14. Jahrgang Donnerstag, 28. Juni 1934 Nr. 149 IENTRAIORGAN DER DEUTSCHEN SOZIALDEMOKRATISCHEN ARBEITERPARTEI IN DER TSCHECHOSLOWAKISCHEN REPUBLIK l[ ri--*■- TAuuu. hUMPMI I («ImcMIaMch 5 HeHar forte) ERSCHEINT MIT AUSNAHME DIS MONTAG TÄGLICH FRÜH. Redaktion uno Verwaltung FRA« xii.,k>chova m. mvoM sxn. AOMHtumnoN tcicton skk. HERAUSGEBER■ SIEGFRIED TAUB. CHEFREDAKTEUR, WILHELM NIESSNER. VERANTWORTLICHER REDAKTEUR, DR. EMIL STRAUSS, FRAG. & r a h a ix HybernsU m.7* i DelnloJc® afcaclemie 400 Graser Soldaten verprügeln Heimwehrleute und demonstrieren gesen Starhemberg Berlin, 27. Juni. Das Deutsche Nachrichtenbüro, dessen Meldungen öder Oesterreich allerdings einer trndenziösenBerfärbung gewöhnlich nicht ermangeln, bringt folgende Meldung auS Graz: Mittwoch abends zog« in der Stadt 400 dienstfreie Soldaten des BundroheereS in Uni. form von ihrer Kaserne geschloffen in daS Innere der Stadt und brachten Schmährufe aufdie Heimwehr und Rufe gegendeu Bizekonzler Dtarhehberg auS. Wo sie Heimwehrleute erblickt«, verbrügelten sie diese. Die Heimwehrlrulc riesen Kameraden zu Hilfe und rS kam zu großen Schlägereien. Zahlreiche Verletzte mußten inS Krankenhaus gebracht werde«. Bald hatten sich im Stadtzentrum Tausende von Menschen angesanimelt, die ebenfalls erregt gegen die Heim wehr Stellung nahmen und Hochrufe auf dir Armee auSbrachlen. Die Tumulte setzten sich auch in anderen Straßen fort. Die Polizei war anfänglich machtlos. Ma« mußte im Dienst befindliche Truppen des BnndeSheereS Horbeiruf«, die gegen ihre Kameraden vorgingen und schließlich sogar mit gefällten Bajonett die Menge auS. einander»rieben. Die Ursache dieser Fehden waren Zwischenfälle, die sich tag- zuvor ereignet hatte«. Heim medrleute hatten in einem Lokal einen Angehörigen deS BundeSheerrs verprügelt. Kameraden des Gezüchtigt« beschlossen, Rache zu üb«. DaS Truppenkommando hatte von dem Plan gr- hört und d« Ausgang für Mittwoch untersagt. Die Soldat« hatt« sich jedoch an dao Verbot nicht gehalten. Englands LuifauirQstang vom Kabinett beschlossen Land» n, 27. Juni. Im ObrrhauS erklärte der Staatssekretär für Flugwes«, Lord London d e r r y, die Regierung könne nicht länger hoffen, daß durch eine internationale Konvention die Probleme gelöst würd«, die ganz Europa beunruhigen. Die britische Regierung habe daher beschloffen, daß sie nicht länger mit den Schritt« zurvckhalt« könne, die notw«dig seien, um angemessene Borsorge für die Luftverteidigung der englisch« Küste zu treff«. Er deutete an, daß cs ganz unmöglich sei, die endgültige Art der Ausdehnung oder Richtung anzugeb«, in der sie sich beweg« werde. Zuspitzung desKonoiMcs um die kotolanlsche Bodenreform Madrid, 27. Juni. Die Regierung hat in der heutigen Abendsitzung die Kammer um die Ermächtigung ersucht, alle ihr geeignet erscheinenden Maßnahmen zur Sicherstellung der Durchführung der Entscheidung des Obersten Gerichtshofes betreffend die Berfaffungsgaranticn bezüglich der Durchführung der Bodenreform in Katalanien treffen zu dürf«. Ein Sonderdelrct beauftragt alle Verwaltung-« und GerichtÄbeamten, das vom katalanischen Provinzparlament erlassene Gesetz über diese Angelegenheit zuignoricren Wie Budapest Bannon empfing Budapest, 27. Juni. Der französische Außen, Minister Barthou hat heute früh, aus Belgrad kommend, Budapest passiert. Die Budapester Polizei hatte umfangreiche Maßnahmen getroffen, um eventuellen Demonstrationen vorzubeugen. Auf dem Bahnhof und in dessen Umgebung war ein starke- Polizeiaufgebot. darunter auch berittene Polizei, erschienen. MS der Arlberg-Expreß ankam, nahmen auf beidm Seilen des Waggons, in dem sich Barthou befand, Polizisten Ausstellung. In den Straßen zum Bahnhof patrouilliert« starke Polizeiabteilungen. Auf dem Bahnhof waren außer dem Vertreter der französischen Gesandtschaft zahlreiche Journalisten erschienen, doch hat Barthou, der während de-«in« emhalbstündigen Aufenthalte- de- Zuge- sein« Waggon nicht verließ, niemand empfange n. ES ist zu keinerlei Zwischenfall gekommen. Bfe Reditsvollmadit Oes französischen Premiers Ministerpräsident Doumergve kündigte Ende letzter Woche im Senate eine von ihm geplante wichtige staatliche Reform.an: Die LuSstat« nnig der Würde de- Ministerpräsidenten mit einer größeren exekutiven Rechtsvollmacht. DaS Shstem der französischen Regierung« hat sich seit der Verfassung auS dem Jahre 1878 über- lieferungSgemäß so gestaltet, daß der Ministerpräsident gleichzeitig auch Minister eines bestimmter, Refforts ist(am häufigsten für auswärtige Angelegenheiten) und die„Ministerpräsidentschaft" übersiedelt bei jeder Regierungskrise und jedem Portefeuille-Wechsel des Vorsitzenden der Regierung von PalaiS zu Palais. DaS die Rechtsvollmacht änbe- langt, steht der französische Ministerpräsident in Wirklichkeit auf gleicher Stufe mit den anderen Ministern. Gesetzlich hat er keine größere exekutive Rechtspollmacht als die anderen Minister. Die geplante Reform besteht nun darin, daß der Ministerpräsident der wirkliche Chef und E n t s ch e i d e n d e in der Regierung sein wird; sie beläßt den einzelnen Ministerien die technische Durchführung aktueller Angelegenheiten und die Verantwortlichkeit für diese, fürderhin würde also der Ministerpräsident z. B. nicht gezwungen sein, mit der ganzen Regierung zurückzutreten, w«n sich Irgendein Ressortminister in der Minderheit befindet und der Ministerpräsident nicht vorher di« Vertrauensfrage für die ganze Regierung gestellt hat Der Ministerpräsident würde in diesen««falle entscheiden, oh die Regierung solidarisch ist oder ob sic den gestürzte«: und abtretenden Minister durch einen ueuen ersetzt. Oesterreichs tägliche Nachrichten Wien, 27. Juni. In Hoh««S wurde' gestern eine Terror-Gruppe, bestehend auS SS-Leut«, au-gehobm. Bi-Her ward« sechs Person« verhaftet. Am 24. Juni nachmittag- explodierte vor dem Hause de- Führers der Heimatschutz-OrtS» gruppc in M a t r e i in-Osttirol ein Spreng« körper. Durch die Explosi« wurde großer Sachschad« m,gerichtet. Am 26. Juni erfolgte in Oberalm ein Sprengftoffanschlag gegm d« Pfarrhof. Der Spr«gkörper war vor die Tür deS Pfarrgartens gelegt worb«. Durch di« Explosion wurde beträchtlicher Matertalfchad« verursacht. Am 24. Juni wurde von einer Schupo- Patrouille in dar Rähe von W e l s ein Chauffeur aus Salzburg atngehalt«. Er trug ein Paket mit nationalsozialistischem Propagandamaterial und Berlin, 27. Juni. Kaum ist der Konflikt Papm-Goebbel- wmigstenS vorläufig beigelegt» so hat dl« zerfahr«e Stimmung in Deutschland in einem neu« Zwischetifall ihr« Ausdruck gesund«. Die alte Spannung zwisch« der natio- nalsozialistifchen SA und dem Stahlhelm ist »«erlich zum Durchbruch gelangt und hat in der Forderung deS Generalstabes der SA, daß der Swhlhelm, der Nicht nur nach einer Richtung die verurteilt«„reaktionär« und konservativ« Kreise" verkörpere, aufgelöst werde, ihr« Höhepunkt erreicht. In«mar Reihe deutscher Gebiete werde in d« letzt« Stund« durch verschieden« Verordnung« die Tätigkeit des Stahlhelms eingeschränkt. Man erwartet, daß sich die nationalsozialissische Offensive«nit einem solch« Teilerfolg nicht zufried« geb« wird. Die Gefahr muß unzweifelhaft g r o ß s e i n, denn, wie verlautet, hat sich Rrichs- arbeitenminister S r l d t e, der Führer des Stahlhelms, direkt an d« Präsident« Hindenburg, wellher Ehrenmitglied deS Stahlhelms ist, gewandt und ihn um sein« Schutz vor den nationalsozialistisch« Plan« ersucht. Trotz all« Befürchtung« hoff« die maßgebend« Stell« deS Stahlhelms, daß es ihnen diesmal noch gelingen wird, die völlige Liquidierung der Stahlhelmab- teilungrn zu verhindern. Sie stützen sich dabei besonders auf das kürzlich erlaffene Statut des Stahlhelm-, welches die eine Karwnschachtel bei sich, dir zwei Holzkistchen mit eingebautem Uhrwerk samt Leitung, wir sie zuDprengstoffanschlägen zu einem bestimmt« Zeitpunkt benützt werd«, enthielt« Bei d« Uhrwerk« behänd sich auch eine Anweisung über die Bedienung im Falle von Spreng- staffanschläg«. Dor Verhaftete gab an, da- Paket von eine« Unbekannt« erhalten zu hab«. Er wurde in das Landgericht Salzburg oingrliesert: geg« ihn wird dir standgvrichtliche Anzeige erstattet werd«. Zwölf Jahre Kerker für rin« Bombenfabrikant« Wi«, 27. Juni. DaS Standgericht in Wien hat heute den Studenten Johann Sammler wegen Berheimlichung von Sprengstoffmaterial und Chemikalien zu 12 Jahren schwerem Kerker verurteilt. Kammker wurde vor eüngen Tag« im j Zusammenhang mit der Aufdeckung eine- großen Magazins von Sprengstoffen und Chemikalien in ! der Neuhasgasse verhaftet. Unterschrift« des Präsidenten Hindenburg, des Reichskanzlers Hitler, des StahlhrlmführerS Srldte und deS StabSführerS der SA Röhm trägt. In ihren Sieden verwies« die leitenden Faktoren deS Stahlhelm auf eine von Hitler abgegeb«e Erklärung, in der eS heißt, daß dieses letzte Statut al- definitiv anzuseh« sei. Kurze Freiheit Plauyn int Vogtland, 27. Juni. Ein Oberscharführer der SA nahm in der Nähe von Mart- Neukirchen in einem Getreidefeld Wenzel Ottmar fest, dec den Gefangeiienhauptwachtmeistcr Otto Becker erwürgt hatte. In Ottmars Begleitung befand sich der mit ihm geflüchtete Gebhardt. Gebhardt entwich. Ottmar wurde schwer gefesselt mich Plauen eiugelicfert. Nach dem Ausbruch auö dem Gefängnis hatten die drei Männer sich kurz hinter Oclsnitz getrennt. Schröder ist in Richtung Bösenbrunn davongewandcrt. Die Streifen wurden die ganze Nacht hindurch fortgesetzt. Mittwoch morgens gegen 4 llhr wurde Gebhardt bei Erlbach ausgcspürt. Der G a st lv i r t T e n b- Vor zwanzig Jahren Sarajevo— Ursachen und folgen Aus dem Berliner Kongreß von 1878 hatte Oesterreich-Ungarn ein Mandat der Großmächte zur Okkupation— also zur Besetzung— Bos- iiicnS, der Herzegowina, des Sandschaks von Novibazar und. mit einer später viel umstritte, neu, weil unbestimmten Terminierung des tür- s fischen Gebiete-»audelä de Mitrowitza" über Mitrowiha hinaus, unter Umständen also ganz Mazedoniens, erhalten. Es sollte diese slawischen Provinzen dos osnianischen Reiches pazisiziercn und zivilisieren. Zum letztenmal in seiner Geschichte wurde da- Habsburgerreich von den übrigen Mächten als der Träger abendländischer Kultur im nahen Orient, als der Schutzherr der westlichen Balkanslawm anerkannt. Man muß gerechtcrwcise feststellcn, daß die österreichische Verwaltung in Bosnien gegenüber der fiirkischcn ein geschichtlicher Fortschritt und eine objektive Verbesserung war. Die bis 1878 dauernd im Aufstand befindlich« Provinzen wurden der westeuropäischen Zivilisation nahe- gebracht. Die österreichischen und ungarischen Militär-, Händler, Industriellen, Bankiers und Bürokraten glaubten ihre Mission vollauf erfüllt zu haben, alü eine Schmalspurbahn von der Save zur Norcntamündung zog, Kasernen und Wacht. Häuser sich erhoben, ein paar moderne Kauf, lädon, ein paar Fabriken, Brücken und Straßen dem Land dos Gesicht einer europäischen Pro. vinz verliehen. Mehr zu tun. fiel ihnen nicht ein. Weiter waren die mohammedanischen Junker, die B c g a, die Herren des Landes, aus dem die serbokroatische, christliche Raja fronden durste, weiter stand das Land unter einer D i k- t a t u r, nur daß cs nicht mehr die oSmamschen Vczire, sondern die habsburgischer Generale war. Weiter plünderten Beamte und Händler den Bauern und den Arbeiter in der unverschämtesten Weise aus. Nur waren die Beamten jetzt Magyaren statt Türken, die Händ- ler galizische Juden statt armenischer. Weiter behielt die G e i st l i ch k e i t in allen Kulturfragen die Führung und der habsburgischen Vcr- waltung machte lediglich das eine Problem Kopfzcrbrechm, wie man den katholischen Biswas und seine Franziskaner, den griechischen und seine Pop«, und die islamitische Pfasscnschast dazu bringen könnte, an einem Strang zu «ziehen. 1008 annektierte die Monarchie die beiden Provinzen. Es wurde ein Landtag gewählt. ^Abcr im Landtag saßen nur die Vertreter der ! besitzenden Klasse und die DegS hatten die un- umstrittene Führung. Franz Joseph besuchte ! seine neue Landeshauptstadt. Sie starrte van Massen und der Zaun der Bajonette schützte den Landesherrn vor den lebhaften Lieffcsbewcisen seiner Untertanen. Längst hatte daS serbische Nationalbewußt. ! sein ein anderes Zentrum gefunden, längst war ' sein Ziel die Loörcißung der südslawischen Pro- lvinzen von der HabSburgcrmonarchie. 1003 :btad)tc eine OffizicrSverschwörung unter der ! Führung von Dragutin D i m i t r i j e v i i, ge- nannt„ApiS", die antinationale, verfaulte Dynastie Obrcnovik zu Fall. Der eidbrü- chige Tyrann Alexander und seine Frau Draga wurden in grauenhafter Weise abgcschlachtct und ihre nackten Leichen auS dem Fenster deS Bel- grober Konak geworfen. Unter den Kara- gcorgjcvik, unter der ziclbewußten Füh. rung der radikalen Bauernpartei und Nikola Pasiks wurde das kleine Serbien zum Piemont der südslawischen Revolution. n e r erkannte Gebhardt, der keine Schuhe und auch keine Kopfbedeckung trug und rief ihn an. Da Gebhardt nicht stehen blieb, gab Teubner zwei Schüsse auf ihn ab. Gebhardt erhielt einen Bauchschuß und verblutete. Auch Schröder wurde festgcnommcn; auch er wurde verwundet. Es verbündete sich mit Tod und Teufel gegen den übermächtigen Nachbarn. Die Serben be» griffen, daß sic bei einer zögernden und vorsich. tigen Politik verloren waren, daß nur eine höchst Via Kraftprobe Stahlhelm seil ganz verschwinden Dmmerdbch, 28. Mmt«»V Die Novellierung.?? der Sozialversicherung Wir habt» bereits mitgeteilt, daß die seit langem vorbereitete Novellierung des Sozial» Versicherungsgesetzes nun vollzogen wurde,«nd hoben dobei auch den wesentlichen Inhalt der Novelle bereit- besprochen. Wir geben im Nachstehenden eine knappe Uebcrstcht der wesentlichste« Bestimmungen der Regierungsverordnung wieder. Die Versicherten interessieren selbstverständlich in erster Linie die Aenderungen, dir in den Bersicherungsleistungen rintreten. man ihn und seinen Kreis im Gegensatz zu „Schönbrunn" kurz nannte. Die serbischen Revolutionäre, die kein Kompromiß mit Oesterreich, sondern den Krieg, die Zerstörung der Moilarchie wollten, sahen gerade in Franz Ferdinand die Gefahr. Eine alte geschichtliche Erführung, daß eine lebendige und zukunstssichere Opposition im feindlichen Lager gefährlicher erscheint als die herrschenden, aber konservativen Mächte. Darum hat sich Napoleon mit den preußischen Junkern gegen die bürgerliche Revolution verbündet(der er dann allerdings um so sicherer erlag), darum hätte Bismarck gern Napoleon III. gegen die Republikaner gehalten. Die serbischen Revolutionäre fürchteten Franz Ferdinand, weil er auf den slawischen Kurs zusteuerte, weil er die Jör- deralisierung der Monarchie, weil er die Niederwerfung dcS niagyarischen Adels anstrcbte. Als in Belgrad bekannt wurde, daß Franz Ferdinand nach Sarajewo kommt, organisierte ApiS eine Verschwörung. Die Schlamperei der österreichischen Behörden, die Feindschaft hoch- gestellter Herren gegen Franz Ferdinand ermöglichten das Gelingen. Selbst das erste Attentat brachte den General P o t i o r e k nicht zur Besinnung. So fiel Franz Ferdinand zwar unter der Kugel Gavrilo P r i n c i p S, aber in Wahrheft als ein Opfer österreichischer Verwaltungskunst, österreichischer Politik und des HasseS, mft dem der Kreis von Schönbrunn den Erzherzog verfolgte. Der letzte Akt der nationalen Revolution der Slawen begann. Die Auflösung Oesterreichs nahm unaufhaftsam ihren Lauf. Die Unfähigkeit und die Gewisscnlosigkeü der Staatslenkcr verschuldeten die furchtbaren Opfer der gesamten Menschheft, von denen der Untergang Oesterreichs begleitet war. Daß die Schüsse von Sarajewo sielen, daran trug die konservativ-reaktionäre Politik Franz Josephs und seiner Staatsmänner die Hauptschuld. Daß sic die ersten Schüsse dcS Weltkrieges wurden, auch dafür ist die Politik Schönbrunns und des BallhauSplatzeS verantwortlich, die zu verkalkt, zu starr, zu beschränkt, zu feige war, um cm das große Probien» der Erneuerung Oesterreichs mit revolutionären Mitteln heranzugehen» aber gc- wissenlos genug, sich um die Krone und die Pri- vilegien der Herrschenden in ein Hasardspiel einzulassen, bei dem der Einsatz zehn Millionen Menschenleben betrug. Die Situation von 1934 hat mü der von 1914 manches gemein. Viele glauben, daß wir in einer neuen Vorkriegszeit leben. Haben die Völler aus der Tragödie von 1914 gelernt? Wer nach Italien und Deutschland, nach Wien und B u d a p e st blickt, muß das sehr bezweifeln. Daß die Tyranneien fallen werden, wie der Thron der Habsburger fiel, das ist gewiß. Hoffen wir und kämpfen wir dafür, daß sie in ihren Untergang nicht.die Menschheft mitreißen, so wie Habsburg in seinen Untergang Europa mitgerissen hatl Krankenversicherung DaS Krankengeld wird vom vierten(bisher vom dritten) Tage der Krankheit an bezahlt. Damit wird also eine sogenannte absolute Karenz in der Tauer von drei, statt von zwei Tagen eingeführt. Der Sah des Krankengeldes bleibt grundsätzlich unverändert, doch wird durch Einschiebung eineneuen Paragraphen 05 a unter gewissen Voraus» sctzungen eine vorübergehende Kürzung des Krankengeldes vorgesehen. Wenn der Krankenversi» cherungsbeitrag 4.8 Prozent des mittleren Tagesverdienstes übersteigt, wird das Krankengeld in den ersten 14 Tagen in der Weise herabgesetzt, daß es mit der Hälfte deS mittleren Tagesverdienstes bemessen wird, während es sonst ungefähr zwei Drittel desselben beträgt. In der niedrigsten Klasse tritt jedoch nur eine Kürzung um LV Heller, von 2.70 KC aus 2.SO KC ein. In den höheren Klassen wirkt sich die Kürzung praktisch so aus, daß in der 2.— 4. Klasse eine Kürzung um 20 Prozent, in der 8. Klasse eine Kürzung von 13 KC auf 1V KC und in der 6.— 10. Klasse eine Kürzung um 28 Prozent eintritt. Für Groß-Prag wird eine Begünstigung ge» schaffen, indem hier eine Kürzung erst bei 8 Prozent eintritt. Uebersteigt der Versicherungsbeitrag 8i4 Prozent, so erstreckt sich die erwähnte Kürzung auf die ersten 00 Tage und e» werden auch die Leistungen im Falle der Schwangerschaft und deS Wochenbettes in der gleichen Weise herabgesetzt. Für die nächsten drei Jahre vom Wirksamkeitsbeginn der Novelle soll die Ausdehnung der Kürzung auf 00 Tage aber nicht bei 8% Prozent eintreten, sondern erst, wenn der Versicherungsbeitrag 8 Prozent übersteigt. DaS Krankengeld ist durch 388 Tage zu zahlen. Bisher war die Frist mit einem Jahr bestimmt und der Versicherte mußte sich Perioden, in denen er während dieses Jahres kein Krankengeld bezog, auf die Unterstützungsdauer einrechnen lassen. Diese Bestimmung bedeutet also bei langwierigen Krankheiten eine wesentliche Verbesserung. Der Kreis der Familienangehörigen, die Anspruch auf die Naturalleisttmgen der Krankenversiche. rung haben, wird einigermaßen eingeschränkt, da Geschwister und Schwiegereltern auSgeschieden werden. Doch kann diesen Personen die Krankenpflege als statutarische Leismng gewährt werden, wenn der finanziell« Stand der Anstalt eS erlaubt. Alters- und invalldltflts- vcrsldierung Die wichtigste Aenderung ist hier die Einführung deS Alters zu schusseS. Dieser kommt allen Versicherten und Rentnern zugute, die bis zum 31. Dezember 1031 die Wartezeit vollendet hatten und im Jahre 1026, also im Jahre deS Inkrafttretens deS ursprünglichen Gesetzes älter als 27 Jahre gewesen sind. Der AlterSzuschuß wird so berechnet, daß der Durchschnitt der jährlichen SteigerungSbe- träge, auf die der Versicherte Anspruch erworben hat, durch drei geteilt und diese- Drittel mit der Anzahl der Jahre mulffpliziert wird, um die der Versicherte im Jahre 1028 älter war als 27 Jahre. Diese Maßnahme läuft also auf die Anrechnung eine- Drittel» der nichtversicherten Dienstzeit hinaus. Der AlterSzuschuß ist danach um so höher, je älter der Versicherte, bzw. Rentner ist. Der Mott» venbericht führt hiefür einige praktische Beispiele an: Ein Versicherter, der im Jahre 1883 geboren wurde und bi» 18. Oktober 1081 versichert war, bezieht jetzt eine JnvaliditätSrente von 1874 KC. Mit dem AlterSzuschuß wird sie mif 1648 oder mn rund 20 Prozent steigen. Ein Versicherter, der im Jahre 1878 geboren wurde und der nach den bisherigen Bestimmungen 1880 KC erhält, wird einen AlterSzuschuß von 420 KC erlangen. Obwohl also sein Versicherungsverlauf wesentlich ungünstiger war, al» im erstangeführtcn Beispiel, wird er, eben infolge feinet höheren Alter», einen höheren AlterSzuschuß bekommen. Lin Versicherter, der im Jahre 1867 geboren wurde und jetzt 1810 KC bezieht, wird unter Hinzurechnung de» AlterSzuschusse» auf 2417 KC Anspruch haben. Es handelt sich als« mn«tue nicht unbetröcht- liche Verbesserung der Leistungen, die da» Ausscheide« der alten Arbeiter au» dem Arbeitsprozeß erleichtert und daher auf den Arbeitsmarkt günstig einwirken wird. Bon den übrigen Bestimmungen über die Leistungen der Alters- und Invalidität-Versicherung ist noch zu registrieren, daß die Witwenrente nunmehr allgemein bereits mit dem 60., statt wie bisher mit dem 68. Jahre anfallen soll. Wahrung der Ansprache Ebenso wie in der Pensionsversicherung wird' nun auch in der Arbeiter-Sozialversicherung die Anerkennung für die Zukunft abgeschafft. Dafür werden aber die Bestimmungen über die Schutzfrist wesentlich verbessert. Die Schutzfrist, innerhalb deren die Ansprüche auch ohne Beitragszahlung gewahrt bleiben, ist jetzt mit 18 Monaten festgesetzt. In Hinkunft wird sie mindestens 24 Monate dauern, unter Umständen aber auch wesentlich länger sein, da sie mit einem Viertel der Versicherungssumme bemessen wird. Für Arbeitslose wird eine besondere Begünstigung dadurch geschasfen, daß ihre Ansprüche auch über die Schutzfrist hinaus während der Dauer der Arbeitslosigkeit bis zu 60 Monaten gewahrt bleiben. Es muß also kein Arbeiter durch die Abschaffung der Anerkennungsgebühr um sein« Ansprüche kommen, wenn er nur innerhalb von fünf Jahren wenigstens ganz kurze Zeit in einer versicherungspflichtigen Beschäftigung stand. Organisatorische Bestimmungen Die Novelle enthält auch Bestimmungen organisatorischer Natur, die vor allem dadurch notwendig wurden, daß die Novelle vom Jahre 1028 die durch sie herbeigeführten Aenderungen nicht konsequent durchdacht hat. In diesen» Zusammenhänge fft es von großer Bedeutung, daß di«obligatorischen Verbände, welche die Novelle von 1028 aufheben aktive, sehr radikale, den starken Nachbarn dauernd provozierende Politik ihnen Freunde schaffen, mächtigere Staaten auf den Plan rufen konnte. Die Großfiirstenpartei in Petersburg, die Freimaurer in Frankreich, die liberalen, traditionell türken- und habSburgcrfeindlichen Kreise Englands(voran Seton Watson) wurden mobil gemacht. Was dem reaktionären, unter der Diktatur der Obrenovik versumpfenden Serbien nie gelungen wäre, dem radikal-demokratischen Serbien der Revolution von 1903 gelang es. Das kleine Land wurde der Brennpunkt Europas. ES erhielt Geld und Geschütze aus Rußland und Frankreich, es konnte Mazedonien in Rebellion setzen, im Bunde mit den Bulgaren 1012 die Türken und im Bunde mit Griechen und Rumänen 1913 die Bulgaren schlagen. Es konnte 1908/09 durch Monate der österreichischen Großmacht trotzen und trotz der scheinbaren Demütigung vom März 1909 seine ziclbewußte Arbeit in Bosnien fortseben. Der Tag der Abrechnung auch mit Oesterreich mußte kommen. Kein Serbe zweifelte daran. Nur daß er so früh kam, kaum ein Jahr nach dem Balkankrieg und zu einer Zeit, wo Serbien geschwächt war, das hatte die offizielle serbische Politik nicht gewollt, das war wiederum ein Werk unterirdischer Kräfte, des Bundes„Einigung oder Tod", der berüchtigten „schwarzen Hand", im Grunde dcS Obersten Dragutin Dimftrijevik genannt„A p i s". Zur selben Zeit, da Serbien sich mächtig regte, alle Kräfte der Nation und zuvörderst die forffchriülichen, geschichtsbildcnden, die demokratischen Kräfte der Bauern, Arbeiter und Intel- lektuellen sammelte und einsctzte, verfiel der 50-Millionen-Staat an seiner Grenze in Agonie. Denn F r a n z I o s e p h, im Grunde seines Wesens ein Mensch des 18. Jahrhunderts, hafte sich schon im 19. nicht zurechtgefunden, er mußte im 20. vollends versagen. Er stützte sich mehr und mehr auf die ungarische Gentry, auf die deutschnationale Bourgeoisie und die katholische Kirche. Weit entfernt davon, die wirkenden geschichtlichen Kräfte überhaupt zu erkennen, dachte er nicht im Traume daran, die fortschriftlichen Massenkräfte zu wecken und für seine Staatsidee zu mobilisieren. Mit dem Herrscher und dem Hof vergreiste der ganze Staat. Die Gesundheit des Kaisers war der Maßstab der Politik geworden. Die Politik der Monarchie war in Passivität erstarrt, die durch Säbelrasseln und krajtmeierisches Getue verdeckt werden sollte. Die Gegenkräfte gruppierten sich um den Thronfolger Franz Ferdinand. So konservativ das Weltbild des Erzherzogs, so bor- «irrt er in seinem KlerikaliSmus, so hart und gewalttätig er in seinem Wesen war, blieb er innerhalb der monarchisftschen Ordnung doch die einzige Opposftion gegen den Kaiser. Es war höchst fraglich, ob sein Programm und seine Aktivität Oesterreich als Monarchie noch retten konnten, aber es war sicher, daß außer ihm über- Haupt niemand da war, der e§ noch hätte tun können. Ein Teil der Slawen sympathisierte mft Franz Ferdinand, mft dem„Belvedere", wie Waidstein stecht seine Ahnen Von Otto Friedrich Albrecht Waldstein war ein geschickter Unterhändler. Man sagte ihn: eine kühne, wenn auch gelegenüich etwas zweideutige Art seiner Verhandlungen nach. Er ließ sich so leicht von keinem in die Karten gucken, war schweigsam und bei aller Prunkliebe den Genüssen des Lebens, dem also, was man„eS sich gut sein lassen" nennt, nicht zugetan. Zweifellos war er eine gute Erscheinung: ein schargcschnitteneS Gefickt, schwarze Augen, schwarzes Haar und die starke, leicht gebogene Nase in dem gelblich-blassen Gesicht gaben ihm etwas Fremdländisches, oder, um in den Worten seiner zahlreichen Feinde zu sprechen, etwas Orientalisches, Südländisches. Albrecht Waldstcin hatte als Shudikus dec Kunstseiden-Trikotagen-Jndustric eine geachtete Stellung. Dabei war sein Werdegang eigentlich nicht dazu angetan, ihm die volle Sympathie der Berliner Geschäftswelt zu sichern. Er stammte aus einem angesehenen alten Kanfmannshause. Sein Vater hatte ein großes Uniformgeschäft in der Näh« des Potsdamer Platzes, der Hof und die Generalität kauften gern beim alten Waldstein, denn er selbst hatte in seinem Auftreten etwas merkwürdig Martialisches, was den alten Haudegen und den Angehörigen der Hofgesellschaft, die ja ganz in den Formen der preußisch-militärischen Ettkette lebten, gut paßte. Albrecht war der verhätschelte Sohn seines Vaters. In jungen Jahren hatte er Offizier werden wollen, und er verschlang geradezu kriegswissenschaftliche Bücher. Als dann aber der Krieg kam und er die Soldatenherrlichkeit aus der Prosa des Schützengrabens her kennen lernte, brachte er es ztvar zum Feldwebel, aber nicht weiter. Die einen sagten, er sei ein zu großer Geschäftemacher gewesen und habe sich von der Front in die Zahlmeisterei gerettet, für die er im ungarischen Hinterland Schweine, Butter, Mehl, Seife und sonstige gute Dinge wohlfeil aufzukaufen hatte und sicherlich nicht ohne klingenden Zwischengewinn der deutschen Hilfsarmee in Serbien weiterverlaufte. Die anderen wieder wußten zu berichten, daß die konfessionelle Herkunft— später nannte man das die„rassige Zugehörigkeit"— der Waldsteins nicht ganz geklärt sei und daß man deshalb Albrecht Waldstein vorsichtshalber in die Zahlmeisterei abgeschoben habe, um sich seine Wahl zum Offizier zu ersparen. In jener Zeit war Albrecht Waldstein, der gemäß den Traditionen seines väterlichen Hauses zu konservativen Gedankengängen neigte, voll von revolutionärem Ingrimm. Er bestellte den„Berliner Lokalanzeiger" ab und las mit grimmigem Schmunzeln die Leitartikel Theodor Wolffs im „Berliner Tageblatt"^ Als der Krieg zu Ende ging, hielt abends in der Kantine Albrecht Waldstein in den Umsturztagen flammende Reden. Er brachte es zum Soldatenrat, und, mit einer roten Binde geschmückt, nahm er sogar am Kongreß der Arbeiter- und Soldatenräte in Berlin teil. Allerdings, das Par- lamentieren allein lag ihm nicht, sein praktischer Ehrgeiz drängte nach Betätigung, und bald saß er in der Kriegsrohstoffabteilung, ein glühender Verfechter der planwirtschaftlichen Tendenzen Walther Rathenaus. In der Zeit der Ueberlei- tung zur Friedenswirtschaft wurden die Unternehmer der Seidenindustrie auf den strebsamen jungen Man», mit dem sie oftmals wegen Seidenimporten zu verhandeln hatten, aufmerksam, und so kam es, daß er, als seine Amtsstelle geschlossen wurde, ohne große Schwierigkeiten den Uebergang zur Seidenindustrie fand, wo er als junger Mann des angesehenen Syndikus Dr. Bernstein, wie dieser zu sagen pflegte, als sein christliches Aushängeschild, fungierte. Die Rolle des Aushängeschildes allerdings genügte Albrecht Waldstein nicht, und wenn er auch nicht dazu kam, seine Studien mft einem Doktorexamen abzuschließen, so besuchte er doch in den Abendstunden fleißig die Universität, um sich jenes gelehrte Rüstzeug» oder, besser gesagt, jenes fachliche Kauderwelsch anzueignen, daS man nun einmal braucht, um in Wirtschaftsverhandlungen mit Kurven, Statistiken und allgemeinen wirtschaftlichen Erwägungen den Kampf um den eigenen Nutzen zu verdecken. Albrecht Waldstein muß sehr tüchtig gewesen sein, denn als sich der alte Bernstein in den Jnfla« tionsjahren, erschreckt über das wilde Zahlengetümmel, zurückzog, da war seine Stunde gekommen. Er trat mit beträchtlichem Gehalt an die Spitze des Verbandes, heiratete die Tochter eines rheinischen Industriellen, die ihm aus Krefeld Geld und gute Beziehungen mitbrachte und war, als sein Vater unter Hinterlassung eines gleichfalls nicht unbeträchtlichen Vermögens an ihn als Alleincrben verstarb, sozusagen ein gemachter Mann. Waldstein bezog eine geräumige Wohnung am Kurfürstendamm, ließ sich abwechselnd»„Herr Doktor" oder„Herr Direktor" titulieren, reiste im Sommer wegen seines aus dem Kriege mitgebrachten Ischias ins Bad, genoß im Frühjahr den ersten Frühling an der Riviera oder den fruchtschweren Herbst im milden Meran. Im Winter erholte er sich von den Strapazen der Saison auf Wunsch seiner Gattin einige Tage in Oberhof oder auch in dec Schweiz. Kurz, er führte das Leben eines mehr als wohlhabenden Mannes, für den mit der Zeit ein gewisser Lebensstil einschließlich des schweren MercedeS-WagenS zur unentbehrlichen Selbstverständlichkeit wird. Nach mehrjähriger Ehe hatte er auch die Freude, einen Nachkommen zu erhalten, der von einer sauber gekleideten Nurse im Tiergarten, rosig und weih gebettet, spazieren gefahren wurde. So fehlte eigentlich Waldstein nach menschlichem Ermessen nichts zu seinem Glück, und wenn man von ihm sprach, so hieß es allgemein:„Ein Erfolgsmensch". Leider setzten die, die ihn kannten, auch hinzu:„Ein Gewaltmensch". Denn in dem Maße, in dem ihm die Erfolge zufloffen, steigerte er nicht nur seine Ansprüche, sondern auch sein schroffes und herrisches Wesen, daS ihm manchen Gegner machte. Dabei blieb er selbst unbefriedigt. Mit Aerger vor allem bemerkte er, wie die von ihm vertretene Seidenindustrie neben ihrer jungen Schlvester, der Kunsffeide, ins Hintertreffen zu geraten begann. Waldstein sah Gefahren und suchte sich zu sichern. ES war nämlich merkwürdig, daß dieser nach außen hin so selbstsichere Mann innerlich trotz aller Erfolge etwas unsicher war. Seit der Militärzeit verband ihn persönliche Freundschaft mit einem jüdischen Mediziner. Dr. Rosendorf gehörte zu jener Kategorie Aerzte, die wissen, daß es für einen Arzt zwei Möglichkeiten gibt entweder tüchtig, auftichttg und nüchtern zu sein und sich mit der Praxis der kleinen Leute zu begnügen, oder aber eleganten Frauen elegante Reisen, wohlgenährten Kaufleuten ihre LieblingSspeifen und unzuftiedenen Reichen angenehme Auslösungen ihrer Komplexe zu verschreiben, um sich die gesicherte Praxis eines modernen Arztes, oder, wie man im Berliner Westen zu sagen pflegt, eines ModcarzteS zu verschaffen. Dr. Rosendorf ging mit Bedacht den zweiten Weg und brachte es zu einer immer noch elegant wirkenden leichten Leibesfülle, einer großen, schwarz- »mränderten Brille und einem OrdinationSzim« mehr, in dem in den Kästen blitzblank die merkwürdigsten Instrumente einen Totenschlaf hielten, alldieweil der Herr Doktor sich damit begnügte, den Pattenten, denen die im Wartezimmer ausliegende psychoanalytische Literatur daS notwendige Gruseln beigebracht hatte, die weisesten Ratschläge zu erteilen. Mit der unbeweglichen Miene eines Beichtvaters hörte er die seelischen Geständnisse unbefriedigter Frauen und blasierter Ehemänner an, um alsdann unter HintveiS auf allerhand mysteriöse Zusammenhänge mit irgendeinem der erwähnten unschädlichen, aber süßmundenden Rezepte herauSzurücken. (Fortsetzung folgt.), pMe, di ihre alten Rechte eingesetzt «erden. Zwar sind die Bestimmungen de« Ge» setze- vom Jahre 1626, welches die Einrichtung von Landesstellen und die Beseitigung des obligatorischen LickungSkreiseS der Verbände vorsah, nicht in Geltung gesetzt worden, doch hätte dies durch einfache AegienungSverordnung geschehen können. Die ausdrückliche Wiederherstellung der obligatorischen Verbände, die für die Selbstverwaltung der Versicherten pohe Bedeutung haben, ist daher begrüßenswert. AMlalttbehnndlnnil Die Novelle erledigt auch den alten Streit um die Bezahlung der Verpflegskosten in öffentlichen Krankenanstalten. Die Landeskrankenhäuser haben nämlich, wenn auch im Riderspruch zu der ständigen Rechtssprechung des Obersten Verwaltungsgerichtes, die Verpflegskosten über die von der Krankenkasse vergüteten 28 Tage hinaus von den Versicherten eingetrieben. Nunmehr bestimmt das Sozialversicherungsgesetz ausdrücklich, daß das Krankenhaus nicht berechtigt ist, die Ber- -flegSkosten vom Versicherten einzutreiben, solange er Anspruch auf KrankenversichennigSleistungen hat. OebemanUtlMsflnunonilen Es ist den Agrariern gelungen, ihre. Forderung nach Abbau der„sozialen Lasten" teilweise durchzusetzen. Für die Zeit von zwei Jahren wird nämlich der Versicherungsbeitrag für die JnvaliditätS- und Altersversicherung auf zehn.Heller in der Klasse Aa und auf 20 Heller in der Klasse Ab herabgesetzt. Zur Deckung deS Ausfalles soll der Staat monatlich 1.1 Millionen Kronen an die ZentralsozialversicherungS» anslalt bezahlen. Für die gleiche UebergangSzeit soll di« JnvaliditätS- und AltersvcrsicherungSpflicht der landwirtschaftlichen Arbeiter auf jene beschränkt werden, die durch drei Monate wenigstens 16 Tage monatlich bei demselben Arbeitgeber beschäftigt waren. Die Krankenversicherung der landwirtschaftlichen Saisonarbeiter wird dadurch nicht berührt. Weitere Milderung des§ 18a Prag» 27. Juni. Im Parlament wurde heute die Debatte über die Pressenovelle in der vom Ausschuß abgeänderten Form eröffnet, jedoch noch nicht zum Abschluß gebracht, da den ganzen Tag über noch Beratungen innerhalb der Koalition betreffend eine abernialige Aenderung des 8 18a im Gange waren, der die Berichterstattung über Verhandlungen der Regierung, beziehungsweise der Ministerkomitees betrifft. In den Abendstunden kam eine Verständigung zustande, derzufolge der vielumstrittene Paragraph »mmchr folgende Fassung haben soll. „Wege» llebertrctmig ist zu bestrafen» wer eine Meldung über eine bestimmte Sache auS den Verhandlungen der Regierung oder eine! Kollegiums von RcgierungSmitglieder«, daS zur Verhandlung von RegierungSangelegenheiten bestellt worden ist, oder den Inhalt eines Aktenstückes» der Gegenstand dieser Beratungen war oder sei« soll» in der Presse veröffentlicht» sofern die Regierung ldaS Kollegium) ausdrücklich beschlossen hat» daß eine solche Nachricht oder der Inhalt eines solche« Aktenstückes auS einem wichtigen StaatSiuter- effe nicht veröffentlicht werden soll und sofern der Urheber der Meldung von ginem solchen Beschluß Kenntnis hatte." Demnach müßte also die Regierung, beziehungsweise daS betreffende Ministerkomitee die Zeitungen jedesmal ausdrücklich darauf aufmerksam machen, daß über eine konkrete, zur Verhandlung in diesen Körperschaften stehende konkrete Sache nichts gemeldet werden darf. Gegenüber der ursprünglichen Fassung bedeutet dies unstreitig eine beträchtliche Milderung. Biel wird natürlich auch von der P r a x i s abhängen, deren sich die Regierung in diesen Dingen befleißen wird. Bon Koalitionsseite sprach lediglich der Referent Rlchtr, der betonte, daß keineswegs antidemokratische Beweggründe zu der Vorlage den Anstoß gegeben hätten, sondern das Streben, dem Staat die Möglichkeit der Abwehr von Angriffen gegen Staat und Demokratie zu geben und das Niveau der Presse hinsichtlich Objektivität und Toleranz zu heben. Für die Beurteilung der Presse müsse ihr Verhältnis zum Staat und zum Staats- gedanken, zur demokratisch-republikanischen Staatsform und zu Objektivität, Anständigkeit und Moral maßgebend sein. Nur wer sich außerhalb dieser Demarkationslinie stelle, könne durch die Bestimmungen der Vorlage viel nachdrücklicher getroffen werden als bisher. In der Debatte traten nurOppositionS- rebner auf. An ihrer Spitze zog der Faseist Stkibrny zur Rettung der Pressefreiheit aus. Dar ganze ist für ihn natürlich nur ein Gesetz zum Schutz der Regierungsparteien, die sich vor dem Herrn Stkibrny zu Tode fürchten. Seine AuS- führungen riefen aber höchstens Heiterkeit hervor. Dr. Bacher(AWG.) gab zu, daß die De- mokrasie sich im Hinblick auf die Ereignisse in Jta- lien, Deutschland und Oesterreich sich schützen müsse, nur über daS zulässige Ausmaß dieses Gesetzes ist er anderer Meinung; so glaubt er, daß zu der Novelle überhaupt kein Anlaß gegeben war. D o- bransky(Ung. Chr.-Soz.) meint, die Vorlage sei zumeist an die Adresse der Minderheiten in der Slowakei gerichtet. KopeekhS obligate Schimpfereien verfielen zum großen Teil der Konfiskation; vom Vorsitzenden Taub erhielt er«inen OrdnungS- ruf. Pekarek lisch. Gew.-P.) propagiert den Steg der„durch parteipolitische Motive unaetrnbten wahrhaften Vernunft", was ausgerechnet für einen Klubkollegen des Herrn Najman wirklich ein starker Tabak ist. Nächste Sitzung morgen, Donnerstag, um 10 Uhr. Auf der Tagesordnung steht u. a. bereits die Vorlage des Arbeitenministeriums über die Grubeninspektion. Hilsenreiner fällt aus Losik durch Konfuse Redereien zum RUstunssfond Prag, 27. Juni. Im Senat wurde die Vorlage über den Fonds für sachliche Bedürfnisse der nationalen Verteidigung unverändert angenommen. Der Referent Hruby verfiel dabei sehr überflüssigerweise in die Tonart eines übernatio- nalistischcn Minderheitenreferenten irgendeiner Närodni jednota, während sich der Referent K a- r a s anerkennenswert sachlich verhielt. Erster Oppositionsredner mar H i l g en- reiner(D. Chr.-Soz.), der heute wirklich von allen guten Geistern der Logik verlassen schien Seine Vergleiche zwischen 1026, wo seine Partei den ersten Rüstungsfonds bewilligte, und 1934 hinkten weit ärger als der selige Hephaistos. Nur einige Perlen aus der Rede: i 1026 war Geld im Ueberfluß da, d a konnte man also ruhig rüsten, obwohl alles im tiefsten Frieden lag, heute ist kein Geld vorhanden, also darf man kein Geld für VerteidigungSzweckc ausgeben, auch wenn die internationale Situation dank der verschiedenen FasciSmen, mit denen Hilgenreiner seit jeher liebäugelt, noch so bedrohlich ist! In einer Polemik gegen die Sozialdemokraten, die er doch überführen wollte,. daß ihre Haltung I 1926 und 1984 sich geradezu ins Gesicht schlage, unterstrich Hilgenreiner noch, daß anno 192b in der Welt Abrüstung und anno 1934 Ausrüstung Trumpf ist und merkte nicht, daß er gerade dadurch den Standpunkt der Sozialdemokraten ausdrücklich billigt, die in den friedlichen Zeiten des Jahres 1926 eben gegen jedwede Aufrüstung Stellung genommen haben, während sie heute di« Notwendigkeit einer Verteidigung gegen die drohende Expansion des FasciSmuS bejahen; ja er verflieg sich — ohne über diesen Unsinn zu erröten— zu der Behauptung, daß seine Partei anno 1926, also im Zeitalter der Abrüstung, mit vollem Recht für den ! Rüstungsfonds gestimmt habe, während 1984, im I Zeitalter der drohenden Kriegsgefahr, für die Notwendigkeit des RüstungSfondS erst noch der Beweis erbracht werden müsse! Ganz besonders kopflos war Hilgenreiner in der Auswahl von Zitaten aus den Reden der Genossen H e e g e r und I o k l aus dem Jahre 1926, als sie gegen den dmnaligen RüstungSfondS Stellung nahmen. Wenn Genosse Jokl damals etwa gefragt hat, gegen wenwireigentlichrüsten, und konstatierte, daß un« von keiner Seite Gefahr drohe, fo geht daraus doch wieder nur hervor, daßwirdamal» recht und die Christlichsozialen unrecht hatten» als wir in einem solchen Zeit« purckt gegen und sie flir die Rüstungen stimmten, und wir auch heute wieder im Recht sind, wenn wir den geänderten Verhältnissen Rechnung tragen, während die Klerikalen abermals weit danebenhauen. Statt wie beabsichtigt, die sozialdemokratischen Redner des Unrechte» zu überführen, trug Hilgenreiner also auf solche Weise nur lauter Beweise gegensichselbst und seine Partei zusannnen. An der Außenpolitik der Tschechoslowakei ließ er natürlich nicht ein gute» Haar, aber auch hier trat e r immer wieder nur sich selb ft auf die Hühneraugen. Der Rüstungsfonds ist heute für ihn nur„ein Gastgeschenk an Herrn Barthou" und an Frankreich, gegen dessen antideutsche Politik nach dem Krieg er gründlich loSzog. In diesem Zusammenhang fiel auch die nicht mehr ganz neue Bemerkung von der Rolle der Tschechoslowakei als„Gendarm Frankreichs". Aber Herr Hilgenreiner vergaß wiederum ganz und gar, daß anno 1026, als Frankreich das demokratische Deutschland ewig in Schach zu halten versuchte, die Tschechoslowakei doch auch schon Bundesgenosse Frankreichs war und seine Partei durch die Annahme de» RüstungSfondS doch gerade diese Tendenzen werktätig unter- stützte, also selbst ein ganz ausgewachsener„Gendarm Frankreich«" war, während heute Frankreich al» Gegenspieler det fascistischen Deutschland von einem solchen Demokraten, wie Herrn Hilgenreiner, doch etwa» ander» eingeschätzt werden sollte! Aber Hitlerdeutschland? Da» darf man nicht anrühren, ohne daß Herr Hilgenreiner böse wich und sich sogar bi» zur Verteidigung der deutschen Aufrüstung versteigt. Zum Schluffe bekamen ooch noch Ktepek und Spina wegen ihrer Reden auf dem Leinneriycr Wehrtag ordentlich die Leviten gelesen. Dar Kops- schütteln über diese Rede soll bis weit in die eigenen Rechen des Herrn Parteiodmanne» Hilgenreiner gegangen sein! Nicht einmal M i k u l i 111, der später zu Bort kam, konnte ci Herrn Hilgenreiner, war Unlogik betrifft, auch nur einigermaßen gteichtunl Nach kurzer Debatte wurde die Vorlage genehmigt, ebenso noch ohne Debatte der polnische Handelsvertrag. Nächste Sitzung Montag >um 17 Uhr. Sozialistische Jugend und „Sozlallstlsdie Aktion“ Bon Karl Kern, Borfitzenden des Sozialistische« Jugendverbandes Seit dem Erscheinen der„Sozialistischen Aktion" rüst die k o m m u n i st i s ch e Presse mit scheinbar neuer Kraft zur Sammlung unter den rühmlosen Fahnen Gottwalds. Je weniger Erfolg ihr beschicken ist, um so aufgeregter gebärdet sic sich. Die gelassene Ruhe, mit der die sozialdemo- tsschcn Arbeiter der kommunistischen Kanonade begegnen, trägt nicht dazu bei, die kommunistischen Redakteure zu besänftigen. Im Gegenteil: sie wenden sich beschwörend an die sozialistische Jugend, sie austordernd, die sozialdemokratische Bewegung zu verlassen und sich den Moskauer Thesenschustern anzuvertrauen. Sie hätten sehr nötig, die Gottwald, Weihrauch und Genossen, daß sich jemand aus dem Lager der Jungen zu ihnen verirrt, denn die Jugend, die sie einmal hatten, hat längst entdeckt, daß in der kommunistischen Partei nur Glaubenssätze gelten und jedes Wort, da- der in Moskau fabrizierten und von dm hier statio- niertm Unterführern weitergegebenen Meinung widerspricht, mit sofortigem Ausschluß geahndet wird. Nicht einmal innerparteiliche Diskussion gestattet die um die geistige Frecheit der sozialistischen Jugend so sehr besorgten Kommunistenführer; man denke, was geschähe, wenn eS kommunistischen Jugendlichen oder Akademikern einfallen sollte, die ParteidiSkuffion auf einer ähnlichen Plattform wie der von den HerauSgebem der„Sozialistischen Aktion" bezogen zu versuchen! Sie flögen in großem Bogen aus der Partei und es ist kaum anzunehmen, daß man erst ein Schiedsgericht anriefe. Immerhin liefert die„Sozialistische Aktion" den Kommunisten Material: das einzige und verständliche Ergebnis dieses BeginnmS ist die A b k e h r der sozialistischen Jugend von der„Sozialistischen Aktion", die auch sonst nicht damit rechnen könnte, die Gefolgschaft der sozialistischen Jugend zu ge, Winnen. Das sei auch den b ü rgerlichen Blättern mit aller Deutlichkeit gesagt. Sie haben noch keine einzige Kundgebung der sozialisstschen Jugend jemals beachtet, auch wenn dies« Kundgebungen Lebensfragen der jungen Generation behandelten. Seit Jahr und Tag behaupten sie, dse Sozialdemokratie habe überhaupt keine Jugend hinter sich. Bon der Not der Arbeiterjugend, ihren Sorgen und Kämpfen wissen sie nichts und wüßten sie, so schwiegen sie doch. Jetzt, da sich ein Bäckerdutzend ! sozialistischer Akademiker findet, das mit einem oppositionellen Blatt an die Oeffentlichleit tritt, jetzt sehen die Goldschreiber der Kapitalisten plöhliw die sozialistische Jugend. Freilich nur jenen Teil, der ihnen Freude bereitet— also die Hintermänner der.Sozialistischen Aktion"; jetzt zögern sie auch nicht, der sozialistischen Jugend Bedeutung zuzusprechen— nämlich den Hintermännern der„Sozialistischen Aktion"; jetzt verweisen sie auf die„Rebellion der sozialistischen Jugend gegen die Partei"— auf das Borgchen der Leute von der„Sozialistischen Aktion". Die„Sudeten- deutsche Tageszeitung" gibt der Sozialdemokratie im Nomen der Arbeiter sogar gute Lehren: sie möge sich mit der sozialistischen Jugend auSeinan- dersetzen und deren Entwicklungsgeschichte erfassen, sie möge daS neue Denken dieser Jugend zu verstehen trachten und eS nach Möglichkeit in die entsprechenden Bahnen lenken. Eine fürwahr rührende Fürsorge für daS Geschick unserer Bewegung legen die Puten Leute an den Tag! Warum sie sich nur so mühen, wenn die Sozialdemokratie doch ohnehin schon längst abgetan und erledigt ist? Warum sie ivohl wieder einmal Seliger, Hillebrand und Eermak gegen die Lebenden anrufen? Weil sie die Lobenden, nämlich die heutige Sozialdemokratie in ihrer Gesamtheit, so fürchten und hassen wie sie sie schon zu Lebzeiten Seligers, Hillebrands und EcrmarkS gefürchtet und gehaßt Hecken. Weil sie sie von außen nicht überwinden können, tvenn sie geschlossen bleibt! Weil sie sich einbilden,»Her Aufstand der jungen sozialistischen Generation gegen die Partei" wehe ihnen Morgenluft zu! So möge denn mit aller Deutlichkeit gesagt sein, daß die junge soziqlistische Generation um so weniger daran denkt, sich von der Partei zu trennen oder sich an der„Sozialistischen Aktion" zu beteiligen, je mehr unsere Gegner eS erwarten Selbst unter den sozialistischen Studenten— das sei zur Ehrenrettung unserer Akademiker festgestellt — bilden die der„Sozialistischen Aktion" nahestehenden Leute nur eine kleine Minderheit Die Masse der sozialistsschen Jugend, die bereits gelernt hat, für ihre Auffassungen mit Offenheit und Energie innerhalb der Bewegung einzutreten, lehnt die„Sozialistssche Aktion" als der Gesamtbewegung schädlich ab. Die sozialistische Jugend hat für den Erfolg ihrer Kämpfe und ihrer Arbeit alles von dem engen Zusammenwirken mit der Gesamtheit der sozialistischen Bewegung und nichts von seckständigen Aktionen zu erwarten. Sie bekennt sich darum vorbehaltlos zur sozialdemokra- i tischen Partei. Erst vor wenigen Wochen hat sie auf ihrem Komotauer Verbandstag dieses Bekenntnis erneuert und in ihrem Programm niedergelegt. Dieses Programm gilt, nicht aber die„So., zialistische Aktion". I DIENST •uf der III. Arbeiter- Olympiade I ALLE,— welche ihr ermüdet seid, besuchet unseren Stand lm linken Flügel des Haupteingangstores! Schattiger Ruheplatz vor dem Stand: bequeme Sitzplätze, Schreibtische, Telefon, Waschbecken, gekühltes Trinkwasser, Musik. Fußpflege: 30 Kabinen für Pediküre, Erfrischunge* bäder, schmerzlose Beseitigung von Hühneraugen, fachliche Fußmassage Aerztliche Beratung„Fußpflege“. Sclinellreparaturwerkstätten— Fachliche Schuhrelnlgung. Bequeme Sommerschuhe, Turnschuhe, Reiseschuhe, Schnürbänder, Strümpfe u. s. w. Für die turnende Mitgliedschaft Stände in den Garderoben! Nützet unseren Dienst aus! Itodta Kündigt Nlilsmaonalimen an Im LandwirtschaftüauSschuß erstattete Minister H o d Z a einen Bericht über den Umfang der durch die Trockenheit verursachten Schäden und I über die Maßnahmen, mit denen die Regierung den betroffenen Landwirten zur Hilfe komme» soll. Der Minister kündigte auch einige bereits vorbereitete Maßnahme» im Rahmen dieser Hilfsaktion an. In der nächsten Woche soll daricker im Ausschuß die Debatte abgeführt werden.. Bis dahin versprach der Minister einen Bericht über weitere. Hilfsmaßnahmen, die bis dahin vorberestet sein dürsten. Borschlüge de- landwirtschaftlichen Ausschusses In einem Bericht des Landwirtschaf-- auSfchufseS über die zu treffenden Maßnahmen gegen die Folgen der Trockenheit wird darauf hinge- wiesen, daß bei der Mehrzahl der Feldfrüchte die Ernte tief unter mittel steht und sich gegenüber dem Juni d«S Vorjahres umetwa60Pro- zent verschlechtert hat. Am ärgsten ist eS bei Futtermitteln, wo von ungefähr eineinhalb Millionen Hektar mindestens 6 0 0.0 0 0 Hektar eine totaleMißernte aufweisen. Der LandwirtschastSauSschuß schlägt der Regierung eine Reihe von Hilfsmaßnahmen vor, darunter Aufhebung der Exportprämien für Kleie und Futtermehl, Ausfuhrverbot für alle Futtermittel und Erleichterung ihrer zollfreien Einfuhr, ferner Steuererleichterungen, Durchführung von Investitionen in den besonders geschädigten Gebieten, Ausnahmetarife auf den Bahnen, Erlaubnis zur Sammlung von Ersatzstreu in den Wäldern und Beschaffung von Ersatzmitteln für Stroh, Ankauf von Rindvieh und Schweinen durch die Militärverwaltung für Konserven und Verpflegung des Mil»- tärs und Maßnahmen zur Erhaltung eines entsprechenden Preisniveaus für das Vieh, das unter dem Truck des FutermittelmangelS verkauft werden muß Endlich soll die Regierung energisch gegen die zügellose Spekulation einschreiten, welche di« heutige Kalamität zur künstlichen Hinauftreibung der Preise mißbraucht rind so die Landwirte und die Konfmnenten schädigt. Der Ständige Ausschuß, dessen Mitglieder kürzlich von beiden Häusern der Rationawersammlung neu gewählt wurden, nahm heut« seine Konstituierung vor. Zrmi Vorsitzenden wurde Parlament-Präsident S t a n i t, zu seinem Stellvertreter Senat-Präsident Soukup und Abgeordneter T u k n y gewählt, zu Schriffführern Genosse Taub und Senator A o t r u b a. Im Subkomitee des verfassungsrechtlichen Ausschusses im Abgeordnetenhause wurde gestern im Beisein des Innenministers Dr. E e r n y ein Einvernehmen über den endgültigen Text des RegicrungSeniwurfes betreffend die Sicherung der Ansprüche der Versicherten und betreffend die Staatsaufficht über die Privatversicherungsgesell- schaften erzielt. Die Vorlage soll gleichfalls noch vor den Ferien parlamentarisch verabschiedet werden. «r. Eindrücke aus dem autoritären Oesterreich Von L (Fortsetzung.) Rachsüchtige Gerechtigkeit I» dcr Erläuterung der neuen österreichischen Verfassung schreibt dcr Bundesminister Dr. E n d l e r, daß es„rechtliche Grundsätze gibt, die voin Schöpfer in die Natur dcS Menschen gelegt sind und die der Mensch ungestraft nicht mißachten vdcr entkräften kann. In diesem Sinne geht das Recht vom Gott aus und die Aufgabe des Menschen ist es, in Ancrlcnnung und Achtung dieser ewige» Gesetze das Recht in seine» zeitgebundenen Einzclbcstinnnungcn zu setzen." Deshalb auch die Präambel der neuen Verfassung: „Im N am e n G o t t e S d c s A 11 mächtig c ii, von dem alles Recht ansgeht. erhält das österreichische Volk für seinen christlichen deutschen Bundesstaat auf ständischer Grundlage diese Verfassung." DaS Abschneiden dcr demokratischen, parlamentarischen Rechte, dcr Preß- und Versammlungsfreiheit, die Ausstattung dcr sclbst- ernannten Regierung mit diktatorischen Vollmachten, die Auslieferung der Unterrichts- und BildungSanstaltcn an die Klerisei, das einseitige willkürliche polizeiliche Strafverfahren, die Beseitigung dcr demokratischen Selbstverwaltung in Ländern, Bezirken und Gemeinden sind also rechtlich eGrunds ätze, die„vom Schöpfer in die Natur desMen- scheagclegts in d." Nach dieser göttlichen Ausfassung handeln nun die Verwalter des„christlichen deutschen Bundesstaates". Alle früher in der sozialdemokratischen Partei oder den freien Gewerkschaften tätig gewesenen oder marxistisch verdächtigen Arbeiter und Angestellten dcr Gemeinde Wien und ihrer Unternehmungen werden brotlos gemacht. Am städtischen Elektrizitäts- und Gaswerk sind bis jetzt rund 800 Arbcitercntlassen worden, darunter Familienväter mit fünf bis zehn Kindern. Damit das „von Gott ausgehende Recht" noch wirksamer angewendet ivird, werden die Gemaßregelten mit Frau und Kindern auch aus den Wohnungen hin- ausgeworscn. Bekanntlich sollten 200 dringend erholmigSbcdürstigc Kinder durch die„Gesellschaft dcr Freunde" in die Schweiz reisen und die Leiterin, Frau Cadbury, bedauerte cs sehr, daß diese, nach ihrer Aussage wirklich gesund- heitlich schwer gefährdeten Kinder dieser Erholung nicht teilhaftigwerden können. Doch die Bundesregierung sagt entschieden:„Nein!" Die Sünden der Väter«erden vergolten ins dritte und vierte Glied! In den Polizeiarrrsten wurden di« gefangenen Schutzbündler in»»menschlicher weise mißhandelt: sie mußten viele Tage und Nächte, zusammengepfercht in engen Zellen, ohne Schlafgelegenheit auf den Strinflirsen liegen. Schließlich gab man ihnen Matratzen, die nur genügten, um sic als Kopfkissen zu benützen, nachdem sich die Gefangenen rundherum auf den Steinboden legten. Schwere rheumatische Erkrankungen, die nach der Entlassung zur SpitalS- pflege zwingen, sind die Folgen. Um die Bestrafung marxistischer oder marxistisch verdächtiger Menschen zu erleichtern, werden diese Fälle den Polizeikommissariaten überlassen, anstatt sie den ordentlichen Gerichten zuzuführen. Die Gerichte sind nicht verläßlich genug. Ich habe mich überzeugen kön- ncn, daß eine Verurteilung zu fünf Monaten Arrest und Tragung der Kosten des Strafverfahrens, ohne den geringsten Beweis, nur deshalb erfolgte, weil durch eine vertrauUche Anzeige bekannt wurde, daß in einer Wohnung bei Herstellung von Schuhpasta eine Explosion stattgefunden habe und in der Wohnung des Angeklagten Chemikalien aufbcwahrt waren. Die Po- lizcisachvcrständigcn stellten fest, daß diese Chemikalien zur Herstellung von Tränengas, Stinkbomben und Zündschnuren geeignet sind, was jedoch durchaus nicht zutrifst. In der Begründung des Urteils— cs ist nicht einmal dcr Schein eines Beweises vorhanden, kann nicht vorhanden sein, weil dcr Verurteilte tatsächlich völlig unschuldig ist— heißt cS wörtlich:„Den Angaben des Beschuldigten(folgt der Name), daß er sich niemals mit derartigen Dingen befaßt habe und mit der bei(folgt ein zivciter Name) Vorgefundenen Tränengaserzengiing in keinem Zusammenhang stehe, konnte um so weniger Glauben beigemessen werden, als er selbst zugegebenermaßen auf dem Gebiet dcr Chemie bewandert, sozialdemokratisch orientiert und, tvie auS dem bei ihm Vorgefundenen Schriftcnmatcrial hcrvorgeht, in politischer Hinsicht große Aktivität entfaltet hat." Dcr unschuldig Verurteilte kann gegen das Urteil berufen, doch mit der Erledigung der Berufung hat cS die Polizei nicht eilig. Der Verurteilte sitzt iin Kerker, die offizielle Strafe beginnt erst am Tage der RckurSerlcdigung zu laufen und die frühere Haftzeit wird nicht eingerechnet. Das sind nur einige Beispiele dcr Anerkennung und Achtung der rwigcn göttlichen Gesetze durch die christliche Bundesregierung, Selbstverständlich wird auch daS Spitzelwesen gezüchtet. Zu solchen Spitzeldiensten gibt sich auch der vor einigen Wochen irrtümlich als ermordet gemeldete frühere Schutzbundfunktionär und Lehrer Körbel her, der vor wenigen Tagen einen ihm bekannten früheren sozialdemokratischen Funktionär zu einem Komplott gegen die Heiniwehr zu püirl überreden suchte, um ihn dann dcr Polizei auö- znkicfern. Die Schurkcntat ist aber nicht gelungen. Zu allen diesen Handlungen paßt die Bemerkung der„Rcichöpost" im Bericht über die Fronleichnamsprozession vom l. Juni 1934:„Prozessionen dcr städtischen Kranken- und Plcgcanstal- tcn durften seit langer Zeit wieder im alten Glanz stattfindcn" wie der Zerberus zum allerhöchsten Richterstuhl. Die bürgerliche Presse ist ausnahmslos nach dem christlich-autoritären RcgicrnngSsystem gleich geschaltet. Wunschgemäß wird alles, was dcr Regierung Dollfnß-Fey-Starhemberg nicht angenehm ist, totgeschwiegen und daS dem System Nützliche veröffentlicht. Keine Zeile des Protestes gegen die Mißhandlungen in den Polizeiarreslcn, lein Wort I dcS Mitleids für die Arbeiterkinder, geschweige \ denn gegen die systematische Vernichtung aller demokratischen Freiheiten, kein Hinweis darauf, daß das Blutvergießen an den Tagen des Februar provoziert und dcr päpstliche Nuntius S i b i l i a Tagcsneulglfcltcii Und wieder?! Habt ihr vergessen? Seid ihr so weil? Sind eure Adern so kalt und so leer? Hört ihr den Fluch dieses Juni nicht mehr, DeS riesigen Grabmals der„großen Zeit"— Cs trommelt schon wieder: Volk, and Gewehr! Die ganze Erde— ein Leichenfeld Wir stehen verzweifelt im sinkenden Licht, Der Juni von vierzehn— genügte er nicht? Hört, wie die Stimme der Gräber gellt Ihr, die ihr lebt, erfüllt eure Pflicht! Grau hängen die Wolken— wie schnell man vergißt, Sie schmieden Waffen bei Tag und bei Nacht, Dir Kreuze verblassen, die Aktie lacht Und wenn uns wieder daS Giftgas frißt, Ist'» keiner gewesen! Hat's keiner gemacht! Ihr Frauen, habt ihr umsonst geweint? Sind diese Tränen dcr Mütter der Welt Um soviel leichter als Haß und als Geld—? Es ist ja noch Raum dort unten, es scheint, Sie baden unS schon dir Plätze bestellt! Dor zwanzig Jahren—. Nein, ihr vergeßt nicht! Wir heben die Fahnen hinein in den Wind, Die Fahnen, die rot, wie daS Herzblut sind, Und rufen dich, Mutter, zum großen Gericht: Schach den Zerstörern! Denk an dein Kind! Pier«. Wetterkatastrophen in Asien Tokio, 27. Juni. Ucber ganz Nordsapan Hai ein heftiger Taifun gewütet. Nach den bisher vorliegenden Meldungen sind über 380 Häuser vernichtet worden. Eine Anzahl von Personen wurde getötet und verwundet. 81 Personen werden noch vermißt. Die Telcgraphcnvcrbindungen sind unterbrochen. Kalkutta, 27. Juni.(Meutert)' Aus Assam einkangende Telegramme besagen, daß seit den jüngsten Uebcrschwemmungen einige hundert Pc rsonen vermißt werden. In der Gegend von Guha soll eine Dampffchaluppc mit zahlreichen Passagieren untergxgangen jein. Richtiger Regen nur in Böhmen Prag, 27. Juni. Wie die Siaatsanstalt für Meteorologie mittcilt, hatten die Niederschläge der letzten Tage in W e st e u r o p a nur den Charakter zeitweiser Schauer, während sic in den nördlichen Alpcnländcrn und im Gebirge der Sudeten und Beskiden Dienstag in Landregen übergcgangcn sind. Am stärksten war die Anfeuchtung Mittwoch früh in Nord-, Mittel- und Südostböhmcn, ferner in dcr Umgebung dcr Beskiden, wo fast durchwegs niehr als 30 Millimeter Regen gemessen wurden. Im Auslande waren die Rcgcnfällc meist geringer und ihre Gesamtmenge während dcr letzten vier Tage überschritt nur in cnigcn Teilen Englands, Frankreichs und Belgiens 20 Millimeter, ferner in den Nordalpcn (bis 48 Millimeter) und an der deutschen Seite des Riescngcbirgcs(stellenweise über 100 Millimeter). Die Landregen über Mitteleuropa sind durch daS Zusammentreffen einer kühleren Luftströmung vom Ozcan und einer sehr warmen Luftströmung anS dem Gebiet des Schwarzen Meeres verursacht. Die Rcgenzone schreitet voraussichtlich ostwärts fort, während im Westen bereits eine Abnahme der Niederschläge eintreten dürst- auf den Hinweis einer Abordnung religiöser Sozialisten, daß cS zum Blutvergießen kommen müsse, Ivenn die Regierung lveiter provoziert, nur ein A ch s e l z u ck c n als Antwort hatte. Dafür hat die Presse des christlichen bürgerlichen Wien man den Sudetcndcutschcn großes Mitgefühl. In einem„Gefesseltes Volk" betitelten Leitartikel schrieben die„W i e n e r n e u e st e n N a ch r i ch t c n" am 31. Mai 1034, daß der VernichtungSfcldzug gegen das Deutschtum in der Tschechoslolvakei nie zum Stillstand gekommen ist, die tschechische Schulpolitik eine planmäßige Un- tcrdrücknng dcr Deutschen verfolgt, die deutschen Lvyalistcn, die durch einen geschickten Schachzug vor den Rcgierungskarrcn gespannt wurden, die Offensive gegen das Deutschtum verdecken und die Dentsckicn, obwohl sie nur 3.8 Millionen Seelen zählen, 40 Prozent aller Staatseinkünfte aufbringcn müssen. Man sorgt sich um dieSudetendeutschen» während im eigene n Landedeutsche Mütter und Kinder a u ü p o l i t i s ch e n G r ü n- den zum Hungertode verurteilt Iv c r d e n. Wie ich aus verläßlicher Quelle erfahren konnte, bekam jeder Polizist zum 12. Feber hundert Schilling„Schußgeld"; was mag wohl die bürgerliche Journalistik als Dank für ihr„vaterländisches Verhalten" bekommen? (Schluß folgt.) Hm der Hrbeiier-Turn- und Snorlbemegung Abrechnung der Olympiade-Abzeichen. Olympiade-Abzeichen werden grundsätzlich nur gegen Bor. auSzahluug abgegeben.. Alle eventuellen Differenzen müssen bis spätestens Samstag mittags bereinig« fein: Kinderabzeicheu bis zum 80. Juni, Abzeichen für Erwachsene bis zum 7. Juli mittags. Auch die Bezirke haben unbedingt die zur Verfügung gestellten Abzeichen bis zu dieser Zeit zu verrechnen. Spätere Abrechnungen können nicht niehr zur Kgimtins genommen werden. Ausfüllen der Fahrtkegitimationen. Die Fahrt, lcgitiinationen zur Erreichung der Fahrtermäßigung müssen ordentlich ausgcfüllt sein: Unterschrift der Besitzers, des Vereinsobmanncs und die Vereins, stampiglie. Die bcigelcgten Eisenbahnkontrollmarkeg und der 60-Hcller-Stcmpel müssen aufgekleli werden. Sonderzug ab Schreckenfteln. Am Freitag, deg 6. Juli, wird in der Zeit von 18 bis 19 Uhr ein Sonderzug von Schreckenstein nach Prag fahren. Wahrscheinlich wird er bereits von Tetschen abgchen. In den nächsten Tagen erfolgen die genaueren Mitteilungen. Meldungen für die SchukuugSwoche in Nc«> Ohlisch. Bezirke und Vcrciue, die Schüler nach Neu- Ohlifch zur Schulungswoche(22. bis 29. Juli) delegieren, haben bis anfangs Juki die Namen und Adressen der Schüler dem Atus, Aussig. Bahnhofplatz, bckanntzugeben. 1 Versuch«ach-wanztg Jahren Wladiwostok, 27. Juni.(IkR.) Heute lief vom hiesigen Hafen aus der Eisbrecher„Lidke" zu einer arktischen Expedition nach Archangelsk in See. Diese Fahrt stellt in dcr Nachkriegszeit den ersten Versuch der Durchquerung des PolarmeereS vom Osten nach Westen durch die Bering-Enge bis nach Nowaja Semjla in der für die Schiffahri geeigneten Zeit dar. Die gleiche Fahrt hatten bereits in den Jahren 1914/18 das Schiff„Bilkickij" und die Eisbrecher„Tayniyr" und.Pagac" unternommen. Immer wieder Akrobatenflüge. Ein F l u g- tag in Eger findet am Sonntag, den 1. Juli 1934, auf dem Militärflugplatz unter dem Protektorat des Ministers für nationale Verteidigimg Bradak statt. Am Vorabend Ivird ein Nacht- flicgeran griff auf Eger, Königsberg an der Eger, Falkenau und Sandau durchgcführt werden. Auf dem Programm des Egerer Flug- tagcs stehen auch Akrobatenflüge des Stabsrottmeisters F. Noväk und RottmcisterS Petr Siroky. Bier Bauernwirtschaften ringcäschcrt. Montag nachts brach in dcr Scheune des Landwirtes Ferdinand Mhoun in Mosty bei KunZak im Bezirk Neuhaus ein Feuer aus, das sich alsbald auf die Wirtschaften des Rudolf Rezperka, des Jan Bybiral, Cyril Hron und Tomää Sämal aus- dehnte. Ihre Anwesen sind völlig cingcäscherl worden. Das Bich konnte zum Großteil gerettet werden, doch sind die Schweine und das Geflügel mehrerer Landwirte verbrannt. Die Ursache des Feuers ist bisher nicht sestgestellt worden, cs hat den Anschein, daß es sich um Unvorsichtigkeit handelt. Ein Dorf durch Blitzschlag verinchtrt. In dcr Gemeinde La Cour in Savoyen schlug eüi Blitz in ein Gehöft, das in Brand gefetzt wurde; von hier aus griff das Feuer weiter um sich und vernichtete fast das ganze Dorf. Ein schwerer Automobflunsall, der sechs Personen das Leben kostete, ereignete sich am Mittwoch vormittag in dcr Nähe von L u x c u i I in der Provence. Ein mit sieben Personen besetzter Kraftwagen geriet auf der Landstraße ins Schleudern und raimtc in voller Fahrt gegen einen Baum, wobei der Wagen Feuer fing. Sechs Insassen konnten sich nicht mehr in Sicheicheit bringen und verbrannten bcilcbcndigcm Leibe. Eine Person wurde mit schweren Brandwunden und Knochevbrüchen ins Krankenhaus überführt. Ein Pfarrer während des Gottesdienstes verhaftet. Der Pfarrer Gerlach in Frankfurt a. O. wurde während des Gottesdienstes von Beamten dcr Geheimen Staatspolizei verhaftet. Er wird beschuldigt, gegen die Anordnungen dcr.Kirchenbehörde Widerstand geleistet zu haben.— Der Domprediger D. Adam Birncr aus Augsburg wurde verhaftet und ins Augsburger Gefängnis eingclic- fert. Der Pfarrer hatte einen Hitler-Jugendführer, dcr die SchulgotteSdicnste nicht besuchte, zu- rechtgewiesen und dem Jungen bei dieser Gelegenheit gesagt, daß er sich überaus fanatisch im natio- nälsozialistsschen Sinne betätige. Birncr erklärte die Unterredung als vertraulich; dcr Junge de- nunzierte ihn, und dcr Pfarrer sitzt nun im Gc- fängnis. Der Generaldirektor im Zuchthaus. Der ehemalige Generaldirektor dcr Harrymanswen „National Bant and Trust Company" I. W. Harryman, dcr vor einer Woche schuldig erkannt wurde, in seinen GeschäftSbüchem die Eintragungen gefälscht und die Fonds seiner Bank in unzulässiger Wesse verwendet zu haben, wurde wn Mittwoch von eincni New Aorker Gericht zu viereinhalb Jahren Kerker verurteilt. Räuber in FraucnNeidern. In der Näh« dcr Stadt Zagora in Südbulgarien tauchte eine Räuberbande auf, die mit Karabinern bewaffnet ist, aber Frauenkleidcr trägt. Die Bande hat bereits mehrere Bauern überfallen. Dcr Gendarmerie gelang cs bis jetzt nicht, die Räuberbande unschädlich zu machen. Der Bierkonsum in Oesterreich ist im Juni gegenüber dem Vormonat neuerlich zurück« gegangen. Dcr Rückgang beträgt gegenüber dem Absatz im Juni 1033 etwa 13 bis 80 Prozent. Kokainhändler ertappt. In den Abeudstundca deS Dienstag wurde durch die Staatspolizei in Fischern ein Mann ans Eger und ein Einwohner Karlsbads verhaftet, bei denen große Vorräte geschmuggelter Ampullen mit Kokain und Morphium gefunden wurden. Die beschlagnahmten Rauschgifte sind rcichsdcusschcr Provenienz. Die Pollzei glaubt, einer Schmugglcrbandc auf der Spur zu sein. Frau Karoline Björnsou, die Gattin des im Jahre 1910 verstorbenen Dichters Björnftjerne Björn- son, ist ani Mittwoch nachmittag im Alter von 99 Jahren auf dem Landbesitze dcr Familie Aulcstadt bei Lillchannner(Norwegen) gestorben. Die Verstorbene wurde im Bolksmunde„Die ungekrönte Königin" genannt. DaS Helium. DaS Federalbergaurt in Washington teilt mit, daß es alle Rechte zur Heliumgewinnung auf einem ausgedehnten Territorium von 20.000 Hektar bei der Stadt Amarillo im Staate Texas erworben hat, wo Erdgase austreten, aus denen das Helium gewonnen wird. Die Helium- Unternehmungen, die von dem Federalbergamte kontrolliert werden, produzierten feit dem Jahre 1927 57 Millionen Kubiksutz Helium, d. i. ungefähr die HälftederWeltproduktion dieses Gases. Man ist der Ansicht, daß durch die bisherige Produktion vorläufig bloß zwei Prozent der Heliumvorräte in der Umgebung von Amarilla abgebaut wurden. Vom Rundfunk Empfehlenswerte» tu bea Programmeur Freitag; Prag, Sender L.: 0.80: Gymnastik, 7: Ueber- tragung des Karlsbader Konzertes, 9,18: Schrammel-Konzert, 17.45: Deutsche Sendung: Der Jude von Prag, Querschnitt durch das historische Drama von Kolär, 18.58: Denssche Presse, 21: Orchesterkonzert, 22.15: Tanzmusik. Sender S.: 14.30: Deutsche Sendung: Schrammelnmsik, 15.30: Opernmusit auf Schallplatten.— Brünn, 17.45: Deutsche Sendung: Sechzig Minuten, Hörspiel.— Mähr.-Ostrau 18.20: Deutsche Sendung: Salier: Moderne Pädagogen, 2.: Arien und Duette aus Verdi-Opern. MW WlkIWll SWtlM» I» MU Wiener und Brünner Polizei in Tütigkeit— Der HaupttSter verhaftet Die Wiener Polizei konstatierte, daß vor kurzer Zeit gefälschte Schuldscheine dcr internationalen österreichischen Bundcsaifleihe aus dem Jahre 1930 in Unilauf gesetzt wurden. Es zeigte sich, daß diese Falsifikate ein internationales Fäl- fchcrkonsortnnn in Umlauf setzte. Mehr als 310 gefälschte Papiere wurden bereits beschlagnahmt, ungefähr 80 befinden sich noch in Umlauf. Die Untersuchung ergab, daß die gefälschten Obligationen in Brünn hergestellt wurden. Die Wiener Polizei entsandte einige Beamte nach Brünn, wo sie gemeinsam mit der Brünner Polizei feststellten, wie die Fälschungen durchgeführt wurden. Vor neun Monaten kam ein Mann nach Brünn, dcr die Druckerei dcS Oskar Tillcr in der Augustinergasse auffuchte und um Herstellung von 600 Blankcttcn mit Aufdruck ersuchte. Die Klischees bestellte er bei zlvei verschiedenen Unternehmen und ließ sich außerdem bei einem Stam- piglienmachcr Stampiglien Herstellen. Die Blan- kettc behob er aus der Druckerei und es ist bisher nicht bekannt, wo er den betreffenden Text aufdrucken ließ. Nachrichten aus Wien zufolge, ist der Haupttäter R. H e i d e n r e i ch bereits verhaftet. Die Brünner Polizei hat ihre Nachforschungen noch t m'cht beendet. DonnerSIag, 28. Jmü 1VS4 Schiffsunglück französischer Arbeiter Dampfer-gusammenstotz— Bisher zwölf Tote geborgen 65 Schulen werden zur Unlcrbringung der Teilnehmer hergerichtet. Der A t u i wird im Realgymnasium in Prag VII., Stroßmayerovo näm.; die S ch w e i z e r in dem Realgymnasium, Prag II., Jeknä, und die Arbeiterradfahrer, Männer und Frauen, in Prag IV., Hladkov, untergebracht sein. Handball, Wolleyball, Tischtennis und Fußball werden ebenfalls in Erscheinung treten. An den -andballspielen(Hazena) nm die Festmeisterschaft werden zirka zehn bis zwölf Mannschaften teilnehmen und im Wolleyball zirka neun Auswahlmannschaften antreten. Einige ausländische Verbände entsenden auch Fußballmannschaften, deren Wettspiele der AtuS organisiert. Zur Propagierung trägt auch der Staat bei. Dar Postministerium hat nun sechs Arten von Korrespondenzkarten mit Bildern zur Olympiade, darunter auch das Festplakat, herauSgegeben. Rote Falke« werden im Stadion-Haupt-Restaurant „Zn den drei Pfeile«** verköstigt. Panik in der New Yorker Untergrundbahn Durch eine« Bubenstreich. New Jork, 27. Juni. In der New Docker Untergrundbahn entstand am Dienstag durch den Streich eines Straßenjungen eine furchtbare Panik, in deren Verlaufe zehn Personen erheblich verletzt wurden. Die New Docker Strahenjugend betrieb seit vielen Jahren den Sport, mit langen Metall« drahten, an denen ein Stück Kaugummi befestigt war, durch die BentilationSgitter der Untergrundbahn nach verlorenen Gcldmünzcn, Dollarnoten, Schmuck und sonstigen Gegenständen zu angeln. Am Dienstag verwickelte sich nun ein von einem Straßenjungen auf die Schienen geworfener K u p f e rd r a h t in die Räder eines hcranbrau- sendcn Expreßuntergrundbahn- zuge». ES entstand sofort Kurzschluß und der mit der allergrößten Schnelligkeit fahrende Zug blieb mit einem plötzlichen Ruck stehen. Der etwa 600 Fahrgäste» die in fast völliger, nur von blauen Blitzen unterbrochener Dunkelheit in beißendem gelben und schwarzen Rauch warten mußten, bis die Wagentüren nach Abstellung des elektrischen Stroms geöffnet werden konnten, bemächtigte sich eine furchtbare Panik. Die von Todesangst gepackte, schreiende Menge tobte durch die Wagen, schlug die Fenster ein und versuchte die Türen aufzubrechen. Biele Personen, namentlich Frauen und Kinder, tvur, den niedergetrampelt. Erst nach langer Zeit konnte die Ordnung wieder hergestellt werde«. Losgewkaner ohne Los Paris, 27. Juni. Den Haupttreffer von fünf Millionen Franken gewannen bei der gestrigen Ziehung der französischen Staatslotterei etwa 40 Familien der Stadt S aarb r ü ck e n, die zusammen ein gemeinsames Los besahen. Anläßlich de« Jahrmarktes im Vormonate hatte die Bereinigung der Saarbrückener Kaufleute jedem, der bei ihnen einen Einkauf im Werte von mindestens fünf Franken machte, einen Anteil— ein Vierzigstel— an einem Los dec Staatslotterie gegeben, so daß diese Käufer nun gewannen, ohne das Los gekauft und bezahlt zu haben. Die glücklichen Gewinner erfuhren von dem 8-Millionen-Gewinn gestern abends durch den Rundfunk; aus Freude darüber hielten sie alle Gäste in einem Kaffeehaus mit Champagner frei. Jeder von ihnen gewann auf ein Vierzigstel des Loses 125.000 F r a n- k e n. Eine Neuerung der diesjährigen Ziehung stellt der Umstand dar, daß alle Losbcsitzcr, die dieselben Nummern wie das Los, daS den Haupttreffer gemacht hat, jedoch in 38 anderen Serien haben, je 100.000 Franken als„Trostgewinn" erhalten. An vierhundert Arbeiter durch Fabrikbrand arbeitslos. Auf dem im Jndustriehafen in M a n n- heim gelegenen Fabrikgelände des Vereins deutscher Oelfabriken entstand in der Nacht zum Mittwoch im Extraktionsbau aus bisher unbekannter Ursache ein Großfeuer, das die Einrichtung deS BaueS im Verlauf« einer Stundemahezu völlig vernichtete. Der Betrieb muß unterbrochen werden. Das Mannheimer Werk beschäftigt zur Zeit 880 Arbeiter. Ein Mann wurde bei den Löscharbeiten leicht verletzt. Weizenschmuggler verhaftet. Die Gendarmerie in Petrovo lBezirk Berehovo) verhaftete 15 Personen, zehn Männer und fünf Frauen, aus der Gemeinde Bekenn! aus dem gleichen Bezirk. Die Verhafteten hatten am 9. Juni fünf F i n a n z w a ch l c u t e, die sic beim Weizenschmuggel aus ungarischem Gebiet überrascht halten, mit Steinen und Schußwaffen überfallen, wobei zwei Respizienten durch Steinwürfe verletzt wurden. Außerdem gaben die Schmuggler bei der Verfolgung Schüsse ab, ohne jedoch zu treffen. Die Verhafteten wurden in das Sebljuscr Kreisgericht eingeliefert. Paris, 27. Juni. Im Hafen von Lorienk hat am DirnStag abends 6 Uhr der auSlaufende Dampfer„Prosptritt" mit 200 Reisenden an Bord, allcS Arbeiter der Hafenverwaltung und des Arsenals, den heimkrhrendrn kleinen Dampfer„Adario-Ango" gerammt. Dian nimmt an, daß beide Schiffe gesunken sind. Noch i» der Nacht wurden sechs Leichen geborgm. Im Krankenhaus konnten sechs Passagiere ins Leben zuriickgrrufen werden. Heute gegen mittag Unablässig gießt der Regen, Landstraßen verwandeln sich in uferlose Seen, zäh kleben die Schuhe am lehmigen Boden, aber am Strahover Stadion gibtS keine Regenpausen. Da wird genagelt, gehämmert, asphaltiert und zementiert, als sollte hier im Fluge einer knappen Woche eine neue Stutzt aus dem Boden gestampft werden. Und wirklich, hier wächst eine neue Stadt, eine Stadt für 150.000 Menschen, eine Stadt des Arbeitersports. ES muß an so vieles gedacht werden. Die Tribünen stehen fix und fertig da. bereit, die Massen aufzunehmen, ein ungeheurer imposanter Kranz, ansteigend wie ein Amphitheater der Antike; auch die Lautsprecher sind schon montiert, auS denen die Symphonie des Massensports über die riesigen Anlagen fluten soll. An dies Zentrum des großen Festes schmiegt sich, verwirrend in seiner Vielfalt, das bunte Drum und Dran der einzigartigen Ver- anstaltung. Die Ankleideräume für di« Turner, Geräteschuppen, Ruheplätze und schließlich nicht zuletzt die Dinge der Peripherie, die zu jedem echten Volksfest gehören—: Verkaufsbuden, Büfetts, fliegende Restaurationen, di« zum Teil schon in Betrieb sind. Wem das Naß nicht genügt, das wie eine gelangweilte Sintflut unablässig von oben kommt, kann bereits sein Smichover hoben. ES geht wie der Blitz. Ma» trifft einen Genossen, der beim Ausbau des FestplaheS beschäftigt ist.„ES geht wie der Blitz", sagt er,„und alles klappt ausgezeichnet. Aber so muß eS ja auch sein, wenn man für seine eigene Sache arbeitet!" DaS ist esl Es liegt ein froher, unternehmender Zug über diesem Werk—, nichts von Verdrossenheit, nichts von Zwang. Die Männer, die hier den Hammer schwingen, die Straßen „bahnfrei" machen und die Wände zementieren, fühlen. daß sie hier„in eigner Sache" stehen! Diener am Werk, das auch ihr Werk ist! Der Blick von der Haupttribüne ist überwältigend. Aus dem Wirrsal der Holzgerüste schält sich schon die Form, wachsen bereits die Konturen jenes überwältigenden Bildes, das dieser Stadion bieten wird, wenn das bunte Meer der Fahnen und Gesichter mit dem Grün des StadionrundS, dem Gelb der Gerüste und dem hellen Grau der Mauer» zu- fammenfließen wird... Die Puppenstadt unter der Erde. Aber nicht nur über der Erde, auch„unter der Erde" bietet das Strahover Stadion bereits höchst Sehenswertes. Wir haben über die unterhalb der Haupttribüite gelegene Olympiade-Ausstellung schon kurz berichtet.. Das schönste in ihr sind doch die Puppen, herrliche, mit erstaunlicher künstlerischer Gestaltungskraft geschnitzte Puppen, die einen breiten Raum in der Ausstellung einnehmen. Der Genosse, der unS führt und mit sichtlichem Stolz auf diese Leistungen hinweist, macht auf einzelne Stücke aufmerksam, vor denen man bewundernd stehen bleibt. Welch eine kulturelle Kraft steckt doch in einer Arbeiterschaft, die, trotz aller finanziellen Not. trotz der schweren Bürde des Berufs, noch die Kraft und die Sammlung ftndct, sich mit solcher Freude höhen wird, da immer noch einige Fahr» g ä st e deS Dampfers„Profptritt" in den Kabi- nm eingeschlossen sind. Taucher sind augenblicklich bemüht, daS Schiff zu durchsuchen. Eine Nntersnchung über dir Ursache des Unglücks wurde ebenfalls etngeleitet. ES geht das Goriicht, daß der K a p i t ä n drS Dampfers „Märio Ange", der rin falsches Manöver durchgcführt haben soll, für die Katastrophe verantwortlich gemacht wvrdm muß. an Spiel und Bewegung diesen Puppenschnitzereien hinzugeben. Da sieht man eine bizarre, in Farben glühende Kasperl-Gestalt, aus.Korken gefertigt, sie ist daS Werk eines Brauereiarbeitert, der sie in keinen Dtusestunden geschnitzt hat. Ein Dreizehnjähriger zeigt in kleinen Arbeiten eine erstaunliche Phantasie und eine technisch« Gewandtheit, die, ohne jede methodisch« Vorbildung, in jeder Nuance starke Begabung atmet. Die tschechische Puppenkultur ist eine alte Kultur. Mm merkt eS, wie dies Talent zum Fabulieren im Holz im ganzen Völle schlummert, wieviel verborgen« Talente hier ganz anonym nur der Luft an der eigenen Arbeit leben. Da gibt eS kleine Kostbarkeiten, die unS unser„Führer" nur ganz behutsam zeigt. Ein Teufel, mit geradezu erregender Intensität gestaltet und, wie man uns mitteili, bereits hundert Jahre alt... Diese Puppenschau ist wirklich wert, von Zehntausenden nicht nur flüchtig betrachtet, sondern als wirkliches Erlebnis studiert zu werden.. J Draußen vor dein Strahover Stadion werden soeben Steine miSgeladen, auch eine neue Sendung Bretter ist angekommen, Holzhütten werden mit rotem Tuch festlich ausgeschlagen, von irgend woher grüßen leuchtend und mahnend die Drei Pfeile... „Wird das Weiter besser werden bis Sonntag" rufen wir einem Arbeiter zu. „Es muß!" sagt er mit ruhiger, überzeugter Stimme und in dem„es muß!" liegt so viel innere Gewißheit daß wir, getröstet und gestärkt, an dieses „Muß" zu glauben beginnen! P—re. • 6000 deutsche Arbeitersport!« bei der Olympiade. In dem Zeltlager, das jetzt im Stadion errichtet wird, werden gemeinsam mit den tschechischen roten Pfadfindern auch 450deutscheJugend« l i ch e von den„Naturfreunden" und den Roten Falken wohnen. Aber darüber hinaus sind noch weitere 4000 deutsche Genossen— Turner, Turnerinnen und Gäste— vom AussigerVer- band AtuS und überdies der Deutsche Arbeiter-Rad- und Kraftfahrbund zur Olympiade angcmeldet, so daß insgesamt fast 6 0 0 0 deutsche Arbeitersportler teilnehmen werden. Auch von den anderen Nationen unserer Republik werden zahlreiche Genossen erwartet. Die polnische„S i l a" au- Oberschlesien wird 200, der u k r a i n i s ch e Verband„S i t" 150 Genossen entsenden. Von den tschechischen Genossen werden sich auch noch der Verband der tschechischen Ar- beitcrtouristrn, der Zentralverband der tschechoslowakischen Arbeiierradfahrer und der Verband der tschechoslowakischen Arbeiter-Gesangvereine an dec Olympiade beteiligen. * Der Leucht. Springbrunnen im Rahmen der Abendveranstaltungen der Prager Arbeiter-Olvmviade wird zum erstenmal am Freitag. den 20. Juni, abends, auf der Nordseite der Schützeninsel in Betrieb sein. Vor 20 Jahren: Der nord in Sarajevo Erzherzog Franz Ferdinand von Oesterreich und seine Gemahlin bei ein« ihrer letztm Ausfahrten. hatte man bereits sechs wcitore Leichen geborgen. ES sind fomft bisher bereits zwölf Tote zu ver- Im KvankrnhauS von Lorient befinden sich zeichnen. Man befürchtet aber, daß die Zahl sechs Verletzte, deren Zustand jedoch besorgniSer- der Todesopfer sich noch weiter er»! regend sein soll. Olympiadestadt für 150.000 Puppenstadt unter der Erde und hundertjährige Teufel Seite 5 Haben Sie schöne weiße Zähne? sie sind der schönst natürliche Lassan Sie Chlorodont lOr dis Schön* bett u- Gesundheit Ihrer Zahne sorgen. Froh und abends benutzt, macht Chloroclont Zahnpaste die ZAhns blendend weift. ohne den kostbaren Zahnschmelz snrugreOsn. Tuben xu Kt 4.« u. 6- Inlönd Erzeugnis Sozialrente In der Pensiensversidiening Durch die am 20. Juni vom Senat endgüllig Verabschiedete Novelle zum PensionSver- s i ch e r u n g S g e s e tz der Privatangestellten ist als neu« überaus bedeutungsvolle Fürsorgeeinrichtung die S o z i al« rente für stellenlose ältere Angestellte geschaffen worden. Neben diesem schwerwiegenden sozialpolitischen Fortschritt bringt die Novelle noch eine Anzahl weiterer wichtiger Aenderungen. Der Allgemeine An- gestellten-BerbandReichenberg beschäftigte sich in einer am 24. d. M. abgehaltenen Tagung mit der damit zu verzeichnenden weitgehenden Vervollkommnung der Schutzgesetzgebung für die Angestellten. Rach den Berichten deS Ber- bandSobmannstellvertreterS Kirchhoff und deS Abg. M a e o u n über den Entwicklungsgang und den Inhalt der Novelle wurde nach längerer Aussprache folgende Entschließung einstimmig angenommen: „Die in der Nationalversammlung beschlossene Novelle zum PensionSversicherungsgcsetz— die nach jahrelangem Kampfe der freigewerlschaft- lichen Angestelltenorganisationen die Verwirklichung der wichtigsten, auf den Massenkundgebungen deS Allgemeinen Angesiellten-BcrbandeS Reichenberg in Aussig und in Olmütz gestellten Forderungen und damit einen g r o ste»Erfolg für die Angestellten bringt— war Gegenstand eingehender Beratungen einer Sonntag, den 24. Juni 1034, in Rcichenberg stattgefundenen Tagung deS Allgemeinen Angestellten« Verbandes Rcichenberg. Die Berichte über die Herabsetzung der Altersgrenze für den Anfall der Altersrente und die Einführung der sogenannten Sozialrente in der Pensionsversicherung wurden mit großer Genugtuung zur Kenntnis genommen. Beide für die Angestellten außerordentlich wichtigen Neueinführungen sind die Anerkennung dafür, daß den auS dem Produk- tionS» und Austauschprozeß auSgeschiedcnen älteren Angestellten in den gegenwärtigen zerrütteten wirtschaftlichen Verhältnissen unbedingt eine bestimmte Existenzsicherheit gegeben werden muß. Die Tagung gab der Hoffnung Ausdruck— indem sie im wesentlichen auch sonstige im Gesetze vorgesehene Bestimmungen begrüßte— daß eine Schädigung der Versicherten infolge der Aushebung der AnerkcnnungSgebühr durch die Erweiterung der Schutzfristen hintangehalten wird. Sie anerkannte mit Dank die Bemühungen der parlamentarischen Vertreter deS Allgemeinen Angestellien-VerbandcS, vor allem aber des Abg. M a c o u n, für die rasche Erledigung der Novelle in der Nationalversammlung, besonders aber hinsichtlich der Erhaltung der gegenwärtigen Amtsstellen der Allgemeinen PcnsionSansialt. DaS große Werk der Pensionsversicherung der Angestellten wäre aber nicht vollständig, wenn nicht auch bald das bereits vorbereitete Ueber- weisungSgesch verwirklicht würde. Die Tagung stellt daher an die Regierung das dringende Verlangen, daS NeberwcisiingSgcsctz unverzüglich zu verabschieden." Der„notlridrnde" Führer. Herr Hitler soll sich, wie auS Berlin berichtet wird, über wirtschaftliche Dinge keinerlei Sorgcic machen. Er bc-’ tone ausdrücklich, daß ihn diese Dinge, von denen er auch nicht viel verstehe, nicht interessieren. Daß ihm die wirtschaftlichen Dinge„keine Sorgen" machen, kann man, was ihn selbst angcht, verstehen. Wie aus den Verlags-Angaben des„Völ- ! kischcn Beobachter", des parteiamtlichen ZwaitgS- I organS für alle Behörden, zahllose Beamte nsw., I an erfahren ist, verzeichnet das Blatt einen jährlichen Reingewinn von vier Millionen Mark. Zirka 88 Prozent der Einnahmen deS„Völkischen Beobachter" fließen eigentumsgemäß in die Tasche des notleidenden„Führers". Er braucht sich also gewiß keinerlei Sorgen um wirtschaftliche Dinge zu machen. Die machen sich die andern, die„Volksgenossen"... l Sitte« ?7 / -Sozialdemokrat" DomterDkag- 28. Amck 1SSL 8b. tat 120 PRAGER ZtlTBMG Olympiadeturner besuchet das»« Vtadion-Bflupl-Reslflurant Die Lesende Mittag in den heisten, lärmenden Strafen de» Stahl. Alles drängt, alles will zum hastigen Essen, zur kurzen Stärkung, zur belebenden Ruhe der Tischzeit. Plötzlich— in der Wassergasse, dort, wo die Slraste eine kleine Biegung macht— Auflauf. Was ist los? Inmitten der vielen Menschen, die sich lreiö- körmig mts dem schmalen Bürgersteig der Gasse zu- sammcngcschlosscn haben, steht eine Frau. Ein uraltes Mütterchen, gebeugt, mit runzligem Gesicht und einem weihen Tuch uin den Kopf. In der einen Hand hält sie einen Stock, auf den sie sich stützt, in der anderen ein Buch. Ein schwarzes Buch mittel- grohcn Formats. Die Greisin liest. Angestrengt beugt sic sich über die Buchstaben und läht sich in ihrem Eifer weder von der Hitze, den unbarmherzigen Sonnenstrahlen, noch der neugierigen Menschenmenge beeinflussen. Sie ntacht dabei die staunend wissensdnr- stige Miene eines Kindes, dem das Leben in seiner ganzen unbegreiflichen Fülle plötzlich entgegengetreten ist. Wir alle, die wir da herumstehcn, möchten gar zu gern wissen, was es wohl für ein Werk sein mag, das so die Aufinerksmnkeit des alten Mütterchens fesselt. Endlich fahl einer den Mut und llovft vorsichtig mit zwei Fingern gegen den Rücken der Buches, das die Alte in ihrer Hand hält. Sie. fährt erschrocken aus. Wie aus tiefster Versunkenheit. Und gewahrt mit staunendem erschrok- lenem Gesicht, was um sie geschieht. Jemand fragt, tuns sie denn dort lese. Ein anderer rät ihr mit weiser Stimme, aus dem grellen Sonnenlicht fort- zugchen. Tas sei nichts für die Augen. Stumm, doch mit klug-lebendigem Blick sicht sich die Greisin all jene neugierigen Menschlein an. Dann gleitet ein verschmitztes Lächeln über ihr Gesicht, hastig und verschämt klappt sie das Buch zu und steckt es in dis Tasche.„Was hast du denn dort gelesen, Mütterchen?" ruft ihr ein junger Mann freundlich zu,„Tu warst ja so verticst". Das Lächeln der Alten wird noch um einen Grad verschmitzter.„Hab' nicht gelesen", lautet die Antwort.„Ich lerne eS ja erst. Hab' nur— buchstabiert., Katja. Bei der Postsparkasse in Prag wird am 20. Juni im Parteicnverkehr nicht amtiert. (jcrlchtssaal lieber zwanzig Anklagen nach dem Radiogesetz an einem Tag! Gehört solches vor das iivcrlnsttete Kreisgericht?! Prag, 27. Jnni. Nach dem Gesetz macht sich derjenige eines Vergehens schuldig, der ohne die vorgcschricbene Anmeldung beim zuständigen Postamt, Radioapparate oder deren Be« st a n d t e i l e a u f b e tv a h r t, wobei es gar keine Rolle spielt, ob er von den Apparaten Gebrauch ge macht hat oder nicht, ebensowenig fällt der böse Wille in Betracht. Tie Folge dieser wenig umsichtigen Bestimmung ist eine Flut von Anklagen nach diesem Paragraphen vor den ohnedies überlasteten K r e. i S- g e c i ch t c it, wobei in den allermeisten Fälle«, zwar der paragraphenmähige Tatbestand erfüllt ist, aber kaum von einer„Schuld" im Sinne des allgemeinen Rechtsgefühls gesprochen tvcrden kann. Henke hat sich ein Einzelrichtcr des hiesigen Kreis- gerichteS ausschliestlich mit der Behandlung derartiger Anklagen besaht, von denen ein ganzer Stoh auf dem Tisch lag. Daneben tvürde auch noch in anderen VerhandlungSzimmern eine Reihe derartiger Fälle erledigt— unserer Zählung nach insgesamt 26aneinem einzigen Tag! Unter ihnen auch der folgende vor dem Einzelrichter GR. Nosek verhandelte Fall. Einem Arbeiter aus dem Gebiet von B r a n- deiS a. d. Elbe war plötzlich die Frau gestorben. Um die Bestattungskosten aufzutreiben, lieh sich der arme Teufel von seinem Nachbarn das erforderliche Geld zusammen und gab einer Anwohnerin, die ihm 16V KC geliehen hatte, seinen Radioapparat aufkurzeFrist zum Pfand, da sie selbst schwer um ihre Existenz zu kämpsen hatte und er ihr auf jeden Fall eine Sicherstellung, bieten wollte. Irgendjemand denunzierte das und in weiterer Folge befand sich die gutherzige Nachbarin vor Gericht und wurde wegen Besitzes eines nicht angemeldete»Apparates zu vierzehn Tagen strengen Arrestes verurteilt— allerdings bedingt. rb. Geboren in Uruguay, zuständig nach Spanien, in Bulgarien wohnhaft— verurteilt in Prag Prag, 27. Juni. Eine interessante Gestalt ist dieser 54jährige Kaufmann Mojsche Behar Asryal, der heute vor dem Senat T r o st unter Betrugsanklage stand. Man hatte zwei Dol- metscher mifgeboten, einen spanischen und einen bulgarischen, um sich mit dent Angeklagten verständigen zu können. Denn Mojsche Behar Asryal stammt auS jüdisch-spanischer Familie, ist in Montevi« der,.der Hauptstadt von Ilruguav geboren, zuständig nach der spanischen Ortschaft S e s a r e, lebt aber seit 20 Jahren in der bulgarischen Stadt R u st« s ch u k. Er ist Besitzer eines provisorischen uruguayischen Passes, den er übrigens aus eigener Machtvollkommenheit zu einem ordentlichen umgefälscht hat, weshalb er auch der Urkundenfälschung angeklagt war. Aber das nur nebenbei, denn die Hauptanklage lautet auf das Verbrechen des versuchten Betruges an einem Geschäftspartner, einem gewissen D r i n ö i ö, den er in einem bulgarischen Restaurant, der Altstadt kennenlernte und dem er drei Kilogramm Platin verkaufen wollte. D r i u ö i ö zeigte aber nicht weniger Geschäfts- tüchtigleit als Mojsche Behar Asryal. Es fiel ihm auf, dah bei Uebergabe der Platinproben sonderbare Manipulationen vorgcnommen wurden, die ihn auf den Gedanken brachten, dah inan ihm zwar gute Proben zeigen, dann aber falsches Platin unterschieben tvolle. Allerdings wäre der Preis von 54.000 llö(pro Gramm 18 Kä) für echtes Platin sehr niedrig, aber für eine absolut wertlose Fälschung natürlich noch mehr als znviel gewesen. Herr Drinöiö liest sich daher keinen Heller ans der Tasche ziehen, suchte aber unauffällig seinen zufälligen Partner, zu dem sich noch ein gewisser Josef Eohen gesellt hatte(der ist spurlos verschwunden) in die Nähe der Polizeidircktion zu dirigieren, uni ihn sicherstellcn zu lassen. Anscheinend ivittcrten diese beiden aber beizeiten Unrat, denn plötzlich nahmen sie RcistauS. Drinöiö erstattete Anzeige und die Polizei fahndete erfolglos einen Monat lang nach Mojsche Behar Asryal, der sich übrigens ganz ohne Berechtigung als Angestellten der sowjetrus- fischen Vertretung in Prag auSgcgeben hatte, wie denn auch di« Platinproben die Marken „Platina 3 SS 91" und„USA-New A o rk" getragen hatten. Dann aber lief Mojsche Behar Asryal zufällig Driniii in die Hände, der ihn verhaften liest. Er schwor, dast er unschuldig sei und im Gegenteil Drin- cic ihn um die Platinproben habe bringen wollen. Nicht er sei davongelausen, sondern Driniii. Int übrigen handle eS sich um Kommissionslvare, die dem mysteriösen und unauffindbaren Herrn Eohen gehöre, von den» er nichts Näheres wisse. Der Gerichtshof schenkte dieser Verteidigung keinen Glmtben und verurteilte den Angeklagten wegen Betruges und Past« fälschung zu der relativ milden Strafe von vier Monaten s ch w e r e n K e r k e r S, mit Rücksicht darauf, dast ein effektiver Schaden nicht entstanden ist. Der Verteidiger hatte die Nichtigkeitsbeschwerde angemeldet, als aber dem Angeklagten das Urteil verdolmetscht worden war, beeilte er sich, seinen Rechtsbeistand zu desavouieren und erklärte sich zur Annahme der Strafe bereit. Nach deren Verbü- stung wird er au» dem Staatsgebiet auSgewicsen weichen. rib. Aus der Partei Sozialistische Jugend, Kreis Prag. Heut«, acht Uhr, im Parteiheim: Funktionärsitzung wegen Sommerarbeit. Kunst und Wisse« Spielplan des Reuen Deutschen Theaters. Donnerstag, halb acht Uhr: Im weihen Röhl Volkstümliche Vorstellung, AA.— Freitag, halb 8 Uhr: Strastenmufik.— Samstag halb 8 Uhr: Ensemblegastspiel TrudiSchoop. Spielplan der Kleinen Bühne. Donnerstag: Geschlossen!— Freitag: Geschlossen!— Samstag: Gastspiel Pcpi Kramer-Glöckner: 8 Uhr: Wowarich heute Nacht? Spart• Spiel• Körperpflege Borsührungen von Satus iFreiübungen in Prag. Der Schweizer Arbeiter-Tum- und Sportverband wird bekanntlich an der Prager Arbeiter-Olympiade teilnehmen nnd dabei seine Freiübungen, die er für das eigene Verbandstnrufest in Luzern vorbereitet hat, zur Vorführung bringen. Da die Schweizer Genossen schon öfters tschechische Arbeiterturner be» ihren Festen begrüben und Einblick in deren Turnet' nehmen konnten, freuen sie sich sehr, in Prag ih. Turnen zur Schau stellen zu köünen. Neben eine: Kunsttnrncrmannschaft kommen noch weitere Sportler und Sportlerinnen, so dast der Arbeitersport det Schweiz in Prag würdig vertreten sein wird. Bom Arbeiterfustboll in der Schweiz. Tao Schlustspiel um die Fustballnicisterschast des Satus findet anlästlich des VerbandssestcS in Luzern statt. Infolge verschiedener Umstände wurde in diesem Jahr von der Austragung einer eigentlichen Meisterschaft abgesehen und der Meister für das Iaht 1088/84 nach dem System der Ausscheidungen ermittelt werden. Von besonderem Interesse ist die Entsendung einer Verbandsmannschaft nach Dorchester(England). Es ist dies das erstemal, dast eine SatuS-Fustballmannschaft eine Reise nach dent Jnselreich unternimmt. Daö Endspiel um die Meisterschaft im belgischen Arbeiterfnstball fand in Brüssel statt und hatte unter der grasten Hitze zu leiden, die beide Mannschaften nicht voll zur Entfaltung kommen liest.„Groen Wit" Anttverpen besiegte in einem schönem Sviel den FC. Mons mit 8:1(1:0) verdient. Die ungarischen Lrichtathletikmrifterschaften der Arbritersportler gelangten in Budapest zur Durchführung. Die Leistungen haben sich gegenüber dem Vorjahr tviedcr verbessert. Diese Meisterschaften waren gleichzeitig Probekäinpfe für die Beteiligung an der Prager Arbeiter-Olympiade. Die wichtigsten Ergebnisse sind: 100 Meter: Mezei 11.6 Sek.— 400 Meter: Meisner 55.6 Sek.— 1000 Meter- Egri 2:45.6 Min.— 1500 Meter: Zomberi 4:25.8 Min.— 5000 Meter: B. Nemeth 16:03 Min.— 200 Meter Hürden: Soti 27.7 Sek.— Hochsprung. Bencsik 1.55 Meter.— Kugel: Hülbig 11.08 Meter. — Weitsprung: Soti 6.61 Meter.— Frauen 100 Meter: Dudas 14.1 Sek.— Weitsprung: Deal 4.08 Meter.— DistuS: Reich 24.15 Meter.— Kugel: Deal 8.48 Meter.— 4X50 Meter: MTE 28.8 Sek. Die internationale Aktivität der Arbeiter- schwimmer Belgiens. Die„Brye ZlvennnerS" Ant- werpenS werden am 8. Juli mit 80 Schloimmern an einer Veranstaltung in Utrecht(Holland) teilnehmen, wo sie zwei Wasserballkämpfe gegen die Mannschaften von Amsterdam und Utrecht auStragen werden. Am 1. Juli findet in T o u r n a i das alljährliche Match Belgien—Frankreich statt. Am 14. und 15. Juli wird weiter eine international« Veranstaltung in Lille ftattfinden. filme in krsger Lldilsptelltäusern Adria:„Marie". Alfa:„Die falschen Zwilling«-" Berünek:„Ariane." Fcniz:„Lmircl und Hardy hinter Schlost und Riegel." Gaumont:„Soldatenleben— ein lustig Leben." Hollywood:.Katharina d. Große." Hviizda:„Der Adjutant Seiner Hoheit." Rincina, B.-Th.: Journ., Lustspiel, Reportage. Koruna:„Laurel und Hardy hinter Schlost und Riegel." Kotva:„Mit Zane Grey ins Reich d. Meeresungeheuer". Lucerna:„Mit Zone Grey ins Reich d. Meeresungeheuer". Metro:„Der träumende Mund." Olympie:„Mädel sag' nicht nein." Passage:„Gilgi, eine von uns." Radio:„Ihre Majestät die Liebe." Skant:„Die gelbe DiaSke." Sve- tozor:„Soldatenleben— ein lustiges Leben." Baj- kal:„Das Phantom von Crestwood." Favorit: „Das Lied der Sonne." Louvre:„Ben Hur." Literatur Sine neue Zeitschrift für Buchdrucker Eine schöne fachliche und ästhetische Leistung stellt das erste Heft der Zeitschrift„Buchdrucker", des Organs der„Deutschen graphischen BildungSvereini- gung in der Tschechoslowakischen Republik" dar. Die genannte Vereinigung besteht schon ungefähr 14 Jahre und hat eS sich zur Aufgabe gesetzt, di« fachliche Ausbildung und damit die Qualifikation des deutschen graphischen Personals in der Tschechoslowakischen Republik zu fördern. Die Vereinigung hatte durch lange Jahre mit den rcichSdeutschen und dann kurze Zeit mit den österreichischen Kollegen eine gemeinsame Zeitschrift und war nun durch die Einstellung der Wiener„Graphischen Revue" gezwungen, eine eigene Zeitschrift herauSzugeben, wollte sie nicht auf daS wichtigste Mittel der Fortbildung ihrer Mitglieder verzichten. Die erste Nummer deS neuen Blattes, welches aufs herzlichste begrübt werden niust, zeigt, dast die Redakteure von ihrer hohen Ausgabe voll erfüllt sind und dast eS ihnen gelungen ist, den Mitgliedern der Deutschen graphischen Bil- dungsvereinigung eine wirklich gute Zeitschrift mit ansterordentlich zwcckmästigem, nützlichem und prakii- tischeni Inhalt zu bieten. Der Buchdrucker, der nach iveitcrer Ausbildung strebt, findet sehr viel Anregungen tntd wird durch dett dauernden Bezug der Zeitschrift sehr vieles lernen, das ihit in seinem Bents praktisch fördern und seine Freude am Schaffen erhöhen wird. Ein besonderer Vorteil der neuen Zeitschrift ist es, dast sie ihre spezielle Aufmerksamkeit dem tschechischen Buchdruck widmet und so ihre Auf- gabe, ein Organ der deutschen Buchdrucker in der Tschechoslowakei zu sein, voll erfüllt. E. St. Mitteilungen aus dem Publikum. Heute fand die XI ll. ordentliche Generalver- sammltmg der„Lloyd" Lersichrrungö A.-G. in Prag statt. DaS Jahr 1038 endet nach Abzug aller Abschreibungen mit einem llcberschust von Xö 60.406.12. ES tvurde beschlossen, nach Dotierung diverser Zuwendungen den Rest per Xö 40.707.52 auf neue Rechnung vorzutragen. Der Geschäftsverlauf war normal. Die attsscheidenden Mitglieder des VerwaltungS- rateS: die Herren Dr. A. FriS, Dir. Jng. F. Hrcbik, Dir. I. Stach, Dr. G. Stein wurden wiedergewählt. 268» Klassen* Lotterie! Treffer gibt’s in jeder Klasse Bei Gessler, Troppau, Turnergasse 2429 Also: Sbpatil heute noch ■■■M bestellen! Bezugsbedingungen: Bei Zustellung ins HmiS oder bei Bezug durch die Post monatlich K<5 16.—, vierteljährig llö 48.—. halbjährig K4 06.— ganzjährig K1102.—.— Inserate werden laut Tarik billigst berechnet. Bet öfteren Einschaltungen PreiSnachlast.— Rückstellung von Maniskripten erfolgt nur bet Einsendung der Retourmarken.— Die ZettunnSfrankatur wurde von der Post- und Telearavben. direktion mit frlab Nr. 18.800/VH/1080 bewilligt.— Druckerei:„Orbis" Druck- Verlags- und ZeitungS-A.-G. Prag. ■aufande» Inserat bringt laufenden