14. Zahrgang Nr. 203 Freitag, 31. August 1934 IENTRALORGAN DER DEUTSCHEN SOZIALDEMOKRATISCHEN ARBEITERPARTEI INDER TSCHECHQSIOWAKISCHBNREPUBLIK IRSCMMT MIT AUSNAHMI MS MONTAG TÄGLICH FRÜH. MD AKTION UND VERWALTUNG HMUMOCNOM«1»DON W7. AOMMMTRANON WttFON 53074. HERAUSGEBERI SIEGFRIED TAUB. CHEFREDAKTEURI WILHELM NIESSNER. VERANTWORTLICHER REDAKTEURi DR. EMIL STRAUSS. FRAG. Strclkparoic Beginn heute nachts an 800.000 Textilarbeiter W a s h i n g t o n, 30. August.(EPB.) Der Streik der Textilarbeiter, auf besten Abwendung man gestern noch einige Hoffnungen gesetzt hatte, ist nnnmehr unvermeidlich geworden. j Die zentrale Streikleitung hat die An weisungzumStreikbeginn heran«- gehen lasten. Die Arbeitseinstellung erfolgt inderNacht zum Sonntag um 23 U h r bei Schichtwechsel. Es werde» zunächst 1500 Betriebe«ad 600.000 Arbeiter betroffen. Außerdem aber arbeitet man an Plane»,»m die Arbeiterschaft verwandter Industrie» z« Sympathiestreiks zu veranlasse». Den Arbeiterverbänden dieser Industrie» ist mitgeteilt worden, daß sie sich für eine Teilnahme'am Baumwollarbeiterstreik bereit halten müssen. Die Streikleitung erwartet in der Annahme, daß die Unternehmer«»einig find, eine erfolgreiche Beendigung de« Ausstandes. I» einige« Industriezentren habe« die Arbeiter bereits die Arbeit eingestellt. Demgegenüber haben die Arbeiter in emige« Spinnereien gegen die Teilnahme an dem Streik gestimmt. Der Präfident des Streikausschnffes, Gorma«, erklärte, daß der Streika«Ssch«ß gegenwärtig Berat«« g e« mit dem Arbeitmini ster abhalte,«m eine« letzten Versuch zur Beilegung de« Konflikte«.z« unternehmen. In einer Rundfunkrede erklärte am Mittwoch abend« der Präsident de« Amerikanischen Arbeiterverbande«. Green, sein Einverständnis mit dem Plane eine« Streike« von 800.000 Textilarbeitern. Er sagte, der AuSstand sei gerecht, da der Baumwolleode de« Wiederaufbauprogramme« der Regierung die gehegten,Erwar tiwMen nicht erfüllt habe. ES fei' weder die in Aussicht genommene Lohnerhöhung, noch dir erhoffte Zunahme der Zahl der Beschäftigten zustandegekommen., Schacht will überhaupt nichts Starke Zumutungen an die Gläubiger mehr zahlen I Berli«, 30. August. Reichswirtschafts miuister Dr. Schacht sprach heute auf der internationale« Konferenz der Agrarwissenschaft in Bad Eilsen über die deutsche Schuldenfrage. Hiebei stellte Schacht die These auf, daß Deutschlands Transferfähigkeit vollständig erschöpft sei und es daher oinvollständigesSchuldenmoratorium.für mehrere Jahre erhalte« müsse; die ausländischen Schulden Deutschland« müßten gleichzeitig auf eine Summe herabgesetzt werde«, die«ach Ablauf de« Moratorium« ständig von Deutschland getragen werde« könnte. Vie Bürokratie und die Arbeitslosennot Ein unerschöpfliche» Thema Im Maid. I. sind die schon seit einigen Jahren vorliegenden Gesuche von Gemeinden um Beiträge au« der produktiven Arbeitslosenfürsorge den Bezirksbehörden zur Aeußerung übermittelt worden. Sie sollten innerhalb vierzehn Tage n melden, inwieweit die Projekte noch aktuell und bei den derzeitigen Verhältnissen durchführbar seien. Manche Bezirke haben sich mit der Beantwortung, reichlich Zeit gelassen. Einige DczirkShauptmannschaften, darunter die des nordböhmischen NotstandöbezirkeS T e t« scheu, haben die vierzehntägige Frist bis heute ausgedehnt. Indessen bleiben die Gesuche, der Gemeinden unerledigt und die hungernden Arbeitslosen warten vergeben« auf die Notstandsarbeit.? Wir fragen: Wa« würde einem Keinen Dorf« Vorsteher, passieren, wenn er eine beftistete An« frage in einer hochwichtigen Sache monatelang unerledigt liegen ließe? ; Schuschnigg als Psychologe Wie die Genfer Bettelei vorbereitet werden söll Wie«, 30. August.(LPB.) Im vorder« gründe de« politischen Interesse« in Oesterreich steht gegenwärtig die bevorstehende Reise Dr. Echuschnigg« und de« Außenministers Berger- valdenegg nach Genf. Bon den Ergebnissen dieser Reise erwartet man eine gewisse Klärung in der Außen- und in der Innenpolitik, den die Genfer Ergebnisse— ob dies nun eine Konversion ter alten Schulden oder eine neue Anleihe sein wird, müssen eine Entspannung in der Staatswirtschaft zur Folge haben. Unmittelbar vor der Abreise des Kanzlers wird, wie behauptet wird, ein österreichisches Braunbuch über den Hitler-Terror erscheinen, um den Boden für die österreichischen Staatsmänner psychologisch Vorzuberei- t e n. Deshalb widmen die Blatter dieser Reise lange Artikel. Die«psychologische Vorbereitung" der de« Mokratischen Weststaaten auf die neuen Anleihewünsche haben die gegenwärtigen Machthaber Oesterreich« bereits in den Febertagen so gründlich durchgeführt, daß die Aufnahme in Gens Vielleicht gar nicht so enthusiastisch sein dürfte, wie sie ännehmen. Man könnte ganz gut Oesterreichs Unabhängigkeit gegen Deutschland— wie auch gegen den italienischen FaseiSmuS— festigen, ohne das Länd gleich zu einer Art Naturschutzpark für di« gegenwärtigen Machthaber erklären zu müssen. Es muß beileibe nicht gerade das Kabinett Schuschnigg mit seiner unverhüllten Heimwehrdiktatur Oesterreich bis in alle Ewigkeit regieren I Die durchsichtige Stimmungsmache geht überdies so weit» daß Schuschnigg in seinem Leibblatt sogar bescheiden die angeblichen Pläne ablehnt, ihn honoris causa mit dem Borsih in der -erbsttagung des BölkerbundplenumS zu bebauen. ■ Apold muß doch sehen AVer auf eine hervorragende Stelle in.Deutschland. Wie«, 80. August. Ueber die endgültig« Regelung der Personalfrage in der Alpine-Mon« tangesellschäft wurde in einer Beratung des Handelsministers Stockinger mit dem Bevollmächtigten des deutschen Stahltrustes Dr. Bögeler die twtscheidüng gefällt. Nach dem erzielten Ueber« einkommen wird der bisherige Generaldirektor Dr. Ap old abberufen werden und ein« hervorragende Stelle im Stahlkonzern i n D e u t s ch l a n d erhalten. In die' Leitung der Alpine werden sich provisorisch RegierungSkom« missär Jng. Oberegger und Direktor Herz teilen. Später wird, ein bekannter Jndustriefachmann aus Bankkreisen mit der Funktion des Generaldirektors betraut werden,.damit auch die Alpin« in öfter« wichische Hände gelangt. Westmlchte sondieren das Terrain für RuBland London, 30. August. Offiziell wird bestätigt, daß sich die britische, die französische und die italienische Regierung durch Bcrmittlung ihrer Vertreter in den verschiedenen Hauptstädten über den Standpunkt informieren lasse«, de« diese zu dem Eintritt der Sowjetunion in dr» Völkerbund einnehmen. Ra« erwartet, daß diese Frage ans die Tagesordnung der bevorstehend« Völker- bundsversammlung im September kommm wird. Neuer russischer Protest Tokio, 30. August. Der Vertreter der so« wjetrussischen Botschaft in Tokio hat beim japanischen Auswärtigen Amt Einspruch gegen die Behauptung de« Vertreters de« japanischen Kriegsministeriums erhoben, wonach die Sowjetunion und die Komintern die letzten Feuerüberfiille auf die chinesische Ostbahn organisiert und unterstützt haben sollen. Nach Ansicht informierter russischer Kreis«, muß mau sich auf eine direkte Aktion gegen das sowjetrussische Konsulat in Pogranitschnaja und gegen die Bahnstation gefaßt machen, woraus sich ein neuer ernster Konflikt zwischen der Sowjetunion und Japan ergeben würde. Gorkll auf dem Index Berlin, 30. August. Gemäß der Verordnung vom 4. Feber 1933 für das Land Preußen wurden nach Mitteilung des„Deutschen Kriminalpolizeiblattes" sämtliche von Maxim Gorkij verfaßten und in deutscher Sprache erschienenen Druckschrift« beschlagnahmt und eingezogen. Ein ehrendes Zeugnis für Braunthal Julius Braunthal, einer der beste« Journalisten der österreichischen Sozialdemokratie, der Schöpfer des volkstümlichen„Kleinen Blat« teS", des„Kuckuck", der„Bunten Woche", ist beim Feber-Aufstande mit vielen Hunderten Vertrauensmännern verhaftet worden. Fünf Monate blieb er in Untersuchungshaft, doch trotz aller Bemühungen konnte gegen ihn keine Hochverratsanklage konstruiert werden. Schwer erkrankt, wurde er kürzlich indasRainerspital eingeliefert, wo er sich einer Operation unterziehen mußte. Nach seiner Genesung soll Braunthal nun in da« Konzentrationslager Wollersdorf kommen. Bon der Polizei wurde seine Ueberstellung nach Wöllersdorf verfügt, mit der Begründung, daß er al« fanatischer Anhänger der verböte«« sozialdemovratischm Partei bekannt fei. Die Anhalteverfügung wurde für die Dauer von acht Monaten getroffen; eS ist dies die längste, die bis jetzt verhängt wurde. Die Wiener Polizei stellt Braunthal ein ehrendes Zeugnis aus. Sie zerstört aber mit dieser schamlosen Verfolgung tapferer sozialdemokratischer Gesinnung alle für das Ausland berechneten Lügen des Heimwehrregime», die Klöster» reich noch immer als einen Rechtsstaat hinzu« stellen versuchen. Solddarren auf Kelsen Sa« Francisco, 80. August. Mit Rücksicht auf die drohende Gefahr eines eventuellen Erdbebens wurden aus der Münzerei in San Francisco 'Goldbarren im Werte von 1500 bis 2500 Millionen Dollar unter starker Bedeckung per Bahn «ach Deiwrr in Colorado gesandt. Smfer JVer6stfpro6Ienie Genf, Ende August 1934. Das für den Völkerbund in der nächste« Zeit wichtigste Ereignis ist die Aufnahine Rußlands in die Genfer internationale Staatenorganisation. An dieser Aufnahme, die diplomatisch vorbereitet ist, ist ni ch tm e h r zu zw ei» fein. Diejenigen, welche im Völkerbund zu entscheiden haben— vor allem die Großmächte—- sind dafür und diejenigen, denen der Eintritt Rußlands in den Völkerbund ein Dorn im Auge ist, d. s. die Schweiz und Holland aus innerpolitischen, Polen aus außenpolitischen Gründen, werden nicht dagegen stiinmen. Es besteht auch kein Zweifel, daß Rußland in den Völkerbund will. Rußland.hat gegenwärtig ein Lebensinteresse daran, daß der Ostpakt zustaudekommt. ES will' an seiner Westgrenze gesichert sein.für den Fall, als eS doch zum Kriege im Fernen Osten kommen sollte, den Rußland nicht will und nicht wollen kann, vor dem die Japaner heute noch zurückschrecken, den sie aber vielleicht schon morgen führen werden, um einer revolutionären Erhebung im Innern zuvorzukommen. Wenn Rußland aber in den Völkerbund nicht hineingeht, wird der Ostpakt scheitern." Die Frage des ständigen R at- sitze« für Rußland ist.kein Hindernis, Rußland wird al« Großmacht diesen Ratsitz.«» halten. Bon Rußlands Eintritt in den Völkerbund wird am meisten die polnische Politik in Mitleidenschaft gezogen werden. Polens Einfluß in Genf wird sinken, weil nach dem Eintritt Ruß- landS in den Völkerbund nicht Polen, sondern die Sowjetunion die größte slawische und die größte Ostmacht der Gesellschaft der Nationen sein wird. Pole» hat sich in den letzten Monaten weder hundertprozentig auf die auswärtige Poli- tik des FasciSmus noch auch m«f die Außenpolitik der demokratischen Staaten festlegen wollen. Es hat mit Hillerdeutschland gepackelt und packelt weiter, ohne aber alle BerbindungSsäden nach Frankreich mit dem eS ja noch immer ein Militärbündnis hat, abgerissen zu haben. Polen hat sich dadurch den Ruf der Unverläßlichkeit erwor- bon, es hat heute weit weniger Freunde in Europa als vor zwei Jahren. Dieausw artige Politik PilsudskiS ähnelt auch darin der Außenpolitik de« Dritten Reiches, daß sie ihr Land isolierthat. Bemerkenswert ist auch die Wandlung, die sich seit Jahr und Tag in der Außenpolitik Englands vollzogen hat. England ist heute einer der eifrigsten Befürworter deS Eintritts der Russen in den Völkerbund. Das britische Imperium wollte oftmals seit dein Ende des Weltkriege« eine vermittelnde Stellung zwischen Frankreich und Deutschland einnehmen, eS hat unmittelbar nach Slbschluß der Friedensverträge das Bündnis mit Frankreich abgelehnt und eS hat der franzö« fischen Politik, welche durch das Bündnis mit England Sicherheit für sich und Frieden für Europa erreichen wollte, keine Gefolgschaft geleistet. Frankreich ist nun entschlossen, sich dies« Sicherheit gegebenenfalls auch dllrch ein Militärbündnis mit den Sowjets zu schaffen. Das ist es, was England fiirchtet. Deswegen fetzt sich Großbritannien für die Aufnahme Rußlands in den Völkerbund sowie für den Qstpakt ein, den« ein unter den Fittichen des Völkerbundes geschlos, fener Pakt für den Osten Europas(einschließlich Deutschlands und Polens) ist England lieber, als das alte Borkriegsbündnis zwischen Frankreich und Rußland. Deswegen wirkt gegenwärtig England auf Polen ein, damit dieses für den Ostpakt gewonnen werde und beeinflußt auch Italien, sine Annäherung an Frankreich durchzuführen. In Genf wird man sich auch demnächst mst der österreichischen Frage beschäftige» — in wenigen Tagen tritt das Jinanzkomitee Geile 2 Brette«, 31. Sütttfi 1834 • H». «r. 203 Hungerlöhne I 49ie die Rot der Arbeiter aussenützt wird Aus Hartmanitz im Böhmerwalde wird uns geschrieben:' Eine hochgestellte Prager- Persönlichkeit hat das nahegelegene Gut Kundratitz erworben. Wohn» und Wirtschaftsgebäude werden teilweise umgebaut. Maurer, Zimmerleute und Taglöhner arbeiten dort»m einen Ttundcnlohn von 1.30 AL. Der deutschvöllische Unternehmer Schell auS Langendorf erwarb den stillgelegten Glasbc- trieb A n n a t h a l. Er will die Fabrik Ivieder in Gang sehen und läßt für eine neue Wasser- lraftanlage von der Wottawa her einen Kanal bauen. Taglohn:, 10 Kronen. Arbeiter, die dem Herrn Schell nicht zu Gesicht stehen, bekommen, wenn sie anfragen, zwar keine Beschäftigung, aber lange Belehrungen. So würde eö auch in den anderen Gebieten auSsehen, wenn nicht die gewerkschaftlichen Organisationen gegen den ungeheuerlichen Lohndruck der Unternehmer ein Gegengewicht darstellen trmr« den. Ein Versuch mit untauglichen Mitteln Parteiamtliche Weisungen der SHF nach dem Muster der DNSAP des Völkerbundes zusammen, dem Oesterreich den Wunsch nach einein neuen Kredit in der Höhe von 200 Millionen Schilling vorlegen wird. Die Großmächte, welche im Völkerbund entscheiden, werden also gezwungen sein, eine einheitliche Linie in bezug auf das Problem Oesterreich zu finden. Es wird sich zeigen, daß Italien nicht der für die künftige Gestaltung des Schicksals Oester- reichs einzig maßgebende Staat ist. Dadurch, daß Italien Ende Juli Truppen an die österreichische Grenze geworfen hat, ist Oesterreich wirtschaftlich nicht geholfen worden. Italien hatzwar Truppen— aber kein Geld für Oesterreich. Immer, wenn Oesterreich Geld braucht, wird sein Ton gegenüber Frankreich, welches die erste Kapitalmacht auf dem Kontinent ist, freundlich u. lickenswürdig. Frankreich aber wird diese Situation zweifellos politisch auSnützen und dadurch kann das Problem Oesterreich ein anderes Gesicht bekommen. Auch die Tschechoslowakei, welche sich seinerzeit an der österreichischen Bölkerbundanleihe mitbeteiligt hat, wird sich zu fragen haben, ob eS den Abenteuerern, die in Oesterreich gegenwärtig daS Heft in den Händen haben, Geld güben soll zu einem Geschäft, daS früher oder später Konkurs ansagen wird. Politisch erfülft Oesterreich freilich eine eigenartige Funktion. DaS Land, welches am 1S$. Feber mit Kanonen und Maschinengewehren in seine sozialistischen Arbeiter hineinschießen ließ, hat dem Sozialismus und der Demokratie dennoch— wenn auch wider Willen— einen guten Dienst geleistet. Es hat die beiden faseistischen Großmächte, Deutschland und Italien, auSein- andergebracht und so die faseistische Einheitsfront in Europa zerschlagen. Daß aber eine einheitliche Außenpolitik des FaseiSmuS sich nicht etablieren konnte, ist, so sagte jemand in Genf, ein Zeichen dafür, daß der FaseiSmuS den Höhepunkt bereits überschritten hat und die demokratische Politik in Europa wieder Raum gewinnt. E. St. vergeblich sind die Bemühungen der sudetendeutschen Heimatfront, den Nachweis zu erbringen, daß sie etwas anderes ist, al- d i e d i r e k t e Fortsetzungderaufgelöstennatio» nalsozialtstischen Partei. Alle Bekenn tniffe zur Demokratie und zum Staate, die in Henlein-„Rundschau" und in den Reden der führenden Personen so auffällig zur Schau getragen werden, können eben die massive Tatsache nicht verdecken, daß in den Organisationen der SHF dieKadexunddie Funktionäre der DNSAP wieder auferständen sind. Selbst noch in ihren versuchen, diese Tatsache zu tarnen, beschwört die SHF die Erinnerung an die verlogenen Loyalitätskundgebungen der DNSAP in ihrer letzten Periode herauf. Und genau so wie die treuherzigen Erklärungen t:r DNSAP durch die Handlungen ihrer Mitglieder Lügen gestraft wurden, so werden die Lippenbekenntnisse der SHF durch die hakenkreuzlerische Betätigung ihrer Mitglieder immer wieder desavouiert. In dieser Not hat die Hauptleitung der HSF in Henleins„Rundschau" vom 26. August„Gegen Unverstand und Ungehorsam" in den eigenen Reihen eine angeblich bereit- am 4. Juni erlassene Weisung publiziert, in der allen Mitgliedern, die «durch unverantwortliche Handlungen da- schwere Aufbauwerk unserer jungen Bewegung geMr* den", der sofortige Ausschluß au» der Partei.an- gedroht wird. AbergeradedamithatsichHen« keiner st rechtentlarvt. Denn auch diese parteiamtliche Weisung ist Geist und ist vor allem Methode der verflossenen DNSAP. Wer erinnert sich nicht der zahlreichen Weisungen, der Warnungen und Verbote, mit denen die DNSAP die Oeffentlichkeit überschwemmte und von denen Herr Jung auf dem Komotauer Parteitag geradezu behauptete, daß die Partei damit etwa» geßm habe, wa- eigentlich Aufgabe der Behörden gewesen wäre? Am 18. Jänner 1888 wurde befohlen, da- Hakenkreuz au- den Mitgliedsbüchern zu entfernen, die Mitglieder wurden gewarnt, in die SA einzutreten. Am 8. April. wurde da» Verbot der Beziehungen zu reichsdeutschen Parteistellen, da» angeblich schon im Jahre 1880 erlassen worden war, wiederholt, am 28. Juni wurden die Parteigenossen auf da- verbot des Horst» Wessel-Liede- aufmerksam gemacht usw. ustv. Aber e- läßt sich bis in» Einzelne nachweisen, daß diese neueste Weisung der SHF nicht- andere- ist, al» eine Wiederholung der sattsam-..Lekannten. T.L^.s.chuitg2«. manöverderDNSA P,. S atz für Sah kann man die geistige Verwandtschaft, die Analogie der Phrasen, kurz gesagt, die politische Identität von SHF und DNSAP verfolgen. Machet« wir die Probe: „Angesicht» einiger kleinerer Zwischenfälle in"der letzten Zeit bringt die Hauptleitung der SHF mit Nachdruck ihre Weisung vom s. Juni 1884 in Erinnerung." So leitet die Hauptleitung der SHF ihre Weisung ein, genau so, wie in einer parteiamtlichen Erklärung der DNSAP vom 8. September v. I. (verlautbart vom 6. Sepember) gesagt wurde: „Diese ununterbrochenen kleinen Zwischenfälle müssen endlich einmal aufhören, wenn eine ruhige und sachliche Atmosphäre eintreten soll." Diese ruhige und sachliche Atmosphäre ist auch der SHF an- Herz gewachsen: „Die sich in letzter Zeit häufenden Umtriebe verschiedener unverantwortlicher Elemente, die durch Hakenkreuzmalereien, Hissen von tzakenkreuzflaggen, illegale Verbindungen usw. die kaum eingetretene politische Beruhigung neuerlich gefährden, veranlassen un», an alle unsere Untergliederungen mit der strikten Weisung heranzutreten, sofort folgende Maßnahmen beharrlich und rücksicht-lo- durch» zuführen." Di« Berufung auf die„unverantwortlichen Elemente" ist ihrerseits ebenfalls getreue Anwendung der LarnungStechnit der DNSAP. Am 5. September hieß es: „ES geht nicht an, den Bestand der DNSAP durch da» Treiben unverantwortlicher Leute gefährden zu lassen, wie e» andererseits untragbar ist, daß jeder junge Spring- in-feld außenpolitische Grenzgänge unternimmt, die dann von den jederzeit bereiten Gegnern der DNSAP zu großen politischen Affären aufgebauscht Verden." Der junge„Springinsfeld" kehrt nun in der Weisung der SHF gleichfalls wieder: „Wir brauchen Männer, die erkennen, wa- notwendig ist, nicht aber unbelehrbare p o l i tisch e K t n d e r, die irgend eine unverantwortliche politische Handlung schon für eine Haupt- und Staatsaktion halten und nicht einsehen wollen, daß sie durch ihre UndiszipliNiertheit, ihre knabenhafte Romantik, die'mit Politik überhaupt nicht» zu.tun hat, der Sache des Sudetendeutschtum- empfindlichergefährden, als die- unsere politischen Gegner von sich au- zu tun vermöchten." Die man leicht erraten kann, ist auch die Berufung auf Schädigung de» Sudetendeutschtums nicht neu. Die Weisung vom 4. Juni wiederholt nur, wa» die Weisung vom v. September mit fast denselben Worten sagte: „Eine Politik auf eigene Faust,... schadet nicht nur der sudetendeutschen DNSAP, sondern muß auch dem gesamten Sudeten« deutsch tum zum Verhängnis werden." MU einem Wort, e- ist einfach gar nicht zu erkennen, ob wir eine Henlein« oder eine Hitler- Erklärung vor uns haben. Henlein kann sich— um nicht vollends überführt zu fein— freilich nicht, wie Jung einst im Mai 1883,-eine offiziöse' Erklärung des„völkischen Beobachter»" bestellen, wie etwa diese:, „Leider wird die Lage der sudetendeutschen Nationalsozialisten im besonderen und deS ganzen Millionen zählenden sudetendeutschen Volks- stamme» im allgemeinen durch unüberlegte Handlungen untergeordneterP er« sönlichkeiten im Reich in den Grenzgebieten verschärft. ES kommt vor, daß diese Verbindung mit sudeiendeutschen Nationalsozialisten suchen. Solche Vorkommnisse führen meisten» zur Verhaftung sudetendeutscher Nationalsozialisten und werden zum Vorwand genommen, um gegen die. sudetendeutsche Partei einzuschreiten, obwohl ihre verantwortliche Leitung ihren Parteigliede- 38 H FRITZ ROSENFELD: , mA Uxjwtta SIN ROMAN ZWISCHEN TRAUM UND TAQ „Ein Speer", sagte Tula.„Nur ein Speer." Drei Männer hielten ihre Speere über da» Feuer. Die Spitzen glühten rot, wie der Untergang der Sonne.. Die letzte Sonne sahst du, Jv. Zwei Männer holten den Zwerg. Er wehrt sich nicht. Erst al» das glühende Eisen in seine Augenhöhlen dringt, schreit er auf. Zweimal schreit er. Dann ist ewige Nacht um ihn. Dann schlägt er die Hände, nun ist er nicht mehr gefesselt, vor die blutenden Höhlen. „Axjutta", schreit er.„Axjuttak" Roecu Eddin fängt diese» Wort auf. Er fragt nach Axjutta. „Ein Dlädchen", sagt Tula.„Sine Helle. Dein Vater schenkte sie Jv." „War sie sein Weib?" Tula lachte. «Sie hatte ein Kind, hell wie sie selber." Da schloß Roecu Eddin für eine Weile die Augen. „Sucht sie", schrie er dann.«Sucht da- Land ab, alle Städte, bringt sie mir, die Mörderin meine- Vater»". Tula verstand nicht. Die Mörderin Ala Ed» din»? Brüllte der Zwerg nicht im Lager? Jv wurde in den Kerker geschleppt, seine alten kurzen Arme wurden wieder gefesselt, dann wand man ihn hoch, daß sein Körper an seinen Armen frei in der trüben, dunklen Luft schwebte. Er sah nichts mehr, er fühlte nicht» mehr Er schrie nicht mehr. Er sah'eine helle Frau, die über die Ebene lief, ein Kind an der Hand. Da- Kind winkte ihm zu, e» trug eine Puppe in der Hand, die er geschnitzt hatte. Nach drei Tagen band man ihn lo». Er war tot. „Axjutta". Die Affaffinen schrien den Namen über die Steppe. Gr war ihr Schlachtruf geworden:„Axjutta". Axjutta. Der Namen klang mir einmal im Ohr, dachte Tula. Der Träumer, der Flüchtling, der Feig«, nannte ihn. „Ihr müßt sie faffen. Und wenn ihr bi- an die Grenzen der Erde reitet", sagte Roecu Eddin. „Axjutta, Axjutta," gellte der Schlachtruf der Affaffinen durch- Land. Al» fallt« der Name die Frau aufscheuchen, al» sollte der' Name sie au» ihrem versteck locken, al- sollte der Name sie herbeizaubern au- den Winkeln der Erde. „Axjutta! Axjutta" Die Hufe hämmerten den Rhythmus, de- Namen» in den Boden, die Stimmen sandten ihn zu den Sternen, da- Echo bohrte ihn in die Berge. „Habt ihr sie gefunden?", war Roecu Eddins Frage, al» er aufstand.„Sie ist heute nicht gefunden worden" war sein Gebet, ehe er zur Ruhe ging. Axjutta! Axjutta! Ein Monat verging, keine Spur von Axjutta. Der Name aber blieb auf allen Zungen, gellte durch alle Gebirge, haNte über alle Ebenen. Die Bäume tranken ihn mit dem Wind, die Tiere tranken ihn mit dem Wasser, der Sand der Wüste war erfüllt mit dem Klang: Axjutta! Wenn die Affaffinen sich sammeln sollten, rief nicht mehr die Trommel.„Axjutta" schrie Tula, und sie kamen au» den Gemächern der Burg, au- Akrod und Alumat, und scharten sich um ihn. Roccu Eddin aber kniete vor Tula: „Sieh, dein Fürst liegt vor dir. Fang sie mir, bring sie mir, mein Reich steht auf schwankenden Pfosten, solange sie lebt". „Ich habe bi« an die Grenzen der Länder gesucht. Ich habe Kundschafter bis nach Indien und Ehina gesandt, bi» an die Küste der Meere. Warte, warte, Roccu Eddin, der Platz Jv- im Kerker ist frei". Da erhob sich Roccu Eddin und sprach leise zu Tula: „Wenn sie ein Schatten bleibt, Tula, bin ich verloren. Ich kann gegen einen Schatten nicht kämpfen. Ihr Dolch hängt über meinem Leben, wie er da» Leben meine- Vater» zerbrach. Ich bin frei, wenn deine Speere ihre Hellen Augen töten, ich bin ihr Sklave, wenn sie als Schatten lebt in meinem Reich oder irgendwo auf der Erde." „Wir werden sie finden, Fürst", sagte Tula. Der Schatten Axjutta» aber legte sich auf da» ganze Reich, die Sterne formten den Namen Axjutta, die Brandung der Meere rief ihn an» Land, im Sprung der Tiere war der Name Axjutta, und in den Gesprächen der Männer am AberG, an den Lagerfeuern. „Sie muß eine große Fürstin sein," sagten die Männer,„daß sie den Dolch gegen Ala Eddin zu erheben wagte." -„Sie ist wie ein Dschinn, gefeit gegen Feuer, sie ist gefeit gegen Waffer und Sturm," sagten die Männer. Axjutta.— Axjutta. So wuchs Axjutta wieder in den Traum. Roccu Eddin sah sie vor sich: eine große Frau, mit wutverzerrten Zügen, einen Bogen in der Hand, einen Dolch. Die Männer fahen sie vor sich: eine große Frau, mit lachenden Zügen, den Dolch mit Ala Eddin» schwarzem Blut in der Hand. „Axjutta", fluchte Roecu Eddin. „Axjutta", jubelten die Männer. Pal aber schlug der Name entgegen,.wo er ging. Der Wind trug ihn zu ihm, da» Waffer trug ihn zu ihm, die Luft war erfüllt mit dem Namen Axjutta, im Gesang der Vögel war nur dieser Klang. Wie nahe mußte sie sein, wenn die ganze Erde von ihr beseelt war. Hinter jeder Windung M\ rangen ausdrücklich jeden Parteiverkehr mit reich», deutschen Parteisteven verboten hat. Versuchen sudetendeutsche Parteigenossen solche Fühlung», nähme, so schließen sie sich automatisch von der Partei auS Und sollten von den reich-deutschen Parteistellen nicht, gehört und empfangen werden.^»-^.* Henlein kann nur, nachdem"«„illegale Verbindung u s w." in seinen Reihen eingestanden hat, selbst drohen: „Jeder einzelne Fall, in dem Mitglieder der SHF Handlungen begehen, die gegen da» Schuhgesetz verstoßen, wird unnachsichtlich mit sofortigem Ausschluß au» der SHF geahndet." Genau so, wie Jung erklärt hatte: „Wenn aber die im Berichte lde- Pressebüro») erwähnten Leute tatsächlich der sudetendeutschen DNSÄP angehären und Beziehungen zu reich-deutschen SA« und SS-Führern haben, so haben sie sich dadurch automatisch im Sinne der Beschlüsse der sudetendeutschen Parteiführung au- der sudetendeutschen DNSAP ausgeschlossen." Was von den Erklärungen der DNSAP zu halten ist, da- weiß heute jede- Kind und das rann auch Henlein nicht leugnens Aber ebenso wenig wird er, angesichts dieser dokumentarischen Gegenüberstellung, die Tatsache au- der Welt schaffen, daß er dasselbe tut, was Jung und Krebs getan haben, mit derselben Motivierung, mit Anführung analoger Illustrationsfakten und geradezu mit denselben Worten. Und er wird sich nicht wundern dürfen, wenn wir Nipp und Nar feststelle«, dass seinen Kundgebungen genau dieselbe Glaubwürdigkeit zukommt wie jenen der Jung und Kreb», nämlich überhaupt keine. Die Wahrheit ist, dass die»in letzter Zeit sich häufende» Umtriebe unverantwortlicher Gemente" die wirNiche Politik der SHF darstellen, die nach aussen hin durch fingierte Weisungen verdeckt werdm solle«. Wir werden nicht müde werden, der SHF diese schon schleißig gewordene Ma-ke vollends herunterzureißen! Belgrad verstimmt über die„Reich-post".Meldung Belgrad, 30. August. In Belgrader poltti- scheu Kreisen wird der Standpunkt vertreten, daß die(von der Wiener„Reichspost" aufgestellte) Behauptung, Jugoslawien stünde in Verbindung mit den bisherigen oder eventuellen zukünftigen Putschversuchen österreichischer Nationalsozialisten, derart grundlos sei, daß jedwede Widerlegung einer solchen Behauptung durch offizielle jugoslawische Stellen überflüssig erscheine. DaS korrekte Verhalten Jugoslawien» gegenüber dem nationalsozialistischen Putsch im Juli sei von amtlicher österreichischer Seite dankend festgestellt worden. Eine hervorragende Persönlichkeit de» Außenministerium» hat dem„TempS"-Berichterstatter gegenüber erklärt, daß sämtliche österreichische. Nationalsozialisten in der Zahl von 2500 Personen in drei Konzentrationslagern interniert sind, wo sie einer strengen Polizeiaufsicht unterstellt sind. deS Wegs konnte sie warten, in jedem Hau» konnte sie weilen, und ihm begegnen. In jedem Hau» fragte er, in jedem Zelt. „Die Mörderin Ala EddinS? Wehe uns, daß wir sie gesehen hätten." Die Mörderin Ala EddinS?... Da jagte Pal weiter: nun mußte er sie finden. Der Wald schrie es ihm zu: Axjutta. Der Wind schrie eS ihm zu: Axjutta. Mitten auf der Straße hielt er inne, drehte er sich um: Hatte sie ihn nicht gerufen?„Axjutta", klang eS aus dem Wald.„Pal", hörte er,„Pal, Pal". Er ritt, Monde und Monde. Er ritt ein Jahr Sein Kleid war zerfetzt, sein Speer zerbrochen, sein Pferd zerschunden, kein Schuhwerk hatte er an den Füßen und der Beutel au» Ziegenfell war durchlöchert. Axjutta, schrie e», Axsutta. Pal, antwortete eS, Pal. Und er ritt weiter und weiter, ein Jahr und ein Jahr. Der Sturm und der Winter fraßen Spuren in sein Gesicht, krank lag er in einer Hütte, Hirten pflegten ihn gesund» auf dem Acker arbeitete er, man wollte ihn halten, er zog weiter. Ein Jahr, und ein Jahr. Sein Pferd starb, er war Schiffsknecht auf einem Fluß, er darbte, er sparte, er kaufte wieder ein Pferd. Es wurde ihm unter dem Leib weggeschoffen, al» er mit Räubern kämpfte. Er ging in die Berge, brach Steine für einen Fürsten, der einen Palast erbaute. Ein Jahr und ein Jahr. Und kaufte ein Pferd. „Axjutta", schrie es aus den Steinen und „Pal" war das Echo.„Axjutta" schrie es au» dem Strom bei jedem Ruderschlag, und„Pal" war das Echo. Grau war sein Haar an den Schläfen, aber seine Glieder blieben jung. So ritt er durch da» Land, und ließ nicht ab, zu fragen: nach dtm Garten, nach dem Gong, nach Axjutta. (Fortsetzung folgte) I gtHteg,»I.Kngnst 122L Erfolg der Freien Gewerkschaft te feer Troppaner Jute. Fabrik Nach einem von den Gegnern der freien Ge- fenrfichast« mit großer Heftigkeit geführten Wahlkampf erfolgten am 28. August die Wahlen in den Betriebsausschuß der Troppauer Jute* fabrik. Sie brachten der Union der Textilarbeiter, welche gemeinsam mit dem tschechischen freigewerkschaftlichen Textilarbeiterverband kandidierte, einen ansehnlichen Stimmengewinn, der sich im Zuwachs eines Mandates äußerte. Die freien Gewerkschaften erhielten 281 Stimmen und 8 Mandate(im Vorjahr 288 Stimmen und 4 Mandate), die tschechischen Nationalsozialisten 122 Stimmen und 2 Mandate(128— 2) und die tschechischen Klerikalen 88 Stimmen und 1 Mandat(82— 1).•__ Es gibt kein Zurück zu bett alten Wirtschaftmethoden Im gestrigen Leitartikel betont der„Venkov" die Notwendigkeit der Planwirtschaft und sagt im Anschluß daran: Die Welt hat 1828 und in den Jahren nachher ein wirtschaftliches Erdbeben durchgemacht. Und ähnlich wie es bei jedem Erdbeben ist, hat sich das Antlitz der Umwelt verwandelt. Die Welt hat sich in ihrer wirtschaftlichen Struktur verändert und wird sich nie mehr in den früheren Zustand zurückführen lassen. Wer noch ein« Weile der dieser Tatsache verstockt die Augen verschließen wird, wird durch den Gang der Ereignisse einfach weggefegt werden. Ueberflüsslge Liebedienerei Am Sonntag brachten zwei Sonderzüge reichsdeutsche Ausflügler nach FranzenSbad. Bewaffnete Organe der Tschechoslowakischen Republik sorgten dafür, daß die Gäste ja keine antihitlerischen Schriften in die Hand bekämen, und einige Kolporteure demokratischer und antifascistischer Schriften wurden den ganzen Tag in der Polizeiwachstube festgehalten. Dar aller wird jedoch in den Schatten gestellt durch dar Vorgehen der FranzenSbader Bürgermeisters Anders, der sich die ZeitungSverfchleißer für TamStag vormittags in feine AmtSräume bestellte und ihnen dort nahelegte, am Sonntag alle von ihm als„Emigrantenblätter" bezeichneten Zeitungen auS den Schaufenstern und Aushängen zu entfernen. Die ZeitungSverschleißer wußten Wohl, daß die Erfüllung des bürgerlichen Begehrens eine» ganz empfindlichen Berdiensteittgang für sie bedeute, konnten sich Ober diesem Verlangen doch nicht entziehen, zumal sie die Borte d«S Bürgermeisters so auftaßten, als ob er über höheren Auftrag gesprochen hätte. Tatsächlich waren auch am Sonntag in den Echaufenstern von FranzenSbad nur Zeitungen zu sehen, nach denen kein Reichsdeutscher ein Verlangen hat, da er deren Inhalt ja in seinen eigenen gleichgeschalteten Blättern vorfindet. Selbst der Karlsbader „Volkswille" wurde an diesem Tage nicht öffentlich auSgehängt. ES werden sich hoffentlich Mittel und Wege finden, um in Zukunft demokratische Zeitungen und die ZeitungSverfchleißer vor einer ähnlichen Schädigung zu schützen. Mit welchem Recht aber hat der Herr Bürgermeister der Verbreitung von inländischen Zeitungen, die ordnungsgemäß die Zensur passiert hoben, Schwierigkeiten gemacht? Gelten bei uns die Gesetze der Demokratie oder die Wünsche Hitlers? Llnnfose Hetze gegen ein Sommerlager bet Sozialistischen Jugend. In der Nähe von Neubistritz im Neuhauser Bezirk veranstaltete die Sozialistische Jugend im Juli ein Sommerlager. Zwischen ihr und der arbeitenden Bevölkerung der Umgebung, besonders der Jugend, herrschte das beste Einvernehmen, lehr zum Leidweszp der Spitzen der. Bürgertums. Als die Lagerteilnehmer für die Arbeiterfinder in Adamsfreiheit Sing- und Spiclabende abhielten, begann der dortige Deutsche Turnverein mit einer Gegenaktion, die aber ganz erfolglos blieb, da die Arbeiter im Turnverein eine rein Hakenkreuz» lerische Gesellschaft sehen. Nach dem ersten mißlungenen Versuch griff man zu andern Mittel». Zu einem der Abend« der Sozialistischen Jugend erschienen Mitglieder des Turnvereins mit Knüppeln und Ochsenziemern. Anzugreifen trauten sie sich aber doch nicht, weil sie in der Minderheit waren. Sie beschränkten sich also darauf, in unmittelbarer Nähe unserer Kinderveranstaltung für ihre paar Mitglieder einen„UnterhaltuiigSabcnd" zu organisieren, an welchem auch Mitglieder der ehemaligen Hakenkreuzpartei auS andern Orten teilnahmen. Ihr Führer gab zu, aus FriedrichS- haven und Angehöriger des Dritten Reiches zu sein. Die Sozialistische Jugend, die fest entschlossen war. Ruh« zu bewahren, ließ sich durch die Hakenkreuzprovokationen nicht stören«std der Turnverein zog unverrichteter Dinge wieder ab. Seine Aufgabe übernahm die bürgerliche Presse. Die„Südböhmische Zeitung" zog gegen das Lager los und bezeichnete seine Mitglieder als Tschechen, was Wohl eine Beschimpfung sein sollte, die„Neubistritzer" beschimpfte sie al» Denunzianten(weil ihr« Gegner sich selbst al» Ha« krnfieuzler demaskierte») und schließlich berichtete ein Korrespondent, den klerikalen„Lidovt Lisch", daß in Adamsfreiheit kommunistische Tramp» deutsche Hehlieder gesungen und sozialistische Propaganda getrieben hatten. Ob denn die Behörden nichts davon wüßten? Die Neuhauser BezirÄbehörde, welch« da» Sommerlager ja nicht ühersehen hatte, sah keinen Grund zu irgendeinem Einschreiten. Die Sozia« listtsche Jugend hat kein andere» Verbrechen Le« Der neuesten Ausgabe der Brünner „Arbeiter-Zeitung" entnehmen wir folgende Meldungen, au» denen mtt drastischer Deutlichkeit Hervorgeht, daß der klerikale FasciSmu» in Oesterreich an Nichtswürdigkeit der braunenBarbaren-Herr- s ch a f t in Deutschland n i ch t n a ch- steht: Ein Kaplan als ProgelbaMlt In Mürzzuschlag haben während de» NaziputscheS keine Kämpfe stattgefunden. Trotzdem besetzte eine Abteilung Wiener-Neustädter Heimwehr den Ort, holte Bürger auS den Betten und mißhandelte sie in der unmenschlichsten Weise. An der Spitze dieses PrügcldetachcmentS ging ein Kaplan, der die zu Mißhandelnden bezeichnete. Das Vorgehen dieses Pfaffen hat solche Erbitterung hervorgcrufen, daß einige hundert Einwohner von Mürzzuschlag aus der katholi« schenKircheauSgetreten sind. nasscnaustritt ans der katholischen Kirdic AuS Steiermark wird uns geschrieben: Katholische Pfaffen predigen von der Kanzel auS die„Ausrottung" der Sozi und der Nazi mit Feuer und Schwert. Nicht nur in den Städten, sondern auch auf dem Lande ist die Bevölkerung über die Galgenpfaffen erbittert. Die Erbitterung Hitler hat Millionen arbeitsloser Jugendlicher mit dem Versprechen gewonnen,- daß- er ihnen Arbeit verschaffen werde. Bisher haben sie aber höchstens' um einige Pfennige beim Arbeit s d i e n st schuften oder schlecht b-zahlte Landhilfe leisten müssen. Nun soll aber die Verdrängung der Jugend au» jeder halbwegs bezahlten Lohnarbeit noch von Staats wegen organisiert werden. United Preß meldet au» Berlin: Rach dem 1. Oktober soll« in alten private« und öffentlich« Betrieb« und Verwaltungen die ledigen Angestellt« und Arbeiter, die un 1 e r 25 Jahre alt sind, nach Möglichkeit entlassen und durch ältere Personen ersetzt wer» dm. Ausgenommen sind verheiratete Männer, Washington, 38. August. Marineminister Swanson und der Ehef für Seeoperationen Admiral Stanley, haben die Empfehlungen de» Marineamtes gebilligt, wonach in dem am 1. Juli 1885 beginnenden Finanzjahr 24 neue Kriegsschiffe auf Stapel gelegt werden sollen. Nach dem neuen Programm sollen umgebaut lverden: ein Flugzeugdepotschiff von 14.580 Tonnen, zwei Kreuzer, die mit 15-Zentimeter-Geschützen bestückt sind, drei Flottillenführer von je 1850 Tonnen und sechs U-Boote. Wenn das Programm, wie vorgesehen, durchgeführt wird, wird die amerikanische Flotte in Kreuzern, Flugzeugen, Depotschiffen und Flottillenführern auf dieBertragShöhe gebracht. Sie wird aber noch um 36 Zerstörer und Reaktionäre Wahlrechts* Vorlage In Ungarn Budapest, 30. August. Der Obmann der scheinvppofltionell« Partei der Nein«« Landwirte, Tibor Eckhardt, hat dem Ministerprästd«t« GömböS ein« neu« Wahlrechtsentwurf vor» gelegt. In dem reattionären Entwurf find s e ch» Jahre Sesshaftigkeit in der Wahlgemeinde als Vorbedingung vorgesehen. Ausgeschlossen vom Wahlrecht find diejenige» Arbeiter, die innerhalb de» letzt« Jahre» eine össent- liche Unterstützung empfing« oder durch RotstandSarbeit unterstützt wurden. Auch' andere wesentliche Verschlechterungen de» Wahl- j gefetze» find in Aussicht genommen. gangen, cM eben Arbeiterjugend zu sein. Nur ihre bürgerlichen Feinde höben wieder einmal ihr wahre» Gesicht gezeigt. Dadurch, daß die deutschen Bürger die Arbeiterjugend als Tschechen„denunzieren", die tschechischen ihnen deutsche Lieder zum Borwurf machen, beweisen beide, daß di« national« Hetze al» Verschleierung de» Kampfe» gegen die Arbeiterschaft nicht nur verächtlich ist, sondern auch lächerlich werden kann. äußert sich in Massenübertritten von derkatholischenzurevangelischen Kirche. Die UebertrittSbewegung hat a u ch d i e Bauernschaft erfaßt. : Wle sie lagen In Graz wurde das Gerücht ausgestreut, der Rundfunk habe gemeldet, daß Otto Bauer der Kommuni st ischen Partei beigetreten sei. Gleichzeitig hat die kommunistische „Rundschau" in Basel gemeldet, daß Otto Bauer eine Verständigung mit der Regierung Schuschnigg anstrebe. In dersebben Woche meldet die österreichische Regierungspresse, daß Otto Bauer eine Verständigungmitden Nazi gegen die Regierung Schuschnigg betreibe. Jede der drei Lügen schlägt die beiden anderen tot. Die Lügner sollten sich doch wenigsten» einigen, was sie an Lügen verbreiten wollen. Sie Arbeiter wollen keine ftlefthsdMltnntl Dem OND wird au» Wien berichtet: Dieter Tage sollte der„Arbeiter-vizebürgermeister" Dr. Winter in der Zigarettenhülsenfabrik„Altessc" eine Betriebsversammlung abhalten. Die Arbeiter und Arbeiterinnen de» Betriebe» erklären aber, daß sie Winter auSpfeifen würden. Angesicht» dieser Stimmung mußte die Versammlung wieder abgesagt werden. Unterhaltspflichtige, Lehrlinge, ehemalige Wehr- machtSan gehörige und,»alte Kämpfer" der NSDAP. Auch diejenigen Personen, die ei« Jahr Arbeitsdienst oder Landhilfe hinter sich hab«, werden nicht von dieser, Maßnahme fee* troffen. Die jung« Mensch«, feie durch ältere Ar« feettökräfte ersetzt werden sollen, sotten nach Mög- fichkeit durch feen Arbeitsdienst»der die Landhilfe beschäftigt werd«. * Durch diese neueste Maßnahme wird es strebsamen jungen Leuten geradezu unmöglich gemacht, sich einen Hausstand zu gründen. Das nennt man Raffepolitikl 18 U-Boote hinter, der vollen Vertragsstärke Zurückbleiben. Da» Marineministerium plant, diesen Abstand in den drei folgenden Finanzjahren auszufüllen. Die Bauaufträge für die 24 Kriegsschiffe wurden bereits vergeben und sollen sobald wie möglich in Angriff genommen werden. G Washington, 80. August. Die Flottenleitung hat die Rückkehr der gesamten Hochseeflotte der UVA. vom Atlantischen in den Stillen Ozean auf dm 29. Ottober angesetzt. Die Flotte wird nach mehrwöchigen Manöver« in der Nähe von Kuba und de» Panama-Kanal» am 28. November in San Diego erwartet. Die ObrnannSkonferenz der f u z i a l i st i» schen Partei hat nach Veröffentlichung de» Entwürfe» folgend« Beschluß gefaßt: «Die Konfermz befaßte sich mit den aktuell« volitischen Fragen. In diesem Rahmen nahm die Konferenz mit»«geheurer Empörung und Entrüstung die Tatsache zur K«ntni», daß der Führer der unabhängig gen Ifetae» Landwirtepartei Tibor Eckhardt in der Frage feer Wahlrechtsreform' eine feei- spiellose reaktionäre Stellung einnimmt. Die Konferenz beschloß feie bringende Einberufung "iner außerordentlichen Sitzung de» Parteivor stunde» für Freitag, »m in der gegeben« Situation die notw«. feigen Beschlüsse fassen und entsprechende Vorkehrungen treffen zu können." Oesterreich unter christlicher Herrschaft Hitlers Verrat an der Jugend Die Jugendlichen unter 25 Jahren werden aus der Arbeit vertrieben und aufs land abgeschoben Das Wettrüsten am Stillen Ozean Aufrüstung Amerikas auf Vertragshöhe r.ite s Sinclair Gouveriieurskandltfat Er will seine Pläne Roosevelt vorlegen Der bekannte amerikanische Schriftsteller und Nobelpreisträger Upton Sinclair ging Mittwoch aus einer sehr stürmisch verlaufenen Wahlversammlung in Kalisornien als definitiver Kandidat für die Gouverneurswahl mit einer bisher nicht dagewesenen Mehrheit hervor. Sinclair beabsichtigt, nach Hydeparl bei New Dort zu reisen, um den Präsidenten Roosevelt mit seinem sogenannten„epischen Plan" zum Wiederaufbau des amerikanischen Wohlstandes, der ihm zum Wahlsiege verhalf, bckanntzumachen. Präsident Roosevelt lehnte eS vorläufig ab, sich mit dem Siege SinclairS zu befassen. SeWPmord Killinoen? In Dresden hält sich hartnäckig daS Gerücht, daß der sächsische Ministerpräsident Manfred K i l l i n g e r vor etwa 14 Tagen Se l b st- mord begangen habe. Bekanntlich wurde„im Zuge der Reinigung", die am 30. Juni begann, auch Killinger verhaftet. Auch er lvahrscheinlich, weil er nach mehr Macht gestrebt haben mag, al» seinen Rivalen angenehm war, wahrscheinlicher noch, weil wohl auch er„mehr tvußte", als dem persönlichen Regiment einer gewissen Dreifaltigkeit auf die Dauer zuträglich war. Dieser Killinger, dessen Name so fatal an die braunen Metho- den, den Gegner zu„killen", erinnert, dieser Killinger, der seine Hände beim Arrangement de» Rathenan-Morde» mit im Spiele hatte und der sich in romanhaft geschriebenen Erinnerungen gerühmt hat, eine Frau über eiste Wagendeichsel geschnallt und durchgepelffcht zu haben, bi» die Haut in Fetzen hing— wurde zwar schon einige Tage nach seiner Verhaftung wieder freigclaffen, lebte aber von da an unter sicherer Bewachung in einem Landhause in der erzgebirgischen Sommerfrische Obcrbärenburg, das er nicht verlassen durfte; er war dort regelrecht interniert. Das erzählt man sich„drüben" im Flüstertöne, lind nun behauptet das Gerücht, daß Killinger vor etwa 14 Tagen„in Begleitung" von zwei Beamten der Geheimpolizei nach Dresden gefahren sei. Im Anschluß an diese allem Anschein nach durchaus nicht freiwillige Reise soll er sich in seiner im Dresdner AuSstcllungSviertel gelegenen Billa erschossen haben. Frau Killinger soll seit der gleichen Zeit nur noch in Trauerkleidung gesehen werden. Wenn daS wahr ist, so dürfte auch dieser Selbstmord— wenn eS überhaupt ein Selbstmord war— ebensowenig freiwillig verübt worden sein, wie so viele andere, die im Dritte» Reich schon zu registrieren waren. Wir vermerken hier lediglich ein G e r ü ch t, daS in Dresden umgeht und nicht verstummen will. Aber auch wenn eS nur ein Gerücht wäre— die Tatsache, daß um Leben oder Tod von Männern, die wie Killinger» im braunen Machtbereich eine so weithin sichtbare Stellung eingenommen haben, ein so undurchdringliches Dunkel herrschen kann, vervollständigt nur das abschreckende Bild, daS das braune Regime der Welt bietet. Rachelustlz Dortmund, 30. August. Heute morgen» sind im hiesigen Gerichtsgefängnis die von dem Gondergericht in Dortmund wegen„gemeinschaftlichen Mordes" zum Tode verurteilten Han» V o i t und Friedrich R a p r o r aus Dortmund hingerichtet worden, weil sie angeblich am 24. Juni 1832 den SA-Mann Ufer niedergemacht haben. nicht gerade optimistisch... Leipzig, 30. August. Da» DNB. meldet: Die Leipziger Herbstmesse ist Donnerstag abend» geschloffen worden. Auf der ganzen Linie hab« die Ergebnisie mit nur wenigen Ausnahmen da» gezeitigt, was vernünftige Menschen von dieser Messe hoffe» konnten.- Elf Chinesen hlngerlchtet Mutfeen, 30. August. Wie eine japanische Agentur meldet, wurden elfe chinesische Staatsangehörige hingerichtet, Sie hatten einen Anschlag auf den Chef der mandschurischen Armee General Tschansinkui geplant. Bor der Polizei hatten sie »ist Geständnis abgelegt. Seite 4 Kretas, 31. August 1834' str. 203 MM oiif einen WeSWn Genossen Der Täter ein Kommunist Dir„Raun doba" berichtet, daß auf den Ber- teaueiisiiian» der tschechische» sozialdemokratischen Partei in StarhPostkekov bei Taus, We- noffttt P i v o ü k a, rin mörderischer Anschlag verübt wurde. Genosse Pivoüka war am Samstag, den 23. August, abends in einer Sitzung der Gemeindevertretung und kehrte auf dem Heimweg nach 11 Uhr nachts noch für kurze Zeit in einem Gasthaus rin. Dort saß bereits den ganzen Abend der Kommnnist Alfred B u r ö t k, der alsbald mit wüsten Schimpfereien gegen die Sozialdemokraten insgesamt und den Genossen Pivoüka besonders, einseUte, so wie er sie von den verschiedenen kommunistischen Agitatoren hörte, die in letzter Zeit diesen unter großer Arbeitslosigkeit leidenden Ort besonders gerne niit ihren Besuchen beehrten. Genosse Pivoüka fertigte den Kommunisten mit einigen Sätzen ab und ging dann nicht weiter auf feine Schimpfereien«in.- Rach einstündigem Verweilen in dem GasthanS, begab sich Genosse Pivoüka endgültig auf den Heimweg und kurz nach ihm verließ auch BnrStk das Lokal. Rach den Aussagen deS Genossen Pivoüka und mehrerer anderer Zeugen muß Bureik ihm nachgerannt fein. AlS Pivoüka die eiligen Schritte hin- ter sich hörte, drehte er sich um, doch spürte er im gleichen AngenbliS bereit- einen Schlag mit einem stumpfen Gegenstand — ein Stein war eS— auf dem Hintrrkopf. Er stellte sich dem Angreifer zur Abwehr entgegen und tatsächlich gelang eS ihm, feiner Herr zu werden. AlS der Angreifer am Boden lag, sagte Genosse Pivoüka zu ihm, daß er mit diese» Dmnmheitrn anfhören und lieber heimgehen möge. Dann muß ihm Burölk jedoch noch einmal gefolgt sein. ES kam zu einer neuerlichen Auseinandersetzung, doch da fühlte Genosse Pivoüka plötzlich, daß er g r st o- ch e n wurde. Der Stich muß von hinten her auv- geführt worden sein; er traf den Grnossrn Pivoüka auf der linken Brustseite und drang mit der ganzen Messerlänge 13Zenti meter tief in dieLunge ein. Der Schrei deS Verwundete» war daS Signal, auf welches sowohl aus dem nahen Gasthaus als auch auS den anderen Häusern helfende Menschen her- beirilten, während der Täter daS Weite suchte. Genosse Pivoüka wurde Sonntag in daS Krankenhaus nach TauS überführt. Seine Verletzungen, werden von dem Arzt als tödlich bezeichnet. Zu dem großen Blutverlust, de» der Verwundete erlitt, tritt eine Komplikation dadurch, daß die Wunde auch eitert. Der Genosse darf über Anordnung deS ArztrS nicht einvernommen werden. Die Gendarmerie hat Bnrslk, der nach de» übereinstimmenden Zeugenaussagen allein als Täter in ssrage kommt, zwar verhört, jedoch nicht verhaftet. Taganculgfccltcn „Täta" und die Prager Unterwelt Am Donnerstag wurden die Ergebnisse über die Nachforschungen nach dem Komplizen Chrtäüs veröffentlicht, die in P a r d u b i tz im Zusammenhang mit dem FallBranskä eingclcitetworden waren. In der Nacht auf Donnerstag wurde ein Mann verhaftet, der in der Prager Unterwelt unter dem Namen„Tata" sehr gut bekannt ist. ES handelt sich um den 60jährigen ehemaligen Kaufmann EmilBertoya aus Nitra, der seit mehr als zehn Jahren in Pardubitz ansässig ist. Geschäftlich hat er sich jedoch nicht hier betätigt, sondern den größten Teil des Jahres in Prag verbracht. Verhaftet wurde er nicht im Zusammenhänge mit dem Falle Vranskä, sondern wegen verschiedener Betrügereien, die er in Geschäften beim Wechseln größerer Banknoten verübt haben soll. Ucber den Fall Vranskä hat sich dieser Mann, welcher die Verhältnisse in der Prager Unterwelt Ijenau kennt,, bisher nicht geäußert. Fünf in sieben Tagen! - Dortmund. Die durch Urteil des Schwurgerichtes zu Dortmund vom 22. Jänner 1034 wegen Raubmordes dreimal zum Tode verurteilten A u g u st S ch e e r und August Schulte aus Dortmund sind Donnerstag früh im Hofe des Gefängnisses zu Dortmund durch Enthaupten mit dem Beil hingcrichtet worden. Das ist die vierte und fünfte Hinrichtung seit sieben Tagen: am 24. August Rothenburg in Stettin, am 28. August Kroll und Krüger in Rostock und nun diese zwei in Dortmund— der deutsche Henker kann mit der Arbeitsbeschaffung zufrieden sein. Braune Justiz »Man müßte dem Ranne die Zunge herauSrrißen!" Kaiserslautern. Das Schöffengericht Landau in der Pfalz verhandelte gegen einen Arbei- t e r, der gesagt hatte, cs gebe doch in Deutschland so viele intelligente Leute, und ausgerechnet Hitler habe man zum Reichskanzler gemacht. Der Vorsitzende des Gerichts versuchte, den Arbeiter zu bestimmen, sein Bedauern über die Aeußcrung äuSzusprcchcn und die Erklärung abzngcben, daß er die Worte unter dem Einfluß von Alkohol gesagt habe. Der Angeklagte beharrte auf seiner Meinung, zu der er auch heute noch stehe und die er n ich t w i d e rrufe n werde. Daraufhin schrie der Staatsanwalt Dr. Zwinck: „Diesem Mann müßte man die Zunge herauSrei- ßen."— Das Urteil lautete auf ein Jahr Gefängnis. Der Vorfall spielte sich in der Pfalz, also im Herrschaftsgebiet des Saarkommissars Bürckel ab. Die deutsche Rüstung Die Gutzstahlhüttc in Freital-Döhlen bei Dresden arbeitet in Tag- und Nachtschichten. Es Werden„Achsbüchsen" gedreht. So steht es auf den Akkordzetteln. 7.3 Zentimctcr-Achöbüchsen— so nennen die wissenden Arbeiter die Granaten, di« sie drehen und von denen sie glauben sollen, daß eS Achsbüchsen seien l Gefecht um Gteuerschulde» Irische Fascisten bekomme» Prügel . London. Bei Kill in der Grafschaft Water- ford jm Irischen Freistaat kam es am Mitttvoch wegen der Beschlagnahme von Vieh bei Steuerschuldnern zu einem Zusammen st oßzwi- s.ch.en2 00Farmernund 1 OOPolizi- st en. Die Farmer, von denen viele blaue Hemden trugen, hatten die Straße, auf der das beschlagnahmte Vieh fortgcschafft werden sollte, mit Stcinbarrikaden und gefällten Bäumen versperrt. Als die Polizisten noch die Barrikaden wcgräumten, wurde plötzlich eine Herde von mehreren hundert Stück Bich hcrangetrieben. Die Farmer wollten offenbar, daß die beschlagnahmten Tiere sich unter die große Herde mischen und für die ungeübten Augen der Beamten unerkennbar werden sollten. Die Polizisten gingen aber mit ihren Knüppeln auf die Herde los und trieben sie davon. Bei der nun folgenden Schlägerei mit den Farmern, die Stöcke mit sich führten, wurden auch mehrere Rcvolverschüsse abgcfcuert. Anscheinend hatten die Farmer mehrere Verletzte, die sie mit sich nahmen. Später kam es an der Eisenbahnhaltestelle, auf der das Vieh verladen werden sollte, zu einer neuen Schlägerei, wobei mehrere Verhaftungen vorgenommen wurden. Schmugglet al« Millionste Istanbul. Die türkischen Zollbehörden dccktcw eine große Schmugglerorganisation auf, die über 28 Dampfer und über ein Kapital von 80 Millionen KL verfügte. Außer mit Schmuggeltransportcn und Warcnverladungen aller Art befaßte sich diese Gesellschaft auch mit fremden Devisen. Bisher tvurden 200 Personen verhaftet. Der türkische. Staat wurde um viele Millionen türkische Pfund geschädigt. Ein hoffnungsloser Fall sind jene Ange- stellten, die dcutschnational ausgewachsen und in Auchgcwerkschastcn leider nun auch vielfach hakenkreuzlcrisch verbildet sind. Neuer Beweis für diese alte Tatsache ist die Haltung des B e r- bandsblattesdcrdcutschen Berg- bauangestellten Mrube und Hütte" zum neuen Grubeninspek» tionSgesetz, dessen doch kaum bezweifelbare Bedeutung von diesen Kategorien angefochten und diskreditiert wird. Warum? Weil— so heißt's in den: genannten Blatt—„den Bergbau- ange stcl l t c n im Rahmen des gesamten In- spektionsdiekistcs überhaupt keine B e- f u g n i s s e eingeräumt, vielmehr nur Der- p f l i ch t u n g c n auferlegt worden sind". Man braucht kein Bergbaufachmann, sondern nur mit gesunden Sinnen begabt zu sein, um zu crkcn- neu, daß dieser angebliche Mangel des Gesetzes, den diese seltsame Gclverkschaftszcitung als sein „hervorragendstes Merkmal" bezeichnet, gar feiner ist, denn weder„Grube und Hütte"»och sonst jemand vermöchte anzugcben, welche Befug-! l niste die Angestellten in einem Jnspcktionsdienst haben sollten, zu dem Arbeiter fiir Arbeiter eingesetzt sind. Und hinwiederum ist. eS völlig un- wahr, daß das Gesetz den Angestellten irgend- welche Verpflichtungen auferlegt. Warum also dieser Angriff? Um durch den Vorwurf der „Einscitigklit" ein Gesetz zu diskutieren und zu disqualifizieren, auf das die Bergarbeiter jahrelang warteten und das ihnen, jetzt endlich unter einen: deutschen sozialdemokratischen Arbciten- ministcr zuteil wurde? Oder un: jenen Angestoll- ton, die ohnehin nicht, nur nie freigewerkschaftlich und proletarisch denken gelernt haben, sondern nicht einmal zum primitivsten GercchtigkcitS- und McilschlichkcitSgefühl erzogen wurden, einzu- roden, daß ihre„Belange" selbstverständlich vor- kürzt werden, wem: Arbeite rforderungcn verwirklicht werden? Wer die Einstellung dieser Menschen nicht kennt, würde eS ja unglaublich inden, daß Bcrgbauangestclltcn überhaupt an einen: Gesetz etwas zu mäkeln haben, das zur Erleichterung des furchtbaren Loses und der stündlichen Gefahren der Bergarbeiter geschaffen wurde! Aber so sieht eS in Gehirn und Herzen dieser Menschen aus, denen cingercdet wird, daß sic und nur sie das Deutschtum am besten zu vor- treten wüßten, so ist'S bestellt um die„Volksge- niciiischaftS"-Gcdanken dieser Kategorien,, von denen noch nicht ganz fcststcht, wie sie ihr hundertprozentiges Deutschtum zwischen Hitlcrbegei- stcrung und Hcnleinrummel aufteilcn werden. Der Arbeiter und sein Leben— das langt ge- rade zu einer Phrase in der Versammlung. In der Praxis verbinden diese Herren mit ihtn nur „Befugnisse".... Auf den: Relsonschncht wurde Donnerstag ein neuer Grubenabschnitt erschlossen. ES wurde in daü sogenannte Judcnfriedhof-Revier vor- gcstohen. Der Streckengewinn beträgt über 1000 Meter. Die Strecken sind verhältnismäßig gut erhalten. Die Holzzinunerung steht fast durchwegs. Bei den GetvältigungSarbeiten stieß n:an auf die Leiche des 52jährigen verheirateten Zimmer- Häuers Franz Vyborni aus Herrlich. Sie wurde geborgen und auf den Osscker Friedhof gebracht. In der in diesen: Revier gelegenen Seilbahnstrecke fand man Deckennachfälle bis zu 3 Meter Höhe sowie Spuren eines lokalen Brandes, der nach der seinerzeitigen Absperrung erstickt ist. Andere Anzeichen von Brandgefahr wurden nicht beobachtet. Die Temperatur betrug aber trotz der bereits hergestellten Wetterführung noch immer 35 Grad Celsius.. Trnutenaner Auto bei Traun verunglückt. Donnerstag vormittags stieß an der Straßenkreuzung der Salzburger Bundes- und Grenztalstraße bei Traun das Pcrfoncnautonwbil des Notars Dr. Hubert S v i t i l aus Trautenau mit einem Postautobus zusannnen, der 27 Musiker der Deutschmeister-Kapelle aus Wien beförderte. Beide Krafttvagen wurden schwer beschädigt und- mußten abgeschleppt werden. Dr. Svitil erlitt bei dem Unfälle Verletzungen an der Stirne, seine Gattin schwere Schnittlvnnden am Halse und im Gesicht. Die Insassen des Autvbns blieben unverletzt. Frau Svitil, die nach Linz überführt wurde, mußte sich einer Operation unterziehen. Ihr Zustand ist infolge des großen Blutverlustes bedenklich. Bier Sorten Messezigaretten. Die tschechoslowakische Tabakregie bereitete für die Prager Herbst-Mustermesse vier Zigarettensorten vor, und zwar zwei Sorten zu 30 und 35 Heller pro Stück in Packungen zu 10 und 20 Stück, die dritte Sorte zu 40 Hellern pro Stück in Packungen zu 20 Stück und die vierte Sorte zu 45 Heller pro Stück in Dlechpackuugen zu 20 Stück. Außerdem werden zwei Z i g a r r e n s o r t e n in Packungen zu fünf Stück zum Preise von 5 KL und 3.50 KL pro fünf Stück auögcgeben. Briefe an die tschechoslowakische Gesandtschaft in Brasilien. Das Ministerium des Aeutzern gibt bekannt: In: Hinblick darauf, daß die tschechoslowakische Gesandtschaft in Rio de Janeiro ständig Briefe, unvollständig adressiert oder mit Anschriften der frühere«: Adresse, des genannten Amtes erhält, wodurch sich die Einhändignng der Korrespondenz, verzögert, macht daü Ministerium des Aeutzern abermals darauf ansmqrksam, daß die gegenwärtige Adresse der Gesandtschaft lautet: LLgation de la Republique Tschöcoslovaque, Rua Farani, 05, Rio de Janeiro, Brözil. Vom Rundfunk «nqtfehtenaxrtea mm de» Programm« TamStag Prag, Sender L.: 6: Ghmnastik. 10.20: Deutsch« Nachrichteir. 10.80: Tschechische Opernmnsik aus Schallplatte». 12.30 bis 18.80: Konzert des Salon- orchestcrö SOS. 16.15: Konzert. 18: Arbeitersendung: I. Münzer: Die internationale Situation.. 18.16 bis 18.65: Deutsche Sendung: Hallo, hier Welle Egerland. 19.25: Konzert des 5. Jnf.- Reg. 22.15: Tanzmusik.— Sender S.: 14.20 bis 15: Deutsche Sendung: E. Janctschck: Musikalische Zeitgeschichte mit Schallplatte«.— Brünn: 17.45: Deutsche Sendung: Lieder aus der Goethe-Zeit.— Mährisch- Ostrau: 18: Arbeitersendung: Ccrvenka: Die Intelligenz und Arbeiterschaft. 22.80: Orchestcrkonzert.— Bratislava: 17.55: A rbei- tersendung. 19.25: Populäres Konzert. UngüNib größter Rundfunksender Die größte und modernste englische Rundfunkstation Droittvich, die den Langlvcllcnscndcr Daventry erseht, tritt wahrscheinlich am 6. September l. I. in Tätigkeit. Droittvich ist sechsmal stärker als der bisherige Langwellenscnder Daventry. und wird mit einer Energie von 150 IW arbeiten. . Deutsche Technische Hochschule in Prag. Die Einschreibungen für daS Studicniahr 1984/85 finden in der Zeit vom 24. September bis 8. Oktober statt, und zwar in nachstehender Reihenfolge: Reu eintretende Hörer(Inländer) an: 24. und 26. September, bereits immatrikulierte Studierende(Inländer wie Ausländer) vom 28. September bis 6. Oktober, und zivar in alphabetischer Ordnung, die am schwarzen Brette der Hochschule kundgemacht wird, sttcu eintrctende Ausländer an: 6. und 8. Oktober. Die AnfnahmSprüfungc>: aus der Darstellenden Geometrie und den« Freihandzeichnen für absolvierte G«)mnasiasten werden für Inländer am 24. Scpteinbcr rind für Ausländer am 0. Oktober l. I. vor der Einschreibung bei den betreffende«: Lehrkanzeln im Hauptgebäude. HnSgasse, abgehalten. Die Vorlesungen beginnen am 1. Oktober. DaS Pro- granrm(1. und 2. Teil) wird nur gegen Voreinsendung von 17 KL(Ausland 19 KL) gesandt. Wanderfahrt in die Marocha, mährischen Karst, zum Besuche der berühmten Tropfsteinhöhlen(Weltwunder) führt der Touristenverein„Die Natur« freunde" in der Zeit vom 8. bis 10. September, Besichtigt werden die Katharinenhöhle, die Punkwa« höhle, die Masarykhöhle, ferner die Slouperhöhlen, schließlich die Sehenswürdigkeiten der Stadt Brünn und die Spielbergkasematten. Die Reisekosten für Naturfreunde-Mitglieder betrage«: KL 250. Darin sind einbezogen: Fahrten(Schnellzüge 50 Prozent), Rächtigung, zwei Abendessen, Mittagstisch, Frühstück, Einlaßkarten, Führung, VerbindungSautobus, Unfallversicherung und Trinkgelder. Ohne Fahrten (für Eisenbahner) jedoch einschließlich des Vcrbin- dungS-AutobuS, betragen die Reisekosten KL 110, für Nichtmitglieder KL 125. Anmeldungen, Auskünfte und Sonderprospekte kostenlos durch die Geschäftsstelle des Touristenvereines„Die Naturfreunde" Aussig, a. E., Marktplatz 11, Telephon Nr .8088..Enyelsahrer(Vereinsmitglieder) erhalten ermäßigte Einlaßkarten beim Wg. Johann KundeliuS, Brünn, Bratislavfka Nr. 89. Hauptfaisonfchluß in Karlsbad. Die Kurverwaltung Karlsbad teilt mit: Mit 81. August 1984 werden für dieses Jahr eingestellt: der Flugverkehr auf allen Karlsbad berührenden Linien(Marienbad —Karlsbad—Prag, Marienbad—Karlsbad—Chemnitz—Halle—Leipzig und umgekehrt); der Verkehr der D-Züge 65/68 Karlsbad—Dresden—Berlin und umgekehrt; der Verkehr der direkten Schnellzüge 48/44 Karlsbad—Prag—Budapest—Belgrad—Bukarest und umgekehrt. Auf der Strecke Karlsbad- Dresden—Berlin verkehren in der Zeit vom 1. bis 80. September 1984 direkte Wagen 1., 2. und 8. Klaffe: 7.88 wb Karlsbad, 12.21 an Dresden, 15.07 an Berlin und 18.55 ab Berlin. 16.11 an Dresden. 21.04 an Karlsbad. Diese direkten Wagen sind insbesondere für die westböhmischen Kurorte wegen der reichsdeutschen Gästebesuches in der Nachsaison von besonderer Wichtigkeit. Der Wiener Schnellzug, der Orient-Expreß und die Warschauer Wagengarnitur verkehren noch bis gegen Ende September 1984. Rene Straße im Riesengebirge. Dieser Tag« wurde im Riesengebirge eine wichtige Strotzender« bindung dem Betrieb übergebe». Die neue Straße Schwarzental— H ofsma n n Sbaude, die bereits in einigen Landkarten eingczeichnet wurde, verkürzt die Strecke von Hohenelbe nach Johannisbad um fast 20 Kilometer, so daß es zun« Beispiel möglich sein wird, Johannisbad von Prag aus in der gleichen Zeit wie Spindlermühle zu erreichen. Der Vorteil dieser Straße zeigte sich schon am letzten Sonntag, an welchem Tage über 69 Motorfahrzeuge gezählt, wurden, die sie benützten. Es bedeutet qlso diese Straßenverbindung außer einen Vorteil für den Verkehr mit Motorfahrzeugen auch eine Unterstützung des Touristen« und Fremdenverkehres und wird dadurch zu einem bedeutsamen volkswirtschaftlichen Faktor im östlichen Teile des Riesengebirges. Rach de« Herbftfahrplan der staatlichen Acre, linien bleibt in der Zest vom 1. September bis 81« Oktober nur die Linie Prag—Brünn—Preßburg— Kaschau—Ujhorod in Betrieb. Die Linien Prag— Suöak, Prag—Klausenburg—Bukarest und Prag- Karlsbad—Marienbad werden int Herbst ausgelassen. Paris— Moskau. Am Donnerstag wurde die direkte Telephonverbindung zwischen Paris und Moskau eröffnet. Erbt» gesucht! In den Bereinigte» Staaten von Amerika starb am 25. Mai 1982 Josef Cerney(oder Cerny), geboren wahrscheinlich in Böhmen. Er starb im Alter von 44 Jahren. In den Vereinigten Staaten lebte« 82 Jähre; er war ledig. Sofern es Verwandte bei Verstorbenen gibt und sie ihre Erbansprüche geltend machen wollten, mögen sie sich schriftlich in der Kanzlei von Dr, Viktor Polakk. Prag II M Skolstt ft mdfco. Da» StaAttheater in Aussig, da» aut Seite feine» 25j3|rigen BestaudojubiiSum» rüstet Kr?03 Die Beschleunig«»» von Zügen und di« Verkehrssicherheit. DaS Eisenbahnministerium be- Wftigt sich in einer offiziellen Auslassung mit dm Meldungen einiger Prager Blätter, die von dm ungünstigen Folgen der Vergrößerung der Zugsgeschwindigkeit auf unseren Bahnen zu berichten wußten. DaS Ministerium macht darauf auf» merksam, daß bei der Ausarbeitung der Fahr» plane die Eisenbahnverwaltung immer Daraus achtet, daß die Geschwindigkeit nur in einem Maße erhöht wird, wie es der Stand der Strecke und de» Wagenparkes erlaubt. Zu Verspätung von Zügen kommt es unter außergewöhnlichen Ber« hältnissen, hauptsächlich beim Andrang des Publi» lums anläßlich der Rückkehr aus den Ferien und bei der gleichzeitigen größeren Gepäck» und Eil» gutbeförderung, was eine Verstärkung der Zugs» garnituren und damit auch eine Vergrößerung de» ZugsgewichtcS zur Folge hat. Außerdem ist die Fahrt auf einigen Strecken durch umfangreiche Erhaltung»« und Erneuerungsarbeiten verlang» samt. Trotz diesen Schwierigkeiten, die sich namentlich in der sommerlichen Reisezeit bei allen Bahnen zeigen, sind größere Zug-Verspätungen bei unS nur AuSnahmSfälle. Die Eisenbahnvcrwal« tung verfolgt sorgfältig alle Zug-Verspätungen, namentlich bei Schnellzügen, überprüft ihre Ursachen und trifft dann die notwendigen Maßnah» mm, so zum Beispiel auch Abänderungen der Fahrpläne. Die Staatsverwaltung sucht dxm be» greislichen Interesse des reisenden Publikums nach schneller Beförderung möglichst entgegen zu kom» men, wobei allerdings die volle Verkehrssicherheit erhalten bleiben muh. Unvermeidliche und nicht durch das Personal verschuldete ZugSverspätungen werden dem Personal keineswegs vorgehalten, und selbstverständlich wird auch von keinem Angestell» ten eine Ueberschreitung der zulässigen Fahrt» geschwindigkeit verlangt, wie daS einzelne Blätter behaupten. Die Rücksicht auf die Sicherheit des Verkehres ist der oberste Grundsatz der Eisenbahn« terwaltung, den sie immer und in allem befolgt und eS ist daher absolut kein Grund zur Beunruhigung der Bevölkerung durch Meldungen ge» geben, die auf unrichtigen Informationen beruhen. Schachmeister Mehr spielte am Mittwoch in Lad Luhaöoviee eine Simultanpartie gegen 28 Spieler aus den Reihen der Kurgäste sowie der Schachspieler aus Ungarisch-Brod. Die Partie verfolgten etwa 1000 Zuschauer. Nach zweieinviertel- stündigem Spiel gewann Flohr 27 Partien und re» misierte eine. Ei« Erich Mühsam-FondS. Der Schutzver* band Deutscher Schriftsteller, Sektion Frankreich, hat einen Erich Mühsam-Fonds geschaffen zur Rettung der eingekerkerten Schriftsteller Deutschlands, zur Unterstützung ihrer Frauen und Kin» der und her Witwen und Waisen der. Getöteten, idem Komitee sind.in oen letzten.Eääcn besonders alarmierende Nachrichten über Behandlung amd Zustand der Schriftsteller Klaus Neukrantz, Earl von Ossietzky, Dr. Theo Neubauer und Ludwig Renn zugekommen, die in krassem Gegensatz zu den der englischen Oeffentlichkeit gegebenen Zn» skcherungen des Hitlerschen Pressechefs Hanfstängl stehen. Dem Erich Mühsam-Fonds haben sich bereits eine Reihe der bekanntesten literarischen Persönlichkeiten Europas und Amerikas zur Ber» fiigung gestellt, in deren Namen das Schrifttum der ganzen Welt zur Befreiung der deutschen Schriftsteller aus den Konzentrationslagern und Kerkern aufgerufen wird. Di« Urverlebenden der Himalajaexpedttion in Kalkutta. Sieben Mitglieder der deutschen Nanga-Parbat-Expedition trafen einer Reutermeldung zufolge am Donnerstag mit vier Trägern in Kalkutta ein. Der Führer Fritz Bechthold erklärte, daß die Expedition aus Gesundheit»« gründen beabsichtige, nach dem annähernd 2000 Meter hoch gelegenem Darjeeling in der Nähe des Everest zu reisen. Bon dort werde die Reise nach Bombay gehen. Die Abfahrt nach Deutschland zu Schiff sei für den 6. September geplant. Bechthold habe auch mitgeteilt, daß, falls die Ber« Handlungen mit der indischen Regierung zum Abschluß gelangen, die Expedition in anderthalb Jahren nach Indien zurückkehren werde, um einen neuen Berluch der Ersteigung des Nanga-Parbat zu unternehmen. Oeffrntlichr Hinrichtung eine» bulgarischen Räuber». Donnerstag früh wurde bei der Stadt PetriL in Bulgarisch-Mazedonien unter großer Beteiligung des Publikums auf einen öffentlichen Platz der gefürchtete Räuber C h r i st o w gehenkt, der im Mai 1228 zusammen mit fünf an» deren Räubern einen Bauern in. Mazedonien ermordet und beraubt, ihm sodann den Kopf ab geschnitten und an einem Baum an der Straß« aufgehängt hatte. Zwei weitere Personen wurden damals schwer verletzt. Im griechischen Außenministerium wurde «ine Veruntreuung in Höhe von etwa zehn Millionen Drachmen aufgedeckt. Es handelt sich dabei meist um Gelder, die von zahlreichen im Auslande lebenden griechischen Staatsangehörigen durch Vermittlung der Konsulate ihren verwandten ge» schickt worden waren. Ein höherer Ministerialbeamter beging im Zusammenbang mit dieser Affäre Selbstmord, sein vermögen wurde be» schlagnahmt. Die Geschädigten werden durch den Staat entschädigt werden. Anlässlich dr» 10V. Jahrestage» de» Tode» Puschkin» im Jahre 1287 wird der Zentral-Exekutiv« ausschuß der SSSR einen Puschkin-Ausschuß unter dem Vorsitze Maxim Gorki» und unter Beteiligung einiger Regierungsmitglieder, Akademiker, Schriftsteller, Dichter und Künstler gründen. Der Puschkin- Ausschuß wird damit betraut werden, Maßnahmen zur Popularisierung der Werke Puschkin» zu treffen. Freitag, 81. August 1884 Sette.» Forderungen der freigewerkschaftlichen Metallarbeiter Für die 40-Stundenwoche—(Segen soziale Verschlechterungen Der erweiterte BerbandSvorstand de» Inter» nationalen Metallarbeiterverbandes tagte am 18. und 12. August in Eger. Er faßte seine Be» ratungen in zwei Resolutionen zusammen, in denen e» heißt: »Der BerbandSvorstand begrüß» die Jnitia- twe der Regierung, besonder! de! Ministerium! für soziale Fürsorge in dieser Richtung und erwartet, daß die Forderung der Arbeiterschaft nach der 4V,Stundenwoche unter B e- rücksichtignng der wünsch«, der Arbeiterschaft erfüllt wird. Der BerbandSvorstand verurteilt aber die Haltnng de! Unternehmertums, welch«! stch gegen diese«ich» nur sozial, sondern auch wirtschaftlich berechtigte Forderung der Arbeiterschaft stellt. Im Jnlande selbst erklären sie immer, daß ein« solche Reform au» Konkurrenzrücksichten nicht in unserem Staate allein durchgrsührt werden könne, sinder« international erfolgen muß. Al» jedoch im heurigen Sommer sich die international« Konferenz dr» I. A. A. mit dem Vorschläge de» Amte» aus Durch- führung der 40-Stundenwoche in allen Staaten beschäftigte, da waren e» di« Unternehmer, welche dagegen Stellung«ahmen«nd di« Beschlußfassung sabotierten. Der BerbandSvorstand fordert die Metallarbeiter auf, überall in den Betrieben für die B e r. lürzung der Arbeitszeit einzutreten«nd zu trachten, sie im Einvernehmen mit der Organisation aus dem Vertrag»- weg« durchzuführen. Die sozialpolitische Resolutton besagt: Den freien Gewerkschaften»nd den sozialdemokratischen Parteien war r»«»glich, ein« Reih« sozialpolitischer Gesetze und Verordnungen durchzusetzen. Di« Novellierung dr» 8 82 der G.-O., da» Betriebs st illegungSgesetz, da» Gesetz über de» Schutz der Kollektiv» v« r t r ä g e u. a. m. find Erfolge zäher Arbeit der Arbeiterorganisationen. Leider war e» nicht möglich, alle Forderungen der Arbeiterschaft durch, zusetzen, so daß aach di« geschossenen sozialpolitischen Maßnahmen wesentlich« Mängel answeisrn. Insbesondere ist e» das Sozialversiche- r» n g» g e s e tz, da» schwer« Schädigungen für die Arbeiterschaft enthält. Wohl Nmrdr die Alterbund Jnvaliditätbverstcherung»rdrntrnd verteffert, doch wiegen diese Brrbesierungen die Verschlechte» rungrn der Krankenversicherung nicht aus. Der rrweiteretr BerbandSvorstand p r o t«. stiert gegen diese Berschlech, t« r«» g r n der Krankenversiche- r u n g und verlangt, daß die Aenderunge« dr» SozlalvrrsichrrungSgesetze» im Sinne der Vorschläge der freien Arwrrkschasten und der sozial- demokratische» Parteien vorgenommen wird. Gleichzrittg erhebt er neuerlichen Protest gegen die Berschlechterungen der ArbeitSlosennnter- stütznng«nd fordert dirwirderherstel, lang de r frühere« Bestimmungen. Die Resolution fordert abschließend den Ausbau des Jugendschutzes und die gesetzliche Regelung der Arbeitsvermittlung. Die letzten Hopfenpflücker kehren heim Ungleichmäßige Ergebniffe der Pflücke— Schlechter Verdienst Die Hopfenplücke war seit altersher und ganz besonders in diesen Notzeiten eine Hoffnung für viele Tausende notleidender Menschen. Wie all« jährlich, so ergoß sich auch heuer eii» Strom Ar« beitsuchender über das Hopfenland zwischen Saaz und Rakonitz, zwischen Laun und Auscha. Zeitiger als sonst hat in diesem sonderbaren Jahr 1284 die Völkerwanderung ins Hopfengebiet eingesetzt; viel zeitiger als sonst ist auch die heurige Pflücke beendet. Ganz allgemein war das Erntejahr 1284«in JahiL der vorzeitigen Reift und«in Jahr der sonderbarsten Widersprüche/Die fruchtbarsten Getreidegegenden melden Mißernten — und in den Notgebieten de» böhmisch-mährischen Hügellandes, der südböhmischen Hochebene, de» schlesischen Hochlande» u. a. ist das Getreide aufS beste gediehen. Strichweise ist seit Frühlingsbeginn kein Regentropfen gefallen und in den Nachbargebieten gab es hinreichend Niederschläge. Auch der Hopfen ist den sonderbaren Weiterlaunen dieses Jahres unterworfen gewesen. Auch hier machte sich gübietweise eine Frühreife geltend, die die vorzeitige Aufbietung von Pflük« kern notwendig machte. Um Wochen früher al» sonst üblich, begann hier und dort die Pflücke. Heute ist sie im wesentlichen beendet und die letz« ten Pflückerpariien kehren bereits in ihre Heimat zurück. Wir haben uns bei einigen dieser letzten Heimkehrer nach ihren Erfahrungen erkundigt. Sie erzählen uns, daß der Großteil der Pflückerarmee schon lange abgegangen ist. DaS Ergebnis der Pflücke war sehr verschieden. Noch nie waren auf kleinem Raum so große Unterschiede im Ertrag, loie in diesem Jahre. Ein alter slowakischer Pflücker, der seit vielen Jahren inS Hopfenland fährt und etwas von der Sache versteht, erklärt kopfschüttelnd, er habe noch niemals eine solche ungleichmäßige Pflücke mitgemacht. .Und der Verdienst der Pflük-, teil.«i r■-■■■■?'■—.■ Dieser schwankt natürlich nach dem Ertrag des bearbeiteten Hopfengartens, denn die Entlohnung erfolgt nach der gepflückten Menge. ES ist Akkordarbeit im strengsten Sinne dcS Wort«». Im Durchschnitt genommen scheint aber da» heurige Jahr noch schlechter gewesen z.u sein al» das l e tz t e, das zwar den Hopfenbauern und»Händlern gute Verdienste abwarf, nicht aber den Pflückern. Wie uns die Pflücker erzählen, haben die wenigsten Partien einen nennenswerten Verdienst Heimtragen können und eS ist bezeichnend, daß die Pflücker vielfach gar nicht erst das Fest abwarteten, mit dem traditionsgemäß die Pflücke zu schließen habe, sondern vorher mit den wenigen verdienten Kronen die Heimreise antraten. Und da» will etwa» besagen, denn dieses altüberlieferte Fest des Hopfenkranzes hätte sich fönst kein richtiger Hopfenpflücker entgehen lassen. Bg. VoWM Ul NM Rohölförderung in der Tschechoslowakei und in der Welt Die Förderung von Rohnaphtha erfolgt in der Tschechoslowakei größtenteils in den SiaaiSgru- ben von Kbcly und in den Gruben der Mineralraffinerie Apollo(Sitz Pretzburg). Die, Gesamtförderung betrug: 1930 . W W W. 0 22.795 Tonnen 1081 W a 8 20.000 Tonnen 1982 ' 0 ■ W• 18.493 Tonnen 1938 • 17.776 Tonnen Der Wert der Rohölfürderung im vorigen Jahre beträgt 10.8 Millionen Kronen. Die bisher höchste Förderungsziffer ist die de» Jahre» 1232, im Jahre 1226 wurden 22.188 Tonnen Rohöl gewonnen. 1214 konnten auf dem Gebiete der heutigen Tschechoslowakei nut 1622 Tonnen gefördert werden. Die Produktiv» beträgt demnach, obwohl st« seit 1280 im Rückgang ist» noch immer«ehr als elf«al soviel wie 1214. In der Weltgewinnung von Erdöl nimmt di« Tschechoslowakei allerdings nur einen ganz bescheidenen Platz ein. Denn di» Weltgewinnung wird für 1282 mit 182.8 Millionen Tonnen angegeben; für 1288 liegen die endgültig»» Ziffern noch nicht vor. Die nachstehenden bedeutendsten Länder der Rohölgrwinnung melden für 1282 folgende Förderungsmengen;‘ USA..,.. 127,122,220 Tonnen Mexiko.,,. 4,208.222 Tonnen Venezuela., Columbien., Persien.«. Irak.... Nieder!.-Indien Britisch» Indien Rußland.. Rumänien.. 17,285.022 Tonnen 2.844.222 Tonnen 6.513.222 Tonnen 122.222 Tonnen 8,155.002 Tonnen 1.587.222 Tonnen 21,826.220 Tonnen 7,850.002 Tonnen In Europa ist, steht man von Rußland ab, Rumänien das einzige Land mit einer bedeutenden Erdölförderung, die es übrigens seit 1928 beinahe verdreifachen konnte. Ihre Entwicklung ist in den einzelnen Ländern recht verschieden: Die Bereinigten Staaten konnten 1982 den Stand von 1926 behaupten, während sie in Mexiko auf ein Drittel der Förderung von 1926 gesunken ist. Rußland weist 1982 im vergleich zu 1926«ine Steigerung um 180 Prozent auf. In dem gleichen Zeitraum konnte auch Deutschland seine Erdölproduktion von 98.000 auf 230.000 Tonnen vermehren. Während da» tschechoslowakische Rohöl höchsten» 15 Prozent de» gesamten Konsums motorischer Brennstoffe im Staate decken kann, ist in der Wett «in Zuviel an Erdöl vorhanden! Leipziger Messe verfällt Rotschrei der Handelskammer. Leipzig, 29. August.(Jnpreß.) Die Leipziger, Herbstmesse ist von 188 Ausländern gegenüber, 278 Ausländern im Vorjahr beschickt wor» den; das bedeutet einen Rückgang um ein Drittel. Die Zahl der ausländischen Besucher betrug im Jahre 1982 etwa 15.200, sie beträgt diesmal nur 4000. Das Drewettsdenkmal am Schipka-Patz . Aus Sofia wird berichtet:.Die Gemeindevertretung des Dorfes Schipka, der alle Ländereien um den Schipkapaß gehören, wo in diesen Tagen das bulgarische FreihcitSbenlmal enthüllt wurde, hat beschlossen, den Berg St. Nikola und alle anderen Berge dem Staat zu schenken. Auf diesen Grundstücken soll ein großer Nationalpark geschaffen werden. Es sollen dort die militärischen Schanzen und Positionen geschaffen werden, so wie sie nach Beendigung der Kämpfe zwischen der russischen und türlischen Armee im Jahre 1877 bestanden haben.— Die Feierlichkeiten anläßlich der Enthüllung des FreiheitSdenkmaleS, die jetzt erst zu Ende gingen, waren die größten nationalen Manifestationen seit der Befreiung Bulgarien». Ungeheure Menschenmassen trafen mit Extrazügen, in überfüllten Autobussen, in Automobilen, mit Pferdefuhrlvcrken und Ochsenkarren ein. AuS allen Teilen Bulgariens kamen ungefähr 100.020 Menschen zusammen, die an den Berghängen in der Nähe des SchipkapasseS lagerten. Abends war da» Lager von tausenden von Lagerfeuern, Reflektoren und Leuchtraketen erhellt. Biele Pilger legten den weiten Weg, oft Hunderte von Kilo- Metern, zu Fußzuvück^.■•-,5•., Ä Nach einem Bericht der„Frankfurter Zeitung" beschränkte sich daS Geschäft in Porzellan meist auf Musterbestcllungcn; Abschlüsse in- Fein- Keramik, und Fein-Steingut-wurden fast ausschließlich für da» Inland getätigt; in Glaswaren wurden bisher nur wenige Aufträge erteilt; in Lederwaren entwickelte sich daS Geschäft meist, nur langsam. DaS Geschäft in Christbaumschmuck liegt sehr darnieder; der Export fehlt fast ganz. Weiter sagt das Blatt, daß die deutsche Spielwarenindustrie besonder» stark. den japanischen- Wettbewerb zu spüren hat; das Exportgeschäft sei sehr vermindert. Abschlüsse in Spielwaren seien kaum zu verzeichnen. Die Bijouterie» Ivaren-Jndustrie in Obcrstein-Jdar klage über starken Exportrückgang. Selbst im Inland mache die Gablonzer Industrie der einheimischen den Absatz streitig. Der allgemeine verfall der Leipziger Messe wird von dem Frankfurter Organ der I. G. Farbenindustrie wie folgt vorsichtig umschrieben:„Die dem Besucher sofort ausfällige Veränderung des McssebildeS auf dem technischen Gelände zeigt sich in einer strafferen räumlichen Zusammenfassung der Aussteller. Die Firmen sind außer auf ein umfangreiches Beigelände nur noch auf drei Hallen verteilt." Die Leipziger Handelskammer hat der Reichsregierung eine Denkschrift übermittelt, in der auf die katastrophale Lage de» Verlagswesens aufmerksam gemacht wird. In dieser Denkschrift wird u. a. betont, daß allein in Leipzig seit dem 80. Jänner 1988 nicht weniger als 62 Zeitschriften zu existteren aufgehört haben. Schulbücher erscheinen nur noch unregelmäßig. Die Verlag»- Häuser machen eine sehr ernste Krise durch. In der Denkschrift wird eine„Erhöhung desi Budgets für kulturelle Zwecke bis zur früheren Höhe" vorgeschlagen; außerdem wird gebeten, von einer weiteren Liquidation und Zusammenlegung von Zeitschriften Abstand zu nehmen. Auch da» regelmäßige Erscheinen von Handbüchern müsse sichergestellt werden.;>k Rom Luxemburg: Briefe aus dem Gefängnis 94 Beiten, broschiert mit farbigem Schutzumschlag Kt 6.— Zentralstelle für das blldungswesen Prag XII., SlezskS 11 WWWWWWWWW PRAGER ZEITUNG Ans der Partei mife* Film Spott• Spiel• Körperpflege Kunst und Wissen Sonntag keine Wanderungen Partei-Ordner. Samstag, den 1. September, Fahrt nach Schelesen. Pflichtbeteiligung. Zusammen» kunft 14.20 Uhr Wilsonbahnhof, Fahrt bis Mclnik, Spätere Züge Denisbahnhof 17.11 Uhr, Wilsonbahn- Hof 10.08, 20.85 Uhr. Wanderung am Tvnntag, den 2. September. DaS Ziel unserer Wanderung ist die S k a l k ä. Treffpunkt um acht Uhr früh beim Smichover Bahn» Hof. Fahrtspesen 8 KL. Seid pünktlich und kommet recht zahlreich! bearbeitnng;„Das kleine CafL";„Mär- chen im Grandhotel".— HansÄeorg Schick wurde als Chordirektor, Frib Rieger als erster Operettcnkapellmeister verpflichtet. Beide gehören dem Deutsche»« Theater schon seit niehreren Jahren an.— Ausgabe der Plätze für bisherige A b o n n e n t e n ab heute, bis Mittwoch, den ö. September. Begin«« des neuen Abonnenients bereits 80. September I Tas Abonnement gewährt, ebenso wie bisher, gegenüber den Kassenpreisen eine Ermässigung bis zu 65 Prozent. .„, Prachlvollo NalurauliiaKnien. Hanna Ralph, LannS B-MGaadcn, Krlv Rasp in den Hauptrollen. Bom Prager Deutsche« Theater. Hans Sass- mann, der erfolgreiche Bearbeiter von SchurekS „Strassenmusik", bearbeitet gegenwärtig Hinrichs „Krach u m I o l a n t h e" und Müller-Schlössers „S ch n e i d e r W i b b e l". Beide Werke sollen in der Sassmann'schen Bearbeitung am Deutschen Theater gespielt werden.— Die ersten Operettennovi- täten:„Der Vogelhändler" in der Neu- Deutscher Kindergarten in Prag XU., Weinberge, Fochova-5. Einschreibungen ab 3. September täglich von 9 bis 12 Uhr. Ein nrueS UnterknuftShauö im Erzgebirge. Bom PcrkehrSverein Komotau tvird miigeteilt: In K l e r n h a n, einer schönen und gesundheitlich sel-r wertvollen Sommerfrische und ebensolchem Winter- sportgebict, hat der Metallarbeitervcrband, Sitz Ko- motau, ein Iugendhei m geschaffen. Es liegt in 920 Meter Seehohe am Kammlvege des Erzgebirges zwischen Katharinaberg und Kallich, gehört zum Ortsgcbiete Kleinhan und ist sowohl im Sommer als auch im Winter ein sehr angenehnier Aufenthaltsort. Wenn auch das neue Jugendheim vor- nchnilich der Meiallarbeiter-Jugend als UnterknnftS- haus und für Schulzwecke dienen soll, so werden dennoch auch andere Wanderer und Ausflügler in diesen landschaftlich krönen ErzgebirgSablchnitt kommen, die dieses überaus saubere und gut geleitete Heim als UnterkunftShauS für kurze und auch längere Zeit benützen können. Für bett TageSaufent- halt und für die Nächtigung eignet sich das Hein« vorzüglich. Das i«eue Jugendheiin erfüllt alle Aufgaben einer der Jetztzeit entsprechende«« NnterkunftS- hütte. Es möge daher von den Wanderern, von allen Freunden«»nd Freundinne«« unseres Erzgebirges recht oft benützt werden. Nähere Auskünkle direkt durch das Metallarbeiter-Jugendheim in Kleinhan Nr. 32, Post Katharinaberg, oder beim DeickehrSverein Komotau. zu einer Hakenkreuzdemonstration braucht wurde. Der Schauspieler Einverständnis, auf jedes Honorar zu verzichten und arme Kinder als Gäste einzuladen,«vurde eingeholt. Die armen Kinder waren auch erschienen; aber sie waren nicht eingeladen, sie"waren„aufgcfordert", so dast die Kasse immerhin eine Einnahme von achtzehntausend KL ausweisen konnte. Obwohl die Verträge die Möglichkeit vorschcn. m» Festspiele bei guter Beteiligung bis zum zwölften August stattfinden zu lasten, fand die letzte Vorstellung am 29. Juli statt. Der Besuch war mehr als gut. Die schlechteste Einnahme war nicht unter vierzigtausend KL. die Spesen der Vorstellung betrugen zehntausend KL plus Galten für die Darsteller. Da am 22. Juli siedenzigtausend KL und a«n 29. Juli sogar achtzigtausend KL in der Kaffe waren, beschlossen die Schauspieler auf Veranlassung einiger enga- gcincntsloser tschechoslowakischer Künstler auf Teilung zu spielen. Der Grund, die Festspiele abzubrechen, lag einzig und allein darin, dast der FestspielapSschust— auf Urlaub gehen wollte. Mit nicht zu übertreffendem ZhniSmuS gab der Fachlehrer Löbl zu,„am dreißigsten gehen wir auf Urla««b; damit sind die Festspiele beendet." Dast es zu keiner„Arbeitsgemeinschaft" kam, lvar nicht die Schuld der Schauspieler, die nur zu gern weiter gespielt hätten. Herr Zerner, der vom FestspieläuSschust noch als einziger in Eger geblieben war. erklärt« der Abordnnng der Schauspieler wörtlich:„wir haben ein Interesse daran, abzubrechen, und denken nicht daran, Bestuhlung und Bühne zur Verfügung zu stellen". Und wir habe«« ein Interesse daran, zu erfahren, ob cS lvciter so bleiben soll, dast Künstler des Dritten Reiches die Arbeitserlaubnis erteilt werden soll, tuen» sie durchaus überflüssig ist, da unsere Schauspieler die gleichen künstlerischen Leistungen bieten dürften. Bezirksorganisation Prag Die BezirkSorganisation ersucht alle Genossen und Ge>«ossi>«ncn, an dem heute stattfindenden Begräbnis des Genossen Dr. Armin Klein teilzunehmen. Die Mitglieder der Bezirksorganisation versammeln sich um 3 Uhr bei der Zentralausbahrungöhalle des Wolschaner Friedhofes. Urania-Kino, Kllmenlski 4. Fernsprecher«1623. Ab Krtltan: „Der sündige Hof' Der Film Ein richtiger Junge ES wäre leicht, diesem amerikanischen (der ursprünglich„Enttäuschte Träume" hiest) die Unehrlichkeit nachzuweisen, mit der er Gemütswirkungen hervorbringt: die mühsam konstruierte Geschichte von"dem Arzt, der seinen Sohn nicht sehen will, weil die Mutter bei seiner Geburt starb— und der ihn gerade in dem Augenblick zu lieben beginnt, in dem er in zweiter Ehe eine unmütterliche Frau heiratet,— die Aufdringlichkeit, mit der hier die frohe Kindheit durch ein allzu grostes Aufgebot von Tieren und Torten illustriert lvird,— die allzuoft dagewesene Gegenüberstellung der braven einfachen Leute vom Lande m«d der herzlos feine«« Städter und dar plumpe happy end, dar alle vorher aiifgeworfenen Probleme als Scheinprobleme enthüllt und den Film als eine raffinierte Mischung von„La Maternelle" und„Sonny Boy" entlarvt. Aber an den Wirkungen des Ganzen kann eine solche Kritik nichts ändern. Die Wirkungen kommen aus den Motiven, die dieser Film berührt— und das sind die immer rührenden Motive der Elter««liebe und deS Kinderglücks. Sie werden— unter Robert VignoleS Regie— so sichtbar und nachdrücklich vorgewiesen, dast die Zuschauer, um kritische Einlvände unbekümmert, lachen und weinen, schluchzen und strahlen werden. " Eine Schar tüchtiger Schauspieler bringt die Stimmungen und Wendungen der rührenden Familiengeschichte vortrefflich zur Geltung— und der .Kinderdarsteller Auster Phelps, der ein Kind geblieben ist, obwohl er schon lange ein Star ist. hat es nicht schwer, die Sympathien der Zuschauer z>« erobern.—eis— „Gleichheit" Weiskirchlitz verliert gegen „Freundschaft" Kleinnngezd 1:4(1:4). In dem Mittwoch-Spiel erhielt der Jubilar, welcher in einer schwachen Berfaffung war, eine verdiente Niederlage von den flinken und agil spielenden Kleinaugezdern, die die Schwächen des Gegners geschickt auSzunützea verstanden. Wegen anbrechender Dunkelheit wurde das Spiel um 20 Minuten gekürzt.— Samstag spielt Weiskirchlitz gegen Predlitz und am Sonntag wird die Sportwoche mit dem Spiele gegen Pihan- ken abgeschlossen. Leichtathletik-Städtckampf der DTJ. Prag- Pilsen. Am Sonntag geht in P i l s e n der Städte- kanipf der DTJ.-Leichtathleten der Kreise Pilse« und Prag vor sich. Gleichfalls finde«: auch Begegnungen der beiden Kreise in Hazena, Wolleyball und Tischtennis statt. In der Leichtathletik stellt der Prager Kreis eine starke Mannschaft, die wohl den Pilsenern, welche auf der Olympiade so gut abschnitten, einen harten Kampf um den Sieg liefern werde». Das Hazena-Team besteht zum Grostteil aus den Spielern des Prager Kreismeisters DTJ. Vyöe- hrad, im Wolleyball wird die DTJ. Podol den Kreis vertreten und das TischtenniS-Team werden j:..e Spieler vertreten, die auf der Olympiade so gut abschnitten. Sparta Koöir schloss seine Deutschlandreise am Mittwoch mit einem Spiele in Stuttgart ab. Die Prager wurden von SC. 04 mit 4:6(1:8) geschlagen. Auf der Balkan-Olympiade, welche am Sonntag in Agram begann, führt in der Leichtathletik Griechenland mit 56 Punkten vor Jugoslawien mit 45 Punkten. Im Diskus erzielte der Grieche ShlaS eine Weite von 48.54 Metern und der Jugoslawe Bauer lief die 100 Meter in 10.8 Sek. Warum diese Ausnahmen? Man schreibt uns: Das„Prager Montagsblatt" brachte in seiner letzten Nummer einen Artikel„Wird Eger Festspielstadt?", der die Bejahung dieser Frage befürwortet. Was w i r von den Wallenstcinfestspiclen wissen, scheint uns immerhin wichtig genug, um für das nächste Jahr«ine andere Besetzung im FestspiclauS- schust und auf der Bühne aus folgenden Gründen als dringlich anzusehen: Der Inspirator der Wallenstein-Festspiele war ihr geistiger Leiter, der Chefredakteur der„Egerer Z e i t u n g" Dr. Ergert. Man braucht nur die Haltung dieses Blattes zu kennen, u. das folgende ist einen« jeden verständlich. Als Regisseur mit sehr statt- lichcm Einkommen wurde Herr Theo M o d e S verpflichtet. Tast dieser Herr nicht Tschechoslowake sst, bedeutete in diesem Falle nichts. Seiil Prädestiniertsein für diesen Posten schiene dadurch gegeben zu sein, daß, sogar bürgerliche, Schweizer Zeitungen ihn als ein Werkzeug des Herrn Dr. Joseph Goebbels bezeichnen, der in diesem Intendanten des St. Galle- uer Theaters einen tvillsährige» Plan«« gefunden hat. Vom Stuttgarter StaatSthcater weilte Maximilian WesselovSky zur Kur in Franzensbad. Gru««d genug, ihn z«« einem Abendhonorar von 1000 KL und Reiscvergütung für die Titelrolle zu engagieren. Dieven Herrn strengte dann leider die Kur so sehr atu so dast er nicht durchhalten konnte. Für ihn wurde dann das ausgezeichnete Mitglied unseres Deutschen Theaters Fritz Valk geholt, der allerdings viele Prager nach Eger holte und dafür auch mit der Hälfte der Gage seines Vorgängers zufrieden sein musste. Ueber- haupt die Gagen I Reisevergütung und eintausend KL pro Abend waren der Satz, zu dem die Reichsdeutschen verpflichtet tvurden. Den Tagby holte man sich aus Leipzig, de«« Max Piccolomini auS Baden- Baden. Und fiir die Blcibtreu, die nur einige Vorstellungen spielte, verpflichtete Herr Dr. ModeS selbstverständlich in« Einvernehmen mit Herrn Chefredakteur Dr. Ergerf Frau.Erikä B e i l k e. die gleich? " falls Slcichödcutsche am staatlichen Stuttgarter Schau- fpielhaus im festen Engagement ist. Nicht ein tsche- choflowakischer Staatsangehöriger hatte diese Bezüge, die auch ein reichsdeutscher Schauspieler-aus Hamburg.bezogt— Ivie alle seine Landsleute" zum Unterschied von vielen mitwirkenden tschechoslowakischen Schauspielern im festen Engagement!— Dieser Herr wurde nach Eger berufen, um dort den?;..Wachtmeister und Gordon zu spielen! " Bei der Zusammensetzung eines solchen Ensembles,, den« auch nicht eil« berühmter. Schauspieler angehörte, dessen Verpflichtung zu' rechtfertigen" sein dürfte,' war es auch selbstverständlich, dass eine Probe des endete. Das Kind starb nämlich einige Stunden später und die Begleitumstände dieses Todes sind das zweite bedeutsame Merkmal dieses bepggenS- werten Unfalles. Denn das Kind, das äusserlich keine schwereren Verletzilngen zeigte und sich nach den« Unfall erhebe«» konnte, wurde sogleich in das städtische Spital ans der Bulovka überführt, wo«na>« die Kleine unte-rsuchte und ohne weiteres in häusliche Pflege entiliess. Ma» nahm die Verletzung nicht ernst und glaubte, dass der Unfall keine weiteren Folgen nach sich ziehe» werde. Diese Annahme erwies sich leider als allzu optimistisch. Das i«.ihäußliche Pflesse entlassene" Kind starb am gleiche«"Tasse in der vierten Rachmit- tagSftunde und" als Tedesrurfachr wurde Schä- d e l b euch feftgeftellt.- Man mag annehmen, dass in- diesem- Fall jede ärztliche Hilfe vergebens gewesen wäre. Das ändert laber, nichts-an der Tatsache, dass die ärztliche Untersuchung-" wenig-gewissenhaft war.- Wir könne»« -Beispiele dafür-anführen, ,welche Sorgfalt«na« auf den chirurgischen Kliniken des Allgemeinen Krankenhauses Kopfverletzungen widmet, deren AuSgang ja im ersten Augenblick nicht abznsehen ist. Wir können Beispiele dafür anführen, dass die Aerzte der Spitalskliniken in ähnlich: harmlos erscheinenden Fällen.darauf bestände««,,.die verunglückte Person wenigstens durch.24 Stunden in SpftälSbehandlyng Bzw. Beobachtung zu belassen(trotz der notorischen Ueberfüllung der zuständigen Abteilungen),— eben weil-die-möglichen Folgen einer Kopfverletzung in« ersten Augenblick nicht-zu übersehen sind. Diese sehr angebrachten Vorsichtsmassregeln sind in diesem traurigen Fall bedauerlicherweise nicht beobachtet toorden. rv. Kind unterm Auto- und der Spktalsärzt erkennt nicht tödlichen Schädelbruch! Prag, 80. August. Vor dem.Mutosenat" finden ii« unablässiger Folge kleine-und grosse Alltagstragödien unseres technisierten Lebens ihr gerichtliches Nachspiel.. Dieser Senat verhandelt durchwegs Anklagen gegen Ä u t o. I ez« k e r, wegen fahrlässiger schwerer Körperverletzung und oft genug auch wegen fahrlässiger Tötung. ES ist nicht möglich, diese stereotypen Fälle einzeln zu registrieren. Nur von Zeit zu Zeit erfordert ein Fall besondere Erwähnung, dessen Einzelheiten die Aufmerksamkeit auf sich lenken. Der heute unter Vorsitz deS OGR. Sykora verhandelte Prozess gegen den 19jährigen Chauffeur Leopold Smejtal ist in mehr als einer Hinncht- erwähnenSwert. Zunächst wqr da» Opfer dieses Unfalles ein Kind,'-die"kleine Schülerin Jarmila K u b i k e k. die am 80. Jänner d. I. in der Lieben« Hauptstrasse, der Primatorska, frühmorgens auf dem Weg in. die Schule-vom-Lastauto,, da» der Angeklagte lenkte, umgrstossen wurde. Das Kind s chlug- mit dem Kop,f auf das.Pflaster, kam.aber- nicht unter die Räder. Nach, Aussagen der Zeugenfuhr der Chauffeur', mit unzulässiger Geschwindigkeit(über 80 Kilometer) und gab kein WarnungSzei» chcn. Auch fuhr der angeklagte Chauffeur entgegen der Vorschrift bei der Haltestelle, wo sich der Unfall ereignete, entlang, der Strahenüahngeleise, statt hinter dem Perron der RettnngSinsel. Gerade durch dieseS.Bersehe» kam das Mädchen, daS ehe» au» dem Strassenbahnwagen auSgestiegen war und die Fahrbahn überschreiten wollte, vor daS Auto, weil sie gar' nicht daran dächte, dass ein Auto diesen" verbotenem Weg nehmen könne.' Der Angeklagte wurde schuldig erkannt und zu b r e i Monaten str e n gen Arr est'e S verurteilt, was sicher«in, nMeS, Urteil ist, wenn män bedenkt, dass der Unfall mit dem T o d e d es Kin« Vcrclnsnadiriditcn Ortsgruppe Prag. Wir beflagen den Verlust unseres liüben Mitglieder Dr. Armin Klein, der uns auf tragische Weise plötzlich entrissen wurde. Wir werden ihm immer ein ehrende» Angedenken bewahren. Die Beerdigung, findet am Freitag um halb 4 Uhr von der Friedhofshalle am Wolschan statt. Wir"bitten"unsere Mitglieder, unserem liehen Verstorbenen bei seiner letzte«« Fahrt da» Geleite zu geben. Als Zeichen der Trauer fist« «den diesen-"MWW statt. B e z'ü' g S b e d i n g u n a e n: Bei Zustellung in».Hau» oder, bei Bezug durch die Post monatlich KL 16.—", vierteljährig KL 48,—, halbjährig KL 90.—, ganzjährig KL 192.—. Inserate werdest laut Tarif billigst berechnet. Bei- öfteren, Einschqltungen Preisnachlass.— Rückstellung von Manuskripten erfolgt-nur bei Einsendung der Reimncmarken.— Die Zeitnngsfrankatur wurde von der Post- und Telegraphendirektion mit Erlass Nr. 18.800/VH/1930 bewilligt. Druckerei:„Orbis", Druck-, Verlag»- und Zeitung»-A.-G., Prag.