-* W Ä 14. Jahrgang Mittwoch, 27. Juni 1934 Nr. 148 Griilieiiinspektioii auf neuer Basis Arbetekameraden der Bergleute werden Ober deren Sicherheit wachen I „Der SA-Mann seiner Familie“ Wie(er unlrelwlllMte Jull-llrleob kaschiert wird Berlin, 26. Juni. Der Führer der Ober« Kruppe III Berlin veröffentlicht eine Anordnung, in der eS u. a. heißt: Der©labädjef hat für den Monat Juli die gesamte Ml zur Erholung beurlaubt. Der Schul« ferienmonat soll der SA-Mann seiner Familie und seinen Kindern(I) widmen. Damit sind die Klagen.zuviel Dienst" und„zuviclDcanspruchung" behoben. JeglicherSA-Dienst ist also für Juli untersagt, auch die Abhaltung von gesellschaftlichen Veranstaltungen. In den Lagen der Urlaubrzeit ist auch das Tragen der Uniform untersagt. Gömbös gegen Barthou Budapest, 26. Juni.(MTJ.) Ministerpräsident GömböS, der in der RachmittagSsihung d«S Abgeordnetenhauses wegen Unpäßlichkeit nicht erscheinen kann, gab dem Mitarbeiter des Ungarischen Telcgraphcn-Korrcspondcnz-Büro folgende Erklärung ab: .Die Acußerungen BarthonS haben in ver- ftändlicher Weise große Uebcrraschungeir und sogar Befürchtungen in jenen ungarischen Kreisen Hervargerufen, die bisher der Uebcrzeugung waren, die auswärtige Politik Frankreichs fei nicht auf Bajonetten, sondern auf Gerechtigkeit begründet. Die jüngsten Acußerungen Barthous haben diese Hoffnungen zunichte gemacht. Der französisch» Außenminister bekennt sich stolz als offenherziger Rann. Außenminister Barthou wird also völliges Verständnis dafür haben, wenn auch wir besonnen und ruhig, aber auch mit voller Aufrich- ligkeit unseren Standpunkt festlegen. Die ungarische Regierung wird diese auf gesetzlicher Grundlage beruhende Politik tvie bisher auch in der Zukunft mit ausschließlich friedlichen Mitteln fortsehen, aber mit derselben Entschlossenheit wie in der Vergangenheit." nacht politischer Gefangener OelSnitz im Vogtland, 26. Juni. Der Gc- sangenenhauptwachtmeister Otto Becker wurde von dem wegen politischer Vergehen in Untersuchungshaft befindlichen Wenzel Ottmar mit einem Handtuch erwürgt, worauf Ottmar mit zwei politischen Mitgefangenen aus dem Gefängnis entfloh. har ein Mißverständnis" Rach einer amtlichen italienischen Darstellung sei der Vorfall lediglich auf den Umstand zurückzuführen, daß das Diensttelegramm, daS dem italienischen Gesandten in Tirana die Ankunft der italienischen' Flottille im Hasen von Prag, 26. Juni. Dee angekündigte Gesetzentwurf deS ArbeitenministeriumS über di« Grubeninspektion, dessen große sozialpolitische Bedeutung wir bereits ftührr gewürdigt haben, ist heute im Parlament ringebracht worden. Der Motivrnbericht verweist auf dir furchtbare Katastrophe im Relson-Schacht vom 3. Jänner d. I. und erklärt, daß diese Katastrophe leider nicht vereinzelt sei. Reben den Unglücksfällen größeren UmfangS ereignen sich mit einer erschrrk- kenden Regelmäßigkeit fast alltäglich i« Verbau Unfälle, die allein im ersten Vierteljahr 1934 bei unS außer den 142 Opfern deS Nelson» Schachtes noch 21 weitere TvdeSopfe» forderte«. Rebe» der(bereits erfolgte«) Verschärfung der Strafsanklionen auf Vernachlässigung deS Schutzes der Arbeiter in den Gruben ist vor allem der SuSba» der Grnbeninfpektion erforderlich. Diese Inspektion wird durch Konzentrierung st» eigene Grubeninspektorate wesentlich verbessert, die sich ausschließlich dieser Aufgabe zu widmen haben. Zum erstenmal werden aber auch Arbeiterin spcktorrn auS dem Stande der Grubenarbeiter mit herangezogen werden, also ArbeitSkame- roden, die jahrelang in der Grube selbst mitge- arbeitrt haben und ihre dort gesammelten Erfahrungen nnnwehr zur Bekämpfung der vielen Gefahren verwerten können, die de« Bergmann stündlich bedrohen. Diese Arbeiter-Inspektoren, deren Bestellung von den Bergarbritrrvrrbänden seit langem immer und immer wieder gefordert wurde, spielen» wir auS den Detailbestimmungen hrrvorgrht, keinesfalls eine untergeordnet« Gta- tistknrolle, sondern haben tatsächlich im Rahmen deS gesamten JnspektionSdiensteS wichtige und verantwortlich« Funktionen zu erfüllen. Die Vorlage selbst definiert zunächst die Aufgaben der Grubeninspektion. Ihr Zweck ist demnach nicht nur die Ueber- wachung der Einhaltung der SichcrheitSvorschristen sowie der Schuh fremden Eigentums gegen Gefahren schriften und Maßnahmen, die sich auf sicht über dieEinhaltung derBor- schriften und Maßn ahm en, d i e si ch a n f dieArbeitSverhältnissederAn- gestellten im Bergbau beziehen- Zu diesem Zweck wird ein Zentralgru- brninspektorat beim Arbeitenministerium sowie einzelne Grubeninspektorate bei den Revicr- Durazzo zwecks Verständigung der albanischen Behörden melden sollte, infolge eines„dienstlichen Fehlers" erst einige Stunden nach dem Einlaufen der Kriegsschiffe im Hafen zugestellt worden sei. Dann seien sofort die albanischen Be- ! Hörden verständigt worden und das„Mißver- I ständniS" habe sich aufgchellt. bergämtern errichtet. Außer der nötigen Ztchl von Jnspektionsbeamten, Kanzlei- und anderen Angestell« I ten wird jedem Gnibeninspcktorat auf je 5000 Bergarbeiter seine» Amtsbereiches ein Arbeiter- GrubeninspektionSassiftent zu- geteist. Für diesen Dienst kann ein Bergarbeiter bestellt werden, der mindestens 30 Jahre alt und fünf Jahre !m Bergbau beschäftigt ist, hinreichende Erfahrungen für die Ausführung dieser Funktion erworben und mfi Erfolg den Kurs für Grnbeninspektoren absolviert hat. Diese ArbeiterinspekfionSassistenten sind öffentliche Organe und genießen auch denselben Schutz wie andere Verwaltungsorgane. Eine Unterbrechung der fünftährigen Beschäftigung darf insgesamt nicht mehr al» zwölf Monate dauern. Vor der Ernennung zum Assistenten darf der Betrefiende höchsten« ein Jahr arbeitslos gewesen sein. Die Funktionsdauer betrögt k> Jahre, eine Neubestellung ist jedoch möglich. Die Arbeiter-Assistenten werden vom Arbeitenminister ernannt, die näheren Dienst- und GehältSverhältnisse werden int VerordnungSwcge durch die Dienstordnung geregelt. Falls nach Ablauf der fünf Jahre die Funktionsdauer nicht erneuert wird, verfügt der Arbeitcnminister die Unterbringung dieser AssisteMrn. Die JnspektionSbeaniten und die Arbeiter« ! Assistenten sind berechtigt, jederzeit den betrefiende» Betrieb zu betreten und alle seine Einrichtungen und Gruben zu inspizieren. Der Betriebsleiter kann sie dabei selbst begleiten, muß ihnen aber in jedem Fall einen geeigneten Führer beistcllen. Der Betriebsleiter ist verpflichtet, den Jnspek- tionSorganen auf ihr Ersuchen' die Grubenkarten, Pläne und Aufzeichnungen über den Betrieb und seine Einrichtungen zur Einsicht vorzulcgen, soweit dies für JnspcktionSzlvccke notwendig ist. Die JnspektionSbeamten sind berechtigt, über die in den Bereich der Berginspektioncn fallenden Angelegenheiten den Betriebsleiter, sowie auch andere dort beschäftigte Personen einzuvcrnehmcn. Die Arbeiter-Assistenten können bei eben diesen Personen alle zur Durchführung ihrer Aufgabe notwendigen Jnformafionen einholen. Wenn Mißstände entdeckt werden, so sind sie sofort in das Grubcntagebuch einzutragen und außerdem dem Berginspektorat zu melden. Ist das Leben oder die Gesundheit in Gefahr, so können die Jnspek- tionSbcamten sofort an Ort und Stelle die notwendigen Maßnahmen durchführen. Die Arbeiter- Assistenten melden solche Mißstände dem Grubeninspektorate, bei Gefahr im Verzüge machen sie durch" Eintragung in da» Grubentagebuch aufmerksam. Die weiteren Paragraphen regeln das Rekursrecht, die Dienstinstruktionen, die Verschwiegenheitspflicht, die JnkompatibilitätSbcstimmungen und schließlich die Strafbestimmungen. Jede Behinderung oder Vereitelung der Tätigkeit der Grubeninspektoren wird mit Geldstrafen bis zu 20.000 Ke, im Wiederholungsfälle bi» zu 40.000 XL bestraft, bzw. mit Gefängnis bis zu drei Monaten, wenn dadurch die Sicherheit von Personen gefährdet wurde. Rach der Plenarsitzung nahm der sozialpolitische Ausschuß in Anwesenheit deö Arbeitenministers Genossen Dr. C z e ch die Vorlage mit fleinen stilistischen Aendermigen an. Sie soll bereits morgen im Plenum zur Verhandlung kommen. Senat Prag, 26. Juni. Im Senat wurde heute die GerichtSentlastungsnovclle, die wir bereits besprochen haben, den Ausschüssen mit dreitägiger Frist vorgclegt. Aus der Tagesordnung stand die Vorlage über die Amortisierung von Urkunden, der Handelsvertrag mit Albanien und der Handelsvertrag mit der Türkei, die durchwegs ohne Debatte genehmigt wurden. Nächste Sitzung morgen Mitttvoch um halb 4 Uhr. Tagesordnung: Rüstungsfonds und polnischer Handelsvertrag. Das Stichwort der Reaktion Bei der Ausschußberatung des neuen Pretzgc- setzes im Abgcordnetenhause hat cs der Minister- Präsident für notwendig gehalten, an der Tätigkeit der Abgeordneten insoferne Kritik zu üben, als er ihnen Mangel an Interesse bei den Der- Handlungen im Plenum vorwarf. Eine unlängst gehaltene Rede des FinanzministerS habe das Parlament nicht veranlaßt, Ansichten über die wirtschaftliche und staatsfinanziellc Lage vorzu- bringen und der Ministerpräsident stellte die Frage:„Wer macht miS den Mgeordncten Mannequins, die nur die Hände in die Höhe heben?" Die Frage ist leichter mtd anders zu beant- warten, als sich der Vorsitzende der Regierung offenbar vorstellt, doch davon später. Die allgemeine Form, die er der Kritik gab, ist jedenfalls ungerecht, unberechtigt und sie hat überflüssiger- weise zur Verärgerung beigetragen. Vor allem unter den Regierungsparteien, aus deren Reihen Einspruch gegen die Pauschalbeschuldigungcn er- hoben wurde. Ein ganz besonderes und höchst verdächtiges Echo aber haben die Ausführungen des Erstministers bei dem geweckt, waS sich bei uns Opposition nennt. Mit Behagen stürzt sich vor allem die Presse der Deutschen Arbci.ts- und Wirtschaftä-Gomoinscha ft und der ihr nahestehen- den Organe aus den Bissen und sie will darin eine Bestätigung der oftmals von ihr vorgetra- genen Ansicht erblicken, daß das Parlament- in seiner heutigen Forin nichts tauge.. Für sie eine gesuchte und gefundene Gelegenheit, gegen die »Parteisekretäre", die angeblich die Abgeordneten „ernennen", gegen das Listcnwahlrecht und für den Ersatz des Senats durch eine Kammer von „Fachmännern" sich zu ereifern. Sie klagt heuch- lerisch über den Mangel einer Auslese durch die Wählerschaft und da der Vorsitzende der Regie- rung selber die Ungerechtigkeit begeht, über die Tätigkeit der Abgeordneten in Bausch und Bogen abzuurtcilcn, glaubt die„liberale" Presse sich um so weniger Maß bei der Ausschlcinning ihres Unwillens über das heutige Wahlsystem, das ihre Partei auf den AuSstcrbc-Etat gesetzt hat, auferlegen zu müssen, eines ihrer Organe leislet sich sogar die lumpige Verdächtigung, die öffentliche Tätigkeit der Abgeordneten erschöpfe sich hcntzu- tage„in Interventionen und einträglicher Geschäftigkeit". Wir haben nie geleugnet, cs vielmehr ost genug bemängelnd und warnend scstgcstcllt, daß in anderen Ländern, daS ist in jenen mit einer eingclebten festgewurzelten, traditionellen Demokratie der äußere Eindruck des Parlamentes günstiger wirkt und die Parlamcntsvcrhandlungen mehr lebendigen Anteil in der Bevölkerung welken. Auch die Beratungen des alten, östrrreichi- schen Abgeordnetenhauses wirften. obwohl nie- maud von seiner größeren Fruchtbarkeit zu spre- chcn unternehmen wird, aus die Oefscntlichkcit anziehender. Das liegt nicht am System unseres Parlamentarismus, auch nicht am Lisicmvahl- recht, sondern an gelvissen eingebürgerten tech- nischcn Mängeln und an einer insbesondere von früheren Regierungen betriebenen Brüskierung und Degradierung des Parlaments. Die nach einem. Stichwort lüsterne„liberale" Reaktion hat rasch eine frivole Erklärung für diese Erscheinung zur Hand. Die Partei, die sich verlogenerweisc als die„der Köpfe" zu gcrie- ren pflegt, will glauben machen, die anderen Parteien wären Pslegcstättcn der Umvissenheit und sie ruft nach„mehr Spezialisten", wodurcl> das Niveau der parlamentarischen Arbeit gehoben werden würde. Aber solange nicht die Wäh- ler, sondern die Parteisekretäre die Kandidaten aussuchen usw. Seitdem die im Laufe der Dezennien unter den unterschiedlichsten Namen austro- tende„liberale" Partei besteht, wurden ihre Wahlwerber noch nie anders als vom engsten Klüngel ihrer Parteiaberhäupter nominiert, nie- mals den Wählern zur gefälligen Auswahl über- Italienische Flottendemonstration vor Durazzo Drohung gegen Kleine Entente Paris, 26. Juni. Pertinax berichtet km„Echo de Paris", daß di« erste italienische Rarineeskadre von.17 Einheiten mit sechs großen Kreuzern in den Gewässern vor Drak Anker geworfen habe. Die albanische Regierung wurde hievon im Voraus nicht unterrichtet und ersucht« den italienischen Gesandten um Aufklärung. Dieser gab sich mit der Antwort zufrieden, daß sich die italienisch« Marine in Anbetracht der intimen Beziehungen zwischen beiden Staate« nicht im Voraus anzumelden brauchte, wobei er hinzufügte» daß diese Ankunft der italienischen Schiffe bloß einen Höflichkritscharaktre besitze. Der Kapitän stattete auch dem albanischen Präfekten einen Besuch ab, doch erwiderte letzterer denselben seinerseits nicht. Der italienische Admiral beschwerte sich über diesen Umstand und gab bekannt, er werde nicht früher abfahren, bevor nicht der Präfekt seinen Besuch erwidert haben werde. Die erste italienische ESkadre absolvierte soeben ihre Manöver bei Tarent und sollte am Montag Abend ihren Heimathafen Pola anlaufen. Sie erhielt jedoch am Samstag aus Rom eine Eildepesche, in der der Befehl erteilt wurde, vor Drak zu fahren. Per tinax fügt in einem Berichte hinzu, daß es kein Zufall sei, daß die italienischen Kreuzer an dem Tage vor Drak einlangten, an welchem Frankreichs Außenminister LouiS Barthou in Belgrad eintraf. Die römische Regierung, die, so schreibt daS Blatt, durch den Pakt von Athen vom Balkan ausgeschaltet ist und die die beantragten Pakte über di« gegenseitige Hilfeleistung alS eine Drohung auslegt, die gegen ihre revisionistische Politik gerichtet seien, wollt« wahrscheinlich ihre Stärke zeigen. Mttwoch, 27. Juni 1934 M. t« Sozialpolitische Arbeit und kommunistische Demagogie Betrachtungen zur Sozialversicherungsverordnung Die Strelklase 1h der Porzellanindustrie unverändert Die gestern in Karlsbad unter dem Borsitz der GcwerbcobcrinspcktorS Jng. Jordan geführten Verhandlungen, welche über vier Stunden andauerten, haben vorläufig zu keinem Resultate geführt. Obwohl man aus beiden Seiten bemüht war, den Konflikt zu bereinigen, ist die- doch nicht gelungen. DaS Ergebnis dieser Verhandlungen ist, daß beide Parteien neue Vorschläge formulieren. Der Vorschlag der Arbeiter ging dahin, daß der Arbeitgeberverband die angeordneten Maßnahmen vorläufig zurückstellen soll und beide VcrtragStcilc weiterhin Verhandlungen über die Löhne hcrbciführc» werden. Der Vorschlag des Arbeitgeberverbandes gipfelt darin, mit den Streikleitungen in den einzelnen Betric. ben wegen Wiederaufnahme der Arbeit zu verhandeln. Die Verhandlungen selbst können nach Vereinbarung eines Tcrmincs in kürzester Zeit ausgenommen werden. Unrichtige Durchschnittslohn- Berechnungen sollen richtiggcstcllt werden. Außerdem soll begründeten Beschwerden über den Lokn- chbbau in den einzelnen Abteilungen nach Möglichkeit Rechnung getragen werden. Beide Vertragsteile werden über diese Vorschläge Beratungen pflegen. lasten und diese Praxis besteht auch heute noch im vollen Umfange. Man kann daraus den Grad der Berechtigung ableiten, init der diese Partei an anderen Parteien herumnörgclt, die das prak. tisch und technisch höchst mögliche Maß von Mit. bestimmung ihrer Organisationen, Vertrauens, männer und Wähler bei der Kandidatenaufstel- lung in Anwendung bringen. Alich das Listen- Wahlrecht mag übrigens seine Mängel haben, doch wer sich an die Art der Wahlkämpfe unter dem Einzelwahlrecht erinnert, der lvciß, unter wie wenig sachlichen Gesichtspunkten sich damals die Auslese der Volksvertreter voflzog, wie häß- sich zugespitzt, wie demagogisch und wie Person- sich, sogar das Privatleben verleuniderisch bedrohend, diese Kämpfe und das Polstische Leben überhaupt beschaffen war und er wird von einer Wiederkehr des Einzelwahlrechtes am aller- wenigsten eine sorgfältigere Auslese nach fach, sicher Eignung erwarten. Was schließlich den Ruf nach»Fachmännern" betrifft, die eine Hebung der parlamentarischen Arbeit bewirken sollen, so genügt es auf die letzte Kundgebung des Jndu- stricllenverbandcs hinzuweisen, der von seinem »Spezialistentum" keinen anderen Gebrauch zu machen wußte, als gegen den vom Ministerium für öffentliche Arbesten vorgelegten Gesetzent- wurf auf Bekämpfung der Korruption Sturm zu laufen. Es sind bedenkliche Ratgeber, welche die Ausführungen des Ministepräsidenlen zum Anlaß nehmen, um gegen das„System", das ist die heutige Form unseres Parlamentarismus vor- zustoßen. Nichtsdestoweniger gibt es Mängel, doch sie dürfen weder der Demokratie, noch ihrer geltenden Ausdrucksform, noch auch den Abge- ordneten und Senatoren in die Schuhe geschoben werden. Warum wirken unsere Parlaments»». Handlungen in den seltensten Fällen zündend, anregend, ja warum finden sie oft nicht einmal annähernd die gebührende Beachtung? Wohl müssen die Vorlagen in den Ausschüssen der bei- den Häuser vorbereitet und im Einzelnen durch, beraten werden. Kaum eine Vorlage gibt cs, um deren Inhalt und Gcstallung nicht hart gcrun- gen werden würde, aber dieser lebendigste und meist intcressanicste Teil der parlamentarischen Behandlung geht, da nicht öffentlich, für den äußeren Beschauer verloren. Er erfährt nur von den Verhandlungen im Plenum, nachdem der Hauptteil des Ringens um die Vorlage abge- schlossen ist. Dennoch brauchte auch dieser Teil nicht interesselos zu verlausen, wenn die Regie- rung sich befleißen wollte, die Führerin des Parlaments zu sein und nicht, wie es in einer Kundgebung der tschechischen Nationalsozialisten heißt, es darauf anzulegen,„systematisch auf die Beschränkung und Zurückdrängung der Abgeord- netcn hinzuarbeitcn". Der Anfang der üblen Ge- pflogcnheit, das Parlament als Werkzeug zu betrachten, liegt schon weit zurück und zeitigt unerfreuliche Früchte. Der Ministerpräsident tadelt das geringe Interesse der Abgeordneten an den Parlaments. Verhandlungen, aber bringt ihnen der Ministerpräsident und die Regierung mehr davon ent- gegen? In anderen parlamentarisch regierten Ländern ist es selbstverständlich, daß die Regie- rung zur Stelle ist und in die Verhandlungen cingreift. Daß es in den Ausschüssen geschieht, ist noch keine Rechtscrtignng dafür, dies in den beiden Häusern zu unterlassen und die Abgeordneten den» Schicksal preiözugeben, ihre Monologe ins Blaue hinein zu halten. An sich wird man dem Ministerpräsidenten recht geben, daß etwas zur Lebendigmachung unseres parlamentarischen Lebens geschehen müßte, aber die Regie- r u n g s o l l t e dabei d u r ch innigste Fühlung m i t dem Parlamente den Anfang machen! Wer seine Information über die politischen Verhältnisse ausschließlich aus den kommunistischen Blättern schöpft, müßte zu der Auffassung kommen, daß in der Arbeiterschaft eine elementare, unter dem Einfluß der KPö zum Generalstreik aiischwellcnde Bewegung im Gange ist. die sich gegen ein neues„Hungcrdiktat der Sozialfasri- sten", nämlich gegen die angebliche Verschlechterung der Sozialversicherung richtet. Wer freilich die Dinge etwas näher kennt, als man sie aus der seit je zur Aufklärung der Arbeiter untauglichen kommunistischen Presse kennen lernen kann, der weiß, daß schon im Jahre 1032 eine Kommission der Zen- tralsozialvcrsicherungSanstalt zur Novellierung der Sozialversicherung eingesetzt wurde, die in einer viele Monate lvährendcn Beratung einen Entwurf ausarbeitcte und ihn schon Ende 1033 dem Ministerium für soziale Fürsorge unterbreitete. In neuerlichen harten Auseinandersetzungen in derKoa» 1 i t i o n, wobei die bürgerlichen Parteien sich an die von den Unternehmervcrtretern in der Fack» lommission zugcftandcncn Formulierungen nicht halten wollten, wurde der Entwurf noch einmal durchberaten und ist nun durch Verordnung verwirklicht worden, lind jetzt, da alles entschieden ist, kommen die Kommunisten mit ihren sogenannten Aktionen und bieten sich als die einzigen Vertreter der Arbeiterintcresscn an. DaS Spiel vom Jahre 1028 wiederholt sich: Auch damals haben die Kommunisten der Sozialdemokratie die ächlichc Arbeit, daS Ringen um jeden einzelnen Punkt der So- zialversicherungsnovelle des Bürgerblocks überlassen, sie haben die einheitlichen Kundgebungen, zu denen ich die Sozialdemokratie bereit erklärt hatte, durch ihre Manöver zerschlagen und sie haben, nachdem der Kampf schließlich mit einer nicht unempfindlichen teilweisen Niederlage des Bürgerblocks beendet worden war, das Verdienst daran für eine nicht stattgcfundcne kommunistische Demonstration reklamiert. Nach dieser Erfahrung wird man das kommunistische Geschrei, da», wie üblich, in einem RcsolutionSsturm gipfelt, auch diesmal einzuschätzen haben. Was aber den Inhalt der Novelle betrifft, über den man von den Kommunisten natürlich nichts'Sachliches erfahren kann, so besteht, er darin','daß sie' für eine bedingte und befristete Kürzung des Krankengeldes eine wertvolle Verbesserung der Alters- und Jnvaliditätsversicherung dringt, bringt. Die Krankenkassen sind in der Airt- schastSlrise in einen furchtbaren Notstand geraten. Der Rückgang in der Zahl der Versicherten, die Umrechung der verbliebenen in niedrigere BcitragStlassen und die begreiflicherweise wachsende Inanspruchnahme der Leistungen haben ihre Reserven erschöpft, ihre Gebarung zerrüttet. Wenn nicht bald Maßnahmen ergriffen werden, droht ein Zusammenbruch der Krankenversicherung, der mit kommunistischen Resolutionen keineswegs abge« wendet werden kann. Schon heute steht cS so, daß der Krankenstand ünstlich herabgedrückt wird, daß also die Anstalten ihren Verpflichtungen einfach nicht mehr nachkommen könne«. Die Novelle sieht also vor, daß daS Krankengeld, daS heute je nach der Lohnklasse 2 XL 70 Heller bis 24 XL beträgt, unter gewissen Voraussetzungen und bei kürzerer Krankheitsdauer auf 2 XL 80 Heller bis 18 XL herabgesetzt wird. Diese Kürzung ist also sozial gestaffelt. Sic beträgt in der niedrigsten Klasse 20 Heller, sonst in den unteren Klassen ein Fünftel, in den oberen ein Viertel der jetzigen Leistung. Aber diese Kürzung tritt nicht allgemein ein. Nur wenn der Versicherungsbeitrag 4.8 Prozent übersteigt, wird in den ersten vierzehn Tagen der Krankheit daS herabgesetzte Krankengeld bezahlt und erst wenn der Versicherungsbeitrag 5% Prozent, in den ersten drei Jahren der Geltung der Novelle 6 Prozent übersteigt, wird die Kürzung auf 00 Tage erstreckt und ergreift auch die Leistungen der Mutterschaftshilfe. Es wäre töricht zu leugnen, daß diese Maßnahme einem Teil der Versicherten ein empfindliches Opfer auferlegt. Aber die Kommunisten mögen doch, nicht mit ihre» obligaten Redensarten, sondern ernst und sachlich sagen, welcher andere Ausweg bleibt, wenn die Versicherung nicht dem Zusammenbruch zugetrieben werden soll. Wenn die Versicherung Leistungen gewähren soll, muß sie die Mittel dazu haben. Beitragserhöhungen, denen gegenüber die Kommunisten übrigens stets in einer Front mit den Unternehmern standen, haben ihre unüber- steigliche Grenze und der gute Rat, die Lasten der Versicherung mögen ausschließlich den Unternehmer» auferlegt werden, könnte nur befolgt werden, ivcnn hysterisches Geschrei an den Machtverhältnissen zwischen den Klassen etwas zu ändern vermöchte. So blieb nichts übrig, als die notwendigen Einschränkungen möglichst erträglich zu gestalten, und wer das Schicksal der Krankenversicherung in anderen Ländern leimt, wer sich etwa die Brü- ningschc Notverordnung vor Augen hält, wer daran denkt, daß auch bei uns darauf hingearbeitct wurde, die Versicherten in der Form von Krankenscheinen und Medikamcntenbeiträgen die. Leistungen der Krankenversicherung bezahlen zu lassen, der wird nicht verkennen, dah diese Bemühungen erfolgreich waren. Dies um so sehr, als es gelungen ist, die im Vergleich zu anderen Gesetzgebungen sehr lange Unterstützungsdauer von einemJahre aufrecht- zuerhaltcn, und nicht zuletzt auch deshalb, weil die Kürzungen bei einer Besserung der Verhältnisse, dank ihrer Bindung an eine außeror- pentliche Beitragshöhe automatisch außer Wirksamkeit treten. Aber die Vertreter der Versicherten haben sich nicht auf die Abivehr beschränkt. Sie bringen den Rentnern und den Versicherten, die am 31. Dezember 1081 die Wartezeit vollendet hatten, eine Erhöhung ihrer Ansprüche, den Alterszuschuß, der die Einrechnung eines Drittels der nichtversicherte» Dienstzeit bedeutet. Herr Stitka hat sich den Spaß gemacht zu berechnen, daß dieser Zuschuß im ungünstigsten Falle, nämlich bei Arbeitern, die im Jahre 1926 30 Jahre alt und immer in der niedrigsten Klasse versichert waren, nur 36 XL jährlich beträgt. Aber ein Arbeiter, der beim Inkrafttreten des Gesche» 30 Jahre alt war, heute also 38 Jahre zählt, steht nicht im Bezug der Altersrente. Der Alterszuschuß ist vielmehr, wie schon der Name sagt, eine Begünstigung der älteren Arbeiter, er wächst mit steigendem Alter wesentlich an und macht bei jenen, die vor allem für den Rentenbczug in Betracht kommen, je nach der Lohntlassc 400 bis 1000 XL jährlich aus. Das ist Das Organ des Zentralverbandes der deutschen Kleinbauern und Häusler,„Der kleine Landwirt", veröffentlicht das Ergebnis der Beratungen, in welchen sich der Vollzugsausschuß des Verbandes mit der Lage der kleinbäuerlichen Bevölkerung beschäftigt hat. Der Zentralverband- stellt fest, daß der außerordentliche Notstand- der Kleinbauern nur durch staatliches Eingreifen eingcdämmt werden kann und stellt sich positiv zum Gedanken einer planmäßigen, zentralen Regelung des Getreide» und Futtermittelverkehrs. Im einzelnen fordert er die unverzügliche Sicherstellung des kleinbäuerlichen Futtermittelbedarfes durch Konsignation der Vorräte, Abwehr der spekulativen Verteuerung und nötigenfalls Erleichterung der Futtermitteleinsuhr. Insbesondere wird die Fest- sicllung der schwerst betroffenen Notstandsgebiete und die Gewährung von Tarifnachlässen für die Futtermitteleinfuhr und Hilfe bei der Beschaffung und Verbilligung von Futtermitteln verlangt. Dieselben Begünstigungen sollen auch bei der Beschaffung von Saatgut erfolgen. Der Verband begrüßt es, daß die Regierung Maßnahmen zur Regelung des bäuerlichen Schuldenproblems angekündigt hat und erinnert an die Forderungen, welche der Zentralverband der Kleinbauern und Häusler aus seinem letzten VerbandStag beschlossen hat. Da- Neue Unruhen in Frankreich Paris, 26. Juni. Am gestrigen Abend und auch im Verlaufe der Nacht auf heute, Dienötag, kam cs wiederum an einigen Orten Frankreichs zu Manifestationen und zu Zusammenstößen mit der Polizei. Die schwersten Ausschreitungen werden aus Lorient an der Küste des Atlantischen Ozeans gemeldet, wo es bereits in der Nacht vom Samstag zum Sonntag zu Unruhen gekommen war. Gestern gegen Abend nach Arbeitsschluß zogen die Arbeiter aus dem Arsenal und allen Fabriken der Stadt vor. das„Grand-Hotel" sowie vor die Redaktion des Lorienter Rechtsblattes. Die Polizei hatte gemeinsam mit der Gendarmerie Bereit- schastsdienst und trieb die Demonstranten auseinander. Immer wieder aufs neue rotteten sich die Manifestanten zusammen, gaben Schüsse in die Luft ab, vernichteten verschiedene Krafttvagen, Bänke, KioSke und andere Gegenstände auf der Straße. Gegen Mitternacht trafen dann neue Demonstranten aus den umliegenden Gemeinden in Lorient ein. Erst gegen 8 Uhr morgens tvar die Polizei zusammen mit der Gendarmerie Herrin der Lage. Eine große Anzahl von Exzedenten wurde verhaftet, zahlreiche andere wurden verwundet. Auch mehrere Gendarmen erlitten Verwundungen. ein« immerhin beträchtliche, bis 40 und 50 Prozent der jetzigen Leistung ansteigende Erhöhung, die nicht nur tausenden Rentnern-ihren Lebensabend erleichtern, sondern auch zur Entlastung des Arbeitsmarktes beitragen kann, so daß die Novelle in diesem Punkte nicht nur eine soziale, sondern auch eine Wirtschaftspolitische Mission erfüllt. Eine solche Verbesserung in der Zeit der furchtbarsten Krise und mitten im LeistungSab- bau in der Sozialversicherung fast aller anderen Länder erzielt zu habe», darf die Sozialdemo, kratie mit berechtigtem Stolze erfülle». Darum werden unsere Genossen die kommunistische Agitation ruhig in ihre Schranken weisen können. DaSkomnlunistis cheGeschrc» wird verhallen, die Ergebnisse sozialdcmokratischcrArbcit aber bleiben b e st e h e n. Nachträgliche Genehmigung durch ein Gesetz Am Dienstag hat die Regierung dem Parlament die durch Regierungsverordnung bereits kundgcmachte SozialvcrsicherungSnovelle, versehen mit einem ausführlichen Motivenbericht, noch als Anhang zu einem ganz kurzen Gesetz vorgelegt, durch das eben dieser Regierungsverordnung die Gültigkeit e i n c s Gesetz e s verliehen werden soll. Im Motivenbericht wird dieses Verfassung«, rechtliche Novum, eine auf Grund des Ermächtigungsgesetzes erlassene Regierungsverordnung nachträglich durch ein Gesetz bestätigen zu lassen, mit der Wichtigkeit der Materie begründet, die infolge der Notwendigkeit, im Interesse der Sanierung der Krankenversicherung die Novelle mit 1. Juli in Kraft zu setzen, nicht mehr der normalen parlamentarischen Behandlung zugeführt werden konnte.— Offenbar bezweckt die Regierung auch, langwierige gerichtliche Stritte über die Gültigkeit einzelner Bestimmungen der Verordnung zu vermeiden. neben sollen jedoch auch vorbeugende Maßnahmen gegen eine weitere Verschuldung ergriffen und deshalb ehestens die Altersund Jnvaliditätsversicherung für die selbständig Erwerbstätigen eingcführt und Steuer- und Ge« bührenerleichterungen bei der Realteilung von Erbschaften bewilligt werden. In der Erkenntnis, daß das soziale Problem der Kleinbauern und Häusler wesentlich mit der Frage der Arbeitsmöglichkeiten außerhalb der Landwirtschaft verbunden ist, stellt sich der Verband der Kleinbauern und Häusler hinter die Forderungen der Arbeiterschaft. Er ist auch bereit, bei einer planwirtschastlichen Regelung der landwirtschaftlichen Produktionsverhältnisse mitzuwirken, die jedoch nicht auf Kosten der Gebirgslandwirte gehen dürfen, sondern auf die Sicherung und den Ausbau ihrer Produktion Bedacht nehmen müssen. Mit Nachdruck stellt zum Schluß der Verband fest, daß die planwirtschaftliche Regelung in der Landwirtschaft allein keineswegs den Erfolg in der Krisenbekämpfung bringen kann, weil die Landwirtschaft kein selbständiges Gebilde ist. Daher ist notwendig, durch planwirtschaftlichc Maßnahmen in der industriellen Produktion in erster Linie verniehrte Beschäftigung, also Verringerung der Arbeitslosigkeit und Verbesserung der Einkommensmöglichkeit breiter arbeitender Bevölkerungsschichten herbeizuführen. „Das Reich aller Deutschen“ Was man in einem von der Regierung subventionierten Blatt alles lesen kann. Wir haben schon einige Male feststellen können, welch sonderbare Dinge oft in den Saazer Wolf-Blättern, die von der Regierung subventioniert lvcrden, zu lesen sind. Am 0. Juni war in diesen Blättern ein Artikel veröffentlicht, der i'ch wirklich sehen lassen kann. Der Artikel lautet: »Delphi, geistiger Weltmittelpunkt?" und schloß „Delphi soll eine schöne und große Erinnerung bleiben, aber man kann solche» Erinnerungen nicht zeitgemäße Bedeutung verleihen, indem man eine Sehnsucht an einen Namen knüpft. Die geistigen Mittelpunkte der Zukunft, wer weiß, welch ferner Zukunft, werden nicht im alten Hellas liegen. Man wird sie, wenn nicht alle Zeichen trügen, an nördlicheren Breitegraden suchen müssen. Ein geistiger Mittelpunkt kann nur dort sein und wirken, wo weltumspannendes geistiges Wirken lebendig ist, wo lebendige Geister schaffe» und wirken. Das war einst in Athen, daS war einst in Weimar und das wird—«S wird nur auf m»S ankommen— auch wieder irgendwo im Reiche sein, daS wir jetzt bauen und daS Reich aller Deutschen werden soll." Ein sonderbares Regierungsblatt, das den Hitlerismus lobt und vom„Reich aller Deutschen" spricht. Das Preffedepartement des Ministerratspräsidiums könnte wenigstens die Zeitungen lesen, welche es subventioniert.' Hilfe tut not! Drinsende Forderung der deutschen Kleinbauern an die Regierung Mittwoch. 27. 3«n 1934 Ccüe* Stahlhelm gegen SA Deutsches Nachrichten-Büro:„Sehr ernste Zusammenstöße** Daß die Pnpen-Nrde symptomatisch für die Stimmung in Deutschland ist, beweisen die beute schon offiziell zugegebenen starken Spannungen zwischen der TL und den Opposttiunel» len im nationalen Lager. Das Deutsche Nachrichtenbüro meldet: Eta zwanzigjähriger Arbeiter von Nazis erschlagen I Am 19. Juni d. I. ist in P a t s ch la u, einem schlesischen Städtchen in Deutschland, der erst 20jährige Rotsportler Walther Mengels- darf, der der kommunistischen Bewegung nahe- stand, von nationalsozialistischen Arbeitern erschlagen worden. DaS amtliche Hitler-Organ..Patschlauer Wochenblatt",„Amtlicher Anzeiger für Patschkau und Umgebung" schreibt in seiner Nummer 80 vom 23. Juni 1034 zu dem bestialischen Mord wörtlich folgendes: „Am 19. d. M. wurde der auf de« Pauls- Vos bcschiistigte, in der Stadt wohnhafte 20jührige Walter MengelSdorf dabei beobachtet, all er sich an der Wohnung der Arbeiterin Szwed zu schassen machte. Da man einen DiebstahlSversuch vermutete, nahmen ihn auf dem Paul-Hof beschäftigte I Leute fest und schlugen auf ihn ein. M. brach zusammen und ärztliche Hilfe muhte in Anspruch genommen werden. Der darauf in- Krankenhaus überführte M., dem man vorwarf» daß er s i m u> liere, ist infolge schwerer Berletzun» gen verstorben. Wie wir erfahren, findet heute nachmittags die gerichtsärztliche Srzierung der Leiche statt,»m dir genaue Todesursache feft- zustellen." „Tod infolge Mißhandlung", ist diese Notiz überschrieben. Die Mißhandlung und der durch die Mißhandlung eingetretene Tod ist also amtlich durch das Hitlerorgan bestätigt worden! Da der grausanre Mord, der sich am hellen Tage abspielte, in weiten Krisen große Empörung hervorgerufen hat, konnte er also nicht mehr verheimlicht werden. Um den wahren Ursprung aber vertuschen zu können, der ein rein politischer war, dichtete man dem erschlagenen Jungen die Absicht eines Verbrechens, einen Dieb- stahlsverfuch. an. Wie wir von reichsdeutschen Genossen erfahren, die Patschkau und daS dabei liegende Gut Paulshof genau kennen, handelte es sich bei dem erschlagenen M. um einen Angehörigen der kommunistischen Bewegung, den die Naziarbeiter, also des Erschlagenen Kollegen, die meistens der SA angehärcn, schon seit langem auf dem Visier hatten. Einen nichtssagenden Grund, weil er sich in der Nähe der Wohnung der S., die gleichfalls auf dem PaulShof ist, befand, benutzten sie, in zahlreicher Uebermacht über ihn herzufallen und ihn derart tierisch zu schlagen, daß er blutüberströmt zusammcnbrach und nach ärztlichem Ratschlag sofort dem Krankenhaus wegen Lebensgefahr überführt werden mußte. Doch verstarb der junge Mensch bald nach seiner Einlieferung. Wieder haben SA-Banden einen Proleten, ein halbes Kind noch, gemordet. Warum? Weil er politisch anders dachte als sie. Wieviel derartige Morde kommen im Dritten Reiche wohl wöchentlich noch vor, um politisch mißliebige Personen aus der Welt zu schaffen? Die amtliche Nazipressc darf nichts von dem Mord der SA schreiben. Sie muß eine Lüge erfinden. Die gerichtsärztliche Sczierung. der nur waschechte Nazis und ein gleichfalls zu den Nazis gehörender Arzt beiwohnen. wird selbstverständlich feststellen, daß der Tod des armen Jungen durch einen unglückliiben, nicht gewollten Schlag hervorgerufen wurde. Die Schandtaten dieser Mordbuben werden aber sorgfältig verzeichnet. Am Tage der Abrechnung wird auch aus der Asche dieses Proletenkindes der Rächer entstehen! Der Mörder Pieradtls In Deutschland verhaltet Ein 24jähriger Student. Berlin, 26. Juni. Umfangreiche Fahndungsmaßnahmen der deutschen Grcnzbehörden führten am 23. Juni 1934, früh ggen 6 Uhr zur Festnahme des polnischen Staatsangehörigen Eugen Skyba, Student der Chemie, geboren 11. Mai 1908 in Leinberg, auf dem die von den polnischen Behörden gegebene Personenbeschreibung des flüchtigen Mörders des polnischen Innenministers Picracky genau zutraf. Skyba kam am genannten Tage mit einem Dampfer auü Zoppot nach Swine« münde, wo er von Beamten der Geheimen Staatspolizei unter den etwa 600 Ausflügler» ermittelt und festgenommen werden konnte. Skyba bestreitet ztvar, der gesuchte Attentäter zu sein; nach der Sachlage kann er aber als überführt angesehen werden. Der Festgenommcne wnrde nom am gleichen Tage mittels eines polnischen Sonderflugzeuges nach Warschau transportiert. * Deamtencntlassunden wegen des Nlnlstermordes Warschau, 26. Juni. Einer Meldung der halbamtlichen„Gazetta Polska" zufolge wurden die drei höchsten Beamten der Sicherheitsbehörden in Warschau ihres Amtes enthoben und zur Disposition gestellt. Es handelt sich um den Chef des SicherheitstvesenS im Innenministerium Ku- charski, um den Chef der Sichtrheitsabteilung im Warschauer Regierungskommissariat Lekowski und um den Polizeikommandanten von Warschau Czy- niowski. Wie das Blatt hierzu bemerkt, werden die genannten Beamten auf ihren Posten nicht mehr zurückkchren. Gleichzeitig verlautet, daß noch weitere Entlassungen bevorstehen sollen. Stahlhelmer ersticht SA-Führer Anläßlich einer Sonnwendfeier, die am 23. Juni 1932 in Qnctzin bei HcnkrnHagen, Kreis Kolberg(Pommern) stattfand, verübte der Stahlhelm-Mann Erich Kummerow eine schwere Bluttat an einem SA-Führer. Sturmführer M o l t z a h n wurde bei feiner Rede von K u m- merow durch Provokationen gegen die DA gestört. Als Sturmführer M o l t z a h n nach der Feier ihn zur Rede stellte, setzte Kummerow seine Beschimpfungen gegen die SA fort und griff Moltzahn mit einem Eichenstock tätlich an. Obwohl mit seinem Dolch versehen, machte der Sturmführer seinerseits keinen Gebrauch von ihm, sondern versuchte lediglich, Kummerow den Eichenftock zu entwinden. Da riß K u m m e r o w den SA-Dolch dcS SturmführerS Moltzahn auS der Scheide und stieß ihn seinem Träger in den Unterleib. Moltzahn liegt schwer verwun- det im Krankenhaus. Gleichzeitig mit Kummerow wurde in diesem Zusammenhang der Lehrer K o e g e l i n verhaftet. Die zuständige Ortsgruppe deS N2DSB ist aufgelöst und den NDDDB jede politische Tätigkeit untersagt worden. Weitere Maßnahmen sind zu erwarten. Aulgelöste Stahlhelmdruppen Die Staatspolizeistelle Köslin teilt mit: In der letzten Zeit ist fcstgestellt worden, daß zwischen dem Stahlhelm und der SA sich sch a r f e Gegensätze hcrausgebildct haben. Die Ursachen sind begründet in einem übelwollenden Verhalten der Mitglieder des Stahlhelms gegenüber der SA. Da es die Führer der ersteren an dem erforderlichen disziplinarischen Durchgreifen haben fehlen lassen, ist cs zu sehr e r n st e n Zusammen st ößen gekommen. Um Weiterungen durch das nicht zu billigende Verhalten des Stahlhelms vorzubeugen, ist von den Staatspolizeistellen in Köslin und Stettin em einstweiliges Verbot des Stahlhelms für deren Bereich am 25. Juni 1934 erlassen worden. Das Verbot erstreckt sich auf jede politische Betätigung, das Auftreten in Versammlungen und Aufmärschen sowie daS Tragen der Uniform und Abzeichen. Definitive Auflösung des Stahlhelm? Der blutige Zusammenstoß wird wahrscheinlich«in vrnsteS Nachspiel haben. DaS Oberkommando der SA-Abteilungen veröffentlicht heute ein umfangreiches Kommunique, in welchem eS gegen den Stahlhelm Stellung nimmt und fordert, daß derselbe definitiv ansglöst werde. Wien, 26. Juni. Die heutigen Mittagblätter kündigen ein energisches Einschreiten der Regierung gegen die nationalsozialistischen Organisationen und Vereine an, die sich die Nationalsozialisten als Deckmantel für ihre illegale Tätigkeit ausersehen haben. Es handelt sich um verschiedene studentische, sportliche und touristische Organisationen, in erster Reihe um den Deutschen Turnerbund, den deutsch-österreichischen Alpenverein, den ostmärkischen Sängerbund und den deutschen Schulverein. Das Gauturnen des Turnverbandes in Klagenfurt, das am 14. und 15 Juni abgchalten werden sollte, wurde amtlich verboten. Gestern um 11 Uhr nachts explodierte vor dem Haus des katholischen Bauernbundes in Mureck an der steirisch-jugoslawischen Grenze eine Bombe. Sämtliche Fensterscheiben Ivurden zertrümmert. Die Inneneinrichtung des Büros des katholischen Bauernbundes wurde zerstört. Der 45jährige Sekretär dieser Organisation Johann Wascher wurde schwer verletzt. Eine Reihe dortiger Nationalsozialisten wurde verhaftet. Am 25. Juni nachts explodierte in der Werkstätte des SchreinermeisterS Anton Gächter in Sulz (Vorarlberg) ein Sprengkörper. Es wurde größerer Materialschaden angcrichtet. In der gleichen Nacht explodierte vor dem Haus des Schmiedemeisters Wögerer in Ebelsberg(Oberöstcrrcich) ein Böller, wodurch Fensterscheiben zertrümmert wurden. Der Hilfsarbeiter Anton Fremm, welcher der Tat ver- dächtig ist, wurde verhaftet. Gegen die Unzufriedenen G-ering und Heß gegen di«„Zweite Revolution". Der Stellvertreter Adolf Hitler«, Reichsminister Rudolf Heß. hielt im Rundfunk eine Rede, in der er sich besonder« mit der jetzigen Unzufriedenheit der breiten Masten beschäftigte und vor einer revolutionären Stimmung warnte. .Wir haben dann und wann das Gefühl", führte er aus,.daß hier oder dort Saboteure am Werke sind." Man kann nur die ewig Vorgestrigen belächeln, die glauben, der Nationalsozialismus könne durch eine Monarchie oder durch die Führung.bewährter konservativer Kräfte" abgelöst werden. Zu einer besonderen Vorsicht möchte ich jene idealistischen Leichtgläubigen unter meinen Parteigenossen mahnen, die dazu neigen, sich Provokateuren zuzuwenden, die Volksgenossen gcgenein- ander zu hetzen versuchen mrd dieses verbrecherische Spiel mit dem Ehrennamen einer»Zweiten Revolution" bemänteln. Die wahrhaften Führer der Bewegung werden nicht dulden, daß Mißbrauch mit jenen getrieben wird, denen auS ihrer revolutionären Begeisterung heraus die Fortschritte zur revolutionären Zielsetzung nicht schnell genug zu gehen scheinen. Vielleicht hält aber Hitler es für nötig, eines Tage- die Entwicklung wieder mit revolutionären Mitteln weiter zu treiben. Wir stehen seines RuseS gewärtig— im Vertrauen darauf, daß er weiß, wann es nötig ist. Wehe dem, der die Treue bricht, im Glauben durch eine Revolte der Revolution dienen zu können. In den Sälen deS Hamburger Zoo sprach Goering. Im Berkaus seiner Rede„rügte" er dir Berichterstattung„gewiffer Auslandsjournalisten" und warnte schließlich die„ewigen Nörgler und böswilligen Kritiker" mit den Worten:„Sollte eine« Tage« das Maß voll sein, dann schlage ich zu!" Thaimann-Prozeß bevorstehend? Berlin, 26. Juni. In einem Preste- interview kündigte der Oberreichsanwalt an. daß die Voruntersuchung gegen Thälmann wegen Vorbereitung zum Hochverrat bald abgeschlostei- sein werde. Die Straftaten, die der Antrag aus gerichtliche Voruntersuchung Thälmann zur Last lege, würden mit Freiheitsstrafen bis zu zehn Jahren bestraft. Die Hauptverhandlung soll vor dem„Volksgerichtshof" stattsinden, der im Juli in Berlin errichtet werden wird, und ztvar grundsätzlich in voller Oeffentlichkeit; teilweiser Ausschluß der Öffentlichkeit werde aber vielleicht notwendig sein. Bei Innsbruck ist der 23jährige Alfred K l i c p e r a, Sohn des Direktors dcS Elektrizitätswerkes in Wels, 500 Meter tief a b gestürzt, als er einen Platz für ein Hakenkreuzfeuer suchte. Klicpera ist tot geborgen worden. Die Schicksale Severs Der frühere sozialdemokratische Landeshauptmann von Niederösterreich, einer der ersten Ber« trauensmänner der Wiener Arbeiter, der Obmann der Organisation deS Arbeiterbezirkes Ottakring, Albert S e v e r ist von einer Kette von Schicksalsschlägen betroffen worden. Er wohnte im Ottakringer Arbeiterheim und harrte dort mit seiner Frau auch während der Beschießung durch die Polizei und das Heer aus. Severs Frau wurde von einer Granate getroffen und tödlich verletzt. Seine Wohnung wurde zu einem Trümmerhaufen zusam- mengeschossen. Sever selbst wurde wegen ,„Hochverrates" verhaftet und als Obmannstellvertreter des sozialdemokratischen ParteivorstandeS noch länger in Haft gehalten als die anderen Parteivorstandsmitglieder. Dabei ist Sever, der 67 Jahre alt ist, in der Haft seelisch und körperlich schwer erkrankt. Sever hat ein schweres Augenleiden(Star). Außerdem ist er psychisch völlig zu- sammengebrochen. Der Mann, der von einem lvah» ren HiobSschicksal heimgesncht ist, muhte wegen der Schwermut, in die er verfallen ist, der Psychiatrischen Klinik übergeben werden. Poflamcnföscssion Ms in den jun Prag, 26. Juni. DaS Präsidium deS Löge, ordnrtenhausrs hat heute in einer Sitzung. de> auch Ministerpräsident Malypetr beiwohnte, di» Dispositionen für die restliche Session vor den Ferien getroffen. Wie man hört, sollen dir Arbeiten möglichst bis zum 4. Juli beendet werde« Sollte es allerdings nicht möglich sein, die von der Regierung gewünschten Vorlagen in dieser Zeit noch frrtigzustellen, so würden weitere Sitzungen in der Woche ab 8. Juli nicht zu umgehen sein. Auf der Tagesordnung der heutigen Sitzung stand der Handelsvertrag mit Polen, sowie sechs mittlerweile gegenstandslos geworden« Vereinbarungen über kurzsristige Verlängerungen des früheren Vertrages. Wie aus dem Bericht des Genosten Prok«t hervorging, war unser Außenhandel mit Polen immer passiv. Seit 1929 ist unsere Einfuhr aus Polen von 1807 auf 199, unser Export nach Polen von 905 aus 157 Millionen zurückgegangen! Die neuen Handelsvertragsverhandlungen gestalteten sich außerordentlich. schwierig, namentlich nach der. landwirtschaftlichen Seite, während an den industriellen Zöllen nicht viel geändert wurde. Der ResereM S l a v i t e t ging ausführlicher auf die in den jüngsten Tagen neuerlich verschärfte Spannung zwischen Polen und der Tschechoslowakei ein, die in der Auflösung de» polnischen SÄtorS der Presseentente und in der Ausweisung zweier Tschechoslowaken au« Polen gipfelte. Ferner verwies der Referent auch auf die Tatsache, daß di« polnischen Kohlentransporte geflissentlich unseren Bahnen auS- weichen. Trotzdem wünschte der Referent eine Vertiefung der Handelsbeziehungen zu Pole« und gab der Hoffnung Ausdruck, daß sich auch die politische Zusammenarbeit mit Polen wieder möglichst freundschaftlich gestalten möge. Nächste Sitzung morgen Mittwoch um 3 Uhr. Eine weitere Regierungsvorlage verlängert die Frist zur Durchführung der Verstaatlichung der Fach, schulen für Frauenberufe um weitere sechs Jahre, d. i. bis Ende 1940. Dadurch werden jährlich rund zwei Millionen K£ erspart. Weitere Milderung der Pressenovelle? In Koalitionskreisen waren gestern erneut Bestrebungen im Zuge, an der Pressenovelle in der Ausschußfassung, wie sie dem Haus bereits vorgelegt wurde, neue Milderungen vorzunehmen, namentlich hinsichtlich der Berichterstattung über vertrauliche Verhandlungen gewisser Körperschaften. Zu diesem Zwecke soll am Mittwoch erneut das Tubkomitee zu- sammentreten. Man rechnet daher damit, daß die Pressenovelle erst am Donnerstag zur Verhandlung im Plenum kommen wird, obwohl sie schon für Mittwoch aus der Tagesordnung steht. Aasranniciiere AussdiuQbcridite In der Aussprache des Kammerpräsidiums mit Malypetr wurde auch über die kürzliche Rede Maly- petrs im BerfastungSauSschuß anläßlich der Beratung der Pressenovelle diskutiert, da ein Teil dieser Red«— eine Beschwerde über die Teilnahmslosigkeit der Abgeordneten gegenüber dem Expose deS Finanzministers im Plenum— Gegenstand von Presseangrisfen war. ES wurde konstatiert, daß es sich hier um ein M i ß v e r st ä n d n i S handle, das durch die zu knappe offizielle Berichterstattung über die Ausschußverhandlungen hervorgerufen worden sei. (Malypetr hatte diese Aeußerungen nur in Abwehr eines gewerbeparteilichen Angriffes getan, was auS dem Bericht aber nicht hervorging). Das Präsidium beschloß daraufhin, die offizielle Berichterstattung aus den Ausschüsten im gegenseitigen Einvernehmen zwischen den Parlaments- und den Regierung«- organen neu zu regeln. Neuer Abgeordneter. In der gestrigen Par- lamentSsitzung leistete der Nachfolger des verstorbenen deutschdemolratiswen Abgeordneten Jelinek, Herr Ludwig W o k u r e l, die vorgeschriebene Angelobung. Neuregelung des Feurrwehrbeitrages. Dem Senat wurde die Regierungsvorlage betreffend das Gesetz über den Feuertvehrbeitrag bei der Feuerversicherung vorgelegt. Zweck deü Gesetzes ist eS, teils durch einen wesentlichen Beitrag den Gemeinden, die nach dem bisherigen Nechlsstande die Fürsorge um die Feuerwehrausrüstungen zu tragen hatten, eine Erleichterung zu verschaffen, teils die rechtlichen Vorschriften über den Feuerwehrbeitrag zu vereinheitlichen. Nach dem Regierungsentwurf heben die Versicherungsgesellschaften den Feuerwehrbeitrag von den Versicherten gleichzeitig mit der Prämie, und zwar regelmäßig im Betrage von 3 Prozent der gesamten Bruttoeinnahmen aus der Feuerversicherung, ein und führen ihn im Innenministerium ab. Dieses wiederum überweist daraus an die einzelnen LandeSämter und an den Stadtrat der Hauptstadt Prag Geldbeträge, die mindestens zu 90 Prozent für Ankauf oder Reparatur von Feuerwehr-Bedürfnissen bestimmt find; der Rest ist zur Erteilung von Unterstützungen an die Mitglieder der Feuerwehren, die im Feuerwehrdienste einen Unfall erlitten Hoche« oder erkrankt find, zu verwenden.- Auf Urlaub geht Dollfuss nach Italien Propadanda gegen den österreichischen Fremdenverkehr Wien, 26. Juni. Während Oesterreich alle Anstrengungen macht, die Ausländer zum Sommeraufenthalt ins Land zu locken, zieht Dollfuß eS vor, seinen Urlaub jenseits der Grrn- zen zu verbringen, wo er sich eben sicherer fühlt. Er wird mit seiner ganzen Familie zu Mussolini nach Rieeione fahren. Die„ReichSpost", welche den Eindruck dieser Meldung voraussah, will diesen Auolandsurlaub damit erklären, daß Musiolini Dollfuß zweimal einladen mußte, bevor der Herr Bundeskanzler annahm. Inzwischen gehen Attentate und«erhaftungen in Oesterreich weiter. «ehe 4 Mittwoch, 27. Juni 1934 ftr.«S Pallenberg tödlich verunglückt Flugzeugkatastrophe bei Karlsbad— Noch zwei Todesopfer A a r l S b a d, 28. Juni. Heute vormittags um 12 Uhr stürzte ein drrimotoriger Ein- drcker der staatlichen Aerolinie, der außerhalb deS FtugplaneS die Beförderung deS Schauspie- lrrS Max Pallenberg und deS Fabrikanten Morin Ekurnik auS Brünn übeniommrn hatte, ab. Dir beiden Passagiere»varen sofort tot, ebenso auch der Pilot Karl Tomikek. DaS Flugzeug verlor über einer Waldparzelle, obgleich eS die Wipfel der Bäume nicht streifte, zunächst daS Seitenfteuer und hierauf auch daS eine Höhenstruer, worauf rS abstnrztr, sich überschlug und mit der Motorgondel in die Erd« bohrte. Die Benzintanks fingen Feuer. Die Besatzung deS FlugzcugbahnhofS in Karlsbad löschte den Brand. Max Pallenborg sollte morgen in Karlsbad rin Gastspiel absolvieren.(Er hielt sich jeden Sommer vier bis fünf Woche,» in Karlsbad zur Kur ans.) Tagcsnculghcllcn Die Deutsche Landeskommisiion für Aiuderschutz und Jugendfürsorge hielt Samstag, den 23. und Sonntag, den 24. Juni in Gablonz ihren diesjährigen Bertretcrtag ab. Der Frauentag, welcher Samstag stattfand, war von 18Ü Abgesandten der einzelnen Korporationen und Zweigstellen der Jugendfürsorge besucht und unter den Gästen bemerkte man auch die Genossin Abg. B l a t n h aus Karlsbad und Bürgermeister Genossen P ö l z l auS Aussig. Der Tätigkeitsbericht über die Arbeit der Frauen in der Jugendfürsorge wurde von der Vorsitzenden deS FrauerchcirateS Frau Fachlehrerin R o t t erstattet. AuS dem Berichte geht eine umfassende Arbeit auf allen Gebieten für Kinderschutz und Jugendfürsorge hervor. Nach einem Referat der Frau Rott über die Aufgaben und Ziele der Frauenarbeit und einer kurzen Debatte endete die Fraueniagung. Abends fand eine Begrüßungsfeier statt, die mit dem bei solchen Anlässen üblichen Programm ausgcstattet war und auch die üblichen Begrüßungsreden über sich ergehen lassen mußte. Der Sonntag wurde mit dem Film.Kinder werben um dein Herz" cingelcitet, woraus die eigentliche Vertreteriagung eröffnet wurde. Nach der Begrüßung der Teilnehmer durch den Vorsitzenden der Deutschen Landeskommission Herrn Dr. Fischer und der Vertreter der verschiedenen Institutionen und Behörden, begrüßt Genosse P ö l z l, als Vorsitzender des Verbandes deutscher Selbstverwaltuirgskörper, die Tagung und Bürgermeister Pctrovskv im Namen der Stadt Gablonz. Dann wird beschlossen, die Beiträge der Zwcigvereine in der bisherige»» Höhe zu belassen und als nächster Tagungsort Wckcisdorf bestimmt. Die auf Grund der Satzungei» des Verbandes ausscheidendcn Mitglieder des Ha»»ptaussch»isses werden wiedergewählt und als Kuriosum wäre hier lediglich zu bemerken, daß sich weder unter den auSgcschicdcncn noch ncugcwählten Mitgliedern deS Hauptausschusses auch nur ein Sozialdemokrat befindet, obzwar insgesamt 25 Mitglieder des Hauptausschusses wieder- bzw. neugewählt wurden. Der Leiter der Landeskommission Herr Dr. Heller gibt an Hai»d reichen Zahlen- »natcrialS einen Uebcrblick über die Tätigkeit und die Geldgebarung der Fürsorge für die Jugend und schildert auch kurz die Einwirkung der Krise auf die Arbeit der Landeskommission. Neber die gleiche Frage berichtete etwas ausführlicher Herr Dr. Fischer in seinem Referat über die Jugendfürsorge im Industriegebiet, wobei er vor allem die Verhältnisse im Gebiet der Glasarbeiter schilderte. Nach einer kurzen Replik deS Vorsitzenden über den Erfolg der Tagu»»g wurde die von mehr als 150 Vertretern besuchte Konferenz Sonntag mittag geschlossen. Empörender Reichtum Sottbsn, 26. Juni. Dieser Tage starb hier der bekannte BräuhauSbcsitzer Sir Richard Garton, der ein Vermögen hi»»terläßt, daS aus 6,2 41.3 64 Pfund Sterling geschätzt wird. Die Erbschaftssteuer im Betrage von l,2 8 2.4 07 PfundSterling wurde bereits entrichtet. USrchterUch« Drohung Los Angeles, 26. Juni.'(Reuter.)' Der Mu ltimillionärGettlc, der von Gangster»» mitten a»»S einer Gesellschaft hcra»»S entführt und später nach Zahlung des Lösegeldes wieder freigclassen worden»var, erhielt in dei» letzten Tagen von seinen Entführern zwei Briefe, in welchen er aufgcsordert wird, an einer bestimmten Stelle sofort 6000DollarS als Strafe dafür zu deponieren, daß er eine A n« zeigeer stattet hatte, so daß einige der Entführer verhaftet wurden. ES wird ihm angedroht, Der amtliche Bericht Am 26. Juni 1934, um 12 Uhr 15 Min. stürzte etwa 200 Meter vom Gebäude drS FlugbahnhofeS in Karlsbad entfernt deS Flugzeug OK—ADB des Typs S—32 der tschechoslowakische» staatlichen Aerolinie ab, daS sich auf dem Fluge vonPrag noch Karlsbad befand. Ji» dei» Trümmern deS Flugzeuges blieben auf der Stelle tot liegen: Der Pilot Karl T o m i L e k und zwei Reifende, P a l l e>» b e r g, der auS Wien kam, sowie K a r l S k u r n i k, der sich auf der Reise vo»» Brünn befand. Die Havarie erfolgte nach der vorläufigen Feststellung briin Gleitfluge vor derLan- d u n g. DaS Flugzeug stürzte auS einer Höhe von etwa 70 Metern trudelnd zu Boden, so daß rS mit dr>» Propeller zuerst aufschlug und sich erst dann überschlug, wobei eS völlig defor» m i e r t wurde. daß im Falle der Nichtbezahlung seine Villa samt seiner Frau und vier Kindern in die Luft gesprengt werden wird. Streit«m Weltrekord Elmira(Staat New Aork), 26. Juni.(Reuter.) Der Amerikaner Richard duPont behauptet, daß er den Weltrekord im D i st a n z- flug mit Segelflugzeug dadurch überboten habe, daß er in 6 Stunden 10 Minuten 155 Meilen zurückgelcgt habe. Der Vorsitzende des Segclfliegervcrbandes der Vereinigten Staaten unterstützt diese Angaben und erklärt, der deutsch eRclord des Fliegers Groenosf sei offiziell nicht a»»erkannt worden und daher ungültig. Konzentrationslager werden große Mode. Die Schn»ach der hitlerdeutschen Konzcntratio»»s- höllen hat verwandte Seelen zu gleiche»».^kultur- taten" angespornt. Erst lam Herr.Dz» l l s u ß. der schamhaft eine Taufe vornahm u»»d das rauhe Kind des Hitlerismus durch den Raine»» Anhaltelager zu verniedlichen suchte. Wer im Lande der klerikalen Heuchler den Täufling beim rechten, alte»» Name»» nannte, erhielt ein Strafmandat, aber trotzdem war das Anhaltelager der klerikalen Fascisten ein Konzentratio»»slager. Vor wenigen Tagen hat Polen das Attentat auf dei» Innenminister Pieracki zum Anlaß genommei», Konzentrationslager für alle die einzurichten, die ..geeignet seien, die Sicherheit des Staates zu gefährden." Auch die spanische Reaktion, die Morge»»luft wittert, will jetzt zur Errichtung von Menschcn-ZwangSkasernen schreiten. Die Regierung hat sich von der Regierungsmehrheit der CorteS dreieinhalb Millionen Pesetas zur Errichtung von KonzentratimrSlageri» bewilligen lassen. Brutalität ist imincr ein Zcichei» der Schwäche. Wenn die Nazis eben durch feige Kniffe an die Macht gelangt, besser, ai» die Macht geschlichen, sich nickt anders zu helfen mußten, als daß sie Zchntauscnde ihrer Gegner in Konzentrationslager»»»vorttvörtlich auSzurotten suchten, Menschen, die nichts anderes verbrochen hatten alö An die Unfallstelle wurde eine dreigliedrige Konlmiffion deS Ministeriums für öffentliche Arbeiten, eine Kommiffioi» deS Bezirksamtes in Karlsbad, eine GrrichtSkommisiion und Gendarmerie entsandt, die die Trümmer deS Flugzeuges biS zur Beendigung der Arbeiten der Kommisiio- nen bewacht. Die unmittelbare Ursache wird untersucht. Sofort nach dem Ei»»treffen der Meldung über das Flugzeugunglück in Karlsbad sandte daS Ministerium für öffentliche Arbeiten eine Sonderkoinmis. fion nach Karlsbad, der Dr. Jng. S p i ch e, de» Direktor des Prager Flugplatzes T r n k a und de» Direktor der Tschechoslowakischen Aerolinie Jng. StokeS angehören. lieber das Ergebnis der von dieser Kommission durchgeführten Untersuchung wilder Oeffenilichkeit ein Bericht erstattet lverden. dies, eine Gesinnung zu haben, die den diktierenden Terroristen nicht erträglich schien, so mochte das ihren Landsknechten zuerst gewiß ein willkommener Anlaß gewesen sein, ihre sadistischen Instinkte an lvehrlosci» Gefangenen auSzutoben; auf weite Sicht gesehen, tvar eü nicht nur ein abscheuliches Verbrechen, sonder»» auch, selbst von ihrem Standpunkt aus betrachtet, eine Torheit. Denn den Haß, den sie durch diese Lager aufgespeichert haben, werden sie einst verzehnfacht zu spüren bekomnien. Wenn Polen, Oesterreich und nun Spanien nichts besseres zu tun wissen, als in die Fußstapfen der Hitlsrfascistcn zu treten, so ist daS ein Sympton» für die naincnlose Verwilderung, in der wir leben. Es»var bisher die Spe- zialincthode jener Verbrecher, die die Ainerikaner Gangster nennen, Menschen als Geiseln zu entführen, um Lösegeldcr zu erpressen. Was anders sind die Konzentrationslager als solche Gangsterlager, in denen man Unschuldige als Geiseln fcst- hält, um von den noch Freien die Tolerierung eines Systems zu erpressen, das nur Gelvalt kennt und also auch nur durch Gewalt gestürzt werden kann?! Motorrad und Auto. Aus Podersan» wird uns geschrieben: Der Motorradfahrer Rudolf M i e s aus Fürwitz stieß auf der Straßen» kreuz»ng bei Deutsch-.tzokowitz mit dem Personenauto deö Jng. Jar. Malls aus Prag-Straschnitz zusammen. MieS erlitt hiebei schwere Fuß- u n d Kopfverletzungen. Der Besitzer des Wagens brachte ihn in das Podcrsamer Krankenhaus, wo ihm ein Bein unterhalb deö Knies amputiert werde»»»mißte. Die Gendarn»crie in Deutsch-Horowitz ist mit dei» Ermittlungen über den Hergang des Unglücks beschäftigt. Ein gefährliches Dutzend. Die Polizei in Chicago hat eine aus elf Schlvervcrbrcchern und einer Frau bestehe»»de Brandstifter- b a n d c festgenommen, der»nai» den größten Teil der große»» Brandkatastrophen, die sich ii» den letzten drei Jahren in Chicago ercigi»cten, zur Last legt. Man schätzt den Anteil der Berbrccherbande an den Brandschäden bloß des letzten Jahres, die sich in Chicago auf 5 Millionen Dollars bezifferten, mif 85 v. H. Max Pallcnberg Dieser 26. Juni, der erste trübe, regenschwere Tag seit Wochen, wurde zum schwarzen Tag für die deutsche Schauspielkunst und für Millionen ihrer Freunde; sie alle erfüllte und erfüllt die jähe Kunde von dem tödlichen Flugunfall Max PallcnbergS mit Schrecke»» und Erschütterung; der größte Komiker, den die deutsche Bühne in den letzten Jahrzehnten hervorgebracht hatte, mußte hier, in unserer'nächsten Nähe, in einem tragische»» Siückschluß abgehen,»»ach dem eS für ihn keine Rückkehr mehr vor den Vorhang auf die Bühne und ins Leben gibt... Max Pallenberg, 1877 in Men geboren, brachte dort schon als Achtzehnjähriger sein Dar« stellcrtalcnt erst auf Licbhaberbühnen zur Geltung, wurde dann am JosefSstädter Theater und an anderen Wiener Diihnen eine lokale Berühmtheit; in den letzten Jahren vor dem Kriege lernte man ihn ii» der gesamten alt-deutschösterreichischen Provinz kennen und bewundern. Dkax Rcindardt, der Entdecker und Förderer schauspielerischer Individualitäten, hat Palleickerg nicht erst zu eittdecken gebraucht, als dieser 1914 nach Berlin kam. Vom Deutschen Theater dort führte dann Wcltruhm den Künstler in der Nachkriegszeit über alle Bühnen Deutschlands, der Nachfolgestaaten, ganz Europas. Keiner von den großen Komikern Wiens, weder Girardi noch selbst die Niese, die ihm um wenige Monate im Tode voranging, hat sich solch allgemein bithnenbeherrschenden Namen gemacht wie dieser»nwerglcichlickc Max Pallenberg, dessen so beispiellos ausdrucksvollen Körper man gestcri» in Karlsbad leblos aus dei» Trün»mern eines Flugzeugs barg. Was machte Pallenbcrg so groß, so bewundert, so geliebt, so unwiderstehlich? Wo»var der Herz» und Gchirnquell einer DarjlcllungSkuiist? Vor kurzem erst, als Pallcnberg eines seiner fast alljährlichen Gastspiele am Prager deutschen Theater absolvierte, schrieb ich über seinen unvergeßliche»» Kanzlisten Winzig in Wilhelm Lichtenbergs Lustspiel»Wem Gott ein Amt gibt.. unter anderem: Wenn man jenen» deutsche»» Schauspieler, dessen Kunst auS einer einzige»» Wurzel Komik und Tragil zugleich wachsen läßt, die Palme geben muß, dann verdient sie kein anderer mehr alö Max Pallcnberg. ES gibt keine»» zweiten Darsteller, der so wie er nicht nur Lachsttirme entfesseln, sondern gleich darauf oder gar zur gleichen Zeit ergriffenste Rührung, innerste Erschütterung,»vahrhaft tragisches Mitlcidcn auslösen kann. Derselbe Kanzlist Winzig, der zwei Akte lang eil» Haus dröhne»» macht unter der Wucht seiner Komik, seiner finnloS-sinnvollen sprachlichen Verhaspelung, seiner Mimik, seiner Haltung, spielt im letzte»» Att... eine Szene deS warme»» sozialen Herzens, die unvergeßlich bleibt... die Bühne wird allmählich wieder zur MenschheitS- kanzel, Wer tollem Lachen erhM sich langsam und majestätisch das Gute, das Schöne, das Wahre aus aller Hörer Brust und der Sieg einer beispiellosen Schauspiel kunst wird zum Siege dcrMensch- l i ch k e i t. Der„andere" Pallcnberg, der ulkige Spaßvogel, die»»asale Fanfare, die totsicherc Pointen in dei» Raun» schmettert, das incisterhafte Vcr- legenhcitsspiel, die Technik... das altes ist nur Unterbau einer n»on»»mentalcn Tragikomik... Es geht»virklich ein Bruderband, fein und un- belvußt hii» und her, zwischen Chaplin und Pallenberg! jeder in seiner Art Virtuose der Nachdichtung des kleinen Manneö mit seiner Herzens, und äußeren Not. Pallcnberg ist notio- nal der größte, dem» seine Wunder werden um daS der Sprache vermehrt. Dieses Wunder nun ist tot, oder stirbt doch mit der Erinnerung, keine Platte kam» eS auch nur ciitigcrinaßen wieder verlebendigen. DaS Phänomen, das so oft Zavadil in» Kadclburg- Schlvank„Familie Schiinck" war, ist anSgelöscht; auSgclüscht das Porträt der„Remo-Bank", zerschmettert der Bi'ihncn-„var ihnen der Verband eine unentbehrliche Stütze. Er erfreut sich deswegen auch bei den Arbeitern des größten Vertrauens und die Ver- traucnSniänncr des Verbandes können mit Freude und Stolz auf die Arbeit in den 16 Jahr.cn zurückblicken. Mit Freude, Ausdauer und Begeisterung, so schreibt das Blatt»Der Bekleidungsarbeiter", wollen die Funktionäre anch an die Arbeit des nächsten Zeitabschnittes hcranlretcn. Schülerinnen und Massenübungen des 1. Kreises der DTJ. Den Abschluß bildet die erste Auffüh rung des Festspieles„Befreite Arbeit", über das wir noch ausführlich vorher berichten werden. Dann kommen drei Tage Erholungspause und daun beginnt die„eigentliche" Olympiade,.deren Programm wir hier veröftentlichen. Programm der 3. tschechoslowakischen Arbeiterolympiade in Prag 1984: Mittwoch, bett 4. Juli 1934. Abends: Eröffn» ngSakademi«. Donnerstag, den 8. Juli 1934. Vormittags: Eröffnung des Pfadfinder- La g e r S am Stadion. Leichtathletische Wettkämpfe der Sportler und Sportlerinnen. Ballwettspiele. Schwerathletische Wettkämpfe. Gerätewettkämpfe der Unterstufe(Männer und Frauen). Proben der Jugendlichen und der Pfadfinder. Marionet» t e n-Oly m piade- Wettbewerb(1. Teil). Schachturnier(1. Teil). Nachmittags: Borfühnmg der Pfadfinder und Pfadfinderinnen. Freiübungen der Jugendturnerinnen. Sondervorführungen der Kreise V und VI l sowie der Kreise IV, VI und IX. S t a- fettenläufe der Jugendturner und Jugendturnerinnen. Freiübungen der Jugendturner. Festspiel(2. Aufführung). Abends: S ch w! m m w et tkä mvfe. Fak- k e l- und Lampion-Umzug. Freitag, den 6. Juli 1934. Vormittags: Proben der Männer und Frauen(Freiübungen). Zweiter Teil und Abschluß des Marionetten-Olympiade-Wcttbcwerbes. Schachturnier(2. Teil). Im offiziellen Progranun steht es gedruckt: „Die 8. tschechoslowakische Arbeiter-Olympiad« in Prag beginnt Sonntag, den 1. Juli 1984." Um die Wahrheit zu sagen: das stimmt nicht ganz. Die Wettkämpfe sind bereits im vollen Gang, ja, ste haben bereits den Höhepunkt der Spannung erreicht. Und was das Merkwürdigste ist: das„Stadion", in dem diese aufregenden Wettkämpfe ausgetragen werden, ist kaum drei Meter lang und nicht einmal zwei Meter breit, guschauerkarten werden nicht ausgcgeben. weil selbst für die Mitwirkenden zu wenig Platz ist, aber das tut der Spannung dieser Borolympiade unter Ausschluß der Oeffentlich- keit keinen Abbruch. Da- merkwürdige Zwergstadion, in dem sie spielt, liegt in der Havlikkova, gerade gegenüber dem Masarykbahnhof und fällt von außen nur durch ein bescheidenes Türschild auf, auf dem verkündet wird, daß sich hier das Büro der Arbeiter- Olympiade befindet. Und hinter dieser Türe werden von ProfesstonalS und Amateuren erbitterte Ringkämpfe um Eintrittskarten ausgetragen, der Schiedsrichter sitzt zwischen Bergen von Papieren und wirt nicht weniger angefcindet, als eS Schiedsrichter gemeiniglich gewohnt sind, ein Match löst das andere ab, jeder will etwas wissen, will seine Instruktionen bekommen, der Regisseur des Festspiels gibt die Türklinke dem Fremdenführer in die Hand und der gibt sie auch schon weiter an den Führer einer ausländischen Tnrnergrubpe, die gerne wissen möchte, wohin sie gehört. Und daS Erstaunlichste an diesem tollen Durcheinander ist: es klappt. Der Genosse zwischen den Papierbergen weiß für jeden, Rat, für jeden Hilfe und alle- löst sich schließlich in Wohlgefallen. 160.000 Mensche«««ter einem Hut. Und eS ist wirklich keine Kleinigkeit, alles zum Klappen zu bringen. ES handelt sich ja schließlich darum, 160.000 Menschen unter einen Hut zu bringen. denn ungefähr so viel wird eS bei der Olym- piade geben. 44.000 Sportler und Turner und 113.000 Zuschauer. Und wenn die Anmeldungen, die täglich noch im Büro der Olympiade einlaufen nur halbwegs oas halten, waS sie versprechen,, dann werden eS eher noch ein paar tausend mehr sein als weniger. Als Amerika find bereits vier Gruppen von Sportlern und Sportlerinnen, insgesamt 280 Genossen eingetroffen, aus England kommen 20 Wettkämpfer, aus der S ch w e i z find 2000 Genossen in Sonderzügen angemeldet, au- Norwegen kommen 20, aus Belgien 24, H o l l a n d 48. Zu Rad vom Tote« Meer«ach Prag. Wollt ihr wissen, was Solidaritätssinn Zähigkeit vermag? In Tel Aviv in, Palästina find im Mai 150 Sportler und Sportlerinnen, darunter eine komplette Fußballmannschaft, per Fahrrad und Motorrad aufgebrochen, um zur Olympiade nach Prag zu kommen, west sie das Reisegeld für di: Schiff- und Bahnfahrt nicht aufbringeu konnten. Die Liste der Angemeldeten und deren, die bereits eingetroffen sind, ließe sich nach Belieben noch seitenlang fortsctzen. Die Zahl der Genossen, die aus Frankreich kommen, ist noch nicht bekannt. Jugoslawien schickt eine besonders starke Gruppe, auch aus dem Ungarn, Horthys kommen 140 Genossen. Rumänien schickt eine Arbeiterfußballmannschaft. Trotz Braunhemd und Hahoeaschwaoz.. Und die Diktatoren, die gerne in die Wel posaunen, sie hätten den Marxismus überwunden könnten, wenn sie sich zur Olympiade herbemühten, mit grimmigem Erstaunen feststellen, welch aufrechte und mutige Arbeitersportler eS im Dritten Reich und im Ständestaat Oesterreich gibt. Genossen, die den Gefahren des Terrors und de« NaderertumS trotzend nach Prag gekommen find, un ihren Genossen, die in freier Luft leben dürfen, zu zeigen und zu sagen: Wir sind da, wir werden da sein— jedem Hitler und jedem Dollfuß zum Trotz. Herr Hitler wird übrigens über diese Tatsache wohl auS verläßlicher Quelle informiert werden, do sich 25 Sportredakteure aus dem gleichgeschalteien Danzig zur Olympiade angesagt haben. Bon GUIDO K. BRAND Geschichte der Deutschen Literatur der Gegenwart (1880—1933)/ Werden und Wandlung Mit.91 Abbildungen auf 48 Kunstdrucktafeln, 572 Seiten, in Leinen gebunden- nur K{ 45— Durch die Zentralstelle für das Bildungs, wesen PRAHA XII., Slezskä 13 Volkswlrtsdiaft und Sozialpolitik Welle MlMkMlleit N We M 1,199.135 Arbeitsstunden, ein Fünfzehntel der Ziffer von 1S2S Nachmittags: Stabübungen der A l t e r S tu r« n e r. Sondervorführungen der Kreise. II, VIII und XI sowie deS XIII. Kreises. Sondervorfül)- rungen der ausländischen G ä st e und.der heimischen Druderverbände(1. Test), Reigen« und Schaufahren der Radfahrer..Freiübungen der Frauen und der Männer. Fest sp i e 1 (8. Aufführung). Abends: Olympiade« Freundschaftsabend der Jugendlichen. Samltag, den 7. Juli 1934. Vormittags: Fortsetzung der l e i ch t a thl efischen Wettkämpfe und der Ballspiele. Geräte-Wettkämpfe der Oberstufe(Männer und Frauen). Leichtathletische und Geräte-Wettkämpfe der Jugendlichen. Wettkämpfe der Radfahrer. Wettkämpfe der Pfadfinder und Pfadfinderinnen. Proben zur ! Festakademi«. Abschluß des Schachturniers. Nachmittags: Internationale Geräte« und leichtathletische Wettkämpfe. Abschluß der Schwimm-Wettkämpfe. Abend-: F e st a k a d e m i e. Repräsentationskonzert der Arbeitersänger. Lagerfeuer der Pfadfinder, verbunden mit Pfadfinder- Kongreß. Freundschaftsabend für die deutschen Gäste. Sonntag, den 8. Juli 1934. Vormittags: F e st z u g durch die Straßen der Stadt. Nachmittags: Sondervorfübningen der ausländischen Gäste und der heimischen Bruderverbände(2. Test). Sondervorführung des III. Kreises. Schauturnen der Sieger des Geräte-WettkampfeS. 10X 10-Meter-Stafetie. Freiübungen der Frauen und der Männer. Festspiel (4. Auffühnmg). Montag, den 9. Juki 1934. Tagsüber Führungen zur Besichtigung der PragerSehenSwürdigkeiten und Ausflüge in die Umgebung Prags. Nachmittags: Schluß der Ausstellung der Arbeiter-Turnvereine. Ehrengästen haben die Parteien der Internationale bisher gemeldet: Genossen-Emile Bandervelde A. BauterS aus Belgien, die Genossen W. Gil» lies, E. R. Smith und G. H. Elvin aus England, den Genossen Fernando de los Rios aus Spanien, den Genossen Rosenfeld aus Frankreich, den Genossen Stefan Farkas aus Ungarn und den Genossen Dr. E. K l ö t l i aus der Schweiz. Ueberdies sind bereits zahlreiche Parteifunktionäre und Journalisten miS Amerika, England, Frankreich, Belgien, Spanien, Jugoslawien. Palästina, Ungarn, Holland und der Schweiz eingetroffen. Zurrst: der Tag der Kinder. Alle Vorbereitungen sind getroffen. Eigentlich könnt's schon loSgehen. Aber eS geht noch nicht los Ein paar Tage lang müssen Sie sich schon noch gedulden. Aber schon am SamStag gibt eS für ganz Eilige, die eS gar nicht mehr erwarten können, die Vorfeier zum Sporttag der Kinder. Nachmittags wird die A u s st e l l u n g der Arbeiter» turnvereine und die Marionettenausstellung eröffnet und dann gibt's gleich eine K i n d e r v o r st e l l u n g im Nationaltheater zu sehen. Am Abend des gleichen Tages finden die Schwimmwettkämpfe der Arbeiterkinder statt. Sonntag ist dann im Strahovcr Stadion der eigentliche Auftakt der Olympiade mit einem Schauturnen der Kinder und dem cnt- ! zückenden Kinderfe st spiel„S o m m e r. — ta g", an dem nicht weniger als 5 0 0 0 Kinde, Flughäfen angelegt werden, die einen rcgclmäßi->rf«i tocri0 1618 ünte rhal- aen Verkehr über di» Arttia» n g s s p i e l e der Kinder zu sehen und Sonder. W^"ricyruver die Arktis von Aincrttanach Vorführungen der Kinder aus dem Aussige, . bic die Expedition Verband ATUS. Nachher kommen die Frei- als Stützpunkte dienen können. 1 Übungen der acht- bis vierzehnjährigen Schüler und Eine Schule ohne Schüler. Die Zeitschrift I JJofpoMtfla Polit." macht auf den Jahresbericht der tschechoslowakischen keramischen Staatsschule aufmerksam, einen Jahresbericht, der sehr schön ausgestattet und mit vielen Reproduktionen versehen ist. Nm so mehr muß man staunen, wenn aus dem Ausweis über die Frequenz der Schule im Jahre 1933/34 hervorgcht, daß die Tagesschule welche in eine zweijährige Fachschule, eine einjährige höhere Spezialschule und eine einsähriqe Schule für Ofensetzer zerfällt, auch nicht einen einzigen Schüler hat. Der Schul- ausweis führt nurHofpitantcn in der Zahl von 21, sowie Schüler der Fortbildungsschule in der Zahl! von 24 an, so daß die Schüler, für welche die Schule eigentlich errichtet wurde und erhalten wird, vollkommen fehlen. Die Schule hat ein neues vierstöckiges Gebäude mit großen Werkstätten, der Lehrkörper besteht aus einem Direktor, zwei Professoren» einem Lehrer, drei Externleh- rern, drei Hilfskräften und zwei Angestellten. Mit Recht bemerkt die„Hospodäkska Politika" zu diesem ganz unglaublichen Fall, daß man in unserem Schulwesen noch Ersparungen machen kann, ohne daß dadurch die Sache der Kultur zu Schaden kÄne. Die Fahnenweihe. Fahnenweihe der SA in Berlin Rcinikendorfl Ein großes Ereignis. SA und SS marschieren auf, Arbeitsfront im Schmuck ihres neuen blauen Festanzuges, Militär ist hinzu besohlen, kurz em Schauspiel ersten Ranges entwickelt sich vor den Augen der keineswegs durchwegs glcichgeschalteteu Bevölkerung dieses Arbeiterstadtteils. Der SS-Gruppenführer hält eine stammende Rede, die Sonne strahlt liebenswürdig, die Uniformen blitzen und die Musik schmettert das Horjt-Wcsscl-Licd. Jetzt kommt der große historische Augenblick! Der Redner ruft mit Begeisterung. „In diesem Zeichen, Parteigenossen, werden wir kämpfen und siegen!" Die Hülle fällt und die Fahne cnffaltct sich, bei den markigen Worten. Sic weht stolz und frei im Winde. Aber alle schauen verdutzt. Die Mienen der herumstchcnden Arbefter, die bisher still und verbissen waren, erhellen sich plötzlich verständnisvoll und der eine oder andere Blick fliegt rasch und unbemerkt zu einigen frischgebackenen SA-Leuten, die ihn ebenso rasch und unbemerkt erwidern. Was war geschehen? Die Fahne, die so stoh im Winde flatterte, trug in der Mitte keinen weißen Kreis und auch kein schwarzes Hakenkreuz, wohl aber war sie rot, flammend rot! Nichts als rot war sie. Die BerbercitmigSarbeiten zu dem Domica- Höhlen-Mufeum, da« vont Klub ffchechostowakischer Touristen organisiert wird, sind beendet. Die archäologischen Forschungen, die von der Staatsanstalt für Meteorologie vorgcnommcn werden, haben bereits soviel Material ergeben, daß in der Baude des Klubs tschechoslowakischer Touristen, die sich vor dem Eingang zu den Höhlen befindet, provisorisch«ine prä- historische.Abteilung de» Museums installiert wurde. Zugleich arbeitet man an der Installierung der botanischen, der zoologischen, der mineralogischen und der geologischen Abteilung. In den letzten Tagen begann man mit der hydrologischen Erforschung, der östlichen Partien des südstowakischen Karstgcbictcs. Im Juli wird man mit den photometrischen Messungen der unterirdischen Räume beginnen. Rumänischer Paß für Barthou. Der„Mafia" meldet, daß der rumänische Minister TituleScu dem französischen Außenminister B a r t h o u, der bekanntlich zum rumänischen Ehrenbürger ernannt worden ist, vor seiner Abreise einen vom König Earol unterzeichneten Paß auf den Namen Louis Batthou, rumänischer Nafionalität, Mitglied der Rumänischen Akademie und der rumänische» geographischen Gesellschaft, wohnhaft in Pari«", überreichte. Der Paß ist insofern interessant, als cs der erste rumänische Paß überhaupt ist, der zur Reise nach allen Ländern, auch nach Sowjetrußland, berechtigt. 8 „Sozialdemokrat" Mittwoch, 27. Joni ISSt. M. MW MWMMW« LLIUMDU Ein Roma« wird Wirklichkeit Bon Frist Brügel. (Schluß) Die Lcktiirc des Buches von Fredrik Pare- Im- hat mir vor vielen Monaten der Arbeiter« bibliothckar eines kleinen Ortes in den östcrrci« chischen Alpen empfohlen. Seitdem ist viel in der Welt geschehen, viel in den österreichischen Alpe», lind der Mann, der mir die Lektüre dcS Buches von Fredrik ParcliuS empfohlen hat, teilt mir mit, was in seinem Heimatort geschehen ist. Wenn man seine Erzählung mit der aus anderen Orten Oesterreichs oder Deutschlands vergleicht, dann ists in meiner Heimat glimpflich abgclaufen. Die Kolonisatoren brachen in das Dorf ein. Die Vertrauensmänner wurden verhaftet und sie sind heute noch immer im Konzentrationslager oder im Gefängnis. Etliche von ihnen werden des Hochverrats und des Aufruhrs beschuldigt, weil ste die vom Bundespräsidenten beschworene Verfassung schützen wollten, übrigens aber gar nicht dazu kamen, es wirklich zu tun. Als die freien Bantuncger überfallen wurden, war die Verfassung des Kongostaates bereits gedruckt; aber die Einivvhncr des kleines Alpenorts, von dem ich spreche, hätten die Verfassung, die sie angeblich zu stürzen beabsichtigten, gar nicht im Bundesgesetzblatt lesen können, denn damals stand nur die alte drin, die die Kolonisatoren gar nicht mehr haben wollten. Bei den Bantuncgcrn ist cS weniger kompliziert zugcgangcn als in dem Alpenort, aber auch dort war auf einmal das Volk aufrührerisch und hochverräterisch, ohne reckst zu wissen, wie eS eigentlich zu diesen Eigenschaften gekommen war. Die schöne große RatShüttc, die sich die freien Söhne des Urwaldes selbst gebaut und geschmückt hatten, wurde von den Weißen dem Erdboven glcichgemacht. Im Alpcndorf wurden die Räume des Bildung-Vereines zur Heimwchrkaserne gemacht. Als die Hcimwchr diese Räume wieder verließ, Warrn sie unbewohnbar geworden, oder man hätte sehr viel Geld gebraucht, um sic wieder zu menschenwürdigen Räumen zu machen. Ein Rechtsanwalt aus der nächsten Kleinstadt und der Pfarrer prüften die Bibliothek und beschlagnahmten jedes Buch, das sie nicht kannten, entweder als marxistisch oder zersetzend, oder unsittlich. Und da die beiden Herren recht Wenig Bücher kannten, ist die schöne Bibliothek des Alpenortes auf ein paar Bände zusammengcschrumpst.»Denk Dir", schreibt mein Freund,»auch unser Darwin, den wir seit 1890 besessen haben, ist verschwunden." Der Alpenort ist von den fremden Eroberern nicht mehr besetzt. Sie haben versucht, den Geist seiner Bewohner zu zerstören und glauben, daß ihnen dies gelungen sei. In dieser siegreichen Ueberzeugung zogen sic ab. Aber sie haben sich geirrt. Hinter dem Rücken der paar Ueber- wachungSpcrsonen, die die Eroberer zu Bürgermeister und Gemeinderäten, zu Konsumvereinsverwaltern und Gcwerkschastsobleuten gemacht haben, lebt das alte Leben weiter. Dor ein paar hundert Jahren tvar der Alpcnort protestantisch, bis die Dragoner kmnen, um ihn katholisch zu machen, was man in der Geschichte im Kapitel »Die geistige Gegenreformation in den Alpcnlän- dern" Nachlesen mag. Damals wurden die Belvoh- ncr dcS Alpenortes scheinbar alle Katholiken. Aber neben dem Herd eines jeden freien Bauern gabS einen losen Ziegelstein und Ivenn man ihn aufhob, sand man eine kleine Nische, grade groß genug, um die protestantische Bibel aufzunchmen. Die Nachkommen dieser Bauern glaubt heute die Macht der.Kauonenbesitzer für sich gewonnen zu haben; glaubt ihren Geist, ihre Gesinnung, ihre Ueber- zcugung, ihre Erkenntnisse in daS Gegenteil gewandelt zu haben. Wie arm sind diese Kanonenbesitzer, die sich den kraftvollen Reichtum des wisstndcu Volkes nicht vorzustellen vermögen. Die Kanonenbesitzer werden eines Tages sehr überrascht sein. Selbstverständlich hat des Fredrik ParcliuS' Buch»Friedloses Afrika" nichts mit dieser Zeit, in der wir leben, nnd mit dem Erdteil, auf dem so viel geschossen, gehängt, geköpft und eingesperrt wird, zu tun. Der Roman von ParcliuS schildert nur, wie die Versklavung der einst freien und selbstbewußten Bantuncger vor sich gegangen ist. Abonnements- Bestellschein. Abonniere ab.. 1984 daS täglich erscheinende Zentralorgan der deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei „Goaiareemoffrat" Verwaltung Prag Xll., Fochova tk. 62, zum Preise von 16 KL monatlich, und sende diesen Betrag nach Erhalt deS Erlagscheines ein. Nam«: Genaue Adresse: Letzte Post:. Unterschrift: Prag in Erwartung. Erwartung liegt in der regenfeuchten Prager Luft. Die Vorbereitungen für die große Arbeiter-Olympiade, diese gewaltige Heerschau der Körperkultur der Arbeiter-Sport» verbände aller Zungen, sind in vollem Gange. Im Strahover Stadion, dem Schauplatz der Olympiade, werden die Zeltlager der Pfadfinder und der Roten Falken gebaut, dreihundertundfünfzig Zelte, eine ganze Stadt ist hier im Werden begriffen. Für die Masscnquartiere der inneren Bezirke wird auch bereits eifrig gerüstet. Bon allen Seiten rollen die großen Lastwägen, bis oben hin mit Strohsäcken belegt, in die Stadt, durch Lieben fuhren am Montag allein 88 hochbeladene Wagen, nm in den Schulen die Lager für die Zehntausende zu bereiten, die in die Hauptstadt der Republik kommen werben. Gewaltige Arbeit ist zu leisten, um den reibungslosen Verlauf der wichtigen Veranstaltung sicherzustellcn. Unzählige freiwillige Helfer sind am Werk, unzählige Männer des Arbeitersports, die hier wieder ihren so ost erprobten Idealismus in anstrengendster anonymer Kleinarbeit unter schönsten Beweis stellen. In den Büros der Olympiade herrscht Hochbetrieb. ES ist ein Kommen und Gehen, ein Fragen und Antworten, daß viel dazu gehört, in diesem Borberei- tnngStrubel die Nerven zu behalten... Einer reicht dem anderen die Tür. Und Prag rüstet. Rüstet, erwartungsvoll, gespannt, freudig bewegt auf daS Fest der Arbeitersportler, a»f die Gäste aus allen Teilen der Republik, aus der ganzen Welt—l Kunst und Wissen Alfred Savoir gestorben. Der bekannte französische Schriftsteller polnischen Ursprungs, Alfred Savoir, mit eigenen: Namen Poznanski, der sich dauernd in Frankreich aufhielt, ist gestern in P a r i S gestorben. Abends vorher war er von einem Besuch in Polen zurückgekehrt und schien sich der besten Gesundheit zu erfreuen. Plötzlich wurde er von hohem Fieber befallen und starb.— Alfred Savoir laut iw Jahre 1805 nach Pari- und fand sogleich Eingang in den Pariser Boulevard-Theatern, die dann regelmäßig seine Stücke spieüen. Don der großen Zahl seiner Bühnenwerke sind»Die Großfürstin und der Zimmerkellner" sotvic»Ritter Blmibarts achte Frau" di« bekanntesten. Sie wurden auch an tschechoslowakischen Bühnen gespielt. Für die Abonnenten des Deutschen Theater-: Restliche Vorstellungen de» bi-herigen Abonnementwerden im September nachgetragen l— Auflage betreuen Abonnement- Ende August! Die Vorstellungen det neuen Abonements beginnen am 80. September. Prag, 26 Juni. Eine tolle Hochstaplcrgeschichte entrollte sich heute vor dem Strafsenat K n a ui e, vor dem die 87jährige verwitwete Anna Vepkek geborene Kukla(die Tochter eines einst recht bekannten Journalisten und Schriftsteller-) wegen des Verbrechens de- Betrüge- mrgeklagt war, und mtt ihr der 47jährige Restaurateur Wenzel V o b o t i I, Inhaber des bekannten Restaurant- »Maximilian k a" bei Rostok, wegen versuchter Anstiftung zur Derleitung von Amtspersonen zum Mißbrauch ihrer Amtsgewalt. Der Restaurateur kam allerdings zu dieser kompliziert klingenden Anklage wie der Blinde zur Geige. Die Sache begann damit, daß im Juli 1938 die Angeklagte Anna Vcpkek mit ihrer Mutter Sonuner- ausenhalt in der»Maximilianka" nahm, dort sehr vornehm auftrat und sich ihrer»einflußreichen Beziehungen" rühmte. Sie wußte dem Restaurateur beizübringen, daß eine gutgehende Bahnhof-re st auration daS richtige Geschäft für ihn sei und als er freudig zustimmte. versprach sie, ihm den Pachtvertrag für die Pardubitzer BahnhofSrestauration zu vermitteln. Dazu gehöre allerdings Geld. Da sie sich für eine hohe Funktionärin der tschechischen nationalsozialistischen Partei au-gab, glaubte der Restaurateur ihrer Behauptung, daß sie in zwei Parteisekretariaten je 5090 KL habe erlegen müssen, um seine Sache zu fördern und zahlte ihr gegen Vorlage(natürlich gefälschter) EntpfangSbestättgungen 19.090 KL auS. Diesem ersten Streich folgten Schlag auf Schlag die weiteren. Freudestrahlend erschien die Vepkek eines Tages mit der Botschaft, daß der Generaldirektor der Staatsbahncn Dr. I a r o ch sich der Sache höchstpersönlich angenommen habe, so daß die Verpachtung der Pardribitzer Restauration an den Restaurateur Boboril so gut wie sicher sei. Als Gegendienst habe sie dem Generaldirektor zwei Darlehen von zusammen 19.000 KL einräumenmüssen. Vabokil glaubte auch diese untvahrscheinliche Behauptung und zahlte. Kurz darauf kam die Vepkek mit der Nachricht, daß der tvohlnteinende Generaldirektor zwei Staatö- bahnräte in Pardubitz geschickt habe, nm Bobokil» Interesse an Ort und Stelle wahrzunchmcn. Natürlich mußten au- diesem Titel Diäten bezahlt werden t»nur" 5000 KL), was auch prompt geschah. Später kam die Vepkek mit persönlichen Anliegen. Einmal war der Schlüssel zu ihrem Kassaschrank verloren und sie benötigte dringend 8500 KL, die sie ebenfalls erhielt. Dann kam sie mit der huntoristischen Spielplan dr- Nourn Deutschen Theaters. Mittwoch, halb 8 Uhr: Der Zigeunerbaron, neueinstudiert. AA.— Donnerstag, halb 8 Uhr: I m weißen Rößl, Volkstümliche Vorstellung, AA.— Spielplan der Kleine« Bühne. Mittwoch, 8 Uhr: Wo war ich heut« Nacht? Gastspiel Kramer-Glöckner.— Donnerstag: Geschlossen.— Spott• Spiel• Körperpflege Bestzeiten der Arbeiter-Leichtathleten im Zahre 1933 Die folgende Liste der Bestzetten der einzelnen SklSJ-Verbände, die im Jahre 1988 erzielt wur» den, kann leider nicht als vollständig gelten. Eine Reihe von Verbänden haben es unterlassen, diese dem Technischen HauptauSschuß der SASJ zu melden. Internationale Höchstleistungen wurden 1988 ebenfalls verbessert. In der Leichtathletik stehen derzeit Norwegen und Finnland an der Spitze. In der Schweiz wurden im vergangenen Jahre fünfzehn neue Bestleistungen erzielt. In vielen Ländern henrmt der Mangel an geeigneten Sportplätzen die Leistung-entwicklung. Bei den Sportlern der folgenden Verbände wurden nachstehende Bestleistungen erzielt: 100 Meter: Atti- Aussig 11.4, Finnland 10.6, Polen 11.1, Norwegen 10.4, Ungarn 11.8, Schweiz 11.4 Sek. 200 Meter: Atu- Aussig 24, Finnland 22,8 Polen 28.6, Norwegen 21.8, Ungarn 28.5, Schweiz 28.4 Sek. 400 Meter: Atu- 54, Finnland 49.9, Polen 58.1, Norwegen 50, Ungarn 50.8, Schweiz 54.2 Sekunden. 800 Meter:«tu- 2:08, Finnland 1:58, Polen 2:03.8, Norwegen 1:57.8, Ungarn 1:58.2, Schweiz 2:06.8 Min. 1500 Meter:«tu- 4:27.8, Finnland 4:08.5, Polen 4:12, Norwegen 4:09.8, Ungarn 4:08.8, Schweiz 4:21.8 Min. 3000 Meter: Finnland 8:44.5, Polen 9:27.4 Norwegen 9:20.4, Ungarn 9:06.2, Schweiz 9:20 Minuten. 5000 Meter: Atu- 17:59.9, Finnland 15:54.9, Polen 16:41 Norwegen 15:44.2, Ungarn 15:85. Schweiz 16:33.4 Min. 10.000 Meter: Atu- 39:15.8, Finnland 31:51.5, Norwegen 84:10.1, Ungarn 32:44.8 Min. 110 Meter Hürden: Finnland 16.1, Polen 17.8, Norwegen 16.2, Ungarn 18.8, Schweiz 16.6 Sekunden. 4X100 Meter: Atu» 47.8, Finnland 48.7 Polen 46.5, Norwegen 44.7, Ungarn 45.9, Schweiz 45.2 Sek.............. 10X100 Meter:«tu- 2:08, Finnland 1:54.1, Ungarn 1:56.0, Schweiz 1:56.2 Mist. 'Vorspiegelung, sie sei Schriftstellerin und müsse bis zum 27. Dezember 6580 KL erlegen, um »ihre Werke aus dem Büchermarkt zu- rückznziehcn, damit sie nicht um das Autorenrecht komme(1)".DerRestaurateur glaubte auch dieser konfusen Begründung und zahlte, obwohl er durch die lange Dauer der Protektionsangelegenheit schon ziemlich verstimmt war. Denn seit einem halben Jahr zapfte ihm die Vepkek unablässig Geld ab, ohne daß er ein Resultat sah. DaS unbegreifliche Vertrauen dcS Restaurateurs baute sich auf einem ebenso unbegreiflichen Moment auf. Die Vepkek hatte ihm plausibel gemacht, sie stehe mit dem Minister Dr. Bene-in aller vertraulichsten Beziehungen. Diese kleine, fette Blondine sprach sehr familiär von Dr. Eduard Bene-, der angeblich ihr Teilhaber sei und auch die »Maximilianka" durch ihre Vermittlung für 600.000 KL kaufen wolle. Die gewährten Darlehen sollten einfach zum Kaufpreis geschlagen werden. Mit einer Reihe gefälschter Dokumente und Briefe versuchte sie — nicht ohne Erfolg— ihre phantastischen Erfindungen glaubhauft zu machen. So wußte sie dem leichtgläubigen Restaurateur einzureden, daß Dr. Benei ihr das Urheberrecht ihrer»Werke"(die gar nicht existieren), für eine Million KL abgekauft habe(l). Sie führte auch allerhand mehr als delikate Beweise für die private Sympathie»ihres Eduard" an, gar nicht zu reden von verschiedenen fingierten Telcphongesprächen mit dem Minister, fingierten Briefen und anderem Schwindel ähnlicher Art. Aks die Sache platzte, stellte sich heraus, daß die Angeklagte niemals in irgend einer Partei eine Funktion bekleidet hat, niemals Gelegenheit hatte, mtt Parteisckretariaten zu verhandeln, niemals einen Staatsbahnrat persönlich gekannt und auch mit dem Namen des Ministers Dr. Bene-, den sie nur einmal in einer Versammlung von weitem zu Gesicht bekam, sträflichen Mißbrauch getrieben hat. Sie wurde in Haft genommen, aber auch der Restaurateur unter Anklage gestellt, weil der Verdacht bestand, daß er versucht habe, durch Vermittlung der Vepkek Amtspersonen zum Mißbrauch ihrer Amtsgewalt zu verleiten. Bei der heutigen Verhandlung^ konnte er allerdings einwandfrei nachweisen, daß ihn keine Schuld trifft und er sich höchsten- einer übertriebenen Leichtgläubigkeit schuldig gemacht hat. Demnach wurde der Restaurateur Vobokil f r e i g e- sprachen, die Vcpkek aber im Sinne der Anklage schuldig erkannt und zu vier Monaten schweren und verschärften Kerkers verurteilt. rb. Der AeUUgende trtagachdn> Ut cur r CUeaAementogeftultr zu verwende« 1 10er im Xudtehwide UMl, schädigt die Partei und deren D-esse Die Verwaltung Schwcdenftafctte: Finnland 2:04.1, Norwegen 2:06.4, Ungarn 2:08.6, Schweiz 2:09 Min. Olympische Stafette: Finnland 8:89, Ungarn 8:41.4, Schweiz 8:58.2 Min. Hochsprung: Atu» 1.79, Finnland 1.86, Polen 1.72, Norwegen 1.88, Ungarn 1.70, Schweiz 1.88 Meter. Wettsprnng: Atu- 6.84, Finnland 6.96, Polen 6.27, Norwegen 6.97, Ungarn 6.87, Schweiz 6.52 Meter. Dreisprung: Atu- 12.84, Finnland 14.45. Polen 11.92, Norwegen 14.10, Ungarn 18.51 Meter.' Stabbochsprung: Atu- 8.29, Finnland 8.71. Polen 3.80, Norwegen 8.4354, Schweiz 8.20 Meter. Kugelstoßen: Atu» 11.64, Finnland 15..04, Polen 11.11, Norwegen 18.70%, Ungarn 11.25, Schweiz 12.06 Meter. DiSku«: Atu- 86.94, Finnland 43.66, Polen 85.46, Norwegen 45.68, Ungarn 87.25, Schweiz 37.24 Meter. Speer: Atu- 49.65, Finnland 62.86, Polen 89.88, Norwegen 57.68, Ungarn 54.24, Schweiz 58.15 Meter. Schlcnderball: Atu- 52.47, Finnland 56.10, Norwegen 56.16 Meter. Hammerwerfen: Finnland 46.41, Polen 28.17 Meter. Zehnkampf: Finnland 780.62, Schweiz 701.9 Punkt«. Fünfkampf: Atu» 841.61, Finnland 389.08 Punkte.. • Die Sportlerinnen erzielten folgende Bestleistungen: 60 Meter: Atu- 8.2, Finnland 8, Polen 8.4, Norwegen 8, Ungarn 8.2 Sek. 100 Meter: Atu- 18.2, Finnland 18. Polen 18.8, Norwegen 18.2, Ungarn 18. Schweiz 18.4 Sek. 200 Meter: Finnland 27.5, Polen 29.7. Norwegen 28.2, Ungarn 28.1 Sek. 4X100 Meter: Atu- 59, Finnland 58.4 Polen 57.8, Norwegen 56.4, Ungarn 54.2, Schweiz 56.4 Sekunden. Olympische Stafette: Polen 58.5, Ungarn 57.5. Schweiz 56.4 Sek. Hochsprung: Atu- 1.45, Finnland 1.48. Polen 1.40, Norwegen 1.44, Ungarn 1.83, Schweiz 1.81 Meter. Weitfprnng: Atu- 4.66, Finnland 4.90, Polen 5, /.Norwegen 5.05, Ungarn 5.06, Schweiz 4.65 Meter. Kugelstoßen: Atu- 8.25, Finnland 11.10(8.6 Kg.), Polen 9.01, Norwegen 8.86, Ungarn 10.82, Schweiz 8.45 Meter. Di-ku»: Atu- 25.50, Finnland 27.65, Polen 27.05, Norwegen 24.81, Ungarn 81.17, Schweiz 80.15 Meter. Speer: Atu» 27.01. Finnland 88.60, Polen 28.58, Ungarn 28, Schweiz 81.52 Meter. Dreikampf: AtuS 286, Finnland 287.55 Punkte Sparta» dritte» Spiel gegen Hnngaria im Mitropacup, da- mn DicnStag in Prag stqtttand. brachte der Sparta den gewünschten Erfolg mit 5:2 (8:2) und steigt dadurch in die zweit« Runde auf filme In krager Llditsplelhüusem Adria:„Marie". Alfa:„Die falschen Zwillinge." Bertnek:„Ariane." Fknix:„Laurrl und Hardy hinter Schloß und Riegel." Gaumont:„Soldatenleben— ein lustig Leben." Hollywood: Katharina d. Große." Hvkzda:„Der Adjutant Seiner Hoheit." Kinema, B.-Th.: Journ., Lustspiel. Reportage. Koruna:„Laurcl und Hardy hinter Schloß und Riegel." Kotva:„Mit Jane Grey inS Reich d. MeereSungeheuer". Lacerna:„Mit Jane Grey ins Reich d. MeereSungeheuer". Metro:„Der träumende Mund." Olympic:„Mädel sag' nicht nein." Passage:„Gilgi, eine von uns." Radio:„Ihre Majestät die Liebe." Skaut:„Die gelbe MaSke." Svk- tozor:„Soldatenleben— ein lustige- Leben." Baikal:„Da- Phantom von Crestwood." Favorit: „Da- Lied der Sonne." Louvre:„Ben Hur." Oerlanget überall Dolhnflnder! IbdhdhdhdbtüdhdbdiidbdhdbtihiibdhdbdbdbiüidbdbdhC „Mumen-Zauberdung", das Blütenrvrmder Blumen an allen FensternI Welche Freude für den Besitzer wie für den Beschauer l Wenn Sie Ihre grünen Lieblinge kräfttgen und zu reichem Blühen bringen wollen, verwenden Sie„Blumen-Zauber- dung", ein erprobte-, billige» Düngemittel, ein wahrer Wundertrank für Ihre Blumen. Jetzt müssen Sie mit dem Dungguß beginnen 1 Bestellen Sie sofort ein Paket bei der nachstehend angegebenen Adresse und legen Sie den Betrag von KL 5.60 in Briefmarken bei. Alle. Bestellungen richten Sie an die Verwaltung»Die Unzufriedene", Prag XU., Fochova tt. 62. Die„Freundin des Außenministers" Gin freches Hochstaplerstück B e, u g- b e d i n g u n g e n: Bei Zustellung in- Hau- oder bei Bezug durch die Poft monatlich KL 16.—. vierteljährig KL 48.—. halbjährig KL 96— aamttäbria KL 192«nkrote methen»„rif