14 Jahrgang Dienstag, 28. August 1S34 Nr. 200 ri -rnak' *’. al£ a«a. WKM SW7. AMMNMUlinNIMDN 53076. HERAUSGEBER! SIEGFRIED TAUB. CHEFREDAKTEUR! WILHELM NIESSNER. VERANTWORTLICHER REDAKTEURi DR. EMIL STRAUSS, PRAG. Erpressungsversuch in Genf Du österreichische Gefängnis Wien 2V. August. In den Heiden Landes- geeichten Wie« befinden sich derzeit noch insgesamt 56 Feber-Häftlinge unter diesen im Straf. LandeSgericht I aufirr den Schutzbündlern auch die ehemaligen Mitglieder deS sozialdemokratischen ParteioorstandeS Krau Gabriela Prost, Hella Postranerky, General Körner, Dr. Danneberg und Helmer. Die beiden letztem waren vorübergehend in ärztlicher Behandlung und wurden nun wieder dem LandrS- gericht überstellt. Der ehemalige Bürgermeister von Wien, Seitz, der ebenfalls im Landesgericht I unter- gebracht war, wurde in das Sanatorium auf dem Semmering überführt, Frau Anna S e v e r auf die pftzchiätrifche Klinik. Das Schicksal dieser 56 verhafteten wird sich in der nächsten Zeit ent. scheidens Eugen Reichsverweser statt Niklas? Das Haus Habsburg schmiedet kiftue PUine Paris, 27. August. Dar„Exzelsior" bringt einen ausführlichen Bericht über den Familienrat der Habsburger in Mariazell, welcher in den letzten Tagen unter dem Vorsitze des ehemaligen Erzherzogs Eugen stattsand. Es wurde über verschiedene HeiratSpläne Ottos, vorzugsweise mit einer italienischen Prinzessin, beraten. Der in Ungarn wohnende Friedrich Habsburg soll darauf verwiesen haben, daß in der letzten Zeit eine Abkühlung unter sehr zahlreichen ungarischen' Monarchisten zu verzeichnen ist, da Zita und Otto der Restaurierung der Habsburger. in Oesterreich den Vorzug vor jener in llngarn geben. Der Sohn Friedrichs, Albrecht, soll zwar freiwillig zugunsten Ottos zurückgetre- ten sein, doch sollen die Monarchisten in Ungarn einen anderen Thronkandidaten aufgestellt haben, und zwar den in Ungarn sehr beliebten Sohn des ehemaligen Erzherzogs Joseph. Die österreichischen Monarchisten denke« ' daran, daß nach dem Präsidenten Mitlas . Eugen von HabSburg dessen Nachfol ger mit dem Tttel eines ReichSverwe» ’ fers«erden falle. Dieser würde Otto den Weg ebnen. Der Korrespondent deS„Exzelsior" macht femer ans die Propaganda aufmerksam, welche der ehemalige König von Spanien AlfonS XHI. in verschiedenen europäischen Länder« ' zugunstm der Habsburger untemimmt. Ne Nazi-Protektoren müssen gehen Wien, 26. August. Die Firma Giemens- Echuckert hat ihren Wiener Generaldirektor Georg Reinhardt in die Zentrale nach Deutschland abberufen und wird ihn durch einen Oesterreicher ersetzen. Am Mittwoch wird in einer Sitzung der Alpine-Montangesellschaft, an der auch ein Bevollmächtigter des deutschen Stahl- konzernS teilnehmen wird, das Schicksal des Generaldirektors der Alpine, Apold, entschieden werden.' Gestern wurde eine Konferenz der StaatS- kommissärS für Privatunternehmungen in Kärnten mit den Vertretern der amerikanisch-österreichischen Magnesitwerke Radenthein abgehalten, die sich ebenfalls mit den vorzunehmenden Maßnahmen, die eine Säuberung des Betriebes von nationalsozialistisch belasteten Angestellten zum Zwecke haben, befaßte, und in der eine Einigung erzielt wurde, die in den nächsten Tagen effektuiert werden wird. „.oder uhlen . Die Eintreibung deS Schadenersatzes für die durch den Juli-Putsch verursachten Schäden wurde nunmehr auch auf Kärnten ausgedehnt, wo der Sicherheitskommissär gestern den drei ehemaligen Führern der nationalsozialistischen Bewegung eine Geldentschädigung in der Gesamthöhe von 150,000 Schilling vorschrieb, und zwar 50.000 Schilling dem Besitzer des Schlosses Hornstein, Freiherrn Sterneck, und 100.000 Schilling tzeg Brüder« Fimder. Lnwsjtrieöe m Mölblmg. Das Blatt Schuschniggs urglert Europas„Dankbarkeit** Wien, 27. August. Finanzminister Dr. Bnresch und Präsident der Oestrrrrichischen Rationalbank Kienböck werden sich Ende der Woche nach Genf begeben, um an den Beratungen des FinanzkomiteeS deS BölkrrbnndeS teilzunehnien, dir am 2. September beginnen. Für den 6. September ist die Sitzung des Kontroll» komitreS angefetzt worden. Bon der österreichischen Delegation wird zunächst über die Entwicklung deS Budgets und über die Finanzgebarnng Bericht erstattet, sowie schließlich über die Konversion der Bölkerbnndanleihe verhandelt werden. DaS offiziöse„ReuigkeitSbla t t" deutet ganz offen an, daß die derzeitigen öfter, reichischrn Machthaber die Herbsttagung deS Völkerbundes zu einer kleinen finanziellen Erpressung benutzen werde«. DaS Blatt schreibt nämlich: Ehrenbreitenstein bei Koblenz, 27. August. Gestern veranstaltete die„Deutsche Front" in Ehrenbreitenstein eine Kundgebung für den Anschluß der Saar an Hitler-Deutschland, die vom Reichspropagandaniinifterium in der großzügigsten Weise ohne Rücksicht auf die Kosten als Schau- und Spektakelstück allerersten Ranges aufgezogen worden war. Nach Meldungen des DNB schätzte mmr die Zahl der Teilnehmer auf 400.000, die zum großen Teil in Sonderzügen u m s o» st aus den anschließenden deutschen Gebieten an den Ort der Kundgebung befördert worden waren. Hitler selbst war als Redner aufgeboten. Er sprach viel von dem Beispiel einer„unvergleichlichen Einigkeit", das das deutsche Volt gegeben habe, und skizzierte dann die Richtlinien des politischen Programmes seiner Regierung. Außenpolitisch sei dies die Wahrung des Friedens(?), jedoch auch die Sicherung der Gleichberechtigung Deutschlands und die Verteidigung der Freiheit und Ehre des deutschen Volkes. Jnnerpolitisch sei trotz allen Schwierigkeiten, auf die er stoße, der Erfolg seiner Politik unermeßlich(I). Wenn die Welt sie trotzdem«'greife, so seien das nur„böswillige Ehrabschneider". Sodann protestierte Hiller— angesichts der 400.000 katholischen Saarwähler— gegen die dem Nationalsozialismus gemachten Borwürfe daß er die christliche Kirche in Deutschland verfolge. DaS Dritte Reich respektiere die Religion und habe keine Maßnahmen gegen die Kirchen getroffen. Deutschland» rief Hitler aus, erachtet das Saargebiet als einen indirekten Bestandteil seines großen Vaterlandes. In dem Augenblick, l>is ihr in die große deutsche Familie zurückkehrt, werden wir in Euch keineParteiman- ner sehen, Ihr alle 800.000 werdet für uns ebenso solche Deutsche sein» wie wir sind. Machtvolle Gegenkundgebung Dagegen hatten die Linksparteien unter Führung der Sozialdemokratie zu einer Ge- genk und g e b n n g nach Sakzönch eingeladen, an der stch nach Pariser Blättermeldungen 70.000 Personen beteiligten. Im Gegensatz zu den 130.000 Nationalsozialisten auS dem Reiche, die umsonst nach Ehrenbreitenstein befördert wurden, mutzten die Teilnehmer der Grgenkundgebung für die Kosten der Fahrt natürlich selbst aufkommen. Rund 200.000 Saar- Oesterreich hat in einem Fahr mit Aufbietung aller seiner Kräfte auf seinem Gebiet zweimal den europäischen Frieden gerettet. ES wäre nicht- mehr al- eine praktische Anerkennung dieses hervorragenden Eintreten- Oesterreichs für den europäischen Frieden, wen« die Mächte und Staaten Europas sich nicht immer unr ihre- Interesse-, sondern auch ihrer Verpflichtung entsännen. Ist di« Unabhängigkeit und Freiheit Oesterreichs den europäischen Staaten so viel wert, wie e- di« intemationale Oeffentlich- keit bst genug anerkannt hat, dann ist E u r o p a zn praktischemD a n k verpflichtet, dann hat«S teilzunehmen an den Lasten, die in Oesterreich zu jener Kriegsbereitschaft notwendig waren, die den Frieden sichern mutzte. katholike«, die einen abwartenden Standpunkt einnehmen, sollen den Kundgebungen ferngebliebe« sein. Papen durch„Krankheit“ entschuldigt Der außerordentliche Gesandte Deutschlands in Oesterreich Vizekanzler a. D. von Papen, der sich zur Zeit auf seinem Gut Wallerfangen im Saargebiet aufhält und am Sonntag auf der Saarkundgebung auf dem Ehrenbreitstein ebenfalls das Wort nehmen sollte, ist an einem alten Leiden wiederum erkrankt und war deshalb am Sonntag am Erscheinen verhindert. Zu der Nachricht, Gesandter von Papen sei krankheitshalber verhindert gewesen, an der ge- strigen Manifestation bei Koblenz teilzunehmen und dort eine Rede zu halten, erklären nach einer HavaSmeldung Bewohner der Gemeinde Wallerfangen, wo Papen auf Urlaub weilt, daß sie den ehemaligen Vizekanzler noch am Freitag abend spazieren gehen sahen und daß er einen durch au s g e s u n d on E i n d r u ck gemacht habe. Kühle Aufnahme In Paris Pari-, 87. August. Die französische Press« betont in ihren Kommentaren zur gestrigen Rede Hitlers in Ehrenbreitstein, haß der Standpunkt Frankreichs gegenüber Deutschland weiterhin ein abwartender bleibt. Der«Te m p s" sägt: die Rede Hitler- kann den Standpunkt Frankreichs in der Angelegenheit des Saarple- | biszitS in k e i n e r Weise ändern. Dieser Standpunkt besteht einzig darin, daß die Wahlfreiheit gesichert werde und die Bestimmungen des Vertrages eingehalten werden. Frankreich bleibt sowohl vor dem Plebiszit als auch nach diesem bereit, alle Reden anzuhören, die zur Festigung des Friedens beitragen wollen. Es wird sie aber nur dann in Erwägung ziehen, tvenn den Roden Ta t e n Nachfolgen werden, die sie bestättgen. Uebrigens, sagt der„Temps" zum Schluß, diente die■ Manifestation von Sonntag nur dazu, um in der Rheinprovinz unter den Katholiken eine Kampagne für Hitler zu entfachen, denn bei der Volksabstimmung vom 10. August hat es sich gezeigt, daß der Eifer des Rheinlandes für Hitler nachläßt. Einsiedel nnd Oherleutensdorf Nicht gegeneinander. sondern miteinander! Das nationale Zusammenleben der Völker hat manche Aehnlichkeit mit dem Privatdasein der Menschen. Umso glücklicher ist gewöhnlich eine Ehe, je weniger sie Gesprächsstoff liefert. Ein Ehekrach spricht sich bald in der Nachbarschaft herum. Wächst ein Eheskandal heraus, dann sind alle Einzelheiten der liebevollsten und weitesten Verbreitung sicher. Nun wäre es eine Uebertreibung, die Ehe, welche Tschechen und Deutsche in diesem Staate miteinander führen, besonders glücklich zu nen- nen. Genau so übertrieben erscheint es jedoch, diese Ehe als hoffnungslos unglücklich zu be- zeichnen. Die nationale Zusammenarbeit leidet irgendwie an einem akustischen Mangel.-Eine seit Jahrzehnten durch nationalistische Beeinflussung verkrüppelte öffentliche Meinung reagiert auf die LebenSvorgänge dieses BölkerstaateS verschieden. Beispiele nationaler Verträglichkeit und Zusanr- menarbeit haben begründete Aussichten, von 90 Prozent aller Zeitungen totgeschwiegen zu wer- den. Jeder lokale Zwischenfall von nationalpoli- tischer Färbung beschäftigt hier wochenlang die Blätter und Blättchen. In Einsiedel haben an zwei Sonnta- gen Deutsche und Tschechen gegeneinander manifestiert.(Auch wenn den deutschen Veranstaltern ursprünglich jede agressive Absicht fern gelegen sein mag, so ist jedenfalls nicht anzunehmen, daß gerade dieses Fest des Bundes der Deutschen in den Dienst der nationalen Versühnung gestellt war.) Auf beiden Seiten möge» bei den Auszügen einige hundert Personen mitgetan haben. Durch den Zwischenfall mit der Staatsflagge wuchs hier ein Lokalereignis zu nahezu gesanit- staatlicher Bedeutung empor. Wir wollen die im Abflauen befindliche Diskussion über Einsiedel nicht wieder aufwärmen. Ein Vergleich mit einer viel erfreulicher verlaufenen politischen Manife- station sei aber gestattet. Sonntag fand inOberleutensdorf ei» wahrhaft imposanter Kreistag der sozialisti. scheu Jugend für das Gebiet Teplitz-Saaz statt. Im Festzuge marschierten 2000 frische Burschen und Mädels, Turner und Turnerinnen, sowie einige Hundertschaften unserer Republikanischen Arbeiterwehr. 5000 Menschen legten auf der großen Festkundgebnng ein Gelöbnis zu den gro- ßen Idealen des Sozialismus, zur demokratischen Republik und zur freiheitlichen Zusammenarbeit ihrer Völker ab. Deutsche und tschechische Jugend, redner ergriffen nebeneinander das Wort, verdolmetschen die gleich eJugendnot und das gleiche Jugend wollen. Gemein- sam ist ja der tschechischen und deutschen Arbeiterjugend von heute das furchtbare Krisenerleb nis. Der mörderische Druck der Rationalisierung, die Schrecken der Arbeitslosigkeit, die Unsicherheit des Morgen lasten auf den jungen Generationen beider Völker. Zwischen der alte- ren Generation steht das Kriegserlebnis. Deutsche und Tschechen haben den Weltkrieg und seine unmittelbaren Ergebnisse von verschiedenen Stand- orten erlebt: die einen als Sieger, die anderen als Besiegte. DasKrisen erleb nisaber hatverbindende Kraft. Mögen die Härtegrade der Krisenlvirknng auch national verschieden sein— wir haben den größeren Notstand der deutschen Randgebiete stets hervörgehoben—- so sind die arbeitenden Schichten auf deutscher wie auf tschechischer Seite durch den Lauf der Krise iin Wesen doch vor die gleichen Probleme gestellt worden. ES gibt keine deutschnationale Krisenlösung und keine tschechischnationale I ES kann nur soziale, planwirtschaftliche und, wenn die Krisenno: dauernd überwunden werden soll, s o z i a I i st i s ch e K r i s e n m a ß na h- m c n geben. DaS gilt vor allem für jene Aktiv- Der Kämpf ern die Saar Friedensschalmeien Hitlers Sette 2 Dienstag, 28. August 1984 nen, die int Interesse der arbeitenden Jugend unternominen werden inüssen. Diese Jugend, die sich ani Sonntag auf dem heißumstrittenei' Boden Nordwcstböhmcns zu brüderlicher Gemeinschaft bekannt, leidet b i t t e r st c N o t. Während zu den Kundgebun- gen der fascistischen Gruppen die Teilnehmer aus ollen Windrichtungen mit Lastautos und Autobussen zusammengeholt werden, tippeln die ar- beitslosen Jungsozialisten viele Stunden lang über staubige Strotzen, kaum einen roten Heller in der Tasche, zu ihren Veranstaltungen. Ein herrlicher Idealismus lebt in diesem Geschlecht, eine tiefe Gläubigkeit, ein stahlharter Wille, sich nicht unterkricgen zu lassen und die Welt, deren Stiefkinder sie sind, neu zu formen. Diesen jungen Arbeitern und Arbeiterin- nen ist das Bekenntnis zur demokratischen Republik, zu ihren Freiheiten und sozialen Errungen- schäften wahre Herzenssache. Sie stehen zur Republik aus innerster Ueberzeugung. Ein friedliches Zusanimcnlebcn freier und glücklicher Völker herbeiführen zu helfen, betrachten sie als ihre Lebensaufgabe. Wohl dein Staate, der das große ideelle und politische Gut, welches diese jungen Menschen verkörpern, nutzbar zu machen versteht! Welchen Weg die Entwicklung auch gehen mag in dem fiebernden Europa und in die- sein Lande, das die schwersten europäischen Probleme in sich birgt— es müssen mutige Bekenner, tapfere Soldaten des nationalen Friedens da sein, um den Lauf der Dinge zum Guten zu lenken. Je höher die nationalistische Flut steigt, desto größer ist ihre geschichtliche Mission. Die brüderliche Verbundenheit der deutschen und tschechischen Arbeiter und ihrer jungen Genera- tion sind in dieser gefahrvollen Zeit eine der wich- tigsten Bürgschaften der Sicherheit und des Gedeihens der Republik. Der Obmann unseres Sozialistischen Ju- 'g'endverbandcs, Genosse K e r n, hüt auf dem Massenmeeting in Oberlcutensdorf aber auch eine ernste Mahnung ausgesprochen, die von keiner Prager Regierungsstelle überhört werden soll. Die Demokratie ist einer Jugend, die sich in schwerster Stunde zu ihr bekennt, tatkräftige Hilfe i« ihren menschlichen und sozialen Nöten schuldig. Der fruchtlose Nationalisnius, der durch den Zwischenfall von Einsiedel hüben und drüben auf den Plan gerilfen wurde, führt ins Leere. Die gemeinsame Maiiifestation deutscher und tschechischer Fungsozialisten in Oberlcutensdorf weist den Weg zuni gemeinsamen Schicksals- kämpf der Nationen, zur sozialen Erneuerung der Republik. «r. 20Q Pollzelkommlssär a. D. organisiert Nachrichtendienst Wien, 27. August. Wie das„Wiener Man« tagSblatt" erfährt, wurde hier der ehemalige Polizeikomniissar Dr. B e g u S verhaftet, der nach dem JuIi Krebs an nationaler Verhetzung geleistet haben. Diese Methode verdient schärfste Anprangerung und Ablehnung. Gajda in Haft. Der Fascistenführer Gajda hatte um weiteren Aufschub des Vollzuges der restlichen Gefängnisstrafe angesucht, die chm im Zusammenhang mit dem Schimiher Kasernensturm zudiktiert worden war. Das Obergericht hat dieses Ansuchen jedoch abschlägig beschießen und Gajda aufgefordcrt, die Strafe sofort beim Prager Kreisgericht fürStrafsachen anzutreten. Gajda hat sich daraufhin gestern um 18 Uhr zum Strafantritt gemeldet und wurde in die Pankratzer Strafanstalt eingclicfert. 35 /y. FRITZ ROSENFELD: öd n** CUjutta X Einer aber träumte weiter seinen Traum. Einer ritt hinter dem Heer der Assassinen, verlacht und verspottet, ohne Kameraden. Tranken die andern, sah Pal zu den Sternen. Spielten die andern, las er leise für sich die Verse Thu-Fus in Tung-Lis großer Kinderschrift. Als Wache stellten sie ihn auf, des nachts, vor den Lagerfeuern. Damit er Zeit fände, zu den Sternen zu sprechen. Die Pferde hießen sic ihn waschen, an oen Ufern der'Flüsse, damit er Zeit fände, zu den Wassern zu sprechen. Wurzeln schickten sie ihn holen, in den Wäldern, damit er Zeit fände, zu den Bäumen zu sprechen. „Du bist ein großes Kind, Pal," sagte Tula eines Tages zu ihm.„Du gehst wie im Traum einher, was suchst du?" Da sah Pal ihn erschrocken- an: „Axjutta," sagte er langsam. Tula senkte den Blick. Daß doch einer von allen sich selbst treu geblieben und seinem Traum! Vor Rai lagen sie, das Ala Eddin zu vernichten beschlossen. Dir Stadt, in der er geboren, hatte sich losgesagt von ihm, auf dem Marktplatz von- Rai hatte man ihn verflucht. Und wenn seine Mutter noch gelebt hätte in den Mauern von Rai: Ala.Eddin hätte die Stadt nicht verschont. An allen Enden braynte Rai. Rot leckten Züngen aus seinen Häusern zu dem Aauseidenen, durchsichtigen Himmel empor. Hier hatten sie einst Abu Ussa getötet, den Teppichhändler. Jahre waren seither verstrichen, Schagin hatte den Kopf Abu Ussas mit seinem Kopf bezahlt. Wie fern das schon lag! Es lagen zu viele namenlose Tote dazwischen. Die Reiter brüllten. Lustig waren sic heute, ihre Schwerter hatten Ernte. Die Zähne blinkten weiß in der Sonne, silbern blitzten die Dolche zwischen den Zähnen. Ganze Arbeit wurde heute getan! Da fiel Pals Auge auf eine fliehende Frau. Groß war sie, hell war ihr Haar. Und da ließ er sein Pferd mitten im Getümmel, da rannte er der Frau nach, ein wehendes Kleid war sie, um Ecken huschte sie, in ein Haus lief sic, auf die Straße stürzte sie wieder,«ine Schar Assassinen war hinter ihr her. Ein Speer verfing sich in ihrem Kleid, Fetzen umflatterten sie, Haare umwehten sie, helle, goldene Haare. „Axjutta!" schrie Pal. Wie ein Schlachtruf war es:„Axjutta." „Der Narr wird tapfer," schrien die Männer.„Seht den Narren." „Sein Liebchen ist's aus dem Garten. Wir werden sie hetzen!" Und die Jagd ging hinter dem Mädchen her. Die Männer zu Pferd, Pal zu Fuß. Pal bat und bettelte: „Laßt sie— sie tat euch nichts." Die Männer lachten. „Eine Stadt wird gestraft; Narr. Hier gelten Tränen nichts." „Weine doch, Pal, weine doch um sie. Wenn du einen Eimer voll weinst, gehört sie dir!" „Sind deine Tränen süß. Pal? Die Tranen von Träumern sind süß, sagt eine alte Sage bei uns." Das Haar wehte, Pal hörte kein Wort, er sah nur die Schwerter, lechzend nach Blut. Hinter den Männern rannte er.„Axjutta," schrie er, seine Lungen flogen,„Axjutta!" Da rannte aus einem Haus ein Kind. Zehn Jahre mochte es zählen. Ein Knabe. Angstscheu klammerte das Kind sich an Pal. Pal schüttelte cs ab. Cs fiel, lief ihm nach, faßte wieder sein Knie. Da hob Pal das Schwert. Da sauste das Schwert auf sein Kind. Da brach das Kind nieder, blutüberströmt. „Seht den Träumer," riefen die Männer, „Tapfer wird er, wtttert er sein Liebchen." Pal schrak zusammen. Ein kurzer Blick traf das Kind. Die großen Augen lagen offen zum Himmel gerichtet. Blut rann aus der Schläfe, ein dünner Bach von Blut. Dann jagte er weiter: :,Axjutta!" Die Frau lief, die Männer ritten. Die Frau schrie, die Männer lachten. Die Frau brach zusammen: die Männer brüllten vor Gelächter. Die Frau hielt die Hände vor das Gesicht, nur ein Fetzen hellen Haars wehte in der Sonne. Die Männer sprangen vom Pferd. Riffen die Hände fort vom Antlitz der Frau. Pal jagt her: Axjutta. Axjutta. Sah dieses Gesicht. Fremd, mit braunen Augen, in denen nur Angst war, mit decken Knochen, fahl. Tula sprang herbei: „Schafft die Frau in den Wagen. Aber zeigt sie nicht Ala Eddin. Ala Eddin- haßt die hellen." Pal stand allein. Ging langsam den Weg zurück, kam zu dem Kind. Glasige Augen, die den Himmel sahen. Meine Hände, offen, mit blutigen Fingern. Ein armer Schmuck um den Hals. Viele Träume hinter diesen Augen: ein Garten vielleicht, mit Brunnen, aus denen-Milch floß. Pal hob das-Kind hoch, trug es in das Haus. Legte ein Tuch über den Kopf des Kindes. Saß lange neben dem Kind und sann. Sann über Traum und Tod. Ob aller Traum nicht hilflos sei vor einem Schwert, und der Träumer nicht ein.Narr, der hoffte und sich sehnte, während die anderen mordeten. Ob nicht alle Träumer, die einen auf diese Weise, die andern auf jene, zu Mördern würden, weil sie an ihren Traum dachten und an sonst nichts auf der Welt? Groß war diese Stunde und voll banger Trauer. Der Mann, der die Trauer hätte lösen, der den Gedanken hätte Flügel leihen können, daß sie sich zu erheben vermöchten über diese Stadt und diesen Tod und diese Stunde, der Name Axjutta durfte nicht genannt werden. Erft als die Trommeln riefen, machte Pckl sich auf den Weg. Der Abend fiel. Eine Stadt gab es weniger in diesem Land, ein Land gab es weniger auf dieser Erde, und einen Menschen gab es weniger unter dieser Stadt. Was wog schwerer? 1* Axjutta aber in der Hütte JvS schrak zusammen in der Stunde, in der Pal sein Schwert erhob gegen ein Kind, und schrie, daß Jv aus dem Garten hevbeieilte: „Jetzt ist Pal tot. Jetzt hat das Schwert ihn getroffen. Jetzt sinft Pal in den Staub. Rette, rette, Jv, wenn du retten kannst." .„Du träumst, Axjutta," sagte Jv. „Ich sehe Pal nie mehr." „Sei still, Axjutta» das Kind schläft im Garten." AvS Hand lag auf dem Scheitel Axjuttas. Selten nur wagte er dieses Haar zu berühren. Ein Zauber schien auszugehen von diesen hellen Haaren.-* „Die Sehnsucht verbrennt dich. Auch ihn verbrennt die Sehnsucht." „Er ist tot, er ist tot", sagte Axjutta.«Ich weiß eS. In meinem Herzen ist etwas zerrissen. Sie haben, ihn erschlagen. Ma Eddin hat ihn erschlagen." Stille. Jvs Hand liebkoste dieses Haar. Gr« ist Jv und alt. Aber der Anblick diese» Haare» gießt Jugend fn seine Glieder. (Fortsetzung folgt Ein machtvoller Aufmarsch der roten Jugend Trott Not und Arbeitslosigkeit ein prächtige» Fest In OherlcutcnsUorl Tausende Ohren die Fahne der Internationale Samstag und Sonntag stand das Heine Städtchen OberleutenSdorf am Fuße de» Erzgebirge» im Zeichen de» Kreisjugendtages. Schon Tage vorher hatten die rührigen OberleutenSdor- fer Genoffen und Genossinnen alles Notwendige vorbereitet, waren viele junge Burschen und Mädels tätig gewesen, um hundert Kleinigkeiten zu erledigen, die das Programm der grossen Veranstaltung bilden sollten. Am Samstag nachmittag zogen bereits die ersten blau gekleideten Jungens und Mädels ein; vom DTJ-Platz leuchtete ein gewaltiger Feuerschein, im Dunkel des Abends wehten die roten Fahnen. Da formierten sich vor der Schule und am AtuS-Platz die Züge der Augendlichen, der SIS, der Ordner und Turner und marschierten zur Abendfeier Hier am DTJ-Platz hatten fich bereits Hunderte Menschen ei^gefundcn, al» unter den Kläu- (Kti der Fanfaren und dem Wirbel der Trommler die jungen Menschen singend vor die Naturtribüne zogen. Nach tvenigen Minuten klang in die schweigende Nacht Freiligcaths„Revolution", vom Genossen Rudolf Päsche vorgetrageu. Bon den Bergen und Wäldern klang die Mahnung wieder: Ich war— ich bin— ich werde sein! Der KreiSvertrauenSmann Genosse Rudolf Geissler entbot hierauf den arbeitslosen Jugendlichen die besten Grüsse und hiess alle Jungen und Alten herzlich willkommen. Er gedachte der Brüdern und Schwestern in den fascijtischen Ländern und jener Helden, die in Konzentrationslagern gequält und gepeinigt werden.„Wir fühlen uns verbunden mit der Arbeiterjugend der Welt und ob Hass und Gemeinheit uns umgeben mögen, wir werden unsere Aufgabe trotzdem allemal erfüllen. Unser Kreiüjugendtag ist eröffnet." Nun trat einarbeitSloserJugend- kicher vor und erzählte von den Leiden seiner LeidenSgenoffen.„Wir sind aber gerade deshalb berufen und verpflichtet, der Belvcgung die Treue zu halten, denn nur sie vermag uns ans Licht zu führen." Ahm folgte ein Proletarier« usden L a n d g c b i e t e» des Kreises. Er vertrat jene Menschen, die mit Sense und Pflug zu arbeiten haben und dennoch aufs innigste verbunden sind mit dem manuellen Arbeiter. Land und Stadt gehören zusammen in eine Front. Und die Angestellten? Jene Burschen, und Mädchen aus den Kanzleien und Warenhäusern tragen dasselbe Los. Auch von ihnen sind viele in unseren Reihen, denn zwischen uns und euch— so rief der junge Sprecher— darf c» keine Kluft geben. Als letzter sprach ein Student, dessen BelcnntniS zur sozialistischen Idee und zur Gemeinschaft der Jugend in der Sehnsucht nach Vermählung der Wissenschaft mit dem Arbeiter seinen Ausdruck fand. Die studierende Jugend gehört in den sozialistischen Jugendverband. Genosse Geissler verlas nun ein B e- grühungstelegramm des Parteivorsitzenden Genossen Dr. Ludwig Ezcch, der durch Krankheit verhindert war, teilzunehmcn, und der Jugend seine herzlichsten Grüsse und Sympathien ausdrückt. Die Versammelten nahmen diese Mitteilung mit grossem Beifall auf. Für die Stadtgemeinde OberleutenSdorf und alle sozialdemokratischen Vereine und Organisationen begrtthte Genosse Hauser den Kreis« jugendtag und wünschte ihm einen guten Verlauf. Nun ergriff— von lebhaftem Beifall begrüht— Senator Dr. Carl Heller als Vertreter der Kreisleitung unserer Partei das Wort. Er führte auS, dass Partei und Jugend zusammengehören. Wenn auch Not und Elend und eine scheinbare Aussichtslosigkeit schwer auf unserer Jugend lasten, wenn auch der Sohn der Not, der FaseiSmu» diele Menschen geblendet hat, e» darf trotz alledem keine Verzweiflung geben. Der Kapitalismus ist nicht mehr Herr über da« Geschehen, er scheut vor keinem Verbrechen zurück, um sein sinkendes System vor dem Niederbruch zu bewahren. Es zu stürzen und eine andere Gesellschaft aufzubauen, da» ihr jungen Freunde, ist euere Aufgabe. Ihr seid di« Generation der Vollendung. Ihr werdet nicht Sklaven, sondern Herren der Arbeit sein! Dem Sozialismus gilt auch in dieser Stunde unser Bekenntnis; er erst wird die wahre Auferstehung der Menschheit sein. Bleibet treu de« Verland, bleibet treu unserer «Idee, werdet mutige und entschlossene Sozialisten! Das ist der Gruss unserer und euerer Partei! Die Ausführungen des Genossen Heller wurden oft von stürmischen Zustimmungskundgebungen unterbrochen und am Schluss lebhaft aktlamiert. Das rote Licht der Scheinwerfer überstrahlte die Steinbühne, die roteri Fahnen bildeten eine» Wall um sie, au» der Ferne klang ein Bläserchor, die„Internationale", Genosse Päsche sprach die erste Strophe, während Genossin U l l m a n n aus Aussig durch einen sehr wirkungsvollen Tanz den Sinn des Liedes zum Ausdruck brachte.— Die Jugendlichen stimmten das Lied an„Brüder seht die rote Fahne...", von der Höhe leuchteten in Rot und Grün die drei Pfeile und da» Abzeichen der SJ, während sich da» Rad mit den Glühlampe» drehte. Eine herrliche Symbolik. Das Rad der Geschichte geht weiter. Durch Nacht zum Licht.... Singend und spielend marschierten die jungen Freunde und Freundinnen durch die Stadt in ihre Quartiere.... Die Morgenfeier Von ü bis 8 Uhr früh fanden die sportlichen Kämpfe statt. Nach ihnen gab e» nur eine Parole: alles in die Turnhalle. Und nach v Uhr war der grosse Saal bis auf das letzte Plätzchen beängstigend gefüllt. Mit der„Egmont"»Ouvertüre ivurde die Feier eingeleitet. Nun folgte Bild auf Bild, die Entsetzen des Krieges aufzeigend oder seine Folge» charakterisierend. Im Jahre 1914 begann eS. Blutiges Schauspiel, das mit Musil und Gesang seinen Anfang nahm. Ein Blick in da» „Kriegstal" und die ganze, grosse Grauenhaftigkeit des Mordens wird offenbar. Die Jugendlichen sahen Soldaten an der Front, ein Offizicrskasino, den General auf der Flucht, Kricgsgewinner, eine trauernde Mutter, weibliche Hilfskräfte, zwei Szenen aus Tollers Hintemann. Mit einem leidenschaftlichen Appell des sozialistischen Rufers und dem sympolisierten Bild„Aufstieg" fand die wirkungsvolle und aufriittelnde Feier ihren Abschluss. Die Zusammenstellung des Programmerfolgte unter der Gesamtleitung des Geiwssen Päsche und unter Zuhilfenahme verschiedener Dichtungen von Kästner, Tucholsky. Toller, Krau», Mühsam und LeinSmer. Die Veranstaltung selbst wurde von den Koniotauer Jugendlichen und unter persönlicher Mitwirkung des Genossen Päsche durchgeführt und belvie», wie schon wiederholte Male zuvor, welche Wege zur Neuorganisierung der proletarischen Festlultur beschritten werden müssen. Es war nur zu bedauern, dass der ziveite Teil infolge Zeitmangels nicht vollständig abgewickelt werden konnte, denn die„Revue der grossen Zeit" umfasst zwanzig Bilder, welche in einem inneren Zusammenhang« die letzten 20 Jahre darzustellen versuchen. Wir«vollen sagen, dass der Wille stark, aber die Möglichkeiten und technischen Notwendigkeiten zu schwach waren, alles in zweieinhalb Stunden unterzubringen. Trotz der notwendig gewordenen Verkürzung wird die Feier al^en in langer Erinnerung bleiben. Vie grölte Kundgebung Um 2 Uhr marschierte vom AtuS-Platz ein herrlicher Zug durch die untere Stradt auf den Karl Marx-Platz. An der Spitze wurde- die Staatsflagge getragen, dann folgte die Kreisleitung und die Vertreter der Partei, nach ihnen ein Wald roter Sturmfahnen, die SIS und die RW, anschliessend die tschechischen Turnerinnen und Turner in ihrer kleidsamen, farbenprächtigen Uniform, unsere Jungens und Mädels in ihren blauen Hemden und Blusen, die Turnerinnen und Turner in Grau und Rot und viele, viele Parteigenossen und Genossinnen, von diesen ein Teil in der blauen Bluse. Der Zug erregte überall grosses Aufsehen. In mustergültiger Ordnung marschierten die Forniationen mn Karl Marx-Platz auf. Die Massen standen Kopf an Kopf, als Genosse Päsche mit dem Gedicht von Karl Liebknecht„Besiegt— nicht überwunden" die Kundgebung eröffnete. Der Lautsprecher trug die Worte bis in die letzten Reihen und weit darüber hinaus. Nach Päsche trat Geissler an die Tribüne, der allen den Gruss der Kreisleitung entbot und in Trauer und Achtung der gefallenen und gemordeten.Kämpfer gegen den FascismuS gedachte. EineMinuteSchwei« gen. Die Fahnensenktensich; SIS und RW standen in Achtungsstellung, die Massen entblössten ihre Häupter. Ruhe und Stille lag über dem weiten Platz....„Nicht alle sind tot, die begraben sind, denn fie töten den Geist nicht ihr Brüder." So wollen wir es halten, sagte Geissler, so wollen wir ihr Andenken in unseren Herzen tragen und in ihrem Sinne weiterkämpfen, bi» der Sieg uns leuchtet. Brausender Beifall quittiert« dieses Bekenntnis. Unter dem Beifall der Massenversammlung sprach hierauf als Vertreter der tschechischen Sozialdemokraten Genosse Cermak: Wir strhm in einer Zeit, dir nn» mit Schmer» nnd Schreck«, wir die Httlerregier««» ft» Deutschland mit rinn» Schlag nicht nnr«in Halde» Jahrhundert Kultur vrrnichtrt«, fie»rrgrwnktig», sondern auch mit unbrschrridlichrr Brutalität di« grundlegendsten Rechtsprinzipien beseitigte. Derselbe Bargang ist in Oesterreich festzuftrllrn. wir müsse» erkennen, daß di« Machtftrlln», der fascifti- scheu Verbrecher und«atirnalistischr» Abenteurer eine Kriegsgefahr für die ganze Wett bedeutet. Gelingt e» un» nicht bald, dies« Kulturschande au»> zurotten, dann draht da» Entfehliche, da» unser« Geschichte am Jahrhunderte znrückwerfen würde. Dies« Zeit erfardert van nn« Ausdauer und Zähigkeit. Wir wallen unser heiligste» Recht, da» Recht zu einem frei« Leb«, erkämpfen und wir müssen die Stärkeren bleiben. ES müssen sich all« Hände regen, denn r» gilt, Graßr» zu»allbringrn. JngemrinsamerFrant walle» wir D e«•* kratle und Freiheit verteidige» und wenn wir die junge Generation erobern, werden wir siegreich sei«. Wir sagen, die Tschechoslawa- kischeRrpublikmußdemokratisch lleilen.^Wir grüß«« die deutsche Arbeiterjugend, e» lebe die Demakrati«, e» lebe die Freiheit, e« lebe die Jnternatianalr!(Brausender Beifall.) Ein Sturm der Begeisterung enrpfing den Vertreter der Partei Abg. Genossen Wentel Jaksch: Jungens und Mädel», Männer und Frauen der Partei! Ich bin heute zu euch gekommen, um ein Bekenntnis der Partei abzulegen zu ihrer prächtigen, tapferen Jugendbewegung. Ich bin gekommen, euch die Grüsse zu bringen de« Parteivorstandes, die Grüsse des besten Mannes der Partei. Genossen Dr. Ludwig Czcch, und die Grüsse de« getreuen Ekkehards der sudetendeutschen Arbeiterbewegung, Genossen Taub.(Beifall.) Werte Freunde! Wie der Sonnenstrahl die dunklen Watten bricht, so leuchten heute hier in den Strassen OberleutenSdorf« die roten Fahnen unserer Jugend hinein in«ine düstere, in eine gefahrvolle Welt. Hier auf dem Boden der deutschen Arbeiterbewegung erheben wir»rotzig unsere Fäuste, um zu verkünden, dass unsere Jugend die Vermächtnitträgerein der Sozialdemokratie, die BermächtniSträgerin Seliger», Hillebrands und Eermaks ist. Der Geist dieser Männer marschiert in unseren Reihen mit.— Der Opfertod unserer Brüder in Oesterreich und Deutschland ruft un» auf, bereit zu sein, dem FaseiSmu« mutig die Stirn zu bieten. Un» jungen Sozialisten diese» Lande» ist und bleibt jener herrliche Wiener Jugendgenosse Josef Gerl, der den Schurken de» Heimwehr» sasciSmu» vor dem Standgericht da» stolze Bekenntnis entgegen schleuderte,„M ir st and d' e Idee höher al» mein Leben", unser Vorbild. (Lebhafter Beifall.)— Im Fernen Osten ziehen sich schwere Gelvitterwolken zusammen. Jeden Tag kann man wohl befürchten, dass der japanische Imperialismus den Ueberfall auf Russland begmnt. Wir wissen, dass der FascismuS in Deutschland und Polen nur darauf lauert, dann Russland in den Rücken fallen zu können. h dieser Stund« erheben»ir al» sozialdeme- kratische Arbeiter und Kämpfer den Ruf:„Hände weg ven Sowjetruhland". In dieser Stunde eine» imperialistischen Angriffe» werden Millienrn sezialistische Arbeiter und Kämpfer auf- stehen zu« Schuhe der Sowjetunion.(Beifall.) Ich möchte aber hier den kommunistischen Arbeitern sagen, dass e« die zwölfte Stunde geschlagen hat, die letzte Mahnung an sie richten, den Kampf gegen uns einzustellen.— Ein Wort noch über unseren deutschen FaseiSmu«. Herr Henlein ist der Mond Hitler» und dreht sich um die Sonne de« deutschen Diktators. Wir wisse» r» schon, daß dir Henleinbegeisterung in gewissen Schichten unsere» deutschen Bürgertum» in Wahrheit Hitlerbrgristerung ist. Die Herrschaften sind allerding» schm, rin bißchen spät daran, sie kommen zu einer Zeit anmarschiert, wo der Stern Hitler» bereit» im Sinke« ist. Denn denen, die davon träumen, hier ein« faselstifchr Diktatur ansrichtrn zu könne», sagen wir: laßt dir Hofsnung fahren, niemals wird«S eine Henlein- diktatur in unsere« Lande geben. Die nationale Jugend, ivelche sich heute zu Hitler und Henlein bekennt, wird genau so verraten werden, wie die österreichischen Nationalsozialisten nach dem 28. Juli von Hitler verraten wurden.(Beifall.) An zwei Sonntagen nacheinander haben drüben in Westböh- men, in Einsiedel nationale Kundgebungen stattgefunden. An einem Sonntag sind die Deutschbürgerlichen aufmarschiert, eine Woche später haben die tschechischen Rationalisten eine Gcgenmanifestation abgehalten. Hier aber in ObrrlrutrnSdirs marschieren Tscheche« und Deutsch« in einer Frmtt.(Stürmischer Beifall.) Die tschechische Oeffentlichkeit möge au» dieser Pracht« Will die„Helmatfront" provozieren? Wir lesen im Karlsbader„BolkSwille": Für den 7. Oktober, an welchem Tage au» Anlaß des in Karlsbad tagenden Kongresses der Sozialistischen Arbeitersport-Internationale eine antifasetstische Kundgebung veranstaltet werden wird, hat auch die Stetendeutsche Heimatfront ihre ganzen Anhänger aus West- und Nordwestböhmen zu einem„T a g d e r Volksgemeinschaft" in Karlsbad aufgerufen. Da» sozialistenfeindliche„Graslitzer Bottsblatt" plaudert aus, zu welchem Zwecke dieser„Tag der Volksgemeinschaft" veranstaltet wird. E» meint, daß Henlein doch nicht persönlich in alle 800 Ortsgruppen kommen könne, weshalb e» nur zu begrüßen ist: wenn sich auf solche Weise di« Gelegenheit bietet,„die persönliche Bekanntschuft mit dem Manne zu machen, der in kritischen Tagen de» Vorjahre» die zu Bode« gesunken« Fahne de» völkischen Leien» ergriffe« nnd wieder aufgerichtet hat." Dann aber heißt cs weiter: „In Karlsbad, dem Sitz« der wrstbähmischen Kreisleitung der Sozialdemokratie, da» bisher al»«in« Festung dr» Marxismus gatt, solle« di« Reihen der deutschen Volksgenossen der SHF aufmarschieren und beweisen» daß da» ««stböhmische Bolt die Zeichen der Zeit nicht verschlafe« hat." vollen Kundgebung unserer Arbeiterjugeno erkennen, dass hier keine Loyalität geheuchelt wird, dass un» da» Bekenntnis zur Republik eine Herzenssache Ist.(Beifall.) Wohl dem Staate, der diese Bereitschaft, dsese Kraft unserer Arbeiterjugend zu schätzen weiss. Wir gehen ernsten Kämpfen entgegen, wir stützen uns auf die lebendige Kraft unseres Volkes. In den kommenden Monaten darf es keinen Unterschied reden zwischen jung und alt, nur eine einige geschlossme Front gegen Hunger und FascismuS wird siegen. Freiheit! (Die Massen stimmten begeistert in den Gruss ein m:d jubelten durch langanhaltenden Beifall dem Genossen Jaksch zu.) Al» letzter Redner sprach der Verband»« obmann Genosse Kerl Kem Er betonte besonder» die Notwendigkeit, dass jung und alt zujammenstehen müssen, denn di« Partei wird un» immer alles sein. Der Glanz diese» Tage», an dem Tausende ihr Bekenntnis zu unserer Sache ablegen, soll weiter leuchten, er soll Aufgabe und Kraftquelle für den Alltag sein. Wir legen heute ein Bekenntnis zur Demokratie ab und sagen: Die Jugrnb für die Demokratie, aber die Demo- krittle auch für die Jugend! Den Hungernden muss Brot und Arbeit gegeben werden, da- ist die Demokratie ihre» Verteidigern schuldig. Bor drei Wochen marschierten in Lüttich Tausende auf. Genau vor zivauzig Jahren war diese Stadt der Schauplatz eine« Ansmarschet deutscher Grenadiere, die unter dem Donner der Kanonen das Land überfluteten. Wir bekennen un- heute zur Internationale, nur der Sieg der Arbeiterklasse kann die Welt ordnen, kann den Frieden sichern, kann die Menschheit froh und glücklich machen. So erfüllt un« diese Ueberzeu» gung, dass die Zukunft uns gehört, denn es lebt noch«ine Flamme.... Als der stürmische Beifall verklungen war, marschierten zehn Funktionäre der RW, der SIS, des Atus und der DTJ mit einem Spielm-ins» zug auf. Voran trugen sie die F a h n e d e' I it< ternationale, die unter Lebensgefahr aus Oesterreich herübcrgerettet wurde. Lausende Fäuste erhoben sich zum Gruß. Es war ein erhebender Anblick. Genosse Geißler ehrte die Fahne mit einigen markanten Sätzen, woraus die Kundg-bung ihren Abschluß fand. Der Zug führte nun durch die Straßen der Stadt und endete auf dem AtuS-Platz. wo Konzert und Spiel, Gesang und Sport tausende Arbeiter und Arbeiterinnen bis in die Abendstunden vereinte. Der KreiSjugcndtag in OberleutenSdorf war ein stolzes Bekenntnis zur Partei, ein Trcueschtvur für den Sozialismus. Aus ihm tvird die Bewegung neue Antriebskraft erhalten, die weckend und ermahnend, tverbend und führend sein tvird im Kampf um die Herzen und Hirne der jungen Menschen, welche dereinst vollenden müssen, was die Sehnsucht von Millionen umschließt. Roter Jugendtag In Steinschönau Samstag und Sonntag hatte auch die sozialdemokratische Jugend von Tteinschönau ihren Roten Jugendtag. Er wurde Samstag mit einem Fackelzug und einer FreiheitSfeicr eingeleitet. Einen außerordentlich guten Verlauf bei zahlreichster Beteiligung nahm die Kundgebung am Sonntag, in der. nach tiinstlerischcr Einbegleitung, Genosse Hofbauer- Prag, die Ansprache hielt. Der Rote Jugendtag in Steinschönau hatte den ausgesprochene» Charakter einer A n t i- kriegökundgebung; Höhepunkt war der Demonstrationszug durch die Stadt. Die Partei im Gebiet und mit ihr bic Gcsamtpartei freuen sich über die Stärke und Kampfbereitschaft der Jugend auch dort, deren Roter Tag anfcuernd und anspornend auf Jung und Alt in der sozialistischen Betvegung weitcrimrken tvird. AuS diesem Aufruf geht klar hervor, daß e» sich den Hcnleinfascistcn um eine ausgesprochene Herausforderung der westböhmischcn und vor allem der Arbeiter des Karlsbader Bezirkes handelt. Der„BolkSwille" erklärt abschließend, daß die sozialdemokratischen Arbeiter die Zeichen der Zeit verstehen und auf die geplante Fascisten» Invasion die entsprechende Antwort geben werden. Verlängerung der Funktionszeit der Betriebsausschüsse Prag, 27. August. Die Sammlung der Ge, setze und Verordnungen enthält unter Nr. 181 und 182 eine Verordnung, welche die Funktionsdauer der BetriebsratSniitglicder von ein auf zwei Jahre und bei den Revierrätcn im Bergbau von zwei auf drei Jahre verlängert. Die Maßnahine wird damit begründet, daß sich die geivählten Funktionäre in der bisherigen kurzen Amtsperiode nicht entsprechend einarbeiten konnten. Sie bezieht sich auch auf bereits gewählte Funktionäre. Ein« Falschmeldung über Genoss«» Deutsch. Der gestrige„Expreß" Sttibriu;'« behauptet, daß Genosse Deutsch mit einem falschen Paß auf dem Wege nach London sei. An der Meldung ist kein wahres Wort. Dr. Deutsch hält sich nach wie vor in Brünn auf. Seite 4 DienSwg, 287 Lotz»- 1334 «-.266 Hochumfserkatastrophe in Indien laücsncuiüilcncn Genosse De. Armin Klein tödlich verunglütkt Non einein Auto iiberfahrrn. In letzter Stunde erfahren wir,-ab am Momag ei» nicht nur in Kreisen der Prager Par- tcimilgtiedcr, sondern namentlich auch in vielen zentralen Kulturorgauisatioucn unserer Partei wohlvclaiintcr und geschätzter Parteigenosse, Sani- tätsrat Dr. Armin Klei n, einem BerkehrSnn- glück zum Opfer gefallen ist, Genosse Dr. Klei» wollte ans dem Heimwege aus dem Amt gegen halb 2 llhr nachmittags in Begleitung zweier anderer Beamten des LandeSamtcS vei der Ein- iniinduiig der Trojagaffc in den Palaelnlai in Prag l l die Fahrbahn überschreiten. In diesem Augenblick fuhr von der Smichower Eisenbahnbrücke ein Fordauto heran, das an der kritischen Stelle einer Elektrischen vorfahren wollte. Alle drei Personen wurden von dem Auto erfaßt, zu Boden geschlendert und überfahren. Genosse Dr. Klein, der erst am selben Tage vom Urlaub wieder in» Amt zurückgckchrt war, wurde getötet, seine Begleiter, Oberrat Jng. Josef Weingärtner und Kommissär Jng. Emanuel F a b e r a schlver verletzt. Als der Lenker des Autos sah, was für ein Unheil er migcrick'tct hatte, ließ er das Auto im Stick' und flüchtete. Er konnte noch nicht ermittelt werden. Genosse Dr. Klei», der im 66. LebenSfahr stand, hinterläßt eine Witwe, der sich allgemeine Teilnahme znlvendet. Wir werden auf die Persönlichkeit deS uns auf so tragische Weise entrissenen Genossen und auf sein Wirten namentlich in den Äultnrorganisatlonen unserer Bewegung noch ausführlicher znrückkommen. Ein Soldatenselbstmord andwiceraufgeklärtwerden sollt». Samstag wurde in Littitz mit allen militärischen Ehren der längerdienrnde Zugofübrrr dr» 3. Radfahrer-Regiment» in Levire in der Slowakei, Alois Svoboda, begraben, der seinem Leben freiwillig ein Ende bereitet hatte. Sein Pater und seine Geschwister sind überzeugt, daß Svoboda den Srlbstniord deshalb verübte, weil er beim Militär schikaniert wurde. Dabei ist interessant, daß er gerne al» Soldat dient«. Aber schon in der letzten Zeit, al» er zum Begräbnis seiner Mutter zu Hanse war, beklagt« er sich dem Pater und der Schwester gegenüber, daß er vom Oberleutnant der 4. Maschinengewehr-Rott« sekkiert und erniedrigt werde. Da» gleiche schrieb er auch in Briefen heim und der Schwester sagte er, daß ihn der Oberleutnant noch in den Tod «reibe. Er mußt^zum Rapport, doch geschah ihm nichts, weil er im Rechte»ar. In einem Briefe heißt eS:»Wir haben hier einen Herrn, dessen wegen alle von hiier weg wollen, denn er behandelt nn» wie Märdar und da» erträgt nicht jeder." Svoboda wollte varsetzt werden, doch wurde seinem Wunsche nicht entsprochen. So griff er znm Dienstgewehr und schoß sich eine Kugel in den Kopf. Bemerkenswert ist, daß die Gendarmerie vom Regiment den Auftrag erhielt, nachzuforschen, ob Svoboda zu Hause nicht ein Liebesverhältnis habe. Das ist bezeichnend für die Ten- drnz, mit welcher die Untersuchungen bei Sol- datrnselbstmorden geführt werden. Nachdem jedoch dieses Motiv bei Svoboda nicht zutrifft— er löste sein Berhältnis mit einem Mädel bereits bei seinem Abgang zum Militärdienst— wollen wir hoffen, daß diesmal doch die wirkliche Ursache des Selb st morde» festgestellt wird. Awei Bergarbeiter im Beefuchafchaqr erftiekt Ein gräßlicher UnglückSfall erreignetc sich am Samstag, den 25. August, in de» Abendstunden auf dein PcrsuchSschachte in Riegers- d o r f(Bez. Tctschc»), wobei zwei Menschenleben zugrunde gingen. Bon den beiden Bergarbeitern Wenzel W a g- n e r in Tillisch und Franz P r o v o u s in Karbitz wurde im Frühjahr 1034 in der Gemeinde Rie- gcrsdors auf dem der Frau Anna Fuchs gehörigen Grnndstückc mit der Tcufung-ineö Versuchsschachtes begonnen, nachdem auf diesem Gelände Kohlenlager festgestellt worden waren. Wenzel Wagner>var zur Ausübung des SchurfrcchteS behördlich befugt. Die TcufungSarbciten wurden von den Genannten stets Samstag und Sonntag vorgenommen, Ivährcnd sie sonst auf einem.Kohlenschacht in 2 ch ö n s c l d bei Karbitz beschäftigt waren. Nachdem die TcufungSarbeitcn soweit vorgeschritten tvarcn, daß das eindring ude Grundwas- scr nur noch auf mechanischem Wege entfernt wec- den konnte, wurde am 25. August eine vierzylindrige Benzinpumpe von der Firma Adolf Kutzner in Predlitz im Innern des Schachtes ausgestellt. Die Montagcarbcite» tvarcn gegen Abend fertig und der Motor lvurde in Betrieb gesetzt. Die Mannschaft verließ den Schacht. Das Funktionieren des Motors von außen beobachtend, machte der Hilfsmonteur Franz Röhrich die Wahrnehmung, daß der Motor unregelmäßig arbeitete. Er stieg deshalb in den 17 Meter tiefen Schacht, um den Fehler zu beheben. W a g n- r, dem das längere Verbleiben des Röhrich im Schachte beunruhigte, stieg Ebenfalls ein. Nachdem Heiner von bei« Kalkutta. Im Laufe de« Sonntag sind aus vielen am Ganges und feilten Nebenflüssen gelegenen Städten Nachrichten über große Ilcbcr- schwemmnngcn und schwcreVerl u st e a n Menschenleben eingelaufen? Ans der Stadt Monghyr, in der kürzlich von einem Erdbeben große Verwüstungen angerichtet tvorden waren, liegen Meldungen vor, daß der Wasserspiegel des Ganges sehr schnell steigt, und daß alle Fährdampfer der Ostindischen Eisenbahn angewiesen tvorden sind, die Einwohner an sichere Plätze zu bringen. In und bei der Eisenbahnstation haben viele Obdachlose Zuflucht gesucht. Auö Patna hat der Kongrcßführer Rajendra Prasaö an Gandhi telegraphiert, daß viele Dörfer in den Bezirken Saran, Tchahabad, Muzaffarpnr und Darbhanga von Fluren des Ganges und des Son s ch w c r h c i m g e s u cki t worden sind. Mehrere Dörfer sind fortgcspültwor- d c u, und eS werden schtvcre Verluste an Menschenleben befürchtet; außerdem ist viel Vieh ertrunken. Auf der Hauptlinie der Bengalischen Nordwestbahn ruht der Verkehr, da der Bahndamm an einer Stelle von den Gewässern durchbrochen und an einer anderen Stelle von'den den zurücktehrtc, mußte angenommen werden, daß ihnen etwas zugestoßen sein mußte. Diese Annahme bestätigte sich leider allzu rasch. Nachdem für den Abzug d:S durch den Mo- lorbetricb entstandenen BcnzingaseS keine Vorsorge getroffen tvorden war, tvarcn beide durch Einatmung des GaseS nicht mehr imstande gewesen, die Grube zu verlassen, sic waren erstickt. Alle Versuche, die beiden aus der Tiefe zu retten, schcitertm in Ermangelung geeigneter Hilfsmittel. Für jene Personen, welche mit der größten Aufopferung an die Bergungsarbeiten schritten, bestand ebenfalls LcbcnSg-fahr. Schließlich wurde auswärtige Hilfe angcrufcn. Mit entsprechender Ausrüstung versehen, gelang es der Mannschaft der Sanitätsabteilung der freiw. Feuerwehr in Bodenbach Wagner gegen% 10 Uhr abends und Röhrich etlvas später zu bergen. Trotz ärztlichem Beistand und energischer Wiederbelebungsversuche gaben beide kein Lebenszeichen mehr von sich. Wenzel Wagner stand im 39. Lebensjahre und hinterläßt die Gattin mit 4 schulpflichtigen Kindern. Der' Hilsümonteur Franz Röhrich war im 21. Lebensjahre und tvohnte mit seinen Eltern in Türmitz in gemeinschaftlichem Haushalt. Wem die Fahrlässigkeit der Nichtanbringung der notwendigen Schutzvorrichtung zuzuschreiben ist, wird die eingeleitete Untersuchung feststellen. Der erste ernstliche Versuch, im Eulautale Kohlen zu schürfen, forderte zwei Todesopfer. Ob sich der Abbau der.Kohle dortselbst überhaupt lchnt, nachdem das nahe Kohlenrevier Aufsig-Kar- bitz-Teplitz unter der Absatzlrise leidet, ist sehr die Frage. Prag wird Millionenstadt Rach den neuesten Zahlen, die da» letzte Heft der Rachrichten des Städtischen Statistischen Amtes bringt, wurde für Pra» am 1. Jänner d. I. eine Beuölkerungszahl von 807.000 festgestellt. Wenn man einen dreijährigen Durchschnitt der manatli- chen Bevölkerungszunahme(in de« Jahren 1931, 1932 und 1933) zugrundelegt, sa mußten im Laufe de» Monate» März die 900.000 bereit» erreicht nnd überschritten worden sei«. Run nähert sich demzufolge die Einwohnerzahl Prag» der Million, die es wahrscheinlich schm» in den nächsten Monaten erreichen wird. Sch»»«» Verkehrsunglütk Sechs Personen getötet. Rom. In Livorno geriet am Sonntag nach Einbruch der Dunkelheit ein mit sechs Personen besetzter Privatkraftwagen ins Schleudern und stürzte in einen der zum Meere führenden Kanäle. Der Wagen wurde sofort unter großen Schwierigkeiten mit Seilen ans dem Wasser gezogen, jedoch waren sämtliche Ins assen, darunter ein fünfjähriges Kind, bereits e r- st i ck t. Ein zweites schweres Berkehrsunglück ereignete sich bei Biareggio, wo zwei Personenkraftwagen in voller Fahrt zusammensticßen. ES gab sechs Verletzte, darunter zwei Schwerverletzte. Athen. In den Städten des P e l o p o n n e s ist es wegen der amtlich festzusetzcnden Korinthenpreise zu Kundgebungen der Korinthenbauern gekommen. In Aegion versuchten Bauern, den Äo- r i n t h e n s p e i ch e r in B r a n d z u st e ck e n. Dabei kam es zu einem Zusammenstoß mit der Polizei. Eine Person wurde getötet und zahlreich« Personen verletzt, davon drei schwer. Hafenaeheiterstreik i« 8« Paris. Die Agcnce Havas meldet aus Havre, daß zwei Dampfer, von denen einer nach Afrika, der andere nach Rotterdam fahren sollten, gestern nicht ausfahren konnten, da das gesamte Hafenpersonal infolge von LohnstreÜigkeitien de« Streik proklamiert hat. Bauern zerstört worden ist, die den Wassermaffen einen Abflußlveg öffnen wollten. Bei Allahabad steigen der Ganges und sein Nebenfluß Dschama schnell, und die Anwohner suchen Ziiflucht auf höher gelegenem Gebiet. o Millionenschäden in Südpolen Lemberg. Einer amtlichen Meldung zufolge haben die kürzlichen Ueberschivemmungen im Gebiete der Wojwodschaft Lemberg folgende Schäden verursacht: Die Ilebcrschwcmmung breitete sich über eine Gevietöftäche von 120.000 Hektar aus. 136 Brücken wurden vollkommen, 191 teilweise zerstört. Ferner wurden 475 Gebäude durch das Hochwasser beschädigt. Straßen wurden in der Gesamtlänge von fünf Kilometern vernichtet nnd in der Länge von 254 Kilometern beschädigt. Die Gesamtsumme der allein in der Wojwodschaft Lemberg verursachten 2 ch ä d e n w i r d a u f 11 M i l i o n e n Z l o t y g e s ch ä tz t. Hiezu ist zu bemerken, daß die Wojwodschaft Lemberg verhältnismäßig weniger von der Ilebcrschwcmmung be-. troffen wurde als andere Gebiete Südpolcns. Lödlicher Fliegerftirrz Bukarest. Die Flugkonknrrenzcn in Brasov wurden durch ein tragisches Unglück jäh'unterbrochen. Tas von Kapitän Hu b c r t gelenkte Flugzeug stürzte aus einer Höhe von 50 Metern ab. Der Pilot, der ehemalige Boböleigh-Wclt- mcisier auf den Olympia-Winterspielen in Lake Placid im Jahre 1933, erlag binnen kurzem seinen schrecklichen Verletzungen. Zn den Beschwerden ans Reichenberg schreibt uns ein Ncichenbergcr Genosse: Solche Beschwerden müssen mit Vorsicht ausgenommen werden, auch wenn sie das„Prager Tagblatt" vorbringt(siehe die Merke von Samstag, den 28. August, Seite 2). Die tschechischen Stellen, die den Flugtag in Reichenberg durchfiihrten, haben den Wünschen der Stadt zuliebe den Flugangriff am Abend der Mcssecröffnung a u f d a s Kasernenvicrtel beschränkt, so daß nur dieser abgelegene Stadtteil verfinstert wurde und der Messeverkehr in der ganzen Stadt über- Haupt nichts davon merkte. Sic haben, ebenfalls mit Rücksicht auf die Messe, am Sonntag vormittagkeine Flugvorführun- g c n angesetzt, sondern ihr Programm auf den Nachmittag beschränkt. Und wenn die Stadt es verstanden hätte, einen geschickten Vertreter zu den Vorverhandlungen zu entsenden, dann wäre der Flugtag, wie eS die maßgebenden Reichen- berger tschechischen Stellen wünschten, ein ge- mcinsamcs Unternehmen der Masarykflugliga und des deutschen Flugvercins unter Patronanz der Stadt geworden und allen Mißdcutlern und Beschwerdeführern wäre der Wind aus den Tragflächen ihrer Kleinkampfflugzeuge genommen worden. Aber vielen Reichenberger Demokraten und Republikanern flattern immer noch, nur unzureichend gedeckt von der Staatsflagge der Loyalität, die Farben der dcutschnationalen Blütezeit in dem Winde, den sie gar zu gern zu einem Sturm im Wasserglas entfachen möchten. Auch gilt es, den publikumswirksamen Rittern der Sudetendeutschen Heimatfront in der Don Ouichotterie des WindmühlcnkamPfeS einige Nasenlängen vorzukommen, wodurch man wieder einen mundvoll Wind für das Wahlwcttrcnnen in die Segel zu bekommen hofft. Kurz, diese Bc- schwerde aus Reichenberg ist eine windige Geschichte, von windigen und wendigen Gesellen erdacht. Unglücksfalt eines tschechoslowakischen Konsul». Wie ans Istanbul gemeldet wird, ist in der Nacht auf Sonntag der tschechoslowakische Konsul JUDr. Michal Hanak, der mit seiner Gemahlin im Automobil von dcnt Badeort Thcrapia nach Istanbul zurückkehrte, um ein Haär dem Tode entronnen. Er wurde während der Fahrt durch die Reflektoren eines entgegenkommenden Automobils einer ägyptischen Prinzessin geblendet. Der Wagen des Konsuls fuhr mit voller Wucht auf ein am Straßcnrande stehendes nicht beleuchtetes Automobil auf, das bei einem Zusammenstoß eine Stunde vorher beschädigt worden war. Konsul Hanäk und seine Gattin erlitten Quetschungen und einen leichten Nervcnchock. Beide Automobile wurden stark beschädigt; der Wagen der ägyptischen Prinzessin blieb unbeschädigt. Borschlag sür einen Kulturvrrband der Donaustädte. Aus Sofia wird berichtet: Das Blatt„La Bulgarie" befaßt sich mit den vor kurzer Zeit abgehaltenen Feierlichkeiten der schweizerischen und französischen Rhoncstädte und schlägt vor, nach diesem Muster auch einen Verband der Donaustädte zu schaffen, der alle an der Donau liegenden Städte in Deutschland, Oesterreich, der Tschechoslowakei, in Ungarn, Jugoslawien, Bulgarien und Rumänien vereinigen würde. Zweck dieses Verbandes würde eS sein, kulturelle, wirtschaftliche und touristische Beziehungen zu pflegen und hiedurch zur Annäherung der Völker beizutragen, deren Länder von der Donau durchflossen.werden. Politische Fragen sollen, von dem Verband« in strengster Weist; ausgcschlosse« sei«. Johann Wolfgang Goethe wurde vor 185 Jahren(am 28. Ang. 1749) geboren. Dieses Porträt stannnt aus pem Jahre 1826. Natronalsorialift als RaubmSrder dringend verdächtigt Klagenfurt. Bei Gurkih am Wörthersee wurde der Wcinhändlcr Gotts ricdAnplaß aus Velden in seinem Auto sterbend auf» gefunden. Er hatte zwei Einschüsse am Hintcrkopf und in der Schläfe. Der Mörder halte ihm eine Brieftasche mit 3000 Schilling und etwa 100 Lire g e r a u b t. Als des Mordes dringend verdächtigt wird der 29jährige Mechaniker,K a rl Flor ianz, ein bekannter Kärntner Nationalsozialist, verfolgt, der sich wahrscheinlich nach Deutschland gewendet hat. Der Mord hatte noch ein t r a u r i g cs Nachspiel. Der Gcndarmerickommandant von Krumpendorf, der mit den Erhebungen betraut wurde, war spät nachts noch nicht hcimgekchrt. Seine schlvangere Gattin, die in Sorgen um ihn war, hat sich in einem Anfall nervöser Zerrüttung im Keller ihres Hauses mit Benzin und Petroleum übergossen und a n g e z ü n d e t. Der Gcndarmerickommandant sand sic bei seiner Heimkehr als verkohlt« L e iche vor. *\ Noch ein Mord Bozen. Am Karcr-Sec in den Dolomiten wurde eine dort zuin Sommeraufenthalt weilende Frau aus Messina erschossen» ,aü sie mit ihrem Gatten einen Spaziergang durch den Wald machte. Plötzlich tauchte ein Mann auf, der zwei Schüsse auf die Frau abgab. Sie wurde schwer verletzt in eine nahe gelegene Billa gebracht, wcksie kurz darauf starb. Die Hintergründe der Tat sind noch völlig ungeklärt. Ein Svehla-Denkmal, ein Werk des akademischen Bildhauers Cifka aus Prostöjov. wurde am Sonntag in Olsany bei Prostijov enthüllt. Depbitzer Betrüger»n Wien verhaftet. In einem Hotel des 14. Wiener Bezirks wurde am Sonntag, der 40jährige Jaroslav Hruby aus Tcplitz-Schönau, der vom deutschen Staatsanwalt in Bautzen wegen Versuches dcü Betruges gesucht wird, verhaftet. Einen lebendig eingegrabenen Säugling fanden zur Arbeit gchcndcArbeitcr unweit von Leibnitz bei Graz. Der Säugling war so in der Erde vergraben, daß nur der Kopf hcrauSschaute. Im Munde hatte er eineu Knebel aus Draht, um nicht durch sein Geschrei auf sich aufmerksam zu machen. Durch rasche Hilfe wurde daö Kind gerettet und am Leben, erhalten. Die Gendarmerie fahndet nach der Mutter, die das Kind sofort nach der Geburt derart vergraben hatte. Ohne Schutzgiirtel. Im zweiten Stock eines Hauses in Pilsen reinigte am Montag die 21jäh« rigc Hausgehilfin Franziska Mertlova in der Wohnung ihrer Arbeitgeberin die Fenster ohne Schutzgiirtel, wobei sic ausglitt und in den Hof stürzte. Sie erlitt eine Zertrümmerung des Schädels und war auf der Stelle tot. Absenz Frankreich» von einer polnischen Flugkonkurrenz. Heute beginnt in Warschau der internationale Wettbewerb für Touristenflugzeuge. Die ausländischen Teilnehmer treffen bereits in Warschau ein. Frankreich hat seine Beteiligung a b g esagt. Vom Rundfunk empfehlen»»» erte» au» den Programmen: .Mittwoch: Prag, Sender L.: 6: Gymnastik, 10.20: Deutsche Nachrichten, 11:- Schallplatten, 13.40:. Deutscher ArbeitSmarkt, 15.15: Konzert des Jazz- Orchesters, 16.40: Leichtes Programm auf Schallplatte«, 17.55: Schallplatten: Johann Strauß, 18.20: Deutsche Sendung: Arbeiterfunk: Aktuelle 10 Min., 48.30: Direktor Rud. Fischer: Der Inter», nationale Genossenschastskongreß, 18.50: Sozial-' informationen. Sender S.: 14.25: Deutsche Sendung: I. Stößinger liest Märchen.— 15: Deutsche Presse.— Brünn 14: Deutscher ArbeitSmarkt, 17.45: Pfadfinderfunk, 18.20: Deutsche Sendung: D. Wokurek: lieber Revolutionierung der Ernährung.— Mährisch.Ostrau: 18: Frauenfunk, 21.40: Kleine Klavierszenen.— Preßburg 20.10: Violinkonzert,— Kascha« 18: Klavierkonzert, Nr. son Dien««»«, 28. 1934 Seile 5 iTTit TrrigrrTtr- thit Amsterdam. In Amsterdam haben sich ahne Miilligung der zifttänidsgen hvlländischen Behör- den-zahlreiche Ausländer, größtenteils aus Deutschland«eflüchtetc Juden migesiedelt. Nunmehr erhielte» 800 dieser Flüchtlinge van'der holländischen Polizei den Austra«, in kürzester Heil hat Land^u verlassen. Da« Gehetniitts de« Anferatentrils Herrn Hitler«„Bohemia", da« deutscheste Blatt der Sn- derendeutjchen, hat in seiner Jnseratenptantage eine Rubrik, in der einsam sich fühlende Seelen nach einem korrespondierenden Partner Ausschau Kallen. Dir« onpestrcmgtr Suchen scheint jedoch den Armen nicht«ul zu netommen. denn sie stammeln ihre Sehnsuchtswünschc zum Beispiel in der Sonntagsnummcr ihre« Blatte« in folgendem Deliriumsstil in die Welt: Wie war ich tält, mich glücklich nur zu nennen, emvfänd ich aller Himmel Seligkeit, wenn du mich wirklich heiraten möchtest, erwarte nun direkte Inon«rifsnahme, Berbin- dung rmd Wiedersehenddesti.. da mich sonst nicht ohne vcrsönl. Einladun« norzusprechen wage. Glaube Einschaltun«: Erinnere wie we««eworsen, bereute etc., sich auf 26. 1. 1880, nachm. halb 8, war acrade Montag bezieht, wo Landsknecht nach dir getan. wie Staube Hal« umbrebn und wepwars. Bereust du, die« P. in dem und mein Stammhaus«enomm. zu hab., enthält es für mich die Anerkennung, dost mit mir besser gekommen warst, so dank, wir beide Gott, wenn du den direkten We« zu mir findest, alles nach gM zu mach, in unserer Vereinigung, Reste mich von Pastor trauen, mit dir ja? Bitte Antw.! l 8808-1 Darum nicht gekommen? War Donnerstag zu gewohnter Stunde am alten Standort. Glaubst Du nicht, weil keine Leitung in der Hand? T. wartet Dich Samitag mit Bohemial Das ist da los?! So Heist ist e« doch«ar nicht mehr. Das fascistische Blatt init der demokratischen Tarnkappe scheint das Korrespondenz- ergan für Leute geworden zu sein, die die deutsche Sprache nur voin Hörensagen kennen! Und dabei noch schwerhörig sind! Der Herr von Oberschlesirn unter Geschäft«- eufsicht. lieber Antrag der Generalprokuratnr haben fünf oberschlesische Gerichte über sämtliche Industrie-Unternehmungen des Fürsten von Plest auf- polnischem Gebiete die G c r i ch t« a« f« sicht verhängt. Diese Mastnahme erfolgte wegen der Unmöglichkeit, die rückständigen Steuer» gekder, die det Fürst von Plest seit langer Zeit dem polnischen FiökuS schuldet, einzutreiben. Die Höhe dieser Steuergelder übersteigt elf Millionen Zlotq. Die Gerichte haben den Fürsten von Plest eine 14tägige Frist zur Bezahlung der fälligen Steuern gewährt. Nach Ablauf dieser Frist wird über die Jstdüstrie-Uiiü' nningen des Fürsten bon Plest ein Sequester gesetzt werben. Fürs« von Plest besitzt in Polen insgesamt 67 Industrie- Unternehmungen und mehrere Großgrundbesitze, deren Wert auf etwa eine Milliarde ZloN) geschätzt wird.'• Der Postbeutrl mit 18.000 Kt, der am Freitag dem Briefträger Wolf aus Grost-Autim, im Adlergebirge, auf dem sogenannten Bischofsweg geraubt wurde, wurde am Montag, unweit des Tatortes ausgeschnitten ausgesunden. Das für geraubt angesehene Geld wurde darin d o. r g e s u n d e n. Ter der Tat verdächtigte Turchänek wurde einem Verhör unterzogen und mir Wolf konfrontiert, der aber in ihm den Täter« i ch t ertannie. Ei» merkwürdiger Blitzschlag. Im Gebiet von Iglau gingen am Montag zwei«roste,»an heftigen Regengüssen begleitete Gewitter nieder. Lei dem ersten Gewitter traf der Blitz in der Ort- schast Rovp Tomty, das hüchstgelegene Gebäude des Invaliden. Frwiz Kubiäel, wobei 400 Schie- fsrvlarten vom Dache abgetragen wurden. An der Decke von vier Räumen bohrte er 28 Löcher und zerrrümmerte das Glas eines Bildes, dessen Splitter im Zimmer umherflogen. Hiebei zündete der Plitz jedoch nicht und die Eheleute Kuviöet, die gerade beim Tisch'landen, blieben mit dem 15 Monate alten Töchterchen u n v e r s ehrt. Interessant ist, dast sich in der Umgebung des getroffenen Hauses vier mit BlitzMileitern versehene Gebäude befinden, in die der Blitz nicht einschlug. Ein' ungewöhnliches Duell fand dieser Tage ch einem Städtchen in der Nähe von Neapel statt. Die Duellanten, eine' Frau und ein' Mann, die ihres schon' seit Monaten durch ständigen Streit getrübten Liebesverhältnisse« überdrüssig waren, hatten beschlossen, durch ein Duell den Schlußstrich unter ihre Beziehungen zu setzen. Als Waffe wählle das ungleiche Paan den Revolver, doch war der Ausgang ihres- Vorhabens ganz' anders, als man hätte ertvarten sollen'. Die Frau, wohl die bessere Schützitr. verwundete ihren männlichem Kontrahenten lebensgefährlich, während sie selbst mit: einem leichten Streifschuß als Siegerin aus dem'Kampfe: hervorging'. Selbstmord' im- Hornissennest! In Tampa -iFlorida) beging- ein arbeitsloser Zigarrcnarbei- teraufiingewüynlichc Art'Selbstmord. Er entkleidete sich'und lprnng in ein'großes Hornissennest, in dem er-zehn Minuten sitzen blieb. Seine Mutter, die von weitem zusnh'l flehte ihn vergeblich an. zu fliehen. Die Feuerwehr, die-herbeigerufen worden war, vertrieb schließlich Tausende von Hornissen durch' Rauch. Den Selbstmörder, der über und: über mit Stichen bedeckt war, und'des» sen Körper'stark tauge schwollen war, brachte sie in ein'Krankenhaus: wo'er kurz nach seiner Einlie- strima unter furchtbaren Schmerzen' starb: Oesterreichische Von einem Wiener MHarbeHer Die Desterreicher, besonders die Wiener, geniesten in der ganzen Welt den Ruf, ein lie- benswtirdiges, lebenslustiges, sorglos-heiteres, „gemütliches" Vösklein zu seid. Mit den Einschränkungen, deren solch verallgemeinernde Urteile über ganze Völker immer bedürfen, mag diese Kennzeichnung zutreffend sein. Alte Sprichwörter, wie:„Leben und festen lassen" oder: „Jeder Sparer findet seinen Zehrer", bezeugen, dast unsere Grostväter einen leichten, irdischen Goniissen zugeneigten Sinn hotten.„Und wie die Altan sungen", sagt ein Sprichwort,„so zwit- schorn die Jungen!" ES ist zweifellos viel Wah- reS daran, an der„Gemütlichkeit" der Oesterreicher. Freilich, unter dieser österreichischen Gemüt- lichkeit darf man sich steiloistc nicht vorstellen, dast die Oesterreicher untüchtige, leichtlebige Manschen sind, die nur für knusperige Backhendl, für ein„gutes Tropfers", für betörende Walzer- musst und für„mollerte" Frauen Interesse haben. Wir verstehen unter„Gemütlichkeit" etwa« anderes! Gemüt haben, heißt Herz hasten. Webst wir von Gemütlichkeit sprechen, so meinen wir cS im Sinne Jean Pauls, der einmal feinsinnig sagte:„An den Weistern ist alles Htzrz, sogar der— Kopf." sehnliches könnte man auch von den Oesterreichern sagen. Den österreichischen Arbeitern waren Partei und Sozialismus, De- mokratie und Republik nicht nur Angelegenheiten detz kühlen Verstandes, sondern auch des war» men Herzens. Die glückliche Verbindung stütz Geist und Gemüt, von Vernunft nild Gefühl war es sa, die der österreichischen Arsteiterstewe- gung die hinreißende Begeisterung, den unver- gleichlichen Schwung gab! Diese österreichische„Gemütlichkeit" erklärt es auch, daß selbst 1918. als die Massest verhungert, verwildert und van rasendem Haß gegen die Herrschenden erfüllt, aus dem Kriege heiwkehrten. die Revolution völlig unblutig verlief. Und wie heiße politische Schlachien wir ist Oesterreich in den Jahren 1918 bis 1984 auch schlugen; wieviel Na! und Elend die österreichischen Arbeiter auch erdulden wußten— sie übtest bewundernswerte Selbstbeherrschung, sie verließen niemals den Boden der Demokratie. Oesterreich war bis zur Eutsachun« des Bürgerkriegs durch den Faseismu« eist ruhiges, friedliches Land, ist dessen Volke Freiheitsliebe, stürkstss RechtSgiisühl und Sinn für'Güte ittih Mßllscst- lichkeit lebten. Nun regiert in Oesterreich feit bald sieben Monaten der Fascismus. Die Fascistest haben versprachen, daß ihre Diktatur eiste moralische und sittliche Ckneuerung des durch die Demokratie„verdorbenen" Volkes bringen werde. Wie steht es damit? Das österreichische Volk stöhnt unter einer mittelaltersichen Schreckensherrschaft. Es gibt keine Freiheit, kein Recht und keine Menschlichkeit mehr in Oesterreich. Hunderttmisende Menschen werden bei Strafe der Entlassung, des Vek- hungerns gezwungen, Organisationen beizutre- ten, die sie in tiefster Seele hassen. Zehntausende Menschen müssen zähneknirschend und schamrot dos Abzeichen der Vaterländischen.Front tragen, das sie lieber anspucken- und in den Stäub treten würden! Zehntausend? Menschen müssen einer Kirche beitreten und müssen religiöse Ge- siihle heucheln, obwohl sie längst den Kirchenglauben überwunden haben. Jedes freie Wort wird mit Kerkerstrafen beantwortet. Man schreibt uns vor, was wir lesen und was wir hören dürfen. Selbst in der Wahl der Kleidung sind wir nicht mehr frei'. Das Tragen van weißen Wandlung Wadeustutzen, roten Hemden und r o t'e n D a d e a n z u g e n ist verboten! Gegen politische Ansichten, die den Fascistest nicht ge- fallen, wüten sie mit blutigem Terror. Zehn- tausende Menschen sitzen wegen ihrer politischen Gesinnung in den Konzentrationslagern und Kerkern und werden oft unmenschlich mißhan- delt und gequält: tausende Menschen starben im Feber und Juli an den Fronten des Bürger- kriegeS; Dutzende ehrenhafter Menschen wurden wegen ihrer Politischen Tätigkeit gehenkt und 'gerade in diesen Tagen werden immer wieder st'eue Todesurteile gefällt. Der Weg des Fascis- niutz führt buchstäblich über Leichen. Die Folgen dieses unerträglichen, unwürdigen und unmenschlichen ZustandeS sind erschiit- ternd. Die grauenhaften Erlebnisse der letzten sieben Monate haben aus den Oesterreichern an- dcre Menschen gemacht! Die einst so sonnigen, warmherzigen, kulturhungrigen Wiener Arbeiter! sind heute finster und schweigsam, mißtrauisch und verbittert, beherrscht von brennenden Haß- und Rachegefühlen! Die stolze, die Hoffnung?- volle Partei- Und Kusturbewegn'ng der österreichischen Arbeiter ist zerstört. Es gibt keine Arbeiterpresse, keine Arbcsterbüchcreien, keine ArbeiterbildungS-, keine ArbciterkuÜur- und Sportvereine mehr! Die Fascisten haben selbst den Arbeitertonristenverein„Die Naturfreunde" und den Arbeiter- Abstinentenbund. aufgelöst! In den einstigen Kulturstätten der Arbeiter trei- ben heute Heimwehrhorden ihr Anwesen! Mau spurt es geradezu körperlich, daß man im sasci- stifcheu Oesterreich von llnkustur und Lüge, von Angeberei und Heuchelei, Volt abstoßender Ge- meinheit und entmenschter Roheit umgeben ist. Wie kann auch in einem Lande.Kultur anzutreffen sein, wenn Ungeist und Barbarei regieren? Wie soll in einem Lande Treu und Glauben herrschen, wenn an den höchsten RegiernngSstel- len Wort-, Eid- und Versassüngsbrecher stehen? Wie soll das Voll noch an Recht und Gesetz glau- ben, wenn die Negierenden selbst der Gerechtig- leit hohnlacheNb ins Gesicht spucken? Wie soll in einem Lande Güte und Menschlichkeit zu finden sein, wenn man mit roher Gewalt, nist Ker- ker, Galgen und Kanonen regiert? Die HelnNvehtsascisten haben nicht nUr die Demokratie zerstört und daS Recht gebrochen, sondern sie haben auch, was schlimmer ist, den Menschen-dsii GlaNben an die Demokratie und riß da? Recht citiS Ltzttc Herzen gerissen! Man tratst seinen Ohren nicht, men» man beute die früher so„gemütlichen" Oesterreicher reden hort! Alle, die Arbeiter, die Bauern und die Bürger— sie alle reden nur mehr von der Gewalt und glauben nur mehr an die Gewalt! Ihr Ewigblinden, die ihr immer noch nri die„sittliche Erneuerung" Les Fascisuttts glaubt,' hört euch doch einmal an, wie ablehnend und gehässig heute das österreichische Volk über Demokratie, Ge- rechtigke it und Menschlichkeit spricht und höhnt, hört die leidenschaftlichen Haßge- fange und Racheschwiire, die ganz Oesterreich durchgellen— dann werdet ihr lief erschüttert erkennen, welch ungeheure, entsetzliche Verwü- sturig und Zerstörung die Dollfuße', Schuschnigge und Starhemberge in den Herzen und Hirnen der Oesterreicher angerichtet haben! Richt sittliche Er- Neuerung, sondern erschreckende Unkultur und Verrohung, Vergiftung und Verpestung des Volksgeistes— das ist die Folge der fascistischcn 'Barbarei! Ihr glücklichen Völker, die ihr von der 'Pest des Fascismus verschont seid, verteidigt mit Leib und Leben eure Freiheit und eure Menschenwürde! Schlitzt und sichert eure Demokratie! Dampforkaiastroptzo. Wie aus Tokio gemcl»' jüet, wird, ist der Dampfer„Jatuamoto Märu" m i t 30 Mann B esatzu n g i m S t u- r m ig 1 e s u> n k e n. Die seit Wochen anhaltende Tnpliuse>idemir in Alt-Natrum im Kreise Plesi in Polen, von der über 800 Personen in Mitleidenschaft gezogen worden- sind, ist noch, immer nicht eingedämmt. Ob Iva hl die' Zähl der LeichtlranleN, die sich in' häuslicher Pflege befinden, zurückgegangen ist, ist die Zahl d'er Schwerkranken auf 67- gestiegen. Bisher hat'die'Seuche drei Todesopfer gefordert. Der Ort ist nach wie' vor von der Außenwelt streng abgeschlossen. Etn Zoo-Bär wird- bösartig. Der im zoologischen Garten in Mährisch-Ostrau gehaltene Bär'„Mischa" hat am Sonntag den 36jährigen Schuhmacher Ian' Choralik' au« Mährisch-Ostrau sehr ernstlich verletzt. Choralik hatte dem BärPi einen Apfel zugeworfen, det' jedoch nicht in den Käfig, sondern an dessen Rand fiel- Choralik wollte dem Bären den Apfel in deii Käfig schieben, wurde jedoch von dem wütend gewordenen Bären mit der Tatze erfaßt' und zum Eisenkäfig gezogen. Durch das Ätlreien der Leute wurde der Bärenhüter herbeigerufen, der' den Barett verjagte. Choralik'wurde ans mehreren Wunden an Hand und Fuß' blutend ohnmächtig: ins- Kranken haus geschafft. Soin Zustand ist wegen des großen Blutverlustes ernst,- doch Haffen die Aerzte, ihn am Leben zu erhalten. Rabindranath Tagore kommt nach Pnlästlna. Der bekannte Hindu-Dichter und Nobelpreisträger fiir Literatur Rabindranath Tagore, der Anfang: September nach Palästina' kommt, wird an -der Hebräischen Universität in Jerusalem Börlc- sungcn halten, in denen er die Grundlosigkeit der Arier-Theorie des deuischen Nationalsozialismus üelveisen'will. Ihn wird sei« Sohn, Dr. Rabin-- dcanäth Tagore, begleiten, der als Agronom die Landwirtschaft Palästinas studieren will. Infolge woltenbruchnrtiger Regenfölle, die über den Ortschaften stanvw und Bilgoraj der Wojtvodschäst L u blin nicdcrgingen, sind mehrere Flüsse aus ihren Ilfern getreten und habeic eine Reihe von Ortschaften überschwemmt. In einem Weiler riß das Wasser ein Haus mit, wobei die Frau des Eigen- tümers und z w-e iKin der ertrunken sind. Elfeiibähnbanditen. Ein Eisenbahnzug, der nach S'chinhökusci in Nordost-K o r c a fuhr, ist entgleist. Drei Reisende kamen umS Leben, 42 wurden verletzt, Die' Waggons stürzten um und fielett in den Kintakusen-Flnß. Man nimmt an, daß' cS sich um einen Anschlag' von Banditen handelt. Flugzeug scheitert an Fesselballon. Wie eng» lische Blätter berichten, ist bet den italienischen Manöocrn in ber Gegend von Bologna em Militärflieger auf besonders Iranische Art verunglückt. Er hatte die„feindlichen" Truppen zu'verfolgen und aus sie Rauchbomben abznwerfen. Dabei flog er nur 20 Meter hoch. Plötzlich stieß sein Apparat an das Stahlseil an, das einen Fesselballon festhielt. DaL Seil wurde durchschnitten, der Ballon mit zwei Mann der Besatzung über die Küste aufs Meer hinausgctricben. lieber sein Schicksal ist noch nichts bekannt. Das Flugzeug aber stürzte. brennend ab. Der Flieger ist dabei umgekommen. Die älteste Fran Deutschlands, Frau Maria Schoepperle in Lenzkirch in Baden ist am Samstag im Alter von,106 Jähren gestorben. Sic war am 6. Juni 1828'geboren. Von ihren Kindern leben noch drei im Alter von 77, 71 und 72 Jahrep. Neue Unwetterkatastrophen in Polen. AuS zahlreichen Gegenden Polens langen Meldungen über katastrophale Unwetter ein, durch die zahlreiche Menschen zugrunde gingen. Montag früh ging über dem Bezirk Bilgorah und über dem Bezirk Lublin ein orkanartiger Sturm mit starken Wolkenbrüchen nieder. Infolge des Wolkenbruches traten drei Flüsse, dieser Bezirke aus den Ufern und überschwemmten 17 Dörfer. In dem Dorfe Folwarki wurde durch die Wasser- fluten ein Bauernhaus- weggeschwemmi, wobei eine Bäuerin und zwei Kinder den Tod fanden. Die StaatSbahndlreltlon in Prag veranstaltet folgende Sonderausflugszüge mit Verpflegung und Führung: Von: 1. bis 16. September zur Weinlese nach.Kupäri in Jugoslawien zum Preise von 1100 Kd; am 2. September zu den Lausitzer Serben nach Bautzen zu 115 Xf; vom 8. bis 22. September ans Schlvarze Meer zum Preise von 1080 Xi; vom 8. September bis 1. Oktober zu einem dreiwöchigen Aufenthalt nach Luhaiovice, nach Trenkiavskä Tep- liee oder nach Pistany für 980 Xi; vom 8. bis 16. September in die Hohe Tatra zviv Preise von 548 Xi; vom 15, Bis 28. September nach Karppthoruß- land für 51V Xi; In der Zeit vom 27. bis 30. September zur Weinlese nach Prctzburg und zum Masa- rhk-Ring nach Brünn zum Preise von 255 Xi.— Informationen und Anmeldungen mit einer Angabe Heini Referat für AnSslugSzüge im Basar neben dem Prager Wilson-Bahnhof täglich bvn 8 BI? 17 Uhr. Telephon: 888.85. Nttslchere Wetterlage. In Mitteleuropa lrisfl eine relativ kühle, ilordöstllche Sttöcincnij mit sehr warmer, nllmähllch von Südosten Ber bordringender LVfi zusammen Aus der Bälkanhalbivstl, in Ungarn und im tlarpathengebiete wurden Montag Nnchvilltag slellenlveise 80 bi? 88 Grad, dagegen in Böhmen nur 16 bis 20 Grad verzeichnet. In den Altzenlliiiderii iind in der Westhiilfte der Republik war es dielfach regitetisch, strichweise traten Gewitter auf.,Mit Rücksicht da raps, daß unsere Gegen-., dfx.doräiiSMtl.ich iif.de^.Nahe d/;r,tpnrn'ieii Grenze T, bleiben werden, ist die. Weiterentwicklung deS Wetters etwas unsicher.— Wahrscheinliches Wetter von heute: In den böhmischen Ländern ziemlich bewölkt, stellenweise, Namentlich im Südosten noch Re- genneigung, mäßig warm, später etwa? verringerte Bewölkung. Im Karpathengebiet wechselnd bewölkt und warm.— Wetteraussichten für Mittwoch: Auch im Weiten etwas besseres und wärmeres Wetter. Gcrlchfssool Großhandel mit gefälschten Fahrtausmeifen Ein Schaden von vielen Tausenden Prag, 27. August. Bei dem heute vor dem Senat M r& i c t verhandelten Betrugsvrozeß gegen den 25jährigen Buchdrucker Josef Noväk au? den Weinbergen treten einerseits die Prager S t r a» ßenbahnverwaltuug und anderseits daö Bahnärar als schwer Geschädigre auf. Der Angeklagte ist des schweren Betruges zulasten dieser beiden Stellen bezichtigt. Er hat falsche Äusweise für ermäßigte Karlen hergestellt und sich ihrer nicht nur selbst ausgiebig bedient, sondern auch»och einen schwunghaften Handel mit ihnen betrieben. , Für seinen eigenen Gebrauch fabrizierte N o- ! v ä k einen Straßenbah U-F ahrtauSweiS für Lehrer, den er mit fingierten Personaldaten auSfiillte, Dieses Ausweises bediente er sich seil 1029 ungestört durch vier Jahre, bis der Schwindel durch Zufall aufflög. Die Straßenbahnverwaltung jchätzl den erlittenen Schaden auf etwa 2600 Xö. Allein bei der vorgenommeueit Haussuchung stellte sich heraus, daß Növäl sich nicht auf den Eigenbedarf beschränkt hatte. Akait sand 35 gefälschte ermäßigte Rückfahrkarten für Arbeiter und Angestellte, vor, woraus sich der Schluß ergab, daß der AngeNagte mit solchen selbst hergestcllteu Karten einen regelrechten Handel betrieben hat. Ter dadurch verursachte Schaden ist allerdings auch nicht aiuiähernd zu schätzen. Aber das in der Wohnung Roväls beschlagnahmte Material tvieS auch auf umfangreiche Dokumentenfälschungen zum Schaden des E i s e n b a h n- ärars hüt. Der Angeklagte hat nämlich auch Legitimationen für ennäßigte Eisenbabn-Rücksahr- karten gefälscht und verkauft und die StaatSbahn- verwaltung schätzt den verursach! en Schaden auf 60.067 KC. Bon, den Abnehmern dieser gefälschten Legitimationen tonnte die 41jährige Schneiderin Barbara Urban au? Z i fj k o v festgestellt werden, die deshalb gleichfalls ans der Anklagebank Platz nehmen mußte. Dieser Mitangeklagten wird zur Last gelegt, sich einer sylcheu gefälschten Rückfahr-, karte bedient und weitere Falsifikate, weitergegeben zu haben. Das Bewcisverfahren gestaltete sich recht koln- pliziert, da der Nachlveis dc? verursachten Schadens infplge der großen stahl der Abnehmer der Falsifikate nicht leicht ist.. Die Berhandluna mußte daher vertagt werden. rb' Seite 8 --Sozialdemokrat" Dienstag, 28. Angnft 1034.«r. 200. MMMWWM LWIWWUM Prügelfußball Irgendwo an der Moldau, in einem idyllischen, fast ländlichen Vorortbczirk, standen am letzten Sonntag an zwanzig Leute und schauten mit leisem Kopfschllttcln par distancc einem Fußballspiel zu, das eigentlich kein Fußballspiel. sondern eine durch flehende Hilfcpfiffe deö Schiedsrichters nur mühsam gebändigte Rauferei war. Der Name des Vereins tut nichts zur Sache. Es waren zlvei kleine Vereine, und die Zuschauer sagen, nicht sehr verwöhnt, auf einer vereinsamten, wurmstichigen Holzlatte, die nur für sehr Phantasicbcgabte Aehnlichkeit nut einer Tribüne hatte. Eintritt wurde nicht erhoben, in der Gefechtsbause ging ein Mau» mit einem Klingelbeutel sammeln, das Ivar das ganze Zeremoniell. Aber das Bäckerdutzend auf der Latte war nut einem Temperament bei der schienbeinmörderischen Sache, daß die zufälligen Zuschauer schamrot darüber wurden. Es waren, wie gesagt, kleine und unwesentliche Vereine. aber die Art, wie hier ein Match ausgcprügclt und nicht ausgetragen wurde, ist leider typisch, für eine gclvisse Art Fußballcrci. Die eine Partei arbeitete mit Rippenstößen, und da die Mitglieder offensichtlich massiver gebaut waren, als ihre kleineren und zierlicheren Gegner, flogen diese bei jedem Anprall lvie Punchingbälle zur Seite, worauf sich der Sieger mühelos in den Besitz des solchermaßen fuszballgerccht erstrittenen Balles setze» konnte. Tie andern versuchten sich zu rächen, der Tor- tvari der„Zierlichen", auf einmal gar nicht mehr niillcidcrwcckcnd, gab einem Mann, der ihm zwischen den Ball geriet, eine schallende Ohrfeige, das Publikum rief Pfui, der Schiedsrichter begann zu weinen und nach der Halbzeit hinkten zehn Prozent der beiderseitigen Belegschaft mit mehr oder weniger lädierten Schienbeinen in die Ankleideräume. Alles in allem war es ein genußreiches Spiel. Ein Prügclspiel von lebendigster Eindringlichkeit. Weshalb aber, so fragt der zufällige Zuschauer, muß dabei auch ein unschuldiger Gummiball in Mitleidenschaft gezogen werden?! Er kann dock) gar nichts dasür, das; die beiden Gruppen in den verschiedenfarbigen Heinde» und Hosen einander offensichtlich nicht leiden können.-—re. Kunst und Wissen Borschau auf die Spielzeit 1934/35 de» Prager Deutsche« Theater» Der Spielplan soll aus folgenden Werken gestaltet werden:^ Sm Gcha«spiel r Schiller: Die Räuber.— Shakespeare: Wie es end) gefällt. Ein Sommernachtstraum.— Grillparzer: Weh' den», der lügt.— Aristophanes: Lysi- strata(Der Weiberkrieg).— Büchner: DantonS Tod.— Ibsen: Peer Gynt, Hedda Gabler.— Wedekind(zum 70. Geburtstag des Dichters): Schloss Wetterstein, Frühlingserwachen.— Wilde: Ernst (Bunbury).— Shaw: Die Sechs von Calais, Die heilige Johanna.— Wcrfcl: Juarcz und Maximilian.— Raimund: Der Verschwender.— Anzengruber: Das vierte Gebot.— Restroy: Lumpazivagabundus.— Zuckmayer: Ter Schelm von Bergen.— Paul Lcppin: Der Enkel des Golem.— Bruckner: Krankheit der Jugend.— Dostojewsky: Der Idiot(Dramatisierung).— E. E. Kisch: Die Galgentoni.— Bourdet: Schwere Zeiten.— Ralph Samson: Junge Liebe.— Capek: Der Räuber.— Kingsley: Hen in withc.— Gläser: Das Geständnis.— Molnar: Das Mädchen aus Triest.— Kai Munk: Im Ansaug war das Wort.— Hjalmar Bergmann: Der Nobelpreis.— Front. Langer: Ehe m. b. H.— Phillips: Gentleman.— Jarai: Ping Pong.— Eger: Dreizehn bei Tisch.— Wool: Sen- sationsprozetz.— Duschinsky: Der Charmeur von London.— Lothar und Adler: Die Nacht vor dem Ultimo.— O. Schcinpflug: Die Schaukel.— LonS- dalc: Tie Katze lässt das Mausen nicht.— Müller- Schlösser: Schneider Wibbel(In der Neubearbeitung von Hans Sasunann).— Multerer: Das Spiel vom Leben und Sterben deö Bauern(Wiederaufnahme). s« der Sperr Verdi: Don Carlos.— Wagner: Parsival.— Meycrbcer: Die Hugenotten.— Smetana: Die beiden Witwen.— Mozart: Cosi fan tutti, Die Entführung aus dem Serail.— Rossini: Die Italienerin i» Algier.— Massenet: Manon.— Wolf- Ferrari: Sly.— Janakek: Jenufa.— Veidl: Die Kleinstädter(Uraufführung).— Zemlinsky: Der Kreidekreis.— Donizetti: Lucia von Lammermoor. — Pucciui: Gianni Schicchi.— Lorhing: Zar und Zinimermann,— Thomas: Mignon.— Giordano: Andrö Chc'nier.— Debussy: Peleas und Meli« sande. S« der Operette r Zeller: Ter Vogelhändler(In der Neubearbeitung).— Johann Straub: Die Fledermaus(In der Bearbeitung von Max Reinhardt).— Offenbach: Blaubart.— Benatzky: Das kleine Kaffee.— Kälman: Der Teufelsreiter.— Abraham: Märchen im Grandhotel.— Löhar: Guiditta.— Richard Tauber: Ter singende Traum.— O. Strauß: Liebelei. M«drrV»rstell«ms»» r Lindrober: Admiral Bobby.— Zuckmayer: Ka- kadu-Kakada.— Vassewitz: PeterchenS Mondfahrt. — Losting: Dr. Doolittle und seine Tiere.— R. Richter: Pitz und Putz. Das neue Abonnement im Deutschen Theater. Die Thcaterkanzlei teilt mit: Ein großer Teil der bisherigen^Abonnenten hat die Anmeldung für das Abonnement der Spielzeit 1934/85_ schon vorge- iiommcn. Karte naus gäbe bereits ab Freitag, den 81. A u g u st. Falls die Anmeldung noch nicht erfolgt ist, bitten wir, diese in den nächsten Tagen, längstens bis 5. September, vornehmen zu wollen, da eine Verlängerung dieses Termins— mit Rücksicht auf die Platzzutcilung an die zahlreichen neueintretendcn Abonnenten— nicht möglich ist. Die Vorstellungen des neuen Abonnements beginnen bereits am 80. S e p t e m b e r. Im Laufe dieser Woche erscheint ein Aufruf, der die genauen Abonncmcntsbcdingungcn und zahlreiche Einzelheiten enthält. Die Direktion plant auch für ihre Abonnenten eine Reihe von besonderen Begünstigungen, die in den nächsten Tagen bekanntgegeben werden. Die Smetana»Ausstellung in Leitomischl wies ani Sonntag einen Rekordbesuch auf. Nächster Tage erwartet man, daß die Besucherzahl 20.900 erreichen wird. Für das große Interesse, dem die Ausstellung begegnet, zeugt die dritte Ausgabe des Katalogs. Die Verlängerung der Aus. stellung bis 18. September wurde allgemein mit Freude ausgenommen. Sport• Spiel• Körperpflege Prager Arbeitersporttag Ueber 190 Sportler und Sportlerinnen— Schöne Erfolge der Landvereine. Arn Sonntag fand in Prag der Sporttgg des 1. DTJ-Kreiscs statt, der eine schöne Heerschau der DTJ-Leichtathleten bot und einen ausgezeichneten Verlauf nahm, lieber 100 Wettkänrpfer, Männer, Frauen und Jugendliche, hatten sich eingefunden und boten den Zuschaurwn schöne und spannende Kämpfe in den einzelnen Disziplinen. Die siegreiche Mannschaft im„Feldek-Mcmorial" DTJ. Vysokany—DTJ. Neratowitz kombiniert, batte ihre besten Känrpfer in dem Springer Goth(V.) und dem Werfer Schöps(N.); letzterer konnte diesmal nur, im Kugelstoßen nicht seine früheren Leistungen erreichen. Bemerkenswert erscheint uns auch der Formrückgang Schusters(ZiZkov) im Speerwerfen, welcher nur 42,68 Meter warf. Die Ergebnisse im„Feldek-Memoriak" 100 Meter: 1. Brzicky(Liben) 11.7., 2. Schuster(ZiZkov) 11.7. Brustbreite, 8. und 4. Korbut (Tlustovousy), Svec(Weinberge) 11.8 Sek.— 800 Meter: 1. Karafiat(ZiZkov) 2:05.9, 2. Petar «Tlustovousy) 2:18.2, 3. Pijalck(Liben) 2:14.7 Min.— 8000 Meter: 1. Ccrnuska(Tlustovousy) 10:01, 2. Zaruba(Neratowitz) 10:08, 8. Stanök (Prag Vll) 10:09.9 Min.— 800 X 200 X 200X 400 Meter: 1. ZiZkov 8:58.2(Karafiat, MathS, Hawich. Schuster), 2. Vysokauy 4:02.8. 8. Libeü 4:00.7 Min.— Weitsprung: 1. Goth(Vysokany) 6.12, 2. Brzicky 6.04, 8. Glas(Liben) 5.84 Meter. — Hochsprung: 1. Smrika(Libeü) 1.70, 2. Krym- lak(Pankraz) 1.60 Meter.— Dreisprung: 1. Goth 18.18, 2. Pazdera(Vysokany) 11.58, 8. Zajic (Nusle) 11.45 Meter.— Svcer: 1. Schuster 42.68, 2. Zajiiek 87.94, 8. Schöps W.(Neratowitz) 36.52 Meter.— Kugel: 1. Saitz(Pankraz) 11.75 2. Schöps 11.60, 8. Hala(Prag Vll) 11.58 Meter. — Diskus: 1. Schöps A. 82.72, 2. Bezchleba(Prag Vll) 81.12, 8. Turner(ZiZkov) 80.26 Meter. ES siegte in diesem Mannschaftsbewerb die kombinierte Mannschaft Vysokany—Neratowitz mit 245 Punkten vor ZiZkov 287, Libeü 280, ferner Nusle, Prag Vll, Weinberge. Pankraz. Tlustovoufß und Prag l—V. Bei den Frauen wurden folgende Ergebnisse erzielt: 60 Meter: 1. Blazkovä(Weinberge) 8.8, 2. Holubovä(Liben) 8.6 Sek.— Schleuderball: 1. Holubovä 28.50, 2. Baronovä(Prag Vll) 28.45 Meter.— Weitspruug: 1. Hofmanovä (Straschnitz) 4.06, 2. Hrubä(ZiZkov) 4.08 Meter. Jugend: Weitsprung: 1. Hrazky(Liben) 1.40 Meter.—Kugel: 1. KrejLik(Weinberge) 10.65 Meter.— 4X100 Meter: 1. Liben 52.2, 2. Vysokany 52.8, 8. Weinberge 54 Sek. Hazena-Spiele der DTJ. Smichov gegen Brevnov 12.7(5:8), VyZchrad gegen Prag III—IV 5:3(2:2). Radlitz gegen Radotin 3:7(1:4), Pankraz gegen Vysehrad 1:5(1:1). Die Liga 1934-35 eröffnet Am Sonntag trat nach der Neueinteilung im bürgerlichen Fußball die Staatsliga in Aktion. Bier Klubs— nämlich Sparta, Slavia, Kladno und Viktoria Pilsen— waren bei der Eröffnung nicht dabei und werden den Rückstand zu späteren Terminen nachholen. Zum Beginn gab cS keine Ueberraschun- gen, nur ein paar Schiedsrichter konnten es sich nicht versagen, für die Hausherren mitzuspielen. Eine Erscheinung, die leider vom bürgerlichen Verband nicht beachtet wird.» Das einzige Ligaspiel in Prag, welches auf dem Jnvalidcnplatz zwischen dem Teplitzex F K. und Cechie Karlin stattfand, endete unentschieden 8:8(1:2). Der Anfang sah für den TFK, gar nicht rosig aus, denn die Karliner führten nach der 20. Minute 1:0 und zehn Minuten später gar 2:0. Kurz vor Schluß gelang cS dem alten Haberstroh, das Ergebnis auf 2:1 zu verringern. Nach der Pause schossen die Teplitzer zwei Tore, die aber der Schiedsrichter nicht anerkannte, weil er der„Mei- nung" war, daß ks Abseitstore waren. Die Tcp- litzer hatten ihre Mannschaft umgestellt und lagen nun im Angriff, doch Cechie war glücklicher und schoß ein drittes Tor. Aber schön geführte Aktionen des TFK.-Sturmes führten noch dazu, daß die Partie unentschieden und so wenigstens ein Punkt gerettet wurde. Teplitz hatte die technisch bessere Elf, während die Hausherren durch robuste Anwerbung von Körperkraft hervorstachen. die fast keine Ahndung fand. Torschützen waren für den TFK. Paly(2), Haberstroh; für Cechie Votruba, Ladman, Zimer. In Brünn siegte erwartungsgemäß, wenn auch nach hartem Widerstand, Z i d e n i c e mit 4:8 (2:1) über den P r a g e r D F C. Kurz vor Schluß stand die Partie 8:8, als aus einem Gedränge vor dem DFC.-Tor der siegbringende Treffer der Brünner fiel. Der Sieg der Zidenice war verdient und ivar bei ihr das Half und der Sturm sehr gut. Die Prager brachten als einziges Plus große Kampffreudigkeit mit, die aber trotzdem die Schwächen nicht verdeckte. Im Sturm gefiel nur die rechte Seite und das Half hatte gegen die schnellen Gegner einen schweren Stand, zumal Mährer mehr als dritter Verteidiger fungierte. Die Tore schossen für Zidenice Stere(2), Tichy und Rule je 1; für den DFC. Truntschka, Habest(Elfmeter) und Porubsty. Die beiden Neulinge, S K. Proßnitz und A F K. K o l i n, trugen ihr erstes Spiel in K o t i n aus. Die Hausherren hatten kein Glück und mußten den technisch und taktisch besseren Proßnihern mit 2:0(1:0) Sieg und Punkte überlassen. Drozd und Vidlak schossen die Tore. Vom S K. Pilsen, welcher in der zweiten Liga zstr Spitzengruppe gehörte, versprach man sich in der Staatsliga viel. Doch der Anfang war nicht dem angepaßt. Die Pilsener spielten im Felde wohl sehr gut, doch vor dem Tore versagten sie. Bo« h e m i a n S zeigten sich als eine guteingespielte Elf und haben den Sieg mit 2:1(2:1) verdient, obwohl sie nach der Pause ohne den verletzten Bejbl spielen mußten. Stumpf unb Ccch erzielten für die Prager die Tore, während für Pilsen Sledr skorte. 3« der«ittelbShmifche« Division gab es am Sonntag folgende Ergebnisse: Cechoslo- van Kosii gegen SK. Raudnitz 8:0(1:0), Nuselsky SK. gegen Meteor Vlll 4:0(1:0). SK. Liffa gegen Sparta Kladno 1:2(0:1). Division Böhmen-Land: Olympia Pilsen gegen SK. Rokycan 8:1(2:0), SK. Rakonitz gegen SK. Pctkin Pilsen 2:2(2:2), SK. Königinhof gegen SK. Königgrätz 1:1(0:0), SK.Jungbunzlau gegen SK. Horowitz 6:2(4:0), CTK. BudweiS gegen SK. Pardubitz 2:1(1:0), Die mährisch-schlesische Division begann ebenfalls nm Sonntag und brachte folgende Resultate: Mor. Slavia Brünn gegen SK. Prerau 8:2 (1:0), SK. Baka Zlin gegen SK. Polonia Karwin 4:1(2:0), Han. Slavia Kromiekib gegen SK. Hus- sowitz-Brünn 8:2(1:2),«SK. Schles.-Ostrau gegen SK. Kral Pole Brünn 8:2(2:1). In der slowakisch-karpathorussi» schon Division ist als bemerkenswertes Ergebnis die Niederlage DTK. PreßburgS mit 2:4(1:2) gegen FC. Vrutty zu verzeichnen. Slavia Prag konnte am Sonntag in W er d en (Bayern) gegen den dortigen FC. einen hohen Sieg von 8:1(2:1) erzielen. Sparta Kokir, welche ebenfalls»»Deutsch- land gastiert, verlor am SamStag in Darmstadt gegen SV. 1:8(1 Al), gewann ab« am Sonntag in Ahlen. 7:2(8:0).- DSV. Saaz gegen Viktoria Pilsen 3:1(1:0). DaS Rückspiel in Saaz endete mit einem sicheren Siege des DSV. Die Pilsener erzielten ihr einziger Tor aus einem Elfer. Die Wimer Austria auch in Karlsbad geschlagen. Die Wiener, tvelche bekanntlich schon in Pilsen verloren, hatten auch in Karlsbad gegen KFK. kein Glück und tmirden mit 2:1(1:1) geschlagen. Jugoslawien schlägt Polen 4:1(2:0). In Belgrad getvannen die Jugoslawen als die technisch bessere Elf verdient über die Polen. Jugo- slaivien trägt kommende» Sonntag in Prag ein Länderspiel mit der Tschechoslowakei aus. Tie Militär-Sportspiele der Kleine« Entente wurden am Sonntag in B n k a r e st mit dem Fußball-Länderspiel Tschechoslowakei—Rumänien beendet. Dieses Spiel wurde von beiden Seiten hart durchgeführt, endete 0:0 und nahm einen stürmi- schcn Verlauf, zu dem auch die Zuschauer beitrugen, so daß Polijei einschreiten mußte.— Die Endwer» tung ergab den Sieg Jugoslawiens mit 48 Punkten vor Rumänien 41 und Tschechoslowakei 40 Punkten. Sonstige Fupballeegebniffe. K o m o t a u: DFK. gegen VfB. Teplitz 2:1(2:1).— Brüx: DSK. gegen DFK. Kaaden 7:2.— Dux: DSK. gegen Schwalbe Brüx 8:2(2:1).— Aussig: DFK. gegen Sportbrüder Bensen 2:0(1:0).— Bodenbach: SpVg. gegen DrcSdensia Dresden 2:1(1:0). — Gablonz: DSK. gegen DSK. Haida 2:0 (1:0).— Warnsdorf: WFK. gegen DSV,. Trautenau 5:0(2:0).— Grottau: SK. gegen DSV. Reichenberg 5:2(8:1).— Arnan: DSV. gegen Sportbrüder Prag 8:2(8:0).— Tropft au: DSV. gegen DSV. Oderberg 5:0(4:0).— Budapest: Hnngaria gegen Somogy 7:1(8:0), Njpest gegen WAC. Wien 2:1(1:0).— W i n: Sportklub gegen Vienna 1:0(1:0), Hakoah gegen Phönix Bayamore(Rumänien) 8:2(8:0).— Deutschland: FC. Szegedin gegen Lüttinghau« sen 5:1, Schalke gegen 1. FC. Nürnberg 8:1. Radrennen Pr«g-K«rl»bad-Pras Dieses Radrennen über 282 Kilometer wurde am Sonntag zum 18. Mal von AC. Sparta zur Durchführung gebracht und wies auch internationale Besetzung auf. Von den Gästen waren die Dänen die besten Fahrer. Von den Wienern erwies sich Höfner als der bessere, während Hamedl sowie Si- roky weit ins Hintertreffen gerieten. Bon den deutschböhmischen Fahrern zeigte sich der WarnSdor« fer Änothe als der bessere, welcher im Neulingsfahren auf den dritten Platz kam. Der aste Streckenrekord von 9:02:24 Std. mußte diesmal daran glauben, denn die ersten fünf fuhren unter dieser Zeit und der Däne Nielsen erzielte alb Erster mit 8:28:81.8 eine neue Rekordzeit, die damit um 84 Minuten besser ist, DaS Rennen wies ein sehr scharfes Tempo auf, so daß von 68 gemeldeten Fahrern(wieviel tattächltch am Start waren, ist nicht bekannt) nur 28 das Ziel erreichten. Der fcUtegendt ftfagiclteia Ut nt d«c(Uonn«m«nte0 Norwegen, der in O S l o auSgetragen wurde, endete mit dem«Siege der Schweden vou 104:60 Punkte«. Das Ereignis dieser Veranstaltung war der DisknS- Weltrekord des Schweden Anderssons, über: welche» Wir schon berichtetem Neuer tschechoslowakischer Schwlmmwkvid. Pch einem Meeting in Olmüh erzielte die Frone» staffel von Bar Kochba Brünn über 4X50 Meter Brust mtt 2:50.8 Min. eine« neuen Rekord. Die Wassertallmunnschoft Hakoah Mo« wmf» bei einem internationalen Schwimmeettng in Preß« bürg von Bar Kochba mit»:> geschlagou.- Hr Film «amuIc« atauaelMH Dieser Film aus Deutschlands dunkelster Zech bringt nicht die Kindertragödie Gerhart Hau pW manns auf die Leinwand, sondern die Greisem tragödie ihres Dichters. Der Mann, der die„w« ber" und den„Florian Geyer" schrieb, hat nicht nur ruhig mitangesehen, wie ein literarisches Hökerweib aus der fiebernden Himmelfahrt der gequA» ten Johanna Mattern einen süßlich-rohe« Märchen« kitsch gemacht hat, er hat sich so sehr weggeworfen, daß er dieser schändenden Verzerrung seiner Dich«, tung von einst persönlich das Vorwort spricht. Die» fer Mann, der gegen die Versklavung Deutschlands nicht nur keinen Widerspruch fand, sonder» sich auch noch mit schlechtem Phrasenschwall zu ihr bekannte, nimmt zur Verhöhnung itnb Verfälschung seines eigenen Werkes dieselbe Haltung ei«. Nicht nur vor Hitler hat er sich haltlos gebeugt— auch vor der Sudlerin Tea von Harbou, die in Hitlers Gnadensonne mit Hauptmanns Ruhm Geschäfte macht, Als Dokument für den moralischen Selbstmord eines einstmals großen und verehrung-würdigen Mensch« ist dieser Film erschütternd,— dieser Film, der int übrigen unbefchreiblich lächerlich ist. Das Traumstück aus Rot ist unter den Fingern der Harbou zum verrückten Weihnachtsmärchen für geistige Gleichgeschaltete geworden. Das arme Hannele ist ein kokettierender Theaterfratz (namens Inge Landgut). Die milde Krankenschwester ist eine Dame' vom noblen Wohltätigkeit-Verein (Frau Käthe Haack aus Berlin W.). Der geliebt» Lehrer Gottwald ist ein öliger Prediger(der her«, untergekommene Theodor LooS.) Und der von» Elend verrohte Vater Mattern ist ein Theatrrschurk» aus der Nachbarschaft deS Nibelungen-Drachens, dargestellt von Herrn Klein-Rogge, der seine» Zeichens brauner Filmführer ist.—ei»— Aus der Partei SutallMKcke laOeM, Mn« Ml Heute, abends 8 Uhr/im Parteiheim Lite« rarischerAbend. Ernstes und Satirisches üb« das Leden dieser Zett.— Kreisfunktionäre, Achtung! Nächsten Montag Sitzung der Kreisleitung im Parteiheim. Beginn 8 Utz»-. Obmännerbesprechung«ine Stunde früher. VcrclnsnadiiKlitcii S. P. D. Flüchtlinge. Mitgliederversammlvng Donnerstag, den 80. August, abends 7 Uhr, ist Parteiheim. Zutritt nur argen Ausweis. B e z u g s b e d i n g u n g e n: Bei Zustellung ins Hau» oder, bei Bezug durch die Post monatlich UL 16.—, vierteljährig UL 48.—, halbjährig UL VS.—, ganzjährig UL 102. Inserate werden laut Tanf billigst berechnet. Bei öfteren Einschaltungen Preisnachlaß/— Siückstellitng von Manuskripten erfolgt nur bei Einsendung der Retourmarken.— Die Zeitunasfrankatur-»'--v- von der«-»-«nd Telegrapheitdttektion mtt Erlaß Str. 18.80V/VH/1V80 bewilligt. Druckerei:.Lrbis", Druck-, Verlag», und ZeituimS-A.-G, Prag, W