Heerschau der Demokratie Die ersten Haupttage der Prager Arbeiter-Olympiade Massenübungen und Wettkämpfe im Stadion— Ein gewaltiger Fackelzug Dräuen im Dritten Heidi General Lossow, Leutnant Scheringer, ChefredakteurGeriich_hlngerichtet—- AuchPagen^sollteumgebrachtwerden^ Selbstmord der Frau Ernst Aus Stell n wird gtmtldrt, daß die Liste der Hingerichteten noch immer nicht veröffentlicht wurde. Ader immer neue Personen werden unter den Opfern genannt. Neben dem General von Lossow, dem Reich-wehrleutnant Scheringer, dem Chefredakteur G e r l i ch von den „Münchener Neuesten Nachrichten" wird auch der ehemalige Münchener P o l i z e i p r ä si- dentSeisser als erschoss en gemeldet. Hava- meldet au- Berlin, daß die Fra u des erschaffenen SA.-Führer- Ernst, bei deren kürzlich erfolgten Trauung bekanntlich Hitler, Goering und— Rühm anwesend waren, Selb st mord beging. Alarmierend, wenn auch gewiß nicht überraschend, wirkt die Meldung, daß auch Pape« hätte erschossen«erden sollen und daß da- gegen ihn mobilisierte Mordkommando erst im letzten Augenblick zurückgepfiffen wurde! Die braun« Regierung hüllt sich immer noch in Schweigen und läßt nur nebensächlich und irreführend verlauten, daß Kittinger, Jfchirschktz, Sa- vignh und Fra« von Stolzingen enthaftet wurden, weil man ihnen hochverräterische Verbindungen nicht nachweisen konnte. Dagegen bleibt sie Antwort schuldig auf die nun bei Hiller direkt eingelangte Anfrage Papen», warum sein Sekretär von Vosen«schaffen wurde. Patzen verlangt die Unterlagen, auf Grund deren gegen Personen seiner Umgebung»orgegangen wurde! Gerade durch da- verruchte Schweigen nach verruchten Taten entstehe» immer wieder mehr »der weniger glaubwürdige Gerüchte. So meldete gestern der Londoner Reuter-Korrespondent aus Verlin, daß G o e r i n g einem Unfall zum Opfer gefallen sei. Da- Deutsche Nachrichtenbüro war in der Lage, die Meldung zu dementieren. „United Preß" verbreitet, laut„Prager Tagblatt" di« Meldung, daß «US Zahl der Erschossenen 241 beträgt! Vielleicht sei diese Zahl zu hoch gegriffen; eine offizielle Totenliste sei in Vorbereitung, die 65 Namen enthalte. In der inoffiziellen Liste figurieren allein M ü n ch e n mit 182» Berlin mit 60 und B r e- l a« mit 54 Morden, Dresden mit vier, Stuttgart mit einer Erschießung. Die Geheime Staatspolizei hat s ä m t l i ch e Erschossenen verbrenne« laffen. Ein Pontifikalamt für lllausener mußte abgesagt »erden, weil seine Leiche inzwischen schon eingeäschert war, so daß auch die Witw e, die die Leiche ihre» ermordeten Manne- sehen wollte, einen abschlägigen Bescheid erhielt! (Nähere Einzelheit«« im An nerndes Bl altes.) Oie Flassenhlnrlditungen In Berlln-Uchterfelde „Lidovä Noviny" veröffentlichen einen Stim- mungsbericht aus Berlin, in dem erzählt wird, das Propagandaministerium habe allen reichsdeutschen Blättern den Befehl gegeben, Bericht« über innerpolitische Verhältnisse und insbesondere die ,sogenannte„Reinigungs-Aktion" nicht zu hkingen. Die Mehrzahl der Hinrichtungen wurde in her ehemaligen Kadettenschule in Berlin-Lichter-, felde durchgeführt, wo den ganzen SamStag und Sonntag, die Schüsse der Exekutionen hörbar Ware«. Die Opfer wurden einer nach dem anderen än die Wand gestellt. Biele von ihnen haben ihre Unschuld so verzweifelt beteuert, daß den SS- Mitgliedern, welche zur Hinrichtung kommandiert ivaren, Vie Tränen in den Augen standen. Di« Erschossenen wurden in einem Massengrab auf dem Hofe des Gebäudes beigefetzt.. Zeugen, die der Hinrichtung des SA-Füh- rers-Ernst beiwohnten, erzählen, daß, er noch vor der Mündung der Gewehrläufe geschrien habe: „Ihr seid verrückt geworden, dafür, wird noch viel Blut stießen!" Als wir am Donnerstag und Freitag den wundervolle» Borführungen im Prager Stadion zusahen, als wir Donnerstag abend die leuchtenden Fackeln über eine der schönsten Straßen Europas, den Wcnzclsplatz, tragen sahen, da hatten wir mir den einen Wunsch, das; noch zehntausende deutscher Arbeiter aus der Tschechoslowakischen Republik daS große Erlebnis mit unS hätten haben können.'Ach könnten doch alle Deutschen dieses Landes, die sozialistisch fühlen, mit unS die unvergeßlich schöne» Tage der III. Arbeiter-Olympiade in Prag mitinachen, die Tage» in den wir wieder fühlen, weich Glück eü ist, Sozialist zu sein, welch Glück cS ist! der großen Armee angehören zu können, die eine neue Welt aufbaut auf den Trümnicrn einer zusammenbrechenden Ordnung, in der Not und Elend zum Himmel schreien! WaS dem Fest der Arbeiter-Olympiade für unS etwas besonders Beglückendes verleiht, ist nicht nur, zu sehen, welche Kraft in diesem Lande die sozialistische Arbeiterklasse darstellt, soiftiern wie viel die III. Arbeiter-Olympiade für b i c Ä nnä h er ungderNation.»dieses Staates bedeutet. Tausende deutscher Arbci- terturncr und-Turnerinnen, tausende deutscher Kinder sind nach Prag geköinmen, begrüßt von dm jubelnden Zurufen der tschechischen Bevölkerung. Versetzt Euch einmal in die Seele der deutschen Kinder, welche aus den entlegendsten GebirgStälem, etwa aus Nordmähren ober Schlesien, in die Hauptstadt gekommen sind und die durch die nächtlichen Straßen mit Fackeln in dm Händchen marschieren und begeistert mit Nazdar-Rufen empfangen werden I Die Kinder, die da in Prag waren, den Reiz dieser schönen Stadt haben auf sich wirken lassen, denen Vas MasscnerlebniS zu teil wird«»8'die als Deutsche von Tschechen jubelnd begrüßt worden— in den Herzen dieser Kinder wird diese Erinnerung fortleben und sic werde» ebenso wie die Erwach senen, Träger und Künder der Annäherung der tschechischen und deutschen Nation in der Tschechoslowakischen Republik sei» und werden. DaS bedeutet aber nicht nur viel für die tschechische Nation, das hat s e i n o g r o ß o Bedeutung auch für die Republik s e l b st. Alle diejenigen, denen daS Wohl der Demokratie und die Existenz dieses Staates als einer demokratischen Republik am Herzen lie- gen, werden tiefe Freude empfinden darüber, daß in der Hauptstadt des Landes ein Fest statt- finden kann, an dein nicht nur die tschechische Bevölkerung, sondern an dem auch wir deutschen Sozialisten mit frohem Herzen teilnehmen können. Wir sind in der glücklichen Lage uns ganz hinzugeben diese»; schönen Fest und uns als ein Teil jener Kraft zu fühlen, die diesen Staat aufrecht erhält und ihn auch ferner aufrecht erhalten wird, weil er ein demokratischer Staat ist und weil er uns die Möglichkeit hrotet ,un9 hier zu entfalten und i» Freiheit an dem Aufstieg der breiten Massen unser er Nation zuarbeiten. So ist es in diesen Tagen sichtbar geworden, daß die Fundamente dieses Landes, die nicht nur im .tschechischen Gebiete, die auch im deutschen Ge- biete ruhen, gestärkt, wepden und diese Tatsache sollte von dm tschechisch«; Politikern gebührend zur Kenntnis genommen werden. Die tschechische Sozialdemokratie und die gesamte tschechische Linke werden dieses politische Crcignss ersten Ranges in seiner Bedeutung voll erkennen. Mo- gen dies aber auch alle anderen im tschechischen Volk tun, die an der Tschechoslowakischen Republik hängen und sie erhalten wollen. Ein besonderes Kapitel, daS auch unsere Aufmerksamkeit' in Anspruch nimmt, und daS für uns innerlich eine Rolle spielt, ist die Teilnahmslosigkeit des deutschen B ü r g e r t u m s an de r 01 y m- p i a d e. Während auch die tschechischen bürgerlichen Kreise großes Interesse an dem Aufstieg der tschechischen Arbeitertnrner-Beivegluig»ch- men und wohl wissen, was die körperliche Ertüchtigung dieses großen Teiles der tschechische» Nation bedeutet, hat das deutsche Bürgertum nicht das geringste Verständnis für den Aufstieg der Massen der deutschen Nation. Seit jeher hat das deutsche Vürgertuin kleinlichen Haß gegen den kulturellen Aufstieg seiner eigenen Arbeiterklasse gezeigt, cs ist auch auf diesen; Ge- biete nm ein Paar Pferdelängen hinter dem tschechischen Bürgertum zurückgeblieben. Die.111, Arbeiter-Olympitide in Prag fallt— wir werden das nie vergessen— mit Mit der Jugend hat's begonnen. Schon am frühen Morgen des Donnerstag nahm sie die beiden gewaltigen Stadionanlagen auf dem Strahov in Besitz. Km sieben Uhr früh war alles in vollem Betrieb, denn wenn man das gewaltige Programm, das sich die Olympiadcwettkämpfcr gestellt haben, in lvcnlgen Tagen erfüllen lvill, heißt es jede Minute anSnützen. Im Hauptstadion muß alles für den Nachmittag immer wieder geprobt werden, damit's dann nur ja bis in die letzte Kleinigkeit klappt und driibcn im Lcichtathlelilstadion wird währenddessen unter den begeisterten n. anspornenden Zurufen der Sportfanatiker, die sich das frühe Anfstehen nicht verdrießen ließen, nm die Olympiameisterschaft in den verschiedenen Sportsparten gekämpft.- Obwohl das Programm im großen Stadion erst um drei Uhr nachmittags beginnt, setzt der Menschenstrom schon gegen!2 Uhr mittags ein. Langst glaubt das Auge die gewaltige Anlage übervoll, aber immer noch faßt sie die'Massen der Neuangekommenen: Viertausend aui einen Wink Und dann gcht'S los. VVV Pfadfinder und Pfadfinderinnen stürmen in wildem Wirbel herein, werfen sich in Horchstellung auf die Erde, ein verwirrendes, scheinbar zügelloses Durcheinander. Aber plötzlich kommt, wie von unsichtbaren Drähten gezogen, straffe Ordnung in den Rummel, und mit einem Schlag sind die Jungen und Mädels stramm in vier Abteilungen gruppiert, die in prachtvoller Zusammenarbeit, ihre Freiübungen zeigen.'' Rach den Pfadfindern marschieren die tschechischen Turner und Turnerinnen zu gemeinsamen Uebungen auf und. dann kommen die.Stars" des Tages: die I u n g tu r n e r i» n c n. Diese viertausend jungen Genossinnen haben den»ibclnden Applausstuem, den sie-geerntet haben, wirklich der Erschütterung des FasciSmns in Deutschland zusannnen. Drüben in Deutschland brutale Hinrichtungen, in Prag aber ein Fest, das den Aus- stiegdcr Masse»zeigt. Bildhafter kau» der Unterschied zwischen Diktatur und Demo- kratie gar nicht mehr zum Ausdruck gebracht werde». Da redet ihr seit Jahr und Tag der Bevölkerung ein, daß die Arbeiterbewegung, daß der Marxismus, daß der Sozialismus tot feien. Schauet alle in diese» Tage» in die Pra- ger Straßen, schauet in das Prager Stadion und ihr werdet sehen, daß die Arbeiterbewegung in der Tschechoslowakei lebt, daß ihr die Massen mit Begeisterung solgen und daß sie mit freudigem Hoffen einer besseren Zuknnst entgegensehen. Mag auch die Reaktion zeitweise triumphieren, mag noch das Heute den Feinde» der Arbeiterklasse, den Feinden der Kultur, de» Barbaren, gehören, d a S M o r g c n gehört uns, gehört der a u f st e'g e u d e n Arbeiterklasse, dem Sozi alls Rach ihnen zeigten die I u n g t u tuet ausgezeichnete Hebungen, die bis ins letzte Detail klappten lind schließlich wurde wieder das F c ß- s p i c l„Befreite Arbeit" aufgefiihrt, über das wir bereits berichtet haben. Auf der Ehrentribüne sahen eine Reihe von Funktionären des Staates und der Arbeiterschaft den Vorführungen zu. Es ivaren anwesend: Ministerpräsident M a l y p c t r als Vertreter des Präsidenten der Republik. Eijcnbahi Minister B e ch y n k, Außenminister Dr. Bene ö, Innenminister Gern i), GcsnndheilSminister Spina, Sozialfürsorgcminister Gen. Tr. M e i ß n e r, Justizminister Dr. Dvo er auch von Minister Benes und dem ehemaligen Gesandten in Belgien, Strimpl begrüßt wurde. Auch der Vorsitzende de; sozialistische» Arbeiter-Turn-Oll-mpiade Genosse Julius Deutsch war anweseick». m u s! Hunderttausend im Stadion Die Dritte Arbeiterolympiade in Prag hat schon an ihren beiden ersten Tage,; alle Erwartungen übertroffen, die man in sie gesetzt hatte. Donnerstag wies das Stadion einen Besuch von mehr als hunderttausend Menschen auf, für Sonntag rechnet die Festleitnng mit einen noch stärkeren Zustrom. Bis gestern abends waren um einige tausend Festgäste mehr aus dem Ausland eingetroffen, als man erwartet hatte, statt der ursprünglich vorgesehenen lllk Sonderziigc sind bis gestern 27 in Prag eingetroffen. Die Wetlktämpfe um die Olympiademeisterschasten und die Vorführungen im Stadion sind im vollen Gang. Donnerstag abends veranstalteten die iugend- licheu Teilnehmer der Olympiade einen Fackelzug durch Prag, der überall von der BevSIkerung mit jubelnder Begeisterung aufgenonimen wurde. verdient. Der Anblick dieser disziplinierlen Masse von prachtvollen Mädels in ihren roten Hosen und weißen Blusen, deren exakte halb tänzerisch, halb turnerische Uebungen sich bewußt scruhallen von starrem militärischen Drill, wird zu den schönsten Erinnerungen dieses Festes gehören. Cetie2 SamStoz, 7.- Juli 1834 1 lelditethicflsdie WettMimple Dcr gcftrigc Vormittag war wieder mit den leichtathletischen Wettkämpfen auSqefüllt nach» mitiags gab cs im Stadion anher dem Massen» turnen der AlterSturner spannende und eindrucksvolle Vorführungen dcr Arbeiter-Radfahrer zu scheu. Nachher wurde daS Festspiel zum dritten Male aufgcfiihrt. Freitag nachmittags eröffneten die„Alten" dcr D?J. mit Stavübungcn den Reigen. ES Ilappte auch hier tvie bei allen Vorführungen. Die 2 ch>v c i z e r, unter den Klängen dcr Internationale, und mit großem Beifall empfangen, geigten eine gute Sckuvnnggymnastik. Sic werden diese llcbnngcn am 20. und 21. Juli zu ihrem VcrbandSscsr zeigen. Eine Glanznummer Ivaren die Vorführungen dcr Kreise 2, 8 und 11. In den verschiedensten Aufstellungen schwangen die Körper im Rh>>thmuo dcr Musil, die den Ucbnngen gut angcpaßt lvar. Auch die Sondcrvorführung der„Lila" aus Polen lvar eine gute Körperschule. Ein recht farbenprächtiges Bild boten die llcbun- gcn dcr Slolvalcn. Auch die Radvorführungen fanden sehr guten Anklang. Eü war wirtlich Kunst, ivas gezeigt wurde. Aut der Asdienbahn Mit einem Stil-Lauf dcr Weitkämpfer wurden Donnerstag die leichtathletischen Wettkämpfe in der neuen Kampfbahn eröffnet. Kurze Begrüßung, dann ertönt der erste Startschuß für den 1 10- M c t e r- H ü r d e n l a u f der zehn Kämpfer. Diese schwierige Hebung erfordert eine gute. Technik, die bei den Meisten Läufern vermißt tvurde. Beim 110- Nieter- HürdenentscheidungSläuf siegt B c n z i k lUngarn) in dcr Zeit von 18.2 Sekunden. Inzwischen begannen die Franc» mit dem Weitsprung.?luch hier konnten die beiden ungarischen Teilnehmerinnen• die ersten beiden Plätze belegen. Genossin Deal sprang 4,85, Meter, Genossin Dudas 4,67 Meter. Ein scharfes Nennen war der 15 0 0» M e t e r l a u f. V y p h e l führte in den letzten Runden, wurde aber von T o m ä ö e k überholt. Der Vertreter Hollands gab das Rennen auf. M Y h r e r(Norwegen) lief die 400 Meter in 54.2 Sekunden. In» 100-Meter--Vor- l a u f der Männer lief Hansen(Norwegen) 11,1. Für den Endlauf ist sicher eine bessere Zeit zu erwarten. Der erste 200-Meter-Borlauf der Frauen war ein sehr scharfes Rennen. D e a k (Ungarn) gewann diesen Lauf in 28,6 Sekunden. Den zweiten Borlauf gewann P e r i o v ä(Prag) in 26,0 Sekunden. DaS schönste Rennen des Tages war der 10.000» Meter-Lau f, an dem 21 Leute teilnahmen. Der Lauf, wurde in der ersten Runde von Gail« l a r c(Frankreich) geführt. Bei der ztvciten Runde setzte sich N 4 m e t h(Ungarn) an die Spitze, zwischendurch übenahm H r d l i ö k a die Führung. Schon in der fünften Runde führte N k ni e t h(Ungarn) mit 100 Meter Vorsprung. Ter Vertreter Frankreichs lag in der 10. Runde an vierter Stelle. Die Zeit bei 5000 Meter war bei Nemeth 16,86 Minuten. Tie beiden Brünner Hrdlicka und Mistern liefen die letzten Runden nebeneinander, ohne sich gegenseitig zn treiben. Inzwischen gelang eS Nkmeth, fast alle Läufer zu überholen. Mit einen» gewaltigen Endspurt durchlief er die letzte Rund«. Großes Interesse erweckten die 2 0 0- Meter- Vorläufe. Den ersten gewann W a r tz h y (Danzig) in 24.7 Sekunden. Den zweiten Lauf gewann Wie n 24,5, den dritten Sandiner (DTJ.) mit 24,2. Er tvnrde aber disqualifiziert, weil er eine falsche Bahn benutzt hatte. H a l l y (DTJ) lief die 200 Meter in 28,8 Sekunden. Im fünften Vorlanf lief Hanse»»(Norwegen), der Inhaber der SASJ-Bestleistung, die 200 Meter in 23.8 Sekunden und M h h r e r(Norwegen) 28.8 Sekunden. Nach dci» Resultaten zu urteilen, wird der 200-Meter-Endlauf ein scharfes Rennen werden, den aber sicher Hansen(Norwegen) gewinnen wird. Die Ergebnisse der LeldHathlettk- WctlMmpfc Sportler. 100 Meter, Zwischenlauf: 1. Hallt,(Prag) 10.8, 2, Hansen(Norwegen) 10.6, 8. Aälmoes (Holland) 11.2, 4. Olsen(Nortvegen) 11.8. 5. Sandtner(Prag). 11.4, 6. Pokorny(Pilsen) 11.5 Sekunden.— Diese bestreiten daö Finale. 200 Meter Zwischenlauf: 1.. Hansen 28.3, 2. Halt», 28.8, 8. Myrhe(Norwegen) 28.8, 4. Pokorny 24.8, 5. Sedlak(AtuS) 24.5 Sek. 400 Meter, Zwischenlauf: 1. Müller(AtuS 58.7, 2. Mythe 54.5, 8. Kralik(Proßnitz) 54.8 Sek. — In den Vorläufen erreichte Kraus(AtuS) eine Zeit vo»r 59.7 Sek.' 110 Meter Hürden, Finale: 1. Benes i g (Ungarn) 18.8, 2. P, Smerovsky 20.4, 3. G. Sme- rovskn(beide Brüx) 20.6 Sek. 800 Meter, Zwischenlauf: 1. Müller(AtuS) 2:07 2. Kraft(Pilsen) 2:08.8, 8. Kolin(Prag) 2:09.5, 4. Lebet»(Frankreich) 2:18.8 Min. 1500 Meter, Finale: 1. Toma'Sck(PA, sen) 4:33.6, 2. Lanik(Brünn) 4:38.9 Min.— Til- lcr(AtuS) erreichte eine Zeit von 4:88.4 Min. Schwedenftaffel: 1. Frankreich 2:12.1. 2, Brünn 2:18.4, 8. Pilse,: 2:18.4 Min. 10.000 Meter: 1. N e m e t h(Ungarn) 88:44.4 2. Hrdlikka(Brünn) 85:07 3. Mistera(Brünn' 85:07 Min.— Dobl(AtuS FtanzenSbad) erzielte eine Zett von 37:8 l Min. Kugelstassrn, Barentscheidnng: I. Schöps (Neratowitz) 12.38, 2. Jrolik(Pilsen) 11.70.5, 8. Syrovy(Jungbnnzlau) 11.44 Meter. Diskuswerfen, Barrntschridung: 1. Jgnacek (Brünn) 86.39, 2. lllehla(Brünn.» 34.12, 3. Ras tak(Proßnitz) 88.41 Meter. .Hochsprung, Vorentscheidung: 1. Helge sen (Norivegen) 1.75, 2. Aiidrysek(Brünn) 1.70-, ferner sprang u. a. Andersen(Frankreich) 1.65 Meter. Sportlerinnen. 200Meter: 1. Deal(Ungarn) 28.6,2. Jan» kurova(Pardubitz.) 29.0, 8. Jarolimkova(Prag! 30.4 Sek.— Die Ungarin Lamos kam mit 81.1 Sek. ans den fünften Platz. Writsprung, Finale: 1. Deal 4.85, 2. Duda»- (Ungarn) 4.73, 8. Hruba(Prag) 4.56 Dieser. Dreikampf: 1. Ja»kurova 212.88 2. Tatrmanova(Proßnitz) 198.80, 3. Balkova iProsnitz» 181.94, 4. Wolf.(AtuS) 148.67 Punkte.- Tie besten Einzelergebnisse: 100 Meter: Jankuro- va 18.5 Sek.(Wolf, AruS, 14.9); Hochsprung: Tatrn»anova 1.30(Wolf, AtuS, 1.09); Speer: Jan- kurova 20.75 Meter. Meecrdte-wettkdinpic der Oberstufe Donnerstag vormittags wurden dieGeräte» W e t t k ä m p f.e der Oberstufe für Turner und Turnerinnen ausgelragen. Die Turner absolvierte»: eine»» Zehnkampf, während die Turnerinnen eine»» Achtkainpf durchführten. Die Bedingmigel» der Teil- nahme waren aber so schwer, daß sich»nir zwei Turner- und drei Turnerinne»»-Dia»ulschaften beteiligten. Die Veranstalter werdet» daher die Bedingungen für spätere Veranstaltungen ettvaS volkstümlicher gestalten müssen. Bei den Turnern siegte der Gau B r L n u mit 956 vor Gau Pilsen mit 987.25 Punkten. Bei den Frauen gewann der Gau Dl ähr.- O st r a u mit 870.75 vor Gau Prag mit 888.50 und Gau Brünn mit 674 Punkten. Die beste Einzel» leistuirg erzielte bei den Turnern B. Zak-Brünn mit 218 und bei den Turnerinnen B. Yaiigrovä-Mähr.- Ostrau mit 180 Punkten. um die Hnzena-ncistcrschait Zwölf Männer- und zwei Frauen-Äreisnmnn-’■ schäften sind angetreten und trage»: ihre Spiele an' den DTJ.-Sportplätzen in Smichow, Weinberge und VySvhrad aus. Den Spielen der Ru»»de wohnten jeloeilö einige hmwert Zuschauer bei, nur bei dei.t- Kampf Prag—Pilsen waren es über 1000,— Die: Ergebnisse der erste»: Runde: Pilsen gegen P r a a 9:5(4:8). Beide Gegner, Favoriten der Meister» schäft, waren reichlich nervös und nur der technisch bessere Angriff der Pilsener entschied das Spiel.- Brüx gegen Pros; ni tz 10:8(4:5).— Frauen- Preßburg gegen Prag 6:5(4:4). Ein schwer erkämpfter, aber verdienter Sieg der Preßbiirgerin--■■ neu.— M ähr.- O st rau gegen P r c ß I» u r g 23:4.— Weiter fanden folgende Spiele statt: Bri'mu gegen Pkibrani 11:3, Prag-gegen Brünn IO:«"», Pilsen gegen Pribra»n'23:2, Königgrätz gegen Pardubü- 10:2, Brüx gegen Pardnbitz 14:5, Proßnitz gegei- Königgrätz 5:4 Jungbnnzlau gegei» Jglan 16:3.' Mähr.-Ostrau gegen Jglair 29:2, Jungbnnzlau gegen Preßburg 12:8. Die Endspiele fiirden h e u t e am Stadion statr Vie Sthadiolumpiadc Tie. Wettkämpfe, welche am Donnerstag vorn»»-- tag im Sniichover„Narodni dum" ihren Anfang nahmen, werden voi: rund 60 Spielern bestritten, unter welchen sich auch jene des AtuS befinden. Rach Aus-- losung der Wettkämpfer begannen die Spiele. In der ersten Runde der Kreismannschaften der siegte Vilsen über Brünn mit 6:0 und Mähr.-Ostrau gegen Brüx 5:0. Heute: finale im Walleyball- Turaicr-.^ DaS Wolleyball-Turnier nahm Donnerstag im Militärstadion seinen Anfang. Zwc'f Kreismann« schäften spielen i»r zwei Gruppen mit je vier Runden. In der erste»: Gruppe führt Prag mit 4 vor Königgrätz mit 3 Punkten. Denselben Stand weisen in der zweiten Gruppe Jungbnnzlau Und Mähr.' Ostrau auf. Die letzte Runde findet heute mn 8 Uhr statt und um 11 Uhr steigt dann das Schlnstspiek. Tischtennis Die erste»: Kämpfe Ivurden am Donnerstag im Smichotver„Narodni dmn" durch die Männer« und Frauen-Kreismannschaslen eingeleitet. Bei ben Man-; nern siegte Prag, daö im Finale Königgrätz 5:9 schlug. Einzelergebnisse: Königgrätz gegen Pkibram 5:4, Pilsen gegen Jglan 5:0, Pardubitz gegen Brün»- 3 Der Kondor Von Robert Groetzach -Schon." lobt Stephan,„sehr schön!" Vorsichtig seht das große graue Gebäude Bein vor Bein. Jetzt ist er schoi: über die Mitte, jetzt hat er beinahe daö zweite Drittel hinter ssS; jetzt ist er an der Stelle, wo er damals abrutschte. „Max," sagt Stcphai» bittend. Aber Max will nicht weiter. Er schwenkt den Rüssel, schnauft und dann steht er auch schon wieder unten. Erlöst macht er seinen Rundgang und bleibt vor der fressenden kleinen Ziege stehen. Der Wärter schmeißt seine Mütze verzweifelt zu Boden. „Francois, den Stock!" Francois steht außerhalb der Gestänge und schrubbt den steinernen Boden. Er reicht den Stock hincin. Der hat vorne eine eiscnbeschlagene Spitze. Francois tätschelt den Elefanten, der mit dem Rüssel wedelt. Wie er die Ziege anblinzelt, wie er zum Wärter hinübcrsthielt! Wie schön sind Tiere, wenn sie sein dürfen wie sie sind. Francois möchte sagen:„Stephan, warum muß et über, die Flaschen laufen? Sieh, Kamerad, wie herzlich das Tier geht, wie fest es auftritt, wie freudig fest: Leib schaukelt,, wenn er in der Runde laufen darf, wie er möchte." Mer er sagt nichts. Er weiß, daß cs keinen Ztvest hat.. Die Menschen dcssierten Menschen. Woher sollen sic Ehrfurcht vor dem Tiere haben? Und. Stephan hatte es sich nun eimüal in den Kopf gesetzt.' Er sahimZir- kus Dogipicurc, die traten in die Arena und ihre Brust funkelte von Medaillen und das Publikum jubelte. Stephan ist-trunken davon. In seinen schönste»: Träumen sicht er Medaillen auf seiner Brust, Auszeichnungen für hervorragende Tierdressuren. So möchte er photographiert sein— und neben ihm Paula. Denn er liebte Paula. Mehr.noch als seinen Elefanten, ja sogar noch mehr als die Seelöwen, die mit ihm nachmittags vor dem Publikum Ball spielen und brennende Lampen jonglieren. Als das noch neu war, konnte Paula begeistert in die Hände klatschen. ES ist jetzt auch nicht mehr. Stephan weiß nicht, warum. Sie geht ihm jetzt zuviel aus dem Wege. Der Elefant steht» mit seinem riesenhaften, scharf ausgrmeihelten Gelehrtenkopf gegen, die hohen eisernen Stäbe geneigt, denn draußen ist noch ein Mt>:sch hinzugekommen. Hagar, mit funkelnden Brillengläsern steht er am Geländer. Max schwenkt den Rüssel. Er weiß, daß der draußen dem Wärter soviel zu sage»: hat, wie Stephan dem Elefanten. Der mit den Gläsern ist der Direktor des Zoo. „Morgen, Stephan," sagt er. Dann wendet er sich zu den: Gefangenen.„Francois, gehen Sie zu den Löwen. Die Käfige müssen gereinigt werden. Sägen Sie dem Wärter.. Aber da ist Francois schon hinaus, denn Stephan hat den Elefanten wieder an die Flaschenparade geführt, mit dem Kanal an der Hand. Francois mag die Quälerei nicht mit ansehen. „Stephan," sagt der Direktor und macht ein« Kopfbewegiing hinter Francois her,„er ge- fällt mir' nicht recht.. So zerstreut, so miesepetrig. „Ah," macht Stephan,„der graue Bogel! Das bringen die Leute alle aus dem Lager mit. Und es hat viel geregnet in der letzten Zeit. Da .pfeift ihnen der ßraue Bogel etwas schärfer in die Ohren, Herr Professor. Ein guter Kerl, der Francois." Dann dreht er sich»nit gesenkte»« Kopf zürnend zum Elefanten herum./ „Max los!" Und Max sieht, wie der Stock mit der häßlichen, eiserne»: Sbitze auf die Flaschen zeigt.* . Aus dem KonzerthgüS wiegen die'Klänge des DonäuwalzerS in den Abend' hinein^ Im Wirtschaftsgebäude hocken rie Wärter um einen großen Tisch und langen in die Schüsseln. Paula I tragt in Heller- duftiger Bluse schwere Tabletten herein. Ihr Gesicht blüht unter dem aschblonden Haare hellrot wie eine Sommerrose. Stephan sitzt am obere«: Ende des Tisches, Francois weit unten. Klein und zusammengesunken stützt er die Ellbogen auf die Holzplatte. Der aus dem Raubtierhaus stößt Stephau an. „Du, guck die die beiden an." Stephan wendet das kantige Gesicht nach den: anderen Ende, wo Paula sanft eine Schüssel vor den: Franzosen niederstellt. Dabei schmiegt sich ihr kräsiger Leib von der Seie her gege>: seine«: Arm, seine Schulter, seine Hüften. Es ist eine rasche, weiche Be- «vcgung.„Quatsck»!", sagt Stephan und hängt sich mit dem Löffel wieder in feine Schüssel. Solcher Quatsch— der und Paula. Der kleine, dürre Franzose, immer ein bißche«: spinnig, verträumt, duselig, mit seinen: braunen Gesicht, daö Jüngelchen— und Paula! Man braucht sie. nur anzusehen. So was von Strammheit, Courage. Das braucht ettvas ganz anderes. Er hat sie beim Tanzen gesehen, so nach dem fünfte«: Glas Bier, wenn der Teufel, der in jeder Frau sitzt, aus ihren Augen zuckt. Paula, die einmal den Antilopenwärter in die Ecke stieß, als er im Scherz aus ciy^ Stelle patschte, die die Frauen nicht gerade jeden: bieten... was fängt die«nit dem Kerlchen ans „Quatsch, verfluchter!" sägt er'noch einmal zu dem aus dem Raubtierhaus. „Abwarten! Du wirst noch gucken, mein Lieber," knurrt der. lind dann hört man zehn Minuten lang nur da» Auf und Nieder der Löffel. Stephan schielt wieder zu dem Franzosen hin- unter. Das arme Luder I- Ein paar tausend Kilo/ meter westlich saßen Francois Frau und Kinder. Wenn schon Paula ein bißchen nett zu mir lvar— kvarum nicht? Stephan hat eine Schwester» die sagt auch oft, wenn sie ihn besucht:„Der arme Franzose!" Das reden Frauen so hin, und e» ist gar nicht so übel. Nee, nee, eifersüchtig ist er nicht. Das ist'ihn: nur einmal passiert.. Einmal, als ein Wärter aus dem Frankfurter Zoo zu Besuch war und der Elefant ihn sofort liebkoste. Da ist Stephan dazwischen getreten. DaS«var sein Max. Und dann, als das kleine russische Pony schm: am zwei«, ten Tage»vichcrtc,«vcn«: es den Franzose«: sah.. Das war auch eine Treulosigkeit. DaS kleine Dmn. hatte er, Stephan, jahrelang gefüttert und au».' zweiten Tag wieherte eS schon den Franzosen an.- Quatsch, Paula und der. Die braucht einen Mann' — potz Donner nochmal! Stephan hat seinen Teller lccrgcgessen und sieht sich in der Spiegelung des verhangenen Fensters, sieht seine runde breite Brust. Das sind ein paar Schultern, daö ist ein Nacken, und daö sind ein paar Beine. Paula und der Franzose— Quatsch! Aber einmal muß das mit den: Weibe in Ordnung gebracht werden. Sotvie die Elefantendressur hinter ihm liegt. Dan«: die Medaille und dann die Photographie. Paula darauf, so wie sie setzt herumläuft, leicht sommerlich, stramm. Ein Wärter muß eine Frau haben, die auch einmal mit Elefanten umgehen kann. Er steht auf und so im Vorbeigehen drückt er doch vor Paula das Kreuz durch, sieht ihr ins Gesicht, das von ein paar Sommcrfproffcn pikant ge- sprcnkclt ist, und knurrt halblaut:„Sieh dich vor, dn weißt nicht» was gequatscht wird!" Und auf ihren fragenden Bljck noch einmal:„Sieh.dich vor!" Im Abgehen zieht er daS linke Pein nach. Ein»vütcnder Büffel hqt ihn einmal auf den Hörner» gehabt und auf das Dach feines Schuppens geschleudert. Seitdem hinkt er unmerklich, wenn er nicht auf sich achtet. Paula blickt ihm nach, und hat ihn«nißvex- ständen. ,Aar der etwa eifersüchtig? Sie denkt den Knäuel nicht zu Ende. Ihre Augen waren hinter Francois hex, der leicht und wse im Nebel.-durch die Tüx geht. Die Chasseurschuhe knirschen, schon draußen im Sande, langsam schlendert er zwifchen den Tiergarten dahin. Der Truthahn sieht seine rote«: Hosen und beginnt zn kollern, wie immer. lFortsetzung folgt.) M.- MB■„„ gtutWai, 7.8ttH N«.........'-......«eitel Heute auf der Olympiade 7.00 Uhr: Turaproben(auch' des Atus). 7.00 Uhr: Geräte-Wettkämpfe(Frauen). 8.00 Uhr: Internationales Radrennen(60 Kilometer); Start und Ziel: Am Vypich bei Bfevnov. 8.00 Uhr: Fortsetzung der leichtathletischen Wettkämpfe. Geräte-Wettkämpfe(Männer); Fortsetzung des Wolleyballturniers; internationale Tischtenniswettkämpfe(Smichov); Skaut-Wettkämpfe. 9.00 Uhrr.Wolleyball(Frauen); Schach(Smichov). 10.80 Uhr: Häzenä(Frauen). 18.00 Uhr: Finale im Wolleyball(Männer); 14.00 Uhr: Fortsetzung der leichtathletischen Wettkämpfe. Internationale Geräte- Wettkämpfe(Militärstadion). 18.00 Uhr: Finale in Wolleyball(Männer). Fortsetzung im Schach. 16.00 Uhr: Schwimmwettkämpfe(Hallenbad, Klimentska). 17.00 Uhr: Wolleyball-Verbandsspiel DTJC SIL(Militärstadion). 20.00 Uhr: Deutscher Festabend in der Produktenbörse; Turnakademie(Slawische Insel); Sängerchorkonzert(Repräsentationshaus); Tischtennis- Schlußkämpfe. 21.00 Uhr: Lagerfeuer in der Kinderrepublik. Lichtfontäne(Schützeninsel). 8:1, Pray gegen M.-Ostrau 8:0, Prag gegen Pißen 8:1, Prag gegen KLniggrätz 8:0. Bei den Frauen, welche nach den Davis- Cup-Regeln spielten, gewann ebenfalls P r a g. Die einzelnen Ergebnisse sind: Jglau gegen KLniggrätz 8:1^ Pardubitz gegen M.-Ostrau 8:0. Brünn gegen Jglau 8:1, Prag gegen- Pardubitz 3:2, Prag gegen Brünn 8:8. 0er Triumphzug der roten Jugend I umjubcllcr nosxi-FMndi nm htfaMMi Donnerstag abend. Im Zentrum Prags ist fiebernde Bewegung. Am Wenzelsplatz, am Graben, m der Zeltnergasse, am Altstädter Ring, Massen über Massen. Der Lampiouzug der Sportlerjugend, der um 0 Uhr beginnen- wird, scheint ganz Prag auf die Beine gebracht zu haben. Immer-wieder neue Züge singender,-junger Menschen, die zu den Sammelplätzen oberhalb des Museums ziehen, Zug um Zug, Kapelle um"Kapelle, es will lein Ende nehmen. Am Museum ist es geradezu lebensgefährlich. Hier stemmen sich die Zuschauer in stürmischen Wogen gegen den Absperrungskordon, so daß die Polizei größte Mühe hat, ihre„Stellung zu halten". Aber es geht schließlich,-und man wird der Aufgeregten mit anerkennenswerter Liebenswürdigett und Geduld Herr, wobei die Olympiade-Ordner mit roter Armande als getreuliche Helfer auftraten. Mit einer geradezu erstaunlichen Pünktlichkeit, die der Präzision des Organisatorischen alles Lob ausspricht, erscheint die Spitze des Zuges fünf Minuten nach V Uhr an der Museumstreppe. Diese Museumstreppe bietet ein überwältigendes Bild. Uebersät mit Menschenmassen, die„Razdar" rufen, in heller Begeisterung Taschentücher schwenken, umstrahlt vom Lichte der Scheinwerfer, die den stolzen Bau des Museums in ein Mäfchenschloß verwandelt haben, gibt fie dem abendlichen Fest eine vollendete Krönung. Fast eine halbe Stunde zieht der Zug in Achterreihen die breite Prachtstraße der BaelavflL nämösti herunter, mit tausenden, wie Glühwürmchen anf- flammenden Lampions. Die Mädchen in ihren kleidsamen Trachten, die tschechischen Jungsportler, der Arbeitersokol in seinen roten Hemden, den Rock über die Schultern gehängt, die einzelnen Sektionen der tschechischen Partei, die fich angeschlossen haben, Trupps der Jugend, die immer wieder in die begeistert aufgenommenen Rufe:„Es lebe das rote Pragl" ausbrechen. Der Arbeitersokol läßt den Präsidenten Masaryk, die Freiheits die Demokratie und den Sozialismus hochleben. Eine Delegation des„AtuS" marschiert ujtter dem Gesang der Internationale vorüber, der Beifall schwillt zum Orkan. Wie immer, sind auch diesmal unser« Roten Falken dabei, ein Wald leuchtend roter Fahnen vor st) hertragend... Sie rufen Freiheit und Freundschaft, die Masten winken zurück, und schon kommen neue Trupps, neue farbenreiche,-eindrucksvolle Bilder, Genossinnen in heimatlichen Trachten, jetzt wieder tschechischer Arbeiter-Jugend- solol, dort„rettet" ein vielleicht Dreijähriger auf den Schultern des Paters thronend, und ihm also schon buchstäblich über den Kopf gewachsen, mitten im Strom der nicht abreißenden Kolonnen.' Der Zug über den Graben, durch die Zeltnergafle zum Alt«' städter Ring ist ein einziger Triumvhzug. Aus den Eafös winken die Gäste, die Fenster öffnen sich, selbst auf den Dächern stehen die Enthusiasten und schwenken ihr« Tücher,.. Im düsterroten Licht des beleuchteten HuSdenk- mals liegt der Altstädter Ring, überflutet von riesige» Menschenmengen, die sich vor der mit den Staatsfarben drapierten Rednertribüne am festlich beleuchteten und geschmückten Rathaus stauen. Und immer noch strömen die Masten des Zuge» unter Musik und Gesang zum längst überfüllten Platz. Als die Redner noch sprechen, an den großen Opfertod des, Im Hus erinnern und die Versammelten aufrufen, mit der gleichen Inbrunst wie jener für die Freiheit des Glaubens für die. Ideale der Freiheit, der De- mokratie und des Sozialismus einzutreten und einen Wall zu bilden gegen alle faseistischen Unterdrückungsversuche, marschieren noch immer di« Kolonnen der Olympiade. Es ist eine gewalttge Manifestation der unerschütterlichen, siegesbewußten Kraft der Arbeiterschaft!.- Zu Rad von Palästina nach Präs ,,2800 Kilometer haben wir hinter unS". sagt ein frischer, unternehmungslustiger Junge mit braungebranntem Gesicht,„und überall sind wix von den Genossen herrlich ausgenommen worden." Der das sagt, ist der Genosse Arje Chanachwiez, eine», von den sechs Radfahrern, die von Palästina mit dem Rad zur Olympiade gekommen sind. Acht Wochen sind sie unterwegs gewesen. Wie die Reise verlief? O die halbe Welt haben fie durchfahren, sie kamen aus Tel Aviw und aus der Kolonie Kvar Saba und fuhren zuerst mit dem Schiff nach K o n st a n z a. Sie besahen sich die Türkei und Griechenland, fuhren durch Rumänien, Ungarn und Oesterreich nach Prag, lieber- all Wahlen sie gut ausgenommen und in Oesterreich hat ihnen so mancher Genoffe trotz Dollfuß und seinesgleichen die Hand gedrückt. Nach der Prager Olympiade wollen dix, sechs Unternehmungslustigen weiter. Am 10. Juli geh: e» nach der Schweiz, wo sie rechtzeitig am 20. Juli in Luzern eintreffen wollen, um an der Schweizer Arbeiter-Olympiade teilzunehmen. Bon de» Schweiz radeln sie weiter durch Luxemburg, Belgien. Holland an die Küste, von der sie sich nach England übersehen lassen. In England wollen sie am 20. August an der ersten englischen Arbeiter-Olympiade teilnehmen, die gleichzeitig der hundertjährige Gedenktag des ersten britischen Arbeiterkongreffes sein wird.» „Wir fühlen unS glänzend", sagt der frische. Junge und lacht über daSaanze Gesicht,„sagen fie den Genossen,^ daß«S nöÄyi'eö AusiikWend" gut'-gefällt. Daß wir hier in einer Demokratie'sind, merkt man an der Begeisterung der Massen, wenn die Ar- beitersportler durch die Straßen ziehn. Wir geloben den tschechoslotvakischen Sozialisten, daß wir den jüdischen FaseiSmus mit der gleichen Energie bekämv- fen werden, mit der sie hier mit dem FasciSmuS Generalabrechnung halten werden 1" Das waren die Radler.?lber nicht nur der Rad find sie zur Olympiade geeilt, auch mit sieben Motorrädern sind sie gekommen. A. L i a s h e w- ski aus Tel Aviw erzählt uns Einzelheiten von sei- ner Tour. Sie sind am 28. Mai von Haifa mit dem Schiff„Jerusalem" nach Brindisi gefahren, haben Italien, Oesterreich, Jugoslawien und Rmnä- nien durchradelt und haben im Karl Marx- Hof in Wien eine Zusammenkunft mit Schich- bündlern gehabt, die ihnen den Verlauf der HeÄeii- kämpfe im roten Wien schilderten.„Die Arbeiter von Wien versprechen euch", sagte ihnen ein älterer Genoffe.„Wien wieder zum roten Wien zu machen! Das könnt ihr den Genoffen in Wien als unser Gelöbnis mitteilen." Auch die Motorradler wollen nach Luzern und nach England, nicht ohne vorher und nachher dir halbe Welt zu dudrchstreifen. 5800 Kilometer haben sie bereits hinter sich, Ende September hoffen ii- wohlbehalten wieder in Palästina zu sein. nie richtige„Sullltt-Slir ul dem Station Der Gesundheitsdienst auf der Olympiade ist sehr sorgsam organisiert. Die Leistung der ersten Hilft besorgen zehn Ambulanzen. Außerdem sind einige Spezial-Ambulanzen, eine chirurgische, interne(getrennt für Diänner und Frauen), Augen-, Zahnambulanz und ähnliche eingerichtet. Den Dienst versehen 770 Samariter, 80 Aerzte und ebensoviel« Medizinstudenten. Der Gesundheitsdienst funktionier: auch bei Nacht. Donnerstag, wurden 5 Fälle an das Kran- kenhgns übergeben, behandelt wurden im ganzen 60 Unfälle und 400 leichtere Erkrankungen. Ne notier sine ufekMaa Donnerstag abends kam unter Führung des zweiten Sekretärs der SASJ. Tevlieger eine 2ö Personen starke. Expedition aus Belgien an. Am gleichen Tag«, kam auch ein weiterer Teil der jugo« slawischen Teilnehmer an, unter denen sich auch eine Hazena-Mannschaft befindet. AuS Palästina erschien der letzte Teil der Expeditton, so daß die Teilnehmerzahl aus diesem Lande 85 Personen beträgt. Barrikaden In Amsterdam Kommunistische Unruhen— Polizei schießt Amsterdam, 6.- Juli. In mehreren Stadtteilen Amsterdams kam eö am Mittwoch abend zu ernsten Zwischenfällen, die sich schließlich im Laufe der Nacht zum Donnerstag zu förmlichen Straßenkämpfen zwischen einem starken Polizeiaufgebot und einer aufrührerischen Menge steigerten,.die angeblich.von kommunistischen Ele- niknk'efi^äüMfttich^lr limrbc.'*^" t’ Die Unruhen begannen bereits in den ersten Abendstunden in dem im Zentrum gelegenen Arbeiterviertel Jordan, in dem sich eine größere Menschemnenge zusannnengerottet hatte, um gegen die Herabsetzung der Arbeitslosen- u n t e r st ü tz n n g zu protestieren. Bei Einbruch der Dunkelheit nahm die Lage einen bedrohlichen Charakter an. Die Demonstranten errichteten Barrikaden. Die Polizei wurde ferner aus den Häusern mit Blumentöpfen, Steinen und anderen Wurfgeschossen bombardiert. Die Polizei machte wiederholt von der Schußwaffe Gebrauch. Die kommunistischen Straßentumulte haben sich am Freitag fortgesetzt. Während im Stadtviertel Jordan an verschiedenen Stellen Arbeitertrupps mit der Ausbesserung der aufgebrochenen Straßen und mit der Wiederherstellung anderer Schäden beschäftigt waren, wurde an anderen Stellen das S t r a ß c n p f l a st e r aufgerissen. Verschiedentlich wurde erneut versucht, Barrikaden zu errichten. Gegen 11 Uhr kam eS zu den ersten neuen Zusammenstößen. Auch in anderen Stadtteilen wurde cS wieder unruhig. Die Behörden befürchten für den heutigen Abend neue ernste Straßenkämpfe. Kommunistische Agitatoren haben versucht, auch in anderen Betrieben und unter den Belegschaften der städtischen Werke für einen Streik Stimmung zu machen. An verschiedenen Stellen der Stadt wurden Lebensmittcl-Wa-en angehalten und geplündert. Der Bürgermeister von Amsterdam hat nach Besprechungen mit der Regierung angekündigt, daß künftig, jeglicher Widerstand gegen die Staatsgewalt rücksichtslos gebrochen werden wird. Die Unruhen dauern an, Amsterdam, 6. Juli. Die Unruhen in Ämster- dam gingen am Freitag nachmittags weiter, obwohl die Polizei durch größere Trupps berittener. Militärpolizei und Gendarmerie verstärkt worden ist. An verschiedenen Punkten der Stadt wurdenMenschenansammlungen mit Waffengewalt zerstreut. Den Brennpunkt der Zusammenstöße bildete wieder der Jordaan, in dem Polizeistreifen wiederholt Barrikaden aus dem Wege räumen mußten. Am fpätenNachmittag wurde eine größere Anzahl berittener Militärstreiscn eingesetzt, die fortwährend Zusammenrottungen auseinander trieben. Die Lage gilt noch als besorgniserregend. Scharfe Maßnahmen gegen Antisemitismus in Sowjetrußland und in der Türkei. London, 6. Juli.(Reuter.) Den letzten Meldungen zufolge, die die ausländischen Neuterlor- respoiidcnlcn nach London gesandt haben, werden die Regierungen der Türkei und Sowjetriißlands in nächster Zeit scharfe Maßnahmen gegen den Antisemitismus und gegen feindselige Handlungen gegenüber den Juden in ihren Ländern ergreifen. Der AntiscmittömuS in den beiden Ländern soll diesen Meldungen zufolge rücksichtslos ausgerottet werden. Die ersten offiziellen Maßnahmen seien bereits ergriffen worden."In der Türkei werden jene Staatsbeamten, denen nachgewiesen wird, daß sie Juden aus de: europäischen Türkei vertrieben haben, streng disziplinarisch b e st r a f t und in Moskau sollen über 5 0 S o w j e t a r b e i t c r, die der groben Behandlung von Juden beschuldigt werden, streng bestraft werden. Vertagung der spanischen Krise Madrid, 6. Juli. Tas spanische Parlament hat der Regierung mit 101 gegen 02 Stimmen der vereinigten Linken ein Vertrauensvotum erteilt und das Kabinett ennächtigl, im Einklang mit der Berfassnng und dem katalanischen Statut den bekannten Streitfall mit der katalanischen Regierung nach e i g e n e ni Ermessen zu lösen. Gleichzeitig beschloß das Parlament, in die Svmmcrferien zu gehen und sich bis zum I. Ol- tober zu vertagen. Es ist anzunehmen, daß dieft Vertagung der Regierung trotz der großen innerpolitischen Schwierigkeiten bis zum genannten Zeitpunkt das Leben rettet. Direkte Verhandlungen über die ungarisch-jugoslawischen Grenz- Zwischenfälle Budapest, 6. Juli. Wie ans wohl informier- ter Quelle, verlautet, haben in Belgrad die direkten ungarisch-jugoslawischen Verhandlungen zur Klärung der jüngsten Greiizzwischcnfälle begonnen. Man hofft diese Verhandlungen, die im Sinne des Bölkerbundratsbeschtiisses eingcleitet wurden, in der zweiten Julihälstc beenden zu können. Heber das Ergebnis der Besprechiuigen wird auf der Septcmbcrtagnng des Völierbundes Bericht erstattet werden. Rhythmische Massenübungen der Mädchen. Freiübungen der Turner Seite 4 SamStag, 7. Juli 1034 «».15« o«8 ct»a»8 in ocsterrcith Me Bomben Wie», 6. Juli. In der Nacht auf den 6. dS. explodierte vor dein Haufe dcö Regierung S- k o m m i s s n r s Eduard Groß in Kinds.« b e r g bei Wien ein Sprengkörper, wodurch Sachschade verursacht wurde.— In Knittel- seId explodierte vor dem Hause der Vaterländischen Fron» eine B o in b c, die Sachschaden ver« ursachte. Die Täter sind Nationalsozialisten. Nflsscn naoredelund nallonal- sozlaJistlsdier Staatsbeamten 10 Bca in t e der Innsbrucker Staats« bahndirektion wurden Ivegcn politischer llnzuver» lässigteit pensioniert oder entlassen. Aus den Diensten des Landes Nieder« öftere eich wurden wegen Unterstützung der nationalsozialistischen Agitation der Landeövete» rinär-Konnnissär Dr. H e l m r e i ch aus Wien, der Adjunkt der Bezirkshauptmannschaft P ö l t I in Kirchberg bei Wagram und der LandeSvete- rinär-Jnspektor Dr. A s ch a u e r in Mautern a. d. Donau entlassen. Wie das Wiener„Weltblatt" behauptet, werden im Herbst vom llnterrichtSministerium nur diejenigen akademischen Beamten und Beamtinnen b e st ä t i g t werden, die sich zur Vaterländischen Front melden. Der Bczirköhauptmann von Kufstein hat an seine untergeordneten Behörden einen Runderlaß gerichtet, in Ivclchcm auf die nationalsozialistischen Terrorakte hingewicscn wird nnd die Staatsbeamten solvic die übrigen öffentlichen Beamten und Angestellten aufgefordert werden, ihre StaatS- treue öffentlich zu bekunden und den Nationalsozialisten energisch entgegenzutreten. Sie werden insbesondere aufgefordert, ihren täglichen Bedarf nicht bei nationalsozialistisch eingestellten Kaufleuten einzukaufen. Vie„Liquidierung“ der Arbcltcrbank Wien, Ü. Juli. Heute, ist eine Regierungs- vexordnung über die Liquidierung der Arbeiterbank erschienen. Wie bereits angekündigt, erhalten die kleinen Einleger, soweit ihre Einlagen 1000 Schilling nicht erreichen, ihr eingelegtes Geld zurück. Tie Einleger, deren Forderungen bis 3000 Schilling betragen, erhalten 1000 Schilling. Statt des Restes erhalten sie eine Quote, die erst nach der definitiven Feststellung des Bankvermögens festgesetzt werden lvird. Lebenslänglich für die Bernichtung der Seebedener Eisen- da Im brücke. Graz, 6. Juli. Am 2V. v. M. flog die in der Nähe von Seeboden bei Spital an der Drau über die Lieser führende 40 Meter lange Eisenbahnbrücke in die Luft. ES ist dies die grüßte Eisenbahnbrücke in Tirol. Die Tat verübten acht Anhänger der nationalsozialistischen Arbeiterpartei. Sechs von ihnen gelang es, sick, durch Flucht der Verhaftung zu entziehen. Zwei von den Tätern wurden von der Gendarmerie fest- gcnommcu und hatten sich heute vor dem Standgericht des Grazer Landesgerichtes zu verantworten. Es sind dies der 27jährige Chauf- > e u r Urban K o h l m e i e r und der 26jährige Maurer Walter Tripp. Nach ihrem Geständnis hat sich der Anschlag folgendermaßen zugetragen: In der besagten Nacht haben die Täter zwei Säcke Dynamit, das aus einem Diebstahle herrühren dürfte, zur Brücke getragen, unter die Randträger des östlichen Teiles der Brücke ge« schoben und mittels eines Zündkabels zur Explo- sion gebracht. Die Konstruktion der Brücke stürzte in den Lieserfluß, der verursachte Sachschade beträgt 800.000 österreichische Schilling. Kohlmeier legte ein G e st ä n d n i S ab und gab seine Mittäter bekannt. Der Angeklagte Tripp gestand, das er mitgeholfen habe, die mit Dynamit gefüllten Säcke zur Brücke zu tragen, an der Sprengung selbst sei er nicht beteiligt gewesen Beide Angeklagte wurden nach durchgeführter Verhandlung zu lebenslänglichem schwerem K c r k e r vuerurteilt. Noch brutalere Urteile gegen die Schutzbündler Dem OND wird auS Wie» geschrieben: I» den letzten Tagen hat die Regierung eine neuerliche Verschärfung des Kurse» gegen die angeklagten Schutzbündler angeordnet. Die Regierung hat an die Staat»an- w 8( t e einen Erlaß gerichtet, in denen ihnen zur Pflicht gemacht tvird, strengere Strafen«egen die ange« llagten Schutzbündler zu beantragen. Ta e» in Oesterreich(eine Unabhängig- teitderGerichte mehr gibt— die neue Berfnssmig hat sie opm 1. Juli formell ausgehoben— ist dieser Erlaß der Regierung ein deutlicher Fingerzeig für die. Richter. Der Erlaß Hot auch bereit» seine Wirkung gehabt. Die Slrassätze wurden plötzlich erhöht, obwohl auch t-her schon sehr viele furchtbar grausame Urteile gefällt wurden. Außer den neuen Tode»- nrleilen, die vollstreckt wurden, außer den sechs Fällen, in denen Sozialdemokraten zu lebens- lö iglichem Kerker verurteilt wurden, haben die österreichischen Gerichte bis 20. Juni ü b e r 078 angeklagteSozialdemolraten Der Lohn für die Schwerindustrie: Reichswirtschaftsminister wird Wirtschaftsdiktator Schrankenlose Ermächtigung bis Ende September Berlin, 6. Juli. Nach der blutigen Unterdrückung alle» besten, was mit dem Gedanken einer„zloeiten Revolution" auch nur das geringste zu tun hatte, hat Hitler' der deutschen Schwerindustrie, der allein er seinen Aufstieg zur Macht zu verdanken hatte, nunmehr auch noch einen zweiten nicht lveniger wichtigen Dienst erweisen müsten: einen der ihren, den Reichs- wirtschaftSmiuister Schmidt, zum unumschränkten Wirtschaftüdiktator über Deutschland zu machen. Gestern wurde nämlich ein„Gesetz über loirtschaftliche Maßnahmen" veröffentlicht, das vorläufig bis 30. September 1034 befristet ist und in dem bestimmt wird: Der Reichswirtschaftsminister wird ermächtigt» innerhalb seine» Geschäftsbereiche» alle Maßnah n: en zu treffen, die er zur Förderung der deutschen Wirtschaft, sowie zur Verhütung nnd Beseitigung wirtschaftlicher Schädigungen für notwendig hält. Soweit die Maßnahmen auch in den Geschäfts bereich eine» anderen Reichsminister» sollen, werden sie in» Einvernehmen mit diesem'getroffen. Diese Maßnahmen können von bestehenden Gesetzen abweichen. Der ReichSwirtschaftSminister kann bestimmen, daß Zuwiderhandlungen gegen dir von ihm erlastenen Borschriften mit Gefängnis und Geldstrafe oder mit einer dieser Strafen bestraft werden. DaS Höchstmaß der Geldstrafe ist nicht beschränkt. Nach der Niederwerfung der SA, deren lvachseude Unzufriedenheit sich doch vielleicht einmal gegen das Unternehmertum hätte, entfa« den können, kommt also jetzt noch die G'e n e- ralvollmacht zu weiterem willkürlichen Abbau der Löhne und der wenigen Arbeitsrechte, die dem deutschen Arbeiter von seinen stolzen sozialpolitischen Errungenschaften von einst unter dem Hitler-Regime vielleicht doch noch— wenn auch nur durch einen Irrtum— bisher belasten wurden. VM lüden in mrschderd I. Md. „auf der fludir von SS erschossen Panikstimmung unter«er Bevölkerung Aus Hirschberg wird gemeldet: Die SA in Hirschberg, über deren Verbrechen und Lands- tnechttugenden in der Preste sehr oft berichtet wurde, hat nun von dem bisher bejubelten Führer den Lohn empfangen; sie ist am SamStag,. den 30. Juni, entwaffnet wurden und zu ihrer Ueberwachung wurden starke Truppenteile der SS in der Reichswehrkaserne, die zu diesem Zwecke von der Reichswehr geräumt werden mußte»»»»»- tergevracht. Jeder SS.-Mann erhielt 2b Patronen, die Mannschaft deS Arbeitsdienstlagers wurde zum Streifdienst herangezogen. Auf de» Straße wurden die Passanten angehalten und genau untersucht, die Auto» und ihre Insassen scharf überprüft. Es war ärger als zur Zeit des„Aus- brucheS", nur daß jetzt die SA genau so behandelt wurde, wie sie seinerzeit die Sozialdemokraten, Kommunisten und Juden behandelt hatte. Aber auch diese hatten jetzt nichts zu lachen. Sonntag, den 1. Juli, wurden ohne jede»» ersichtlichen Grund 2b Inden in Hirschberg aus den Betten heraus verhaftet, in die Kaserne gebracht und hier furchtbar verprügelt. Da» gleiche Schicksal erreichte den PfarrerWaekow» der in seinen Predigten gegen die„Dentschen Christen" losgezogen sein soll. Bier Inden, und zwar Rechtsanwalt För st e r, Kaufmann EharrY, der Arzt Dr. Zweig und dessen Frau wurden nach Görlitz abtransportiert und zwei Kilometer von Hirschberg entfernt nach der übliche»»„Autopgnne" und dem folgenden„Fluchtversuch" niedergeschossen. Eigentümlicherweise hatten die Toten Einschüsse in den Schläfen und Fra» Zweig lag quer über dem Randstein. Den Verwandten wurde der Zugang zu den Toten verweigert. Alle vier waren bei der Bevölkerung außerordentlich beliebt und hatten mit Politik nicht da» geringste zu tun. Die Meuchelmorde können nur als AblenkungS- morde betrachtet werden. Bei den Sozialdemokraten fanden Haussuchungen statt, ebenso bei Stahlhelmleuten, bei denen Waffen und Munition beschlagnahmt wurde. In Agnetendorf wurde ein Billentesitzer Sonntag früh um 6 Ahr verhaftet und verschleppt, man nimmt an, daß er ebenfalls getötet wurde. Ob dieser Ereignisse hat sich unter der Bevölkerung des Hirschberger Gebietes eine geradezu entsetzliche Angst verbreitet, die nirma»»d'mehr.ru- hig schlafen läßt. Man ist allgemein der Auffassung, daß sich noch schreckliche Dinge vorbereiten und sieht den nächsten Tagen mit großer Besorgnis entgegen. 10L1 Jahre schweren Kerker» verhängt. Ji» dieser traurigen Statistik sind Monate der Haft in de»» Untersuchungsgefängnissen, in den Polizeiarresten und den Konzentrationslagern nicht mitgezählt. Und diese Strafen si»»d der austrofascistischr» Regierung noch zu wenig! Angst vor dem toten Wellisch Dem OND lvird aus Steiermark berichtet: Bei Paula W a l l i s ch, der Witwe Kokoman WallischS, die bekanntlich Strafaufschub erhalten hat und jetzt schwcrkrank in einem Erholungsheim liegt, erschien dieser Tage ein Vertreter der Behörde und stellte ihr die Freigabe ihrer beschlagnahmten Wohnungseinrichtung in Aussicht, falls sie zustimmc, daß die Leiche des auf dem Leobe- ner Friedhof bestatteten Koloman Wallisch exhumiert und zur Einäscherung nach Wien gebracht lverde. WallischS Grab in Leoben ist zu einem Wallfahrtsort fiir die obersteirischen Arbeiter und Bauern geworden. Nicht nur Industriearbeiter suchen das Grab des Märtyrers der steirischen Arbeiter auf, auch Holzknechte kommen stundenweit her auS dem Gebirge und legen Alpenblumen auf WallischS Grab. Frau Wallisch gab ihre Zustimmung zur Exhumierung der Leiche ihres Mannes nicht. Da es aber möglich ist, daß die Behörden nicht einmal dem toten Wqllisch Ruhe lassen und seine Leiche gegen den Willen seiner Fran exhumieren, wird daS Grab ständig von Arbeitern bewacht. Segen den Staatsstreich In Bulgarien (I. I.) Die Sozialdemokratische^rbei- terpqrtei Bulgariens hat aus Anlaß des Ver« botes aller pplitischen Parteien dürch die Mlitärregierung folgende Protestkundgebung erlassen: In Erfiillung unserer staatsbürgerlichen und sozialen Pflicht erheben»vir unsere Stimme zum Protest gegen den brutalen Bruch der Verfassung und der Gesetze des Landes, gegen die Auslösung der politischen Parteien, gegen die Einführung einer drakonische»» Zensur, gegen das Verbot der Zeitungen und die vollkommene Entrechtung des gesamten bulgarischen Volkes. Der Staatsstreich vom 10. Mai ist eine antinationale Aktion, verhängnisvoll in seinen Wirkungen für die Geschicke des Landes. Das gesamte Volk der Städte und Dörfer ist ein entschlossener Widersacher jedes Staatsstreiches und jeder Diktatur. Die Aktion einer Handvoll von Verschwörern und eines kleinen Teiles der Offiziere findet bei dem Volk keinen Anklang. Die diktatorischen Neigungen der Regierung treiben daö Land zu verhängnisvollen und blutigen Abenteuern. Das Eingreifen der Armee in das politische Leben des Landes, um Regierungei» einzusehen und abzusehen, führt zu seiner Demoralisierung und Korrumpierung.> Das Volk, das nach dem 10. Mai erst recht unter der Wirtschaftskrise leidet, fordert Brok, Freiheit, Frieden und ein ruhiges, gesichertes Dasein. Es will weder Tyrannei, noch Willkür und Unordnung. Es will sich nicht entrechtet sehen und zum Diener fremder Interessen werden. Die gegenwärtige Regierung beipirkt keinerlei Erneuerung in den Verhältnissen des Landes. Ihre Leistung gehört in das Gebiet der Zerstörung, nicht in das des Aufbaues. Sie mutz so rasch als möglich durch eine auf di« politischen Kräfte des Landes gestützte Regierung ersetzt wer- den, die die Verfassung, die staatsbürgerlichen Freiheiten und das Parlament wiederherstellen, die Zensur beseitigen und dem Lande alle Möglichkeiten und Voraussetzungen für die Entfql« tung des freien, aufbauenden Gedankens nnd fijr dci» politischen und sozialen Fortschritt wiedergeben muß. Im Namen der obersten Interessen des Volkes fordern wir, patz alle versassyngSwidpigen und unmenschlichen Handlungen sofort aufhörep, Die Schicksalsfrage des Augenblicks ist daß Ein« halten auf dem gefährlichen Peg« deß Blutvergießens und des Abenteuers. Eine Regierung de» Volkswohls auf der Grundlage der Verfassung — daö ist der brennendste Wunsch des ganze»» Bottes, daS schweigend und den Stachel im Her, zen gegen den Staatsstreich protestiert. Papon verlangt Aufkldrungl 0 e t I i n, 6. Juki. Wie verkantet, hat Bizekanzler von Popen de»» Reichskanzler Hitler um Aufklärung- gebeten, warum sein Sekretär yonB»se erschossen wurde, sowie warum durch die Vorkehrungen der letzten Tage«eitere Per. sonen seiner Umgebung betroffen wurden. Der Bizekanzler habe ersucht, ihm di« Unter- lagen zu unterbreiten, au» denen der Hoch. Verrat hervorgehe, dessen die angeführten Per- sonen beschuldigt würden. „Gocriit lot— ein laisdics Ocrüdit" Berlin, 6. Juli. Reuter meldete aus London, daß Goering heute Opfer eines Unfalls ge- worden sei. Das Deutsche Nachrichtenbüro dementiert diese Nachricht als glatt erfunden. Erhfingt... Berlin, 6. Juli. Der ehemalige kommunistische Führer Honstein, der nach dem Reichstagsbrand verhaftet worden War und immer noch gefangen gehalten wurde, hat sich, wie die Blätter melden, in seiner Zelle ethängt. ein anderer wind Im Memelland Memel, 8. Juli. Das neue Memeldirek- torium hat alle Beamten entlassen, die in die Mitgliederliste der verbotenen nationalsozialistischen Partei und einer als Deckmantel für die Nazi dienenden chriftlichsozialen Partei eingetragen ivqren. Außerdem wurde eine Anzahl von Amtsvorstehern vom Dienste suspendiert. Die Zahl der bisher entlassenen Beamten und AmtSvorstehe» tvird noch nicht bekanntgegeben. Neues Kabinett in Tokio Keine Aenderung der Außenpolitik Tokio, 0. Juli. Das neue japanische Kabineti hat folgende Zusannnensehung: Ministerpräsident Okad a, Außenminister Hirota, Marineminisler Admiral Osumi, KriegSininister Hayashi. Finanzminister Masonubu Fuji! und Justizminister Naoshi Ohara. ES»vird betont, daß in der japanische»» Außenpolitik nicht die geringste Aenderung eintreten lverde. Auch Amerika verlangt Zahlung Washington, 6. Juli. Maßgebende Kreiserklären auf dys entschiedenste, daß die Bereinigten Staate»» für die amerikanischen Inhaber deutscher Anleihen dieselben Begünstigungen verlangen Iverden, die durch daS englisch-deutsche Abkommen den britischen Inhaber»» deutscher Anleihen zugeständen wtirden. BradaC: In der Tschechoslowakei wird es niemals eine Diktatur geben Bei einer Manifestation der agrarische»» Jugend in Slefanau bei Olmütz sprach auch Minister für Nationalverteidigung B r a d ä L. Er führte u. a. auS: In der Tschechoslotvakei wird niemals eine Diktatur herrschen. Die Republik lvar, ist und bleibt eü» demokratischer Staat. Eine gedeihliche Entlvicklung seht voraus, daß alle Fragen objektiv zur Zufriedenheit aller Schichten der Nation gelöst werde». Das gemeinsame Ziel— die Sicherung des Staates— verlangt, daß alle Fragen gütlich beigelegt und durch ein Kompromiß geregelt»verden. Alle, die die Sicherung der Republik auf eivige Zeit»vünschen, müssen die ihnen dargebotenc Hand der Landbevölkerung annehmen. Nicht Hegemonie, sondern die Zusammenarbeit aller wird die Nation glücklich und zufrieden machen. Schlitt der Komotauer Bezirksschulausschuß? Die Parteien der Hakenkrenzler und de» Deutschnationalen sind seit einem Dreivierteljahr aufgelöst oder eingestellt. Es ist daher unerhört, wenn man jetzt Hakenkrenzler und Deutschnationale ein neues Amt antretenläht. So unglaublich das klingt, so ist e» doch wahr: Diese Woche wurden in den Städten Seestadtl und K o m o t a u über Auftrag des Bezirksschulausschuffes die OrtS- schulräte neu konstituiert- wobei die N a z i Mitwirken konnten, als ob ihre Partei gar nicht verboten wäre. Dabei wurden, die genannten Ortsifchulräte bisher im Auftrage der Schulbehörde schon ein halbes Jahr kommissarisch geleitet, weil man ganz richtig bis zur Ernennung vpn Ersatzmännern die Nazi ausschalten wohte. Jetzt aber mißachtet man daS Gesetz und setzt die Nqzi lvjeder in Amt und Würden ein. Selbstverständlich machen die Hykenkreuzler sich darüber nicht wenig lustig, was natürlich das Ansehen des demokratische»»Staates sehr schädigt. Schlofe» die demokratischen Behörden oder sabotieren sie bewußt tat Parteiengesetz? Nr. 156 Samstag, 7. Juli 1934 «ette 5 Deutsche wächst... Auch Papen sollte ermordet werden Dir heutige„Prager Presse" verzeichnet einen authentischen Wiener Bericht,«ich dem auch Papen hätte ermordet werde» sollen. Das Mordkommando war bereitsanf dem Wege nach seinem Palais. Im letzten Augenblick sandte aber di« Reichswehr, wie das„Rruigkcitsweltblatt" meldet, eine Kompagnie mit Maschinengewehren vor seine Wohnung, die dm Mord verhinderte. -huck Lossow und Lelsser ermordet Unter den Hingerichteten der letzten Lag« sollen sich auch der ehemalige Reichswehrkommandant in Bahern, General von Lossow und der ehemalige Münchner Polizeipräsident Leis» s e r befinden, di« beide im Jahre 1VS3 den Hitlerputsch vereitelt haben. Auch die Meldung von der Erschießung deS ehemaligen ReichSlvehrleutnantS Scheringer bestätigt sich. Scheringer lvar vor einigen Jahren in dem bekannten illmec Prozeß ivegen nationalsozialistischer Propaganda gemeinsam mit zwei Kameraden zu längerer Haft verurteilt worden, hatte aber später eine Wandlung durchgemacht und sich öffentlich zu de«Kommunist en bekannt. In dem Prozeß hatte er die Aenßerung Hitlers bestätigt, daß„Köpfe rollen" würden, falls er zur Macht käme. Dadurch dürfte er sich Hitler- Ungnade zugezogcn haben. Grat Helldorf gefluchtet Hitler—Goering wollten mit dem Schlag gegen Rühm und Genoffen nur zum Schein„Rebellen" treffen. Die Leute, die im Schlafe überrascht und dann erschossen lvurden, hatten an eine Rebellion offenbar gar nicht gedacht. Aber sie waren gewissen Leuten der Schwerindustrie und des Großgrundbesitzes gefährlich und wären ihnen auch nach der Auflösung der SA gefährlich geblieben. Denn sie waren mehr als SA-Führer: sie waren Mitglieder einer Femeorganisation, die schon lange vor dem Siege Hitlers bestand. Diese Femeorganisation hat u. a. auch den Mord an Rathenau durchgcführt. Hitler hat die Femeorganisation in die SA eingebaut und sie so seine» Zwecken dienstbar gemacht. Die Auflösung der SA hätte die Femeangehörigen entthront. Hitler und Goering mußten fürchten, für diesen Verrat an der SA von der Feme zur Rechenschaft gezogen zu werden. Sic haben lieber selbst gemordet, als ermordet zu werden. Einige Mitglieder der Femeorganisation sind jedoch geflüchtet. U. a. auch der durch den Reichs- tagSbrand-Prozeß bekanntgewordene Graf Helldorf. Auch drei Leute aus der engsten Umgebung des Fememörders Heines, darunter dessen Adjutant, sind in- Ausland entkommen. Sie sollen Prag passiert haben. Dieser Tage gab eine tschechische Zeitung be- lannt, daß allein an der schlesischen Grenze etwa 3V Flüchtlinge eingetroffen find. E- handle sich durchwegs um ßewesenc Würdenträger des Dritten Reiches. Behleicher 1b aller Stille begraben Berlin, S. Juli. General Schleicher und seine Frau, die bekanntlich am SamSwg der vergangenen Woche erschossen wurden, wurden am Donnerstag in aller Stille in der Berliner Bor» stadt Lichterfelde beerdigt. Faulhaber schart bewacht Der Reuter-Berichterstatter meldet au» München, daß das Palais des Erzbischofs Faulhaber sorgfältig und streng bewacht wird. Detektive unterziehen jeden Ein- und Ausgehenden einer genauen Prüfung. SA-Schurken In Hohnstein Wir erhalten über Hohnstein folgenden Bericht: Von einem nach„anstrengendem" Dienste geführten Saufgelage lehrte am 20. Mai d. I., ! also an dem mit Gottesdiensten, Glockengelänte u. ! anderen heiligen Handlungen gefeiertem ersten : Pfingstfcicrtage gegen zwei Uhr morgens die SA- ! Besatzung des Lagers in stark angeheitertem Zustande nach der Burg zurück. Da» durch den Alkohol in Wallung gebrachte Blut mußte nun auf ! irgendeine Weise beruhigt werde». Da keine an- 1 derc Möglichkeit gegeben war, hielten sie sich an ' die Schutzhäftlingc. Der Jude Walter Freund, ; der gerade im Bunker saß, ivurde von SA-Leuten geholt. Sie jagten ihn dann auf dem Burghof in der frühen Morgenstunde hin und her. Doch nicht genug damit. Mit Messern stachen sie auf ihn los, mit Füßen traten und Fäusten schlugen sic ihn. Durch seine Schmerzensschreie aus der Nachtruhe geweckt, traten einige Hüftlinge an ihr Zcllcnsenster. DaS bemerkend, stürzten einige der SA-Bestien in die Gänge, in denen sich die Zellen der Einzelhäftlinge befinden. Im brutalsten Sau« hcrdentonc wurden sämtliche Einzelhästlinge auf den Burghof getrieben.— Später behauptete die SA., die Häftlinge hätten einen Fluchtversuch un« ternehmen wollen. Die Gefangenen mußte» sich an einer Wand ausstellen und die SA ging mit Messern, Peitschen und Ehrendolchen auf sie los. Je lauter die Schmerzcnsschreie, um so heftiger das Toben der SA-Leute. Der Rausch hielt bis zum Mittag an. Als um 11 Uhr die Kirchcnglok- ken zum Gottesdienst riefen, wurden die Mißhandlungen noch schlimmer, war doch dabei das Schreien und Jammern der Gepeinigten um so weniger hörbar. Das Ergebnis dieser Blutnacht: Bielen Gefangenen waren Stichwunden am ganzen Körper beigebracht worden. Bier Häftlinge, darunter Walter Freund und Kretzschniar, wurden besonders schwer, durch Lungen- und Rückenstiche verletzt. Einem anderen Gefangenen, dem ehemaligen Leipziger Landtagsabgeordneten der SPD.» Liebmann, wurden beide Augen so sehr verletzt, daß er auf dem einen inzwischen vollständig die Sehkraft verloren hat. Otto Strasser enthüllt Sensationen um Hitlers Beziehui «een zu Gregor Strasser Mpcn. resigniert tret willig? Der Vizekanzler ohne Kanzel - Der Berliner Berichterstatter dr» ReuterbüroS meldet:'. Papen ist zwar immer noch Vizekanzler, hat ater keineKanzleimehr, da fein« Amts- räume von dem neue» Stabschef der SA Lutze eingenommen werden. Daraus schliesst man, dass die politische Karriere Papens als Vizekanzler abgeschlossen ist, was übrigens ckstch Papen selbst zu wünschen scheint. Papen war LwnnerS- tag noch in Berlin, wird aber, wie man annimmt, zur Erholung insAnSland fahren. Im Lause seines Urlaubes soll er, wie verlautet, seinen Rücktritt vom politischen Leben bekanntgeben. Der Umstand, daß sein Sekretär von Vose erschossen und eine Reihe feil,er Mitarbeiter verhaftet wurden, soll bei Papin mehr Erbitterung hervorgrrnfen haben als das Vorgehen gegen ihn selbst. Papen wird» wie es heisst, ans eine Untersuchung drängen, durch welche seine Mitarbeiter von dem Verdacht gereinigt werden sollen, an dem Komplott gegen Hitler beteiligt gewesen zu sein. Die Fabel als Sensation ■m die Verbrechen zn bescMnlgen Berlin, 6. Juli.(Tsch. Pr.-B.) Das Deutsche Nachrichtenbüro meldet aus L.o n d.o n: Die amerikanische Nachrichtenagentur U n i t e d P r e ß erfährt seitens glaubwürdiger diplomatischer Vertreter einer europäischen nichtdeutschen Gross- m a ch t, daß Frankreich bereits vor einige« Wochen über daS Komplott des Generals Schleicher gegen Hitler unterrichtet gewesen sei. Ei» sehr bekannter deutscher I o u r n a l i st in Paris soll; wie versichert wird, »er Mittelsmann zwischen Schleicher und der französische» Regierung gewesen sein. Diese Meldung der amerikanischen Agentur hat in.deutschen Kreisen sehr angenehm überrascht. Die amtliche deutsche Nachrichtenagentur hat die amerikanische Sensationsmeldung mit größtem Nachdruck verbreitet und auch die deutsche. Presse benützt diese Publikation- zu einer ausgiebigen antifranzösischen Kampagne. Die drutschen Blätter scheinen somit endlich drnersehnten Stoff gefnnden zu haben, um die A u f m r r k s a m k e i t der Bevölkerung von dem Geheimnis abzulenken, in da- die H i n r i ch t u n g e n der letzten Tage gehüllt sind. Die Art, wie die gesauste deutsche Presse die amerikanische Sensationsmeldung aufmacht, wird vielleicht bewirken, daß die breit« deutsche Oeffent- lichkeit sogar der unsinnigen Behauptung Glauben schenkt, daß Generäl Schleicher, der Typus des preußischen Offiziers und einer der Schöpfer der Nachkriegsarmec Deutschlands, der ehemalige Reichswehrminister und Reichskanzler und einer der vertrautesten Freunde des Präsidenten Hindenburg bis zur Machtergreifung der Nationalsozialisten, Verrat geübt habe. In ihre» Kommentaren zeigen die deutschen Blätter daS Bestreben, die amerikanische Sensation vollkommen ernst zu. nehmen. Französischerseits wird die amerikanische Sensationsmeldung auf das entschiedenste obgelehnt. Die Berliner französische Botschaft erklärt die Meldung der »United Preß" für a b s» r d. Man erwartet einen Protest der französischen Botschaft im deutschen Außenamt. Nach Informationen aus guter Quelle hat Reichsauhen- minister Freiherr von Neurath dem französischen Botschaften F. Poncet bei seinem letzten Besuch mitgeteilt, daß die deutsche Presse Frankreich nicht mehr in Zusammenhang mit den Beschuldigungen gegen Schleicher bringen wirdk Dem Deutschen Nachrichtenbüro ging von der Agenee Havas bereits ein Dementi der französischen Botschaft in Berlin zu, die erklärt, daß sie in der Lage sei, diese widersinnige F a b e l auf das entschie- destste zn dementieren^ DaS kategorssche Dementi der französischen Botschaft hat mit einem Schlage die gesamte antifranzösische Kampagne zum Schweigen gebracht. Erwähnenswert ist, daß die Einstellung der Kampagne auf direkte Weisung des deutschen Autzenamtes erfolgt ist. Oeflerreidiirihe SH-Leoionare ströme» zurück Innsbruck, 6. Juki. Die Kontrolle au der bayerischen Grenze-wird i« der letzte« Zeit nicht«ehr von Angehörigen der SA u«d auch nicht von Mitgliedern der SS, versehe«, die vielmehr von des Grenze obberufen wurden. Rur di« Zollbeamte«,' die Finanzer«ch di« Gendonnen sind an der Grenz« verblieb««- versehen aber di« K» n t r o l les« ich t s»streng, wi« bisher di« SA. Mit Rücksicht darauf überschreite« zahlreiche politisch«'Flüchtling« aus Boyern die Grenz«, entweder um in Oesterreich sine Zufluchtstätte»« suche«-»der um sich vs« dort«ach Jtali« z» begeVen: Otto Strasser hat schon vor einigen Jahren die Hitlerpartei verlassen, weil er erkannt hatte, daß Hitler nichts ist als ein Betrüger der Massen. Hitler hatte seinerzeit versucht, Otto Straffer vom Austritt aus der Partei abzureden. Das lehrreiche Gespräch, das zwischen beiden stattfand, hat Otto Straffer einige Zeit später wiedergegeben; es hat sehr wesentlich dazu beigetragen, Hitlers Charakter und Meist erkennen zu lasten. Otto Strasser hat die Schwarze Front gebildet, in der sich die oppositionellen Nationalsozialisten sammeln. Nach der Niederwerfung der Stennes- Revolte haben die Reihen Otto Strassers Zuwachs bekommen. Trotzdem hatte Otto Staffer auf die Massen der SA und der NSDAP keinen großen Einfluß. Um so besser waren seine Beziehungen zu den Spitzen dieser Organisationen; diese Beziehungen gestatteten ihm einen guten Einblick in die Zusammenhänge der hitlerschen Politik. Unter dem Eindruck der letzten Ereignisse in Deutschland dürften breitere Schichten der Enttäuschte« zu Otto Straffer stoßen, GregorStrasser, der Organisator der Partei, hatte noch vor der Machtübernahme Hitler» da» Amt niedergelegt, wär aber in der Partei geblieben. Er hielt sich im Hintergrund, aber es war bekannt, daß chn Hitler wiederholt gern zur Mitarbeit herangezogen hätte. Gregor Straffer hat seinerzeit auch in den Kombinationen Schleicher» ein« gewisse Rolle gespielt. Schleichet wollte ihn- der als gemäßigt und vernünftig bekannt wat, st« die Regierung nehmen. Das scheiterte nicht zulttzt an der merkwürdigen Treue, die Gregor Strasser Idem»Führer" bewies. Otto Straffer, der in Prag eine Zeitung erscheinen läßt, hat nun zur Ermordung seines Bruder- Stellung genomnien. Er schreibt u. a.: »Heute, nach der heimtückischen Ermor- dang meines Bruders, entfallen alle Gründe, die Tatsache gu verheimlichen, dass HUler bis in die letzte» Juni-Tage mit meinem Bruder üb« feinen Eintritt ins Kabinett verhandelt hat- wobei mein Bender als Hauptbedingung die Entfernung Goering» forderte k Der letzte hi«, üb« an mich gelangte Bericht trägt das Datum des 20. Juni«nd ihm ist beigefügt, dass Goering als Antwort Mordanschläge auf meinen Bruder und mich plant und seit Wochen Hitler» Telephon und Post überwachen lässt, der wichttge Briefe nur unter der Adresse von Magda Goebbels empfängt. Der Natur Hitler» entspricht r» durchaus, dass« trotzdem in gleich« Weise mit der Re- attion»«handelte, die seit langem in Goering de« geeignete« Man« zur Ausrottung d« SA und$m Herabsetzung der Löhne sah, in wes- chen Bedingungen die polttische und kapitalistische Reaktion die Boroussetzunge« ein« Kon- sokidierung de» Systems sehen." Er ist völlig gleichgültig, daß die weitere Darstellung Otso Strassers wahrscheinlich den Tatsachen entspricht; diese Darstellung gibt an, daß G o e r i n g däs Zaudern Hitler» durch das Lru- talste Zugreifen beendete, uni Hitler den Rückweg abzuschneiden. Hitler ist auf jeden Fall mit der Blutschuld belastet. Er hat al» Reichskanzler alles gedeckt, wa» am 30. Juni geschah und eingeleitet wurde, also auch den Moed an Greg« Strasser. Er hat sich vom RcichSkabinett auch diesen Mord sanktionieren lassen. Den Mord an einem fciitri treuesten Parteigenossen; den Mord an einem Manne, den er wenige Stunden vor seinem Tod noch für würdig befand, das Amt eines Ministers auszuüben. Wo Ist Otto Strasser? Otto Straffer, der Bruder des ermordete» Gregor Straffer, ist vor einigen Tagen aus Prag abgeretst. Sein jetziger Aufenthaltsort ist unbekannt. man nimmt an, daß die Abreise mit den deutschen Ereignissen und insbesondere mit der Ermordung Gregor Strassers im Zusammenhang st-ht. Vie Zukunft der SA Reduzierung„nicht ganz ausgeschlossen". DaS deutsche Nachrichtenbüro veröffentliitu ein Interview mit den» neuen ilhef des Stabe? der SA, Viktor Luhe über die Zukunft der SA. Darin erklärt Luhe mit aller Entschiedenheit, daß kein SA-Mann(??) zu Röhn: gestanden hätte. ES habe sich mir um-eine reine Führer-Revolte gehandelt und da sei eS anch nur ein kleiner Kreis gewesen, der die Rebellion mitmachen wollte. Ans die Frage, ob der einfache SA. Mann und seine Führer irgendwie belastet seien, sagte Luhe, dies sei nicht der Fall, die gesamte SA sei sauber und werde„dem- nächst wieder mit erhobenem Haupt das Braun■ Hemd tragen können". Reichskanzler Hitler stehe treu zur SA(2?) und wenn sein Verhältnis zu ihr auch nur ein bißchen getrübt tväre, dann hätte er sie ja auflösen können. Er sei mit aller Bestimmtheit davoir überzeugt, daß eine Neuorganisation der S A durchgeführt werden müsse und ivcrde, weit sie eben unbedingt notwendig sei. Eine zahlenmäßig« Verringerung der Sturmabteilungen in diesem Zuge sei nicht ganz ausgeschlossen. 1 Million SA entlassen? Die SäubrruugSaktion in der DA. dauert an. Nach Informationen aus verläßlicher Quelle sollen mindestens 40 Prozent der DA bei einer Gesamtzahl von Millionen entlaffrn werden Hitlers Tobsuchtsanffall Röhm:„Wan» kommst du dran Mehrere ungarische Blätter wissen inter effante Einzelheiten von den Szenen z» berichten, die sich bei der Verhaftung Röhms in Wicssec abspielten. Danach war Hitler, der von t>0 Mann schwerbewaffneter SS gedeckt lvnrde, so wütend, daß er bei dem Versuch, Röhm auznlla gen, über ein heiseres hysterisches Gurgeln nictu hinauSkam. Dann ergriff er, kaum seiner Sinne mächtig, einen Stuhl, mit dem er lvie wild> im Zimmer herumzuschlagen begann. Er zertrüm inerte die Möbel und Spiegel des Schlafzimmer/ und warf sodann den zerbrochenen Stuhl gegen Röhm, ohne ihn jedoch zu treffen. Röhm blie» völlig ruhig, lächelte ironisch und sagte, als die SS auf ihn zustürzte, um ihn zn fesseln, zu Hit ler:„Heute komme ich dran, wann kommst Tu wohl dran?" Hitler zuckte zusammen und ging dann schnell hinaus, worauf er einen seiner berühmten hysterischen Weinkrämpfe bekam. Schweizer Protest gegen Zeitungskonfiskation Berlin, 6. Juli. DaS Politische Departement betraute den schweizerischen Gesandten in Berlin mit einer Demarche beim deutsche nReichs- a u ß e n m i n i st e r i u m wegen der neuerlichen Konfiskation schweizerischer Zeitungen. Diese Konfiskation steht nach Ansicht der Blätter im klaren Gegensatz zu den Versprechungen, die dem Gesandten bei seiner letzten Demarche gegeben worden sind. Man erwartet von schweizerischer Seite die Ergreifung von Gegenmaßnahmen. Bern, 6. Juli.(SDA.) Mit Rücksicht aus die Schwierigkeiten, die den schweizerischen Zeitungen in Deutschland bereitet werden, hat der Bunde-rat beschlossen, vorläufig fiir 14 Tage die Einfuhr und den Verkauf de»„A n g r i f f", der „Berliner B ö r se n z e i t u n g" und des „Bölki'schen Beobachter»" auf schweizerischem Gebietzn verbieten. «eite® Samstag, 7. Juli 1934 Nr. 15® Tagcsnculgkdtai Die^niedrigste" Ziffer... 175 Tote, viele Hunderte Verwundete in UCV. New-Bork, 6. Juli.(Reuter.) Wie zu der Zahl der Opfer anläßlich des amerikanischen „llnabhäugigkcitStageS" gemeldet wird, find hie» bei 175 Menschen ums Leben gekommen. Es ist dies die niedrigste Ziffer seit dem Jahre 1929. Als Todcönrsache wird bei zwei Personen Unfall durch die FeuerwerkSkörpcr, bei 69 Personen A u t o u n f ä l l e, bei 70 Personen E r t r i n- k e n und bei 34 Personen Unfälle verschiedener Art angeführt. 500 Personen wurden lcichl verlebt. Nach einem anderen Bericht wurde» in der Stadt New Dort allein 1900 Pers o-ne n. meist K i n d e r, durch FeucrwcrkScxplosionen mehr oder minder schwer" verletzt, obwohl die Polizei in den letzten Tagen ihr Möglichstes tat. um den Verkauf unvorscbriftsmäßig herge- stclltcr Feucriverlökörpcr zu unterbinden. Todesopfer des Verkehrs Talerno, 5. Juli. An einem Bahnübergang der Strecke Salerno-Vattipaglia raste ein durchgehendes P s e r d e g e s p a n n gegen einen Zug. Fü n s K i n d c r, die in der Kutsche saßen, wurden auf der Stelle getötet. Aachen, 5. Juli. Auf der Landstraße zwischen Vcrviers und Dolhcim prallte am Mittwoch der aus Vcrviers kommende K r a f t wa g e n des Sekretärs der deutschen Gesandt» s.ch a f t in B r ü s s e l Karl Werne r mit einem Benzintankwagcn zusammen. Durch den Zusanunenprall lvurde der Personenwagen zur Seite geschleudert und stürzte um. Die drei Insassen des Wagens, der Gesandtschaftss e l r e- t ä r, seine Fr a u und seine Tochter, wurden schwer verlebt. Werner ist seinen schweren Verletzungen erlegen, seine Frau und seine Tochter hofft man am Leben erhalten zu können, doch ist ihr Zustand ernst. t Row Bork, 5. Juli. Bei Ansgar im Staate Iowa stürzte ein Passagierflugzeug ab und geriet in Brand. FünfJnsasscn sanden den Tod in den Flammen. Lahmgelegter reichsdeutscher Touristenverkehr in die Tschecho slowakei Das Gemeindeamt in Hcrrnskre t s ch e n richtete an das'Handelsministerium in Prag wiederholte Ansuchen lvegcn Regelung der Ueber- nahme von reichsdeutschen Hartgeld zum Devisenkurse. Bekanntlich läßt die reichö- deutscbc Regierung den ins Ausland fahrenden Touristen nur Hartgeld mitnehmen. Bei der Uni» Wechslung ergeben sich Schwierigkeiten, da die heimischen Banken nicht den vollen Kurs zahlen und sich in letzter Zeit überhaupt vielfach weigern, reickiSdeutsches Hartgeld anzunchmen. Die Banken begründen ihre Haltung damit, daß die Reichs> bank in Berlin das Hartgeld nur auf Sperrkonto überführe und nicht in Gegenwert, um wandle, weil die Deviscnlage eine Uebcrweisung in KL nicht zulasse. Das Finanzministerium in Prag ist für eine einseitige Lösung, wobei die Rationalbant daö alleinige Risiko zu tragen hätte natürlich nicht zu haben. Ob irgendeine Form getroffen wird, die für beide Teile annehmbar ist läßt sich schwer sagen. Ist eine Lösung ickcht zu finden, dann ist der reichSdeutschc Reiseverkehr völlig lahmgelegt. Er wird ohnedies amtlicherseits stärkstens gedrosselt. Die Reiseschecks werden von reichsdeutschen Banken nicht realisiert und Ansuchen um Reiseschecks wochenlang nicht erledigt, wodurch der Reiseverkehr ins Ausland während der Ferienzeit unterbunden ist. Die reichsdeutschcn Grenzorgane legen den Touristen dauernd Schwierigkeiten in den Weg, um den Uebcrtritt in die Tschechoslowakei zu verhindern. Gräßliches Motorradunglück bei Böhm.-Kamnitz Durch die Bahnschranken in den fahrenden Zug.— Zwei Täte. Ein gräßliches Motorradunglück, das zwei blühende Menschenleben forderte, ereignete sich am Mittwoch, den 4. Juli, an der Bahnübersetzung in Markersdorf bei B.-Kamnitz. Der Motorradfahrer Eduard Wolf aus Oberkamnitz fuhr mit seinem Freunde Adolf Reinhardt auö B.-Kamnitz nach 10 Uh'' abends von Martersdorf nach B.-Kamnitz. Wo'f lenkte das Fahrzeug, während Reinhardt auf dem Soziussitz saß. An der Unglücksstelle waren die Bahnschranken heruntergclassen, da der um 10.20 Uhr.n Markersdorf fällige Personenzug Bodenbach—• Warnsdorf jeden Augenblick die Uebersetzung passieren muhte. Im gleichen Augenblicke, als der Zug dicke Stelle passierte, sauste das Motorrad mit" un g eheurer Wucht gegen den Bahn- sch r a n k e n.- Wolf und Reinhardt würden durch den fürchterlichen Anprall vom Rade geschleudert und flogen dir.ekt in den Zug. Beide waren auf der Stelle tot. Reinhardt wurde 28 Meter weit vom Zuge geschleift. Der Kop f wurde ihm glatt vom Rumpfe abgetrennt^ ebenso eine Hand. Wolf hatte ebenfalls gräßliche Verletzungen erlitten, u. a. wurde ihn« ein Bein abgetrennt. Wie stark der Anprall gewesen sein muß, geht daraus hervor, daß der Balken des Bahnschrankens gebrochen und die mit ihm verbundene Zugkette zerrissen wurde. Mcrktviirdigerweise ist das Fahrzeug nur leicht beschädigt worden und der Motor lief nach dem Unglück noch eine Weile fort. Wolf ist 1903 geboren, verheiratet und Vater zivcier Kinder. Reinhardt ist ledig und ebenfalls 1908 geboren. Wie mitgcteilt wird, sollen beide in Markersdorf in einem Gasthause gewesen und angeheitert gewesen sein. «llsla»ischee Stenoftravhen- «ongeetz Ohne Polen Prag, 5. Juli. I« Sladkovsky-Saale des Gemeindehauses der Hauptstadt Präg wurde ani Donnerstag vormittag der ztveite Kongreß der slalvlschen Stenographen eröffnet. An"dem Kongreß nehmen außer tschechoslowakischen auch Stenographen aus Jugoslawien und Bulgarien teil. Aus Polen waren vier Delegierte angenieldet, denen aber von den polnischen Behörden die Ausstellung von Reisepässen verweigert wurde. Aus Sowjetrußland ist ein schriftliches Referat eingclapgt. Zweck des Kongresses ist dle Diskussion über die Möglichkeiten einer einheitlichen allslä wisch en Stenographie, die den Erfordernissen der slawischen Sprachen entsprechen würde. Opfer der Dolomiten Texten(Dolomiten), 5. Juli. Ein Tour ist aus Magdeburg ist von der Ostwand der großen Zinne tödlich a b g c st ü r z t. Ein anderer Bergsteiger wurde beobachtet, wie er etwa 200 Meter tief fiel und in einer Schneerinne zwischen der kleinen und großen Zinne liegen blieb. Seine Personalien konnten noch nicht, festgestellt werden. Trient, 5. Juli. Zivei reichSdeutschc Bergsteiger, Josef Kappelmann und Else Wurganski aus Berlin, verstiegen sich beim Abstieg von der Boe- Spitze im Fassa-Tal(Dolomiten) und stürzten gegen ein Wildbachbett ab. Während sich die Frau nach etwa 100 Metern festzuhalten vermochte, stürzte Kappelmann in die Tiefe und blieb tot liegen. Drei Bergfiihrer bargen trotz Unwetters und Nebels seine Leiche. Die Frau hat nur leichte Hautabschürfungen erlitten. Menteeei in eine» Mnefchnner •efingnlv Warschau, 5. Juli. I» der.verflogenen.Nacht. brach in dem Warschauer Gefängnis in der Dluga- gasse, dem sogenannten Arsenal, eine Meuterei der Häftlinge aus, welche den Versuch unternahmen, gelegentlich, des Umbaues des Gefängnisgebäudes aus dem Gefängnis zu entfliehen. Die Meuterer demolierten die Einrichkung der Zellen. Erst einer starken Polizeiabteilung gelang es, unter Verwendung von Tränengasbomben und mit Hilfe der Gefängniswache sowie derFeuerwehr, die Meuterei zu unterdrücken. Tribünen-Sinftnrs dein» Antzballfpiel New Nork, 5. Juli." Auf dem Fußballplatz des Gefängnisses von Welfare Island ereignete sich ein schweres Unglück. Während eines Fußballspieles der Gefangenen- M ann s ch a f t e n stürzte plötzlich die Tribüne, von der aus die anderen Häftlinge dem^'Nel zusahen, in sich zusammen. DreiGe.sangenekamenumsLe- b e n, 56 wurden verletzt. Ein VetesIemn-EeOfie Moskau, 6. Juli.(Taß.) Im vorigen Jahre brach aus der Bohrsonde Nr. 203 in Rechte- b a d im nordöstlichen Tadschikisten ein mächtiger GaS-Gcysir hervor,.der täglich 300.000 Kubikmeter Erdgase förderte, die mit zerstäubter Naphtha vermengt, waren. Da man durch die Entzündung der Gase eine Katastrophe befürchtete, wurdc die Sonde wieder verstopft. Drei Tage nach der kürzlich erfolgten Wiedereröffnung begann aus der Sonde r e i n e N a p h t a mit einer Ergiebigkeit von 60 Tonnen pro Tag und einer beträchtlichen Fraktion Petroleum hervorzuquellen, die mit Gasen von'rund 73.00 Kubikmeter je Tonne Naphtha vermischt sind.. Die Konkurrenzlose«! Herr Starhemberg hat bei einem„Führerappell" in Salzburg eine Rede gehalten, in der er feststellte, daß die Würde und Ehre des ganzen deutschen Volkes von seinen Führern besudelt worden sei.'.. Wenn heute, so fuhr Herr Starhemberg fort, die Deutschen vor aller Welt als Barbaren dastehen, wenn die offiziellen Kundgebungen' ihrer Führer das Schändlichste sind, was jemals in deutscher Sprache geschrieben wurde, so fühle map sich als Deutscher tief davon, betroffen. Die Rede des Herrn Starhemberg hat. die.„Deutsche Presse", die Prager Lobpreisorin des Hähnenschwanz- Fascismus, in Helle Begeisterung versetzt. Sie bringt den Sermon des Vizekanzlers zweispaltig auf der ersjlm Seite, geziert nüt der schönen Ueberschrift:'„ES gibt noch Deutsche, frei von Barbarei." Woraus zu ersehen ist, waS diese Art Presse unter Barbarei versteht. Die sürch- terliche Situation, in der sich Deutschland befindet, wird allerdings durch nichts so drastisch gekennzeichnet wie durch diese Anklagerede. Weyn sich selbst ein Starhemberg, Repräsentant des Systems der Hängechristen, den Hitler-Gangstern gegenüber als„Kulturmensch" aufspielen kann, ohne vom Äe- lächter der Welt hinweggespült zu werden, so läßt sich daraus ersehen, was fiir Unmenschen im Deutschen Reich am blutigen Werke sein müssen. ES könnte komisch sein, wenn eS nicht gor zu ernst und blutig wäre! Der Mann, der am Arbeitergemehel vom Feber 1934 die Haupt- schuld trägt, der mitverantwortlich ist für die zerschossenen Arbeitcrwohnungen und die grau- sam gemeuchelten Schutzbundheldcn, kann sich jetzt, und sogar nicht ganz zu Unrecht, hinstellen und mit den Fingern auf daS Deutschland der Kamcradenmörder weisen! Gewiß, cS fehlt den Hängcchristen jegliche moralische Qualifikation, sich alS Entrüstete aufzuspielen. Wenn heute in der ganzen Welt die Deutschen als Barbaren dastehen, so haben die Hahnenschwänzlcr und ihre Kompagnons ihr gerüttelt Maß dazu beige- tragen. Aber den Gangstern des„Dritten Rci- chcs" gegenüber, die ihre intimsten Freunde in den Päderasten-Betten umbringcn und keine Scham kennen, wenn cs darum geht, sich an der Macht zu halten, fühlt sich sogar dergleichen als Kulturmensch. Und die Oesfenllichkeit der gan- zon Erde wird mit Entsetzen feststellen, daß gegenüber dem Gaurisankar der Gemeinheit, der sich heute deutsche Diktatur nennt, selbst die Starhcinbcrgc die unschuldsrcinen Engel markieren können. WaS wirklich alles sagt... l An die Hopfenpflücker in Böhmen. Pom „Zemsli) üstrodni nkad präce" in Prag Ivird amtlich verlautbart: Der Landesbeirat für Angelegenheiten der landwirtschaftlichen Arbeiterschaft für Böhmen hat den Kollektivarbeitsvertrag. für die heurige Hopfenpflücke genehmigt. Den. Akkordsatz wird der Landesbeirat wie alljährlich erst Anfang August, also noch immer rechtzeitig, vor dem Beginne der Pflücke, kundmachen. Mit der Zusam- menstellnng und Anwerbung der Partiee» wird jedoch sofort begonnen werden, weil eS sich wieder um den Bedarf vou mehr als 3000 Partien mitrund65.000bis70.000Pflük- k e r n handelt. Alle Partiesührer und Partieführerinnen werden deshalb aufgefordert, ihre Partien in der nächsten Bezirksanstalt für Arbeitsvermittlung unverzüglich anzumelden. In den Anstalten erhalten sie einen Abdruck der Per» tragsbcdingungen und die notlvendigen Informationen. Ueberall, wo beide Vertragspartien im Vorjahre zufrieden waren, lvird das obige Arbeitsamt bestrebt sein, solche Partien wieder an ihre alten Arbeitsstellen zu veriuittcln.(Um Nachdruck dieser Verlautbarung wird ersucht.) Ttaatliche Ttudirnunterstützungen. DaS Ministerium für Unterricht und VolkSauftlärung verleiht den Hörern der de u t s ch e n H o ch s ch u- len in der Tschechoslowakischen Republik im Schuljahre 1934/35 staatliche Studicnuntcrstüt- zungen. Gesuche, die auf den vom Staatsverlag ausgegebcncn Blauletten ausgefertigt und die mit dem Nachweis der Staatsbürgerschaft, einem Armutszeugnis und Nachtveiscn über einen vorzüglichen Studienverlauf belegt sind, sind unbedingt bis 30. September 1934 in Prag durch den „Verein Deutsche Studentenfürsorge", Prag II., Krakovskä 16, und in Brünn durch daS Rektorat der Deutschen Technischen Hochschule in Brünn eiNzubringcn. Die Eröffnung des Tchrrckrnsteiner Krematoriums. Die am 28. Juni d. I. seitens der LandeSbehürde durchgeführt« Kollaudierung des Schreckensteiner Krematoriums und di« anschließende Probe-Einäscherung sind vollständig anstandslos verlaufen, so daß der Benützung dieser Feuerhalle nichts mehr im Wege steht. DaS Schreckensteiner Krematorium sit das erste in unse- rrm Staate, das mit flüssigem Brennstoff(Rohöl) gespeist wird. Bemerkenswert ist ferner, daß die Trauerhalle sotvohl für Erd- als auch für Feuerbestattungen vorgesehen ist. Sonntag, den 15. Juli, findet um 9 Uhr vormittags die Eröffnung der Schreckensteiner Fcuerhalle— die die zwölfte in der Tschechoslowakei ist— in feierlicher Weise statt. Wolkenbruchartige Regen gehen fast ununter- brochen seit drei Tagen in Rumänien nieder. An einigen Stellen des Landes sind kleine Flüsse und Bäche Uber die Ufer getreten und Haven die umliegenden Felder ttbcrschtvemmt. Auf einigen Nebenstrecken ist durch diese Neberschwemmungcn .der Eisenbahnverkehr gestört worden. In verschiedenen Städten, auch in Bukarest, ist das Wasser in die Keller eingedrungen, so daß Feuerwehr eingesetzt werden mußte. Der im allgemeinen angerichtete Schaden dürfte beträchtlich sein. Erdbeben-Panik bei Perugia. In Marsciano bei Perugia lvurdcn am Frcitägnwrgen starke Erdstöße bemerkt, die acht Sekunden andauerten. Die Bevölkerung des Ortes floh, von Panik erfaßt,, ins Freie und verbrachte die Nacht auf den Feldern. Mitteilungen über Schäden sind noch nicht eingetroffen. Eße-eltgeschlchtlßche Vedentnn, der Eeckgee Olymplnde Ueber dieses Thema spricht morgen, Sonntag, um 14 Uhr 45 Min. bis 15 Uhr Abg. Ge» nossc Wenzel Jaksch in der deutschen Arbeiterjung im Prager Rundfunk. * Der Rundfunk wird am Sonntag nachmittag von 16.55 biS 17.55 die Vorführungen de» Atüs auf dem Prager Stadion übertragen. Die Reportage erf^gt in deutscher Sprache. Paris—Bukarest in sechs Stande« I Bukarest, 6. Juli.(Havaö.) Die sranzö- ischen Flieger Francois und G e r o n haben den Pokal des Fürsten Bibescu für die Uevirsiie- gung der Strecke Paris-Bukarest in sechs Stunden mit einer Durchschnittsgeschwindigleit von 3 1.5 Kilometern pro Stunde erlangt. Ter bisherige R e k o r d der Flieger Bouscat und Lavery betrug 232 Stundenkilometer. N•ent In Oltanetlft Rew Bork, 6. Juli. Die Osttüste Amerikas Wird seit etwa 14 Tagen von einer Hitzewelle heimgesucht, die als die grüßte seit 1901 bezeichnet werden kann. Am Freitag wurde in New Uork die Höchsttemperatur mit 55 Grad Celsius in der Sonne, bzw. 36 Graü Celsius im Schatten bei ungewöhnlich hoher Feuchtigkeit der Luft erreicht. Demgegenüber herrscht in den bisherigen Dürrcgebicten Dakota und Minnesota seit vierzehn Tagen Dauerregen, der mit heftigem Sturm verbunden ist. Der Sachschaden ist sehr beträchtlich. Nachts herrscht eine empfindliche Kält«. HitlerS Geschäft blüht. Adolf Hitler der „Siegreiche", der mit starker Faust die.„Verräter" niedermachte, wie sein« Bewunderer hierzulande sühsauer-triumphicrend verkünden, kann nun ruhig einige Zeit seine— Privatgeschäfte machen. Unserer Redaktion liegt das Zirkular einer bestimmten Unternehmerorganisation Deutschlands vor, das für Hitler ein neues glänzendes Geschäft mit seinem„berühmten" Buch„Mein Kampf" ankündigt. ES hat folgenden Wortlaut: An unsere Mitglieder l Betrifft: Nationalsozialistische KriegSopferver- sorgung. Es ist angeregt worden, den Schwerkriegsbeschädigten als Anerkennung und. Dank für die Opfer, die sie der Nation gebracht haben, am 1. Anduft 1984, am„Tag des Soldaten", das Buch des Führers„MeinKampf" zu überreichen. ES ist beabsichtigt, aus da» Titelblatt deS Buches eine Widmung zu drucken, die von den einzelnen Firmen mit gir- menstentpel und Linierschrift zu versehen wär« Die Exemplare werden alsdann mit dieser Wid- mung geliefert. Der Preis fiir das einzelne Buch betagt RM. 7.20. Bestellungen auf dieses Büch sind von den einzelnen Firmen an Herrn Dr Wehmeyer, Beauftragten der Nationalsozialistischen KriegSopferversorgung, Essen-(Ruhr), Dorotheenstraße 3, zu richten, und zwar spätestens bis zum 10. Juli 1984. Mit deutschem Gruß! Da cs sich um hundcrttauscndc. Kriegsopfer in Deutschland handelt, kann man ungefähr ermessen, tvicviel Hitler bei dieser Aktion verdient! Die Unternehmer werden trotz chsler Meckerei das nötige Geld aufbringen. Jetzt vielleicht um so freudiger als früher, da sich Hitler immer mehr als Schützer des Kapitalismus betätigt. Sträfling erschlägt einen Aufseher. Drei Schlververbrecher unternahmen den Versuch, aus der Strafanstalt Marburg an der Drau zu entfliehen. Zwei von ihnen gelang es, ihre Zellen zu verlassen. Als sie auf den Gang mit dem Wärter zusammentrafen, schlug einer der beiden mit einem Stein, den er in ein Handtuch gehüllt hatte, mit solcher Wucht auf den Kopf des W ä ch« ters, daß der Beamte sofort zusammenbrach. Die beiden Sträflinge nahmen darauf den.Wärter die Schlüssel und den Degen ab und versuchten gewaltsam mit dem dritten Häftling zu entfliehen. Ihre Flucht lvurde jedoch von der Wuebmänn- schaft der Strafanstalt v e r h i n d e r t, woraus einer der Schwerverbrecher ausdemdr Itten Stockin den Hofs p r a n g, wo er mit einem Schenkclbruch liegen blieb. Der schwerverletzte Wärter ist. inzwischen s c i n e n V e.r.r e y u n- gcn erleg e‘"",", Ungarischer Staatssekretär zu Zuchthaus verurteilt." Das Budapester Strafgericht har den gewesenen Staatssekretär in dem seither aufgelösten Wohlfahrtsministerium Em er-ich Drehr wegen Unterschlagung und B e t r u'g e s, die er während seiner amtlichen FnnktionalsUn- terstaatssekretär beging, SN fünf Jahren Zuchthaus, 5000, Pengü Geldstrafe und 10 Jahren Amtsverlust verurteilt. Btalik gestorben. Gestern früh ist in Wien.der bekannte palästinensisch« Dichter Chaim Hannen Bialik nach einer Operation gestorben SamStag, 7. Juki 1084 Sette 7 Autorität und Persönlichkeit in der Erziehung Mit diesem Thema findet in der Zeit vom 8. bis 14. August in Aussig eine Sommerschule de» Internationalen Beruf-sekretariatc» der Lehrer statt. Daneben werden noch die Probleme der freie» Arbeitsgemeinschaft und der Sclbsttätigkeit des Kindes als Erziehungsformen behandelt. Hauptreferent ist der französische Universität-Professor Z o r e t t i. An Inländischen Diskussionsrednern sind bis heute gemeldet: L.-Sch.-J. Bojta B e n e i, Prag, Dr. Alois Mühlberger, Trautenau, DozentDr. Prihoda, Prag, Doktor Lothar Spielmann, Brünn, Bczirköschulinspcktor Mariska, Dux, Fortblldung-schulinspektor Prof. Paul Für« st e n a», Reichenberg, UcbungSschullehrerin Wilhelmine Tischer, Aussig, Prof. Dr. Ritter, Warnsdorf u. v. a. Ohne die ausländischen Teilnehmer, deren Zahl mit Rücksicht auf die für Ausländer mit 15. Juli endende Anmeldefrist noch nicht angegeben werden kann, sind bis heute bereirs 100 inländische Teilnehmer gemeldet. Das Büro des JBL. meldet aus Brüssel, daß sich aus Frankreich, Belgien, Holland, der Schweiz u. a. Staaten eine ver» hältniSmätzig grobe Zahl von Lehrern aller Schularten beteiligen werden. Ans dem Programm fei hervorgehoben: Mittwoch, den 8. August, 8 Uhr abends keierliche Eröffnung der Sommerschule im groben Saale des Ausfiger Bolkshauses. Donnerstag, 0. August, 8 bis 12 Uhr Sounnerschule. Nachmittags Dampferfahrt nach Czernosck. Freitag, den 1V. August, 8 bis 12 Uhr Sommerschule. Nachmittag» Autobusfahrt nach Hirschberg am See. SamStag, den 11. August, 8 bis 12 Uhr Sommerschule. Nachmittag» Besichtigung des Schichtbade» in Schreckenstein, der neuen Bürgerschule und der Burg. Um 8 Uhr abends im Rittersaale Bortrag:„Die Lage der Schule in der Tschechoslowakei", Redner Dozent Dr. Pithoda. Prag. S onnta g, den 12. August, Dampferfahrt in die Böhmische Schweiz. Montag, den 18. August, 6 bi« 12 Uhr Sommerschule. Nachmittags Besichtigung von Heimen und Schulen 8 Uhr abends Bortrag:„Die politische Lage in der Tschechoslowakei". Dienstag, den 14. August, 8 bis 12 Uhr Sommerschule.(Schluß.) Tie Sommer, schule wird im Realgymnasium in Aussig, Grotzc Wallftraßr abgehalte». Im Anschlüsse an die Sommerschule findet vom 14. bis 18. August eine Reise nach Prag, Marienbad und Karlsbad statt. Reisekosten Aö 488.—. Die Teilnehmergebühr beträgt Äi 58.—. In diesem Betrag sind Fahrten mit der Straßenbahn und dem Autobus eingeschlossen. Gute Verpflegung nnd Nächtigung in der neuen Jugendherberge für die ganze Zeit der Veranstaltung zum Preise vo>r K4 288.—; bei Unterbringung im Hotel erhöht sich dieser Betrag aus KC 258.—. Die Verpflegung beginnt am 8 August abend» nnd endet am 14. Angust mittag«. Junglehrer(bis zu 18 Dienstjahren) zahlen für Verpflegung und Nächtigung in der Jugendherberge Ai 158.—. Diese Ermäßigung beträgt 25 Prozent der eigentlichen VerpfsegSkosten. Der Teilnehmerbei» trag von Ai 58.— ist für alle gleich und kann nicht ermätzigt werden, weil davon allein Ai 25.— auf Strastenbahn und Autobus entfallen. Die Anmeldefrist für Inländer enden am 3. August. Anmeldungen und AuSkiinfte bei Josef H u d l, Aussig, Dr. Bill- rothstrahe 28. Der fröhliche Leichnam Der„Daily Telegraph" läßt sich aus Moskau folgende ergötzliche uird ungewöhnliche Geschichte kabeln: Vor einiger Zeit wurde in ein Moskauer Krankenhaus der stcrnhagclbetrunkene Metalldreher Korotkow eingcliefert.„Der wachhabende Arzt Iwanow," erzählt Korotkow später,„sah mich flüchtig an und sagte: ,Tja, mein Lieber, deine Stunden sind schon gezählt. Morgen um diese Zett bist du schon entweder auf dem Friedhof oder im Krematorium. Nun mach aber keine Skandale und sei vernünftig— das Toben nützt da nichts. Sieh zu, daß du wie ein Kerl stirbst l' Und dann fügte der Doktor hinzu:„Es steht sehr schlecht. Wir wollen also keine Zeit verlieren. Ich werde dir gleich eine Todesbescheinigung ansstel- len, und du kannst dann heute noch jemanden von deinen Freunden oder Verwandten zum Bestat- tungSbüro schicken, damit morgen alle« bereit ist." „Am nächsten Morgen aber," erzählt Korotkow weiter,„fühlte, ich mich wieder sehr wohl. Als ich mir dann zu Hause die Bescheinigung des Arztes ansah, die mich oder meine Verwandten berechtigte, Geld für einen Sarg und für die Begräbnisunkosten zu holen, verspürte ich plötzlich einen großen Durst. Deshalb begab ich mich selber zur staatlichen BersichcrungSstelle, empfing das Geld und kaufte mir Wodka und was zu essen." Korotkoiv ist aber kein Dummkopf. Nachdem es ihm einmal gelungen Ivar,, den eigenen Leichenschmaus mitzumachen. beschloß er, noch einmal auf dieselbe Weise zu„sterben". DaS gelang wie« Hitler-Diktatur und Wirtschaftszusammenbruch Im„Prager Börsencourirr" schreibt Dr. Gerhard Schacher treffend über den durch die Hirlerdiktatur herbeigeführten Zusammenbruch de» deutschen Wirt- - schaft»leben»: Wohin hat eigentlich die viel gepriesene Vereinheitlichung de» VolkölvillenS, die Führer- Autorität, das Schlagwort voin totalen Staat und ivas ähnliche Phrasen aus dem Vokabularium der Diktaturen mehr sind, dje deutsche Wirtschaft geführt? Ein Devisenbestand von einer Milliarde ist sinn- und zwecklos verwirtschaftet tvordcn. Der deutsche Außenhandel, der In den ersten fünf Monaten des Jahres 1033 wenigstens noch einen Aktivsaldo von 263 Mill. RM. aufwics, ist heute mit 170 Miü. RM. passiv. Er hat sich also nach den eigenen amtlichen Angaben um 442 Millionen RM. verschlechtert. In Wirklichkeit ist der Kräfteverlust noch sehr viel größer, denn für einen sehr bedeutenden Teil der exportierten Waren hat man nicht Devisen, sondern Sperrmark, ScripS usw, erlöst. Die deutschen Sparkassen sind seit dem Bautenkrach vom Jahre 1031 jetzt zum ersten Male in eine Periode ciugctretcn, in der allmonatlich die Abhebungen die Einzahlungen übersteigen. Die Verarmung des Mittelstandes, der seine Ersparnisse aufzehrt, schreitet also immer weiter fort. Es fehlt schon jetzt an den nötigsten Rohstoffen, obwohl man (mit dem Gelde der Gläubiger) eine geradezu phantastische Vorversorgung betriebest"' hak. In ivenigen Monaten sind diese hauptsächlich für die Rüstungsindustrie angelegten Rohstoffreserven aufgezehrt. Tainit aber fällt das Arbcitöbeschas- fungSProgramm in sich zusammen. Betriebsstillegungen großen Maßstabes sind unvermeidbar und Deutschland wird aller Voraussicht nach in ein« Periode der Arbeitslosigkeit rintretcn, wie sie selbst am schlimmsten Srisentirspuntt nicht zn verzeichnen war. Auf laitge Zeit hinaus werden sich die Folgen dieser Tiktatnrperiode für die deutsche Wirtschaft, die ihren Ruf am Weltmarkt fast völlig cingcbüßt hat und über keinerlei internationalen Kredit mehr verfügt, noch bemerkbar machen, und zlvar selbst dann, ipcnn diese Diktatur- pcriodc vielleicht eine» Tages beendet sein ivird. Wo bleibt unter diesen Verhältnissen der Vorteil schneller und energi- s ch e r Entschließungen? Wo bleibt die der. Und Ivieder. Im ganzen sechsmal. Und jcdeSnial holte, er sich selber das Geld für den eigenen Sarg und die eigene Bestattung. Und alle» wäre sehr schön gewesen,.wenn es keinen Konflikt mit dem Häuskomitee gegeben hätte. „Ich lasse mir, selbst ivenn ich ein Toter bin, nichts vormackenl" erklärte er den Lebten.„Und au» meinem Zimmer laß ich mich auch als Leichnam nichi hinanssctzen!" Ter Sekretär des Häuskomitee» aber war ein Bürokrat par Exccllence und arguinenticiie wie folgt:„Ta du den Papieren zufolge ein toter Mann bist, n:ußt du hier hinaus. Tote haben keinen Ansttkiich auf Wohnfläche." Die Auseinandersetzung endete mit einer Schlägerei, an der alle Mieter teilnahinen. und die „Leiche" wurde mordsmäßig verdroschen. Diesmal tvurdc Korotkoiv vom wirklichen Tode nur durch das Eingreifen dec Miliz gerettet. Aber die Sacke kani pors Gericht. immer wieder betonte Gewißheit, daß der einheitliche Wille eines Führers, der nickt rechts nock links sehen mutz, sondern ans Grund irgendwelcher göttlicher Inspirationen oder menschlicher Onali- täten st e t S das Richtige trifft, alle Schwierig- keiten, die die Demokratie nicht meistern konnte, leicht behebt? Wenn je ein System auf wirtschaftlichen! Gebiet ein Fiasko erlitten Hai. so ist cs dieses, und wenn je eine Phrase in kürzester Zeit durch dir nüchternen Tatsache» al» sinnlos und verhängnisvoll erwiesen wurde, so ist r» dir »»» der autoritären Führung. Der neue Berwultuugsrut de» SatetMlioMltn Arbeitsam»»« Die diesjährige Internationale Arbeitslon- ferenz hatte n. a. den Verwaitnngsrat neu zn bestellen(16 RegicrungS-, 8 Arbeitgeber- und 8 Arbeitnehmervertrctcr). Um möglichst vielen Ländern Gelegenheit zu geben, abwcchslilng»n>eise In dieser wichtigen Körperschaft vertreten zu sein, ferner im Hinblick darauf, daß es in der Vergangenheit trotz Vorhandenseins von stellvertretenden Mitgliedern sehr oft schwer hielt, eine volle Beteiligung an den Sitzungen zu erzielen, hat die Arbeitergruppe— wie schon bei den letzten Wahl:,! — beschlossen, zweite Stellvertreter zu ernennen. Dies bedeutet, datz nunmehr die Arbeit- nehmergrupve insgesamt 21 Vertreter und Stellvertreter zu erncnncu halte. Als effektive Mitglieder wurden von der?l:- beitergruppe ernannt: Caballero(Spanien); Hayday(Großbritannien); Johanson(Sckwe- Pcn); Joshi(Indien); Jouhanx...(Frankreich); Mertens(Belgien); Tour Moore.(Kanada); Donekubo(Japan). In die erste Stellvertretung wurden ernannt: Crofts(Australien); Jensen (Dänemark); Kupers(Niederlande); Negri (Argentinien); N e m c f c t(Tschechoslowakei); Schürch(Schweiz); Serrarens(Niederlande); Zulawsii(Polen). Zweite Stellvertretung: An Fu Ting(China); Downcü(Südafrika); Krcli' (Jugoslawien);' Krier(Luxemburg); Olsen (Norwegen); Peyer(Ungarn); Schorsch(Oesterreich); Roberts(Ren-Seeland). GEDENKET trat allen AhIImm der Arbeiter! tfrsorgel Yolhswlrtsdiaft und Sozialpolitik Peter Winkler wählt Ekmmdzwanzig Jahre bist d» »ab au»gevtnrrt »ach ewig nnbezrciflichen Gesetze» de» bürokratischen Apparat». Da»ist geboren laut Geburtsschein nnb trotzdem aasgestrichen Mn bin Speisekarten der fleischfressenden Maschine». Jangrr, nicht jüngster Schatt bist b» mW garantiert unwiderruflich»»einstellbar in bie Armee kapitalistischen Wahn«. -Hoch trägst brn Kops b» noch und schreitest "zwischen bett Schienen brr Zeit, da kannst»och wählen und wählst. Rasch ist der kreisende Tob and kurz gegen bas Elend in rwigem Vettel und grauem Zuchthaa», das sie schützt Mr dir. Roch trägst du brn Kops hoch und schreitest zwischen brn Schienen brr Zeit, da kannst noch wählen und wählst. Es ist bie keuchende Zeit bie heranbraust «lb dich schlägt und zertritt nnd zerschnitt» fahrplanmäßiger Zug ans der Strecke Knittelselb. KurtDoberer. Tobrsstnrz vom 0. Stock. Gestern nachmittag» stürzte sich vom 0. Stockwerk des Kolumbushauje» in Berlin eine bisher unbekannte etwa 28 Jahre alte weibliche Person auf dem Potsdamer Platz. Mit schwersten Verletzungen wurde sie zur Rettungsstelle gebracht. Dort konnte der Arzt aber nur noch den Tod feststellen. Der Beweggrund zur Tat ist noch nicht ermittelt. Furchtbarer Selbstmord. Der Kreidewerksbesitzer Albert Fritz in S a g a r d(Rügen), der bereits wiederholt Selbstmordabsichten geäutzert hatte, begab sich in der Nacht zum Donnerstag zur Ausführung dieses seines Vorhabens in seinen Kreidcbruch bei Sagard, steckte sich die Taschen voll Dynamit, setzte sich auf di« um ihn herum ausgeschüttete Sprengmaste und zündete sie an. Ihn nu war der Unglückliche in Atome zerrissen. Die Explosion erschütterte die Häuser des Ortes so stark, daß zunächst ein Erdbeben vermutet wurde. Solidarität auch im Kerker. Ein Jurist, der Gelegenheit hatte, die Prozesse gegen die Schutzbündler zu verfolgen, teilt denr ORD. mit: In keinem einzigen Fall ist es vorgekommen, datz verhaftete Schutzbündler, obwohl sie von den Untersuchungsrichtern ins Kreuzverhör genommen wurden, ihre Kameraden preisgegeben hätten. Die Datsachs^dßessm großartigen. Solidarität im, Gefängnis hat auch auf die Richter den stärksten Eindruck gemacht. Der österreichische Justizministrr kann in Zürich nicht sprechen. Dem OSW. wird aus Zürich geschrieben: In grotzen Plakaten war dieser Tage ein Bortrag des österreichischen JustizininisterS Dr. Kurt S ch u sch n i g g angekündigt.. Er sollte am 4. Juli in Zürich in einer Veranstaltung der Paneuropäischen Union des Herrn. Coudenhove- Calergi über den„Europäischen Geist" sprechen. Just der Minister der österreichischen Henkerjustiz Wagte, in Zürich einen Vortrag über den europäischen Geist anzukündigen.. Diese Herausforderung war aber für die Züricher Bevölkerung offenbar zu arg. Die Erregung, die die Ankündigung des Vortrages des österreichische» Henkerministers vor allem bei der Arbeiterschaft auSlöste, war so stark, daß der Vortrag abgesagt werden mutzte. Soziale Photographie Im Dienste sozialistischer Austlärungs- und Werbearbeit vermag auch die Kamera wertvolle Hilfe zu leisten. Sie bietet Möglichkeiten, die noch längst nicht genügend verwertet werden. In erster Linie wird sich der Arbeiterphotograph, technisches Können und sonstige Eignung vorausgesetzt, als Bildberichterstatter auf sozialem Gebiet betätigen können» fei cs, datz das Bild das geschriebene Wort illustriert, sei es, daß dem Bilde allein die Tatsachenfeststellung zufällt und es nur einiger erklärender Worte bedarf. Anregungen dafür biet-t eine AuSstellungsozialerPhotogra- p h i c, die gegenwärtig im Palais Metro in Prag, Rarodni tk., gezeigt wird.) Unter den rund 300 Bildern, die dort aus-' gestellt sind, herrscht die einfache soziale Bildreportage» die sich mit der bloßen bildmätzigen Milieudarstellung begnügt, bei weitem vor. Die „Motive" sind unerschöpflich. Arbeit und ArbeitS-, losigkeit, die Mühsal der Werktätigen in Fabrik und Werkstatt, auf dem Felde des Bauern, auf der Straße der Großstadt und im häuslichen Leben der Frau, und die trotz allem noch ärgere Misere, nicht arbeiten zu können,'keine Arbeit zu finden, die Kümmerlichkeit der Erholung, die Kärglichkeit-er kleinen Freuden, Wohnung und Wohnungsnot, das proletariscke Kind beim Spi'l und— erschreckend oft— im Erwerb am Werktische des Heimarbeiters oder beim Stratzen'hgndel, das Nebeneinander von Elend und Reichtum— alle diese Themengruppen bieten dem Photographen, der als Sozialreporter auf den Streifzug geht,„Motive" genug. Dabei braucht ex sich durchaus nicht nur auf einseitige Clcndsschildernng zu beschränken; die Arbeiterschaft kann sich mit "tzE schöpferischen Leistungen durchaus sehen lassen und muß diese positiven Leistungen aus eigene: Kraft auch ihren Schicksalsgenossen immer wieder vor Augen führen. Die Tragödie der deutschen und der österreichischen Arbeiterschaft hat zu spät ein ungeheuerliches Beispiel dafür gegeben, wieviel wertvollen und unersetzlichen Besitz die Arbeiterschaft in ihren Volkshäusern und Arbeiterhcimen, Zeitungsunternehmen, Konsumgenossenschasten und Produktionsstätten, Sporttzlätzen und Natur- freundchäusern, SiedlungSgenossenschaften, Kultur- und Erholungsstätten trotz allem zu verlieren hatte. Die von der sozialdemokratischen Gemeindeverwaltung der Stadt Wien geschaffenen Wohnbauten sind fortan aus dem Stadtbilde Wiens so wenig forlzudcnken Ivie der StephanSdom— was aus geschehen mag: sie sind ein bleibendes Denkmal sozialistischer Aufbauarbeit, und weil sie daS sind, werde» auch die Breschen, die die Kayoncn der Herren Dollfuß, Fey und Starhemberg in diese Wohnbauten geschossen haben, im Herzen der Wiener Arbeiterschaft klaffen bleiben. AuS der Photographie als Tatsachen-Bild- bericht ergibt sich von selbst die Erweiterung zum Zyklus. Dafür weist die Ausstellung einige recht gute Beispiele auf. Wohl die beste Leistung dieser Art ist«in ZykluS„Hopfen": nach vjeler Mühe ist der Hopfen erntereif, viele Hande pflük- ken ihn, Männer-, Frauen- und Kinderhände, der Säussling schläft im Arm der Mutter, währe,nd sie Pfückt— 1.40 KC gibt es für« 30-Liter-Matz, die Säcke füllen sich prall, hoch beladen schwanken dir Wagen in die Magazin«— und am Ende werden 70.000 Zentner Hopfen verbrannt, weil in der kapitalistischen Wirtschaftsanarchic der Segen der Erde zum Fluche wird. Do sprechen die Bilder. Manchmal ist es ein kurzes sinngebendes Wort» daS sie zum Sprechen bringt. Es sagt aus, was der Photograph sich dachte, als er die Aufnahme machte. Ein Feldarbeiter schuftet gebeugt auf dem Acker.„Für 8 Kö täglich" steht darunter. Ein Bild zeigt eine DenkmalSgruppc von der Hlavka-Brücke, davor steht ei» Gerüst um einen Leitungsmast, Arbeiter hantieren darauf:„Zwei Tcnknmler der Arbeit." Jemand photographiert ztvei Ziegeleiarbciter, mit nacktem Oberkörper, von rückwärts gesehen, schieben sie mit einander einen Ziegelkarren.„Ecch a nkmec" nennt der Photograph das Bild. Tscheche und Deutscher— als Arbeiter haben sie das gleiche Los, und daS muß sie stärker binden, nlö dir nationale Bcrschiedenbeit sie trennt. Ein Junae auS dem Armenviertel bat auf der Schutthalde gewühlt und ein verbeultes, zerbrochenes Blcchspiel- zeug gefunden, das ein reicheres Kind weggewor- fen hat.„Ein glücklicher Finder"— das Bild bedürfte gar keiner Worte; die strahlenden Augen des Jungen, der seinen Fund begeistert hochreckt, seine zum Freudenruf halb geöffneten Lippen erzählen eine ganze Geschichte vom„Glück" der Armen. In diesen Bildern ist eine Wirkung ange- strebt und erreicht, die schon künstlerischem Empfinden Ausdruck verleiht. Sie sind mit dichterischem Auge gesehen. GS ist eigenartig um die Kraft künstlerischen Fühlens: auch hier, in der langen Reihe sozialer PhotoS, verleiht sie der Leistung die stärkste und nachhaltigste Wirkung. Ein andre« Mittel der sozialen Photographie ist der Kontrast, der auch hier zlvar primitive, dafür um so einprägsamer« Wirkungen zu erzielen vermag. FaschingSmasken und Weinflaschen und gegenüber ein Teller Suppe auf dem eisernen tbfeii der ArmenwohnuNg, der Bankpalast in der City und die Brttterhütte an der Großstadtperipheri-, der Herr im Pelz vor der Delikatessenhandlung und ein Blechnapf mit Kartoffeln, da« Portal des PalaiS und die eingesunkene Haustür in der Bor-, stadtgasse stellen in simpelster Schwarz-Weiß- Technik soziale Tatbestände sest; der Phologravb bedient sich der handgreiflichsten Kontrastwirluna. die sich freilich leicht abstumpst und obendrein oft danebentrifft. Hier ist dem Photographen sogar eine ivohl ungeivollt komische Wirkung unterlaufen, wenn er dem armseligsten Hausrat als ersehnenswerten und beneidenswerten Gegensatz rin mit allem Andenken-Kitsch beladenes Vertiio gcgcniiberstcllt; man weiß nicht: hat er das Ver langen der Armen nach kleinbürgerlichen. »Schmücke-dein-Heim"-Kram verspotten wollen oder erscheint ihm selbst dieses Vertiko ans der «guten Stube" des Kleinbürgers so bcgelirens- lvcrt? Gar nicht vertreten in der Ausstellung in die soziallritischc Photomontage, wie sic Heartsield mit ätzender Schärfe handhabt. Sie erfordert allerdings nicht nur sehr sicheres technisches Können, sondern ebensosehr Ideen und künstlerische Begabung und ist darum, Ivo diese Voraussetzungen fehlen, nicht einfach nack)ahinbar. Läßt man den Blick noch einmal saunneliid über die Bilderrcihcn tschechischer, deutscher, französischer, belgischer, holländischer und riissischee Amateurphotographen schweifen, so verstärkt ji>1 die Wahrnehmung, wie gleichartig die„Motive" überall sind. Arbeit und Arbeitslosigkeit bedingen das Schicksal der Armen aller Länder, überall sind die Plagen schwer und die Freuden karg, in«'' überall heißt„ohne Arbeit" am Ende mit une- bittlicher Strenge auch„ohne Wohnung". T! an« Kistenbrettern, Blechabfällen und Deichpapp>i notdürftig zusammengeslickten Notwohnungen d-r Erwerbslosen stehen überall: um Prag, um Paris, nm Budapest, um Brüssel und Amsterdam— überall ist es die«Peripherie". Und wie kann es auch anders sein— es ist die Peripherie dief-r kapstalistischen Welt, an der die Acrmsten>r Armen ihr Dasein fristen. M a n f r e d. Seite 8 „Sozialdemokrat" SamStag, 7. Mi 1034. Rr. 186 »»»»»»»■■■■■■■■ lll. TsdiedioslowaKlsdic ArbcMcr-Olumpladc, Prag ISZ4 TamStag, den 7. Juli, nm 8 Uhr abends in der Produktenbörse, Prag H.» HavliLrkplatz rcsf-Abcnd iar die deutschen Gäste I. Teil: W i r vergessen nicht... II. Teil: Eine bunte Atus» stunde III. Teil: ES rettet unS kein höheres Wesen... Es wirken mit: Proletarische VolkSsiug- gemeinde Prag; Musikzug der S. I., Aussig; Turner und Turnerinnen aus allen Kreisen. Insgesamt 150 Mitwirkende. Gin Gedankenstrich Aus dem schwarzen Gewölk, hinter dem Teuischland liegt, tropft Blut. Jene furchtbare Güttin, die ihre eigenen Kinder frist:. hat Mannsgestalt angenommen. Sie trägt eine Stirnlocke und auf der brutalen Oberlippe ein Stutzbärtchcn. Tie Welt steht starr. Sie hört das blutige Werkzeug der Diktatur klirren, sie hört Schüsse, sie liest die Namen der Ermordeten. Landsknechte fallen. Mitlvisser, Mittäter geleugneter Schuld verstummen im Feuer der Fiisiladen. Widersacher werden kaltblütig gemeuchelt. Ein General wird zwischen den Türen seiner Wohnung erschössen. Seine J-rau stirbt neben ihm als gefährliche Zeugin der Tat. Lähmt eö die Welt? In den Tageszeitungen gibt es Tabellen, die die täglichen Devisenkurse verzeichnen. Am 1. Juli, als die Blutberichte aus Teulschland die politischen Spalten stillen, meldet die Tabelle:»Sie erhalten für 100 Reichsmark 870 KL". In der Nummer daraus wird der Markkurö nicht notiert. An seiner Stelle steht ein Gedankenstrich. Meint er, daß das Denken auüseht? Oder daß es hier zu beginnen hat? Er meint nur. daß da eine leere Stelle ist, die. man momentan nicht mit Zahlen auSfiillen kann. Fehlanzeige. TaS Geldwerk.- robust wie eine Maschine, empfindlich wie ein Uhrwerk, rückt den Zeiger des Wertmessers auf einen toten Punkt. Tort bleibt er zitternd stehen— eine Ordnung ist erschüttert, ein Kosmos wankt. . Dieser Gedankenstrich, diese winzige dünne Linie auö Druckerschwärze— sie ist das Zeichen für das Unbekannte, Unberechenbare. Sie drückt aus. daß Furchtbares geschehen ist. Ein Gedankenstrich in einer Kurütabelle— die Welt, in der das Geld regiert, hat keinen stärkeren Ausdruck ihrer Erschütterung. Es währt einen Tag. Wieder eine Nummer später verzeichnet die Tabelle:„Sie erhalten für 100 Reichsmark 868 KL." Zwei Kronen weniger. Diese zwei Kronen sind dec Tribut, den das Uv- berechenbare, Ungeheuerliche auf dem Geldmarkt verliert..■'"’■*£‘ ..Reichsminister Generaloberst von Blomberg dankte dem Führer im Namen des Reichskabinetts und der Wehrmacht für sein entschlossenes und. mutiges.Handeln, durch das er das deutsche Bolk vor dem Bürgerkrieg bewahrt habe. Der Führer habe sich als Staatsmann und Soldat von einer Größe gezeigt, die bei den Kabinettsmitgliedern und im ganzen deuscken Volke das Gelöbnis für Leistung, .Hingabe und Treue in dieser schweren Stunde in allen Herzen wachgerufen habe. Das Reichskabinett genehmigte sodann ein Gesetz über Maßnahmen der Staatsnotwehr, dessen einziger Artikel lautet: Die zur Niederschlagung hoch« und landesverrate- rischer Angriffe am 30. Juni und am 1. und 2. Juli 1034 vollzogenen Maßnahmen sind als Staatsnotwehr rechtens." Der Meuchelmord wird nachträglich als Maßnahme einer Regierung legalisiert. Das Geldwerk, robust tvie nur irgendeine Maschine, zählt weiter. „Sie erhalten für 100 Reichsmark 868 KL." So —- das. ist wieder eine Ordnnng. Das Grauen ist auf einen Wert gebracht. Zwei Kronen weniger. Aus den Lautsprechern tönt Tanzmusik von deutschen Sendern. Aus dem schwarzen Bewölk, hinter dem Deutschland liegt, tropft Blut... .,■ Manfred. Rote Kinderrepublik , III. Arbeiter-Olympiade 1934" Besuchszeiten im Zeltlager: S a m s t n g, den 7. Juli, von 8 bis 11 Uhr und von 18 biö 18 Uhr. Sonntag, den 8. Juli, von 18 bis, 17 Uh>-. ■' Zu anderen Zeiten ist der Zutritt zum Lage» nicht gestattet. Wir ersuchen die Genossen und Genossinnen, nur zu den angegebenen Besuchszeiten das Lager zu besichtigen. VWkMGMMMWWWWW Da»»Deutsche Kasino" und die Olympiade Wenn man in diesen Tagen durch die Straße» von Prag wandert, wird man sich über die vielen bunten Fahnen freuen, welche von den Häusern wehen. Staatliche und städtische, aber auch viele Nrivathäuser tragen Flaggenschmuck und bringen so das Interesse zum Ausdruck, das die Bevölkerung der Olympiade und ihren Gästen entgegenbringt. Die Tausende von Turner werden sicherlich Freude darüber empfinden, tvie herzlich sie in Prag empfangen werden. Wenn man so über den Graben geht und rechts und links die Fahnen tvehe» sieht, fällt einein ei u Haus auf, das keine Fahne trägt. ES ist dies da? Haus Nr. 26, in dem sich das „Deutsche Kasino" befindet. Während daneben sogar die Zivnostensslä banka eine Fahne hinauS- gehängi hat, muß der Verein„Deutsches Haus" der ganzen tschechischen und deutsche» Oeffentlich- keit vordemonstrieren, daß er mit der Olympiade nichts zu tun haben will. Tausende Deutsche sind aus der Provinz hereingelonunen, aus dem Böhmertvald, dem Erzgebirge, auö Nord- und Ostböhmen, aus Nordmähren und Schlesien, aber das Deutsche Haus kümmert das Kommen deutsch.-r Bolkögenosseu nicht. In der Vorkriegszeit haben sich die Herren vom„Deutschen Kasino", die Jahrzehnte lang in der sudetendeutschen Politik maßgebend tvaren, den Teufel um die deutsche Provinz gekümmert, sie waren schuld daran, daß die deutsche Provinz dem Prager Deutschtum fremd gegenüberstand, sie wollen heute neuerlich betonen, daß es ihnen gleichgültig ist, wenn Tausende Deutscher nach Prag kommen. Jeder tschechische Polizist, jeder Schaffner ans der Straßenbahn ist bemüht, unseren deutschen Turnern, unseren Turnerinnen, unseren Atustindern, unseren roten Falken eutgegenzukonnnen, die tschechische Bevölkerung hat vorgestern abends im Spalier» den fackeltragenden Deutschen zugejubelt— das Herz der Herren im Kasino bleibt kalt, sie wollen die deutschen Arbeiter nicht kennen, die festesfreudig sich in Prag aufhalten. Während das Deutsche Theater beflaggt ist— wir wollen das gerne feststellen— schant unö das„Deutsche Haus" kahl und frostig an. Wir lvollen uns das merken— und es wird die Zelt kommen, da lvir den Herren von der Leitung des Vereines„Deutsches Hauö" die Gesinnung, die sie Besuchern Prags auö der deutschen Provinz entgegenbringen, znrückgeben werden. Deutsche Arbeiter erleben Prag. Vielen Arbeitern, die in den Randgebieten des Staates wohnen, ist seine Hauptstadt noch fremd. Das hat verschiedene Gründe. Die Nordböhmen haben eö nach Dresden, die Südinährer nach Wien näher als nach Prag, und da die Landesgrenze nicht zugleich auch Sprachgrenze ist, fanden deshalb in der vorfaseistischen Zeit Auslandsfahrten zu proletarischen Veranstaltungen meist reichen Zuspruch. Die I I I. Arbeiter-Olympiade, die in einer gründlich geänderten weltpolitischen Situation abgehalten wird, findet jedoch ein ungeheures Interesse auch uirter den deutschen Arbeitern und dieses Interesse richtet sich auch auf die Hauptstadt Prag, die viele deutsche Arbeiter zum erster» Male erleben. Man muß nur gesehen haben, wie eifrig unsere Arbeiterkinder die unvergänglichen Schönheiten dieser ivrmderbaren Stadt besichtigten und Ivie nun jeden Tag große und kleine Gruppen deutscher Arbeiter die Stadt durchwat»- dern und ihre Reize bewundern.. Dabei ist vielen der'Besuch wahrlich nicht leicht geworden. Die Wirtschaftskrise wütet ja in den deutschen Randgebieten ungleich härter als iin tschechischen Teil des Staates. Unsere Genossen haben oft die letzten Kronen zusammengescharrt, nm znr Olympiade kommen zu können. Manche Arbeitslose sind sogar ohne Mittel losgezogen. So jene 6 arbeitslosen Jnstrnmentenmacher ans Schön- b a ch, die, jeder ein Instrument auf dem Buckel, mit ihren Fahrrädern nach Prag gefahren sind, i» der Erwartung, daß sie durch den Berkaus ihrer Erzeugnisse das allernötigste zuin Unterhalt verdienen werden. Sie wurden oft enttäuscht, bis sie endlich eine kleine Hilfe fanden. Zahlreiche Genossen vom Atnö und von der R. W. haben erst noch in den letzten Tagen das erforderliche Reisegeld aufgebracht. Der Bezirksführer unsere» „R e p u b l i k a n i s ch e n W e h r" in Bodenbach z. B. hat an die 5000 KL gesammelt, uni eüier größeren Anzahl arbeitslosen oder kurzarbeitenden Ordnergenossen die Teilnahme a» der Olympiade zu ermöglichen. Opfer ohne Zahl wurden gebracht, damit unsere deutschen Arbeiter auf dem Boden der Hauptstadt bekunden können, daß sie die Demokratie dieses Landes zu verteidigen bereit find, damit sie das Erlebnis dieser herrlichen Stadt mit nachhause nehme» können. Auf dem Wege der Annäherung der beiden großen Völker unseres Staates wird so die lll. Arbeiter- Llympiade zu einer wichtigen Etappe. »er Film Trumpf-Atz Das ist ein amerikanischer Film von der Sorte, auf die man gern verzichten würde, wenn nicht der erzwungene Verzicht auf die besseren Amerikafilme wäre. Wer nach dem Titel vermutet, daß es sich um einen Spieler- oder Sport-Film handelt, der wird überrascht sein, einen KriegSfilm zu erlebe». Die Geschichte eineö Bildhauers, den seine Braut veranlaßt, au die europäische Front zu gehen, der daselbst zum Fliegerhelden und Meisterschützen wird— nm am Ende dann als lahmer Invalide dem Frieden und dem Eheglück entgegen- zulächeln. Eine inaßloS uninteressante Sache, die man vergeblich durch plump arrangierte Seelenkämpfe, durch Vorführung von Flugmanövern, durch Vorspiegelung von Luftkampf-Anfnahmen und durch gewaltsam dramcktische Szenen im Lazarett spannend zu machen versuchte. Die Unechtheit, von der Handlung und Darstellung geradezu triefen, wäre an sich schon arg— als Darstellungsform eines KriegSthemaS aber wirkt sie abstoßend. Der groß- angekündlgte Hauptdarsteller Richard Dix erweist sich tttttllllllttlllttllUMttttttttttttMtll Rom Luxemburg: Briefe aus dem Gefängnis 04 Selten, broschiert mit farbigem Schutzumschla* KC Zentralstelle für das Blldungswesein Prag XII., SlezskA 13 als Niete— u. der Regisseur Walter Ruben-erreicht hier nicht einmal jenen Grad von Routine, den er in dem Schmierfilm„Das Phantom von Cresttvood" offenbarte. DaS Publikum zeigte sich vom Vorprogramm begeistert. ES ist eine Filmreportage vom Weltmeisterschaftükampf zwischen Baer und Earnera. Der unbefangene Zuschauer sieht einen unbeholfenen, stolpernden Riesen, der langsam blutig und blind geschlagen wird— aber einen Anlaß zur Begeisterung sieht er nicht.—eiS— vcrclnsnadiriditcn Ortsgruppe Prag. Samstag, sei» 7. Juli: tlnterhaltungsabend gemeinsam mit den tschechischen Arbeitertouristen im Odborovy dum. Beginn um 8 Uhr abends. Eintritt frei.— Sonntag, den 8. Juli: Wir beteiligen uns in Wanderkleidung am Umzug. Zusannnenknnft uni 8 Uhr am Weinberger Platz(ehemals Mirovö näm?, Führungen durch Alt-Prag. Zusammenkunft bei den Quartieren um halb 8 Uhr früh und nachmittags um 2 Uhr ab Station bei den„Drei Pfeilen". Führer gestellt mit roten Armbinden und Naturfreundeabzeichen. Sonntag finden keine Führungen statt. ' Bolksfinggemeinde. Probe z ur Aufführung SamStag, pünktlich nm 6 Uhr abends im Uebungslokal. Leitung: Gen. Janetfchek. ....^.t.lgen au» dem Publikum Zur Wiederbelebung der von der Arbeit erniatteten Nerven, znr Beseitigung der MuSkel- gifte, die den Blutkreislauf hemmen, erweisen sich Einreibungen mit dem Menthol-Franzbranntwein Alpa als ganz wunderbar. „BIumen-Zauberdung", das Blütenwunder Blumen an allen Fenstern k Welche Freude für den Besitzer wie für den Beschauerl Wenn Sie Ihre grünen Lieblinge kräftigen und zu reichem Blühen bringen wollen, verwenden Sie„Blumen-Zauber- dung", ein erprobtes, billiges Düngemittel, ein wahrer Wundertrank für Ihre Blumen., Jetzt müssen Sie mit dem Dungguß beginnen k Bestellen Sie sofort ein Paket bet der nachstehend angegebenen Adresse und legen Sie den Betrag von KL 8.60 in Briefmarken bet. Alle Bestellungen richten Sie au die Verwaltung„Die Unzufriedene", Prag Xll., Fochova tt. 62. Klassen- Ult ZMttn Lotterie! Ti-ffer gibt’s in jeder Klasse Bei Geseier, Tranen, Temeriisse 2«» Also: heute noch bestellen! in Bold, Platin, Porzellan und Nautfchuk. 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Juli 1984. ' Nordböhmische Kohlenwerks Gesellschaft in Brüx. (Nachdruck wird nicht honoriert.)'■ Munlmaibung. Die am 4. Juli 1984 abgehaltene 59. ordentliche Generalversammlung der Aktionäre der Brüxer Kohlen-Bergbau-Gesell- schaft hat beschlossen, für das. Geschäftsjahr 1988 eine Dividende von ks 20.- pro amte zur Verteilung zu bringen. Diese Dividende wird ab 9. Jnli 1934 bei dem Bankhause Petschek& Co. in Prag, bei der Böhniischen Escompte-Bank und Credit-Anstalt in Prag, bei der Böhmischen Union-Bank in Prag und bei der Oesterr. Credit-Anstalt für Handel und Gewerbe, in Wien, bei der letztgenannten Stelle in österreichischen Schillingen, nnigerechnet zur SchillingSnotiz der Prager Börse für Inlandsschillinge vom,9. Jnli 1934, zur Einlösung gelangen. Britz, am 4. Juli 1984. Brüxer Kohlen-Bergbau-Gesellschaft. (Nachdruck wird nicht honoriert.) B r. A ii ft9 beding n u g e n: Bei Znilellnng ins Haus oder be, Bezug durch die Post monatlich KL 16.- merteljährig KL 48—. dnlbiähng KL 90.—. ganzjährig KL 192—— Inserate werden laut Tarif billigst berechnet. Bei öfteren Einschaltungen Preisnachlaß.— Rückstellung von Maniskripten erfolgt nur de» Einsendung der Retourmarken.— Die ZeimngSfrankatur wurde von der Bost- und Telearavben« . direktion mit krlaß Str. 18.800/1HI/1980 bewilligt.— Druckerei:„Orbis". Druck«, Verlags-»md LettungS«A.-G., Prag.