• Oelni cKa a 14. Jahrgang Donnerstag, 5. Juli 1934 Nr. 155 0« W»ER TSCHECHQSIOWÄKtfCHEN REPUBLIK RR SCHEINT MIT AUSNAHMR DRS MONTAG TÄGLICH FRÜH. REDAKTION UND VERWALTUNG' PRAG XII., FOCHOVA«r. TELEFON SJ077. ADMMNMATION TMPON SSM. HERAUSGEBER. SIEGFRIED TAUB. CHEFREDAKTEUR. WILHELM NIESSNER. VERANTWORTLICHER REDAKTEUR■' DR. EMIL STRAUSS, PRAG. 1ÖH> 1 KE Seid willkommen, freie Turner, im hunderttürmigen Prag! Gruß und Glückwunsch den tschechischen Kampfgenossen zu ihrem großen Kulturwerk, zur III. Olympiade der DTJ. Mit brüderlichen Gefühlen blickt in diesen Tagen die deutsche Arbeiterschaft auf die Landeshauptstadt Prag. Sie nimmt an dieser Olympiade freudigen Anteil, denn diese Manifestation bedeutet eine moralische Stärkung der demokratisch-sozialistischen Kampffront in historischer Stunde. Ringsum in Europa regiert die Zwietracht der Nationen. An den Landesgrenzen lauert fascistische Barbarei. In der Sintflut des mitteleuropäischen Fascismus ist die Tschechoslowakei ein Punkt trockenen Landes geblieben. In gemeinsamer Front haben tschechische und sudetendeutsche Arbeiter die Freiheit ihres Kampfbodens gesichert. Kein nationalistischer Ansturm konnte diese Front der sozialistischen Solidarität erschüttern. Nun lichtet sich der politische Horizont. Die benachbarten Diktaturen werden von schwersten Krisen geschüttelt. Der Mordstahl des braunen Fascismus wütet gegen die eigenen Reihen. Er bereitet einer neuen sozialistischen Offensive den Weg. Diese Olympiade steht nicht mehr im Zeichen der proletarischen Defensive.. Sie sei der Auftakt zu neuem Angriff. Schließt fester die Reihen. Hebt hoher die roten Fahnen in den Windl Ihr Leuchten künde den geknechteten Brüdern die nahende Befreiungsstunde. Dem Gegner künde sie unsere erhöhte Kampfbereitschaft und die treue Verbundenheit der Arbeiter dieses Landes in bösen wie ein güten Tagen. Zdar Delnicke Olympiade!- Es lebe die Internationale! 'S Donnerstag 8. Juki 1934 . Nr. 158 für Freiheit und Frieden! 1 Von Julius Deutsch Vor drei Jahren zogen dir A^beitersporiler vieler Länder mit wehci'.deu roten Fahnen über die Wiener Ringstraße. ES Ivar ein strahlender Sommertag. Vertreter unserer politischen und ge- werkschastlichcn Internationale hatten vor dem Parlamente Aufstellung genommen und jubelten- den zchntausendcn jungen, frischen Menschen zu, die unter den Klängen revolutionärer Weisen dorüberschritten. Seitdem ist vieles anders geworden. In Deutschland siiegte Hitler, in Oesterreich Dollfutz. Das Rote Wien brach im Donner der Kanonen und Haubitzen zusammen. So manchen von denen, die vor drei Jahren im Heere der Arbeitersportler über die Wiener Ringstraße marschierten, deckt heute der grüne Rasen. Sie fielen in dem vergeblichen Ringen des Arbeitervolkes, seine Freiheit zu behaupte». In Wien herrscht eine ganz besondere Abart der blutigen Reaktion. Auf der prunkvollen Ringstraße tummeln sich die beutegierigen Banden eine» FaseiSmus, der trotz seines christlichen Mäntelchens nicht weniger brutal und getvalttätig ist al» der FafciSmuS in Deutschland. Bien bot vor drei Jahren der Arbciter- Oichmpiade einen würdigen Rahmen. Heute ist an die Stelle der österreichischen Donaustadt da» tschechoslowakische Prag getreten. Prag ist die einzige Großstadt Mitteleuropa», in der heute- eine Heerschau der proletarischen Kräfte möglich ist. Während rings ninher Reaktion und FasciSmuS blutige Triumphe gefeiert haben, steht die demokratische Bastion der Tschechoslowakischen Republik noch immer aufrecht und unversehrt. EL ist fast so wie zur Zeit der Hussitenkriege. In den Händen der besitzlosen Klassen der Tschechoslolvakci war zu HusscnS Zeiten die Bewahrung der Menschenwürde und des Menschenrechtes gegenüber der kaiserlichen Soldateska gegeben. Wieder stehen nun wie damals Gewalt und Barbarei bereit, ein demokratisches Gemeinwesen zu vernichte^. Wieder rollt eine Welle finsterer Reaktion durch Europa. Aber wieder erhebt sich der Widerstand. Die tschechoslowakische Arbeiterklasse hat die ehrenvolle Aufgabe, die letzte Festung der Demokratie in Mitteleuropa so lange zu verteidigen, bi» der FaseiSmus in den Nachbarländern zusammenbricht und damit auch für die Tschechoslowakei der Tag de» Entsatzes kommt. Schon künden verheißungsvolle Zeichen, daß der FasciSmuS den Höhepunkt seiner Macht überschritten hat. Wo der FasciSmuS herrscht, sei e» in Italien, Deutschland oder Oesterreich, bricht die Volkswirtschaft zusammen. FasciSmuS heißt Kontrollosigkeit, Korruption, wirtschaftlicher Zusammenbruch. Die Massen, die einstnials(wenigstens« in Deutschland und Italien) dem FasciSmuS zugeftchelt haben, wenden sich nun enttäuscht ab. Ein drohendes Murren der unterdrückten Völker geht durch die Lande des FasciSmuS. Der Tag wird kommen, an dem die latente Unzufriedenheit sich in aktive revolutionäre Taten umsetzt. Der FasciSmuS spürt bereit» in allen seinen Gliedern, daß die Grundfesten seiner Macht wanken. Er ist außerstande, die innerpolittschen Spannungen zu- beseitigen. Au» eben diesem Grunde wendet er sein besondere» Augenmerk der äußeren Politik zu. Der FasciSmuS kann nur leben, wenn ihm weithin sichtbare Erfolge beschieden sind. Bleiben sie aus, dann ist sein Lebensnerv bedroht. Nachdem im Jnlande Erfolge nicht zu erzielen sind, girrt der FasciSmuS nach außenpolitischen Erfolgen. Dieser Expansionsdrang des FasciSmuS verschärft die internationalen Gefahren in ganz Europa. Heute sieht jeder: FasciSmuS ist Kriegsgefahr! So wie im Jahre 1914 die geheime Diplomatie ihre Fäden spann, bi» sie rissen, so ist e» heute. Ununterbrochen sind sie auf dem Wege, die Hitler und Mussolini, die Goering und Goebbels, die Dollfuße und Fey. Eine Entrevue jagt die andere. Der Weizen der Gehcimdiplomatic blüht wie niemals zuvor. Die Saat, die da auSgeftreut wird, ist nicht die Saat des Friedens, sondern die Saat eines blutigen Kriege»,.. Die zehntausende junger Menschen, di« wahrend der Olympiade In Prag sein weiten, hchben ein Recht darauf, daß ihre Stimme gehört werde. Sie sind es ja, die im Falle eine» Krieges Schlachtopfer sein würden. So wie V i l- tor Adler im Jahre 1912 namens des»hereinigten internationalen Kanonenfutters" gegen den drohenden Krieg protestierte, so tun wir dies auch heute. Die Sehnsucht der Bolksmassen geht in allen Ländern nach Freiheit undFrie- d e n. Würden die breiten Massen der Böller nm ihre Meinung gefragt werden, dann würde sich in jedem Lande eine gelvaltige Mehrheit gegen dic Brutalität de» FasciSmuS sowie gegen das grauenvolle Abenteuer eines Krieges erheben. Weil dem so ist, wollen die Herrschenden die Mässen nicht zum Worte kommen lassen. Die Jugend muß aber dafür sorgen» daß sie— wenn auch ungefragt!— ihre Meinung laut und deutlich in die Welt hin- auSschreien kann. Die Jugend muß das Sprachrohr und, wenn e» fein muß, das Schwert der Völker sein. Die Prager Olympiade soll zu. einer Quelle der Kraft indem Kampfe werden, dec unsere Zeit erfüllt: ES ist der Kampf der Völker um das RechtaufFrieden. Tage in Prag Vom Gcrkart Glelaaberg Schon wenn der Zug uns auf gewundenen Wegen in den Bezirk dieser Stadt einführt, die man grau nennen könnte, weil sie ein stattliches Alter hat(und weil oft ein Dunst auf ihr liegt), die man aber gerne die„goldene" nennt, weil sie von Kostbarkeiten schimmert,— schon dann, wenn der erste Blick ihren Umriß zu umfassen versucht, fühlen wir, daß Prag nicht nur eine Stadt, sondern ein« Landschaft ist. Wenn wir später oben vor dem gewaltigen Viereck des Hradschin stehen, oder auf dem Glockenturm des Veitödomes, oder drüben, nahe... dem- Stadion, auf der Plattform des Aussichüturmes, dann seheic wir deutlich dieses Bild einer Großstadt, die nicht wie andere eine Landschaft überdeckt, sondern mit ihr verwachsen ist. Mit den Windungen der Moldau biegt und weitet sie sich, an den Brücken klammert sie sich an, zwischen Hügeln steigt sie empor, über Hänge neigt sie sich— und auf Anhöhen hat sie ihre Höhepunkte: hier auf der Kleinseite die Burg, drüben auf dem Zijkaberg das moderne Mausoleum, auf dem sagenhaft alten Byäehrad den berühmten Friedhof— und weit draußen noch auf dem Bar- randow die allerneuesten Würfelbauten, Sommerterrassen und Filmateliers. Die Prager machen(mit einigem Recht) nicht viel Aufhebens von de» landschaftlichen Reizen, die ihre Stadt umgeben. Denn sie haben die Schönheiten der Landschaft innerhalb ihrer Stadt. Da blühen die Gärten am Laurenziberg, da grüßen die Parks zwischen den Palästen der Kleinseite, da schwimmen die belaubten Inseln in der Moldau, da dehnt sich der grüne Rücken des Belvedere, da ist die Pracht des Baumgarten» und gegenüber der Abhang von Troja. Und auf manchen Hügeln, dic schon vom Häusermeer umringt und von vorwitzige» Villen erklettert sind, sieht man noch Aecker, die der Pflug durchzieht. Wenn man diese Stadt betrachtet, dann sieht man, wie fest sie auf ihrem Boden steht. Und wenn man sich erinnert, was sie alles erlebt hat: immer wieder Kriege und Aufruhr, immer wieder Glanz und Vergessenheit,— dann meint man, daß sie sich stärker erwiesen hat als die Menschen, die an ihr bauten und in ihr lebten, die sie erobert und die sie verloren haben. Alles, was Prag geschehen ist, ist in ihm lebendige, sichtbare Geschichte geworden. Wer diese Stadt betritt, betritt ein Museum. Aber.da Prag nie aufgehört hat, Geschichte zu sein, ist dieses Museum zugleich ein Jahrmarkt der Gegenwart, auf dem in vielen Sprachen gehandelt wird, ein« Massenherüerge, die viele Nationen und Schicksale vereint, ein europäisches Zentrum, das viele Ideen und Besucher anzieht— und ein amerikanisierter Bauplatz, auf dem vieles noch nicht fertig ist. Aus Gegensätzen hat sich das Gesicht dieser Stadt geformt. Wenn man auf dem Wenzelsplätz steht,, inmitten eines weltstädtischen Gedränges von Menschen und Fahrzeugen, zwischen prunkenden Glasfassaden Und schreienden- Lichtreklamen, zwischen Alt-Wiener Cafös(im ersten Stock), Automatonbüfscts(zu ebener Erde) und Tonfilmkinds(im Kcllergewülbe), dann steht nur» inmitten eines Stadtteiles, den Karl der Vierte errichten ließ, als Prag die ruhmreiche Hauptstadt de» römisch-deutsche» Kaiserreiches war,— und man kann auf der einen Seite das Gewirr der altstädtischcn Winkelgassen beginnen sehen(mit ihren abciitencrlichen Durchgängen, die sich am Wenzelsplatz in modern-linearen Passagen wie- sderholen), während auf der anderen Seit« der Blick über den habsburgischen Epigvnenbau des Nationalmuseums und das Sezeffionsgetümmel des WilsonbahnhofeS empor zum imposanten Hochhaus der republikanischen Pensionsanstalt reicht. Aber die Gegensätze haben sich in diese Stadt eingefügt wie die Geschichte sich in sie eingelcbt hat. Und jeder Gang durch Prag wird zum vertraulichen Umgang mit Jahrhunderten. Der erste Gang des Fremden, der nach Prag kommt, pflegt zur KarlSbrücke zu führen. Wenn er sie erblickt(staunend, obgleich er schon so viel von ihr gehört hat), dann sieht er die Stile und Schicksale der historischen und lebendigen Stadt. Die sechshundert Jahre alten'Bögen sind Türme dieser Brücke sind geformt in der edlen Gotik des späten Mittelalters, das schon in jenen Humanismus hinüberdämmerte, au» dem hier in Prag die erste Universität der Neuzeit erwuchs. Die Heiligenstatuen aber, die auf dieser Brücke Spalier stehen, haben die barocke Ueppigkeit der Gegenreformation, die drei Jahrhunderte später(nach den Huffitenkämpfen und Dreißigjährigem Krieg) in Prag triumphierte. Wenn unser Blick über die Füll« der Inschriften hinirrt, die Ursprung und Stifter dieser prunkenden Heiligenstandbilder bezeichnen, dann sehen sie tschechische Worte neben deutschen und das Latein der römischen Kirche. Und so ist diese KarlSbrücke nicht nur eine altertümliche Kostbarkeit: sie wird zum Sinnbild der alten Stadt, deren Sehenswürdigkeiten fast ohne Ausnahme der späten Gotik und dem reifen Barock angchören und deren Geist international ist, wir es das Mittelalter und der Humanismus aus Prinzip waren und wie es die Gegenreformation kn Prag, obwohl sie deutsch dirigiert war, unter dem Zwang der Tatsachen werden mutzte. Wenn wir über die KarlSbrücke gehen, über die heute der Autobus rollt, sind wir auf dem Wege von der Altstadt zum Hradschin. Dort hinter■ dem' märchenhaft schönen Barockstädtchen, das man Kleinseite nennt, steht er als steinerner Gipfel über Stadt und Strom: mit alten Festungstürmen, mit dem ragenden Dom von St. Veit, mit den Hallen, Sälen und Höfen des Schlosses, das heute der Sitz des Präsidenten ist. Zwischen den Dächern tauchen die beiden romanischen Sandsteintürme der GeorgSkirche auf, di« ältesten Bauwerke, die sich dort oben erhalten haben. Hell in dem grauen Burgviereck stehen sie seit achthundert Jahren. Wieviel« Herrscher haben sie oben auf dem Hradschin koinmen und gehen' gesehen! Die Pkemysliden und die Luxemburger, die Jagellonen und die Habsburger,— jenen Ottokar, dessen Glück und Ende Grillparzer dichtete, den klugen Karl, der Böhmen zum Mittelpunkt de» Kaiserreiches machte, den meineidigen Sigismund, der Hus an den päpstlichen Henker verriet, den versoffenen Wenzel und den verschrobenen Alchimistenkaiser Rudolf... Auch die kaiserlichen Statthalter haben sie gesehen, deren Sturz aus den Fenstern der Burg das Sarajevo des Dreißigjährigen Krieges war'. Die Gestürzten kamen übrigens besser dmwn, als die vom Krieg betroffenen Völker. Denn die Herren fielen auf einen rettenden Misthaufen, woraus sich ergibt; daß Präg vor dreihundert Jahren kein Muster der Reinlichkeit war— und daß man mit den Fortschritten zuftieden sein mutz, die seitdem erzielt wurden. Auf halber Höhe zwischen Moldau und Hradschin steht Wallensteins Palast, den an» Ende des großen Krieges(als der Generalissimus schon ermordet war), die wilden Schweden besetzten, die noch kurz vor Friedensschluß die Kleinseite überrumpelt hatten. Aber die KarlSbrücke hielt ihnen stand— und da sie damals der einzige llebergang war, haben die Angreifer abziehen müssen, ohne die Altstadt zu betreten. Die Altstadt, die noch heute ein Stück Mittelalter und Barockzeit ist, obwohl sich längst moderne Geschäfte und geschmacklose Wohnhäuser der Gründerzeit in.ih» angesiedelt haben. Wenn wir in ihrer Mitte stehen, auf dem Altstädter Ring, dann erleben wir wieder den Zusammenstoß der Stile und das Eindringen der Geschichte von allen Seiten. Da ragt in der Mitte als Hauptfigur einer wildbewegten Denkmalügruppe (aus der Expressionistenzeit) dic/steinern« Gestalt des Magisters Hus, des gelehrten Bauern, der an den Säulen eines morschen Kaiserreiches und einer noch morscheren Kirchc/riittcltc— und über dessen Scheiterhaufen dieblütigc Flamme der Hussitenkriege entfacht wurde. Drüben die mächtige alte Theinkirche(in der ein friedlicher lleber- winder des Mittelalters, der dänische Astronom Tyche Brahe, begraben ist) hat den Aufruhr miterlebt. Und das Altstädter Rathaus auf der anderen Seite, mit dem alten Turm und der— yon allen Fremdenführern vergeblich erklärten;— astronomischen Uhr, hat das Ende eines neuen Aufstandes gesehen. Di« Kreuz« auf dein Pflaster bezeichnen die Stell«, an der— nach der Schlacht am Weißen Berge— die böhmischen Standes- herren hingerichtet wurden, mit deren Rebellion gegen Habsburg der Dreißigjährige Krieg begonnen hatte. 'Es gibt zahllose Sehenswürdigkeiten in Prag. Man sucht sie auf: das seltsame spätmitttl- altcrliche Stadttor am Gmben, da» man den Pulverturm nennt,— die siebenhundert Jahre alte, in schmucklos erzwungener Gotik gebaute Synagoge, und rings um sie die Reste der einstigen Judenstadt, di« das Gesicht Prag» für Jahrhundert« mitbestimmt hat,— das Ständetheater, in dem Mozart»„Don Juan" zum ersten Male er« klang,— das tschechische Nationaltheater, aus dem Smetanas und Dvoraks Opern den Weg in die Belt antraten,— die alten Gassen und die neuen Wohnviertel... Aber man findet am Ende, daß es hier nur eine Sehenswürdigkeit gibt: diese Stadt selbst, die so viel Merkwürdiges und Prächtiges, Anmutiges und Düsteres, Vergangenes und Werdendes in sich vereinigt. Diese Stadt, in der noch heute der Glanz der Kunst, der Hauch der Geschichte und der Geist, der Rebellen lebt. Dic Olympiaden der Arbcltcrsportcr von Karl . Städte haben oft eine historische Bedeutung. Nachdem der Krieg alle Freundschaftsbande d-:r internationalen Verbundenheit der organisierten Arbeiterschaft zerrissen hatte, und die internationale Verständigung unter der Aachtriegspsychose nur schwer wieder in Gang zu bringen war, versuchten eS die Arbeitcrsportlcr der Welt mit sportlichen Veranstaltungen. Das erste tschechische Ar- bciterolympia im Jahre 1921 in Prag Ivar nach dieser Richtung hin eine befreiende Tat. Es war ein gewaltiger Schlag gegen die auch in d:r Tschechoslowakei vorhandene Siegerstimmung und gegen die Niederlagenpsychose der anderen Staaten, besonders der der deutschen Arbeiterklasse. Als deutsche Arbeiterturncr haben wir den Schritt nach Prag gewagt und ihn niemals bereut. Wir wurden von der Bevölkerung als Freunde begrüßt und sind Freunde geblieben. Inzwischen fanden die von der Sozialistische!, Arbeitcr-Sport-Jnternationale organisierten Ac- beiter-Olynipiaden in Frankfurt und Wien skat'. Diese Veranstaltungen haben die ganze Welt n- ihren Bann gezogen. Haben die Arbeitcrsportlcr überhaupt ei». Recht, Olympiaden zu feiern?, fragte» die deutschen Spießer üt ihren Zcitungei,. Wir haben uns dieses Recht genommen und dadurch dem Namen Olympia wieder zn Ehren ver- Holsen. Ist eö vielleicht ein Olympia, wenn d'e Menschen lvie Zirtuöpferde dressiert werden, sich voll Haß und Bitterkeit gegenüberstehen»md wo ohne Rücksicht auf Gesundheit und Moral der Siez erfochten werden mutz. Gibt es einen größeren Hohn auf den Namen Olympia, wenn man Menschen'anderer Gesinnung und Rasse von der Teilnahme auSschlietzt? Haben wir nicht npch alle das Feuer des Wiener Olympias in nnS? Hören wir nicht immer wieder.die Worte: Sportler sein i st g u t, S p o r t l c r und Sozialist sein ist besser! Sind diese Worte nich immer Motto bei unseren Olympiaden? Man möge uns den Turnanzug vom Leibe reißen, aber den Geist und die nähren Idee eine» Arbeiterolympia» kann un» kein-r nehmen! Und lvieder steht die Arbeiter-Sportinter- nationalc vor einer großen Veranstaltung. Diesmal ist es das Verbandsfest unseres Prager Verbandes. Und wieder ist es Prag, das die Arbeitersportler der Welt ruft. Auch diesmal drohen die Kriegswolken die Hirne zu umnebeln. Und dies- nial—— sind wir deutsche» Arbeitcrsportler nicht dabei. Auch Oesterreich und Lettland werden fehlen. Aber die übrige Welt wird marschieren! Marschieren mit festen Schritten und dem unerschütterlichen Willen, dieser Weltbarbarei ein Ende zu bereiten. Prag wird ein trotziges Bekenntnis zum Sozialismus werden. Dort wird der PKlte.- bund der Arbeiter feine unerschütterliche Kras: zeigen. Schon wanken die Throne der Reaktionen. Schon sammelt sich das geschlagene Proletariat zum neuen Sturm. Das tschechische Arbeiterolympia wird die Rebelivand zerreißen und der Welt zeigen, daß der Sozialismus mehr ist als ein Programm des Betruges. ES ist eine Tym- phonie de» Körper» und des Geiste». Auch diesmal, wie im Jahre 1921, marschieren wir unter der Parole: Nie wieder Krieg' Die dröhnende» Schritte der internationalen Ar- beitcrturner und Sportler in Prag sind Warnung gegen jede Reaktion. Sie sind aber auch«in Zeichen der unauslöschlichen internationalen Solidarität, in. der die Arbeiterklasse siegen muß. Prag wird auch diesmal wieder zeigen, daß nur der Arbeitersport den ivahren Gedanken de» griechischen Olympia zum Ausdruck bringen kann. Wie in Frankfurt und Wien, werden wir auch in Prag die roten Fahnen der Freiheit wieder vorantrage!'. Sie werden über die Lande leuchten und all-n unterdrückte» Menschen zurufen, daß keine Mach' der Erde das Olympia der Arbeiterklasse, die B-- freiung der Menschen von Not und Unterdrückung aufhalte» kann. Es lebe der Sozialismus! ES letze das Arbeiter-Olympia! 1» Donnerstag, 5. Juki 1934 Seit« S Der Arbeiter-Rad- und Kraftfahrsport in der CSR Von W. Karl Haufe, Tum, Vorsitzender de* Fachausschusses für Rad« und Kraflfahren in der SASI Die Entwicklung der Arbeiter-Radfahrer- Bewegung reicht bis zum Jahre 1890 zurück. Damals entstanden in England, Deutschland und Oesterreich die Arbeiter-Radfahrer-Organisa» tionen aus dein Bestrebe» heraus, mitzuhelfen, das Ideal des Sozialismus in die Tat umzusetzen. Sie sammelten Anhänger, tvelche sozialistisch geschult wurden und die dann lebhafte Propaganda für den Sozialismus überall dort entfalteten, wohin fie ihr Stahlroß trug. Zu jener Zeit gab es noch kein so ausgedehntes Eisenbahnnetz, auch kannte man das Kraftfahren als Verkehrsmittel noch nicht und deShalb kam besonders den Arbeiter-Radfahrern eine besondere Aufgabe bei der Agitation für den Sozialismus zu. Bei den Wahlkämpfen waren die Arbeiter-Radfahrer eine wirksame Stütze der Partei. Mit ihrer Hilfe wurden Zeitungen, Flugzettel und dadurch Aufklärung über die Ziele des Sozialismus in Gegenden getragen, die sonst nur unter besonders erschwerenden Umständen hätten bearbeitet werden können. Die Gefahren, welche sich bei dieser Tätigkeit den Arbeiter-Radfahrern entgegenstellten, verlangten eine wirtschaftliche Sicherung und so kam es zur Gründung des„Claryon-Club" in England, des „Arbeiter-Rad- und Kraftfahrer-Bundes„Solidarität" Deutschlands und des„Arbeiter-Rad- und Kraftfahrer-Bundes Oesterreich»".(Letztere Organisation wurde jetzt nach fast vierzigjährigem Bestände durch den FasciSmuS zerschlagen I) Aus der. österreichischen Arbciter-Radfahrer-Organi» sation entstand nach dem Weltkriege die Arbeiter- Radfahrer-Bcwcgung unseres Staates, die durch den-„Arbeiter-Rad- und Kraftfahrer-Bund ikSR." mit dem Sitze in Turn-Teplih, dem „Vstkecknl svaz klubü dälnickych cyklistü v CSR.“ mit dem Sitze in Prag und durch den„Zapodoteska iupa dölnickych cyklistic* kych klubü“ mit dem Sitze in Pilsen verkörpert wird. Letztere Organisation ist ein ehemaliger Gau des Prager Verbandes, welcher sich von diesem löste. Die beiden genannten tschechischen Verbände in Prag und Pilsen zählen derzeit zusammen 4000 MitgliÄer,«ine Zahl, die sicher bei intensiver Agitation vervielfacht werden könnte. Die sportliche Tätigkeit erstreckt sich in der Hauptsache auf das Rennfahren und verfügen beide Verbände über eine große Zahl guter Rennfahrer. Die Saal- radsportbewegung in diesen Verbänden ist dagegen sehr klein. Es fehlen hier scheinbar die geeigneten Lehrkräfte und ist das Bestreben vorhanden, durch' Kurse und Schulen auch auf diesem Gebiete vorwärts zu kommen. Der Arbeiter-Rad- und Kraftfahrer-Bund ESR. mit dem Sitze In Turn-Tcplitz hat dank seiner vorzüglichen UnterstvtzungSeinrichtungen eine Mitgliederzahl von über 21.000 im Jahre 1930 erreicht, welche Zahl durch Abspaltung der Kommunisten und Wirtschaftskrise auf 18.000 herabgedrückt wurde. Aber immer noch ist der Aruk, unter welcher Abkürzung der Arbeiter-Rad- und Kraftfahrer-Bund allgemein bekannt ist, die stärkste Radfahrer-Organisation in diesem Staate, ja» es erreichen alle anderen solche Verbände, einschließlich der bürgerlichen, zusammen nicht die Ritgliederanzahl, die der Aruk allein ausweist. Seit dem Jahre 1928 führt der Aruk auch Motorradfahrer und Automobilisten als Mitglieder, wodurch die Namensänderung notwendig wurde, die im Jahre 1930 auf dem Bundestage, welcher unter anderem auch den Beschluß auf Anlehnung an die Deutsche sozialdemokratische Arbeiterpartei und den Beitritt zur Sasi faßte, vorgenommen worden ist. Die Mitglieder— rad- und kraftfahrende— sind ausreichend gegen eventuelle Schädigungen gesichert. So wird Unterstützung bei Unfall, Rechtsstritten, Raddiebstahl, Haftpflichtanspruch und Sterbefall getvährt. Die als Unterstützung an die Mitglieder zurückgeflossenen Gelder erreichten im Jahre 1931 den Betrag von KL 186.894.05, im Jahre 1932 KL 220.468.42 und im Jahr- 1938 KL 179.12b.50l Seit dem Bestehen des Aruk wurden mehr als eineinhalbe Million Kö an Unterstützungen auSgezahltl Diese sehr beachtlichen Leistungen Nnd eS, die die Werbung von Mitgliedern stark förderten und sollte jeder Arbeiter-Rad- und Kraftfahrer durch Erwerbung der Mitgliedschaft sich diese Vorteile sichern. Der Sportbetrieb im Aruk ist äußerst vielseitig. Reigen- und Kunstfahren, Radball« und Radpolospiel, Rennfahren, Tempofahren, Langsamfahren, Hindernisfahren, Fuchsjagden usw. für Radfahrer; Tempo« und Zuverlässigkcitssahren der Motorradfahrer bieten jedem Mitglied Gelegenheit, den ihm zusagenden Radsport auszuüben. In allen diesen Sportarten Iverden Bezirks-, Kreis- und Bundesmeisterschaften ausgefahren und zeigen diese Anlässe oftnials ganz hervorragende Leistungen, zumal ja besonders in; Saalradsport die Arbeiter-Radfahrer-Berbände immer führend waren. Auf der 3. Arbeiter-Olympiade in Prag werden, wie immer bei solchen Veranstaltungen, die Arbeiter-Radfahrer beider Nationen, sportlich in Erscheinung treten. Besonderes Interesse konzentriert sich in Radsportkreisen auf das 60» Kilometer-Straßenrennen. Die beiden tschechischen Verbände stellen hiezu ihre besten Fahrer. Seiten» des Aruk starten Glöckner-Neudek und Schön- felder-Komotau, beides Fahrer guter Klasse. An dem Rennen nehmen auch Rennfahrer aus England, Palästina, Ungarn, Finnland u. a. teil. Auf dem Stadion Ivird der BerbandSkampf in Zweier- Radball Aruk gegen Pilsen den Höhepunkt der Radsportveranstaltungen bilden. Der Aruk hat seine Vertretung dem BundeSmcister Komotau anvertraut, der auf dem Arbeitersporttage in Aussig die, Festmeisterschaft gewann und auch in vielen Als wir zu den Vorbereitungen für die HI. Arbeiter-Olympiade schritten, waren unsere Aussichten und Hoffnungen, die wir in dieses Werk setzten, nicht gerade die rosigsten. Die schwere wirtschaftliche Situation, welche sich von Tag zu Tag eher zu verschlechtern anstatt zu verbessern schien, erfüllte uns mit dem Gefühl der Unsicherheit, ob cS uns gelingen werde, die Olympiade auch wirklich durchzuführen. Heute, da das neucrbaute Stadion zehntausende unserer Turner grüßt, da Zehntausende von Zuschauern ihren schönen Hebungen zusehen Iverden» können wir mit ruhigem Gewissen sagen, daß daö Werk gelungen ist. Dieses Verdienst gebührt allerdings in erster Reihe unserem Turncrverband und unseren Genossen Arbeitern, welche mit beispielloser Aufopferung zur Abhaltung der l il. Arbeiter-Olympiade verhalfen in einer Zeit, tvo an ihren« Erfolg viele zweifelten. ES ist dies ein weiterer Beweis dafür, wieviel schöpferische Kraft in der Arbeiterbewegung vorhanden ist. Die HI. Arbeiter-Olympiade, dieses grandiose Werk, ist ein Denkmal erbaut aus den Schwielen und den Entbehrungen der Arbeiterschaft, hauptsächlich aber aus der unendlichen Begeisterung, tvie sie nur ein Mensch mit den reinsten Idealen aufbringen kann. Wir sind stolz auf alle, welche in uneigennütziger Weise alles nur Mögliche aufgeboten haben, damit dieses Werk gelinge. Nichts konnte sic davon abschrcckcn, damit sie die Arbeit leisteten, welche anfangs über ihre Kräfte schien. ES war die Gröhe der Idee, tvelche sie gestärkt und angeeifert hat und die zum Siege dort verhalf, wo die Voraussetzungen in das Gelingen des Werkes vielfach nicht gegeben waren. Die Arbeitslosigkeit, die wirtschaftliche Not und die kritische politische Situation lvareu die größten Hindernisse» die überwunden werden mutzten. Allein dank der solidarischen Arbeit aller, die eifrig alles überwanden, was ihnen in den Weg gelegt wurde, gelang es das zu schaffen, worauf die Aufmerksamkeit des ganzen Landes gelenkt ist. ES ist nicht notwendig zu bemerken, daß die UL Arbeiter-Olympiade an Umfang und Grötze beide früheren Olympiaden übertrifft, denn die internationalen Kämpfen erfolgreich war. Den Vertretern des Pilsener Verbände» wird nur die Aufgabe zufallen, ehrenvoll zu unterliegen. Umrahmt wird dieser Radballkampf von Werbevor» führungcn im Reigen- und Kunstfahren und einem Tournier in Radball. Der Aruk wird durch mehrere gute Mannschften hiebei vertreten sein, worunter besonders der Kunstfahc-BundeSmcistcr Kosten zu erwähnen ist. Für die Motorradfahrer ist für die Olympiade eine gtelfahrt vorgesehen. Die Zusammenarbeit der drei Arbeiter-Rad« fahrer-Organisationen in der TSR. ist als gilt zu bezeichnen und bekommt dadurch sichtbaren AuS- DaS oft gebrauchte Sprichwort„MenS sana in corpore sano"(in einem gesunden Körper wohnt ein gesunder Geist) wird von manchem, der nicht tiefer in das Wesen de» Sportes eingedrungen ist. dazu benützt, um das Vorhandensein turnerische« nnd sportlicher Betätigung zu rechtfertigen. Die Bedeutung des Sportes liegt auf einem anderen Gebiete. Der Massensport ist gegenwärtig der bedeutendste Erziehungsfaktor des Nachwuchses. In gutem uud schlechten Sinne. Hunderttausende stehen unter seinem Einfluß und der Organisationen, die ihn pflegen. Darin liegt seine Bedeutung, daß Charaktere geformt werden, daß Energien und Kräfte geschult und zu irgendwelchen Zwecken gebraucht oder mißbraucht werden, je nachdein, wer die Organisationen führt. ES ist richtig, daß die soziologische«« Boraussetzungen für den Massensport die Arbeit in den Fabrikei« und Kontoren ist, die breite Massen der Bevölkerung körperlich degenerierte, woraus aus reinem Selbsterhaltungstrieb, ganz instinktiv das Verlange«« nach Körperkultur lebendig wurde. Ter Drang nach allseitiger körperlicher Bewegung, nach Freude und Anzahl der Turner ist diesmal um volle 35 Prozent größer, als daü letzte Mal. Die Teilnahiuc aus dein Ausland ist gleichfalls größer und zahlreicher als in den vorhergehenden Jahren, obwohl die Nichttcilnahme Deutschlands und Oesterreichs für uns eil« fühlbarer Verlust ist. Diese Lücke ist jedoch durch unsere deutsche» Genossen aus der Tschechoslowakei anSgcfiillt, welche im Bewußtsein dessen, was die III. Arbeitec-Olyinpiadc ist und sein wird, bestrebt waren, den internationalen Charakter der Olyinpiadc zu wahren, auch wen«« die fascistischen Diktatoren den Genossen auö Deutschland und Oesterreich die Teilnahme an diesen Arbcitcrfeiern unmöglich gemacht haben. Der Verband der D. T. I. 6. arbeitet durch Jahrzehnte mit dem grnösfischen Atus» der ihn insbesondere in diesen schweren Ari- ten ein ergebener Helfer war. Ihm gebührt derselbe Dank, wie er unseren tschechischen und slowakischen Tnrnern gebührt für alle», was sie zum Gelingen der HI. Arbeiter-Olympiade beigetragrn haben. Und so stellt sich heule der AtuS Schulter an Schulter mit der tschechoslowakischen Arbeiterschaft, damit auch er eine feste Stütze des tschechoslowakische» Staates sowie feiner republikanischen und demokratischen Einrichtungen sei. Wir wissen, daß niemand von unseren Turnern und Organisatoren, sei es der tschechischen, slowakischen oder deutsche«« für das, waS er getan, Dank oder Belohnung erwartet und daß sic sich mit jener stillen Freude zufrieden geben werden» welche ans dem gelungenen Werke quillt. Wir würden allerdings wünschen, damit dies auch diejenigen begreifen, welche niißtrauisch die Vorbereitungen zur Olympiade verfolgt haben, damit sie kon«men, um zu sehen und unvoreingenommen darüber zu urteilen, was Liebe und Begeisterung unserer Arbeiterflaffe zu leisten verinag. Freut euch mit uns— alle bic ihr guten Willensseid— und eure Freude wird unser schönster L o h«« sein! druck, daß diese drei Verbände eine Arbeitsgemeinschaft innerhalb des Zentralrates sozialistischer Körperkultur-Organisationen bilden, die die Fitz- derung des Radsportes,.Schlilung von Funktionären und gegenseitige Unterstützung zum Ziele hat. Auf der 8. Arbeiter-Olympiade in Prag werde«« die Arbeiter-Rad« und Kraftfahrer beider Rationen durch starke Teilnahme beweise««, daß sic neben ihren sportlichen Aufgaben, auch der Aufgabe gerecht werde««, welche ihnen als Teil der gcsainten sozialistischen Arbeiterschaft znfällt. Die Arbeiter« I Radfahrer waren schon iminer die„Rote Kaval- I lcrie" und sie werde«« cs bleiben I Messen der Kräfte im Wettkampf führt tausende ju««ge Menschen auf die Spielplätze und in die Turnsäle. Dort können sie die bei der beruflichen Arbeit oder der Arbeitslosigkeit nicht gebrauchte«« Kräfte betätigen, nach der Monotonie der Fabriksarbeit Stunden der Freude erleben. Das schafft neue Energien, beseitigt Minderwertigkeitsgefühle, gibt Selbstvcr- trauei« und Lebensmut. In dieser Erkenntnis liegen nun die Voraussetzungen für die erzieherischen Möglichkeiten des organisierten Massensportes. Die scheinbar rein körperliche Betätigung läuft bei allen Äörperkulturorganisatione«« letzten Endes darauf hinaus, Menschei« zu erziehen mit festem Charakter, die«nit allen Lebenscirergici« anSgestatiet und bereit sind, ihre Kräfte einer Gemeinschaft Gleichgesinnter zur Verfügung zu stellen. Welche besondcren Aufgaben hat nu>« der Arbeitersport? Der Arbeitersport muß eine Quelle reiner Freuden und der Lebensbejahung der Massen der Arbeiterschaft sein. Nicht Betäubung und Mißbrauch geschaffener'Kräfte für nationalistische Kämpfe und SensationSrckorde, sondern ihre Förderung, Ilinsor- mung und Bereitstellung für die Ziele der Arbeiterbewegung. Wir wollen im Arbeitersport also nicht nur körperlich gerade Menschen mit aufrechtem Gang und erhobener Stirn, sondern auch Menschen erziehen mit geraden« Charakter, offenen Augen und der Bereitschaft, all ihr Könne«« nnd all ihre Kräfte der Gemeinschaft deS kämpfende«« Proletariates zur Ver- fügung zu stellen. Offene, mutige, kampfberciie, ihre Kräfte richtig einschätzendc Menschen, so wünschen wi« uns unsere Arbcitcrsportler. Gegenwärtig hat die Arbeiterbewegung nicht genügend solcher Menschen. Sie fehler« innerhalb der Jugend ganz besonders. Die Ursachen hiesür liege» auf verschiedenen Gebieten, die hier nicht näher untersucht werden sollen. Festgcstellt sei mir, daß dieser Dkangel voi« großem Schaden nicht mir für die Jugend, sonder«« für die gesamte Arbeiterbewegung ist. Der Arbeitersport hat hier eine besondere Aufgabe zu erfüllen. Er hat die Jugend so zu erziehen, daß sie nicht nur Wissen urid Erkenntnisse sammelt, Probleme wälzt, ost nutzlos spintisiert, vielmehr alles Wisse«« und Könne«« in Handlungen, Aktivität, fruchtbare Praktische Arbeit nnisetzt. Dazu sehlen, wie gesagt, der Jugend vielfach die inneren Kräfte, die notwendigen Energien. Ter Arbeitersport soll ganz bewußt hier ein«« Ausgleich schaffe««. Er soll zu Wil- lensaktionen erziehe««, zu zäher, fleißiger Arbeit, Aktivität, Ausdauer, zur Eingliederung in die Mannschaft, der man selbstlos zi« dienen hat, zur Anspornung aller Kräfte, um seine«« Platz in der Mannschaft auöfulleu zu können. Auch Wort und Tai sollen in Nebereinstimmnng gebracht Iverden.' DaS manchmal prahlerische Wort wird durch daö Meßband und die Stoppuhr kontrolliert'und damit rich- tiggesteNt. Tie Kräfte werden richttig eingcschätzt, aber auch ii« gut vorbereiteten Aktionen mit alle« Leidenschaft und Zähigkeit eingesetzt. Wir haben also festgcstellt, daß in einem gesunden Körper zwar nicht ein gesunder Geist lvohnen muß, daß aber in einem geschulten Körper Kräfte und Energien anfgestapclt sind. Wenn nun der Arbeitersport seine Ausgabe darin sieht, tausende solcher Menschen zu erziehen, die auch bereit sind, ihre Fähigkeiten in den Dienst des Kampfes der Arbeiterbetoegung zu stellen, so erfüllt er als die größte proletarische Erziehnngsorga- nisatioi« seine Pflicht. Denn er wird damit zu einer nie versicge««de Quelle neuer Energien. Diese müssen aber jeder Bewegung zufließen, wenn sie die ihr gestellten Aufgaben erfüllen soll. Ein grandioses Werk van R. Slim, Sekretär der III. ArbcHcr-Olsmpladc Sport- ein Erzlehungsffaktor Von R. Storch HandbaüspMer Dom«er-tag; 5. Juli 1034 9t. 1S5 Btr Schweixer Arbeitersport zur Olympiade Von 3. Steinemann. Som Die zweite Prager Arbeitersport-Olympiade findet die internationale Arbeiterbewegung in einer ungemein ernsten Situation. Unter den Trümmern der von Hitler widerstandslos vernichteten deutschen Arbeiterbewegung wurde auch der stolze und große Arbeiter-Turn- und Sportbund begraben. Das Feuer der Dollfutz'schen Haubitzen vernichtete auch die tapfere und wehrhafte österreichische Arbeitcrsportbcwegung. Im Zentrum Europas triumphierte der Fasciömus, triumphierte der Terror, die Reaktion und die Kriegshetze. In dieser Situation lommt dem Aufmarsch des internationalen Arbeitersports in Prag eine größere Bedeutung als die einer einfachen Musterung der Kräfte zu. Er erlangt die Bedeutung einer Demonstration gegen den internationalen fascisti- schen Terror und gegen die internationale Kriegsgefahr. Und diese Demonstration wivd und muß sich zum Gelöbnis nicht der internationalen Verbundenheit der Arbcitersportler schlechthin, sondern zum Gelöbnis ihrer internationalen Kampfgemeinschaft auswachsen. In den Ländern, in denen der Stiefel des FascismuS die Arbeiterbewegung zerstampfte, Iveil sie weder national noch international diesem Angriff gewachsen war, wächst ein neuer Sport und ein neuer Sportgeist heran. Der FasciSmus ist die schärfst-.' Form der Diktatur des modernen Kapitals, das den Weg aus der zerrütteten Krise sucht. WaS sich in den kapitalistische»„Demokratien" vorbereitete, das vollendet der Fasciömus. Er überwindet die Krise für sich und das Kapital, indem er den letzten legalen Widerstand der Arbeiterschaft gegen einen ungehemmten Lohnraub zerbricht und rettet so den gefährdeten Profit. Er sticht den Weg zu neuem wirtschaftlichen Aufstieg in der Steigerung des internationalen kapitalistischen Konkurrenzkampfes bis zur unverhüllten materiellen und geistigen Vorbereitung des Krieges, der mit unheimlicher Schnelligkeit zur unmittelbaren Bedrohung geworden ist. Der Sport ist in den fascistischen Staaten restlos den machtpolitischen Zwecken des FascismuS und der Großbourgeoisie untergeordnet worden. War der bürgerliche Sport in allen Ländern ungefüllt mit einer wachsenden nationalistischen Gedankenwelt, so hat der FasciSmus diese Ideologie, wie auf allen Gebieten, so auch im Sport, bis auf di« Spitze getrieben. Der fasci- stische Sport ist der nationalistische Sport schlechthin. Er ist Mißbrauch. der Körperschulung zum Zwecke der Raffenverhehung und des Chauvinismus in Reinkultur. Aber er ist nicht nur das. Er ist auch in aller seiner Praxis ein Mittel der Vorbereitung des Krieges, unmittelbar und unverhüllt. Der Fascis- müü Huk nicht nur den Arbeitersport zu Beiden getreten. Er hat auch Schluß gemacht mit der frü- deren„liberalistischen" Konkurrenzauffaffung des bürgerlichen Sports. Er hat Kanonentum und Einzelleistung in den Hintergrund gedrängt und eine andece Sportausfasjung durchgeseht. Er hat sich deü. unbekannten Sportsmannes" angenommen, er hat den Sport zur Masscnangelegenheit gemacht. Seine Sportauffassung ist die des übersteigerten Militarismus. Es ist ihm gelungen, alle körperliche Erziehung in die Hände neuer Nnreroffiziere, Leuteschinder und Drillmeister zu- rnckzuverlegen. Es ist ihm gelungen, unter der Jugend die Begeisterung für das Fußballspiel zu einem guten Teil durch die Begeisterung für Kniebeugen und Rekrutendrill zu ersehen. Es ist ihm gelungen, die Sportplätze in Kasernenhöfe und das gesamte Gebiet der Leibesübungen in eine Kriegsschule zu verwandeln: Kolonnenexcrzieren, Militärmärsche, Handgranatenwerfen, Gasschutzübungen und Schießausbildung beherrschen sein Reglement. Sein Erziehungsziel ist eindeutig und bestimmt: jeder Sportler ein Soldat, jeder Soldat ein gefügiges Werkzeug des fascistischen Militarismus. Mit unheimlicher Energie frißt sich die fasei« gische Ideologie und die fascistische Praxis, gefördert und vorangetrieben durch diese Art Sportbetrieb, in die Lebensführung ganzer Generationen, in die Haltung ganzer Nationen hinein, dem künftigen Krieg entgegentreibend. Der Fasciömus ist der Todfeind aller Arbeiterbewegung. Die Arbeiterbewegung ist der Todfeind des Fasciömus. Wenn der Arbeitersport in einer internationalen Kundgebung aufmarschiert, so offenbart er vor allem, daß er dies erfaßt und begriffen hat. Der internationale Arbeitersport entfaltet sein roicS Banner, das Banner des Sozialismus, um der Welt, der Arbcitcrwclt zu zeigen, daß Sport noch etwas anderes fein kann als Mittel der Vorbereitung eines neuen wahnwitzigen Völ- kermordens. Er offenbart, daß der Sport in den Händen organisierter Proletarier zum Mittel einer Erziehung der proletarischen Massen zur Kprperfrende und zur Solidarität, zur Leistungsfähigkeit und zum Kamps nm eine neue Gesell- schaftSordnung werden kann. sicknung, so bekämpft er im fascistischen Sport den Masscndrill und den Militarismus. Sein Sportideal ist ein anderes. Es ist das Ideal der Vereinigung der selbständigen Entwicklung des Einzelnen im Rahmen der freiwilligen und selbstver« antwortlich«» Einordnung in die Gemeinschaft der Klassengenossen. Ans diesem Sportidcal heraus und getragen von einer neuen, einer proletarischen Praxis des Sports, cntlvickelt die internationale AÄeiter- svortbewcgung ihre Auffassung von ihren gesell- fckaftlichcn Aufgaben überhaupt. Angesichts des fascistischen Mißbrauches des Sports zu den Zwek- len der Völlcrverhctzung und der Kripgövorbcrci- tnng schreckt sie weniger als je zurück vor der Erklärung, daß ihre Aufgaben politische Aufgaben sind und dem internationalen Kampf der Arbeiterklasse nm die Beseitigung der Blut» und Wahnsinnsherrschaft des Kapitalismus und des FascismuS eingenrdnet sind. So kann auch die Prager Olympiade, die Olynipiade des internationalen Arbeitersports nichts anderes sein als eine politische Aktion, die den Kampswillen einer über alle Grenzen hinweg verbundenen Arbeiterbewegung demonstriert. Sie seht dem Sport des fascistischen Nationalismus den Sport des proletarischen Internationalismus entgegen. Und allein damit schafft sie einen neuen Anstoß für die Verstärkung aller Anstrengungen und aller Opfer im Kampf um die Entwicklung der Kräfte der internationalen Arbeiterbewegung, die allein der fascistischen und kapitalistischen Kriegshetze ein Ende setzen können. Wir Schweizer Arbcitersportler wissen, daß eö mit Demonstrationen und Kundgebungen allein nicht getan ist. Wir wissen, daß die Kämpfe, die der internationalen Arbeiterbewegung noch bevorstehen, alles in den Schatten stellen werden, was Das Totalitätsprinzip des Nationalsozialismus hat auch vor dem Sportleben nicht halt gemacht. Das deutsche Sportleben ist„reorganisiert" Woiwen. Das heißt, darf nicht länger Spiel bleiben, "andern muß Erziehung zum ernsten Kamps, zum Krieg werden. Das ganze, deutsche Sportleben ist zu einem Wehrlcben umgebaut worden. An die Stelle der Sportfteiheit ist der Sportzwang, an die Stelle von Solidarität die Gehorsamspflicht getreten. Die nationalsozialistische Ideologie, die heute im deutschen Sport ihren Ausdruck gefunden hat, macht sich schon in den Aeußerlichkeiten stark bemerkbar. Ob man hcute in Deutschland Schwimm- Meetings zusicht oder Tenniskämpfen, ob man Zeuge von Fußballmatchs ist oder von leickstathle- tischcn Wettstreiten, ob man den Boxring belagert oder sich für Wassersport interessiert, immer hat man de» Eindruck: hier handelt eS sich weniger um den friedlichen Wetstrest körperlicher Gcivandthcit, Geschicklichkeit, Ausdauer, Kraft, sondern vielmehr um einen— man möchte sagen— altpreußischen Drill. ES geht immer furchtbar militärisch zu. Bor Beginn werden politische Reden geschwungen, Ha- kcnkrenzfahnen werden gezeigt, der Sturmführer schreit Heil Hitler und dann beginnt die„Uebung". Auch das Publikum sieht ganz anders aus als früher. Sehr viele Uniformen gibt es zu sehen, in den Logen die„Braunen" und„Schivarzen" mit vielen Orden, die MannschaftSführer stehe» stramm vor dem anwesenden„Reichssportführer" oder seinem Vertreter und warten, bis er das Zeichen zum Beginn gibt. Dann spielt das Horst- Wessel-Lied, wobei alle« Hände an die Hosennaht zu legen hat. Jeder iveiß heute, ob dieser oder jener Sportheld in der Beivegung ist, ob er eine Charge besitzt, und darnach richtet sich seine anbefohlene Popularität.' Der Wettstreit der einzelnen Sportler oder der Vereine ist zurückgetreten, heute ist es ein Wettstreit der Stürme, der Standarten, der Gaue geworden. Der Partcibonze des betreffenden Gaue* erhält Bericht, übt Kritik, erteilt Veriveise und cS ist schon so weit gegangen, daß er bei der Aufstellung von Mannschaften'sein Votum abgegeben hat. Deutschland war einmal eines der grützteii Sportländcr. Nicht nur der bürgerliche Sport stand in der ganzen Welt in gutem Ruf, auch der Arbeitersport fand ungeheuren Anklang. Aus den Reihe» der Arbeitersportlcr sind, hervorragende Vertreter peS Sports hervorgegangen. Das hat unter Hitler aufgehört. Die vereine wurden zerschlagen, verböten, umgeformt. An die Spitze der neuen Vereine wurden Parteibonzen gesetzt, aus Verbänden Formationen gemacht. Auch die bürgerlichen Vereine mußten daran glauben. Sie wnrdtn gezwungen,, ihre Juden und Marxisten auszuschiffen,.darunter bedeutende Sportler und Mäzene. ' ES folgte ein« Einteilung inGau« nach dem Sche- ' ma der SA.-Organisation, Man setzte Inspekteure, SA.» oder SS.-Führer, ein und über den gesamten deutschen Sport den„Reichssportführer" von Tschammcr-Ostcn. Mit einem Schlag ständen hun- daS Proletariat bisher durchzuhalten hafte. Und wir sind uns darüber Kar, daß di« Begeisterung, die auf einem internationalen Fest äuSgelöst wird, noch kein« Garantie, für eine tatsächlich internationale Kampfaktion darftellt. Darum erwarten wir von den Teilnehmern an der Prager Olympiade, daß sie das Gelöbnis ihres Aufmarsches gegen Kapitalismus, FafciSmuS und Kriegsgefahr in der Kleinarbeit ihre Verbandes umzusetzen beginnen. Der SatuS hat gezeigt, daß ihm feine proletarischen Grundsätze mehr gelten als die Subventionen eines demokratischen, nichtsdestoweniger aber stark militaristischen BundeSrateS. Er hat gezeigt, daß er ohne Kompromisse, ohne den Verkauf seiner Gesinnung zu marschieren vermag. Er weiß, daß er Aufgaben hat, die größer werden und strafferen Einsatz aller Kräfte erfordern. Er wird sich ihnen nicht entziehen. Gerade darum mißt er der Prager Olympiade eine gesteigerte Bedeutung bei. Denn die heutige Situation verlangt bei allen ihren wachsenden Gefahren für das internationale Proletariat eine um so gründlichere internationale Orientierung und Ausrichtung der Kräfte. DaS deutsche Beispiel hat bewiesen, daß eine opportunistische, praktisch national beschränkte Bewegung rühmlos zugrunde gehen muß. Das österreichische Beispiel hat bewiesen, daß auch eine kämpfende Bewegung unterliegt, wenn sie keinen praktischen internationalen Rückhalt finden kann. Aus beidem muß die inter- nationale Arbeiterbewegung lernen, auS beidem muß sie verstehen, die Schlußfolgerungen zu ziehen. Möge die Olympiade der Arbeitersportler zum Ausgangspunkt einer praktisch internationalen Aufgabenstellung des Arbeitersports werden, um die Kräfte für eine großzügige, den schwierigen Anforderungen des internationalen proletarischen KtassenkampfcS entsprechende Fortführung in neuer ernster Arbeit zu entwickeln. Es lebe di« internationale, proletarische Aktion im Kampf gegen Kapitalismus und FascismuS, gegen Blutherrschaft und Kriegsgefahr! ES lebe der rote, der sozialistische Arbeitersport! Den jüdischen Sportlern gestattete man gnä- digst, eigene rcinjüdische Vereine zu bilden,«wer nicht sich mit arischen Sportlern im Kampf zu messen. Die bekannten und charakterfesten jüdischen Sportler verzichteten allerdings auf diese Gnade und wandten sich ins-Ausland, wo sie mit Freuden ausgenommen wurden. Der deutsche Tennismeister Prenn, der Deutschland zu einem Tennis-/ land erster Ordnung gemacht hatte, ging nach England, der deutsche Meisterboxer Selig nach Paris, die Fecht-Weltmeisterin Helene Mayer nach Amerika. Bün den Arbcitersportler» wanderten Täu- sende in die Konzentrationslager, wo ihnen die Sportbcgeisterung mit Gummikniippel auögetrie- bcn wurde. Die Umstellung des deutschen Sportes auf den Wehrsport machte sich bald dadurch bemerkbar, daß ganz plötzlich Sportarten forciert ivurdcn, die man im früheren Sportgetricbe sehr nebenher behandelt hatte. Ein Reichsverband der Bogenschützen wurde ins Leben gerufen, der Bund der Wurf- und Tontaubenschiitzen erhielt eine staatliche Subvention von 120.000 Mark zum Ausbau der Organisation und zum Anlegen von Schießplätzen, in den leichtathletischen Hebungen schenkte man dem Diskus— und Stilwurf(lieS: Handgranatenwerfen) erhöhte Aufmerksamkeit. Ganz besonders aber nahm man sich des Lnftsports an, der einen ungeahnten Aufichivung nahm. Subventionen regneten da von allen Seiten, von Staat, Ländern und Gemeinden. Nicht nur der Segelflugsport, sondern auch der Motorflugsport wurde derart bevorzugt und propagiert, daß er in kurzer Zeit einen gewaltigen Teil des ganzen deutschen Sportwescns auSmachtc. Die Fliegerschulen waren dem kolossalen Andrang kaum gewachsen, die Staffeln wuchsen nur so aus dem Boden, so daß heute Deutschland ivohl das Land ist, das bei iveitem die meisten Sportflugzeuge besitzt. Die tvchrsportliche Tätigkeit erschöpfte sich jedoch in diese» angefühften Dingen nicht. Alle aktiven Sportler, gleichgültig in welchem Sportzweig sie sich betätigen, müssen heute unter Aufiicht der SA.-Inspekteure Ivehrpolitische Uebungen„klopfen". Da wird die Fußballsektion des Bezirkes Brandenburg an einem Abend zu einem Gelände- marsch befohlen, dort die Tennisgruppe des Gaue« Sachsen zu einer großen„Ziel- und Richtübung" „eingeläden". Merkwürdig mutet es an, wenn man hört, daß die Schwimmabteilung des 1. F. C. Nürnberg zu einem Nacht-Schnellmarsch in die Fränkische Schweiz kommandiert wurde. So geht es überall. Die Folgt» waren bald zu bemerken. Die in- terngtionale Sporttätigkeit Deutschlands nahm zy- sehendö ab, das Ausland drückt« sich um jede Vereinbarung von sportlichen Wettkämpfen herum. Wen» schon tatsächlich internationale Veranstaltungen mit Deutschland zustande kamen, daN» fanden sie nicht in Deutschland, sondern im AuÄaNP statt.'Die deutschen Sportler merkten das sehr deutlich und versuchten durch Eingaben an bi« höchsten Stellt» darauf einzllwirktn, daß man von dieser Art spörtltcher Entwicklung abgehe. Et KinderrepublU stuckt in die Welt Am Rittw och, denl 1. Juli 1034 wird im Rahme« der deutschen Art etter- ftnbnng eine Rundfunkreportage au« dem Prager Olympiade-Zeltlager der Sloten Falken übertragen. Hört zu, was Euch unsere Roten Falke» non ihrer Kinderrepublik zn erzählen habe»; am Mittwoch, de« 11. Juli! fehlte, nicht an Mahnungen und Protesten. Wer alles half nichts, der Reichssportführer von Tschanuner-Osten führte«in strenges Regiment. Erst die Verhandlungen im olympischen Komitee machte den Herrschaften ihre Lage var. Amerika stellte für seine Teilnahme an den olympischen Spielen im Jahre 1038 in Berlin zur Bedingung, daß man unbedingt auch die jüdischen Sporücr daran teilhabcn lasse und ihre sportliche Betätigung in den deutschen Sportvereinen wieder zulaff«. An diese Bedingungen Amerikas, die von einigen anderen Ländern unterstützt wurden, schloß sich ein Schriftwechsel an. Die nicht reinarische Exzellenz von Lewald, den man wegen seiner vortrefflichen Auslandsbeziehungen im deutschen Olympia-Komitee notgedrungen belassen hatte, versichert den Amerikanern, daß den jüdischen Sportlern in Deutschland nicht das Geringste in den Weg gelegt worden sei und daß sie auch in die Olympia- Mannschaft ohne weiteres Aufnahme finden mürben. Selbstverständlich kümmerte sich in Deutschland kein Mensch»m diese Erllärung. Die Amerikaner drängten immer wieder und wartettn mit Beispielen auf, die die deutschen Erklärungen Lügen straften. Um«S nicht ganz zum Bruch kommen zu lassen und um die Amerikaner zu beruhigen, wohnte nun am 8. Juni den internationalen Wettkämpfen des Sportvereines Bar Kochba und Ha- koah in Berlin ein Vertreter des Reichsfportfüh- rerS bei und wählte drei jüdische Sportler, den Weitspringer Herzstein und die Sprinter Schatt- mann und Sternlieb für die Teilnahme an den deutschen Vorübungen zur Olympiade aus. Aber diese drei Konzessionsjuden werden den ununterbrochenen Niedergang des deutschen Sports nicht aufhaltenk Es ist der Geist des Militarismus, der den gesunden Sportgeist erschlägt. Das W der rafeismm] Saufen und Fressen auf Kosten des Volkes, von den Groschen der Aermsten— das ist FascismuS! Wer dies nicht glaubt, der lese den Befehl Hitlers an die SA-Führer. Darin heißt es wörtlich: „Ich verbiete insbesondere, daß Mittel der Partei, der SA oder der Oeffent- lichkeit für Gelage und dergleichen Verwendung finden. ES ist unverantwortlich, von Geldern, die sich zum Teil aus den Groschen unserer ärmsten Mitbürger ergeben, Schlemmereien abzuhalten. Das luxuriöse Stabsquartier in Berlin, in dem. wie nunmehr festgestellt'wurde, monatlich 3000 Mark (27.000 ttö) für Festessen ns«. anSgrgrien warben, ist sofort aufzulösen^ Ich verbiete allen SA- Führern und allen Parteiführern» sogenannte diplomatische Diners zu geben. Ich wünsche nicht, daß SA-Führer in kostbaren Limousinen oder Cabriolets Dienstreisen unternehmen oder Dirnstgelbrr für Anschaffung derselbe« verwenden." Also Adolf Hitler selbst stellt fest, daß das Berliner Stabquartier der SA luxuriös eingerichtet ivar und daß dort allmonatlich dreitausend Mart für Festessen ausgcgeben ivurdcn! Hätte Hitler das der Oeffentlichkeit mitgeteilt, wenn diese SA-Führer bei der Stange geblieben wären? Hätte Hitler dem Stabschef Röhm, dem Polizeipräsidenten Heines die Schlemmereien und Hurereien verboten und hüt'» er sie abgesetzt, wenn sie sich nicht gegen ihn verschworen hätten? Daß das Berliner Stabsquartier luxuriös eingerichtet ivar, daß die SA-Bonzen auf Kosten des Volkes gefressen und gesoffen haben und in Luxusautos gefahren sind, das hat Hitler nicht erst vorgestern entdeckt. Die Luxusautos hat Herr Hitler schon früher gesehen und von den Festessen hat Hitler, auch wenn er sie nicht gerade selbst gegeben hqt, schon früher gewußt. Weh« dem, der es wagte, Krittk an den Schlemmereien dieser SA-FÜHrer zu üben! Der ivanderte in» Konzentrationslager, wurde mißhandelt und ermordet. Wieviel ehrliche und anständige Menschen hqt dieser Heine» im Konzentrationslager zu Tode qyälen lassen? Ist er denn nicht eigens zu diesem Zweck von Hitler zum Polizeipräsidenten ernannt worden? Das sind die Zustände in einem faseisti- schen Staat, für den sich ein großer Teil unserer Deutschbürgcüichen begeistert! ..Hat sich der Arbeitersport bereits in seiner ganz«» Art und vor allem in, seiner solidarischen Sportgesinnung schon von allem bürgerlichen Sport unterschieden, so unterscheidet er sich noch viel krasser'von' dem Sport de» FaseiSmus. Be kämpft er im bürgerlichen Sport vor allein die I.dcrttausende ohne jede Möglichkeit sportlicher Be- individuci le Höchstleistung und die Konkurrenzgc-‘ tätigung da. Niedergang des deutschen Sports Von Curt Hau Rr. ISS Don««««», 8. Juki 1SS4 Schänd- und Jammerbild . dar sudetendeutschen BUrserpresse Presse" findet Worte schärfster Verurteilung' Hitlers, dessen schwere Schuld festgesteNt wird, gegen Goebbels, der als»unsterblich blamiert" bezeichnet wird, da die Kritikaster recht Gehalten haben; die„Deutsche Presse" spricht sogar von einer„Götterdämmerung" im Reich. Wohl den sudcto-klerikalen Schriftleitern, daß sie jetzt dahinterkommen! Aber war cs nicht die„Deutsche Presse", die lange Zeit hindurch Herrn Hitler eine katholische Mauer von Prag aus baute? War.nicht sie es, die gegen die„Greuelmeldungen" der so- tausenbe; sudetendeutsche Dürgertäpfe eindrang, so hat.sich diese Presse,'die den Hitler-Anbetern, den vom FasciStnuS, vom Fiihrergedanlen, vom Antisemitismus, von der Hoffnung auf die Rieder- mehelung der Arbeiterbewegung Besoffenen yach dem Munde rodete, aus Profitsucht, aus eigener fafcistcnfreusidlichcr Gesinnung und aus einer kaum, zu überbietenden politischen Ahnungslosigkeit mitschuldig daran'gemacht, daß in der Per« herrlichung des blutbefleckten Regimes in Deutschland das sudetendeutsche Bürgertum alle Regungen der Menschlichkeit und des Gerechtigkeitssinnes, alle Bedenken über das Schicksal der deutschen Nation, ihre Würde und Ehre hintansetzte, dem sudetendeutschen BoltSstamm jene einzige Einigung, die möglich ist und ihm frommen kann, nämlich die Einigung auf den Gedanke« der »Ein Schrei Wir grüßen euch I Von Pierre. Die Straße dröhnt von eurem Schritt, Die Straße tönt im Rhythmus mit l Im Rhythmus des Lebens! Im Rhythmus der Tatl Ihr seid die Verkündung der kommenden Saatl Wir gr u.ß en euch! Der Fahnen Meer ist rot wie Blut, Der Freiheit Heer trägt eure Glut! Ihr seid die Kraft I Das Unterpfand! Ihr tragt die Zukunft in nerviger Hand! Wir grüßen euch! Ihr seid die Zahl, die nie betrügt, Ein Menschheitsmai, das gräbt und pflügt I Ihr seid die Jugend, der Herzschlag der Zeit! Das Volk, nicht im Büßer-, im Herrenkleid! Wir grüßen euch! Ihr seid der Kampf; den die Masse gewinnt, Ihr seid der Danipf, der weisende Wirid, Die Fahne des Willens, die kündet Und trägt, Bis einst die Stunde des Sieges schlägt! Wir grüßen euch! Der Herr Außenminister hat in seinem Expos«! auch an die Presse appelliert, der weit größerer Einfluß auf die öffentliche Meinungsbildung zukommc, als ihr selber manchmal bewußt sei. Herr Dr. Benes hat das nicht im Zu- sammenhang mit den Ereignissen im Reich gesagt und hat dabei vermutlich auch mehr an die tschechische als an die deutsche Presse hierzulande gedacht. Und es ist möglich,' daß der Appell des Außenministers in der tschechischen Presse wenigstens teilweise gute Wirkung apSlösen werde. Eine Wirkung in der sudetendeutsch e n Presse halten wir, von ganz wenigen Ausnahmen abgesehen, für ausgeschlossen; der„Bohemia", der „Sudetendeutscheu Tageszeitung" mit ihren Ablegern, der„Reichenbergcr Zeitung", dem„Tep- lih-Schönauer Anzeiger" und allen ähnlichen Leibblättern des sudetendeutschcn Spießers wivd es nach wie vor gleichgültig sein, welche aittidemo- kratischc, das Sudetcndeutschtum schädigende Wirkung ihre Haltung fördert und wachhält— ihnen geht eö einzig uird allein um die Verquickung ihrer im Herzen grenzenlosen Ergebenheit für die Reaktion mit dem Geschäft, das sich so bei den Hitler- freunden im Lande und den betrogenen Löschung- rigcn im Reiche der nuancenlos braunen Presse machen läßt. Eine fast unheimliche Bestätigung dieses Zustands lieferten die letzten Tage. In all den obengenannten Blättern ist keine Spur einer Kritik an der Schlächterarbeit zu finden, zu der sich die scheußlichsten Triumvirn aller Zeiten zur Erhaltung ihres Machtrauschcs gezwungen sahen. Die „B o h e m i a" ließ, ehe»och die treulos hinge- mordeten Freunde Hitlers vers«harrt waren, ihren Berliner Berichterstatter im Leitartikel melden, daß„sichdaSDritteReichvonschwe- rem Ballast befreit hat" und allla- mierte Hitler und Goering auf dem neuen Weg „losgelöst von revolutionärem Schutt". Kein Wortüberoder gegen den Barbarismus, von dem sich die anständige Presse in aller Welt angeckelt abwandtc; kein Zeichen der Verwunderung darüber, daß daü Prohentum, die Bcrschwendilngssucht unv die Päderastie der Umgebrachten ja seit Jahr und Tag bekannt waren und nur den B o r w a n d für eine politische Scheußlichkeit noch nicht dagcwcsener Art bildeten! Wie sollte die„Bohemia" auch— sie, die seit Ficker 1033 jeden Rülpser des Herrn Goebbels über die ausländischen„Greuelmeldungen" getreulich tvicdcrgegeben hatte! Und wer verwundert sich^darüber, daß die nicht einmal getarnte »Sudetendeutsche' Tageszeitung" von den ausländischen Pressestimmen über die neuen Untaten des Hitlerrcgimes nur jene wie- dcrgibt, auS denen sich eine positive EinsteUung zu dem nun ganz neuen Deutschland herauslescn läßt? Wer ist überrascht davon, daß der„T e p-, litz-SchönauerAn zeige r", dieser vielleicht bemerkenswerteste Anzeiger jedes sudetendeutschen Irrwahns und jeder sudetendeutschen politischen Unzulänglichkeit, das Urteil der „Times", die das bestialische Deutschland nicht mehr zu den modernen Staaten zählen, in sein Gegenteil mnlügen, indem ein Lügenmaul dort behauptet,„die englische Presse ist darin einig, daß die Stärke der nationalsozialistischen Regierung neu gekräftigt wurde"? Dieses sebbe Blatt läßt sich gestern aus Berlin melden, daß dort nach den» Gemetzel„dieStimmungabsolutein» mittig war: Much denen, die die mühselig gewonnene Ovdnung des Landes stören wollten, und Aeußerungen des Vertrauens in die Tatkraft des Reichskanzlers". Und dabei wissen doch selbst die gottverlassensten Leser dieses Blattes, daß jeder, der in Deutschland Kritik an der Hinschlachtung etwa Schleichers und seiner unschuldigen Frau übt— der„Anzeiger" nennt das „Ucberrmnpelung der Meuterer";— daß jeder, der den Mund zu ettvaS anderem als zur Begeisterung oder Zustimmung über Verbrechen und Wahnsinn aufmacht, das sofort mit seinem Licken büßen müßte! Ja gewiß, es gibt jetzt auch ein paar andere Stimmen aus dem sudeto-bürgerlichen Rechtslager. Die christlichsoziale„Deutsche zialistischen Presse mit zu Felde zog? Waren es nicht die christkatholischen Schriftleiter, die uns monatelang dahin zu bekehren versuchten, daß es Ehrenpflicht der Sudetendeutschen sei, sich größt» Reserve bei"der Beurteilung der Vorgänge im Deutschen Reich aufzuerlegen? Und wie oft haben wir den Brünner„T a g e S b o t e" anprangern müssen, weil er mit liebevollstem Verständnis für das Unmenschentum neudeutscher StaatSlenler zu werben suchte— denselben„TageSboten", der jetzt gegen das Führertum zu Felde zieht. Herrn Goering als eine schwere Belastung.bezeichnet, die Justifizierungen beispiellos findet und mit größter Skepsis über die Möglichkeit einer Erhaltung Deutschlands durch Hitler spricht? Wer sott diesen Blättern, die jetzt immerhin eine Schwenkung versuchen, glauben? Und damit sind wir zu dem entscheidenden. Punkt rmserer Betrachtung gelangt. So wie die sudeteudeutsche Bürgerpresse mit schwerster Mit-! schuld dafür beladen ist, daß der Hakenkreuzwahn,, wie ihn die Krebs und Jung pflegten, in hundert- Dcniokratie, der Freiheit, der internationalen Zusammenarbeit in. unserem Staate und. dariiber hinaus erschwerte. Samt und sonders war diese sndeteirdeutschc Bürgerpresse glücklich und enthusiasmiert" über die Tatsache, daß Hunnen die Arbeiterbewegung im Reiche niederritten und daß tollgcwordene österreichische Affen Hitlers dort mit'Kartätschen gegen den„Marxismus" losgingen.* Die Genesung nicht nur des deutschen Wesens, sondern der ganzen Welt haben sie. sich "und den Lesern von Hitler und Dollfuß versprochen— und die meisten unter diesen Gazetten sind— wie die Beispiele oben nur andeuten können— heute noch nicht von ihrem Wahn geheilt. Begrüßenswert, wenn wenigstens einige darUitter jetzt zum kalten Umschlag greifen. Wir hoffen, Herr Hitler werde dafür sorgen, daß sie die Kompressen nicht, mehr, ablegen können. Wären aber nicht Hunderttausende sudetendeutsche Zeitungsleser so vernagelt unb vergeßlich, dann müßten jetzt neun Zehntel dieser Blätter für immer einpacken! In der Nacht...f 1 „Ach so! Sie meinen den bekannten Kriminalroman von Wallace?" „Rein, ich meine, ob Sie den Schrei des Ent« etze»s gehört haben, den unsere sudetendeutsche 1 lresse Wer das große„Schweineschlachten" in Deutschland in der Rächt vom SV. Juni ausgestoben hat?" „Rein, den habe ich nicht gehört."„Ich mich nicht!" Aber ich hStte ihn gerne gehört. So/ wie ich ihn innerlich höre, und wie ihn tausend« innerlich fühlen! Ich. möchte diese». Schrei lesen. In diesen Blättern, die Hitler bis jetzt die Stange gehalten haben; die ihn, vielleicht wirklich in gutem Glauben, siir den Messias gehalten haben, der alle Deutschen in das gelobte Land Grohdeutschland sichren wird, in das sagenhafte„Dritte Reich", wo Milch und Honig fließt, und nun sehen, daß dieser falsche Zauderer.nur Blut fließen lassen kann, das Blut der eigenen Volksgenossen l Nachdem er die.„Schweine" ein und ein viertel-Jahr gemästet hat:, mit seinen Phrasen, seinen Versprechungen, mit dem Blut der Gepeitschten und Gefolterten, mit den Leichen von Beschnittenen und Unbeschnittenen,, gemordet,„auf der Flucht erschossen", erklärt er plötzlich über Nacht, nach der Nacht vom 8v. Juni, er müsse die. die er seine»reuen Kameraden genannt hat, schlachten, weil sie zu fett geworden sind! Und wer anderer Meinung sein sollte,»md diese äußern tvürde— so verkündet sein getreuer Henker Goering, würde ebenso um die Ecke gebracht werden! Sie sind also alle tot, die, wenn sie noch-lebten, den Rund hätten aufmachen können, die Mitwisser, dfe hätten aussagen können, wer den Reichstag an gezündet hat, wohin die Millionen geflossen find, die Hitler z»»r„Ettveauug" Deutschlands, und v o n w e m, zusammengeschnorrt hat. Die Mitwisser mußten, als unsichere Kantonisten, verschwinden. Gründe sind billig wie Brombeeren, und werden sich schon finden— postnumerando, nachdem die Unbequemen pränumerando erledigt sind; dafür.hat ja Hitler seinen Machiavciu, wie Borgia den seinen hatte: Goebbelr. Der braucht nur den Hahn im Propagandaministerium aufzudrehen, und die Lügenslut ergießt sich durch das Rohrneh der deutschen gleichgeschalteten Presse in alle Welt! Daß das eine Schmutzflut von Lügen, lkt-— wer wills beweisen? Nach Hitlers gekillten Freugden kräht kein Hahn. Schwerer ist's schon mit einem chemakrgen Reichskanzler und Kriegskameraden H t n» e n- burgsl Den kann man nicht vor's Gericht stellen, weder vor ein Stand- noch vor ein ordentliches Gericht;. und so bekommt der z u m M o r d i o»»man- dierte Polizciofftzier di« Ordre vom Führer: „Schleicher muß verschwinden; wie Sie. da? veich- seln, ist I h r e Sache!" Hm! Auf der Flucht erschießen? Flucht ist bei dem alten Soldaten nicht gut anzunchmcn? Aber man kann sich„bedroht" fühlen? Fragt sich nur durch, und m i t was" Mit einer Pistole? Ein alter Soldat würde mit ihr nicht erst drohen, sondern gleich losdrückenl Heureka! Der findige Polizciosfizier hat's! l Er rapportiert:„Fand Jiiculpatcn im Schlafzimmer; erklärte ihn für verhaftet; wollte, wie Wallenstein s. 8- einen Armleuchter als Waffe ergreifen, da" aber im Zimmer nur Deckenbclcuchtmig vorhanden, bückte er sich, um den Rachttopf unter dem Beit hervorzuholen, und als Waffe gegen mich zu bemrtzcn; daraufhin bedroht, schoß ich ihn in den Rücken, und seiner Frau,"die meine Amtshandlung behindern tvollte, indem sie sich zwischen uns warf, in den Bauch." * Die Komödie des Nationalsozialismus ist aus; der Held sitzt in einer Garderobe. Er hat sich abge- schminkt, und zählt das Honorar nach, das ihm der Theaterdiencr gebracht hat: cs langt zu einem geruhigen Leben in Italien als Gast seines Freundes und Vorbildes Mussolini. klnns. SmmcM», B. Juli WSi Sk.«8 An unsere Kolporteure und Abonnenten! i La tat Buchdruckgewerve am DvntteeKdta, bett 5. Juli, nicht gearbeitet wird, erscheint am Freitag, den 6. Juli, unser Blatt nicht. Die nächste Ausgabe erscheint SamStag, den 7. Juli, zur gewohnten Stunde.' D i c Verwaltung. Warenaustausch mit Ungarn Kontingente für 52 Millionen Ki Prag, 4. Juli. Heute wurden die Verhandlungen über den Warenaustausch, die zwischen der tschechoslowakischen Delegation und der ungarischen Regierung geführt wurden, beendet. Die erreichte Regelung ermöglich einen Warenaustausch im Gesamtwert von etwa 52 Millionen KL, der. im Wege der Privat! o m p e n s a t i o n durchgeführt" werden wird. Für die festgesetzten Wa- renkontingentc werden die Vertragszülle angelvendet werden, Der Warenaustausch außerhalb dieser Kontingente wird in Hinkunft gleichfalls im Wege der Privatkompensation durchgeführt werden. Die Delegationen werden die erzielte Regelung ihren Regierungen vorlegen und nach ihrer Genehmigung wird sic in kürzester Zeit in Kraft gesetzt werden." Militärdienstzeit, dieauchvomreinmilitäri, schen Stands»unkt aus anfechtbar ist, jedenfalls aber eine schwere Belastung der Bevölkerung bedeuten würde. Herr Hilgenreiner hat uns vor kurzem schwere Botwürfe gemacht, daß wir für den Rü st u n g 8- fonds stimmten. Im Jahre 1226 hat er aber für den Rüstungsfonds in gleicher Höhe bedenkenlos gestimmt. Nerlkalc Demagogie Wie war aber die Situation im Jahre 1226, . als in Deutschland Stresrmau» und in Franrcich Briand die auswärtige Politik leitete, und wie ist die Situation heute? Müssen sie denn nicht, tvenn sie ehrlich sein, wollen, zugebcn, dah sich heute durch die Entwicklung der Dinge in Deutschland unter Hitler die Kriegsgefahr ungeheuer vergrößert hat? Können sie in Abrede stellen, dah heute die internationale Situation um ein Vielfaches gefährlicher ist als damals? Dazu kommt noch die ungeheuer verstärkte"außenpolitische Aktivität Ungarns, das heute glapbt, Italien und Oesterreich gegen uns als Bundesgenossen gewonnen zu haben. Herr Hilgenr«iner hat auch den deutschen Regierungsparteien vorgeloorfen, sie hätten nichts für die Bereinigung der nationalen Schwierigkeiten in.diesem Lande getan. Ich könnte das zurückgeben: Die deutschen Christlichsozialen waren vierJahre in der Regierung und ich weih nicht, welche Erfolge sie in dieser Zeit aufzuweisen hatten! Aber die Herren sollten doch auch ein bihchcn überlegen, in welcher Zeit wir leben, Hunderttausende unserer deutschen Mitbürger nagen am Hungertuch, hundcrttausende von ihnen müssen wir mit Einsatz aller Kräfte am nackten Leben erhalten. Das ist die wirtschaftliche Seite der Frage; die politische Seite ist die ungeheuere- Verschärfung der internationalen Situation. Wollen Sie eS nicht einsehen, dah die nationalistische Welle in der Tschechoslowakei zum guten Teil hervorgerufen wurde durch den Sieg des Hakenkreuzes in Deutschland? Glauben sie, daß"eine solche Zeit der unerhörten wirtschaftlichen und politischen Rot, die geeignetste ist, um nätionale Streitigkeiten zwischen den Böltern dieses Staates zu bereinige«? Wir haben eine andere Meinung von unserer Aufgabe: Daß wir unser« deutsch« Mitbürger ebenso wir unser« tschechischen, die in Rot sind, in dieser Rot beiftrh« und daß wir zweit«S dieses Land, in de« wir leben und weiter bleib« wol- len, gegen jrd« feindlich« Angriff schütze« müffen. lVeifall.) Wenn eine Zeit der wirtschaftlich« und Politisch« Beruhigung gekommen sein wird, dann wird die Demokratie dieses Landes stark genug sein, um so, wie ste«ine Reihe"anderer Fragen gelöst VSS Abgeordnetenhaus in Ferien Benes-Eiposec genehmigt— Auch Angestelltengcsctz uha Sozlalverslchcrnngsnovclle angenommen Wir tragen nachfolgend. die Rede des G«offen Dr. Hel le r aus der Außendebatte im Senat in ihr« Hauptzügen nach. Hervor zuheben sind innerpolitisch seine offen« Zweifel an der Notwendigkeit der Dienstzeitverlänger ung. ES ist ja bekannt, daß selbst Frankreich an einer kürzeren Dienstzeit als bei uns auchweiterhin festhält. Eine Nachprüfung dieser militärischen Forderung von rein sachlichen Gesichtspunkten aus wird hoffentlich diese Frage objektiv klären. Der Vergleich.gwisch« 1VSS und 1VS4 wird hoffentlich der-klerikal« Agitation mit dem RüstungSfondS und vor allem auch mit d« nicht erfüllten deutschen Belang« endlich einmal ein Ende bereit«! Zum Balkanpakt bemerkte Genoffe Dr. Heller, dah die These„Der Balkan den Balkan- völtcm" bereits vor dem Krieg von einer Kon ferenz der sozialistischen Parteien der Balkanländer als einzig mögliche Politik proklamiert tourde. Wir stimmen vollständig mit den: Herrn Minister überein, dah die Rivalität der Grobmächte.in den kleinen Staaten beseitigt werd« muh." Wenn der Balkanpakt für den Balkan und der Pakt der Kleinen Entente für Mitteleuropa dies tun, dann haben sie ihren Zweck erfüllt. Durch die Rückkehr Sowjetrußlands in die europäische Politik sind unsere Herr« Kommunist« in Berlegenheit gerat«. Nachdem sie jahrelang imister erklärt haben, dah Nnhland von den kapitalistischen Staaten nichts wis sen will, ist es nun doch anders geworden. Richt der Sieg Hitlers hat Ruhland in die europäische Po- litik zurückgeführt, sondern erst der Plan" des Zu sammenschluffes der europäischen Staaten gegen Ruß- land, mit dem Hugenberg auf der Londoner Wcltwirtschastskonferenz hausieren ging. Erst.von hier ab beginnt der Umbruch kn der Politik Rußlands, das nun bei Frankreich mW der Kleinen Entente die nötige Rückendeckung gegen Japan gefunden hat., Roch nicht ausgercift- ist der Ostpakt,- der Ruhland, Pobm und die Kleine Entente womöglich mit den baltischen Ländern und mit Deutschland um fassen soll, ivobei Frankreich als Garant austritt. Wir zweifeln aber, ob ei« Pakt mit diesem D«tschland überhaupt möglich ist; rS wird doch bester sein zu wart«, bis auch in Deutschland rin Regime am Ruder ist, daS den Abschluß eineb solchen Paktes ermöglicht, ein Regime, zu de« di« ander« Länder Lrrtrau« hab« könn«. Bezüglich Englands muh gesagt werden, dah wir seine Politik seit dem Herbst nicht mehr verstehen. Wir begreifen, dah die Engländer Frieden um jeden Preis haben wollen, aber die angewendeten Mittel find dem Frieden nicht dienlich. Kl DtensizciiverWngening notwendig» Ueber die in Aussicht gestellte Berlängr«ng der Militärdienftzrit woll« wir in aller Offenheit red«. Wir haben vor kurzem den Beweis geliefert, dah wir dem Staate alle Mittel zur Verfügung stellen, die er zu seiner Verteidigung braucht. Wir glauben aber, dah eine Verlängerung der Militärdienstzeit für die Verteidigung unseres Landes nicht notwendig ist. Biel zweckmähiger wäre es, die gesamte Bevölkerung mit dem Gedanken der Verteidigung unseres Landes zu erfüllen. Dem dien« auch die Wehrtage, an denen sich unsere Korporationen beteiligt haben. Das wäre jedenfalls geeigneter eine Verlängerung der wirtschaft und schließlich noch die. Verlängerung der Endfrist zur.Verstaatlichung ge- wiffer Mädchenschulen. i".• Getreide-Dcgdiing genehmigt Prag, 4. Juli. Im h«tigen Ministerrat wurde die Frage der Regelung des Handels mit Getreide, Mehl und Mühlenprodukt« aus Getreide, sowie mit verschieden« Futtermitteln erledigt. Nähere Details bringt der amtliche Bericht leider nicht. Bewilligt wurden ferner die zur Durchführung der Mai S-Notaktion in Karpatho«ßland er- pel, weil sie das größte Hemmnis für di« Wirtschaft sei. Er wurde von H a t i n a(Nat.-Soz.) scharf zurückgewiesen. Weiters lvurde angenommen die Alters grenze für R i ch t e r, die von 67 Jahren etappenweise bis 1242 auf 65 Jahre herab gesetzt werden wird, und dieGerichtSent- lastungsnovell e^ie-neuerdings an den Senat zurückgehen muh, weil eine Aenderung vor«. genommen wurde, die Vorlage über die G a st- j forderlich« Mittel. P r a g, 4. Juli. Das Abgeordnetenhaus nt heute die Außrndebatte abgrschloffrn und dann buch, noch da» übrige Borferi«programm ohne Zwischenfälle erledigt. Man halt« ursprünglich mit einer Sitzung bi» spät in die Rächt- oder gar Morgenstunden gerechnet, inzwischen erwies es sich doch al» möglich, da» restliche Programm biS 8 Uhr abends zu beenden. Ursprünglich hätte auch noch die Novelle zum Rreskompteinstitut erledigt werd« sollen, doch stieß«in« von d« Agrariem befürwortete Aenderung betreff» Begünstigungen für ländliche Kaffen auf d« Widerstand der übrigen KoalitionSparteirn. Mit den üblichen Ferirnwünsch« und einer Ueberstcht über die geleistet« Arbeit schloß Stanik dann di« Sitzung. » Zunächst wurde die Außmdrbatte«ach weiter« sechs Rednern gegen 1 Uhr mittags zu« Abschluß gebracht. Unter starkem Beifall der Koalition wurde das Expos» von der Mehrheit, der sich auch einzelne Abgeordnete au» dem deutsch« Oppositionblager«nd dir tschechische Gewerbepar- tei angefchloff« hatten, zur Kenntais genommen. Vorher hatte noch Haj» lRat.-Dem.) dem Auhenminister eine PrivatlÄtion gehalten, was eigentlich unter einer richtigen slawischen Polittk zu verstehen sei: Dazu gehöre vor allem eine rein allnationale Regierung; dann müsse man aber auch ein unversöhnlicher Gegner der heutigen Regimes in Sowjetrußland sein. Chmelik(Stribrnh-Liga) erleidet die Blamage, daß ihm der Vorsitzende wegen fortgesetzt« Ablesens seiner Rede da» Wort entzieht. Von den deutschen Rednern ist Dr. Luschka Rußland gegenüber sehr skeptisch und fürchtet ein Wiederaufleben deS französisch-russischen Militärbündnisses. Am freudigst« stimmt ihn aber am ganzen Expost die Tatsache, daß es„objektiv und äußerst taktvoll gegenüber dem Deutschen Reich" gewesen sei.— Trotz der Massenschlächterei der letzten Tage lieg« also unsere Klerikal« vor dem blutrünstig« Eaesarentum Hitlers immer noch gehorsam auf dem Bauchl.— In einem Atemzug versichert Luschka gleich wieder, daß sich seine Partei n i ch t der Zustimmung zur Friedenspolitik und zum Festhalten an der Demokratie entziehen wolle. Dr. Peters chlutz der Session. - Seit» 7 Nr. 185 feMuncKft,. 5. Jul» 1934 Papen bleibOzäfönzlefl 9 »er verwünscht, vom Führer ermordet und vom I ine», die cm Programm habens das im Wider spruch nun Worilaut dcS Gesetzes über den Schutz der Sicherheit des Staates steht, aufgelöst werden. Diese Anordnung betrifft vor allem die politischen Formationen nationalsozialistischen Charakters dorbene Kreatur beschimpft wird. Der Bonden- führer Adolf Hitler hat vor den Augen der Welt in die Pestbeule gestochen, die er geschaffen hat und die von kapitalistischen Förderern und blinden Bewunderern zum Haupte Deutschlands gemacht und im Ausland von allzuviclen mich an- erkannt wurde. Was sind die Greuel dcö russischen Bürgerkrieges gegen die Abscheulichkeiten, die ein deutscher Reichskanzler mitten im Freden und Während die Lügcnzentrale des Herrn Goebbels kund die ihr unterworfenen Ausländskorrespondenten) eifrig bemüht sind, den Verlauf und die Hintergründe der von Hitler kommandierte» Masicn-Abschlachtung mit einem Nebel der Un- tlarheit zu umgeben, kann man aus den privaten - Meldungen, die an englische, schweizerische und französische ZUtungen gelangt sind, wenigstens schon in Umrissen das Bild der„Aktion" erkennen. Aus allen diesen Berichten geht hervor, daß cs sich ganz und gar nicht ur ein landrsverräteri- fches Komplott oder«in« eine» bevorstehenden Putsch der SA-Leute gehandelt hat, sondern«m einen mörderische» Angriff Hitlers gegen Anhänger, die ihm unbequem waren. Daß Hitler die Leute um Rorhin in ihrem Sonnnerquartirr zu nächtlicher Stunde während des Schlafe- überfallen hat, gestand ja selbst Goebbels ein. Der Berliner Korrespondent der„Neuen Züricher Zeitung" meldete seine«» Blatt, daß di« SA-Leute in der RrichShauptstadt am SamStag, während man ihre Führer erschoß, abschiedfeiernd in ihren Kneipen saßen und erst am Abend durch Extra- blätter zu ihrem Entsetzen von den Dingen erfuhren, die vorgefallen waren. Die Staatspolizei , war aber schoi» an« Abend vorher alarmiert worden— und die SS hatte man in der Rächt auf Samstag im Süden Berlins in Stärke von 20.000 Mann znsmmp,»»gezogen, mit dem Hauptquartier in Lichterfelde, wo der Großteil, der„Hinrichtungen" stattfinden sollte. Alle Berichterstatter sind sich auch darin einig, daß die Erschießung Schleichers nichts anderes gewesen sei«» kann als ein Ablenkungsmanöver, u«n Goebbels' Phrasen vom Schlag gegen die Reaktion zu stützen. Nm dieser Phrase willen hatte man auch daö Gerücht von Papen« Verhaftung in die Welt gesetzt. In Wirklichkeit war Papen keinen Augenblick verhaftet, sondern nur zu seinem Schutze mit einer Ehrenwache der Reichswehr bedacht worden. Die Ermordung seiner Sekretäre v. Bose und Tschirschkh muß entweder alS ein„Betriebsunfall", also als Racheakt ereku- Die Wahrheit Uber Hitlers Mord-Aktion Berlin, 4. Juli. Wie zuerst der hiesige Reuterkorrespoadent meldete,, bleibt Pape«, mit dessen Ersetzung durch Goeriug in politischen Kreise» angesichts der letzte» Borgäage mit aller Bestimmtheit gerechnet wurde, auch weiterhinBizekanzlerdesD e» t- scheu Reiches. Diese Meldung wurde später auch amtlich bestätigt. Offenbar verdankt Pape» dieses überraschende Ergebnis nur Hindenburg u»d der Reichswehr, auf deren Wunsche Hiller nach dem Zerschlagen seine« eigenen militärische» Machkapparatcs' nunmehr wohl oder übel Rücksicht nehme« muß. Hitler war gestern nachmittags im Flugzeug nach Neudeck znm Reichspräsidenten^gefahren und ist erst heute nachmittags zurückgekehrt. Man muß annrhme», daß es erst schwere Auseinandersetzüngen gegeben hat, bevor sich Hitler dazu verstand, diese erste schwere Niederlage, die ihm da seitens der m anarchistisch-militaristische» Ktttise znßefü'gt“ W* hinzunehmen. Nach der Erschießung der engsten Mitarbeiter PaprnS» die der Berbidung mit Rochm nnd Schleicher beschuldigt wurden, ist dessen weiteres Verbleiben im Kabinett ja fast unglaublich zu nennen. Gerüchtweise verlautet, daß auch die Stellung des Propagandaministers Dr. Goebbels, dessen mißglückter Feldzug gegen die Miesmacher noch nicht vergessen ist, durch die letzten Ereignisse gerade nicht gestärkt wurde. Zumindest soll vo» einer Umorganisierung seines Ministeriums ernsthaft die Rede seiu. Bayern und Führer der Bayerischen Voltspartei, beteiligte sich anfänglich an dem Hitlerputsch von 1023, um ihn dann zu verraten. Er hat sich durch diesen Verrat dei« Haß der Hitlcrleute zugezogcn. ^etzt ist er mit getötet worden. Der Mord an Kahr ist ein reiner Ra«heakt und hat mit'dein Abwehren.eines hochüerraferucktn Unternehmens nichts zu tun.' Auch diesen Mord hat die Reichsregierung gebilligt. ■temonstrafloncn Men luder in USA r isb tkstiivti «irrender SS-Leute aufgrfoßt werden(worauf sich I wahrscheinlich Hitlers nachträgliches Verbot uner- laubtrr Gewalttätigkeiten bezieht)— oder aber ebenfalls als Ablenkungsmanöver. In diesem s Falle besteht die Möglichkeit, daß Papen selbst sein Einverständnis dazu gegeben hat, daß di» beiden geopfert wurden. An, Sonntag abend, als Hindenburg feine Glückwünsche telegraphiert«, hat die Berliner Reichswehr vor Hitlers Fenster eine Parade ab- gehalten. Die Londoner Plätter haben Photographien davon schon am nächsten Marge«» gebracht. ene deutschen Kammer^dgß'tzfe Regierung nicht die Absicht hab'. Sozialisten, die das russische Beispiel nicht nachr hi--inWrig-, Militärdj-nstz-it^ zu verlängern^ habe», weil sie nicht das Grauet, deS außer, wenp.ne duxch außerordentliche Ereigmssi"'.,.,.•)<■_•_• in der außenpolitischen Situation.'dazu gezwun-^^"es, sondern das Morgengrauen emer sichte»^, ge«, sein würde.....'' reN Zukunft wollten? da«-den Namen Deutschland trögt, chakt eiNc Horde von Rasenden ein Tollhaus und ein Schlachthaus gemacht. Wenn diese Horde nun gegen sich selbst zu wüten beginnt, wenn die Opfer, die jetzt zu Dutzenden sollen, großenteils mstschuldige Mörder, Henker und Folterer an den Hunderten sind, die früher sielen, dann mag zwar die Feststellung berechtigt sein, daß zu», Mitleid kein Anlaß besteht und zum Bedauern kein Grund ist— aber stärker als diese Erwä- gung ist das Grauen, das von dem großen, von. Lügen umnebelte«» und von erschreckten« Schweigen umgebenen Geinetzel in Deutschland ausgeht.' Ein Tyrann, der seine nächsten Freunde nachts in den Betten überfällt, um sie für ewig stunnn zu machen,— eine schwarze Schar, die im Morgengrauen in schlafende Wohnungen ein. bricht, um Unbequeme abzuschlachten,— eine Kugel, die eine Frau durchlöchert, weil sie den Mörderschuß auf ihre«, Man«, mitangesehen hot. — ein Hof zwischen Mauern, in dem die Garde deS Herrschers Tag und Nacht ihre Revolver gegen die richtet, die gester«, noch Kameraden und Paladine des FiihrerS waren, und die ein Wink des Mächtigen dem Tode weihte,— eine Regie rung, die daS Massenmorden nachträglich. für rechtens erklärt, oblvohl nicht eininal der Schein eines ProzeiseS» nicht einmal die Behauptung von einem Geständnis, nicht einmal der Schatten eines Beweises erbracht lvar,— ein Staatsober. Haupt, das sich als Hüter van Recht und Versos-' sung huldigen läßt, und dem Mörder seiner eige«,en Kameraden„kameradschaftliche Glück, wünsche" übermittelt, wo konnte sich so Grauenhaftes ereignen? Kn den Verließen deö mittelalterliche«, Tower, dessen Blutdunst Shake- speare erschauernd heraufbeschwor, um ein Bild verbrecherischen Nebermaßes zu gestalten? In den Kerkern der Inquisition nnd der Herengerichte. deren Erinnerung durch die Jahrhunderte wie Pari«, 4. Juli.'. Wir Hava« au» New ein Fluch auf der europäischen Menschheit Aort meldet, fanden gestern in zahlreichen Städten' lastete?^s, es denn faßbar, daß Greuel so ab- der Bereinigten Staaten vor den Gebäude» de» schenli'cher Art in diesen Sommertagen des Iah deutschen Konsulate Manifestationen gegen Hitlr»'. res 1934 von einem deutschen Reichskanzler mit ' i“'*'• 11 Zustimmung des deutschen Reichspräsidenten und - unter dem Beifall der gesamten deutschen Presse s begangen werden?-Die Frage«mißte schyn»in- ' mal gestellt werden. Damals, als der braun- ! Terror in Deutschland begann, dessen Vollsirek- ker jetzt unter den Schüssen ihrer Anstifter ver- enden. Damals'hat man die Ankläger als Fabri- kanten von Greuelmärchei, gehöhnt und sich gegen ihre Schreie taub zu stellen versucht. Will man es jetzt«,och einmal versuchen? Will«non sich immer noch gleichgültig stellen, wenn' ein., Reich inmitten Europas in Roheit, und Schande' und blutigen« Sumpf versinkt? Will ma«, noch immer nicht sehen, daß hier die Sache der M e n s ch h e i t a u s dem Spiele steht? Als eine gewissenlose Schar vo«, bankrotten Kapitalisten, deren Wirtschaft ein Sechzigmillio' nenvolk elend gemacht hatte, dem Bandensührer Adolf Hitler die Macht übergab, um sich zu ret- 'M',"da‘WWHIHSWr’MflHF Ad'ölf’ WrerWF 1 selben SA. die er jetzt mit den Methoden Awans des SchriMchWführefKos ÄaitWi che B c• weg u n g, d i e i n E h r eng e s.i e g l h a t. kann niemals in Sch a n d e.u n t e r- gehe n." Aber da die B o r a u s s e tz u n g ! Lüge war, wurde auch die F o l g e r u n g Lüge. I Diese Bewegung hatte«nit Schande begonnen (mit Fememorden, Zuhälter-Kämpfen und feigen Ueberfälleu auf nächtlichen Straßen)— und nie- chen, das Macdonald nicht brechen werde nnd keine j wand kann schändlicher enden als wer vom Geg- Erniedrigung, der er sich nickt unterwerfe, wenn!»er verwünscht, vom Führer ermordet und vom man ihm nur erlaube, sich Ministerpräsident zu Parteigenossen noch im Grabe als widerlich ver- nennen. Macdonald sei nur noch etn Werkzeug v B 1 der Konservativen und werde jetzt als AuSstel/ lungsstück auf den konservativen Rednertribünen gezeigt, nachdem er seine einstige sozialistische Ueberzeugung abgelegt habe. Limwäan Lagen klscäoaalck j, Hurler Antfriil im Obcrhiu London, 4. Juli. DaS Oberhaus war DienS- ' tag abends Zeuge von heftigen Angriffen deö ! einstigen Schatzkanzlers Lord Snowdei» gegen den ! Ministerpräsidenten Macdonald, auS Anlaß der im neuen Finanzgesetz vorgesehene«, Widerrufung der Laudsteuern. Das englische Bolt, erklärte Snowdon, sei betrogen worden und Millionen von Wählern hätten ihr Vertrauen in die Ehrlichkeit ihrer Führer verloren..Das Kabinett habe in Macdonald ein williges Instrument für die kon-i servative Politik gefunden. ES gebe kein Berspre-1 WWie AM ZIMIMIIff* fcriz flnoomnin WM», S- Juki. Ich Abgeordnttenhaase wurde WWitacb Unterbrechung der Außtndcball« auch W-die Novelle' des ZahntechyikcrgesetzcS vom W^re 1920 angenommen. Damit sind, mitzcror- Mtlich ,'khwierinc- und an Zwischenfällen reiche ^DWstdlüngen zun; Anschluß gebracht worden, die Mr,Subkomitee.., dem. u.a. auch' die Genossin Mlk.r p a.1 angchörte, jahrelang beschäftigte, Die Ms^ Jttttiatlvänträge aüf die Novelle deS, Zahn» Mchnikergxsetzeo vom Jahre 1920 liegen fast neun Wschre zurück.' ES stehen' sich hier die Jntercsscn- ««r: der graduierten Aerztc. und. der Zchntechniker Nchrofs.gcgenlLxw.'.-' Selbst die letzte Fäfsüng^vie «iiwm Subkomitee vor einigen Monaten fertiggc- Wllt würde, ist auf Einspruch des Gesundheus« üüitüsteriums. dar sich auf, Seite der Arrzt« !s/ellte»^neue.rdingö einer Rctilsioü unterzogen war« d»N.-Die Äovelle.-bringt, nun zum Teilein« Lo« ^KtzUzWt anderen Teil wird, die Lösung der Re« siqMNg.'chzw. der Administrativ« überlassen. Die ü^plse.stiL't sU/'a. Wiewen^Peksöneb, die-im A^i bereits in der Lehre waren, die Möglich» lest,.die'Konzession' doch noch zu erlangens Die Mchdiverhältnisse jener,, die erst später das- Ge- iverbe^erltrnten,. werden-durchs Rcgicrungoverord- Üung. geregelt werden. Da munmehr-weiter die >stchüärzte:!noch die.Zahntechniker Lehrlinge Hälsen. dürfcu, sondern nur noch HilsSlräste..so AHü^Idckßt.Zehfittchnikevgewetwc«ntfden-AuS- ichesteetatl'?,!Zür Vorlage sprachen, fast säuUliche Mtgliedot des SublomiteeS, darunter mich Ge- ilofsin MkrspiaÄ: Sie! schildert« ausführlich, Wie scit-^ Jckhäen um die Novelle ein heftiger Kampf geführt, wärt«, der drei Ausschüsse-und schließlich ein'Sublomitee beschäftigte. Namentlich die Zähn^ riefen-die Oeffentlichkeit gegen diese Dor- Die Methoden, dieses. Kampfes find itiM- fetz:.,seriöo geivcsen. ES ist.nichtig., daß die fetzigen-Juständc- direkt. unhaltbar waren. Man lirüßt« ein sg^scheheircs Unrecht wieder gutmachen. Alle jene, die im Mai 1920 noch bei einan.Zahntechniker ist her Lehre waren, ständen vor dem Nichts, sie konnten nicht mehr selbständig-werden. DaS-Gesetz vergaß sogar die Aufnahmen von Lehrlingen zu unterbinden. Dieses Unrecht wird loiedec gstkgemacht: Aennnun die Zahnärzte den Zahntechnikern vorhalten.' daß sie nicht befugt sei«», die Achlhcilkunde auSzuÄcn, weil chre Vorbildung ungenügend sei, so must man daraus verweisen, daß jeder Zahntechniker vorher praktisch arbeiten must, bevor er sich selbständig mach« kann..Der. Zahntechniker must außerdem dir vor» geschriebenePrüfung' vor'ZahMchten ableaen. Die Zahnärzte selbst stellen sich also mit^ djesör Argumentation betreffs der unzureichenden Vorbildung selbst ein Armutszeugnis aus. Las hie' Ausbildung. der Zahparzte beirifft, so, benö- tigen.ste nach der Promotion einen neunmonati- gen sturS ftzr Zahnheilkunde. Der Lahntechniker dagegen hat, eine neunjährig«. Ausbildung hinter 8G,^Ndam 31, Jänner 1934, 'dann Beträgt'die Disferenj 252.2S2, das ist 30.1 Prazenü tvShrrnd dir- Differenz vom Juni 1933 und AäNner 1933 nur 19Ü.842, da» ist 22.« P«. zrstt detragen.hat. x-, GS« a r a ls»'d e r R ü ck tz a n g ''dH?,. ArsteitSlofigkett im Juni '-. 1934 g r; r' i/üi-"g--.« r,: äl» i.m M ä i 1934. "Da.g'egea ist d.r-r. Rückgang im V'hen.rige n Iahr--größer alS im .'' vor i g en,« e n n ma n' den Z e i t» ''»ost' Jänner bis Juki in -v.«:pr'a'chck,st-i'-sth t.> Arbeitslosigkeit f» 3um betritt der Akksaiis fesu lM4.1R©u«eien Jehreibeilnn 30.1 Pros. Wie d,S«inifteriNm für fagialtz Wrsastge mitteil», morden am 30. Junt1934 d«i den Ar- »eitSvrrmitltungStmtrrn-stach den v«lä»pgr» Ergednisse« 580.730' nicht untrr,«brachte Seel- lendewerder gezählt. Gagrn de» 31. Mai.1934, da dir Zahl der«rtsttwlasea 624.880 Helragen hat,, hedentrt, die» em« SNickgang»an 38.120, da« ist 6.1 Prozent.-Gegm Jßtti 1983-'»«trägt der Rückgang 89.203, da» ist 13.2 Prazrn«. Der Rückgang der ArdeitSlaflhkeit, d« wir schM seit mehrer« Wkanat«»«hacht« könnm, Hat sich'olsst-fortgesetzt,, allmdiutz»'vollzieht sich die rückläafig, Vrwegmtg nicht«ehr so rasch. »ähr«» nämlich»t« Zahl der-Mhett-los« tzm 31. Mai 1934- st«.99.779 geringer war, al« in dersrlten Zeit dest Vorjahre», dettst«. dir Diffe- die- Volksgesundheit, sonde« hiör spielt-sich ein Existenzkampf' zwischen Zahnärzten und' Zahntechnikern ab. ES ist einfach die, Sngst vor' her Konkurrenz.' Di«: Erfahrung lehrt, dich die Zahntechniker vorwiegend in den Randgebietenündaus drm Lantze ansäffig find, wo- wir.keine Zahnärzte finden. Wenn wir den Zahntechnikern nicht die Möglichkeit- geb«, eine selbständige' Praxis zu gründen/ so könnte- es geschehen!« hätz die Ltnkd- gebiete öhne Zahntechniker sind. Wenn wir uns füx die Novellisierung-eingesetzt habens-so heißt da» nicht-, dich' wir. einen Agmsts Re, Zahnärzte.und-di« Medizin führen, wollen. Wir wollen lediglich, dich ein Unrecht wieder gutgcmacht wird.''.■'.■;* Dem faseisrischen /Ligisten.H ö r kh: der in der letzten Sitzung der Prager Stadtvertretung. die l U. Arbeiter-Olympiade hekätnpfie,.sind würdige Bundesgenossen erstanden: die Kammün.i- ft e n. In der von der kommunistischen Internationale, hcrauSgegebenen Rundschau nennt der Echkagwortrevöluuonär.Schmidt-Prag schon.in der lleberschrift zu einem Artikel die Olympiade „E i n?e Aktiv nfür-tzi e Asts ei's'i e.- r.st n g u n d Krieg S p o li t.i.1 dertsch^e- ch?i s ch'«'n B'ost r-g« p-s'i'e^.. Um diese dummdreiste Verleumdung zu rechtfertigen, behauptet er,„dst st'v.1e, g e- s a.m.-t e, b-ür,ge r-l>4.che.. Preise tz-e r Ts-ch-e ch osl-o wst-kst'i die m-p iad^e herzlich b e.g r ü st t". Selbst wenn daS wahr Ware,'so wäre- die O^mpiade noch lang«-nicht «in«»Aktion für die Fascisierung upd KxiegS- politik der tschechischen. Bpurgeosid,". Aber es ist nicht wahr.- Dieser frechlügend« Kommunist weist sehr genau,, dast die Arbeiter-Ochmpiade-einem grasten. Teil der bürgerlichen Preffe schm», feit Wochen grimm« Bauchschmerzen bereitet und dast die„gesamte bürgerliche Presse.der Tschechoslowakei" sie n i cht herzlich brgrüstt hat. Wenn di«! sozialistische Arbeitersportbewegung in-unserem Staate so stark geworden ist. dast ihr« Olympiade auch von deo gegnerischen Preffe gehiihrentk gewürdigt werden,-sowerzeichndn tvtr'daS mir tife- nügtstungl''---......'-’-r'...., ;■ Die Kommunisten, die, wo sie die-Möglichkett'habend gern staatliche llntersti^ung ent- gcgennehmen, auch tyenn der- Staat, ein. Klaffen- ftlült ist/'..denunzieren unsere Olympiade deshalb alS'fascistlsch:.' „Aus hech-Seide der Staatskasse wurde für "die. Olynipiade. j'ein..besonderes Stadion mit ..-IVst.kwV Plätzen-gebaut.'.Di«. Turner und Be- sucher der Olyuipiade erhalten auf den StaatS- -. bahnen unh Straßenbahnen eine groste Fahr- preisermqstigung: ist de'N.Präger Schulen werden '' d!e Zirien.'-Vörzeitig eingesetzt, damit, die Schul- gebäude W^idii.Einquartierung der Turner zur '- Verfügung stehen, für die- Turner, wird die Ar- -meemsmöde^flicht verschoben, diejenigen Staatsbeamten, di« an-der.-Olympiade- entweder als Turner oder'Zuschauer Mitwirken, bekommen einen besonderen- Urlaub, usw. Der Staat setzt außer, dem-auch seinen' Propagandaapparat für die Ja, ist dos nicht alles-ein Beweis für die beachtliche Machtstellung, di« sich die sozialistische Arbeiterbewegung erobert hat? Würden die Kom- munisten die Rütznietzer sein, so würden sie diese Auffassung'habest.--Da es aber sozialdemokratische Organisationen- sind— sind sie darum fastiftischl' Dieser Schnfidt schreit hysterisch: '„J«w«»l, die Otvmviade ist kein Unternehmen der Ardeitertleffr, senden» eine offizielle Aktion, aaf der weder Masortzk noch der wenerolstab der . tfch«ch»fl»wakisch«.Armee»ech onch die Vertreter de» NnanzkepUel» fehlen werden, ein« Aktion der Aesrifiernn« und der KMegSvordereUnng«, auf welche, die. foziäÜftischen Arbetter von„ihrer" . Pärtest gre^z-e r. r t w«deü.-Dieser Charakter der.Olympiade" kommt auch noch darin zum . Ausdruck,'dast. an diesen Veranstaltungen-Ad» ordn««»« au». d«> Klein« Entente-Staaten, sowie»«»ff« fasnstischea Oraanisationrn«eil- nehm«-werd«: Die-III. vltzmpiade wird f, ' direkt v„i Weneralstad der iwtzerialtsttsch« tschechoflowakisch« Armee geleitet." Diese, niederträchtige Beschimpfung der IH. Arbeiter-Olynlpiade sei als ein BeUrag der Komiystniften zpr„Einheitsfront" festgehallen. Da gleichzeitig auch dse''Zaseisten die Arbeiter- Olympiade bekämpfen, mögen.sich. die. gesinnungS- verwandten Gegner darüber'auseinandersehen, wer v«r ihsten recht hat. Inzwischen letzt der Verlauf. der Olympiadr, der Aufmarsch v»n viel« zehntausrndrn Arbritrrsvartlrrn Zeugnis ab von dem Ausstirtz, der Kraft und der Entschlossenheit der sozialdemokratischen Arbriterdewegung. ennSektlsungrgesetr Auch Lohnsenkungen geplant? Brüssel, 4. Juli. Ministerpräsident de Brocqueville hat der Kammer das angekündigte Ermächtigungsgesetz vorgelcgt, in dem die Negierung um besondere, auf sieben Monate begrenzte Sondervollmachten zur Hebung der WirtschaftS- und Finanzlage nachsucht. In. den« Gesetz sind Borkehrmtgen zur Eriveiternng des Kredites, ferner insbesondere Maßnahmen zur Senkung der öffentlichen Lasten und der Tranöportlostei« vorgesehen. Die Regierung will«nit ihren Mastnah- men eine Ankurbelung der Wirtschaft in erster Linie durch Scnlung der Gestehungskosten herbeiführen. Das Gesetz soll ferner der Regierung die Möglichkeit geben, die L ä.h n e und Gehälter der Lebenshaltungs-Richtzahl anzupaffen. Englische Anleihebesitzer müssen befriedigt werden. .London, 4. Juli. Zwischen der deutschen und der-e>«glischen Regierung ist eine Einigung über die deutsche«« Zahlungen zustande gelo«nn«e««,«vor- i«ach sich Deutschland verpflichtet, der Baut von England die Beträge ii« Pfund Sterling zur Verfügung zu stellen, die für die Verzinsung de« Aoung- und Dawesanlcihc, soivcit fie sich in englische«« Häliden befinden, erforderlich sind. Dagegen erkennt England die reichsdeutschen Aor- schriste«« über die Behandlung der andere««»nitkcl- und langfristigen Schulden an. England verzichtet dabei auf die Einführung des Clcaringvcrsahrcus gegenüber Deutschland. neue Spreng-Attentate In Oesterreich Wien. 4. Juli. Heute mittags explodiert» im Jüstizpalasl in einer Klosettanlagc im zweite«« Stock ei«« Spre««gkörpcr, wodurch Sachschade vcr- ursacht wurde. Am 3. d. nachts explodierte im Hauüeingang des Hauses Nr. 14 in der Kaiser Franz Joseph- Straße in Innsbruck eü« Sprengkörper. D.urcb di« Explosion wurde Sachschaden verursacht..Heute nachts explodierte im Zcchnerhof(SteiermarN ein Sprengkörper, wodurch mehrere Fensterscheibe»! zcrtrümlncrt tvurden. Starttemderg rann sich als Kulturmensch Salzburg, 4. Juli. In Salzburg hielt Vizekanzler Starhemberg eine Rede, in der er sich i««tt den Ereignissen n« Deutschland beschäftigte und sich bei diesem Anlaß in scharfer Weise gegen den Nationalsozialismus tvandte. Er sagte u. a„ dast die letzten blutigen Ereignisse in Deutschland nicht dazu angetan Ivaren, das Ansehen und die Ehre des deutsche«« Bolles zu heben. ES bedeute keine Entlastung für die Führer des Delttsche»« Reiches, dast sie ihre Gegner bei Nacht und Nebel einfach totschiesten ließen. Die an«t- lichen Berichte, die über diese Borgänge ausgegeben, wurden, gehören wohl zu dein Schändlichsten, was bisher in deutscher Sprache geschrieben worden ist. . Dir irischen Wahlen. Das endgüllige Ergebnis^ der Gemeindeivahlci« im irischen Freistaatc liegt nunmehr vor. ES erhielten: Regierungspartei 716, Opposition 590, Arbeiterpartei 185 und Unabhängige 35t Sitze. V'^iwmwiS-.säst'nqkun.'dem-Tischll«fddi«' elek- trisch«.Lampe ivarf' ihr Licht'-diir'ch einen grünen Schsrm Utf-daS,Bild, das cr in den Händen H««Ü, feine.Fra««-und zwei.Kinder- daiieben. Sein« Aügen'' liebkoste«« di« ,schn«alen Klii:der..tzer,'TW«'' gttj«md das oval«, etwas schqrf geschnittene Ge- sicht fei'wr Frau.. Sic'würde ihm sicher, verzeihen, 1«Nn.M.-,yIlkS/svützt'e;'-denn,«r liebte''-ja mer sie, feinte sich- niir- Nach ihr.'E«r konnte nicht ausdrük- ktztz^ was.'cr alles, dafür ,gegeben' hätte, wenn er in'chiesrm Augenblick mit der Harrd über ihr Haar häktc. stre,ichen dürfen. Aber dje^andere-wär. hier, nahe bei ihm^ die da aus dem großen Gebäude. Hn den wenigen.StmSen, dü,fi« sich nachtS hatte zü>zhjn!-stehlen können, schtpemmte sie n)it.ihr« MchtzMen»-.^ÜvaS.^ rauhen ZÄtlichkett viel ^chMrzSn.von seiner Seele. Er legt« die Phota- ^t^e ziW.-Geite ünd^brannte sich eine Zigarette ap'.- Mechanisch s^.er, Hara«;-im Meichmaß- eiyeS isiflu«^^, der-mit den Nerven dabei, ist. ginaitzn dex dünn«, jveiWhxs : Die Astt war ein Sefansenenlagrr. MD«, tzwstttr.er blickte. Ein einzig« Käfig: Kchrch ihi« Mxn«.'8«ster strich-'der Dust des AbeirdS,«iy ÄomiKtz' von. Flieder, Linde, Aittilop«,>Raubtier, tWWWMErf« WceMeW WdWMMM PKtzrche.-Er Härte«inen hell« Schreib E».tpar^der afpikqnifche' Geier..-.Frianro^ könnte den Mhrei ginfan: Daneben hackte d« Sandor uüd. lüstet« Mttz^-M^^dü'Mgel'meEich..' X,De'r>'Sando,r. Francois wandte den Blick- WWWWWÄWi--geheftet.^ Sitze: GkigHe- pöeitziwein'Maler geschenkt Hastie«, W.-VM AÄKHUMe'«ichnete. Denn-Franroi» srmen Blick «M dem'Blatt WMWM bekam«» uicheimkicheS er ihn jeden Tag VW*.«, r.WiXeV•--,:».->^> äh, starr aufgerichtet, mit jenem langen, durchdringenden Btick. der wilde Tier« in der.Gefangenschaft. so unnahbar, sä.urchutchdringlilh«md van sä melancholischer Größe«rscheinen läßt. Wie. au» Prol^e gegoffen,? thronte, er-im Raume. Der König der Vögel. FromroiS ist es, als hätte er ihn nie änderS aeschen: Schon"in seiner ^ndheit wustfe^rmk«M„Von.ihm.-Eb gehört« zu den.Diigeln se.mer-PyronäFranco«S," sagte der Vater,»nur bei unS- in den Pnr«näc.n gibt e'ö.'itoch: Äondor«,. soyst:nirgLi«dS in E««ropm König.der Vögel!" jkteiner.könnt;.so. hoch stiegen, selbst der" Adler nicht. Kein anderer unter den Größen des Acthers vertrug, biese Höhe. Einntal Sonntags in den Bergenein-duykser Punkt hach ckbcn—schwebend,^'k^«»ll,M«ch,wähkc nehmbar,'-wie eine Rück«,.^SiN. Kondor, Fran-, eott!!".)qgse der-Ogstt. ,M^dech. FäPNrähr M man ihn-wie eine- herrliche Tätzve. Er schtvaMm äkS richte«r im Aether. Aü-gÄbrkitrt.hielt, er die Lane..Mit' dew schmalen,' langest stählernen Schwingen. Dann stieg-ex in weiten Kreisen hoher, immer, höher«in»«sttschipebte in Nststchwar« Äe- filtz«,. tzlS hätte chn daS Pellall.aufg.esygtst..' '- Francois senkic den Blick. Er denkt an«inen qnderien Kondor. Er.wurde von ein«n Wanderzirkus'- für' Geld gezeigt,' saß: auf-winer' Stange, wurde geneckt., breitete-die^Schwingen aus-.und Versuchte'' manchmal aufzüfliegen.; Aber'. eine Mvere Kette zerrte ihn an dest Beinen zur Erde. Dort kag' er mit ausgebreiteten Flügekn gedeh- Ä am Boden, blitt« schwer-ätmend liegest^«, nig der Vogel, der-dem. Kosrnos gehörte. Das. Publikum lachte; die Kinder johlhm vergnügt, und er, der kleine Frantm»i« lqcht« mtt .-'O ja. Mcttguerit'e, die Menschen find. gri«r> sam.' Die Kreatur quälen!vnd Ktichec'Hecken-— das können-sie, und einander. die Köpf« ejnschlckgeir mch> histt«k''Ä.ttM-fetzM>-,7'o ; Er steht auf u««d entkleidet sich. Das Päckchen fällt heraus-„Paula!" denkt er. Er Weitz auch, was darin ist. Belegte. Brote. Ein deutsches Mädchm hat^etivas freundlich Jvdjsches..,, Dann «väscht.er sich mechanisch,««nd legt sich mit entblöß- ter-Brust aufs Best, Durchs, Fenster, weht Manchmalein^Schrej der.Tiere herein. Francois streckt ich. Er ist-mühe^ schlicht, di^ Augen. 2n den Adern breisnt'ihln?t«vg'S von.dcm glühcnden Son«mer des Südens, dcssc^n Sohn er ist. Ist diesem Land hier sind' zuviel. Wolken^ zuviel grauer Himinel, züvi'ejl'-Retzm'.' Paula wird. sie..kommen» beijn Morgengrauen? Di« Tür unten ist.offen, Stephan Mäst.-Sein Schnarchen dröhnt von un- tMher Pipich dle Fenster. Aiich Pa,lla wälzt sich ztvischen Decken, drüben ist-bem gtzöhen, klotzigen, steinernen Gebäude. Auf'.dckr'Wistew brmincst Komrstohe,'tickt' der Wek- kerl-lgsthsam,-viel zu langsam. Früh ist sie die «tste'M Hr MGiMe,'Köchin- hat ihren AuSgaizg. Dann-kommt, die. früh-immer zu spät. Wenn Paula-Por'Morgengrauen hinauühuscht.. kann'sie ««ochleiste Stünde bei Francois sein.. Manchrnal klopft-ihr dq» Herz jäh/ Diis konnte tnjtttn' in der Nackst, mitten.im Schlafe passieren. Wenn man schm ÄtiMerm verurteitt, Werl sie einem Kriegs- gefgimen««-dqK.Das«jn mit-ihrem Leibe versüßt häste.'Paula iststacr.lurd unbeirrbar. Ihr ist keine überschWige Phantafie im Wege,«istd dann— auch SiePhii» stast«'«i» Herz für. sie. Nein, er lvchwe. sw., nicht- tierrrttei«.- Aber. was- soll daraus werd«nö?.Stt weiß-es-nicht. Ah— wieso mußte was aus dkn^.Dingen wird, sicher Him« mel: di« Zuküstst l Sie hafte ihren Mann«in Jahr geiMiittW^ Attsstattung stand irgendwo auf dem Hod«tz vier- Monate' nach der Hochzett, in,. den «itsten^ MchWch de» Dettkrjeges, fiel er. In Man» derst.-Wozu nachdenken.- Eie blickte nach.-dem Decker. Früher- tickte er chr off-zu schnell; cs hängt von uns ab, ob die ^ZeiDsWMptz^'li^sam'^iwttüü^^ Im ElcfälitenhäuS dröhnte ein mächiigcS Getöse. Der Elefairt Max stapft«nürrisch in« Kreise«lmher, wiegt schwer auf den sonst so clasti- schcn Bciirsäulcn, schiueitzt einen Eimer um und trompetet durch den Rüssel. Jetzt loinmt die Nun«- mer, die ihn« so unsagbar unsympathisch ist. Den Leierlaste«« hat er gedreht, Reck, die kleine Ziege, ist ihm auf den Rücke«« gesprungen, und er hat mit ihr de>« Ruiidgang gemacht. Er fühlt Recks kleine Hufe so gern auf-den« Rückenfell. Sei«« Rüssel langt durch die Stangen. Dort liegt ein Henbündcl. Er reißt eine«« Flairsch heraus und wirst ihn der Kleinen zu. In der Ecke steht verärgert die mexikanische Bergziege Alina. Sie stürzt sich ebenfalls auf das Heu, aber Max jagt sie«nit dem Rüffel weg. Er und das Heu— sie gehören der Kleinen, nicht der Großen. „Max", sagte der Wärter mit jenem tiefdunklen D«n, der in«mer eine Mahnung ist, „Max, hierher! Kümmere dich«««cht um die Ziegen.!'" -Max dreht die Vorderfront zu dem Wärter herum uiid blinzelt ihn aus den kleinen Äugen an. Dazu schlenkert"er den Rüffel immer hin und her' wie' einest Perpendikel.„Max", sagt Stephan,„es ist doch gar nicht so schwer." Und er gibt, ihm einen Klaps aufs Ohr. Der Elefant wirft«inen. Plick über das lange Marterbrett, auf dem die dicken Tilden eiserner Flaschen nach oben gerichtet! sind, stell und starr wie eine Kolonne Soldaten.„Sieh her, Max," sagt-Stephan und turnt mit auSgebreiteten Armen über die Fla- schenreihe. Stephan freut sich, als er im Gleich- matz am««deren Eiche laichet, denn was soll der Elif«mt denken, wenn nicht einmal der Wärter hinüber käme!„Max", sagt er, und diermal- etwa» härter,„si>Sl" Der Elefant schnaubt noch einmal schwer durch den Rüffel; dann beginnt der Balan'eeükt. (Fortsetzung folgt.) 9*. 186 Donnerstag, 8. Juli 1934 Prstz lm Zcldicn der Olnmpladc die Situationsplan des Olympiade-Geländes '■ Von Smlchov Vom Petfin .Von Brevnov Von der Dlabalova auch die Sportlerinnen haben' Schleuderball LS. Zehnkampf 9, Fünf» — Jugend: 4X100 Meter 6, ffiinf. Srotzfeuer in Kosten I« der Nacht van DienStag auf Mittwoch' brach gegen 12 Uhr in der Glashütte Anton' Maier in Küsten bei Tepliii ein Brand a.u-, der, im Packraum entstand und dir RohglaSvarrßte er»/ fotzt«.. Binnen kurzer Zeit waren etwa 20 Feuer- Di« in. Tschechoslowakische Arbcktrr-Olympiade nimmt heut« ihr« Anfang. Den ganz«' gestrigen Tag über kamen aus allen Richtung'n der Republik Eisenbahnzüge in Prag«n, welch« die Teilnehmer deS Feste- brachten. Di« Genossen anS dem Ausland und auS der tschechoslowakischen Provinz wurden van den Prager Genossen von den Zügen abgeholt und mit klingendem Spiel in ihre Quartiere gebracht. Abend» fand eine BegrützungSkundgebung für die ausländischen Delegierten und nachher eine Festakademie im Repräsentation-Hause statt. Heute beginnen die Wettkämpfe im Stadion, deren Programm wir an anderer Stelle veröffentlichen. Das geht aus der einfachen Tatsache hervor,.daß es lange geologische Perioden' überdauert hat, d. i. eine Zeit,, auf die das Alter der Pechblende selbst geschätzt wird und welche mit ungefähr 800 Millionen Jahren bestimmt wird. Aus dieser einfachen Erwägung geht hervor, daß das„Bohemium" nur unbedeutend aktiv ist, so daß von irgend einer Drastischen Strahlung de» Elements 98 oder dessen kurzer Dauer nicht die Rede, sein kann. Die Halbwertszeit des Bohc- miums, d. i. die Zeit, ivährend welcher jede Menge auf die Hälfte zerfällt, läßt sich annähernd auf 800 Millionen Jahre schätzen. Im übrigen wird die nächste Zeit in dieser Frage vollkommene Klarheit erbringen. neu, di« sofort mit den Löscharbeiten begannen,^ welche sich jedoch sehr schwierig gestalteten. da der,, nächste Wasserbehälter ungefähr einen Kilometer; entfernt.lag. Dennoch aber, konnte- verhindert werden, daß da» Hauptgebäude der Fabrik miid di«' umliegenden Häuser zn Schaden fowäi» Der lüft wurde mit etwa 1,300.000.As! angegeben: .und dürfte teilweise durch Berstcheruug- gedeckt* sein.■•?:■'> 1 Zeichenerklärung: 1 Festturnplatz: 2 Haupttribüne; 8 bi- 5 weitere Tribünen; 3 Mir- gliedertribime(Zutritt nur mit Festabzeichen'; S Leichtathletikstadion; 7 Militärstadion; 8 Haupteingang; 9 bis 11 Rebeneingänge; 12 Kassen; 18 Küche für Richtturner; 14 Küche für Turnende; Deutschland, Oesterreich. Italien und Lettland gesteder ersteGrußderOlympi.dl alS Zeichen brüderlicher Zusammenarbeit und internationaler Gesinnung. Die Arbeitersportler erklä- ren feierlich, daß sie zur Verteidigung, der demokra tischen Rechte des Volke» entschlossen sind. Sie werden vor keinem Feinde zurückschrecken, der versuch-, sie unter die Knute deS Terror» zu zwingen. Rach ihm überbrachte Genosse C. Smith (London), der Vorsitzende der britischen Arbeiterpartei, die Grüße des britischen. Proletariat- und schließlich schloß Genosse H il m m e l h a n S die Be» grüßungSkundgebung mit einem feierlichen Treue-, gelöbnis für die Freiheit diese- Staate- und den Sozialismus. Der Präsident der Republik empfing Mittwoch, den 4. Juli, in Lany die Vertreter des Festausschusses der III. Arbeiter-Olympiade, den Abg. A. H a m p l. Obniann des Vollzugsausschusses der tschechoflowaki- schen sozialdemokratischen Arbeiterpartei, Abg. F HummelhanS, Obmann des Verbandes der Arbeiterturnvereine, und den Sekretär des Verbandes R.Silaba. Französische aaste Gestern um 18 Uhr 15 ist mit dem Pariser Schnellzug eine Exkursion von sechs französischen Turnern unter der Führung des„Peuple"-Redakteur» G o u j o n, al» Vertreter der französischen Arbeitsport-Föderation am Prager Wilsonbahnhof eingetroffen. Die Gäste wurden von Dr. Winter und Vertretern der Olympiadeleitung empfangen. Wir werden vor keinem Feinde zurttckwelchen Die Begrüßung-kundgebung per ausländischen Delegierten. Im Repräsentationshaus fand abends eine B e- grüßungsfeier für die ausländischen Delegierten statt, zu der sich zahlrelche Gäste eingefunden hatten. Genosse H a m P l dankte al» erster Redner allen Genossen der Republik, insbesondere auch.den Genossen von der deutschensozialdemo. kratische» Partei der Tschechoslowakei, die sich um da» Gelingen de» Arbeitersportfestes verdient gemacht haben. Er wie» darauf hin, daß diese Olympiade, die inmitten von fafcistischen Regimen gefeiert wird, besondere politische Bedeutung habe und eine nicht mißzuverstehende Kundgebung werden müsse, daß die Arbeiter dieser Republik entschlossen sind, dit Freiheit ihres Landes zu verteidigen. Rach ihm sprach Julius Deutsch(Wien) ale Präsident der Sozialistischen Arbeiter-Sport-Jnter- nationale. Er erinnerte daran, daß viele Lände: bei dieser Olympiade nur durch eine kleine Delega Hon vertreten sein können, weil da» f a s c i st t f ch e Regime in ihter Heimat eine offene legale Ausreise Verbiete. Den Genossen in diesen Ländern, i: Var Einzug der Sportler Jubel und Festfreude in Prag. Ganz Prag steht im Zeichen der Olympiade Die Stadt ist festlich geschmückt, rote Banner und große Staatsfahnen wehen von den Häusern und den meisten staatlichen und städHschen Gebäuden Der WenzelSplah, Prags repräsentativste Straße, hat sich festlich gekleidet. Riesige Masten, von dener Fahnen viele Meter lang herunterrieseln, grüßen die Zehntausende, die in fast ununterbrocheiwrr Strom seit den frühen Morgenstunden des gestrigen Tage- in die Stadt hineinströmen. Am Rachinittag des Mittlooch steigert sich der Verkehr zum Trubel. Von allen Bahnhöfen kommen sie, unzählige rote Fahnen mit sich führend. Musikkapellen voran und erfüllen die große Stadl mit ihrem Leben. Biel Jugend in prächtig disziplinierten Zügen, Frauen und Mädchen, tschechische Sportler, Deutsche, Schweizer, Holländer... Ei ist ein Leben, dessen Brausen bi» in die fernsten Winkel dringt. Um 14.52 Uhr kommen 850 Schweizer auf dem Wilson-Bahnhof an. Zahllose Neugierige stauen sich vor und im Bahnhof. Als der Zug einläuft, will der Jubel kein Ende nehmen. Mit den Arbeitersportlern sind eine Anzah- Sporllehrer gekommen. Ein Vertreter de» Außenministerium» war den Schweizern bi» Eger entgegengefahren. Als die Genossen den Zug verlassen, erklingt die„Internationale". Auch dl« Staatshymne wird gespielt. Genosse Senator Dundr, Generalsekretär unserer tschechoslowakischen Bruderpartei, begrüßt die Gäste im Namen der Partei und der D3B- Unter den Schweizer Freunden bemerkt man u. a. den Genossen Alfred P r o b st, den Leiter der Schweizer Arbeitersportbewegung. Boran eine 40 Mann starke Musikkapelle der DTJ., geht es nun durch die Straßen zur Hybernska zum Lidovy dum. Auf dem Wege dorthin wird den Schweizer Genossen ein stürmischer Empfang bereitet. Unsere Sloten Falken mit ihrer schneidigen Musik sind, wie so ost, dabet und geben dem imposanten Zug einen farbenstohen, lebendigen Abschluß. Ihre leuchtenden roten Fahnen, ihr Gesang und ih- Temperament erregen immer wieder die freudige Zustimmung deS Publikum». Besonders lebhaft geht eS natürlich im Garten de» Volkshauses zu, wo die Schweizer Genossen bewirtet werden. AlS sie geschlossen in den Garten ziehen, nimmt das Razdar-Rufen und da» Freundschaft-Grüßen kein Ende. ES ist eine minutenlange Kundgebung, die besonders anschwillt, al» unsere Falken kommen. WaS gilt die Verschiedenheit der Sprache, der RaHonen in diesem Augenblick, da sich Genosse zu Genosse, Sozialist zu Sozialist findet! P—re. Proletarierkinder brauchen HÜfe l 88 Kinder im Alter von ü bis 14 Jahren sind Montag, den 1. Juli, im Erholungsheim des Verbandes der Arbeiierfürsorge in H i r s ch b e rg eingetroffen, um vier Wochen lang bei guter. reichlicher Kost, guter Verpflegung und viel Sonne. Wasser und- reiner Luft glücklich zu sein und die durch Hunger u. Not erschütterte Gesundheit etwas zu verbessern. Die Kinder kommen aus allen Gebieten der Republik. Aus den Hungergegenden des Böhmerwaldes, den lvestböhmifchen Notstandsgebieten,. aus Nordböhmen, dem Erz- und Riesengebirge, sie reden vielerlei Dialekte und gehören Eltern an, die früher einmal in der GlaS-, der Porzellan», der-Textil- oder irgendeiner anderen Industrie tätig waren, die aber meist seit Jahren arbeitslos sind; kurzum, jedes sechste Kind kommt aus einer anderen Umgebung, alle haben nur eines gemeinsam: die grenzenlose Not und den grausamen Hunger. Was des Leibes Pflege erfordert, erhalten-sie nunmehr in dem herrlichen Heime der Arbeiterfürsorge; aber sie brauchen mehr, und deshalb'müssen unsere Genossen, und vor allem die Genossinnen, mithelfen» den armeil Kinde rn;.rdir.Ki»Ü>er-unserer arbeitslosen Partej». genössen sind, alle Sorge» abzünehmdn. Die Kinder brauchen Wäsche, Kleider und S ch uh e. Biele kamen mit einer mangelhaften Garnitur Wäsche, in schlecht passenden Schuhen und geradezu trostlosen Kleider», in denen die Rinder, nicht froh werden können,> wenn sie Altersgenossen adrett angezogen sehen. Aber sie können auch nicht vier Wochen ohne genügende Wäsche sein, sie brauchen selbst für den kürzeste» Ausflug Schuhe. -Darum wenden wir unSan jene Genossiiinen und Genossen, die noch in Arbeit und Verdienst stehen. denen es loenig oder gar nichts ausniachH aus dem Kleiderbestande ihrer Kinder etlvaS Brauchbares herauSzusuLen, um damit' den Kindern in Hirschberg zu Helsen. Dort, wo eS keine Kinder und damit auch keine Kinderkleider und Kinderwäsche gibt, wird eS vielleicht bei einige;.) guten Willen möglich sein, aus einem alten Stöfs oder einem Restchen für ein Kind ein Hemd oder ein Kleidchen, für esnen.-Jungen eine Hose zu nähen. Wir haben hunderte geschickte Frauen iss unseren Reihen, denen es»och gut geht. Aw ihre Solidarität appelliereii wir! Biele aus unseren Reihen können für diese Kinder, ohne eigentliche Unlosten, viel tun, wenn sie wollen. Aber diese Hilfe hat nur einen Sinn, wenn sie u» m i t te.l bar erfolgt. Wir bitten deshalb, gebt, w a s ihr könnt und gebt es rasch! Außer Kleidersachen und Wäsche werden auch Spiel» sachen für größere Kinder gerne entgegen« genommen. Die Pakete sind, um jede Verzögerung zu vermeiden, direkt an das Erholungsheim der Arbeiterfürsorge in Hirschberg zu schickens Wer gibt, darf des Dankes der Kinder sicher sestr. Der Empfang brauchbarer Sachen lvird nur durch die Presse bestätigt. Wir hoffen, daß dieser Auf»- ruf allein zu dem gewünschten Erfolg führt, benij immer noch haben unsere Genossen und Gc-i nossinnen bewiese», daß sie die höchste sozialistische' Handlung in der Opferbereitschaft sehen,- k TogcsncuiakcttcBt D«»»Bohemium^ Prag, 4. Juli. Der Entdecker de» neuen Element»„Bohemium" Jng. Odolen Kob l.i e, teilt über seine Entdeckung mit: daß das„Bohemium", das aus der JoachimSthaler Pechblende isoliert wurde,--- von dem sich dort ungefähr Vs bis 1 Prozent vorfindet und dessen Atomgewicht Im festlich geschmückten Smetanasaal des Re-'größer ist als. das des letzten bisher bekannten Präsentationshauses fand gestern abends die Er- Elementes des gesamten periodischen Systems öffnungS-Festakademie der Arbeiter-Olympiade statt,! Lebensdauer besitzen maß unter deren Ehrengästen man den Senatspräsiden ten Genossen Dr. Soiikup und den Prager Prima tor Dr. Baxa bemerkte. Nachdem die Staatshymne und das Lied der Arbeit erklungen wären, ergriff Genosse Hajtman, der stellvertretende DTJ.-Bor- sitzende, da- Wort zu seiner Festansprache, in der er das Bekennten- zur Selbständigkeit des tschechoslo wakischen Staates mit dem Bekenntnis zu den Ideen der internationalen Arbeiterbewegung verband. Da» Programm de- Festes enthielt ausschließlich-Musik werke der beiden tschechischen Meister Smetana und Dvokäk. Der Sängerchor„Typogrgphia" brachte unter Leitung seines ausgezeichneten Dirigenten V. B. Aim mit stimmlicher Bravour und eindrucksvollem Vortrag Lieder der beiden Komponisten zu Gehör— darunter die„Drei Reiter" und das„Lied auf dem Meere" von Smetana, die besonders wirkungsvoll gesungen wurden. Der Ehor und sein Leiter fanden stürmischen Beifall, der sich nicht ohne. Zugaben be ruhigen wogte. Auch da- musizierende Orchester, die in Bergmannstracht anftretende mittelböhmische Philharmonie ans Kladno, die unter Leitung des Kapellmeisters Josef Basata die„Moldau" und „AuS Böhmens Wäldern und Auen" von Smetana und die„Hussitische" von Dvoräk spielte, fand herz lichen Beifall. Mit der Internationale wurde würdige und schöne ErösfnnngSseier geschlossen. können wir feststeven, daß da» sportliche Programm wehren an» der Umgebung am Brandplatz erschieß der Hl.' Arbeiter-Olympiade nicht, nur überaus mannigfaltig ist,> sondern daß eS auch in überzeu gender Weise für den Mässensportgedanken manifestiert/ Der ruOMll soll ebenfalls-u seineni Rechte kommen. Leiber wär es uns bisher unmöglich, genauere. Daten zu erhal ten/' Die Spiele sollen von Rumänien, Jugoslawien, Palästina und dem Atu-bestritten werden, i Die EriHtnungslcter Im Smclmsul\ Die Leichtathletik auf der ArWter-Olympiade In eittem der schönsten Stadions Europas beginnen heute die leichtathletischen Wettkäuwfe der Arbeitersportler, die auch international überraschend gut beschickt sind. lieber 400 Sportlerin« nenundSportler werden an den Start gehen Die größte Anzahl Wettkämpfer stellt naturgemäß mäß die DTJ. mit 841, dann folgen der AtuS mit 27, Ungarn mit 11, Danzig 6, Sila 5. Holland 5 Norwegen 4. Schweiz 8, Amerika 1. Interessant- ist auch, wie die e i n z e.l n e n Disziplin en besetzt sein werden. Bei den Sportlern weisen der 100-Meter«Lauf und der Hochsprung mit je 89 Startenden die stärkste Teilnahme auf. Je 84 Wettkämpfer werden den Weitsprung und da» Diskuswerfen bestreiten. Aber auch die übrigen Diszipline weisen eine überaus große Beteiligung auf, und zwar: 200 Meter 27, 400 Meter 27, 600 Meter 20, 1500 Meter 80. 5000 Meter 28, 10.000 Meter 19. 110 Meter Hürden 10,4X100 Meter 11, Schwedenstaffel 8, Olympische Stafette 8, Dreisprung 27, Stabhoch 28, Kugel 81, Speer 85, r"■-* a20.- 28. . Aberk, zahlreich gemeldet. Der 80-Meter-Lauf wird 25 Bewerberinnen aufweisen und im Weitspruieg werden 21 antreten. Die» sind die am stärksten besetzten Wettkämpfe. Jedoch kann sich auch die übrige Teilnahme sehenlassen die wie folgt auSsteht: 100 Meter 17, 200 Meter 12, 4X100 Meter 4. Olympische Staffel 4,-ochsprung 18, Kugel 19, DiSku« 12 Sveer 11, Schleuderbäll 19, Dreikampf 10.— Jugend: 4X50 Meter 4, Dreikampf 16. 15 Garderoben für Turneitde; 16 Magazin für da- Festspiel; 17 Rotes Falken- und Skautlager; 1? Post; 19 Berkausöftände; 20 Restaurant„Zu den drei Pfeilen". Die Samariter-Hanptstation befindet sich.■ in den Räumlichkeiten der Mitgliedertribüne(8). Die Turnspiele sind durch Häzena, Wollenball und Tischtennis vertreten. Im Häzena treten an: 12 ÄreiSmann- fchaften, 6 Jugendkreismannschaften und 2 Frauenteams; außerdem findet alS internationales Spiel eine Begegnung der Verbände DTJ.—Sila statt. Im ganzen werden 28 Spiele zu absolvieren sein. Das Wolleyball-Turnier wird von 12 Männer-, 8 Jugend- und 2 Frauen-KreiSmann- schasten bestritten, die insgesamt 40 Spiele zu bewältigen haben werden. Auch hier sind internationale Spiele vorgesehen, und zwar DTJ. gegen Sila und wahrscheinlich auch gegen ein AtuS-Team Tischtennis weist ebenfalls eine starke Beteiligung auf. ES werden spielen: 12 Männer-KreiS- team»(zu je drei Spieler). 6 Frauen-KreiSteamS (zu je zwei Spielerinnen); im Einzel 88 Männer uerd 15 Frauen. Diese Konkurrenz weist auch internationale Beteiligung auf, für die ein eigenes Turnier arrangiert würde und vom Atuö, Holland und voraussichtlich von England und Norwegen bestritten werden wird. Auch ein VerbandSkampf DTJ. gegen AtuS ist vorgesehen. Erwähnen wir noch die Geräte- Dett- kämpfe der Turner und Turnerinnen(ebenfalls mit internationaler Teilnahme), die radspörtlich e-n und die Schwimm wettkämpf«, so Donner»»«-, 5. Juli 1934 Nr. 1K5 Seite 10 Aeh« Kinder im Lastauto verunsitiekt Gera,-1. Juli. der Nähe des wegen schwerer Bcrkehrsunfäile berüchtigten Langender» ger Borspannberges bei Gera ereignete sich Mittwoch früh gegen 7 Uhr ein schlvcrcö Autounglück. Ein Lastkrafttvagcn, der init Schullin» dcrn von Költichan bei Weissenfels nach der Saaletalspcrre unterwegs Ivar, fuhr mit grosser Wucht gegen einen Strahenbaum. Die Insassen des Wagens wurden auf die Strasse geschleudert. Zehn Kinder sind schwer verletzt worden, zwei von ihnen ringen niie dcm Tode. Das Unglück ist auf Fahrlässig- l e i t des Fahrers zurückzuführcn. Lippowitz gestorben. In Wien ist gestern, 60 Jahre alt, der Herausgeber des»Neuen Wiener Journals" Jakob Lippowitz gestorben. Er war jener Thp des bürgerlichen ZcilungSinacherS, der den Grundsatz„Zeitung ist Geschäft" rfu trauriger Vollendung entwickelt hat. Nie gab eS eine Verleumdung sozialdemokratischer Funktionäre, nie eine schäbige Intrige gegen die Arbeiterschaft, die in seinein Blatt nicht willkommene Aufnahme gefunden hätte. Das war der Grund, lyesha«r er vielen als hasserfüllter Antinmrxist galt. In Wahrheit war er nicht einmal das. ES tvar bloss ein journalistischer Kaufmann, der die Ware Anti- Marxismus bedenkenlos verkaufte, wie ein anderer Strümpfe oder Kochtöpfe verkauft. Diesem Grundsatz der skrupellosen Geschäftemacher« musste sein Blatt in jeder Hinsicht dienen. ES trat un- geniert auf der ersten Seite für die„sittlich religiöse" Weltanschauung ein und offerierte seinen Lesern auf der letzten Seite in Inserate» die Partner für alle erdenklichen Abarten des Liebesspieles. Sein Grundsatz„Geschäft ist Geschäft" ging.so weit, dass es kaum eine journalistische Kor» ruptionsaffärc in Oesterreich gab, in die sein Blatt und seine Mitarbeiter nicht verwickelt gewesen wäre. Der Bcstechnngsskandal Lippowitz—Credit» anstatt ist noch in frischer Erimwrung und konnte doch nicht verhindern, dass das„Neue Wiener Journal" Lippowitzs nach lvic vor das Lcibblatt jener„vaterländischen" Kreise blieb, die heute in Oesterreich regieren.— Spät nachts wird hiezu gemeldet, dass Lippowitz ausFurcht vor Not Selbstmord verübt hat. Der Verband der Gewerbetreibenden und Kaufleute in der Tschechoslowakischen Republik, Sih Aussig, Gauverband Nordböhmcn, hält Samstag, den 7. Juli, abends 8 Uhr, in der„Volkshalle" in E u l a it eine Gaukonferenz mit nachstehender Tagesordnung ab: 1. Bericht der Gauleitung, 2. Neuwahl der Gauleitung, 3. Gauangelegenheiten. Selbstmord in der Schwellen-Affäre. Mittwoch» um halb 10 Uhr vormittags stürzte sich vom 1. Stock des Gebäudes der Polizeidircktion in Brüllt Ministerialrat Jng. Hauer aus Prag und blieb mit schweren Verletzungen auf dem Pflaster liegen. Er wurde von der Rettungsstation in das Krankenhaus auf dem Gelben Vom Rundfunk Ewpfehleumoerte» au» den Programme»» Freitag r. Prag, Sender L.: 6.80: Gymnastik, 0.15: Schallplatten, 10: Konzert des Mandolinenvereines in Pressburg, 10.25: Smetana: Drei Reiter, 11.80: Orchesterkonzert, 16: Uebertragung von der III. Arbeiter-Olympiade, 17.80: Unterhaltungsmusik. 18: Uebertragung aus dem Stadion, 18: Freiübung der Frauen, 18.80: Freiübungen der Männer, 1V: Deutsche Presse, 10.40: Dvorak: Huffiten, 22: Deutsche Presse. Sport. Sender S.: 14.80: Deutsche Sendung: Mein Freund Bobby, bunte Schallplattenrevue.— Brünn 12.15: Konzert.— Möhr.» Ostrau 0.15: Serbische Volkslieder, 0.40: Hus in der tschechischen Poesie. SamStag: Prag» Sender L.: 10.20: Deutsche Presse, 12.10: Blasmusik, 12.30: Konzert, 18.40: Chansons aus Schallplatten, 17.45: Dvokäk: Arie aus der Oper„Äusalka", 18.15: Deutsche Sendung: Walter Seidl: Hellasfahrt, 18.85: Dr. Kühn: Die ländliche Bauweise in Vergangenheit und Gegenwart, 18.50: Schimetschek: Sportvorschau, 18.55: Deutsche Presse, 20: Uebertragung aus dem Sme- tanasaal: Konzert des Verbandes der Arbeiter» gesaygsvereine, 22.15: Tanzmusik auf Schallplatten. Sender S.: 14: Sychra: Studenten vor dem Völkerbund, 14.10: Volksliederpotp. 14.20: Deut» fche Sendung; Schlagerreminifzenen, 15: Deutsche Presse.— Brünn 15.15: VolksblaSmusik, 17.45: Deutsche Sendung: Kinderstunde, 18.20: Liederkonzert, 1010: Saxophonsolo.— Kaschau 11.80: Lsgmmerumsik. Berg gebracht, wo er nach einer Operation seiner Verletzung erlag. Der Ministerialrat stand bei der Brünner Polizeidirektion im Zusammenhang mit der Bahnschwcllenaffärc in Untersuchung und j wurde gerade zum Verhör geführt, wobei er trotz der Wachsamkeit der Aufsichtsorgane in selbstmörderischer Absicht aus dem offenen Fenster sprang. Der eheinalige Direktor deS Tschechoslowakischen PrehbüroS» Emil Üermak» der diese Stelle von 1010 bis 1080 bekleidet hat, wird heute siebzig Jahre alt. Ecrmak stammt aus Wala» chisch-Meseritsch und ist seit Beginn der neunziger Jahre journalistisch tätig. In der Vorkriegszeit war er Chefredakteur der„Lidovö Noviny". später im Auslande tätig, 1014 bis 1017 ale politisch Verdächtiger in WöllcrSdorf in Niederösterreich interniert und wurde 1010 zur Leitung deS.tschechoslowakischen PrehbüroS berufen. Gegenivärtig ist er Dozent der Freien Schule für politische Wissenschaften, wo er über journalistische Berichterstattung vorträgt. Blüti-er Gottesdienst. In S i e d I c e(Polen) kam es in der Synagoge bei einem Gedächtnisgottesdienst zum 30. Todestage Theodor H c r» z e l s, des Gründers des Zionismus, zu blutigen Auseinandersetzungen zwischen Z i o n i st e n und Revisionisten der Richtung Jabotin« sty. Die Prügelei»ahn: ein derartiges Ausmass an, dass ein starkes Polizeiaufgebot cingrcifen musste. Zahlreiche Juden trugen Verletzungen davon. Es find fast genau fünszig Jahre vcrsloffen, seit ein kleines, schüchternes blussenmädel aus Warschau in Paris ankam. Das kleine Riissenmädcl, das sich im Hotel unter deni Nanien Mkarie T klode w S k a eintrug, hatte äusser ein paar kleinen Banknoten nichts als einen klugen Kopf und verbissene Zähigkeit mitgebracht. Aus dem kleinen Rnssenmüdel ist später eine jener seltenen Frauen geworden, die von sich sagen durften, dass sie daS Weltbild des modernen Menschen mitgestaltet haben, und diele seltene Frmi ist gestern in dem französischen Städtchen B o l e n e e gestorben. Dian kann vielleicht nichts skeptisches über unsere Zeitgenoffen auSsagen, als die Tatsache, dass die wenigsten von ihnen ermessen können, was das Werk dieser Frau bedeutet. Ihr« Biographie erzählt mit dürren Worten die Geschichte eines jäh ausstre» benden Lebensweges; sie nahm einen Posten als Laboratoriumsdicnerin im chemische» Institut der Sorbonne an, um ihr Brot zu verdienen; fiel bald durch ihren zähen Eifer und ihre merkwürdige Begabung auf, wurde Assistentin und schliesslich Gattin des Institutsdirektors Professor Pierre Curie und entdeckte gemeinsam mit ihm das Radium. Die Karriere des armen kleinen Mädels aus dem Film oder dem Kolportageroman? O nein,— der zielsichere Weg eines Menschen, der der Welt etwas wirkliches zu geben hat, nicht weniger zu gebe» hat als den Zauberschlüssel zum Reich der modernen Raturwiffenschast. Es gab ein seltsames Ding, das den Chemikern gegen Ende des vorigen Jahrhunderts viel Kopfzer- brechen gemacht hat— die Uranpechblende, ein Material, das sich immer in Bleibergwerken, vor allem in JoachimSthal in der Tschechoflowakei findet, und das man jahrhundertelang als wertlosen Abfall bei der Bleigewinnung beiseite geworfen hatte. Diese Uranpechblende hatte merkwürdige Eigenschaften, di4 mit den Dogmen der damaligen Natur» wiffenschaft gar nicht übereinstimmen wollten. Aber wo der Sitz dieser Merkwürdigkeiten lag, das konnten die Chemiker nicht herausbekommen. Fast alle gaben die Lösung des Rätsels auf, nur zwei hatten sich mit jenem Eifer, der leinen Misserfolg kennt» in das Problem verbiffen: Professor Curie und seine-trau. Er selbst hat später oft erzählt, dass auch er schon versucht war, die Flinte ins Korn zu werfen und nur durch die unbesiegliche Zähigkeit seiner Frau, die nächtelang Im Laboratorium arbeitete, bei der Stange gehalten wurde. Und die Zähigkeit wurde königlicher gelohnt, als die tapfere Frau Wohl jemals geahnt hatte: in einer jener ruhelosen Nächte gelang ihr der entscheidende Versuch; sie konnte au» der Pechblende ein geheimnisvolle» Etwas isolieren, da» bald die ganze Wiffenschaft auf den Kopf stellen sollte— da» Radium. Mörder Alkohol. Im Pittsburgschen Arbeitslosenlager starben sechs Insassen nach dem Genuss von Alkohol, den sie zur Feier de» Unab- hängigkeitstage» von Schmugglern gelaust hatten. Obwohl die Prohibition aufgehoben ist, finden merkwürdiger Weise die gefährlichen Getränke der Alloholschmuggler immer noch Absatz. Streikende Dockarbeiter, in San Francisco, die die Entladung von Dampfern zu hindern suchten, wurden von der Polizei mit Schüssen und TräncngaSbomben zuriickgetrieben. Eine grössere Anzahl von ihnen wurde verletzt. Auch in anderen Hafen st ä d t e n der Pacific- Küste kam eS zu Zusammen flössen. Ein Segelflng-Wettbewerb. Der Zentralsegel- flugauSschuss der Masarnk-Flugliga in Prag veranstaltet vom 12. August bis 2. September den 1 Scgclstugwettbewerb der Masarykflug- l i g a. Die Konkurrenz wird auf dem Flug-Platz Ranä bei Louny ausgetragen, zu der I. A. Bata einen Preis gestistet hat. Der Wettbewerb ist für Mitglieder der Masarykflngliga osten und zerfällt in einen Wettbewerb des Schul- und des Segelfluges. Im ganzen sind Geldpreise in der Höhe von stö 41.000 für folgende Leistungen ausgeschrieben: die längste Flugdauer im Segelflug, die grösste erreichte Höbe, die weiteste im Segelflug zurückgelegte Entfernung und für di« beste Konstruktion von Segel- und Gleitflugzeugen. Im ganzen sind 21 Preise von 500 bi» 3000 KC ausgeschrieben. Der Schulwettbewerb ist für Piloten mit der Prüfung A und B osten, die Segelflugkonkurrenz für Piloten aller Kategorien. Und was man von dem geheimnisvollen Etwas berichtete, war in der Tat geeignet, Sensation zu erregen. Es sandte unentwegt Strahlen aus, die einen mit Bariumplatincyanyr bestrichenen Glasschirm aufleuchten liehen und wurde doch nie leichter. Woher kamen, was Ivaren diese merkwürdigen Strahlen und welche geheimnisvolle Quelle speiste sie immer aufs neue mit Energie? Ein. Heer von Forschern stürzte sich über das neue Problem, das die Entdeckung Curies bot- Erfolge in der Deuwng des Rästels wechselten mit Misserfolgen, bis sich schliesslich das abenteuerliche und phantastische Bild bot, daS sich die heutige Raturwiffenschast von der Sache macht. Und dieses Bild behauptet nicht weniger, al» dass die Strahlen, die das Radium aussendet, schlechthm der letzte Urstost sind, aus dem die ganze Welt aufgebaut ist. Man fand bald, dass nicht«ine Art von Strahlen, sondern d r e i v e r s ch i e d e n e Strahlen» arten vom Radium ausgesendet werden unv dass noch andere Elemente, die man im Laufe der Jahre entdeckt«, die gleichen Eigenschaften haben. Um sich das Geheimnis dieser Strahlen zu deuten, muss man den Versuch machen, sich das Unvorstellbare vorzustellen: den kleinsten Teil jeder Materie als lebensvolles Planetensystem. Man denke sich irgend einen Stoff, etwa Eisen oder Kohle, immer lveiter geteilt, weit über die Grenze jeder technischen Durchführbarkeit hinaus, bis zu jenem idealen kleinsten Teilchen, da« noch kein Mensch gesehen hat und dem man doch den Namen„Atom" verlieh. Und in diesem allerkleinsten Teilchen musste nun die Naturwissenschaft, gezwungen durch die Entdeckung Frau Curie»— ein Planetensystem, völlig gleich jenem kosmischen System au» Sonne, Erde und den anderen Planeten, entdecken. Gleich den Planeten um die Sonne, kreisen in diesem Aeinsten Teilchen Elektronen um einen gewichtigeren Kern. Und wa» das allermerkwürdigste ist: alle Atome, also auch alle Stoste der Erde, ja de» ganzen Welträume» sind au» diesen gleichen Bausteinen und au» sonst nicht» gebaut. Nur die Zahl der Elektronen, die um einen Kern kreisen, entscheiden, ob r» Atom Eisen,«in Atom Kohle oder Schtvefel, oder sonst irgend eine» Stoffe» dieser Welt ist. Aus diesen Bausteinen bestehen zwei Arten der Strahlen, die da» Radium aussendet; die eine au» Elektronen, die andere aus Kernen. Die dritte Art aber, die heute kaum weniger geheimnisvoll ist als zur Zeit ihrer Entdeckung, besteht einfach au»— Energie und sonst au» nicht». Sie ist ein« elektromagnetische Schwingung, völlig wesensgleich den Lichtstrahlen, die wir sehen, den Wärmestrahlen, die wir fühlen und den Radiowellen, die unsere Rundfunkapparate empfangen, nur von ungleich kleinerer Wellenlänge. Man kann mit Fug und Recht sagen: da» ganze um und auf, au» dem di« Welt gewoben ist, wird im Radium offenbar. Die Merkwürdigkeit diese» Stoffe» besteht bloss darin, dass er chemisch so schwer, also ans soviel Elektronen und Kernen gebaut ist, dass sein kompliziertes Gefüge nicht mehr recht zusammenhalten will, förmlich ständig au» dem Leim geht. Die Kern« und die Elektronen, die bei diesem ,,au» dem Leim sehen" au» dem Gemäuer des Atom» fallen, sind di« zwei Arten der Strahlung, die dritte ist die Energie, die sie zusammengehalten hatte und nun frei wird, der„Mörtel", der seine Aufgabe verloren hat. Da» ist da» wahrhaft romanttsche Märchen de» Radium, abenteuerlicher und spannender, toller und abwechslungsreicher als der überspitzteste Roman» den je ein Mensch erdenken könnte. And den Stoff zu diesem Märchen hat da» kleine schüchterne Russenmädel gefunden, da» später al» Madame Curie den Nobelpreis belam und gestern gestorben ist. -w*. Uns märdien des kleinen Menmädels Die Entdeckerin des Radiums Ist tot kMM M WIM Der Porzellanarbeiterstreik beendigt Bei der an, 2. Juli 1034 mit dem Erlasse der BczirkSbehörde Karlsbad vom 20. Juni 1034, Zl. 508 prüf., unter dem Vorsitze deS Herrn Be- zirkshaupünanns Dr. Patokka ünd des Herrn Gewerbe-Oberinspektors Jordan sowie des Herr.: Rates Schlögel der Bezirksbehörde Karlsbad und des Bezirkshauptmannes Herrn Dr. Bencö, El- bogen, festgesetzten EinigungSvcrhandlung wurde nachstehendes Verhandlungsergebnis erzielt: Die beiden Parteien, nämlich der Syndikus des WirtschastSverbande» der Porzellanindustrie in Vertretung der Firmen Epiag AG., Bereinigte Porzellanfabriken AG., vorm. Brüder Benedikt und Haas& CjjZck AG., einerseits und für d!e Arbeiterschaft der bestreikten Fabriken die Sekretäre de» KeramärbeiterverbandeS in Fischern Roll und Hüttl haben sich nachstehend geeinigt: 1. Die Betriebsausschüsse der obenangeführ- ten bestreikten, Firmen können ab morgen, den 8. Juli, mit ihren BetriebSleittingen bezüglich Art und Terniin der Wiederaufnahme der Arbeit da»' Einvernehmen pflegen. 2. Die Arbeit wird nach diesen« Einvernehmen abteilungsweise sobald als möglich aufgenommen. 8. Bei der Firma Gebrüder Benedikt wird wegen Einstellung des Tunnelofenbetriebes der Versuch unternommen, diesen noch vor Reparatur, beginn in Betrieb zu sehen. Gelingt dieser Versuch ohne technische Schwierigkeiten und Gefahr sowie ohne finanzielle Opfer, wird die Arbeit in diesem Betriebe wie in den anderen abteilungsweise aufgenommen. Ist die» nicht möglich, so wird die Arbeit nur in den Abteilungen, soweit Arbeitsmöglichkeit vorhanden, ausgenommen, die Wiederaufnahme in den restlichen Abteilungen erfolgt nach durchgeführter Tunnelofenreparatur. 4. Die Arbeitgeber zahlen die seit 18. Juni 1034 von ihnen festgesetzten, nach dem Protokoll vom 24. Moii 1084 gekürzten Löhne bis auf weiteres au». Der Glas- und Keramarbeiterverband behält sich vor, die Lohndifferenz bzw. de» gesamten Lohnstritt in einem prinzipiellen Strikte zur Austragung zu bringen, und zwar gegen jeden einzelnen bestreikten Betrieb. Der bestreikte Betrieb verpflichtet sich, das gegen ihn ergangene rechtskräftig gewordene Urteil in einen. Einzelfall auf seine hn Keramarbeiterverband organisierte Belegschaft anzuwenden und die entstandene Lohndifferenz im gegebenen Falle nachzuzahlen. 5. Der GlaS- und Keramarbeiterverband behält sich ausdrücklich vor, eine solche Lohndifferenz auch gegen nichtbestreikte Betriebe in einem Stritte zur Geltung zu bringen. 6. Alle Arbeiter und Arbeiterinnen werden mit ihren alten Rechten wieder eiugestellt Massregelungen au» Gründen de» Streike» dürfen von keiner Seite vorgenommen werden. Di« Streiktage werden in das zur Erlangung der Urlaubsberechtigung notwendige Dienstjahr eingerechnet Die Arbeitgeber der bestreikten Betriebe erheben keine Einwendungen gegen die weiter« Funkttor. der bestehenden Betriebsausschüsse. Aus dem Verhandlungsergebnis geht hervor, dass der Kampf ohne jede Massregelung für die Arbeiter oder ihre Vertrauensmänner und ohne Einschränkung ihrer sozialen, erworbenen Rechte beendet werden konnte. Hinsichtlich der strittigen Lohnfrage wird die Arbeiterschaft auf Gruiw der inzwischen erschienenen Regierungsverordnung über die Berbindlichkeitserklärung der Kollektivverträge ihren Rechtsstandpunkt durch die behördliche Entscheidung gettend machen. Damit ist vorläufig ein ernstes Ringen zwi-' schen der Porzellanarbciterschaft und ihren Unternehmern zum Abschluss gekommcn/und es unterliegt keinem Zweifel, dass die Arbeiterschaft in dieser Frag« obsiegen wird Ne. tW Donner«»-, 8. Juli 1934 Sette 11 llmb ich versuch' ihm, die»Solidarität' em bißchen zu vergelten. Mit— Solidarität. So, Katja, nun ist Ihre Neugierde wohl gestillt. Lieber Junge", er wendet sich zu seinem Begleiter,»vorwärts. Wir haben noch drei Besuche heute zu absolvieren." Sie reichen mir beide die Hand. Ich sehe' ihnen nach, wie sie im Licht des Junitag cs rüstig auSschreiten. Der Alte und der Junge. Der einstige Chefredakteur und der Arbeiter-Reporter. Ein sonderbares Paar. Aber heute dennoch verbunden durch— Solidarität! Katja. Führungen, Ausflüge und einiges IDilfensiuertes für die Mgnwmde-Me Herren- n. Knaben- Kleidung jeder Art Anin«« Überzieher Raaiani ■e«enm*ntel Win«lecken Lederr«cke Pumphosen Arbeitskleidung Sportkleldunu Waschlanker Hubertusmbntel Sportwesten Nttte Kuppen Wasche Krawatten Kaffer ■adewdsche nucksdcke Brotsacke etc. in größter Auswahl zu niedrigsten Preisen offeriert Stränsky Prai— Hybarnskd gegenüber dem Volksbaue Teilnehmern an der Olympiade TO Present Nathlat. 2643 Solidarität Sic,.begegnen mir i«n helle».Sonnenschein des lichten Jüni-TagcS. Der Alte und der Junge. Jeder von ihnen trägt einen Koffer. Aber es sieht nicht aus, als ob die beiden auf Reisen gehen wollen. Ihr Gang ist viel zu gemächlich. Der Alte bleibt jetzt stehen— wenige Schritte vor mir — und wischt sich die Tropfen von der Stirn. ES I ist eine hohe, gutgeformte Denkcrstirn, die dünnen weihen Haare auf dem Kopf flattern im Wind. Einen Hut trägt er nicht. Der Junge macht dem Alten zuliebe ebenfalls Rast. Sein Gesicht ist ernst, feine helle» Augen sehen unerbittlich. Ich kenne die beiden gut. Der Alte— war einmal Chefredakteur einer grossen libcralistischcn Berliner Zeitung. Der Junge— Reporter bei einem Arbeiterülatt. In Berlin hatte der Alte den Jungen sicher nicht gekannt. Dort war er ein großer Mann getvcsen. Mit Smoking und Mini- ster-SouperS. Siebente Großmacht. Gast bei allen offiziellen Angelegenheiten. Dem Jungen war er dort schwerlich begegnet. Was mochte sie in der Emigration, zusammengesührt haben? »Hallo, Ivie gehtS", lautet mein Begrüßungsruf. Ich. finde, er ist der Beste, um jederzeit eigene und fremde Verlegenheit zu überbrücken. Der Alte lächelt, der Junge blickt nicht mehr ganz so finster.»Nicht so schlecht. Nicht so schlecht. Es könnte noch viel schlimmer sein", meint der Alte. Ich zeige auf die Koffer.„Was bedeutet denn daS? Was macht Ihr denn da?" Wieder ergreift der Alte das Wort.„Na— arbeiten. Mein junger Freund ist doch Angehöriger dieses Staates. Der darf doch das. Er verkauft Bücher. Jawohl. Und da ich nichts zu tun habe und mich langtueilc, helfe ich ihm ein bißchen die Koffer tragen. Bücher sind schwer." Mit wichtiger Miene hebt er an seiner Last. Ich schüttle den Kopf.»Kinder, ich bin nicht neugierig, aber wissen möcht' ich doch gern, wo ihr euch kennen gelernt und Freundschaft geschlossen habt. Der Junge will den Mund aufmachen. Dockt der Mte sagt:«Laß nur, sie kann das ruhig wissen. Ja, also unsere Freundschaft ist schon über ein Jahr alt. Im vorigen April haben wir uns hinter der deutschen Grenze getroffen, über die wir beide nicht ganz legal gegangen waren. Ihm hat daS weiter nichts ausgemacht. Mir tvar es im wahrsten Sinn deS Wortes ein bißchen ans Herz gegangen. Und da hat er mir geholfen. Wie ei» Sohn. Ich hab' damals zu ihm gesagt:„Men- schenskind, was bin ich in' Ihrer Zeitung oft angegriffen und beschimpft worden, und.jetzt...." —»Laß' man", antwortete er— einfach.per du —„laß' man, jetzt sitzen wir beide in der gleichen Tinte. Sollst inal kennen lernen, Alter, IvaS Solidarität heißt. Die feinen Leute haben dich alle im Stich gelassen. Nun bist du auch ein arnieS Schwein, Ivie wir."' Und so hat er mir bis hierher geholfen. Und hier fanden sich ja Menschen, die sich meiner annehmen. Aber das mit der Solidarität, das hat mir gefallen. Das hab ich nicht vergessen. Wirklich. Und nun sind wir Freunde. I Die Ortsgruppe Prag des Tourtstenvereineö „Die Naturfreunde" hat mit einer Anzahl von Turnern die Führung der deutschen Olympiade-Teilnehmer übernommen. Wir geben nachfolgende Weisungen für die GescllschaftSführungen: Jeder, der die Teilnehmerkarte gelöst hat, kann sich der Führung anschließen.— Die Teilnehmerkarte kostet Ui 3.—, wobei einige Eintrittügebühren beglichen sind und Antveisungen auf Ermäßigungen erworben werden. Die Führung selbst ist vollkommen kostenlos. In den Quartieren wird der Kleine Füh- rer durch Prag zu 60 Heller verkauft, welcher ein guter allgemeiner Behelf für selbständige Rundgänge ist.— Der normale Fahrpreis für die E l e k- >irische ist Ui 1.20 für Erwachsene, für Kinder 80 Heller für alle Strecken; es kann in der Fahrtrichtung zweiinal umgestiegen werden.— Die OIym- | piadeteilnehmer können jedoch Blocks zu 3 Stück zu Ui 6.— lösen; zu haben bei der Informationsstelle am Stadion. Dir Führung bringt die Teilnehmer zu felgenden Sehenswürdigkeiten, deren Geschichte vorgetragen wird: Pulvertunn, Graben, Zollhof Ungelt, Theinkirche, Obstmarkt, Landestheater, alte Unwersität, Mtstädter Ring und Rathaus, Zentralbücherej der Stadt Prag, zweiter Teil der Ilniverfität, KNrlsbrücke, Kleinseitner Ring, Hrad- schin(BcitSdonl, alte und neue Säle), Lorcttokirche (Glockenspiel), Eerninpalast. Jede Gruppe wird nur einen Halbtag geführt, soweit die Führer außerhalb ihrer Ber- pflichtung Zeit erübrigen können, werden sie, so wie jeder Prager Genosse gerne zur Verfügung stehen.— Unsere Führer werden rote Armbinden und das Raturfreunde-Abzeichen tragen.— Die Führer der tschechischen Arb.-Touristen haben grüne Schleifen mit den Buchstaben SDT. Wann und von wo wird geführt? VS wird geführt von den Schulen(Quartieren) vormittags und nachmittags vom Stadion, Sammelplatz rechts yom Restaurapt Drei Pfeile:.Daselbst versammeln sich die Schdulustigen und worden unter die Führer aufgeteilt.— Jeder Teilnehmer muß einen Block zu UL 8.— beim Führer gelöst haben. Die Führung beginnt Freitag früh um halb 8 Uhr von den Schulen(Quartieren) in Holle- schowitz. ■ Nachmittags Sammelort am Stadion zu den Drei Pfeilen um 2 Uhr. Samstag früh um halb 8 Uhr von den Schulen und nachmittags um 2 Uhr von» Stadion. Sammelpunkt: Drei Pfeile. Sonntag finden keine Führungen statt. Ausflüge i» die Prager Umgebung: Jene Besucher, welche an den nachfolgenden Ausflügen tcilnehmen wollen, melden sich in der Auskunftstelle der tschech. Arbeiter-Touristen am Stadion. Dieselbe befindet sich unweit der ATUS-AuSkunfts- stelle(rechter Flügel von« Masarykdenkmal). Samstag, den 7. Juli: Schloßpark Lany (Sitz des Präsidenten), Stadt Rakonitz, Schamotie- zicgelfabrik, die herrliche Burg Pürglitz(Krivoklat) und die Königsburg Karlstein. Teilnehmerpreis inkl. Fahrtspeson KL 40.—. ES wird einSonder zug abgefertigt. Anmeldung bis Freitag abends am Stadion, bei Erlag des Fahrpreises. Versammlung der Tcilnehuter Samstag früh um 6.80 am Masaryk- bahnhof in der Abfahrthalle. Rückkehr 20 Uhr am Wilsonbahnhof. SamStag, den 7. Juli Besuch de» Schlosse» und des Parkes von Konopiöt bei Beneschau (früherer Eigentümer Erzherzog Ferdinand). Sammlung der Teilnehmer bis 7 Uhr. vor dem Denkmal beim Wilsonbahnhof. Fahrpreis und Eintritt KL 21.—. Rückkehr nachmittags. SamStag, den 7. Juli Besuch der Königs» bürg Karlstein. Sammlung nm 6.80 Uhr vor dem Denkmal beim Wilsonbahnhof. Fahrpreis mit Eintritt ÄL 15.—. Rückkehr 12 Uhr mittags. Sämtliche vorgenannten Ausflüge können auch selbständig unternommen werden; doch enipsichlt cs sich, Gruppen zu bilden, um für die Führung durch die Baulichkeiten die nötige Anzahl von Teilnehmern zu haben,— die Fahrt Lany—Rakovnit ist von diesem Hinweis ausgenommen.— Diese Fahrt wird aber Montag nochmals unternommen, wenn sich bis SamStag, den 7. Juli mittag» genügend Teilnehmer beim tsthech. Touristenverband gemeldet haben (Stadion). FreundschaftSaiend der Arbeiter-Touristen und ihrer Freunde am Samstag um 8 Uhr abends im Gewcrkschaftshaus am Perstyn(innere Stadt). Für unsere Vertreter in den Gemeindeverwalwngen: Am Montag, den 8. Juli tvevden bei genügend. gemeldeter Teilnehmerzahl besichtigt: die städtischen Elektrizitätswerke, die Gasanstalt Michle, die Wasser-Filtricrstation in. Podol, das städtische Asyl für alte Bürger und Bürgerinnen und pflegebedürftiger Rinder in KrL(genannt Masarythäuser). Die Anmeldung muß schriftlich erfolgen bei den tschech. Arbeiter-Töuristet» ain Stadion, auch persönlich. An den Olympiatagen sind alle Museen der Stadt geöffnet: das städtische Museum enthält u. a. Dokumente au» den 1848-Tagen(beim Denisbahn- Hof).—^D?S Kunst- und Gewerbcmuseum beim Par- lamcnt tveriuolle Gegenstände.— DaS' Landes- nluseum am WenzelSplatz große Sammlungen.— Die WalleiisteinauSstellung befindet sich auf der Kleinseite (unterhalb der Burg). Die Dampfschiffahrt auf der Moldau beginnt oberhalb der Slawischen Insel(Slovansky ostrov), die Dampfer fahren eine Stunde stromaufwärts längs der großen Badeanstalten bis nach Zbraflav(Königsaal). Fahrpreis sehr mäßig.— Die Fahri stromauf und ablvärts mit einem kurzen Aufenthalt wird 3 Stunden in Anspruch nehmen.(Rückfahrkarten nehmen.) Die neue Siedlung mit den großen Terrasien- restaurantS und den Filmateliers am B a r r a n- d o v liegt am linken Ufer der Moldau stromaufwärts und kann mit der Linie HluboLepy erreicht werden, besonders für einen Abendausflug geeignet. Der Wischehrad(vom Stadion sehr gut zu sehen). mit seiner alten Festungöanlage, dem tschech. Wall- halla(Friedhof der großen Männer des tschechischen Volkes) ist mit der elektrischen Linie Branik—Podol erreichbar. Die Führer stehen gerne mit weiteren Auskünften zur Verfügung. St. PEZen heißt di« köstlichen PEZ-Tabletten lanasam im Munde zer* gehen lassen. Das schafft köstliche Erfrischung, ngue Spannkraft,... stählt die Nerven, läßt das Rauchen meiden, erweckt neuen Lebensmut, macht fröhlich und heiter. Der Herrenfahrer Bon Fo. Auf dem Wege in die Stadt treffe ich meinen Freund Herrn Wagner, i/Firma Wagner& Co., Textilien en groL. Er stoppt seinen kleinen, schnittigen Wagen, grüßt mit einer leichten Handvcwc- gung und fordert mich zum Einstcigc» auf. Elegant und lässig ruhen seine mit hellgelben Lederhandschuhen bekleideten.Hände aus dem Volant. Während ivir fahren, erkundige iw mich bei ihm: „Nimmt daS Selbstfahren nicht doch die Nerven etwas mit?" „DaS hängt vom Geschäftsgang ab", meint er mit philosophischem Lächeln.„Wenn man gute Geschäfte macht, dann hat man den Kops und die Hände frei, dann kann man an alles denken, anf- passen und braucht sich auch nicht vor der Fahrt im größten Getümmel scheuen." Selbstsicher lehnt er sich zurück und steuert geschickt den Wagen durch die schmalen Gassen. Ich bewundere seinen Gleichmut und denke mir: ES ist doch ein großes Glück, seiner Sache so gewiß zu sein. Man sollte lvirklich nur mit erfolgreichen Geschäftsleuten fahren. Wenn ich an so manchen Bekannten denke, der in der letzten Zeit Pleite gemacht hat, i'cherläuft mich jetzt noch ein kleines Gruseln bei der Borstellung. er hätte mich in seiner Aufregung in irgendeine Trambahn oder einen Milchwagen hineinkutschieren köniien. Wir fahren. Ich betrachte Herrn Wagner von der Seite. Eigentlich sieht er ein bißchen zu selbstsicher, so etwas nach gemachter Sicherheit aus. Aber Gott, der Mann ist kein Hochstapler, nnd>vas er sagt, ist sicher ebenso reell lvie seine Firma. Wir sind am WenzelSplatz, Ecke Vodiükova, gerade dort, wo der lebhafteste Verkehr tot». Plötzlich stoppt der Wagen, obwohl der Polizist schon längst daS Zeichen zum Weitersahren gegeben hat. Herr Wagner wird unruhig, er springt in seinem eleganten weißen Antomantcl aus dem Wagen, zieht die Handschuhe auö und hebt die Haube hoch. »Teufel noch eins", preßt er zwischen den Zähnen hervor,„ich habe kein Benzin mehr. Ich habe vergessen zu tanken. Tja, da müssen wir eben schieben." Wir stellen unS beide an die Rückwand des Wagens, pressen und drücken, aber da» kleine, an sich leichte Auto rührt sich, bockbeinig wie ein Eset, nicht von der Stelle. Wir schieben weiter, ivir drücken, wir pusten— alles hilft nichts. Inzwischen tuten hinter uns die anderen Wagen, wcr- den Flüche laut, und das Publikum steht belustigt am Straßenrand. Schon naht sich die hohe Obrigkeit in Gestalt eines Polizisten mit oravilätisck vorgeschobenen Bauch und Amtsmiene. Was tun? An der Ecke der Schuhputzer mit dem Fez hat uns eine Zeitlang beobachtet. Jetzt kommt er an nnd besieht sich ettvaö die Bescherung. Er guckt, er prüft, er fragt: »Die Herren sprechen deutsch?" »Ja." Da lächelt er ein wenig, zieht am Hebel und sagt:„So, nun wird's gehen." Wir gucke»»ns an, und ehe>vir ihm noch danken können, entfernt er sich, indem er die Achseln zuckt und sagt: „Ja, wenn Sie die Bremse anziehen, dann werden Sie den Wage» wohl nicht so leicht von der Stelle bringen." Wir waren die Blamierten. „Man kmm nicht an alles denken", sagte' Herr Wagner schleckst gekannt, als ivir den Wagen langsam zur Tankstelle schoben. Vierzehn Tage später las ich in der Zeitung:-. Die bekannte Textikgroßhandlung Wagner& Co. hat mit einem erheblichen Stand von Passiven die Einleitung des Konkursverfahrens beantragt! MMMMMWMjWWW Rom Luxemburg: Briefe aus dem Gefängnis M Seiten, broschiert mit farbigem Schuteumschlag KIA— Zentralstelle für das Bildungswesen Prag XII.. Slezskt 13 wmiiiiititiitiitiiiHimitiiiiwtiiwtiii Heute und morgen nut der Olympiade Heute Donnerst*« 7.00 Uhr: Geräte-Wettkämpfe(Militärstadion). Eröffnung des Skautlagers. 8.00 Uhr: Leichtathletische Wettkämpfe(Sportstadion). Tumproben. Beginn des Hazenä- und des Wolleyball-Turniers. Beginn der Schach- und Tischtennis-Wettkämpfe(Närodni düm, Smfchev). 15.00 Uhr: MassenfreiUbungen der DTJ.-Zöglinge und der Skauts. Sondervorführungen diverser DTJ.-Kreise; Festetene„Befreite Arbeit". Schachwettkämpfe( Fortsetzun g). 20.00 Uhr: Lampion-Festzug. Fortsetzung der Tischtenniskämpfe. 21.00 Uhr: Lichtfontäne auf der Schützen! nsel. Morsen Fruita« 7.00 Uhr: Leichtathletische Wettkämpfe(Sportstadion). 8.00 Uhr: Turnproben. Häzenä- und Wolleyballturnier(Militärstadion). 9.00 Uhr: Schachwettkämpfe(Fortsetzung). 15.00 Uhr: Auftreten der Altersturner; Son dervorfiihrungen der Gäste und verschiedener DTJ.-Kreise; Kunstfahrern der Arbeiter- Radfahrerverbände; MassenfreiUbungen der Männer und der Frauen. Festszene„Befreite Arbeit'*. Schachwettkämpfe(Fortsetzung). 19.00 Uhr: Beginn der Schwimmwettkämpfe(Hallenbad, Klimentskä). 19.80 Uhr:„Die verkaufte Braut“ von Fr. Smetana.(Nationaltheater). 20.00 Uhr: Festabend der Jugendlichen(Slawische Insel). 21.00 Uhr: Lichtfontäne. Ganztägig: Olympiade-Ausstellung(Hauptt ribiine, Stadion). Cefa 12 „Sozialdemokrat" Donnerstag, 5, Juli 1834. Nr. 153 PRAÜER ZEITUNG in. tsdicilioslowaklsdic Arbeilcr-Olijmpladc, Prag 1934 Samstag, den 7. Juli, um 8 Uhr abendS in der Produktenbörse, Prag II., HavliLrkplatz fesl-Abcnd Ittrtfleute in der Tschechoslowakischen Republik, Sitz Aussig. Kostgeld für arme Olympiadebesucher Auf Anfragen teilen wir mit, daß jene, welche, keine Möglichkeit haben, einem auswärtigen Genossen einen Mittags- und Abcndtisch zu.verabreichen, eine entsprechende Spende auf das Postspar- kasscnkonta 202018, Deutsche sozialdemokratische Bczirksorgaitisaiion Prag, leisten können. Wir bitten aber, den eingezahlten Betrag sofort mittels Karte oder telephonisch an den Genossen Richard Schönfeldcr, Prag II., Fügnerovo näm. 4, mitzuteilen. Die Bezirksleitung. Dl« Führer der OlympiadegSfte werden ersucht, Donnerstag abends um 6 Uhr im Partcihcim, Narodni tr. 4, zwecks Entgegennahm.' von Informationen sich einzufindcn. Hauptversammlung der Urania In der diesjährigen stark besuchten Hauptversammlung dcS Bolksbildungshauses„Urania" in Prag hielt der Präsident Hofrat Univ.-Prof. Dr. A. Rzach nach Begrüßung der Anwesenden einen Nachruf de» im letzten ArbeitSjahr verstorbenen verdienstvollen Kuratoriumsmitgliedern Dr. Ernst Rhchnovsky und Frau Hofrat Paula Zeynek. Hierauf gab der Direktor Prof. Dr. Oskar Frankl einen Gesamtbericht über die Tätigkeit der Urania,, seit der Eröffnung des neuen Hauses am 81. Oktober 1898, au» dem wir folgende Ziffern entnehmen: Die Gesamtzahl der veranstalteten Einzelvorträge, Führungen, Klassiker-Vorstellungen usw. betrugen im abgelaufenen Arbeitsjahr 1083/84 281 gegen 808 im Vorjahre. Die Zahl der Besucher in diesen Abteilungen ist im gleichen Zeitraum' von 40.000 auf 84.000 znrnckgegangen. Einen erfreulichen Aufschwung haben die Kulturfilm-, Schulkino» und Jugcndvorführungen genommen. In diesen Zweigen der Urania»Tätigkeit stieg die Besucherzahl von 13.000 auf 16.000. Die systeniatisch arbeitende Tätigkeit der Mafaryk-VolkShochschulehat ebenfalls einen ganz bedentenden Aufschwung durch ein Plu» von 8000 ständigen Besuchern aufzuweisen <6300 Besucher 1033/84 gegen 8700 im Vorjahre). Der vom Präsidium bereits genehmigte Rechnungsabschluß zeigt, daß die Bilanz, ohne besondere Heranziehung der Reserven, trotz der schwierigen Zeitlagen, im Gleichgewicht ist. Auf Grund der vorliegenden Gesamtrechnung deS Neubaues ist der Kojtenvoranschlag ohne Neberschreitung eingehalten worden. Die Dausmnme von rund 8,720.000 Xö mit allen EinrichtungSgegenständen ist bis auf eine» Restbtkag, der vor allem durch daS Moratorium der Zentralbank entstanden ist, gedeckt. Nach Vornahme einer Satzungsänderung wird da» Präsidium erweitert. Einstimmig werden in da» Präsidium hinzugewählt: Univ.-Prof. Dr. Gustav B eck i n g, Professor der deutschen technischen Hochschule, Landeskonservator Dr. Karl Kühn, Dr. Arthur Steiner, Dr. Emil Strauß, Univ.-Prof. Dr. Eduard Winter. In daS Kuratorium wurden Univ.-Prof. Dr. D. Ehrenberg, Jng.. I. Friedmann, Archivrat Dr. Anion. Moucha, Waldemar Wim- bersky und Kirchenrat Dr. Robert Z i l ch e r t neu berufen. Für das nächste ArbeitSjahr beabsichtigt die Direktion einen weiteren Ausbau und— auf einigen Gebieten— die Umgestaltung der. Volksbildung nach neuen Richtlinien. Nach wannen DankeSworten des gründenden Kuratoriumsmitgliedes Direktor Neuern wurde die Haupwcrfammlung geschloffen. Der Schleßgarte« aus der Prager Burg wird der breiteren Oeffentlichkeit am 6. und 6. Juli von 8 bis 18 Uhr zugänglich sein. Eintritt für.erwachsene Personen Ai 1.—, für Kinder 50^Heller. üllN8l und Wissen Gerhvrd von Renfcler der Dichter und Musiker, feiert am 6. Juli seinen 80. Geburtstag. Keußler ist in Schwanenbyrg in L i v l a n d als Sohn de» ehemaligen evangelischen Pfarrers von Petersburg gehören, tvandte.sich zunächst in D o r p a t dem Studium der Naturwissenschaften, später in L e i p z i g dem der Musik zu. Nach musikalischen Wanderjahren in Berlin, Dresden und München kam er 1008 nach Prag und entfaltete hier als Leiter von Chorvereinigun- gcn(Deutscher Singverein und Männergesangverein) sowie als Orchesterleitcr, vor allem aber auch als Dichter und Komponist eine 12jährige Tätigkeit. 1018 wurde er nach Hamburg als Dirigent der „Singakademie", später auch des philharmonischen Orchesters berufen. 1021 zog er sich von diese» Aemtern und ihrem Pflichtenkreis zurück(Karl Muck wurde sein Nachfolger beim philharmonischen Orchester) und widmete sich in den folgenden Jahren, später von Stuttgart aus, als Gastdirigent lediglich der Verbreitung seiner eigenen Werke. 1927 erhielt er als erster Musiker den in diesem Jahre von der deutschen Regierung gestifteten Beethoven-PreiS, vorher schon war er ordentliches Mitglied der Akademie der Künste in Berlin geworden. 1982 folgte er einem Rufe als Leiter symphonischer Konzerte nach M e l b-o u r n e. Dort und in Sydney wirkt er gegenwärtig als Propagator deutscher Musik in Australien. Von Keußler stammen vier große Oratorien, vier Symphonien, zwei Bühnendramen. zahlreiche kleinere Chor- und Orchestcrlverke und etwa 60 Gesänge.— Auch als Bearbeiter älterer Musik(Händels Psalmrcquiem u. a.) sowie als Musikschriftsteller leistete er Bedeutendes. Theodor BeidlS Oper„Die Kleinstädter" wurde vom Prager Deutschen Theater zur U r- aufführung angenommen. Rote Kinderrepublik »NI. Arbeiter-Olympiade 1934" Besuchszeiten im Zeltlager: Donnerstag, den 6. Juli, vonlü bis 10 lihr. Freitag, den Ü. Juli, von 0 bis 11 Uhr und von 15 bis 18 Uhr. Samstag, den 7. Juli, von 0 bis 1 l Uhr und von 1.', bis 18 Uhr. Sonntag, den 8. Juli, von 15 bis 17 Uhr. Zu andere» Zeile» ist der Zutritt zum Lager nicht gestattet. Wir ersuchen die Genossen und Genossinnen, nur zu den angegebenen Besuchszeiten das Lager zu besichtigen. vmcmssssi Frecher Schwindel mit Stellen- Vermittlung Erlogene Korruptionsmanöver Prag, 4. Juli. Ter 41jährige Georg Hübsch, mehrfach vorbestraft wegen verschiedener Betrügereien, stand hcnte neuerlich vor dem Scnat T r o st. Hübsch hat es verstanden, seine Gaunereien in„vornehmem" Stil ins Werk zu setzen. Rach außen hin war er Inhaber einer Kanzlei in der Nationalstraße, an deren Tür ein Schild mit der Aufschrift„JUTr. Georg Hübsch" prangte. Was für Geschäfte in dieser Kanzlei betrieben wurden, ging aus dem Firmenschild nicht hervor. Daß sie einträglich waren, beweist die Tatsache, daß sie die Erhaltung eines Geschäftsraumes in der teuersten Gegend Prags ermöglichten und daß sie kriminell anrüchig waren, beweist die heutige Verhandlung- Im übrigen ist Hübsch keineswegs Inhaber eines anerkannten akademischen Titels, sondern hat sich nur eines der fragwürdigen Diplome gewisser ausländischer Universitäten verschafft, die für mäßiges Honorar jederzeit erhältlich sind. Ein gewisser Franz S k o r e p a aus einer Pro- vinzsmdt, suchte durch Inserat eine» Beamtenposten nnd versprach für erfolgreiche Vermittlung einer Stellung 6000 Xä Belohnung. Worauf sich „Doktor" Hübs4 umgehend meldete und dem Stel- lensncher einen Posten bei der„Allgemeinen P e n s i o n S a n st a I t" versprach. Natiirlich sei aber die Sache mit gewissen Kosten verbunden. Vor allem muffe ein getviffer Senator(!) 1000 XL bekommen, ferner müsse der Wahlfonds einer Partei, die er nicht nennen tvollc, 2000 XL erhalten. Daß die Direktion der Pensionsanstalt 1.600 KO in die eigene Tasche stecken wollte, wußte der Herr„Doktor" dem naiven Bewerber gleichfalls plausibel zu machen nnd schließlich empfand es dieser als riih- menstverte Bescheidenheit, daß sich der liebenswürdige Vermittler für seine Person mit lumpigen 500 KC begnügen wollte. Bedauerlich bleibt jedenfalls das Faktum, daß derartige plumpe Berufungen auf die Käuflichkeit öffentlicher Funktionäre nnd politischer Faktoren bei mangelhaft informierten Leuten derart kritiklos Glauben finden kann. Großartigerweise stellte der„Doktor" einen „Sicherstellungswechsel" über die bereitwilligst erlegten 6000 Kt aus. der am 18. März d. I. fällig war, denn an diesem Tage sollte Skokepa die verheißene Stellung antreten. Als er sich am 18. März bei seinen:„Protektor" meldete, hatte dieser natürlich eine Reihe glatter Ausreden. Die Stellung sei shm sicher, aber es habe»och keine Direktionssihung der Pensionsanstalt stattgefunden u. dgl. Der Angeschmierte hätte auch keinen Verdacht geschöpst, wenn ihm nicht ein glücklicher Zufall die ihm bekannten Brüder Emanuel und Miloslav R h z n e r in den Weg geführt hätte, denen der Herr Doktor auch aus ganz gleiche Weise 4.600 XL aus der Tasche gezogen hatte. Erst jetzt schöpfte er Verdacht und erstattete die Anzeige. Bei der heutigen Verhandlung versuchte sich der Angeklagte mit einem frechen Dreh aus der Schlinge zu ziehen. Er behauptete, von einem Ver- trauensmann der sozialdemokratischen Partei beauf- tragt worden zu, sein, durch Verfchafsung von Stel- Elegante Damenhalb* Strümpfe aus allerfein* ster Mattseide.— Das elastische, ein* gewebte Strumpf* band ermöglicht an* genehmes Gehen.• Kein unangenehmer StrumpfbandgOrtel I 3 5urujn]yband 134. len der Partei zu neuen AgitationSkräfien zu verhelfen. Diese ebenso freche als lächerliche Behauptung wurde allerdings vor Gericht schlagend widerlegt nnd der Betrüger zu fieben Monaten schweren und verschärften KerkerS verurteilt. rb. vcrclnsnadirMitai Volkssinggemeinde. Probe zur Aufführung Samstag, pünkrlich um 8 Uhr abends im ilebungSlokal. Leitung: Gen. Ianetfchek. GEDENKET bei elfen Anlassen der Arbeiterfürsorge! „Blumen-Zauberdung", das Blütenwunder Blumen an allen Fenster»! Welche Freude für de» Besitzer wie für den Beschaueri Wenn Sie Ihre grünen Lieblinge kräftigen und zu reichem Blühen bringen wollen, verlvcndcn Sie„Blumen-Zauberdung", ein erprobtes, billiges Düngemittel, ein wahrer Wundertrank für Ihre Blumen. Jetzt müssen Sie mit dem Dungguß beginnen! Bestellen Sie sofort ein Paket bei der nachstehend angegebenen Adresse und legen Sie den Betrag von Xö 6.80 tn Briefmarken bei. 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Juli 1934 Unsere GenossenschäKfl WWllWMWmWKM Der Massenaufmarsch der Arbeiterturner und Sportler zur III. tschechoslowakischen Arbeiter-Olympiade ist ein Zeichen für die starke kulturelle Stellung, die sich die Arbeiterschaft trotz aller Ungunst der Zeit erobert hat. Die arbeitenden Menschen nehmen in stärkstem Mähe an bemühter Körpergestaltung teil. Sie finden im Turnen und Sport das Gegengewicht für die zermürbende Eintönigkeit der Berufsarbeit. Die Arbeiterschaft liat erkannt, dah ein gesunder Körper ein hohes Gut ist, das erhalten und gepflegt werden muh. Line gesunde, in Massenarbeit geschulte und disziplinierte Generation wird nicht zögern, nach Wissen und Erlenntnis zu streben und wird alle Mittel anwenden, um auch die Umwelt so zu formen, wie es den Erfordernissen der Arbeiterklasse entspricht. In den heutigen Zeiten kommt eS mehr denn je darauf an, die Widerstandskraft der Arbeiterklasse im wirtschaftlichen TageSkmnpf zu erhalten und zu steigern. Dazu.müssen wir uns aller Einrichtungen bedienen, die bereits bestehen und geeignet sind, den Lebensraum der Arbeiterschaft zu erloeitern. Die Arbeiterschaft hat sich in jahrzehntelanger Arbeit eine Genossenschaftsbewegung aufgebaut, deren Zweck es ist, die Kauflraft der vielen Millionen Verbraucher zufammenzufassen und zu organisieren. Jedes arbeitenden Menschen Kauf- lrast ist für sich allein betrachtet wenig. Aber die vereinigte Kaufkraft der gesamten Arbeiterklasse ist eine gewaltige Macht. An jedem Lohntag ist der arbeitende Verbraucher eigentlich Herr der Wirtschaft. Seine Lohnsumme flieht, für seine Bedürfnisse ausgegeben, in tausenden Kanälen wieder zurück unb speist auf diese Weise die Profitquellen des Kapitalismus. Unseren deutschen Konsumgenossenschaften in der Tschechoslowakei find gegen» wärtig mehr als 260.000 Verbraucherfamilien angeschlagen.- Mit den Familienangehörigen bedeutet dies, daß ungefähr 800.000 Menschen durch die LerteilungSstellen der Konsumgenossenschaften versorgt werden. Das ist beinahe ein Viertel her deutschen Bevölkerung in diesem Staate. Auf dieser Grundlage ruht das Fundament der genossenschaftlichen Zentralorganisationen, der verband deutscher Wirtschaftsgenossenschafte»»ad der GEE-Verband. Letzterer fungiert als die GrohebckaufS- und ProduktionSzentrale der gesamten Bewegung. Die Genossenschaftsbewegung erstrebt neben der Erfassung des Bedarfes die eigen« Erzeugung. ES wäre halbe Arbeit, wollte sich die Genoffenschaftsbewegung damit begnügen, nur der Verteiler der Bedarfsgüter zu sein. Bei der heutigen Konzentration des Kapitals, die sich vornehmlich in der Pro- duktion zeigt, bedeutet die Errichtung der eigenen genossenschaftliche« Produktion der organisierten Verbraucher, einen direkten Angriff auf die Sommandohöhe des Kapitalismus. In seiner Eigenschaft als PrvdukkionSzen- trale hat der GEE-Berband bis nun 28 moderne und vorbildliche Betriebsstätten geschaffen. Diese gelten als jene Stätten, in denen die Errungenschaften der Arbeiter in bezug auf Kollekttvver- träge und gegenseittge Vereinbarungen Muster« gfltig eingehalten werden. DaS bedeutet in dieser Zeit, in der das gesamte Kapital einen General angriff auf die Errungenschaften der Arbeiter unternimmt, dah die genossenschaftlichen Betriebe einen Schuhwall vor Willkür darstellen. Durch die GEC-Wäschefabrik in Bärringen wurde beispielsweise der schändlichen Ausbeutung durch Heimarbeit in diesem Teil des Erzgebirges ein Riegel vorgeschoben. Der GEC-Berband schafft aber auch die Verbindungen zwischen Landwirt und Arbeiter. Wie wichtig eine lückenlose Verbindung zwischen bäuerlichem Erzeuger und arbeitenden Verbraucher wär«, beweisen gerade die gegenwärtigen wirtschaftlichen Zustände. DaS Diktat des Groh- grundbesihes, der für sich alle Vorteile herauS- holen will, der mit der Industrie durch Kapitalsverflechtungen verbunden ist und nun auch nach dieser Richtung hin auf seinen Profit bedacht ist, bringt für den arbeitenden Bauern keine Erleichterung der Krise. Der Arbeiter als Verbraucher hat ein sikhr groheS Interesse, dah die Zwischenglieder, die sich einschieben und einen beträchtlichen Teil Gewinn für ihre überflüssige Vermittlung in Anspruch nehmen, verringert werden. Er hat ein Interesse daran, dah der Landwirt einen gerechten Lohn für seine Mühe erhält und dah die Produkte der Landwirtschaft zu erschwinglichen Preisen auf den Markt gebracht werden. Durch die Verbindung zwischen Konsumgenossenschaften, die Vertreter der organisierten Verbraucher mit dem Landwirt, als dem Erzeuger, gewinnen beide Teile. Der GEE-Berband hat diese Verbindung zum Teil bereits geschaffen und eS ist die Aufgabe der Gcsamtbewegung, sie immer weiter auözu- bauen. Eine starke, geschlossene Genossenschaftsbewegung vermag in dieser Beziehung sehr viel zu erreichen und eS muh unsere Sorge sein, immer mehr Mitglieder zu gewinnen, um dieser natürlichen Bundesgenossenschaft zwischen den beiden großen schaffenden Schichten des Volkes die Wege zu ebnen. Unsere GenossciischafiSbewegung arbeitet nicht für sich allein, sondern gehört dem Internationalen Genoffenschaftsbund als Mitglied an, der in vielen Kulturländern beinahe SO Millionen Familien vereinigt. Jedes Jahr im Juli wird der Internationale Genossenschaftstag gefeiert. Er fällt diesmal zeitlich mit der Arbeiter-Olympiade zusammen. Der Aufruf des Internationalen Genossenschaftsbundes an die Genossenschafter der Welt fordert: Weltstiedenk Freiheit! Gerechtigkeit! Die gleichen Forderungen erheben alle arbeitenden Menschen. Es ist unsere heiligste Aufgabe, alle Kräfte aufzubieten, um ein neues furchtbares Massenmorden hintanzuhalten. Es ist unsere heilige Aufgabe, für die Freiheit ein» z u st e h e n! ES ist unsere heilige Aufgabe, für Gerechtigkeit zu kämpfen, die noch niemals so schmählich zu Boden getreten wurde wie in dieser Zeit, da der Diktaturwahn ganze Völker ergriffen hat. Es gilt nun für jeden klassenbewuhten Arbeiter, für jede Arbeiterin in konsequentester Verfolgung der hohen Ziele, die wir uns gesteckt haben, zu arbeiten und sich jedes Mittel zu bedienen, das die Stellung der Arbeiterschaft festigen kann. Die wirtschaftliche Organisatton der Arbeiterklasse sind die Konsumgenossenschaften. Ihnen obliegt eS, den Weg für eine planvolle und sozial gerechte Gemeinwirtschaft vorzubcreiten. Jeder muh am Aufbau, an der Stärkung dieser wichtigen Organisation teilnehmen. Der Arbeiterklasse und der Genossenschafts, bewegung ist nicht mit einem Lippenbekenntnis gedient. Rur der schafft für die Zukunft, der seiner Ueberzeugung auch durch die Tat Ausdruck gibt. Oft muß die Arbeiterklasse heute Amboß sei«. Der Gebrauch der Macht alS Verbraucher in den Konsumgenossenschaften läßt sie Hammer werde«. Die wirtschaftliche Macht gibt alle Möglichkeiten der Gestaltung. Gebrauchen wir sie! Bauen wir unsere Organisationen auS! RiedlE. Die genossenschaftliche Produktion organisiert die neue Wirtschaft. Sie setzt an die Stelle der anarchischen, kapitalistischen Fabrikation die PLAN MASSIGE PRODUKTION, welche für den vorhandenen Bedarf dcrorganisiertenKonsumenten erzeugt. Helfei am Aufbau dieser organischen Entwicklung unermüdlich mit. VERLANGET in Allen genossenschaftlichen Verteilungsstellen nur die vorzüglichen ^SC-PRODUKTE 9tM Sanatorium Santoika Abteilung für chirurgische Eingriffe Frauen- und interne ROntgenanstalt Eigene Abteilung für Geburten 60 xxxx xv x ctzx tiu jx x xx xx iviviv x tiSj $ Die besten Mahlprodukte aller Art liefert die | Strelitzer Mühle Kuiera bei Staab| » Lieferant der Konsumvereine«! erpentin-fdfe ;■ 9f^Jüerns(||e t 9 t&$eifcnflocften- die idealen'WasdmMtet für unsere Hausfrauen in atfen Monsumvereinen -..«17 WMM bk»WWW! MMMlIik, MM. Die westböhmischen Konsumvereine, die derzeit 65.000 Mitglieder zahlen und 440 Verkaufsstellen besitzen, appellieren an alle Arbeiter, Turner, Sportler und Angehörigen der Kulturorganisation, alle Einkäufe für sich und ihre Familien ausschließlich in den bestehenden Genossenschaftsläden zu besorgen. Die Genossenschaften bilden einen festen Wall gegen alle egoistischen wirtschaftlichen Privatintereffen. Sie fördern die Solidarität und die gemeinsame Zu- am sammenarbeit aller Konsumenten. Genossenschaft bedeutet wirtschaftliche Macht und Stärcke! B. Safi 1934 n. wWostotbehtefttaF Nr. 1BB I Arpäd DamphnOhlc 4 Ernst Back LS, NITRA V Weizenmehle ♦ Roggenmehle BezitfcskrankenimrsIcImnmgSBnstalten In Pru ♦ Rollgerste(Graupe) in ihren Mühlen in ii Nitra in BrOnn Trencin Ivanka bei Nitra und in der Nitraer Schälerei versorgt in ihren 237 Verkaufsstellen Gcsamt-Tagcs-Kapazltäl 30 Waggons Präs- Vysoiany TELEPHON 30184 3MS Hk- Grohmann& Co.. WQrbenthalf 5 ROHMANN RUSCHWITZ Verinndwatton,Verbandstoffe, medizinische Pflaster, chirurgische Gummiwaren und Krankenpflegeartikel aller Art Sonderabteilung: Säuglingsausstattungen. Vertragliche Lieferanten des Reichsverbandes der n' Asba-Farben Jka-Lacke Prager Farben- u Lackfabrik Aktiengesellschaft Knopffzwirn, Rollenzwirn, Strlhnzwlrn,i Schuh* und Sattlergarne und Zwirne^ erzeugt anerkannt erstklassige Produkte: arnsst und Heferti „Chepaleum", den bekannten, beliebten und bestens bewahrten Wand* und FvMedtn- beleg mH Hanfeinlase, KC Z— per 1 m’ „Kachlir, den idealen Wandbelag. Waschbar und dauerhaft Wachs* und Paraffinpapiere Nr i.dhensmHtelpeckung, Nr Schokolade end Kan* dtten, bedruckt und unbedruckt, Nr Hand* und HäscMnanpackuns Wachetuchimitation Wandtapeten„Pranata** In eratklaMWer AuaNhruns und reicher Deaslnauawahl Ölpapiere, Export-Persamentol. Olorsantlnpaplere, die Ideole Exportpackung Oeaalnlerte Packpapiere mH rtrmaxudruck in Rollen und Bosen Verschiedene bedruckte und chemisch präparierte Spestalpaptere Nr Emballasen und technische Zwecke. Desslnlerte Papiere In Rollen und Bosen. Kopierrollen. Packpapiere mH Fadeneinlage u. V. Mot Verbandstoff-Werke Fabrik Turn-Teplitz, Mariascheinerstraße 27 GamtCr fomtarnge Mttelr SHrftuaren 2810 Erbse ♦ Hirse Knsim- und SiannissMsehaft„Vorwirts Bratislava: Zentralbüro: Zentralmagazin i Ratzersdorferstraße 29—31 im eigenen Hause Filialen t======= Bratislava: Ratzersdorferstraße 29—31, Donaugasse 80, Radlinskystraße 71, Dynamitfabrik, Patronenfabrik, Zvo- lenergasse 955, Ziegelfeld, Leinweber- gaase 10,* Lumnitzergasse 3, Soltes- gasse 17—19 Obe ruf er: Hauptstraße 33, Hauptstraße 143, Habern 146 Engerau: K. Marxstraße 64, Stefanik- straße 80 3t Georgen: Mittergasse 101 Sommerein: Ungargasse 147 Biskupice: Üzkä. ulice 31 Die Konsumgenossenschaft ist die beste Einkaufsquelle des organisierten Konsumenten. Tretet deshalb als Mitglied der Konsumgenossenschaft bei und besorgt eure Einkäufe nur.in oben* angeführten Abgabestellen ANMELDUNGEN werden jederzeit in sämtlichen Verteilungsstellen der Genossenschaft sowie in der Kanzlei: Bodenbach, Schlachthofstraße 891, entgegen genommen und a Ile weiteren erforderlichen Auskünfte bereitwilligst erteilt „Solidarität Kcla Vrable Häkel-und Stopfgarn, Stickgarn Btfrtel und Borten Zwirnknöpfe Schuhbänder u. Lederriemen,(als Spezialität Strumpfband- und Rüschengummi aus Seide Schnürsenkel mit Gummibeschlag) und Baumwolle, Gummilitzen aller Art Sockenhalter, Hosenträger Arbeiter-Kinsimverein Bodenbach_____ reg. Genossenschaft mit besehr. Haftung JEDE clgenberechtlgte Person kann Mitglied. unserer Genossenschaft werden durch die Erwerbung eines Geschäftsanteiles von FÜNFZIG KRONEN und Entrichtung einer Einschreibgebühr von 60 Hellern. Dor Geschäftsanteil kann statutengemäß auch In Raten von Ke 5'— eingezahlt werden. Nach. Erlag der 1. Rate besitzt Jedes neue Mitglied bereits das Einkaufsrecht. CHIP! M AB RI K CMS MISCHER PARIERE GESELLSCHAFT M. B. H. PRAG-SMICHOV 37.000 Vereinsmitglieder u. deren Familien Nordbohmlsdicr Konsum- u. Sparverein registrierte Genossenschaft mit beschränkter Haftung In Tcldistatt 4B Vcrtellungsiteilen, B000 NilHMer— Jahresumsatz MC 1B.OOO.OOO— Spareinlagen MC O 000.000— Moderne Halleerttsterel u. Dierablttiiercl ArbellerbttckereB RumburR liefert wohlschmeckendes, ausgiebiges Brot und vorzügliches Weißgebäck bei einwandfreier Betriebsweise— jeder Jiiossenbewuote Arbeiter dedrt seinen Bedart nur in den eibenen Unternehmungen! w j® I" 4AM1VS4 m 9Jr. 156 MATADOR ♦ i MMhren Oenessenschaitsmühien empfehlen Ihre Mehlprodukte FRANZ KULIS DAMPFMUHLE NETOLITZ M Die besten und billigsten TEPPICHE erhalten Sie in allen Reichenberg Bfickereimaschinen- Fabrik (jccffarcnliüiiscrii 2483 Kauft nur bei unseren tnserenlen! CORONA 'Gummiwerke A. G. i i i i Erfaßt alle aktiven Arbeiterinnen und Arbeiter der tschechoslowa» Riechen Tabakregie sowie auch jene im Ruhestande. Die Gewerkschaft gewährt den Mitgliedern Krankenunterstützung und BeerdigungskoetonboitrOgo erzeugt sämtliche Gu m mi war e n i GIS IAN A 0 0., FRAG II., Stlptnsk* 31. Ich interessiere mich für die amerikanische Klein- sohreibtnsschiM Coreas. Senden Sie mir unverbindliches Angebot für Barzahlung— für Ratenzahlung..tisdbi Hames Spiel-, Sportwaren Gummifußbodenbelag TERRA-GOMME Velo-Reifen Semperit Regen-Gummimäntel Gummifeder-Aktentaschen Gummiabsätze Berson-Palma Gummischwämme ,MATADOR' Hartgummikämme Hosenträger, Gürtel Badehauben, Badeschuhe Der wirksamste Schutz für den Konsumenten— insbesondere in den Zeiten der schlechten Verdienstverhttltnisse—ist der Konsumverein. Pflicht aller Arbeiter ist es daher, die Mitgliedschaft im Konsumvereine nu erwerben und durch restlosen Einkauf am wetteren Ausbau dieser Schutzorganisation mitzuhelfen. Für den Kreisverband in Südböhmen: Ma Vereine KapUta, langender* und„Mfunarwald.“ Karlsbad Telephone: 294, 1563 Telegrammadresse: Eierbloch reg. G. m. b. Haftung (■HtMt sich zur Ausfüllung aller Buch- und tat Steindruckarbeiten Telafos Nr. 04 MWWMW Rosemann& Spitz 1B2RS22S2S2SE52S2S2S252S2S2S2525252S2S25E5252S252S2S25ES2S2SB52S25H52S252S25252525BSU den hygienischen FuBbodenbdag RUBOLEUM I RUBOLEUM besteht aus einer festen Einlage, die beiderseits mit m einer wiederstandsfMhigen roten oder grünen Imprägnierschicht ver- B sehen wird. RUBOLEUM ist dadurch jahrelang haltbar. B 24« Mr jaden Kananmuarnln ata nutzbringender Artikel» TIIRAC) AkttMgeseflschaft für Teerverwertung, PRAG Xa« 8 Vltkova 4 B M5WWM5M5M5M5WM5MSWMSLM5S5MMSSSSSSSLMSLM5MMI S. Bloch Eier-«. Butter-Großhandlung« Spezial-Eierkühlhaus 1 ricischcrclmaschincn und EleHromaschlnen sowie Kühlanlagen und vollautomatische Kühlschränke liefert J. Wohlfahrt 4 Co. 3838 Maschinenfabrik' AUSSIG a. r rabriksstraDe 27 [ 2888 I! 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Su&tOSt JgealeftemBfcat* Mr. füg Die Welt strebt zur Planwirtschafti Heilte zweifelt kein vernünftiger Mensch mehr daran, datz eine wirtschaftliche Gesundung der Welt nur dann eintreten kann, wenn in die gegenseitigen Wirtschaftsbeziehungen der Völker, aber auch in das wirtschaftliche Eigenleben der einzelnen Staaten selbst Ordnung gebracht wird. Es ist das Tragische und Groteske der Wirtschaftsperiode, die wir gegen« wärtig durchleben, das; all die Not, unter der wir leiden,«licht aus einem Mangel, sondern im Gegenteil aus dem reichsten Ueberflütz entstanden ist, wie ihn die Welt vorher kmim jemals zu verzeichnen hatte. Die Produktivkräfte haben sich nach der Katastrophe des'Weltkrieges in ungeheuerlichstem Matze vermehrt. Ein Blick in die ProdukiionSstatistiken belehrt uns,, datz die ProduktionS-Kopfguote in fast allen Industriezweigen auf ein Vielfaches des Standes von ISIS gestiegen ist, datz heute trotz weitgehender Betriebsreduktionen je Arbeiter viel mehr Waren erzeugt werden als je zuvor. Das ist teilweise eine Folge des technischen Fortschrittes, teils ist aber diese ProduktionSvermchrung auch durch eine beffere Organisation der Arbeit, durch raffiniertere Arbeits- nietyodeu, durch erhöhte Beanspruchung der menschlichen Arbeitskraft erzielt worden. Ein tüchtiger Facharbeiter, der vor dem Kriege wohl angesehen war und oft im Betriebe eine Monopolstellung schalster Konkurrenz; die Betriebe trachteten sich gegenseitig durch ihre Billigkeit aus dem Felde zu schlagen. Die Preisgestaltung einer Ware ist,.von mannigfachen Komponenten Abhängig, doch kann man sie in zwei grotze Gruppen teilen: in die sogenannten fixen, die feststehenden Kosten und in die variablen, die veränderlichen. Die fixen Kosten sind vor allem durch das im Betriebe investierte Kapital gegeben, das verzinst wtb amortisiert werden mutz. Man kann auch hier bestimmte Erleichterungen durch eine Senkung des Zinsfußes erreichen, doch stießen alle" Bemühungen in dieser Hinsicht auf den entschiedenen Widerstand der Banken. Die Banken verfügen über eine gute Organisation, sie üben auch im ganzen Wirtschaftsleben eine» bedeutenden Einflutz aus und so kmn es,, datz für die Industrie die oft wahnsinnig hohe Zinsenbelastung, die aus den riesigen Jnvesti- tionSanlagen der Konjunktur herrührte, zu eineni unabänderlich scheinenden Bleigewicht wurde. Man kann den Banken auch nicht den Vorwurf ersparen, datz sie aus Prestige- und aus Bklanzgründen nur zu oft eine sehr kurzsichtige Politik betrieben, alle Erleichterungen für die unter ihrer Patronanz stehenden Industriebetriebe Mehnten und so nicht selten ihren Ruin herbeiführten. Eine weitere wichtige Komponente der Preisgestaltung ist der Rohstoffbezug» Diese Marke bürgt für Qualität die größte Kleiderfabrik derCSR. VERKAUFSSTELLEN IN PRAG: W»MM ll., VMHikava M Mail«, TtaersliA M innehatte, käme heute in vielen Fälle« bei dem.gesteigerten Arbeitstempo gar nicht mehr mit Und würde als überflüssig« Ballast bei der erstbeste« Belegenheit aus dem Betriebe entfernt. Leider hat indessen die gesellschaftliche mit der technischen Entwicklung nicht Schritt gehalten. Man hat die Produktion auf ein Höchstmatz gesteigert, dabei aber vergessen, datz Hand in Hand mit dieser ProduktionSsteigerung auch eine Steigerung der Kaufkraft der breiten Volksmassen gehe« mutz. WaS nützt die beste Organisation der Erzeugung, was «ützt die größte Massenproduktion, wenn ihr der geeignete Absatz für die Riesenmengen der erzeugten Waren fehlt? Der mangelnde Absatz führte zu ver- bzw. der Bezug der Halbfabrikate. Hier gelang eS de« Unternehmern in zahlreichen Fällen» erhebliche Ersparnisse gn erzielen. Besonders dort, wo sie selbst divckt auf dem Weltmarkt«dckaufen konnten. Aber «S gab viele Fälle, wo dies nicht möglich war und wo die Unternehmer darauf angewiesen waren, sich im Jnlcnü» einzüdecken. Hier stießen sie nun in der Regel auf die wirtschaftliche Macht der Kartelle, die ihre Preise trotz des allgemeinen Zusammenbruches unverändert hochhielten. Alle Versuche nach eindn Abbau dieser Preise scheiterten an dem zähen Wille» und an der organisawrischen Stärke dieser Kar- tellg-Sklde. Blieb als dritte und wichtigste Komponente die Produktionsregie,'die teils in die Lohn-, teils in die Regiekosten zerfällt. Hier konnte man auf der Linie des geringsten Widerstandes vorrücken. Die Abwehrkraft der Arbeiter und ihrer Organisationen war durch die lang andauernde Krise erheblich geschwächt und so häuften sich allenthalben die Angriffe auf.die Löhne und Verdienste d^r Arbeiter und Angestellten. Gleichzeitig strebte man mit Erfolg nach einem Abbau der Regiekosten, der durch eine Vereinfachung und Maschinisierung der Büroarbeiten, durch bedeutende Ersparnisse in der Wärme- und Kraftwirtschaft der Betriebe-usw. erzielt wurde. Durch Abbau der Löhne und Gehälter nnwde die Kaufirast breitester Konsumenienmassen geschwächt und herabgemindert, durch die technischen und organisatorischen Ersparnisse wnrden zehn- und hnnderttausende von Arbeitnehmern aus der Produktion, damit aber auch größtenteils aus dem Konsum auSgeschaltet. Der gesteigerten Produktion stand ein sich ständig verengernder Absatzmarkt gegenüber. Man versuchte also, diesen schwindenden JnlandSabsatz durch erhöhten Export wettzumachen. Indessen hatte sich die Entwicklung nicht auf ein Land beschränkt, sondern sie war internationalen Charakters. Ueberall hatte man mit denselben verfehlten Mitteln die Krise zu lösen versucht und überall beschritt man auch weiterhin dieselben verfehlten Wege: eine Zollerhöhung jagte die andere, als das nichts half, ging man zu Einfuhr« kontingentierungen über, die sich schließlich bis za Einfuhrverboten verstärkten und als letzte Erscheinung auf diesem Gebiete verzeichnen wir daS Preisdumping, mit dem nicht selten auch ein künstlich her« vorgerufenes Währungsdumping verbunden ist, das besonders kratz in den reichSdentschen Maßnahmen in Erscheinung tritt. Run endlich hat man erkannt, daß auf diesem Wege immer nur neues Elend bewirkt werden tarn, datz alle Völker dem unaufhaltsamen Rückfall in die Barbarei entgegensehen, wenn nicht Wandel geschaffen wird. Man beginnt sich wieder auf den Inlandsmarkt zu besinnen und erkennt, daß nur durch eine zweckmätzige Organisation der Produktion, eben durch eine Art Planwirtschaft der sonst unvermeidliche Verfall aufgehalten werden kann. Wir als Sozialisten sind unS dessen bewutzt, datz eine endgültige Gesundung erst dann eintreten kann, wenn daS Profitprinzip in der Produktion und Distribution der Waren durch das Bedarfsprinzip ersetzt wird. Aber wir wissen anderseits, datz die Erfüllung dieser Forderung eine Frage der Macht ist und datz die proletarische Klasse vorläufig eben nicht die genügenden Machtmittel besitzt, unr ihre Forderungen verwirklichen zu können. Doch können wir nicht warten, bis uns diese Macht gegeben wird, da wir doch gezwungen find, auch unter den heutigen Verhältnissen zu leben..LllS. verantwortungsbewußte Menschen haben wir daher die Pflicht, auch bei der gegenwärtigen Verteilung der Machtpositionen im Staate und in der Wirtschaft dafiir zu sorgen, daß den breiten DolkS- maffen erträgliche Existenzbedingungen geschaffen werden. DaS erfordert jedoch, daß sich die drei großen Gruppen der Bevölkerung, Arbeiter, Bauern und In« dustrielle über einen gemeinsamen Plan einigen, der naturgemäß nur auf dem Kompromißwege, durch Verhandlungen zwischen diesen einzelnen Gruppen zustande kommen kann. So wenig die Arbeiter ein Interesse daran haben können, datz die Bauern ihre Produkte unter dem Produktionspreis verkaufen müssen, so wenig können auch die Bauern von den Arbeitern fordern, daß sie ihre einzige Ware, die ihnen zur Verfügung steht, ihre Arbeitskraft, infolge des durch die Krise bewirkten UeberangeboteS unter undühegaU. ES-MR RADER jtdUfpU ft» HätuUtn,. ES-KA-WERKE EGER 3435 dem wirklichen Wert verkaufe«. Verdient der Arbeiter nichts oder nur wenig, so wird eS in erster Linie die Landwirtschaft selbst spüren, weil dann sogleich alle werwolleren Erzeugnisse, vor allem Fleisch, Butter usw. eine starke Absatzminderung erfahren. Ebenso nmß aber auch die Industrie ein Interesse daran haben, sich die weitaus größte Zahl der Volksgenossen konfumfähig zu erhalten, nachdem ihr der Weg ins Ausland infolge d« allgemeinen Autarkiebestrebungen verwehrt ist.‘ Dir zweifeln nicht daran, daß bei gegenseitigem guten Dillen durch Verhandlungen zwischen den Hauptgruppen der Bevölkerung em erträgliches Kompromiß geschaffen werden kann, da» ihnen allen jenes relative Optimum an Lebensmög- lichkeiten sichert, welches unter den gegenwärtige« WirtschastSverhältniffen möglich ist. Dann und nur dann wird es auch gelingen, auf dem beschränkten LebenSraum, der uns hier und dort zur Verfügung steht, die Wirtschaft wieder anzukurbeln und zur Dienerin der Menschen zu machen, statt unter ihrer ftirchtbaren und mörderischen Mechanik zu leiden. Ordnung in Wirtschaft und Leben, planvolle Nutzung der vorhandenen Kräfte sind eS, die der vielgeplagte» Welt ihre Ruhe wiedergeben können! Das Herz lacht bei einer Fahrt auf „FKZ“ aus den Fahrradwerken FUCHS& KOMP. ZUCKMANTEL- SCHLESIEN Der Fahrradhändlec in Ihrem Ort beschafft es Ihnen Lndwillsctafflicl» Bezirksvorschuss-Kassa Arm A R NAU Posts«««« Tetephoa Nt. M Höchstmögliche Verzinsung von Geldeinlagen gegen Einlagebuch oder In(outender Rechnung ♦ Gewlhrung von Dorlehen und Krediten oller Art ♦ Durchführung aller sonstigen Bankgeschäfte Einlasenstand KL 85,000.000’— Nr di« Slch«rh«H d«r Elnlai«n hatten dl« Bezirke Arnau und Traut«nau mH K< 1ANM0O** Geldumsatz im Jahre 1933: Kt 900,900.000'- Telephon Nr. 236 ZwümMksmi Trautem tör ft Bezirke Arn» ml Trailern EIGENE ANSTALTSGEBXU DE Z we 1 g an s t alV» TRAUTENAU Schmejrkalgass« «MDEMUD. WOLF& SCHHmH PRAG, RglffsM 26 Billigster und vorteilhaftester Einkauf von Wollstoffen, Seide, Waschstoffen und Weißwaren Für Besucher der Arbeiter*01ympiade gegen Legitimation 10 Prozent Rabatt 51 9uH 1934 Sozialdemokrat" Nr. n DieNahrungsmittelindustrie Beilage zum>Sozialdemolära*c Donnerstag, den 5. JuR 1934 Die Nahrungsmittelindustrie in Westböhmen. So wie Wcftböhmen in industrieller Beziehung ein maßgebendes Arbeit-- und Siedlungsgebiet im' Staate ist und durch seine Porzellanindustrie und den Kurorten weltberühmt und bekannt ist, so weist in der Nahrung-- und Genuhmittelindustrie West- böhmen eine Reihe hervorragender und anerkannter Unternehmungen auf. Wohl am meisten bekannt werden die groben Bierbrauereien sein, die eine technisch einwandfreie Produktion aufweisen können. Die gröbte Brauerei unter allen ist die„Erste Aktienbrauerei in Eger", welche- Unternehmen mit einem Belegstand von rund 200 Arbeitern und Angestellten neben einer weitverzweigten Jnlandeerzeugung auch selbst bis nach Amerika Kunden zu bedielen hat; nicht eingeschlossen die Brauereien vom bekannten Pilsen und Umgebung. Tatz im Saazer Gebiet, wo die Hopfenverwertung ihre Heimat hat, die groben Drauereibetriebe eine tonangebend« Stolle in allen Ländereien spie len, braucht wohl nicht besonders erwähnt zu werden, denn dafür sprechen die ErzeugungSziffern und die Grobe der Unternehmungen. Nachdem kränkliche Personen auS gesundheitlichen Gründen nicht alkoholhaltige Getränke konsumieren, so hat in den letzten Jahren die Limonade», und Sodawassererzeugung einen erheblichen Fortschritt gemacht, so daß sich Bierbrauereien Nebenbetriebe zur Erzeugung solcher erfrischender Getränke eingerichtet haben und können wir da in erster Reihe die erste Egerer Aktien-Brauerei erwähnen, welche kohlensäurrhältige Fruchtwasser auf dm Markt bringen, sowie auch die Kuttmplan« Brauerei, die ebenfoW eine umfangreiche Erzeugung nichtalkoholischer Erfrischungsgetränke in den Verkehr setzt. Destböhmm produziert aber auch weltbekannte LWre und sei da in erster Reihe an dm Karlsbader Becherbitter erinnert, wo aber ebenso die durch die Egerer Aktienbrauerei übernommenen Jlkawerke in Karlsbad sowie die Berkaliaunternehumng in Fischern erzeugten Produkte allgemeine Bedeutung und Anerkennung unter den Liebhabern eine- scharfen Tropfens seit Jahren gefundm habe». Ndnlkcr SdiloOwcine: Vorlaut, Traminer, Riesling, Burgunder und Chateau ncluik sec. DaS wichtigste ErnährungSmittel, welches der Mensch von sein« Geburt bis zum Tode täglich konsumiert und welches ihm die für dm Körper notwen« digen Nährstoffe in der bestzusammengesetztm Art vermittelt, mid zwar die Milch, mub besonders hhgimisch verarbeitet und auf den Markt gebracht werdm. Diesm Zweck haben die landwirtschaftlichen Genossenschaften und autonomm Körperschaften, sowie die Konsumvereinigungen seit Jahrm erkannt und gingm daran, eine grobe Molkerei zu schaffen. Dies ist auch im letzten Jahre geschehen und die „Karlsbader Zmtralmolkerei" verarbeitet täglich viele 1000 Liter Kuhmilch, welche nicht nur pasteuri- siert in den Handel gelangt, sondern eS werden auch die Edelprodukte des Molkereiwesens, hochwertig^ Emmentalerkäse und andere Fettkäse, aber auch ausgezeichnete Magerkäse, Kakaomilch und andere Molkereiprodukte in bester Qualität und zu gerechtfertigten Preism in ganz Westböhmen in dm Handel gebracht. Auber dem täglichen Brot sind die Menschm auch bestrebt, zeitweise einen Leckerbissen an Gebä<^ zu gmiebm. ES gibt aber auch viele Menschen, welche infolge Magenerkrankung eine besondere GebäckS- erzmgung beanspruchm. Für den ersteren Zweck werden in Karlsbad die in der ganzen Welt gem gegessenen„Karlsbader Oblaten", wo die Firma Baher die gröbte Erzeugung hat, konsumiert, welche für Exportzwecke eine eigene Fabrik mit erstklassiger Warenlieferung schon seit Jahren errichtet hat. In dm Kurorten spielt als Exportartikel im In- und Auslände die Mineralwasserversendung eine grobe Rolle und Millionen von Flaschen„Gietzhübler Sauerbrunn",„LöserS Grüner Sauerbrunn" und die Heil« und ErfrischungSwösser von FranzmSbad und Marienbad sind allgemein bekannt. Natürlich sind die Karlsbader Mineralwässer mit ihrm gesundheitlich idealm Wirkungm sowohl für Kranke, wie auch für Gesunde, in aller Welt bekannt und er wird nur wenige Apotheken und Drogerien in der Welt gebe», wo man nicht Mühlbrunn und aus Karlsbader Sprudelwasser hergestellte Produkte erhält. I. Sch. Gesunder Leib gibt frohen Mut, Und ohne diesen ist kein Streben, Drum, willst du kein verfehltes Lebe», Erhalte der Gesundheit Gut. VinchwiMtn 31« nicht Gesundheit und Sugendfrlsche durch im- überleit« Emlhruna bei anstrengender Tätigkeit, sondern wachen Sie sündig darüber und sorgen ESI« besonders für Bluterfrischling, Nervenstärkung. leichte Verdauung. Oles wird Ihnen gern sicher gelingen, wenn Sie sich fBr EHEMHLZ das natürliche Kräftigungsmittel, entscheiden, dessen Wirkung Sie su dem Urteile veranlassen wird: Gehe-Malz erhllt Jung und steigert Lelstungenl Deshalb auf jede Wanderung 1 Dose mitnehmen! Erhältlich in allen Apotheken und Drogerien zum Preise von Kfi 6*— die '/, kg Dose und KE 11— die kg Dose. 2583 eher bitter Ist seit Über 128 Jahren der beete Magenbitter IDer inseriert—eerkanft! Verwendet VOlKSZflndCT! sind an Güte und Bekömmlichkeit unübertroffen! Inserieren bringt Erfolg! Bleib der Heimat treu, trink Hohenfurter Bürgerbräu! Brauerei-Pächter: Georg Sehwgrs StattirlidBe* ftarUbeber 9Rinerelfoaffer «nd et&te* ÄorlOboöer GpruBelfala sind unentbehrliche Heilmittel bei Magen», Darm», Leberleiden, bei Gallen» u. Nierensteinen, bet Stoffwechselkrankheiten, wie Dicht u. Diabetes, bei Gasblähung u. Stuhlverstopfung Berlangen Sie Prospekte durch: UorMOottr Sttftaeraltoaff rr- Derfrabung «vel Gtbottlänörr,«ef. tu. b. 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Die reichen Kohlenvorkommen im Ostrauer Revier begünstigten die Entstehung und Entwicklung der größten Eisenwerke der tsrhechoslo- wakischcn Republik, nämlich der Witkowiher Ber g- und Hüttenwerke, die 1820 al- Besitz deV Llmützcr Erzbistum- gegründet wur» den, 1848 in das Eigentum de- Wiener Hause» Rothschild übergingen, denen sich 1878 die Gebrüder Guttmann al- Mitbesitzer anschlossen. Die Gesellschaft ist auch beut« noch im Familienbesitz von Rothschild und Guttmann, doch erwägt man seit längerer Zeit ihre Aktionierung. Unweit von Witkowitz wurde 1889 in T r z y n i e tz bei Teschen von Erzherzog Jarl die Berg« und Hüttenwerks- Gesellschaft gegründet. Der erste, hier erstellte Hochofen war 16 Meier hoch, wurde mit Holzkohle geheizt und lieferte täglich zirka zwei Tonnen Roheisen. Gemeinsam mit der Firma Petzold, welcher die Rothau-Nrudrker Eisenwerke gehören, wurde daS moderne Blechwalzwerk in KarlShütte gegründet, dessen Entstehung leider die Stillegung der Rothauer Eisenwerke im Gefolge hatte und eine blühend« ErzgebirgSgemeinde fast vollständig vernichtete. In den Fünfzigersahren des vorigen Jahrhunderts wurden die großen Eisenwerke in Kladno und St ö n i g s h o f gegründet, die der PragerEisenindustrie-Gesell« schäft gehören, 1889 entstand die Poldihütte in K l a d n o, di« sich- vorwiegend mit der Erzeugung von Edelstahlen beschäftigte, ihr wurde dann späterhin ein Werk inKomoiau angegliedert. Der Staat besitzt in der Slowakei ein große» Eisenwerk in Podbrezovä, dem eine Hochofenanlage in Tisovec angeschloffen ist. Ferner beschästigen sich mit der Erzeugung von Halbfabrikaten die S t a h l w e r k e inB r ü x, die Mannes- mann-Coburgwerke inTyrnauiu der Slowakei, die den Witkowitzer Gewerken zugehörigen Eisenwerke in Freistadt in Schlesien, in weiterem Abstand laffen sich zur Schwereisenindustrie auch die Röhrenwerke in Komo» tau und Hahn in Neu-Oderberg zähle». Die tschechoslowakische Eisen- und Stahlproduktion erreichte ihren Höhepunkt im Jähre 1929, wo insgesamt 1,644.615 Tonnen Roheisen und 2,198.461 Tonnen Rohstahl erzeugt wurden. Damals waren sechs ausgesprochene Hüttenwerke mit 16(von 21 vorhandenen) Hochöfen im Betrieb; die Zahl der dirck an der Eisenerzeugung beteiligten Arbeiter betrug 8244. Im Jahre 1980 sank die Roheisenproduktion bereits auf 1,487.089 Tonnen, jene von Rohstahl auf 1,817.209 Tonnen, e» Waren nur noch 14 Hochöfen im Betrieb und die Zahl der beschäftigten Arbeiter ging auf 8048 zurück. 1081 machte sich ein wetterer Rückgang bemerkbar, indem 1,164.726 Tonnen Roheisen und 1,514.072 Tonnen Rohstahl erzeugt wurden, eS waren 11 Hochöfen im Betrieb und die Zahl der beschäftigten Arbeiter sank auf 2527. Geradezu katastrophal wirkte sich aber das Jahr 1932 auS, wo der bisherige Tiefpunkt der Eisenproduktion erreicht wurde. Im ganzen Jahre wurden nur noch 450.106 Tonnen Roheisen und 67.1.451 Tonnen Rohstahl produziert, von den 21 Hochöfen waren bloß 7 im Betrieb und die Werke beschäftigten bei der direkten Eisenerzeugung bloß «och 1766 Arbeiter. Der Wert de- erzeugten EisenS ging in der Zeit von 1929 bi- 1982 von 984,744.000 auf 198,605.000 XL zurück, also nahe- zu auf ein Fünftel. 1988 machte sich eine gewiss« Befferung bemerkbar, indem wieder 498.922 Tonne» Roheisen und 747.885 Tonnen Rohstahl produziert weichen konnten, immerhin sind aber damit di« Weck kaum mit einem Drittel ihrer tatsächlichen Produktionskapazität beschäftigt. In den einzelnen Gebieten ist die Lage wenig ersteulich. So sind gegenwärtig von den neun Hochöfen der Witkowiher und Trzynieher Eisenwerke nur vier im Betriebe, und zwar je zwei in Witkowitz und Trzynietz. Die Zahl der beschäftigten Arbetter geht immer weiter zurück. So beschäftigten die Witkowiher Eisenweck 1929. gegen 20.000 Arbeiter, Ende del Jahre- 1988 aber nur noch 10.796, älso nahezu bloß die Hälfte. Die Trzynieher Eisenweck haben zwar keine nennenswerten Entlastungen dorgenommen, dagegen wird die Arbeiterschaft schon seit langem periodisch ausgesetzt und gegenwärtig sind dort die Verhältnisse so, daß die einzelnen Arbetter jeweils vier Wochen arbeiten und fünf Woche» aussetzen. Auch km Kladnoer Gebiet sind die Verhältnisse nicht bester. So beschäftigte die Prager Eisenindustrie-Gesellschaft in Kladno Ende 1988 insgesamt 2826 Arbeiter gegen den Höchststand von 4801, der im Juni 1929 erreicht worden war. Im Walzwerk sank die Zahl der beschäftigten Arbeiter von 1191 auf 681, im Stahlwerk von 960 auf 550, bei den Hochöfen von 589 auf 848. Damit Ist freilich leider«ich die Lohnsumme sehr beträchtlich gesunken und wenn die Prager Eisenindustrie-Gesellschaft 1929 noch insgesamt bei 11,456.688 g-leiste« ten Arbeitsstunden 67',676:724 K£ an Löhnen und Zulagen auSzahfte, so waren e» 1988 bei 6,276.606 abgembeiteten Stunden nur»och 82,748.981 Xi, also weniger Äs die Hälfte. Auch der Durchschnittsverdienst des einzelnen Arbeiter» ist von dieser Senkung stark betroffen worden; hier wurde das bisherige Maximum mit 14.862.02 XL im Jahre 1928 erreicht, dann sank der durchschnittliche JahreSver- dienst bi» 1982 auf 11.812.86 XL und hat sich 1988 mtt 11.482.68 XL wieder etwas gehoben. Auch in der Poldihittte in Kladno wurden im vergangenen Jahr« gegen tausend Arbeiter entlassen, in der letzten Zeit macht sich aber wieder ein« gewisse Befferung bemerkbar und die Firma nimmt in größerem Umfang« neue Arbeiter auf. Ebenso wird auch von den übrigen Eisenwerken«ine Vergrätze» rung des Auftragsbestandes gemeldet, so daß man nun doch hoffen kann, daß der Tiefpunkt der Kris« überwunden ist und daß sich nun die Produktionsverhältnisse bessern werden. . Eine der wichtigsten Voraussetzungen dafür wäre allerdings die Steigerung de» Exporte- von Eisen und Eisenwaren. Bedenken Wir, daß noch 1981 für 1.828,574.000 XL, also für rund 1'/, Milliarden XL Eisen exportiert wurde, 1982 aber nur noch für 501,185.000 XL, so ersieht man hier deutlich die schweren volkswirtschaftlichen Schäden, welche der Verlust zahlreicher Auslandsmärkte für uns gebracht hat. 1088 konnte man jedoch eine gewisse, wenn auch schwache Befferung feststellen, indem der Wert der exportierten Äsenmenge» auf 505,487.060 XL anstig und diese Besserung hat sich in den ersten zwei Monaten 1984 kräftig fortgesetzt, indem der Wert de» exportierten Eisen» 76,278.000 Kronen gegen 60,828.000 XL in den gleichen Monaten de» Vorjahres erreichte. Auch die Produktimi weist in den letzten Monate» eine ganz beachtliche Steigerung auf, indem beispielsweise im Mai 57.197 Tonne» Roheisen«td 99.875 Tonnen Rohstahl erzeugt wurden, da» ist beinahe doppelt so viel als im Mat 1982. Wir wolle» also gerne annehmen, daß «S nu» tatsächlich wieder aufwärts geh« wird und wenn die siaaLche Handelspolitik dick Tendenz entsprechend unterstützt, so sind wir beinahe überzeugt, daß wir keine» Rückfall i» da» Katastrophenjahr 1982 zn befürchten haben. GGGGDDGGOGGOOOOOOOOOOOOGWWWUßWMMOMOOMGGMGWGOWGOOGOOOWOGMOGOOOWGGWWG^ noaiiciirc i.eaeWiWWM OOOOOOGOGOGGOOOOOGGO»GGOGGOGGGOGGGO»GOM»»OGGOGGOOOOOOOOOOOOOOOOOOU«M B. „CtaUBeOtsbet* Nr- HB K. BRUNN intenleurbesuche ♦ Anbote ♦ Prospekte ♦ Revisionen Fahrräder ert 0t AUTOGEN T’’•■ININAS GRIESHEIM Verwendet Verwendet mehr mehr Stahlblech! Stahlblech! I A I l!A insgesamt 120.114 Waggons, Ende 1288 ober Mtc noch 109.608. Dchbet wiesen 17.826 Waggon«, dar sind 16.9% des gesamten Waggonparks, das ehrwürdige Alter von 81 bis 40 Jahren auf, 16.984 Waggon» oder 16.4% des Waggonparks stehen gar im Alter von 41 bis 60. Jahren. Man rechnet im internationalen Verkehr mit einer Lebensdauer de« Waggons von 80, in besonderen Fällen von maximal 40 Jahren. Demnach sind rund 17.000 Waggons der Staatsbahnen bereits mehr oder minder betricksun- fähig und eine Reparatur erweist sich als nicht mehr lohnend. Es müssen daher Mittel und Wege gefunden lverden, um den Waggonpark der Bahnen entsprechend zu erneuern. Mit diesen unerlässlichen Investitionen wird man auch den schwcrbetroffenen Arbeitern der Waggonfabriken Arbeit und Verdienst verschaffen und die dafür aufgewendeten Mittel werden gewiss vernünftiger angelegt sein al» durch die Auszahlung unproduktiver Arbeitslosenunterstühungen. alle Anwendungsgebiete neuzeitlicher Konservierungstechnik, ade Lebensmittel- u. chemische Industrien, alle gewerblichen Betriebe fllr alle Leistungen von 500 Cal/Stde. aufwärts, Daraus ergibt sich, dass bereit» 1929 die Zahl der beschäftigten Arbeiter und di« Zahl der abge- arbeiteten Stunden gegen da» Jahr 1920/21 um 64.6% gesunken war. Die Lage hat sich aber dann weiterhin ständig verschlechtert, so dass 1988 der Beschäftigungsgrad auf nahezu ein Zehntel de» Standes von 1920/21 sank. Eine weitere Verschärfung ergab sich aus dem gewaltigen Exportauüfall. Während in früheren Jahren die Waggonfabriken die Möglichkeit hatten, die mangelnde» Jnlandsaufträge durch Exportaufträge wettzumachen, ist diese Möglichkeit gegenwärtig nahezu vollständig--verschüttet. Dabei haben di« vier führenden» in- einem Exporisyndikat vereinigten Waggonfabriken in den Jahren 1921 bi» 1981 für rund eine halbe Milliarde Kl Waggons exportiert! Im Interesse unser«? VolkSIvirtschaft, aber auch wi Interesse der Eisenbahn selbst muss dafür gesorgt werden, dass durch entsprechende Reueinstellungen von Waggon« der Fahlpark modernisiert wird. Di« tsche- choslowakischen Staatsbahnen zählten Anfang 1927 AUTOMATEN„SUPERFRIGOR“ ERSTE BRUNNER MASCHINEN-FABRIK!- GESELLSCHAFT Druckminderventile. Schwolß-. Schneidbrenner, Zuaatamatarial Schweißpulver und Stäbe für alle Metalle. Speal al Schweißpulver AUTOCAD für Aluminium und Elektronmetall, ZubeMr wie Schläuche etc. liefert billiget Generalvertreter Fr. Svätaiika, Technische Bedarfsartikel trat II. NavlHkava r4m. w sesenüber der Hypothekenbank.— Telephone-. 256-64.. 357-14. SSM' w<> ca. 37 kg, in 'N« Verwendungsmöglichkeit 16 Bleche verbraucht Kessel etc.**“*•*••■*’ ■•rüstet, auch den hvehat-eateUw.» Blechindustrie lat «N scheut keine Mühe und kein nachzukommen Zeit su bleiben, in der f^ P 5f’ um auf der Höhe d®F ■««■HNleali". Übeneu« UD«’*•' ’ lakeeft litt BoHemia, Waggon- und Maschinenfabrik in Bohm.-Leipa, Waggonfabrik A.-G. in Kosin. Daneben versuchen aber auch in der kehlen Zeit verschiedene andere Firmen den Waggonbau, wodurch sich tn Verbindung mit der allgemeinen Wirtschasis- ^"llgonfabriken immer mehr ver- «am»^"^0 von den Staatrbahnen no<*> Waggon», 1021 immer noch 9800 Waa- b^.i°urden, ist 1988 der Umsah der tsche. chostowakschen Waggonfabriken gegen da» Jahr 1922 ^k-in«qntel gesunken. Die katastrophale Lage der Daggonmduftrie^igt sich in nachfolgenden Ziffer^ Maschinell« Kühlanlagen modernster Bauart Rekordleistungen oder hohe Dnrchsehnittsleisfungen? Rekord« sind Maßstäbe, ohne sie wären Durchschnitts* leistungen kaum zu ermitteln. Doch gerade auf diese kommt es an, wenn man den Grad der Tüchtigkeit einer Gemeinschaft, eines Volkes erkennen soll. Gleiches gilt für den Autosporti Nicht Spitzenleistungen allein dürfen für eine Wagenwahl sprechen, das MaB der Durchschnittsleistungen ist weit wichtiger. Und obwohl Tatra Nächstleistungen verschiedener Art für sich buchen kann, beweisen 10 Jahre alte Typen, die noch immer willig ihren Dienst versehen, die Qualität der Tatra- wagen und ihre Leistung auf die Dauer. Das spricht mehr als ein vereinzelter Rekord Blc tsdicdioslowahlsdic Waggonlndustrlc. 9m Jahre 1918 gab«» auf dem Gebiete der HPHechoslowoLischen Stepubsik vier Waggonfabriken. und zwar Ringhoffer in Smichov, Reflelsdorf und Stauding sowie die Brünn-KönigSfelder Waggon fabrik. Im Laufe der Jahre«chähte sich die Zahl der Waggonfabriken auf acht, doch mussten zwei davon liquidiert werden, so dass nunmehr sechs Waggon fabriken bestehen: Ringhoffer in Prag-Smichov, Latra-Werke in Nesselsdorf, Möhr.-Schlesische Waggonfabrik in Stauding, Brünn-KönigSfelder Maschinen» und Daggon- bbrik, Jahr 1900/01 Sahl der beschäftigten Arbeiter 8.400 Wöchentlich« Arbeitszeit 48 Abgearbeitete Dochenftunden 408.000 Abnahme, resp. Zunahme gegen das Vorjahr(iu%) 1908 1909 1980 1981 1982 1983 8.802 8.282 2.869 2.667 2.016 1.105 41.88 44.29 42.86 87.46 89.80 88.40 186.666 148.221 122.976 99.918 80.206 42.498 —06 +4.87 —14.14 —18.76 —19.78 —4748 Bau und Straßenbau Beilage zum»Sozialdemokrat« Donnerstag, den 5. Juk 1934 Die Auferstehung der Landstraße Von modernen Straßen und Straßenbau Die Landstraße als Verkehrsweg von internationaler Bedeutung hat nach jahrzehntelangem Dornröschenschlaf in den letzten Jahren glorreiche Auferstehung gefeiert. Jahrhunderte und Jahrtausende hindurch Waren die Straßen neben de» natürlich:» Wasserläufen die Pulsadern des Verkehrs von Land zu Land. Der Entwicklungsgrad und der Zustand des Straßennetzes eines Staatswesens entsprach demnach seit allen Zeiten seiner politischen Macht und seiner wirtschaftlichen Blüte. Man denke an die Straßen des chinesischen Reiches, des PerserreickeS, an di« Straßen der Inkas, an das großartige Straßennetz des weltbehcrxschendcn Römerreiches, an die hochbcdcutsamcn mittelalterlichen Handelswege von Nord nach Süd. von Ost nach West, an die neuzeitlichen Heerstraßen, auf denen der Fuhrmann herrsch: c und schwerfällige, massive Wage» gemächlich in Wochen- und ragclanger Fahrt ihrem Ziel entgcgcnraltericn. überholt von flinken Postkutschen und anderen leichten Fahrzeugen des Personenverkehrs. Darm kam die Eisenbahn und riß die Herrschaft im Verkehrswesen an sich. Tie Straßen verödeten und unsere Vorfahren rümpften verächtlich die Rasen über die gute alte Zeit des Posthorns und des Fuhrmanns, des Einkehrhauses und der ganze» überholten Romantik der Landstraße. Und wieder einige Jahrzehnte später kam der Benzinmotor, kam das Auto und di« Landstraßen begannen sich wieder zu beleben. Die Zahl der im Verkehr stehenden Motorfahrzeuge, Personen- wie auch Lastwagen, stieg in ungeahntem Tempo. In den NachkricgSjahren vervielfachte sich die Zahl der Automobile. Das Lastauto wurde zum gefährlichen Konkurrenten deS Güterzuges, der Autobus zum populären Beförderungsmittel. Die Eisenbahn begann die Konkurrenz des AutoS aufs empfindlichste zu spüren. Dieser Aufschwung des AutomobiliSmu» führte notwendigerweise dazu, daß man dem Straßenbau überall die höchste Aufmerksamkett zu schenken begann. Die Straße kam wieder zu Ehren, der Straßenbau wurde zu den wichtigsten öffentlichen Arbeiten gerechnet. Das Gesetz über den Straßenfonds aus dem Jahre 1928 kalkulierte bei uns mit einer Milliarde XL, die etappenweise zum Ausbau de» sehr im argen liegenden Straßenwesens verwendet werden sollte. Zeigte sich doch» welcher enorm« wirtschaftliche Schaden einem Lande erwächst, dessen Straßen so schlecht sind, daß der internationale Autoverkehr ihm ausweicht und andere Wege sucht. Die moderne Straße verhält sich allerdings zu ihrer primitiven Vorgängerin wie eine moderne Schnellzugslokomoiive zu den alten Maschinen aus der Frühzeit der Eisenbahn. Die Technik deS Srraßcnbaues hat in den letzten Jahren eine Vollendung erfahren, von der sich die Straßenbauer früherer Zeiten nicht träumen ließen. Die ungeheure Beanspruchung der Straßendecke durch schwere Lastwagen und schnell« Personenautos ließ die qlte geschotterte Straße als gänzlich ungenügend erscheinen. Richt nur die schnelle Abnützung der Straßendecke fiel in die Waagschale, sondern eine ganze Reihe übler Nebenwirkungen, unter denen die unetträgliche Staubplagean erster Stelle steht. Sind doch z. B. Häuser, die an viel befahrenen Straßen lagen, durch diesen Mißstand schwer entwertet worden. Die Bekämpfung dieser Plage durch Einlassen der Straße mit Oel erwies sich als unzulänglich. So wurde die Frage der Straßendeckenkonstruktion zur Kardinalfrage de» Straßenbaues überhaupt. Und zwar nicht nur vom Standpuntt der Zweckmäßig« kett, sondern auch unter dem Gesichtspunkt der Billigkeit und Wirtschaftlichkeit. Al» Baumaterial trat neben da» uralte Steinpflaster, dessen sich schon die alten Römer beim Bau ihrer großartigen Heersttaßen bedient hatten, Asphalt und Beton. Welche Bauweise im Einzelfall den Vorzug der- dient, hängt allerding» von den Umständen ab. Man unterscheidet, dreierlei Arte« der Straßendecke. Sogenannte schwere Straßendecken werden geschaffen durch Pflasterung, Betonierung oder Herstellung«ine» besonder» soliden Asphaltbelages. Solche Straßendecken erfordern den höchsten Aufwand, zeichnen sich aber dafür durch außerordentlich hohe Lebensdauer und vorzügliche Fahrbahn aus. So finden wir auf stad frequentierten Hauptstraßen Bewn, und Schwerasphaltdecken bevorzugt. Halbschwer« Straßendecken sind vornehmlich leichtem Asphaltkonstruktionen, die sich an geeignetem Ort gleichfalls bewähren, wenn auch ihre Lebensdauer kürzer ist, al» die der schweren Straßendecken. Demgegenüber haben sie den Vorzug größerer Bil«' ligkeit. Die leichtenStraßendecken endlich haben eine durch Bindemittel gekittete Oberfläche, unterliegen natürlich der Abnützung am allermeisten, sind aber zugleich die alleibilligsten. Neben den herkömmlichen Baumaterialien trachten sich in neuerer Zeit allerdings andere zur Geltung zu bringen und es ist nicht ausgeschlossen, daß die Zukunft mancherlei Ueberräschungen in dieser Hinsicht bringen wird. Abgesehen von der Holzpflasterung, die namentlich in Städten zur Anwendung kommt, hat man versucht, auch solche Materialien in den Dienst de» Straßenbau«» zu stellen, die den Laien überraschen. Man hat Experiment« mit Gummistraßendecke« angestellt. Auch Stahlsttaßen gibt e» bereits und e» verdient Erwähnung, daß auch in unserem Staate versuchsweise zirka 400 Meter Stahlstraße durch die Witkowitzer Eisenwerke in Bau genommen wurde. Diese Stahlkonftruktton hat die Form eine» Dostes und bildet eine zusammenhängende, ununterbrochene eiserne Straßendecke, welche al» tragende» Element der Straße Einzellasten auf «inen großen Bereich elastisch verteilt. Eine solche Straßendecke erhält durch die zickzackförmig gebogenen Gitterstäbe de» Stahlrostes eine griffige Oberflächenstruktur, welche sich bei den bisher ausgeführten Sttchlroststraßen al» vorteilhaft zeigt. Als besonderen Vorteil dieser Konstruktion erwartet man große Berschleißfestigkett und geringe Erhaltungskosten. Die Wirtschaftskrise hat sich leider auch bei de« systematischen Ausbau unseres Straßensystems al» schwerer Hemmschuh erwiesen. Namentlich die Länder und Bezirke konnten diesem wirtschaftlich so wichtigen Problem nicht immer die erforderlichen Geldmittel widmen. Immerhin ver- fügt die Tschechoslowakei heute wenigstens über eine Reihe von Staatsstraßen, deren Beschafienheit den Anforderungen des neuzeitlichen Verkehre» entspricht, viele» muß freilich der Zukunft Vorbehalten bleiben. Die maßgebenden Stellen sind sich darüber im klaren, daß.eS sich um eine Wirt- schaftsftagc erster Ordnung handelt. Denn ei« auf der Höhe der Zett stehende» Straßensystem bedeutet nicht mehr und nicht weniger, al» den Anschluß an den internationalen Autoverkehr. Mehr al» ein« der künftigen transkontinentalen Autostraben wird über unser Staatsgebiet führen. E» ist interessant, daß da» in greifbare Nähe gerückte Projekt der internationalen mitteleuropäischen Nord-Südstraße, die über Prag führen soll, auch auf die KommunikasionSpolitik der Hauptstadt rückgewirkt hat. Die lang projektterte Brücke überdaSNuslerTalist dadurch wieder in de« Vordergrund de» Interesse» gerückt worden, denn die Herstellung dieser Kommunikation erscheint nach Meinung verschiedener Fachleute als Vorbedingung dafür, daß dieser Verkehrsweg über Prag geleitet wird. Dr. Bg. DIE BESTE STRASSENDECKE IST DIE STAHLR ÖS TS T R A| S1 SIE IST FEST- DOCH ELASTISCH SEHR DAUERHAFT• DARUM BILLIG EINBAU OHNE VERKEHRSSTÖRUNG IDEAL FÜR AUTOMOBILISTEN• DA SCHLAGLOCHBILDUNG AUSGESCHLOSSEN RUTSCHEN DES WAGENS UNMÖGLICH- STAUBFREI EISUNWRK WITKOWITZ ZENTRALDIREKTION ÜND ZENTRALVERKAÜF8BÜR0: PRAGER BÜRO: PRAG II., BREDOT8KÄ*,_ MM INGENIEURE L.PRAIDBA H. HABERMANN BAUMEISTER Mlhr.Sch«ab«ra am Sdioikl IIMicr iE liira feil! Empfehlet end trinket ♦ Bredaver Bier welches mit den ersten Ausstellungspreisen in GBding und Bratislava ausgezeichnet wurde aei Kauft nur bei unseren Inserenten! BuSmRIAM 9 „gojtan>entefe«r Wr. MB, BeHage zum»Sozialdemokrat« Donnerstag, den 5. Juli 1934 D i e Texti l i nffls MG Von Franz Rehwald, Reichenberg. Die Kurve der konjunkturellen Entwicklung der WeÜwirtschaft weist nach fünfjährigen», ununterbrochenem Abstieg wieder, wenn auch sehr zögernd, aufwärts. Aus einer Reihe von Ländern wird berichtet, daß Verbrauch und Produktion Erholungstendenzen zeigen und die Arbeitslosigkeit allmählich abnimmt. Freilich bleibt die Lage der Weltwirtschaft und die wirtschaftliche Situation der großen Industrie- und Agrarstaaten noch immer gedrückt und kann von einer Ueberwindung der Krise noch lange nicht die Rede sein. Leichte Besserung in der Welt» textttmdustrie Die Textilindustrie ün besonderen zeigt in den verschiedenen Ländern durchaus leine gleichmäßigen Entwicklungszüge. Es gibt Länder, wo sich im Laufe der letzten zwölf Monate deutliche Merkmale eines langsamen Aufschwunges bemerlwar^machen, und andere, wo die unerträgliche Depression andauert- oder sogar noch Verschärfungen der Krise beobachtet verden können. Trotzdem sind die Voraussetzungen für eine allgemeine Erholung der Welttextilindustrie gegenwärtig zweifellos besser als noch vor Jahresfrist. Die die Produktion lähmende und speku- tative Manöver begünstigende Unsicherheit auf den Rohstoffmärkten für Textilien ist im Schwinden begriffest. Nach Jahren empfindlichen Preisrückganges lassen sich wieder Gesundungserscheinungen auf dar Rohstoffmärkten erkennen. Die Weltmarktpreise für Baumwolle, Wolle und Flachs find gestiegen und liegen gegenwärtig über dem Niveau der gleichen Zeit des Vorjahres. Im vergangenen Jahr haben die Preise aller Textilfaser« eine Erhöhung um durch« schniMch 22 Prozent, die Wollpreise sogar um 60 Prozent erfahren. Die Zeit der großen Preisschwankungen, die die Kalkulation in den Spinnereien und Webereien erschwerten, und der niedrigen, für viele Rotzstoffgebiete unter den Produktionskosten liegende» Preise ist vorlÄusfg vorüber. Der Textilhandel und die Prvduktionrhetriebe selbst haben in den-letz» ten Monäten mit Rücksicht auf die Preiserhöhungen' und die feste Tendenz der Textilrohstoffmärkte ihre Rohstofflager wieder aufgefüllt. Die Lage in den Rohstoffländern selbst hat sich leicht gebessert und damit ist die Kaufkraft der Rohstoffproduzenten für industrielle Erzeugnisse wieder etwas gestiegen. Ziemlich bedeutend hat sich im letzten Halbjahr von Ende Juli 1088 bis 81. Jänner 1084 der Verbrauch von Bmimwolle erhöht. Er betrug vom I., August 1082 bis 81. Jänner 1088 insgesamt II. 88 Missionen Ballen und im Halbjahr vom 1. August 1088 bis 81. Jänner 1084 12.82 Mil. Nonen Bassen. Besonders groß ist die Verbrauchszunahme in Japan, England und in den Vereinigte«, Staaten, ziemlich unerheblich hingegen in her Tschechoslowakei, wo nur eine Erhöhung von 128.000 auf 188.000 Ballen zu verzeichnen ist. Die Lage der Weltbanmwollmärkte dürfte sich bei fortschreitender Zunahme des Verbrauches und infolge der planmäßigen Einschränkung der Anbauflächen in den Bereinigten Staaten noch weiter bessern. DiL Produktion der- Textilindu» st r i e selbst verlief in den letzten Monaten ebenfalls hoffnungsvoller. Der Index der Textilproduktion der Welt(ohne Rohstoffe) belief sich im Jänner 1088 (1028— 100) auf 05.0, im Dezember 1088 auf 100.2 und im Jänner 1084 100.5..Nach einem heftigen Rückschlag in den Sommermonaten des Vor- lahreS, insbesondere in den Bereinigte« Staate«, ist die Entwicklung in den letzten Monaten wieder ruhiger und stabiler gewesen. Ter Index der Textilprö- dnktion in de» Bereinigten. Staaten(1028— 100) lag im März dieses Jahres mit 87.0 beträchtlich über.dcm Stand vom März 1038(71.0). Ganz besonders eindrucksvoll ist der unausgesetzte Aufschwung der Textilerzeugung Japans, dessen Vormarsch in Produktion und Export immer noch an« dauert. Der Produktionsindcx der japanischen Textilindustrie(1028— 100) stieg üon 120.2 im März v. I. auf 184.0 im Feber 1084. Auch in Groß- britaimicn, dessen Textilindustrie am schwerste!» unter den weltloirtschastlichen Strukturwandlungen und der Weltwirtschaftskrise gelitten hat, sind unverkennbare ErholmigSuierkmale festzustellen. Nach dem Index des„London& Cambridge Economic Service" (1024— 100) hat die Produktion der britischen Textilindustrie seit dem zweiten Vierteljahr 1988 eine Steigerung um 16 Prozent erfahren. Dagegen ist die Lage der Textilindustrie in den Goldblockländern noch immer unbefriedigend. Das gilt insbesondere für Holland, Polen, die Schweiz, Frankreich und Italien. So sank der Anteil des Exports der italienischen Textilindustrie von 88 auf 80 Prozent der gesamten Textilproduktion. Unter den Goldstandardstaaten bildete lediglich die belgische Textilindustrie zeittveise eine Ausnahme, doch macht sich in den letzten Wochen auch in Belgien der Druck der Dcflationspolitit wieder stärker bemerkbar. Die allgenieine Situation der Weltbaumwollindustrie als der größten Branche der Textilindustrie hat eine gewisse Erleichterung auch durch die Verminderung der Spindelzahl erfahren. Der gesamte Spindelbestand der Welt ist von 164.6 Millionen im Jähre 1027 auf 157.6 Millionen zu Beginn des Jahres 1084 gesunken. Dieser Rückgang vollzog sich hauptsächlich auf Kosten der alten Baumwollindustrieländer, d. h. Italiens, der Vereinigten Staaten, Deutschlands, der Schweiz. Großbritanniens und Oesterreichs, deren Spindelzahl von 107.4 Millionen auf 00.0 Millionen zurückgcgangen ist. Der empfindlichen Verminderung der Spindelzahl in diesen Ländern steht allerdings eine starke Vermehrung in den jüngere« Textilländern gegenüber. SWw" M Unter Berücksichtigung dieser Pässivpösten bet Welttextilindustrie ist das gesamte Ergebnis du Entwicklung d« letzten Monate jedoch noch nicht befriedigend. Der Wiederaufstieg der Textilindustrie wird durch die geschwundene Kaufkraft der Konsumenten gehemmt. Das Einkommen der breiten Massen der Verbraucher ist noch immer außerordentlich gedrückt. Der absolute Bedarf an Textilien ist sicher infolge der fünfjährigen Krise sehr groß. Millionen Menschen konnjen im letzte»; Jahrfünft fast keine Anschaffungen an Kleidungsstücken und Wäsche vornehmen. Aber dieser Bedarf wird angesichts der noch immer erschreckenden Höhe der Arbeitslosigkeit und der geringen Verdienste nicht wirksam. Auch die Neneinstellungen in einzelnen Industriezweigen haben den Absatz von Textilie« nur uiigeuügend belebt, was hauptsächlich darauf zurückzuführen ist, daß die Löhne überall sehr niedrig sind und kaum für Wohnung und Ernährung hinreichen. Für Nen- auschaffungeit von Textilerzeugnissen bleibt entweder gar nichts oder sehr wenig übrig. Der latente Bedarf wird erst wieder einmal wirksam werde» und dann sicher einen erhebenden Aufschwung der Textilindustrie zur Folge haben, wenn daS Lohneinkommen der breiten Massen der Verbraucher wieder aufsteigend verlaufen wird. So ist also die Textilindustrie— obwohl die Löhne der Textilarbeiter selbst am meisten von allen Löhnen gesunken sind— in der Weiterentwicklung ihre- Absatzes an der Wiederbeschäftigung der Arbeitslosen m»d der Hebung der Kaufkraft der Konsumenten sehr lebhaft interessiert. Die Lage der tschechoslowa- kischen rerttlindnftrie war bis Feber 1034 außerordentlich trostlos. Die ersten zwei Monate dieses Jahres standen noch ganz im Zeichen des niederschmetternden Exportrückganges, der die letzten fünf Jahre charakterisiert und im Vorjahr seinen Höhepunkt erreichte. Der Export, dieser Lebensnerv unserer Textilindustrie,'schrumpfte im Vorjahr auf einen Bruchteil der früheren Summen zusammen. Texttla»»f»tzr der Tschechoslowakei Bauinwolltvaren... Leinen und Jutewaren. Wollwaren...,, Seidenwaren..,, KonfekttonSwaren,, 1028 Ke .. 8.022,822.000 ■. 687,708.000 ,. 2.185,858.000 ,. 702,446.000 ,, 662,107.000 7.260,526.000 1988 K6 500,033.000 218,109.000 421,051.000 260,872.000 154,009.000 1.644,474.000 Rückgang gegen 1928 Kä 2.481,889.000 469,684.000 1.764,807.000 442,074.000 508,098.000 5.616,052.000 i«% 80.45 68.29 80.78 62.98 76.78 77.35 Der Anteil der Texttlindustrie am Gesamtexport unseres Staates sank von 34.21 Prozent im Jahre 1928 auf 27.7 Prozent im Vorjahr. Dementsprechend hat sich das Aktitzum unseres Textilaußenhandels, vermindert. Im Jahre 1928 hat die Tschechoslowakei für 1260 Millionen Kc mehr Textilien aus» als eingeführt; 1938 betrug der gesamte Ueberschuß, nur noch 179.1 Millionen KL. Die schwere, mit-längerer Dauer immer unerträglicher werdende Krise unserer Textilindustrie drohte sich zu Beginn des Jahres neuerlich zu verschärfen. Die wirtschaftlichen, sozialen und staatsfinanziellen Folge» eines weitere» Verfalles unserer Wirtschaft wären unabsehbar gewesen und hätte» den Staat und seine Wirtschaft in einen» Augenblick vor die schwerste Prüfung gestellt, in welchem sich in vielen Staaten um uns bereits eine leichte Besserung Bahn brach. Die Regierung hat der Gefahr einer weitere« Verschlechterung unserer Wirtschaftslage durch Angleichung des inländische»» Preisniveaus an die Preisentwicklung auf den Weltinärkten durch die Devalvation unserer Krone vorzubeugen versucht. Die ersten-Ergebnisse der Devalvation waren überraschend gut und schienen zu weiter gesteckten Hoff« nuugen zu berechtigen. J»»Sbesondere der Textilindustrie kam die Devalvation schon ganz kurze Zeit nach ihrer Durchführung zugute. Der Export nahm im März d. I., im ersten Monat nach der Devalva- tign, beträchtlich zu. Aber schon im April«nd Mai • ergaben sich neue Rückschläge. Auch die im März ‘ Ätzsttzändr M«r'e"Kauflitft auf dem JnlandSmarkt ist wieder abgeflaut. Trotzdem war die Ausfuhr von Textilien im Mai noch immer durchwegs größer als vor einem Jahr. Allerdings darf nicht vergessen«erden, daß die Devalvation alleii» nicht genügt, um unserer Textil- »»chustrie neue Märtte zu erschließen und verloren gegangene Absatzgebiete zurückzuerobern. Solange die handelspolitische« Sinder- nisse nicht wesentlich gelockert sind und eine systematische handelspolitische Förderung des Exportes unseren Waren den Weg in» Ausland ebnet, können die Chancen der Devalvation nicht restlos auSgenützt werden. Was Sapan lehrt Gerade vom Gesichtspunkt systematischer Förderung des Exporte» ist e» interessant, die BemLhun- gen der japanischen Textilindustrie bei der.Gewin- nung neuer Absatzgebiete, die oft sehr weit entfernt sind, zu beobachten. Die Stärke der japanische« TexMindustrie liegt nicht so sehr im sozialen Dumping al» in ihrer ausgezeichneten technischen AuS- rüstui« und vor allem in ihrer kommerziellen Be- weglichkeit und Anpassungsfähigkeit. Die japanische Textilindustrie tritt auf den Weltmärften g e« s ch l o s s e n der Konkurrenz gegenüber. Die Expor« teure vermeiden eS, einander niederzukonkurrieren, sondern benütze»» jede Gelegenheit,»un die gemeinsamen Interessen zur Geltung zu bringen. Die Entsendung von Handelsreisenden, die ausländische Absatzgebiete systematisch bearbeiten, ist eine Ange«' legenheit der ganzen Industrie. Die einzelnen Wirt-' schaftszweige arbeiten im Export systematisch zusammen. Bei der Festsetzung von Frachttarifen der Eisenbahnen und Seeschiffahrt wird auf den Export Rücksicht genonrmen. Planmäßig bearbeitet die japanische Textilindustrie, unterstützt von der Regierung, den japanischen Banken und Verkehrsgesellschaften, die A»iSlandsmärkte. Gemeinsame' Handelsdelegationen studieren die Absatzmöglichkeiten, für japanische Waren in verschiedenen Ländern. Banken errichten Auslandsniederlassungen und gewähren langfristige Kredite, der Staat unterstützt die Industrie durch Schaffung von Handelsmuseen und Wanderausstellungen. Gleichzeitig überwacht die Regierung die Qualität der japanischen Exporterzeugnisse, die sie ständig zu verbessern sucht. Der Siegeszug japanischer Texttlien fast in der ga»»zen Welt ist also vor allem da» Ergebnis des s n s» e n» a»i- schen Zusammenwirkens der japanischen Textilindustrie»nd de» Staate» sowie der außerordentlichen Agilitätderjapanischen Exporteure. i Die Industrie allein vermag in einer Zeit immer stärkerer Regelung de» internationale»» Han-' del» durch zwischenstaatliche Abkonnnen den Konkurrenzkampf nicht zu bestehen. Sie rrmß vom Staate durch eine kluge systematische Handelspolitik unterstützt werden. Andererseits muß die Industrie alle Möglichkeiten erschöpfen und anSnntzen, die ihr geboten werden. In den letzten Jahren haben sich die Absatzmöglichkeiten getvaltig verschlechtert. Dor dem Kriege war der Verkairf der Erzeugnisse unserer Textilindustrie auf den» große» zollgeschütz- ten FnlandSmarkte verhältnismäßig leicht und selbst nach dem Kriege, in den Jahre»» anffteigrnder Konjunktur, war eS nicht allzu schwierig, zu exportieren. Heute, wo auf sehr engem Markte ein heftiger Kamps u»ki den Kunden tobt, muß die Industrie selbst äußerst beweglich und anpassungsfähig sein und in der Wiedergewinnung der ausländischen Märkte und der Eroberung neuer Absatzgebiete durch wirksame handelspolitische Maßnahmen des Staates unterstützt werden. Das Schicksal von hunderttausenven Menschen, deren Existenz direft und indirekt von der Texttlindustrie abhängt, erfordert rasches Handeln und zielbewußte Zusammenarbeit zwischen Staat und Industrie. Was jetzt, an diesem Wendepunkt der wirtschaftlichen Entwicklung, versänmr wird, kann vielleicht niemals wieder gntgemacht Werda». Textilarbeiter! Schützt euere Lebensrechte durch Beitritt zur Union der Textilarbeiter b.«. FÜR DAS TSCHECHOSLOWAKISCHE STAATSGEBIET Schleusengassc 12 Die Union der TeitHarbeKer zählt in 96 Ortsgruppen 57.000 Mitglieder An UnteretUtzunsen werden gewährt: Streik- und GemaBregeltenunterstützung, Arbeitslosen-, Hinterbliebenen- und Entbindungaunte»Stützung sowie Unterstützung i« besonderen Notfällen und Rechtsschutz in gewerblichen Streitfällen An Unterstützungen verschiedenster Art wurden seit dem Jahre 1920 durch den Verband 232 Millionen KC ausgezahlt An Lohnerhöhungen wurden 660 Millionen KC erreicht - Das' Fachblatt„Der Textilarbeiter" erscheint in einer Auflaee von S&OOO Verbands vorsitzender: Abg. Anton ROSCher Gau* u. Lokalsekretariate mit besoldeten Beamten bestehen in: Aach, Neudek, Teplitz, Rumburg, Warnsdorf, Reichenberg, Atnau, Braunau, Trautenau, Mähr.-Schönberg, Mähr.-Trübau, Römerstadt, Zwittau, Freudental und JMgeradorf Jeder Textilarbeiter seMrt als Mitglied In dla gröBte und leistungsfähigste Gewerkschaft der Textilarbeiter unseres Staates, In die Union der Textilarbeiter I '3480 X* I nur Sie■ ” eiuQdmifde X Textilindustrie 3865 5 Sttli 1«M „^tMtnTbrntefrnt* Nr. 1U *- m Waschechter Stoff-| - das laßt Euch sagen- muß Marke SOCHOR am Rande tragen WWW Suchet stets die. wohlbekannte Marke SOCHOR in der Kante. In allen guten in den größeren Konsum vereinen und in unseren Warenhäusern Kreisky« Lorenz 6> CO.« zu haben 2N7 SCH AFWOLL- UND BAUMWOLLWARENPABRIK BRODER RICHTER,WARNSDORF Mechanische Buntweberei, Zwirnerei, Garnfärberei, Stückfärberei und Appretur in Warnsdorf, Spinnerei in Böhm. 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Und gerade damit hat sich dieser Industriezweig die ganze Welt erobert. Jeder nur erdenkliche Begriff und mag er noch so phäntasievoll sein, wird in einen GlaS» gegenstand symbolisiert und wandert in die Welt, nm Liebhaber und Käufer zu werben. Die verschiedenartigsten Formen, wie Knöpfe, Broschen, Hutnadeln, Abzeichen, Anhänger, Einfaßsteine, Ohrringe, Kolliers usw. werden für die Symbolisierung verwendet und diese Art der Erzeugung verbindet die Gablonzer Glasindustrie stark mit der dortigen Bijouteriebranche und Gürtlerei. Alle diese Erzeugnisse sind' von einer kaum vorstellbaren Vielseitigkeit, um jeden noch so unverständlichen Geschmacksanfordcrungen zu entsprechen. Diesem Umstande.verdankt diese Industrie ihren Weltruf und eS gehört bestimmt viel Geschick und Anpassungsfähigkeit dazu, den Bedürfnisten der orientalischen Völker, welche das Hauptkontingent der Käufer darstellen, zu entsprechen. Die Trickfilme der MickimauS schufen für Hunderte Menschen Beschäftigung, weil diese MickimauS ein Artikel der Gablonzer Industrie wurde, woraus übrigens auch ein Prozeß wegen Musterschutz entstanden ist. Die Pariser kennen die Gablonzer Edelsteine seine geschliffene GlaSimitation) ebenso gut, wie das Parfümfläschchen gleicher Herkunft. Der GlaSspinner(Perlenbläser) de» Eisenbroder Gebiete» stellt ein große» Aquarium -der verschiedenartigsten Seetiere äuS-SlaS-züsäm- Die annähernd 4 Millionen Tonnen Rohstoffe, die zu normaler Zeit von den beiden Industrien in einem Jahr verbraucht werden, bieten naturgemäß außer den in der GlaS- und Porzellanindustrie beschäftigten Arbeitern und Arbeiterinnen noch weiteren zehntausenden Personen eine Beschäftigungsmöglichkeit. Der LranSport dieser Rohstoffe bedm« det auch eine stack Aktivpost für da» Transportwesen, wozu noch der Versand der Fertigfabrikate kommt,»welcher noch im Jahre 1020 mehr 800.000 Tonnen betrug. Die Gesamtausfuhr GlaS- und Porzellanwaren gestaltete letzten Jahren folgendermaßen: GlaS Porzellan AL AL 1.878,500.000 805,760.068 1.154,184.000 258,862.176 074,228.000 182,007.807 611,266.000 100,205.807 581,262.000 00,051.775 Zu den wichiigsten Zweigen der Wirtschaft unserer Republik gehören zweifellos die Glas- und Porzellanindustrie. Alle Arien von GlaS- und Porzellanwaren werden in diesen beiden Industrien hergestellt und in dSoztaldemokräH Donnerstag, den 5. Juli 1934 Über Anfragen bei diesem erhalten Sie genaue Auskunft, wo Sie Ihre» Bedarf am zweckmäßigsten und. raschesten eindecken können. Zusammen Ki 1.684,260.068 1.412,406.178 1.157,220.807 720,471.807 622,218.775 Unsere Dias- und ihre Bedeutung fiir die rund 622 MMonen XL. Dieser starke Rückgang tat Verbrauch an Rohstoffen, sowie der starke Rückgang der Ausfuhr hatte nicht nur zur Folge, daß mehr als 80.000 Menschen in der GlaS- und Porzellanindustrie au» dem Produktionsprozeß auSgeschiedeu worden sind, die anderen stark verkürzt arbeiten, sondern verursachte auch gzpße Arbeitslosigkeit bei Zehntausenden von Menschen der Rohstoffindnstrie, wozu noch der gewaltige Rückgang im Transportwesen und da» Schrumpfen der Aktivpost in unserer Handelsbilanz kommt. An diesen wenigen Zahl« läßt sich ermessen, welche Bedeutung die GlaS- und Porzellanindustrie für da» wirtschaftliche Leben diese» Staate» haben und e» muß infolgedessen Aufgabe aller Faktoren sein, durch geeignete Maßnahmen' eine Belebung dieser beiden lebenswichtigen Industries herbeizuführen. ES würde zn weit führen, im Rahmen dieser Abhandlung alle jene Notwendigkeiten anzuführen, die erforderlich sind zur Herbeiführung gesunder Verhältnisse in der GlaS- und Porzellanindustrie dieses Staate». E» ergeben sich hiebei bestimmt auch große Schwierigkeiten, weil die Durchfiihrung vieler notwendiger Maßnahmen nicht allein von dem'Willen der Wirtschaftsfaktore unseres Staate» abhängt, sondern, da e» sich ljiebei um ausgesprochene Exportindustrien Handeft, da» Einvernehmen der ausländischen Staaten vorhanden sein muß. Festgestellt muß aber werden, daß die Glas- und Porzellanindustrie den Auslandsmarft unbedingt haben müssen, wenn sie lebensfähig werden sollen. Zu einer der wichtigsten Aufgaben auf diesem Gebiete gehört zweifellos auch die Erschließung de» amerikanischen Absatzmarktes, wo in den früheren Jahren ein Drittel her Gesamtausfuhr der&tai» und Porzellanwaren verkauft wurde, während in den letzten Jahren diese» Absatzgebiet für beide Industrien beinahe gänzlich verloren gegangen ist. Eine weitere wichtige Aufgabe besteht wohl auch darin, einen Umbau d«S Wirtschaftsapparate» in der GlaS- und Porzellanindustrie vorzunehmen und die» sowohl in technischer wie in kommerzieller Hinsicht. Die wirtschaftlichen Schwierigkeiten für diese beiden Industrien bestehen nicht nur allein'in dem Mangel an Absatzgebiet«, in den Erschwerniffm de» Geldverkehrs, sondern auch zmn großen Teile in der Ueberschuvmng der Betriebe und ihren Unrattonellen kommerziell« Einrichtungen. Die gewalttge Schuldenlast und der damit Ms« Kunden« Zinsendienst lastet so schwer auf den beid« Industrien, daß ein jeder Versuch zur Herbeifühamg gesunder Verhältnisse von dieser Last erschlätzta wird. Ein Aufleben erscheint nur- möglich, wenn-im Zusammenhang mit dem Umbau de» kommerziellen Apparate» auf eine rationelle Grundlage auch gleichzeitig eine Entlastung von dem Schuldkapital Matz greift. Daß. die» ein schwer zu lösewe» Problem>ist, kann Wohl zugegeben-werd« und eine- Abschreibung der Schulden schlechtweg würde gewiß eine'Reihe von Bankinstituten in große Schwierigkeiten bring«, weil ja da» in dm beiden Industrien investierte Kapital gegen 700 Million« XL ausmacht. Gelingt et nun aber nicht, eine Form zu find«, die Glasindustrie sowie Porzellanindustrie von dieser drückend« Schuldenlast zu befteien, dann ist für die Baicken da» investierte Kapital ebenfalls verloren. Ein dringendes Gebot der Zeit bleibt allenfalls eine Aenderung dieses Zustande»,. wenn nicht dies» beiden lebmSwichttg« Industrien gänzlich zugrunde gehen soll« So schwer e» auch sein mag, es muß der Mut dazu gesund« werd«, die gegebenen Tatsachen so zu sehen, wie sie sind und dann dementsprechend zu handeln. Ein gangbarer' Weg müßte sich hier finden. Di« Unternehmungen find zum großen Teil hmt« sch« Akttengesellschaften. Man«tlaste di» Jndustrim von ihrer erdrückenden Schuldenlast in der Form, daß die Banken für die geliehenen Gelder Akttm dieser Unternehmungen nehmen. Dadurch wäre da» Kapital für die Bank« nicht gänzlich verlor«, und e» besteht immer noch die Möglichkeit, daß sie füi^diese Mim etwa» bekommen, wenn dadurch die Gesundung der Jndustck möglich gemacht wird. Gewiß mag e» ja noch andere Möglichkeit« für die Gesundung der beid« Jndustrim gebm, notwendig erscheint aber, daß man bei dm Regierung»« stell«, dm Bank« und in dm einzeln« Unternehmungen d« Ernst der Situation erkennt und hier planmäßig eingreist, selbst auf die Gefahr hin, daß dieser Eingriff für einzelne Faktor« schmerzvoll fein sollte. E» geht hi« nicht allein um dm Bestand non Unternehmungen und die Erhaltung, zwei« leben»- wichttgm Jndustrim, sondem e» geht auch um di« Existmzmöglichkett Zehntausend« von Arbeite«, zun die Lebensfähigkeit eine» wichttgm Zweige» unserer Gesamtwirtschast. Die hier harrenden Probleme-n lösen ist eine ungemein wirtschaftliche Notwendigkeit. Jahr 1020 1080 1081 1082 1988 Di« Wirtschaftskrise d« letzt« Jahre hat sich nun im besonderm stark in dies« beid« Exportindu» strien auSgewirtt. Du Verbrauch an Rohstoffen im Jahre 1988 betrug nur mehr rund 1 Million Ton- nen, der Wert d« auSgeführtm Warm nur noch men, welches in sein« naturgetreuen Nachahmung viele Liebhaber findet. Die Frau des Orients liebt das Kollier aus Glassteinen, der Mann eine Krawatte au» Glasperlen. An der Riviera kann man di« feinste Damentasche wundervoll gestickt mit Glasschmelz» perlen tragen sehen und so manch« Hitlerjunge hat eine Vorliebe für das Hakenkreuz Gablonzer Herkunft. In allen feinen Juwelierläd« der Welt und den Basargeschäften ist»Gablonz« Ware" anzutreffen und der Weltreisende bringt au» China«inen echten Talisman— Gablonzer Erzeugung— für teures Geld mit nach Hause. Und diese beiden Industrien mit all ihrer Vielseitigkeit liegen in den letzten Jahren brach darnieder. Hunderte Erzeugungsstätten, in denen einst«in lustiger Völkchen schaffte, find stillgelegt. Zehntausend« Menschen, vielfach Künstler ihrer Art, sind beschäftigungslos. Tausende Mrnschrnhirn«, welche einst tätig loaren, um die geeignete Fornt und Ausführung zur Symbolisierung der Bedürfnisse all« Erdteile in künstlerischer nnd auch phantasttscher Hinsicht zu finden, martern sich heute mit dem Gedanken, wie sie ihren Hunger und den ihrer Angehörigen stillen könnten. Die Glasindustrie sowie die Porzellanindustrie sind bodenständige Exportindustrien und von großer Bedeutung für die Volkswirtschaft dieses Staates. Zur Erzeugung der GlaS« und Porzellanwaren sowie zu ihrer Verarbeitung werden zum größten Teile inländische Rohstoffe verwendet, und zwar in schr großen Quantitäten, so daß die GlaS- und Porzellanindustrie einen wichttgen Zweig der gesamten Wirtschaft einschließlich de» Transportwesen» in unserem Staate darstellen. Durch ihren auSgesprochenm Exportcharakter— e» gehen ihre Erzeugnisse bi» zu 80 Proz. auf die Auslandsmärkte—, tragen sie in bedeutendem Maße zur Aftivität unser« Handelsbilanz bei. Die Wichtigkeit dieser beiden Jndustrim' für da» Wirtschaftsleben wird am besten veranschaulicht durch ein« Zusammenstellung wer den jährlichen Verb rauch von Roh st offen: Glasindustrie Porzellans Zusammen induftrie in Tonnen 844.000 MM HÜTTENWERKE„ENNAHÜTTE“ Otto Lttw« A Co.. eite.*, m. U». H. TISCHAU, POST: ZUCKMANT^L BEI TEPLITZ- SCHÖNAU; * Mm DOBM .. F»H I Skodawerke General- und kommerzielle Direktion PRAHA Sonnenbraun ohne Sonnenbrand durch Kassavla Sport-Oil 2667 Gußstücke ♦ Schmiedestücke ♦ Preßstucke Zahnräder ♦ Federn ♦ Dampfmaschinen Dampfkessel ♦ Dampf- und Wasserturbinen Verbrennungsmotoren ♦ Pumpen ♦ Kompressoren ♦ Gebläse ♦ Hydraulische Maschinen ♦ Dampf- und elektrische Lokomotiven ♦ Binnenschiffe und Schiffbaumaterial ♦ Kraftwagen und Flugzeuge Druckluftbremsen ♦ Straßenbaumaschinen Brech- und Mahlmaschinen ♦ Eiserne Hoch- und Wasserbauten ♦ Hebezeuge Bagger ♦ Elektrische Maschinen und Apparate ♦ Werkzeugmaschinen ♦ Werkzeuge und Meßgeräte ♦ Milchseparatoren ♦. Komplette maschinelle Einrichtungen für Industrieanlagen aller Art e men zu schützen und dabei die Hautatmung nicht nur nicht zu behindern, sondern auch zu fördern. Die Fettanteile im Sport Oil Kassavia, eS handelt sich hier ausschliesslich um der Haut verwandte Nähr- und Aufbaustoffe, sind so eingestellt, daß beim Baden die Haut sofort und gründlich vom Wasser genetzt wird und dass dem Wasser ein intensiver Zu- tritt zur Haut ermöglicht wird. Mit Kassavia Sport Oil inS Bad und Sonnenbad heisst nicht nur vernünftig und gesund baden, sondern auch braun werden ohne Furcht vor dem Sonnenbrand. Darum, wer- mit Aussicht auf vollen Erfolg etwas für seine Haut-, Körper- und Muskel- pflege, für sein gesundes, sonnenhraunes Aussehen tun will, der nimmt Kassavia Sport Oil, das hundertprozentige JnlandSerzeugniS. 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Zu nennen ist das sogenannte Miroxit- und Miropak- Glas. Diese Platten entsprechen den Anforderungen insbesondere auch in der Richtung, dass sie praktisch und dauerhaft befessigt werden können. Zu den grossen Vorzügen der Glasplatten gehört eS, dass der Architekt nicht an ein bestimmtes Format gebunden ist, sondern vollkommen freie Hand hat, dass er ferner mit den verschiedensten Farben- nuanzen und Kontrasten, mit glänzendem und mattem Material arbeiten kann. Die Glasplatten sind wegen ihrer Glätte und wegen der möglichen Vermeidung allzuvieler Fugen auch aus hygienischen Gründen empfehlenswert. Sie widerstehen auch Temperatureinflüssen und sind Laugen und Säuren gegenüber nicht empfindlich. GlaS als Wand» und Fussbodenbelag eignet sich für Fassaden, Vestibüls, Gänge, Stiegen, Toiletten, Badezimmer, für die Einrichtung von Läden, Restaurationen, Büfetts, Apotheken ete. und auch für Industrieanlagen. Die Spezialfinna Wolf& Stttka Rachf. 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Sonnenbraun ausfehen, das ist nicht nur der Wunsch jede» Sportler», sondern, fast möchte man sagen, dass e» zum guten Ton gehört, seine sportliche und körperliche Leistungsfähigkeit nach aussen durch möglichst braune, daher gesunde Gesichtsfarbe, zu beweisen. Sonne und Wasser locken zum Bad und rufen zur Bewegung im Freien, um den durch' Arbeit ermüdeten Körper zu erfrischen und zu entspannen. So heilsam da» Sonnenlicht auch ist, so bekannt ist e», dass zu intensive Sonnenbestrahlung schwerste Schäden hervorruft. Der schmerzhafte Sonnenbrand hat schon viele Menschen für unrichtiges Sonnenbaden bestraft. Da» Sport Oil Kassavia ist in seiner Wirkung da« ideale Mittel zum erfolgreichen Sonnenbad. Seine fettende Wirkung ist so eingestellt, dass der auf der Haut sich bildende Schutzfilm selbst bei stärkster Sonnenbestrahlung ausreicht, um die Haut vollkom« BHUiuaHiummmiaHaHUiuaHUiumii Präs H" Revolutnl 2 WM Zentralverkauf der Firmen: Erste böhmische Glasindustrie- Aktiengesellschaft, Bleistadt- Glasfabriken Fischmann Söhne A. G„ Klein-Augezd, Montan- und Industrialwerke vormals SÖh.'Dav. Starck, Unterreichenau—: MühHg-Unlon Glasindustrie-Aktiengesellschaft, Settenz-Hostomltz speziaiglas| in den Stärken 4-5, 5-0, 6-7, 7-8, 8-10, 10-12, 12-14 nun und in Mafien bis 260x500 cm SBOSlalltltuii: SpMWfltes flr SckotauNr. Mr Artovarstosune, Spinnet, bMiMtuti eins, gebogenes Otes, MMMm um scMogfestes StchurkuNsslus Nr Autos, AmobIrm, StraSen- um Eisenbahnwagen. 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Tatz der Wert der Versicherung heute bereits allgemein erkannt wird, beweist die Einführung der Versicherung auf dem Gebiete der sozialen Fürsorge, wo sie als Kranken»,) Unfall», ^invaliden-, Witwen- und Waisenversicherung bekannt ist. llcbcrall dort, wo die Möglichkeit besteht, datz durch den Eintritt eines bestimmten Ereignisse», wie Brand, Hagelschlag usw. reale Werte vernichtet werden, schützt die Versicherung vor empfindlichen materiellen Verlusten. Die Versicherung bietet daher nicht nur grotzen WirtschaftSlörpern, sondern auch jeder einzelnen Privatperson die Möglichkeit, ihren Besitzstand, sei er auch nur in der ArbeitSlrast oder Gesundheit gelegen, vor nachteiligen Folgen eines Schadcner- eignisses zu bewahren. Natnrgemätz hat jedermann ein Interesse, sich gegen die Nachteile eines mög« licherloeise cintretcndcn Schadens zu schützen. In erster Linie wird für die weitesten Kreise die Siche» rung der realen Güter(Hans, Wohnungseinrichtung) gegen Feuerschäden in Betracht kommen. Lin Versäumnis in dieser Beziehung hat sich schon ost schwer gerächt. Wie viele, die von ihrer Hände Arbeit leben, sind imstande, wenn ein Brand ihr Hab und Gut vernichtet, dieses wieder neu anzuschaffen? Wenn cS schon gelingt, wieviel Schweitz und Entbehrungen aber kostet cs siel Darum-soll in jedem Falle nicht die bei der Versicherung notwendige BeitragSleistung gescheut Iverden. Diese steht in keinem Verhältnis zu dem Verluste, den ein Schadenereignis für den Betreffenden im Gefolge haben kann. Sparsamkeit wird hier am unrechten Platze geübt, aber auch eine unzureichende Versicherung ist von Nachteil- Denn nur eine den tatsächlichen Erfordernissen und Verhältnissen entsprechende Versicherung gewährt ausreichenden Schutz und bewahrt vor Enttäuschungen im Schadensfälle. Es ist daher überaus wichtig, bei Abschlutz eines Versicherungsvertrages besonders darmif Bedacht zu nehmen, datz der Vertrag seinem Umfange und Inhalte nach einen vollkommen ausreichenden Schutz für das versicherte Interesse gewährleistet, uni dadurch materielle Etnbutzen bei Eintritt eines Schadenereignisses zu vermeiden. Leider ist aber innner wieder festzustellen, datz diesem loichtigen Momente nicht die notwendige Beachtung geschenkt wird und einem an dieser Stelle unangebrachten Sparsinn materielle Verluste geopfert werden. Das Resultat einer klügeren Einsicht kann daher nur in dem festen Entschlntz zum Ausdruck kommen, lieber die verhältniümähig geringe Belastung der Prämienzahlung auf sich zu nehmen und ausreichend zu versichern, als im Unglücksfalle der Not preisgegeben zu sein oder auch nur eine Kürzung des Entschädigungsanspruches zu erfahren. Wo er die Verhältnisse gestatten, wird natürlich zu trachten sein, sich auch gegen andere Schadensmöglichkeiten vorzuschen. Die drohenden Gefahren »find mannigfaltig. Wie leicht kann es vmckomm«, datz Ansprüche zu befriedigen find, di« von fremden, dritten Personen aus einem Vorfälle erhoben werden, sei es, datz infolge des schadhaften Zustandes eine» Gebäudes eine körperliche Beschädigung oder ein Sachschaden herbeigeführt wird oder sonst au» einer Gefahrenquelle(beispielsweise Hunde«, Fuhrwerk», oder Autobefitz usw.) eine Beschädigmig von Personen oder Sachen entsteht. Derartige Ansprüche, die zumeist gesetzlich begründet find, bedingen daher die SchadenSgutmachung durch die schuGtragende Person. De« Familienerhalter drängt sich die Sorge um die Zukunft von Frau und Kind auf. Ein plötzliche» Ableben des Ernährers stellt die Hinterbliebenen vor unlösbare Probleme. Da» hastende Leben unserer Zeit und die starke Frequenz von Verkehrsmitteln aller Art bedrohen ständig die Gesundheit und da» Leben der Menschen. Gegen alle diese Gefahren, bzw. deren Folgen ist jedoch ein Schuh nur durch den Abschlutz einer entsprechenden Versicherung möglich. Die Versicherung erfüllt dabei eine wichtige wirtschaftliche Funktion im Interesse des Versicherten und wird in richtiger Anwendung stet» eine wirksame Matznahme gegen eine Zerstörung unserer wirtschaftlichen Kraft sein, an deren Erhaltung in der gegenwärtigen schweren Zeit wohl jedem besonder» gelegen sein mutz. ZEMSKÄ BANKA (früher Landesbank des Königreiche« Böhmen) Zentral« MM Hilal« BRATISLAVA Alle Bank- und Börsen-Transaktionen. Geldeinlagen in laufender Rechnung, gegen Binlagabüchel und Kaseenacbeine. Langfristige Kommunal-, Melioration»-, Eisenbahn* und Hypothekardarlehen. Baukredite. Eigene Emission von Schuldscheinen mit der Haftung des Landes Böhmen, In der Slovakei und in Karpatborufiland mit Staatsgarantie.— Individuelle Verwahrung und Verwaltung von Wertpapieren, getrennt van den.eigenen Beständen und den Wertpapieren dritter Personen. 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Zucker ist absolut reine-, in Wasser restlos lösbares Kohlenhydrat, welche- unmittelbar nach dem Genüsse absorbiert wird— für Turner, Eport-lcute und Touristen also die ideale eiserne Reserve, um körperliche Erschöpfung hintanzuhalten. Könnte man dieses harmlose kleine Stück Zucker interviewen, so würde man hören, datz diese- so gewohnte, alltäglich gewordene Nahrung-mittel nicht nur auf eine lange wcchselvolle Geschichte zurückblickt, sondern datz e- noch heute zu den viel umstrittenen Problemen der Volkswirtschaft und der Weltwirtschaft zählt. Bis tief ins Mittelalter war Zucker al« Nahrungsmittel völlig unbekannt. Zur Ber- fützung der Speisen benützte man Honig und Fruchtsäfte. Man kannte zwar in?lsien schon seit langen Zeiten das Zuckerrohr, au- welchem man einen sützen Saft gewinnen konnte. Es kam aber erst zur Zeit der Kreuzzüge nach dem Abendland« und wurde nach der Entdeckung Amerikas vielfach in den überseeischen Ländern angebaut. Zucker wird heute beinahe in aller Herren Länder und in allen Erdteilen erzeugt. Die Produktion in der ganzen Welt beträgt heut» sckätzungsweise zweieinhalb Millionen Waggons jährlich,«ine phantastische Ziffer, wenn man bedenkt, datz ein Wgggon mit zehntausend Kilo angenommen wird und der errechnete Durchschnitt pro Kopf der Weltbevölkerung 19.2 Kilogramm jährlich beträgt. Aber die Weltzuckererzeugung ist wechselvoll und zeigt seit mehr als hundert Jahren den Kampf zwischen ihren zwei Urprodukten. Zuckerrübe und Zuckerrohr sind die mächtigen Rivalen, welche seit mehr als hundert Jahren mit wechselndem Erfolg um den Vorrang kämpfen. Ursprünglich wurde auch in Europa nur der mi- den kolonialen Ländern eingeführie Rohrzucker «zeugt und konsumiert. Erst die im Anfang des 12. Jahrhundert- von Napoleon erlassene Kontinentalsperre, welche die Einfuhr von Rohrzucker erschwerte, bat dazu geführt, datz eine Entdeckung de- Chemiker- Achard, Zucker miS Rüben zu erzeugen, au-gebaut wurde. Nach einigen mihglückten Versuchen nahm die Rübenzuckererzeugung in den europäischen Ländern einen derartigen Aufschwung, datz nicht nur der Verbrauch dcS Festlandes, sondern auch der England- durch Rübenzucker versorgt wurde. Im Jahre 1900 erreichte die Rübenzucker-Erzeugung ihre Höchstziffer, nämlich 61 Prozent der gesamten Weltproduktion. Dieses licbcrgcwicht bewahrte die Rübenzuckererzeu- gung annähernd bis zum Kriegsausbrüche. Wieder war cs ein kriegerisches Ereignis, das in der Welt- znckcrcrzeugung eine Wcnduüg verursachte. England, das im letzten VorkricgSjahre nahezu vier Fünftel seines Bedarfes in Rübenzucker deckte, lvar während des Krieges von dem Importe der Rübcnerzeugungs- länder abgeschnittcn und mutzte sich mit Rohrzucker versorgen. Dasselbe gilt, wenn auch im geringeren Matze, von anderen Konsumgcbictcn. Nach Beendigung dcS Weltkrieges setzte überall eine stärkere Nachfrage nach Zucker ein— das überseeische Kapital witterte starke Verdicnstmöglichkeiten— und die Rohrzuckerproduktion wurde in einem Matze gesteigert, datz schon im Jahre 1929 ein Verhältnis von zwanzig Prozent Rübe und achtzig Prozent Rohr bestand, also annähernd daS gleiche Verhältnis wie in> Jahre 1869. Während in der Zeitspanne von 1918/11 bis 1988/84 die Rübenzuckererzeugung der ganzen Welt nahezu gleich geblieben, ja eher etwas gesunken ist, verzeichnet die Rohrzuckererzeugung eine Stei- gernng von ca. 16 Prozent, also rund ein Sechstel. Begünstigt wird das Vordringen der Rohrzuckerindustrie freilich auch durch ihre bessere Ausbeutungsmöglichkeit. Ein Hektar in Jawa trägt 159 Meterzentner Zucker, bei uns günstigenfalls 59 Meterzentner. Die Anarchie in der Weltzuckererzeugung zog fchliehlich aber auch die sieghaften Rohrzucker-Erzeu- gungSländer selbst in Mitleidenschaft. Der Weltzucker verbrauch hielt keinesfalls Schritt mit der E r z e u g u n g und blieb hinter dieser, hauptsächlich unter den Wirkungen der Weltwirtschaftskrise, weit zurück. Die Folge davon war die Anhäufung großer Vorräte und die weitere Folge eine wütende Konkurrenz auf dem Weltmärkte, in deren Verlaufe Zucker weit unter dem GcstchungSpreise angeboten nnd verkauft wurde. Nachstehende Tabelle mag die Bewegung in der Zuckerproduktion in den- einzelnen Phasen und den uns hauptsächlich interessierenden Gebieten veranschaulichen: 12«« 1081/82 1982/88 Schätzung 1988/84 I« Einheiten zu 199 Waggon« ä 19.999 Kg. WellzWfererzengnng.... .... 20.169 27.205 26.279 26.856 Gesamte Rübenzuckererzeugung. .... 9.615 8.958 7.897 8.902 aast 11.094 18.252 18.882 17:984 Europa .... 8.257 7.678 6.405 7.119 Tschechoslowakei.■•••• .... 1.680« 815 684 518 f In dieser Ziffer ist auch die Produktion in den heutigen Ländern Oefterseich u. Ungarn inbegriffen. AuS den Ziffern ist ersichtlich, datz unsere heimatliche Zuckererzeugung in einem weit größeren Maße zurückgegangen ist, al- die gesamte Rüben» zuckererzeugung, bzw. die Erzeugung der europäischen Produktionsländer. Noch vor einigen Jahren stand die Tschechoslowakei nach Deutschland an zweiter Stelle, heute vermutlich an fünfter Stell«. Di« tschechoslowakische Zuckerindustrie hat allerdings außer den vorstehend angeführten allgemeinen Schrumpfungrursachen noch eine Reihe von ungünstigen Son- derbedingungen. ES hat eine Zeit gegeben, und zwar in de« ersten NachkriegSjahren, in, denen tschechoslowakischer Zucker, damals gerne„Weißes Gold" genannt, eine solche Machtposition einnahm, datz er eine der wichtigsten volkswirtschaftlichen und vor allem währungspolitischen Stützen war. Die großen Exportmöglichkeiten schafften nicht nur fremde Devisen, sondern auch wertvolle Rohstoffe(Oesterreich erhielt damals Zucker und Kohle nur in Kompensation gegen seine hochwertigen steirischen Eisenerze.) Dieser Auslandsmarkt war aber für die Dauer unserer Industrie nicht zu erhalten. Alle europäischen Staate« hatten das Bestreben, sich in bezug auf Zuckerversor gung selbständig zu machen. Selbst Oesterreich, das sich einmal Zucker mit schweren Kompensationen erkaufen mußte, deckt heute hundert Prozent seines Bedarfes in inländischen Fabriken. England, einst unser Hauptabnehmer, hat durch staatliche Subventionen und Differenzialzölle seine Raffinerien soweit anr- gebaut, daß es nicht nur seinen eigenen Bedarf vollständig deckt, sondern durch seine Exportüberschüsse für unS ein scharfer Konkurrent auf d«n Weltmarkt« geworden ist. Die Schweiz ist uns durch ungünstige Bahntarife verloren gegangen und wird heute von den deutschen nnd belgischen Raffinerien versorgt. Italien und die Balkanländer haben ihre Produktion so gesteigert, daß sie heute Exportüberschüsse haben. Den Absatz in der Türkei und Persien hckben wir an Rußland verloren. Argentinien, einst ei« wichtiger Abnehmer, hat heute Exportüberschuß. Angesichts dieser ungünstigen Exportverhältnisfe drückt sich der Rückgang in unserer Erzeugung hauptsächlich in der Verminderung de« Zuckerexportes aus. Nachstehende Tabelle bringt einige Ziffern über die Entwicklung der wichtigsten Daten seit Bestand unseres Staates: <«au>a«ae Smotl der Fabriken SabouiUHe in Sektor Verarbeitete Rübenmena« In Waaaons » 10.000«n. 1918/19 175 200.557 416.040 1925/26 166 811.674 882.841 1982/88 126 196.118 867.918 Wenn wir auf die eminente Bedeutung hingewiesen haben, welche der tschechoslowakische Zucker zu Beginn unserer staatlichen Selbständigkeit in unserem Verhältnisse zum Auslande spielte, so soll darüber nicht seine große volkswirtschaftliche Rolle in bezug auf unser engeres Wirtschaftsleben übersehen werden. Zucker ist ein Produkt, daS zur Gänze, d. h. vom Urprodukt der Rübe, bis zum Endprodukt, dem Konsumzucker, im Inland«, also auS inländischen Rohstoffen und mit inländischen Arbeitskräften erzeugt wird. Nicht nur, daß Ricke in heimatlichem Boden gezüchtet wird(mit der steten Verbesserung der Rübenqualität beschäftigen sich wissenschaftliche . Institutionen), auch andere wichtige Hilfsmittel, wie Kohle, Kalkstein, Koks etc. sind inländisch« Bodenprodukte. Dit Zuckerindustri« in ihrer Vielseitigkeit befruchtet mittelbar und unmittelbar noch eine ganz« Reihe anderer Industrien. Wir entnehmen einer SSa- ■ tistik aus dem Jahre 1926, daß in diesem Jahre über hunderttausend Waggons Brennstoff(nach Braun- kohlenwert) über, fünfzigtausend Waggons Kalkstein, nahezu fünftausend Waggons Koks, 694.969 Qua Erzeuatrr Zucker«Rob- zuckerirert) tu Saaaons e 10.000 n». Anlanv-derbr. In WaaaonS ä 10.000 fta. DuEbniUS. iabrewerbr. Vro stovl dec BeviMerumi OOk* ciBort In SSaeeon« ä lo.ooo fta. 62.874 81.781 28.4 Kg. 16.060 151.000 40.884 80.0 Kg. 106.047 68.298 87.024 26.7 Kg. 27.955 dratmeter Segeltuchswff, verwendet wurde. Außer diesen Produkten, welche nur für die Erzeugung der» wendet werden, verzeichnet die genannte Statistik in diesem Jahre für Bersandzwecke einen Verbrauch von nahezu zehn Millionen neuer Säcke, ca. vier Millionen Kisten, ca. zwei Millionen Papierkartons und nahezu sechs Millionen Papierumhüllungen für Hutzucker. Eine weitere Illustration für den Umfang der Industrie ist die Inanspruchnahme der öffentlichen Verkehrsmittel. Im Jahre 1926 entfielen fünfzehn bis zwanzig Prozent des gesamten Eisen- bahnverkehres auf die Zuckerindustri«. Ein Hauptinteresse stellt besonders für uns gewiß auch die Astzahl der durch die Zuckerinduftrie beschäftigten Arbeiter uyd Angestellten dar. AuS der erwähnten Stattstik des Jahres 1925/26 geht hervor, daß nicht weniger als 489,699 Personen (mit Faßrilienmitgliedern), das ist ungefähr 8.5 Prozent der Gesamtbevölkerung in ihrer Existenz von der Zuckerindustrie abhängen. Dies ist nur eine kleine Auswahl volkswirtschaftlicher Momente, welche aber noch lange nicht alle Wechselbeziehungen zwischen Dir möchten an dieser Stelle nur ganz kurz darauf verweisen, welch enorme Einnahm-quelle die Zuckerindustrie für" den Staat darstellt. An jedem Kg. konsumierten JnlandSzucker partizipiert der Staat allein an Steuer mit Kö 2.99. Richt erwähnt aber sind hier alle die vielen Abgaben, die dem Staat direkt oder indirekt aus dem gesamten Komplex der Zuckerindustrie zufließen. So unstreitig also das Interesse an der Aufrechterhaltung dieser Industrie besteht, so umstritten sind die Methoden zur Erreichung dieses Zieles. Es gjbt Stimmen, die eine Fortsetzung des„Exportes um jeden Preis" befiirworten, um die Betriebsstätten aufrecht erhalten zu können, da zur Versorgung des JnlandöverbraucheS angeblich vierzig Fabriken genügen würden. ES gibt aber andere Meinungen, die in einem gesteigerten Jnlandsverbrauch einen Ersatz für die verlustbringenden Exporte erwarten. Wir haben in einer der vorstehenden Aufstellungen den jährlichen Durchschnitt-Verbrauch pro Kopf der Bevölkerung angeführt und wollen nachstehend einige Vergleichsziffcrn mit anderen Konsumländern heranziehen: 1982/88 Ropfverbrauch in Kilo Deutschland 28.1 Tschechoslowakei 26.7 Oesterreich ' 25.4 Ungarn 10.0 Schweiz 41.9 198208 Kopfverbranch in Mb Frankreich 25.0 Belgien 27.8 Holland 41.0 Großbritannien 45.8 Dänemark 54.2 Schweden 42.1 USA. 47.8 Kuba 40.0 Europa-Durchschnitt 16.4 Welt-Durchschnitt 18.2 Wir stehen also mit unserem Zuckerverbrauch lange nicht an erster Stelle und wir haben Grund zur Annahme, daß unser Verbrauch steigerung-fähig ist, allerdings müßten unsere inländischen Zuckerpreise der allgemeinen Kaufkraft unserer konsumierenden Bevölkerung angepaßt werden. Solange es Bevölkerungsschichten gibt, für welche Zucker ein unerschwinglicher Luxus ist und die geschmuggeltes ausländisches Sacharin dem heimischen wertvollen Zuk« ker vorziehen müssen, werden wir wohl das Ber« brauchsniveau der dänischen und schwedischen Konsumenten nicht erreichen. Erst wenn Zucker nicht nur„Weiße- Gold", sondern auch„Weißes Brot" für unsere Verbraucher geworden ist, wird es sich erweisen, daß gerade aus diesem Gebiete Konsumentenpolitik die beste Wirtschaftspolitik ist. M. vH. WESTBÖHMISCHE KAOLIN-, SCHAMOTTE- UND SLOVAKISCHE MAGNESITWERKE A. G., PRAG GENERALDIREKTION PRAG II., U PÜjfiOVNY 9 Telefon 298*4-1- Postfach 90 liefern: Schamotte-Dinas und Magnesitziegel Fa^onstein für sämtliche Industrieöfen, Gaswerke, Kokereien etc. etc. Bewährtes feuerfestes Material für Einmauerungen v. Steilrohrkesseln n. Staubfeuerungen. Magnesit sintergebrannt, Formschamotte. 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Das Land, in dem du lebst'und schaffst oder — arbeitslos bist, das Land, über welches die Matur aus ihrem reichen Füllhorn Gaben ohne Zahl geschüttet hat. Und du Leser, der du aus fernem Land als Gast zur Arbeiter-Olympiade gekommen bist, öffne deine Augen, damit du recht viel des Herrlichen, das unsere Heimat bietet, in dich aufzunehmen vermagst, recht viel Erinnerungen mitnimmst vom Land der Tausend Wunder. Oder glaubst du, ich übertreibe? Dann höre und folge mir auf meinem Fluge durch unser Land. Warst du schon einmal im gauberreich der heißen Quellen? Beim Sprudel von Karlsbad, bei den Thermen von Teplih- Schönau, bei jenen der Slowakei? Sähest du schon einmal das märchenhaft schöne Marienbad, eingebettet in tiefe Wälder,, oder Franzens- b a d im Grün seiner Gärten, das bergumrahmte Joachimsthal? Oder das stille KönigSwart? Du kennst sie Wohl alle, unsere großen Bäder, denn ihr Ruhm erfüllt die Welt. Wenn du fie aber nicht kennst, dann lasse dir den guten Rat geben, so bald du kannst, deine Schritte zu diesen Stätten zu lenken, dir zur Freude und deinem Körper zum Wohle. Wo ist ein zweites Land, in dem wie hier die Erde sich so freigebig öffnet unb ihre Gluten und Säuren und Salze und Wässer zum Lichte trägt, damit die Menschen sich in ihnen und durch sie heilen und stärken? Kennst du die Bergketten, die unser Land umschließen? Siehst du dort im Novdwesten das mächtige Erzgebirge mit' seinen grünen Tälern und den langgezogenen Höhen, wo im Herbst die Heide blüht? Du wirst die rauschenden Wälder nie vergessen. Siehst du hier die Tafelberge dek Elbe sand st eingebirges und die pittoresken Felsengebilde der Böhmischen Schweiz, durch die sich mühsam die Elbe ihren Weg bahnt? Und wenn du weiter mit mir von Westen nach Osten wanderst, dann erfreuen dich bald die Kuppen und Kegel Nordböhmen S, deöLausitzer-, desIeschken- und I s ergeb i r g e s und die waldumschlossenen Teiche des Kummergebirges, vor allem der entzückend gelegene Hirschberger See. Ein Rausch der Begeisterung aber erfaßt dich, wenn du von» Kamm des Riesengebirge8 in die Ferne blickst. Dann fühlst du die Wahrheit der Worte des Dichters: „Trinkt, o Augen, was die Wimper hält Bon dem goldnrn lleberfluß der Welt!" Kennst du dieses herrliche Gebirge, in dem du alles findest, Ruhe und Frieden der Täler, lockende Gipfel und dräuende Klüfte? Du mußt es kennen lernen, und vergiß auch die Felsenwelt von Adersbach und WckelSdorf dabei nicht. Und wenn du ganz stille Einsamkeit suchst, dann wandere durch daS Adlergebirge, das sich dort im Osten in langer Front dahinstreckt. Lasse uns aber gleich ein bißchen verweilen imAltvaterge- birge, das, gleichsam des Riesengebirges jüngerer Bruder, von kaum geringerer Pracht und Majestät als dieser ist. Wir bewundern von der Gräfenberger Lehne, aus der hunderte heilende Wässerchen quellen, den Ruhm des belebten Kurortes begründend, das Gebirge, das als breiter, mächtiger Wall vor uns liegt. Du kannst nur mühsam deine Blicke loSreißen von diesem herrlichen Bild und mir folgen, wenn wir rasch die„grüne Schles", die noch gar viel des Schönen bietet, durcheilen. Wir wollen heute die Stätten rastloser Arbeit, in denen die Industrie herrscht, beiseite lassen, wir wollen weiter, weiter. Aber wieder werden unsere Blicke gefangen genommen: die Beskiden ragen vor uns auf, jeder Gipfel gleicht mit seinem Borgebirge einer mächtigen, uneinnehmbaren Festung. Sic scheiden die historischen Länder von der Slowakei und bilden gleichzeitig auch, eine Scheidewand zwischen westlicher und östlicher Kultur. Märchenhaft schöne Wälder gibt es dort, mit hohen Tannen und einsamen Wegen. Nwt aber, ehe wir ins Herz der Slowakei oorstoßen, halte den Atem an, mein lieber Weggenosse. Du siehst nun die höchsten Berge unseres Landes, die Zaubcrwclt der Hohen Tatra. Schnee deckt noch ihre Spitzen auch in der Julihitze. Mächtig ragen sie von der Hochebene empor. Die ganze Pracht aber erlebst du erst, wenn du in den Tälern aufwärts wanderst, erst auf sanftem, bequemem Weg, dmm auf immer steileren Pfaden, bis du in jene Regionen kommst, wo alle Vegetation erstirbt und du nur noch mühsam klettern kannst. In tiefer Ergriffenheit stehst du vor der Schöpferkraft der Natur. Dann erfaßt dich der Gipfelrausch und du gibst nicht früher »ach, bis du es geschafft hast und auf einer Spitze stehst: ringsum ragen steile Zacken empor, tief unten schimmern— in 1500 bis 2000 Meter Höhe— kleine Seen. Du wirst nicht satt vom Schauen und nur schweren Herzens entschließt du dich zum Rückmarsch, in der Erwartung, daß kaum mehr etwa» Schöneres kommen kann. Wenn aber plötzlich eine Gemse deinen Pfad kreuzt oder ein Murmeltier mit gellem Pfiff in seiner Höhle verschwindet, dann wirst du immer aufs Neue in Entzücken geraten. Und du wirst wünschen, daß recht viele Menschen die Pracht dieses Gebirges bewundern. Dein Wunsch wird ersüllt, am Fuße der Hohen Tatra gibt es herrliche Kurorte, einst exklusiv für die ungarische Gentry bestimmt, im demokratischen Staat immer mehr der Genesung und Ersreuung des Volkes dienend. Nach diesem Höhepunkt unserer Wanderung im Fluge wenden wir mn. wir lassen unbeachtet, obwohl beachtenswert, den Dunajcedurchbruch, die Eishöhlen und die„nur" 2000 Meter hohe Niedere Tatra. Wir folgen dem burgenumsäumten Lauf der Waag, grüßen in Eile Trenkin und Pyötian und kehren über Diahren zurück. Nur eine einzige Station wollen>vir noch machen: bei der M a c o ch a. Sic zu schildern versuchen, wäre ein leichtfertiges Unterfangen, man muß sie erleben. Weiter geht cs, über das böhmisch-mährische Hügelland mit seiner idealen Landschaft, über die südböhmische Seenplatte zum Böhmerwald, der ein Viertel von Böhmens Grenze umsäumt. Hier ist des Waldes Heimat. Hier ist dieser so beherrschend, daß seine Dunkelheit, daS Blau des Himmels verdrängend, sich in den Wassern seiner Seen spiegelt und geheimnisvolle, märchengebärende Stimmung schafft. Sind nun der Wunder schon alle? O nein! Wir müssen nur unsere Aufzählung beenden. Wir können nicht dem Lauf der Flüsse folgen— wir sind Ursprungsland großer Ströme, die das Tor zur Welt bilden— wir haben keine Zeit, die Wunder der Städte und Städtchen zu bestaunen, wir können uns nur— Fremde wie Einheimische — eines vornehmen: wir wollen die Tschechoslowakische Republik, das Land der Tausend Wunder, gründlich kennen lernen. Beste, billigste IN BAD Tep’itz-Schönau beiße, hochradioaktive Thermen für Müll Gicht. 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Juli 1934 «Mfltt Regelmäßigkeit sind BarkaHT^^^ und öffentliche Gebäude eiimestreut «ine solche Stadt verläßt, ha? man vergessen, wie das Gesicht ein,«»T.\2,^L!? on ^ns stock ALLEN TEILNEHMERN der Arbeiterolympiade 1934 BUCHER über die sozialistische, politische und wirtschaftliche Bewegung e LEKTÜRE unterhaltend und belehrend in allen Sprachen e ZEITSCHRIFTEN und Modeblfitter aus der ganzen Welt und in reichhaltigster Auswahl WIR EMPFEHLEN GANZ BESON DE R S: FÜHRER durch Prag, die Republik und das Ausland e ORIENTIERUNGSPLANE aller größeren Städte 0 LANDKARTEN, Spezial- und Wanderkarten GroBe, wunderschön ausgofUhrto Publikationen Uber Prag und die Tschechoslowakei, in allen Weltsprachen, werden Ihnen elno dauernde Irlnnerung an Ihren Aufenthalt In Prag sein BESICHTIGEN SIE BITTE UNSERE SCHAUFENSTER BUCHHANDLUNG ORBIS A.-G., PRAG II, Väclavskö nämdsti 48/52— Palais der Postsparkassa ■ Aluminium- Sport art Ikel Marke: JORO 11 sied Inlandseneusnissa u. 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Vc:n fernen E"'.idstein- gcbirge zieht sich diese Sandsteinforniation bis hie« her u. die unablässig waltenden Naturgewalten der Verwitterung haben hier auf ungefähr IS Kilometer Länge ein gewaltiges Laby.mth von Felsengebilden. daS an Romantik und Mannigfaltigcheit der Formen und Eindringlichkeit des Charakters, sowohl wie auch an Ausdehnung ähnliche Formationen weit ul.-,'-.-ifft. Die Felsenstädte WekelSdorf und AderSbach auch als Luftkurorte bekannt und viel besucht, unmittelbar aneinandergrenzend und doch in ihrem Anblick und Wirkung ganz verschied.», doch erst beide zusammen daS richtige^ld dieser einzigartig:» i Naturwunder und schönen 8andsch..'':;i vermittelnd. Am Eingänge die Hotels„Eisenhammer" in WekelSdorf und„Felsenstadt" in..^erSbach bieten gute. und preiswert« Unterkünfte. Auskünfte durch die Felsenvertvaltun« gen AderSbach und WekelSdorf re'h und kostenfrei. Anläßlich der Hl. 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R. 1M4 Tretet den freien Gewerkschaften bei! deren Aufgabe es ist, innerhalb der deutschen Bevölkemng Prags für den Sozialismus zu wirken, Freßveßt-Grufil » Keniumgenoiienichaft Prag registrierte Genossenschaft mit beschränkter Haftung entbietet allen Parteigenoffen, die zur Olympiade gekommen find, herzlichste» r ,,G»zsnN>kMi>frnf" 9fr., 1R5 x Vezirksorganifatton frag •er|oiiolAemolrattf4MM«lrVetterparte» Die Bildungsorganisation der deutschen Proletarier ist IHRE EINKAUFSQUELLf- Der Touristenverein DIE NATURFREUNDE ®hat internationale Bedeu tung. In 12 Staaten 2600 Ortsgruppen,200.000Mitglieder, 450 Hütten und Ferienheime Der Verein vereint sozialistische und freiheitliche Wanderer. Die Prager Ortsgruppe unterhält regelmäßige Wanderungen und besitzt einen prachtvollen Stützpunkt im libochtal; desgleichen stehen ihr die 16 Gebirgsheime des einheimischen Verbandes offgn, Bahnermässigungen für Sommer- und Winterfahrten, für Alpenreisen. Ermäßigungen auf Bahn-und Dampferlinien im In- und Ausland Ortsgruppe Prag II, Fügnerovo nämestf 4 Angestellte seid Euch bewußt des Wertes Euerer Gewerkschaftsorganisation. Kein Angestellter in Handel, Industrie und Verkehr stehe außerhalb seiner Organisation, des Allgemeinen Angestellten- Verbandes Ortsgruppe Prag m» II., Fügnerovo nämesti 4 Bibliothek- Bildungskurse- Lesezimmer Arbeiteryorstellungen- Konzerte Vereinsheim: PRAG II., Smecky 27. Telephon 27727- Filiale: PRAG VII., Skuherskeho 14« Das Arbeiterblatt In die Hand des Arbeiters! Werdet Leser und werbet unermüdlich neue Leser! — Hier abaehaelden.............. A bonnenten ts- Bestellschein Ich abonniere den»Sozialdemokrat" ab.....193 und verpflichte mich, den Abonnementspreis von Ki 16— monatlich pünktlich im Vorhinein zu erlegen. Vor- und Zuname:.... i. Beruf:';•~' Ort und Post:,'•• Straße und Nummer:-• Deutlich ausfüllen I Sofort an die Verwaltung des.»Sozialdemokrat" Prag XU., Fochova frida 62, einsenden. 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