14. Jahrgang Samstag, 4. August 1934 Nr. 180 Ber- großer Teil der deutsche« Bevölkerung, die Nationalsozialisten nicht ausgenommen, erblickt nämlich in Hiller in erster Linie de» Führer der autoritative«und demzufolge iutolrrau- t c n Partei. Es wird daran erinnert, daß Hkft» deaburgs Beliebtheit, beim dentsche« Volke daran« entsprang, daß man im Volke Hindenburg« Interventionen zngnnstea der Juden und der Freiheit der religiösen Anschauung schätzte. wieder die Oberhand gewinnen, sobald den Augenblick für geeignet ke n n t. Die„M o r n i n g post" schreibt: Ob daschwinden Hindenburgs den Zusammenbruch des Nationalsozialismus beschleunigen oder hinausschieben wird, hängt in grobem Matze von dem Standpunkt ab, den die Armee einnehmen wird. Lloyd George schreibt im»Daily Expreß"'«. a.r »Die wirtschaftlichen Perspektiven Deutschlands sind düster. Politisch ist die Zukunst Deutschlands trübe undungewitz. In einem prosperierenden Lande kann eine Regierung für einige Zeit die Freiheit unterdrücken. Aber wenn ein beträchtlicher und immer größerer genommen werden, kann keine Autokratie sich sicher suhlen." Auch die Pariser Presse wendet der neuen Rolle, die sich Hitler angceignet hat, große Aufmerksamkeit zu. „Le Journal" schreibt: Hitler hat es gar nicht erst abgewartet, bis Hindenburg die Augen schlietzt, um sich die Nachfolge zu sichern. Diese Reform dünkt»nö wie der Anfang eines diktatorischen Regimes, das jedoch bloß ein vorübergebendes sein könne. Die Diktatur ist imer ein Nebergang entweder zur Errichtung der M o n.a r- chie oder zur Rückkehr zur konstitutionellen Ordnung. Zielt vielleicht Hitler auf die Rolle des B e- gründerseiner neu en Dynastie hin, oder will er der Wegbereiter zu einer neuen Republik sein? Die Antwort hängt vor allem von der Zukunst seines Sterns ab, und dieser sein Stern ist gegenwärtig nicht im Aufsteigen begriffen. ES ist zu befürchten, datz der Umsturz durch einen Koloß durchgeführt worden ist, der bereits auf seinen Füßen wankt. „Se M at in" sagt: Heute ist Hitler der wirkliche Herr in Deutschlands Seine einzige. Einschränkung wird der Umstand bilden, datz sich seine Verantwortlichkeit durch die Macht und durch die Jsolie- rnng vergrätzert. Der parteische Felsen(von dem im alten Rom die Verbrecher hinabgrftürzt wurden), ist sehr nahe dem K a p i t o l. „L'Oeuvre" sägt: Hitler wird sich nun entschließen müssen. Warten wir ab, um die Richtung klar sehest zu können, die er am'nächsten Morgen einschlagen wird. Wir gelangen jedoch naturgemäß z» der nachfolgenden Frage:„In welchem Zustande wird sich Deutschland befinden, wenn da» Abenteuer scheitert und Hitler vom Schau« Platz verschwind« ii“ Paris, 3. August. Der Londoner Berichterstatter des HavaSbüros zitiert die englischen Blätterstimmen über den Tod Hindenburgs, die durchweg« mit großer Ehrfurcht über den toten Präsidenten berichten, anderseits aber eine ge- wissc Beunruhigung darüber an den Tag legen, daß die gesamte Macht nun in der Hand Hitlers konzentriert werde. Der Gesamteindruck gehe dahin, daß das Zusammenfallen der Machtbefugnisse da« Regime vor eine furchtbare Prüfung stellen werde, die für das Regime vielleicht verhängnisvoll werden könne. „News Chroniele" schreibt, datz Hitler nun der mächtige Schuh fehlen werde, der ihm durch die Autorität des verstorbenen Präsidenten zuteil wurde; Hitler habe die Präsidentenwürde bis zum Wirbel der politischen Leidenschaften erniedrigt. .Daily Eppretz" meint: Die Armee wird ~ sie tt* Pan«, 3. August. Die HavaS-Agentur mel- det aus Berlin: I« nationalsoziasistische» Kreise», die i« der Regel gut informiert sind, bestätigt sich die Vermutung, daß R n d o l f H e ß zum Stellvertreter Hiller« im Amte de« Reichskanzler« bestellt werde» wird. Heß ist bekanntlich bereit» Hitlers Stellvertreter ia der Führung der »ationalsozialistische« Partei. May ist der Ansicht, daß General G o e r i« g, der preußische Luftfahrtminister, der preußische Ministerpräsident und der Vorsitzende de« Reichstage« für da» Amt de« Stellvertreter« Hitler« nicht in Betracht kommt, »nd zwar mit Rücksicht ans seine bisher schon zahlreiche» Fnuktionon. Goeriqg ist bisher nämlich nicht nur Reichslustfahrtminister und preußischer Ministerpräsident, sondern auch noch Reichstagspräsident, Reichsforst- und ReichSjagdmeister etc. Rach einer andere» Versio» soll Reicht» tvehrmiuister B l o« b e r g zu« Stellvertreter Hitler« im Amt de« Reichsführer««»«- ersehe» sei», da ja diese« Amt auch di« Stellvertretung im Oberbefehl über die Reichswehr beinhalten würde. Blomberg erhielte dadurch die entsprechende Belohnung für die prompte Ler- eidlgnng aller Trnppen auf die Person Hstler«. I» der dentsche« Oeffentlichkeit machte sich eine gewisse Ueberraschung über die Nachricht bemerkbar, daß Hitler die Funktion de« Reichspräsidenten übernommen hat. Ei» Begnadigung eines zum Tode verurteilten Nezl Wien, 8. August. Da« Standgericht st» Wien verurteilte«ach- 6 de« Sprengstoffgesehr« den 24jährige», in Ungarn geborenen Nationalsozialisten Eduard Hönisch, Verkäufer In Sankt Pölten, wegen Aufbewahrung von Waffen und Sprengstoffen zum Tode durch den Strange Dee Präsident der Republik hat jedoch diese Strafe im Gnadenweg« in leben-längliche« Kerker umgrwandelt. Hönisch war Kommandant einer national- sozialistischen Sturmabteilung. Di« Anklage war gegen ihn erhoben worden, weil bei ihm Sprengstoffe gefunden wurden. Ein Attentat hatte e» jedoch nicht begangen. Gesandter Tauschte In Berlin Berlin, 8. August.(DRB.) Der österreichische Gesandte Stephan Tauschitz traf heute nachmittags mit dem fahrplanmäßigen Flugzeug von Wien kommend auf dem Tcmpclhofer Feld in Berlin ein. Zu seiner Begrüßung hatten sich der österreichische Geschäftsträger und andere Herren der österreichischen Gesandtschaft eingefunden. MokMis Verteidiger verhaftet Der Advokat Erich Führer, der den Dollfuß-Mörder Planetta verteidigt hat, wurde am Freitag nachmitwg wegen starker Sympathien-« de« Rationalsozialiften, die er im Laufe M Prozesse« bei Verteidigung seine« Klienten bekundete, verhaftet. Goering wird’ übergangen? Stellvertreter HeB oder Blomberg Blomberg meldet: Armee vereidigt Das Deutsche Nachrichtenbüro meldet: Reichswehrminister Generaloberst v. B l o m- b e r g hat dem Reichskanzler Adolf Hitler gemeldet, daß die Offiziere, Unteroffiziere«nd Soldaten der gesamten Wehrmacht am 2. August in feierlicher Weise auf den Führer und Reichskanzler al« den Oberbefehlshaber der deutschen Wehrmacht vereidigt worden sind. Für die auf Urlaub Befindlichen wird die Vereidigung nach» grholt. Das Reuterbüro meldet au» Berlin: Laut Information der Pariser Presse haben dir Leiter der deiitschen Armee, bevor sie cinwil- ligtcn, daß die Armee Hitler als ihren obersten Befehlshaber den Treueid leiste, Hitler die Bedingung gestellt, daß er auf die Führerschaft der nationalsozialistischen Partei verzichte. Hitlers Pressechef Hanfstaeugl hat jedoch diese Information als völlig unwahr tvidcrlegt und erklärte, die nationalsozialistische Partei und der Staat seien ein Ganzes, und cs könne leine Rede davon sein, daß Hitler unter den heutigen Verhältnissen auf die Führerschaft der Partei verzichten könnte. Skeptische Betrachtungen der Auslandspresse Veden die deutschen Turnvereine Ein in der Freklagfitzung des niederösterrei chischen Landtage« von den städtischen Vertretern aller Kreise eingebrachter Antrag, worin die Landesregierung aufgefordert wirt», unverzüglich darauf hinzuwirken, daß sofort alle in Nieder österreich bestehenden deutschen Turnvereine und die ihnen gleichzuhaltenden Sportvereinigungen aufgelöst werden, hat die einmüttge Zu stimmung deS Hauses gefustden. Boykott italienischen Obstes Die neueste Nazi-Parole. Das Reuterbüro meldet aus Wien: &ic Nationalsozialisten in Oesterreich haben offensichtlich ihre Aktion noch nicht eingestellt, denn sie haben ein Rundschreiben veröffentlicht, worin die Bevölkerung aufgefordert wird, keine Orangen, Zitronen und andere aus Italien«ingeführten Obstarten zu kaufen, Bluteten gelähmt Im Befinden Dr. Rintelens ist am Freitag ein« Verschlechterung eingetreten. Dr. Rintelen ist linksseitig vollständig gelähmt. «arte Sprengstoff-Urtelle gegen Sozialdemokraten Das Schwurgericht In Linz verurteilte die sozialdemokratischen Parteigänger Joh. Schin ner! und■ Franz O p p e n h ä u,e r, die Mit glieder des gewesenen Republikanischen Schuh-' bundcs gewesen sind, nach dem Sprengstoffgeseh zu je fünf Jahren schwere« Kersers und einen dritten Angeklagten Führhammer-zu drei Mo naten schwerem Kerkers Sechs Wetter« Ange klagte wurde« freigesprochen.'.. Das Schnellgericht in Wien verurteilte heute den 20jährigen TischlerJ.. Kostelecky und! seine beiden Komplizen zu je fünf Monaten schweren Kerkers. Sie hatten der sozialdemokratischen Par tei bis zu ihrer Auflösung angehört und warfen am' 24.^Mai d. I. gegen die Übikatiönen der, Ostmärkischen Ssurmscharen im 10. Bezirk eine I Teil der Bevölkerung von Entbehrungen betroffen Bombe, die jedoch, well sie unrichtig adjustiert I wird und selbst die, die noch keine Not leiden IDQL nicht crtiTrihwhfc-,’ blltA eine tbwmAmnn htt in KttihmA Außenpolitische Abenteuer Wie sich die innenpolitischen Verhältnisse Deutschlands in den nächsten Wochen gestalten werden, vermag man in dieser Zeit, die an Ueberraschungen so reich ist und in der oft das Unerwartete Ereignis wird, nicht zu sagen. Da- von hängt das Schicksal des deutschen Volkes, insbesondere seiner arbeitenden Schichten ab. Dagegen berühren die außenpolitischen Folgen von Hindenburgs Tod und der Der- einigung deS Reichskanzler- und Rcichspräsiden- tcnamteS in einer Hand, nämlich in der Adolf Hitlers, daS Interesse aller europäischen Völker. Die Außenpolitik des deutschen FasciSmus hat sich bisher Niederlage auf Niederlage geholt. Schien es anfangs, daß sich ein deutsch-italienisch- österreichisch-ungarischer Block bilden werde, als Gegengewicht gegen den Einfluß Frankreichs und der Kleinen Entente auf dem europäischen Fest- lande, so ist das gerade Gegenteil eingetreten. Die deutsche Außenpolitik hat Italien, England ilnd Frankreich zusanuttengeschweißt und es gibt heute kaum einen Staat, der dem saseistischen Deutschland so feindlich gegenübersteht wie das fafcistifche Italien. Wie eine Meldung besagt, soll die.Absicht, die italienischen Truppen von der österreichischen Grenze abzuziehen, infolge der letzten Ereignisse in Deutschland wieder fallen gelassen worden sein. Die Außenpolitik des Nationalsozialismus hat bisher gewisse Hemmungen durch den offi- zielten Leiter der deutschen Außenpolitik ersah- ren, der im verstorbenen Reichspräsidenten sicher- lich eine Stiitze gehabt hat. Nachdem nun diese Stütze weggefallen ist, ist für das A b e n- teurertumdernationalsozialisti- schen Außenpolitik, für die Herren Rosenberg und Konsorten, dcrWcgfreigc- worden. ES ist die Gefahr größer geworden, daß die deutsche Außenpolitik sich noch hem- mungsloser austoben wird als bisher, was zu ernsten Verwicklungen in Europa fiihren könnte. Deutschland wurde schon einnial in seiner Außenpolitik durch ein persönliches Regiment, nämlich durch das Wilhelm II., einer Katastrophe entgegengeführt. Wilhelms II. Außenpolitik hat es verstanden, sowohl Frankreich als auch Eng- land und Rußland gegen sich aufzubringcn, den Ring um Deutschland zu schließen und so jene Kräfte zu vereinen, denen es im Weltkriege er- legen ist. Wilhelm II. hat nun einen würdigen Nachfolger gefunden in Hitler. Mit Recht sagt der Pariser„Figaro", daß Hitler in seiner Hand o»ne größere Macht vereinigt als die Hohenzol- lern sie je innehatten. Dio Gefahr einer neuen Katastrophe für Deutschland, einer noch ärgeren, als im Weltkriege, tut sich auf. Das deutsche Volk hat seine dynastische Speichelleckerei und seinen StiefolwichSpatriotis- nlus bitter gebüßt. Dio Freunde deS Friedens und die Freunde deS deutschen Volkes— nicht diejenigen Hitlers— können nur wünschen, daß die wirtschaftlichen Schwierigkeiten, vor die Deutschland gestellt ist, und die von Tag zu Tag größer werden, dem in Deutschland allmächtig scheinenden Hitler alle abenteuerlichen Pläne, durch die Europa in Brand gesetzt werden könnte, aus dem Kopfe schlagen und so dem deutschen Volle eine zweite Katastrophe ersparen werden. Seite 2 GamStag, 4. August 1934 Mo Vm Kampf- zu nuHMHonncu Der 1. August, von dcin die lonuiunnstijchcu Blätter vorher weit mehr zu sagen wußten als nachher, hat neuerdings den Zusammenbruch der MT in geistiger und organisatorischer Beziehung geoffenbart. Nirgends in der Republik kam es zu einer nennenswerten Aktion, obzwar gerade jetzt die Agilität der KPi! durch die weltpolitischen Ereignisse im höchsten Matze gefördert worden sein müßte. Aber die Massen, von denen der ,Bör- wärtS" und seine Ableger vor dem 1. August soviel zu sagen hatten, sind der kommunistischen Schwätzereien müde geworden und so hat man von der kommunistischen Bewegung an diesem 1. August nicht viel gemerkt. In Prag wollen die Kommunisten 5000 Arbeiter auf der Strasse gesehen haben und in der Provinz drautzen werden sich die paar gläubigen Kommunisten gcrit an dieser Meldung erbauen, die in Prag selbst ein mitleidiges Lächeln hervorruft.. In Wirklichkeit waren nämlich keine 800 Arbeiter in Prag versammelt, um zu demonstrieren. In anderen Orten wird die Blamage des Tages auch vom»vorwärts" offen zugegeben. In Reichenberg sammelten sich zwar die Arbeiter, aber zur Demonstration kam es nicht,»weil die Polizei am Platze war"i In Grottau war nichts von einer Demonstration, dafür aber etwas von einem Sprechchor zu hören. j Daneben aber wurden in allen größeren kommunistischen Niederlassungen Malkolonnen gebildet, die in der Nacht zum 1. August die Losungen an Wände und Brücken schmierten. Mit großer Genugtuung weist der»Vorwärts" darauf hin, daß in dec Nacht einige Personen beim Malen gefangen wurden und daß man auf' der Trojaer Moldaubrücke große Mühe hatte, eine in der Nacht aufgepflanzte Fahne wieder zu beseitigen.»Ganz Nordböhmen ist von Thälmann- Aufschriften überschwemmt und auch Losungen gegen FasciSmus und Krieg wurden vielerorts an- gebracht", meldet der„Vorwärts" allen Ernstes. Und weil in Wolta bei Trautenau einige dieser heldenhaften Maler ausfindig gemacht unv verhaftet wurden, sagt der„Vorwärts":„Sozialdemokratische Arbeiter! Das ist der Kampf eurer Führer für die Reichen und gegen die Armen, für den Krieg und verschärfte Ausbeutung der Arbeiterklasse." Damit endet bekanntlich jede kommunistische Aktion. Mit einem Debakle und mit der auS der Verlegenheit und dem Aerger geborenen Anklage gegen die sozialdemokratischen Führer. Das sind die Menschen, die an jedem Versager der Kommunisten schuld sind, selbst an einer Verhaftung, die durch das Benehmen nachtwandelnder Anstreicher herbeigeführt.wurde.. 1 Dunkle Rede des Abgeordneten DOhm Der landbündlerische Abgeordnete Böhm hat unlängst eine Rede gehalten, in der er sich auch mit der Sozialdemokratie befaßte. Gr sagte da (nicht sehr klar): Die Anbiederung und daS allgemeine Verhalten der Sozialdemokratie kann nicht gebilligt werden und wird auch auf tschechischer Seite dementsprechend gewertet. Wir wissen nicht, was Herr Abgeordneter Böhm unter„Anbiederung" versteht. Meint er etwa, wir hätten uns an den Bund der Landwirte angcbiedert? Da hätte er sich doch etwas deut licher ausdrückcn und einige Tatsachen«»geben sollen. Auch daß wir uns.etwa an die Sudetendeutsche'Heimatfront angcbiedtrt hätten! kann Herr Böhm nicht behaupten. Dagegen könnte man eher sagen, daß fich der Bund der Landwirte an die Sudetendeutsche Heimatfront angebiedert hat und dieses„allgemeine Verhalten" des Bundes der Landwirte wird tatsächlich auf vielen Seiten nicht gebilligt. Der Bund der Landwirte hat in den letzten Monaten nicht immer genau die demokratische Linie eingehalten. Herr Minister Spina hat eine Zeitlang, so lange es modern war, mit dem Stän- degedanken kokettiert, um ihn danst mst elegantem Schwung wieder über Bord zu werfen. Die deutsche Sozialdemokratie ist dagegen von der demokratischen Linie niemals abgewichen und diese entschiedene Demokratie„wird auch auf tschechischer Seitt dementsprechend gewertet". Da kann der Abgeordnete Böhm schon recht haben, wenn auch nicht in der Weise, wie er es gesagt haben wollt«. Deulfdie HcbeilergeroerMdian. Silz Gablonz: Oie Deiuerhrdiafl dec Sudelendeulfdien fieimalirent Als seinerzeit die Deutsche Arbcitcrgcwcrk schäft,.Sitz Gablonz, geschaffen ivuvde, wurde von ihren Gründern betont, daß es sich um eine ganz unpolitische Gewerkschaft handle und daß diese Gewerkschaft keinen anderen Zweck verfolge, als ihren Mitgliedern den Bezug der Arbeitslosenunterstützung zu sichern. Daß die deutsche Arbeitergewerkschast ihre Neutralität nur. vor« täuscht und in Wirklichkeit ein Organ der Sndctcndeutschen Heimatfront ist, lehrt die nachstehende Weisung Nr.-16, ergangen an alle Kreis«, Bezirks- und Ortülciter der Sudetendeutschen Heimatfront, die wir nachfolgend im Faksimile wiedergeben. Hesp«g«IIe Mf«'» 10- Juli 108* “ RltUIIHl M Weisung Ko.«6 Ergeht an alle Kreis-, Bezirks- und Ortele-iter. Betriffti Deutsche Arbeitergewerkeohaft■ Sitz Gablonz, Zur Beantwortung einer grossen Anzahl von Anfragen Ubor dis Lage in dar Deutschen’ Arbeitergewerkschaft, Sitz Gablonz, geben wir auf Grund'^der uns zugakonnenen Informationen vorläufig folgende Nachrieht, die infolge der Kürze keinen Anspruch auf Vollständigkeit erheben kann, bekannt! Die Bewilligung zur Auszahlung des Staatabeitrages und die Genehmigung der Unterstutzungaordnung lat am 28. Juni erfolgt. Dis Geschäfts** und Zahlstellen sind hiervon bereits durch die Hauptgeschäftsstelle Gablonz in Kenntnis gesetzt worden. Der früheste Zeitpunkt, der durch den Erlass festgesetzt wurde, mit welche» die Auszahlung des Staatsbeitrages beginnen kann, ist demnach der SS. oder 26. Sunl> der genaue Zeitpunkt wird durch die Leitung der Gewerkschaft durch Bekanntgabe an das Fürsorgeministerium festgelegt. Die Zelt vor dem Beginn der Auszahlung des gesamten Unterstützungsbeitrages soll auf Grund einer mündlichen, nicht bestätigten Zusage des FUreorgeminlaters in der Welse abgegolten werden, das*. Betrage in der Höhe der Ozeoh-Karten generell zur Auszahlung können sollen. Ein diesbezügliches Gesuch der Gewerkschaft wurde eingebracht und dürfte vom Mlnieterrat auf Grund der unbestätigten.Zusage des Fürsorgeminietere günstig erledigt werden. . Nit.der Aus Zahlung.'der vollen Unterstütsungs beitrüge(Gewerk-' Schafts- und Staatsbeitrag) wird' noch in dieaer Woche begonnen werde». Auf Grund dieser uns zugekommenen Nachrichten scheint der Bestand der Deutschen Arbeltergowsrkschaft endgültig gesichert zu sein« Die restlose dauernde Befriedigung aller Unterstützungsanspril- ehe in Zukunft wird davon abhängen, ob die Gewerkschaftsmitglieder Ihren Verpflichtungen zur Zahlung der Beiträge voll und ganz Nachkommen werden. Ergänzende Mitteilungen werden in Kürze folgen. Mit deutschen Grussei fttr die Hauptsteile der SHF Dr. Zöllner e«h- DaS August-Heft deS „KA1WF“; ist soeben erschienen und enthält folgende Beiträger Josef Hofban«rr Hitlers blutiger Weg. Otto Bauer: Der AustrofaseiSmus nach dem Naziputsch. Karl Wolfgang(London): vorwärts zum So- zialiSmuS. R. Gareia Sänchez: Spanien, gestern, heut« und morgen. Fritz Rosenfeld: Gleichschaltung mit der Pro« pagandalüge. Alfred Kleinbrrg: Albert Einsteins Weltbild. Bemerkungen. Bücherschau. Bestellungen sind zu richten an die Vertrauens, teilte, Parteisekretäre, SchristenabttHungen und VolkSbuchh.' lungen oder direkt an die Verwaltung des„Kampf", Prag XH„ Fcchcvä 62IV. Demokratie und Diktatur Kann dir Wirtschaftskrise durch eine Diktatur überwunden werden? Es ist gar nicht so lange her, da war in wei- ten Bevölkerungsschichten die Meinung Verbreiter, daß die Demokratie mit ihrem schwerfälligem parlamentarischem Apparat die großen Wirtschaftsund sozialen Probleme unserer Zeit nicht lösen könne und daß die Diktatur durch ihre größere Entschlossenheit und durch die Rücksichtslosigkeit, init der sie Vorgehen könne, die Existenzfragen der Bevölkerung ganz anders anpacke. Daß diese Ar- gumente, mit denen man die Notwendigkeit der Diktatur begründen wollte, ganz und gar fälsch sind, lehrt ein Vergleich der wirtschaftlichen Ent- lvicklung der demokratischen Tschechoflowakei und deö hitlerischen Deutschland im ersten Halbjahre 1934. Nachfolgend sei(nach der Zeitschrift „Hospodäkstä Politika") der vergleich der Aus- I fuhr der beiden genannten Länder im Jahre 1931 I und der Ausfuhr in demselben Zeitraum 1933 durchgeführt. Danach betrug der Unterschied in den Monaten 1934 gegen 1933 in Prozenten: In der ESR: in Deutschland: Jänner + 2.4 — 10.4 Feber 4- 1.9 ><.8.1 März -+82.8 — 6.0 April '+38.8 — 17.1 Mai + 16.0 — 20.2 Juni + 27.6 —12.3 Daraus ist also zu ersehen, daß sich in bet tschechoslowakischen A u S f u h r im- letzte» Halbjahr Monat für Monat eins Besserung gegenüber dem gleichem Monat des Vorjahres zeigte, während in der deutsch e» A u s fu h r sich e b e n so regelmäßig Monat für Monat eine Verschlechterung zeigte. Insgesamt ist der- Wert der tschechoslowakischen Ausfuhr im erst« Halbjahre 1934 um 19 Prozent gestiegen, der, Wert der deutschen Ausfuhr in derselben Zeit um 12 Prozent gefallen. IS M FRITZ ROSENFELD: mA Cbqutta Araberinnen mit braunen Leibern. Sie suchten einen armen, blutigen Leib, auSgedörrt und erstorben. Sie fanden Tung-Li nicht. Sie fanden unter einem Baum, der zu der großen weihen Straße führte, die aus dem goldenen Tor in das schwarze floß, ein Blatt dicken chinesischen Papiers. Darauf stand in einer ungelenken Schrift, wie die Kinder deS Volkes sie schreiben, mit großen Zeichen, jeden Schreiblehrer hätten sie entsetzt, die Verse des Thu-Fu: Tschangan, o mein Heimatland! Tiefer tauchen schon die Fische unter, Bunter Herbst färbt mein Gewand nicht bunter— Jungen Schmetterling— auf meinen Flügeln trug— Tschangan, o mein Heimatland!— Ich des goldnen Staubes einst genug. Tschangan, o mein Heimatland! Sah Soldaten durch das Osttor reiten, Sah ein Blumenschiff im Nebel gleiten, Und beseligt neigte ich mich einem Fächer zu— Tschangan, o mein Heimatland! Hinter allen Wolken leuchtest du! Pal las die Verse, langsam entzifterte er Wort.für Wort. Schwer sielen die Worte in di« gleißende Sonne dieses Morgens. Tschangan, o mein Heimatland!" Der Gong rollte, der Gong. immer der Gong. V. »Die Tage gingen hin, der ewige Gong erfüllte sie, die Nächte gingen hin, der Gesang der Flöte erfüllte sie. Pal und Axjutta schritten durch den großen Garten, Hand in Hand oft, daß die Manner lachten über den Toren, der immer«in Mädchen hatte und doch jeden Tag hätte ein anderes haben können. Sie fanden des Morgens Speise auf ihren Tischen, ihre Krüge füllten sie an den Brunnen mit Milch. Einmal hatte Pal die Nacht durchwachen und den geheimnisvollen Boten, der die, Speisen brachte, abfangen wollen. Aber er hatte nicht zu wachen vermocht, die Flöte sang ihn in den Schlaf, niemand konnte wachen, wenn die Flöte sang. Sie schliefen in den Palästen oder auf einer steinernen Bank, wie«S ihnen gefiel, sie wuschen sich unter dem silbernen Strahl der Brunnen, sie verbrachten die Tage auf einem Lager von Blüten unter einem schattigen Baum. . Oft sprachen sie Stunden und Stunden hintereinander von ihrer Kindheit, die sich in diesen Tagen wieder erhellte und an ihnen vorüberzog, von dem Schicksal, das sie zueinander geführt, und von dem, was hinter dem Schleier der Tage noch lästern mochte. Neu« Menschen kamen, neue Gesichter. Menschen, die sie kannten, verschwanden. Ueber Nacht. Ein« große Hand ging in Den Rächten durch diesen Gärten, griff den einen heraus, hob ihn empor, stellt« ihn irgendwohin, niemand wußte eS; nahm andere, hob sie empor, setzte, sie mitten in den Garten, daß sie sich Tage und' Tage mit Fragen herumschlugen und dann glücklich zu den Festen eilten» zu den Mädchen, zu den Brunnen, wie der Gong eS befahl.... Auch Gchagin war eines Tages verschwunden. Das große Mädchen hing am Arm eiste» anderen und trug nun ein grellgelbes Wams. Der andre nahm seinen Dolch, schlitzte das Wams astfi die Brust quoll hervor, der Man» verbiß sich in diese Mädchenbrust; daS Mädchen lachte. Je länger sie im Garten Iveilten, um so heißer brannte sie darnach, zu entfliehen. O, sie waren glücklich, aber glückliche Gefangene, sie hatten keinen Willen, und ihre Freiheit war ein Spiel, daS ein Unsichtbarer mit ihnen spielte. An den Abenden, unter den großen Bäumen, nur vom Mond belauscht, sprachen sie über ihre Tage. Gefangene deS Glücks: auch dies war Sklaverei. Sie mutzten endlich diesen Garten hinter sich lassen, in den Traum mußte er versinken, aus dem er heraufgestiegen, sie würden ihn nie vergessen, nie die Stunde am Brunnen, in der sie einander begegnet waren: aber sie wollten wie andere Menschen leben, auf der Erde stehen und für ihr Schicksal verantwortlich sein. Sie wollten dem Gong entfliehen, dem ewigen Gott dieses Gartens. Pal stahl sich eines Tages zu dem goldenen Tor. Ganz nahe war er schon, so sehr auch die Augen, geblendet, schmerzten. Seine Hand berührte eS, es war nicht schwer, den Riegel wegzuschieben— da zischte ein Pfeil neben ihm in den Sand, Axjutta schrie auf, die hinter den Bäumen wartete. Er zog das gefiederte Ding aus dem Boden. Es srug purpurne Farben und ein helles Blau. Trug die Farbe des Blutes und die Farbe der Augen Axjuttas. Das rief ihn zurück: er durfte Axjutta keiner Gefahr aussetzen. Aber der Gedanke an Flucht ließ nicht von ihm ab. Sie mußten fliehen: eines Nachts, wenn der Mond schwieg, wenn nur Sterne ein fahles Licht über den Himmel fließen lassen, wenn der ewige Gong die Stadt in Schlaf geläutet und das aufgepeitschte Blut unter dem Gesanader Flöte endlich schlief... Sie warteten auf die mondlose Nacht. Als sie kam» hüllten sie sich enger in ihre Gewänder. Sie schlichen im Schatten der Bäume die große weiße Straße entlang, bis nahe an das Tor. Aus Fasern langer Pflanzen hätte Pal ein Seil gewunden. Wenn es ihm gelang, die Mauer zu übersteigen, konnte er Axjutta an dem Sei! hoch», ziehen, sie waren gerettet. Nun blendete das Tor nicht mehr. Nun lag es, fahlschimmernd, im'Dunkel. Langsam tasteten sie sich heran. Die Flöte sanh ganz fern. Aber PalS Herz klopfte lauter, als die Flöte sang. Wie der Schatten eines geduckten Tieres schlich er zu der Mauer. Schon suchte sein Fuß Halt, schon war er fast mannshoch geklettert, schon griffen seine Hände höher, nicht mehr weit Ivar der Rand der Mauer, das Ende des verhaßten Traums, die Freiheit... Er wollte den Körper hochziehen, da traf ihn ein Schlag an die Schläfe. Alle Kraft tvich aus seinen Händen, der Griff im Gestein lockerte sich, Dunkelheit fiel über ihn wie ein großer, schwarzer* Sack, Axjutta schrie auf, aber niemand hörte diesen Schrei, sie preßte die Fäuste an die Schläfen, ihre Augen waren groß und leer vor Entsetzest... Pal lag zu ihren Füßen, betäubt. Blut rann! über seinen Kopf. Sie suchte ihn fortzutragen, sein Leib war schweb seine Glieder hingen herunter wie die eines Toten. Sie holte Wasser, netzte feine Lippen, kühlte seinen Köpf. Sein Haupt bettete sie. in ihrem Schoß..\ So wartete sie Stunden, bis er die Augen aufschlug.WM^MrM^^ERW^it. 1 /, In dieser Nacht vermochte die Flöte sie nickit einzuschläfern. Eine ganze lange dunkle Nacht ließ sie keinen Blick von ihm. Die Brunnen rauschten fern, leise Schritte tappten über den Boden. Ge- rät« klirrten; manchmal traf ein Schrei ihr Ohr. 'ES konnte ein Vogel sein, ein Tier des Waldes, oder ein Mensch. Sehr einsam war sie in dieser Nacht, sie barg ihren Kopf an Pals Brust, ganz tief neigte sie sich über ihn. Die Flöte sastg, die Flöte sang. Die. Brimnen sangen. Die Sterne sangen. Einmal gellt« ein Schrei, sie sah auf, ein Stern sauste nieder, zog einen Streifen blauen Lichts über den Himmel. (Fortsetzung, folgt.) Rr. 180 SamStng, 4. August 1934 Seite! Vas wird aus Oesterreich Dir Broschüre des Gen. Wenzel Falsch, die in diesen Tagen erschienen ist» hat auch durch die Umbildung der Regierung und den neuesten Wazidutsch in Oesterreich nichts von ihrer Aktualität eingebüßt. Im Gegenteil! Gerade durch die letzte» Ereignisse in Oesterreich ist die Frager Was wird di« Arbeiterschaft dieses Landes tun, wie gestaltet sich die Zukunft der Ssterrrichischen Lrbeitrrklaffe-, in den Bordergrund der Erörte- ruugrn gerückt worden und mit diese« Problemen beschäftigt sich zum großen Teile die Broschüre deS Genossen Jaksch. Die lefenSwerte Broschüre kann deshalb gerade jetzt bestens empfohlen werden. Sie kostet K£ 3.— und kann von der Zentralstelle für daS Bildungvwesen, Prag XU., Slefzka 13, oder von den örtlichen Kolporteuren bezogen werden. Aktuell bleibe« weiter die schon früher erschienenen Broschüren: Otto Bauer: „DerAusstand der österreichischen Arbeiter".————— K€ 3.— Paul Kerk: „Soldat der Revolution, Koloman Wallis ch". Kü 2.— Tierische Brutalltiit des Austrofascismus Die Frau und Mitkämpferin des Helden der steirischen Arbeiter, Kolomann Wallisch, Frau Paula W a l l i s ch. ist bekanntlich schwer erkrankt, so daß sie selbst von dem Gericht, das sie zu einem Jahr Kerker verurteilte, beurlaubt werden mutzte. Ne suchte ein Sa n a t o r i u m in der Nähe von Graz auf. Die schwerkranke Frau in der Heilanstalt erhielt folgenden Brief deS lokalen Heimwehrkommandanten: „veftrrrelchischerH rimatsch utz Jagdkommand» Schemerlga«. Gegen Ihren hiesigen Aufenthalt lege« wir schärfste» Protest rin und wir wünschen, daß Tie ousrre Gegend sofort verlasien. Tollte» Tie dir« nicht tu», so werden wir Mittel finden, um von höherer Seite au« einen Druck auf Sie a»«zn- üben. 6. Juli 1934. Der Kompagniekommandant: Rudolf Huber, Major." Wahrlich, der österreichische FascismuS kann die Konkurrenz mit dem entmenschten braunen FascismuS erfolgreich aufnehmenl Otto In Vlareggio vergeblich erwartet Paris, 3. August.„Echo de Paris" bringt die Meldung aus dem italienischen Badeorte Biareggio, dass Otto von Habsburg bisher nicht nach Biareggio, wo sich gegenwärtig seine Mutter aufhält, zurückgekehrt ist. Seine Rückkehr dorthin sollte anfangs dieser Woche erfolgen. Es ist bisher nicht bekannt, wann er in Biareggio eintreffen wird. Sir Simon— kein Jude Eine ausdrückliche Feststellung. London, 3. August. Heute wurde in der Presse ein Brief des AutzenministerS Sir John Simon veröffentlicht, in dem der brstische Aussenminister die Gerüchte dementiert, datz er jüdischer Herkunft sei, und gleichzeitig die Hoffnung ausdrückt, datz dieses Dementi nicht als ein Beweis seiner Sympathie für die antisemitische Bewegung ausgelegt werden wird, die Simon für ungerecht und beschämend empfindet. Dieser Brief Simons bildet die Antwort auf ein Schreiben von Sir Archibald Hurd, der den Autzenminister auf die in England und im Auslande verbreiteten Gerüchte aufmerksam machte, die behaupten, datz Simon Jude sei und datz dieser Umstand von grotzem Einfluß auf die gesamte Politik der Regierung der nationalen Einigung während der ganzen Zeit sei, in der Simon das Außenministerium bekleide. Die Drotaktton rar Arbeitslose Das Fürsorgeministerium hat für heuer die Brotaktion für Arbeitslose in den meistbetroffenen Bezirken erneuert. Nach den erlassenen Richtlinien wurden 5000 Waggons JnterventionSge- treide vorjähriger Ernte für 90 Mill. AL aufgekauft. Die Brotlaibe aus diesem Roggen werden bis September im Gewichte von 1.20 Kg., ab 1. September im Gewichte von 1.50 Kg. her- gcstellt und wöchentlich zu je einem Laib an ledige und je 2 Laib an verheiratete Arbeitslose ver- teilt. werden. Die Aktion wird nach den bisherigen Dirpositionen während des ganzen heurigen Iah« 'M durchgeführt werden. Neue Pilgerfahrt nach Rom Schuschnigg und Starhemberg R o m, 3. August. Der Berichterstatter de« HavaS-BüroS erfährt, daß der Besuch deS neuen österreichischen Bundeskanzler« Dr. Schuschnigg und de« Vizekanzler« Starhemberg in Rom, der im September erfolge« soll, von großer politischer Bedeutung sein werde, den« der Besuch stelle«inen Bewei« dafür dar, daß Italien mit' der neue« BundeSregirrung in Oesterreich ebenso freundschaftlich zusammenarbriten wolle, wie mit dem ans tragisch« Weise um« Leben gekommenen Bun deskanzler Dr. Dollfuß. Die Zusammenkunft de« italienische» Ministerpräsidenten mit Schuschnigg und Starhemberg werde den Ersah für die geplante Zusammenkunft in Riccione bilde«. I« Rom wird auch angenommen, daß di« österreichischen Bundr«minister durch ihren Besuch in Rom kundgeben wollen, datz sie vollkommen mit der energische« Politik Italien« zugunsten der „Unabhängigkeit" Italien« ÜVereinstimmrn. Oesterrelchlsche Bischöfe gegen Popen Volles Verständnis Va||ka||g Wien, 3. August. Die„ReichSpost" dementiert die Gerüchte, datz der Batikan in Wien -egen eine Erteilung dr« Agrement- für Pape« ringeschritten sei und erklärt, datz sich der Batikan in die inneren Angelegenheiten Oesterreich« nicht«inmenge. Andererseits habe aber her Batikan, wie da« Blatt weiter ausführt, volleSBerständnis für den ablehnenden Ttandpnnkt der österreichische« Bischöfe gegen P a p e n, denn er sei selbst angesichts de« Auftreten« PapenS bei de« Berliner KonkordatSver» Instruktionen aus DeutsdilMMl Aulstand in Unz geplant r Der Wiener HavaS-Korrespondent teilt mit: In Linz wurde am 2. August ein deutscher Kurier verhaftet, der den österreichischen Nationalsozialisten JnstruktionenausDeutsch- l a n d überbrachte, durch welche die Instruktionen ergänzt werden sollten, die bei dem in Kollerschlag verhafteten Kurier beschlagnahmt wurden. Die Instruktionen beziehen sich vor allem aus die Organisierung deS Aufstandes in Linz, wo di» öffentlichen Gebäude von den Nationalsozialisten beseht werden sollten, während die Aufständischen das Militär in den Linzer Vorstädten in Schoch halten sollten. Sämtliche bewaffneten Kräfte in Linz wurden alarmiert. Es kam zu zahlreichen Verhaftungen. In der Stadt herrscht Ruhe. Der gleiche Korrespondent meldet aus Innsbruck, datz die dortigen Behörden eine weitverzweigte terroristische Organisation enthüllt hätten, deren Zentrale aus 15 Personen bestand und die auch in anderen Provinzstädten Oesterreichs Zweigstellen hatte. Diese Grupp« erhielt Anweisungen von den Führern der österreichischen Legion in Bayern. Sämtliche Befehle mutzten sofort ausgeführt werden, wobei den Tätern garantiert wurde, daß ihnen die Flucht nach Deutschland ermöglicht wird. Im Falle eines Mißerfolges oder Verrate« unterlag der Terrorist dem Femegericht. handlnnge« und über die praktische Durchführung de« Konkordate« sowie auch darüber en t» täuscht, wie sich Papen gegenüber den Katholiken deS Saargebiet«« verhalte» hat. Die negierend läßt sich zelt... Der Vertreter de» Reuterbüro« erführt, daß die Entscheidung darüber, ob die Ernennung Popen« zum deutsche» Gesandte» in Wien gebilligt werden soll, erst in der nächsten KaÜinettSsitzung, voraussichtlich in der kommenden Woche, fallen wird. Großes Sprcngstoifiagcr bei einem ilsdilermelstcr Bei dem Tischlermeister Josef Hagen in Saalfelden in Salzburg ivurden bei einer Hausdurchsuchung folgende Waffen, beziehungsweise Sprengnüttel gefunden: 110 reichsdcutsche Handgranaten, 10 Kilo Sprengmittel, eine große Anzahl reichsdeutscher Maschinenpistolen und andere Handfeuerwaffen, gegen 4000 Stück Gewehre, Maschinenpistolen bezw. Pistolenmunition, Zündschnüre, Tränengasphiolen uslv. Außer dem Tischlermeister wurde noch eine Anzahl anderer Personen, die sämtlich nationalsozialistische Parteigänger sind, fcstgenommen. Deichsdeutschen Ursprungs... Auf dem Schlosse Hornstein bei Krumpen- dorf in Kärnten hat die Gendarmerie eine geheime nationalsozialistische Sendestation und ein Lager von Waffen reichsdeutschen Ursprunges beschlagnahmt. Der Besitzer des Schlosses Otto Sterner und sein Gärtner, beide bekannte Nationalsozialisten, wurden verhaftet. Neues Konzentraflonslager In Wels in Obcrösterreich wurde ein neues I Konzentrationslager errichtet. „Arbeiterführer“ Dr. leg Er kauft eine Billa für eineinhalb Millionen Mark. Herr Dr. L« y, her Führer der Deutschen Arbeitsftont von Hitler» Gnaden, hat von seinem Gönner und Förderer, dem schwerindustriellen Millionär Otto Wolf, dessen elegante Tiergartenvilla gekauft. Sie soll die Kleinigkeit von 1,500.000 Reichsmark gekostet haben. Dieser Ley war vor zwei Jahren nichts andere« als ein verbummelter Säufer, dessen hakenkreuzlerisches Hetzblatt unmittelbar vor der Pleite stand, vor der es nur die verständnisvolle Hilfe der Schwerindustriellen rettete. Erst seit fünfzehn Monaten darf sich der alkoholisierte Raufbold„Arbeiterführer" nennen; er bezieht als solcher neben anderen hohen Einkommen ein Riesen-Bonzengehalt, wie es vordem keiner der wirklichen Arbeiterführer bezogen hat. Keiner von den früheren sozialdemokratischen Arbeiterführern hat je so viel Einkommen gehabt, um sich nach jahrzehntelanger Tätigkeit eine Billa kaufen zu können.' „Arbeiterführer" Dr. Ley hat«ach fünfzehn Monaten„Tätigkeit" 1,500.000 Reich«, mark bereit, um«ine der luxuriösesten Tier- gartenvillen kaufen zu können. Heute gilt die Stellung Dr. Leys als erschüttert. Nicht weil er ein Säufer und Faulenzer ist, sondern weil er ein Freund des Wolff ist, mit dem die schwerindustrielle Clique um Krupp- Thyssen in heftiger Fehde liegt. Wenn er stürzt, so nicht wegen seiner moralischen Verkommenheit— die i st dem„obersten Führer" seit Jahren bekannt! Jedenfalls ist Ley ein würdiges Eremplar de« Typu« jener „Arbeiterführer", di,«ach kurzem Bestehen des Dritten Reiches so viel„verdient" haben, daß sie sich di« elegantesten LuzuSantomobile und die teuerste» Billen im Lande kaufen können! DaS Elend der Arbeiter aber ist«eiter gewachsen. 1,2 Milliarden Lire für Luftrüstungen R o m, 3. August. Ei» neuer Gesetzeserlaß ermächtigt daS Luftfahrtministerium 1,2 Milliarden Lire<2.5 Milliarden Ki) für die Erneuerung deS Luftfahrtmaterials auSzugeben. Kommunisten marschieren anl Futschau Futfchau, 3. August. Fünftausend bewaffnete Kommunisten marschiere» in dec Richtung der Stadt Futschau, um die Aufhebung des Embargos zu versuchen, daS von der Nankinger Regierung auf Salz und Reis angeordnet wurde. Diese Maßnahme lvurdc getroffen, um die unerlaubte Lieferung dieser Nahrungsmittel in die uneinnehmbaren kommunistischen Festungen in Süd-Kiansi, die von Nankinger und Kan- toner Militär schon durch einige Monate hindurch blockiert werden, zu unterbinden. Die Kommunisten sollen dadurch zur Kapitulation gezwungen werden. Sie haben bereits die Stadt Pajscha in einer Entfernung von 12 Meilen von Futschau besetzt. von der chinesischen Regierung entsandte Truppen sind bereits in Futschau eingetrosfen. Auch einige ausländische Kriegsschiffe haben vor der Stadt Anker geworfen. ffrau SunJatsen gründet ein« antijapanische Partei Schanghai, 8. August. Die Witwe Sunjät- senS hat eine neue politische Partei in China gebildet. In einer Erklärung fordert sie das chinesische Volk auf, dieser Partei beizutreten, um gemeinsam den japanischen Imperialismus in China zu bekämpfen. Sie ruft die Gesamtbevölkerung auf, sich zu bewaffnen gegen die Politik Japans, die versuche, China in eine javanische Kolonie umzuwandeln. Las..nur"«Ihrer zu mlrl Herr Hitler hat in seiner sprichwörtlichen Bescheidenheit befohlen, datz nach dem Tode Hindenburgs der Titel„Reichspräsident" abgeschasft werde und datz er im amtlichen und autzeramt- lichen Verkehr„n u r" als Führer und nicht als Reichspräsident angesprochen werde. Um das Matz der Schlichtheit aber voll zu machen, iiisze- niert er am 19. August wieder einmal die Komödie einer Volksabstimmung, da er „von der Ueberzcugung ausgehend, datz jede Staatsgewalt vom Volke ausgehen mutz" sich in „freier und geheimer" Wahl vom Volke das Man- dat zu dem Amt, auf dessen Titel er grossmütig verzichtet, erteilen lassen will. Als unser gestriger Leitartikel geschrieben wurde, hatte Hitler sich erst höchstpersönlich selbst zum Reichspräsidenten ernannt und sein Plan, diesen Akt hemmungslosen Cäsarenwahns durch die Satire einer«Volksbefragung" im dritten Reich zu krönen, war noch unbekannt. Die Bemerkungen, die wir daran knüpften, verliere» nun, da die„Reichspräsidcntenwahl" dennoch ausgeschrieben wurde, nichts an ihrer Bedeutung. ES könnte sein, dass gerade die Kriegsgefahr, in die Hitlers TollhauSrcgimc das Deutsche Reich und ganz Europa gebracht hat, in ihm den Wunsch wachruft, der Welt durch ein„MaffenbekenntniS" zum Führer zu imponieren. Wie solche Massenbekenntnisse unter dem Terror des FaftiSmuS fabriziert werden, ist ja bekannt. Wir haben gestern schon in diesem Zusammenhang darauf hingewiesen, dass wahrscheinlich eine grosse Anzahl von deutschen Wählern unter dem Druck der Angst für Hitler stimmen würden, um so mehr als ja ohnehin kein Gegenkandidat ausgestellt werden darf. Und unsere demokratische Befürchtung für Hitler, dass vielleicht dennoch ein grösserer Perzentsatz der Wähler als am 12. November sich diesmal >der Stimme enthalten könne, macht den Regisseuren des Dritten Reiches keine Bange. Cinmc Regime, das unter mörderischer Blutschuld tausende Menschen vom Erdboden spurlos verschwinden lassen kann, wird nötigenfalls das Berschwindenlassen von ein paar tausend leeren Stimmzettel» kein Kopfzerbrechen machen. klne Nazi-Provokation An allen Dienststellen der Deutschen Reichsbahn in Te t s ch e n- B o d e n- b a ch erschien in den letzten Tagen nachstehender Ukas: B o d e n b a ch, den 80. Juli 1984. Bekanntmachung. An Stelle der LandeSkokarde ist an der Mütze daS Hoheitsabzeichen(Hakenkreuz— d. 9t.) zu tragen. Diese werden mit der Sammelbestellung bei der Kleiderkasse bestellt. Der Bedarf ist bi» spätestens Samstag, den 4. August 1984, im Bahnhofsbüro zu melden und sofort zu bezahlen. 1 Stück kostet 5 Reichspfennig. Bahnhof. Gez. Hertel. Die Aufforderung ist eine ausgesprochene Nazi-Provokation. Das Tragen des Hakenkreuzes ist bekanntlich in der Tschechoslowakei verboten. Nach den mit Deutschland getroffenen Vereinbarungen haben lediglich deutsche Behörden (Konsulate, Gesandtschaft) das Recht, das Hakenkreuz als Hoheitsabzeichen des Hiilcr-ReichcS zu tragen. Die Reichsbahn ist aber keine Behörde! Wir hoffen, dass die tfchechoslowalischen Behörden diesen Uebergriff deS Herrn Hertel energisch abstellen und verhindern, dass tschechoslowakische Staatsbürger, die im Dienste der Reichsbahn stehen, gezwungen werden» ein hierzulande verbotenes Abzeichen zu tragen. nenicinircmf— schlecht getarnt Die Gendarmerie verhaftete vorgestern in Saaz sechs ehemalige Hakenkreuzler, weil diese mst reichsdeutschen Nazis in Verbindung standen. Die Leute sind jetzt alle bei der Henlcinpariei. Im Zusammenhang damit nahm auch die Komotauer Gendarmerie bei mehreren Funktionären der Komotauer Ortsgruppe der„Heimatsront" und in deren Geschäftsstelle Hausdurchsuchungen vor. Das Ergebnis ist bisher nicht bekannt. Der Be- zirkslcitcr der H c n l c i n f r o n t, der 30 Jahre alte und in Sporitz wohnhafte Schlosser Bruno F r i t s ch, der in Komotau, Plattnerstratze, eine Matratzenwerkstait betreibt, wurde verhaftet und dem Bezirksgericht ern- geliefert. Seite 4 LamStag, 4. August 1934 Nr. 180 Festabend im Warmbad Kleische 18. August 1934 Der 1. AtuS-Bezirk(A u s s i g) deS V. ftrelftf veranstaltet nach dem groben Erfolg deS„Proletarischen Feierabends" beim vorjährigen Arbeiter- sporttag, am 18, August l. I. einen„F estabend" in dem so herrlich gelegenen Warmbad. Ein reichhaltiges Programm ist.tvieder'aufgestellt. Von 6 bis 7 Uhr abends gibt es Wassersport» liche Wettkämpfe aller Art. Die Bezirke des V. Kreises wurden zur Teilnahme eingeladen. Startgeld ist f r e i I Nur mutz der Meldetermin bis zum 10. August eingehalten werden. Ab 7 Uhr gibt es Sondervorführun« gen, wie Kunstspringen, Flgurenlegen, Reigenschwimmen, humoristisches Springen usw. Die bestbekannten Schwimmer und Schwimmerinnen von Bodenbach und Teplitz, haben neben Aussig und Schreckenstein ihre Beteiligung bei diesein schönen Programmteil zugesagt. Ein grotzeS Konzert des Aussiger Stadttheaterorchesters unter der Devise„Bon Straub bis Lehar" beginnt um halb 8 Uhr. Den Abschlub des Abends bilden Feuerreifensprünge, Fackelsprünge, Feuerkeulenschwingen, lebende Bilder mit Rezitationen und ein Feuerwerk. Uber die technischen Fragen tvurden alle Bezirke durch die zugesandte Ausschreibung genau orientiert. Alle Anmeldungen müssen namentlich sein und gehen an Franz B r ü n i ch, Schrrckenstein I., Les» singstrabe 80. ES haben natürlich nur startende oder niitwirkende Schtvinimer und Schwimmerinnen freien Eintritt. Für Gäste bitte sofort mit Einsendung deS Betrages Vorverkaufskarten anfordern (ä KL 2.—, an der asta KL 8.—), u. zw. im Bund. Mit diesem Festabend wird sicherlich beste Werbearbeit für den gesundheitlich so hervorragenden Wassersport geleistet werden, so dah er stärkste Beteiligung aus allen Arbeiierkreisen verdient. AvfGied von Knut Hamsun? Knut Hamsun waren un- Bor und t So wäre er als Mensch seinem Werke und den Freunden seines Schaffens untreu geworden. Aber sein Werk lebt losgelöst vom Schöpfer. Kein Irrtum feines Alters vermag es zu überschatten; dort ist er unsterblich. sie nicht gezeichnet hat." ES war der erste und sofort große und unbestrittene Erfolg des Dichters nach jahrzehntelanger Irrfahrt, auf der Hamsun als Hirtenbube und Schuhmacherlehrling, Schiffsjunge und Minenarbeiter, Fischer und Prozeß Klepetäk in zweiter Auflage? einigeti Jahren sind der Arzt Dr. Klepetäk zwei Freunde wegen Ermordung der Margit BörözSmarty verurteilt worden. Das Gericht den Menschen, der seinen PassionSweg geht in Daseins, dem gedankenfeindlichen, kulturvernich« der unbarmherzigen Stadt,„die keinen läßt, den' tenden HitleriSmuS seine Sympathie schenken sott. enttäuscht. Ilm den Hamsun Iviederzufindcn, den sic lieben, wenden sie sich seinen Büchern zu, diesen magischen Büchern, in denen ein Menschen deuter mit zauberischer Klarheit, in die geheimen Kammern deS menschlichen Herzens hineinlcuchtet und in Veiten das Eigentliche, Wesentliche doch immer nur angcdcutct erscheint; die letzte Er kenntnis steht In Hamsuns Büchern verschwiegen und doch beztvingend immer zwischen den Zeilen. Die Beziehungen der Menschen unterein ander, ihre Tugenden und Laster, ihre Kräfte und Schwächen sind das unerschöpfliche Thema seines Schaffens. Und immer tviedcr ist die ntit starker dichterischer Kraft empfundene Natur der große, einsame Hintergrund menschlicher Schicksale. Fünfzehn Bände umfaßt sein Werk in der deutschen Gesamtausgabe, wobei mehrfach ztvei und drei Romane in einem Band vereinigt sind. Mit dem„Hunger" begann es, jener packende»._. Beichte und Anklage eines hungernde!! und leiden-, heil der plattesten Uniformierung des menschlichen DMttaers vehin» al» Reliquie? Paris, 3. August.„Le Journal" bringt eine Meldung aus Chicago, derzufolge daSGehirn des erschossenen Räuber? Dillinger Verschtvundcn sein sott. DaS Gehirn wurde wahrscheinlich in der Zeit gestohlen, in welcher der Leichnam Dillingers in der Toten- kammer aufgebahrt lag. Nachdem schon Dillingers blutgetränktes Seidenhemd und die mit seinem Blut bespritzten Pflastersteine als sinnige Andenken an diesen Gangster zahlungsfähige Liebhaber gefunden haben, klingt diese Meldung gar nicht so wahrscheinlich. Ein jugendlicher Mörder Jitschin, 3. August. In, einem Walde bei Jitschin ermordete der 20 Jahre alte Wenzel TomäSek seine 19 Fahre alte beliebte Blajena Patkovä. Bon der Leiche führten die Spuren ins Haus der Mutter des Täters, die ihn auf dem Dachboden verborgen hielt, von wo ihn die Polizei mit Gewalt tvestbringen mußte. Tomääek ist geständig und gibt an, die Geliebte aus Eifersucht ermordet zu haben, weil er erfahren hätte» daß sie ungefähr seit zwei Jahren ein Liebesverhältnis mit einem Gendarmeriewachtmeister unterhielt, den sie im Herbst heiraten wollte. nahm an, daß Dr. Klepeiäk gemeinsam mit den Komplicen die BörözSmarty in einem Sumpf in der Hohen Tatra umgebracht hätte. Wie dem P. M. aus Preßburg berichtet Ivird, bemüht man sich jetzt um eine Wiederaufnahme des Prozesses, da man die Geistesgestörtheit des Kronzeugen, des Zahntechnikers Exner, beweisen konnte. Dieser hat ausgesagt, er hätte die drei angeblichen Mörder in Gesellschaft der VörözSmarty in einem Zug gesehen, der in die Slowakei fuhr. Kein warmes Essen seit 14 Tagen! Auf der Herruwalderstraße bei R u m b u r g wurde der '34jährige Berufsreisende Walter R. bewußtlos aufgefunden. In Rumburg erttärte der inzwischen wieder zum Bewußtsein gekommene Mann, daß er seit 14 Tagen kein warmes Essen gehabt habe und sich nur von Semmeln und Früchten nähren konnte. Er reise für eine Prager Firma mit technischen HauShallungSartikeln und es sei ihm in den letzten acht Tagen nicht möglich gewesen, auch nur ein Geschäft abzuschließen. Nitroglyzerin explodiert Mühlhausen, 3. August. Beim Bau eines Tunnels auf der Strecke Wesserling—St. Moritz erfolgte 2500 Meter von der Mündung des Tunnels eine Nitroglycerinexplosion, durch die ztvei Arbeiter getötet und vier verletzt wurden. Das Nitroglycerin wurde zum Sprengen von Felsen verwendet. Unwetter und Stürme schied in der Politik vor und nach dem Weltkriege sehen. Es sind Politiker von der Sorte Austen Chamberlain, Hcrriot und Benes, die finden, taft alles gut geht, wie es geht. Die Gegner des Fascismus behaupten, daß ein Diktator unabsetzbar ist, während untaugliche demokrattsche Politiker durch andere erseht werden können. Wir Norweger liefern aber den Beweis dafür, daß sie nicht entfernt werden können. Politische Anständigkeit plagt den denrokratischen Politiker nicht; sie sitzen unentlvcgt Jahr für Jahr? Zu ihren politischen Charaktereigenschaften gehören bei Gott weder Tugend noch Bescheidenheit." Es liest sich wie eine grimmige Satire auf die braune Spielart des FascismuS: Benes im Vergleich mit Hitler als Huldigung für den letzteren l Läßt sich ein Vergleich vernichtender für Hitler denken? Aber eS wurde berichtet als ernstgemeinte Worte gegen die Demokratie, als Worte eines der bedeutendsten Dichter der gegenwärtigen Weltliteratur. Daß reichsdeutsche Blätter eS berichten, würde noch nicht betveisen, daß Hamsun diese in ihrer bestürzenden Blindheit kaum faßbaren Worte auch wirklich gesprochen oder geschrieben hat(was er gelegentlich der Eröffnung des damals neugewähltcn StorthingS, des norwegischen Parlaments getan haben soll); es sind im braunen Deutschland noch ganz andere Fälschungen zuwege gebracht worden. Aber, wenn es«ine Fälschung wäre, so kann man sich nicht denken, daß sie— bei der Weltgeltung Knut Hanrsuns— von ihm selbst und in der Presse des Auslandes unwidersprochen gelassen worden wäre. Jene Worte sind jedoch seither weder ausdrücklich bestätigt noch widerrufen lvorden. Gewisse antidemokratische Neigungen, die in der Haltung deS Dichters in den letzten Jahren spürbar waren, lassen leider den Schluß zu, daß es mit der Sympathie Knut Hamsuns für den Fascismus seine Richtigkeit hat— wenn sie ihm angesichts der Barbarei des Dritten Reiches seitdem nicht wieder vergangen sein sollte. Besteht sie aber noch, ko fällt dieser Schatten mif sein Bild. Nicht auf sein Werk. Dieses löst sich vom Schöpfer und lebt nach eigenem Gesetz. Es schiert uns heute lvcnig, lvas Shakespeare in den einzelnen Lagen seines Lebens als Mensch gedacht und getan haben mag; unsterblich leben Romeo und Julia, Hamlet und Shylock und alle Schicksalsträger seiner Dramen in unserer Vorstellungswelt. Oder, um ein Beispiel auö unserer Gegenwart zu wählen: auch Gerhart Hauptmann als devoter Diener des Dritten Reiches ist unserer menschlichen Steigung verloren gegangen» aber seine Weber, sein Fnhrmann Hentschel, sein Florian Geyer, Hannele und Rose Berndt, Crampton und Michael Kramer werden ihn und die Verirrungen seines Alters- überdauern. Der Mensch Gehart Hauptmann aber lebt in der Gc- gemvart, und von ihin Ivenden sich alle ab, die sich nicht verkauft haben. Schlimmer kann ein Gestalter sich nicht verlieren, als daß zuletzt seine Gestalten gegen ihn zeugen und sein Werk den noch Lebenden überlebt. Als Selma Lagerlöf, die schwedische Dichterin, die im November vorigen Jahres ihre» 75. Geburtstag feiern konnte, den Erlös ihres letzten Werkes dem Genfer Komitee für deutsche Flüchtlinge zur Verfügung stellte, hat sie der Kultur- tvelt ein Beispiel dafür gegeben, wo der menschlich gesinnte Dichter angesichts der Barbarei des Dritten Reiches zu stehen hat. Knut Hmnsun scheint, wenn die Nachricht stimmt, andere Wege gehen zu wotten. Wege, auf denen er sich von uns entfernt. So versiegen die Glückwünsche auf den Lippen derer, die er in seinen AlterStagen menschlich Vom Rundfunk Empfehlenowerte» ans den Programmen» Sonntag: Prag, Sender L.: 6.80: Gymnastik, 7: Ueber« tragung ans Karlsbad, 0: Tschechische Arbeitersendung, 12.15: Konzert, 13.55: Soziale Informationen, 16: Konzert des Blasorchesters, 17.80: Chansons, 17.55: Deutsche Sendung: Orchesterkonzert aus Mährisch-Ostrau, 20.20: Konzert des Prager Quartetts, 21.85: Schrammel- Konzert, 22.20: Schallplatte«, 22.25: Deutsche Presse und Wetter, 22.85: Konzert des Prager Symphonie-Jazz. Sender S.: 44.80: Deutsche landwirtschaftliche Sendung, 14.15: Grete Livius: Deutsche Arbeiterseuduugr Urlaub der arbeitenden Frau, 15: Dr. Tombat: Zobatfalva: Knut.Hamsuns Werk. Knut Hamsun, der norwegische Dichter, begeht am 4. August seinen 75. Geburtstag. In die Glückivünsche, die ihin von den Freunden seiner Bücher dargebracht iverden, mischt sich leider ein Vorbehalt: vor einem halben Jahre berichteten reichsdeutsche Blätter, darunter die Rheinisch-Westfälische Zeitung, aus Oslo, daß der Dichter sich als überzeugter Freund des Fascismus, bekannt und bei einer Befragung nach seiner Meinung gesagt habe:„Einmal wird der Fascismus in der einen oder anderen Form auch in Norwegen seinen Einzug halten. Es sind nur die Stockbtinden, die noch nicht den Unter» Furchtbarer Tod Madrid, 3. August. In einem Steinbruch in der Nähe von Malaga stürzte ein Riesensteinblock auf d r ei A rb e i t e r herab und b e g r.ub si e u n t e r s i ch. Da der Block mehrere tausend Tonnen wiegt, können die Leichen der drei Verunglückten nur geborgen werden, wenn der ungeheuere Block mit Dynamit gesprengt wird. rmiesaeRAteUm Der Polyp von Landskron Eine ergötzliche Geschichte weiß der„Adler- gebirgSbote" seinen Lesern zu erzählen, die sich in diesen schwülen Tagen in Landskron zugetrage» hat. In dem idyllischen Städtchen fanden Gemeindearbeiter bei der Reinigung der Kanäle ganz unvermutet ein ihnen ganz unbekanntes und seltsam anmutendes Tierchen, das zuerst als Abart eines Frosches betrachtet wurde, bis schließlich ein Kenner der Fauna feststellte, daß das eingefangene Tier in direkter Linie von MeereSpoly p-e n abstamme. Nun wurde der Fund zur Sensation und Landskron befand sich tagelang in großer Erregung, weil man vermutete, daß zwischen den Kanälen des Städtchens und dem Meer getvisse Verbindungen bestehen müssten, die man früher oder später zu einer Wasserstraße von LandSkron zmn Ozean ausbauen könne. Inzwischen war das Tier zu einer Sehenswürdigkeit getvorden; man hatte eS in Spiritus gelegt und zur öffentlichen Besichtigung freigegeben.„Scharenweise pilgerten die Menschen zu diesem Wundertier," schreibt der „Adlergebirgshote", das Naturphänomen wurde Tagesgespräch und wäre eS wohl auch auf Jahre hinaus geblieben, wenn nicht ein Professor der LandSkroner Mittelschule in einer schwachen Stunde auSgeplaudert hätte, daß er das Tierchen aus dem Lehrmittelkabinett seiner Schule, weil es beschädigt und unbrauchbar gewesen sei, entfernt und so als höchst überflüssiges Wesen auf kurzem Wege in den Kanal befördert habe. Er konnte zwar keine Begründung für daS Weiterleben des Polypen in dem Kanal anführen und wird wohl der Meinung sein, daß das Tier nur in den Köpfen phantasiebegabter LandSkroner wieder zum Leben erwacht sei, nichtsdestoweniger aber bleibt das Ereignis weiter im Mittelpunkt LandSkroner Geschehens, wenn auch jetzt mehr darüber gelacht als geredet wird. UiK Dampfer mft nm-Ufe London, 3. August. In der Nacht auf Donnerstag sendete ein unbekannter Dampfer auf der Höhe von Plymouth Hilfe-Signale. Die Suche de» auSgesandten Rettungsbootes verlief ergebnislos. Mittwoch abend und auch am Donnerstag wütete in diesem Gebiete ein heftiger Sturmwind von nahezu 100 Kilometer Stundengeschwindigkeit. Verheerender Wirbelsturm in Amerika Detroit(Staat Michigan), 3. August. Ein schwerer Wirbelsturm versetzte gestern abends 12StädteinO st-M ichiganinti.es st e Finsternis, da die elektrische Lichtleitung zerstört wurde. Der orkanartige Sturm setzte sein Verderben bringende» Werk von der Stadt Flint bis zur Stadt Detroit fort, entwurzelte Hunderte von Jahren alt« Bäume, rißganzeHäuser zusammen und machte den gesamten Verkehr unmöglich. In der Stadt Flint selbst wurden zehn Personen verwundet; sie mußten im Hospital der Stadt beim Scheine von elÜ« irischen Taschenlampen behandelt werden. Drei Personen wurden getötet. Der Schaden beläuft sich, auf etwa eine Million Dollars. Die Küste des Michigan-Sees war ganz in einen feinen Wassernebel gehüllt, der von der aufgewühlten See herrührte. Ein Rind von der Dreschmaschine getötet Uherfke Hradiötk, 3. August. In der Gemeinde LopaSov bei Skalier in der Slowakei wurde bei Drescharbeiten ein 12jähriger Knabe tödlich verletzt. Der Knabe sollte beim Fort, tragen der Spreu behilflich sein, wurde jedoch beim Einlegen in die Dreschmaschine beschäftigt. Der Knabe glitt aus und fiel mit dem Fuß in die Trommel. Die Leute verloren de» Kopf, ließen den blutenden Knaben liegen und liefen um den Arzt. Inzwischen verlor er so viel Blut, daß er nach Überführung in daS Krankenhaus starb. Wolkenbruch über Oderberg Am 1. August um 3 Uhr nachmittags ging auch über Oderberg und Umgebung, ei» wolkenbruchartiger Regen mit orkanartige» Sturm nieder. Im Drahtwerk Oderberg wurde der Kühlturm der Berg- und HüttentverkSgesellschaft vom Sturme niedergeriffen. Durch einem besonderen Zufall ist es den dabei beschäftigten Arbeitern gelungen, sich in Sicherheit zu bringen. Bor dem furchtbaren Wetter suchten die Arbeiter, welche am Kühlturm Kohle schlichtete, im Kesselhaus Schutz und einige Sekunden später brach der Kühllurm zusammen. Ein WerkSkutscher stand auf der Deichsel seines Wagens, als der Blitz in ein nahestehendes Gebäude einschlug. Das Pferd wurde scheu, der Kutscher kam zu Fall und der mit 1000 Kilo beladene Kohlenwagen fuhr ihm über beide Füße. Schwerverletzt wurde der Verunglückte ins Kwan- kenhau» gebracht. » Schwere SewitterfchLden k« Karpathengebiet Warschau, 3. August. Ueber dem Karpathen» gebiet ging ein heftiges Gewitter nieder. Bei Ziviee entzündete der Blitz das Schulgebäude, davollkommen eingeäschert wurde. Durch das Feuer wurden außerdem, noch 11 andere Gebäude vernichtet. Straßenbahnschaffiter, Händler und Farmarbeiter, BoNSschullehrer und Journalist in der Heimat und in Amerika daS Lüben und die Men» I scheu kennengelernt hatte. Als das Buch 1890 erschien, tvar der am 4. August 1859 in Gud« brandstal geborene Dichter 81 Jahre all. Bon da an entstand sein umfangreiches Werk, Romane, Novellen, Gedichte, einige Dramen auch, die aber die bezwingende Kraft seiner Romane nicht erreichen. Eines seiner schönsten Werke, der Roman „Segen der Erde", den er während des Weltkrieges schrieb, hat ihm den NiBelpreiS für Literatur eingetragen. In diesen Romanen, in.Hunger" und „Pan", in„Victoria" und„Mysterien", in „Weiber am Brunnen",„Gedämpftes Saitenspiel" und„Letzte Freude" lebt jener Knut Hamsun, den wir lieben. Ein Menschendeuter von bezwingender Eindringlichkeit. Und In seinem Wissen um die Tlbgründe hinter blühendem Schein ein ewig Einsamer, ein Einzelgänger in menschenfernen Wäldern, von dem man es nicht fassen kann, daß er jetzt im AlterSbesih seiner Weis- Uttjufclettne Sattem In der„Pommerscheu Tagespost" dieser Tage folgende verräterische Sähe zu lesen: „... Trotzdem werden immer wieder Anträge auf Befreiung von der BcitragSpflicht gestellt oder auch der A u s t r i 11 e r k l ä ri, Anträge, die nach den gesetzlichen Vorschriften nicht berücksichtigt Iverden können, also völlig überflüssig sind." Ans dieser Meldung geht hervor, daß auch in den Landbezirken deö Nordens erhebliche Unzufriedenheit der Bauern mit den Diahnahmen der Nationalsozialisten herrscht.. Auch in der Umgebung von Zelle sind die Bauern in besonderem Maße als«Kritikaster und Meckerer" verdächtig; zwei Wortführer der Un- zuftiedenen wurden verhaftet. 9fr. ISO Samttag, 4. August 4034 «eite» Schändung des Nobelpreises? Unfrieden-Stifter Dollfuß al» Aried,»»Preis- Kandidat? Aut Genf kommt eine seltsame Meldung, die direkt den Spalten eines allzu übermütigen Witzblattes entsprungen zu sein scheint. Vielleicht ist es aber auch nur eine Hundtagsente, eine, fragwürdige Frucht der sommerlichen Hitze also: In den Kreisen der Bölkcrbundsliga wird, wie der„Prager Mittag" in seiner Nr. 174 in einer Genfer Meldung mitteilt, die hirnrissige Absicht erwogen, den erschossenen Blutkanzler Doll- suh für den denrnächst fällig werdenden Friedens- Nobelpreis vorzuschlagen, da sich der Galgendiktätor angeblich um den internationalen Frieden verdien! gemacht hat—. Der Verstand bleibt einem still stehen, wenn man derartige unqualifizierte Scherze lieft. Jener Engelbert Dollfuß,, der es über sich gebracht hat, die Kinder und Frauen der Wiener Schutzbundhelden von seiner Soldateska nicdermeheln zu lassen, derselbe Engelbert Dollfuß, dessen Weg vom Blute der gehetzten und versklavten„Volksgenossen": gerötet ist, derselbe Engelbert Dollfuß, der. aus Oesterreich eine Kolonie des Auslands und ein unglückliches, zerrissene- Land gemacht hat, als Repräsentant der Friedensgesinnung und der Humanität?! ES wäre die ordinärste Schändung der Idee des Nobelpreises, es wäre seine moralische Erledigung in den Augen aller anständigen Menschen, wenn diese aberwitzige Idee verwirklicht werden würde. Wahre Friedensfreunde hatten vor kurzem vorgeschlagen, dem von Hitler gemarteten Journalisten Carl v. Ossietzki in diesem- Jahre den Friedenspreis zu verleihen. Es wäre eine Demonstration für einen der saubersten und tapfersten Männer Deutschlands, eine Demonstration für einen Wehrlosen, der seit Jahr und Tag in den Konzcnirationslägcrn„Höllen der Barbaren" Ungeheuerliches zu erdulden hat. Hier wäre ein Würdiger zu ehren, der zugleich ein Märtyrer der FricdenSgesinnung ist. Den Friedenspreis aber auszusetzen für einen Mann, der so fürchterliche Blutschuld auf si setzt hat. Im Skavtparke z» La«» überfiel in der Nacht auf Freitag ein geivisser Karl T y c den BohumilMinakik, wobei er ihm mir einem Messer einen Stich unterhalb de» Schulterblattes versetzte. Nach der Lat ergriff Tye die Flucht. Er wurde jedoch durch die Gendarmerie auSgesorscht und in Vie Gericht-Haft nach Lau» eingeliefert. Minatik wurde in» Krankenhaus überführt; seine Verletzungen'werden als sehr schwer bezeichnet, da auch die Lunge verletzt wurde; außerdem durchstach der Täter dem Uebcrsallcncn die Hand. Der Untergang-er deutsche« Wirtschaft Von Curt HaaS. Die Ehefrau al» Giftmörderin. InM 8 hr.- T r ü b a u ist ungefähr einen Monat lang eine Untersuchung wegen eines Giftmords geführt worden. Am 4. Juli erkrankte der 57 Jahre alte Franz Zecha und verschied tags darauf. Der Verdacht fiel auf die Sv Jahre alte Frau des Verstorbenen Anna, die den Mord jetzt auch gestand. Sie hatte einer Speise Arsen beigemischt, das sie von einem Verwandten erhalten hatte. Als Motiv ihrer Tat gab sie an, daß ihr Mann Beziehungen zu anderen Frauen unterhalten hatte, daß er sie quälte und im Begriff tvar, mit einer anderen Frau zu leben. Am Tage des Mordes tvaren die Gatten bereits geschieden und die Frau hätte am folgenden Tage das Haus verlassen sollen. Die Frau und der Arsenlieferant sind in» Brünner Gefängnis ein- geliefert worden. Die Gültigkeit der Rückfahrkarten wird im August und September folgendernmßen verlängert: Für die Hinfahrt von Samstag, den 11. August, bis Mittwoch, den 15. August, und für die Rückfahrt von Samstag, den 11. August, bis Donnerstag, den 16. August.— Für die Hinfahrt von Donnerstag, de» 27. September, bis Sonntag, den 80. September, und für die Rückfahrt von Donnerstag, den 27. September, bis Montag, den 1. Oktober. Am 16..August und 1. Oktober muß die Rückfahrt spätestens mit einem Züge angetreten werden, der die Zielstation um 12 Uhr mittags verläßt. Britische Geheimdokumente entwendet? Freitag nachmittags wurde London durch die Nachricht in Schrecken versetzt, daß eine Tasche mit wichtigen Dokumenten, die Donnerstag abends von London nach Portsmouth befördert wurde, verloren gegangen fei.. Es heißt, daß die verlorenen Dokumente umfangreiche und wichtige Mitteilungen über Versuche mit neuen britischen Kanonenbooten enthielten. Die bicttische Admiralität erklärte hiezu, daß ihr von dem Verluste irgendwelcher Dokumente nicht» bekannt ist. 1700 Km. Naphthakritmig zum Shrisch»» Meer. Dieser Tage wurde der Bau einer der gewaltigsten Naphthaleitungen, die von Kerkuk in Mesopotamien -um Syrischen Neer führt, beendet. Das Tankschiff Daß man auch mit den brutalsten Mittel» diktatorischer Macht den fortschreitenden Verfall einer ehemals blühenden Wirtschaft nicht bekämpfen kann, zeigen die Statistiken, die von amtlichen deutschen Stellen ihren Weg in die Welt nehmen. Wenn man dabei noch bedenkt, daß die Statistik den momentanen Verhältnissen immer weit nachhinkt, so kann man ermessen, wie kata- trophal cs heute schon um die deutsche Wirtschaft bestellt ist. Um das zu verschleiern nützen keine noch so hochtönenden Versprechungen, keine noch o optimistischen Erklärungen, keine noch so schar* -en Verordnungen. Die nüchternen Zahlen der Statistik sprechen eine klare, nüchterne Sprache. Die Konkurswelle ist in Deutschland ,m Jahre 1088 ins Phantastische gestiegen. Während man Im Jahre 1032 laut Statistik(Mitteilung.des preußischen Handelsministeriums) in Preuheü 3170 Konkurse und Ausgleichsverfahren zählt«, ist diese Zahl im Jahre 1033 auf 7856 angestiegen, also um mehr als 100 Prozent. Nicht in allen deutschen Ländern nahm die Konkurswelle eine» gleichen Umfang an. Das Statistische Reichsamt zeigt für Bayern eine Steigerung der Konkurse um 36 Prozent, für Baden eine um 33 Prozent, für Württemberg eine solche um 47 Prozent, für Thüringen eine solche um 76 Prozent, für Sachsen aber die enorme Steigerung um 117 Prozent an. Auf das gesamte Reichsgebiet verteilt, hat ich die Zahl der Konkurse und Ausgleichsverfahren vom Jahre 1032 zum Jahre 1033 um sage und schreibe 62 Prozent erhöht. Leider ist da» erste Halbjahr 1034 von der Statistik noch nicht erfaßt. Man kann jedoch am Beispiel Berlin, worüber eine Mitteilung für das erste Vierteljahr 1034 von der Berliner Handelskammer vorliegt, ersehen, daß sich die Konkurszahl weiterhin in einem rasenden Tempo steigert. Während man in Berlin 1032 253, im Jahre 1033 482 Konkurse und Ausgleiche im ersten Viertel zählte, gab e» im ersten Viertel des Jahres 1034 nicht weniger als 605 KonkurSanmcldungcn. Wenn es in diesem Maß weitergeht, kann mail in diesem Jahr um eine abermalige Erhöhung der Konkurse um zirka 50 Prozent in Deutschland rechnen. Aehnlich lvic es um die Konkursziffer steht, geht eS auch mit der Zahl der Offcnbariiugseide. Hier steht allerdings nur statistisch die Zahl für die Stadt Berlin zur Verfügung. Daß es jedoch im übrigen Deutschland wesentlich günstiger aussieht, wird man kaum annehmcn dürfen. In Berlin wurden im Jahre 1032 4812 Offenbarungseide geleistet, im Jahre 1083 war diese Ziffer bereits auf 9743 angestiegen und im ersten Viertel des Jahres 1034 wurden schon 3758 geleistete Offen- barungSeide gezählt. Also fast so viel in einem Vierteljahr wie früher in einem Jqhr. Eine nette Leistung, die von der nationalsozialistischen Regierung da vollbracht wurde. Und Herr Hitler hat sich seiner großen Verdienste um das deutsche Volk in seiner letzten Reichstagsrede so gerühmt! Liquidationen werden im allgemeinen von der Statistik nicht erfaßt. Nur bei Aktiengesell- Gsrrderbare Rücksichten des tschechoslowakischen Radio-Aonrnals In der letzten Zeit konnten>vir erfreulicherweise fcststellen, daß wenig Anlaß zu Beschwerden gegen die ZensurprnxiS bei der Prager Sendung gegeben war. Umso bedauerlicher ist eS, daß wir heilte eine Rückkehr zu Methode«» feststellci« müssen, die wir übertvunden glaubten und die in der gegenwärtigen Zeit zumindestens als merkwürdig bezeichnet«verden müssen. Am Freitag, den 3. August, sollte Gcuosse Ernst Paul ini Rahmen der Prager deutschen Sendung in den„Aktuellen 10 Minuten" einen Vortrag halten, der vom Radio-Journal z u r Gänze konfisziert wurde. Der Vortragende wollte sich selbstverständlich mit dci« aktuellsten Ereignisse«« der letzte«« Tage, mit der durch das Ablebe«« Hindenburgs und die Ueber- nahme der Präsidcntenschaft durch Hitler geschaffenen Situation beschäftigen. J«n Zusammenhänge damit sollte auch die außenpolitische Lage Deutschlands besprochen«verden. Der Verfasser des Vortrages bediente sich zur Charakteristik der außenpolitische«« Lage und als Beleg sür die Beurteilung der deutschen Entivicklung im Auölande einiger Zitate, die in jeder Zeitung gelesei« werde«« konnten. Er zitierte die r««glische konservative Zeitung„Times", das italienische Blatt„Popolo di Roma", die Pariser offiziöse Zeitung„Tempo" und eine«« Aufsatz des Berliner Berichterstatters deSTschechoslowakischenPresse- b ü r o S, der auch in der gestrige«« Nummer unseres Blattes abgedruckt war. Die Zenfurstelle des Prager Rundfunks konnte eS nicht über sich bringen, diese Preffeurtcile über Deukschlaud, die allerdings— das ist aber nicht die Schuld des Vortragenden, sondern des Objektes, also der deutschen Politik und ihrer verantlvortlichcn Führer—, wenig schmeichelhaft sind, den Hörern zur Kenntnis zu bringen. Daß damit die demokratische Funktion des Prager Rundfunks, der in der Durchleuchtung dec über dem gleichgeschaltete» Deutschla««d liegenden geistigen Nacht eine bedeutende Rolle spielen könnte, ii« keiner Weise ersüllt wird, scheint den vcrantlvortlichen Herren nicht bewußt zu sein. Dabei passierte eS auch, daß die Schlußbetrachtungen des Verfassers des Vortrages, in denen festgestellt«vird, daß die Frage: „Deinokratie oder fascistische Diktatur" durch die Tatsachen der geschichtlichen Entwicklung heute schon klar zu G u n st e n der Demokra- t i e und zu Ungln«sten der fascistische«« Dil''tnr beantwortet wurde, unter den Tisch fielen. Nach der Feststellung, daß die fascistische«« Diktaturen die schweren Probleme«mserer Zeit nicht nur nicht besser zu lösen vermögen, als die demokratische«« Staaten, sondern den Schlvierigkeitcn viel«veniger Herr werden können, heißt es in diesem Vorträge wörtlich: „Denigcgcnüber befinden sich die dcmokra- tischen Staaten in einem Zustande des inneren Friedens, der Ruhe und der Ordnung. Die vorhandenen Probleme werden in aller Oeffentlichkeit frei diskutiert, die bestehenden Gegensätze im Wege de» KonipromisscS ausgeglichen. Ter Entfaltung der Persönlichkeit teS Einzelnen ist in einen« viel höheren Maße Raun« gegeben, als in einem Staate der Diktatur. Die letzte Entwicklung in Mitteleuropa ist eine glänzende Rehabilitierung deS Gedankens d e r Demokratie. Dies gilt in vollen« Maße der Tschechoslowakische«« Republik. Hier ist es, trotz den aus dem Nebeneinander!eben verschiedener Völker im Rahmen eine» Staates erwachsenden erheblichen natürlichen Schwierigkeiten gelungen, die Wirtschaft in Ordnung zu halten und die politischen Freiheiten der Völker zu gewährleisten. Diese Entwicklung kann für alle demokratisch fühlenden Menschen nur«ine Ermutigung s e i«,- a«« derDemokratie fe st zuhalten und die demokratischen Einrichtungen mit aller Kraft zu verteidigen." Di« Verantlvortlichcn Herren des Prager , Pcrlenzucht in Horajdoviee. Dar in Vorbereitung befindliche Fischereigcsetz«vird auch Schutzbestimmungen für die Perlmuschel beinhalten, die in Südböhmen vorkommt. 1028 wurden bei der O t a v a- llicgulicrung 400 lebende Perlmuschel«« gesunde««, ebenso fand man eine ganze Anzahl dieser Schalentiere 1030 in BndlveiS. Die Perlmuschel war in früheren Zeiten im Oberlauf der Moldau und der M a l t f ch heimisch, inländische Perlen wurden früher in Krmnau und in BndlveiS gehandelt. In der Zeit der napoleonischen Kriege wurden Pcrl- . muscheln als Austern verzehrt. Die fortschrerrende nicht vor. 1 Bimnzen von« Jahre 1083 kann man schon ganz gut berechnen, wie eS um die deutschen Aktiengesellschaften heute auSsieht. Fast keine Bilanz weist einen Gewinn auf, die meisten konnten nicht einmal Ausgaben und Ei»u«ahme>« balancieren, die Regel bilden Berlustabschlüffe. Nur Ausnahmen kommen vor, in-denen die Gesellschaften im Berichtsjahr 1033 Dividenden bezahlen. Und das trotz der gekürzten Löhne, trotz der steigenden Preise, trotz dem einseenden* Angstkauf der Bevölkerung. trotz der vermehrten Arbeit für Heeres- rüstung. Es würde zu«veit führen, alle Ge«ellschaf- ten aufzuzählen, die 1083 ihre Bilanz mit Verlust abschloffen oder jene, die keine Dividenden zu zahlen imstande sind. Als Beispiele sollen nur einige große bekannte Aktiengesellschaften angeführt werden. I. O. Preuß A.-G. Königsberg— Verlust: 78.954 Mark, Harburger Eise««- und Bronzewerke — Verlust: 118,641 Mark, Deutsche Wollwaren- manufaktur Grünberg i. Schl.— Verlust: 2,038.067 Mark, Spicgclmanusattur Waldhof— Verlust: 150.000 Mark, Singer Nähinaschinci« A.-G.— Verlust: 3,709.362 Mark, Vereinigte Schuhfabriken Berneis-Wessel» Nürnberg— Verlust: 208.000 Mark, I. Brüning u. Sohn A.-G. Lüneburg— Verlust: 438.000 Mark, Bank sür auswärtigen Handel Berlin— Verlust: 479.000 Mark, Bereinigte Korkindustrie A.-A.— Verlust: 873.509 Mark, Basalt A.-G. Linz a. Rh.— Verlust: 510.000 Mark, Preußische Bergwerks« und Hütten A.-G. Berlin— Verlust: 1,220.000 Mark, Deutsche AtlaS Allg. Versich. Bant A.-G. Ludwigshafen.— Verlust: 1,100.000 Mark. Dividenlos bleibe«« unter anderem folgende Gesellschaften: G. Feibisch A.-G. Berlin, Eubin- Lübecker Eisenbahngesellschaft Lübeck, Bereinigte Deckenfabriken Calw A.-G., Wessels Wandplat» tenfabrik in Bonn, Gtoewerwerke ii« Stettin, Adler u. Oppenheim A.-G. Berlin, Bereinigte Thüringische Salinen in Erfurt, Karl Hamel A.-G. in Schönau i. Sa., Ankerwerke A.-V. in Bielefeld, Allgemeine Hoch- und Tiefbau-A.-G. Düsseldorf, A.-G. für Haus--und Grundbesitz in Leipzig, Verita» Gummiwerke A.-G. Berlin, Deutsche Asbestzement A.-G. Berlin, Gehe u. Co. A.-G. Dresdens Deutsche Luftschiffahrts-A.-G. Ludwigshafen u. s. f. . Ein Kon«mentar zu diesen Tatsachen erübrigt sich. schäften kann man sie nachzählen. Schade! Aber auch das Beispiel der Aktiengesellschaften gibt ein Bild, wie unaufhaltsam der Ruin der deutschen Wirtschaft fortschreitet. Roch 1932 gab eS in Deutschland 11.754, Aktiengesellschaften. Bon ihnen wiesen 1274 eine«« Verlust auf, 3197 zahl ten keine Dividende. 1933 bestanden nur noch. mu«kyrli« aie uu«rcnt ocrzegrr. Lic sorkilyrc««c»oe 10.568 Aktiengesellschaften. Es haben also im> Industrialisierung und die Ableitung von Fabriks- Verlauf eines Jahre» der nationalsozialistischen jAbivässern in die südböhmischen Flüsse vernichteten Herrschaft 1186 deutsche.Aktiengesellschaften liqui-.jedoch zu großem Teil die dort lebenden Perlmuscheln, diert. Ein« statistische Zahl über die Verluste und Ebenso machte hauptsächlich die japanische Konkurrenz die Dividendenlösigkeit der Gesellschaften liegt noch, diesen Industriezweig hauptsächlich zunichte. In den “*"•**“ Aber aus den bisher veröffentlichten Wehten Jahren«verden aber«vieder erfolgreiche«er. °‘- K—■ ,oo°**“"*“*" fje““**"■* suche, besonders in Horajdoviee, mit der Zucht der Perlmuschel unternommen, die jedoch den gesetzlichen Schutz deS Tieres zur Voraussetzung haben. „Henri Desprez" entnahm am Freitag zum erstenmal der neuen Leitung im syrische«« Hafen Tripolis seinen Raphthabedarf. Die Leitung ist 1700 Kilometer lang und führt zu einem großen Teil durch Wüste. Ihr Bau ist ein großer Erfolg der modernen Tech nik. In Madith teilt sich di« Leitung in zwei Adern, von denen die eine durch da» unter französischem Mandat stehende Gebiet, die andere durch TranS- jordanicn führt. Selbstmord eine» Prager Rittmeisters. Freitag um 6 Uhr früh erschoß sich in seiner Wohnung in RovS Jirny bei Prag mit einer Pistole der Rott» meistkr des Kanzleidienstes des KonmiandoS der ersten Division AloiS Kulhänek. Der Beweggrund des Selbstmordes sind nach einer amtlichen Meldung private Verhältnisse. Siegnerische» Wetter. Die Druckstörung,«velchc auf den Alpenländern nach Böhmen eingedrungen war, hat hier eine Wetterverschlechterung herbei geführt. Bayern und Sachsen hatten Freitag um 14 Uhr nur 16 bis 18 Grad und regnerisches Wet ter; auch in Eger wurden nur 17 Grad verzeichnet. Dagegen tvurdei« aus einem großen Teile der Re publik und aus Ungarn noch vielfach 30 Grad oder auch mehr gemeldet. Die Regenzone in der Nähe der Wärmegrenze breitet sich nun langsam ostwärts mit den kühleren Luftmassen aus. Wahrscheinliches Wetter von heut«: In den westlichen Teilen des Staates vorwiegend bewölkt und viel fach Regen, kühler, im Karpathengebiet zunächst halb heiter und tvarm. Später von Westen her zu nehmende Gewitterneigung.— WetterauSsichten für Sonntag: In den böhmischen Ländern unbestän dig, strichweise Regenschauer, wenig veränderte T»m« peratnr. Im Osten Gewitter und Abkühlung.. Flngtag in Karlsbad. Ter Minister für na tionale Verteidigung B. B r a d ä i wird Sonntag, den 5. August, am Flugtag in Karlsbad teilnehmen. In Karlsbad wird er um 14 Uhr 15 in Begleitung de» Chefs de» Militärflugwesens Divisionsgeneral.... Fajfr und seines Adjutanten Oberst Kvapil.im Mili- Rundfunks scheinen aber einer änderen Meinung tärflugzeug eintreffen. Auch der Präsidialchcf de» z«, sein. Ist ihnen vielleicht die Deinokratie in der Ministeriums für nationale Verteidigung General Tichechoslolvakei unangenehm? Beinahe könnte Dr. R. Bobrätilek und Generals«ab»oberst Fr. Müller man»«einen, daß sie sich nach einer fascistische«« werden am. Flugtag teilnehmen.„ Gleichschaltung sehnen l Seite 6 „Sozialdemokrat" Samstag, 4. August 1934. Nr. 186 Präger Zeitung Helden des Alltags Es ist schon die Stunde, in der die Geschäfte zu schließen beginnen und über den WcnzelSpIatz und die verkehrsreichen Nebenstraßen sich ein Strom von Menschen ergießt. Eine leise Dämmerung hängt in der warmen Luft; es ist hübsch, so zu gehen, nach des Tage» Mühen und sich zu erholen beim Sehen und Geschenlverden. In der Wassergassc, gleich hinter dem Wen« zelsplatz, stockt plötzlich der flutende Menschenstrom. Alle heben ihre Kppfe»ach oben. Was gibt es dort zu sehen, da doch kein Propeilersurren die Nähe eines Flugzeuges verrät? Nun, nichts weiter als daS: Auf einer hohen Leiter, so hoch, daß die beiden sich genau mit der Hälfte ihrer Körper über den elektrischen Drähten der Straßenbahn befinden, stehen zloei Männer. Sie sind in enganliegende schwarze lederähnlichc Anzüge gekleidet und tragen schwarze Handschuhe mit großen Stulpen. Mit diesen so behandschuhten Händen arbeiten sie an den elektrizitätsgeladenen Drähten. Auf den hohen Leitern arbeiten sie mit ernsten, sachlichen Gesichtern, ganz in ihr gefährliches, höchste Aufmerksamkeit erfooderndes Handwerk vertieft. Man ivciß das: ein falscher Griff, ein Versagen der AsolationSflächen in den Handschuhen— und es ist"unweigerlich zu Ende, Trotzdem muß die Reparatur ausgeführt tverden. Trotz der Gefährlichkeit dieser Arbeit muß cS Menschen geben, die für.sie bereit sind. Und eS gibt sie, unzählige Helden des Alltags, von denen niemand spricht und über deren Unfälle, falls sie überhaupt in den Zeitungen vermerkt werden, die Leser am Frühstückstisch meist achtlos hinweggehen. Handelt rS sich doch um keinen der ihren! Nur Zufall, wenn solche Helden des Alltags einmal in das Licht der Oeffentlichkeit treten, wie hier in diesem Fall die Arbeiter an der elektrischen Leitung der Straßenbahn. Und auch setzt ist cS viel weniger die Art ihres Tuns, die die Beachtung der Menge auf sich leiikt, als ihre unheimliche schwarze Tracht.„Nein, so etwas könnte ich niemals machen," wispert ein blondes Mädchen im wippenden Rosahut ihrem Begleiter zu.,bevor-sie mit ihm in die Konditorei tritt. Dieser Pflichtet ihr zwar nicht bei, aber man braucht nur seinen hechtgrauen, in, der Taille eingeknickten hochmodernen Sommeranzug, die verweichlichten Hände und das bläßlich-ausdruckslose Gesicht sehen, um zu wissen: der brächte cs genau so wenig fertigt Katja. Der König von Siam Pradschadhipok mit Königin Rambai und Gefolge ist am-gestrigen Freitag vom Wilsonbahnhof nach Strbskö Plcso abgereist, womit- sein offizieller Besuch in Prag endet. Ein gemeine- Geschäft. Detektive der Prager Polizcidircktion verhafteten den vorbestraften 38jährigen Johann B o t y p l a aus Michle, dem nachgcwiesen werden konnte, daß er von dem Cafetier Josef Linhart in Prag 6000 AL in Empfang genommen Hai, um sich mit der Frau des Cafeticrs in einem Hotel in flagranti erwischen zu lassen. Im Zusammenhang mit dieser Affäre wurde auch der 54jährigc Vinzenz Schauer aus.Weinberge verhaftet, der dieses Geschäft zwischeif dem Cafctier und Votypkä vermittelt hal'en soll. Die Polizei untersucht, ob kein Zusammenhang zwischen dieser Tat und dem Dilbstmord der Frau Linhart besteht.. Vom AutovuS getötet. Am gestrigen Freitag nach 7 Uhr morgens fuhr auf deni Mustek gegen die Ryiikskä ein von dem 36sährigen Chauffeur Alois Mladh gelenkter städtischer Autobus. Plötzlich kam die 46jährige Barbara D o l e ö e k in die Fahrbahn und lvurdc von den; Kotflügel des Autobusses erfaßt, zu Boden geschleudert und von dem rückwärtigen Rade des schlveren Wägens überfahren. Die DolcLek wurde auf der Stelle getötet, der Wagcnlenker bis zur Klärung des Unglücksfalles in Haft genommen. i Mitteilungen aus dem Publikum. Bei Müdigkeit reiben wir Stirn und Schläfen mit Alpa-Franzbranntwein ein und massieren die abgespannten Muskel». Alpa, das bewährte und seit vielen Jahren gebrauchte Hausmittel. 100 Lus der Partei Sozialistische Jugend, Kreis Prag. Morgen treffen wir uns zur Wände t u ng nach Stand um 7.80 Uhr, Endstelle der 17er und 21er in Hod- koviöky. Dienstag ke i n Heimabend. Donnerstag, den 0. August, tschechisch-deutsche Veranstaltung im Saal des Einheitsverbandes, Jungmannova Nr. 20. A n t i k r i e g S- A b e n d, veranstaltet von der„Kampfgemeinschaft der arbeitenden Jugend in Prag". Beginn 8 Uhr. VcrdnsnadirkMcn Ausflug nach Kunratiee zu unserem beliebten Badeorte. Wasserrutschbahn, Bolleybal-Platz, Musikkapelle beim Strand, also alles Vorhänden für einen gemütlichen Tag. Treffpuntt, Achtung I 8 Uhr Endstation der 14er in SUlstv Kaöerov. Pünktlicher Abmarsch, Nachzügler gehen allein. AtuS Prag. Am Montag, den 6. August l. I., beginnen wir mit unserem Schaffen wie folgt: Montag 7 bis 0 Uhr: Turnerinnen; Dienstag 7 bis 9 Uhr: Turner; Mittwoch ab 7 Uhr: Leichtathletik; Donnerstag 7 bis 9 Uhr: Turnerinnen; Freitag 7 bis 0 Uhr: Turner; Samstag nachmittags. Ballspiele; Sonntag: Wanderungen. Der techn. Ausschuß. Diese Turnstunden finden in der Stöpanfka(Gymnasium) statt. MWh Spart» Spiel• Körperpflege Ein« Antwort an daS antifascistische Komitee in Paris.. Nachdem die SASJ. ihren Verbänden bereits mitgeteilt hatte, daß eine Teilnahme an dem von den Kommunisten veranstalteten antifascistischen Tag in Paris im Hinblick auf die hetzerische Tätigkeit der kommunisti- schen Sektion nicht in Frage kommt, saitdtc das Komitee eilte neuerliche Einladung mit einer Darlegung seiner Aufsassungen. Hierauf ergeht folgende Antloort: An daS llomite Organisation Siege: Sport, PariS! Auf Ihre neuerliche Einladung, an Ihrem Sporttreffen vom 11. bis 16. August in Paris teilzunehmen, beehren wir uns mitzutcileir, daß noch vor dem Einlangcn Ihres Briefes vom 9. Juli d. I. eine Konferenz von Ländervcrtre- tern der SASJ. beschlossen hat, Ihre Kundgebung nicht zu beschick en. Wir halten cö nicht für notwendig, bei diesem Anlasse auf die politischen Meinungsverschiedenheiten, die uns trennen, zurück- zukommen. Was uns politisch trennt, spielt in dem Augenblick, in dem die ganze Arbeiterklasse gegen den drohenden FasciSmuö kämpfen muß, eine untergeordnete Rolle. Der Beschluß der SÄSJ, an Ihrer Kundgebung nicht teilzunchmen, beinhaltet te i n c 8- wegs eine Ablehnung eines gemeinsamen Kampfes gegen die Kriegsgefahr und. gegen den Fascismus. Die SASJ hat sich lediglich von praktischen Gesichtspunkten leite» lassen. Schon im Jänner d. I. wurde in einer Sitzung des Büros in Zürich beschlossen, einige große lnter- nattpnale Kundgebungen gegen Kriegsgefahr und Fascismus zu veranstalten. Dieser Beschluß ist damals in allen Arbeiterzeitungen verlautbart worden. Die erste der damals beschlossenen Kundgebungen hat vor wenigen Woche» in Prag stattgcfunden. Bekanntlich war die Prager Kundgebung eine der gdößten Massendemonstrationen, die es je gegeben hat. Bor'einigen Tagen fand ferner eine große Kundgebung der Arbeitersportler in Luzery in der Schweiz und eine gewaltige Manifestation in Helsinki statt. Anfangs August wird gemeinsam mit den sozialistischen Jugendorganisationen in Lü t- tich ein internationales Sporttreffen sein. Wir rech- Angestelltenversammlung in Prag veffeAtliche Berei«»verfammlu«g über bas neüc Privatangestellten-Gesetz am Mittwoch, den 8. August, 8 Uhr abends im Handwerk erhei m, Smetky. Angestellte aus Handel, Industrie und Verkehr seid zahlreich zur Stelle. A Allgemeiner Angestelltenverband, Reichen berg, Ortsgruppe Prag II, Rärodni tk. 4, 3. St., Kanzleistunden jeden Mittwoch 7»iS 8 Uhr. nen, daß diese Kundgebmtg 40.000—50.000 Arbeiter zusammenführen wird. Schließlich findet am 81. August eine große Veranstaltung in D o r ch e st e r in England statt, die gemeinsam mit der englischen Trade Unions und der englischen Labour Party veranstaltet wird. ' Sie sehen also, daß die der SASJ angeschlosse« »en Verbände in diesem Jahre nicht nur an einer, sondern an vier groß en Kundgebungen gegenKrieg und Fascismus teilnehmen. Nachdem wir selbst so gewaltige internationale Massenkundgebungen veranstalten, halten wir es nicht für notwendig, unsere Verbände einzu-■ laden, noch eine weitere Massenkundgebung zu beschicken. Die polittsche Wirkung der von uns veranstalteten Kundgebungen wird voraussichtlich so groß sein,, daß es einer neuerlichen Bestätigung in Paris nicht bedarf, um unseren Entschluß zu bekunden, gegen.Kriegsgefahr und FaseiSmuS unsere ganze Kraft einzusehen. Mit soz. Grüßen. Der Kongreß der SASJ Der für den 6. und 7. Oktober einberufciic Kongreß der SASJ dürfte nun wahrscheinlich in Karlsbad stattsinden. Als provisorische Tagesordnung wurde vorgeschlagcn:' 1. Berichte der Funktionäre. 2. Die s p ort- politische Situation. Referent: Deutsch. 3. Unsere technische Arbeit und der internationale Sportverkehr. Referent: Bühren. 4. Presse und Propaganda, Neuwahlen des Büros und Allgemeines. Die Rückkehr der saarländischen sozialistischen Sportler aus Belgien gestaltete sich zu einer g e- waltigen Demonstration. Zehntausendc Menschen hatten sich zum Empfang eingefundcn, die die Saarsportlcr stürmisch begrüßten. Der Empfang war zugleich ein gewaltiger Protest gegen die sogenannte Deutsche Front. Der Jnternatiynafx Jugendtag in Lüttich. Am 4. und 5. August findet in Lüttich eine Masscnkund- gebung der Sozialistischen Jugend statt, in dessen Nahmen auch daö 30jährige Jubiläum der S o z i a l i st i s ch e n A r b e i t- e r- S port- Fäderation der Provinz Lüttich gefeiert wird. Am vergangenen Samstag fand im Lütticher Theater eine gymnastische Abendvcranstaltnng statt, der am Sonntag eine Festversammlung der Föderation folgte. Am Freitag dieser Woche. wurde eine Ausstellung „Der Mensch und der Arbeitersport" eröffnet. Dar Sportprogramm dieses Jugendtreffens bringt am Samstag, den 4. August, eine Abendseier, am Sonntag, den 5. August, vorntittags verschiedene sportliche Veranstaltungen im Stadion Cvinte; nachmittags den Demonstrationszug und Weitere Sportveranstaltungen wie Massenturnen, Leichtathletik, Tennis. Ringkämpfe, Radball. Ankunft der Friedensbotschaft, Vorführungen der Gaumannschaftcn und Fußboll. Den Beschluß der KtmdgcbuNg bildet der Sprechchor „Wir7.. Bom belgischen Arbeitersport. Belgische Arbeiterschwimmer nahmen an einem Wasserballturnier ift Sille(Frankreich) teil. Lille siegte über LenS 11:1, Boulongne schlug Antwerpen 3.2 und im Finale gewann Boulongne gegen Lille 8:3. In den Schwimmbetverbe» gab es u. a. folgende Ergebnisse: 3 mgl 50 Meter Freistile Boulongne 1:56.2' Minuten; 100 Meter Freistil: Chiallier(Frankreich) 1:13 Minuten; 100 Meter Brust: Lispiancr(F.) 1;26 Minuten.— Die besten Ringer der Provinzen Lüttich und Hainant trugen eine» Wettkampf ans, den die Lütticher mit 10 Punkten gewannen.— In der L e i ch't a't h l e t i k'geht e? ebenfalls vorwärts. Bänderwestcn gewann die 100 Meter in 11.2 Sek. und die 1590 Meter in- 4:23 Minute». »ch» Wilm statt des beabsichtigten Grauens nur unbeabsichtigte Komik..Hervorrufen, abgeläst. Dabei sei nicht verkannt, daß die bequeme Straße der Schablone verlassen und das Experiment eines naturalistischen Schreckensszenariums gewagt wird. Schon der Versuch, neue Wege zu gehen, verdient in der Diktaturperiode des ödesten Kitschs ermunternde Erwähnung. . Die Fabel ist höchst simpel. Ein Pariser Offizier wird Leiter einer Sträflingskolonie in Franzö- sisch-Jndochina. Der Fluch des ficberverscuchten Landes erschlägt ihn, zerfrißt seine Ehe mit einer sympathisch-schlichten, trotz' aller Tapferkeit zerbrechenden Frau und läßt ein sexuelles Zwischenspiel von Strindbergscher Düsterkeit, aber ohne Strindbergsche Dichte blutig ausgehen. Der Gespensterreigen schließt, in einem pittoresken Finale, einem Ende ohne Ende gleichsam, einem abrupten Gedänkenftrich—. Gespielt wird zum Teil ganz außerordentlich. Melvyn DouglaS zeichnet den vergehenden Offizier, zusammengepreßt, von einer faszinierenden Monotonie, die dem hoffnungslosen Stil der verdammten Landschaft am ehesten gerecht wird, in den Ausbrüchen von einer geduckten Wildheit, die die üblichen Mittel der pathetischen Pose verschmäht. Ann Har ding, die Frau, spielt mit einer cnt- kitschten Herbheit, die fesselt und mitleiden läßt. Sentimentale Klippen vermeidet sie mit einer Sicherheit des Instinkts, die wirklidhen schauspielerischen Geschmäck beweist. Adolphe Menfo» hingegen, der den erotischen Ztvischcnspielcr gibt, ist in diesem Tanz der Dämonen fehl am Platz. Sein Spiel ist schlvach und gcsichtslos. Landschaftsaufnahmen von vollkommenem Glanz bleiben haften. Und einige Bilder des Zuchthaus- Infernos, die sich wie Holzschnitte dem Gedächtnis aüfztvingen. Pierre. ÜIINWWk»MllMlUn der Arbeiterfürsorge finde« jede« Samstag von 5—7 Uhr im Berein deutscher Arbeiter, Smeckagasir Nr. 27, statt. Parteigenossin! Parteigenoffe! Bist Du schon Mitglied der ftiMetfrennhl wenn nicht, dann tritt bei. w9reniilf#(ift!** Wanzenpanik in England London stark heimgesucht— Debatte im Oberhaut Im englischen Oberhaus hielt Lord Cratr- ford kürzlich eine Rede, die in ganz England ungeheures Aufsehen erregt hat. Diese Rede beschäftigte sich mit nichts anderem als der Wanzenplage, die in England von Monat zu Monat überhand nimmt und sich geradezu zu einer Bolksgefahr auStvächst. Lord Cratvford forderte die Regierung zu energischen Maßnahmen gegen die blutgierigen kleinen Geschöpfe auf und führte zur Kennzeichnung ihrer Gefährlichkeit eine Reihe ,von Falten an. So hätten die Wanzen nicht nur die Vorstädte und Armenviertel Londons erobert» sondern sogar die vornehmen Gegenden der Millionenstadt. So mußte ein ganzes Ministerium für drei Tage geschlossen werden, um es von den blutgierigen Eindringlingen befreien zu können.' Das Ministerium hatte sich nämlich in eine richtige Wanzenbude verwandelt, so daß den Beamten während ihrer Arbeit die Tiere buchstäblich auf den Kopf fielen. In einem änderet» Falle mußte eine der fünf größten Banken Englands für den öffentlichen Verkehr gesperrt werden, weil sie von Wanzen förmlich überschwemmt war und vergast werden mlihte. Eines der größten Hotels von Loudon mußte kürzlich zlueitausend Pfund an die Kammetzjäger zahlen..' Das Ministerium für Volksgesundheit hat auch bereits eine eigene Kominissioi» zum Studium der Wauzenfrage eingesetzt. Ihre Richtlinien werden gedruckt herausgegeben und fanden unter der Bevölkerung reißenden Absatz. Der Präsident des Englischen ChcmictrustS erklärt, daß ungefähr vier Millionen Londoner in Häusern wohnen, die von der Wanzcngefahr bedroht sind. Die gelbe Hölle Dieser Film hat sich ein nicht unbeachtliches Ziel gesteckt: er versucht, das Grauen der Ficberlandschast optisch'einzufangen und darüber hinaus eine filmische Analyse der gepeitschten Nervenstränge jener Unglücklichen-zu geben, die zwischen.Hitze und Alkohol in das klinische Milien per Tropenkollers entgleiten. Trotz manchen Details von erregender Intensität, trotz plastischer Einzelstücke von so kompromißloser Brutalität», daß man entsetzt die Äugen schließen zu müssen glaubt, ist die Arbeit als GaiizcS mißlungen. Eine verworrene Handlung, ein peinlicher Mangel! an formender, konstniktiver Regie(Tay Garneih) 1 läßt die Wirkung verblassen und auS dem schwe- laiiden Grauen auf lange Strecken schwelende Lang-i weile werden.•| DaS Fehlen eines idedlogischen Gesichts kommt hinzu, um den weitgesteckten Vorwurf nicht selten zu' einem direktionslosen Bilderbogen auSeinanderfallen zu lassen. Besonders störend ist die Unterschiedlichkeit des Niveaus; Bilder von stärkster Wucht werden durch gänzlich dilettantische Großaufnahmen, die. 1 Anzeigen: I htlM dar. limmierMdM'• 1 Konkurrenxhalfen H Ult Mtt it(Sold, Platin, Porzellan nb Nantschuk. Arbeiten Ult le Herren Aerzle schnell und billia. Inton Kopackff »htstechnikee, Brade Vkkl., retiste tt. ress I ! s ? s ladlum h e 11 b a d St. Joachlmsthal bei Karlsbad, intlAtr Drt tfutiMI, an bent daS(Habium in Eub. qnz gewonnen wirb. Prächtige Laue am guße brd keUberglilasflbeS in nächster!l!Sk>« van Narksbab liSgNck uipbuSberbtnbmiqeu). GanziSbrig geölluet.>aubl> lifon. bom Mai bis Oktober. Badekur(Triukkurl.. nbakation. Bestrahlung.. Auskünfte durch das«aktifdir ttf mb»«„tebrSamt et. ni«Almk^^'^dingungen: Bet Zustellung in, HauS oper bei Bezug durch die Post monatlich K« 16— vierteljährig K« 48.—, halbjährig Ki 96.—. ganzjährig t« 192.—.- JMerate werden laut Tarts btntflft berechne» Bei öfteren Emschaltnugen Preisnachlaß— Rückstellung von Maniskrlpten erfolgt nur bei Einsendung der Meionrmarken.— Die Zeitungsfpankaturwurdr von der Post- und Telearaphen- * dlrekticm mit krlaß Nr. 18.800/VH/^980 bewilligt.— Druckerei:„OrbiS" Druck- Verlags- und SettungS-S.«S. Prag.