14. Sahrgang Nr. 212 Dienstag, 11. September 1934 Efaoimto 70iMbr (•hucMMNch IENTRALORGAN ,. PER DEUTSCHEN SOZIALDEMOKRATISCHEN ARBEITERPARTEI Hl BER TSCHECNQSIOWAK1SCMN REPUBLIK IR5CMBNT MIT AUSNAHME DBS MONTAU TR8UCH MUH. REDAKTION UNO WWMNNG MMMJOOKMMt. mW0M!W7. AORMROttRAMOIM TMEROM5MM. HERAUSGEBER 1 SIEGFRIED TAUB. CHEFREDAKTEUR! WHHEIM NIESSNER. VERANTWORT! IC HER REDAKTEUR i DR. EMIL STRAUSS, FRAG. Der erste Ministerrat Budget noch nicht verhandelt (Prag.) Montag hat der erste Ministerrat nach den Ferien getagt, der sich jedoch nur mit dem Aufarbciten der über die Ferien aufgestapelten Akten, nicht aber mit politischen Dingen befaßte. Auch die Frage des Budgets wurde heute noch n i ch t angeschnitten. Es heißt in dem amtlichen Kommunique«, daß die Aufstellung des Budgetentwurfes in dennächsten Tagen in Angriff genommen und in Beratungen der wirtschaftlichen und politischen Minister geeignete und notwendige wirtschaftliche Maßnahmen durchberaten werden sollen. Zugesnmmt wurde der Fortsetzung der Ernährungs- und Milchaktion für Arbeitslose und die hiezu notwendigen Mittel bewilligt. Außerdem wurde eine Reihe von Abkommen mit ausländischen Staaten genehmigt. Zum Vertrag mit Oesterreich über die Regelung der alten llronenvcrbindlichkeiten namentlich in bezug auf die Erleichterung aus Einlagebüchern wurde die Durchführungsverordnung genehmigt. Seths Todesopfer ' des Madrider Proteststreiks (Madrid.) Der vierundzwanzigstündige Streik in Madrid ist beendet, doch besteht die Befürchtung, daß der Streik»ach in einige» Ge» «erbezweigen fartgeseht werden wird. Die Gesamtzahl der getöteten Personen beträgt sechs. Berlrht Warden 18 Personen, davon vier schwer. Proteststreik der belgischen Bergarbeiter (Brüssel). Die außerordentliche Kongreßversammlung der Bergarbeiter beschloß einmütig, zum Zeichen des Protestes gegen die Lohnherab- sehung ab Montag den allgemeinen Streik zu! beginnen. Relchswehr„angriff" in Nürnberg Der Imasinire„Feind" geschissen (Nürnberg.) Der letzte Tug des Reichsparteitages der NSDAP, war der Reichswehr Vorbehalten. Bor dem Reichswehrminister General von Blomberg und dem Reichskanzler Hitler fanden militärische Vorführungen statt, denen eine Viertelmillion Zuschauer beiwohnte. Auf der Ehrentribüne sah man u. a. die Reichsminister, die Staatssekretäre und fast alle höheren Partei», SA.» und SS.-FUHrer. Ucber die Vorführungen schreibt das DRB.r .Wenn auch die räumlichen Ausmaße eine dem Ernstfall entsprechende Situation nicht zuließen, so erweckte das Kampfbild doch, einen klassischen Eindruck der Schlachtentwicklung vom leichten. Scharmützel bis zum wirklichen Großkampf." Natürlich" wurde letzten Endes die..feindliche Artillerie zum Schweigen gebracht" und„der Feind verlieb fluchtartig das zerschossene und brennende Gehöft. Aber er wagte noch einen letzten Vorstoß mit seinen Tankwagen, denen nun die eigenen Minen oder auch das wohlgczielie Feuer der unmittelbar hinter der angegriffenen Artillerie aufgefahrenen leichten Artillerie zum Verhängnis wurde. Unter Hurra war die so heiß umkämpfte Stellung genommen." Wahnsinniges Militärbudget Japans (London.) Die„Times" berichtet aus Tokio,'. daß der Haushaltsvoranschlag des Kriegsministeriums mit seinen 626 Millionen Jen allgemein. überrascht habe, da die Höchstziffer, die in nichtamtlichen Schätzungen genannt tvorden war, iiso Millionen Den betragen hat. Der Voranschlag übertrifft den des laufenden Finanzjahres M 177 Millionen gen. Beamte des KriegSmini- sstrinms sollen erklärt haben, die Ausgaben für die Verteidigung von Mandschukuo hätten wegen der ungeregelten Beziehungen zu Sowjetrußland nicht in dem erwarteten Umfange herabgesetzt tverden könne». Senker Zwischenbilanz Dr. Benei vor dem Völkerbundplenum" c Bevölkerung I von Nordalgericn befindet sich in einer panikartigen Verfassung. Nach dem letzten großen Erdbeben, das die Ortschaft Carnet völlig z e r- ft ü r.t e, sind überall leichte Erdstöhe verspürt worden. Die. Bewohner der ganzen Gegend haben es vorgezogen, ihre Häuser zu verlassen, und leben seit Freitag unterfreiem Himmel. Geheimnisse des Atlantik-Dramas. Die fürchterliche Katastrophe der„Morro Castle", der aller Wahrscheinlichkeit nach hunderte Menschen zum Opfer gefallen sind, ist in ein erregendes Dunkel gehüllt. Selbst über die Ursache des verhängnisvollen Brandes ist keine Klarheit zu gewinnen. Gerettete Matrosen', die ein- vernommcn wurden, glaube» an Blitzschlag; die vage Berniutung, daß Sabotage ihre Hand im Spiele hat, ist aufgetaucht, auch von der Unvorsichtigkeit einiger Passagiere ist die Rede. Dazu kommt der mysteriöse Tod des Kapitäns, der angeblich kurz vor Ausbruch des Brandes vom Schlage gerührt wurde. Die Behörden sind eifrig mit der Untersuchung beschäftigt, aber die Nebel, die um die Tragödie der brennenden„Morro Castle" liegen, verdichten sich von Stunde zu Stunde, anstatt sich aufzuhclken. Am Chaos der sich widersprechenden Meldungen, Gerüchte, Ver- n«utungen und Konibinationen läßt sich ermessen, wie schwer eS ist, aus panisch erregten Menschen präzise, nüchtern-sachliche Angaben herauözu- holen. Ein Schulbeispiel dafür, wie sehr in solchen Augenblicken das menschliche Erkennungsvermögen getrübt ist, sind die sich kraß widersprechenden Meldungen über die Haltung der Besatzung des Dampfers.in den Stunden, der Katastrophe. Während in vielen Berichten der er- schüttelnde Heldenmut der Matrosen gefeiert wird, die, ihr Leben hintansetzend,.alles taten, lint Frauen und Kinder in die rettenden Boote zu bringen, berichten andere Passagiere von der Roheit der Seeleute, die sich angeblich geweigert hätten, die im Wasser mit dem Tode ringenden Menschen in die Boote aufzunehmen. Hier kann sich.niemand entscheiden. VerarstwortungSloS Das Unglück-er»Morro Castle" ,77 Leichen identifiziert— 60 Vermißte New York, 10. September.(Reuter.) Rach dem letzten veröffentlichten Bericht wur- den 77 bei der Katastrophe drS Brr-nü,uns»dampfers„Marro Castle."«ms Leben gekommene Personen identifiziert. SO Personen werden noch vermisst, davon 28 Passagiere und 31 Mit- glieder der Besatzung des SchiffrS. An Bord de» Schiffes befanden sich insgesamt 858 Personen, davon 225 Passagiere und 240 Mann Besatzung. Der Rumpf des'»Morro Castle" ist bei Astbury Park(Rew Jersey) a« f Strand gefetzt wo,den. Geheimnisvolle Dinge New Bork, 10. Sepicmber.(Renier.) Ueber die Ursackicn des Unglückes auf dem Dampfer „Morro Castle" lvurdc heute, Montag, eine amtliche Untersuchung cingcleitet. Es wird sich darum handeln, fcstznstellen, ob die kursierenden Gerüchte über die Vorgänge an Bord des Schiffes von dem Augenblick, da der Brand entdeckt lvnrde, bis zum Eintreffen der Hilfe bringenden Schiffe auf Wahrheit beruhen. Es gehen auch die üblichen Gerüchte pon einer Sabotage und darüber um, das; das Feuer von einer w egge w o r f e n c n Zigarette entstanden ist, doch lvird fcstzustellcn sein, Ivo das Feuer auSge- brochen ist. Es heißt, daß von der Entdeckung des Feuers bis zur Aussendung der SOS» Signale 45 Mnuten verstrichen. Einige Passagiere, die sich durch Schwimmen ans Ufer retteten, sollen sich bitter beklagt haben, daß sic in den Rettungsbooten keinen Platz bekommen konnten, weil sich die Mitglieder der Besatzung gegenüber den flehenden Bitten der mit den Wellen kämpfenden Passagiere taub zeigten. 162 Totes New Bork, 10. September.(Reuter.) Die Eigentümerin dcü unglücklichen„Morre Castle" gab. einen offiziellen Bericht heraus, demzufolge auf dem brennenden Schiffe 162 Personen, und zwar solvohl aus den Reihen der Passagiere als auch aus denen der Mannschaft, umgekommen sind. Das Schiff war bei einer Londoner Gesellschaft auf eine halbe Million Pfund Sterling ver sichert. Es wurde im Jahre 1030 erbaut, hatte 11.500 Tonnen und versah den regelmäßigen Personenverkehr zwischen N■ w Jork und K u b a. Ungeklärt bleibt der Tod dcS kommandierenden Offiziers des Dampfers, der Aussagen zufolge vom Schlage gerührt Worden war, noch bevor der Brand ausbrach. Roch eine Explosion Asbury Park, 10. September.(Reuter.) Heute erfolgte an Bord des immer noch brennenden Dampfers„Morro Castle" eine furchtbare Explosion, durch die Funken und Asche hock; in die Luft geschleudert wurden. Die Aussage de» zweiten Kapitän» New Bork, 10. September.(Reuter.) Bei der Untersuchung der amerikanischen Bundesbe- hördcn betreffend die Katastrophe des Dampfers „Morro Castle" wurde als erster Zeuge Kapitän Warms einvernommen. Er erklärte, daß er sehr erregt war, als ihm der Tod des Kap i- t ä n s W.j l m o t kurz vor der Katastrophe gemeldet wurde. Kapitän Warms führte weiter aus, Kapitän' Wilmot sei, an einer Magcnlranlhcit leidend, an Herzschwäche gestorben» während das Schiff mit dem Sturme rang. Nach den Ausführungen Warms besteht der Verdacht, daß der Brand aus Böswilligkeit gelegt wurde. Er erfuhr von dem Brande um 2.45 Uhr von der Nachtwache. Er sandte sofort den zweiten Offizier aus, daß er persönlich die Ausdehnung des Brandes fcststellc. Um 3 Uhr ordnete er dann den Wachen an, die Besatzung zu alarmieren und di« Passagiere zu wecken. Mannschaft undiszipliniert— Paffagiere ertrunken New Bork. Im Laufe der Untersuchung der Ursache des Brandes auf dem Schiffe„Morro Castle" wurde fcstgcstcllt, daß der Brand darum so schnell Umsichgreifen konnte, weil er an einige n S t c l l c n zugleich, darunter vor allem auch im Schiffstau-Lager, ausgebrochen war. Kapitgn Warms erklärte,, er sei der Apsicht, daß jejnand im Schiffstau-Lagey cjycn-.langsam brennenden Stoff nicdcrgclcgt haben müsse. In dem Augenblick, als.Alarm geschlagen wurde, hätten die Flammen in der Mitte des Schiffes das Deck durchbrochen..Er wußte nicht, daß die Rettungsboote nach.ihrem Herablassen' zum g r ö ß» t e n' Teil« von der Mannschaft und nur zum geringeren Teile von den Passagieren besetzt waren. Da der Maschinenraum mit Rauch, gefüllt.war, konnten die Maschinisten und die Heizer ihre Arbeit nicht fortsehen, so daß der Dampfdruck allmählich sank und die Maschinen schließlich stillstanden. Er glaube, daß im Augenblick der Katastrophe viele Paffagiere an Bord betrunte» waren. Spät abends vor der Katastrophe muhten sechs oder sieben junge Damen in vollkommen betrunkenem Zustande in ihre Kajüten geschafft werden. Ein Matrose erklärte einem Berichterstatter der„Evening Post" gegenüber, der Brand auf dem Dampfer sei durch betrunkene Paffagiere verschuldet geworden, die brennende Zigarettenrefte in die Papierkörb« warfen. Der zweite Offizier tzackney ist der Ansicht, daß„es. allen Passagieren-gut möglich, gewesen tvare?-ihre- Kajüte» zübcrlässcn, doch"hätten fich viele von ihnen geweigert, dies zu tun. Die Mannschaft höbe tatsächlich' wenig wirkliche Disziplin gezeigt.. Der Schiffsoffizier Freeman meinte, der Brand sei gelegt worden und es sei ausgeschlossen, daß er von einer weggeworfenen Zigarette hätte entstehen können. *** Roch ein Gchiff»bro«d Balboa(Spanien), 10. September. Auf dem Dampfer„S a n t a R i t a", der sich mit einer Ladung von 70 Tonnen chemischer Erzeugnisse auf dem Wege von Buena Ventura nach Balboa befindet, ist ein Brand ausgebrochen. ES wurden ihm eiligst Schiffe und Remorqueure zu Hilfe gesandt. »la..Herr» Castle» Die gesamte Arbeiterbewegung schätzt die wertvolle Arbeit des A T U 8. Sichtbar soll das dadurch zum Ausdruck kommen, daß jedes Parteimitglied, jeder freie Gewerk schafter, jeder Sympathisierende im September das Jubiläumsabzeichen des Atus trägt. wäre eS, Urteile zu fällen, wo man vorerst nur registrieren und beobachten darf. In diesem Zu- sannnenhang niuß auch des unvermeidlichen Sen- scitioiiSreportertums gedacht tverdeu, dem auch das Grauen der brennenden„Morro Castle" nur eine Gelegenheit bietet, sentimentale Bon mots zu servieren. Die merkwürdige Kunde von den Passagieren, über die, ehe sie ins Meer sprangen, ein Priester segnend die Hand hielt, klingt sehr nach bestelltem Rührseligkeits-Ramsch. Nichts ist beschämender als die billige Gier der Berantwor- tungslosigkeit, die selbst aus der Tragik noch die kleinen Pikanterien für den spießbürgerlichen Kaffeetisch herausklaubt. Es ist Sache der ameri- kanischen Behörde», den Ursachen des Massen- todes auf der„Morro Castle" gründlichst nach- zugehen. lieber den DiSktlssionen aber, die sich an de» Brand der„Morro Castle" anschließen, steht lliisere Erschütterung, wenn wir des quäl- vollen Sterbens der Opfer gedenken. Und die grausame Erkenntnis von der Bedingtheit unse- rer technischen Sicherungen. Segelflugtag. Sonntag fand in H a n nabei Laun unter dem Protektorate des Ministerpräsidenten Malypetr der von der Masarykflugliga veranstaltete Segelflugtag der Absolventen ihrer Segelflugschule statt. Ueber die Bedeutung des Flugwesens sprach südann Abg. Srba. Für de» Minister für Nationalverteidigung sprach der Präsidialchef General Dr. Bobrätilek, worauf der Generalsekretär der Masarykflugliga Syneeky eine Uebcrsicht der Tätigkeit der Fliegerschule gab. Es folgten hierauf die Schulflüge. Während der Eröffnung war das Motorflugzeug des Hochschulsports Prag eingctroffen, welches das zweisitzige Segelflugzeug„Sedy vlk", Konstruktion Jng. ElSnitz, ins Schlepptaunahnu das nach seiner -LoSlösuNg in 1200 Meter Höhe-unter Führung des bekannten Segelfliegers Rodovsky motorlose Akrobatik vorführte. Das Motorflugzeug startete hierauf mit dem Segelflugzeug„Kamerad" im Schlepptau zum F l i ege r t a g nach S a a z. Bom Berge Rannä startete hierauf Fräulein K r ä l o v ä aus Prag und überflog in schönem Stil auftragsgemäß die Tribüne, wo Ministerpräsident Malypetr saß. Zu gleicher Zeit überflog den Berg eine dreigliedrige Fliegerstaffel der Masarykflugliga Prag, die einen Gruß hcrasi- warf. ES folgten hierauf die Starte der Gleitflieger vor den Hangaren und der Segelflieger vom Berg Rannä aus. Lei einer Rauferei, die in der Nacht auf Montag zwischen dem 32jährigcn Klempnergehilfe» Johann B r a d ä t und dem 36jährigen Landstreicher Philipp O p r ch a l in B r ü n n entstand, versetzte Bradäk dem Oprchal mit dem Taschen- m ess er. einen so. heftigen Stich in die rechte Weiche, daß Oprchal, dem die Gedärme hervortraten, kurz darauf st a r b. Im Brunnen erschlagen. In Bedkichov bei Jglau glitt beim Vertiefen eines Brunnens ein Eimer voll Wasser aus und fiel dem 37 Jahre alten Arbeiter Wenzel B a l e n t a auf den Kopf. Balenta wurde in hoffnungslosem Zustande mit einem Schädelbasisbruch ins Jglauer Krankenhaus eingeliefert. Wahrscheinliches Wetter den heute. Im Westteil der Republik vorübergehend verstärkte Bewölkung, nur vereinzelt Regenneigung, untertags kühler. Im übrigen Gebiete halbheiter und ziemlich warm, schwacher Wind.— Wettervoraussichten für M i t t- woch: Bon Westen her erneut Wetterbefferung. Vom Rundfunk ■mpfaManswartas aus don Programmani Mittwech Prag, Sender L.: 10.05: Deutsche Nachrichten. 11: Schallplatte». 12.80: Konzert der SalonorchcsterS. 13.40: Deutscher Arbeitsmarkt. 16.40: Konzert des Jazzorchesters. 17.40: Schallplatten. 17.55: Chansons auf Schallvlatten. 18.80: Deutsch« Send» n a: Aktuell« zehn Mnuten, Jng. Grund: Das Weinlesefest im Elbetal. 18.30: Deutscher Arbeiterfunk: Ullman«- Aussig: Die Feiern zum 25jähr>gen Bestände des Ärbeiter-Turn- und Sportverbander- 18.50: Sozialinformationen. 22.15: Französische Nachrichten. 22.80: Uebertragung ans London: Jazzorchester..— Sender S.: 14: Volkslieder. 14,25: Deutsch e Sendung: Kindcrstunde.— Brünn: 18.20: Schallplatte»: Johann Strauß. 17.45: Deutsche Sendung: Jng. Marody: Natur- schönheiten aus Karpathorußland. 18.05: Intendant Knüpfer: Ueber Theaterwesen. 20.10: Beethoven: Serenade D-dur.— Mähr.-Östranr 18.20: Tam- burizzaorchester.— Prrßburg: 20.10: Klavierkonzert. ■Ih Ml•-•-AM„„ ,'■■■'■•- Di«»«««. 11.«eHemtft 1934•■■■.GM-5-- Kommunistischer Agitator als MMtSrspio« des„Dritten Reiches" Am Dienste der Breslauer Spionagestelle— Lrpreffungeversuche und Denunziationen. Meder»in neues Kriegsga»... Cleveland(Ohio), 10. September. Auf der Jahresversammlung der amerikanischen chemischen Äesellschaft wurde von Dr. George Lady von der U. E. Rubber To. ein Bericht über, ein neues phosgenartiges Kriegsgas vorgelegt, das in konzentrierter Form auch als Explosivstoff benutzt werden kann. Die Zusammensetzung soll ein keil Nitrogen, ein Teil Fluorin und drei Teile Lauerstoff sein. Eine entsetzlich« FamilientragSdie, die zwei Menschenleben forderte, hat sich in der Rächt auf Sonntag in der Gemeinde Groh-Gerung» im Waldviertel- abgespielt. Der Gastwirt und Landwirtschaftsbesitzer Josef W.i r t sperrte seine Gattin und seine drei Stiefkinder in den vergitterten Keller, verbarrikadierte den Auögang mit bknzingetränktem Stroh und steckte hierauf das Gebäude in Brand. Dem 17jährigen Sohn Jo, Hann gelang es, durch das Gitter ins Freie zu langen und die Feuerwehr zu alarmieren. Sie leimte jedoch nurmehr die Frau und ihre 17jäh- rige Tochter Justine retten. Der 18jährige griedrichverbrannte. Auch das Anwesen mit dem Viehbestände ging in Asche auf. Der Schaden beträgt 30.000 Schilling. Der Mann, der seine Tat verraten sah, erschohsich. Höchsttemperaturen in Frankreich. In Paris und ganz Frankreich herrscht seit mehreren Tagen ungewöhnliche Hitze. Am Freitag wurden in Paris 30 Grad Celsius, Samstag 31.8 Grad verzeich, net. Auch an anderen Orten Frankreich» überstieg die Temperatur 30 Grad. Es ist dies die höchste Temperatur zu dieser Jahreszeit seit dem Jahre 1805. Tod dreier Hochtouristen. Am Sonntag vor» miHg sind fünf Baseler Touristen, die sich an «nem Seil befanden, amGalenstock über eine über dem Rhons-Gletscher befindliche Felswand abgcstürzt. Zwei waren sofort tot, der dritte starb di» Stunden nach seiner Bergung. Der vierte vurdc schwer verletzt. Der fünfte trug nur leichte« Verletzungen davon. Selbstmord eines Bürgermeisters»ege» Unter» schlaguuge». Der Bürgermeister de» Orte» Svitkov bei Pardubitz, FrantiSek vänä, hat sich am Montag »«mittag» in seiner Wohnung erhängt. Sem Selbstmord hängt wahrscheinlich mit der eingeleiteten Untersuchung der Machinationen zusammen, die er sich In seinem Amte zuschulden kommen lieh. Durch eine Revision wurde festgestellt, dah er den Betrag von $000 Ki für Gemeindezuschlage an die Gemeinde« kaffe Nicht'äbKführt'HA^ Er'HÄ äüch' einige PvptN in die Bücher nicht eingetragen und e» besteht der le-ründete Verdacht, dah er auf diese Weise die Gemeinde um. rund 40.000 bi» 80.000 Ai gebracht hat. Die Revisionlarbeiten find noch nicht abge« schloffen. Im Schlund«In«» Vulkan». Tokuzo I w a t a, Lokalredakteur des Aonnuri Shimbun.", einer der größten japanischen Zeitungen, kann jetzt den„Tiefenrekord" der Welt beanspruchen, denn es ist ihm gelungen, tiefer al» irgendein anderer Mensch in den Krater eine» Vulkans zu steigen und lebend herauszukommen. 8» einer besonders konstruierten Gondel lieh er sich 378 Meter tief in den Krater des Vulkans Rihara, auf der Insel Oshima bei Tokio, hinunter. Dieser Vulkan ist in Japan dadurch berühmt, dah er zum„beliebtesten" Selbstmordmittel für unglückliche Liebespaare geworden ist, die den Tod finden, indem sie sich, fest aneinander gebunden, in den Krater stürzen. Rach Polizeiberichten haben sich im vorigen Jahr« allein mehr al» 800 Menschen in den Krater gestürzt. Um dem Journalisten die Fahrt„zur Schwelle der Hölle'" zu ermöglichen, wurde an der Spitz« de» Kraters ein Kran aufgestellt, eine Maschine von zehn Pferdekräften konnte die mehr als eine Tonne schwere gußeiserne Gondel mittelst eines Drahtseile» bewegen. In einem feuerfesten Anzug, mit einer FeuerschutzmaSke vor dem Gesicht, ließ sich Jwata hinabgleiten; eine Sauerstoffleitung ließ ihn frei atmen, und durch ein Telephon kennte ex sich mit den Teilnehmern an diesem Versuch, die an der Kratermündung geblieben waren, verständigen. Auf einer Tiefe von 800 Metern kam er in einen mit furchtbarem Getöse verbundenen Ausbruch hinein, der sich aber bald legte, so daß er noch 78 Meter tiefer gehen konnte, wo er auf einen Felsblock stieß-und. stehen blieb. In unmittelbarer Nähe sah er zwei Leichen liegen. Nachdem er sich an die Dunkelheit getvöhnt hatte, machte er mit einer Ultrarotstrahlenkamera photo- graphische Aufnahmen und sammelte einige Lava» und Gesteinsmuster. Um die Zusammensetzung der Luft auf Lieser Tiefe analysieren zu können, entleerte er zwei mit Master gefüllte Flaschen, worauf er sie sorgfältig verkorkte. Nach der Rückkehr stellten die Aerzte bei ihm einen verdoppelten Pulsschlag und um 18 bis 80.erhöhten Blutdruck fest. Zusinmaensteff in den Lüft«. In Szombat- heltz(Ungarn) sind Montag»Wei Sportflugzeuge der dortigen Fliegerschule während eine» Aebungs- flugeS infolge schlechter Sicht in der Luft zusammengestoßen. Eine»-der Flugzeug« fing Feuer und stürzte brennend ab. Der Pilot konnte nur al» verkohlte Leiche geborgen werden. Auch der zweite Apparat stürzte ab. Die beiden Insassen, konnten sich jedoch noch rechtzeitig durch Fallschirmabsprung retten. Prag, 10. September. Bor dem Senat de» OGR. Dr. M r ä z e k standen heute zwei Ange- llagt« wegen de» Verbrechens des m i l i t ä r i» chen Verrate» nach Paragraph 2 de» Schutzgesche». Die Verhandlung war geheim, so daß über ihren Verlauf nicht berichtet werden kann, was sicher sehr schade ist. Vielleicht hätte man sonst erfahren, wie e» der 2vjährige Hauptangeklagte Norbert Wolf, fertiggebracht hat, einerseits einen maulgewaltigen„revolutionären" Schreier im Dienste der kommunistischen Partei abzugeben und andererseits im Solde Hitlers Militärspionage auf dem Gebiete unserer Republik zu betreiben. Der Sachverhalt, ist folgender: Ei»»«sauberer Patron ärgster Sorte t dieser Norbert Wolf, der, obwohl preußischer Staatsangehöriger, unseren Staat seit dem Jahre 1930 mit seiner Anwesenheit beglückte. Er studierte nach.außen hin Medizin, war in der „L i n k s f r o n t" im kommunistischen Sin.n tätig und dabei so tüchtig, daß er für willig befunden würde. sich an einer Studentenexkursion nach Sowjetrußland zu beteiligen. — Wieviel stinkende Unwahrheiten gegen die „So zialfaseisten" hat dieser Bursch wohl während seiner Tätigkeit für die KPTsch. loSgelaffen, während sich die.schmutzige Hand diese» MaulrevolutionärS schon auSstreckte, um di« Gelder des h i t l erifchenSpiynage- d i e n st e S einzustecken l Roch, im vergangenen Winter wurde er al»„kommunistischer Umstürzler" anonym de- nunziert, aber, da» war vielleicht nur ein geschickte» Ablenkungsmanöver eigenen Fabrikats. Jedenfalls trat er schon im Jänner d. I. an sein« bei der Presseagentur„A e r o p r e ß" angestellte momentane Freundin Helene Charlotte Freund mit der Forderung heran, gewisse Pläne»ach Deutschland durchzuschmuggeln. Dieser Freundin erschien di« Sache indessen verdächtig— sie ist selbst Emigrantin— und sie lehnte ab, wprauf ihr der„Edelkommunist" mit Drnunziatt««» bei der Prager deutschen Gesandtschaft drohte. -,.-.Daraufhin beriet sich.die.Bedrohte mit wohl» meinenden Leuten und Vie Folge wav die Gtraf- anzrige gegen den sauber« Herrn Wolf,.der dann verhaftet wurde. Die Untersuchung brachte merkwürdige Dinge zutage. Wolf ist überführt und größtenteils auch geständig! do« der BreSdauer Spionagezentral« beauftragt worden zu sein, Informationen über das tschechoslowakische Flugwesen, über die militärischeBefestigung deSPreß» b u r g e r B r ü ck e n k o p f e» u. dgl. m. zu beschaffen. Tatsächlich gelang«S dem kommunistischen Spionageagenten deS Dritten Reiche» durch Vermittlung eine» Kanzlei-Gefreiten«amen» Karl F r i e d l, der inzwischen von dem Militärgericht, wegen. dieser Angelegenheit^ zu drei Jahren schwerenKerkerS verurteilt wurde, gewisse Pläne zu beschaffen. Natürlich machte sich dann dieser famose stud. med. Wolf kein Gewissen daraus, seiner Freundin z u z u m u t e n, di« beschafften Pläne in» Dritte Reich zu paschen. Er selbst hatte wohl nicht den Mut dazu, wie ja Niedertracht und Feigheit überhaupt stet» Hand in Hand zu gehen pflegen. Bemerkenswert ist im übrigen der Auftrag der Breslauer Spionagezentrale an den Wolf. er solle einen tschechoslowakischen Oberst Redl ausfindig machen, und sich vor allem an verschuldete Offiziere halten. Dieser Ratschlag verfehlte allerdings, seine Wirkung. Neben dieser widerwärttgen Figur verschwindet der Mitangeklagte Rudolf Bittermann, ein 31 jähriger Privatbeamter, vollständig. Dieser Bittermann hat lediglich bei Vermittlung der Korrespondenz mit dem Dritten Reich eine Rolle gespielt', denn auf seinen Namen ließ sich der Hitler- spion Wolf— gegen finanzielle Entlohnung— die Briefschaften seiner braunen Auftraggeber zugehen. Zur. Abrundung de» Charakterbildes diese» Subjekte» mag noch dienen, daß er seinerzeit seinen Gehilfen Bittermann nach Kräften belastet hat. Die heutige Verhandlung wurde vertagt, weil die Verteidigung den unerwarteten Antrag gtzf psychiatrisch« Untersuchung de» Hauptange- Mißbrauch der Marke „Made In Czechoslowakla" bei der AnSfuhr von Handschuhen... Der Boykott der deutschen Waren in den demokratischen Staaten hat zur Folge, daß di« reichsdeutschen Exporteure einen Ausweg aus die-, ser unangenehmen Situation suchen. Dadurch kam die Marke„Made in Czechvslowakia" auch hei ihnen zu großem Ansehen und auf dem Wege de« sogenannten Verodelungsverfahrens bemühten sich die deutschen Firmen ihre deutsche Ware mit unserer Markenbenennung zu exportieren. Dieser Versuch scheiterte aber an der Wachsamkeit unserer Arbeiterschaft in den Grenzorten. Durch rechtzeitige» Einschreiten beim HandelS- mipisterium wurde nach dieser Richtung teilweise eine Regelung getroffen. Am Montag, den 20. August fand im Handelsministerium eine Beratung der Interessenten, statt, auf der vereinbart wurde, 5aß nur solche. Ware mit der tschechoslowakischen Marke versehen werden darf, die mindestens zu 50 Prozent tschechoslowakischen Ursprungs ist. Durch diese Vorkehrung ist möglich, daß sich die Beschäftignng der Handschuhindustrie im Erzgebirge bessert. ES wird an der Aufmerksamkeit unserer Behörden liegen, daß die Bestimmung eingehalten wird. Unsere Arbeiterschaft erfüllt in dieser Richtung ihre Pflicht. ES wird auch eine Kommission gebildet, die darauf achten wird, daß. kein Mißbrauch erfolgt. Die Arbeiterschaft wird in'dieser Kommission gleichfalls vertreten sein. MMMI ill MM Deutscher Gparkassentag Am 8. und 9. d». fand in' Trautenau und JohanniSbad die alljährliche Tagung des Verbandes der deutschen Sparkassen statt; zu der 180 Sparkassen 300 Vertreter entsendet hatten. Der Berbandsobmann Dr. Josef Z i ch- Rosenfeld behandelte die Aufgaben der Sparke,ssen in der Zeit der Wirtschaftskrise. Aus dem von Dr. Rolf Hübner, Prag, vorgetragenen Tätigkeitsbericht geht hervor, daß im Jahre 1933 wie bei allen anderen Gcldanstalten auch bei den Spatkaffen der Einlagen st and zurückgegangen ist. Die Auswirkungen der Krise verengen die Sparmüglichkeiten und zwingen zum Verbrauch von Ersparnissen. Immerhin sind jedoch den Sparkassen an neuen Einlagen einschließlich unbehobe« net Zinsen im Berichtsjahr etwas über 3 Milliarden AL Einlagen zugefloffen. Die Behebungen übersteigen natürlich bei der gegenwärtigen Wirtschaftslage die neuen Zuflüsse, bewegen sich ober" im Wesentkichen durchaus im Rahmen der wirt!" schaftlichen Gegebenheiten. Allerdings ist der Einlogenrückgang von 889 Millionen bei den deutschen Sparkaffen verhältnismäßig größer als bei den tschechischen Sparkassen, was sich aus den im deutschen Gebiet bei weitem stärkeren Auswirkungen der Krise erklärt. Tatsächlich' sind an diesem Rückgang vor allem die Gebiete beteiligt, wo sich da» Volkseinkommen hauptsächlich aus der Beschäftigung in der Industrie herleitet oder vom Ergebnis des Fremdenverkehres abhängig ist. Die deutschen Sparkassen beschließen daS Jahr 1938 mit einem Einlagenstand von 8728 Millionen. Im Jahre 1930 und 1931 hatten die deutschen Sparkassen an Einlagen um 972 Millionen zugenommen. Davon ist in den Jahren 1932 und 1933 etwa% wieder abgegeben worden. Da es sich 1930 und 1981 zu einem großen Teil um vorübergehend bei den Sparkassen veranlagte freie Kapitalien gehandelt hat, so bedeutet dies, daß im großen ganzen trotz der Krisenzeit der eigentliche gesunde Einlagenstand behauptet werden konnte. Infolge der Einlagenbewegung hat die G e- Währung neuer DAvlehen auf» äußerste eingeschränkt werden msssscn. Für die Gesamtheit ergibt sich ein Rückgang des Darlehen»- stände» um 137 auf 4187 Millionen. Die weit über da» Maß der gesetzlichen Schutzmaßnahmen reichende Schonung, welche die Sparkassen chren Schuldnern zuteil werden lassen, wird dadurch bewiesen, daß der Darlehensstand nunmehr 73 Prozent de» Einlagenstandes gegenüber 64 und 68 Prozent in den Vorjahren beträgt. Im Haupt- geschäft, den in mündelsicherer Rangordnung gewährten Grundpfanddarlehen, sind jetzt 2822 Millionen veranlagt. Am stärksten zuri'ickgegan« gen sind die Darlehen in laufender Rechnung und di« Wechseldarlehen, die nurmehr 6.4 und 1.48 Prozent de» Einlagenstandes betragen. Der ausschließlich in Anlagewerten bestehende Wertpapier« besitz von 1231 Millionen entspricht 21.8 Prozent (im Vorjahr 20 Prozent) des Einlagenstande». Di« GebarungSergebniffe sind von der Zinsfußregelung und der Kuponsteuer beeinflußt worden, doch schließen alle Sparkassen mit einem den Verhältnissen angemessenen Gebarungsüberschuß ab; für die Gesamtheit ergibt sich ein Ueberschuß von 80 Millionen. Bemerkenswert ist, daß im Jahre 1983 fast eben soviel neue Sparkaffenbüchel ausgegeben al» alte aufgelaffen worden sind; die Zahl der Einlagenposten ist gerade so hoch, als. die der Lehe» bungsposten. Der Direktion de» Verbandes gehören nunmehr an al» Obmann Dr. Josef Zich-Rosen« seid, Brüx, al» Obmannstellvertreter Chriftopf R e i n i s ch, Eger, und Carl L i ck, Zwittau, ferner Norbert Kiesewetter, Winterberg, Theodor F r i e s e, Niedereinsiedcl, Rudolf Horn, Jägerndorf, und Dr. Franz Wenzel, Rei- chenberg. Der IGB über Fasdsmus und Krieg dqjkou und wnciaiinem mm Mvgrcvw In der Ausschußsitzung de» Internationalen GtwerkschastSbundeS in Weymouth wurde der Kampf gegen FaseiSmu» und Krieg ausführlich erörtert. Bericht und Diskussion über de« FaseiSmu» erfolgten— soweit e» sich um die Aktion in Ländern mit Demokratte handelt«— in offener Sitzung. In geschlossener Sitzung wurden die Berichte über den Kampf in den Ländern mit Diktatur, insbesondere Deutschland und Oesterreich, diskutiert. Genosse Adler(GAI) gab einen kurzen Bericht über die vom JGB und der SAJ gemeinsam durchgeführte Aktion für di« österreichischen Kameraden. Besondere» Interesse fand der Bericht de» Genossen Dobisch über da» Saargebiet. Der Ausschuß versprach, dem Saarländischen Gewerkschaftsbund seine vollste Unterstützung angedeihen zu kaffen. Der Generalsekretär gab im Zusammenhang, mit diesen Fragen ausführlich Auskunft über die seitens de« JGB ergriffenen Maßnahmen und die Methoden seiner Arbeit in den faseisttschen Ländern. Auf«ine Interpellation der Genossen Raeoun und Klei«(Tschechoslowakei) bezüglich der antifaseistischen Propaganda auf wirtschaftlichem Gebiet wurde eine noch stärkere Intensivierung zugesagt.■ Die Entschließung gegen den Krieg hat folgenden Wortlaut: „Der Ausschuß des Internationalen Gewerkschaftsbundee lenkt die Aufmerksam- keit der Arbeiter ganz beeonder» auf die Gefahren Mn, die au» der internationalen Lage entspringen.'.. Die Wirtschaftskrise, die Machtergreifung diktatorischer Regierungen in verschiedenen Ländern haben£ie nationalen Gegensätze auf die Spitze getrieben und Chauvi?- niamiM und Militarismus gefördert. Die Welt und insbesondere Europa starrt von Bajonetten, und Luftwaffen halten eich bereit, die Bevölkerung mit tödlichem Gae zu überschütten. Die Aufrüstung ist von neuem dae Ziel, der, Regierungen geworden. Schärfer eie jemale entschlossen,, eich einem neuen Völkermorden zu widersetzen, bestätigen die dem Internationalen Gewerkschaftsbund angeschlossenen Organisationen erneut die Beechlüsse der Kongresse von Stockholm und Brüssel. ' Sie verlangen, daß der Völkerbund zur Abwehr dee Krieges das Schiedsgerichts? verfahren für alle politischen und wirtschaftlichen Konflikte unter den Kationen als Verkütungemaßnahme einleUet. Der Internationale Gewerkschaftsbund wird die Angreifer denunzieren und erklärt, daß gegen eie alle direkten Maßnahmen(Boykott, Generalstreik usw.) angewandt werden, die geeignet sind, ihre kriegerischen Absichten zu unterbinden. Der Vorstand des Internationalen Gewerkschaftsbundes wird ermächtigt, die Entwicklung der Ereignisse aufmerksam weiterzuverfolgen, um in der Lago zu sein, die Entscheidung über die‘notwendigen Maßnahmen zu treffen. Bezüglich der Abrüstungskonferenz weigert eich der Ausschuß des Internationalen Gewerkschaftsbundes,, das Scheitern dieser letzten Hoffnung der breiten Volksmassen hinzunehmen und verlangt, daß nach der Wiederaufnahme der Arbeiten der Abrüstungskonferenz der unter dem Vorsitz des Genossen Henderson gemachte Vorschlag des Verbotes der freien Kriegsmaterialerzeugung angenommen und eine internationale Kontrolle über die Erzeugung, den Handel und. den'Transport von Kriegswaffen und Munition angenommen wird. Seite k „Sozialdemokrat". DfenLlag, 11. September 1934. Nr. 212 Frauettabend Genossin Dr. Karla S ch w e l V spricht Ater daS Thema»Reise nach Sowjet- rutzlan d" Freitag, 14. September, 8 Uhr abends, Hotel„Monopol", Wintergarten. — 200 Meter: Berger 21.6, Sir 21.5, Osenderp (Holland) 21-.6-Sek.— 400 Meter: Metzner (Deutschland) 47.9, Skavlnski(Frankreich) 48, Wachenfeld(Schweden) 48 Sek.— 800 Meter: Szabo (Ungarn) 1:52, Lanzi-(Italien) 1:62, Dessecker (Deutschland) 1:52.2, Np(Schweden) 1:62.4 Mn. — 5000 Meter: Rochard(Frankreich) 14:86.8, Ku. soeinski(Polen) 14:41.2, Salmlnen(Finnland) 14:48.6 Min.— 110 Meter Hürden: Kovac; (Ungarn) 14.8, Wegner(Deutschland) 14.0, Al- brechsen(Norwegen)' 15 Sek.— 400 Meter Hürden: Scheele(Deutschland) 58.2, Ach. Järvineu (Finnland) 68.7, Mantikas(Griechenland) 64.« Sek.— 4X100' Meter: Deutschland 41. Ungarn 41.4, Holland 41.6 Sek.— 4X400 Meter: Deutschland 8:14.1, Frankreich 8:16.6 Min.— Weitsprung: Leichum(Deutschland) 7.45, Berg(Norwegen) 7.81 Meter.— Dreisprung: Peeters(Holland) 14.80, Svensson(Schweden) 14.88 Meter.— DiSkuS: Andersson(Schweden) 50.88, Winter (Frankreich) 47.00 Meter.— Hammerwerfen: Pär- holla(Finnland) 50.34, Bandalli(Italien) 48.6» Meter.— Kugel: Piiding(Estland) 15.10, Kuntsi (Estland) 15.10. Douda(Tschechoslowakei) 15.18 Meter.— Zehnkampf: Sievert(Deutschland) 8103.246, Dahlgren(Schweden) 7770.83 Punkte. — Marathon: Toivinen(Finnland) 2:52:40, Enok- son(Schweden) 2:54:50 Std. Die Klassifikation der Nationen: 1. Deutschland (7 erste Plätze) 75 Punkte, 2, Finnland(5 erste Plätze) 75, 8. Ungarn 54, 4.—5. Schweden und Italien je 51, 6. Holland 86 Punkte. Auf den 14. bis 16. Platz kamen Belgien. Oesterreich und Tschechoslowakei. welche je vier Punkte erzielten. Hazena-Turnier der DTJ in Prag Ain Sonntag wurde auf dem Vysehrad zum dritten Mal das Hazena-Turnier um den Wanderpokal des Senators Genossen Dundr ausgetragen, der nun endgültig in den Besitz der DTJ Vysehrad überging. Die Ergebnisse: 1. Runde: Tur» gegen Cakowih 7:2(5:1), Paukratz gegen Kosir 6:6(3:1), Vysehrad II geg. Weinberge 0:8(4:8), Vysehrad l gegen Radlitz 6:1(4:0), Smichov gegen Prag III—IV 0:0(4:0).— 2. Runde: Turn gegen Pankrah 8:6(4:5) und Vysehrad I gegen 11 5:2(4:1).— In der Porschlußrunde siegte. Smichov über Turn mit 4:0(2:0).— Das Finale trugen Vysehrad I und Smichov aus und endete mit dem hohen Siege von 22:2(6:0) der Vyöehrader. DT2 zrzrov— leichathlettschrr »ezirksmeister Am Sonntag wurden bei Teilnahme von sechs Mannschaften die leichtathlesischen Meisterschaften des 14. DTJ-Bezirkes in Prag miSgetragen. Tie erste Mannschaft der DTJ ZiZkov errang den Meistertitel dadurch, daß der Favorit Libeü durch eine Verletzung Brzieky verlor und ausschied, weil diese Mannschaft keine sechs Wettkämpfer mehr auswies. — Die wichtigsten Einzelergebnisse sind: 60 Meter: Brzieky(Libeü) 7.4 Sek.; 1500 Meier: Karafiat (ZiZkov) 4:50 Min.; Kugel: Schöps(Neratowib) 12.04 Meter; DiskuS: Schuster(ZiZkov) 82.32 Meter; Weitsprüng: Goth(Byfokanv) 6.07 Meter; Hochsprung: Smrkka(Libeü) 1.66 Meter; 6X100 Meter: ZiZkov 1:10.2 Min.— Klassifikation der Mannschaften: 1. ZiZkov l 2728.66, 2. Bysokann 2628.62. 8. Neratowitz—Böhm.-Brod 2405.14 Punkte. Der Stafettenlauf der Prager DTJ findet erst am k o m m e n d e n Sonntag, 16. d.. statt. Die sonntägige Meldung war ein Irrtum. PRAGER ZEITUNG Jförperpffegc teil mi«. Ein Schwindler. Ein Gcnosie schreibt unS: Unsere Genossen besucht in den Wohnungen ein gewisser m ii n z e aus Gablonz und gibt an. daß er einen Posten anzutreten hat und deshalb Kleidung und Geld braucht. Er beruft sich dabei auf andere Parieimitglieder. Dieser Mann ist abzuweisen, da seine Angaben nicht stimmen. Mohren zu seiner bisher bestgesialieten Rolle indem er ihm gleichermaszen Zartbeit und Zärtliche kett niännlicher Liebe und gigantische Kraft in Hatz und Rache lieh; die Steigerungen und Höhepunkte wirkten elementar, und umso ergreifender der geradezu verklärte Abschied von der toten Geliebten und damit vom Leben. Neben solchem Othello ehrenvoll zu bestehen, ist ein Zeugnis echter und ern» .... ,ftcr Darstellungskunst; Herr Marlö hat es sich , vor nun in Prag durch einen interessanten Jago er« beschäftigen das Auge, lind wie im- worben, der vom oberflächlichen Sarkasmus bis zur .............. VI. A3.U. V.... Ii.r.,11.» Sa. h.aa. Erstes Werbe-Konzert de» Deutschen Theater». Dem Theater neue Freunde, Förderer und Abon-' »enteil zu gewinnen, ist der Zweck dieser Werbekonzerte. Ihn zu.-erreichen, sollen Viusterleistungen der neuverpflichteten Kräfte dienen/ die gewissermatzen also Kostproben ihrer Kunst sind und das Verlangen nach den durch sie zu erwartenden eigentlichen großen Kunstgenüssen anregen sollen. Borau»- setzung für den Erfolg dieser Werbekonzerte wird also sein, datz in ihnen wirklich Kostproben als M u st e r lei stunden zu hörest sind. Bei dem gestrigen ersten Werbekonzert war nicht" alle) wervekräftig und die Neugierde' wütende Muster» in der. letzten Viertelstunde, sichergestellt. Während und besonder» nach dem Spiele kam eö zu Zusammenstößen mit den Razi- Schlachtenbummler». welche durch provozierenden Gesang und durch in den Taschen versteckt gewesenen Hakenkreuz sahnen die Polen.beleidigten", so datz diese unter dem Gesang de» polnischen Rationalliedes über sie herfielen und teilweise verdroschen. Die Ordner im Verein mit der Polizei hatten alle Hände voll zu tun, um«ergere» zu ver- hüten..---- ?->n übrigen das übliche Zirkusproaller traditionellen Clownerie, mit Schulreitern, Tänzerinnen, Eisbären i pechschwarzen Bosheit über alle Farben der negativen Kreatur verfügt; wie weit es in der Absicht des Regisseurs oder des Darstellers lag, das wahrhaft Dämonische de» Jago nur wenig zum Durchbruch kommen zu laffen, so datz aus dem Schuft zuweilen ein Schufterle zu werden schien, läht sich natürlich nicht feststellen; schon durch diesen Mangel glitt Jago gegenüber Othello zu stark in den Hintergrund, was aber anderseits vorteilhaft die Glaubwürdigkeit des schlietzlichen Sieges des edlen Prinzips bewirkte.(Organ und Sprache Markts lassen übrigens Wünsche offen.) Hierin ist Marion Wünsche vorbildlich; ihre Derdemona ist aber auch sonst eiste respektabel abgerundete Leistung; doch auch hier fragt man sich, wem es zuzuschreiben ist, datz diese Desdemona nicht nach dem Dichterwort vollends schüchtern, sanft und still, sondern vielmehr selbstbewntzt, sicher und zu aktiv geriet. Datz trotz dieser Ausfassung Frau Trude Wessely eine genug gegensätzliche Emilia schuf, spricht sehr für ihre wertvolle schauspielerische Eigenart. Ausgezeichnet besetzt auch alle übrigen kleineren Rolle»; vor allem Paul Demel als kraftvoll-würdiger Brabantio, dann Fritz Klippe l glaubhaft in der Rauschszene des Cassio, ferner Friedrich Richter, Wilhelm Tauchen, Leo Siedler. Karl Tra bauer. Sehr belacht der Rodrigo des Herrn Schmerzenreich; aber es scheint uns strittig zu sein, ob die Regie den Mangel des.Othello" an der typisch shakespearisch komischen Figur mit Hilfe des Rodrigo so weit aufheben dürfe, datz noch der blutige Zwei- kauwi halb als heitere Szene wirke. Diese Einwände können und sollen aber nichts an der Tatsache ändern, datz uns dieser»Othello" als Muster-Ausführung wertbar scheint. Die Wirkung auf das Publikum war stark und echt; und sein Dank möge zu weiteren, neuen Shakespeare-Taten ermuntern.. L. G. Statt Arbeitslohn— Eintrittokarte«! Auf dem I n v a l i d c n v l a tz in Karolinenthal gastiert momentan der„Z i rkus G l e i ch", der iiiv rühmt, eine der grötzten Unternehmungen seiner Art zu sein. Am Samstag wurde das kolossale Viermastige Zelt des Zirkus aufgerichtet. Die Aufrichtung dauerte kaum drei Stunden und zur Mittagszeit war sie bereits erledigt. Neben dem^ständigen technische bei für ibnen ein der zcu Keine Nazi-Begeisterung in Pole« Deutschland gegen Polen 8:2(1:1). „„„ In dem am Sonntag in Warschau äuSgetrage- speare sind, wenigstens auf der Bühne, den meisten neu Futzball-Länderkampf siegten die Deutschen über ,,cu!' i die im Felde ebenbürtigen, aber vor dem Tore ver« Die Ermutigung zu dieser Anregung schöpfen- sagenden Polen., Der Sieg der Deutschen wurde erst Der Mitropaenp beendet. Am Sonntag wurde in Bologna das zweite Endspiel zwischen Ad- mira Wien und FC. Bologna ausgetragen und endete mit dem Siege von 6:1(4:1) der Italiener. Der Viertplazierte der italienischen Meisterschaft schlug den österreichischen Meister und wurde Sieger in einer Konkurrenz, die heuer einmal etwa» weniger stürmisch durchgeführt wurde. SK. Kladno siegt»eiter in Amerika. Der SK. Kladno trug am Sonntag in Chicago sein dritte» Spiel auf der Tournee aus, und zwar besiegte er das Team All Stars vom Staate Illinois mit 4:0 (8:0). Junek und Rovy schossen diesmal die Tore. . Sonstige Fußballer,ebniffe. Prag: DFC. komb. gegen Skep 9:2.— Kolin: Mor. Slavia Brünn gegen AFK. 5:4(8:8).— I u n gb u n z l a u: Aston Villa gegen Viktoria ZiZkov 5:3(1:0).— Brüx: DSK. gegen Meteor VIIl 5:0(8:0).— Komo- iau: DFK. gegen Schwalbe Brüx 5:0(8:0).— Teplitz: DSV. Saaz gegen VfB. 2:2(2:1).— Budapest: Attila gegen Ferencvaro» 8:1(2:0) 1, Hungaria gegen Soroksar 7:1.— Wien: Hakoah gegen FC. Wien 8:8(0:1), Rapid gegen FAC. 4:8 (2:2), Fav. SK. gegen Austria 2:0(2:0) i, Wacker gene Sportklub 8:1.— Krakau: Budapest gegen Krakatt 8:1(1:0); für die Sieger spielte die Mannschaft Bocrkai. Ole letchtethlettsche« E«ropa- «elfterfchRfte» Die DSB.-DlVlfie» begann am Sonntag mit ihren Spielen und blieben die Plahttsttzer überall erfolgreich. DSV. Saaz war "diesmal noch nicht mit von der Partie. Der Reich en bergerFK. konnte al» da» kampffreudigere Team über den technisch besseren Karlsbader FK. 8:2(1:1) siegen.— SpBg. Bodenbach schlug den BSK. Gablo.nzmitb:3 ,(1:8).— Der Trop.pauer HSV..besiegte seinen Namensvetter au» Brünn mit 3:1'(2:1).•’* leistnng. Schon gegen. da« Pro gra« m sind grundsätzlicht Bedenken auhzusprecheN, trotzdem es natürlich bei den Aufgaben und Zielen derartiger Werbekonzerte schwtk ist, Stilgrundsätze einzuhalten. Aber im Aufbau de» Programme» hätte), man eint« gerniaßen historische Gesichtspunkte berücksichtigen und auch die moderne und modernste Oper und Operette zur Geltung kommen laffen können. Die empfehlendste Leistung des Konzertes bot Rose Book, die in der grotzen Cavatine der Rosine aus Rossinis„Barbier" und in einer mehr halsbrecherischen al» musikalisch wertvollen.„Bariatlonen"- Arie von Adam nicht nur alle Künste ihrer virtuosen GesangStechnik, schöner Atemtechnik, blendender Stae- catiS, Passagen und Triller zeigen konnte, sondern auch eine schöne, flötenartig klingende Stimme und geschmackvollen Vortrag. Reben ihr ist Frl. Vera Mansinge r. zu nennen, unsere neue jugendlich-dramatische Sopranistin, die sich aber stärker im dramatischen Gesangstil(Santuzza-Arie) al» im lyrischen(Arie der Agathe aus„Freischütz") zeigte. Aber ist e» nicht tief betrübend, datz eine so hoch- begabte und kultivierte Sängerin wie diese musikstilistisch versagt und Weber ohne Appoggiatur singt? Sehr schön sang auch Frl. Elisabeth W a n k a ihre „Troubadoure"«Arie; ihrer sonoren Altstimme wird man sich hoffentlich bald in einer ganzen Partie erfreuen. Der Baritonist Popowiez vermag vorläufig nur durch die schöne Stimme zu überzeugen, weil er gesangstechnisch und gesangsästhetisch noch ziel zu lernen hat. Julius Gutmann, den man in der grotzen Arie des van Bett aus LorhingS„Zar und Zimmermann" hörte, mutz sich gröberer Tanzeinheit versichern und seine an sich nicht mehr ganz frische Stimme nobler behandeln, um ganz zu befriedigen als Batzbuffo. Ausgezeichnet bewährte sich der neue Operettentenor Kurt Erich P r< g e r, der hier schon gewürdigt wurde. Sehr gut führte sich mit der leidenschaftlich gespielten„Holländer"-Ouvertiire Wagners Kapellmeister Fritz Zweig ein, während Operettenkapellmeister Fritz Rieger Pech hatte. Der mätzige Besuch des Theater» lieh erkennen, datz das Publikum diesen Werbekonzerten fleptisch gegenübersteht. E. I. Wochenspielplan de« Reuen Deutsch« Theater». Heute, Dienstag, den 11. September, halb 8 Uhr: .Othello"(Al).— Mittwoch, halb 8 Uhr: „Don Carlos" von Verdi(neuinfzeniert, B 2). — Donnerstag, halb 7 Uhr:„Othello"(Werbevorstellung für Schulen, Abonn. aufgehoben).— Freitag, halb 8 Uhr:.Othello"(D 1).— Samstag, halb 8 Uhr:.Der Vogclhändler" (Werbevorstellung der Serie C 1). Wochenspielplan der Kleine» Bühne. Heute, Dienstag, den 11. Sept., 8 Uhr:„B unbur y".— Mittwoch, 8 Uhr:„Hedda Gabler".— Donnerstag, 8 Uhr:«Trotz und Tobby".— Freitag, 8 Uhr:.Bundury".— Samstag, 8 Uhr: „Troß und Tobbtz", Bon der Deutsch« Akademie für Musik und darftelttnde Kunst in Prag. Der reguläre Unterricht in den Ausbildungsklassen aller Abteilungen beginnt' aitz 17. d. M.— Unterrichtsbeginn und Auf- nahm-prüfunge.n ,in den M e ist e rkl a s sen («la vier: Franz Länger, Komposition: Fidelio Finke, Violine: Wily Schwejda) am l.'Oktiwer. wurden am Sonntag in Turin beendet. Sie schlossen mit der für Deutschland peinlichen Ueberraschung, dass seine Überlegenheit in dieser Sportart— eingeholt wurde; e»hat mit Finnland die gleiche Punktzahl und kam nur durch da» Plus von zwei«st« Plätzen auf den ersten Gesamtplatz, lieber 100 Meter wurde am Samstag der Deutsche Borcknnayer verkündet, an Sonntag durch die Zielphotographie entthront und der Holländer Berger al» Sieger nominiert. Der Pole Kusocinski. wurde über 5000 Meter von dem Franzosen Rochard überraschend besiegt. Die Tschechoslowaken haben kein« großen Erfolge aufzuweis«; Douda besetzte mit einer ftir il>n schwachen Leistung im Kugelstoßen den dritten Platz. Aber auch sonst hatten viele Favoriten mit Plätzen vorlieb nehmen müssen. Sportlich, mögen diese erste«. Europa-Meisterschaften noch einigermaßen zufriedenstellen, doch fi nanz i ell sind sie ein M i ß- erfolg geworden. Aber Italien bzw. Mussolini hat e» jak? - Die wichtigsten Ergebnisse von Sam»taq und Sonntag: ,100 Meter: Berger(Holland) 10.6, Borch- mayersDeutschland) 10.7, Sir(Ungarn) 10.7 Sek. wir gerade aus dieser„Othello"-Aufführung. Es ist das wahvhassig weder das gedmikenreichste noch das zeitnächste Shakespeare-Stück. Und doch: wie machten die Darsteller, unter L i e b l s klarer, knapper, vorbildlich einfühlsamer Regie, doch mehr als das Zeitloö-Giltige der Leidenschafts-Gründe und Hintergründe lebendig I Ich meine da nicht so sehr das„Rassetiproblem", das in„Othello" anklingt. Aber tvann gab es eine Zeit, in der Dichterwort von nienschlicher Schlechtigkeit und Verworfenheit, von der Macht der bösen Instinkte, der pervertierten Freude am Leiden des Nächsten stärker wirken mochte als heute? Dieser Jago, Ausbund der„weißen Rasse", könnt' es 1034, auch außerhalb Italiens, mächtig weit bringen I als Sieger in blutigen Uniaten und vor nichts zurückschreckender Gemeinheit. Zum Schluß aber triumphiert, wenn auch im Tode, doch Liebe und Adel der Seele.* Daß dies auch in dieser„Othello"-Aufführung offenbar Ivard, nach und noch in der Erschütterung Erhebung verbreitend, dankt man dem Regisseur und neben ihm vor allem der richtigen Ueberlegenheit des„Othello"-Darstellers; Herr. Ä a l k stattete den .» Personal landen auch enva 80 Arbeitslose eien anstrengenden Verrichtungen Arbeit, wo« ageSlohn von 25 US versprochen wor« war. Datz es keine leichte Arbeit war, dafür gi schon die Rekordzeit, in welcher daS Zirkuszelt geriibiet wurde, gar nicht zu reden von den nachsenden Einrichiungsarbeiten. Freilich war das Erstaunen der besthäftigten -bilssarbeirer grotz, als ihnen die ZirkuSdirek- i statt des ausbedungenen TaglohneS— Ein« tiskarten in der entsvrechenden Höhe aus« Ne. mit dem guten Rat. diese Eintrittskarten zu kaufen, um so ihre Lohnforderung quitt zu tien! Hie und da gelang es durch glücklichen Zu- , die als Arbeiislohn ausgefolgteu Karten zu ver« >— in der Mehrzahl aber blieben diese Beugen vergebens und die geschädigten Arbeiter sich genörigt, den Weg zumArbeitS- ch: anzuireien, das hoffentlich in dieser Sache nens die einzig mögliche Entscheidung fällen wenn nicht die Direktion inzwischen diesen trift mit gemacht und die Lohnforderungen der Arbeiter ersiillt hat. Wir verkennen nickst die schwierige Lage eines Unternehmens, denen hohe Regie in der. heutigen Zeit Svarmatznabmen.zweifellos notwendig macht. Ob solche Einsparungen an den verhältnismäßig minimalen Lohnforderungen der Arbeiter einzubrin- aen sind, ist eine andere Frage. Keinesfalls sind die Daglöbner des„Zirkus Gleich" dazu berufen, für ihre ehrlich verdiente Entlohnung auch. noch Ageniendienste zu leisten und gratis den Verschleiß von Eintrittskarten zu besorgen, blotz um zu den sauer verdienten wenigen Kronen zu kommen. Wir hoffen im eigensten Interesse deS„Zirkus Gleich", daß die uns mehrfach übermittelte Beschwerde über eine solche ,.N a t u r a l e n t l o h» n u n a" nur der Uebergriff eines übereifrigen Angestellten ist. Bg. Kunst und wissen Othello Das Prager Deutsche Theater diesen-pielzeit-Beginn recht beachtlich fort! kvnunt uns nicht nur auch klassisch, sondern besorgt das in einer Shakespeare-Auffühvung, vor der man den Hut zu ziehen-hat. Freilich war'S tvieder ein ('liiff in jenes halbe Dutzend Shakespearescher Dramen, die nm Goitestvilleii nicht etwa einmal zugunsten der selten oder gar nicht gespielten, dafür aber, so sehr aktuellen Schauspiele dieses ewig grötzten Traniatikers zurücktreten dürfen. Richard II., Richard III., Heinrich der Sechste oder König Lear. Timon— kommt nicht in Frage. Warum? Keine Kaffenstücke? Man mache— mit diesen Schauspielern— die Probe aufs Exempel l Ten„Othello" kennt man schon. Auch von der Over her. Man komme dem Neuigkeit»-Hunger des Pnbltkuins nach, und fünf Sechstel von Shake- Zirkus Gleich hat auf dem Jnvalidenplatz ein Riesenzelt aufge- schlagen und so viel Menschen und Tiere mitgebracht, daß man oft nicht lveitz, tvobin zuerst man den Blick in die dreimal geteilte Manege lenken soll. Am bewundernstvertesten sind wohl die Luftakrobaten, die mit tollen Kunststücken ihr Leben ausS Spiel setzen. Ihnen am nächsten kommt eine Gruppe siamesischer Parterre-Akrobaten. Schöne Tiere, v-"' allem Pferde, l,. mer bestaunt man auch diesmal die Könige der Tierwelt, prachtvolle zwanzig Löwen, in interessan- ter Dressur. 5 granun mit al Jongleuren, S und so fort. Jporf'fpielc Die Staatsliga brachte am Sonntag eine große Ueberraschung: Sparta verlor glatt in Brünn gegen Zi- d enice! 4:0(2:0) ist eine bittere Pille für die Prager,'welche als Favorit« in den Kampf singen. Die Niederlage ist auch verdient, denn die Elf bot eine Leistung, die eher einen Ab« al» ein« Aufstieg vermut« läßt. Die Brünner zeigten ein Spiel, da» zu diesem Erfolg führen mußte; in ihrer Mannschaft war kein schwacher Punkt. In P r o ß n i tz standen sich DFE. Prag und SK. gegenüber und lieferten sich eine unentschiedene Partie von 1:1(0:0). Bei besserer Verfassung de» Prager Sturme» tväre ein Sieg ihrer« feit» möglich gewesen. In P r a g startete der T e p l i tz e r F K. geg« Bohemian» und siegte verdjent mit 8:2(2:1), obwohl der Schiedsrichter nach besten Kraft« bemüht war, diesen zu verhindern.— Slavia hatte mit SK. Pilsen überraschend leichte Arbeit und gewann hoch mit 8:0.(4:0). Eine schwere Niederlage bezog lk e ch i e K a r- lin in Pilsen von Viktoria mttl:7(0:8). An der Partei Bezirksorgarrisatton Prag der Deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei Am Sonntag, den 16. September 1984. veranstaltet die Lokalorganisation Kladno« Krokehlavy eine ISjShrige Bestandsfeier der Lokalorganisation. Beginn nachmittags um 2% Uhr i» Garten „Zur Post" in Krokehlavy. DaS Programm wird von der SJ und den Stnrmfalken bestritten. Wir ersuchen unsere Präger Mitglieder, diese Veranstaltung durch zahlreiche Teilnahme zu unterstützen. Bei genügender Teilnahme Fahrt mit Autobus, zirka 12 Ai. Abfahrt 1 Uhr, Rückfahrt geg« 8 Uhr. Anmeldungen sofort bei Genossen Schönfelder, Prag II., Fügnerovo näm. 4(Tel. 51851). Genaue Abfahrtszeit« in der Freitag-Nummer deS„Sozialdemokrat". Partei-Ordner. Teilnahme an Kladno-Fahtt Pflicht i.. Setti« der sozialdemokratischen Bankbeamte«. Dienstag, den 11. September, um halb 19 Uhr Im Parteiheim, Prag II, Rärodni tk. 6, eine wichtige Sitzung, zu der das Erscheinen aller Mitglieder erbeten wird. Vcrclnsnadirldilcn PRAG Genoffinnrnk Genossen! Mor- g e n, Mittwoch, um 8 Uhr abends spricht Bundessekretär Gxn. Ullmann au» Aussig «'unserer M^tglieder- v e r s a m m bu n g im Restaurant„Kotva" Revolukni la. Kommt voflzäblig und pünktlich! Bezugsbedingungen: Bet Zustellung in» Hau» oder bei Bezug durch die Post monatlich KC 16.—, vierteljährig Ki 48.—, halbjährig Ki 96.—, ganzjährig Kä 192.—.— Inserate werden laut Tarif billigst berechnet. Bei öfteren Einschaltungen Preisnachlaß.— Rückstellung von Manuskript« erfolgt nur bet Einsendung der Retourmarken.— Die ZeikmgSfrankatur wurde von der Post- und Telegraphendirektion mit Erlab Str. 18.800/VII/1980 bewilligt Druckerei:„Orbis". Druck-,«erlag»- und Zeitung»-A.-G., Prag.