1 le st<1 tn i y lENTRALORGAN DER MUTSCHEN SOZIALDEMOKRATISCHEN ARBEITERPARTEI IN DER TSCHECHQStOWAKlSCHBN REPUBLIK ERSCHUNT NUT AUSNAHME DBB MONTAG TXGUCH HtUM. nrn rrioii uim ifrivmtWHO.imgiooifl tmmtmiWT-'m HERAUSGEBER: SIEGFRIED TAUB. CHEFREDAKTEUR: WIIHEIM NIESSNER. VERANTWORTLICHER REDAKTEUR» DR. EMIL STRAUSS, PRAG. 14. Jahrgang Mittwoch, 2^ August 1934 Nr. 201 Wiener Relnmelirka!»crnc von Polizei gestürmt Schießerei um das frühere Roridsdorffer Arbeiterheim Wien, 38. August. Heute Mittag fuhren vor dem Floridsdorfrr Arbeite r h e i m, das nach der Feber-Nevolution in eine Heimwehr-Kafer.ne«mge- wandclt wurde, zwei Antos der Wiener Polizei vor. Die Polizisten drangen in die Kaserne ein und entwaffneten«ach kurzem Handgemenge eine« Teil der Heimwehrbesatzung, worauf sie sie verhafteten und abtransportierten. Diese Aktion soll auf Anordnung der Leitung der niederösterreichischen Heimwehren durchgeführt worden sein, die de« erwähnte« Teil der Besatzung als Verräter bezeichnet. Henleii will disMterra... Wohlan dennl Die letzte„Rundschau" ist wieder mal auf Elegische Töne gestimmt. Sie klagt schon im ersten Titel über„Mißtrauen und Mißverständnis". Echmcrzbclvegt stellt das Blatt fest, daß das bekannte Masartzksche Wort:„Demokratie i st Diskussion"— ein„verblassender Grundsatz" geworden sei. In dem Aufsatz selbst finden tvir folgende zwar nicht ganz klare, aber immerhin bemerkenStverte Stelle: „ES gibt heute eine ganze Reihe neuer Be» griffe, Gedanken und Organisationsformen, die zwischen den Gegensätzen Demokratie und Faschismus liegen, es gibt aber auch andere, die beiden gemeinsam find, und die sowohl demokratisch, wie fascistisch begründet werden können, und wieder andere, die von diesem Gegensatz überhaupt unberührt sind. Wer a«S geistiger Trägheit und Bequemlichkeit, wer auS Feigheit und um des lieben Schlendrians willen solchen Auseinandersetzungen anSweicht, erzieht zu keiner Freiheit und Menschenwürde, sondern zu Absolutismus und Unselbständigkeit." In diesem Falle ist Herr Henlein durch sein eigenes Blatt ausgezeichnet charakterisiert worden. Er selbst ist bisher jeder politischen Auseinandersetzung ausgcwichen und hat es nicht gewagt, sich einem politischen Gegner zu stellen. Ob es aus„,-eiftiger Trägheit",„Ferg- h ei t",«er„Bequemlichkeit" geschah oder um des„l i e b e n S ch l e n d r i a n s w i l- len", wirb er am besten wissen. Will also Herr Henlein seine Untertanen zu Freiheit und Menschenwürde erziehen, so gewähre er in seinen Versammlungen Redefreiheit. Die deutschen Sozialdemokraten sind gerne bereit, mit ihm jede Diskussion, die er nur wünscht, offen und ritterlich zu führen. Die„Rnndfchan" hat nun das Wort! Schutzbiindler-Tragödie Wien, 38. August. Bor dem Wiener Schwurgerichte hatte sich heute der 31jährige OttoMüller, der Kommandant des Republikanischen Schutzbundes i« K a r l-M a r r-H o f, wegen Aufstandes uud wegen des Verbrechens nach dem Sprengstoffgesetz zu verantworten. Müller hatte sich mit seiner Abteilung im Feber d. I.«ach dem Zusammenbruch de- Aufstandes in die Tschechoslowakei durchgeschlagen und' war von dort«ach Rußland gefahren. Die Sehnsucht nach seiner Familie veranlaßte ihn anfangs Juli nach Wien zurückzukehren. Müller stellte flch selbst den Behörden.— Er wurde zu sechs Fahren schweren Kerker- verurteilt. Rlntelen bald vernehmungsfähig? Entgegen den. in den letzten Tagen Vevbrei- teten Meldungen, die von einer Verschlechterung der Gesundheitszustandes Dr. Rintelens wissen wollten, teilt die„Wiener Zeitung" mit, daß der Heilungsprozeß ganz zufriedenstellend verlaufe. Der Patient ist fieberfrei und die Aerztc hoffen, daß er bereits in der nächsten Zeit wird verhört werden können. Industrie wird verösterrelchert Nach den Siemens-Schuckert-Werken werden nun auch die Radentheiner Magnesit-Werke unter „österreichische Führung" gestellt werden. Anstelle Direktor Erdmanns, der Reichsdeutscher ist, wird im.Einvernehmen mit den Vertretern der Großaktionäre ein Oesterreicher zum Direktor bestellt werden. Auch unter den Arbeitern und Angestellten wird eine„R e i n i- g u n g s a k t i o n" vorgenommen. .* Ostrauer Professor In Innsbruck ' verurteilt Der Professor der deutschen Staatsrealschule bl M ä h r.» O st r a u Anton K l i n g e r, der seine Ferien in Osttirol verbrachte, wurde in- Innsbruck zu einem Monat Arrest verurteilt, da 'er erklärt hatte, Dr. Dollfuß sei nicht sein persönlicher, aber sei« politischer Feind gewesen; es sei gut, daß er nicht mehr am Leben ksti- Hiezu erfahren wir noch folgende»: Dienstag nachmittags wurde das frühere sozialdemokratische Arbeiterhrim in der Angerer- gaffe in unmittelbarer Rälze deS RordbahnhofeS der Schauplatz eines schwerenZnsamme«- st o tz r S zwischen Heimwehr und Polizei. DaS Arbeiterheim war nach de« Feberkämpfrn von der" Heimwehr besetzt und zu einer Kaserne ausgestaltet worden, in der ständig 500 bis 800 Heimwehrmänner«ntergebracht sind. Im Souterrain find große Lagerräume für Maschinengewehrs, Handgranaten und andere Waffen untergebracht. . Durch Konfidentenmeldungen aus Razikrä- se» hatte die Regierung Kenntnis erhalten, daß sowohl in der Polizei alS auch bei der Heimwehr neue Nazizellen organisiert werden, die noch im Herbst abernialS eine Revolte, planen. Dies« Informationen haben zu den bekannten 'Maffenverhaftungen bei der Polizei geführt imd nun sollte auch bei der Heimwehr eine Generalsäuberung erfolgen. Im Gefolge dieser Aktion wurden heute verläßliche Polizeimannfchaften in mehreren Urber- fallSautoS aus der Marokkanerkaserne nach Floridsdorf zur Heimwehrkaserne dirigiert, u w e: n e Anzahl Heimwehr-Nazis zu verhaften. DaS Heim wurde blitzartig von de» Polizisten zerniert» worauf unter Führung von Polizeioffizirren ein Teil der Mannschaften in daS Gebäude rmdringon wollte. Di« Heimwehrvesatzung schlug jedoch Alarm und verbarrikadierte sich. Gleich darauf fielen auS den Fenstern Schüsse gegen« Po- lizisten, welche daS Feuer erwiderten. Inzwischen wurde aus der Stadt weitere Unterstützung herbcigerufen. Auch Hrimwehrfunktio- näre fanden sich«in, di« die Zurückziehung der Polizei forderte». Nachdem die aufregende Schießerei schon eine Stunde gedauert hatte, holte di« Polizei zwei PanzerautoS zur Unterstützung heran, worauf sie zum Sturm gegen die Heimwehrkastrne einsetzte. Erst jetzt gelang eS ihr, in das Gebäude, dessen Straßenfront.zerschossen war, einzudringen, die gesamte Heiniwehrbesatzung, die sich mit den zu verhastendon Kameraden solidarisch erklärte, zu entwaffnen und in daS Polizeigefäng- niS avzutranSportiere«. Di« RettungSgrsellschaft, di« mehrere Ambulanzen«ntfend«t hatte, schaffte fortwährend Verletzte in di« Spitäler. Die Zahl der Opfer ist nicht zu erfahre». Auf Anfragen wurde ausländischen Journalisten erklärt, daß der Vorfall, so ernst er auch sei, doch keine Konsequenzen bezüglich der Zusammensetzung der Regierung nach fich ziehen 'werde. Vie Dementierspritze Nachträglich scheint den amtlichen Stellen aufgcdämmcrt zu sein, daß Nachrichten über Revolten in der Heimwehr, der bisher einzigen Stühe der Putschregierung, nicht gerade sehr geeignet sein dürften, den Boden fiir den beabsichtigten großen Pumpversuch in Genf vorzubcreiten. So entschloß man sich zu dem Unge schicktest e n, was cs übcvhaupt geben kann: Die amtliche Nachrichtenstelle gab ein Dementi heraus, daß die Meldungen über einen Zusammenstoß zwischen Polizei und Heimwehr im Wiener Bezirk Floridsdorf„völlig falsch und aus der Luft gegriffen" seien und in Wien Ruhe herrsche... Chef des Sicherheits dienstes entlassen I Der Chef des Sicherheitsdienstes im Bundeskanzleramt, SektionSchef Baron D'E l v e r, wurde wegen Beziehungen zu Nationalsozialisten ohne Anspruch anf Pension in den Ruhestand versetzt. Baron d'Elver war bereits am 28. Juli suspendiert worden. ES war gegen ihn die DiSziplinaruntrr- suchung eingeleitet worden, da er beschuldigt war, gegen Nationalsozialisten erstattete Strafanzeigen unerledigt gelassen zu haben. Polen vor der ■ntscheldunii Wie lange noch Unterstützung für Berlin? A. Sch.(Paris) Wer hätte noch vor einem Jahr annchmen können, daß die deutschfascistische Außenpolitik gegen Italien und mit Polen ge- macht wird? Daß der traditionelle fascistische Verbündete im Süden abgcstoßen, daß der sla- wische Erbfeind im Osten zum besten und letz- ten Verbündeten. Hitlers erhoben wird? Dieses kranipfhafte Anklammern an Polen bei gleich- zestigem Bruch mit dem fascistischen Italien ist der beste Beweis fiir die Unberechenbarkeit der Außenpolitik des Dritten Reiches. Polen ist die letzte Hoffnung Berlins. Cs soll den Nord-Ost- Pakt zum Scheitern bringen, Frankreichs Stellung in Osteuropa erschüttern, die baltischen Länder von der Sowjetunion fernhalten, Verbündete gegen die Sowjetunion werden. Front gegen die Sowjetunion in der ersten Linie! DaS„Echo de Paris" hat vor einigen Tagen Polen als JtaliendcsNordcnSbezeichnet,d.h. als jene Macht, die zum Nordostcn von Italien liegend, die italienische Politik der gejagtesten Kombinationen, der Zweideutigkeiten und/der widersprechendsten Verbindungen nach allen Seiten hin wiederholt. Indessen will Hitlerdeutsch. land aus Polen daSJapandeSW e st e n S machen: d. h. Polen als den Westnachbarn der Sowjetunion zu einer solchen angriffslustigen und gewaltsamen Politik gegen Rußland zu ver- anlassen, wie sic Japan vom Fernen Osten her betreibt. Das Hitlcrdeutschland will eine polnisch, japanische Umklammerung der Sowjetunion, die cs mit allen Mitteln unterstützen würde. Es strebt nach einem nnttcl-osteuropäischen Block gegen Paris und Moskau, es sucht nach einem Ersatz fiir Rom, und hofft diesen in Warschau zu finden. Das Spiel wird gleich zü Ende sein. Der unerträgliche Schwebezustand,'in.dem Polen die osteuropäische Politik bereits seit neun Monaten hält, geht einer Lösung entgegen. September bringt die Entscheidung. Beide Großmächte, die durch die polnische Politik des AuSwoichens und der Zweideutigkeit am stärksten gefährdet sind, Frankreich und die Sowjetunion, verlangen von Polen eine deutliche Antwort: für oder gegen das Ost-Locarno? Frankreichs Beunruhigung wegen der pol- Nischen Haltung ist längeren Datums. Bereits vor der Warschauer Reise Barthous hat die Pariser Presse Polen gewarnt. Seit Juni ist Po- lens Haltung die Hauptsorgc der französischen Außenpolitik geworden. Polen muß endlich wah- len: zwischen der Politik Berlins, die auf die Kriegsvorbcreitung hinauSläust, und der Politik der Stabilisierung des Friedens, die Paris und Moskau befolgen und der sich London ange- schlossen hat. Diese Mahnung erklingt jetzt in der französischen Presse. Für oder gegen den Frieden — das bedeutet heute fiir oder gegen das Ost- Locarno. Am 19. August hat diese Frage an Po- len auch der offiziöse„TcmPS" gerichtet. DaS Ausweichen ist nicht mehr möglich. Die Sowjetunion hat bisher auf Polen nur den diplomatischen Druck ausgcübt. Die Sowjet, presse hat bisher die gefährlichen Tendenzen der polnischen Außenpolitik verschwiegen, sic wollte Polen auf keinen Fall reizen. Jetzt nennt auch sie die Dinge beim richtigen Namen und stellt Polen vor die Entscheidung. In den„Jswestija" hat Radek einen Aufsatz veröffentlicht, der den eindrucksvollen Titel„Das Gespräch, daS das Wesen der Sache betrifft" trägt. Jetzt erklärt die Sowjetdiplomatie auch öffeirtlich: Jeder Versuch Polens, die französische Annäherung zu Hintertreiben, werde Polen in das Lager des deutschen Imperialismus führen. Indem Polen seine Verbindungen mit Paris und Moskau löst und gegen beide demonstriert, muß es in den Schlepptau Berlins geraten. Und imSchlepptauBer- Seite 2 Mittwoch. 29. August 1934 Nr. 201 Hn» muß es zum Teilnehmer an einem Kriegsblock werden. Die Warnung ist deutlich genug. Noch deut- licher sind die Konsequenzen: »Die Sowjetunion und Frankreich werden die Anstrengungen, die sie vom Standpunkte der Befestigung des Friedens für notwendig halten, fortsetzen. Wenn Polen eine unabhängige Politik führen will, dann haben auch die Sowjetunion und Frankreich keinen geringeren Grund als Polen auch eine solche u n a b h ä n- g ig e Politik zu treiben." DaS heißt Sicherheitspolitik mit oder ohne Polen. Jetzt muß Polen die Antwort geben.var auf der Suche nach Arbeit. Während der Beamte ein Protokoll aufnahnt, legte die Frau- das Kind auf das Bett und lief aus der Wohnung. Nun begann das Kind zu schreien, der PfändungSbcamte ließ seine traurige Pflicht im Stich und begann, den kleinen Schreihals zu beruhigen und in Schlaf zu wiegen. Kaum aber hafte er das Kind wieder auö den Armen gelesen, als es von neuem zu weinen begann. Ter Exekutor gab klein bei und sorgte für das Kind so lange, bis die Mutter sich beruhigt hatte und nach Hause zurücktchrte. Ans der Pfändung würde an jenem Tage nichts. .(Kn schlechter Witz. Wir erhalten soeben einen Pries aus Berlin, in dem uns ein dort an- süffiger Verlag, der sich„Horn-Verlag" nennt, seine„Humarkorrespondenz" zum Bezüge anbie- tot. Cs ist kein Irrtum möglich; wir sind wirklich genipinf. Der Brief ist ganz eindeutig richtig adrvssisrt:„Sozialdemokrat", Prag usw. Und trotz dieser staatsgefährlichen Adresse hat ihn die deutsche' Rcichspost anstandslos befördert. Natürlich-wird man mit jähem Erschrecken vor dieser Adresse nachgesehen haben/ob nicht etwa dieser Brief-unter der-harmlosen Maske einer offenen Drucksache einen Greuelbericht ins Ausland Ei« guter Arzt Das war er, unser lieber Genosse Arm i n Klein, war es in jenem schönen Sinne» in dem man Victor Adler gerade dann den guten Arzt nannte, als er längst nicht mehr praktizierte: Armin Klein wollte nicht nur kranken Menschen Medikainente verschreiben, er lvollte allen Armen, allen denen helfen, die leiden unter der Krankheit der gesellschaftlichen Ordnung. Als Bezirksarzt in Ludih, Warnsdorf und Podcrsam hatte er die Nöte der„kleineii Leute" kcnncngclcrnt, war der gütige, warmherzige Mensch vertrant genug geworden mit dem Leben der Massen, um zu erkennen, dass sie noch anderer Hilfe bedürfen als ärztlicher. Das KriegScrlcbnis— Armin Klein war während des Krieges Militärarzt— machte ihn dann zum Sozialisten. Und Armin Klein war ein wirklicher, war ein vorbildlicher Sozialist, war cs ebenso tvic mit dem Gehirn auch mit dem Her« zcn, war cs vor allem mit dem Herzen. Man darf ohne Ucbcrtrcibung sagen, dass er vorbildlich Ivar als sozialistischer Intellektueller: er hatte sich, als er zur Partei gekommen war, eingereiht als einfacher Soldat, er hat nie verlangt, daß seiner Stimme besonderes Gewicht beigemessen werde, er hat nie mehr gewollt, als seine Kräfte in den Dienst der Arbeiterbewegung stellen zu dürfen. Sein Arbeitsgebiet war zunächst, wozu er ja besonders berufen war, die Volksgesundheit. Dazu erschlossen sich ihm, nachdem er im Jahre 1012 ins Sanitätsdcpartemcnt des LandcöamtcS nach Prag berufen worden war, viele Möglichkeiten. Er war ungemein eifrig tätig als Tchrift- stcllcr. Seine Bescheidenheit wollte, daß die meisten seiner Aufsätze ohne Namenszeichnung erschienen. Er hat in unserem Blatte, im„Weckruf", der Zeitschrift der Arbeiter-Abstinenten, in vielen anderen Zeitschriften unzählige Aufsätze veröffentlicht. Groh ist auch die Zahl seiner Vorträge. Genosse Armin Klein, der vielseitig Interessierte Mensch, war auch tätig in der Gesell- sck)aft zur Bekämpfung der Krebstrantheiten, war im Ausschuß des Deutschen SprachvcreincS, war Lehrer— er trug über Fragen der Hygiene vor — an der Prager Deutschen Lehrer-BildungS- Anstalt und an der staatlichen Pflegerinnen« Schule. Besonders wertvolle Arbeit, auch organisatorischer Art, hat er für den Arbeiter-Touristen- verein„Die Naturfreunde" geleistet und für die sozialistische Abstinenzbewegung. Den Arbeiier- Abstinenten-Bund hat sein jäher tragischer Tod schwer getroffen. Armin Klein war Altoholgegner und Nichtraucher. Ein Fanatiker also? Ein düsterer Asket? Ach nein, gerade durch sein Leben hat Klein be- wiqen, daß es reinere, schönere, beglückender« Di« Pistole alS Spielzeug. Montag nachmittag wurde der 13jährigc Josef B a l l a in dar Ufjhoroder Krankenhaus gebracht. Ter Knabe>,atte die Gedärme an sieben Stellen durchschossen, welche Verwundungen ihm sein lljähriger Kamerad beim Spiel beigcbracht hatte. BallaS Spielgefährte entwendete am Sonntag die Repctierpistole mit mehreren Geschossen einem Kauftnann und die Knaben spielten dann mit der Waffe im Walde. Mit schweren Verletzungen ging Balla nach Hanse und gestand erst viel später der Mutter ein, daß er verletzt sei. Im Krankenhause wurde er operiert und dürfte am Leben erhalten bleiben. Sein unvorsicht.ger Spielgefährte wurde angehaltcn. Ein Mann lebt mit der Revolverkugel Im Gehienk Im Juni d. I. hatte sich Richard Ärie- gclstein aus Dobrzan am Osser im Böhmerwald eine Kugel durch den Kopf gejagt, um seinem Leben ein Ende zu bereiten. In hoffnungslosem Zustande wurde damals Kricgelstein ins Älattauer Krankenhaus gebracht, wo er sofort einer Operation unterzogen wurde. Nach einigen Wochen beklagte sich der Patient über grosse Kopfschmerzen, weshalb man an ihm eine neue Operation vornahm. Hiebei wurde fcstgestellt, dass das Projektil» das im Gehirn stecken geblieben war, von allen Seiten mst Eiter umgeben war. Der Eiter wurde dieser Tage entfernt, ohne daß man auch die Revolverkugel entfernt hätte. Dieselbe sitzt weiter im Gehirn, und eS ist der seltene Fall, daß man einen Patienten retten konnte, wiewohl das Projektil im Kopf geblieben ist. Vom Rundfunk G«GfihIi»a»irt«e tu tat Mr«Ut«»u»e»> Donnerstag; Prag, Sender L.: 10: Schallplatte», 10.25: Schallplatte», 10.80: Jnstrumentalkonzert, 15.15: Orchesterkonzert, 18.10: Deutsche Sendung: Dr. Moucha: Neue Bücher, 18.56: Deutsche Presse, 10.50: Saxophon-Konzert, 20.10: Uebertragung aus dem Salzburger Dom: Konzert der Wiener Philharmoniker, 22.20: Schrammel-Konzert. Sender S.: 14.10: Opernmusik, 14.25: Deutsche Sendung: 14.66: Chansons auf Schallplatten.— Brünn 14: Deutscher Arbeitsmarkt, 18.20: Deutsche Arbeitersendnng: Schrämet: Lassalle:»AuS seinen Werken und Reden.— MSHr.» Oftra» 18.20: Äinderstunde.— Kascha» 15.15: Blasorchesterkonzert. Freuden gibt als die durch Rauschgifte geschenkte. Er war ein leidenschaftlicher Kunstfreund, er hat Prag auf der Suche nach verborgenen Schönheiten unzählige Male durchwandert und tvar froh, als Führer durch Prag viele Genossen an seiner Schönheitsfrcudc tcilnchmcn lassen zu können. Er war gar nicht düster, war sehr humorvoll, wußte anregend zu erzählen— und er hatte viel zu erzählen, denn er tvar schauend und lernend durch die Welt gegangen. Das war eine scincr'bcson« deren Liebhabereien, sich mit Shrachen zu beschäftigen, mit den wenig gesprochenen, kaum gekannten Sprachen kleiner Bölkerrestc, zum Beispiel mit dem Ladinischen. Und nicht nur von diesen Sprachen wußte er lebendig zu plaudern, sondern auch von denen, die sic sprechen, lind von der Landschaft, deren Heimat diese Sprachen sind. Klei» war wirklicher Naturfreund— er suchte immer tvicder, so oft es ihm möglich war, der Stadt zu entrinnen. Und— er war eifrig bemüht, recht viele Arbeiter mitzusührcn, ihnen so die Schönheiten der Natur zu erschließen, wie er ihnen auf seinen Führungen die Schönheiten des alte» Prag gcoffeiibart hatte. Den Urlaub, an dessen Ende der Tod lauerte, hatte er in den Alpen verbracht. Der Sechsund» sechzigjährigc hatte noch einen 3600 Meter hohen Gipfel in den Octschtaler Alpen erstiege». Aus de» Alpen aber war er in seine Heimat gcgan« gen, in seinen Geburtsort Kuttenplan im Bezirke Plan. Dort war er von Haus zu Haus gewandert, hatte mit alten Bekannten geplaudert— als nähme er Abschied... Reich lvar dieses einfachen Mannes Leben, reich und schön, weil er selber es so zu gestalten verstand. Er war kostbar auch für uns, für die Arbeiterbewegung, der er so viel gegeben hat. Was. tut's, daß tausende, die seine Auffähe ge« lesen und aus ihnen gelernt haben, seinen Namen nicht kennen? Armin Klein hat gewirkt, seine vielen kleinen Taten leben als Gesamtleiswng fort. Für diese vielfältige Arbeit danken wir ihm» und wir danken ihm für seine Freundschaft, und wir werden beides nicht vergessen. >.201 Mittwoch, 29. August 1934 ... Seite 5. Rundfunkreportage im Urwald Grthüllmlg eine- Livingstone-Denkmal- in Afrika. Auf einem Felsen über den V i c t o r i a- Fällen in Süd-Rhodesien ist eine Statue enthüllt worden, die den Erforscher des Landes, den Schotten Livingstone, darstellt. Die Enthüllungsfeier wurde durch Radio übertragen, allerdings machte diese Uebertragung große Schwierigkeiten. Wohl selten ist eine Rundfunksendung unter so schwierigen Bedingungen zu« stände gekommen. ES mußte eine Landleitun g v o n ü der 2000 KilometerLänge von den Victoria-Fällen nach Kapstadt verlegt werden, die selbstverständlich zumeist Wer Wildnis und durch dichtesten Urwald führte. Bon Kapstadt aus wurde dann die Sendung in den Aether geschickt. Die Stimme des Ansagers bei der Enthüllungsfeier kam deutlich und klar durch die lange Leitung und ununterbrochen hörte man während der Sendung das Rauschen des riesigen Waffer- salleS. „Bor 63 Jahren", so erklärte der Festredner, »kamen zwei fremde weihe Männer allein in dieses Land. Heute kommen alljährlich Tausende von Touristen im Zug, im Automobil oder im Flugzeug Hierher". Um den Touristen den Besuch des neuen Livingstone-Denkmals, das sich auf einem Felsen befindet, von dem man eine herrliche Aussicht ge» meßt, zu erleichtern, hat die Eisenbahngesellschaft von Rhodesien eine besondere Eisenbahnstrecke zu diesem Felsen verlegen lassen. Der IV. internationale Wettbewerb für Ton- kistrnslugzeuge wurde am Dienstag vormittag auf dem Warschauer Flugplatz Molotow eröffnet. An dem Wettbewerb beteiligen sich Heuer die Tschechoslowakei, Italien, Deutschland und Polen. Frankreich hat die Beteiligung im letzten Augenblick abgesagt. Der Eröffnung wohnten 20.000 Personen bei. Bon den tschechoslowakischen Fliegern starten Stabskapitän AmbruS, Kapitän ZaLek und Chefpilot Anderle. Eine Bluttat, die auf tschechoslowakischem Boden.knapp an der österreichischen Grenze verübt wurde, wird ihre Sühne vor einem Wiener Standgericht finden. In Hohenau hat am Montag Michael Patek im Verlaufe eines Streites den Gastwirtssohn Richard Wollemann aus St. Johann bei Malacky mit einem Taschenmesser niedergestochen. Wollemann war auf der Stelle tot. Patek war nach Oesterreich geflüchtet und wurde im Grenzgebiete voy Gendarmen festgenommen. Da er österreichischer Staatsbürger ist, wird er nicht ausgeliefert werden.' FeMkWRn'^^sk^ Wah??^WAkRsarde! In der Nacht zum 2. September wird die Nationalgarde in Plag Nachtübungen mit militärischem Charakter abhalten. Ihre Mitglieder werden in voller Ausrüstung mit Stahlhelmen und, allerdings maskierten, Maschinengewehren aufmarschieren. Rekord einer Radiosonde. Eine vom- russische» Eisbrecher Jermak aufgestiegene Radiosonde erreichte die Weltrekordhöhe von 23.000 Metern. Da- bulgarische Freiheit-denkmal zur Erinnerung an die Gefallenen des russisch-türkischen Befreiungskrieges aus den Jahren 1877/78 ist am Sonntag feierlich enthüllt worden. Das 40 Meter hohe Denkmal enthält eine Gruft, in der die Gebeine der Gefallenen der Befreiungskämpfe beigeseht werden sollen. Es erhebt sich auf dem Skt. Nikolausberg, der den historischen Schipka- paß in 1400 Meter Höhe gerade an der Stelle beherrscht, wo die Schlachten geschlagen wurden, die das Schicksal Bulgariens entschieden haben. Das Denkmal in Form eines Turme-,, den ein mächtiger Löwe aus Bronze krönt, ist ein Werk des Architekten D o n k o v und des akademischen BUdhaucrsSchiwarow, einesZöglings der Prager Kunstakademie. Der Bau des Denkmals nahm sieben Jahre in Anspruch. Bersicherung-betrug durch Bersenken eines Schiffe-. DaS Schwurgerichkt von Verden(Hann.) verurteilte am Dienstag den Angeklagten Johann Skörup wegen vorsätzlicher Versenkung eines Schiffes bei Gefährdung von Menschenleben und wegen Versicherungsbetruges zu sechs Jahren Zuchthaus und fünf Jahren Ehrverlust. Der Angeklagte Friedrich Kuhr erhielt wegen Anstiftung zu diesem Verbrechen neun Jahre Zuchthaus und zehn Jahre Ehrverlust.— Auf Anstiftung des Reeders Kuhr hatte dec Seemaschinist Skörup den Fischdampfcr„Wodan" im Feber 1934 in der Nähe der isländischen Küste dadurch zum Sinken gebracht, daß er die Saugleitung der Schiffspumpe beschädigte, so daß die Pumpe nicht lenzen konnte. Dadurch erreichte Skörup, daß sich im Maschincnraum Wasser ansammclte. Durch verschiedene Täuschungsmanöver versetzte er den Kapitän in den Glauben, daß an der Maschine etwas nicht in Ordnung sei. Der Reeder Kuhr hatte den Maschinisten mit der Versenkung des Fischdamp- fers beauftragt, um in den Besitz der Versicherungssumme zu gelangen. Als Gegenleistung für die verbrecherische Handlung wurden derst Skörup don Kuhr 10.000 Mark versprochen und ihm fpä-> ter eine Stellung als Inspektor der Reederei in Aussicht gestellt. In der Gerichtsverhandlung wa- ren beide Angeklagten geständig. Skörup erklärte, er habe sich gesträubt, auf da- Anerbieten KuhrS einzugehen, er habe sich über vor neuer Arbeitslosigkeit gefürchtet. Das Leben der Mannschaft habe er auf keinen Fall gefährden wollen. Sanitätsflugzeug avgestürzt. Aus Tokio wird mitgeteilt, daß ein japanisches Sanitätsflugzeug auf dem Fluge von Binsjan nach Chardin abgestürzt ist. Auf dem Flugzeug befanden sich zwei verwundete Offiziere. Der Pilot'und die beiden Verwundeten fanden den Tod. Die Ursache des Absturzes konnte bis jetzt noch nicht geklärt werden. Blitzschlag in eine Petroleumquelle. Während eines Gewitters über Bitkow in Südpolen zündete ein Blitz die Pctroleumquclle der Galizisch-karpathischen Petroleum-Gesellschaft. Das Feuer vernichtete die gesamten technischen Einrichtungen des Förderturmes. London bekämpft den Strasienlärm. Die Nacht auf Dienstag nannte die Londoner Bevölkerung die„Nacht der Stille", da eine halbe Stunde vor Mitternacht die Verfügung des Vcr- kehrSministeriums in Kraft trat, durch die in der inneren Wadt im Umkreise von fünf Meilen vom Charing Croß lärmende Hupensignale der Automobile verboten werden. Einstwcilcst wird sich die Polizei allerdings auf die bloße Ermahnung jener beschränken, die sich eines Verstoßes gegen Der Verein„Krüppelhilfe" in Rcichcnberg, legt anläßlich seines 25jährigen Bestandes in einer Festschrift Rechenschaft über seine Tätigkeit ab. Eine hochvevdienstliche TätigkeitI Der Verein hat das Reichenberger K r ü p p e l h c i m geschaffen, eine Musteranstalt, in der verkrüppelte Kinder teils der Ausheilung zugeführt, teils einer Ausbildung unterzogen werden, die ihnen die Grundlage einer Existenz ermöglichen soll. Der durchschnittliche tägliche Krankenstand der Anstalt im Jahre 1933 betrug 66, die Zahl der VerpflegStage 24.145, die Zahl der Operationen und sonstigen Verrichtungen(Verbände, Einrenkungen, Einrichtungen usw.) 1390. Zahlreiche Bilder veranschaulichen die Leistungen der Anstalt auf dem Gebiet der Heilpflege, wie auch der Erziehung mid Unterweisung. Jeder Sozialdenkende wird dem Hilfswerk des Vereines„Krüppelhilfe" dankbarste Anerkennung zollen. Aber er wird sich auch der Einsicht nicht verschließen, daß die humanitären Ausgaben der sozialen Gemeinschaft immer dringender eine Lösung auf breitester Grundlage erfordern, daß cs Aufgabe der Gesellschaft ist, die Bestrebungen der privaten Wohlfahrtspflege zu den ihrigen zu machen und einer großzügig oranisicrtcn Sozialpolitik einzuliedern. Hören wir, was der Bericht sagt: „Wette Bcvölkerungskrcise, die früher bei einer Kinderzahl von vier oder sechs Kindern cs aufbrachten, die Mittel für die Entkrüppelung eine- der Kidder selbst zu tragen, sind jetzt bei Prag, 28. August. Elf Schuljungen im Alter von neun bis zehn Jähren warteten heute vor dem Verhandlungssaal 88. Sie waren als Zeugen ae- laden gegen den 3vjährigen Kaufmann Wenzel K r a j s k y, der in R e p y bei Prag eine Lebensmittelhandlung betrieb. In geheimer Verhandlung war Krajskh der vielfachen K n a b e n s ch ä n- d u n g angeklagt. Er hat, wie aus dem Urteil hervorgeht, die Kinder durch kleine Geschenke in seine» Laden gelockt(Reklamebildchen spielten dabei die Hauptrolle) und sie dort in der unbeschreiblichsten Art mißbraucht. Dabei stand der Kinderverderber diesen Erlaß schuldig machen, Die Anregung zu dem Verbote wurde von der Bevölkerung selbst gegeben, die energisch verlangt, daß die Nächte in London tatsächlich dem Schlaf Vorbehalten werden. Das VerkehrSministerium will auch gegen anderen Spektakel, der die Nachtruhe stört, einen Feldzug unternehmen. So soll das laute Zuschlägen der Autotüren, das lärmende Anlassen des Motors und die Benützung des lauten Auspuffs verboten werden. China feiert KonfuriuS. Am Montag wurde erstmalig der Geburtstag des KonfuciuS auf Anordnung der Regierung als LandcSfcicrtag begangen. In allen Städten fanden große Festlichkeiten statt. Den Höhepunkt der Veranstaltungen bildete die Feier im KonfuciuS-Tempel in Küfu. Die Verehrung des KonfuciuS, der im Jahre 551 v. Chr. in Schantnng geboren wurde und als Sit- tenlchrer in feiner Heimat wirkte, begann schon im zweiten Jahrhundert v. Christi. Ihm sind in China mehrere Tempel geweiht. Die Einrichtung eines Nationalfeiertages durch die Regierung kennzeichnet die Bemühungen des neuen China, dem eindringenden Modernismus entgegen zu wirken. einer Kindrrzahl von ei« bis zwei Kindern nicht nrehr für die Behandlungskosten tragfähig mid mußten Misere HUsr in Anspruch nehmen." Und weiter: „Was aber die Bedürftigen jener Kreise anbelangt, die den untersten Schichten angehören, so habe ich(d. i. Herr MllDr. Hans Wagner, Direktor des Krüppel Heimes) die Ucbcrzcugung, daß ans diesen Kreisen immer weniger Kinder der Krüppelhilfe zugesührt werden können, und mag unsere Tätigkeit, wie schon so oft erklärt wurde, noch so geringe Kostenbeiträgc für ihre Leistungen verlangen. Bedarf es angesichts dieser Feststellungen von berufenster Seite noch eines Kommentars? Verzeichnen tvir ferner die Tatsache, daß es erst 30 Jahre her ist, daß der Gedanke der Krüp- pclhilfe in der Person des Rcichcnbcrgcr Arztes und Menschenfreundes Dr. Josef G o t t st e i n seinen werktätigen Vorkämpfer sand, daß um das Jahr 1903„die orthopädische Heilbehandlung den breitesten Volksschichten fast unbekannt war"! Dieser edle Menschenfreund hat aus eigenen Mitteln damals ein bescheidenes Krüppelheim ins Leben gerufen, in welchem zahlreiche verkrüppelte Kinder Heilung oder Ausbildung fanden. Fünf Jahre später konnte der Verein gegründet werden, der auf seinem. Gebiete Großes geleistet hat. Vergessen wir nicht, wie vieles noch zu. tun bleibt, was zu vollbringen einzig und allein eine vernünftig organisierte Gesellschaft imstande ist. vor der Hochzeit! Ter Angeklagte versuchte zu leugnen und alles als ganz harmlos hinzustellen. Es handle sich um„reine Liebe zu den Kinder n". Er wurde aber durch die Aussagen seiner elf Opfer— fast gleichlautende Aussagen— überführt. Er wurde der Verbrechens der„Unzucht wider die Natur" schuldig erkannt und zu zehn Monaten schweren und verschärf t e n K e r t e r i verurteilt, und zwar u n- bedingt. rb. kin großdeutscher Kampfbund in der Schweiz Wie das Züricher„BolkSrecht" meldet, wurde kürzlich mit dem Sitz in St. Gallen«in Großdeutscher Kampfbund der Schweiz ins Leben gerufen. Dieser Kampfbund will den Anschluß aller deutsch, sprachigen Gebiete der Schweiz an Deutschland herbeiführen. Interessant ist, daß dieser Bund, der übrigens nur Schweizer als Mitglieder aufnimmt. Adolf Hitler als obersten Führer-und das Programm der NSDAP anerkennt. Der Gruß lautet ebenfalls wie in Deutschland„Heil Hitler". Bis zur Eingliederung der Schweiz an Deutschland steht an der Spitze dieser Organisation ein Gauverweser. Dieses Amt soll in den Händen des bekannten politischen Schriftstellers und Wanderredners Erwin Scgmüller liegen. Zu erwähnen wäre noch, daß diesem. Kampfbund bereits eine größere Anzahl Mitglieder aus Fronlenkreifen beigetreten ist. Dem wäre hinzuzufügen, daß die sudetendeutschen Nazis mit den deutschschwcizerischen Fascisten nicht zu vergleichen sind. Sic triefen vor Loyalität und brennen vor Begierde, die demokratische Republik verteidigen zu können. Grirmerrmg an Theodor Lessing Zum Gedächtnis des Dichters und Philosophen, den am 81. August vorigen Jahres die Schüsse eines von den braunen Mordstiftern gedungenen Wilderers trafen, sollte'heute, in der Brünner Deutschen Sendung Gen. Karl Baum einen Vortrag halten— über„Schicksal und Geisteswelt eines Denkers und Dichterjüdischen Blutes, den eine heiße Liebe zu Deutschland hinriß, als es liebenswert war, und von Deutschland fortritz, als das Chaos begann." Mit Rücksicht auf„gewisse Kreise" hat- die Brünner Deutsche Sendung, die den Vortrag schon ins Programm ausgenommen hatte, dem Redner nahegelegt, ihn zurückzuziehen. Er tat eS nicht— und man hat nun unter Berufung auf die Brünner Polizeidirektion den Vortrag Wer Theodor Lessing abgesetzt. Es ist angesichts dieser Tatsache doppelt notwendig. an den ungesühnten Mord von Mariqn- bad zu erinnern— und an den Gemordeten, der den Opfcrtod starb. Er war nicht das erste, und nicht daS letzte Opfer der entmenschten Tyrannen, die auf den Trümmern der Menschheit das Dritte Reich her Schande errichten lvollcn. Und daß sie ' in ihm«inest ExposthntLtt diesröM?sisthheit sckhkn, macht seinen Opfertod ehrenvoll und denkwürdig. Der Aufsatz über Hindenburg aus dem Jahre 1925 war nur als Vortvand für die Hetze gewählt worden, die Lessing beseitigen sollte. Wer diesen Aufsatz kennt, der weiß, daß er in Ton und Inhalt zurückhaltender ist als alles, was damals gegen Hindenburg geschrieben wurde(und als alles, was später von Hitler und den Seinen gegen den Alten von Ncudcck gewettert worden ist). Man streute die Behauptung auS, Lessing habe den greisen Hindenburg als Hund beschiinpft— aber hinter dieser Lüge verbarg sich nur der Haß gegen einen Mann, der die Einfalt des legendäre» Marschalls genau so zu verstehen und zu durchschauen bemüht war wie die Dummheit aller, die sich hinter Legenden verstecken; der Haß der Zunftgenossen an den Universitäten, die ihre Scheu vor der Ehrlichkeit mit dem Dogma bemäntelten, daß ein Philosophicprofessor nicht zu Ta« gcSfragen Stellung nehmen dürfe; der. Haß der Korpsstudenten gegen einen Denker, der sich die Freiheit nahm, selbständig und eigenartig zu sein; ein Haß, der sich doppelt schnell entlud, weil der unbequeme Mann die Macht dcS fesselnden Wortes hatte— und weil er Jude war. Ob die Urheber der Hetze und die Anstifter deS Mordes etwas von Lessings Schriften kannten, ist mehr als ungewiß. In diesen Schr-fien wird eine merkwürdig widerspruchsvolle Philosophie in dichterischer Form vorgctragen. Eine Philosophie, die sich bemüht, die Gesetze der reinen Ethik zu finden— und doch an den Sieg der blinden Gewalt glaubt.Eine Weltanschauung, die in der Geschichte die„Sinngebung des Sinnlosen" sieht— und sich doch um der Gerechtigkeit wiflen zum Sozialismus bekennt. Auf dem Grunde eines Pessimismus, der unsere Zivilisation zum Untergang verurteilt sieht, wuchs in Lessing Mut und Güte. Weil man seine Rasse bespie, bekannt« er sich zum Zionismus. Und weil ihm nach aller Verzweiflung an der Geschichte und an der Menschheit das große Bedürfnis zu lieben blieb, versenkte er sich in die einfache Schönheit der Natur, die er in seinen Büchern über Blumen und Tiere dichterisch deutete. Nicht Waffen im Kampfe gegen die Barbarei. die er als Notwendigkeit nahen fühlte, hat Lessing geschmiedet. Aber weil er sie von einer anderen Welt her betrachtete, von der Welt der Ethik und des Rechts, der Ehrlichkeit, und der mutigen Verneinung, traf ihn der Haß der Barbaren. Nicht weil er einst vor Hindenburgs Wahl gewarnt hatte, fiel er als Opfer feiger Rache. Sondern weil cs ein sinnender und zweifelnder, liebender und verstehender, unbeugsamer und furchtloser Mensch war. Ein Mensch, dessen-bloßes Vorhandensein denen gefährlich schien, die alles Menschliche nicht nur hassen, sondern vernichtenwollen.'-' soll das größte Schiff der Welt werden Die englische Cunard Line ist gegenwärtig mit dem Bau eines neuen Schiffes beschäftigt, das daS schnellste, luxuriöseste und größte Schiff der Welt w-- s cn soll. ES wird noch um 16 Meter länger sein als sein bisheriger größter Konkurrent, der französische Dampfer„Normandie". Dies ist daS erste Bild, das von dem Ozcanriescn in der GlaSgower Werst gemacht werden konnte. Der Stapellauf und die Schiffstaufe, die von der Königin von England selbst vorgenommen werden soll, werden voraussichtlich Ende September erfolgen. Verkrüppelte Kinder in Not! Die verdienstvolle Tätigkeit des Vereins„Krüppelhilfe" „Reine Liebe zu de« Kinder«" Elffacher Knabenschänder—-eh« Mannte schwere« Kerkern Seite 8 „Sozialdemokrat^ Mittwoch, 20. August 1031. Nr. 901 Vcrcinsnadirhhtcn In der letzten Turnstunde waren I»« neu Übernommen und neu hergerichtet der Pächter Jos. Noväk Pilsner Urquell■ Smichover Altquell■ Dunkles Bier Rakovar 2681 II Turngenoffen, am 4. September beginnt wieder unser normales Turnen in der Turnhalle (Stkpanskä). Kommt vollzählig und bringt viele neue Turn« genossen mit.—Turn stun« den wie immer: Dienstag und Freitag von 7 bis Bedeutend herabgesetzte Preise der Speisen und Getränke ♦ Täglich Konzert des Prager Stimmungs-Orchesters A. B. einzelne Spieler entsprachen. Die Zuschauer benäh, men sich so, als ob sie auf einen: bürgerlichen Sportplätze wären. Ihr Verhalten sowie das eines Zuck- mantcler Spielers sind schuldtragend an dem Spielabbruch. Die für heute festgesetzte Ausschußsitzung entfällt und findet MitUvoch, den 6. Septem« ber, statt. Lokal wird noch bekanntgegeben. Gabriele Klein im Namen aller Verwandten Rigiffeure geworden. Die bekanntesten deutschen Filmschöpfer wirken heute in Paris W. W. P ab st und Fritz Lang, Erich P o in m e r, Max O p h ü l s und Kurt Siodmak. Aber auch das französische Theater versagt sich deutschen Schauspielern nicht, und der ehemalige Berliner Thcatcrdircktor Victor B a r- n o w s k h wird in der kommende» Spielzeit an Pariser Bühnen Regie führen. Nur den Bekanntesten unter den emigrierten deutschen Schauspielern und Regisseuren— und nicht einmal allen, die noch vor zwei Jahren berühmt wa- rcn— ist der Erfolg im Ausland gelungen. Der Fast der jungen Marianne O s w a ld. die erst in der Emigration in Paris berühmt wurde(und die jüngst bei einem Gastspiel in Genf von reaktionären Zuschauern angegriffen und von dem sozialistischen Stadtpräfek- tcn Nicole tatkräftig verteidigt wurde), ist eine bisher einmalige Seltenheit geblieben. Die persönlichen Erfolge der über alle Länder verstreuten, oft in fremder Sprache spielenden und zu ungewohnten Aufgaben gezwungenen deutschen Schauspieler sind nur eine schwache Genugtuung für die Vernichtung der deut« chen Schauspielkunst in dem Lande, in dem sie blühte und aus dem sie die Feinde der Menschheit und der Kultur vertrieben haben.-eiS- ln tiefster Trauer gebe ich im eigenen und im Namen aller Angehörigen Nachricht von dem Ableben meines innigstgeüebten Gatten, des Herrn Sanitätsrates PRÄGER ZE1TPMG mit der. feiert, die ins Wüstenland der Araber zogen, um es zum fruchtbaren Boden für die erträumte Heim statt des jüdischen Volkes zu machen. Und da der Film sich nach umständlichem Beginn zu eindringlich-dramatischer Wirkung verdichtet, da er nach dem Vorbild des Russenfilms„Die Erde dürstet" de» siegreichen Kampf heroischer Arbeit zeigt» ist er ein sehenswertes Werk geworden. Der Rcgiffeur Alexander Ford beweist in diesen letzten Szenen ein erstaunliches Können. Wie die Frauen der Kolonisten Einzug ins Zeltlager halten, wie der Fanatismus der Arbeit eine Gemeinschaft schmiedet, die keine. Spielerei mehr duldet, wie die unerbittliche Wüste■(in der nur der Sabra-KaktuS wächst) Opfer fordert und Verzweiflung bringt, wie die Araber in der Not der Verdurstens die fremden Brunnengräber anfallen — und Ivie mitten int Kampfe das endlich ergrabene Wasser zu sprudeln beginnt,— das ist mit einer Einfachheit, Echtheit und bildnerischen Gewalt dargcstellt, wie man sie außerhalb des Ruffenfilms selten sehen konnte. Die Wirkung des Films(die erst in der Mitte beginnt) hat ihre Ursache freilich ebenso in den Darstellern wie in der Regie. Es sind Leute auS der Hnbima-Trnppe, die mitwirken— und wer diese hebräische Spielerschar einmal gesehen hat, der weiß, daß ihr künstlerischer Fanatismus zu den stärksten Leistungen heutiger Schauspielkunst gehört, —eis— Vom belgischen Arbeiter-Schwimmsport. Bei kalter Temperatur und schlechtem Wetter wurden die Meisterschaften ausgetragen. Die Ergebnisse sind daher auch als mittelmäßig zu bezeichnen. M ä n- n e r: 100 Meter Brust: Schneider 1:26; 160 Meter Freistil: Güster 1:18; 6X50 Meter Brust: Antwerpen 4:58.— Jnioren: 100 Meter Freistil: Huylebrock 1:28.— Frauen: 100 Meter Brust: Poncet 1:45.— Wasserball: Antwerpen B gegen Tournau 8:0, Antwerpen A gegen Gent 6:0. DaS Endspiel wird später, bei anderen Wettkämpfen, ausgetragen. Der Lcichtathletik-Länderkampf Tschechoslowakei—Oesterreich, der am Sonntag, den 2. September. in B.- BudweiS durchgeführt werden sostie, wurde von feiten Oesterreichs wegen Geldmangels(!) abgesagt.— Für die Heimwehr wird der„Sportführer" Starhemberg. wohl das Geld aufzutreiben wissen. .„ Das Koltnrr Fustiallderbn, das zwischen Sparta und AFK. am Montag stattfand, endete für den Ligaverein mit einer Niederlage von 8:0(8:6). SK. Nachod bleibt bestehen. Eine Mitgliederversammlung, die dieser Tage stattfand, beschloß. . die Fußbastsektion des SK. Nachod weiter aufrechtzuerhalten. DaS tschechoslowakische Militär-Fnsstallteam trug am Dienstag abends in Bukarest gegen VennS ein Nachtspiel bei künstlicher Beleuchtung auS und wurde 2:4(2:2) geschlagen. Dr, Armin Klein, welcher am 27. August das Opfer eines tragischen Unfalles wurde. Das Leichenbegängnis findet am Freitag, den 31. August 1934, um halb 4 Uhr nachmittags, von der Zentralaufbahrungshalle des Wolschaner Friedhofes aus statt. Restaurant„Lidovy düm Prag II., HybernskA 7 PRAG 0 Uhr abends. Turnerinnen!_ wir bereits 25 aktive Turnerinnen. Wann kommt auch Ihr anderen und vergrößert unsere Reihen? Wir turnen jeden Montag und Donnerstag von 7 bis 0 Uhr abends in der Turnhalle, Prag II., Stk- panskä 20. 9m«ci» Abonnement im Deutschen Thentee Karten» usgabc bereits ab Freita g, den 81. A u g u st. Anmeldung längstens bis 5. September. Die Vorstellungen des neuen Abonnements beginnen bereits am 80. S e p t e m b e r. Im Laufe dieser Woche erscheint ein Ausruf, der die genauen AbonnementSbedingungcn enthält. Die Direktion plant auch für ihre Abonnenten eine Reihe von besonderen Begünstigungen. Es ist beabsichtigt, folg. Gastspiele im Abonnement zu veranstalten: Anni Konetzni, Kerstin Thorborg, Gisela Wcrbe- zirk, Paula Wesseln, Hans Albers, Albert Ballermann, Ernst Deutsch, Willi; Domgraf-Faßbändcr. Max Hansen. Attila und Paul Hörbiger, Alfred Jergcr, Alexander Moiffi, Julius Patzak, Aotthelf Pistor, Friedrich Scharr, Berthold Sterneck, Richard Tauber. * Die Platzpreise bleiben unverändert. Eine allgemein erwünschte Neuerung wurde insoferne getroffen, als jeder Theaterbesucher das Programmheft, das bisher KC 2.— kostete, gegen ein minimales Pauschale erhält. So zahlt ein Viertelabonnent(auch wenn er zwei Plätze hat) für das Programmheft während des ganzen Jahres KL 80.—. ein Achtelabonnent KL 15.—. Das Abonnement gewährt gegenüber den Kassenpreisen eine Ermäßigung bis zu 6596. * Heute Mittwoch trägt„Gleichheit" WeiSkirchlitz ein weiteres Spiel im Rahmen der Sportwoche aus u. zw. ist diesmal„Freundschaft" Kleinauge z d der Gegner. Kunst und Wissen Die deutsche Schauspielkunst in der Emigration Als der braune Terror in Deutschland anbrach, blieb dem deutschen Geist und der deutschen Kunst nur die Wahl, sich selbst durch Gleichschaltung auszülöschen oder den Weg in die Verbannung anzutreten. Größen der Wissenschaft wie Einstein, Schrödinger und Cas<- sirer sind ins Ausland gegangen. Dichter wie Heinrich und Thomas Mann, wie Döblin und Leonhard Frank, wie Brecht und Bruckner, Toller und Feucht- wanger haben das Dritte Reich verlassen. Musiker wie Bruno Walter und Klcmpercr wirken außerhalb des braunen Herrschaftsbereichs. Und mit dem großen Strom der Vertriebenen und Verfemten ist auch die deutsche Schauspielkunst mitgewandcrt. Daß ein paar Größen von einst: Werner Krauß und Eugen Klöpfer, Heinrich George und Käthe Dorsch als Gockels' Untertanen in Deutschland geblieben sind, hat den Verfall des reichsdeutschen Theaters nicht verhindern können. In der Stickluft der Barbarendiktatur kann keine Kunst mehr gedeihen. Wenn Klöpfer und die Dorsch heute Operette spielen, wenn Krauß und George sich für hohle Schaustellungen mißbrauchen laffen, dann zeigen sie selbst, daß es für sie keine Aufgaben— sondern nur noch Gagen gibt. Und wenn Max Adalbert, Julius Falkenstein und Senta Söne- land in Schwermut gestorben sind, dann weiß man, daß diese Schwermut nicht grundlos war. Die deutschen Schauspieler und Regisseure, die ins Ausland gingen, folgten einer Notwendigkeit, die kür die meisten von ihnen mehr als bitter war. Für Künstler, deren Material die Sprache ist. bestehen im Ausland die allergrößten Schwierigkeiten. Auch die Berühmten hatten es nicht leicht, in der Fremde Fuß zu fqsscn. Und die anderen zogen demselben elenden Los entgegen wie alle nicht begüterten und nicht weltbekannten Emigranten in dieser Zeit der Krise und der Absperrung aller Arbcitsmärkte. Der nächste Weg— in die Nachbarländer mit deutscher Bevölkerung— war keineswegs der leichteste. Denn Oesterreich ist für deutsche Emigranten kein gastlicher Aufenthalt, und mit wenigen Ausnahmen sind dorthin nur Liückivandcrer gegangen, die einstmals den Weg von Wien nach Berlin gemacht hatten. Unter ihnen der berühmte deutsche Regisseur Mar Reinhardt, der inzwischen verstorbene Max Pallenberg, Ernst Deutsch. Frieda Ri- chard und der Filmschauspieler Szöke Szakall, Welche Schwierigkeiten für arbeitsuchende deutsche Emigranten in der Tschechoslowakei bestehen, ist bekannt. Als gastlichstes Land für emigrierte deutsche Schauspieler hat sich noch unter allen Ländern mit deutscher Sprache die Schweiz ertviesen. Dorthin ist Albert Bassermann nach seiner denkwürdigen Auseinandersetzung mit der gleichgeschaltetcn Bühnengenossenschaft übergesiedelt, dorthin ist auch Joachim Ringelnatz. der schon gleichgeschaltet gewesene Dichter-Rezitator geflüchtet. Paul Morgan hält sich ebenfalls in der Schweiz auf— und wie man hört, wird Erwin P i S c a t o r, der anfangs in Rußland war. demnächst an Sckiweizer Theatern Regie führen. Eine kleine Zahl deutscher Schauspieler hat auch in Holland WirkungSmöglichkeiten gefunden. Unter ihnen der junge Revolutionär Ernst Busch, der die Berliner Massen so oft begeistert hat. AuS vielen berühmten deutschen Schauspielern sind unter dem Druck der Ereignisse englische Schauspieler geworden. Daß ihr Ruhm dadurch nicht gelitten hat, sondern manchmal sogar noch gewachsen ist, ändert nichts an der Tatsache, daß die. deutsche Theaterkunst auf diese Weise einen schweren— wenn auch wohl nicht dauernden— Verlust erlitten hat. In London hat Elisabech B e r n n e r auf der Bühne und im Film Triumphe errungen, die seihst ihre Berliner Erfolge in den Schatten stellen. Schon vor Hitlers Machtergreifung war Conrad V e i d t zum englischen Film gegangen und hat sich standhaft geweigert, ins Dritte Reich zurückzukchrcn. Und vor kurzem ist auch Fritz Kortner zum Londoner Filmschauspieler geworden. Während zwei der erfolgreichsten Berliner Filmdarstellerinnen in Hollhwood tätig sind: Marlene Dietrich und Lilian Harveh(die von Geburt eine halbe Engländerin ist). In London hält sich übrigens auch Richard Tauber zwischen seinen großen Gastspielreisen am öftesten auf. Wenn London> bie Stadt der deutschen Schauspieler geworden ist, dann ist Paris die der deutschen Sport• Spiel• Körperpflege Die Weiskirchlitzer Sportwoche anläßlich des 20jährigenBestandeS der „Gleichheit" nahm am Samstag mit dem Spiele des Jubilars gegen S t a r P r a g VH ihren Anfang. Die Weiskirchlitzer hatten eine Umstellung in der Mannschaft vorgenommen, welche sich he- währte, und gegen deren Zusammenarbeit die Gäste wenig Chancen hatten, so daß sie sich trotz schönem Spiel mit 4:1(2:0) geschlagen bekennen mußten. Sonntag vormittags trug„G l e i ch h e i t" ein weiteres Spiel, und zwar gegen.„F u ßb all- ring" T e p l i tz ans, welches unentschieden 1:1 endete. Das Ergebnis entspricht den beiderseits gezeigten Leistungen. Beide führten ein ruhiges und gefälliges Spiel vor. Nachmittags fand das Vorrundenspiel um die Bu ii dcsmci sterschaf t zwischen Falkenau, dem Meister des 6. Kreises, und Zuck- mantel statt. Dieser Ausscheidungskampf mußte knapp vor Schluß abgebrochen werden, was in der Geschichte der Spiele^um die BundcSmeisterschaft noch nie vorgekommen ist. Der BundeSfußballaus- schuß wird diese Angelegenheit klären und jene Elemente von unseren Sportplätzen und unserer Bewegung fernzuhalten wissen.?llS erste Maßnahme kann wohl auch das Nichtstattfinden eines Bundesspieles am 2. September im zweiten Bezirk angesehen werden. Falkenau gewann 4:2(8:2) als die bessere Mannschaft verdient. Zuckmäntel wartete mit einer schwachen Gesamtleistung auf; nur »GP ihm Saira Zum ersten Male tritt das jüdische Palästina einem Tonfilm vor die Welt. Mit einem Film, den zähen Heldenkampf der jungen Kolonisten B e z u g s b e d i n g u n g e n: Bei Zustellung ins Haus oder bei Bezug durch die Post monatlich Kö 16.—, vierteljährig KL 48.—, halbjährig KL 06.—, ganzjährig KL 102.—,— Inserate werden laut Tarif billigst berechnet. Bei öfteren Einschaltungen Preisnachlaß.— Rückstellung von Manuskripten erfolgt nur bei Einsendung der Retourmarken.— Die Zeitungsfrankatur wurde. von der Post- und. Telegraphendirektion mit Erlaß Nr. 18.800/VU/1V80 bewilligt. 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