierbei bedient, übertrifft an Reichhaltigkeit die Jnstrumentensammlung eines Chirurgen. Wenn man noch hinzufügt, daß die gefangenen Schmetterlinge gleich konserviert werden müssen, daß die vollständige Präparierung ungefähr einen Monat erfordert, daß das wandelnde Laboratorium ebenso behutsam durch die Wildnis transportiert werden muß wie die fertigen Kostbarkeiten, so kann man einen ungefähren Begriff von den Schwierigkeiten eister solchen Expedition gewinnen., Bampirjagd mit Lebensgefahr. Vielleicht noch schwieriger und gefährlicher war eine andere Jagd, auf der eö zum erstenmal gelungen ist, einen lebenden Vampir für einen Zoo zu fangen. Um diese FledermauSart, die da- durch bekannt ist, daß sie zu nächtlicher Stunde Tiere und sogar Menschen im Schlaf überfällt u»»d. ihnen unbemerkt Bisse beibringt, die mitunter schweren Blutverlust zur Folge haben können, ranken sich unzählige Sagen und Gruselgeschichten. In Wirklichkeit sind diese kaum faustgroßen Tiere sehr scheu und verkriechen sich tagsüber in unzugängliche Verstecke, um nachts wieder zu ihrem unheimlichen Tun hervorzukommen. Der amerikanische Gelehrte Raymond L. DitmarS, dem der glückliche Fang gelungen ist, erzählte die Geschichte dieses a»lfregciidcn Abenteuers. Er tveilte damals in einer Gegend von Panama, wo das Vieh unter der Bampirplage empfindlich zu leiden hatte. Der Forscher stieß nun mit einigen Gefährten in ein Dschungeltat vor, wo er zu den schwer zugänglichen Höhlen aufstieg, in denen nach den Angaben der Eingeborenen Vampire hausen sollten. Durch Dickicht, über sumpfigen, gefährlichen Grund arbeiteten sich die Forscher bis zum Eingang der Erdlöcher vor, die sich in ihrem weiteren Verlauf zu ausgedehnten Höhlen erweiterten. Sic schritten über morastigen Grund; das ständige Rauschen von unterirdische»» Wasserläufen begleitete sie. Tausende von Fledermäusen bedeckte»» die Wände— aber es waren nicht die gesuchten Vam- pire. Riesenspinnen und andere Insekten krochen überall umher. Zwei endlos scheinende Höhlen durchschritten die Forscher. Sie waren zu Tode erschöpft, als sie die dritte erreichten. Das Licht fiel auf glatte, senkrechte Wände» über die etwas blitzschnell dahinhuschte— cs waren Vampire! Fata Morgana in der Höhle. Trotz ihrer Müdigkeit machten sich die Forscher auf die Vampirjagd. Mer die Tiere verschwanden immer wieder in den zahllosen Riffen und Spalten. Die Jäger schleppten sich weiter— bis ihre übermüdeten Augei» scltsaine Trugbilder zu sehen begannen. Einen See, der in den Lüften schwebte... Da beschlossen sie den Rückzug. Einige Male wiederholten sie noch diesen Versuch— ohne Erfolg. Dann gingen sie nach einer anderen Methode vor. Ein„Stoßtrupp" wurde vorgeschickt, während die anderen den Rückzug sicherten. Die Höhle der Vampiere betrat nur ein einziger Mann, während die andere»» an» Eingang warteten. Er ging in völliger Finsternis vor, um"nicht die Tiere durch Licht zu verscheuchen. Plötzlich vernahmen seine Gefährten einen Schrei der Todesangst. Er Ivar in eine Spalte gestürzt, und seine Gefährten kamen noch gerade zurecht, uin ihn vor dem Ertrinken zu retten. Aber als man ihn mit viele Mühe üeranszog, zappelte etwas in seinem Netz: Eö war ein lebender Vampir! Die Forscher traten sofort den Heimweg an. Sie gaben sich mit ihrer Beute zufrieden und verzichteten darauf, ihr Lebe»» noch einmal aufs Spiel zu setzen. H. g. Bezugsbedingungen: Bet Zustellung tnS Haus oder be» Bezug durch die Poft monatlich Kd 16— vterteljäbng AS 48.—. bald,ädrig Ke 90.—, g-mziäbrig Kd 192.—.— Jnlerare werden laut Tarif billigst berechnet. Bei öfteren Einschaltungen Preisnachlaß.— Rückstellung von Maniskripten erfolgt nur bet Einsendung der Retourmarken.— Die Zeitungsfrankatur wurde von der Post- und Telearaub-n. direktton mit brlaß Nr. 18.800/VII/1V80 bewilligt.— Druckerei:.^OrbiS". Druck-, Verlags» und ZeitungS-A.-G.. Prag.