14. Jahrgang Samstag, 1. September 1934 Nr. 294 IENTRALORGAN PER DEUTSCHEN SOZIALDEMOKRATISCHEN ARBEITERPARTEI IN PER TSCHECHQSIOWAKISCHEN REPUBLIK ERSCHEINT MIT AUSNAHME DES MONTAG TÄGLICH FRÜH, Redaktion und Verwaltung nm xii.,fochova«2. Telefon an. annhimmtimimon svl HERAUSGEBERi SIEGFRIED TAUB. CHEFREDAKTEURi WILHELM NIESSNER. VERANTWORTLICHER REDAKTEURi DR. EMU STRAUSS, PRAG. ElBzelprals 70 IMlsr (olmchlloSUeh 5 Heller Porto} Das Dritte Reich und die Ausländsdeutschen Katastrophale„Erfolge“ des Herrn Goebbels Genossin Paula Walllsch! In Brünn Brün n, 31. August. Heute vor 17 Uhr traf Genossin Paula Walllsch, ans Preßburg> kommend, auf dem Brüimer Bahnhof ein. Tie war aus Marburg in Jugoslawien, wo ste seit ihrer Entlastung auS der Kerkerhaft bei ihren Verwandten weilte, im Flugzeug in Preßburg eingelangt, von wo ste mit der Bahn nach Brünn fuhr. Auf dem Bahnhof hatten fich viele Genossinnen und Genosten der beiden Brünner sozialdemo- lratischen Parteien» einige Rote Falken sowie Mitglieder der in Brünn befindlichen österreichischen Emigration ringefunden, die der Genossin Wal- lisch einen herzlichen Empfang bereiteten. Im Namen der deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei und der Frauenorganisation Brünn richtete Genossin K a h a y an die Witwe deS öfter» »Ichischen Arbriterhelden herzliche BegrüßungS- worte. Tie dankte der Genossin Wallisch für die unvergefklichen Dienste, die sie und ihr Gatte der Arbeiterklasse geleistet haben, und gab der Hoffnung Ausdruck, daß sich Genossin Wallisch in unserer Mitte wohlfühlen niöge. Die Grüfte der tschechischen Bruderpartri überbrachten die Gmoffan Lr. Eier und Abgeordneter Polach. Genossin Wallisch dankte sichtlich gerührt für dm herzlichen Empfang. Ne Trauben sind zu sauer... Oesterreich will gar keine Anleihe? Wien, 31. August. Nach einer amtlichen Meldung beruhen die ausländischen Meldungen, daß die österreichische Regierung in Genf außer über die Konversion der Völkerbundsanleihe vom Jahre 1923 auch über eine neue Ausländsanleihe verhandle oder zu verhandeln beabsichtige, offenbar aufeinemJrrtum und seien»durchaus unrichtig". Bundeskanzler Dr. Schuschnigg und Minister deS Äußern Berger-Waldenegg begeben sich erst zur Vollversammlung des Völkerbundes nach Genf. Sie werden mit den Außenministern der anderen Staaten in Verbindung treten und mit ihnen die schwebenden politischen Probleme, aber auch lvirtschaftliche und insbesondere handelspolitische Fragen besprechen und so Verhandlungen einleiten, durch welche im Laufe der nächsten Monate eine Steigerung der österreichischen Ausfuhr ermöglicht werden soll. 336 Alpine-Angestellte entlassen Wien, 31. August. Im Fuge der Säube- rungsaktion bei der Alpine Montangescllschaft sind bis jetzt 336 Arbeiter und Angestellte entlasten worden, die am Juliputsch beteiligt waren. Außerdem wurde eine große Anzahl von Arbeitern und Angestellten, die sich noch in Untersuchung befinden, vom Dienste enthoben. Generalinspektor der WehrverMnde Wien, 31. August. Bundeskanzler Dr. Schuschnigg hat nach Erniächtigung durch den Ministerrat den Generalmajor der Ruhe Hanno Königsbrunn zuni Gcneralinspektor für das Freiwilligen-Schuhkorps und die Wchrverbändc ernannt. Gcneralinspektor Königsbrunn wird im Bundeskanzleramt am Pallhausplatz amtieren. Rumänien verteidigt den Lei Keine WährungSerperimente Bukarest, 31. August. Der Finanzminister Elavescu erklärte gegenüber Pressevertretern: »Kein Faktor und kein Element wird imstande sein, weder die Regierung noch mich zu veranlassen, von dem so oft kundgegebenen und feierlich erklärten Beschluß betreffs der Konsolidierung des ge-! gcnlvärtigcn WährungSsystemS abzugchen. Für■ di: rumänische Währung gelten die gesetzlichen! Grundlagen über die Stabilisierung der Wäh- j tuns vom Feber 1020, und ich versichere demnach, daß wir" die Mittel zur Aufrechterhaltung und Verteidigung des gegenwärtigen Währungs« shstems besitzen. Das„Pariser Tagblatt" bringt einen ausgezeichneten Bericht seines Bukarester Korrespondenten über die Verheerungen, welche die Nazipropaganda unter den Deutschen Süd- osteuropas angerichtet hat. Goebbels ließ fleißig die Mark rollen! Braune Agitatoren schwärmten in alle deutschen Siedlungen aus. Und das Ergebnis? Darüber sagt der Bericht: „In Rumänien und Ungarn sind jetzt die nationalsozial.i st ischen Verbände aufgelöst und verboten. Zahlreiche Deutsche sind in die G e f ä n g n i s s e gewandert. Unter den Deutschen Südeuropas hat das Dritte Reich eine bisher nie gewesene Zerklüftung und Zersplitterung hervorgerufen... Unfähige und zumeist dunkle und uns a u b e r t Elemente versuchten mit Hilfe der Agitatoren und Sendboten aus Berlin den bisherigen Führern die Futterkrippe n zu entreißen, ganz gleich, ob cs sich um ein politisches Mandat oder um einen Posten im Laden der Konsumgemeinschaft handelte. Als wäre eS in München oder Hamburg wurde zum Gaudium der eingeborenen Bevölkerung von den Hitlerjüngern ein vor keiner Gemeinheit und persönlichen Verleumdung zurückschrcckender Kampf gegen die bisherigen Mandatsinhaber eröffnet. Zwischen dem. Führer der deutschen Minderheit in Jugoslawien, dem Abg. Dr. Kraft, und dem Nazimann Dr. Hafflinger wurde vor einem jugoslawischen Gericht dir schmutzigste Wäsche gr- waschrn. In den deutschen Zeitungen gab es Riesenfortsetzungen' und der Prozeß endete mit der Verurteilung von Hasslinger, der sich als Kommunist unter Bela Khun die ersten Sporen verdient hat." Der Korrespondent zitiert sodann als Zeugen für die Segnungen des Hakenkreuzes in Rumänien den deutschen siobcnbürgischen Abgeordneten HansPlattner. Plattncr schreibt im„Siebcnbürgischen deutschen Tagblatt", daß die von der Regierung angeordnete Auflösung der deutschen politischem Formationen auf die Tätigkeit der„Nationalen Erneuerung ö- Pelnllcher Eindruck Im Ausland Basel, 31. August. Die Ankündigung des RrichSbankpräfldenten Dr. Schacht,, daß Deutschland ein Bollmoratorium, d.h. die völlige Einstellung aller Zinsen- und Schuldzahlungen an daS Ausland.beabsichtige,, hat in. Kreisen der Bank, sür internationale Zahlungsausgleich nicht überrascht, da man ans eine solche Ankündigung bereit- vorbereitet war. Wenn man eS auch in Kreiselt der BIZ avlehnt, sich zu dieser Ankündigung zu äußern, so ist doch der P e i n l i ch e C i n d r« ck, den diese Rede anSlöste, unverkennbar und es wird in Finanzkreise» versichert, daß diese Ankündigung Dr. Schacht- einer Ba n k e- rotterklärung gleichkomme, wie auch darauf hingewiesen wird, daß die ReichSbauk seit b e w e g u n g der Deutschen in Rumänien" zu» rückzuführen sei. Diese Bewegung habe die eigenen deutschen BolkSgenoffen„geschmäht, bedroht, verleumdet" und„gegenüber den Rumänen nut Worte der Ergebenheit und der Demut gefunden." „Seit den Jahren 1922-1924, wo wir die ganze Schlvere der neuen zentralistischen Gesetzgebung zu erfahren und zn tragen hatten, sind unsere volkspolitischen Positionen fast ungeschmälert erhalten worden, obwohl sie unter ständigem Angriff standen. Was aber haben wir seit dem Herbst 1033 verloren, seitdem dir NETR. sich in den Besitz der BolkSführung setzte! k Die vier letzten Bürgermeister in sächsischen Städten sind gefallen, S ch ä tz b n r g hat im Ge- meinderat keine sächsische Mehrheit mehr, der Staatsbeitrag für unsere ulen ist auf ein Drittel gekürzt, unsere Professoren und Lehrer sollen wieder durch das Fegefeuer einer Sprachprüfung getrieben werden, unseren Beamten in Städten und-Dörfern zerbröckelt der Boden Unter den Fußen, in der Gemeindeverwaltung gebietet schrankenlose Willkür der Komitatsgewaltsgen. Wir schließen hier die Liste. Plattncr kommt zu der Schlußfolgerung, die Nazipolitit habe unter den deutschen Rumäniens ein T r ü m m c r f c l d hinterlassen. Wem springt damit nicht die Analogie der Ergebnisse der Hatcnkrcuzlcrci bei den Sudenten- dcutschen ins Auge? Wer aber gegen den Wahnwitz des Hincintragens stumpfsinniger Gewaltmethoden in die deutsche Minderhcitenpolitik energisch Front macht, wird„geschmäht, bedroht, verleumde t". So ging cs Dr. K r a f t. So wird cs P l a t t n e r ergehen. So möchten unsere Nazis auch mit den deutschen Sozialdemokraten verfahren. Zum Glück und zum Unterschiede von Ungarn, Jugoslawien, Rumänien sind wir selbst start genug, die braune Brut im Zaum zu halten und sie daran zu hindern, die Sudctcndcutschcn ganz unter den Schlitten der StaatSgelvalt zu werfen. A»fa»s August eS nicht mehr gewagt hat, de« ReichSbankauSweiS bekanntzugeben, welcher di« prozentuelle Deckung der im Umlauf« befindlichen ReichSbanknoten durch Gold und deckung-fähig« Devise» ist. ♦- Die„Neue Zürcher Zeitung" sagf, daß die Kundgebung in allen Gläubigerstaaten den heftigsten Widerst.« n d hervorgerufen habe. Das Blatt ist überzeugt, daß die von Dr. Schacht zur Linderung der Weltwirtschaftskrise vorgeschlagenen Mittel absolut ungeeignet sind und daß diese Kundgebung für den deutschen internationalen Kredit einen schweren S ch l a g bedeutet. Mc Kommunisten Alten Sowjetrußland In Prag kommt seit einiger Zeit ein Rotes Fähnchen heraus. Sein Herausgeber ist Karl K r o i b i ch. Man merkt es, daß dieser chcnialige Führer der deutschen Konnnuuisten viele Jahre außer Landes war. Er hat in seinem Moskauer Pensionat den Abstieg der KPÜ nicht erlebt. Er meint, cs sei immer noch wie einst im Mai. Da- nwls waren auch manche sozialdemokratische Ar- beiter neugierig, was ein Krcibich zu sagen Hatto. Heute sind sie cs nicht mehr. Zuviel Wasser ist inzwischen die Moldau hinabgeslossen. Zu ost hat sich seither die KPE mit roten Tagen blamiert, zuviel Streiks hat sie verloren, mit allzu gro- ßer Regelmäßigkeit sind ihre bombastisch äuge- kündigten Aktionen schief gegangen. Das beste Gedächtnis reicht nicht hin, die konnnunistischen Führergarnituren zu zählen, die sang, und klang- los verschwunden sind. Der letzte sozialdemokratische Arbeiter weiß nunmehr, daß wir in der Tschechoslowakei schon längst den Fascismus hätten, wenn cs nach den kommunistischen Bock- sprüugcn gegangen wäre. Die beiden sozialdemo- kratischcn Parteien waren es, die einen unüber, windlichen Damm gegen den Fascismus aufrich- tcten. Nur in seinen« Schatten treiben die Kommunisten das, waS sie unter Politik verstehen, k Darum haben wir cs glücklicherweise nicht mehr notwendig, uns mit jedem Angriff des Kreibich-Fähnchens hcrzustellcn. Ehrliche Arbei- tcrpolitik zu treiben und uns den übcrschäumon- den Haß der Henlein-Nazis täglich neu zu ver- dienen, scheint uns ersprießlicher. ES muß ja auch ein jammervolles Gewerbe sein, in einer kommu. nisiischcn Redaktion zu sitzen und sehnsuchtsvoll auf das Eintreffen der sozialdemokratischen Zei- tungen zu warten, auf diesen unentbehrlichen Stoff für fadenscheinige Polemiken. Könnten wir eines Tages nicht erscheinen, die Leute vom Föhn- chen rauften sich die Haare vor Verzweiflung. Darum genügt cs auch und unsere Arbeiter wer- den damit sehr einverstanden sein, daß wir die kommunistischen Ergüsse von Zeit zu Zeit sum- mansch abtun. Ruhig ertragen wir cs— angesichts der Sprache der Tatsachen und der Henlcinpresse, daß unS Kreibich ncckischerwcisc zu den Schirmherr» der Heimatfront zählt. Mit Seelenruhe wird cs jeder Sozialdemokrat hinnehmen, daß uns ausgerechnet die Kommunisten vorschreiben wollen, welche Veranstal- tungen der Henleinlcutc wir besuchen sollen. Der Ruhm eines„antifascistischcn Kampfes", der sich bei Aufmärsche» der Heimatfront begnügt, im Spalier die Internationale zu singen— siehe Graupen!— sei den Kommunisten neidlos über- lassen. Auch sind wir keineswegs gesonnen, Belch- rungen über die Mängel der Ernährungsaktion von Leuten hinzunchmen, die bis vor kurzer Zeit nicht genug über die C z e ch k a r t c n und Bet- t c l k a r t c n lästern konnten. Sie mögen zuerst eine einzige Stalin karte aufweisen, die sie den Arbeitslosen gebracht haben und außerdem die schuldigen Gewcrkschaftsunterstützungen be- zahlen. Was aber auch eine großmütige Nachsicht nicht hingchen lassen kann, das ist der Eiertanz, de» unsere Konnnunisten mit der sogenannten Verteidigung Sowjetrußlands aufführe». Sic rufen»Hände weg von der Sowjetunion", um zu bemänteln, daß sie selbst ihre Hände feige in den Taschen stecken haben. Wie wollen die Kommunisten Rußland gegen einen japanischen Angriff schützen? Man höre: „Urber alle Parteigrenzen hinweg einheitliche- Auftreten gegen den japanischen Ämtze- riali-inns, für den Schuh der Sowjetunion! Sofortige Durchführung großer gemeinsamer Manifestationen sozialdemokratischer, kommunistischer, parteiloser Werktätiger für die Sowjetunion und ihre Friedenspolitik! Gemeinsam« Beratungen sozialdemo- Streik unvermeidlich Rr« Aork, 31. August. Wie Reuter meldet- besteht keine Hoffnung, daß der Streik der Textilarbeiter, der in der Rächt auf Sonntag einsrhen soll, in letzter Stunde abgewendet würde, obgleich die Regierung der Bereinigten Staaten und die zentrale» Jndnstrieverbändr jede Gelegenheit ergreifen, um mit den Vertretern der Arbeiterschaft behufs einer beschleunigten Beilegung des Konfliktes zu verhandeln. Die Führer der Textilarbeiterfchaft sandten dem Rationalen Arbeitsamt ein Ultimatum, in dem sie erklären» daß nur klar abgegrenzte nnd dauernde Zugeständniffe an die Angestellten de» Ausbruch des Streikes verhindern könnirn. Rach einer Bekanntmachung der Streikleitung werden am Montag auch die Kammgarn-»nd die Dollarbeiter in den Streik treten. Ebenso werden in verschiedenen kleineren Industriezweigen Bortereilnnqen zum Streik getroffen. Die Streikleitung hat strengste Disziplin anbesohlen«nd gegen die zunehmende Agitation kommunistischer Elemente Stellung genommen. Schachts Bankrotterklärung Seite 2 SgmStag, 1. Septemver 1934 Nr. 204 Inttkcher und kommunistischer Funktionäre in de« Betrieben und Orten, um den einheitlichen Kampf neuen die erhöhte Kriegsgefahr und für den Schutz der Sowjetunions« organisteren! Bildung von E i» h e i t ö k o m i t e e s zur Führung dieser Aktion I Gemeinsame Vorbereitung von Arbeiterdelegationen, in die U2SR!" Ach ja, die Herrn Revolutionäre möchten wieder mal Komitees gründen, Reden halten, Resolutionen fassen. Auch Arbeitcrdelegationcn sollen neuerdings nach Sowjctrußland fahren, damit sie der Fernostarmee Blüchers Kunde von diesen Hcldcnleistungcn bringen. Den Gcncral- stöben in B c r l i n und Warschau würde ein Dutzend solcher Durchreisender wohl mächtig imponieren. Nach Tokio könnte man ja ein gesalzenes Protesttelcgramm schicken. Auf den japanischen Kriegsminister scheinen ja Protestnoten kolossalen Eindruck zir machen... Bleibt noch hinzuzusügen, das; besagtes Fähnchen seinen Lesern cinreden will, daß man von der Tschechoslowakei aus die Lieserltng von Kriegsmaterial nach Japan— wohlgemerkt, noch im Friedenszustande— verhindern könnte. Als ob es in der weiten kapitalistischen Welt nicht Waffenfabriken genug gäbe, die auf Bestellungen warten. Als ob Japan seine Bestellungen nicht auf dem Umwege über irgend eine südamerikanische Republik tätigen könntet Im Kapitalis- mus will Kreibich den Waffenhandel abschaffen —, wie gesagt, noch vor Ausbruch der Feindseligkeiten—, wobei bekannt ist, daß während des Weltkrieges zwischen Deutschland und Frank- reich Waffen geschoben wurden l Ist die kommunistische Führung so naiv? Nein, so ahnungslos kann sie doch nicht sein. Hier liegt eine andere Absicht vor. Mit Dunstmacherei >vill die KPE der unangenehmen Frage cntgehen, wo sie im Falle eines Angriffes auf Rußland stehen und waS sie dann praktisch tun wird. Kann es darüber noch eine Täuschung geben? Mit Schreiben vom 14. Juni hat die KP§ uns die Einheitsfront angeboten, zur Durchsetzung auch der Forderung:„Keinen MannundkcincnHellerfürmili- t ä r i s ch c R ü st u n g e n." Inzwischen ist die Tschechoslowakei der Bundesgenosse SowjetrußlandS geworden. Hohe rus- fische Stellen haben anerkannt, daß die Tschechoslowakei ein wichtiger Friedcnsfaktor in Mitteleuropa ist. Rußland ist im.Begriffe, ein Militärbündnis mit Frankreich abzuschlietzen und in den Völkerbund einzutrcten, weil eS die' Zusammenarbeit mit den friedensfreundlichen Gruppen auch der bürgerlichen Welt schon längst zu schätzen weist. Nur die KPE bleibt unbelehrbar. Gegen die Kriegsrüstungen Hitlers und Pilsudskis stellt sie die tapfere Parole: keinen Mann und keinen Groschen. Nicht einmal fiir die Verteidigung gegen fascistische Uebersälle wollen die Kommunisten der Demokratie Waffen erlauben. War cs nicht Kreibich, der das Wort von den „ewig Gestrigen" prägte? War es nicht Kreibich, der beim Umstürze mit Waffengewalt den Ja- berlicher Berg halten wollte? 30 | FRITZ ROSENFELD: W** mA Cbqutta Eine alte Sage ist es, sagten die verwitterten Männer am Eingang der Dörfer, die Hirten an der Tür ihrer Hütte. Eine alte Sage ist eS. Die Mörderin Ala Eddins aber hat unser Aug nie erblickt. • Zu Ullcika säst der Fürst, Roccu Eddin, Ala Eddins Sohn, und sann. Noch rang er mit dem Schatten, wie die Menschen einst mit den Göttern gerungen. Was war er, lvenn er nicht vermochte, die Mörderin seines Vaters zu finden? Geringer als sein letzter Knecht war er, wenn er nicht vermochte, das Blut des Vaters zu sühnen. Tula sah es, und Tula litt mit dem Dürsten. Er hatte Ala Eddin geliebt, auf seine Weise,, wenn überhaupt Ala Eddin von jemandem geliebt wurde. sten. Er sandte seine Kundschafter in eine fremde Stadt, drei verläßliche Männer wählte er aus. . Sie kauften auf einem Sklavenmarkt eine blonde Frau mit hellen Augen. Sie schleppten sie fort und fesselten sie. Sie ritten mit Trommeln und Fan- , faren in den Hof der Burg. „Axjutta", schrien sie»„Axjutta". Roecu Eddin sprang von seinem Lager. '„Wir haben sie gefangen, Fürst", rief ihm Lula zu. „Nun stirbt der Schatten", sagte Roecu Eddin, Die helle Frau wurde auf dem Hof von Ulleika geblendet, in den Kerker geschleppt und an den Händen hochgezogen. Sie schrie eine Nacht, Was steckt dahinter? Dio kommunistische Partei lebt nur noch vom Kampf gegen die So- zialdcmokratic. Ehe sie zugibt, daß die Sozialdemokaten heute die einzig mögliche Politik zum Schutze der Demokratie und Rußland« macht, eher begeht sie schlimmste« Verrat an der Sowjetunion, welche ihre Agitatoreu al« Vaterland der Arbeiter bezeichne«. Das Janusgesicht der ncimatfront Versöhnunssschalmeien und nationale Hetxe In der„Rundschau 1* Die Rundschau des Herrn Henlein hat sich zum ausschliestlichen Angriffsobjekt die d e u t s ch e Sozialdemokratie ausgesucht. Wir wollen gerne zur Aufrechterhaltung dieses für uns sehr ehrenvollen Zustandes beitragen, indem wir ihrer Doppelzüngigkeit nichts schenken. In der letzten Nummer widmet das Blatt einen besonderen Artikel dem zweifellos originellen Nachweis, dast die deutschen Sozialdemokraten eigentlich eine„staatsfeindliche" Partei sind, wogegen die Henleinfront vorgeblich nur zu dem Zwecke geschaffen wurde, um die Tschechoslowakische Republik vor jeder inneren und äusteren Bedrohung tatkräftig zu schützen. DaS ist der Sinn der etwas unklaren Rede. Jedenfalls soll den Arbeitern nicht vorenthalten werden, daß uns die„Rundschau" angreift, weil wir in einem Flugblatt eine„.menschliche Gesollschaftöordnnng" verlangten.'Daraus folgert die„Rundschau", dast die deutsche Sozialdemokratie „nicht nur st a a t r f e i nd l i ch ist, sondern-bei näherer Betrachtung ihrer letzten Ziele die gegenwärtige Regierungsform— absolut verneint." Damit offeriert die Henleinfront ihre Hilfe allen Tschechen, welche die Unmenschlich- k e i t der kapitalistischen Gesellschaft verteidigen oder eine noch unmenschlichere Gesellschaftsordnung nach dem Muster der Hitler und G o e r i n g aufrichten wollen. An Hand dieser Erkenntnis beschuldigt uns die„Rundschau" nebenbei „das Zustandekommen eines reibungslosen und verständnisvollen Zusammenlebens und ZusamnienwirkenL der b e i- Nicht aber der ständige Ratssitz Genf, 81. August. In Genf sind die Vorbereitungen zur Tagung des Völkerbundsrates und der.VLlkerbundsversanimlung bereits in vollem Züge. Die größte Ausmerksämleit wiü> der Frage des E i n t r i 1 t:e.'ö''R u d p in den Völkerbund gewidmet. In Genf herrscht die Ueberzeugung vor, daß, auch wenn die Kandidatur Rußlands auf die Mitgliedschaft im Völkerbund nach der üblichen Vorgangs- Weise vorerst in per 6. Kommission der Versammlung geprüft würde, keine Hindernisse für die endgültige Aufnahme Rußlands mit einer Zweidrittelmehrheit der Versammlung bestehen würden. Wird aber die Vorgangsweise gewählt,. In der Mexiko und die Türkei ausgenommen lour- den, so wird die Völker hunds- versammlung selbst Rußland nach Genf einladen und dadurch die Prüfung der für die Aufnahme eine« neuen Mit- den Hauptvölker unseres Nationalitätenstaates mit allen Mitteln, und seien sie noch so schmutzig, zu hintertreiben.,.." Das ist zwar starker Tobaks aber, zugleich eine Fortsetzung des LiebeSwerbenS um die Gunst der reaktionären Gruppen im tschechischen Volke. Ihnen möchte Henlein einreden, daß die Heimatfront in nationalen Dingen viel eher mit sich reden ließe, als die„nationalistischen" deutschen Sozialdemokraten. Dieser Artikel der„Rundschau" ist nach Prag adressiert. Cin anderer Aufsatz im Innern des Blattes appelliert wiederum an die nationalistischen Instinkte im deutschen Lager. Das Henleinblatt entdeckt, daß die sudetendeutschen Arbeiter ohne Schütz dästehen. Die Rundschau sieht schon den Tag kommen „wo auch der eingefleischteste sozlaldemo- kratischeArbeiter erkennen wird, daß die Sozialdemokratische Partei m i t den tschechischen Parteien gegen ihn, den sudetendeutschen Arbeiter, durch dickund dünn geht." Somit hat die„Rundschau" das Ei des Kolumbus entdeckt. Den Tschechen erzählt sie, dast die deutschen Sozialdemokraten mit den schmutzigsten Mitteln die nationale Verständigung Hintertreiben lvollen. Den deutscheu Arbeitern will sie etnreden, dast wir— gegen sie— mit den tschechischen Parteien durch dick und dünn gehen. So sind wir eigentlich Nationalisten und nationale Verräter in einer Person. Auf wessen Dummheit spekuliert Herr Henlein? Auf die Dummheit der Tschechen oder der deutschen Arbeiter? gliedSstaateS sonst notwendigen Voraussetzungen Wegfällen, da die Versammlung schon durch die Einladung zu erkennen gibt, daß sie Rußland für b e r LWt'i'g^- Ansieht, Mitglied'LLSBölker- bundeSM.M!ktzi!Nll tz.r.,1 wbiit' . Abgesondert von diesem Problem ist allerdings die Frage des st änd i gen Si tz e s Rußlands im Völkerbundsrate zu regeln und die Lösung dieser Frage wird unverhältnismäßig schwieriger sein,.da hiezu.ein e i n st i m m.j- g e r B e s chl u ß d e s Rates notwen- vig ist.....".,,... : Dr. BeneS wird präsidieren Bei der am 7. September beginnenden 81. Tagung Leö Völkerbundrates wird Minister Dr. B e n e s den Vorsitz führe». In dieser Funktion wird er auch die 1ö. Tagung dec Bölker- bündversammlung am 10. September eröffnen. Ein gansstaatlicher Siedlungsplan? ... i Die„Prager Presse" schreibt: ES wird seitens der zuständigen Institutionen und von SiedlungSfachmännern der Ruf nach einem allgemeinen, ganzstaatlichen Siedlungsplan laut, der die Pflicht der gemeinsamen Behandlung und Lösung von Bau- und Siedlungsfragen durch Städte und Gemeinden aussprechen würde, die zu gemeinsanten Interessensphären gehören und sich in ihren Bedürfnissen organisch zu ergänzen vermögen. Die Notwendigkeit von allgemeinen Sied- lungs- und BerbauungSplänen. entspringt dem Bedürfnis, einer übermäßig.en Hypertrophie bestimmter KonzentrationSpünkte ent- gegenzuwirken und ihr Einhalt zu tun. Es ist notwendig, die überspitzte Konkurrenz einzelner Städte hintanzuhalten, der alles verschlingenden Industrialisierung entgegenzuarbeiten und dem physiolog. Bedarf der Bewohnerschaft nach reiner Luft, Sonne, dem Grün ünd den Naturschönheiten entgegenzukommen. Schließlich geht es dabei auch darum, große Investitionen durch koordiniertes Zusammengehen von Gemeinden und Städten wirtschaftlich auSzunühen und überhaupt durchführbar und lebensfähig zu machen. DieS betrifft in erster Reihe die Errichtung und Ausnützung von Gruppenwasserlritunge», Gruppenkanalisationen, Gruppengasanstalten, von gemeinsamen Wasserwerken und Regulie- ruugsarbeiten usw. G Wir können unS dieser gewiß erfreulichen Mit- teilungen der bitteren Feststellung nicht enthalten, dast bei uns über die Siedlungsfrage zu viel theoretisiert und zu wenig gemacht wird. Die Ausarbeitung eines solchen ganzstaatlichen Sied- lungsplanes würde viele Jahre brauchen. Das Problem der Erwerbslosensiedlunge ii ist aber so dringlich, daß eS mit größter Beschleunigung in Angriff genommen werden sollte. Es wäre Sache des sozialpolitischen Ausschusses des Abgeordnetenhauses, einmal diese Frage durchzuberaten und festzustellen, welches von den vorliegenden Projekten auf kürzestem Wege realisierbar ist. Industriellengelder kür gelbe Organisationen DaS Abendblatt des„Prävo Lidu" veröffentlicht einen neuen Beweis dafür, daß das sogenannte N ä r o d n k S d r u Z e n i, die gelbe Gewerkschaftsorganisation der Nationaldemokraten, in den Diensten der nationaldemokra- tischen Fabrikanten steht und naturgemäß auch Von ihn e n bezahlt wird. Diese„Arbci- wr"-Organisation, nimmt von den geschworenen Feinden der Arbeiterschaft Gelder an. Zum BelveiS zitiert' bas soHenaimte Bläkt eine"Zuschrift der Fndustriellenvereinigung für Lomnitz und Unige- bung an das Sekretariat des Närodni Sdrujeni in Starä Paka, in der es heißt:■ „Mr schicke« Ihnen für den Monat November XL 2878.—, wovon auf Gehalt AL 1000.— entfallen, aus den Ersatz von Spesen AL 234.— und der restliche Betrag auf die Bezahlung per Möbel für die Kanzlei." DaS„Prävo Lidu" bemerkt hiezu:„Dieser Brief s p richt ganze B ä n d e; er zeigt, wozu das Närodni SdruZeni geschaffen tvurde. Die große Aufgabe der Arbeiterklasse wird es sein, daß solche Organisationen nach Verdienst so bald wie möglich von der Welt verschwinden I" Aufnahme Rußlands gesichert einen Tag, eine Nacht. Ihr Schrei klang wie das Weinen eines Tieres im Walde. ..„Axjutta", sagte Roccu Eddin vor sich hin. .„Der Schatten stirbt".. „Axjutta", schrien die Männer.„Das.Wort ist gut. ES soll unser Schlachtruf bleiben", Am zweiten Tag starb die Frau. Bor der Burg wurde sie verscharrt, wo man die toten Hunde verscharrte und die toten Eulen. Roccu Eddin aber hielt ein großes Gelage und fühlte sich an diesem Tag zum ersten Riale als Fürst. XI. Zu Kasan, das an den Ufern der Wolga auf sieben Hügeln erbaut ist wie die Stadt, in deren Namen die Ritter mit den Kreuzen agf den Mänteln das Schwert bis an die Hänge des Libanon trugen und nach Genezareth und Jerusalem, hat Hulagu, Khan der Tataren, seinen Herrschersitz. Die Zelte seiner Völker sind aus Fellen, und ihre Habe ist gering. Sie treiben ihre Herden über die Steppen, sie hegen das Vieh in ihrem armen Gezaun, sie drängen sich eng aneinander unter dem Dach von Schaffell, wenn draußen der weiße Winter tobt und die Erde im Frost leuchtet. Dann schnitzen sie Pfeile für die kommende Jagd; sie müssen sich reißender Tiere erwehren und ihre Herden schützen, sie müssen für den Khan in den Krieg ziehen, wenn Feinde ihr Land bedrohen oder es dem Khan nach dem Land der Feinde gelüstet. Kasan aber, auf den sieben Hügeln am Ufer der Wolga ist keine Stadt aus Zelten. Aus hartem Holz.sind seine Häuser, schwere, trotzige Balke« ragen doppelt so hoch, als ein Mann greife« kann, der zu Pferde sitzt; den Rand der Dächer erreichen auch die Reiter nur, wenn sie sich im Sattel erheben und die Hand hoch ausstrecken ijber ihrem Kopf. Zwischen den Häusern aber sind kleine Gärten, und das grelle Gelb der Sonnenblumen I leuchtet zwischen den düsteren Mauern hervor. Hinter den Häusern sind große Brunnen, an längen Stangen hängen Stricke, mit denen die Frauen die vollen Eimer aus der Tiefe heraufwinden. Eine Tränke ist in Kasan für die Tiere'der Karawanen, und ein großer Platz ist vor her. Stadt, auf dem die Männer an den Festtagen ihre Kräfte messen im Reiten, im Speerwerfen und im Bogenschießen; dort tanzen sie auch den alten Schwertertanz, wenn die Felltrommeln dröhnen und den Fischern in den fernen Dörfern am Wol- gaufer melden: zu Kasan ist heute ein Fest. Hulagu ist kein harter Herr, sein Sinn steht nicht nach Eroberung, aber er hält ein mächtiges Heer, um sein Volk zu schützen, die Weiden und die Herden. Sein Schmerz ist, daß ihm kein Sohn heranwächst. Wenn er in müßigen Stunden im großen Saal seines Hauses sitzt, und den Zierat an den Säulen betrachtet, wenn er mit den hölzernen Figuren, spielt, die die Völker ihm bringen als Zeichen der Unterwerfung, dann wird.sein Sinn traurig. Er denkt an seine Kinderzeit, da er z» Füßen seines Vaters spielte, da er der Stolz seines Vaters war. Wie hatte des Vaters Auge geleuchtet, als Hulagu zum ersten Mal einen Bogen spannte» als er den Speer halten lernte, und zum ersten Mal ein Schiff über die Wolga steuerte I Wenn dann Katta, seine Tochter» in den Saal tritt und sich niederkauert zu Hulagus Füßen, muß er mit aller Macht seine Hand zurückreißen, die Katta fortstoßen möchte, und seine Augen schließen, um- das verhaßte geliebte Kind nicht zu sehen.■"’ Lange muß er die Augen geschlossen halten, «m wieder so milde zu werden, daß er seine Hand auf KattaS Haupt legen und zu ihr sprechen kann wie ein Vater zu einer Tochter spricht, die er liebt. Katta weih um den Kummer ihres Vaters, sie schweigt in diesen Stunden. Ueber ihr dunkles Haar gehen die Lichter der Fackeln, und ihre großen Augen sehen Hulagu wehmütig an/ Sie^ist ein gutes Kind, Katta, die Tochter des Khan», und tväre sie ein Sohn, Hulagu könnte sich kein besseres Kind wünschen. Ein Sklave trug in einer großen silbernen Schüssel Früchte auf: Datteln und Granatäpsel, Mandeln, die auf den langen Karawanenstraßei! durch die Glut der Sonne gewandert waren, bis an den Hof von Kasan. Hulagu nahm eine Frucht und hielt sie in seiner offenen Hand, daß sie hin und herrollte, und besah sie. Kattas Augen hingen an dieser Frucht, sie verstand den Vater: alles Lebendige, Baum und Tier, die großen Herden auf der Ebene und die Fische im Fluß, die Vögel unter dem Zelt des Himmels und die Menschen in ihren Häusern, trug Frucht von seiner Art; nur dem Blut des Kriegers war ein Mädchen entsprungen. Da kam ein seltsames Feuer sn die Augen Kattas, sie sprang auf, sie reckte sich, groß wurde sie, wie ein Mann. Zur Wand lief sie, einen Bogen riß sie herab, spannte ihn, nahm einen Pfeil, und schoß ihn mitten durch die Frucht, die der Vater in seiner Hand hielt. „Ich will dein Sohn sein", sagte Katta, „und dein Erbe, Ich will die Lanze schwingen und das Schwert führen. Du sollst dich meiner nicht schämen müssen, Vater".' Hulagu sah sie an, als hatte er ihre Worte nicht verstanden. Hochaufgerichtet stand-das Mädchen vor ihm. Es hatte die Gestalt eines Kriegers, die Kraft eines Kriegers. Dunkel surrte die Sehne des BogenS im Raum. Wie oft hatte Katta aus der Jagd das Reh in die Kehle getroffen und den Eber mitten in die Brust. Hatten die Völker vor tausend Jähren, die Heidey, die Ungläubigen, nicht eine Göttin, die wie ein Manu zu jagen verstand, und die auf den Bildern und Statuen stets einen Bogen in der Hand hielt? Hatten nicht Frauen an der Seite ihrer Mnner und Väter gekämpft, in hundert Kriegen? lFortsetzung folgt.) jfk. SMk Samstag, 1. September 1934 Seite S Schacht-Wechsel Expreßzug m Charbln 21 Beisende getötet, 25 verteilt Charbin, 31. August. Räuber haben einen nach Hsingking fahrenden Zug überfallen und auSgeplündert. ES kam dabei zu einem scharfen Feurrgrfccht. Die japanischen Wachen, die den Zug begleiteten, kämpften volle zwei Stunden gegen die Banditen, konnten ater schließlich doch nicht verhindern, daß die Räuber die Waggon- auSplünderten. 21 Reisende wurde« getötet,, zumeist Japaner und Chinesen, 25 Personen verletzt. Sechs Japaner»«in Am e r i k a n e r und ein Däne wurden von de« Banditen verschleppt und gefangen genommen. Zu dem Urberfall kam eS 2 Meilen südlich von Charbin. Die Räuber lockerten di« Schienen, so daß di« Lokomotive«mstürzte und vier Waggon- entgleisten. An de» Ort deS ««Verfalles wurde«in Krankenzug abgrfertigt, der die Toten und Berwundrten abtransportiert«. Di« RrttungSarbriten wurden durch eine« heftigen Regenguß behindert. Einig« der Toten konnten nicht identifiziert werden. Wie sie den Genossen Seitz Sanatorium-Aufenthalt mit sechs Detektiven, die er selbst bezahlen muBtel behandeln Bürgcrblattmeldungen der letzten Tage bemühten sich, den im Schuschnigg-Oesterreich— und nicht nur dort— gewünschten Eindruck zu erwecken, als ob die Patrone des politischen Ge- fangenenwesenS in Oesterreich von Menschlichkeit und Rücksicht gegen die'nun monatelang inhaftierten führenden Sozialdemokraten und insbesondere gegen den Wiener Bürgermeister Genossen Seitz geradezu triefen würden. Als diese gütigen und noblen Herren melden liegen, daß Seih in ein Sanatorium gebracht wurde, da sollten wohl alle, die dumm genug sind, sie nicht zu durchschauen. annehmcn, dass die Meister der„Exekutive" die derben Fäustlinge, die sie ivährend der Bedienung der Maschinengewehre gegen Gemeindehäuser angelegt hatten, nunmehr mit Glacehandschuhen vertauscht hätten. Seitz im Sanatorium? Sogar— wie es in einem Teil der Presse hieß— aus der polizeilichen Ueberivachung entlassen? Na wahrhaftig, der Wiener Bürgermeister hat's mit Gentlcmen-(wie sagen wir's nur?) Gegnern zu tun. Nun denn: im Sanatorium war Seitz ein paar Tage; aber nicht nur unter Polizeiaufsicht, sondern unter einer ganz besonders noblen, für die er nämlich 8000SchillingKaution erlegen mutzte. Denn Seitz mutzte die Kosten dieser Bewachung selber bezahlen! Die Obergcfängniswärtcr haben ihm sechsDetektive zur unausgesetzten Bewachung verordnet und für jeden dieser Polizeibeamten mutzte Genosse Seih täglich 24 Schilling bezahlen, also insgesamt 144 Schil- l i n g e t ä g l i ch. TaS hätte sich nun zwar bei- spielSlveise der Herr N i n t e l e n leisten können, nicht aber Genosse Seih, der nichts anderes hat als seine bescheidene Lchrcrpension. Und deS- wegen mutzte er seinen Rücktransport ins Landcsgcricht verlange», wo er, der schwerkranke Mann, nun weiter darauf warten kann, ob die vorbildlichen Führer Oesterreichs si^h nicht doch endlich entschliessen, den ordentlichen Prozctz gegen Seih anzubcraumcn. Bis dahin darf er für seinen Aufenthalt im Landesgericht weiter täglichzehn Schilling bczahlenl Und da sage einer noch, dass man cs in Neu- Oesterreich nicht mit Kavalieren zu tun hat! Schacht spricht: Bisher haben wir nicht gezahlt, weil wir nicht konnten; jetzt aber zahlen wir i nicht, weil wir nicht wollen. Und wir fordern, 1 daß unsere Gläubiger uns in diesem Kampf mit neuen Krediten unterstützen.. 1 Goebbels macht Ansebote Die französische Zeitung„Petit Trotzen" veröffentlicht den Brief einer„Internationalen Redaktion, Bcrli n", den sie aus Berlin erhalten hat und in dem es heitzt: „Herr Redakteur! Ter derzeitige Lauf der deutschen Politik, besonders nachdem Adolf Hitler die Reichspräsidentschaft übernommen hat, bietet ein ganz besonderes Interesse für die französischen Leser, die den Wunsch haben, die Entzvicklung und die wirklichen Ziele dieser Politik kennenzulernen und zu verfolgen. Wir erlauben uns deswegen, Ihnen einen besonderen Rorrespondenzdienst an- znbieten, den einer unserer Redakteure französischer Nationalität eigens für Ihre Zeitung au«- arbeiten würde, indem er Ihnen ein- oder zweimal in der Woche Artikel über die politischen und wirtschaftlichen Tagcsfragen, sowie passende Illustrationen zustellen würde... Wir fügen noch hinzu, datz wir uns auch mit der industriellen Publizität befassen, die Ihnen die Möglichkeit geben würde, interessante Geschäfte abzuschlietzen." Gez.(Unleserlich.) Der„Petit Trotzen" bemerkt zu diesem beispiellosen Angebot u. a.:„Mit einem Zynismus, dem man sprachlos gegenWersteht, versucht die Hitler-Propaganda sich der französischen Presse zu bedienen, um ihre tendenziösen Meldungen und hcuchlerischenLü- gen im Auslande zu verbreiten". Herr Goebbels versucht eS, wie man steht, vor allem mit Frechheit. Aber allzuviel ist ungesund. Der Kommentar des„Petit Trotzen" zu dem famosen Schreiben seines„internationalen BureauS" dürfte eS dem skrupellosen Propagandamixer zeigen! Tschangkeltscheks Luftflotte durch Brandstiftung vernichtet Shanghai, 31. August. Im Flughafen von Nantschang, im Zentrum der von Tschangkeitschek begründeten chinesischen Luftstreitkräste, hat ein Brand 12 grosse Bombenflugzeuge vernichtet, die erst vor kurzem aus Amerika eingeführt worden waren. Es wird Brandstiftung vermutet. 70 Personen wurden verhaftet. Eine eingehende Untersuchung ist eingeleitct. Die Pläne zur Errichtung einer chinesischen Luftstreitkraft sind damit zunächst gescheitert. Die für den Herbst vorgesehenen Uebungen der Luftstreitkräfte muhten abgesagt werden. Pestflille In Mandschukuo Peiping, 31. August. Die japanisch-mandschurische Presse teilt mit, dass in den wichtigsten Gegenden Mandschukuos Beulenpest(entzündliche Schwellungen der Lymphknoten in der Leistengegend) und Furunkulose epidemisch aufgetreten sind und sich rasch ausbreiten. Bon der Epidemie sind besonders stark die Provinzen Girin, Mukdcn und Djchol betroffen. Im Gebiete von Tschangtschung wurden 30 Pestfälle verzeichnet. Vas erste österreichische Handelsschiff Rom, 30. August. Im Hafen von Ancona hisste gestern das erste österreichische Handelsschiff seine Flagge. Es ist dies ein ehem. jugoslawisches Schiff von 3700 Tonnen, das von der Donau- dampsschiffahrtsgesellschaft gelaust wurde und das im Sinne des italienisch-österreichisch-ungarischen Abkommens seine Basis im Triester Freihafen haben wird. Das Schiff, das somit die erste Einheit der österreichischen Handelsmarine ist, wurde„Wien" getauft. Wirtschaftsrat der Kleinen Entente Belgrad, 31. August. Die dritte Tagung des Dirtfchaftsrates der Kleinen Entente beginnt am 24. September in Belgrad. Annäherung Albaniens an Jugoslawien und Frankreich Die albanische Regierung beabsichtigt, zwecks Vertiefung der wirtschaftlichen Beziehungen mit Jugoflawien, die durch den Abschluss eines Handelsvertrages auf eine feste Grundlage gestellt wurden, der jugosimvischen Regierung den Bau einer Eisenbahnstrecke vorzuschlagen, die die Hauptstadt Mbaniens, Tirana, mit dem Mittelpunkt des Bardaer Banats, Skoplje„ verbinden würde. Durch diese Eisenbahn, die überhaupt die erste in Albanien wäre, würde Tirana an die Strecke des Simplon-Expresses angeschlossen. Den Bau soll eine französische Gesellschaft übernehmen. Es verlautet, dass Albanien in absehbarer Zeit von einem französische» Finanzkonzern eine Anleihe eichalten soll, die wahrscheinlich auch die finanziellen Verpflichtungen Albaniens gegenüber Italien übernehmen wird. El« Wiener Kind wird geboren Man schrieb Feber 1934. Die Lage in Wien war derart gespannt, dass das Platzen eines Autoreifens, das plötzliche Bremsen einer Strassenbahn die Menschen schreckte. Passanten blieben stehen, aus den Läden und Hausfenstern guckten erschrockene Köpfe auf die Strasse hinaus. Selbst diejenigen, die von Politik nichts wissen wollten, die mit ihrem Alltag bisher ganz zufrieden waren, sprachen jetzt von unaufhaltsam herannahenden Ereignissen. Etwas musste geschehen. Man erstickte in der Ungewissheit. In Floridsdorf, mitten unter den anderen Arbeitern, wohnte der Schutzbündler und Stra- henbahnführer Hugo Raynert mit seiner jungen schwangeren Frau. Die Entbindung war eine Frage von Tagen, von Stunden vielleicht. Die unaufhörlichen Verhaftungen von Arbeitern, die ständigen Haussuchungen und die vielen dumpfen Gerüchte machten Anna Maria Raynert sehr nervös. In den Tagen nach der Verhaftung der Wiener Bezirksführer des Schutzbundes wurde in Floridsdorf, wie in allen Arbeitervierteln, von den nun fast unvermeidlich scheinenden Kämpfen gesprochen. Sie konnten nicht mehr lange ausblei» ben. Anna Maria weinte jedesmal, wenn Hugo in den Dienst mutzte: entweder wird er in«inen Strahenkampf hineingezogen oder sie wird inzwischen niederkommen. Den Sonntag verbrachten st« in ihrer kleinen Wohnung. Hugos Kameraden kamen und besprachen mit ihm die Geschehnisse der vergangenen Woche. Am Nachmittag wurde« Floridsdorf ein Vas Ende der Kommunlsten- * Republik In Fuklen Im Süden der Provinz Kiangs! und in West-Fukien bestand seit einigen Jahren eine Art chinesischer kommunistischer Republik, die sich wiederholt erfolgreich gegen Angriffe chinesischer Regierungstruppen verteidigte. Das gebirgige Terrain war für die Verteidiger unstreitig von Vorteil. Nun hat jedoch eine chinesische Armee unter Führung Tschangkaischeks die kommunistische Chinesenarmee geschlagen; die Reste, die sich in die Berge flüchteten, mussten sich gleichfalls ergeben. Tschangkaischek hatte die aufrührerische Provinz mit einem Kordon von befestigten Lagern umgeben. Anfangs August hatte die kommunistische Armee nochmals vergeblich versucht, sich durch einen Ausfall der Umklammerung zu entziehen. Nunmehr ist das Schicksal der Kommunisten- republik besiegelt. bekannter Betriebsrat verhaftet. Man plant« einen Proteststreik. Der Montag war ein regnerischer Wiener «Mag. In Floridsdorf war der Streik spontan ausgebrochen. Die Arbeiter verliehen die Werkstätten. Anna Maria stand an der Tür ihrer Wohnung und horchte, ob sie nicht die Schritte Hugos erkenne. Er kam nicht.— Inzwischen kamen Arbeiter und sagten, der Generalstreik sei ausgerufen. Die Polizei verhaftete viele Funktionäre. Die Truppen sperrten die innere Stadt ab. Die Polizei lieh nur„gutgetleidete" Personen durch, so datz man nicht wusste, was dort vorging. Anna Maria zitterte vor Angst und erbebte unter den zunehmenden Schmerzen. Hugo stand am Steuer und führte seinen Wagen, als die Strassenbahn plötzlich hielt. Man vermutete eine Stromstörung. Hugo blieb an seinem Platze stehen. Der Gedanke an einen Generalstreik bohrte in seinem Hirn, aber cs war niemand da, mit dem er darüber sprechen konnte. Dann hörte man Schüsse. Es krachte öfters. Die Fahrgäste verliessen den Wagen, auch Hugo eilte davon. Unter mancherlei Schlvierigkeiten kam er durch die Sperre und nach Floridsdorf. Die Arbeiter besetzten in Floridsdorf einige Polizeiwachen und entwaffneten die Polizisten. Die wichtigsten Berkehrstrahen wurden besetzt. Maschinengewehre wurden aufgestellt und die Arbeiter bewaffnet. Huge meldete sich bei seiner Abteilung. Mit dem Gewehr in der Hand nahm er den ihm zugewiesenen Posten ein. Einen vorbeilaufenden Jungen schickte er nach Hause, um Anna Maria zu benachrichtigen,' und auch um zu erfahren, wie eS ihr gehe. Der Junge machte nur ein paar Schritte— bei der Stange, an der die rote Fahne gehisst war. wurde er von einem Polizisten erschossen. i Landstand und Getreldeseschäft Eine Anfrage Aus einer Bezirksstadt im Böhmerwald gebt uns folgende Mitteilung zu: „Unlängst fand in einem Gcstbmise eine Sitzung der Bezirksleitung de« Bundes der Lnn». wirte statt. Dort wurde nach unseren verläßlichen Informationen ein Rundschreiben der Reich»- l« i t u n g der deutschen Agrarpartei verlesen, welche« den Bauern die Weisung gibt, m i t d e m Berkaus de« Getreide« zurück- z u h a l t e n. Diese Angelegenheit hat unter der hiesige» Arbeiterschaft größte Empörung hervor- gerufen, weil sie darin eine organisiert« Preistreiberei erblickt." Es wäre allerdings höchst sonderbar, wenn der Landstand mit solchen Mitteln versuchen würde, die Wirkungen des Gctrcidcmonopols aus die Konsumenten zu verschärfen. Durch eine solche Politik würden gerade jene N o t st a n d s gebt e t c gcsd;ädigt, welche im heurigen Jahre durch eine schwere Missernte bctroffeii wurden. Die RcichSfiihrung des Landstandes sollte sich klipp und klar dazu äusser», ob ein solches Rundschreiben hinausgegangcn ist, oder von wem die erwähnte Weisung auSgeht. Hitler, wie ihn keiner kennt Auch ein„Patengrscheuk" Wir lesen in der„Deutschen Revolution": Wie könnte die Moral eines Snstem« ander« sein, als die M oral seiner Träger und Führer? Hierüber liegt ein neues Beweisstück vor, so grausig erschütternd und so unsagbar genicin, dass man zweifelt, ob es sich dabei nm Menschen, uni Deutsche, abendländische Menschen des Jahres 1934 handelt: nach einer Berliner Meldung weigerte sich nämlich die Allianz-Gesellschaft deS beurlaubten Reichswirtschaftsministers Schmitt, dieBerficherungSsummen für Gregor Strasser und General von Bredow zur Auszahlung zu bringen, so dass die Witwen zur Klageerhebung gezwungen sind. Hinzuzufügen wäre noch, dass Hitler der Pate der Kinder Gregor Strassers ist. Einen solchen Paten, welcher zuerst den Vater der Patenkinder umbringen lässt und dann dafür sorgt, datz sie nichts zu essen haben, wird eS in der weiten Welt tvohl nicht so leicht geben. Anna Maria wälzte sich in Schmerzen, als sie den ersten Schuh vernahm. Im ganzen Hause war kein Mann daheim. Als die Schüsse sich mehrten, verlieb sie ihre Wohnung. Die Zähne in Vie Lippen gebissen, die Hände an den Bauch pressend, ging sie auf die Strasse. Frauen und Kinder liefen vorbei. Sie trugen Essen für ihre Angehörigen oder eilten, ihnen im Kampfe Hilfe zu leisten. Anna Maria fragte nach Hugo. Niemand konnte ihr Auskunft geben. Die Schmerzen wurden heftiger. Mit Mühe liess sie sich an einer Mauer auf die Erde nieder. Eine Frau, dann eine andere, und eine dritte kamen. Man wollte ihr helfen, sie hochheben, aber eS gelang nicht. Die Gcburtswehen hatten eingesetzt. Man versuchte einen Wagen der Rettungsgesellschaft zu bekommen. Man lief hin und her. Endlich gelang eS einem Burschen durchzukommen. Der Wagen musste nun jeden Augenblick kommen. Aber mehr als eine Stunde verging, ehe er eintraf. Der Arzt und der Gehilfe legten Anna Maria in den Wagen, und sie fuhren ab. Auf der Strasse krümmten sich Verwundete, lagen Leichen. Der Arzt wollte einige Verletzte mitnehmen, aber er darf sie doch nicht in den Wägen der Gebärenden aufnehmen l Und Anna Maria wälzte sich in Schmerzen. Sie heult, Der Arzt schwankte» Endlich fragte er sie doch, ob er einige Verletzte mitnehmen dürfe: Sie leiden schrecklich! Anna Maria hebt ihre» Kopf: Hugo kämpft auch. Dann sagt sic, mit letzter Kraft ihrer Stimme:„Arbeiter ja, Arbeiter so viel Sic nur mitnehmcn können," dann— fällt sie auf-ihr Lager zurück. Als der Wagen im Krankenhaus ankam, krochen zuerst die Verwundeten aus dem Wagen, dann hob man Anna Maria und ihren soeben im Krankenwagen geborenen Sohn heraus, und man trug sie an den Verwundeten vorbei in das Haus. I. Ules. Sette« Satnftng, 1. September 11)34 Nr. 204 Tagcsnculgkcltcn KonstantinSbad soll versteigert«erde» Die Bevollerung von KonstantinSbad und kstnyrbung. voran natürlich jene Menschen, welche ihren Lebensunterhalt aus dem Badebetrieb schöpfen, sind in begreiflicher Erregung, seit ihnen bekannt wurde, das; am 20. September das Bad KonstantinSbad versteigert werden soll. Den Antrag stellte die Böhmische Hypothekenbank, bei der Konstantine bad allein für Zinsen und Annuitäten mit 81)7.000 KC im Rückstände ist, welcher Betrag bis ,om> Tage der Bersteigening noch auf 1.2 Millionen anwachsen wird. Bad KonstantinSbad befindet sich seit dem Jahre 1031 im Eigentum der damals gegründeten Heilbad KonstantinSbad reg. Gen. m. h. H. An der Gesellschaft sind in erster Linie deutsch-agrarische Kreise beteiligt, ferner der Deutsche Aerzteverein der CSR. und einige Gemeinden. Die Schwierigkeiten von KonstantinSbad sind vor allem aus Fehl- undUeberinvesti- t i o n e n und die schlechten wirtschaftlichen Ber« hältuisse zurückzuführen. Im heurigen Jahre war der Betrieb aktiv. Da in der Hypothekenbank heute der tschechisch- agrarische Einfluß geltend ist, befürchtet man allgemein, daß Konstan- tiusbad durch die Versteigerung in tschechische Hände übergehen wird. Dies wollen vor allem die deutschen Agrarier vermieden sehen. DaS ist begreiflich, wenn man weiß, daß der landbünd- lerische Abgeordnete Zierhut Vorsitzender des Vorstandes der Genossenschaft ist. Mit Hilfe der Kreditanstalt der Deutschen und der Aerzte-Organi- sation soll die jetzige Genossenschaft in eine Aktiengesellschaft umgewandelt werden. Wir baben diese Frage in der Hauptsache vom s.ozia! en Gesichtspunkt aus beurteilt. Wir haben das größte Interesse daran, daß den Menschen, die heute aus dem Badebetrieb ihren Verdienst beziehen, diese Lebensgrundlage auch für die Zukunft erhalten bleibt. Wir haben— so schreibt unsere„Zukunft"— kein Verständnis dafür, daß man den Fall KonstantinSbad wieder zu einem nationalen Zankapfel macht, mag das von welcher Seite immer geschehen. Wo das demokratische Prinzip der Lebensrettnng einer ganz beträchtlichen Zahl von Menschen in den Vordergrund zu stehen hat, müssen chauvinistische Ge- sichtspuntle entschieden zurücktreten! Einbruch ins Egerer Museum Es war ein sachkundiger Dieb Eger. In der Nacht auf Freitag wurde von einem bisher unbekannten Täter im Egerer Museum im stadthause ein Einbruch verübt. Der Täter drang in das M ü n z l a b i n e t t ein und eutivendete aus der Fülle der Stücke nur die w e r t v o l l st e n, nämlich sieben Goldgulden und zwei Dukaten. Die Goldgulden zeigen die Bildnisse der Kaiser Albrecht, Karls I V., Sigismund, Ladislaus und Friedrichs. Die Dukaten stammen aus der Zeit Rudolfs II.(1588) und Karls VI.(1721). Der Täter, der die Vitrine mit einem aus der Sammlung des Museums entwendeten alten Bajonett aufgebrochen hatte, hat seine Beute mit großer Sachkenntnis ausgewählt. Die bloß vergoldeten Münzgalvano- plajtiken ließ er unberührt. Er wollte auch einen vor einigen Jahren auf der Egerer Kreisburg ausgegrabenen goldenen Schläfenring aus der serbischen Vorzeit stehlen, was ihm aber nicht gelang, da dieser gut befestigt war, so daß er ihn zerbrach und liegen ließ. Aus einem anderen Raum des Museums jiahl der Einbrecher noch einen alten goldenen Ring, der in einem Glasschrank mit Egerländer Schmuckstücken ausgestellt war. Der Dieb brach sodann das im gleichen Stockwerk liegende Zimmer des Bürgermeisters auf, erbrach dessen Schreibtisch und entwendete einen Geldbetrag von 280 Kronen. Drohbrief an Frau Roosevelt Rew'.York. An die Gattin des Präsidenten Roosevelt Ivar ein Brief gesandt tvorden, in welchem mit dem Raub ihrer Enkelkinder g e r o h t tvurde, falls sie nicht ein Lüsegeld von 108.000 Dollar(3,860.000 Kc) bezahle. Ter Bries tvurde jedoch, bevor er in das Weiße Haus gelaugte, von Beamten der Föderalpolizei beschlaguahint. In dem Schreiben wurde auch mit einem Anschläge auf den Präsidenten s e l b st gedroht, falls das geforderte Lüsegeld nicht bezahlt würde. Im Zusammenhänge mit dem Brief verhaftete die Polizei den 33jährigen ehemaligen Monteur des Marineflugwesens Barn. Der Brief war unterfertigt mit„Sangara". lieber den Zeitpunkt und den Ort der lleberreichung des LösegeldeS sollte Frau'Roosevelt telephonisch verständigt werden. Die angegebene Telephonnummer war jene der ?)>nea. Auf Grund derselben gelang es auch, Barn zu verhaften. Barn ist, wie berichtet wird, der Sohn einer begüterten Familie ans Charleston in Süd-Karo- lina. Seine Eltern erklärten, daß ihr Sohn'ei dem Jähre 1021, als er von einem Propeller ai' Kopfe ersaßt wurde, seelisch nicht gesund sei. Des halb, sei ,er auch aus dem Fltegerverüand entlassen tvorden. Schwere Feuersbrünste Erfurt. Das im thüringischen Landkreis Hildburghausen gelegene Dorf Marisfeld ist durch eine verheerende Feuersbrunst heimgesucht worden. Während eines schweren Gewitters schlug der Blitz in die Scheune eines Landwirtes und zündete. Zu allem Unglück waren die Fernsprechleitungen während des Gewitters zerstört worden, so daß die Nachbarwehren nicht zu Hilfe gerufen werden konnten. Da die Ortswehr allein zu schwach war, um des Feuers Herr zu werden, fraßen sich die Flammen mit unheimlicher Schnelligkeit weiter und erfaßten dreiWohn- Häuser, fünf Scheunen und zehn Nebengebäude, die in Schütt und Asche gelegt wurden. Die gesamte Ernte, landwirtschaftliche Maschinen und viele Geräte sowie Kleinvieh wurden ein Raub der Flammen. * Ankara. Das Dorf E v l a t bei Adalia wurde von einer riesigen Feuersbrunst heimgesucht, durch die 96 Häuser, sieben Speicher und zweiWirtShäuservernichtet wurden. In der Stadt A k s e r a y(Wilajet Konia) fielen das städtische Theater, fünf Sp. i- cher und ein Kaffeehaus einem Brande zum Opfer. Man sage nicht, daß Herr Henlein nicht erfinderisch sei. Ztvar sind viele seiner Propagandamethoden ganz und gar madc in Gcrmany. Wenn er die kleinen Geschäftsleute dadurch teils zu gewinnen, teils einzuschiichtcrn versucht, daß er seine Anhänger bei Einkäufen auf die Ladentische kleine Zettel legen läßt mit dem Text:„Soeben hat ein Mitglied der sudetendeutschen Heimatfront SHF bei Ihnen gekauft. Beachten auch Sie unsere Bewegung!" und wenn dann dieser Zettelattackc bald auch der Bcitrittswerber folgt, so ist das getreulich bis auf den Wortlaut und nur mit entsprechend andrer Firma dem Hitler- schen Vorbilde abgeguckt. Aber Herr Henlein produziert doch gelegentlich auch Einfälle sude- tendeutschen Denkfleiße-:-. So hat er jetzt, uni einem dringenden Bedürfnis abzuhelfcn, einen neuen Gruß orfimden, da ja der aus Rom bezogene„deutsche" Fascistengruß leider nicht nach der Tschechoslowakei eingefiihrt werden kann. Wenn sich also von nun an Henleins Hci- matsrontlcr begrüßen, so exerzieren sie folgende, letzthin in einer SHF-Vcrsammlung in Graupen bei Tcplitz erprobte Freiübung: die Faust der halb erhobenen rechten Hand öffnet und schließt sich abwechselnd bei der Skandierung des Grußes„Sieg Heilt". Was sie sich bei dieser Grußart denken, ist ihr Geheimnis. Und wie sie zst deuten sei, weiß man nicht. Eine aus der Faust aufschnappvnde und wieder zur Faust sich bal- lende Hand— was kann sie wohl symbolisieren? Faust— Hand, Faust— Hand—— soll daö Vielleicht heißen: Schlagen und Nehmen, Schlagen und Nehmen? Dann allerdings würde dieser Gruß sehr treffend die Praktiken ausdrückcn, nach denen gegenwärtig Henleins große Brüder Deutschland regieren! Tschechoslowakei im Europarmidflng erfolgreich. Bei den am Freilag in W a r s ch a u slallge- fundenen Prüfungen der Minimalgeschwindigkeit der an dem Europarundflug teilnehmenden Flugzeuge wurden: Erster der tschechoslowakische Chefpilot Änderte mit 55.5 Kilometer pro Stunde und 78 Punkten; Zweiter der tschechoslowakische StabStapitän A m b r u s mit 55.8 Kilometern pro Stunde und 76 Punkten; Dritter Stein, Deutschland, mit 58.5 Kilometern und 66 Punkten.— Slabslapitän Ambras pilotiert ein tschechoslowakisches Flugzeug Aero—200, Die Flugzeuge der beiden Erstsieger besitzen einen Walttr« Bora-Motor. Bon Schmugglern überfallen. Dienstag früh überfielen zwei Schmuggler, die Brüder Öndlej und Georg Z o l d y aus der Gemeinde Fer- tesalmas in der Slowakei, den Finanzwachaufseher Otokar Link, den sie mit einem Rechen am Kopfe schwer verletzten. Als sie versuchten, ihm den Karabiner zu entreißen, verteidigte sich Link mit seinem Dienstbajonett und verletzte Ondkej Zoldy, worauf die Täter die Flucht ergriffen. Sie wurden noch am selben Tage verhaftet und dem Bezirksgericht in Sevljus eingeliefert. Bor den Zug gesprungen. Donnerstag in den frühen Morgenstunden sprang beim„Neuen Gasthaus" in der Stähe von N e u h a u s ein zirka 20jähriger junger Mann vor den Zug. Die Identität des Selbstmörders konnte nicht festgestellt werden, da der vom Nunipfe abgetrennte Kopf völlig entstellt ist und der Selbstmörder keine Dokumente bei sich trug. Auf dem Tatorte wurde, sein Fahrrad gefunden. Diese Stelle wird regelmäßig von Selbstmördern aufgesucht, da sie dem Lokomotivführer keinen Ueberblick auf die Strecke gewährt. Blutiger Kindorstreit. In der Gemeinde Voloöjanka in der Slowakei kam es mit dem sechsjährigen Sohn eines Kaufmannes wegen eines Spielzeuges zu einer Rauferei, während welcher er m i t einer Hacke dem zweijährigen Sohn des Landwirtes Michal Holoväak die Hand zerschlug. Das schwerverletzte Kind mußte im UZHoroder Krankenhaus sofort operiert werden. An die Einlegerschast der Deutschen BolkSbank für Böhmen, Leitmeriht Die Teilgruppenkommission C des Allgemeinen Fonds der Geldanstalten in der Tschechoslowakischen Republik ist bereit, durch den Revisionsvcrband der deutschen Erwerbs- und Wirtschastsgcnosscnschaften in Aussig die Einleger der Deutsche» Volksbank für Böhmen, registrierte Genossenschaft mit beschränkter Haftung in Leit- meritz, soweit ihre Guthaben nach dem Stande vom t. Oktober 1931, jedoch ohne Zinsen seit 1. Oktober 1931, den Betrag von Kö 1000 nicht übersteigen, mit 45 Prozent dieses Gnthabens in der Weise zu befriedigen, daß allen diesen Einlegern gegen Ausfolgung des durch Losungswort, Vinkulierung oder sonstwie nicht mehr gebmidenen Einlagebüchels, bei Einlagen in lanfender Rechnung gegen Ausfol- gnng einer diesbezüglichen Urkunde, 46 Prozent des Saldos unter der Bedingung auSgczahlt werden, daß jeder Gläubiger der Deutschen BolkSbank, der diese Zahlung annimmt, auf jeden weiteren Anspruch gegen die Deutsche Volksbank oder sonst jemanden aus dieser Einlage verzichtet. und der volle Anspruch des so befriedigten Gläubigers auf die Teilgruppenkommission C des Allgemeinen Fonds der Geldanstalten in der Tschechoslowakischen Republik übergeht. Jeder Gläubiger, der in Kenntnis dieser Kundmachung die angebotene Quote von 45 Prozent in barctn Gelbe, annimmt und daö Ein- lagenbuch oder eine, sonstige Urkunde der AnSzab- lungsstelle auSsolgt, tritt durch die Annahme der Quote bei gleichzeitigem Verzicht auf jeden weiteren Anspruch seine ganze Forderung gegen die Deutsche Volksbank für Böhmen an die Teilgruppenkom- mission C des Allgemeinen Fonds der Geldanstalten in der Tschechoslowakischen Republik ab. Die Einlösung der Büchel und sonstigen Urkunden durch den Revisionsverband der deutschen Erwerbs- und Wirtschaftsgenossenschaften in Aussig für Rechnung der Teilgruppenkommission C erfolgt nur bis 31. Oktober 1934 und ausschließlich bei den Schaltern der Deutschen Volksbank für Böhmen oder von ihr eigens hiezu ermächtigten Stellen.— ES wird darauf aufmerksam gemacht, daß in den Lokalblättern der Orte der Niederlassungen der Deutschen Volksbank für Böhmen die jeweiligen Auszahlungstermine bekanntgegeben werden. Der„Fliegende Zug"» der aus einem Motorflugzug und drei Segelflugzeugen besteht, ist in seinem Bestimmungsorte in Koktebel einäetroffen. Der Krieg kann sclic nrgen ausbrechen!“ Mussolini, das Vorbild Hitler, 'bei seiner Rede, die er am FihluB der Italienischen Manöver hielt Stalin reist nach Ankara? Nach Meldungen aus Jstambul hat Stalin, der Staatschef der Sowjet-Union, die Einladung der türkischen Negierung angenommen, an den Feierlichkeiten teilzunehmen, die Ende September in Ankara am Jahrestage der Gründung der türkischen Republik veranstaltet werden. Falls diese Nachricht zutrifft, würde Stalin hiermit zum erstenmal den Kreml verlassen. Die Strecke Moskau—Koktebel in der Länge von 1329 Kilometer legte er in neun Stunden 37 Minuten zurück, wobei er nur eine Zwischenlandung vornahm. Der„König der Zigeuner", Michal K w i e l, trifft mit seiner 15 Personen zählenden Familie in diesen Tagen in U Z h o r o d ein. Er kommt zum Besuche der UZHoroder Zigeunerkolonie, den er ihr schon im Vorjahre versprochen hatte, als er von Polen über UZHorod fuhr. Damals besuchte Kwiek auch die Zigeuner-Schule und ernannte de» Lehrer Hegedüß zum„Zigeunerbaron" für die Verdienste, die er sich um die Hebung des Zigeunerstandes erworben hatte. Der „König der Zigeuner" führt auch seine Kronjuwelen mit sich und will erreichen, daß die UZHoroder Zigeuner-Kolonie ihn als Haupt der Zigeuner anerkenne und ihm die entsprechende» Abgaben zuführt. Lancashire boykottiert Australien. Die Erhöhung der australischen Einfuhrzölle auf britische Baumwollwaren hat die schwer notleidende Industrie von Laneashire weiter geschädigt. Die australische Regierung will vor den nächsten Wahlen darüber nicht mit sich reden lassen. Die Folge ist eine Bewegung in Laneashire, Butter, Hammelfleisch und andere australische Produkte zu boykottieren. Auf der Jahresversammlung der Lan- eashirer Lebensmittelhändler am 12. September soll dieser Boykott offiziell verkündet werden. Warnung vor gestohlenem Wechsel. Die Gen- darmericstation in Divisov teilt mit: In der Nacht vom 27. zum 28. August d. I. wurde die Kassa der Landwirtschaftlichen Genossenschaft in Divischau bei Beneschau ausgeraubt. Außer eiues kleineren Geldbetrages wurde ein unterschriebener, aber nicht ausgesüllter Wechsel entwendet. Dieser Wechsel war von Jan Kapal, Kleinlandwirt aus Divischau, unterfertigt und nur auf einen kleineren Betrag gestempelt. Da die Möglichkeit besteht, daß der Stempel durch einen anderen für einen höheren Betrag ersetzt werden könnte, wird vor seinem Ankaui gewarnt und gleichzeitig gebeten, falls der Wechsel zum Käufe angeboten wird, dies den» nächstliegenden Sicherheitsamte oder der Gendarmeriestation bekanntzugeben. Andauern des unbeständigen Wetters. Der Temperatur-Unterschied zwischen dem abgekühlten Nordwesten und dem noch sehr warmen Südosten des Festlandes verschärft sich weiter und macht sich auch im Gebirge unserer Republik geltend/Freitag um 14 Uhr hatten Luöenee 27 Grad und Christ 28 Grad Celsius, dagegen regnete es in Prag und Pilsen bei nur 15 Grad. Im Zusammenhang mit diesen Wetterunterschieden dürften sich über dem Mittelmeer weitere Luftdruckstörungen ausbilden, welche voraussichtlich mit dem allgemenen Südwinde in der Höhe hereinziehen und den Fortbestand des unbeständigen und namentlich im Westteil des Staates ziemlich unfreundlichen Wetterchahakter veranlassen werden.— Wahrscheinliches Wetter von heute: Andauer des unbeständigen und im ganzen ziemlich bewölkten Wetters. Im Westen der Republik stärkere Neigung zu Regenfällen und kühler als im Osten- In den mittleren Teilen des Staates strichweise Gewitter.— Wetteraussichlen für Sonntag. Keine durchgreifende Besserung. Vom Rundfunk Orupfehleumoerte» au» de» Programmen» Sonntag: Prag, Sender L.: 6.80 Gymnastik, 7.00: Pro« nienadenkonzert aus Karlsbad 12.15: MittagSkon« zert. 18.45: Sozialinformation. 16.00: Promena« denkonzert aus dem Riegerpark 17.40: Deutsch« Sendung:„Der Buchenhof". Eine Bauerntra« ' gödis ans dem nördl. Böhmen in 4 Akten. 18.55: Deutsche Press«. 22.80: Konzert. Sender S.i 14.80: D eu t s ch e S e n d u n g. Sozialversicherungsnovelle und Landwirtschaft 14.45 Arbeitersendung nBieligk: Respekt vor dem Lebe«. 15.00: Schrammel-Musik. Brünn: Uebertragung des Kurkonzertes aus Luhatschowitz. 14.10: Schallplatte». 14.20: D eutsche Sendung: Bürgermeister Czak: Di« Sorgen einer südmährischen Dorfgemeinde. 17.40.: Leichte Musik auf Schallplatte» 17.55: Deutsche Sendung: Goethe: Di« Mitschuldigem «r. 204 Seite 5 2ameins. 1. September 1934 Wie Heine Existenzen zugrunde gerichtet werden -ltmderbairc GeschäftSmethodrn der Auwnbtcilung der Skoda-Werke.— Der Leidensweg eines klein« AtzlotranSpprtunternehtnere. Au» Nordmähren geht uns eine Zuschrift zu, die wir, um der allgemeinen Bedeutung ihres Inhaltes willen, auszugsweise wiedergeben. Unser Leser§. Sch. schreibt uns: Mein Sohn hafte von den Stodawcrken einen überfahrenen Autobus gekauft und ickt hatte als Bürge die Wechsel unterschrieben. Tic von ibm betriebene Linie Bär n—H o s wark soviel ab. daß er seinen Verpflichtungen naatkommen konnte.(Der Autobus war. wie' üblich, auf Ratenzahlung gekauft.— A. d. Red.) Nach Ein» richtting einer staatlichen Autobus» Tinte auf dieser Strecke mutzte mein Sohn sei» ncn Betrieb einsteUcn. Wovon sollte er nun die Raten bezahlen? Er lieh fickt den Autobus auf einen Achtsitzer u m a r b e i t e n,* in der Hoffnung, auf diese Art etwa» verdienen und die Raten abzahlen zu können. Al» die neue Karosserie installiert war(wodurch der Wagen ein« höheren Wert repräsrn- iiertel, haben dir Herr« von der Autofirma Skoda dm Wag« wrgholm Ingen, bi» die rrft- lichm Rat« bezahlt wärm. Wie kann man einem Menschen zuniuten. dah er zahlen soll, wenn man ihm sein Wertzeug wegnimmt und er daher nichts verdienen kann? Ich habe mich bemüht, um Geld aufzmreibcn und den Wgaen auszulöscn. Mir Zuschrift vom UV. September 1932 hat- ftn sich dir Zkodawerke verpflichtet, sämtliche Ere- kutionm rnizustellrii und dm Wagen hrraüSzu» grben, wmn ich ÜOOO Kc bar erlege und den Rest! in Ratm zn 15VV ttö abzahltr. Trotzdem ich mri-! nrn Berpslichtungm nachgckommm bin, haben sie die Exekutionm wcitrrgesührt Aber ihren Advokaten haben sie von diesem Uebrreiukomurru nicht verständigt. Sie haben mir, als den Bürgen des Rauf» Vertrages mein Gehalt gepfändet(der Schreiber diese» Briefes ist P c n f i o n i st.— A. d. Red), meine Möbel beschlagnahmt und zuletzt sogar, trotz der übcriwmmcncn Verpflichtung zur Ein» stcllung aller Exekutionen, eine grundbücherliche Sicherstellung erwirkt, die erst später auf mein« Kosten gelöscht wurde. Trotzdem ich nach bestem Wissen allen Verpflichtungen nackgekommen bin, erhalte ich jetzt durch meinen Rechtsvertreter die Mitteilung, dah der Anwalt der Gegenseite eine Aufstellung eingereicht hat. nach welcher ich noch 1739 KC schuldig wäre. Obwohl meine» Wissens alles bezahlt ist, werden ständig neue Exekutionen geführt." Wie der Autor dieses Briefes betont, be» stehen die stets neu auftauchenden»fälligen For» derungcn" meist aus K a p i t a l Sz i n f c>i, die er widerspruchslos bezahlt hätte, wenn man ihn zur Zeit aufmerksam gemacht hätte, was aber— warum?— unterlassen wurde. Die stets erneute Eintreibung dieser„fälligen Forderungen" ver» ursacht stets neue Kosten für den ausgepowerten Klienten der Autofirma Skoda. Der verzweifelte Ton dieses Notrufes verpflichtet uns, die Gene» raldircktion der Skodawerke zu fragen, ob solche GcschäftSmcthodeii mit ihrer Genehmigung Prak» tiziert werden, oder nur Fleitzaufgaben übereifriger AbteilungSdirektorcn sind. Vielleicht legen sich die verantwortlichen Herren auch die Frage vor. ob solche Methoden geeignet sind, unter der Bevölkerung der deutschen Randgebiete die Beliebtheit der inländischen Grotzfirmen zn erhöhen, lind ob mit solchen Methoden letzten Endes dem Staatsinteresse gedient wird. Sowjetgefchwader besucht Gdingen. Am 3. September wird die sowjetrussiscktc KricgSftottc den polnischen Hafen Gdingen anlauscn. um den Besuch polnischer Kriegsschiffe in Sowjetruss- land zu erwidern. Das russische Geschwader wird sich aus dem Linienschiff„Marat" sowie auS den Zerstörern„Kalinin" und„Wolodarski" zusam- mensetzcn. Ter Aufenthalt in Gdingen soll fünf Tage dauern. Mord im Nachtasyl, In New Jork ist der 50 Fabre alte Föhn Sommer, der Sekretär eines Lb- dachloscn-Asnls, das eine Zufluchtftätte für taufende von Obdachlosen New Jorks bildet, auf tragische Weise ums Leben gekommen. Ein Rcstau- rationsangcstelltcr namens Caig, der für die Nacht Unterkunft suchte, batte an Sommer einen Dollar bezahlt. Er behauptete, er habe zu wenig Geld zurückcrhaltcn. Es gab einen Wortwechsel, der in Tätlichkeiten überging, und plötzlich krachten zwei Revolvcrfchüsse. Sommer brach tot zusammen. Ter verhaftete Caig Hai zugegeben, die Schüsse avgefcuerl zu haben. Zwölf Tage im Kohlenbunker bat der aus der französischen Fremdenlegion nach einjährigem Dienst in Tunesien geflüchtete junge Engländer A. E. Martin verbracht. Nach dem Kontrollauf» ruf vom 12. August floh er in gestohlenen Zivilkleidern. Als er bereits ztvischcn den.Kohlenhaufen im Bunker des englischen Dampfers Ustmouth lag, hörte er oben Soldaten nach ihm suchen. Vor dem Polizcigcricht zu Tundce erklärte der Schiffskapitän. auf Bestrafung des Flüchtlings wegen der erschlichenen Ueberiahn zu verzichten. Kleidrefaltrn sind Berschwendung— nur Sorgcnsnltcn sind gestattctk Das Modeamt des Dritten Reiches weist in einem Aufruf, gezeichnet vom zuständigen Führer Fung, die deutschen Frauen aus die Notwendigkeit hin. die Vcrscknvcn« düng von Stoffen zu faltigen und gebauschten Kleidern im Interesse der Rohstosferfparung rin» zustellcn und in Zukunft nur noch enge Kleider! zu tragen, wodurch sic auch bessere Figur machen ivürden. Ob das bei den vielfach zur Fülle neigenden BolkSgenossinnen. besonders der älteren Semester, wirklich zutrifft, kann man stark bezweifeln, dagegen ist cs sicher, das; Verbrauchs- einschränkung und Arbeitsbeschaffung schlechthin unvereinbar sind. Eleftriftzierung der Polnisch en Bohnen? Fn Warschau sind die"Vertreter des Londoner„Vcr- tragSauSschusscs für die Elektrifizierung der volni- schen Bahnen" cingetroffcn, der von zwei britischen Finanzkonsortien gebildet wurde und mit der volni-1 scheu Regierung einen Vertrag über die Elektrifizierung der Bahnen abschlotz. Tie britischen Experten untersuchen im Einvernehmen mir den Vertretern decpolnischen Verkehrsministeriuins die Möglichkeit der Eleftriftzierung des Eisenbahnnetzes im Innern Warschau». Dir erste Papierfabrik in der Türkei. In Jzmid wurde in Anwesenheit des Ministerpräsidenten JSmel Pascha der Grundstein zur ersten türkische» Papierfabrik gelegt, die von der Sumer-Bank sinan» ziert wird. Die neue Papierfabrik soll im nächsten Jahre den Betrieb aufnehmen und wird eine Tageskapazität von 85 Tonnen Papier habe». Die Zellulose, deren die Fabrik jährlich 5000 Tonnen brauchen wird, soll anfangs aus dem Ausland eingefiihrt werden, doch wird sie später ebenfalls in der Türkei erzeugt werden. Die Papierfabrik in Jzmed ist der dritte Versuch, in der Türkei Papier zu erzeugen. Tic erste Papiersabrikation wurde im 18. Jahrhundert unter Sultan Achmed III. versucht, doch dauerte die Erzeugung nicht lange. Ein ähnliche» Schicksal ereilte auch das Unternehnien, das Ende des vorigen Jahrhunderts in Beykos gegründet wurde und seine Fabrikation einstellen muhte, da e» die fremde Konkurrenz infolge der sogenannten Kapitulationen, deren sich die Türkei erst vor einigen Jahren definitiv entledigte, nicht aushalten konnte. Erste Originalbilder von dem Dmchrekord de» Amerikaner» Beede Vor kurzem konnte der Amerikaner Dr. William B e e b e(rechts) mit seinem Landsmann Otis Bar ton in einer befandet dazu angefertigten stählernen Taucherkugel bei St. Georges, Bermuda; einen neuen Tauchrekord aufstellen. Er gelangte in eine Meerestiefe von 910 Metern. Seine Tauchversuche dienten ausschliesslich der Beobachtung der Meerestiefe, in der er wissenschaftliche Feststellungen gemacht hat. Unser Bild zeigt.links die beiden Taucher und rechts die stählerne Kugel beim Hinabgleiten in den Ozean. Ls gibt keineUnklariieiten mehr beim Einkauf von Glühlampen Verlangen Sie nur lampen mit Garantie für lichtleiitung und Stromverbrauch, ver« langen Sie die neuen Osram» Q»lampen. Den Osram»•lompen ist die lichllei- ttvng letzt durch Stempeloufdruck bescheinigt. Gegenüber unvollkommenen, minderwertigen Glühlampen geben Otrom-Q-lampen bl* 30*/, höher* Lichtausbeute. Jetzt können Sie oonz billiget licht haben, wenn Sie Osram-Q-lampen verwenden. Aber ausdrücklich Oirom-Qj lampen verlangen! Im Dachsteingrbirt fielen fünf Touristen in I eine Gletscherspalte. Einer der Verunglückten ar-i beitete sich mit Hilfe der anderen aus der Gletscherspalte heraus. Durch ibn lonnlen dann die anderen durch Seile bochgezogen werden. Vier Touristen erlitten nur leichte Verletzungen, der fünfte erlitt schwere Verletzungen. Sein Zustand ist besorgniserregend. Erstbesteigung im Kaukasus. Tie au» drei Mitgliedern de» schweizerischen Alpimsten-Klubs be- itevende schlveizcrische Kaukasus-Erpedition unternahm die erste gelungene Besteigung de» 4926 Meter hoben Gipfel» des Berges Mischtrgitau. Tie von vielen Expeditionen unternommenen zahlreichen Versuche der Besteigung dieses Gipfels waren bisher immer gescheitert. Embryo-Entwicklung verfilmt. Die Sektion für wissenschaftliche Kinematographie beim A l l ukrainischen Institut für experimentelle Medizin hat .mit der wikrokinematographischcn Ausnahme der Entwicklungsprozesse des"Embrvo bigonnen. Als Unier- snchungsobjekf tmtrde.das befruchtete Ei de» hi» t o n grtvählt.'Die ersten Aufnahmen ermöglichen es. die ersten Etappen der Entwicklung des Embrno von der Bildung der beiden ersten Zellen bi» zur Ent- siehttng des Medullarrohre» t Gehirnbildungt zu verfolgen. MillM M WIM Die Hppfeneente Gestern schilderten wir das Ergebnis der heurigen Hopfenpftücke und die Entiäuschliug der Pflücker, die sehr geringe Verdienste mit nach Hause bringen konnten. Die Ernte ist nach den vorliegenden Berichten trotz der grossen örtliche» Unterschiede im ganzen genommen eine sehr gute und übersteigt die vorjährige. Allein im Saazer Gebiet wird sie auf 109.000 Zentner szu SO Kilogramm) geschätzt. Insgesamt werden 140.000 Zentner erwartet. Bedeutungsvolle internationale Gewerkschaftsberatungen In London fand in Anwesenheit der Genossen W. M. Titrine als'Vorsitzenden, L. Io u» h a u x, C. M e r t e n s, I. I a c o b s e n, R. K lein, I. S ch o r s ch und der Sekretäre des I. G. B. S ch e v e n e l s und G. Stolz eine Sitzung des Vorstandes des Fnternationalcn Ge- werkschaftsbundcs statt, die vor allcni dem Ausbau des I. G. B., der Festlegung der Taktik im Kampfe gegen den FasciSmnS und der Prüfung der Lage in den europäischen und ausscrcüropäi- schen Ländern, in welchen der Friede gefährdet ist, gewidmet war. Um 87. August wurde kn Weymouth die Sitzung des Generalrates des I. G. B. eröffnet, an welcher aus der Tschechoslowakei die Genossen Maeoun und Klein teilnahmen. Der um» fangreiche Bericht des Sekretariates des I. G. B. für den Zeitraum vom 1. Juli 1933 bis 31. März 1934 enthält neben den formalen Angelegenheiten wichtige Massnahmen gegen die Reaktion, Wobei die Verbindung mit den der Inter» nationale angeschloffencn Zentralen und insbe» sondern auch jenen, die die Mitgliedschaft noch nicht angemeldet haben, betont wird. Die Sitzung stand im Zeichen der Reorganisation der Bestrebungen der internationalen Gewcrkschaftsorganisation, wobei ständig Wege und Methoden der zweckmässigen Zusammenarbeit des F. G. B. mit den Ge- wcrkscktaftsinternationalcn geftiän werden. Tie Debatte über diese Angelegenheit klang zugunsten der Autonomie dieser Fnternalionale aus. dockt stitnnuen alle Redner darin überein, daß bei Aufrechterhaltung dieses Grundsatzes die solidarische Zusammenarbeit gepflegt werden solle. Die Vertreter der Tschechoslowakei, Kcuosse M a- e o u n und K l e i n, machten aus die Bedeutung wirtschaftlickier Aktionen aufmerksam und verlangten. das; der I. G. B. aktiv an dem Aufbau einer neuen Wirtschaftspolitik tcilnchme. welckte die Gefahr des FascismnS am wirlungsvollstett bekämpfen würde. Genosse Bl a c o u n machte auf das Bestreben der kschecktoflowakifchen Arbeiierscktast aufmerksam, die Demokratie zu erhalten, und sprach sich für jede Unterstützung unserer Republik aus. Begreiflicherweise fielen in den Rahmen der Beratungen auch die sozialpolitischen Angelegen- heitku, vor' allem die Aktion zugunsten der 40- Stunden Arbeitswoche. Die Sitzung betonte die Bedeutung des An- fchlusses Amerikas an das Internationale. Arbeitsamt und fahle Beschlüsse, tvelche in der Politik der Gewerkschaftsbewegung die Folgerungen aus diesem Faktum ziehen sollen. Eine anherordentliche Ausmerlsamleit wurde den Verhältnissen in Deutschland, Oesterreich und im Saargebiet gewidmet. Es wurden die Richt- linien bestätigt, welche der I. G. B. in dieser Richtung zur Geltung bringen soll. Auch dem Jugendproblem wurde die gebührende Aufmerksamleit zugewandt»nd die beschlossene Resolution iveist wiederholt aus die For» dcrungcu der Gcwcrkschastsjngend hin. An der Sitzung nahmen der Vertreter des Internationalen Arbeitsamtes Genosse Staat, der Generalsekretär der politischen Fittcritationale Genosse Adler und eine Reihe anderer Gäste teil. Besonders herzlich wurden die Gäste aus Amerika begrüßt. QImof In den Tropen kennt man eine furchtbare Art von Wahnsinn: AiUol. Wenn ein Eingeborcitcr den Amok-Anfall bekommt, packt er die erstbeste Waffe, läuft und tötet jeden, den er trifft. Durch den Anblick von Blnt tvird er immer wahnsinniger, er mäht ganze Strassen von Menickten ab und versetzt die halbe Stadt in wilde Flucht, bis er erschossen oder gefangen wird. Heute sah ich in der Wassergasse einen ähnlichen Fall. Ein junger Arbeitsloser, der wahr» scheintich stundenlang in den Nebenstrassen erfolglos gebettelt hatte, lief wie wahnsinnig durch die Menge. Er bettelte einen jeden an, keuchte unverständliche Worte und lief weiter, manchmal früher noch, als man in die Tasche greifen konnte. Ein Mädchen, daö vom weiten zusah, fing einen seiner verzweifelten Blicke auf. Sie verstand. Zufällig hatte sic ein Stück Brot in der Aktentasche, und das zeigte sie dem jungen Mann. Der sprang wild darauf zu. packte cü, biss hinein, lachte auf, lief, lies und verschwand. „Warum hat er sich nicht bedankt?" brummte eine dicke Frau und wies mit der behandschuhten Hand in der Richtung, in der er verschwunden war. Dann verzog sic die Lippen zu einer verächtlichen Grimasse:„Wie unhöflich jetzt die Jugend ist!" h— b. Seite» „Sozialdemokrat" TamStag, 1. LcPtkMdcr 1934. Nr. 264 PBACEB ZEITUMG Dr. Armin Klein'» letzter Weg. Gestern nachmittags wurde auf dein Wolfchaner Friedhof Genosse Dr. Armin Klein zu Grabe getragen. Eine große Anzahl Freunde, Genossen und Kollegen gaben ihm das letzte Geleite, die sozialdcmolra- .tischc Partei und besonders ihre Prager Bezirksorganisation tvar vielfach vertreten. Nach der Zc- remonie nahm namens der deutsche» proletarischen Lrganisationcn Abg.Genosse I a k s ch in tiefer Er» grjsfcnhcit Abschied von dem wertvollen Menschen und Mitarbeiter, der auf so tragische Weise ums Leben gekomnicn. tvar. Auch die Landcsbchördc und das Gesundheitsministerium hatten einen Sprecher entsendet, der den Ernst und die Bedeutung Dr. KlcinS Lebensarbeit und seine beispielgebende Kollegialität rühmte. Zum Schluß sprach noch ein Abgesandter der gesamten deutschen und der sozialistischen tschechischen A b st i n e n z b e w e« g u n g herzliche AbschiedStvorte. Delegierte vieler Kulturorganisationcn, denen der Verstorbene angehört hatte, traten mit letzten Grützen stumm zu dem Grabe, das nun die Reste eines prachtvollen KulturarbciterS birgt. Im Zcntralorgan unserer tschechischen Genossen schreibt Genosse Dr. I. Kislingcr: Genosse Dr. Armin Klei n, ein Funltionär des Vereines der sozialdemokratischen Acrzte. war ein guter Genosse und ein guter Mensch. Als leitender Arzt der III. Olympiade denke ich mit Rührung daran, daß ich sein intcgiacincs und gütiges Antlitz zuletzt. noch unter Den Aerztcn gesehen habe, die den Sanitätsdienst auf dem Stadion übernommen hatten. Genosse Tr. Klein, ein höherer und nicht mehr junger Staatsbeamter, gehörte zu ihnen und pflegte gewissenhaft und aufopfernd die Erkrankten. Ehre seinem Angedenken! Tie öffentliche Fachbücher»! und Lesehalle des Verbände- zur Förderung der Industrie in Böhmen (Technologie und Volkswirtschaft) ist ab 1. September wiederum täglich außer an Sonn« und Feiertagen, von halb 16 bis halb 20 Uhr geöffnet. Die Lokalitäten der Bücherei befinden sich in Prag l., Ryttkskä 81. Den Lesern stehen an 400 Fachzeitschriften und 120.000 Bücher zur Verfügung. Ausschaltung von Telephonkabcln. Das Telegraphenbauamt Nr. 2 in Prag gibt den Telephonteilnehmern bekannt, daß zwecks Messung und Aus» bcsscrung des Telcphonkabels die Telephonstationen inBkevnov vom Pohorelce angefangen bis zum Weißen Berg am Sonntag, den 2. September von 7 Uhr bis 10 Uhr ausgeschaltet werden Mitteilungen aus dem Publttmn. Wie neugeboren fühlt man sich nach einer leichten Einreibung mit Alpa-Franzbranntwein. Regelmäßige Massagen mit Alpa machen den Körper widerstandsfähig, erfrischen bei Ermüdung, reinigen die Hautoberfläche und regen den Blutkreislauf an. 100 Trauerkleidung für Damen und Mädchen in der separaten Traucrabteilung der Firma Busch, Prag I., Pkikopy 27. Eingang nur innen im Haus, I. Stock. Einzigartige Auswahl! 2683 «erlclttrsaal Verurteilter Defraudant als Buchberater Komisches Ende eine» BeruntreuungSprozeffeS Prag, 31. August. Der 2Sjährige Josef Scharm aus ZiZkov war durch mehrere Jahre als Beamter bei der Arnauer Firma Alois Hofmann angestellt und wurde schließlich mit der Leitung der Prager Verkaufsstelle dieser Firma betraut. Später zeigte sich freilich, daß diese Wahl wenig glücklich gewesen war. Denn Josef Scharm, dem die Polizei das Zeugnis ausstellt, daß er sich gern betrinke, veruntreute systematisch und auf ziemlich raffinierte Art nach und nach über 46.000 K£. Der Sachverhalt ist vollkommen klar und eindeutig und so wurde Scharm heute vom Senat des OGR. Novotny zu dreizehn Monaten schweren und verschärften Kerkers verurteilt.. Die Verhandlung dieses keineswegs ungewöhnlichen Falles endete jedoch mit einer unerwarteten Pointe. Nachdem das Urteil bereits verkündet und vom Angeklagten angenommen war, erbat sich ein Vertreter der geschädigten Firma das Wort zu einem nngcwöhnlichen Ansuchen. Er bat nämlich das Gericht, den verurteilten Delinquenten von anitswegen nach Arnau zu entsenden, um■ die Bitcher der Firma in Ordnung zu bringe n, die angeblich infolge der gesetzwidrigen Tätigkeit Scharms dringend eines sachverständigen Beraters bedürften. Dieser Bitte um„amtSwegige" Delogierung eines Verurteilten zwecks buchhalterischer Beratung konnte vom Gericht allerdings nicht stattgcgeben tverden. Die Sache wäre höchstens in der Art zu arrangieren getvesen, daß der verurteilte Joses Scharm freiwillig um einen Strafauf» s ch u b angesncht und ebenso freiwillig die gewünschte Revision der Geschäftsbücher während dieser Anfschnbsfrist übcrnonimen hätte. Aber der Verurteilte zeigte durchaus keine Lust, um Strafaufschub anzusnchcn und den Buchberater seiner Firma zu spielen. Er winkte niit nachlässiger Handbeweguiig ab:„Woher denn—! Die Firma hat es gerade so weit zu mir, wie ich zu'ihr!" Der Firmavertreter lockte und beschwor:„Es ist eine Arbeit für vierzehn Tage".— Aber Scharm blieb unbeugsam, und war um nichts auf der Welt zu bewegen, das Gericht uni Strafaufschub zu bitten, bloß um die Bücher seiner ehemaligen Firma in Ordnung zu bringen. Schließlich wird wohl ein Ausweg gefunden tverden. Nachdem Josef Schar m mit Galgenhumor erklärt hatte, er sei„für längere Zeit tagtäglich in Pankraz zu sprechen", wurde diese interessante Debatte abgebrochen. Vielleicht gestattet der Senatsvorsitzende, daß die Vertreter der geschädigten Firma mit den Geschäftsbüchern nnterm Arm dem Häftling Josef Scharm einige außertourliche Besuche abstatten und sich von ihm Buchberatung erteilen lassen, rb. Kunst und wissen TaS neue Abonnement im Deutschen Theater. Ausgabe der Karten für bisherige Abonnenten bis iicktusive Mittwoch, den 5. September. Annahme von Vormerkungen für neueintretende Abonnenten täglich. Preise: Parterre- und 1. Ranglogen(Pro- szenium) 6400(8.400) KL, Parterre- und 1. Ranglogen(übrige) 6000(8.200), 2. Ranglogen 4800 (2800). Fauteuilsitzc, 1. bis 8. Reihe 1860(090), Fauteuilsihe, 4. Reihe 1650(800), Parkett, 6. bis 8. Reihe 1480(800), Parkett, 9: bis 12. Reihe 1250(600), Parkett, 13. bis 20. Reihe 960(520), Balkon, 1. Reihe 1400(750)' Bälkdn, 2. bis 4. Reihe 1100(500),'Balkon, 5. bis 7. Reihe 800 (480) Galerie, 1. Reihe 720(870), Galerie, 2. bjs 6. Reihe 550(200), Galerie, 7. bis 10. Reihe 400 (220) Kö.— Tas Abonnement bietet gegenüber den Kassenpreisen eine Erniäßigung bis zu 65 Prozent.— Das Programm, das bisher zu einem Einzelpreis von 2 K£ verkauft wurde, wird jetzt a»> die Abonnenten gegen einen Pauschalbetrag abgegeben werden. Dieses Pauschale beträgt für 64 Vorstellungen— einen Sitz im Viertel- abonnement— 80 Kö, für 82 Vorstellnnspm— einen Sitz' im Achtel-Abonnement— 15 Kf, für eine Viertelloge 50 Kö. eine Achtelloge 25 Kö pro Jahr, also im ganzen weniger als 50 Heller pro Vorstellung. Der Inhaber von zwei Sitzen hat auch nur ein Pauschale, also 80 resp. 15 Kö, zu bezahlen. DaS Reue Deutsche Theater eröffnet Donnerstag, den 6. September, mit„F i d c l i o". Dirigent: Szell.(C 1.)— Freitag: Erstaufführung„Der Bogelhändler" in der Neubearbeitung.'Regie: Licbl, Dirigent: Rieger.(D 2.)— Samstag, neuinszeniert:„Othello" von. Shakespeare. Regie: Liebl.(C 2.) Die Vorstellungen des Neuen Theaters bis zum 20. September sind noch im alten Abonnement! Für alle oben" genantsten Abende im Neuen Theater und in der. Kleinen Biihne sind Gutscheine gültig,-damit die Abonnentech Gelegenheit haben, dieselben noch im Laufe des Monats September zu verwenden. Die Kleine Bühne eröffnet am Mittwoch, den 5. September, mit einer Aufführung pon „H e d d a G a b l e r". Die textliche Bearbeitung nach der großen Gesamtausgabe und die Neuinszenierung besorgt Julius Gellner.— Donnerstag„Stratz c n m u s i k".— Freitag Uraufführung der Clown-Komödie„Troß und T o b b y" („Das Haus der tausend Nuancen")..Regie: Marlö.— Samstag neuinszeniert„Bunbur y" („Ernst sein ist alles"). Regie: Götz.' Ans der Partei Sozialistische JigcM, Kreis Prall Sonntagswanderung. Wir treffen uns um 8 Uhr früh an der Endstelle der Fünfer Elektrischen in Hlnboöepy.— Montag, 3. September: 10 Uhr: Besprechung der Gruppenobmänner. 20 Uhr: Sitzung der Kreisleitung im Parteiheim.— Dienstag, 4. September. Ab Dienstag finden in den Gruppen wieder regelmäßig die Heimabende statt.— (S. I. Holleschowitz: Heim Kamenickä 1. Wochenbericht. Bericht vom Internationalen Jugendtag in Lüttich und vom Jugendtreffen in Oberleutensdorf. — S. I. Smichowr Parteiheim, Rärodni 4.— 5. I. Weinberge: Heim DTJ.-Platz am Rieger- park.— S. I. Zentrum: Skautsktj domov, Petrskc näbk.)— Donnerstag, 6. September: 20 Uhr, im Pärteiheim Funktionärappell. Erscheinen der Gruppen- und Kreisfunktiönäre ist Pflicht! Iper!»Spiel• Körperpflege Der i«t»r»e»tto«»te Gtafettentag der Ardetterfportler Nur noch kurze Zeit trennt die Verbände der SASJ vom internationalen Stafettentag. der in der Massenbeteiligung die größte Veranstaltung der SASJ werden wird. Hunderttausende werden in den nächsten Wochen durch die Städte und Dörfer laufen und Kunde bringen von der Lebenskraft der Arbeitersportverbände. Die Grüße der Verbände und Vereine an den internationalen Arbeitersport werden dem Technische,»'Haupt» ausschnß von den Verbänden zugesandt und im Archiv der SASJ aufbewahrt, als ein Zeichen der Kraft und Treue in Krisenzeiten. Der Stafe.tten- tag wird den lebendigen Ausdruck oer Zusammengehörigkeit des internationalen Proletariats bilden und sein Abschluß der Kon- greß der SASJ in Karlsbad darstellen. Auch in England möglich! Daß in England im Sport das F a i r p l a y herrscht und streng geübt wird, ist wohl bis in die heutige Zeit eine allgemeine Meinung gewesen. Run kommt aber aus dem Jnselreich die Meldung, daß der Schiedsrichter, welcher das Rückspiel im Wasserball-Länderkampf Ungarn—England in Wembley bei London leitete, so arg benachteiligte und durch Ausschlüsse dezimierte, daß diese beim Stande 2:2 den Kampf aufgaben, das Wasser verließen und auf die Fortsetzung verzichteten.— In den Schwimmbewerben siegte Uber 100 Dards Freistil der Ungar Czik in 64.4 Sek. vor dein Engländer French in 58.2 Sek. DaS 100 Mieter-Brustschwimmen gewann Mezei(Ungarn) in 1:18.4 Min. Bezahlte Fußballer für 5 bis 2g Kö! Der ABC. Branik, ein Prager Vorort-Fußballklub, bat bei der CsAF. das Ansuchen eingebracht, bezahlte Spieler aufnehmen zu dürfen. Als Höchstsätze(!) sollen Beträge von 6 bis 20 Kö gelten! DaS Motorradrennen ,,Um den goldenen Sturzhelm" findet Sonntag in Pardubitz statt und weist Wiederrum eine starke internationale Besetzung auf. U. a. sind Fahrer aus Frankreich, Oesterreich, Deutschland, Holland gemeldet. Da der vorjährige Sieger Buttler(Deutschland) bisher nicht auf der Starterliste ist, gilt als Favorit der Franzose Meh- nicr. Den tschcchoslotvakischcn Fahrern werden gute Platzchancen zugesprochen, niit Ausnahme Juhans, der wohl diesmal ein ernsthafter Konkurrent fein wird. Die nächsten Frauen-Weltspiele sollen nach einem Beschluß der Internationalen Frauen-Sport- Föderation im Jahre 1088 in Berlin abgehalten werden. Prenn nach Rußland. Einer mit der besten Tennisspieler der Welt und ehemaliger Meister von Deutschland, Pr e n n, welcher jetzt ständig in London seinen Wohnsitz hat, fahrt Anfang September nach Sotvjetrußland, wo seinem Start mit großem Interesse entgegengesehen wird. Schmeling erhält aus dem Kampf mit Reuse! eine Million KL. Dem Boxkampf Schmeling—Neu- sel welcher an» vergangenen Sonntag in Hamburg stattfand, wohnten rund 85.000 Zuschauer bei. An Eintritt wurden rund 400.000 Mark eingenommen, das sind rund vier Millionen Kö. Neusel erhielt davon 67.000 Mark, d. s. zirka 600.000 Kö, und Schmeling mehr als 100.000 Mkark. also zirka»ine Million Kö.— Das ist der„Verdienst zweier Boxer in kaum einer Stunde... . Hinter den Kulissen des Boxsportes. Der ehemalige Manager des gewesene» Weltmeisters Prinio C a r n e r a, Leon S ö e, hat ein Buch geschrieben, in welchem er behauptet, daß die meisten Kämpfe Carneras, einschließlich der beiden gegen?)oung Stribling, eine abgekartete Sache gewesen seien. Inden» Manager Söe diese Behauptung aufstellt. muß er allerdings zugcben, daß er selbst eS war, der den ganzen Schwindel arrangierte. Söe erzählt in dem Buche u. a., wie die zwei Matches gegen Stribling abgekartet wurden. Zwischen den beiderseitigen Managern wurde vereinbart, daß Stribling den einen und Carnera den anderen Kampf gclvinne, daß aber keiner der beiden Boxer regulär geschlagen werden solle. Zum Schluffe gibt er eine Liste sämtlicher Kämpfe CarneraS und fügt bei jedem Kampfe das Wort'„abgekartet" oder „echt" hinzu. Danach wären von 49 Kämpfen Carneras 80 eine abgekartete Komödie gewesen... Nazi-Amnestie— im Pferdesport! Der Führer deS deutschen Turssportes Litzmann hat eine Bekanntmachung erlassen, in der eS heißt: „Aus Anlaß der vom Führer verordneten Amnestie erlasse ich mit sofortiger Wirkung alle vor dem 2. August 1934 ausgesprochenen Fahrverbote, soweit die gleichzeitig verhängten Geldstrafen bereits bezahlt sind." Der Pferdesport ist ein ausgesprochener Geschäfts» spart, hei welchem die Zuschauer wohl am meisten geneppt werden. Tenn es kommt oft genug vor, daß— im Trabersport am häufigsten—..Abmachungen" den Verlauf der einzelnen Rennen bestimmen. Wenn solche„Schiebungen" bestraft und ihre„Förderer" entfernt werden, ist das wohl kein Schaden. Solche Elemente sind nun in Deutschland amnestiert worden, wenn sie nur ihre Geldstrafen — bezahlt haben... verclnsnadirlditcn Wanderung am Sonntag, den 2. September. Das Ziel unserer Wanderung ist die S k a l k a. Treffpunkt um achi Uhr früh beim Smichover Bahnhof. Fahrtspesen 8 Kö. Seid pünktlich und kommet recht zahlreich! 81 arbeitende Frauen haben in der letzten Turnstunde nach getaner Arbeit durch Gymnastik, Geräteturnen und Ballspiele Erfrischung gefunden.' Auch Ihr anderen braucht das Turnen, reiht Euch daher in unsere Reihen ein.(Montag und Donnerstag von 7 bis 9 Uhr abends in der Turnhalle, Prag II, Stöpanskä ul. 20.) n«r Mim Mach«, im Exil Der gestrige„Beöernik Prävo Lidu" veröffentlicht einen Brief des Filmregisseurs Gustav Machäty, aus dem hervorgeht, daß der Schöpfer des„Erotikon" und der„Ekstase"(die, trotzdem sie der Papst für unsittlich erklärte, bei den gegenwärtig stattfindenden Filmfestwochen in Venedig international« Anerkennung fand) in Wien unter schwierigen Bedingungen einen deutschen Film dreht, weil man ihn in Prag seit langem nicht mehr beschäftigt hat, so daß er in größte Rot geraten war. Mit Recht knüpft daS „Prävo Lidu" an diesen Brief vorwurfsvoll« Bemerkungen gegen die Prager Filmproduzenten, die nicht, einmal nach dem Erfolg des letzten Machäty- FilmS in Venedig seinem Schöpfer einen neuen Auftrag erteilt'haben. Wir haben auf die Nichtbeschäftigung MachätyS in Prag schon wiederholt hingewiesen. Und selbst wenn aus Kreisen der hiesigen Filmproduzenten gegen ihn persönliche Gründe ins Treffen geführt werden, so halten wir doch daran fest, daß die Kaltstellung dieses Künstlers, der durch seine Leistungen zweimal die Welt auf den tschechischen Film aufmerksam gemacht hat, nicht nur eine Undankbarkeit, sondern— in Anbetracht des üblichen Niveaus der tschechischen Filmproduktion— eine Unbegreiflichkeit ist. Ueber die„künstlerischen" Gesichtspunkie, nach denen die tschechischen Filmproduzenten bei der Auswahl ihrer Regisseure vorgehen, belehrt wohl'am besten ein„Interview", das kürzlich der meist be> schäftigste tschechische Filmregisseur erteilt hat und in dem er erklärte, seine Absicht lei, dem Publikum seinen Willen zu erfüllen und den Unterneqmer aus seine Rechnung kommen zu lassen. Wer sich keinen Illusionen über die kapitalistische Filmindustrie hingibt" der wird die Beliebtheit eines solchen„Film- künstlerS" bei seinen Auftraggebern verstehen,(die von dem, was sie„Publikum" nennen, eine ebenso schlechte wie bequeme Meinung haben). Aber wir geben die Hoffnung nicht auf, daß sich auch unter den tschechischen Filmproduzenten Ausnahmen finden, die ihr Kapital wenigstens hin und wieder als Verpflichtung zu künstlerischem Ehrgeiz empfinden. Denn von solchen Ausnahmen muß schließlich die Filmkunst— wie jede Kunst— im kapiialistischcn Zeitalter leben.—eiS— Literatur „Die Fackel schwelt", eine grundsätzliche Auseinandersetzung mit Karl KrauS im eben erschienenen Aufruf. Streitschrift für Menschenrechte. Einzelnummer 8 Kö in allen Buchhandlungen. Verlag, Prag, Krakovskä 18. AuS Anlaß der Akademische«'Wiche wurde allen Teilnehmern durch daS Eisenbahnministerium ein 60prozentiger Nachlaß der Bahnfahrt gewährt. Jntereffenten mögen sich wegen Einsendung der Legitimation sogleich anmelden. Den Professoren au Mittel» und Fachschulen hat daS Schulministeriam einen Urlaub zwecks Teilnahme an der 2. Akademischen Woche vom 1. bis 7, Oktober bewilligt. Informationen erteilt das Sekretariat der Akademischen Woche in Prag l., Nr. 284, und zwar nm schriftlich. Künstler-Anekdoten Das Dichterviertel. In einem Vorort Münchens, in Schwabing, gab es eine Straße, die zum größten Teil von Dichterlingen bewohnt war. Der geistsprühende Satiriker Saphir sagte eines Tages einer Dame, die in dieser Straße wohnte und ihn darauf aufmerksam machte:„Ja- diese Straße ist sozusagen ein Dichtcrviertel, in dem Vierteldichter wohnen, die fast alle ohne Ausnahme ohne Einnahme sind." Unmöglich. Während des Aufsehen erregenden Prozesses, den der englische Maler W h i st l e r gegen Ruskin führte, fragte ihn der Vorsitzende:„Würden Sie den Herrn Geschworenen hier klarmachen können. ivaS Kunst ist?" Der Maler klemmte sein Monokel ins Auge, sah sich die Geschworenen der Reihe nach gut an und sagte dann:„Nein!" Abonnements- Bestellschein. Abonniere ab..., 1984 das täglich erscheinende Zentralorgan der deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei- M 60|lalBeni0VrQt M< Verwaltung Prag XU., Fochova ti. 62, zum Preise von 16 KL monatlich, und sende diese» Betrag nach Erhalt des Erlagscheines ein. B e z u a s b e d i n g.u n g e n: Bei Zustellung ins Hans oder bei Bezug durch die Post monatlich KL 16.—, vierteljährig KL 48.—, halbjährig KL 96.— ganzjährig KL■ 192..—.— Inserate werden laut Taris billigst berechnet. Bei öfteren EinschaltNngcn Preisnachlaß.—Rückstellung von Manuskripten erfolgt nur bei Einsendung der Retourmarken.— Die Zcitnngsfrankatür wurde von der Post» und -' Telegraphendirektion mit Erlaß Nr. 13.80Ü/VII/1980 bewilligt. Druckerei:„Orbis", Druck», Verlags» uiü> Zeitungs-A.-G., Prag. Name:. Genaue Adresse:...........,> Letzte Post:.,,»» Unterschrift:......... PRAG Turnerinnen! MIM.