IEHTRALORGAN DER DEUTSCHEN SOZIALDEMOKRATISCHEN ARBEITERPARTEI IN DER TSCHECHOSLOWAKISCHEN REPUBLIK ERSCHEINT MIT AUSNAHME DES MONTAG TÄGLICH FRÜH. REDAKTION und VERWALTUNG NAG Xh„ eochova a. ikvon sw7. ammktuwn hukn sm. HERAUSGEBER i SIEGFRIED TAUB. CHEFREDAKTEUR' WILHELM NIESSNER. VERANTWORTE»OMER REDAKTEUR* DR. EMIL STRAUSS, FRAG. Einzelpreis 70 Heller (uinichlluBlich 5 Heller Porto) 14. Zahrgang Samstag, 9. Juni 1934 Nr. 133 Nächtliche Einigung in Genf Alle Forderungen Barthous In der Schlußresolutlon enthalten Genf, 8. Juni. Die Genfer Verhandlungen anf der Abrüstungskonferenz wurden heute mit der Annahme einer Resolution beendet, über die einige Delegierte, insbesondere Lordge- bcimsicgelbrwnhrcr Eden, der italienische Delegierte Di 2 oragna und der französische Anßenminister B a r t ho u, gestern lange in die Nacht hinein währende Verhandlungen führten. Die Delegierten referierten darüber telephonisch ihren Negierungen und schließlich wurde heute früh ein prinzipielles Ein Verne h m enerre ich t, das aufdrmbekannten V o r s ch l a g d e S M i n i st e r S B a r t h o u l> a s i e r t i st.- In diesem endgültigen Text der Resolution sind sämtliche Forderungen der französischen Delegation enthalten, denen auch die Delegationen der Balkan- und Kleinen Entente» Staaten sowie die russische Delegation zugcstimmt haben. 2 ä m t l i ch e 2 i ch e r h e i t S r l e m r n t e sind in dieser neuen Resolution enthalten sowie auch die Möglichkeit, die gegenwärtigen Beratungen über die konkreten Vorschläge zur Abrüstung fortznsehrn. Außerdem enthält dir Resolution auch eine Erwähnung, dir dir R ü ck k r h r Deutsch- landSznrAbrüstnngokonferenz ermöglicht. Am Nachmittag trat daS Präsidium der Abrüstungskonferenz zur Verabschiedung dieser Resolution über die weiteren Arbeiten der Konferenz zusammen. In der Einleitung der Resolution heißt eS, daß der Hauptausschuß von der Notwendigkeit überzeugt sei,.daß die Konferenz ihre Arbeiten sortsche, um zu einem allgemeinen Abkommen über die Herabsetzung und Begrenzung der Rüstungen zu gelangen, und entschlossen sei, die bereits unternommenen Studien unverzüglich fortzu sehen. Um«He Rückkehr Deutschlands Er fördert daS Präsidium auf, mit den von ihm für geeignet gehaltenen Mitteln und zum Zweck der allgemeinen Annahme einer Ab- rüstungökonvention eine Lösung derin der Schwebe gebliebenen Fragen zu juchen, unbeschadet der besonderen Besprechungen. die die Regierungen etwa einleiten wollen, nm den Enderfolg durch die Rückkehr Deutschlands zur Konferenz zu erleichtern. ferenz dar, wie die Schlußrcsokution zustande gekommen sei. Barthon erwähnte auch die Bestrebungen, die darauf hinausgehen, m i t D e u t sch- land zu verhandeln. Hiebei führte er an, daß alle für Verhandlungen mit Deutschland seien. Indem der Minister zu der Erklärung der französischen Delegation vom 17. März d. I. zurücikchrtc, die die Rückkehr Deutschlands in den Völkerbund und zur Abrüstungskonferenz betrifft, erklärte Minister Barthon mit besonderem Nachdruck, daß Frankreich keincEinkreisungSpolitik geltend gemacht habe und sie auch niemals geltend machen wolle. Was die Kontrolle betreffe, erklärte der Minister, so sei dies ein heikles Problem, das man jedoch nicht aus dem Ange lassen dürfe. Frank- | reich vertrete keinen negativen Standpunkt. Der Vertreter Englands, Eden, sprach über die französisch-britische Freundschaft, von der er sagte, daß sie durch die Genfer Beratungen in keiner Weise bcri'ihrt worden sei. Nun sei eine Acndcrung der politischen Atmosphäre eingetre- tcu, an der alle Völker in gleicher Weise beteiligt sind, und die cs der deutschen Regierung erlaubt, wieder die Rolle zu übcruchmeu, die es in Genf hatte. In diesem Geiste soll die Konferenz die Resolution auuehmcn, schloß Eden. Norman DaviS bezeichnete die Resolution als ein Kompromiß. daS doch nur zu einer schließlichen Herabsetzung und Beschränkung der Rüstungen führen liierde. Der russische Volkskommissär für auswärtige Angelegenheiten, Litwinow, erklärte in einer längeren Rede, daß er nicht gegen die Rückkehr Deutschlands in die allgemeine Abrüstungskonferenz sei. Der Hauptausschuß der Abrüstungskonferenz hat hierauf die als cnglisch-französisch-amerika- nischeS Kompromiß entstandene Resolution angenommen. Um die Arbeitszeit-Resolution Die Unternehmer sabotieren die Kommission Sicherheit, Ausführunsssarantlen und Kontrolle lieber die Sicherheit heißt es in der Resolution: Da die Ergebniffe der früheren Studien der Konferenz seit einem Jahr den A b s ch l n ß g e- wisser regionnlerSicherheitS- a b k o m m e n in Europa ermöglicht haben, beschließt der HauptanSschust, rin Sonderko- m i t r e zu ernennen mit der Aufgabe, diejenigen Vorstudien fortzusrhrn, die rö für notwendig hält, uni den Abschluß der neuen Abkommen der gleichen Art, die außerhalb der Konferenz verhandelt werden könnten, zu erleichtern. ES wird Sache deö HauvtauSschussrS sein, die etwaigen Beziehungen dieser Abkommen zu der allgemeinen Konvention zu bestimmen. Der Hauptauöschnß beschließt, ein Sonderkomitrr zu ernennen mit der Aufgabe, die Frag« der AnSführungVgarantien z« studieren, und die Arbeiten hinsichtlich der Kontrolle wieder anfzunehmen. Luftstreitkräfte und Waffenhandel Der Hauptauöschnß beauftragt ferner sein Luftfahrtkomitec, sofort das Studium der in der Entschließung vom Juli 1932 unter der Rubrik „Lu f t st r e i t k r äf t e" bezeichneten Fragen wieder aufzunehmen. Ebenso soll daS Son- deriomitce für die Fragen der Waffen- Herstellung und des Waffenhandels wieder seine Arbeiten aufnehmen und in möglichst lürzestcr Zeit Lösungen Vorschlägen. Der Hauptauöschnß überläßt cs dem Präsidium, im geeigneten Moment die nottvendigen Maßnahmen zu ergreifen, damit er, wenn der Präsident ihn wieder einberuft, so weit wie möglich einen vollstcrudigenAbkommenS- c n t tv u r f vorfindet. Endlich ersucht der Hauptauöschnß den Vorsitzenden, die Regierungen mit dem russischen Vor- schlag auf Permancnzerklärung der Konferenz als „Friedenskonferenz" zu befassen. Bärthou für Verhandlungen mit Deutschland Minister Barthon legte im Häuptausschuß in einem eingehenden Bericht der AbrüstungskonG e n f, 8. Juni. Die Internationale Ar- beitSkonferrnz schritt an die Konstituierung der Kommiffion zur Prüfung des Entwurfes des Internationale» Arbeitsamtes auf Herabsetzung der Arbeitszeit. ES wurde festgesetzt, daß eine 63 gliedrigr Kommission gebildet werde, in der 27 RegierungSdrlrgierte, 18 Delegierte der Arbeitgeber und 18 Vertreter der Arbeiterschaft vertreten sein werden. Unter den Regierungödele- gierten befinden sich für dir Tschechoslowakei die Abgeordneten Brodeekh und Schäfer. ES meldete sich dann der Vertreter der Ar- beitgebergruppe, der dänische Delegierte Oer- st e d zu Worte, der erklärte, daß sich seine Gruppe genötigt sehr, sich an den Beratungen der Kommisiion für dir Herabsetzung der Arbeitszeit nicht zn beteiligen, und daß sie demnach auch nicht ihre Vertreter in diese Kommisiion nominieren würde. Ueber ausdrücklichen Wunsch deS italienischen Delegierten gab dir Arbeitgebergruppe ihre Einwilligung dazu, daß sich der Italiener Olivetti an den Beratungen der Kommisiion für die Herabsetzung der Arbeitszeit beteilige. Die Konstituierung der Kommission wurde ohne Opposition mit 75 Stimmen angenommen. Kleine Entente verhandelt mit Rußland Uber Wiederherstellung normaler diplomatischer Beziehunsen G r n s, 8. Juni.(Tsch. P.-B.) In Genf fanden henke Beratungen der Vertreter der drei Kleinen Entente-Staaten, der Minister TitnleScn, JevtiL und Dr. B e n e ö mit dem Vertreter Sowjetrusslands, dem Volkskommissar für AeusjerrS Litwinow statt. Den Hauptgegenstand dieser Beratungen bildete die Frage derHerstellungnor- malerdiplomatischerBeziehungender Staaten der Kleinen Entente.zn So- wjetrusfland, und zwar im Hinblik auf die plötzliche neue politische Entwicklung und dieEreignisseiaEnropa, hauptsächlich aber im Hinblick anf die Verhandlungen über einen regio«alenO st sicherheitspakt. Zu diesen Beratungen gaben auch die Verhandlungen über einen eventuellen Eintritt Sowjetrnßlaads in den Völkerbund Veranlassung. Die Ergebniffe dieser Beratungen werde» in einigen Tage» bekannt sein. Wladiwostok ein Heerlager London, 8. Juni. Der Sonderkorrespondent deS„Daily Expreß" in Dairen meldet: Offiziere und Mannschaften deS britischen Dampfer„Aabby", der aus Wladiwostok in Dairen eingetrofsen ist, erzählen, daß die Stadt mit Soldaten und Marinrsoldaten überfüllt sei. Der Hafen sei voller Schiffe anö dem Schwarzen Meer, die Munition auSladrn. Unter den Schiffen im Hafen befänden sich neun britische Fahrzeuge mit Kriegsmaterial aller Art an Börd^ Am 1. Mai feie» 200 Militär, und Marineflugzeuge über Wladiwostok geflogen, während Dutzende von Tanks, Panzerwagen und schweren Geschüt zen durch die Straßen rollten. Diktator und Attrappe treuen sldi Paris, 8. Juni. Bedeutendes Interesse erlvcckt in der politischen Oeffcntlichkcit und auch in der französischen Presse die angekündigte Zusammenkunft des italienischen Ministerpräsidenten Mussolini mit Reichskanzler Hitler. Der römische Berichterstatter deS HavaS Büro erfährt, daß Hitler nach dem römischen Besuche seines Vertrauensmannes in Abrüstungsangelegenheiten von Ribbentrop, um diese Zusammenkunft ersucht habe. Demagogie um die Resolution Eilt an sich recht unbcdcutsaincr Vorfall hält eit einer Woche die Chauvinisten hüben und drü- ben in Atem. Bei der Verhandlung der Novelle zum PensionSversichcrungsgesetz hat der Abgeordnete Dubickohne die Znstinnnnng der Koalition einzuholen, eine Resolution beantragt, in der die Auflassniig der deutschen AnitSstcllen der Allgemeinen Pensionsanstalt verlangt wurde. Aiil Freitag wurde eine wesentlich abgeschtvächte Resolution, in der von der Auflassung der deut- chcn Landesstellcn nicht mehr gesprochen wird, ohne die Stimnicn der deutschen Regierungspar- tcicn beschlossen. Eine Resolution, wie solche häufig genug angenommen werden, ohne daß die Oefscntlichkeit davon Notiz niinint und ans die zurückzukommen uns Zeit und Mühe zu schade wäre, wenn dieser ganz nebensächliche Anlaß nicht wahre Orgien von Deinagogie entfesselt hätte. Die deutschen Christlichsozialen, in der Mei- nung, daß die Jahre ihrer Dienstbarkeit in der Bürgerkoalition bereits längst vergessen seien und daß die Partei der Vcrwaltungsrcsorni sich wieder erlauben dürse, den nationalen Mentor zu spie- len, wollen diesinal den Vogel abschießen. Herr Oehlingcr bestieg am Freitag, mit der An- inaßung im Namen des gesamten sudetendeut- scheu Bolkcv zu sprechen, die Parlamcntstribüne und protestierte dagegen, daß die„schwer erkämpften organisatorischen Errungcnschastcn aus dein Jahre 102!) zunichte gemacht kverden". Och- linger sprach nur wenige Minuten, aber sie gc- nügten. um eine» klaren Tatbestand hoilloü zu verwirren. Stellen wir also der gespielten Ent- rüstung der Christlichsozialcn die Tatsachen gegenüber: Die deutschen AmtSslellen wurden nicht 1929 errungen, sondern schon bei der Errichtung der PcnsionsversichcrungSanstalt geschaffen. Im Jahre 1929 wurde die deutsche Landesstelle in Troppau ausgelassen und wir könntcil daher ruhig den Spieß unikchrcn und erklären, daß wohl die Christlichsozialcn eine deutsche Position preisgegeben haben, nicht aber die deutschen Sozialdemokraten. Denn erstens steht in dem Gesetz, das Freitag beschlossen tvurde, von einer Aendc- rung in der Organisation der Pensionsversichc- rung kein Wort, vielmehr wurde bloß der Für- sorgeminister in einer Resolution aufgefordcrt, eine Novellierung der Organisation v o r z u- bereiten, zweitens enthält auch diese Resolution von der Auflassung der deutschen Amtostcl- lcn kein Wort und die angestrcbte Ockonomisie- rung der Verwaltung ist sehr wohl auch auf an- derc Weise denkbar und drittens haben die deut- schcn Sozialdemokraten auch für diese Resolution nicht gestimmt. Wozu also der Lärm? Wozu diese Täuschung der Oefscntlichkeit, die den Anschein erwecken soll, als wäre die Auflassung der deut- schcn Landesstcllen bereits beschlossene, ja voll- zogene Tatsache? Um diesen durchaus falschen Schein hervorzurufcn, sind die Christlichsozialen soweit gegangen, daß sic, entgegen der eigenen Erklärung vom Tage vorher, gegen dasGc- s e tz g c st i m m t h a b c u, obwohl es durchaus möglich gewesen wäre, für das Gesetz, aber gegen die Resolution zu stimme». Aber dann wäre cs freilich nicht angegangen, de» deutschen Sozial- dcmokraten vorzuwcrfcn, daß sic eine nationale Position preisgcgcben haben. Und nun möge» die Angestellten entscheiden, wie das Verhalte» einer Partei zu beurteilen ist, die, nm sich den Borwand für ein nationalistisches Manöver iibcr- | Haupt erst zn schaffen, gegen die Verluirklichnng der so lang ersehnten sozialen Rente stimmt! Daß die„Bohcinia", obwohl ihren Redakteuren daS alles sehr gut bekannt sein dürfte, den.Christlichsozialcn sekundiert, ist ein eigenes Kapitel, das wir aber nur streifen niüssen. Denn den iin gewohnt überheblichen Ton vorgctragc- ncn Belehrungen der„Bohemia", daß ein stärkerer Widerstand am Platz gewesen wäre, brau- Veite 2 TamStag, 9. Juni 1934 «r. 138 rfjctt wir nur die Stimmen der tschechische» nationalistischen Presse entgcgenzuhalten, so etwa das Blatt des Herr» Stribrnh, das in der löblichen Albsicht.! ins Feuer zu gießen, von einem „demütigen Kompromiß" spricht, oder die„Nä- rodni Listy", die doch eine Woche lang von einem „Diktat der deutschen Sozialdemokraten" geschrieben haben und die nach Beendigung der so unnötig aufgebauschten Affäre bedauernd seit- stellen, daß die tschechischen Regierungsparteien die ursprüngliche Resolution beträchtlich gemildert hätten, um den Deutschen die Abstimmung| zu ermöglichen, und daß diese aus die ihnen zu- gestandene Konzession„aus rein deutsche Art geantwortet und den tschechischen Parteien einfach den Rücken gekehrt" hätten. Die deutsche nationalistische Demagogie wird afio von der tschechischen erschlagen und um-1 gekehrt. Wir könnten also die Diskussion mit der Bemerkung abschließen, daß wir offenbar durchaus aus dem richtigen Wege sind, wenn wir weder bei den deutschen noch den tschechischen Nationalisten Beifall gestinden haben; wäre die Kampagne der sogenannten„nationalen Opposition" nickt deutlich darauf angelegt, einen Kon- flikt in der Koalition zu provozieren, da er zum Leidwesen der Herren bisher vermieden wurde. Diesen Manövcrn müssen wir um so mehr ent-1 gegentreten, als sich den Stribrnys leider auch I ein Koalitionsblatt zugesellt hat, die„Lidovö Listy", die erzählen, daß Mgeordneter Dnbicki) seinen Antrag im Namen der tschechischen Parteien gestellt habe und daß die deutschen Sozial- demokraten durch ihren Widerstand dagegen einen Koalitionskonslikt hervorgcrusen hätten. Dazu haben wir sowohl zur Sache, als auch zur Form wichtige Feststellungen zu machen. Zur Sache: Die nationale Sektionierung der Pensionsanstalt war im alten Oesterreich eine tschechische Forderung. Jin Jahre 1929 waren die Herren Srämck, Kramäk und Naj- man Führer der bürgerlichen Koalition. Im Jahre 1929 wurde durch das neue Pcnsionsver. sicherungsgescp die Ausrechterhaltung der deut, schen LandeLstcllen in der Pensionsversicherung ausdrücklich festgelegt. Wenn diese Regelung da- malö die Zustimnning der tschechischen nationalen Parteien gefunden hat, so kann es wenige Jahre später unmöglich Nationalismus sein, daß die deutschen Sozialdemokraten daran fcsthaltcn. Es ist vielmehr reiner Mutwille, aus dieser im Jahre 1929 erledigten Sache im Jahre 1934 einen Zankapsel zu machen. Zur Form: Der Antrag Dubickh war kein Koalitionsantrag, er war mit den Koalitions- Parteien nie vereinbart worden und unser Widerstand gegen ihn war daher nicht nur sachlich gerechtfertigt, sondern auch wegen des Vorgangs, der allen Gepflogenheiten der Koalition widerspricht. Dieser Antrag wurde dann von den Na- tionaldcmokraten und Herrn Eukik aufgegrifsen. Es hat sich also niemals um ein Diktat der deutschen Sozialdemokraten gehandelt, sondern einfach daruin, daß die deutschen Sozialdemokraten sich einem Diktat, noch dazu von außerhalb der Koalition stehenden Parteien, nicht beugen konnten. Daß die Agrarier schließlich einen Ausweg stillsten, der die Sache liquidiert, ohne daß ihr! I Repräsentant im sozialpolitischen Ausschuß völlig desavouiert wird, ist begreiflich. Aber damit muß die Sache für alle KoalitionSPartcien erledigt sein und die Hetze, die von nationaldemokrati- scher und ligistiscker Seite vermutlich fortgesetzt werden wird, muß bei allen Koalitionsparteien auf entschiedene Abweisung stoßen. Im Uebrigen ist der Umstand außerordentlich aufschlußreich. daß die ganze Pressepolemik sick hauptsächlich um die deutsche Sozialdemokratie dreht und die deutsckcn Agrarier gewisser- maßen links liegen gelassen werden. Daß die dcntscken Agrarier, die sich doch taktisch ganz ge- I nan in derselben Position befunden haben wie wir, auf der einen Seite für die tschechischen Nq- tionalisten gewissermaßen die versöhnlicheren Der„rettende“ Stände** gedanke Ohne sich etwas Faßbares darunter vorstellen zu können, haben auch unsere bürgerlichen Parteien mehr oder minder eifrig mit der Idee der Errichtung eines Ständestaates gelicbäugclt. Diesen Kultus treiben die fascistisch Infizierten in allen Staaten und so auch in Frankreich. Da ist es nun bcmcrkcnSlvcrt. was der rechtsstehende Journalist Henri d e K e r i l l iS in einem Leitartikel des„Echo de Paris" über die Frage des Ständestaates schreibt. Tas„Echo de Paris" ist rin reaktionäres Blatt, aber immerhin ungleich seriöser als der größte Teil unserer Bürgerpresse. Was KerclliS schreibt, ist eine Abfuhr der Ständestaat-Anhan- g e r! auch der unseren: „Eine der verbreitetsten Ideen im Wirbelsturm der neuen Theorien ist di« des retrenden „Ständegedankens". Kriegsteilnehmer, die Jugend, Kreise, die volitisch sehr verschieden sind, begeistern sich um so mehr für den Ständestaat, als nie« mand genauweiß, worin er besteht. Das macht nichts. Alle Welt will diese geheimnisvolle Kremeschnitte. Sehen wir und die Sache einmal näher an. Will man einfach das gegenwärtige Parlament durch eine Dersamnilung, nach Berufen gesondert, ersehen? Wenn ja, dann frage ich, warum Abgeordnete, gewählt von Schuhflickern, Eisenbahnern, Mmidclkuchenerzeugern und Fahrradkonstrulieuren geeigneter sein sollten als die jetzigen Deputierten, ein Finanzgesetz zu beschließen, Verträge zu genehmigen oder ein Wehrsystem zu bestimmen. Wenn nein, was will man eigentlich? Zweifellos das Parlament überhaupt vollständig a u tz- schal t e n und nach der Art von Mussolini die Stände heranziehen, um die Probleme der Verteilung und Erzeugung zu regeln. Diese Lösung wider st reitet der Praxis. AIS die wirtschaftliche Entwicklung noch einfach und primitiv war, konnte inan leicht die Beruf« in einzelne Zweige, Kategorien, Zünfte eiutcile». Es gab die Korporationen der Fleischer, der Bäcker, der Maler usw. Heute gibt cs hunderttauscnde Gegenstände, die gebraucht werden und Tausende von Berufen. Sowohl in der Erzeugung als auch in der Verteilung besteht eine unwahrscheinliche Verstrickung. Wie soll man da die Grundlagen für eine Ständeeinteilung finden? Mussolini Hai aus anderen Gebieten Bedeutendes geleistet, hier hat er seinen Mißer» Deutsckcn sind, während die deutschen Sozialdemokraten als nationale Kampfhähne hingestellt werden, u«id daß auf der anderen Seite die Partei des Herrn Spina von der deutschen nationalistischen Presse trotz allem als nationale Partei anerkannt und das Vorratsgeschrei ausschließlich gegen die Sozialdemokratie angestimmt wird, wirst ein Helles Licht auf die wahren Hintergründe der nationalistischen Agitation. ES ist ein Spiel mit verteilten Rollen, bei dem die nationalistische Phrase den Deckmantel für sehr reale, sehr materialistische, sehr klassenmäßige Interessen abgeben muß. Diese Erkenntnis muß alle, denen an der Erhaltung des nationalen Friedens gelegen ist, veranlassen, sich nur umso enger zu gemeinsamer Arbeit zusammenzuschließen. folg erlitten. Mühsam ist er nach zehnjährigem Hernmtappen zu einer ebenso willkürlichen als wunderlichen Klassifikation gelangt. In jeder seiner etlichen 80 Korporationen stehen sich die verschiedensten Interessen entgegen und diese geraten derartig in Widerstreit, daß sich bei jeder Gelegenheit die Entscheidung durch ein Schiedsgericht aufdrängt. Und wer ist der Schiedsrichter? Natürlich Mussolini. Da» heißt also, daß der Ständegedanke daraus hinauSläufl, dem Staat alle beruflichen Interessen, alle Kommandostellen des Wirtstaft« lichen Lebens auszuliefern. Der Ständcgedanke Ivird so zu einem ergänzenden Justrunicnt der Herrschaft in den Händen des Diktators." Auch die österreichische Gegenrevolution wird nicht gerade ermutigt sein, wenn solche abfälligen Urteile über ihr nagelneues und marktschreierisch angepriesencS Ständcstaat-Systcm sogar in konservativen Kreisen gefällt toerdcn. Und Dollfuß und die Seinen werden bald erleben müßen, wie gründlich sie sich an der „Kremcschnitte des Ständegedankens" den Magen verdorben haben. Und es gibt Magcnvergiftungen, die tödlich ausgehen. Zu einer Tasuns der Ruheständler Der Verein staatlicher Ruheständler hielt am Donnerstag, den 7. Juni inLandSkron seine Vollversammlung ab, an der 90 Delegierte und eine große Anzahl von Gästen tcilnahmen. In der Einlcitungsrede betonte der Obmann, Herr Remplik, die Versammlung stelle «ine Kundgebung gegen die Kürzung der Pensionen dar, gegen die sich die Pensionisten in aller Form vertvahren. Mit dein Ermächtigungsgesetz Iverde die Rechtssicherheit im Staate bedroht. Es müsse dagegen protestiert werden, daß man besser fundierte Kreise ungeschoren läßt. Die Krise im Staatshaushalt könnte beseitigt werden, wenn die nngehcneren SteuerrUckständc eingetrieben werden würden. Das Parlament möge gut machen, toas die Regierung an den Pensionisten gesündigt habe. I» den: daraus vorgetragencn Tätigkeitsbericht des Vereines wurde getadelt, daß die Negierung fast ausschließlich nur mit den Koalitionsgewcrksckiaftcn verhandelt hat, wobei allerdings fcstgestcllt wurde, daß eö gelang, Verbesserungen am Regierunsenttvnrf zu erzielen. Scharfe Stellung wurde genommen gegen die aktiven Staatsbeamten und erklärt, daß diesen die I Pensionisten die hohen PensionSabzüge zu verdanken haben. Die Beschtverden und Forderungen tvurden schließlich in einer einstiinmig angenommenen Resolution zusammengefaßt. Was der Sozialist auf dieser Tagung vermißte, Ivar der Gemeinschaftsgeist, der sozialistische Tagungen auszeichnet und der sozialistischen Bewegung die Stärke und Schlagkraft verleiht. Die Pensionisten scheinen sich aber ganz zu sondern von allen übrigen Angestellten- und Arbeiterschichten. Die Ausfälle, die gegen die aktiven Angestelltenverbände und die Angestellten selbst gemacht tvurden, sind ungerecht. Auch die aktiven Beamten sind Opfer der WirtschaftSlirse, sowie die Arbeiterschaft ungeheure Opfer nicht nur in materieller Hinsicht, sondern mehr noch durch die Berwüstmig ihrer und der Gesundheit ihrer Kinder bringen muß. Sicher ist die Meinung richtig, daß es leicht möglich wäre, den Staatshaushalt in Ordnung zu bringen, wenn den Begüterten in diesem Staate die notwendigen Opfer auferlcgt würden. Das fordern die Sozialdemokraten, finden aber mit dieser Forderung wenig Gegenliebe bei ihren bürgerlichen Koalitionspartnern, die ja den Pensionisten noch viel größere Opfer zu- gemutet haben. Auch diese Tagung hat deutlich gezeigt, das; mehr denn je die Einigung der Lohn-, Gehaltsund Pensionsempfänger notwendig ist. Diese Schichten sind in ihrer wirtschaftlichen Lage aus Gedeih und Verderb verbunden, lvären sie es auch politisch, wären den Pensionisten und allen übrigen arbeitenden Volksschichten viele tlnn»- nchmlichkeiten erspart geblieben. Die Kommunisten„kämpfen Heilen den Betrug an den hungernden nassen" DaS kommunistische Zentralorgan„Rudk Prävo" beschäftigt sich am 6. Juni mit denAr- bcitsloscnzisfcrn und behauptet, daß der Rückgang derArbeitslosigkeit bloß scheinbar sei, und ztvar deshalb, weil sowohl im Genter System als auch in der ErnährungSaktion immer mehr Bciverber aus der Unterstützung auSgeschiedcn tvcrden. Man muß gar nicht untersuchen, waS an dieser Behauptung Wahres ist, um zu erkennen, daß die ganze„Analyse" deS„Rudö Prävo" denselben Wert hat, wie andere kommunistische Behauptungen auch. Wenn nämlich alles bis auf das letzte Wort wahr wäre, tvas das„Rude Prävo" von der Einschränkung der Unterstützung erzählt, würde das doch für die Arbeitslosenstatistik nichts bedeuten, weil diese in unserem Lande bekanntlich nicht auf der Zählung der Unterstützten, sondern ans der Zählung der bei den ArbcitSvcrmittlungSanstaltcn gemeldeten, aber nicht untergebrachton Bewerber beruht! Da die sozialkritischcn Bestrebungen dctz „Rude Prävo" ohnedies nicht ernst genommen iverdcn, interessiert uns nur die psychologische Frage: Spekuliert die kommunistische Demagogie auf die Unbesonnenheit ihrer Anhänger oder sind die kommunistischen Macher, da sie sich seit Jahren mit nichts als mit Demagogie beschäftigen, selbst schon so unwissend geworden, daß sie die primitivsten Grundlagen unserer sozialpolitische» Einrichtungen nicht kennen? In beiden Füllen sind die Kommunisten zu Kämpfern gegen den „Betrug an den hungernden Massen", als die sie sich in demselben Artikel auSbietcn, indem.sie einen so plumpen Schlvindcl produzieren, ganz hervorragend legitimiert. SS Unsere Töchter,, die Nazinen j Boman von Wewwyala Zur MttMen\ Ich sah Kalis abgearbeitete Hände still in ihrem Schoß ruhen und tvußte plötzlich, diese Hände werden trotz allem die neue Welt aufbauen. Ich betrachtete meine weißen magereir Finger; sie haben nichts geleistet, aber es gibt auch weiße Hände, die die Diener des Geistes find, gibt sie auch hier, oder schon in der Verbannung und sie werden mitkämpfen, bis zum Endsieg. Alle guten Kräfte der Welt werden sich zusammentun gegen das, was jetzt hier geschieht. Wir dürfen nicht verzagen. . Unsere Kinder kamen am Abend. Toni sehr ernst, sehr lvortkarg. Claudia blaß, mit dem verzerrtem Gesicht, das ich aus ihren ärgsten Zeiten kannte. Toni sagte nur, nachdem sie mich begriißt hatte: „Komni nach Hause, Mutter. Es wird auf der Straße unruhig zugehen." Claudia jedoch stand einen Augenblick wie erstarrt in der Mitte deS Zimmers. Dann lvarf sie sich plötzlich neben einem Sessel auf die Knie, vergrub ihr Gesicht in meinem Schoß und schluchzte: „Mutter! Mutter!" Sic sagte nichts anderes, immer nur„Mutier". Es klang wie ein Hilferuf, lvie das Stammeln eines Menschen, der nicht mehr kann. Ich streichelte ihr Haar und bemerkte, daß »S in der letzten Zeit fast grau geworden war. Kati ging mit ihrer Tochter. Claudia kam nicht zum Abendbrot. Ich glaube, sie schämte sich vor mir. Als ich zu ihr ging, um gute Nacht zu sagen, lag sie mit weit offenen Augen im Bett und starrte zur Decke empor. Vor dem Waschtisch sah ich eine große Lache. Ich meinte lächelnd, um Claudia zu beruhigen und abzulcnken: „Haft du dich aber tüchtig gewaschen. Claudia." Sie blickte mich an und schauderte. „Nicht genug, Mutter", sagte sie.„Nicht genug. Ich werde nie mehr rein werden, nie mehr." Und sie betrachtete mit einem Ausdruck von unsagbarem Ekel ihre Hände und ihren ganzen mageren Körper, der sich scharf Umrissen unter der Decke abhob. Sie schlief die ganze Nacht nicht. Ich sah bis sechs Uhr morgens das Licht in ihrem Zimmer brennen. Was dachte sie wohl in dieser langen dunklen Nacht, waS fühlte sie? Ich wäre so gern zu ihr gegangen, aber«S stand so vieles zwischen unS; ich wußte, daß ich nicht das Rechte sagen tvürde. Ja, es stand vieles zwischen unS. Auch der Tod meines lieben Freundes, der Doktor Bär und seiner Frau. Vergeblich wurde die Erklärung abgegeben, daß er durch einen unglücklichen Zufall beim Reinigen seines Revolvers umS Leben gekommen tvar. Wir alle, die ihn gekannt hatten, wußten es bester. Und wir wußten auch, wer diese beiden Menschen in den Tod getrieben hatte; jene Leute, die heute in seinem Haus wohnen, jene Menschen, die nicht aus Verblendung schon vor Jahren zu den Nazis übergelaufen sind, sondern mit kluger Berechnung erst nach den Wahlen. Wenn ich diese Leute, diese Frau Doktor Feldhüter auf der Straße sehe, so vergesse ick, lvie alt ich bin. Ich muß meine ganze Selbstbeherrschung zusam- mennehincn, um ihr nicht ins Gesicht zu schlagen, um nicht vor ihr auszuspucken. Mir fehlt die sichere Ruhe meiner lieben Kati und deS braven Fritz. Ich glaube,>vir, die Menschen aus meiner alten Kaste, können siir eine Idee sterben, aber nicht für sie leben. Dazu fehlt eS uns an Kraft. Das Sterben ist ja auch leichter. Es ist merkwürdig, n>ie man sich, selbst in meinem Alter, noch ändern kann. Am zehnten Mai, als auf dem großen Platz vor dem See der Scheiterhaufen aufloderte, auf dem die Bücher der letzten deutschen.Kulturmenschen verbrannt wurden, war ich iveit iveniger empört, als Kati und Fritz. Ich, die ich mein Lebtag Ducker über alles geliebt habe. Aber was hier von Parbarenhänden in sie Flammen geworfen wurde, waren ja mir tote Buchstaben, die nichts fühlten, und daö andere, was in die Hände der Feinde fiel, war lebendiges Fleisch, waren Menschen, di« jeden Hieb empfanden. Ich sah vom Fenster aus die Flammen hochschlagen; sie schienen in den Himmel zu greifen, anklageird, drohend. Gegen Abend erhob sich ei» starker Wind und trieb die Asche über den See. Und ich mußte daran denken, daß Asche ein gutes Dungmittel ist. Wie oft hat Fritz die Kaminasche für den Tarten geholt. Auch diese Asche wird befruchtend tvirkcn, und aus ihr wird Neues erstehen, bester noch als das Alte. Die Bücher, die für viele, die sie einmal gelesen hatten, nachher zu etwas Totem, Vergessenem geworden tvarcn, werden nun in den Geistern und Herzen eine Auferstehung erleben und unsterblich sein. Aber ebenso unsterblich, ebenso unvergeßlich Ivird die Schande unseres Landes sein, in dem so etwas geschehen konnte. Nach der Bücherverbrennung begann Claudia mich zu quälen, ich solle doch in die Schweiz gehen. Ich passe nicht mehr hierher, ich würde mich dort viel tvohler fühlen. „Glaubst du, daß ich einen Sichtvermerk be- kommc?" fragte ich sie ein wenig boshaft. Sie wurde dunkelrot. „Wozu brauchst du einen, Mutter? Du hast doch das Motorboot. Du kannst doch tvieder einmal die Schweizer Grenze entlang fahren." Wieder einmal die Schtveizer Grenze entlang fahren? Also hat sie cs doch gewußt! Und hat geschwiegen! Ich empfand eine große tiefe Freude, doch durfte ich Claudia das nicht merken lassen. So sagte ich nur: „Warum willst du mich loswerdcn, Claudia?" „Weil, weil..." Sie stockte und sagte da»» mit tonloser Stimme, wie ein Mensch, der eine auswendig gelernte Lektion herleiert:„Weil sich in die SA. eine Menge dunkler Elemente cingc- schlichcn hat und cs nicht ausgeschlossen ist, daß diese Provokateure gegen den Willen der Führer ..." Sie brach abermals ab und flüsterte dann: „Ich bitte dich, Mutter, geh in die Schweiz. ES könnte dir etwas geschehen. Diese Menschen, die sich als Nationalsozialisten ausgeben und in Wirklichkeit etwas ganz anderes sind..." Ich blickte sie an und fragte: „Seit wann lügst du, mein Kind? Bci allem, was bu getan hast, habe ich mich damit getröstet, daß du wenigstens aufrichtig und nick: verlogen bist. Hast du jetzt auch»och diese eine gute Eigenschaft verloren?" Sie wurde dunkelrot, sie senkte die Augcp. hob sic dann wieder, sah mich mit einem fast irren Blick an. Ihre Hände zitterten, ihre^Lip- pen bebten. Sie konnte meinem Blick nicht standhalten. Unvermittelt sagte sie, mit der einen zitternden Hand auf das Madonnenbild über dem Betstuhl weisend: „Du bist tvieder fromm gelvordcn, Mutter. Bete, bete, daß nicht alles, daß nicht..." Die Stimme versagte ihr. Sie stand so hilflos, so verloren vor mir, daß mir daö Herz weh tat. „Komm her, Claudia", sagte ich sanft.„Ich möchte dis etlvas sagen." Sie gehorchte und setzte sich neben nrich. „Wir sehen alles mit andern Augen, mein Kind. Wir sind in den letzten Monaten saft Feinde gewesen. Vielleicht Ivar ich zu hart gegc» dich. Ich will dir keine Vorwürfe mehr macke», möchte dich nur um eines bitten: sei dir selbst treu. Handle nicht gegen deine bessere, deine wahre Uebcrzeugung." „Meine bessere Ueberzeugung!" (Fortsetzung folgt.) «r. irr» SaM-tag, 9. Juni 1934 Seite 3 Kommunistisches Süppchen gekocht nm Feuer der nationalen Demagogie. Beinahe haben wir den deutschen Christlichsozialen Unrecht getan. Beinahe hätten wir über- sehen. das; die Kommunisten die Frage der deutschen Amtsstellen In der PcnsiouSvcrsichcrung noch demagogischer und mit noch lomischcrcr Ber- drehung der Tatsachen behandeln als die Christen. Der„Vorwärts" schreibt: „So haben die Verhandlungen im Ministerkollegium in der Frage der Auslassung der deutschen Landesstelle der PensionSversicherungsanstalt mit einem Siege Dublckys geendet. Dem Minister für soziale Fürsorge wird angeordnet, die Auflassung der deutschen Landesstelle aus Gründen der Zweckmäßigkeit und Billigkeit zu erwägen, d. h. durchzuführen." Ta das kommunistische Blatt unwissend genug ist, um zu zweifeln, ob es eine deutsche Landesstelle oder m e h r e r e gibt, weshalb es zur Vorsicht abwechselnd die Einzahl und die Mehrzahl gebraucht, darf man leincStvcgs erstaunt darüber sein, das; es mit den als iommn- nistischen Kommentar hinzuerfundenen Aorten ,.d. h. durchzusührcn", die Sache so hinjtetit, als ob der Fürsorgcminister nun daö Recht hätte, die deutschen AmtSstcllen morgen aufzulöscn, wozu aber in Wirklichkeit ein Gesetz nötig wäre. Der Minister ist vielmehr bloß beauftragt, ein solches Gesetz vorzuberciten, daS, wenn cs überhaupt dazu käme, erst den Ministerrat und das Parlament passieren mühte. Mit anderen Worten, der Ministerrat hat sich überhaupt nicht mit der Auflassung der deutschen Amtsstellen beschäftigt, sondern nur mit einer Resolution, in der obendrein von besagter Auflösung nichts drin steht. Der„BortvärtS" bringt nämlich, was selbst die Christlichsozialen nicht gewagt haben, den alten, später fallengclasscncn Text der Resolution und noch dazu nicht als Resolution, sondern als sofort vollziehbaren Beschluß dcö Ministerrates. Und damit beweist er einen Verrat der deutschen Sozialdemokraten an der nationalen Autonomie! Für einen grundsätzlichen Gegner dieser Autonomie weih Goit eine tüchtige Leistung! Entrüstung statt Entscheidung Die„Deutsche Presse" und der„Völkische Beobachter". Die christlichsozialc„Deutsche Presie" beklagt sich in ihrer gestrigen Ausgabe bitter über einen verleumderischen Angriff des„Völkischen Beobachters" gegen die Partei, der sie dient. Hitlers Organ hat nämlich in einem vierspaltigen Artikel auf der ersten Seite behauptet, dah ..deutsche Kirchengelder für reichsfeindliche Propaganda" in die Tschechoslowakei fließen, das; man bei der in Freiwaldau verhafteten Apothekerin Dr. Hoffmann Geldeingänge aus Breslauer kirchlichen Kreisen gefunden habe und dah — auf dem Umweg über den CaritaSverband— die christlichsoziale Partei in der Tschechoslowakei rcichSdeutsche Zentrumsgelder empfange, um damit Propaganda gegen das Hitler-Regime zu treiben. Die„Deutsche Presse", die in dem da- bongelaufenen Herrn Krebs den Urheber dieser Behauptungen vermutet, weist die Verleumdung mit großer Schärfe zurück. Denn erstens habe sie und ihre Partei keine Kirchengeldec auS Deutschland erhalten— und zweitens treibe sie keine Propaganda gegen Hitler. DaS ist freilich nur allzurichtig— und wenn sie auch jetzt noch, angesichts der amtlich betriebenen Hetzkampagne der Hakenkrcuzler nichts anderes zu tun weih, als vom„Völkischen Beobachter" eine Richtigstellung zu erwarten sein frommer Wunsch, fürwahr I) und mit dem Hieb gegen den Drückeberger Krebs eine durch nichts bewiesene moralische Verdächtigung der von Hitlers Terror vertriebenen und von völkischer Lüge angeekcl« ten deutschen Emigranten zu verbinden, dann beweist sie damit, dah sie die Situation, in der sich heute daS Deutschtum und auch sie selbst befindet, noch immer nicht erkennen will. Sie ermahnt !(nachdem sie erst kürzlich die KampfeSweise der Hitlerischen durch Henleins„Rundschau" zu spüren bckkam) allen Ernstes die braunen Verleumder, an den„deutschen Ehrbegriff" zu denken, statt einzusehen, daß dieser deutsche Ehrbegriff heute gebieterisch verlangt, daS Schändliche zu bekämpfen, das im Dritten Reiche(nicht nur den Katholiken!) geschieht. Die Leser der„Deutschen Presse" und die Anhänger des Katholizismus haben, wenn schon nicht die Schmach, so doch sicher bereits die Gefahr erkannt, die vom Hakenkreuz droht. Wie lange wird die„Deutsche Presse" aus Marxistcnhaß und antisemitischer„Nächstenliebe" noch zögern, sich zur selben Erkenntnis durchzuringen? Mtthrlsch-schleslscher Landesausschuß Das Landcsbudget für 193ü beschlösse». Brünn, 8. Juni. Zu Beginn der heutigen Sitzung des mährisch-schlesischen LandeSauöschus- seS teilte Landespräsident Cernh mit, dah dem Ministerpräsidenten, dem Eisenbahn-, dem Innen- und dem Finanzministerium hinsichtlich des ablehnenden Standpunktes des Eisenbahnministeriums in Angelegenheit der Verstaatlichung der schlesischen Landesbahnen eine Darlegung überreicht wurde. Auch dem Unterrichtsministerium tvurde zur ablehnenden Antwort hinsichtlich der Verstaatlichung der Landesmittelschulen eine Darlegung übermittelt. Bei einer gemeinsamen Beratung der Vertreter des Unterrichtsministeriums nnd des Landes Mähren-Schlesien, wurde vereinbart, dah das linterrichtSmiuisterium der Regierung einen Antrag auf Aukauf der LaudeSerziehungSanstalten in der Prager Strahe für die Tierärztliche Hochschule zum Betrage von 3% Millionen Xe unterbreiten wird, Gleichzeitig wurde auch vereinbart, dah das Unterrichtsministerium für dieselbe Schule die ehemalige Kavalleriekaserne in der Prager Strahe zn einem Betrag von 5,760.000 Kü kaust und außerdem dem Land Mähren- Schlesien zur Deckung der schuldigen Quartierbeiträge ein Pauschal von 200.000 XC zahlt. DaS Land Mähren-Schlesien erhielt für Investitionen von der PcnsionSanstalt in Prag 2 Millionen XL. In der Sitzung des Landesausschusses wurdet auch das Landesbudget für das Jahr 1935 durchberaten. Das Budget weist im ordentlichen Bedarf 362,692.100 XL und in der ordentlichen Bedeckung 362,685.100 XL aus. Gegenüber dem Jahre 1934 wird der Bedarf um 10,178.841 XL das sind um 27 Prozent, herabgesetzt. Das Jn- vestitionsbudget für das Jahr 1935 hat einen Bedarf von 24,550.220 und eine Bedeckung von 1,725.000 XL. Das Budget wird nach Durchberatung in den einzelnen Kommissionen der Herbsttagung der Landcövertrctung vorgelegt werden. Rergarbeiterstreik beendet Pilsen, 8. Juni. Der Bergarbeiterstreil auf der Grube..Krimmich II" in TluLna bei Pilsen, der am Donnerstag ausbrach und die ganze Nacht sowie fast den ganze» Freitag andauerte, wurde am Freitag abends beendet. Der Mörder als Personalchef; ISopade.) Tic Großeinkaufge- s c l l s ch a f t Deutscher K o n s umvc r- ein e in Hamburg sGEC) ist seit dem Hiilersieg gleichgeschaltct und die Nazis, die sich früher als die unerbittlichsten Feinde der Genoffcnschasts- bcwegung bezeichneten, haben in alle leitenden Stellen der GEC eine große Anzahl ihrer„alten Kämpfer untergebrack>t. Rach welche» hohe» sachlichen Gesichtspunkten die Auswahl der Bewerber und die Besetzung der leitenden Stellen im Tritten Reich erfolgt, das beweist ein Beispiel. Al« Personalchef der GEE fungiert jetzt ein echter Nazimann. Er heißt Otto Ernst Heinrich Bammel, ist heute 29 Jahre alt und war früher Handlungsgehilfe. Seine kauf- männischen Fähigkeiten sind nicht bekannt, sie waren auch kvneowcg« für seine Nenanstclliing maßgebend, denn Bammel hat seine Kunst der Menscheabehandlnng, über die er al« Personalchef eines so großen Betriebe» wie die GEC ihn darstellt, verfügen müßte, bereit« früher unter Beweis gestellt. Bammel i st e i n M o r d e r. Er hat in der Nacht zum Sonntag, dem 16. Marz 1931, jn einem Autobus, der von Zollenspieker nach Hamburg fahrt, mit zwei anderen Spießgesellen das konininnistischc Bürgerschaft«- Mitglied Hennig erschossen. Tiefe Mordtat erregte durch ihre Begleitumstände in ganz Deutschland großes Aussehen, denn die drei Nationalsozialisten zluangen während der Fahrt den Chauffeur mit vorgchaltcncm s Revolver zum Halten nnd forderten Henning, der in dem Autobus saß, auf, seine Papiere zu zeigen. Als Henning seinen Namen nannte, er- widerten sic:„Den suche» tvir gerade" und streckten im gleiche» Augcttvlick Henning mit mehreren Schüssen nieder. Er war sofort tot. Eine im Wagen befindliche Lehrerin erhielt zwei Beinschüsse. Bammel stellte sich mit einem seiner Mord- gesellen in der gleichen Nacht der Hamburger Polizei, der dritte Täter wurde am anderen Tage verhaftet. Mitte November 1931 fand die Gerichtsverhandlung gegen die drei Mörder statt, in der B a m m c l zu s e ch s I a h r c n Z u ch t- h a u s verurteilt wurde. Der Staatsanwalt hatte acht Jahre Zuchthaus beantragt. Zwei Jahre später ist Bammel Personalchef der GEC getvorden, und dort entscheidet er heute als klassischer Zeuge der„aufbautvilligc» Kräfte der Nation" über daS Schicksal von vielen Hunderten Angestellten uitd Arbeitern. Neubildung des belgischen Kabinetts Die katholischen Minister bleiben. Brüssel, 8. Juni. Der König hat den bisherigen Ministerpräsidenten Graf De Brocaueville, den Führer der katholischen Partei, mit der Neubildung drö Kabinetts beauftragt. Ter bisherige Außenminister, der Liberale HvmanS, soll im neuen Kabinett durch den bisherigen Finanzminister Jasper ersetzt werde». Auch einige andere Liberale solle» durch neue Persönlichkeiten ersetzt werden. Ivährcnd die katholischen Minister zum größten Teil in der Regierung verbleiben. Wirren In Spanien Madrid, 8. Juni.(HavaS.) Die politische Situation in Spanien ist sehr vertvorren. Neben den sich hartnäckig erhaltenden Gerüchten über geplante Umsturzversuche von links und rechts wurden auch Meldungen über einen bevorstehenden Konflikt zlvischen Madrid und Barcelona bekannt. Den Gegenstand des Konfliktes bildet daö Gesetz über Bodenpachtverträge. Daö katalanische Abgeordnetenhails hat den Gesetzentwurf angc- uommcu, der Madrider Bersassungögerichtshof ist jedoch zu der Anschauung gelaugt, daß daS Gesetz der Verfassung widerspricht. ES verlautet, daß die katalanische Regierung entschlossen sei, daö Gesetz ohne Rücksicht auf den Spruch des Madrider Gerichtes durchzusührcn. Die Polizei hat einige Waffen- und Munitionslager aufgcdcckt, die sowohl Sozialisten und Anarchisten, wie auch Monarchisten und Fascisteu gehörte». Der Streik der landwirtschaftlichen Arbeiterschaft in einigen Provinzen trägt znr Verschärfung der Situation bei, da es in zahlreichen Gemeinden zu Zusammenstößen gekommen ist, die mehrere Todesopfer forderten. Zusammenkunft Hitler-Mussolini? Paris, 8. Juni.„Petit Parisien" erfährt über London, daß in Venedig in Bälde eine Zusammenkunft zlvischen Mussolini und H i t- l e r stattfinden soll. DaS HavaS-Büro meldet aus Rom, daß Mussolini gestern die Hauptstadt verkästen hat, um sich in seine engere Heimat in der Provinz Romagna in Norditalicn zu begeben, Ivo er sich mindestens eine Woche aufzuhal- ten gedenkt. Es ist nicht ausgeschlosten, so fügt der Berichterstatter hinzu, daß Mussolini diesen Aufenthalt in Norditalien zu persönlichen Zusammenkünften mit einigen hervorragenden aus- ländischc» Politikern benützen wird. Auch daS Reuter-Büro erfährt von seinem Berliner Berichterstatter, dah cs in der nächsten Zeit zu einer Zusammenkunft zwischen Adolf Hitler und Mussolini kommen soll, dah jedoch bisher weder das Datum noch der Ort der Zusammenkunft festgelcgt worden seien. ■■■■■■■■ Roosevelt kündigt sozial Versicherung an Washington, 8. Juni. Präsident Roosevelt hat den Kongreß eine Botschaft zugehcn lasten, in dec ein umfastendcr Plan zur Sicherstellung dec Wohlfahrt aller amerikanischen Bürger vorgczeich- net wird. Als Grundsatz tvird ausgestellt, daß jedem Volksgenossen und seiner Familie ein eigenes Heim, sein tägliches Brot sichergestellt und daß durch die Schaffung einer Sozialversicherung für ihn im Falle von Alter und Krankheit gesorgt wird. Tic Mittel für die Sozialversicherung sollen nicht im Wege der allgemeinen Steuererhebung, sondern durch die Beiträge der VcrsichcrungSträgcr aufgebracht werden. Bei der Sozialversicherung handelt eS sich vor allen Dingen um eine Versicherung gegen die Arbeitslosigkeit. Bekanntlich ist eine derartige Einrichtung in den Vereinigten Staaten bisher unbekannt. Amerikas Rückkehr zur ungebundenen Preispolitik Washington, 8. Juni. Dec Leiter der Nira Johnson kündigte am Donnerstag an, dah, von wenigen Ansnahmen abgesehen, alle Preisfestsetzungen fallen gelassen werden»nd selbst von der Festsetzung der Mindestpreise abgesehen werden soll. Die Presse bezeichnet diesen Schritt alö den Beginn der Rückkehr zu freien Wettbewerben. Er mache die Revision von mehreren hundert Nira-Codeö notwendig. Die neue Preispolitik, von der man erwartet, daß sic die in der letzten Zeit auftretendcn monopolistischen Tendenzen verschwinden lassen tvird, soll bei künftig aufzustellenden Codes berücksichtigt werden. Oer Mörder Arlosorows zum Tode verurteilt. Jerusalem, 8. Juni. Daö Gcrichtstribumü in Jerusalem verurteilte nach 33tägiger Verhandlung den Anhänger der jüdischen Zionisten- Rcvisionisten-Partci StavSli zum Tode; der Anhänger derselben Partei Rosenblatt wurde freigesproche». Beide wurden beschuldigt, am 17. Juni 1933 de» Vorsitzenden der Exekutive der Zionisten Dr. Arlosorolv ermordet zu haben. Die Anklage behauptet, dah beide Angeklagten Dr. Arlosorow erschossen, als dieser gegen Mitternacht mit seiner Gattin am Quai in Tel Aviw spazieren ging. Daö Motiv zur Tat bildete die sichtlich unzurechnungsfähige Feindschaft der Angeklagten gegenüber der offiziellen zionistischen Politik, die Dr. Arlosorow und seine Mitarbeiter verfolgten. Die Angeklagten verteidigten energisch ihre Unschuld. Der dritte Angeklagte Abaarkimeir wurde bereits im Akai des Jahres 1934 freigesprochen, da für seine Mitschuld nicht genügend Beweise Vorlagen.> Röhms Urlaub von der Reichswehr Der in die Wüste geschickte Stabochcs Der vierwöchige„KraukheitSurlaub" p^s Herrn Rühm hat, wie aus Berlin verlautet seine höchst ernsthaften Hintergründe. Natürlich ist p-r ehrenwerte Stabschef nicht krank, man hat ihn C tft vor wenigen Tagen munter in Berlin hcrumlaufen sehn. Von DcprcstionSzuständcn und Müdigkeitserscheinungen>var nichts zu bemerken. Man nimmt aber an, daß der etwas unfreiwillige„Urlaub" des Stabschefs auf die Intervention des Reichs« wchrministerinms znrttckzuführcn ist, mit den,Herr Röhm bekanntlich in ernstem Kampfe liegt. Herr Hitler, der fick' ja nie endgültig z„ entscheiden pflegt, hat auch hier wieder ein Hintertürchen gefunden und den Stabschef bedingt i„ bic geschickt, vor allem, um erst einmal Zeil z„ Winnen. Remonstration beim EeichenbegSngnls Explosionen ohne Ende. Wien, 8. Juni.(AN.) Am 7. Juni d. I. versuchten etwa 200 sozialdemokratische Parteigänger in Wiener-Neustadt anläßlich des Leichenbegängnisses eines in gcrichtlichcr Haft verstorbe- ncnSchutzbi'mdler zu demoustricreii, tvurden jedoch von der Gendarmerie sofort zerstreut. Im Anschluß daran explodierte am Friedhof ein Papierböller, der jedoch keinen Schaden anrichtetc. In der Nacht zum 8. Juni explodierte im Turmzimmer der Hochschule sür Bodenkultur eine mit brisantem Sprengstoff gefüllte Metallflaschc und zerstörte die Inneneinrichtung volllommen. Am 7. Juni wurde um 23.30 llhr in Hil- bcrn in Oberöstcrreich der Kommandant der Star- hembergschcn Jägerkompagnie Hirning, Johann Neubauer, der sich auf dem Heimwege befand, durch einen aus dem Hinterhalt abgegebenen Schuß in den Rücken schwer verletzt. Donnerstag gegen 22.30 llhr explodierte in der Nähe eines bei Wels bcjindlichen Militärver- pflegsmagazin ein Sprengkörper, der beträchtlichen Sachschaden anrichtete. Ter Anschlag galt wahrscheinlich dem in diesem Gebäude wohnenden Ma- Verbot der üillerpresse in Oesterreich verlängert Wien, 8. Juni. Amtlich wird milgeleilt: Daö Bundeöprcsscamt hat auf Grund de« Art. 1 der Verordnung vom 12. Oktober 1033 daö seinerzeit verfügte Verbot der Verbreitung aller im Deutschen Reiche erscheinende» Tageszcilun- gen und gewiffcr Zcitschristen im gleichen llm- sange für einen Zeitraum von lvciteren drei. Monaten, Endtag den 1(1. September 1084, verlängert. Die gegen bestimmte Zcitimgen sür eine längere Zeitdauer vcrsügtcn Verbote lvcrdeu hierdurch nicht berührt, llcbcrtretungen werden mit Verwaltungsstrafen bis 2000 Schilling oder drei Monate» Arrest geahndet. llelmatschutz unter dem Kommando eines Habsburgers Wien, 8. Juni. In Marbach an der Donau hat gestern eine vaterländische Kundgebung stallgefunden, an der der ehemalige Erzherzog Dr. Hubert Salvator alö Gauführer de« Heimat- schutzcö im Bezirke Persenbeug teilgenommcn hat. Naturfreunde in Bergireundc umgewandelt Wien, 8. Juni. Wie die„Nene Freie Presse meldet, hat Vizekanzler Starhcmberg den neuen Satzungen dcö ehemaligen Arbcitertonristenver- einö„Naturfreunde" die borgeschriebene Genehmigung erteilt. Der neue Verein wird den,Ma« men„Ocsterreichischcr Touristenverein„Berg- srenndc" führen. Gefährlicher Fund Klagenfurt, 8. Juni. Jn einer Bauernstube bei Holzberg beschäftigte sich der Knecht Prafink damit, einen Sprenglörpcr, den er ans der Straße gefunden hatte, zu zerlegen. Der Sprengkörper explodierte hiebei und Prasnik erlitt so schwere Verletzungen, daß er kurz nach der lleberjührung in das Spital stgrb. ®eHe 4 SamStag, v. Avni 1S3ii Nr. ISS KI» WM MM des A-„SM" Ein noüeidender Student im Boxring getötet Richard Strauss — siebzig Jahre ÄI!I 11. jlmti 18t>1 wurde Richard Strauß als Sohn eines Münchener Hornisten geboren. Der also übermorgen Siebzigjährige hat einen schwindelerregenden Aufstieg genommen, völlig ohne jene äußerliche Widerstände und ohne jene Notperioden, die sonst das Leben und die Entwicklung fast aller großen Schaffenden gerade auf dem Gebiete der Musik kennzeichnen. Mit knapp zlvanzig Jahren ist Strauß schon Opcrnkapell- mcister in München, als dreißigjähriger Opernchef, mit vierzig Jahren Ehrendoktor und Genc« raliuusildireltoc. Schon um die Jahrhundert- lvcnde erringt er Weltruhi», ist heute der bedeutendste und anerkannteste unter allen Musikern aller Nationen, ein steinreicher Mann, der es immer verstanden hat, den Punkt des geringsten Widerstands zu wählen, Kunst und Geschäft, das und den Verdienst miteinander zu verknüpfen Aus diesem Wesen heraus, das nicht aggressiv, aber lvohlbercchnend ist, hat Richard Strauß sofort seinen Frieden mit den neuen Machthabern Deutschlands gemacht, ist heute als erster Mann der ReichSmusilkammer in Berlin der Repräsentant dessen, waS man in Dritten Reich Kultur nennt. Dec Mensch Richard Strauß hat nie unsere besonderen Sympathien gefunden— seine Haltung jetzt bestätigt, wie richtig wir fühlten und urteilten. Man muß ihn nicht verurteilen tvie jenen Gerhart Hauptmann, der sich zum Sprecher des neuen Deutschland, zum Ja-Sager erniedrigte, aber man kann ihn nicht wertschätzen. Das darf natürlich nicht hindern, die unvergleichliche Bedeutung anzucrlennen und zu würdigen, die Richard Strauß im deutschen und in- ternationalen Musikschaffen von fast fünf Jahrzehnten besitzt. Richard Strauß ist mehr und anderes als der größte Epigone der ewigkeitswert- vollcn deutschen Symphoniker und Musildrama- tiker; er ist unter allen Komponisten, die um die Jahrhundertwende von Deutschland aus ihren Weg in die Weltmusik nahmen, der am radikalsten nach neuen Wegen, nach neuem Ausdruck suchende; zwar nicht von neuer, geistig und fee* lich revolutionärer Empfindung und Gestaltung her, lvohl aber mit dem Verständnis und einer unerhörten technischen Begabung für die neuen Formen, die ein neuer Lebensstil verlangte. Richard Strauß ist als die vollendetste musikalische Inkarnation des modernen Bürgers anzusehen, der beredteste musikalische Ausdruck einer technischen Vervollkommnung, die als Gewand für einen seelisch verflachenden Organismus dient. Technisch führt Richard Strauß über Wagner hinaus, als Finder und Gestalter eigenen inneren Erlebens bleibt er hinter ihm zurück. Als Opcrnkomponist und Mufikdramatikcr, als tvclchcr Rich. Strauß den größten Ruhm erntete, steigt Strauß, nach seinen unzulänglichen Ju- gendwerken(„Guntram" und Feuersnot") mit „S n l o ui e" und„Elektra" auf den Gipfel, hält ihn inne mit dem„R osenkava- l i e r" und der„A r i a d n e auf NaxoS". Künstlerische Höhenluft weht noch auü der Pantomime„I o s e p h s l c g c n d e". DaS Jahr 1919 sieht ihn als StaatSoPcrndirektor in Wien und als Autor der schon problematischeren „Frau ohne Schatten".„Schlagober s",„I n t e r m e z z o",„A e g y p- tische Helena" vermögen sich die Büh- nen nur mehr teilweise zu erobern; dem bisher letzten Opernwerk Richard Stranßenö, der„A r a» bell a", die wieder die S a n g l i ch l e i t des„Rosenkavalier" ausweist, werden sie sich vielleicht stärker erschließen. Aber selbst die schwäche- ren Werke Richard StranßenS bedeuten nicht nur im Hinblick auf das sonst ärmliche musikdra- matische Schaffen unserer Feit, sondern auch infolge der überlegenen Kunst des Meisters immer noch außerordentlich viel für die Spiclpläne der Opernbühnen. Unter den symphonischen Dichtungen Straußens ragen sein„Don Juan",„Tod und Verklärung",„Till Eulenspiegel",„Don Quixote", „Heldcnleben", seine„Domestica" und die„Al- pensyinphonie" hervor. Daneben hat Strmcß noch Bedeutung als Licderlomponist. Von seinen Orchcsterwerkcn gilt das Wort Paul Gräuers, daß Strauß„das plastisch-architektonische Formengerüst der klassischen Symphonie umnutig zerschlug und dessen umherliegende Trümmer mit programmatischen Ideen, mit einer Fülle von charakterisierenden Themen und Moti« ven und mit einer farbenprächtigen schillernden Justcumentativn bunt und üppig umkleidete"; der Opcrnkomponist Strauß bringt keine„unmittelbar seelische Offenbarung der handelnden Personen", seine Musik ist vielmehr nur„ein Epheu um den fertigen Stamm der Dichtung", gleichviel ob sie vonWildc oder Hossmannsthal stammt; kein großer Schöpfer, aber ein fast beispielloser Könner. 6, Französisches Militärflugzeug abgestürzt Paris, 8. Juni. Unweit der Stadt Orleans stürzte ein Militärflugzeug ab. Der Mechaniker fand den Tod, der ihn begleitende t'.ntcroffizier wurde tödlich verletzt. Donnerstag fanden im Winierstadion in Prag Boxkämpfe statt, bei denen der vicriind« zlvanzig Jahre alte Medizinstudent I v a n O d i- n e c, ein Russe von Geburt, auftrat. Es heißt, daß der junge Mann nur deshalb bei öffentlichen Boxkämpfen auftrat, weil er sich mit dein Boxen sein Studium ermöglichte und damit auch den Lebensunterhalt seiner Schlve« st e r bestritt. Ein Boxer aus Not also. Odinec, der unter dem Namen Ondincob in den Ring trat, war als harter Schläger bekannt, der selbst auch die schwersten Schläge, ohne mit einer Wimper zu zucken, cntgegennahm. Solche Boxer, die, ohne gleich zusammcnzubrechen, sich verdreschen lassen, haben die Liebhaber des Boxsportes besonders gern; jene haben gewissermaßen immer wieder Aussichten in den Ring zu kommen oder deutlicher gesagt, öfter Gelegenheit, geprügelt zu Iverden und zu prügeln und damit auch Geld zu verdienen. Mittwoch stand Odinec dein ebenfalls als tüchtigen Boxer bekannten K u r t S t a r y gegenüber und erst in der sechsten Runde stürzte er plötzlich, ohne im gleichen Moincnt einen Schlag Tagcsnculgkcltcn Girre Mutter geht mit ihrem Kirrd eins Wasser Mitiwoch abends kam die 38jährige Anna Rosenberg aus Trauten au mit ihrem sechsjährigen Söhnchen nach Arnau und bat bei einer ihr bekannten Frau um Unterkunft für kurze Zeit. Das Obdach wurde der Frau ohnclveiterS gewährt, doch entfernte sich die Frau mit dem Kinde gegen t) Uhr abends, um nicht mehr zu der befreundeten Familie znrückzukehren. Donnerstag früh wurde die Leiche der Frau, und an sie mit einer Schnur befestigt, auch die Leiche deö Knaben im E l b e s ch w i m m b a d gefunden. Frau Rosenberg sollte von ihrem Mann geschieden werden und der AuSgaug einer Gerichtsverhandlung, die Mittivoch vormittags stattfand, dürste ihr die Ueberzeugung gebracht haben, daß die Scheidung nicht mehr zu verhindern sei. Sie zog den Tod dem Leben ohne den Mann vor. Bergrmg von zwei Opfern der Relfon-Kataftrophe Offrk, 8. Juni. Gestern wurde im„Nelson"« Schacht ein weiterer Grubenabschnitt geöffnet. ES handelt sich um die nach Osten zum Wctterschacht 7 führende Anlage. Die Arbeiten brachten einen Strcckengctvinn von insgesamt 620 Metern. Nach Bewältigung dieser Strecke lvurde dec Wetterschacht 7, der nach der Katastrophe, wie alle übrigen Schächte, geschlossen worden war, geöffnet und der Ventilator in Betrieb gesetzt. Diese Strecke lvurde bekanntlich unmittelbar nach der Katastrophe von sechs Bergleuten passiert, von denen sich vier durch AuSsteigcn beim Wctterschacht 7 retten konnten, während die beiden anderen, der Häuer Keller und der Fcucrwächter Anton Peh, welche ebenfalls durch den Schacht ins Freie gelangen Ivollten, von den Gasen ereilt und getötet Nmrdcn. Ihre Leichen konnten gestern am späten Meird geborgen Iverden. Der.Häuer Keller stammte aus Herrlich, war 31 Jahre alt, verheiratet und Vater eines Kindes. Dec Fcucrwächter Peh stammte gleichfalls miö Herrlich, war 83 Jahre alt, Witwer und ohne Familie. Die beiden Leichen waren vollkommen erhalten. Ihre Beerdigung wird morgen auf dem Osseler Friedhof erfolgen. Wetterkatastrophe in San Salvador New Bort» 8. Juni. Die Leitung der Pan« amerianischcn Luftverkehrsgesellschaft erhielt von ihrem in San Salvador gelegenen Flugplatz einen Funkspruch, wonach San Salvador von einen« furchtbaren Orkan mit anschließendem Wolkenbruch heimgcsucht worden ist. Zahlreiche große Gebäude in der Hauptstadt sind zum Teil zerstört worden. In den Wohnvierteln wurde» zahlreiche Häuser völlig vernichtet. Infolge völliger Lahmlegung aller Verkehrsmittel sowie der Licht- und Kraftanlagen hat sich die Negierung gezwungen gesehen, das KricgSrecht zu erklären. Soweit bisher bekannt ist, sind bei dem Unwetter 8 Menschen umgekommen. Die Zahl der Obdachlosen beträgt 600. Der Schaden wird auf 1% Millionen Dollar geschäht. Peomotto« eine« 88 jährige« Saragossa, 8. Juni. An der hiesigen Universität hielt gestern ein 83jährigcr Hörer seine Doktordi.sseration über die Geschichte der spanischen Literatur; er promovierte mit Auszeichnung. 28.000 Dottar Kopfpreis für Dillinger Washington, 8. Juni. Unter einer Reihe von Gesetzen zur Bekämpfung der steigenden Kriminalität in den Vereinigten Staaten unterzeichnete Präsident Roosevelt auch eine Verordnung, durch die das Justizdepartement ermächt wird, auf die Ergreifung von notorischen Verbrechern einen empfangen zu haben, zusammen. Die Zuschauer — eS ivaren an die 0000— nahmen den Sturz als Folge eines Schlages hin und der Ringrichter zählte ruhig— als ob cs sich um cttvas Selbstverständliches handeln würde— aus, und als er zu Ende kam, erhob sich Odinec schwer vom Boden und tauniclte in die Ringecke, wo er auf einem Stuhl zusmnmcnbrach. Nur ein Zuschauer rief erregt:»hier ist etwas nicht in Ordnung, der Mann ist verunglückt", die anderen aber glaubten noch innncr an die normale Folge von schweren Hieben und da sich der Boxer nicht mehr erheben und aufrechtcrhalten konnte, rief man den Arzt, der nach kurzer Untersuchung Odinec in das Krankenbaus auf der Bulovka schaffen ließ, wo er nach kurzer Zeit, ohne das Bewußtsein wieder erlangt z» haben, starb. Aks Todesursache wird von den Acrztcn Gehirnerschütterung als Folge eines Schlages angenommen. Odinec galt als braver, fleißiger Mensch, der als Mediziner zu den größten Hoffnungen berechtigte. Die Not und die Liebe zu feiner Schtvester trieb ihn diesem nichtswürdigen, brutalen »Sport" zu. Preis in der Höhe von 2 6.0 OODollars auS- zusehcn. Damit werden für die Ergreifung Dillingers nunniehr 28.000 Dollar Belohnung auS- gezahlt. Einer von Dillingers Haupthelfern namens Tommy Carrol wurde am Donnerstag in Watcrloe(Iowa) bei einem Zusammenstoß mit Polizisten tödlich verletzt. Er starb wenige Stunden später in einem.Krankenhaus. Ein mit ihm aufgegriffcncS Mädchen, das sich als seine Frau bezeichnete, gab zu, daß sie und Carrol bei einer Schießerei in einer Waldschenkc im Staate Wisconsin am 28. April beteiligt gewesen waren, bei der mehrere Polizeibeamte erschossen worden Ivaren. Sport oder blutiger Rummel? Daß der bürgerliche Sportbctricb mit ernsthaftciu, wertvollem Sport in sehr vielen Fällen nur noch wenig, mit nicht allzu sauberen Geschäften interessierter Manager jedoch sehr viel zu tun hat, ist schon oft erörtert worden. Rekordpsychose auf der einen, materielle Spekulation mif der anderen Seite haben ihn zu einer meist unerfreulichen Begleiterscheinung unserer gesellschaftlichen Anarchie gemacht, ein Tiefstand, über den auch der äußerlich glänzende Rahmen nicht Hinwegtäuschen kann. Der Boxsport, der am Donnerstag Abend beim Meeting im Winierstadion zu einem Todesopfer geführt hat, ist an sich sehr umstritten. Es gibt recht vernünftige Leute, deren gesundes sportliches Interesse über jeden Zweifel erhaben ist, und die doch, oder vielleicht gerade deshalb, dieser Sparte der körperlichen Ertüchtigung mit äußerster Skepsis gcgcnüberstche». Mit dem Wesen des Sports an sich hat daö Boxen kaum etwas zu tun. Sport als Massenleistung, Sport als Hochziel der systematischen Heranbildung gestählter, willenöstarker Menschen, die der drückenden Schwere des Alltags mit mehr Mut und zukunftsfroher Energie ent« gegentreten können, wie die vorige Generation, hat gewiß nichts gemein mit jenen«ffcktgeladcnen Prcisprügeleien, die man von Zeit zu Zeit veranstaltet, um einer gewissen Schicht sensationssüchtiger Menschen das Geld ans der Tasche zu lockcn.ES ist ein Geschäft, das hier arrangiert wird, und kein angenehmes dazu. Wenn der Sieger seinen Gewinn einstreicht, wenn auch der Besiegte nicht leer auSgeht und die Manager ihren Triumph feiern, so ist das im Grunde nichts anderes als eine private Spekulation zweier muskelstarker Herren und ihrer Propagandachefs und hat mit gesundem Sport soviel zu tun wie eine Gasthaus»Schlägerei mit einer gymnastischen Uebung. Der Russe O d i n c o w, der am Donnerstag Von dem Weltergewichtler Kürt Starx so gründlich geschlagen wurde, daß er nicht mehr aufstand, wurde ein Opfer dieser Art„Sport", die an die übelsten Instinkte im Menschen appelliert. Ueber diese Dinge muß endlich einmal offen gesprochen werden. Sport wird erst dann eine Angelegenheit des allgemeinen Interesses, wenn er wirllich mehr als Selbstzweck für ein paar routinierte Geschästsmacher ist. Oeffentlicher Totschlag zu zivilen Preisen, den man uns am Donnerstag im Winterstadion bot, kann jedoch nur den Sport bei jenen, die ihm nicht freundlich gegenüberstehen, aufS schmählichste diskreditieren. Gerade der Arbeitersport, der sich stets gegen den ordinären SportsnobiömuS der Tagesspekulanten gewehrt hat und dessen Ehrgeiz immer darauf gerichtet war, die Massen seiner Anhänger nicht zu zwecklosen Rekorden zu hetzen, mit denen nian zlvar Urteilslose bluffen, aber keine Werte erzielen kann, sondern in ihnen den Sinn für den Wert der Körperkultur zu wecken und zu vertiefen, hat ein Recht, gegen derartige blutige Auswüchse nachhaltig zu protestieren. Nicht MuSkelvergottung für spcktalelfrohe Schreier, denen eS auf einen Nervenkitzel ankommt, sondern Sport, um eines höheren und überragenderen Zieles willen, das ist die Devise des Arbeitersports! Die Prager Arbeiter- Olympiade wird eindrucksvoll unter Beweis stellen, daß zwischen dem Totschlags-„Sport" i la Win- terstadion und der zielbewussten, verantwortungsvollen Erziehungsarbeit unserer Acbeitcrsportlcr ein Abgrund klafft, der jedem, der zu wägen ver- Vom Arbclter-Turn- and Sport-Verband Achtung, Prag-Fahrer! Die Massenverpfleguugin Prag kostet zirka 6 K6 täglich. Der Frühkaffee wird in den Schulen verabfolgt. Mittagessen und Nachtmahl im Stadion. Diejenigen, die diese Verpflegung wünschen, müssen bei der Meldung bei den Vereinen angeben, für welche Tage und gleichzeitig den Betrag mit erlegen. Für die Hanptvorführungen am 8. Juli nachmittags und für daö Festspiel abends steht eine beschränkte Anzahl von ernräßigtenKartenzu 5 Kd, die nur als Znschlagskarten zur Festkarte aue- gegeben werden, zur Verfügung. Wer solche wünscht, muß eS bei der Vereinsleitung mitangeben und den Betrag gleich erlegen. steht, den Unterschied zlvsschen Rummel und Sport aufzeigt I Die Revisionskosten bei der staatlichen Er- nährungSaktion. Wie wir erfahren, schreibt eine Bezirksbehörde in Böhmen die Kosten der Entsendung ihrer Beamten zur Revision der staatlichen Ernährungsaktion den Gemeinden vor, in denen diese Revision vollzogen wird. Ueber Anfragen wird aufmerksam gemacht, daß die Gemeinden nicht verpflichtet sind, derartige RcvisionSkosten zu ersehen. Eine vom Unglück verfolgte Gemeinde. Kurz vor Mitternacht zum Donnerstag brach in der Gemeinde I a s i n a im Bezirk von Rachovo ein Brand in einer Gasttoirtschaft ans. Der starke Wind fachte das Feuer noch mehr an, so dass in Bälde sowohl das G a st h a u S als auch fünf umliegende Gebäude vollkommen in Asche gelegt wurden. Der Schaden beläuft sich auf etwa eine halbe Million XL. Die Ursache des Feuers wird untersucht.— In der Gemeinde Jasina brannte bereits im Jahre 1927 die Hälfte der Wohngebäude, die inmitten der Gemeinde gelegen sind, nieder. Im Jahre 1930 fiel dann ein Teil der Gemeinde rund um die katholische Kirche herum einem Brande zum Opfer. Mord- nnd Selbstmordversuch. Der in einem Tcplitzer Hotel beschäftigte Hausmeister P. aus Turn war gestern um 1 Uhr mittags mit der Aufräumung von Zimmern beschäftigt. Bei diesen Arbeite» half ihm ein Stubenmädchen. Plötzlich stürzte seine Gattin in das Zimmer, warf sich aus ihren Mann und brachte ihm mit zwei Küchenmessern in der linken und rechten Schulter Stiche bei. Bei den Abwehrungsversuchen des Mannes zerschnitt er sich die Hand. Die Frau brachte sich mit dem Messer am linken Handgelenk schwere Schnittwunden bei. Die Verletzungen des Mannes sind schwerer Natur. Beide 1»eben ins Krankenhaus gebracht. Kampf mit Schmugglern. Bei O r z e g o w in der Nähe der deutsch-polnischen Grenze kam eS dieser Tage zu schweren Zusammenstößen zwischen polnischen Schugglern und Grenzpolizei, der bekannt geworden war, daß täglich aus einem von Deutschland kommenden Personenzug eine große Zahl von Schmuggelpaketen abgeworfen und von den Helfershelfern der Schmuggler gesammelt und fortgcbracht wurden. Eingehende Beobachtungen ergaben, dass um eine bestimmte Zeit sich etwa 100(l) Personen einfanden und den Schmuggelzug erwarteten, um die Schmuggelware in Empfang zu nehnien. Als am Donnerstag die Grenzpolizei einschritt und die Schmuggelware beschlagnahmen wollte, wurde von der Menge, die eine drohende Haltung gegen die Beamten einnahm, auf die Beamten ein Steinbombardement eröffnet. Die Aufforderung der Beamten, sich zu zerstreuen, fand bei der Menge kein Gehör. Auch einige Schreckschüsse hatten keinen Erfolg. Daraufhin feuerte die Grenzpolizei, wobei der 19 Jahre alte Joseph Reysch und der 68jährige Josef Renisch, beide aus Orzegow, getötet wurden. Ob Personen verletzt wurden, steht noch nicht fest, da die Schmuggler entkamen. Mordverdächtiger verhaftet. Die Gcndar- meriestation in BeLbäry bei Kutnä Hora stellte heute nachmittags be»' 46jährigen Johann Cisar aus Dkevnicc wegen des Verdachtes der Teilnahme an dem Mord in Lipany sicher. Holz statt Geld. Bekanntlich wurde de» Waldbesihern in Kärnten seinerzeit die Entrichtung ihrer Steuer in Holz gestattet. Nunmehr hat auch die niederösterreichischc Landesregierung zu dieser Steuerbcgleichung ihre Zustimmung erteilt, und man rechnet in Kreisen der Forstwirtschaft mit der Einführung dieser Steuer in sämtlichen Bundesländern. Vom Rundfunk Empfehlenswerte» an» den Programmenr Sonntag: Prag, Sender Liblitz: 6: Gymnastik, 10.06: Deutsche Presse, 10.10: Verdi: Arie aus Othello, 10.16: Schulfunk, 18.46: Schallplatten, 17,10: Lie- dcrkonzert, 17.46: Geigenkonzert, 16.80: Deutsche Sendung: Ileberiragung aus Tcplitz-Schönau, Festkonzert des Sängerfestes der 6000, 16: Tanzmusik auf Schallplatten, 16.26: Uebertragung aus Rom vom Fußballwettkampf, 22.80: Konzert.— Prag, Sender St.: 14.80 Deutsche Sendung: Landwirtschaft, 14.46 Deutsche Arbeitersendung: Dr. I. W. Brügel: Daö Gesetz über die Ministerverantwortlichkeit, 16: Alte Lieder zur Laute.— Brünn: 12.16: MittaaSkon« zert, 18.20: Deutsche Sendung: Dr. Epstein: Die nächstliegenden Ausgaben der Demokratie. 1 «r. ISS Sam-tag, S. Zstml 1834 Sette 5 Troerene» Amerika— durch Hitze Washington, 8. Juni. Präsident Roosevelt verhandelte gestern mit Harry Hopkins, Vorsitzenden des FöderalausschusseS für die Organisierung der Hilfe, und Lewis D o» g l n s, Borstand der Bndgetabtcilung des Finanzministe- riuniS. Die Beratungen erstreckten sich auf die heikle Situation der Landwirtschaft in den Staaten des mittlere» Westens, wie sic durch die andauernde Trockenheit verursacht wurde. Hopkins legte toeitere Fakten und zifferinäßige Daten über diese Lage vor und bemerkte Journalisten gegenüber, das; die Hilfsaktion rund 10 Millio- n e n L e n t c aus mindestens 15 Staaten erfassen werde. Lotterie für Internationale Anös.-ssung. Die sm»,;ösische.Kammer ermächtiaie die Negierung, eine anncrordentlickc staatliche Lotterie zu veranstalten, deren Erirägn!: für die Finanzierung der Internationalen Ausstellung 1037 bestimmt sein wird. ES sollen im ganzen Lose im Werte von 700 Millionen Francs zur Ausgabe gelangen. Die marxistischen Jugendgrnppen sind in Deutschland noch lebendig. Trotzdem in Deutschland von den Zerrst.'ende» die marxistische Bewegung schon oft endgültig„erledigt" wurde, kommen immer lviedcr Eingeständnisse e>. tlicher nationalsozialistischer Stellen, in denen zugegeben wird, daß die marxistischen Gruppen trotz allem Terror noch lebendig sind und Zusammenhalten. So Kat jetzt die Obergebie. Führung Ost der Hitlerjugend bekanntgcgcbcn. das; immer noch frühere marxistische Jugeudgrupven geschlossen an» Fahrt gehen. Die Leitung der Hitler-Jugend hetzt die Polizei aus diese Jugendgrnppen und verlangt die Meldung der Polizei an die Hitler-Jugend. lD. Ns.) Tragödie im Dritten Reich. AuS Heidelberg wird gemeldet: Der Chemiker Doktor Reis steckte am Freitag Vormittag seine Villa in Brand. Die in daS HanS eindringende Feuerwehr und Polizei beschoß er. Man fand seine Leiche auf dem völlig verkohlten Bett. Die Möbel von Dr. ReiS sollt en am Freitag zwangsweise gepfändet werden. Die Angestellten der Speditionsfirma, die vor dem HanS vorgefahren waren, trafen aber auf verschlossene Türen und bemerkten erst dann den! Brand. Ein buddhistischer Abt lägt fi* begraben. Ter Abt des Bhairongitcmpcl» in der Nähe von Barilly hat sich lebendigen' Leibes begraben lassen, da er sein Lebenvir an die gesamte Bevölkerung, sich an die I Sciie der kämpfenden Hennnähcrinnen zu stellen, die nichts tvolleu, als daß man ihnen ihr Hungerdasein nicht noch tveiter verschlechtert. Ghetto 1834! Ich hab« dieser Tage drei sehr versktiiedene Repräsentanten des deutschen Judentums sprechen tonnen. Der«ine kmn aus einer norddeutschen Kleinstadt, sein Bericht war niederschmetternd. Ter wür- gende Ring der ständigen Schikane», des lallen Boykotts schließt sich enger und enger; die wenigen Juden, die aushaltcn, sind Freiwild für die dunklen Instinkte einer mit allem Raffinement tagtäglich neit aufgeputschten Menge. In den letzten Wollten ist eine beunruhigende. Intensivierung der antisemitischen Propaganda fcstznsiellen. Streichers„Stürmer" Ivird öffentlich auSgchängt und verfehlt seine Wirkung nicht. Ter l.'!an», der diesen Bericht gab, har ein kleines Geschäft; er wird es demnächst zumachcn müssen, man hat ihn buchstäblich ausgehungert. Alic Stammkunden, die es wagen, sein Geschäft zu betreten, bekommen Drohbriefe, werden in der Lokalpresse öffentlich„angeprangert", manchmal auch photographiert oder körperlich belästigt. Der zweit« ist ein Berliner Angestellter. Fit I Berlin, so teilte, er mir, ging es bisher. Bis zur Goebbels-Rede,-die die neue antisemitische Propa- gandalvelle. einlciicte, war die Judenhepc sekr ins Hintertreffen geraten. Getvisse. Easös füllte» sich wieder mit Juden, übrigen» nicht gerade den angenehmsten Bertreter» des Judentums. Tiefe Epoche der Atempause ist mit eineni Male wie ausgeloscht. E» kommt bald hier, t>ald dort zri Beschimpfungen jüdischer Passanten, Insulte» in der Straßenbahn. Beschmieren jüdischer WohnnngStüren mit uniläti gen Drohungen u. ä. Ter dritte tvar ein Jude, der nicht ohne Einfluß auf die offizielle Politik der indischen Vermal- I tungSkörper ist. Dieser Mann entwickelte einen Bon Löwen zerfleischt. Die Besucher der I Filiale deS Londoner zoologischen Gartens in WhipSnade. das 00 km von London entfernt und dadurch bekannt ist, daß in demselben die Tiere größtmöglichste Freiheit auf gröhtyröglichem Raume genießen, wurden am Donnerstag Zeugen einer schrecklichen Szene. Ein 26jähriger Mann, dessen Hut vom Winde in eine künstliche Lüwenhöhle entführt worden lvar, kletterte über daS Gitter derselben und versuchte, seinen Hut wieder zu erlangen. Vier Lötven fielen ihn an, erfaßten ihn mit den Pranken am Kopfe, zerrten ihn in die Höhle hinein und schleiften ihn ungefähr 40 Meter weit; dabei zerfleischten ihn die Tiere mit ihren Tatzen und Zähnen grauenhaft. Die durch daS Geschrei der Menge herbeigerufenen Wärter versuchten dem Unglücklichen zu helfen und die Löwen mit Stangen zu verscheuchen. Die Löwen wurden aber dadurch noch mehr gereizt und bearbeiteten den Unglücklichen weiter. Sie ließen ihn erst los, als die Wärter auf sie schossen. Erst dann kmmte die zerfleischte Leiche deü Unglücklichen von den Wärtern fortgetragen werden. Die Berlvsung der Eisendahnlotteri«, die beim tschechoslolvakischen Eiscnbahnkalender veranstaltet wird, wird am 18. Juni in der Staatslotterie in Prag stattfinden. Es werden drei Freifahrkarten 3. Klasse Schnellzug auf 2000 Kilometer, 76 Freifahrkarten 3. Klasse Schnellzug auf 000 Kilometer und 76 Anweisungen auf eine 60prozcntige Ermäßigung des Fahrpreises in dec 8. Schnellzugsklasse auf 600 Kilometer zur Verlosung gelangen. Die Ver- losungSkupone siird im tschechoslowakischen Eisenbahnkalender für 1034 enthalten- Streik der schlefifchen Handschuhnäherinnen Aus I o h a n n e s t h a l in Schlesien tvird uns gemeldet, daß die Handschuhfaktoreien Kronec und Appel am Dienstag, den 6. Juni l. I., einen neuerlichen Lohnabbau durchführt«», der die Arbeitsniederlegung durch sämtliche Handschuhnäherinnen in JohanneSthal und Umgebung zur Folge hatte. Seit Jahren haben die Johannesthaler Handschuhfaktoreien sich geweigert, den früher bestandenen Lohnvertrag zu verlängern, um so den Weg frei zu haben ftir den rücksichtslosesten Lohndruck. Die ohnehin nur toenige Wochen im Jahre beschäftigten Näherinnen wurden in diesem Gebiete mit Elendslöhnen abgefertigt. Der neurliche, ganz rind gar ungerechtfertigte Anschlag auf die Löhne hat die Näherinnen zur Abwehr gezwungen und sie lehnen nicht nur diesen Abbau entschieden ab, sie verlange» die frühere bestandene vertragliche Regelung mit ihrer zuständigen Berufungöorganisation, dem Bekleidungsarbeiter-Verband in der Tschechoslolvakischen Republik, Sitz Reichcnberg. Wis appellieren auf diesem Wege zunächst an alle Handschuhnäherimien, in dem ihnen aufgezwnngenen Kampfe auszuharren und sich durch keinerlei Versprechungen verlocken zu lassen, sich selbst zu schädigen. Die zuständige Be- rufSorgairisation der Handschuhnäherinnen ist derzeit bereit, über eine erträgliche Regelung der Lohn- und Arbeitsbedingungen zu verhandeln. Wir appellieren hier aber auch an die zuständigen Behörden, den verzweifelten Heimarbeiterinnen den erforderlichen Schutz angedeihen zu lassen und nicht zuletzt appel- Standpunkt des Anpassens aus Zwang, der geradezu erschreckend lvar. Man solle die Hossnuiig nicht a»f- gebcn, so ungefähr formulierte er eö, ans die Dauer doch noch zu einem erträglichen Verhältnis zum herrschende» System zu kommen und deshalb müsse man eben in jeder Beziehung gewisse„Konzessionen" machen. Fürchterliche Perspektive. Ein„erträgliches" Verhältnis zu jenen, die. die Todfeinde der Kultnr. die Mörder zahlloser Marxisten und Juden sind?! Es ist das Ghetto des 20. Jahrhundert, demütigender und verheerender, als es je ein mittelalterliches Ghetto gewesen sein kann. Sieht man zu schwarz? In Berlin, so tvird berichtet, hat ein Vertreter des brminen Reichssportführers von T s ch a m m e r- O st e n den sportlichen Wettkämpfen des Sportvereins Bar Kochba gegen Hakoah, Berlin, beigewohnt. Der Herr Vertreter ließ sich nach Schluß des Spiels dazu herab, drei indische Springer zur Teilnahme an den deutschen Olympia-Vorbereitungen einzulade». Die drei Springer spuckten dem frechen Kliniker nicht etwa un- höflichst dankend ins Gesicht. Sie sagten z». lind ein Herr Dr. Friede nthal, Leiter des deutschen zionistischen Makkabi-Kreises, befürwortet daranfbin eine Teilnahme Palästinas an den Olympischen Spielen im Jahre 1030 in Berlin! Eine palästinensische Sportdelegation in das Land eines Streichers, eines Goebbels, eines Hitler! Ein Happy end auf all' die unsäglichen Gemeinheiten, den schimpflichen Judenboykott, die BrotloSma- chung Tausender und Abertausender von Intellektuellen, die Pogrome im Frankenland... Dazu würdigt sich ein deutscher Zionist—. Wenn das am zionistischen Holze geschieht, wie mag eS da erst bei den gleickschalttingswiitigen,„völkisch-deutschen" Juden aussehe»?! Ghetto 1034! Pierre Teile k ..Sozialdemokrat" Samstag. 8. Juni 1834. Nr. 133 Vir ompkohleu 6a» HOTEL-DAX, Bratislava Stefanikstraße 31. 8 Minuten vom Bahnhof. BOrgl. Hau», Monü» Kd 6». Fremdenzimmer von K612- an Wollen Sie gesund werden? Plagt Sie Kheuma, Gicht, Ischias oder eine Frauenkrankheit? Wollen Sie Ihren Urlaub schön und billig verbringen? Besuchen Sie den Kurort Bohdanec Bei erstklassiger Einrichtung, Fürsorge und Bedienung sind wir wirklich billig! In BohdaneC erwartet Sie Genesung und Erholung! Saison Mai— September 3408 PRAGER ZEITUNG I I I 18. Tiiiü mit l Gcrichtssaai Mil Aus der Partei I am Samstag „Wo war ich r Seo Als man Verdacht argen BybornN schöpfte, wurde er unter Beobachtung gestellt und unvermutet einer Leibesvisitation untcr- zogen, als er eines Abends den Dienst verliest. Man fand 18 Briese bei il»n vor. Der Angcilagte. bestritt auch heute vor den Geschworenen jede diebische Absicht und hielt die erwähnte Erklärung ausrecht. Seine Dienstbezüge betragen nach allen Abzügen(er hat ein Kind zu ali- mentierenl monatlich etwa 500 KO. Seine Frau verdient etwas durch Nähen und er hat sich dadurch einen Nebenverdienst geschaffen, dast er in Gast- Häusern musiziert. Er soll dadurch auch ins Trinken gekommen sein. Die Geschworenen glaubte» seiner Berteidigung nicht, sondern erkannten ihn mit acht Stimmen im Sinne der Anklage schuldig. Der Gerichtshof verurteilte den Ange« klagte» zu fünf Monaten Kerker bedingt auf drei Jahre. Vyboruy hat übrigens vier Monate in Nnter- snchuugshaft gesessen. rb. andere Bühnen zu erschliesten. ES herzlichsten Beifall bei offener Szene stürmische Unterbrechungen während Jakobiner, dcS nachfolgenden Duetts der verriet, dast Ab Kö 40.— konkurrenzlose, billige Penidona- nrelee In traten bürgerlichen Villen Im Kurpurko Heilanzolcen: Rheuma, forhliui, exsudat. Frauenkrankheiten.— Inform.: Badedirektion Plietyan. Pariser Pot- Donnerstag Fache r.— und kreier war ich (Alle Vor- M finden Frau Carola Behrens teilt unS mit, dast sie für die kommende Spielzeit als jugendliche Heldin und Salondame an die M ü n ch n e r Ka m m e rsp i e- l e verpflichtet wurde. Wir nehmen das— so sehr erfreulich es für die Künstlerin sein mag— mit austerordentlichem Bedauern zur Kenntnis, da der Abgang der Frau Behrens vom Prager Deutschen Theater unseres Erachtens für dieses einen schweren Verlust bedeutet, der zudem kaum notwendig sein dürfte. Carola Behrens hat in den zwei Jahren ihrer Prager Tätigkeit bei jeder Gelegenheit— die ihr allerdings nicht oft geboten wurde— ihre ungewöhnliche Be- ' gabung nachgewiesen, die man unserer Bühne hätte erhalten müssen. Eilt letzthin erzielte Carola Behrens als Lady Windermere einen ganz grotzen Erfolg. Im Falle Behrens ist,das Persäumnis einer rechtzeitigen positiven Entscheidung der Direktion solange zu bedauern, als nicht der NachlveiS vollwertigen Ersatzes erbracht ist. HaendelS„Josua", Dienstag, den 12. Juni. Die Aufführung der 700! Mitwirkend: Alle deutschen GcsangSvcreine, der BewcgungSchor von 150 Personen, Orchester und Chor des Deutschen Theaters. Dirigent: Schmidt, Gesamtregie: Graf, DekorationS- Drei Stüde ans„Soniniernachtstraum"; -traust: Bläsericrenadc; Johann Slranh: „.slünitlerleben"; Smetana:„Furiant". Sziill. i entwurf und Kostüme: Pirckan, technischer Aufbau: Kotulan. Bewegungschöre: Schork.(Philharmonisches - Am Montag bleibt das „Josua" ge- Sugendbewegung Sozialistische Jugend, Kreis Prag. Sonntag, den 10. Juni, Wanderung: S. I. Smichow, S. I. Holleschowitz, Note Schar: halb i) Uhr, Endstation der llcr im Baumgarten.— Montag, den 11. Juni, 8 Uhr im Parteiheim: Kreisleitung.— Dienstag, den 12, Juni, 8 Uhr: Gruppenabend«: S. I. Holleschowitz: Laaerwerbcabend; S. I. Weinberge: Wilhelm Busch-Abend; S. I. Zentrum: 20 Jahre seit WeltkricgSbcginn; S. I. Smichow: Dis, knssionöabend.— Donnerstag, den 14. Juni, 8 Uhr im Parteiheim: FunktionärarbeitSgcmeinschast. Theater an der iederkehr des dreistigsten Todestages des tschechischen TönemcisierS durch eine dieses Werkes teil, die zugleich auch in Weiie dem internationalen Gedanken Die gestrige Prc- Kunst und Wissen Dvoraks„Der Jakobiner“ Grober Erfolg der Erstitufslihrung im Prager Deutschen Theater Die dritte Anklage wegen ■ Amtsmißbrauches in der lausenden Schwnrgerichtssesiion Briefträger plündern Briese. Prag, 8. Juni. Die gegenwärtige Schwur- gcrichtSveriode enthielt drei Anklagen wegen Mist- ! brauchcs der Amtsgewalt, deren letzter Fall heute ' vor dem TchwurgcrichtShof des OGR M ä z e k zur ! Verhandlung kam. Angeklagt war der 57jährige Postbote Karl Byborny vom Zijkower P ost a m t, dem die Anklage zur Last legt, systematisch Briefe, mit deren Sortierung und Expedition er betraut war und in denen er Geld vermutete, geöffnet und den Inhalt gestohlen zu haben. Die Anklage zählt 18 derartige Fälle auf und sct>äht den Schaden auf 82 KO. Der Angeklagte leugnete diese Schuld und räumte nur ein, er habe aus Bequemlich- k e i t s g r ü n d e n Briefe, die er selbst hätte ! manipulieren sollen, eingesteckt und in andere Post- j kästen geworfen, nm die Arbeit des A b st c m- pelns und Sortierens von sich abzu- ! w ä 1 z e u. Die Anklage beruft sich aber daraus, dast wegen verlorener Briese Nachdem vor etwa zwei Jahren das T e p l i tz e Stadttfteater durch die deutsche Urauisührung „Jakobiner" ein grostes Verdienst sich erworben hat, nimmt nun das Prager Tcntschc Feier der W unsterblichen Aufführung vorbildlicher weit über die Kunst hinaus dient. mere brachte dem toten Komvonisicn. der tschechischen Musik schlechtweg, der immer stärkcrcu Annäherung der beiden Nationen, dem Hans und allen zkünstlern einen ungewöhnlich starken Erfolg, der zweifellos allerorts mit inniger Freude verzeichnet werden wird. Bon den Bemerkungen, die ich gelegentlich der Tcplttzer Ausführung über das Werk machte, kann in dieser Stunde nur die Erkenntnis wiederholt wer den dast der„Jakobiner" eine wahrhaftige Volk s- o v e r ist. in der musikalischen Komposition i m besten Sinne national, von grostcr Wirk. samkeir vor allein im C h o r i s ch« n und Licdhas- t e u, reich an Erfindung, einfach, natürlich, sangbar im Melos, danlbar für die Singnimmcn, beseelt von uolksfrischem:>Ihn:hmns, hiugegcbcu der böhmischen Heimat und dem böhmischen Musikantcntum. dem in der Figur des RegenSchori ,n der Oper selber ein schönes Denkmal gesetzt ist. Auf der deutschen Bühne wirkt der„Jakobiner" dem Stil nach als ungefähr lortzinghafi, ohne aber in der musikalischen Invention auch nur die leisesten Spuren der Handschrift eines anderen als eben der Dvoraks zu zeigen. Neben den Chören gehören die Singvrobc im zweiten Akt, des Jakobiners inniges Lied und die Liebcssingprobe zu den wertvollsten Srückcu nicht nnr dieser Over, son dern der Lvcrnlitcratnr iibcrhauvt. Im lebten Akt erhält die Musik stnnvhonisch-dramatischeir Charakter, hier aber wird auch am stärksten die Distanz fühlbar, die wir znr Handlung haben. Kaum das Bür gertum wird noch Emotion empfinden, weil der ver loren geglaubte Sohn im Paris von 1708 beileibe kein Jakobiner, kein Revolutionär geworden ist, und auch dem Pathos, mit dem der Pater den Wiedergc-' fundenen in seine Arme nimmt, briugeu wir nicht mehr das nötige Verständnis entgegen. Dagegen freut sich alles der Gesundheit und Naivität der klein städtischen Bevölkerung von anno dazumal, der rüh renden Figur dcS Lehrers, der Treue des jungen Paa res, der Gemütstiefe des Gesanges, der Lächerlichkeit der dununarrogamen RespeftSvcrson, des SpottchorS und vieler anderer durch Dvoraks Musik geadelten Schönheiten dieser Oper. Dem Prager Deutschen Theater ist nachzurüh- me" das; es sichtlich und hörbar eS sich zur Ehre machte, eine Aufführung znitandezubringcn, deren allgemeine Würdigung durch das Publikum sehr wohs imstande sein fönntc, diesem Werk mm endlich den Weg auch auf gab wiederholt und geradezu deS Liede- des und Ensembles durch einen Avplau. das deutsche Prag eben in diesem Augenblick erst den „Jakobiner," entdeckt hatte. . An dem grotzen Erfolg partizipiert in erster Linie Opernckies S z c 11, der die Partitur mit innig ster Einfühlung wicdergab(und nur stellenweise dyna misch zu wenig Nücksicht aus schwächere Solostimmen übte), ferner der leider scheidende Chordirektor S ch m i d t, das fabelhaft musizierende O r ch e st c r, I schon öfters Beschwerden die stimmfrischen Chöre, die bildhafte Regie, in beim Ji.skowcr Postamt cingelaufen sind und es sich deren Bcrdienst Mord», der gastierende Pavel stets um solche Briefe handelte, die durch die Hände L u d i t a r, Pircha» und Kotu 1 an sich teilen, j des Angeklagten gingen. Den Sängcrprcis erzielte Herr Hagen als Jako biner mit wunderschönem Belcanto; Fran Paul y vertrat überzeugend den gesangsdramalsschen Teil, Herr Lndikarals Gras mischte in Darstellung und Gesang Wärme und Pathos und ward für den inni gen Ausdruck, den er in sein Erinnerungslied legte, herzlich bedankt. Herr Hey sehr drastisch als Burg vogt mit Van Bett-Charakter, wenn auch nicht ganz zulänglich im Stimmlichen, Herr L i b a l ein sehr glaubhafter Musikus, Herr Hotter sordiuicrle nach Möglichkeit den Pizarro-Thcatcrbösewicht Adolf: Fräulein Rohne eine sympathische Tcriuka, Herr H a t t c m e r ihr etwas schwächlicher Ritter Georg. Sänger, Dirigent und Hauptrcgisseur wurden wiederholt vor die Rampe gerufen und durften sich im Name» aller, die ein Verdienst um diese Auffüh- rung haben, für den ganz grotzen Beifall eines unge wöhnlich freudig und herzlich bewegten Hauses be danken. L. G. Erlra-Abonncment.) Theater wegen der Generalprobe zu fchlosseu. Gakispick Pcpi Kramer-Glöckner j in der Kleinen Bühne. Erstaufführung heute nacht?" von Olga Tchcinpflng. Neuiukzeuierung von„Faust" am .Ewald Belfer vom Bnrgthcatcr a. G.(B 1.) Nachtferenade im Fürstrnberg-Garten am 15. ! Juni. Programm: Mozart: Kleine Rachtmusik; Men- > delsohn:“ i Richard Walzer ' Dirigent Wochenkpielvka» des Neue» Tenlkchen Theaters. , Samstag halb 8 llltr: D e r R e v i s o r, C 1.— ! Sonntag halb 8 Uhr: D e r I a k o b i n e r, A 1.— Montag: geschlossen. Dienstag halb 8 Uhr: Josua, VI. Philharmonisches Konzert, Erstaufführung. A A. - Mittwoch 7 Uhr:' a u fr, Gastkuicl Ewald Balser. B l.— Donnerstag ball» 8 Uhr: Die «Blume von Ha wai, volkstümliche Vorstellung, ^A A.— Freitag halb 8 Uhr: 2 t r a tz e n m u s i k, lT l. 8: N a ch t s e r e n a d e im F ü rst e n- berg-arten.— Samstag halb 8 Uhr: Der I a k o b i n e r, B 2.— Sonntag halb 8 Uhr: D i e keusche S u s a n n e. A A.(Alle Vorstellungen bis aiik Sonntag, den 17. d. M. finden im Rahmen . des Prager Frühling statt, i Wochenspielplan der Kleinen Bühne. Samitag IS Uhr: Lady Windermeres Fächer.— ISonntag 3 Uhr: Terzett zu viert, 8 Uhr: !S t r a tz e n m n i i k.— Montag 8 Uhr: Lady Windermeres F ä ch e r, Bankbeamte und !freier Verkauf.— Ticnütag 8 Uhr: Stratzen- .musik.— Mitlwo^- 8 Uhr: ! purri, volkstümliche Vorstellung.— 18 Uhr: L a d y W i n d e r m e r e s Freitag 8 Uhr: Ho ruck, Bankbeamte (Verkauf.— SamStag 8 Uhr: W o (heute Nacht?, Erstaufführung.— f stclltingcu vis auf Samstag den 16. d. im Rahme» des Prager Frühling statt.) Sport• Spiel• KStperplteoe Leichtathletische Vereinswettkämpfe des Prager Atns gelangen heute SamStag. 0. d.. ab 5 Uhr nachmittags, am TTJ.-Sporlplatze auf der Hetzinsel zur Austragung. Das Programm sieht einen D r e i k a m p f für Turnerinnen und einen F ü n f k a m p f f ü r T u r ne r vor. Ferner wird bei jedem Teilnehmer eine. Freiübung, die ausgelost wird, gewertet. Für die Turnerinnen sind Ü0 Pieter Laufen, Hochsprung und Kngelstotzen vorgesehen, während die Turner 200 Meter Laufen, Hochsprnng, Weitsprung, Kugelstotzen und Svcer- wcrfen absolvieren. Falls es die Feit erlaubt, werden auch Stafetten durchgeführt. Die Peranstaltnng wird mit einem A p p e 11 der gesamten aktiven Mit- glicdschaft, zirka 7 Uhr, durch Abg. Genossen Jaksch abgeschlossen. Eintritt frei. i Kinderfreunde Prag Sonntag, den 10. Juni TageSaus- f l u n nach(! i ni i tz. Zusammenkunft um halb 10 Uhr vormittags bei der Endstation der 14er Elektrischen I» Kobykiv. steS ihre Atelierferue und ihre gute Photographie ist (die aufs neue das Können des Kameramannes Jan Stallich beweist). Unter den Darstellern sind bekannte Leute: der Liebhaber Borsky, der Komiker M r a z e k und die junge Hoffnung Jarmila B e- ra n k o v a. Aber sie gehen gleich den weniger Bekannten in der allgemeinen Munterkeit unter. —eis— Mitteilungen aus dem Publikum Norwegen gegen Belgien 6:0(210) Am 20. Mai fand in Oslo der Länderkampk der Arbeitcrfutzballcr zwischen Norwegen und Belgien statt. 0800 Zuschauer hatten sich cingcfnnden, um Zeugen dieses Kampfes zu sein. Die belgische Mannschaft Ivar, von Beginn.des Kampfes an im Nachteil. Tie Spieler, wcld>e infolge des hohen Seeganges erst am Vormittag in Oslo cingctroffen waren, hatten noch sehr unter den Folgen der voran- gegangenen Seekrankheit zu leiden. Dazu kam, datz dieselben auf Grasplätzen zu spielen gewöhnt waren, während sic in Oslo einen Sandplatz vorfanden. Dis norwegische Mannschaft war deshalb während des ganzen Spieles überlegen. Schon wenige Minuten nach Beginn mutzte der belgische Tormann das cr(;^ Mal den Ball passieren lassen. Bis zur Halbzeit stand eü 2:0. In der zweiten Halbzeit zeigte sich die Müdigkeit bei der belgischen Mannschaft in noch stärkerem Matze— aber trobdcm leistete dieselbe energischen Widerstand, welcher aber nicht verhindern konnte, datz das Resultat am Schlntz des Spieles 6:0 stand. Die norwegische Mannschaft war in allen ihren Teilen gut auSgesticht und zeigte ein technisch hochstehendes Spiel, in welchem sie bewies, datz Norwegen eine der besten Arbeitcrfntzballmannschaf- tcn besitzt. Die belgische Mannschaft hatte, ihre besten Spieler im Tormann und rechten Verteidiger. Am'81. Mai spielten die belgischen Gäste in Halden gegen eine Kreismannschaft dcS Ost- fold-KreiseS. Hier zeigte die belgische Mannschaft ein bedeutend besseres Spiel, konnte cs aber nicht verhindern, datz sie auch hier mit 1:0 verloren. Mit besonderer Spannung wird nun der Län- derkampf Norwegen—Dänemark erwartet. Im vergangenen Jahr Ivnrde die norwegische Mannschaft in Kopenhagen' geschlagen. Vcrclnsnadiriditcn Ortsgruppe Prag. SamStag, den 0. Juni, Führung durch Alt-Prag. Zusammenkunft Punkt 4 Uhr beim Pnlverturm. Sonntag, den 10. Juni, Badetour ins Berauntal. Zusammenkunft trat%7 Uhr am Smichover Bahnhof. Fahrt nach Dobkichowitz. Bei k ii h 1« m Wetter Wanderung ans den Brdy-Wald-Kamm, bei heitzem Wetter Badetour. Führer Gröger. Anmeldungen zur Führung während der Olympiade jeden Freitag in der Geschäftsstelle Prag II., Närodni ti. 4. 2. St. von 6—-'.48. Tel. 48360. Heute nachmittag» 5 Uhr leichtathletische PrrrinSwett- kämpfe auf der Hetzinsel. Alle nehmen teil! OrdnungSgemätze Turnkleidung nicht vergessen! Halb 5 Uhr gestellt sein! 7 Uhr: Appell für die ganze aktive Mitgliedschaft. Uniform!— Bade-AuSslug nach Teint Pakemice morgen. S o nn tag. Abmarsch Punkt 8 Uhr früh ab End- stalion der Linie 5 in Hkobktin. Rechtzeitig wegfahren l Badeanzug nicht vergessen! Gäste willkommen! PRAG Der film Soldatenleben— luftiges Leben Vor Beginn der feierlichen Uraufführung betonte einer der Urheber dieses tschechischen Militär- silmc-, datz dieser keine militärische Tendenz habe. Und der Film, den wir dann sahen, schien ihm recht- zngebcn. Denn er wirkte nicht einmal militärisch. Datz die jungen Leute Uniformen der Armee tragen, scheint beinahe zufällig zu sein— denn was sie treiben, könnten auch Tranips tun: marschieren und singen, tanzen und Ziehharmonika spielen, Spätze ersinnen^ mit Kindern scherzen und mit Dkädchen liebäugeln. So sympathisch die Gewissheit ist, datz unser Publikum einen Film dieser Art lieber sieht als einen, in dem Handgranaten und Bomben geivorfen werden, so unbefriedigend bleibt doch die Harmlosigkeit, mit der sich hier nicht-militaristische Militär- schöpser aus der Affäre gezogen haben- Denn wer heute einen Film vom Soldatenleben zeigt, der darf den drohend-deutlichen Ernst der Sache nicht einfach mit einem Ult in Uniform umgeben. Es ist gewitz gut, datz dieser Militärfilm nicht militaristisch geworden ist,— aber realistischer als er ist. hätte er werden sollen. Das künstlerische Ergebnis dieses Films(der ein Lacherfolg wurde) ist nicht gerade grotzartig. Die beiden Autoren Jan Reiter und Josef Rovensky scheinen einander beim Schreiben gehindert zu haben. Denn nutzer zwei nebensächlichen Soldatcnbräuten und einer arg-primitiven Spionengeschichte ist von einer Handlung nichts zu entdecken. Auch die Regie (die Jan Svitä k führte) vermag da nicht mehr als eine recht eintönige Folge von lärmenden und sjngseligen Genrebildern zu geben, deren Erfreulich- Bei Müdigkeit reiben wir Stirn und Schläfe» mit Alpa-Mcnthol-Franzbranntwein ein und massieren die abgespannten Muskeln. Alpa, da« bewährte und seit vielen Jahren gebrauchte Hausmittel. Eine Maschine im Tranm erfunden WoS ein englischer Profeffor über dir Lösung einer Konstruktion erzählt. Der englische Professor C. B. Boys, der soeben einen neuartigen Gasmesser patentieren lictz, versetzte die Sachverständigen in ungläubiges Staunen, als er ihnen erklärte, datz er den neuen hochkompli- zicrtcn Apparat während eines Traumes erfunden habe. Schon viele Monate hätten ihn die verschiedenen ungelösten Probleme fortgesetzt beschäftigt, aber stets wollten seine angestrengten Bctnühiingen zu keinem Erfolg führen. Eines Abends habe er sich zu Tode erschöpft, gleich in seinent Arbeitszimmer auf das Ruhebett geworfen, um für einige Stunden zu schlafen. Im Traum erschien ihm plötzlich der fertige Apparat, wie er heute patentiert ist. Der Professor brauchte nur alles genau zu betrachten, um zu wissen, wie den Problemen am besten zu Leibe gegangen werden konnte. Er freute sich so sehr, seinen Apparat vor sich zu sehen, datz er anfwachte. Sofort erhob er sich und setzte sich an den Zeichentisch. Innerhalb toeniger Minuten war der Apparat, an dessen Konstniktion er viele Monate laug vergeblich gearbeitet hatte, entworfen. Bemerkenswert ist, datz an diesem, gleich nach deut Traum entstandenen Entwurf nachträglich auch nicht die geringste Verbesserung vorgenommen werden mutzte! Sämtliche Konstrnktionsprobleme waren auf das zweckmätziaste gelöst. Die Sachverständigen haben autzerordcntlich günstige Gulachten abgegeben, und so wird der neue Gasmesser, der gegenüber den alten Metzapparaten einfacher, kleiner und billiger ist, sehr bald in grotzem Matzstabe hergestellt werden und bei den Privatverbrauchern Perwendung finden. Erfindungen im Traum sind übrigens nicht- Scltenes. Sie stellen auch keine, übersinnliche Eingebung vor. Sie. sind darauf znrückznführen, datz die Gedanke» auch im Schlaf weiter arbeiten. Ta die Gedanken im Schlaf durch das Bewutztsein nicht mehr kontrolliert werden, ist eS ihnen leichter mög- | lich, fehlerhafte Gcdankengänge, die vom Bewusstsein I aber für richtig angesehen werden, zu umgehen. Verlanget überall Volkszünder «ugend, lerne tf<#e<$ift& wüvrenb t>. Ferien ob. Schulfabr im Vcnflenat FUUMmn (Habet a.«..tlittber n—20 3. Xfrterfiltrti. Franz.. Cnnl. Mliilil, Sport, Reiten, Schwimmen. Eonneitbiiber für Schwache ». Blutarme. Mbenm LciiatUlall. Prolvekle oralis. 2110 Phys, dieltet. Heilanstalt, Naillrl. Kohlensäurebäder, Wasserheilanstalt, Idealer Erholungsplatx ohannisbrunn ■sei Trope» au« E,•« R* Saison Mal bis September. Billige Pauschalkuren Bezugsbedingungen: Bet Zustellung in» HmiS oder bet Bezug durch die Poft monatlich KO 10.—. vierteljährig KL 48.—, halbjährig KO OS.—, ganzjährig KO 192.,— Inserate werden laut Tarif billigst berechnet. Bei öfteren Einschaltungen PreiSnachlatz.— Rückstellung von Manlskripten erfolgt nur bet Einsendung der Retourmarken.— Die ZeitungSsrankatur wurde von der Poft, und Lelearavben- üirektion mit brlatz Ar. 1S.800/VH/19S0 bewilligt.— Druckerei:.stVrbiS". Druck-, Verlags- und ZeitungS-A-G Prag