WUWWWM DER DEUTSCHEN SOZI ALDEMOKRATtrCHEK ARBEITERMRTEI IN DER TSCHECNOnOWAMSCHEN REPUBLIK IWCMMT MH AUSNAHME MB MONTAU TMUCH MUH. nomhor und wwMtNN'M»«H.«CNOM« wnmmw. wilMTiai l—Ull sm. H ES AUSOHM 1 SIEGFRIED TAOS* CHEFREDAKTEUR i WIIHHM NIESSNER. WRANVWOMMCMR RRDMTNURi DA. EMU STRAUSS, MAO. 14. Jahrgang Sonntag, S. August 1934 Nr. 181 Nur„Ja“ oder„Nein" Die Volksabstimmung unter demselben Terror wie bisher Bedingungen der Reichswehr? niflcr-Dcitsdiiands wlrtsdialtlkhc sorgen in Spiegel der iranzffslsdieii Presse\. Worte„St r i n" in den dafür vorgesehenen Ureis «in Kreuz fetzt. Di«»Erste Verordnung zur Volksabstimmung über das Staatsoberhaupt des Deutschen Reiche-"(Abstimmungsverordnung) besteht aus sieben Abschnitten, die folgende Ueverschristei» tra. gen: I. Auflegung der Stimmlistenr II. Stimmscheine für Ausländsdeutsche und Angehörige der Besatzung von See- oder Binnenschiffen» III. Stimmabgabe im Reiseverkehr; IV. Abstimmung der Seeleute; V. Abstimmung aus Seefahrzeugen .(Bordabstimmung); VI. Beteiligung der Insassen von Arbeitsdienstlagern an der Bolksabstimmung; VII. Abstimmungszeit. G Die Belgrader„Politika" erfährt von ihrem Berliner Berichterstatter, daß die deutschen Nationalsozialisten vertrauensvoll die Ergebnisse des Plebiszites abtvarten, das ihnen au- vielen Gründen willkommen ist. In der letzten Zeit war das nationalsozialistische Regime' nicht besonders glücklich in Sachen seiner Auslands- und Inlandspolitik. Der 19. August soll nun aller Welt zeigen, daß die gesamte deutsche Nation dem Heu». tigen Regime treu bleibt. Die psychologischen Bedingungen für das Plebiszit werden von Berlin als äußerst günstig bezeichnet. Dir TvauerkmwgebUngen aus Anlaß des Ablebens des Präsidenten Hindenburg und die Art und Weife, wie'das Gesetz über die Uebertragung der gesamten Macht, in die. Häiide Hitlers aufgcnoiqmcn wurde, schlichen nach deutscher Ansicht sämtliche Zweifel an der Stabilität des heutigen Regimes aus. der Einheit von, Staat und nationalsozialistischer Partei versprochen haben. Auch die französische Presse beschäftigt sich mit diesen Dingen und stellt, die Frage, ob sich hinter diesen äuheren Symptomen nicht irgendeine geheime Aktion der Militär k a st e verberge. Zu der Operation vom 2.-August konnte es bloß im Einvernehmen mit der Armee kommen— sagt der„Malin". Die Armee hat begriffen, daß es für ihre Stärke vorteilhaft ist, wenn sie Hitler als ihren Prestigedolmetscher bei der deutschen Nation erhalte; dieser Vorteil besticht jedoch bloß unter der BorauSsetzung, dast Hitler«in verläßlicher Anhänger und Parteigänger der Arme« ist. „L'Ordre" sagt: Die Regierung der Reichswehr dauert weiter an. Hitler ist der Gefangene seines eigenen Gefangenen— der Armee.-Sei dem wie immer, Hitler ist heutr auf dem Höhepunkt angelangt und wird seit-dem heu« tcgen Tage vor der öffentlichen Meinung in seinem Kampfe gegen di« wirtschaftliche Lage, welch« ieyr düster ist, vereinsamt sein. Wie wird er diese schwere Prüfung'bestehen? Auflehnung Frauenfelds gegen Hitler? Das„Weltblatt erfährt aus München: Seit Habicht abgesetzt ist, hat Frauen- f«l d die Führung der österreichischen Emigration an sich gerissen. Er leitete dieser"Tage eine Versammlung der österreichischen Emigranten, die an Adolf Hitler ein Ultimatum stellte«. In diesem wird die unentwegte Fortsetzung, ja Verschärfung deS Kampfes gegen Oester- reich stürmisch gefordert und erklärt, wenn Hitler nicht nachgebe, werden die österreichischen Legionen g«gen ihn Front machen. Frauenfeld sekundieren in diesem Kampf« der frühere Landesleiter Josef P r oksch und der früher« Chefredakteur Egon K o t t. Wie die„Reichspost" auS München meldet, versuchten etwa 2000 österreichische Legionäre aus einem bayerischen Lager auszubrechm. Die SS nahm di« sofortige Verfolgung aus und trieb die Legionär« wieder ins Lager ,«rück. Beisetzung Hindenburgs am Dienstag Die Leiche de» GeneralfeldmarschavS ist Samstag vormittag eingesargt ivorden. Bei der Einsargung waren nur die engsten Familienmitglieder zugegen. Der Sarg ist geschloffen und im Arbeitszimmer' des Reichspräsidenten aufgebahrt worden. Auch die Offiziersehrenwache hat in dem Arbeitszimmer Aufstellung genommen. . Um eine Störung der Beffetzungsfeierlich« festen zu vermeiden, wird am Dienstag, den 7. August,.der Luftraum über dem Tannenberg» Raiionaldenkmal einschließlich eines Umkreises von 1V Km. um das Denkmal als Luftfahrtssperrgebiet erklärt. Das Ueber- flicgen dieses Luftraumes ist unbedingt verboten. Gesandter nasmg vertritt Masaryk beim Begräbnis, Prag, 4. August. Beim Begräbnis des Reichspräsidenten Marschall von Hindenburg in Tannenberg wird den Präsidenten Masaryk der tschechoflowakisch« austerordentliche Gesandte ustd bevollmächtigte Minister in Berlin Dr. B. Mastny vertreten, der auf den Sarg des verstorbenen namens des Präsidenten einen Kranz nicderlege» wird. Am Tage des Begräbnisses des Reichspräsidenten— Dienstag, den 7. August— werden an den Gebäuden des Präsidenten der Tschecho- slolvakischen Republik, der Ministerien und der Zentralämter in Prag die tschechoslowakischen Staatsflaggen auf HaÄmast gehißt werden. Attentatsversuch gegen Roosevelts Zug London, 4. August. Wie Reuter aus Spokane im Staate Washington meldet, wurde dort auf der Eisenbahnstrecke, die der Zug des Präsidenten Roosevelt passieren mutzte, ein Sack mitSprengkapseln gefunden. Glücklicherweise hatten die Behörden umfangreiche vor- sichtSmatzregeln zur Verhinderung eines Anschlages gegen den Präsidenten vorgenommen, so datz der Sprengstoff rechtzeitig gefunden und unschädlich gemacht werden konnte. ncncikMiiim spitzt smi za ' Litauen verbietet 23 reich-deutsche Zeit««»«» ' Kaunas,-. August..Wie amtlich gemeldet wird, sind auf Beschluß des Direktor- des Staats» departesnents 23- führende reichsdeutsche. Zeitungen mit sofortiger Wirkung- bis«inschlietzlich 1. Jänner 193« für die Einfuhr und Verbreitung in Litauen verboten worden. -.Begründet wird diese Maßnahme damit, datz bie; betreffenden reichsdeutschen Zeitungen dau- ernd. beleidigende,; die litauische Oeffentlichkeit aufreizende Nachrichten, und'Artikel veröffentlicht hauen, und eiste systematische Propaganda gegen die Souveränität Litauens im Mestiel-Gebiet geführt hatten. ,Der Inhalt der Zeitungen war der Aufbauarbeit''des unabhängigen Litauens .schädlich, Berlin,-. August. Da- heutige Amtsblatt veröffentlicht den Text deS bekannten Gesetzes, durch welches die Frage der Rachfolgeschaft nach Hindenburg geregelt wird. Auster von dem Reichskanzler und sämtlichen Ministern ist das Gesetz auch vom Vizekanzler von P a p e n unterzeichnet, woraus man entnehmen kann, dast Pape» bisher noch Mitglied deS RrichSkabinettes ist. DaS RrichSgefrtzblatt veröffentlicht ferner zwei Verordnungen zur Durchführung der. „Volksabstimmung über das Staatsoberhaupt des Deutschen Reiche S." Beide Verordnungen tragen die Unterschrift des RrichSministers. des Innern Frick. Die Verordnung zur Durchführung der Bolksabstimmung besteht aus fünf Paragraphen. Rach 8 3 sind auf dem Stimmzettel der bekannte Brief des Reichskanzlers Hitler an den Reich», innrnminister vom S. August und der Beschlust der ReichSregierung zur Herbeiführung einer Volks- abstimmung, gleichfalls vom 2. August 1934, abgedruckt. Darunter stehe« die Wort«:, „Stimmst De, deutscher nenn end De, deutsche rrau, der In diesem Gesetz detrenenen Rctciunt zur Rach 8 4 erfolgt die Stimmabgabe' in der Weife, dast der Stimmberechtigte, der die zur Abstimmung gestellte Frage bejahen will, unter de« vorgedruckten Worte„I a", der Stimmberechtigt«, der sie vernein«« will, unter dem vorgedrucktrn Die scheinbar völlige Kapitulation der Rcichswehrführung vor Hitler, die dadurch zutage trat, datz die Reichswehr noch am Todestag Hindenburgs aufHitler p.ersönlichver- e i d i g t wurde, beschäftigt nach wie vor die auswärtige Presse..... Ein Prager Mittagblatt erfährt dazu„aus bestinformierten konservativen Kreisen", datz die Reichswehrleitung diese Haltung jedoch an schwerwiegende Bedingungen knüpfte, die Hitler— wenn er sie einhälc— säst zum Gefangenen der Armee machen würden. Hiller soll sich verpflichtet haben, zu seinem Stellvertreter den ReichSwehrministrr Blombergs« ernennen und jede politische Entscheidung, insbesondere soweit sie bisher in di« Zuständigkeit deS Reichspräsidenten fiel, an di« Gegenzeichnung de» Reichswehrministers zu binden. In allen, di« Reich-Wehr unmittelbar betreffenden Angelegenheiten soll der Reichsminister allein entscheiden. Für die Volksabstimmung, die auch von der ReichSwehrführung. erzwungen worden fei, seien bestimmte Garantien für, eine . freie(?) Abstimmung festgelegt worden; außerdem soll Hitler Vie allmählich« Auslösung Paris, 4. August. Rach Kommentaren und Kritiken der allgemeinen- politischen Lage in Deutschland nach dem Tod« Hindenburgs, und zwar sowohl im Hinblick, auf.Deutschland selbst als auch auf das übrige Europa, macht die Redaktion des,„I n.t r a n.s i g e a n t" auf die wichtigsten Probleme deS heutigen Deutschland, d. I. auf die e'n o r m e, wirtschaftliche und fin änzi e Xie K r i s e, aufmerksam.... I« Paris sei es kein Geheimnis, datz die finanzielle und wirtschaftliche Lage Deutschland» so. bedrohlich, ist, dast fie den ReichSkänzler' bald zwingen wird, intern a t i o n a l e H i l f e zu suchen. Es ist auch kein Geheimnis, dast'Hitler genötigt fei« wird, von- diese« Standpunkt aus die innerpolitischen Zwistigkeiten zu löse». Der Zwiespalt»ztpischen den konservativen Kreisen und den Kreisen der äußersten Linken der nationalsozialistische!« Bewegung wurde am 30, Juni nicht beseitigt. Im Gegenteil wird diese Frage nach dem Tod«'Hindenburgs-und nach der .Rückkehr der reduzierten nationalsozialistischen Sturmabteilungen vom Urlaub sicherlich noch b r e n n e n d e r werden, und zwar gerade deshalb^'/ weil von ihrer Lösung die Ausficht«« auf ein« internationale Hilfe für das heute völlig isolierte Deutschland athängen werde«.- .!■„Le Jour n a l" schreibt:’ Wir glauben, datz wir nicht viel riskieren. und- datz; wir uns nicht-irren, wenn wir-behaupten, daß die Zukunft Hitlers vielmehr von' dem- Erfolge: der-. Diktatur Schachts als von. dem' Ergebnisse- des. Plebiszits vom>19. August abhängt,-Welches eigentlich nichts anderes als den leidenschaftlichen Wunsch nach ein««:besseren Zukunft verdolmetschen kann. Allein diese Zukunft wird, nicht kommend es wäre denn, datz der Reichsdankpräsident einen Erfolg hätte. InglaiKh Wendung In dem gewaltigen militärischen Wcttrü- sten, an dem alle großen, mittleren und selbst die kleineren Mächte beteiligt sind, bat in der jüngsten Zeit der Ausbau der Luftflotte eine be- sondere Förderung erfahre»:. Die Vereinigten Staaten von Nordamerika, Frankreich, Italien, Deutschland, Japan— alle haben Rioscnpro- gramlne für den Ausbau der Luftschifsahrt in Angriff genommen. In der vorigen Woche hat nun auch das englische Unterhaus einer Regie- rungSvorlage seine Zustimrnung gegeben, die eine Vermehr»ng der gesamten britischen Luftstreitkräfte um rund 60 Prozent vorsieht. Nicht weniger als 41 neue Luftgeschwader sollen gebildet werden, von denen 33 ausdrücklich als zur Landes- Verteidigung bestinunt bezeichnet werden. Diese Ricsenanstrengungen erfassen nur einen Teil der Kriegsrüstungen, deren Umfang durch die gute Konjunktur der englischen Rüstungsindustrie und den günstigen Stand der Rüstungspapiere an den Börsen illustriert wird. Ist auch die englische Aufrüstung keine Angelegenheit, die erst neuerdings begonnen war- den ist, so erscheint sie doch im Einvernehmen mit der Tatsache, daß die englische Regierung hartnäckig an der Galvanisierung der Abrü- stungökonferenz festhält und angesichts der jüngsten Wendung in der engli- schon Außenpolitik in besonderer Be- leuchtung. England, das durch die Fortbildlnig der Luftwaffe die Vorteile seiner insularen Lage im Kriegsfälle iinmer rascher schwinden sicht, hatte auf der Weltabrüst»mgskoi»ferenz eine Abrüstung der Luftstreitkräfte vorgcschlagen. Dar- auf sind die anderen Mächte ebensowenig cinge- gangen, wie England etwa auf eine wirkliche Abrüstung seiner Seestreitkräfte einzugehen bereit ist. Dieses neue Lustflottenrüstungspro- gram»», das etwa zweieinhalb Milliarden Kronen verschlingt, ist einmal die Antwort auf den negativen Ausgang auch dieses Teiles der AbrüstungSverhandlungcn; nicht weniger aber ebenso eine Konsequenz, die die englische Regierung auü der erstrangigen Unsicherheit der internationalen Lage zieht. Die englische Autzenpolitik wurde in den letzten Jahren vor allem von zwei Kon- fliktSherden angezogen: dein i>n Fernen Oste n, wo durch die Eroberungspolitik der japanischen Imperialisten die Gegensätze zu China, Amerika und Rußland immer mehr der Kriegsgefahr entgcgcnreifen. In diesem Konflikt hat die englische Politik— nehmt alles nur in allem— den Imperialisten Japans scktindicrt und sie ist dieser Haltung aus eigenen wohlver- standenen imperialistischen Interessen bis heute treu geblieben. Anders Englands Politik gegenüber bem mitteleuropäischen BSandherd. ES ist vielfach vermerkt worden, daß die fasci- stische Regierung Deutschlands mit ihren provo- zierenden außenpolitischen Vorstößen nicht nur die Duldung der englischen" Diplomatie, sonder«» sogar ihre Unterstützung und Förderung erhalten hat. Der Bruch deS Versailler Vertrages durch die Regierung Hitler, die grandiose mili- tärischc Aufrüstung Deutschlands, das alles m»d noch mehr ließ die englische Regierung ruhig geschehen mit der seltsamen. Begründung, Deutschland dürfe nicht„diskriminiert" werde»», man.»nüssc ihm als. gleichberechtigten Staat die- .selben Rechte gewähren, die die anderen für sich ,in Anspruch nähme»». Diese englische Haltung ist für die fäscistische Regierung eine nicht zu überschätzende Hilfe gewesen. Sie hat dafür oft genüg däs Lob der nationalsozialistischen dqut. schen Kriegstreiber erhalten, die in England be- reits so etwas wie einen.Verbündeten zu-sehe»» begannen. Sie übersahen, dabei, daß England zu dieser»hitlerfreimdlichen" Politik aus Erwägungen kam, die im Interesse seiner Herr- Sette 2 Sonntag, 8. August 1984 «r. 181 I chenden Klasse lagen. England ist in >em anderthalb Jahrzehnt seit dem Ende dcS Weltkrieges wegen der Vorniachtstellung Frankreichs auf dem europäischen Kontinente in den bedeutenden politischen Auseinandersetzungen an der Seite Deutschlands gestanden. Daran konnte auch zunächst der Uebergang Deutschlands zur fascistischen Diktatur nichts ändern. Je mehr die französische Politik die Sicherung des nunmehr aufs schwerste bedrohten europäischen Friedens als Ziel in den Vordergrund stellte, sein Bündnissystem auSzubauen und zu festigen mochte, desto tiefer wurde der Konflikt zu England, daS merkwürdigerweise als„Mut- terland der Demokratie" an der Seite des Deutschlands der blutigen Diktatur verblieb. Erst auf der letzten Völkerbundsversammlung Ende Mai dieses JahreS erfuhr dieser englisch- französische Gegensatz in dem Rededuell SimonS- Barthou eine dramatische Unterstreichung. Dor kurzem ist nun die offizielle Sch'wen- kung in der englischen Politik erfolgt. Mit der Uebernahme des von Frank- reich vorgeschlagenen»Ostlo- Um die Masienabsck'lachtuttg seiner Kameraden am 30. Juni zu rechtfertigen, beschuldigte Hitler die Ermordeten, ein Schlemmer«, Lotter- und Prafferlcben auf Kosten der Aermstcn de» Bolles geführt zu haben und er forderte, der SA-Führer habe ein Borbild der Einfachheit zu sein, nicht einer, der kostbare Diners gibt oder an solchen teilnimmt. Auf einmal! Wie wird einem, wenn man erfährt, daß er selber, der zur Einfachheit Ratende, noch am 28. Juni gemeinsam mü G ö r i n g in E s s e n an der Hochzeit des StaatSrateS und Razi-GauleiterS Terboven teilnahm, bei der ein Prunk entfaltet wurde, der aller Dagewcsenc übersteigt. Lasten wir die Tatsachen nach den Berichten Effener Zeitungen sprechen: Am 27. Juni erschien in diesen Zeitungen ein Aufruf an die Essener Bevölkerung, in dem verkündet wurde: am selben Abend findet aus Anlaß dieser Hochzeit ein F a ck e l z u g der Hitlerjugend, der SA und der SS statt mit Borbeimarsch vor dem Brautpaar. Am Tage darauf während der Hochzeit bleibt der Adolf-Hitler-Platz für den allgemeinen Püblikumsverkehr gesperrt. Der Balkon des Burgcafts Blau ist durch Fahnen und Wimpel geschmückt und für die Fanfarenbläser der HI. reserviert. Auf dem Adolf-Hitler» Platz nehmen 6000Hitler«Jungen Aufstellung. In den Straßen haben die Organisationen der Nationalsozialistischen Arbeiterpartei Spalier zu bilden. Ueber den Fackelzug berichtete die„Effener BolkSzeitung", es hätten sich an ihm sämtliche NS.-Fornuttionen beteiligt: „Die Straßen waren mit Johnen festlich geschmückt. Am Parkhoiel war ein Triumphbogen aufgebaut, ebenfalls war vor dem Hauptportal de» Saalbaues eingroßerTriumph» c a r n o"- Paktes durch England ist eine Verständigung zwischen den beiden Staaten über die europäische Politik erfolgt. Diese Verständigung war umso leichter möglich, weil nach dem 80. Juni und bei dem kaum ver- hüllten starken Anteil der Reichswehr an der fascistischen Diktatur auch der englischen Regie- rung die von diesem Regime drohende Gefahr für den Frieden klar geworden ist. Gewiß sind die hinter der Regierung stehenden Mächte alles andere als Friedensfreunde, aber an einem europäischen Kri eg, der zudem noch von einem schon die Züge der Zersetzung aufweisenden fascistischen Regiment heraufbeschworen wird, haben sie zur. zeit wahrhaftig kein Interesse. Die Probleme, um die es im Fernen Osten geht, sind für sie von viel entscheidender Bedeutung. Hitler hat damit eine wichtige Stiitze für seine außenpolitischen Pläne verloren. Die Wendung der englischen Außenpolitik wird ihn zu neuen Manöver« und zu neuem Nachgebcn zwingen, um dar Ziel, Deutschland zu einer erst- rangigen Militärmacht und imperialistischen Großmacht„emporzuführen", zu erreichen. bogen errichtet. Unter diesem Triumphbogen war ein Podium angeordnet, von dem der Gauleiter,'der von seinem Stab umgeben war, mit seinerBraut den Borbeimarsch de» imposanten Zuge» abnahm. Der Saalbau war in strahlenoe» Licht getaucht. Al» die Spitze de» Fackelzuge» . den Saalbau erreichte, leuchtete auf dem BaUon ein bengalisches Feuer auf, das einen festlichen Glanz verbreitete. Der Borbeimarsch am . Saalbau begann um 22.10 Uhr und dauerte ununterbrochen bis gegen 28.18 Uhr. Man darf annehmen, daß sich an dem Zuge ungefähr 2 0.000 Personen beteiligten... Besonder» reizvoll war da» Bild der in Festuniform marschierenden Knappen... Linen besonderen Eindruck machte der exakte Parademarsch de» Feldjägerkorp»...." Triumphbogen, eine Blumenpracht wie nie, die Nacht durch eigens gelegte Lichtleitungen zum Tag gelichtet— so feiern die Führer d i e s e r„A r b c i t er"-P a r t e i H o ch z eit i Welche Summen dieser Aufwand verschlungen haben mag, das verraten die gleichgeschalteten Zeitungen nicht, ihre Aufgabe war nur, der Freude darüber Ausdruck zu geben, daß Esten nicht einmal in der Zeit, da die Kanonenstadt für aller Herren Länder Kanonen erzeugte, etwas ähnliches zu sehen bekamt... Doch erst die H o ch z e i t l Hitler und Göring waren Trauzeugen, ferner nahmen noch eine ganze Reihe anderer emporgekommener Bonzen tell. Auf dem Standesamt nahm Oberbürgermeister Dr. Reismann- Grone persönlich die Trauung vor und hielt ein« Rede: „Ein seltenes Glück ist heute über Esten auSgestreut. Aus dem uralten Eichbaum, dem Stammbaum der Där Boven, schließt heute de» Ehcbund ein Sproß Josef Terboven, der politische Leiter de» rheinischen Nordwestens.' Er vermählt sich mit einem Fräulein au« dem äußersten Osten. Die zarte Blume kommt au» der Fremde, aber sie ist kein Fremdling, sie kommt al» langjährige Parteigenossin... Und dieses frohe Fest breitet sich au» zu e i n e m politischen und geschichtlichen Ereignis... Wenn heute zu diesem Fest Sic, mein Führer, erschienen sind mit ihren alten treuen GcfolgSmanncn, vor allem mit Ihnen, Herr Ministerpräsident Göring, wenn wir die beiden Ehrenbürger der größten Mctallstadt Deutschlands gleichzeitig begrüßen dürfen, so setzt sich für un» heute diese stattliche Reihe erlauchter Besuche fort, die für die Stadt ein Ruhm und für die Geschichte ein Ereignis stnd. Um diese Stunde festzuhalten, hat die Stadt Esten heute ein Golden«» Buch begonnen. Es soll ein Ausdruck dafür sein, daß heute mit dem„Dritten Reich" und diesem Buch eine Epoche der Stadt eingeleitet wird". Wen bei dieser kriecherischen Rede nicht das Kotzen angeht, der ist um seinen guten Magen zu beneiden. Bei dem Feste blieben natürlich auch die Geschenke nicht aus. Die Frau erhielt ein fa b r i k an e u es w u n d e rb ar e s Auto und groß und klein brachten Gaben. Böse Zungen behaupten, alle die Borfahren von dem früheren kleinen Bankbeamten und jetzigen Staatsrat Terboven, die Kleinbauern, Handwerker, Wirte und Händler dieser Familie hätten seit dem Jahre 1880 zusammen nicht so viele Geschenke erhalten wie der fetzige Gauleiter und seine„zarte Blume" aus dem Osten. Es zeigte sich, welch ein erbärmliches Kriechertum der Nationalsozialismus aufzüchtet: jeder wollte beim Herrn Gauleiter lieb Kind sein und schickte Geschenke. Der Herr Gauleiter und seine„Blume" au» dem Osten braucht auch eine würdige Wohnung und so bezog das edle Paar die Billa de» früheren Oberbürgermeisters Dr. Bracht, in der ihm achtzehnZtmmerzur Verfügung stehen. Bezog früher ein demokratischer Politiker mit seiner kinderreichen Familie ein bescheidenes Haus, schrieben sich die Schmieranten der Nazizeitungen darüber die Finger wund, die Häuser wurden photographiert, doch da zwei junge Leute ein Hau» mit achtzehn Zimmern beziehen, entspricht dies nur der von Hitler geforderten einfachen Lebensführung der SA- Führer. Für Generaloberbonzen ist dies offenbar schon höchste, Bescheidenheit.,. . Noch eine».. Die Essener A r h eit er nehmen jede Woche eine Feierschicht mehr auf sich, um einem weiteren Kameraden die Möglichkeit zur Arbeit zu geben, sie schränken sich ein, damit der Staat und die Stadt die Arbeitslosenunterstützung sparen, doch die nationalsozialistischen Arbeiterretter vergeuden für Ausschmückung der Straßen, für Triumphpforten, für Musik, Fahnen und Feuerwerk au» Anlaß der Hochzeit eine» Gauleiter» öffentliche Gelder in Masten! Und der Führer und sein würdiger Ministerpräsident kamen aus Berlin, um an dieser kostspieligen Hochzeit tellzunehmenl Und da» alles einen Tag vor dem 80. Juni 1984t Bon der Prunkhochzeit zur Mordnacht!... Der Feldzug Wr den Sieg Die cngllidic ArMteritaN MmpM um gesucht, darunter auch ich, zu einer vertrauten Sitzung. Der Plan de» Brande» wurde genau besprochen und jeder gefragt, ob er mitmache, d. h. er wurde unter Eid gelegt, zu schweigen und weitere Befehle abzuwarten. Ein Mann«amen» Lo- bike lehnte ab, er könne e» mit dem Gewissen nicht vereinbaren, das zu tun. Er wurde abgeführt, wir haben ihn nie mehr gesehen, er durfte doch nicht auSsagrn in seinem inner» Druck. Wir an- Agrement für Papen ohne jede Bedingung? Paris, 4. August. Der Wiener Berichterstatter de»„Pari» Soir" erfährt, daß die österreichische Bundesregierung beschlossen habe» dem außerordentlichen Gesandten von Papen da» Agrement ohne irgendein« Bedingung zu erteilen., Der Korrespondent erfährt von einer Persönlichkeit, welche an den Beratungen der maßgebenden österreichischen Kreise über diese Angelegenheit teilgenommen hat, daß der entschiedende Grund für die österreichische Bundesregierung zur Erteilung des Agrements der Wunsch bildete, heiklen Verhandlungen mit Berlin aus dem Wege zu gehen. Der Berichterstatter des Blattes sagt wörtlich:„Da eS sich vor allem um die Erhaltung der österreichischen Unabhängigkeit handelt, muß man einer heiklen Situation um jeden Preis ausweichen und sich Vorbehalte für die Zukunft lasten.". - Ms' „Temps" bemerkt zu dieser Frage, es sei notwendig, daß die Wiener Regierung klar wisse, welchenZweck die Mission PaPenS In Wien verfolge, da ein gewisser Verdacht in dieser Hinsicht wohl begrübet sei. In dem Artikel des Diese» Einschreiten Wied in«ine« Sommu- niquö damit»«gründet, daß di« zwanzig ausgeschlossenen Faseiste« ihre Solidarität mit einem Faseiste« an dm Da, gelegt hätten, der infolge seiner Opposition gegm die Befehle der Partei au» derselben ausgeschlossen worden war. Dieser Faseist soll der unlängst ausgeschlossen« saseistische Führer Leandro Arpinatt sein, der in der AnfangSzett de» FaseiSmu» vnterstaatssrkretär des Inneren gewesen ist. dem ahnten, wohin er kam und schwieg«, wir wutztm, daß wir sonst die Sonn« nicht mehr schei» nen sehen würdm. Ban der Lubbe war dem Stabschef Röhm hörig, und weil er ein gauverrückter Streber war, und sich überall groß machen wollte, wurde er mitbestimmt, dm Reichstag anznzündm, d. h. ihm wurde nichts gesagt von uns, er sollte ganz all«in einsteigen, mit Fackeln, die ihm geliefert wurdm, die Rebenräume an- zündm nach ganz bestimmter Borschrist, wir ater solltm im genau gleichen Zeitpunkt dm großm Saal anzünden mit Explosivbrandstoff. Wir mußtm zweimal nacht» Uebung abhalten und vom Prästdmtenpalai» au» durch dm Kellergang hinstürmen mW wieder forteilm. Ich will mich mit dm Vorarbeiten nicht lange anfhal- tm, jetzt die Ramm nmnm, die direkt beteiligt warm: Heine», Emst, al» Führer, jeder eine Gruppe von 8 Mann, dann Brähm, Stettmann, Nagel, Slrop, KummelSbach, Dieriger, Bratschke, Lehmann, Schmitz und Kruse. Ich kann hmte die genaue Zeit ans die Minute nicht mehr nmnm, al» der Befehl kam in der Rächt de» 27. Februar, al» wir im Keller de» PrästdmtenpalaiS von Göring versammelt wa- rm, daß van der Lubbe bereit» am Haufe ange- kommm sei. Jeder von un» hatte eine» Zellofan- sack mit einem leichtm Pulver darin und eine Rolle Zelluloidstreifen. WaS für Pulver, da» wurde un» nicht gesagt. Wir hattm jeder Befehl, die Säcke an ganz bestimmten Otten aufzustellen, mit dm Streifm zu verbinden und dm Streifen gegen dm AuSgang de» Keller» auszuziehen. Dort standen Ernst»n einem Streisenbündel, am andern Heine» und al» wir un» zurückgezogen hatten zum Kellereingang, zündeten diese auf einen Befehl Röhm», der inzwischen sich überzeugte» daß van der Luppe im Rebensaal herumfprang, die Srei- fen an. Feuerschlangm nach alle«» Seiten, wo der Sack getroffen wurde, ein dumpfer Ton und wie brmnende» Mehl war die Lust voll und sofort Ivar alle» in einen brennenden Dunst ringehüllt. Wir flohm sofort. Da» Werk war getan. Ban der Luppe wurde wie verabredet getroffen, da» sollte ja so sein, man hatte ihm vcrsprochm, daß er nach der vielleicht ziemlich langm Hast, die man eben nicht, vermeiden könne dem Volk« gegenüber, ihn wohl verurteilen werde, aber man werde ihn dann heimlich»«tlassm und mit viel Geld nach Amerika spedierm, wo er e» gut havm könne. Ei» reicher Man«, da könne man schon mal ein paar Monate sitzm» besonders wenn man e» ihm so bequem als möglich mache. WaS diese Lmte gehalten havm? Mich schaudert, wenn ich daran denke, mich schaudert aber auch, wenn ich damn dmke, daß meine Kameraden, denen unter Todesdrohung die Tat abverlangt wurde, alle nach und nach verschwanden, der eine früher, der andere später. Rur Röhm, HeinrS, Ernst und Nagel waren neben mir noch am Leben in der letzten Zeit. Nagel ist aber auch am 30. Juni mit Heine» erschossen worden". „TempS" heißt es weiter: Die österreichischen Bischöfe täuschen sich nicht und ebenso loenig dec Vatikan, der weiß, auf welche Weise Papen das Konkordat zwischen Deutschland und dem Vatikan zustandegebracht hat. ndnwehrkomnilssilr ihr die Alpine Zum neuen Rcgierungskommiffär für die Alpine und alle ihre Unternehmungen wurde der bekannte Heimwehrführer Jng. Josef O b e r« e g e r aus Donawitz ernannt und mit Weitteichenden Vollmachten auSgestattet. Brenner Terror unter den Ausländsdeutschen Wim, 4. August. Die österreichischen AuS« laudskolonien, besonders die in Amerika, richten nach Wien Beschwerden über das Wüten reichsdeutscher Kolonisten gegen die Oesterreicher. Insbesondere in Amerika soft die Lage nach der Ermordung des Bundeskanzlers Dr. Dollfuß unerträglich geworden sein. In der chilenischen Provinz Chantin überfallen reichsdeutsche nationalsozialistisch orientierte Kolonisten die Oesterreicher, wo sie sie treffen, und werfen sie aus den öffentlichen Lokalen heraus. Friedensangebot der neuen Regierung An die Nazi wie an die Arbeiterschaft Im Sitzungssaale de» niederösterreich!,ch«n Landtages fand Samstag eine Trauerkundgebung des niederösterreichischen BauernrateS statt, bei der Bundeskanzler Dr. Schuschnigg u. a. erklärte: wir wollm«ab wünschm dm Friedm. wir schlietzm Frieden mit jedem, der sich bedingungslos vor dm LebmSinteressen des öster- veichifchm Staates beugt und sich bedingungslos zu diesem Staat« bekennt und damit bedingungslos Ehrfurcht vor dem großm Totm zeigt, felbft dann, wmn er erst vor dem gefchkof« fenenen Sarge zu der Ueberzeugung gekommen ist, daß fein bisheriger weg ein Irrweg war. Nach dem Bundeskanzler sprach der Mir.Ister für Land- und Forstwirtschaft R e i t h e r, der u. a. erklärte, daß die Bauern genau wissen, daß sie nicht allein auf der Welt sind. Sie bietm daher allm gutgesinnten Oestee. reichem des Gewertestande», pe» Handel», dm Angestelltmund Beamtm und denArbeitern die Bmderhand zur gemeinsamm Arbeit und zu« heiligm Kampfe für da» Vaterland. Oes rücksichtsvolle nuitardcridit Wien. 4. August. Zum näheren Verständnis de» vom Militärgericht gegen den PutsL.sten Hu dl gefällten Urteils, das bekanntlich auf lebenslänglichen Ketter lautete, verweisen die Blätter darauf, daß von der Verhängung der Todesstrafe u. a. auch deshalb abgesehen wurdet weil Hudl Besitzer hoher KrlegSaus- z e i ch n u n g e n ist. Bor dem Militärgericht in Graz wurde am SamStag der Prozeß gegen den 27jährigen Gastwirt Anton Egghart zu Ende geführt. Die Anklage, die ursprünglich auf Verbrechen gegen das Spreng st offgeseh gelautet hotte, wurde im Verlaufe der Verhandlung auf da» Verbrechen des Hochverrates ausgedehnt. Das Militärgericht verutteilte Egghart wegen Hochverrates zu 15 Jahren schweren Kerker». Bo» dem Verbrechen gegen das Sprengstoffzeseh wurde er freigesprochen. Wiener verwaitundsdcricht setzt Geldstrafen gegen Nazi herab Die Bezirkshauptmannschaft Salzburg hatte seinerzeit zwei Nationalsozialisten zu je 14 Tigen Arrest und zu einer Geldstrafe von je 1900 Shilling verurteilt, weil beide das Anschlägen nationalsozialistischer Proklamationen und die Durchführung von Hakenkreuzmalcreim ang'ordnet hatten. Die beiden Nationalsozialisten hatten gegen die Strafe Rekurs eingebracht. Der Verwaltungsgerichtshof in Wien hat zwar die Beschwerde der beiden Nationalsozialisten abge« wiesen, jedoch die ihnen auferlegte Geldstrafe von 1000 Schilling auf 100 Schilling herabg,setzt. Journalistische riilgKcll Da» eigene Bombenattentat sofort photographiert In Salzburg wurde der reichsdeutsche Staatsbürger Erich B o r ch e rt verhaftet, der sich als Korrespondent amerikanischer Zeitungen und Agenturen betätigte, sich aber auch an nationalsozialistischen Anschlägen beteiligte. Er hat u. a. an einen: nationalsozialistischen Bomucn« attentat gegen die Dreifaltigkeitssäule in Salzburg teilgcnommen. Nach dem Anschlag hatte er sofort dieUeberreste der Säule photographiert. Eine Hausdurchsuchung in seiner Wohnung förderte die Photographie zutage. Ausstellungshalle als Notarrest Die Ausstellungshalle in Innsbruck wurde in einen Notarrest für politische Häftlinge eingerichtet und mit einen: Stacheldrahtzaun umgeben. Die Bewachung wird dem Schuhkorps obliegen. Derzeit sind in Innsbruck gegen 700 Nationalsozialisten verhaftet. Verfahren deden Kuprlan elndcstellt Der ehemalige sozialdemokratische Gemeinde- rat von Innsbruck und Schuhbundführer Gustav K u p r i a n, der im Zuge der Feberereignisse zweimal verhaftet wurde, ist Donnerstag au» der Haft entlasten worden. Das Verfahren gegen ihn wurde endgültig eingestellt. Noch immer rchcr-Prozcsse Bor den: Schwurgerichte in Graz hatten sich in zweitägiger Verhandlung weitere sieben Angeklagte, wegen Teilnahme an den Feberunrnhcn in Eggenberg zu vetantworten. Zwei von ihnen wurden am Samstag wegen Verbrechens des Aufruhrs zu zehn, bzlv. acht Monaten schweren Ker- kers, vier Angeklagte wegen verbrechen« de» Auf- stande» zu Strafen von drei bi» fünf Monaten Kerker verutteilt. Ein Angellagter wurde frei« gesprochen. Ein Reichstagsbrandstifter sagt aus Der Brand unter Führung von Heines und Emst von SA-Leuten gelegt Seite 4 Sonntag, 5. August 11)04 Nr. 181 Togcsnculglfdtcn Sm Dienste kultureller gusammeuarbett Srün d«ng einer deutsch-tschechische« Arbeitsgemeinschaft Das Schulministcrium veranstaltet seit dem Jahre 1033 in den Ferien Schulungskurse für M i t t e l s ch u l p r o f e s s o r e n, die vor allem den jüngeren Professoren Gelegenheit geben, sich in der„zweiten Landessprache" zu vervoll- kommnen und darüber hinaus die Kultur der anderen Landesbewohner genauer kennen zu lernen. Die Initiative zu diesen Kursen ging vom SektionSchcf für das Mittelfchulwesc», Doktor ann Exekution, indem er das Wiener Palais des Fürsten unter Zwangsverwaltung stellen ließ und die Zwangsversteigerung beantragte. Gegen diese Exekution erhob nun der Fürst eine Oppositionsklage, in der er erklärte, daß er weder die verlangten Erze beschaffen könne, noch infolge der strengen Devisenbestimmungen in der Lage sei, einen derart hohen ausländischen Geldbetrag auf» zutreibc». lieber die behaupteten Kalamitäten bei der Geldbeschaffung wurde der Sachverständige Dr. Eugen Schopf einvernommen, der erklärte, daß die Rationälbank für den Bezug einfuhrfreier Waren für Oesterreich und die Tschechoslowakei unter Einhaltung eines besonders vorgeschriebenen Weges jede Menge von Devisen zur Verfügung stelle. Im Hinblick auf diese Angaben, sowie über die Liefe» rungSmöglichkeiten des fwittigen Erzes wies das Gericht schließlich die Klage ab, so daß da» Palais auch weiterhin unter Zwangsverwaltung bleibt. 5000 Pfund bedeuten mehr als 600.000 XL; hier sind ganz bestimmt die in die Hunderttausende gehenden Prozctzkosten nicht inbegriffen und daS sind Prozesse, welche mit dem Streit zwischen Vater und Sohn Lobkoivicz nicht oder wenigstens nicht direkt Zusammenhängen. Der Zentraldirektor Tomäö hat in derselben Zeitlin welcher er die Kohlenförderung am Rudiay-H-Schacht ungeheuerlich in, die Höhe gehen ließ, dem nachbarlichen Kohlenbesitz jedoch so ungewöhnlich« Hindernisse— wie seine berühmten Kohlengärten— in den Weg legt«, den Zinnwalder Bergbetrieb ein fach gesperrt, iueil dort offenbar nicht viel zu holen war und die Situation der Arbeitslosen ihm keine grauen Haare wachsen ließ. Generationen sind im Erzgebirgsbau in Zinnwald herangewachsen und grau geworden. Einem Herrn Tomäö blieb es Vorbehalten, sie in der Zeit der größten Arbeitslosigkeit durch Sperrung des jahrhundertealten Erzbergbaues brotlos zu macken. Bon den Hunderttausenden oder vielleicht Millionen, welche dieser eine verlorene Prozeß verschlingt, hätten sich die bescheidenen Erzgebirgler, an hartes Brot gewöhnt, noch manches Jahr samt ihren Familien erhalten können. Bon der ZivangSvcrwaltung, auch von der eventuellen Zlvangsversteigerung des Wiener Palais des Herrn Ferdinand Zdenko Lob- kowicz werden die Zinnivalder keinen Groschen als Verdienst sehen, aber uns scheint cs, daß sich langsam ein verdientes Schicksal erfüllt. Schwere Cholera-Epidemie in Indien London, 4. August. Im Bezirk G a n- j a in der indischen Provinz Madras i st eine entsetzliche Choleraepidemic ausgebrochen. Zwanzig Aerzte haben sich unverzüglich von Kalkutta aus in Flugzeugen an Ort und Stelle mit Arzneimitteln begeben. Die Landstraßen sind beinahe unpassierbar infolge der ungeheueren Zahl der von Ochsen gezogenen großen Karren, auf denen die Toten zu den landesüblichen Scheiterhaufen befördert ivcrden. Die amtliche Liste der Toten verzeichnet bisher allein mehr als 1000 O-fer, man befürchtet jedoch allgemein, daß dir Zahl weitaus höher ist, weil viele Bauern aus Angst vor Anmeldung bei den Behörden ihre Toten sofort dem Feuer übergeben. Die Arbeit der Aerzte ist außerordentlich crschiverl durch die A b- neigung der Eingeborenen gegen das Impfen, weil sie befürchten, durch eine solche Impfung die G ö t t i n, auf deren Zorn sie die Massencrkrankungcn zurück- ührcn, noch mehr zu reizen! Auch die Zen- tralprovinzcn und die vereinigten Provinzen Indiens sind von der Choleraepidemic erfaßt, die chon mehr als 5500 Opfer seit Anfang Juli 1834 gefordert hat. In den Zrntralprovinzen allein starben in der vorigen Woche 1500 Men- chrn. Strandgut au» Polen Gdingen, 4. August. Polnische Fischer von der Halbinsel Hel begegneten auf der Heimkehr vom Fischfang einige Meilen von der Küste entfernt schwimmenden Baumstämmen, M ö b e l st ü ck e n, verschiedenen Gegenständen und sogar ganzen Hütten, die aus den Wellen trieben. ES handelt sich um traurige Ueberrcste des großen Hochwassers in Polen, die am besten den katastrophalen Umfang der Ucberschwemmungen in: Wcichsclgebict erkennen lassen. Feh am Schnürchen. Einer der pathetischesten Schwäher des Anstro-FasciSmuS ist der Mi- nister Fey. Von jeher war es feine Spezialität, mit seinen militärischen Tugenden zu protzen und sich als den altbewährten Theresienrittor ohne Furcht und Tadel hinzustellcn, den selbst die Hölle nicht schrecken kann. Daß man dein schneidigen Herr» keine» Mangel an Brutalität vor- werfen kann, hat seine unmenschliche Haltung in den Febertagen bewiesen, als er unfair genug war, die heldenmütigen Barrikadenkämpfer des Schutzbundes in der rüdesten Weise zu beschimpfen. Der Maulheld ließ cs sich auch dann nicht nehmen, die mit Hilfe der Kqnonen gestürmten Wohnbauten der Arbeiterschaft zu inspizieren und als dein Herrn angeblich dabei eine verirrte Kugel am RockÜrmcl streifte, mach- ten die willfährigen PrcsseschmockS der Gleichge- schalteten eine ganze rührselige, Heldengcschichte daraus. Nun, der„tapfere" Fey hat inzwischen Proben seines Männermutcs gegeben, als er, in der Bundcskanzlei eingeschlossen, die Putschisten u>n sein Loben anwinselte. Kläglicher und unwürdiger hat sich kaum jemals ain Mann be- nonuncn, als es dieser Thorcsicnritter tat. Die ,.Ond"-Korrcspondcnz weiß über das schniähli- che Verhalten des sauberen Herrn weitere charak- teristische Einzelheiten zu berichten. Als der Ritter Fey vom Balkon herab mit dem draußen stehenden Minister Neustädter-Stürmer verhandelte und ihn dringend bat, von einer Erstürmung abzusehen, /da sonst sein kostbares Leben gefährdet sei, Hatton die Putschisten den Minister mit einer Schnur am Daikon fostgcbnnden. Jam- merschade, daß der Fey in dieser einzigartigen Situation nicht auf die photographische Platte gebannt worden ist. ES wäre eine gar zu nette Illustration zu der schönen Lesebuchlegende de» Regimes von dem„geistesgegenwärtigen und ungebeugten" Minister gewesen. Als die beiden Fascistcn, Fey auf dem Balkon und Ncustädter- Stürmer unten auf der Straße so einander ge- genübcrstanden, gerieten sie sich vor allem Volk derart grimmig in die'Haare, daß die Putschi, sten in der Bundcskanzlei, trotz der Ungemüt, lichkeit ihrer Lage, in ein breites Schmunzeln auSbrachon. Der eine, der unten stand und sich in Freiheit befand, wollte das Prestige des unsäg. lich blamierten BlutreginicS wahren und rief aus, daß er jetzt auf jeden Fall stürmen lasse. Der andere aber, der oben am Schnürchen agier- tc, schrie totenbleich hinunter, daß das auf keinen Fall geschehe» dürfe und daß man unbedingt zu einer Einigung komme» müsse.„Ich befehle Ihnen," schrie der ängstliche Mörder dem Kol- legen zu,-„den Leuten, die die Bundcskanzlei besetzt habe», freies Geleite zu gebenI" Reu- städtcr-Stürmer brüllte pllterrot zurück, daß Fey überhaupt nichts zu befehlen habe, da alle Cxckutiv-Rcchtc auf die Rumpfregierung über- begangen seien. Fey wußte, daß die Putschisten /.seinen Bundeskanzler" umgebracht hatten. Trotzdem wollte er ihnen freies Geleite crfchlei- chcn, nur um selbst ungefährdet aus dein Schla- masfcl herauSzukonuncnl Ein Held, wie er im Buche steht) würdig des Regimes, in dessen blu- tigcn Diensten er steht, kurzum, ein Mensch, mit den untrüglichen Merkinalon dcS„geborenen Führers"— brutal und feige! Eine Masaryk-Büste als Stiftung. Der Antor des 7 Meter hohen Denkmals des Präsidenten der Republik in BoSkovice, Jaros lavOderslh, arbeitet an der Beendigung seines neuen Werkes, einer Büste des Präsidenten der Republik in Ucberlebensgröße. DaS Denkmal ist aus weißem Schiefcrstcin hergcstcllt; aus dem gleichen Ma- tcrial besteht auch der zlvei Meter hohe Sockel mit dem gemeißelten Staatswappen. Die Gesamthöhc des neuen Werkes beträgt mehr als drei Meter, Ta es ein besonderer Wunsch des Autors ist, daß das Werk eine Stadt oder eine Gemeinde erhalte» soll, der die finanziellen Mittel fehlen, uni dem Präsidenten der Republik ein Denkmal errichten zu können, werden auf diesem Wege die zuständigen Faktoren aufgesordert, das Werk persönlich zu bc- ''cktigeu und wegen der Uebernahme mit dem Autor direkt zu verhandeln. Das Werk befindet sich im"Steinbruch des Herrn SoskainB o s t o- Vice, etwa 10 Minuten von der Bezirkslranken- vcrsickerungsanstält entfernt. Oeffentliche Wettbewerbe. Die Zentralsozial« Versicherungsanstalt in Prag schreibt einen öffciit« lichcn Wettbewerb für den Bau einer Zufahrtstraße und für den Unterbau eines Schlcppgclei» seS in Vyönä Hägy in der Hohen Tatra aus. Die detaillierten Bedingungen tverden am 5. August 1834 im Amtsblatt der Tschechoslowaki« scheu Republik in Prag HI., Karmelitskä ul., vcröffcnlicht.— Die. Staatsbahndirektion in Brünn vergibt die Lieferung von Eisenwaren(mit Ausnahme von Schrauben und Nieten) sowie die Lieferung von Gebrauchsgcgcnständen. Der authentische Wortlaut dieser Ausschreibung ist im „Amtsblatt der Tschechoslowakischen Republik", im Amtsblatt des Landcsamtes Brünn und im„Anzeiger für die Eisenbahnen und die Schiffahrt", Prag, vom 11. August 1834 enthalten. Vom Rundfunk tayfllllMMltM«l» kn«tMMKMtXt Montag: Prag, Sender L.: 10: Schallplatte», 10.20: Deutsche Nachrichten, 10.30: Schallplaten, 12.10: Schallplatten, 13.30: Arbeitsmarkt, 15.15: Konzert des Salonorchesters, 17.50: Schallplatten, 18.20: Deutsche Sendung: Summer: In Memoriam Dr. Benedikt Brandl, 18.35: Gartenarchitekt Schlägel: Das Siedlungsproblem und die Erwerbslosen, 18.55: Deutsche Presse, 10.10: Schallplatte», 20.45: Uebertragung vom französischen Musikfestival in Bichh. Sender S.: 14: Klavierkonzert, 14.80: Deutsche Sendung: Schallplatte».— Brünn 12.30: Konzert des Orchesters der arbeitslosen Musiker, 17.45: D en t sche Sendung: Biberle: Tiger auf Jawa, 18.05: Dr. Steinermayr: Wissenswertes aus der englischen Literatur, 18.20: Grieg, 10.80: Harmonikasolo.— Mährisch. Ostrau 18.20: Deutsche Arbeitersendung! Dr. Lederer: Aenderungen des Kapitalismus. Dienstag: Prag, Sender L.: 10: Schallplatte», 10.20: Deutsche Nachrichten, 12.10: Schallplatten, 12.80: Konzert des Salonorchesters, 18.40: Schallplatte»: Brahms. 18.20: Deutsche Sendung: Dichterstundc, Brahms, 18.20: Deutsche Sendung: Dichterstunde, 18.55: Deutsche Presse, 21: Konzert des Orchesters der Prager Sendestatjon, 22.15: Tanzmusik, 22.45: Englische Nachrichten. Sender S.: 10.30: Orchesterkonzerr, 14.40: Lieder von Telemann, 15: Deutsche Presse.— vrän« 41: Schallplatten, 17.55: Konzert der Wiener Philharmoniker auf SchaNplatten, 18.20: Deutsche'Arbeitersendung: Soziale Informationen, Kromer: Kudlich in seinen Briefen.— Mährisch-Oftrau 15.15: Orchesterkonzert, 22.45: Tanzmusik.— Preßburg 18: Schallplatte». Kascha» 18: Ltederkonzert. Christkatholische Gerechtigkeit Diese Justitia Ist das Fundament des katholischen Oesterreich Nr 181. Sonntag, 5. August 1934 „Sozialdemokrat" «eite b Generalprogramm der tschechoslowakische« Sender für da» Jahr 1934—1935. In SliaL trat am 8. August die Vortrag»- und Berichterstattungssektion des tschechoslowakischen Rundfunks zusammen/ um in großen Zügen das Programm für die Periode 1934/35 zusammenzustellen. Beachtenswert ist, daß diesmal Proben von Klassikern und modernen Schriftstellern aus der Weltliteratur in das Programm ausgenommen werden, sollen. Außerdem sollen auch wieder durch den Rundfunk die Werke unserer einheimischen Künstler, und zwar in tschechischer, deutscher und slowakischer Sprache, bekanntgemacht werden. Ferner soll das Rundfunkprogramm durch Reportagen bereichert werden, die auch über die Tätig- keü der Armee, die Erziehung der Soldaten ete. berichten. Auch den Forderungen des RegionaliS- mus wird durch eine ständige Berichterstattung „Aus Stadt und Land" entsprochen werden, wodurch die Bevölkerung Einblick in das Leben'interessanter Gegenden und Gemeinden aus der Republik erhalten soll. Fahrpreisermäßigung für Hopfenpflücker. Vom Landesarbeitsamt in Prag wird amtlich der« lautbart: Anweisungen für Hopfenpflücker für die zulässige Fahrpreisermäßigung auf den tsche- choflowakischen Staatsbahnen nach dem Tarif 4 (etwa 59 Prozent) werden zu 20 Heller per Stück ausschließlich in bett Bczirksanstaltcn für unentgeltliche Arbeitsvermittlung verkauft. Die Partieführer(Führerinnen) von Pflückerpartien wollen sich rechtzeitig diele Legitimationen dort besorgen. In den Anstalten erhalten dieselben auch ein FluMatt, in welchem auch eine Belehrung Wer die Begünstigungen für Hopfenpflücker bei Bahnfahrten enthalten ist, nach welcher genau vorzugehen ist, weiters die„Bedingungen" des Arbeitsvertrage» für die heurige Hopfcnpflückc. Da sowohl die Ausfüllung als auch die vorgeschriebene Beglaubigung der Legitimationen für die Fahrpreisermäßigung die Bezirksanstalten besorgen, haben die Partieführer keine weiteren Gänge, als in di« zuständige öffentliche Arbeitsvermittlungsstelle. Partien, welche keine im voraus vereinbarte Arbeitsstelle bei der Hopfenpflücke hatten, werden kein« Legitimationen ausgestellt. Di« II. Rordböhmifche Ausstrllungsmesse in Lmm, findet vom 18. bis 28. August auf dem ehemaligen Ausstellungsgelände der II. AuSstel» lungSmeffe statt. Aussteller genießen eine 50pro» zentige Ermäßigung für den Warentransport auf den Bahnen. Die AusstellungSfläch« ist sehr billig. Auskünfte erteilt die Leitung der Messe in Laun. Da» grösste tschechoslowakische Kraftwerk wird gebaut. Dieser Tage wurde der Bau des großen ürastwerkeS an der Waag bei P u ch o v vergeben. Der Bau der, Hydrozentral«-upp der Schleusenkammern erfordert allein 11. Millionen;KCk,. für die der Wafferstraßenfonds aufkommt. Der Ge- samiaufwand wird 120 Millionen K£ betragen. Das Elektrizitätswerk wird zwei Turbinen haben, die in der Sekunde 120 Kubikmeter Wasser brauchen und di« von einem acht Kilometer langem Kanal mit 12.5 Meter Gefälle gespeist werden. Die Tagesleistung wird 15.000 Kilowatt, die Gesamtleistung 7.5 Millionen Kilowattstunden betragen. Wafferl«ittmg»iau in Rordböhme«. Der böhmische Landesausschuß hat den Bau von einigen Orts- und Gruppenwasserleitungen im Gebiete von Nordböhmen genehmigt. Den größten Aufwand erfordert der Bau der Wasserleitung für die Stadt Lomniee n. P. und Umgebung mit 4.4 Millionen AL, ferner sollen Wasserleitungen inBeneöov bei Semily, DrZkov, Bzi und B r a n o v errichtet werden. Di« Stefänik> Bolkssternwa rt« in Prag ist im Monate August für das Publikum täglich außer an Montagen um 20 Uhr, für Vereinsbesuch« um 21 Uhr zugänglich; letztere müssen jedoch im Büro der Warte vorher angemeldet werden(Telephon 468—05). Jeden Sonntag ist die Sternwarte auch um 10 lchr geöffnet, weiters um 15 und um 20 Uhr. Zugang zur Sternwarte von der oberen Station der Drahtseilbahn auf dem Peticin. Beobachtungsprogramm: In der ersten Hälfte des August können die Planeten Jupiter und Saturn beobachtet werden(allerdings bloß bei sehr günstiger Witterung, wenn es bis zum Horizont hin klar und heiter ist). In der zweiten Hälfte des August können der Mond und der Planet Saturn beobachtet werden. Kurse für Instrumentalistinnen der Zahnärzte und Zahnambulatorien. Am Staatlichen Institut für Zahnheilkunde in Prag XII.« Krä« lovskö Vinohrady, Föchova tk. Nr. 84, werden wiederum vom 1. September 1984 ab, Kurse für Instrumentalistinnen der Zahnärzte und Zahnambulatorien veranstaltet werden. Gestempelte Gesuche, die mit dem Geburtsschein und dem Heimatschein, sowie mit dem Zeugnis Uber die Absolvierung einer Volksschule zu belegen find, sind an die obgenannte Adresse des Instituts zu richten, wo auch die näheren Bedingungen. bekanntgegeben werden. ES werden nur Mädchen ausgenommen, die das 18. Lebensjahr bereits erreicht haben. Die Sesrlflug-Kurse der Masaryk-Flugfiga, die am 12. d. M. beginnen, sind bereits voll besetzt und weitere Anmeldungen können nicht mehr berücksichtigt werden. Im ganzen sind 58 Teilnehmer angemeldet. Die SegelflugwettbeweWe beginnen am 2. September. ES sind bereits 20 Flugzeuge und 80 Piloten angemeldet. Der Minister für nationale Verteidigung B. Brädckk widmete aus der Flugsammlung für den Segelflug 200.000.— AL. In der Moldau ertrunken. Freitag wurden in den Abendstunden auf der Insel Troja Männerkleider gefunden, gu denen sich niemand meldete. Laut Nachforschungen handelt e» sich um die Kleider des 48jährigen Tischlers Rudolf No» väk aus Bubeneö, der am gleichen Tage an der genannten Stelle badete und wahrscheinlich ertrank. LirbeSdrama in Weinberg«. In einer Fremdenpension in Weinberge stürzte sich am Freitag vormittag Frau Christine Bondy von dem Dachgarten des siebenstöckigen Hause», wo fie seit vierzehn Tagen gewöhnt hatte, in den Hof hinab. Sie fiel auf den Kühler eine» im Hose stehenden Auto« auf und blieb tot liegen. Frau Bondy war die Frau de» ehemaligen österreichischen Generalkonsuls in Konstanfinopel. Die Ehe wurde vor einigen Jahren geschieden, und Frau Bondy lebte seitdem in Prag. Seit einigen Jahren unterhielt sie eine Bekanntschaft mit dem Mitchef einer Prager Weinfirma, der sich ihretwegen scheiden lassen wollte. Infolge von Familienszenen, die sich daraus ergaben, erlitt der Fabrikant einen Nervenzusammenbruch und begab sich in«in Wiener Sanatorium. Als nun Frau Bondy di« Nachricht von seinem plötzlichen Tode erhielt, begab sie sich, mit einemStraßenanzug bekleidet, auf die Dachterrasse, wo sie sich zu sonnen pflegte, ging aber geradewegs auf die Brüstung zu und stürzte sich in die Tiefe. Wetterbericht. Das Eindringen kühlerer Lust au» Westen macht in unseren Gegeirden allmählich Fortschritte. In Bayern war eS Samstag bereits recht kühl. München hatte um 14 Uhr bloß 18 Grad. Auch in Frankreich wurden rund 15 Grad bei unbeständigen: Wetter verzeichnet. Rttra hatte dagegen 84 Brad, Budapest 85 Brad. I« der Nähe der Wärmegrenze wurden bereit» auch in Mähren Gewitter verzeichnet. Die Wetterverschlechterung wird sich voraussichtlich weiter ostwärts aulbreiten.— Wahrscheinliche» Wetter von heute: Im Wchtteile der Republik vorwiegend bewölkt, Regung zu Regen, mäßig kühl, westliche Winde. In den mittleren Teilen de» Staate» nach Gewittern kühler. Im Osten zunächst im ganzen schön und heiß. Später stellenweise Gewitter.— Wetteraussichten für Montag: Unbeständig, auch im Osten nach Bewittern Abkühlung. Wiener Grossbäckereien überlassen Kleingebäck de« Bäckermeistern. Zwischen der Wiener Bäckervereinigung und den Großbäckereien wurde ein Abkommen erzielt, demzufolge die größten Unternehmungen, wie die Ankerbrotfabrik und die Hammerbrotwerke, die Erzeugung von Kleingebäck den Keinen Bäckern überlassen werden. Da» Abkommen tritt in vier Wochen in Kraft. Bergarbeiterschutz i« schwerer Krisenzeit Sozialpolitische und arbeiterrechtliche Gesetzgeb««» in der Tschechoslowakischen Republik«ährend der RegierungSteilnahme der sozialdemokratischen Parteien. Unter diesem Titel ist eine von der„Union der Bergarbeiter" herauSgegebene interessante Broschüre erschienen, welche dem Internationalen Bergarbeiterkongreß gewidmet ist, der vom 8. bi» 9. August 1934 in Lille(Frankreich), abgehalten Wird. DaS Titelblatt der'Broschüre ist mit dem Bilde des Genossen Dr. Ludwig E z e ch geschmückt, unter dessen Ministerschaft, wie gesagt wird,„die für die Bergarbeiter wichtigen und vorteilhaften Gesetze geschaffen wurden". Der Zweck der Broschüre soll eS sein, die internationale Bergarbeiteröffentlichkeit mit allen jenen Gesetzen und Verordnungen auf sozialpolitischem und arbeitSrechlli» chem Gebiete bekannt zu machen, welche in den Jahren der grüßten volkswirtschaftlichen Erschütterungen für die Bergarbeiter geschaffen wurden. Nach einer Einleitung, in welcher ganz allgemein über diese Gesetze gesprochen wird, werden dann die Gesetze und Verordnungen im Wortlaut wie« dergcgebcn. So das Gesetz über die Berufskrankheiten, die Novelle zum Gesetz über die Bergbauschiedsgerichte, die Abänderung des allgemeinen Berggesetzes» das Gesetz über die Bergwerksinspektion, UnsäUschicdSgerichtsbarkeit. Verlängerung der Gültigkeit der Kollektwverträge, Erweiterung der Befugnisse der Betriebs« und Revierräte, und die sogenannt« Prager Vereinbarung(Regelung der Arbeitsverhältniss« der Bergarbeiter). Konjunktur in der Stoffhandschuh- Industrie Die Stoffhandschuh-Industrie hat in den letzten Monaten ihren Produktionsaufschwung fortgesetzt. Die Ausfuhr hat in den ersten fünf Monaten des Jahres 1934 sogar einen neuen Rekordstand erreicht. So hat sich die Baumwoll- handschuh-AuSfuhr nahezu verdoppelt. Bon 2,052.000 Paar ist sie auf 3,986.000 Paar gestiegen. Die Ausfuhr von Handschuhen aus Seide und Wolle konnte sogar verdreifacht werden, vom Jänner bis Mai 1984 wurden 448.000 Paar Sei- J. 178. För Herren-Flor- halbsocken mH eingewebtem Gummiband.- den« und 98.000 Paar Wollhandschuhe ausgeführt, während in dem gleichen Zeitraum des Vorjahre» nur 152.000, bzw. 33.000 Paar zur Ausfuhr gelangten. Diese Sonderkonjunktur in der Stoffhandschuh-Industrie hat ihre Anregung einmal von der Mode erhalten, die jetzt Stoffhandschuhe stärker bevorzugt, und zum anderen von dem Boykott deutscher Waren. Während die tschechoslowakische Stoffhandschuh-Industrie ihren Export so beträchtlich zu steigern vermochte, ist die veutsche Ausfuhr von Seiden« und Wollhandschuhcn nur unbedeutend gesttegen, die von Baumwollhandschuhen sogar erheblich zurückgegangen. Die tschechoslowakische Textilproduktion Gleichlaufend mit der internationalen Textilkonjunktur nahm auch die Textilproduktion in der Tschechoslowakischen Republik in den ersten Monaten dieses Jahres eine aufsteigende Entwicklung. Sie wurde hier durch die Währungsabwertung gefördert und konnte ihren Höchststand noch im Mai behaupten, als in anderen Ländern bereits eine rückläufige Entwicklung begonnen hatte. Seht mqn dir-Produktion vyn 1928. gleich 100, so betrug sie in den ersten Monaten.dieses Jahres:: Jänner..». 69.5 Feber..... 74.7 März..... 83.0 April..... 88.9 Mai..... 83.4 Im vergleich mit den anderen führenden Textilländcrn der Welt hat sich die tschechoslowakische Produktion gut erhalten. Einen höheren Stand erreicht die Textilindustrie in Japan, Kanada, England, Oesterreich, Deutschland, während die Bereinigten Staaten von Nordamerika im Monat Mai etwa auf der gleichen Höhe bleiben. In Frankreich und Polen liegt die Textilprodul- tion zum Teil erheblich darunter. Im Ium und Juli ist nun allerdings die Textilkonjunktur auch in unserem Lande zum Stillstand gekommen und in einzelnen Zweigen hat die Produktion eine rückläufige Entwicklung genommen. Vom Armier Rundiunh Die BerichtSwoche begann statt mit einem blauen mit einem bunten Montag, für den Straönice ein Mischmasch von. Schlager-Schallplatten kredenzte, garniert mit den verbindenden Worten einer um delikate Herrichwng sichtlich mit Eifer bemühte» Tamcnstimme. Dafür gabs am Abend cttoaS für den Geist und seine Schulung: Dr. Hahn la» au» dem Buche„Die Steigerung der geisttgen Leistungsfähigkeit" das Kapitel„Rationelle Gedächtniswirtschaft", warnte vor unnötiger Ueberlastting des Gedächtnisses mit Merkstoff und empfahl Nachschlagwcrke. Nachher untersuchte Dr. L o r e n z in einem Borttage„Volksfest und Bolkswerdung", was an werwollem Gut in den Volksfesten zu finden sei. Er stützte sich dabei auf Gottfried Keller» Erzählung„Das Fähnlein der sieben Aufrechten" und kam in seiner Betrachtung zu dem Ergebnis, daß Volksfeste von der Seel« der Volksgemeinschaft mehr zeigen als politische Parteien; daß in ihnen«ine Sittenschule für die Jugend gegeben, eine ständige Erneuenmg des Volkes gesichert sei, wenn das ganze voll Träger solcher Feste sei, und wenn ihnen wegen des Gehaltes an Natur- svmbolik und als Wahrer alten BrauchwmS geistiger Gehalt zuzusprechen ist;- Maibaumfest«, Osterreiten, Volksspiele, Jahrmärkte.... seien in diesem Sinne Restgüter wertvoller BolkSfestlichkeit, und in den Schützenfesten— wenn sie auch bei un» oft nur lokalen Charakter haben— lebe doch noch der revolutionär-demokratische Geist desBürgertum» von 1848, für das die Waffe das Sinnbild der politischen. Freiheit war! (Was etwa noch nachher kam, weiß ich nicht; ich mußte ausschalten und für einige Augenblicke dem Dickicht dieser Heimatwurzelgräbergedanken entfliehen!).— Am Dienstag kam über Stratnice«in im Gewirr unklarer Darstellung erstickter Vortrag über den Kampf des Forfünanne» gegen Baumschädlinge. Jng, Erich Keieber mag Wohl«in sehr tüchtiger Fachmann sein; vorzutragen vermag er nicht. Dafür hatte man nachher ein ungetrübte» Vergnügen und einen uneingeschränkten künstlerischen Genuß an den Liedern und Schnurren, die Prof. Josef Prächner zur Laute sang. Es sind wahre Perlen heiterer BollSpoesie; die von Prachner meist selbst gesetzte Begleitung steigert die Leuchtkraft und al» Sänger ist Prachner der Meister vollendeter musikalischer Gestaltung.— Am Abend entwickelte Dr. Husth ein wirtschaftliches Relief, da» die Stabilisierung der wirtschaftlichen Besserung verzeichnete. Im Wesentlichen hörte man, daß der Markt befestigt, der Index im Kleinverkehr gestiegen sei, daß die Industrie ihre Beschäftigung behaupten könne; daß sich der Güterumlauf bessere, freilich mit ungünstigem Inkasso; daß die Staatseinnahmen das Budget mit 97 Prozent erfüllen; daß es jetzt nötig sei, das brache Kapital lebendig zu machen und den Geldmarkt zu mobilisieren. Der Export nach Deutschland u:w England sei gut; der nach Oesterreich und Frankreich befriedigt nicht. Die Baubewetzung sei noch immer schwach; die Steuernachläffe bei Reparaturen und besonderen Adaptterungen(Ausbau von Kellern zum Schuhe gegen Fliegerangriffe) lassen Belebung erhoffen. Nachher la» der Böhmerwaldschriftsteller Johann Peter au» Winterberg das Kapitel„Das Nordlicht" au» seiner mit viel Liebe zur Natur erfüllten, sehr brav geformten, ansonsten aber über das Niveau einer frömmelnden, harmlosen Kalendergeschichte nicht weit hinausreichenden Erzählung„Der Richterbub".— Unnatürlich in der Komposition und unschön dilettantisch in der Wiedergabe war der am Mitttvoch über StraSnice geleitete Hörbericht.„WirgehenHopfenpflücken"; eine besonder» seltsame Erfindung ist es. wenn ein in den Hopfengaffen gesungener Lied auf dem Klavier begleitet wird; drollig muß dar sein!— Das Libliher Programm vom gleichen Tage erfuhr eine vollständige Aenderung. Dr. Walter Marra» berichtete sehr ausführlich und sehr liebevoll über zwei neue Bücher de» Gen. Josef Mühlberger: sein Schauspiel„Wallenstein" und die Erzählung„Die Knaben und der Fluß". Rach dem Berichte gestaltet Mühlberger in seinen:„Wallenstein" da» Heldentum des Friedenswillens, die tragischen Mächte, die über der Geschichte walten. DaS Schauspiel entsteht aus der schöpferischen Begegnung des böhmisch-mährischen Wirklichkeitssinnes und des schlesischen GestaltungS- willcns. Die Aufführung de» Werke» Im Deutschen Theater ju Prag ist für den Herbst zu erwarten.— Die Erzählung von der Liebe zweier Knaben zu einem Mädchen ertvächst aus des Dichters großem Gefühl- für die Einheit von Mensch und Natur und ist die Furcht tiefer poetischer Erkenntnis für die Verbundenheit menschlicher Art mit dem Boden, der sie Lcsttmmt.— In der Arbeitersendung sprach S. W. Baumgartl über die„Grundlagen eines gewerblichen Wohlstandes". Der vom Urproto- plaSma bis zur Gegenwartsgesellschaft reichende historische Ueberblick erscheint mir in seiner Geschichtlichkeit ebenso- zweifelhaft, wie die Folgerung, daß der Kapitalismus so viele neue ArbcitSmöglichkeiten schaffe, daß Handwerk und Getoerbe heute allen Grund haben,, optimistisch der Entwicklung zu vertrauen. In diesem historischen Rüstzeug stimmt viele» ebenso wenig wie in dem sprachlichen Gefüge de» Bortrage», der zudem recht mangelhaft gelesen wurde.— Am Donnerstag verdolmetschte der Straö- niher Sender die Notrufe des Gewerberate» Dr. Kreisel für, das deutsche Gast» und Schankgewerbe.- Er klagte wegen der Schäden durch die Grenzschwierigkeiten, wegen de» steten Rückganges im Fremdenverkttjr; er verlanate strengere Brütuno bei der Erteilung neuer Konzessionen, vor allem Würdigung der Gutachten der Gewerbegenossenschaften; er verurteilte die Protektionen, die durch Interventionen der Politiker geschaffen werden; betonte, daß es zu vrele Verkaufsstellen für Flaschenbier gebe; wetterte gegen die privaten AuSkochcrcicn und wies hin auf den großen Schaden, der dem Gewerbe entsteht durch die. Sport- und EnthaltsamkeitSbewcgung. Kommt doch wieder und mehr als früher ins Gasthaus! Trier Ruf müsse endlich gehört werden!!— Nachher gabs Schallplattenkonzert; folgerichtig hätte man Trinklieder auflegcn i ollen; man hörte aber einige auserlesen schöne Dinge, vor allem die„Variation" von Adam-Mozart, unübertrefflich gesungen von L. Szabo.—- Eine sehr gedankenvolle Betrachtung über Stifters Roman„Witiko" und die Gegenwart brachte die Liblitzer Sendung an: Freitag von Redakteur Josef Franz. Ja, der in das Bild von den Bruderkämpfcn um die Herrschaft in Böhmen gestellte Reiter aus dem südlichen Grenzgebiete, der unbestechliche Sucher nach Recht und Wahrheit. Dieser eindeutige Kämpfer für eindeutige Gesinnung und staatliche Ordnung, dieser Witiko steht angesichts einer haßvoll zerrissenen,, vom Geschrei des Maulheldentums erfüllten und von betrügerischen Abenteuern klug genützten Zeit vor einer ähnlichen Situation wie wir; sein Urteil über Recht und Unrecht kann nicht ohne Bedeutung sein, wenn e» Stifter uns übernrittclt Im ersten Buche eine» geplanten gigantischen historischen Gemälde» von der Geschichte Böhmens, Mährens und Schlesiens, eines Werkes, dessen Vollendung der Tod hinderte,— Die Arbcitersendung am Freitag, ein Vortrag des Genossen Ernst Paul, entfiel, aus den in der Sam».- tag-Numnicr unseres Blattes kritisierten Gründen— dasür gab eS Schallplatten l Ernst Thöner. Seift- „Sozialdemokrat" Sonntag, 3. August 1931. Nr. 131 K. L. Di eh l unerträglich„männlich" in der Ausgabe für neurotische Backfische, und Ralph ktz, thur Roberts, der Ausländer ans Berlin— Wedding. Der einzige Lichtblick im Schwarz der Misere: Richard Romanowsky, der d«, allerdings stereotypen Professor seinen delikaten Ln. mor lieh. Das Publikum, soweit es nicht den Schreck«, überschlummerte, zischte. Ein allzu wohlerzogenes Publikum—I PRAG Vcrdnsnadiriditcn Ausflug nach Luuratiee zu serem beliebten Badeort«. Was, serrutschbahn,' Volleybal-Platz, Musikkapelle beim Strand, als, alles vorhanden für, einen gemüt- lichen Tag. Treffpunkt, Achtung! 8 Uhr Endstation der Icker in Kakerov. Pünktlicher Abmarsch, Nachzügler gehen allein. AtuS Prag. Am Montag, den 6. August l. I., beginnen wir mit unserem Schaffen wie folgt: Montag 7 bis S Uhr: Turnerinnen; Dienstag 7 bick 9 Uhr: Turner; Mittwoch ab 7 Uhr: Leichtathletik; Donnerstag 7 bis 0 Uhr: Turnerinnen; Freitag.7 bis v Uhr: Turner; Samstag nachmittag?: Ball, spiele; Sonntag: Wanderungen. Der techn. Ausschuss. Diese Turnstunden finden in der Stkpanska(Gymnasium) statt, miileilungen der„Urania“ HtMia*Riao „DaS verliebte Hotel" mit Auutz Oudra. I, den weiteren Hauptrollen: Peter Bost, Erika Männer, Matthias Wiemann. Ausgezeichnetes Bripw. gram«:„Oberon-Ouverture", gespielt von den Berliner Philharmonikern unter der Leitung von Bruno Walter,„Wien beim Wein" mit Picraver und die Wochenschau. Heute Sonntag Vorstellungen 4, 6, viertel 9 Uhr. Fernsprecher 81623, 82441, Klimentskä 4. Urania-Knltursilmvorfiihrung:.^imatschal, der Thron der Gitter". Bilder von der letzten internatio, nalen Himalaya-Expedition. NurMontag, viertel v Uhr. t ge- ge- ein der Blumen an allen Fenstern! Welche Freude für den Besitzer wie für den Beschauer! Wenn Sie Ihr» grünen Lieblinge kräftigen und zu reichem Blüh« bringen wollen, verwenden Sie„Blumen-Zauber- düng", ein erprobtes, billiges Düngemittel, eta wahrer Wundertrank für Ihre Blumen. Jetzt müssen Sie mit dem Dungguss beginnen! 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Es wäre ja so nett, einmal ein unkompliziertes, wirkliches Lustspiel als sommerliches Unterhaltungsgeschenk zu geniessen, ein Lustspiel, das mit Witz, beschwingter Laune und einem Mindestmass an Kultur hcrge- stcllt ist. Der entsetzliche Mangel an Charme, der Pointen mit dem Strohbesen hinklatscht und uns Wanzenpanik in England London stark hcimgesucht— Debatte im Oberhaus Im englischen Oberhaus hielt Lord Craw- ford kürzlich eine Rede, die in ganz Engländ ungeheures Aufsehen erregt hat. Diese Rede beschäftigte sich mit nichts anderem als der Wanzen-, plage, die in England von Monat zu Monat überhand nimmt und sich geradezu zu einer BolkSgefahr auswächst. Lord Crawford forderte die Regierung zu energischen Massnahmen gegen die blutgieägen kleinen Geschöpfe auf und führte zur Kennzeichnung ihrer Gefährlichkeit eine Reihe von Fakten an. So hätten die Wanzen nicht nur die Vorstädte und Armenviertel Londons erobert, sondern sogar die vornehmen Gegenden der Millionenstadt. So musste ein ganzes Ministerium für drei Tage geschloffen werden, um es von den blutgierigen Eindringlingen befreien zu können. DaS Ministerium hatte sich nämlich in eine richtige Wanzenbude vcrlvandclt, so dass den Beamten während ihrer Arbeit die Tiere buchstäblich auf den Kopf fielen. In einem anderen Falle musste eine der fünf grössten Banken Englands für den öffentlichen Verkehr gesperrt werden, weil sie von Wanzen förmlich überschwemmt war und vergast werden musste. Eines der grössten Hotels von London muhte kürzlich zweitausend Pfund an die Kammerjäger zahlen. DaS Ministerium fiir Volksgesundheit hat auch bereits eine eigene Kommission zum Studium der Wanzenfrage eingesetzt. Ihre Richtlinien werden gedruckt herausgegeben und fanden unter der Bevölkerung reissenden Absatz. Der Präsident des Englischen Chemietrusts erklärt, dass ungefähr vier Millionen Londoner in Häusern wohnen- die von der Wanzcngefahr bedroht sind. Bezugsbedingungen: Bet Zustellung tnS Haus oder bet Bezug durch die Poft monatlich XL 16.—. vierteljährig Kt 48.—. halbjährig XL 06.—. ganzjährig XL 192.—.— Inserate werden laut Tarif' billigst berechnet. Bei öfteren Einschaltungen Preisnachlass.— Rückstellung von Maniflripten erfolgt nur bei Einst»düng der Reioimnarken— Die ZettungSfrankatur wurde von der Bost» und Lelearanben« direktion mit krlass Nr. 18.800/VII/1980 bewilligt,—Druckeret:„Orbis"; Druck-,' Verlags« und ZettungS-A.-G.. Prag. AngesteUtenversammlnng in Prag- Oeffentliche BecelNevetimmnlnnft über daS neue Privatangestellten- Gesetz n Mittwoch, den 8. Anjjüft- 8 Uhr abnch im H andwerkerheim, Tmekly. Angestellte auS Handel- Industrie nnd Btt- kehr seid zahlreich zur Stelle. Allgemeiner Angestelllenverband- Reich«- berg, Ortsgruppe Prag H- Rärodni tk. ck, S. St., Kanzlristundrn jeden Mittwech 7 biS 8 Uhr. Seit mehr als 360 Jahren hält das Meer an der Westküste Schottlands in der Bucht vou Tobermory den Kricgsschatz der grossen spanischen Armada gefangen, der ans weit über eine Milliarde Schilling zu schätzen ist. Die Weltmacht Spanien wollte damals ganz England erobern. Auf einer riesigen Flotte wurden 50.000 Soldaten bis in den Acrmelkanal gebracht. Ein gewaltiger Sturm kam England zu Hilfe, ein grosser Teil der Flotte wurde vom Sturm vernichtet. Das Admiralschiff mit dem Kricgsschatz der Spanier wurde an die Westlüste von Schottland verschlagen und erlitt das Schicksal vieler anderer Schiffe jener damals grössten Flotte der Wett, es versank. Man kennt genau die Stelle, wo das Wrack mit den vielen Millionen im Meere liegt. Taucher sind schon wiederholt an das Schiff herangckommen und haben sogar einzelne wertvolle Goldgcgenstände an die Oberfläche gebracht. Heftige Meeresströmungen haben bisher jeden Versuch, das viele Gold dem Rkeer zu entreissen, verhindert. Die Gefahr fiir die Taucher ist so gross, dass schaurige Gespenstergeschichten und Sagen die Unmöglichkeit, den Schatz zu heben, auf Geister und Fabettiere, die das Gold behüten, zurückführe». Run wird mit den Hilfsmitteln der modernen Technik versucht, den Inhalt der riesigen Eisentruhen. in denen das Barrengold und die Goldmünzen der Armada cingeschloffen sind, zu heben. Die englische Regierung und der Eigentümer der Jnfick- Mull, der Herzog von Argyl haben gegen die entsprechende Beteiligung einer englischen Ge« sellfchaft die Erlaubnis zu den Bergungsversuchen «Witt. Roch ein Kriegsschatz, der gehoben wird. Auch im Ruffisch-Japanischen Krieg wurde ein grosser Goldschatz ins Meer versenkt. Bor genau 30 Jahren haben die Japaner das russische Kriegsschiff„Petropawls w s k" im Gelben Meer in eine Falle gelockt und versentt. 600 Matrosen haben den Trick der Japaner mit ihrem Leben bezahlt. Mit dem Schiff ist auch der berühmt« russische Schlachtenmaler W e r e st s ch a- gin zugrunde gegangen, der zu Studienzwccken die gefährliche Ausfahrt trotz aller Warnungen mitgemacht hat. Japan will seinen damaligen Sieg noch voll auSnuhen und die 50 Millionen Goldrubel, die nfit dem ruffischen Schlachtcnschisf untergegangen sind, heben lassen. Man hat jahrelang nach dem versunkenen Schiff gesucht, und hat es im vorigen Jahr in der Nähe der Küste in einer Tiefe von 90 Metern gefunden. Auch dieses Schiff wird von reissenden Strömungen umspült. Zudem herrschen in jener Gegend- so viele Stürme» dass es schwer ist, die Bergungsschiffe zu verankern. Aber das Gold lockt und-auch im fernen Osten wird darum der Kampf gegen die Naturgcwalten des MeereS weitergeführt.- Der Schatz der«San Fernando". Der phantasievollste Romanschriftsteller hätte die Schicksale der„S a n Fernando" nicht dramatischer gestalten können, die jetzt 200 Meter tief bei der englischen Kolonie Santa Lucia im Meer begraben liegt. Der König von Spanien hatte gegen Ende des 16. Jahrhunderts seinem Gouverneur den Befehl geschickt, wieder einmal Gold an das„Mutterland" zu senden. Der wackere Gouverneur lieh einige Stammesfürsten der Eingeborenen foltern und einige andere hinrichten und bekam in sechs Monaten die gewünschte Goldladung zusammen. Man konnte gar nicht alles in Kisten und Truhen unterbringen. Grosse Mengen Schmucksachen und MAiizcn wurden lose in den unteren Schiffsraum geschüttet. Rach den vorhandenen Aufzeichnungen hatte die Ladung einen Wert von 130 Millionen Dollar. Durch die Leichtfertigkeit des Kommandanten geriet das Schiff am 10. April 1507 auf eine Klippe und war in wenigen Minuten versunken. Der Goldschatz der„San Fernando" wurde wiederholt entdeckt, denn er lag zuerst nur etwa 40 Meter ficf. Manche aufregenden romantische Ber- gungöversuche scheiterten an den unzulänglichen Hilfsmitteln, und mancher tüchtige Taucher hat bei diesen Versuchen sein Leben eingebüsst. Ein geradezu tragisches Geschick beendete den Versuch, der vor etwa 80 Jahren von einer englischen Gesellschaft unternommen wurde. Die berühmtesten japanischen Taucher waren für die Arbeit verpflichtet. Sie hatten bei dem ersten Versuch schon einen Menschenschädcl aus dem SchiffSinncrn heraufgebracht, der ganz mit Gold gefüllt Ivar. Denn mit dem Schiff waren 64 indianische Rudersklaven untergegangen, die an ihre Ruderbänke festgeschmiedet waren. In zwei langen Reihen bewachten ihre Skelette in dem untergegangenen Schiff scheinbar den Goldschatz. Der grausige Anblick hatte- die Nerven der Taucher zerrüttet. Als sie sich nach zweistündiger Arbeit, von einem Truggebilde ersckircckt, plötzlich Hochziehen liessen, blieb einer von ihnen im Sparrenwerk des Schiffes hängen. Trotz aller Anstrengungen konnte man ihn aus seiner Lage nicht befreien. Man versuchte es schliesslich mit Gewalt und liess daS Drahtseil, an dem der Taucher hing, von, einem Dampfboot schleppen. Das Seil riss und kam ohne den Tau- Abenteuer 1« Südexpretz Selbst tropische Temperaturen sind für daS strafwürdige Delikt, derart indiskutablen Schund vollsinnigen Menschen vorznsetzen, kein Milderungsgrund. Der Kinobesucher ist gewiss ein Mensch mit abgestumpften Nerven, ein trainiertes Individuum also, das schon eine gute Portion Blödelei ertragen kann! Wie aber hier zur überdimensionalen Dummheit des Manuskripts und dem ungehemmten Ge- kitsch systematisch ruinierter Schauspieler die aus Nuancen sichtbare Aufgeblähtheit braun-barbarischer Lebensbetrachtung kommt, das ist schlechthin unerträglich! Da ist ein schneidiger Offizier, delikater Wei- bergeschichtcn wegen aus dem Korps hiuausgewor- fen, der wie ein galanter Fememörder im Ruhestand aussieht. Er geht als Schlafwagenschaffner und verliebt sich sogleich in eine gänzlich unmotiviert im Schnellzug-Wagen erster Klaffe singende Dame, an der anderen, neben allzu viel Schminke, nur Ihr betont lebloses Spiel auffällt. Nach fachgerechter Erlediguug eines Hochstapler-Nebenbuhlers, der nichts anderes zu tun hat. als so gebrochen deutsch zu sprechen, dass man ihn: den Berliner sogleich anhört, avanciert, der Herzensbrecher mit der Umlege- Bisage zur Gattin besagter Liedersängerin, die ne«, ben zwischendurch einmal gestohlenen Juwelen ein Hotel und das notwendige happy end einer höchst situierten Ehe zur Verfügung stellt. Den ganzen Unsinn soll ein„komischer" Professor bewässern, der jene Kalauer zu absolvieren hat, die einst der selige Noah, der ewigen Wiederholungen überdrüssig, aus seiner Arche verwies. Zu allem Unglück ist noch festzustellen, dass «in Mann von den Oualitäten Erich Waschneks für die Regie dieses Abfalls missbraucht wurde. . Charlotte Susa, die Dame mit dem ent« die Laune eines hinterpommerschen BiertischS so 1 fesselten Kehlkopf, war niedlich und limonadenblass, cher an die Oberfläche. Aber daS versunkene Schiff hatte sich bei der Gewaltanwendung umgelegt und war, lvie inan von der Klippe aus sehen konnte, in die Tiefe gerutscht. Fast schon erreicht, ging der Goldschatz wieder verloren. Wohl hatten die retteten Taucher ihre Brusttaschcn mit Gold füllt, aber dieses Gold war weiter nichts als Beweis, dass der Schatz schon greifbar war, nun für lange Zeit unerreichbar bleibt. Ungrhovene Goldschätze. In vielen Meeren warten noch grosse-Goldladungen auf ihre Bergung. Mit der„Titanic" sind etwa 20 Millionen in Gold in eine Tiefe von 4000 Meter versunken. Sie sind wohl für immer verloren. Die„Laurcntic", die im Jahre 1017 torpediert wurde, hatte Goldbarren für 100 Millionen Mark an Bord. -Aus der„Ozeana", die 1912 im Aermel- kanal versank, wurde für mehr als 10 Millionen Mark Silber geborgen. Der Schatz der„Lusitiana" beträgt etwa 200 Millionen Doll«. Bei Scbastopol liegt in einer englischen Fregatte Gold für ctlva 200 Millionen englischen Sovereigns 70 Meter tief im Meer. I» der Bucht von Vigo, an der spanischen Küste, liegt seit 1702 die spanische Silberflotte mit einem Schatz von 800 Millionen Schilling. DaS sind nur einige der bekannten und verbürgten Edelmetalladungen, die auf ihre Hebung warten. Das Mittelländische' Meer soll aus früheren Jahrhunderten reich an untergegangenen Goldladungen sein, upd aus der Zeit der spanischen Weltherrschaft werden von Stürmen der Nordsee noch oft einzelne Goldmünzen an Land geworfen, die von den versunkenen Schätzen herrühren. Es hat sich bereits eine ganze Industrie entwickelt, die sich mit der Hebung und Bergung gesunkener Schiffe befasst, und in immer steigen dem Matze gelingt es, dem Meer seinen Raub zu entreissen. Aber noch immer ist diese Bergung ein aufregender und gefährlicher Kampf. Die Arbeit des Tauchers ist noch immer ein abenteuerlicher und gefährlicher Beruf in unserer sonst so nüchterisen Welt. Jng. Kurt Werner. vehement zwischen die Füsse wirft, dass man HalS und Beine bricht, sind eS, die einen zur schärfsten Ablehnung zwingen. Muss denn Poffisches, Federleichtes, immer beleidigend albern und fast körperlich schmerzhaft blöd sein? Dieser Wochenendzauber ist eS leider. Aber.« kommt schliesslich auch aus Hitler-Deutschland, wo man bekanntlich die Einfälle als staatsgefährlich „auf der Flucht" zu erschiessen pflegt. Ein Bade- zauber, der einem schon nach zehn Mitiuien zum Halse herauSwächst, mit Wassernixen und Sony« im Herzen, Scgelbootbildern und dem rosigen Happyend des ClichLS. Die Verfertiger des Schmarrens schämen sich nicht, daS Arbeitslosenproblem, allerdings nach Leyscher Manier zu behandeln. Ein bankrottierter Jüngling(Herr T h i m i g) tritt auf, der vom„Kohldampfschieben" glatt zur Geflügelfarm und zur wafferstoftsuperoxydblonden Braut avanciert. Herr K a m p e r s ist rauh und die Dame DeyerS ist blond. Es gibt Leute, die sie für schön, viele, die sie für fad halten. Für talentiert hält sie wohl niemand. Bon ihr vielleicht abgesehen. Ein verlorener Abend. Kein Fundbüro der Welt kann ihn zurückgeben. Pierre. Phyalkal. dIMtet. Heilmethoden— MrotMmi ««R Proto».— Cbelunt Dr. J. Neue ebener. Auskunftei Kuranstalt oder durch K lifts' Prag II» Tomkova 11., Goldschätze ans dem Meeresgrund Herrenlose Milliarden in Edelmetall Prager Zeitung Kleinkrieg am Wege In einer kleinen Seitengaffe der Stadt Prag. Träge lastet ein heisser Vormittag. Die wenigen Fussgänger, die um diese Stunde das Gässchen durchqueren, gehen gemächlich, ohne Eile. Zwei junge LdM, bor mir auf dein Bürgersteig, machen plötzlich halt und sehen mit amüsiertem Lächeln auf etwas, das sich vor ihren Augen abzuspielen scheint. Ich trete näher. Vor der offenen Tür einer kleinen Kneipe bietet sich uns Dreien ein sonderbarer Anblick. Ein Kampf zwischen Hund und Katze. Das härt sich nicht so sonderbar an, denn die Feindschaft zwischen Hund und Katze ist uralt und bekannt. Doch sonderbar, nein geradezu grotesk, wirkt diese Szene durch die Verschiedenheit der Gegner. Der Hund ist nämlich gross. Für einen Hund geradezu ungewöhnlich gross. Irgendeine jener Promenadenmischungen, wie man ihr häufig begegnet. Von einem Stammbaum kann keineswegs die Rede sein. DaS Kätzchen aber ist klein. Selbst für ein junges Kätzchen geradezu ungewöhnlich klein. Eigentlich liegt dort im Hausflur nur ein winziger schwarzsamtener Ball, aus dem es faucht und zischt und manchmal grün und böse funkelt. Der grosse Hund und das kleine Kätzchen kämpfen wütend miteinander. Jeder mit seinen Waffen. Der Hund bellt, fletscht die Zähne, versucht Flankenangriff und Biffe. Das Kätzchen faucht, zischt, zückt die Krallen, spitz und lveiss leuchten sie plötzlich aus dem samtenen Schlvarz hervor, hackt zu, furchtlos gegenüber dem so viel grösseren Feind. Und gespannt stehen alle, wie Spanier beim Stier-, Mexikaner beim Hahnen-, und der Prager beim Fuhballkampf. Sieger bleibt das Kätzchen. Mit seinen scharfen Krallen, dem weihen Zischen und dem bösen grünen Funkeln gelingt es ihm, den grossen Hund in die Flucht zu schlagen. Erst sieht es sogar aus, als wolle das Kätzchen den Flüchtenden noch verfolgen. Aber dann— kurzes Ueberlcgen, und schon liegt die Siegerin träge blinzelnd, alle Viere von sich gestreckt, vorm HauSeingang in der Sonne und geniesst voller Behagen seinen Sieg. Katja.