14. Jahrgang Dienstag, 25. September 193 4 Nr 224 Schaltung— Melser predigt vor 8000 Ansbacher Protestanten Die deutsche KlrchcnOpposItlon Die großen,; Protest der oppositionellen Bekenntnissynode gegen die Gleich- A flHAPHlfl M.l......JIM... MIM m IIIWWIIIMIIW Wl Der Hltterterror Im Saargebiet Wahllisten getuscht (SaarhrKcke«.) Am 33. September 1934 begann die Wahlkampagne für daS bekannt, ltch für de« 13. Jänner festgesetzte Saarplebifzlt. Die Deutsche Frant veranstaltet« aus diesem Anlaß in verschiedenen Städten des Saargebietrs elf Versammlungen. Das katholische Blatt„Die neue Saarpost" veröffentlicht das Ergebnis einer Enquete, die eine internationale Kommission unter Vorsitz R o r» letzs zwecks Hilfe für die Gegner des Hitler- Regime- veranstaltet hat. Di« Kommission stellt fest, daß die.Wahllisten voller Unrichtigkeiten sind und daß daS deutsche nationalsozialistische Regime systematisch, terroristische Handlangen gegen di« Gegner des Hitler-RegimeS im Saargebiet organisiert. Ein eingehender Rapport dieser Kommission wird an de» Völkerbund geschickt«erde«. Spanien Im Alarmzustand (Made i d.) Im Staatsanzeiger vom Sonntag wird«in Erlaß veröffentlicht, durch den über ganz Spanien der Alarmzustand verhängt wird. Der Innenminister erklärt«, diese Maßnahme dien« hauptsächlich der Erleichterung der polizeiliche» Nachforschungen»in der Angelegenheit der sozialistischen Umsturzpläne". I« vareelona verübte» Syndikalisten drei Bombenanschläge, durch die in einem Stadtviertel die Licht-, Gas-«rd Wofferleitungen zerstört wnrdeu. Erfolge der französischen Linken In Lao n brachte eine Nachwahl in die Kammer, bei der es sich um den Ersatz eine- zum Senator gewählten Mitgliedes der Rechte» handelt«, den. S o z i a listen einen bemerkenswerten Erfolg, indem ihr Kandidat die höchste Stimmzahl unter den Linksrcpublikanischen Bewerbern erreichte und daher mit großen Aussichten in die Stichwahl kommt, falls er von den Bürgerlichen unterstützt wird. - Nachwahlen zum Gemeinderat von Dijon brachten den Sozialisten einen vollen Erfolg, indem ihre gesamte Liste mit Hilfe der bürgerlichen Linksrepublikaner gewählt wurde. ♦ . Der gewesene französische Ministerpräsident Chautemp» wurde in Blois im ziveiten Wahlgang zum Senator gewählt. Chautemps. der bekanntlich Deputierter ist, gab vor der Wahl eine Erklärung ab, in der es heißt, daß er die Kammerzwecks allgemeiner Beruhigung freiwillig verlaffen werde. Die Wahl Chautemps, wurde durch das Zusammenwirken der gesamten Linken gesichert. Das Schwarzbiich hat gewirkt! Das System Schuschnigg ans der Anklagebank (P. G.) Die Kommission zur Untersuchung der Lage der politischen Gefangenen hat mit dem Schwarzbuch der österreichischen Di k t a t u r nicht nur bei den Bölkerbundsdele» gierten in Gey f, sondern auch in O e st e r- reich eine große Wirkung erzielt. Dr. Schuschnigg, der sich für Genf die Rolle des Kämpen gegen die Hitlerbqrbqrei zurechtgelegt hatte, sah sich unversehens, demaskiert und in die Defensive gedrängt. Der österreichische Propagandakommissär, der Goebbels zu kopieren sucht, sah sich zu einer außerordentlich langen Berteidi- g u ngSredegegendaSSchwarzbu.ch im österreichischen Radio gezwungen, über die die Regierungsblätter, die„Reichspost" und die »Wiener Zeitung" ebenso wie die andere Wiener Presse, am 19. September spaltenlatig berichten. Saar-Frage. Im November vor dem Völkerbund '(Genf^).(Havas.) lieber die Säar-Fräge wird in der ebenstattfindcnden Ratstagung offenbar'keine Entscheidung getroffen werden, sie wird vielmehr wahrscheinlich den Gegenstand der Beratungen einet außerordentlichen Tagung des Lölkerbundsrates bilden, die im Novemberstatt- finden wird. (Berlin.) Die Pfarrer der oppositionellen BekenntniSstznode baden Sonntag anläßlich der Einführung deö RcichSbischofS folgende Erklärung von ihren Kanzeln, folveit sie ihnen noch zur Verfügung standen, verlesen: »Wir verwerfen di« I r r l e h r e, die über die Bekenntnisse hinweg die»Rational« k i r ch e" erstrebt. Weil sie das tu«, habe« sich der ReichSbischof Müller und der RechtSwalter Jäger sowie alle, die ihnen hierin Gefolgschaft leisten, vonderchristlichenGemeinde geschieden. Sie haben den Boden der christlichen Gemeinde verlassen und sich aller Rechte an ihr begeben. Diese Scheidung muß die christliche Gemeind« sehen, anerkennen und vollziehe«. ES ist dem Aeichskirchenregiment durch seine rechts-und bekenntniswidrige« Eingriffe gelungen, trotz drS Irene« Widerstandes der bekennenden Gemeinden all« recht- mäßig«» Kirchenführer«nd Bischöfe, abgesehen von jenen von Bayern und Hannover, aus ihren Aemtern-»entfernen, die Gemeinden zu entrechten«nd ein Gewaltregiment aufzurichten. Man wird jetzt versuchen, dieses Werk-» vollenden»nd dabei noch stärker als bisher die Predigt des lautere» Evangeliums zu unterdrücken. Angesichts dieser Gefahr,.die vielerorts bereits zu«»e r t rL glicht« Gewissen». druckend zur Berfälfchungder kirchlichen Verkündigung, zu Maßregelungen»nd Absetzungen geführt hat» sieht es der Bruderrat der Bekenntnissynode der deutschen evangelischen Kirche als seine ihm von Gatt gewiesene Aufgabe an,»nerschrocke««nd beharrlich dafür zu kämpfen, daß unsrrer evangelischen Christenheit die echte Botschaft erhalten bleibe: Darum fordern wir die bekenntnistreurn Pfarrer, Aeltesten«nd Grmeindemitglieder auf, weiterhin alle Kraft an die Sammlung der bekennende« Gemeinde zu setze«, damit unserem Volke die Kirche deS Evangeliums erhalte» bleib«. Rur diese Kirche, begründet auf GotteS Wort, nach den Bekenntnisse« der Reformation, vertreten in der Be- kenntnissynode und ihrem Bruderrat, ist die rechtmäßig« deutsch« evangelische Kirche." Der bayrische LandcSbischof war Sonntag in Ansbach. Obwohl.man mit Terror gedroht und angekündigt hatte, daß Meis er»bald nicht mehr predigen" tverde(man weiß, was diese Redewendung in Deutschland bedeutet), ergriff An da» Zentralkomitee der»ommmnstischrn Partei in Prag. Rach ganz kurzer Pans« habt Ihr Euch wieder einmal mtt einem Einheitsfront- Angebot gegen den Fasrismus, diesmal der H e« l« i n scheu Färbung, hei«ns eingestellt und wie es bei Euch gang«nd gäbe ist— diese« Anlaß dazu benützt, um«ns gleichzeitig wieder einmal fälschlich«nd wider bessere» Wisse« anzuklagen, daß wir»bis auf Zeitungspolemiken«nd einkge lokale Fälle" gegen den Faseismys bther überhaupt nichts unternommen haben. Rach de« bisherige« Erfahrung«« weiß die sozialistisch« Oes- fentlichkeit zur Genüge» was der eigentlich« Zweck dieser Uebu«, ist, di« Ihr von Zeit zu Zeit z«r Widerbekrbnng Euerer Partei bringend benötigt. Dar«« füllt«ns auch- diesmal die Antwort nicht schwer«nd sie kann nicht«nders laute«, als daß wir an dem Standpunkte, den wir Eure» wiederholten Einheitsfront-Angeboten ge» genüber bisher eingenommen haben, n icht dai R inde st e zu ft'n.b e t«»e cm öge«. Unsere Arbeiter wissen ganz gut, daß es unserer Partei an dem gute« Will«» zur Zusammenarbeit mit den anderen proletarische« Parteien, nie gefehlt hat, und daß dieser gute Wille Prag, de«-24. September 1934. der von der Menge mit großer Begeisterung begrüßte LandcSbischof das Wort. Bon den 18.000 Protestanten der Stadt waren 8000 in deu beiden evangelischen Kirchen erschienen. M e i s e r nannte die glcichgeschaltete Kirche eine Irrlehre. Beim Verlassen der Kirche bereitete die Bevölkerung, Meiser neue Ovationen. Er antwortete mit dem Hitlergruß. In Sachsen ist die im Vorjahr eingeführte Verpflichtung aller Schulkinder znm Besuch de» Religionsunterrichts wieder ansgrhoben worden. Sie war eine Maßregel gegen Freidenker und Konfessionslose, wird aber natürlich nicht zu deren Gunsten aufgehoben, sondern auf Drängen der deutschen Glaubensgemeinde, die immer stärker ihren Wotanskult propagiert. Der Widerstand der Kirchenopposition flammt im selben Moment auf, da in Berlin der ReichSbischof Müller seine Getreuen zum RcichSkirchenkongreß versammelt hat und ihnen die Parole gibt:»Mit Luther und Hitler für Glauben und BolkStumI" Müller hat den Nationalsozialismus als die Vollendung der Revolution hingestcllt. Man darf in der Kirchenopposition nicht schlechthin eine religiöse Bewegung sehen. Sie ist heute in Deutschland die letzte mögliche Form der Opposition gegen den Nationalsirzialismus überhaupt. Unzufriedene aller Lager fluchten znm Teil in die katholische Kirche, zum Teil in die evangelssche Kirchenopposition, um sich einen Rest von Protestmöglichkeit zu bewahren. Es ist eine geschichtlich interessante Erscheinung, daß der deutsche Protestantismus damit wieder seinen alten Wortsinu erhält und sterbend noch einmal die Aufgabe erfüllt, die er nach Goethes, zur Dreihundertjahrfeier der Reformation gesprochenem Wort hatte: wann imnier und Ivo immer zu protestieren. Freilich hat die auf Bayern, und Hannover beschränkte Opposition wenig Aussichten, durchzuhalten. Der Nationalsozialismus ist bisher davor zuriickgcschreckt, gegen die Kirche dieselben Mittel anzuwenden, wie gegen die politische Opposition. Er wird«S aber schließlich doch tun und daS wird das Ende der evangelischen Kirchenopposüion bedeuten. Die katholische hat dank ihrem internationalen Charakter Aussicht, länger zu bestehen. Durchsetzen wird auch sie sich nicht. DaS deutsche Volk tyird viele Illusionen begraben müssen, ehe es erkennen wird, daß es gegen de» FasciSmuS nur eine wirksame Opposition gibt: die totale Revolution. in der innige« Kampfgemeinschaft mit unsere» tschechische« Genossen wohl erprobt ist. Unsere Ar- befter kenne« unsere im Proletarier- Kongresse gipfelnde» Anstrengungen um die Herstellung der Aktionseinheit aller auf dem Klassenstandpunkte stehende« sozialistischen Partei««nd wissen, daß es gerade Eure Partei gewesen ist, die die Verwirklichung dieser Bestrebungen zuuichte gemacht hat. Unsere Arbeiter wissen aber auch, daß Eure Arbeit trotz aller Einheitssront-Parolen nicht nur nicht auf di« Herstellung der Einheit des kämpftnden Proletariats, sonder« ans deren systematische Zerschlagung gerichtet ist«nd daß Ener Ziel im Grunde ausschließlich ans die Z e r s e t- -««gder proletarischen Reihe« hinuuslünft. Jeder Regung Eurer Partei» deren hauptsächlicher Nährboden der leidenschaftliche Haß gegen di« anderen sozialistischen Parteien ist, bezeugt«ns dies in geradezu augenfälliger Weife. Darm« hat es keinen Sinn, sich mit Euch auf irgendein Paktieren rinzulassen uyd hiesür unsere Kräfte zu vergeuden, die viel besser in der AZ sie in a«d e rs e tz«»g mit uns«reu K lass«»f t i nd t n und im Kam p.f« g e» senden Faseis«u» nutzbar gemacht werden können. und die Oeffentllchkelt Wir haben— zum erstenmal, seit unser Blatt erscheint— einen Berichterstatter zu den Herbstmanövern der Armee entsendet und unsere Leser durch Eigenberichte über die Vorgänge, im Manöverfcld informiert. Wir werden in einer- summarische» Darstellung nochmals auf die Herbstübungen der Armee und die Probleme, die sie aufgerollt haben, zu sprechen kommen. Die Beachtung, die wir den Borgängen in der Armee und dem Schicksal der Wehrmacht schenken, entspringt nicht etwa einem journalistischen Sensationsbedürfnis. Wenn wir über Fragen schreiben, die wir früher kaum berührt haben, wenn wir uns positiv zu Faktoren einstellten, die wir früher nicht als lebenswichtig ansahen, so hat das vor allem eine politische Ursache. -So lange eö in Europa neben einem entwaffneten Deutschland schwerbewaffnete Siegerstaaten gab,, die ihrer freiwillig übernommenen Verpflichtung zur Abrüstung nicht nachkamen, war durch diesen Zustand der europäische Frieden bedroht. Wir haben darum die Abrüstung aller Staaten gefordert und sind im eigenen Lande für die Verkürzung der Militärdienstzeit, für die Herabsetzung des Präsenzstandes und des Rekrutenkontingents, für die Einschränkung der Rüstungsausgaben eingetreten. Solange in- Deutschland und Oesterreich Regierungen am Ruder waren, die friedlieb gesinnt und verständigungsbereit, nicht daran sachten, mit ihren Nachbarn Krieg zu führen, solange haben wir in den Armeen der Ententcftaaten Angriffswaffen erblickt und sie entweder fiir Beweise einer kriegerischen Politik oder als Luxuseinrichtungen ansehen müssen. Wir find konsequent für di« Abrüstung dieser Armeen einge- treten. Solange es in Europa eine Möglichkeit gab» den Frieden zu erhalten, ihn auf solider Grundlage zu organisieren und den kostspielige» militärischen Apparat aller Lander abzubauen, solange haben wir in der Förderung des Rüstungsabbaues unsere vornehmste Aufgabe gesehen. Da dieses Ziel bis 1930 erreichbar und keineswegs utopisch erschien, haben wir den organisatorischen und technischen Fragen des Militärs damals wenig Interesse entgegengebracht. Wir brauchten uns mit Dingen nicht zu befassen, deren Beseitigung wir anftrebten. Alle diese Boraussctzunge» unserer Arbeit für die Abrüstung(die noch in der Herabsetzung der Dienstzeit auf 14 Monate. einen schönen Erfolg verzeichnen konnte), sind in de» letzten Jahren dahingeschwunden. Wir wären Toren und Utopisten, wenn wir nicht et» kennen wollten, daß unsere Politik heut« nicht von Voraussetzungen ausgchen darf, die seit 1932 nicht mehr gegeben sind. Deutschland rüstet seit Jahr und Tag im Fiebertempo eine Heeresmacht ans, die vielleicht die furchtbarste und gefährlichste Waffe sein wird, die eS je gegeben hat und geben wird. Diese Aufrüstung ist deshalb nicht ungefährlicher, weil offiziell noch die deutschen RüstungSstänste nach dem Versailler Vertrag bestehen. Im Gegenteil, die geheime und unkontrolliert e, ja u n k o n t r o l l i e r b a r e A u f« rüstung Deutschlands ist viel gefährlicher als eS jede legale liüstung wäre. Wit wissen nicht, welche Waffen, wieviel Waffen, wieviel Menschen Deutschland morgen» in einem Jahr, in fünf Jahren wird einsehen können. Wir wissen nur, daß eS rüstet und daß eS ei» einziges nicht zu bezweifelndes Ziel nationalsozialistischer Politik gibt: den Krieg. Deutschland sucht Allianzen. ES hat sie. nicht in dem Ausmaß gefunden, das ihm wünschenswert scheint. Aber morgen wird es vielleicht Freunde haben, wo er jetzt Feinde har. In Oesterreich herrscht eine Regierung von Mussolini». Gnaden, die keinerlei Rückhalt im Volke hat. Ihr Sturz kann Europa vor die schicksalsschwersten Fragen stellen. Wenn Hitler sich mit Mlissolini wieder einmal verständigt, vervielfacht sich die KrieasaefaLr.. Der Parteivorstand der Deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei Antwort an die Kommunisten Klette 2 LimSkag, 28. Sevtrmbrr 1984 ^U8 der Henleinsewerkschaft Die Arbeitslosen erhellen nicht die volle Unterstützung Die Rolle der Kreditanstalt der Deutschen Gendarmerieinspektor . durch Schüsse schwer, verletzt (Wien.) Freitan früh wurde der Gendar- Merieinspcttor Benz bei der.Fontrolle eine» angehaltenen Legionärs namens Schlapp aus Brix» logg, der bei feiner Anhaltung falsche Angaben gemacht hatte, von dem Legionär durch mehrere Revolverschüsse schlver verlebt. Schlapp hatte aus den Inspektor S bis 7 Schüsse abgegeben und ist darauf durch den Wald geflüchtet. Die Sowjetunion wird in Asien von Japan bedroht. In absehbarer Zeit kann Japan den Krieg um Asien führen. Deutschland wartet auf diese Gelegenheit, um vereint mit Polen, den Rusten in den Rücken zu fallen. Soll das demokratische Europa der Vernichtung SowjctrußlandS, der Aufrichtung eines polnischen Imperiums zwischen Ostsee und Schwarzem Meer und der Errichtung eines Hitlerreiches zwischen Nordsee und Mittelmeer ruhig zusehen? Wer heute für die Abrüstung der demokratischen Wehrmacht eintritt, der tritt für die Auf- r ü st u n g D e u t s ch I a n d S, für den S'eg Hitlers, für die Unterwerfung Europas unter den FasciSmuS ein. Mr haben heute nicht die Wahl, die ganze oder teilweise Abrüstung zu fordern. Wir haben nicht die Wahl zwischen Neutralität oder Kampf. Es liegt nicht in unserer, sondern in Hitlers Macht, ob Krieg oder Frieden sein wird, eS hängt von seinen Entschlüssen ab, wann der Krieg auS- brechcn soll. Wir würden ihn mit der Proklamation unserer Wehrlosigkeit nur zum rascheren LoSschlagen reizen. Da wir aber die Notwendigkeit der Stärkung unserer Wehrkraft, der Bereitstellung einer allen Anforderungen genügenden Verteidigungsarmee erkennen, geht es nicht an, den entscheidenden Fragen der Organisation, der Stärke, ocr Aufrüstung und. Ausbildung dieser Wehrmacht interesselos gegenüberzustehcn. ES sind unsere Brüder und Söhne, die in diesem Heere ausgebildet werden, in ihm vielleicht einmal kämpfen müssen. Es ist das Erträgnis unserer Arbeit, aus dem diese Armee finanziert wird. Es ist unser Schicksal, das von der Leistungsfähigkeit der Armee, vor allem aber von ihrem demokratischen Charakter, vom Geist ihres Offizierskorps abhängt. Darum informieren wir unsere Leser'häu- figer und ausführlicher als wir es früher taten über die Vorgänge in der Armee, darum berichten wir über die Manöver. Es gibt nichts auf militärischem Gebiete, das für uns heute nicht die größte Bedeutung hätte. Man stellt neuerdings wieder die Frage der zweijährigen Dien st zeit zur Diskussion. Wir werden uns ernstlich.fragen müssen, welches die Vorteile, welches die Nachteile dieser Reform wären. ES handelt sich um dir Mo t orisierung der Armee— ein ernstes Problem, das durch die Manöver in seiner ganzen Bedeutung sichtbar wurde. ES handelt sich um die vielen kleinen und cS handelt sich um die großen operativen, strategischen Fragen, die gerade im demokratischen Staat jedem Bürger gestellt sind, nicht nur dem Offizier und dem Fachmann. Denn vom Grad der Erkenntnis jedes Bürgers wird es abhängen, ob wir eine Armee haben werden» die allen modernen Anforderungen entspricht. Und von unserer eigenen Sachkenntnis wird es nicht zuletzt abhängen, ob wir Einfluß auf die Organisation, den Geist und die Zielsetzung der demokratischen Armee üben können. Nach der Auflösung der hakenkreuzlerischen Gewerkschaften suchte man lang««in Dach für die obdachlos Gewordenen und e» wurde zunächst die Parole de» UebcrtritteS zum freisozialistischen Fachverband»Solidarität" des Simon Stark in Falkenau ausgegeben. Als der Uebertritt erfolgt war, wurde dieser verband, in welchem Simon Stark an die Wand gedrückt wurde, in»Deutsche" Arbeitergewerkschast" mit dem Sitz in Gablonz umgewandelt. Diese Gewerkschaft ist dann in enge Beziehungen zur Henleinschen Hcimatfront getreten, wie wir an Hand eines Rundschreibens der S. H. F. dargelegt haben. In dieser Gewerkschaft ist e» nun überall zum Krach gekommen, die Nachfolgerin der Nazigewerkschast ist bankerott- Wie die»Deutsch« Arbeitergewerkschast" die Rechte der Mitglieder wahrt, geht au» einem Fall hervor, der sich in einem westböhmischen Metallbetrieb abspielt« und wo die Arbetter in Streik treten wollten. Die Arbeiter schienen ihre Gewerkschaft zu kennen und ftagten daher vorsichtigerweise erst in Gablonz an, ob ste auch Streikunterstützung erhalten würden. Die Antwort war sehr eindeutig: die deutsche Atbettergewerkschaft könne leider kein« Streikanterstütznn» bezahlen, da sie alle» Geld für die Unterstützung der Arbeitslosen braucht... Die enttäuschten Metallarbeiter zeigten sofort den Gablonzer Herren den Rücken, wa» auch da» richtige war. Auch au» Böhmisch-Krumau wird, wie wir der»Zukunft" entnehmen, gemeldet, daß die Ortsgruppe der Gewerkschaft deutscher Arbeiter wegen Mitgliederschnnmdr» ringegangrn ist. Der bisherige»Gauführer" de» Böhmer- waldgebietes Herr Howorka ist nach Freudenthal abgedampft, weil er im Böhmerwald abgewirtschaftet hat. Und die» trqtz aller Unterstützung, die die Henleingewerkschaft von feiten der Unternehmer und Forstverwaltungen gefunden hat. Aber auch für di« Arbeitslose« hat die Deutsch« Arbei- tevgrwerkschaft kein Geld. TS mehren sich nämlich die Fälle, daß sich die Mitglieder dieser Gewerkschaft zum Bezug der Ernährungskarten melden, indem sie erklären, sie bekämen keine Unterstützung von. ihrem Verband und seien deshalb ausgetreten I.« Le plitz, TraSlitzundKomotäusi n d d i e Mi t» glieder der Henleingewerkschaft auseinandergegangen und haben ihre Führer sitzengelassen. Bezeichnend ist, daß diese Gewerkschaften früher damit agitierten, daß sie höhere Unterstützungen auS- zahlen würden, als die freien Gewerkschaften. ES ist aber beim Versprechen geblieben. Gesehen hat die versprochenen Unterstützungen niemand, u. wer sich verleiten lieh, der höheren Unterstützung Ivegen zur»Deutschen Arbeitnehmergewerkschaft" zu gehen, hat jetzt das Nachsehen. Wie die Arbeitslosen in der feinen Gewerkschaft behandelt, werden, geht auch aus einem Briefe hervor, den die arbeitslosen Mitglieder der Zahlstelle Fischern lBezirk Karlsbad) an den Fürsorgeminister gerichtet haben und in. dem st« sich in größter Rot bei dem Minister wegen Nichtauszahlung d«r Arbeitslosenunterstützung durch den genannten Verband beklagen.»Di« Nichtauszahlung der Arbeitslosenunterstützung", so heißt es in' dem Briefe,»begründet die verband»lei« tung mit verschiedenen Angaben. Einmal heißt e», die Kaffe wird in Ordnung gebracht, ein andere» Mal, die K. d. D. sKreditanstalt der Deutschen) gibt kein Geld." Seit der Genehmigung zur Auszahlung der Arbeitslosenunterstützung durch den genannten Verband, welche am 4. Juni 1984 erfolgte, wurden den bet der Deutschen Arbeit» nehmergewerkschaft organisierten Arbeitslosen «er Teilzahlungen anf di« Arbeitslosen- «tterstützrmg verabreicht- Oft werden den Mitgliedern 80 Prozent der Unterstützung in Abzug gebracht, wa» nach den gesetzlichen Bestimmungen verboten ist. Daß dies keine vereinzelte Erscheinung ist, sondern derartige Zustände ganz allgemein in der Deutsche« Arbeitnehmergewerkschaft herrschen, geht aus einem Rundschreiben hervor, welche» die D. A. G. an ihre Zahlstellen verschickte. ES geht darau» deutlich hervor, daß in dieser getarnten Gewerkschaft der Hakenkreuzler die Arbeitslosen keine Unterstützung erhalten und nur . mit Rundschreiben beschwichtigt werden, so daß nach ihrer eigenen Feststellung »täglich unzählige Beschwerden und Anfragen betreffend die unzulängliche Auszahlung der Arbeitslosenunterstützung" einlaufen. Au» diesem Rundschreiben ist aber auch zu ersehen, daß e» sich einige finanzkräftige Faktoren des deutschen Bürgertums angelegen sein ließen, den Aufbau dieser getarnten Hakenkreuzgewerkschaft zu unterstützen und die bestehenden Schwierigketten beseitigen zu helfen. Es heißt darin:' »Dank deS Entgegenkommen» der Kreditanstalt der Deutsche«, r. G. m. b- H., war eS uns möglich» bisher wenigstens teilweise Auszahlungen tut di« arbeitslosen Kollegen vornehmen zu können." Das Geld, das deutsche Kapitalisten zur Verfügung gestellt haben(man spricht von einer Mil« lidn KC), ist nun verbraucht, man verlangt nun von den Arbeitslosen die Rückzahlung dieser auS- bezahlten Unterstützungsbeträge und stellt fest,.daß infolge deS allgemeinen Durcheinander», welche» in diesem Organisationsgebilde vorherrscht» der Zusammenbruch erfolgt, indem man wörtlich schreibt:«Wir verhehlen nicht, daß durch die Stellungnahme deS Großteils unserer Zahlstellen der Zahlungsplan in sich zusammengebrochen ist." Die Mitglieder zahle« keine Beiträge, der größte Teil der Zahlstelle« kommt de« Zahlungsverpflichtungen nicht«ach. ES heißt in der Zuschrift der D. A. G. an die Zahlstellen: Re. SM wurde von der Regierung als Delegierter der Tschechoslowakei in dsn Verwaltungsrat des Internationalen Arbeitsamtes für die Periode 1934/87 ernannt. unverantwortlicher Weise gegenüber der arbeitslosen Mitgliedschaft zurückhMen. Damit aber noch nicht genug. Die Zerfallserscheinungen werden noch vergrößert durch die Mitgliederflucht au» diesem Gebilde und Beitragssperre durch die Zahlstellen- Denn cs wird in diesem Rundschreiben festgestellt: „Infolge dieser Lage trat«tue Stockung der Auszahlung ein». Diese Stockung führte weiterhin z«r Richwrrrrchnung der Mitglied», beitrüge, ja sogar zum Teile zu Austritten seitens der noch i« Arbeit stehende« Mitglieder, waS die ZahlnngSgrbarung der AvbeitSlosrn- kasse deS LerbandeS neuerlich schwer belastet." Am Schluffe dieses merkwürdigen Dokumente» wird dann nach einer Lösung gesucht, um den Zerfall dieses Organisationsgebildes aufzuhalten. Man kommt dabei zu nachstehendem Ergebnis: »So hart e» auch ist, müssen wir eS heut« aussprechen, daß ein« gesunde'Grundlage.nur dann geschaffen wird, wenn wir das Verhältnis der Arbeitslosen zur Gesamtmitgliederzahl auf 1:4 stellen können. Wir führen«in Beispiel an, auS welchem mit klarer Deutlichkeit hevvorgeht, daß bei einem Verhältnis' 1: 1 die Mittel nicht auSreichen. Eine Zahlstelle zählt z. B. 120 Mitglieder, hievon sind SO arbeitslos. An Beiträge« gehen für eine Woche 840 AL«in, die Gewerk» fchastSunterstützung beträgt für SO Arbeitslose wöchentlich SSO AL, so daß ein Verlust Von 120 AL entsteht. Für den Verband bedeutet daher daS tatsächlich vorhandene Verhältnis von 1:1 einen wöchentlichen Verlust von 40.000 AL ohne Regie- Au» diesem Beispiel ist zu ersehen» daß der verband nur jene Zahlstellen als tragbar bezeichnen kann» die dem Verhältnis 1: 4 mindesten» entsprechen, vorausgesetzt, daß diese Zahlstellen ordungSgemaß ihre Verrechnung vorlegen." Ma« will stch demnach der Arbeitslose« entledigen, indem man, gerechnet auf fünf beitragend« Mitglieder, nur ein arbeitsloses Mitglied anrrkemtt, »WeiterS ist auch der Umstand mü. aus-, schlaggebend, daß die noch in Arbeit stehenden weil da» tatsächlich vorhandene Verhältnis 1:1 Mitglieder mit ihrer Beitragsleistung in geradezu I für diese Organisation nicht tragbar ist. Dem Immer gegen Norden, bis nach Hohen- mauth, wo das Riesengebirge anfängt. Dort auf der VerpflegSstation hatten sich noch ein paar andere Strabanzer eingefunden. Der Verwalter war schlechter Laune.„Wenn ihr was zu fressen haben wollt, so müht ihr auch arbeiten"— und er schickte sie mit Gießkannen in den Garten. Mehr als auf die Blumen hatte Polda darauf acht, was auf der Straße vorging, und das lvar gut so, wie sich gleich zeigte. Denn kam denn da nicht— er traute seinen Augen kaum— meiner Seel' I der Tscher- wenka angetippclt?„Willy! Hier herein!" Polda schrie vor Aufregung, daß die Leute zusammenliefen. Das war einmal ein Rendezvous! Das klappte! Folgenden Tages zogen sie miteinander fort, erst noch weiter gegen das Gebirge, fast bis an di« schlesische Grenze, dann wieder zurück, immer die böhmisch-mährische Hügelkette entlang. Manchmal ergab sich für einen von beiden eine kurze Arbeitsgelegenheit, dann zog der andre allein weiter und wartete irgendwo auf den Kameradm. So kamen sie südwärts bis Znaim, nicht weit von der niederösterreichischen Grenze. Dort fand sich für beide ein paar Tage zu tun. Hilsner hätte«» hier nicht übel gefallen, aber Tscherlvenka erklärte stritt, ein organisierter Arbeiter dürfe sich einen Hunde- lohn, wie ihn dieser Herr Lederer zahl«, nicht bieten lassen. Er krakehlte so lange, bis beide flogen. >> Jetzt hatte Willy genug. In diesem verrotteten Oesterreich wollte er nicht länger bleiben.. Er steh» nach Deutschland. Ob Polda nicht mitkommen wolle? In Deutschland stehe sich der Arbeiter viel besser, dort seien sie«ine Macht! Er erzählte von den Errungenschaften der Pattei, den Schutzgesetzen und Krankenkassen, den Bolkshochschulen und Sportvereinen. Aber HilSner dachte nicht daran, mitzumachen. Was kümmette ihn die Sozialpolitik, wie der Freund das nannte! Er wollte nicht auSivandern. Wer würde ihm in Deutschland etwa» geben? Hier zwischen Böhmen und Mähren kannte ihn jeder Gendarm und jeder Jude. Aber in der Fremde? Und arbeiten? DaS könnte'«r vielleicht zu Hause auch, wenn er wollte... Er wollte nach Saar, sein« Anna besuchen— vielleicht läßt er stch doch noch laufen und heiratet sie So waren sie bi» Triesch gekommen, ganz nah ihrer Heimat. Hier trennten sie sich, da» war vor einer Woche. Tschettvenka trug ihm noch auf, der Kathi daheim Grüße zu bestellen- und dem Kassaverwalter de» Jglauer Arbeitervereins, dem Schneider Stava, auszurichten, daß- er seine Schuld bald bezahlen werde. Di« alte Tschettvenka aber sollte Hilsner breitschlagen, damit ste für dm Sohn die vier Gulden siebzig Kreuzer, die er dem Arbeiterverein schuldete, auslege. Die Machatschek geht zwar auch in die Weberei, aber al» Besitzerin«ine» Häuschen» ist sie doch etwa» Bessere» al» die andern. Darum hat sie auch nicht an dem Fest imi Walde teilgenommen. Als Hilsner zu ihr kommt, sitzt sie mit der AnnaAbrent auf dem Rasen vor dem Hau». Sie erkennt den Besucher nicht gleich, der verlegen lächelt. Er bestellt, was ihm aufgetragen'ist, erzählt ein bißchen von den Erlebnissen der Wanderschaft, bald ist der Gesprächsstoff verbraucht. Die Frauen schweigen, sie sind nicht gewohnt, Konversation zu machen. Ob sie mit ihm ein wenig spazieren gehen möchten, ftagt er schließlich und fithlt sich als ein Mann von Welt. Dazu hat die Kathi keine Lust. Aber später am Abend'möchte sie tanzen gehen, und er verspricht zu kommen. Auch bei den TscherwenkaS hat Hilsner keinen Erfolg. Stundenlang sitzt er bei ihnen herum, und dann schlagen sie ihm die Bitte um Nachtquartier rundweg ab. Also bleibt nur der Stall im Schwarzen Adler übrig. Der Hausknecht» den er endlich abfängt, fragt, um nicht mit der Polizei in Konflikt zu kommen, nach dem Arbeitsbuch. Hilsner zeigt es nicht gern vor, wttl er offiziell bereit» von Jglau abgemeldet ist, also sagt er» er sei der und der au» Polna. Senn pr au» Polna sei, dann brauche er ja kein Büchel, meint der Hausknecht, das sei ja nur drtt Stunden wett weg. Er nimmt die vier Kreuzer Schlafgeld mit Gebrumm, denn die Taxe ist eigentlich fünf, und tveist dem Burschen einen Winkel im Stall an. Hier,'im Dunkeln, in dieser Lust, die zum Ersticken ist, fühlt er sich Wohl. So möchte er e» immer haben. Wa» soll er im Gasthaus? Die Machatschek ist zwar eine ganz fesch« Person, aber sie ist dem Willy gewiß treu. Und am Ende müßte er noch für sie bezöchlen. Wieder fällt ihm die Anna ein. Morgen wird er nach Saar gehen, direkt, ohne Polna erst zu berühren. Rach-Hause kommt er immer noch bald genug.-Wenn sie ihn nur einmal ein«, ganze Nacht bleiben ließe... Am Mögest findet er einen Gönner,' den Herrn Sternltcht au» GA>ing,derihm ein ausgiebige» Frühstück zahlt. Dann holt er sein Bündel von den TscherwenkaS und zieht ab, nicht nach Saar und nicht nach Polna, sondern nach der böhmischen Seit«:'In Jenikau ist er lange nicht gewesen. Dott darf er auf die Freigebigkeit der Glaubensgenossen rechnen. Unterweg» malt er stch au», daß er e» vielleicht auf einen Gulden bringen wird, wenp"er Glück hat. Kurzweifl der Vorbeter». und der Kaufmann Friedländer haben eine offene- Hand. Dann soll die Anna endlich die schwarze Schürze mit den bunten Blumen haben, die er ihr zum Namenstag versprochen hatl In Jenikau meldet er stch gleich au fder VerpflegSstation. Der Polizist blättert km Arbeitsbuch, dem Reisepaß der Wanderburschen, und vidiert den dazugehörigen Begleitschein, in den die Daten eingetragen werden. „Der lettze Stempel hier ist in Jglau ausgestellt, am 16. Juli, Reiseziel Polna. Heute ist der 18.— wo warst du gestern? Hilsner hat sich die Antwort schon zurechtgelegt. Nur wenn er eine Nacht zu Hause verbracht hat, braucht er keinen Nachweis zu erbringen. Also sagt er unbedenllich, er sei bei der Mutter in Polna gewesen. Dann geht er die Häuser ab.. Am nächsten Tag kommt er bi» Humpoletz und am Mittwoch nach Stecken, wo die VerpflegSstation den letzten Vermerk«inträgt: 21.. Juli 1898,, Reiseziel Polna. Wenn er jetzt die Richtung nach Osten nimmt und auf der Straße bleibt, ist er in wenigen Stunden zu Hause. Aber et läßt sich Zeit. In Polna versäumt er nichts. Er schlägt einen Fuß« wen ein, der nach Norden ablveicht, und kommt in den Wald, den di« Tschechen Mrfnik, die ander» den herrschaftlichen Wald nennen. Schön kühl ist e» im Wald^ Das alte Laub, daS den Boden bedeckt, riecht er gern. Er liebt da» Modrige, Dumpfe, Faulende. Wenn er so weitergeht, kommter nach Ober-WjcSnitz.,. Nein, da geht er doch^ lieber heim. Und er nimmt neuerlich die Richtung auf Polna., Allmählich ist er müde gcivorden. Abseits vom Wege lagert er sich in eine flache, schattige Mulde, Er streckt sich, blinzelt in di« Sonne und schläft«in. .Polda l" Bor ,ihm steht ein junger Mensch, csner der Kameraden von zu Hause, Angestellter beim Kaufmann Aufrecht, jetzt mit irgendwelchen Waren unterwegs i»S nächste Dorf. Er setzt sich zu ihm zu einem fleinen Plausch. Miteinander rauchen sie, Zug um Zug abwechselnd, eine Zigarette. ,(Fortsetzung folgt.) nr.«M Dienst«», 25. ScftemSet 1934 3 «geführten Beispiel kann man aber auch entnehmen, daß ein Mitgliedsbeitrag Von KL 4.50 «ingehoben wird, wofür.man eine wöchentliche Unwtstützung von 110 KL festgesetzt hat, welche man allerdings nicht auszahlt. Man hat also in diesem Organisationsgebilde der getarnten Haken« kreuzler von allem Anfang an«inSy stem d eS verwerflichsten Seelenfanges aufgebaut durch niedrige Beiträge und hohe Unterstützungen, man hat mit dem Schicksal der Ar» bettslosen Hasard gespielt, indem man fälschlich große Hoffnungen in ihnen wachrief, welche man jetzt nicht erfüllen kann. Bei der sonntägigen Haupwersammlung würbe Fahrner nicht Mehr zum Obmann gewählt. Sein Nachfolger ist Josef Bude. Landwirtschaftsförderung und Arbeitsbeschaffung In der letzten BollzugS-AuSschußsihung des deutschen Kleinbauernverbandes wurde ein interessantes Elaborat beraten, dessen Verfasser Herr Oberinspektor Dr. Siedler, der deutschen Sektion des LandcSkulturratcS ist. Darin ist eine Förderung der Landwirtschaft durch Errichtung von zirka 11.000 modernen Düngerstätten jährlich vorgesehen, mit einem Kostenaufwand von ungefähr 50 Millionen Kö. Diese Aktion soll sich durch eine längere Reihe von Jahren fortjetzen, wobei daran gedacht ist, bei den Kleinlandwirten bis 5 Hektar 6688, bei den Landwirten von 5 bis 10 Hektar 2481, bei den Landwirten von 10 bis 20 Hektar 1855, bei den Landwirten von 20 bis 80 Hektar 874, bei den Landwirten von 80 bis 50 Hektar 163 Düngerstätten jährlich zu bauen. • Durch diese Aktion könnten jährlich 2180 Bauarbeiter durch 200 Tage Beschäftigung finden. Außerdem könnten mehrere tausend Arbeiter jährlich in der Industrie für Baumaterialien und in der Maschinenindustrie eingestellt werden, durch den Mehrverbrauch von 4079 Waggon Fement und 102.820 Waggon Fiegeln sowie der vermehrten Anschaffung von Jauchenpumpen. Die Finanzierung dieses Planes soll dadurch geschehen, daß man die notwendigen Summen bei anderen landwirtschaftlichen Budgetposten einspart. Der Borstand des Kleinbauernverbandes hat sich im Prinzip für diese Maßnahme ausgesprochen und schon in der nächsten Feit werden mit diversen Organisationen auf tschechischer Seite entsprechende Verhandlungen gepflogen werden, um«in gemeinsames Borgehen zu erzielen. Maßgebend für dies« Haltung der Funktionäre des Verbundes war die Ueberzeugung, daß durch eine solche Landwirtschaftsförderung gleichzeitig auch die Arbeitslosigkeit vermindert werden kann. LandVündler und llhristlichsoziale gegen Ävehla-Ehrung. Man schreibt uns: Rach monatelangen Berhandlungen der Parteien, die schließlich entgegen den Beschlüssen einer Obmännerkonferenz zu keiner Einigung führten, kam die Frage der Um- und Neubenennungen von Straßen in der Sitzung der Stadtvertretung Mährisch- Schönberg vom 18. d. M. zur Verhandlung. Als Sprecher der deutschbürgerlichen Parteien(Bund der Landwirte, Christlichsoziale, Gewerbepartei, A. u. W.-Gemeinschaft) fungierte Herr Chromck von der A. u. W.-Gemeinschaft. Er lehnte die Umbenennung der Neustädterstraße und anderer aus Orientierungsgründen ab. Mit Recht hielt ihm Stadtrat Gen. I i l g vor, daß das deutsche Bürgertum von Schönberg zu anderen Zeiten auch anders konnte. Während des Krieges wurde der Marktplatz in Kaiser Franz-Josef-Platz und die Bahnhofstraße in Kaiser Wilhelm-Straße umbenannt, ohne daß man sich um die Orientierung gekümmert hätte.— Der Antrag, d i e Straße von derKrankenkassa bis zum Viadukt in Svehla« Straße umzu benennen, wurde von den deutschbürgerlichen Parteienabgelehnt. Dafür st imm- ten nur unsere Genossen und die Vertreter der tschechischen Parteien. Dagegenstimmtenalsoauch der Bund der Landwirte und die d e u t s ch e n C h r i st l i ch s o z i a l e n. Die Trauernden. Fu den Blättern, die daverbot der Karlsbader Henlein-Kundgebung bedauern und zu Anklagen gegen die Sozialdemokraten benützen, gehört auch der„Tcplitz-Schö- nauer Anzeiger". Er meint— in Uebereinftim- mung mit der Pressestelle der Henleinfront—, das verbot habe verhindert, daß Henlein sein Programm bekanntgibt und daß der Borwurf der Programmlosigkeit, den man gegen die SHF erhebt für alle Feiten(vielleicht nur für die nächsten tausend Jahre?) verstumme. Diese Klage ist wirklich rührend! Keine demokratische Bewegung hat es bisher verabsäumt, ihr Programm s e l b st zu beschließen. Bei der SHF muß es der»Führer" mit Pauken und Trompete» verkünden. Er braucht daßu unbedingt 20.000 Menschen, di« vor ihm strammstehen.— Wer aber hindert ihn, die Oeffentlichkeit mit seinen programmatischen Erkenntnissen zu überraschen? Ihm steht doch seine eigene Zeitung und die ganze bürgerliche Presse zur Verfügung! Warum hgt et ei nicht längst schon veröffentlicht?.— Weil er auch darin eine Kopie des RcichS- .Führers", zu dem eroffiziell noch immer nicht Stellung genommen hat, auch für sein« Offenbarungen: einen Rahmen nach Nürnberger Muster haben muß. Die Parallele wäre doch sonst nicht voWindig., 1184 lote sm 30.3uni Die Nordliste noch nicht Aus Berlin erhielt die.Deutsch« Freiheit" einen Brief, dessen Verfasser noch heute im öffentlichen Leben steht. Er ist ihr seit vielen Jahren bekannt. Die„Deutsche Freiheit" bürgt für die Zuverlässigkeit' der Angaben. Wir geben einen Auszug au» dem Briefe wieder. .... Es war mir eine aufrichtige Freude, nun endlich die Ausgaben der„Deutschen Freiheit" aus den letzten Monaten im Zusammenhang lesen zu können. Bisher hatte ich nur ganz selten ein Exemplar erlvischt und Auslandsreisen habe ich seit dem Umschwung schon aus Gründen per» sönlicher Vorsicht nicht mehr unternommen. Zu meiner Urberraschung fand ich, daß auch Sie die Zahl der Opfer de» 30. Juni noch viel zu niedrig angeben» wenn Sie auch selbstverständlich sofort feststellten» daß die von Reichskanzler Hitler zugegebrnen 77 Erschießungen weit hinter der Wirklichkeit zurückbleiben. Tatsache ist» daß im Reichspropagandaministerium ein« Totenliste mit 1184 Namen kursiert. Damit Sir nicht glauben, ich hätte mich verschrieben» füg« ich in Worten hinzu: Eintausendeinhundertvirrundachtzig ermordet! Meine unterrichteten Freunde so gut wie ich sind aber absolut sicher, daß auch diese Zahl von der Wirklichkeit noch übertroffen wird, denn in zahlreichen kleinen Provinzorten sind Lent« ermordet worden» ohne daß eine Meldung hierüber an unS gelangte. UrbrigenS hat vorübergehend die Absicht bestanden, die Totenliste der 1184 zn veröffentlichen, jedoch ist man davon abgekommen, weil sonst in jedem Orte hätte nachgeprüft werden können, ob seit dem 30. Juni verschwundene Lokalgrößrn ans der Liste stehen und so die Liste sich wahrscheinlich ganz von selbst gewaltig vergrößert hätte. Allein in der Kadettenanstalt in Lichterfelde sind rund 400 Leute erschossen worden, und zwar vollständig brauchte man dazu mehrere Tage. Tausend« Bewohner von Lichterfelde haben drei Tage das Salvenfeuer der StandrechtSkommandoS mit angehört. ES scheint mir fast, daß Sie die nachhaltende und zersetzend« Bedeutung deS 80. Juni unter-, schätzen, weil kein« Massenflucht auS der NSDAP, eingesetzt hat. Die Freund« und Anhänger der erschossenen SA.-Führer bleiben jedoch absichtlich in der Partei tätig, um dort gegen Hitler und seine nächste Clique zu wirken, und der Haß, der Groll und die Rachegefühle sitzen sehr tief. Man muß in absehbarer Zeit mit einer Serie von Attentaten gegen nationalsozialistische Führer rechnen, und dies« Furcht ist auch in den oberen Schichten der NSDAP, sehr groß. Trotz der scheinbaren Stabilisierung des Regimes ist die Ueberzeugung in politischen Kreisen fast allgemein, daß da- System nicht mehr lange zu halten ist und trotz der Einschüchterung und Aengstlichkeit, die nach dem 80. Juni die sogenannte„Reaktion" erfaßt hat. rechnet sie dennoch mit einer baldigen Ablösung der jetzigen Machthaber durch konservative und militärische Kräfte. Sich darüber in Spekulationen einzulassen, ist jedoch einstweilen zwecklos. Sicher ist jedenfalls, daß ein Umschwung zu einem geordneten konservativen Regime hin von den meisten Gegnern der NSDAP, als«in Fortschritt begrüßt werden würde, und ich vermute sogar: auch von vielen sozialdemokratischen und kommunistischen Arbeitern» auch wenn Sie mir das vielleicht nicht glauben, wobei ich gerne zugebe, daß dieses Sich« abfinden mit einem konservativen Regime für die Arbeitermaffen wahrscheinlich nur vorübergehend sein würde. Jetzt aber ist bei breiten Arbeiterschichten die Stimmung:„Rur fort mit den Kerlen, egal was kommt." Elnheltsfroiit- wenn dabei verdient wird Kommunistischer Verrat an den österreichischen Arbeitern Wir meldeten, daß die zersplitterten Gruppen der österreichischen sozialdemokratischen Arbeiter, die sich nach dem Zusammenbruch in den Febertagen neu gebildet hatten, zur„Vereinigten sozialistischen Partei Oesterreich»" zusammenge« faßt wurden. Die Wiester Konferenz, die^ditstn Zusammenschluß herbriführte» legte den Grundstein zu einem neuen Hainfeld der österreichischen Arbeiterbewegung, durch das das Einigmigswerk auch auf die österreichische Provinz erstreckt werden wird. Diese Tat der österreichischen Sozialisten hat bei den Kommunisten die größte Empörung ausgelöst. Sie selbst haben den illegal kämpfenden österreichischen Sozialisten ein EinheitSfroutange- bot gemacht. ES wurde mit großer Vorsicht ausgenommen— immerhin aber fanden bereits eine Reihe gemeinsamer Aktionen statt. Die österreichischen Arbeiter waren der Meinung, eS trenne die verschiedenen Gruppen im Kampfe gegen de» FasciSmnS nicht voneinander und den Kommunisten sei cs unter diesen Umständen um einen ehrlichen Pakt zu tun. Der Wutausbruch der„Roten Fahne" über das Einigungswerk der österreichischen Sozialisten ist jedoch ein Beweis dafür, daß e» den Kommunisten auch in Oesterreich nur darum zu tun war, durch die Einheitsfront ein politisches Geschäft zu machen. Sie hatten gehofft, die Splittergruppen aufsaugcn zu können. Die Aufsaugung einer einheitlichen neuen sozialistilck'en Partei ist nicht mehr möglich. Jeder, dem an der Kraftentfaltung de» Proletariats etwas liegt, muß jeglichen Versuch zur Ueberwindung der Zersplitterung begrüßen. Den Kommunisten ist ein solcher Versuch nichts als ein Anlaß zu neuem BerratSgeschrei. Damit entlarven sie sich selbst al» elende politische Schacherer, die auch in.der Illegalität nur für ihre elenden Parteivorteile arbeiten. An den Feberkämpfen war die Kommunistische Partei Oesterreichs überhaupt nicht beteiligt. Die Helden der Febertage waren Sozialdemokraten. Die illegale Arbeit, die bisher in Oesterreich von den Sozialisten geleistet wurde, war erfüllt von dem Geiste der Weissel, Münichreithcr und Gerl. Das hindert die Kommunisten, die nach dem Zusammenschluß der einzelnen sozialistischen Gruppen ihre Felle davonschwimmen sehen, nicht, über dieselben Sozialisten folgendes zu schreiben: Di« sozialdemokratisch« Arbeiter ater erseh« au« diese« Beispiel wieder einmal mit valler Klarheit»«er den« eigrntlich die Spalter der Ar- heitrrbeweguag sind. E» find di« sazialbe«akratische» Führer» dir, am ihre Zusa«mrnar>rit«it der Berzeaisie anfrrchterhalten»n können, die «eg« die Banrgraifir gerichtete Aktionseinheit der Arbeiterklasse mit all« Mittel« de» verrate», des vetrnge»»ad der Demagagie sabatieren. Die österreichischen Feberkämpfer haben gegenüber solchen Verleumdungen keinen Anwalt notwendig. Die kommunistsschen EinheitSfrontler aber haben sich in den Augen aller anständigen Arbeiter durch diesen Kampf gegen die Einheitsbestrebungen des österreichischen Proletariats selbst gerichtet. MIBtrauen gegen Henlein Das Legionärsorgan„Rärodni Osvo- bozeni" widmet der Sudetendeutschen Heimatfront einen Leitartikel, in welchem u. a. gesagt wird: Der Eintritt deS Herrn Henlein in die Politik war überraschend. Eine Gruppe von Leuten, welche bisher politisch sichtbar nicht hervorgetreten ist, hat ihren Augenblick gut aügeschW und hat, indem sie in dem Moment hervorgetreten ist, da die Deusschnationalen und Hakenkreuz- ler sich bei unS ohne Organisation und Führer befanden, mit einem Programm, welche» diesen Leuten sehr bekannt vorkam, und— mit bestimmten Beränderungen— in den hauptsächlichen Linien der Hitlerschcn Ideologie übereinstimmte, sich mit einem Schlage in den deutschen Gegenden unseres Staates starke Positionen geschaffen. ES geschah dies deswegen, weil die einfachen Mitglieder und Unterführer der aufgelösten Parteien in der Heimatfront die Möglichkeit einer weiteren politischen Tätigkeit erblickten. Die Zusammensetzung der niederen Organe der Heimatfront belqhrt uns darüber anschaulich. Denn obwohl die Hauptleitung der Partei und viele höhere Funktionen in den Händen von Leuten sind, deren politische Vergangenheit ein unbeschriebenes Blatt ist» sind die örtlichen Organi sationen der Partei vielfach in Händen ehemaliger Deutschnationaler oder Hakenkreuzler. Das Blatt zählt dann einige markante Beispiele auf, die feine Behauptung beweisen. So sind von 15 Lokalorganisationen, die die Heimatfront im Bezirke Tetschen hat, neun Vorsitzende, welch« Mitglieder der nationalsozialistischen und drei, welche Mitglieder der deutschnationalen Partei waren. In acht Organisationen haben ehemalige Mitglieder dieser Partei wenigsten» drei Hauptfunktionen inne. In Tachau waren vier Hauptfunktionäre Mitglieder der nationalsozialistischen Partei, in Saaz ist der Bezirksvertrauensmann ein ehemaliger Hakenkreuzler, desgleichen in Hainspach bei Schlucken«», aufzunehmen." An die Einlegerfchaft der Deutsche« Volk», tank für Böhmen in Leimrrih! Es wird nochmal» darauf aufmerksam gemacht, daß im Sinne der bereits veröffentlichten Kundmachung de» Kuratoriums des Allgemeinen Fond» der Geldanstalten in der CSR die Einlagen bei der Deutschen BolkSbank für Böhmen in Leitmeritz und deren Niederlassungen bis zu XL 1000.— auf Basis von 45 Prozent vom FondSkuratorium übernommen werden. Die Auszahlungen erfolgen bis 81. Ok- tober 1984(unwiderruflich letzter Termin) an den^Schaltern der Deutschen BolkSbank, bezw. de» hiezu von ihr ermächtigte« Stelle«. Mlnderhetten-Abkommen Ungarn-Kleine Entente? In der Politischen Kommission de» Völkerbundes gab e» am Montag wieder eine von dem ungarischen Delegierten Eckhardt hervorgernfen« Minderheitendrbatte. Beneö begrüßte den Vorschlag Eckhardt», ein Minderheiten-Abkommen-wischen Ungar« und den Staaten der Kleinen Entente abzuschlietzen. Die Politische Kommission de» Völkerbünde» sei jedoch zur Einsetzung einer internationalen Kommission nicht berechtigt. Die Angelegenheit gehöre vor den Rat. Ungarn und die Minderheiten Budapest. An der Monstreversammlung der sozialdemokratischen Partei gegen den ge» planten Wahlrechtsraub nahmen zirka 20.000 Menschen teil. Gen. Abg, Peyer sprach über den Wahlrechtsschwindel, Abg. Buchinger über die außenpolitischen Zusammenhänge und sagte unter anderen das Folgende: »Vethlen will di« Minderheiten der Nach- barstaaate« beglücken. Auch für«n» Sozialdemokraten ist daS Problem der Minderheiten «ine Herzenssache, da wir all« Unterdrückungsmaßnahme« verdammen. Wir fordern aber von Vethlen, wenn er schon das llngarntum in den Nachbarstaaten retten will, dann'mögt et vielleicht erst die Unterdrückten in Ungarn befreien. Jene Politiker, di« hier im Lande dir großen Masse« nicht befreien wolle«, werden nicht» und«ollen auch nicht die nationalen Minderheiten wirklich befreien. In der Zett, wo die nationalen Minderheiten in der Tschechoslowakei daS Recht haben, geheim ab- zustimmen, kann man hier im Land« keine MandatSgeschenke nach fascistischer Art einfüh ren. Heute, wo sogar in Rumänien da» Wahlrecht allgemein tst, bleibt ei« Wahlrrchtsgesetz mit sechsjähriger Seßhaftigkeit eine unerhörte Schande." In der Resolution wurde unter anderen gefordert, daß Ungarn streng neutral bleibe, und mit den Nachbarländern das wirtschaftliche Zusammenwirken und das freundschaftliche Verhältnis sichere. Amnestie Mr die Opfer von Brest-Lltowsk 7 Auch die Emigration einbezog«»? (Warschau.) Die heutigen Blätter bringen neuerlich die Meldung, daß das Jüstizministexfllm von dem Appellations- und von dem Bezirksgerichte in Warschau die Vorlage der Akten in der Angelegenheit der im Brester Prozesse zu mehrjährige» Kerkerstrafen verurteilten ehemaligen Führer der opposiitionellen Links- und Zentrumsparteien angefordert hat. Den Blättermeldungen zufolge handelt es sich um die bevorstehende Amnestie der Brester Verurteilten, deren Veröffentlichung bereits in den nächsten Tagen erwartet wird. Nach den neuen Meldungen soll sich die bevorstehende Amnestie entgegen der früheren Meldung auch auf die ehemaligen Führer der oppositionellen Links- und Zentrumsparteien beziehen, die sich gegenwärtig im Ausland« befinden. kommunistischer Weltkongreß verschoben Wegen Eintritt Sowjetrußlands in den Völkerbund. DaS Pariser kommunistische Organ„Hüma- nitc" teilt den Beschluß des Präsidiums de» Exekutivkomitös der Kommunistischen Jnternatio«. nale mit, wonach das Datum der Einberufung des siebenten Weltkongresses der Kommunistischen Internationale vom zweiten Halbjahr 1934 auf das erste Halbjahr 1935 verlegt wird. Der Grund zu dieser Verlegung des Kongresses ist nach einer Meldung der Londoner„Times" der Eintritt Sowjetrußlands in den Völkerbund. Die langwierigen Vorbereitungen für den Kongreß waren nahezu vollendet und einige Delegierte waren bereits in Moskau. Mit Rücksicht auf die Verhandlungen Litwinows mit dem Völkerbund aber hat man gewartet. Jedenfalls wird die neue außenpolitische Situation Rußlands nicht ohne Einfluß auf die Beschlüsse des Kongresses der Kommunistischen Internationale bleiben und man kann-nur wünschen, daß die realpolitischen Gedankengänge, welche Sowjetrußland zum Eintritt in den früher so bekämpften Völkerbund geführt haben» auch innerhalb der Kommunistischen Internationale zur Geltung kommen und zu einer Aen- dcrung der Politik der kommunistischen Parteien führen. Der deutsche Einheitsautomat. In einer. Rede auf dem Kreisparteitag in Erfurt sagte Dr. Ley, der Führer der deutschen Arbeitsfront wörtlich:«... der Parteitag in Nürnberg hat gezeigt, daß uns di« Schaffung eines völlig einheitlichen Führerkorps gelingt, ja schon gelungen ist. E» war das stolzeste Lob, das mir der Führer gab, als er sagte: Man sieht, daß diese Männer, ganz gleich au» welchen-deutschen Gauen He kommen, von einer Zentrale au» geschult sind und denselben Gesichtsausdruck und dieselbe Haltung baüäu" «rite« DienStaa, 25. Devtember 1934 Vom Arbeitslager In Theresienstadt 280 Opfer in Wrexham Die Grube wird abgemauert SchtuB der Manöver Die motorisierte Reserve der Blaue« bringt dir Entscheidung Die Manöver an der Zilivka sind Sonntag früh um neun Nhr abgeblascn worden. Der Sieg ist der„blauen" Armee deS General- Botruba verblieben. Allerdings hat sie ihn"nur mit Heber- macht, durch den Einsah der Reserve von einer Division, erzielen können. Daß die 60 Kilometer entfernt ausgestellte Reserve in einem Tag heran« geführt rind eingesetzt werden konnte, ist der Ausstattung dieser Division mit motorisierten Fahrzeugen und W a f f e n zu danken. ES scheint, das; die Erprobung der Wirksamkeit motorisierter Einheiten der Hauptzweck deS Manövers war. Es hatte freilich ein noch interessanteres Bild ergeben, wenn auch die„rote" Armee noch über motorisierte Reserven verfügt hätte. So war es ein ungleiches Ringen und auf die mährische Gruppe fällt zu Unrecht der Schein geringerer Kampfkraft. Es mutz fcstgcstellt werden, das; die 2.(mährisches Armee gut geführt war und sich dem gleichstarken Gegner gegenüber bedeutende Vorteile gesichert hatte. Der llcbermacht mutzte sic unterliegen. Das besagt»och immer nicht, datz im Ernstfall der Kampf ebenso auSgegangcn wäre, denn im Krieg spielen Faktoren mit. die man in keinem noch so gut geleiteten Manöver einkalkulicren kann. Habsburger und Anschluß für Europa unannehmbar Di« Garantie der Unabhängigkeit Oesterreichs (Paris.) Die Berichterstatter der Pariser Blätter melden, datz die österreichische Frage wahrscheinlich Gegenstand einiger Abkommen sein wird, deren Abschluß aber bei lveitcm noch nicht fertiggestellt ist. Das erste soll eine Erklärung über die II n a b h ä n g i g k c i t Oesterreichs sein, die in der Völterbundvcrsammlung. in ihrer Form ähnlich der Feber-Erklärung der drei Grotzmächtc, England, Frankreich und Italien, abgegeben werden soll. Die zweite Abkommen würde die Habsburger betreffen. Die Großmächte und die Kleine Entente würden erklären, daß die HabS- durger-Fragc keine innere Frage Oesterreichs, sondern eine international« Frage sei. Dadurch würde die schriftliche Bindung der österreichischen Regierung, die Habsburger niemals einzusehen, umgangen werden. Ein weiteres Abkommen würde die Opposition dieser Staaten gegen den Anschluß erhalten und das letzte Abkommen — für den Fall, daß die vorhergehenden verwirklicht werden— würde einen Plan der wirtschaft- lickeu Vorteile enthalten, die die Nachbarn Oesterreichs einander gegenseitig gewähren würden. Einigung Ober den Verkauf der Ostchinabahn? (Tokio.) Im Ministerium deS Auswärtigen wurden Einzelheiten über die Regelung der Ost- ckina-Bahnsrage bekanntgegebcn, die jetzt tatsächlich endlich erreicht zu sein scheint. Bon dem Kaufpreis, der 170 Millionen Den beträgt, sollen zwei Drittel in Waren erlegt werden. Nur das letzte Drittel wird in barem bezahlt,». zto. zur Hälfte sofort, der Rest innerhalb von drei Jahren in Raten. Auf Grund des Besitzwcchsels werden sämtliche svwjetruffischen Angestellten der Eisenbahn innerhalb von sechs Monaten nach llnter- zeichnung des Vertrages entlassen werden können. Damit wäre eine Ursache der vielen Reibungen im Fernen Osten endgültig beseitigt. Zur Abfindung der ausscheidenden sowjetrussischcn Beamten ist nach japanischer Darstellung innerhalb der Gesamtlaufsumme ein Betrag von 30 Millionen Den besonders ausgeworfen. Norwegische Sozialdemokratie für de« Völkerbund (Lslv.) Das leitende Organ der sozialdemokratischen Partei..Arbeiderbladet" bemerkt in einem Kommentar zur Aufnahme Sowjetrußlands in den Völkerbund, datz sich durch diese Tatsache die bisherig« Situation vollends geändert hat. Die norwegische sozialdemokratische Partei ivird sich deshalb mit einer Revision des bisherigen Standpunktes gegenüber dem Völkerbunde befassen. Die norwegische sozialdemokratische Partei hat sich bisher gegen die Genfer Organisation gestellt. Sie gehört weder der ll. noch der IH. Internationale als Mitglied an, ist die größte politische Partei in Norwegen und ver- stzgt im Storting bei einer Gesamtzahl von ISO Abgeordneten über 69. Vom Rundfunk MM U* VmUNMMMM Mittwoch. Prag: Sender L.: 6.00 Gymnastik, 10.06 Deutsche Nachrichten. 11.00 Schallplatte«: Tschaikowski. 19.40 Arbeitsmarkt. 15.15 Konzert der Blaskapelle. 18.20 Deutsche Sendung: Aktuelle zehn Minuten. 18.30 Arbeitersendung: Florian Bergmann(Reichenberg): lieber das ArbettSrecht der Angestellten. 18.50 Sozialinformationen. 18.55 Deutsche Presse. 19.10 Schrammelmusik. 81.00 Konzert zum 60. Geburtstag von Schönberg. 22.15 Bunte Reihe auf Schallplatte«.— Sender St.: 14.00 Liederkonzert. 14.25 Deutsche Sendung: Kin- derstunde.— Brünn: 11.00 Schallplatte«. 17.46 Deutsche Sendung:' Habel: Pfleget wieder Hausmusik. 18.00 Deutsch: Rezitationen. 10.50 Klavier- konzert.— Anschnn: 19.50 Gesangskouzert. (London.) Aus Wrexham wird gemeldet, das; nur zehn Leichen geborgen worden sind, darunter zwei Mitglieder der Ret- tungsmaiuischaft. In der Rächt zum Montag wurden die überlebenden Grubenponys an die Oberfläche gebracht. Zur gleichen Zeit war in 800 Meter Tiefe eine Abteilung von Bergleuten damit beschäftigt, den brennenden Teil der Grube durch Onerwände aus Ziegelsteinen und Zement luftdicht abzuspvrrrn. Da jetzt endgültig mit einer Verlustliste von Tagcmcuigkcltcii Frauenmord t« Sacha« IN der Rächt vom 22. auf den 23. d. M. j zwischen 12 und 1 Uhr wurde die Gattin des Maurers Roppert am Spielplatz in Tachan in bestialischer Weis« ermordet. Di« Frau war allein im House. Als Roppert, so gab er an, um drei- viertel 1 Uhr nachts nach Haufe kam, fand er die HauStür offen und nachdem er in der Küche Licht gemacht hatte, sah er seine Fra« in einer Blutlache mit zertrümmertem Schädel liegen. Roppert eilte sofort in daS Gasthaus Sporer, wo er sich vorher aufhielt und alarmierte die dort befindlichen Gäste. Di« herbrigreilte Gendarmerie stellte fest, daß in der Wohnung nichts angerührt wurde, daß also ein Raubmord nicht in Frage komm«. Eine Affekthandlung kann ebenfalls nicht angenommen werden, so daß eS sich nur um einen überlegten Mord handeln kann. Anhaltspunkte, die auf eine bestimmt« Spur hinlenkrn, find nicht vorhanden. In der Küche wurde ein Lappen gesunden, an welchem fich der Mörder die Hände »der daS Mordinstrument abgewischt hat. An der Küchen-mnd HauStür find Blutspritzer festgestellt worden. DaS Mordinstrument konnte nicht gefunden werden. Di« Kriminalbeamten-stehen vor einer sehr, schwierigen Aufgabe. Der Gatte der Ermordeten wird seit den frühen Morgenstunden, fast ohne Unterbrechung einvernommen, ohne datz von ihm etwas Näheres zu erfahren, gewesen wäre. Irrsinniger Arzt tVtet eine Fra« tri einer Operation Der 42 Jahre alte Distriktsarzt Dr. Franz V Y in l ä t i l aus Nimburg behandelte eine Arbeiterfrau, welche an den Folgen'eines AbortuS litt. Vor einigen Tagen wurde er wieder zu ihr gerufen, weil die Blutungen nicht aufgehört hatten. In Anwesenheit des Ehemannes und der Mutter der Kranken schritt er zu einer Operation. Sie wurde zu einer Tragödie der Frau pnd des Arztes. Dr. V y m l ä t i i, an welchem seit längerer Zeit Symptome einer hochgradigen Nervenzerrüttung zu merken waren, führte die Operation in einer Weise durch, die kurz nach seiner Abfahrt zu einer derartigen Verschlechterung im Befinden der Frau führte, datz diese unter entsetzlichen Schmerzen starb. Die vom Gericht ange- ordncte Obduktion, welche von zwei Primarärzten UHd einem Chirurgen vorgenommen wurde, ergab, daß nur ein Geistesgestörter in"derart sinnloser Weise einen chirurgischen Eingriff vornehmen konnte. Dr. V Y m l ä t i l wurde in das Krankenhaus auf der Bulovka in Prag gebracht. Die Beobachtung, welcher er unterworfen ist, scheint, bisher die Annahme zu bestätigen, datz bei ihm Wahnsinn auSgebrochen ist. Ende des TexMstreiks (R e w A o rk.) Der größere Teil der Spinnereien. hat die Arbeit ohne Zwischenfälle wieder Di« Arbeiter Haden saft überall der 260 Toten gerechnet werden muß, ist die Katastrophe von Wrexham die dritte schwerste, die das Land in diesen» Jahrhundert beiroffcn hat- Die Zahl der Opfer war nur in zwei Fällen größer, nämlich im Jahre 1910, wo in Lancashirc 344 Bergleute den Tod fanden, und im Jahre 1913, wo in Glanwrgan 439 Bergleute starben. Geldsammlungen für die Hinterbliebenen dcö Wrex- hamer Unglücks sind bereits in vollem Gange. Am Sonntag abends waren über 7000 Pfund Sterling gezeichnet. Aufforderung, dr» Streik zu beenden, Folg« geleistet. Rur in drr Stadt Charlotte in Rord- Karolina, in Shannon im Staate Georgien und in Philadelphia kam eS zu einigen Zusammenstößen zwischen Arbeitern, die gur Arbeit gingen und solchen, die noch streike«. Die Polizei nahm 50 Personen in Haft. Lechs Bruudveruuslüette gestorben (Kattowitz.) DaS schwere Brandungluck, das sich Samstag vormittags aus der Kohlenhalde des Clara-SchachtcS in Huda ereignete, hat nunmehr Todesopfer gefordert. Von den 34 Schtvcrvcrletztcn, die ins Krankenhaus eingeliefert wurden, sind im Verlaufe der vergangenen Nacht und des Sonntags sechs unter schrecklichen Qualen verstorben. Unter den Toten befinden sich zwei Frauen. Sechs weiter» Schtververlctzte befinden sich noch in Lebensgefahr- Die Gattin ermordet Zum Tod« verurteilt' Bor dem Brünner Geschtvorenengericht hatte sich gestern der zweiundvierzigjährige Arbeiter Ladislaus Svoboda zu verantworten, der am 26. Juli 1934 am Abend bei Untcrgerspih seine acht- unddreitzigjährigc Gattin Rosa mit einer Eisenstange erschlagen hatte. Svoboda wuvde bald nach der Tat verhaftet und gab an, die Tat aus Eifersucht verübt zu haben. In der gestrigen Verhandlung, die verhältnismäßig rasch beendet war, wiederholte Svoboda diese Aussage. Die Zeugen schilderten die Ermordete als eine brave, ruhige Frau, Svoboda hingegen als brutalen Menschen. Hamburg.. Stürmisches Wetter mit grotzem Seegang hat am Sonntag an der ganzen Nordseeküste die kleineren Fahrzeuge genötigt, Schutzhäfen aufzusuchen. Bei Cuxhaven lagen mehrere Dampfer vor Anker, die ihre Fahrt unterbrochen hatten, um ruhiges Wetter abzuwarten. Der Sturm hat große Wassermengen in die Elbe getrieben, so datz an der Unter-Elbe die niedrig gelegenen Reedereien überschwemmt wurden. Auch über Jütland herrschte ein orkanartiger Sturm, der in verschiedenen Orten Südwest- Jütlands lleberschlvemmungen verursacht hat. An einzelnen Stellen stehen die Wege unter Wasser. Etwa 50 Fischerkutter befinden sich in See. Einige von ihnen sind gegen abend im havarierten Zustande cingelaufen. Man ist über das Schicksal einiger Sportfischcr besorgt, die sich SamStag abends aus das Meer hinaus begeben haben und von denen erst jede Nachricht fehlt. Berheerungen an der britischen Küste (London.) lieber die Nordküste der Grafschaft Lancashirc wütcsc in der Nacht auf Sonntag der heftigste Sturm seit dem Jahr« 1927, Wrexham Achtung! Es wird keine Ausnahme gematM, international ist der Tod im Schacht,. er greift hin, schlägt zu und siegt. Witwen in jedem Erdteil der Welt!* Männer von springender Flamme gefällt, geben sterbend Kinder der Not preis. Tod ist das Aufgeld, das Blutwucher nimmt, nach viel grauen Tagen, die ihr gedient, in Nebel und Nacht schwarzer Schächte. Doppelt nimmt man,-was euch gehört, das Leben gelebt und das Leben zerstört.. Zweimal seid ihr betrogen. Wer fragt, wenn ihr im Schwaden ersticht, wer fragt, wenn euch der Berg erdrückt! Kohle gibt Dividende. Pittsburg und Osseg und Vrexham sind ' Namen, sie gruben immer, bis Tote kamen. Viel Dividende heißt Blut! Kurt D ob er er Die Geschworenen sprachen Svoboda des Mordes chnldig und das Gericht verurteilte ihn zum Tode durch den Strang. Fabrik abgebrannt. In den Lederwerlen der Firma Adler L Oppenheimer in Ncustadt-Glewe (Mecklenburg-Schwerin) brach am Montag gegen leben Uhr Feuer aus. Der Brand entstand in der Färberei im Dachgeschoß des großen dreistöckigen Fabriksgebäudes. Aus noch nicht aufgeklärter ilr- sachc hatten in dieser Abteilung Chemikalien Feuer gefangen. Der Brand dehnte sich in kurzer Zeit auf den Dachstuhl des Gebäudes aus. Auf Grohalarm hin rückten die Fcucrlvehren der gesamten Umgebung an. Mehrere Arbeiter, die sich nicht rechtzeitig in Sicherheit bringen konnten, erlitten schlvcre Brandverlehnngcn. Auch mehrere Feuerivehrleute wurden verletzt. KindeSmord aus Rot. Die Gendarmerie in Brodel bei Protznitz verhaftete am Montag mittag das 20jährigeDienstmädchen Marie Dokou- p i l o v ä aus Klenovice und Hanö, die am Sonntag, den 16. September ihren Sohn Georg, der am 18. Dezember des Vorjahres geboren wurde, ermordet hat. Die Leiche des Kindes verbarg die Mutter im Schlamm des Baches unweit des Ortes VySovicc, wo sie Montag früh gefunden und in die Leichenkammer gebracht wurde. Bei ihrem Verhör gab di« Dokoupilovä an, daß ihr das Kind bei der Bestreitung des Lebensunterhaltes hinderlich war, tvcshalb sie beschlossen hatte, sich deS Kindes zu entledigen. Die Dokoupilovä wurde in die Hast des Bezirksgerichtes von Protznitz. gebracht. Mord-»der Selbstmordversuch? Zwischen Ba- telov und Dolni Cerekev bei Jglau wurden Montag um 14 Uhr in der Rahe der Eisenbahngleise zwei Personen in schwerverletztem Zustvorden. Die Jglauer Gendarmerie untersucht, ob es sich nicht um einen Mordversuch handelt. Mühl« bei Lann abgebrannt. Samstag vor Mitternacht brach in der Jiräsck-Mühl« in Tou- Zetin bei Laun ein Brand aus, der die Parterregebäude einäscherte und die in der Mühle vorhandenen Vorräte zum Teil vernichtete. Auch die Decken der Mühlenräumlichkciten wurden vernichtet. Der angerichtcie Sachschade ist groß. Der schwarze BandaliSmuS. Aus den Wiener Arbeiterbüchcrcicn, die 275.000 Bände aufwiesen, wurden bei einer nach den Feber-Ereignissen vor- genommenen Revision insgcsmnt. 15.000 sozialistische Publikationen ausgeschieden, über deren Schicksal eine Polizei-Liquidationskommission entscheiden wird. der große Verwüstungen an privaten. Jachten und an den Fischcreidocks anrichtete. Ein Mann, der an Bord einer Jacht vom Sturm überrascht würde, starb, als er ans Ufer befördert wurde..' Eine andere Person wurde schwer verletzt. Die ganze Küste ist mit Trümmern bedeckt. Bei einer großen Zahl von Häusern sind die unteren Räumlichkeiten vom Meer überschwemmt worden. Die Stadt. Hehsham wurde vom Meere vollkommen überschwemmt. 98 Menschen.ertrunken (Poon a.) Infolge Scheitern»»ine- Fähe- boote» auf de« Fluß Krisch»« im Distritt Bel« gaum, der Provinz Bombay fanden 93 Personen den Tod. 100 wurden gerettet, 80 werde« vermißt. 2000 rate,.18.000 Verletzt« in Japan (Tokio.) Da» japanisch« Innenministerium teilt die Lifte der Opfer der Taifunkaw- strophe mit. Danach sande» den Tod 2004 Meu- schen, 13.335 wurden verletzt, 258 werde«»och vermißt. Sturm- und Schiffskatastrophen Km Dienstag, 2S. September 1934 etüt fr•? Mordversuch an der Geliebten und Selbstmord , Eine Liebe-tragödie Sei Komotau (Komotau.) In HagenSdorf bei Komo- t« hat sich am Sonntag eine blutige Tragödie abgespielt. Der 26jährige Metallarbeiter Franz Heller unterhielt mit der 28jährigcn Bahn- bedienstetentochtcr Ada Lehm, ein Liebesverhältnis. Das Mädchen löste jedoch das Verhältnis in der letzten Zeit und ivendete sich einem anderen Statine zu. Ms sie mit diesem gestern vom Kirchgang heimkehrte, kam ihnen Heller nach. ES kam zwischen ihm und seinem Nebenbuhler zu einer Auseinandersetzung. Plötzlich zog Heller einen Revolüer und drückte ihn gegen seinen Nebenbuhler ab, doch versagte die Masse und der Angegriffene flüchtete. Hierauf zielte Heller auf di« Geliebte. Diesmal funktionierte die Waffe und der Schutz streifte die Lehm im Gesicht. Sie flüchtete. wurde aber von Heller verfolgt und durch einen zweiten Schutz am Hals schwer verlebt. Hierauf schotz Heller gegen sich selbst und brachte sich eine schwere Schläfenverletzung bei. Er, sowie seine frühere Geliebte wurden in das Komotauer Krankenhaus eingeliefert. Der Zustand des Mädchens ist nicht besorgniserregend. Heller hingegen dürfte kaum am Leben bleiben. Nicht genügend Beweise gegen Hauptmann? (New Aork.) In der Lindbcrgh-Angelegen» heit erklärten die Schriftsachverständigen, daß im Lindbergh-Fall sämtliche belastenden schriftlichen Aeutzerungen zweifellos von Hauptmann stammen. Dr. Condon sagte noch aus, datz Hauptmann bedeutend beleibter sei als der Mann, dem er damals das Lösegeld ausgehändigt habe. Das Bun» dcSjustizaMt hält gleichfalls die Annahme aufrecht, datz mindestens zwei Personen an dem Verbrechen beteiligt sind. Die Polizei in New Jersey nimmt sogar an, datz zwei Männer und eine Frau in das Verbrechen verwickelt sind. Ursprünglich war man der Meinung, datz der Staat New Jersey an den Staat New York das Ersuchen stellen werde, ihm den der Entführung, des Lindbergh-KindeS verdächtigen Tischler Hauptmann zur Durchführung des Strafverfahrens auszuliefern. Jetzt scheint es aber, datz Hauptmann zuerst in New York wegen Erpressung abgeurteilt werden wird, da bis zum Augenblick nicht genügend Beweise für seine Aburteilung vor dem Gericht in New Jersey wegen Morde- vorliegen.., Dampferzusammenstoh. Der White Star- Dampfer-"üLaeonia^ und-- der-. amerikanisch«/ Frachtdampfer'^Panroyal" st,etzen Montag, früh in der Nähe von Cap Tod zusammen. Der Schiffskörper des Frachtdampfers wurde einen halben Meter über der Wasserlinie eingedrückt. Verletzt wurde niemand. Die„Panroyal" hat vorläufig die Welterfahrt nach Boston aufgegeben. Beide Dampfer befanden sich etwa zwei Stunden nach dem Zusammenstotz noch an der Unfallstelle. Gangsterfeme. Wie aus Mount Holly(Netv Jersey) gemeldet wird, wurden in Zügen von New-Jersey am Sonntag drei Gangster tot aufgefunden. Die Leichen waren von zahlreichen Kugeln durchbohrt. Allem Anschein nach sind die Ermordeten bei der Teilung ihrer Beute mit Spietz- geseUen in Streit geraten. Man hat sie dann wohl an eine entlegene Stelle gelockt und anscheinend mit Maschinengewehren auf sie gefeuert. Der Kugelhagel war so dicht, datz von Bäumen und Sträuchern am Tatort zahlreiche Ztveige abgerissen wurden. Nach der polizeilichen Untersuchung ist die Tat bereits am Mittwrch verübt worden. Feier für den Komponisten der Nationalhymne. Am Sonntag fand unter dem Protektorat des Unterrichts- und Innenministeriums in Osicc bei Pardubitz, dem Geburtsort des Komponisten der Natioststlhymne Skroup. die Hundertjahrfeier der Entstehung der tschechischen Nationalhymne statt. Der Mohr kann gehn. Oberst von Hindenburg, der. Sohn und langjährige erste Adjudant de» verstorbenen Reichspräsidenten, scheidet mit dem 30. September 1934 auf seinen Antrag aus dem Heeresdienst aus." Sowjetbeamter tm Hungerstreik. Nach einer au» Charbin eingetroffenen Meldung befindet sich der vor einiger Zeit verhaftete StationSvorstand von Mandschuria S ch a b l i n s k i, der sowjetrussischer Staatsbürger ist,, noch immer in Haft. Er hat trotz wiederholter Forderungen des Sowjetkonsulates keine Möglichkeit, Vertreter des Konsulate» oder Verwandte zu sehen. Seit vier Tagen wird das Schablinski geschickte Essen unberührt zurückgeschickt. Allem Anschein nach hat Schablinski wegen ungesetzlicher Verhaftung den Hungerstreik erklärt. Antijapanifche Kundgebungen. Wie die japanische Presse meldet, hab.'n sich im Staate Arizona in den Bereinigten Staaten neue japanfeindliche Kundgebungen ereignet. In mehreren Fällen sind die Anwesen japanischer. Siedler von Sprengstoffanschlägen helmgesucht worden. Der japanische Konsul in Los Angeles Ivird bei den amerikanischen' zuständigen Stellen Protest einlegen. Wahrscheinliche» Wetter heut«:.Unbeständig, vom Westen her erneut Bewölkungszunahme und strichweise etwa» Regen, mätzlg warm, Westwinde — Wettervorhersage für üwrgen: Roch unbeständig «ch etwa» kühler. Und wa» ist mit Schacht? Da» Anerben- gericht SenSburg hat zwei Bauern die Ehrbarkeit abgesprochen. DieseBauern sind den Verpflichtungen den Gläubigern gegenüber nicht nachgekommen, obwohl sie, wie die Feststellungen, zweifelsfrei ergaben, dazu kn der Lage gewesen wären. Da» Gericht machte den Bauern klar, datz eS sich nicht mit der Ehrenhaftigkeit eine» Bauern verträgt, leichtfertig Schulden zu machen und nicht an das Bezahlen zu denken. Einem Bauern, dem die Ehrbarkeit abgefprochcn ist. wird auch die Fähigkeit ztir Bekleidung öffentlicher Aemtcr abgesprochen. Gestohlene Altarbilder. Am 28. August 1938 wurden aus der Kapelle des Bojnicer Schlosses in der Slowakei fünf Altarbilder im Werte von über zwei Millionen XL entwendet. Diese Bilder waren staatliches Eigentum. Nach einjährigen Nachforschungen wurde jetzt festgestellt, datz die Bilder von dem beschäftigungslosen Bergarbeiter Josef Jlesiö aus Handlovä und von Anton Bauer aus Deutfch-Pravno entwendet wurden. Bauer brachte die Bilder im vorigen Jahre nach Zlin, Pari».(HavaS.).Petit Journal" meldet, datz die Tochter der verstorbenen Radiumforschcrin Curie und ihr Mann Joliot auf dem wissenschaftlichen Kongretz, der vom 1. bi» 6. Oktober in London und in Cambridge tagen wird, die Formel für die Herstellung, von künstlichem Radium bekanntgeben wird. AuS New Nork kommt die Nachricht, datz die beiden Forscher Smith und Steinbach in New Jersey da» Element 98 entdeckt hätten. Sein Atomgewicht sei bedeutend böhcr als das des schwersten aller Elemente, de» llran. Da» ist nun die dritte.Entdeckung" dieses Grundstoffe» mit der Nummer 98. Vorläufig deutet aber noch nichts darauf hin, datz dadurch seine tatsächliche Existenz eindeutig sichergestellt wäre. Wanim nun diese ganz unwissenschaftliche Hast, mit der die Entdeckung dieses Element» dauernd verkündet wird? Zerstört etwa dieses Element auf- gestellte Naturgesetze? Hat«» autzerordcntlicho Eigenschaften? Gibt e» hier für den Wissenschaftler ewig« Lotbeeren zit erringen? Wa» ist mit Element dreiundneunzig? Längst sind die Elemente nicht mehr die letzten Baustoffe der Materie. Ihre Atome sind nicht mehr die unteilbaren Körner der Elemente.' Wir wissen, datz jede» Atom einen kompliziert zusammengesetzten Kern und um diesen Kern die kreisenden Elektronen hat. Zweiundneunzig verschieden kreisende Elektronensysteme geben zweiundneunzig verschiedene Elemente. . Immer wieder hat man sich gefragt wariyn e» nicht noch"komplizierter«'-"ElEnkee gibt?- Man -Mutzte schließlich annehmcns-datz-Elemente mit Ordnungsnummern nach dem schwersten Element,, dem llran. unbeständig sind und zerfallen. Der Engländer Arthur Eddington hat in neuerer Zeit berechnet, datz sich die Zahl der Elemente mit den Transuranen auf einhundertsech-unddreitzig erweitern könnte. ttievtete Atomart«« gibt««? Bis jetzt haben wir von durch die elektrische Ladung de» Kern» bestimmten kreisenden Elektronensystemen gesprochen, die die chemische Natur der Ele- niente entscheiden. Wir haben noch nichS über den Kern gesagt. Im allgemeinen nimmt man an, datz zu einem bestimmten Element auch ein bestimmte» Kerngewicht gehöre. In Wirklichkeit ist die Natur viel grotzzügiger und vielfältsger. ES gibt verschieden schwere Atome de» gleichen Elements— wer denkt dabei nicht auch an die sensationelle Entdek- kung schweren Wasser»— und ei gibt sogar Atome verschiedener Elemente, die die gleichen Atomgewichte haben. Eine unendliche Vielfalt von Kombinationen öffnet sich hier. Sleweate schwerer al» Ara» D-r russische Forscher Morosoff. der in d-n Jahren um 1S10 die Materie auf den Himmelskörpern untersuchte, vermutete, datz außer unserem jetzigen System der Elemente in den tiefen Schichten der Sonne noch ein andere- Elementsystem vorhanden sei. Ein System von Elementen, di« erst bei zehntausend bi» fünfzehntausend Grad verdampfen. Bertrand Ruffel nahm 1928 an. datz«» noch verwickelter«, schwerere Elemente al» da» Uran geben könne, diese aber anscheinend nicht beständig seien. In seinen Untersuchungen über die radioaktiven Elemente schildert er,- wie die schwersten Elemente de» periodischen System» ständig zerfallen. „Wir kennen keinen Vorgang, durch den sie wieder äufgebaut werden können. Vielleicht hat es in früherer Zeit einmal viele Elemente von bedeutend verwickleterem Aufbau gegeben al» ihn das Uranium hat, die aber vollständig zerfallen sind. Datz, wenn e» noch irgent^velche Spuren in der Welt von ihnen gibt, wir sie jedenfalls noch nicht entdeckt haben. In dieser Hinsicht scheint sich da» Universum wie ein« ablaufende Uhr zu verhalten, die keine Vorrichtung hat, sie wieder aufzuziehen." Nun, im Sommer 1934, melden Zeitungen au» Italien: Im Beisein de» italienischen KönigSpaare» hat soeben Profeffor Fermi in Rom der königlichen Akademie ein Experiment vorgeführt und genau die Herstellung eine» neuen, bisher unbekannten radiaakttven Element» bewiesen, dessen Atomgewicht zum größten Erstaunen der Chemiker aller Welt noch gröber ist al» da» de» Uran. Erft Curie und Soliot, dum» Curie» Uermi Entscheidend für da» Experiment de» jungen Physiker« Enrico Fermi sind die Unterfuchungen, die von Irene Turie und ihrem Gatten Joliot in Part» gemacht wurden. Sie waren bereit» im Frühjahr wo er sie einem Ofensetzer in einer Kiste.gut verpackt in Aufbewahrung gab. Der Ofensetzer allerdings nicht, datz die Bilder au» einem'Difb- stahl stammen. JleSiä wurde am Samstag verhaftet und auf Grund seine» Geständnisses wurde auf Anordnung der Gendarmeriestation in Hand- lovck auch Anton Bauer, der sich gerade in Zlin aufhielt, fcstgenommen. Am Montag nachmittags kam eine UntersnchungSkommission nach Zlin, die die gestohlenen Bilder in dem bezeichneten Versteck fand. Die Bilder sind unbeschädigt. Die Kommission stellt fest, daß sic zur Ausfuhr ins Ausland vorbereitet waren., , Kein« Radiostörungen mehr. Wie aus Rom gemeldet wird, haben zwei italienische Ingenieure, namens Poselli und Carnevali, ein neues Sendeverfahren entwickelt, da» alle Störungen beseitigt. Der italienische.Untersuchungsausschuß soll sich so günstig über die Erfindung geäußert haben, datz auf Kosten der Regierung umfangreiche Versuche mit dem neuen System geplant werden. so sensationell wie der italienische, ohne datz sie aber ein Objekt nationaler Reklame geworden wären. Die Tochter dcS groben Ehepaares Curie und ihr Gatte Joliot bombardierten Elemente mit Alphastrahlen. Sie erhielten neue, nm zwei Ordnungszahlen höhere Grundstoffe. Diese ivaren radioaktiv tmd zerfielen in um eine Ordnungszahl niedrigere Elemente. Nach dem radioaktiven Zwischenprodukt krhiclt mau älso immer noch ein um eine Ordnungszahl höheres Elentent. Man erzeugte radioaktiven Stickstoff, radioaktives Silizium, radioaktiven Phosphor. Die Elemente, die so entstanden, waren abnormal leicht. Ihre Zerfallsprodukte, zum Beispiel Kohlenstoff, waren abnormal schwer. Man erhielt damit neue Reihen vom normalen Typ abweichender Elemente. Nur durch einen chemischen Trick lvar e» möglich, die Natur der erhaltenen Stoffe nachzuweisen. Wenn man zu den feinsten chemischen Nachweisen Billionen Atoine braucht, so waren doch nur aus deu Versuchen einige hundert vorhanden. Dantit der Trick gelingen konnte, war eS notwendig, datz man die von den Hundert auf die Billion fehlenden Atome aus dem Element in der Natur zusctzen konnte. Da» geheimnisvolle Clement de» Profeffor» Fermi Wenn Professor Fermi einige Monate später behauptet durch Beschictzüng von llran ein in der Natur noch nicht entdecktes Element erhalten zu haben, ist e» ihm nicht möglich, die chemische Natur seine- Elementes auf diese Art eindeutig zu beweisen. Fermi hat lediglich das von den Pariser For- ichekü-ahfgeftelltk Schema für sich:"Beschießt" Män" ein Element mit Alphastrahlcn und erhält man">ann ein Radioaktives Element, so ist dies um zwei Ord« nungSnummern höher. Es zerfällt in ein um erne Nummer niedrigeres Element. Bleibt also am Ende ^in schwereres Element. Von Fermi wurde der Versuch variiert. Er hat 62 Elemente mit unclektrischen Neutronen beschossen. Fünfundvierzig hat er dadurch„verändert". Bei der Beschictzüng von llran will er nun ein neues (Prag.) Der Prozetz gegen die 29jährige Hausgehilfin Marie I., die heute unter Anklage des KindeSmordeS vor dem SchlvurgerichtShof des GR. Svambera stand, bildet den Auftakt zu einer Serie von Mordprozessen, die die nächsten neun BcrhandlungStage der Prager Schwurgerichtssession ausfüllen. Marie I., die in einem Karolinenthaler Gasthaus diente, wurde von ihrem Geliebten, einem Bäckergehilfen Jaromir B., schwanger. Sie verheimlichte ihren Zustand, um nicht den Posten zu verlieren. Ihr Geliebter, der es mit ihr ehrlich meinte, versprach ihr die Ehe, sobald er seine Militärzett absolviert habe und auch seine Eltern stimmten der Eheschlietzung zu. Am 24. Juni d. I. war sie bei der Familie ihre» Bräutigams in B r ä jj bei Be« raun zu Besuch, wurde freundlich aufgenommen und al» künftige Frau des Sohnes anerkannt. Man besprach sogar Einzelheiten der Hochzeit. In den Nachtstunden des gleichen Tages noch, kurz nach ihrer Heimkehr von diesem erfreulichen Besuch, gebar sie auf dem Abort des Gasthauses, wo sie diente und wohnte, ein Kind. Das Neugeborene fiel mit dem Kopf in die Klosettmuschel. Marie I. schleppte sich in ihre Kammer, und lieh das Kind liegen. Sie war tödlich ermattet und hielt es für tot. Eine andere Angestellte des Gasthauses fand eS auf dem Abort auf. Nach Aussage dieser Zeugin hat da» Kind noch gelebt und di« Füße bewegt. Diese Zeugin ertannte den Sachverhalt und drang in die Angeklagte, das Nettgeborene fortzuschaffen. Diese raffte sich tatsächlich auf. nahm den Keinen Körper und warf ihn in einen der Kehricht- b e h ä l t e r, die im Hof für da» Müll-Auto bereitstanden. Nach dem Sektionsbefund hat da» Neugeborene erst durch Erstickung im Aschenbehälter den Tod gefunden. Di« verhängnisvollen SinnrSvrrwirruugrn gebärender Frauen, Parteigenossin! Parteigenosse! Bist Du schon Mitglied der ftinfterfreiinfte? wenn nicht, dann tritt bei. M 9renneftaftl<< Element erhalten haben, und zwar weil er Neutronen verwendete, direkt das Element 98, ohne danach dem Pariser Schema entstehende kurzlebige Elentent 94. Bei seinem tu Minute» zerfallenden Elentent konnte jedoch Fermi das Zerfallprodukl nicht Nachweisen. Wa»«ar mit dem Clement vS de» Sagenkear» Kodtte? Durch die Pressemeldungen, datz auch iw der Tschechoslowakei das Element 98 gesunden wurde, erhielt das Experiment des Professors Fermi eine Stütze. Ingenieur Odolen Koblic, Leiter der staatlichen Radiumfabrik JoachimSthal, wollte es in den. Rückständen der Radiumfabrikation gefunden, haben., Schon im Jahre 1921 glaubte P. Loifel tm Uran eine Strahlung zu finden, die er einem neuen radioaktiven Mutterelement, dem Emilium, zuschrieb. Bei Versuchen mit Uranmaterial von Vtterby fand I. Joly ein Jahr später eine weiche Strahlung, als deren Träger er da» neue Elements Hiberninm bezeichnete. Nach den Untersuchungen mützte dieses Element viel langlebiger.als. das Uran oder Thorium, die Mutterelemente der beiden"adio- aktiven Elemcntrcihcn. sein. ES gibt aber eine dritte radioaktive Reihe, deren Kinder Waisen kind, weil das eigentliche Mut- trrelement nicht mit Sicherheit genannt werden kann. ES ist dies die Aktlniumreihe. Bis jetzt hat pro forma das Uran auch hier die Mittlerrolle übernommen. Stefan Meyer in Wien erklärt es.als naheliegend. datz ein„Atiiniinn-llran", mit dem Atomgewicht um 289, in einem konstanten Prozentsatz tm Uran enthalten sei. Die Tabelle der radioaktiven Elemente im Handbuch der Physik von 1926 enthält schon dieses hypotetische Element. CI« vermutete» Element entdeckt und widerrufe« Nach acht Jahren glaubte eS jetzt Ingenieur Koblic im„Waschwasser" der JoachimSthaler Nadiumfabrik isoliert zu haben.. DaS.Atomgewicht sollte auch tatsächlich nahe an 249 sein. Di« radioaktiven Eigenschaften deS netten Stoffes deckten sich mit denen dcS von Joly vermuteten Hiberninm. Die JoachimSthaler Rückstände enthalten diesen Stoff in relativ grober Menge. Sein Entdecker nannte ihn zu Ehren seines Landes Bohemium. Leider stellte sich nun auf Grund spektroskopischer Untersuchungen dieses Element als ein alter Bekannter vor. Es hat lange die Ordnungsnummer "74 und heißt Wolfram.- Der Sprung über da« tlraii ivan.mitztuugvn.? Beseitigt ist dadurch nicht die Aussicht, im Uran noch ein natürliches neues Element zu finden. Widerlegt. ist dadurch nicht die Möglichkeit, durch Bombardement deS Uran mit Neutronen ein neue» Elentent zu erzeugen. Weiterhin bleibt die Chane«!, durch Beschictzüng mit Alphastrahlen bis zum Zement vierundneunzig jenseits des Urans vorzudringen/ Leumund. Not und Furcht vor der„Schande"— die üblichen Motive des KindeSmordeS— scheiden hier aus. UebrigenS nimmt auch die Anklage keine aktive Tötungshandlung an, sondern eine vorsätzliche Tötung durch Unterlassung der zur Erhaltung des kleinen Lebens nötigen Fürsorge. Zu dem erklärte Prof. Dr. H ä j e k für die ärztlichen Sachverständigen, datz daS Kind auch bei bester Pflege nur zwei bis drei Tage hätte-leben können: Es hat schon im Verlauf der Geburt beim Passieren der Beckenknochen eine Gehirnverletzung erlitten, die seinen Tod hätte zur Folge haben müssen. Die Geschworenen erkannten offenbar den Zu» sammenhang und verneinten die Hauptschuldfrage auf Kindesmord, mit allen zwölf Stimmen. Mit acht gegen vier Stimmen verneinten sie auch die Eventualfrage auf daS Vergehen der fahrlässigen Tötung. Der Gerichtshof fällte hierauf im Sinne des Verdiktes einen Freispruch Die Freigesprochene, die nach den Überstande-' nen drei Monaten Untersuchungshaft nach Aussagen ihrer Bekannten heute kaum mehr zu erkennen ist, wurde sofort auf freien Futz gesetzt. Ihr Bräutigam erwartete sie und empfing sie liebevoll. Die beiden werden demnächst heiraten. Die Tragödie hat ein glückliches Ende gefunden. Wir haben erwähnt, datz dieser Prozetz den Auftakt zu einer Serie von Mordprozessen bildet. Dies zeigte sich auch darin, dass--der widerliche Sensationspöbel. der bei solchen Verhandlungen den Zuschauerraum zu füllen Pflegt, bereits seine Vortruppen entsandt hatte. Heute erregte eine gemästete, in einem, teueren Pelzmantel steckende„Dame", der besseren Gesellschaft" unliebsame». Aufsehen, die Zuckerwerk kauend und sichtlich äuge-? regt mit einem Opernglas den Vorgängen fotzte..' Der Vorsitzende schritt sofort energisch ein. Wir wissen, datz das Kreisgerichtspräsidium mit erfreulicher und begrützenSwerter Strenge gegen Individuen vorzugehen Weitz, die das GcrichtStribunäl mit der Theaterbühne verwechseln. ES' dürfte vielleicht gerade jetzt am Platze sein, den Aufsehern neuerding» einzuschärfen, in den bevorstehenden großen Prozessen mit dem Scnsationsgesindel o h n«..alle unangeb rächt«Rückst ch t zu verfah ren. Ä-* Wie sie zuweilen in Erscheinung treten,, waren schon den Autoren unseres 181jährigen Strafgesetzbuches bekannt. Und dieser Fall gehört zweifellos in diese Kategorie. Die Angeklagte erklärte vor den Geschworenen, die Geburt habe unerwartet und ohne alle Vorzeichen eingesetzt und an das Weitere wisse sie sich nicht mehr zu erinnern. Die Gerichtssachverständigen geben die Möglichkeit dieser Angaben zit. diese» Jahre« bekannt. Diese versuche war« eben-E» ist«in hübsche» und brave» Mädchen von bestem Ultraradimrr- künstliches Radium Von Jng. Kurt Doderer Gevurl auf dem Klosett... Glückliches Ende eines Kindesmordprozeffes— Und die Sensationsbestien! Sozialdemokrat" Stift 8 ®itnMa», 25. September 1934. Nr. 2S4 MWWWWW Die Rose und der Duce ank»»für kni„Prager Tagblatt" Raum link Sinn bat. ,'nt sonntägigen„Prager Tagblatt" erzählt Frau R o s e P a u l>>, die Opernsängerin de» Prager Temicyen Theaters, in Dreivierteljpaiten-Länge von ihrer jüngsten Anwesenheit in Venedig, sie wurde dort mit wiener Opernsängern von Mussolini zum Millagessen eingeladen, wo sie von einem„son- nengcbräunten, mittelgrosten, nnaussällig gekleideten,! nur durch sein lebhaftes. temperamentvolles Gehaben hervorstechenden Mann" zu Tisch geführt wurde, dem dann die Pauln alsbald verriet, das; sie über das Nichterscheinen des Tuce befremdet sei, Tie Arme ivar ganz unglülklich. weil der Tuet nicht.nur nicht zu der Vorstellung kommen wolle, in der sie sang, sondern ne sogar beim Mittagessen aüein liest. Was tut aber Gott? Ter Herr neben der Pauly war, ohne dast sie es geahnt hätte, der Duce selber. Und der wirr nun wieder bast verärgert, weil die. Pauly ibn nicht erkannt hatte. Tonst wars aber sehr nett; nur das Eine ist der Pauly noch ausgefallen, dast Mussolini so wenig ah. Also erzählt die Pauly im„Prager Tagblatt". Venns wahr ist, dast sie den Tuce nicht erlannte, so ists genug blamabel für sic., ES scheint sich dabei aber um ein venctianisches Märchen zu bandeln; denn wer kann sich vorstellen, dast Mussolini. der Diktator, zu einem Mittagessen kommt und dort nicht nur von der Frau Pauly unerkannt bleibt, sondern auch so schüchtern und von niemandem bemerkt Platz nimmt, dast eben die Pauly nicht einmal durch die dem Manne erwiesenen Ehren draufkommen muhte, wer ihr Tischnachbar war? Aber all diese Unwahrscheinlichkeit, mit der Frau Pauly Tchabbes machen kann llvcil der italienische FaicismuS nicht antisemitisch ist), hindert das „Prager Tagblatt" nicht, in die Fußstapfen deS „Reuen Wiener Journals" zu treten. Kann man schon nicht von Franz Joseph und der Schratt schmusen, so blödelt man wenigstens vom Duce und der Pauw. Schade, dast der Hitler sich den Antisemitismus nicht abgewöhnen will! Tenn sonst liehen sich herrliche Anekdoten mich über ihn und die Künstler örzäblcn!.„.• Es ist aber auch schon so hinlänglich bewiesen, daß diesen Herrschaften samt und sonders der Fascis- mns eben nur dann mistfällt, wenn er sich auch gegen die.'luden richtet. Ten Mann, dessen Banden Rat« leoni und zehntausende Arbeiter mordeten, sieht man neidvoll mit der Pauln speisen; und da der Rax Brod nicht dabei sein konnte, sollen wenigstens die Leser seiner Rubrik eine Freude haben. Wedekind ist ein Spießer— aber Mussolini, alle Achtung! Da» ist«in Revolutionär—. der ttit den Juden nichts. Ein Deserteur verhaftet Sonntag abends wurde die Wache verständigt, daß in eiyem Wagen der Straßenbahnlinie 21 der Deserteur Josef Heinrich, vom Geb.« Bat. Nr. 8 fahre. Heinrich wurde verhaftet. Bei der Untersuchung kam zutage, daß er auch von der Gendarmeriestation in Poprad wegen Einbruchs gesucht wird. Außerdem hat er einen Wohnungseinbruch in Brünn auf dem Kerbholz. Bei Heinrich wurde ein falscher Paß. und ein Nachschlüssel gefunden. Ein„Abgetretener" in der„Urania" , Das Urania-Kino, dessen neue Leitung(die mit der Urania-Direktton in einem Pachtverhältnis steht) die günsttgsten Anfangseindrücke ihres Wirkens durch den von uns schon kritisch gekennzeichneten(und von der Prager Presse als„Taktlosigkeit" gewerteten) Tagover-Rummel in Frage gestellt hat. unternimmt fest einen neuen Schritt, um die Sympathien einer an deutscher Kultur und anständiger Gesinnung in- leressierlen Publikums abzuschiitteln: sie lästt im Rahmen eines Kinoprogramms, dessen Haupischlager der Goebbels-Film„Heute abend bei, mir" ist, den ehemaligen Berliner Kabaretttsten Willy Rosen miftretcn. der-eine der unsympathischsten Erscheinnn- gen des von KurtRobitschek geleitete»«Kabaretts der Komiker" war und dort das Kurfürftrn- dammpilbliküm mit selbstverfastten Schlager» unterhielt. die in aufdringlich witzelndem Stil von hirau Mevers erotischen Komplexen und von den„miesen Feiten"(die sich genialerweise auf„Pleiten" reimten! zu künden wnstien. Es paht in das Bild, das Zuschauer und. Zuhörer seiner Prodnktionrn von diesem„Künstler"(nichtarischer Herkunft) gewonnen hatten, dah er noch nach dem HinauSwnrf RobitschekS als glcichgeschältete Zierde der Berliner Kleinkunst im Tritten Reiche austrat und alles versuchte, um die neuen Machthaber von seiner Unentbehrlichkeit und Ergebenheit zu überzeugen, wobei ihn die hämischen Bemerkungen der Razi-Presse nicht im mindesten, zu stören schienen. Dast er seit einiger Zeit das Dritte Reich verlassen hat, ist unter diesen Umständen nicht auf einey freiwilligen Entschluß deS Frau Meyer- TichterS zuriickzufiihren. Um so bedenklicher must eS erscheinen, dast der Entschluß, ihn in einer hiesigen deutschen Kulturstätte auftreten zu lasten, durch keinen- Zwäng erklärt werden kann- Trinkwaffer für Groß-Prag. Bon dem Projekt der Trinkwasserbeschaffung für Prag auS der Gegend von Melnit und BZetaty wurde Abstand genommen. Persuchsbohrungen bei Kosa« tek, Pc-ob. Kokorin ergaben hinlängliche Wassermengen in größerer Tiefe. Hier bestehen keine Befürchtungen, daß die Gegend durch die Abnahme dieses Masters Mangel leiden würde. DaS Pro- stkt zur, Pcrsorgllng Prags auS diesen Bezirken stiird daher in nächster Zeit dem wafferrcchtlichen Verfahren übermittelt werden. ZEITUNG Guten Appetitk Vor drei Jahren wurden einige Prager Selcher vom Magistrat mit einer Geldstrafe von 200 Ki bzw. mit 20 Tagen Arrest aus dem Grund bestraft, weil sie die Kundmachung vom 19. Feber 1028 außer acht ließen und Selchwaren, wie Wurst, Würstel«, Preßwurst usw., beim Verkauf i n die Hände nahmen. In der Berufung der Betroffenen an das Landesamt wurde cingcwendet, daß Selchwaren auf der ganzen Welt in gleicher Weise verkauft tverden. Gleichzeitig wurde eine wesentliche Herabsetzung der Stxafsätze verlangt. Das Landesamt bestätigte jedoch die Entscheidung deS Magistrates mit dem Hinweis, daß keine weitere Berufung zulässig sei. DaS Oberste Gericht hob jedoch die angefochtene Entscheidung wegen Ungesetzlichkeit anf imd beauftragte den Prager Mägi- sirat zur Rütkzahlung der Strafgelder. In der Begründung wird angeführt, daß nach der VerfaffungS« urkunde Strafen nur auf Grund eines Gesetzes verhängt werden dürfen, und nur in dem Fall«, wenn das Gesetz bestimmt, daß eine Strafe zu verhängen sei. Zur Zeit der Kundmachung, am 19. Feber 1928. war der Magistrat nicht berufen, allgemeine Verfügungen im Bereich der OrtSvoljzei herauszugeben. Infolgedessen mußten di« angefochtenen Straferkenntniste aufgehoben werden, ohne daß sich das Oberste VcrwaltnngSgericht mit dem sachlichen Inhalt der Beschwerde zu befassen hatte. 'Sport- Spiet ♦ 30-Kilometer-Straßenrennen der tschechischen Arteiter-RoXfohree» Am Sonntag trugen di« tschechischen Arbeiter- Radfahrer das Straßenrennen über 80 Kilometer um den Wanderpokal des„Pravo Lidu" aus. In den früheren Jahren war dieser Bewerb für Mannschaften vorgesehen gewesen; dieses Jahr wurde davon abgegangen, und erstmals für Einzelfahrer aus- geschrieüen. Der Start erfolgte in Vysokany. Die Strecke führt« über Klikov, Kbell nach Brandeis a. E. und zurück über Klikov zum Ziel in Prosek. In der Kategorie der Hauptfahrer kam es wiederum zu einem Duell mit dem Berauner ävankara und dem Smichover Mestek, in das auch DoleZal(Böhm.« Gmünd) des öfteren eingriff. Bis Brandeis fuhren dir Fahrer ein sfhr scharfe- Tempo, hatten aber teilweise unter starkem Wind zu leiden, welcher Umstand sich aber noch mehr auf dem Rückweg bemerkbar machte. Das Feld war sehr zerrissen.und in der Serpentine von Klikov gab«s einen scharfen Endspurt zwischen den Spitzenfahrern(kvaukara und Restek, das Rad an Rad bis in- Ziel mchielt und erst dort von dem Bermmer knapp entschieden wurde. DoleZal war hiebei um 200 Meter zurückgefallen. In der zweiten Kategorie siegte Soldat(Prosek), welcher die Strecke zum größten Teil allein echsol- vftrw..„ Die Erzrtniss«:- Hauptfahrer: 1. Evankara(Beraun) 66:80 Min.; 2. Mestek(Smichov) 56:80.1.Min.; 8. DoleZal(B.-Gmünd) 66:54 Min.; 4. Kruchna 1:01:24.1 Std.; 6. Topol(beide Prosek) 1:01:24.2 Stunden., Zweit« Kategorie: 1. Soldat(Prosek) 1:00:24.8 Std.; 2. Petras(Beraun) 1:04:84 Std.; 8. Stipan(Prosek) 1:05:45 Std. Den Wanderpokal des„Pravo Lidu" gewann Evankara(.KDE. Bermm). Mestek bekam einen Firmenpreis. Ein paar Worte der Krittk: Wenn eS auch in der modernen Arbeitersportbewegung eigentümlich wirkt, daß unbedingt nm Preise gekämpft werden mnß, so. finden wir eS noch verständlich, wenn diese auS der Bewegung stammen. Unverständlich aber ist es, wenn, wie diesmal, Rennen mich noch mit Preisen von Firmen verbunden werden. Dies« letztere Art„Preise" ist typisch bürgerlich und professionell. Da» Wiener Unentschieden Tschechoslowakei—Oesterreich 2:2(0:2). Für das am Sonntag im Wiener Stadion auS- getragene Europa-Tup-Spiel gab man der tschechoslowakischen Elf wenig Ehancen und doch trat das Unwahrscheinliche ein. daß die Mannschaft nach einer berlorenen Halbzeit noch ein Nnenttchieden erzielte. Aar vor der Pause das österreichische Team im Uebergewicht, so ändert« sich das nach dem Wechsel. Die tschechoslowakische Mannschaft kam stark auf und schaffte den Ausgleich. Für sie ist das lknentschieden ein schöner Erfolg und die neuen Kräfte, besonders im Sturm, bewiesen, daß es auch ohne die„Kanonen'' geht. Im übrigen war daS Remis ein gerechter AuSgang deS Spieles; blendende Technik der Wiener und kraftvoller Wille der Tschechoslowaken hielten sich die Waag«. Die Tore für di« Tschechoslowakei schoß Lech; für Oesterreich Vogl und Binder. Schiedsrichter Barlassini(Italien). •Im schlUgt Pr«g 4:1(1:1) DaS am Sonntag auf dem Prager Slaviaplatze ausgetragene Städtespiel endete mit einem verdienten Siege der technisch und taktisch besseren Wiener. Die Prager Mannschaft ließ vieler zu wünschen übrig. Der Angriff- war mit der schwächste Teil, wo Braine eine Gleichgültigkeit zeigt«, die nicht mehr zu überbieten war, während der„Tank" Faczi« nek, obwohl er ein Tor schoß, nichts bewies, das seine Ausstellung berechtigte; die übrigen paßten sich dem Niveau der anderen gut an. DaS Half lvar dem der Wiener um eine Klaffe unterlegen und da» Schlußtrio konnte einen Vergleich mit dem von gegenüber auch nicht standhalten. Bleibt nur daS erfrischende und ruhige Zusammenspiel der Wiener— das einzig Erfreuliche im ganzen Kampfe. Doch auch ihr Sturm, so leicht er Raum gewann, hatte nur. einen brauchbaren Schützen— sonst wäre viel« Kaust Hnd wissen Wochenspielpla» M Neue» Deutsche« Theater». Dienstag 7%: S ch l o ßWette r st ein. Werbevorstellung der Serie AI.— Mittwoch 7 J4: Othello. Werbevorstellung der Serie B 2.—■ Donnerstag 7%: Man o n, neuinszeniert. Ersatzvorstellung vom 18. September. Werbevorstellnng der Serie AL.— Freitig 7 y 2: Don Carlos, Werbevorstellung der Serie D 2.— Samstag 7%: Admiral Bob b y. Erstaufführung, A 2. Wochrnspiekplan der Kleine« Bühne. Dienstag 8 Uhr: M ä r ch e n im Grandhotel. — Mittwoch 8 Uhr: B u n b u r Y. Bankbeamte und freier Verkauf.— Donnerstag halb 8 Uhr: Sensationsprozeß, Erstaufführung.— Freitag 8: Märchen im Grandhotel.— Samstag 8)4: Märchenim Grandhotel. AKierhrM » Sozialistische Jugend, Kreis Prag. Heut.e, 8 Uhr abends Gruppenabende: SJ Zentrum: Die Entwicklung der tschechoslowakischen Parteien.— SJ Holleschowitz: Heimabend.— SJ Weinberge: Werbeabend.— SJ Smichov: Die Lage in England. JKörperp/ifege leicht die Niederlage der Prager um einige Tore höher geworden. DaS Half war sehr gut und im Schlußtrio ragten der ehemalige Arbeitersportler Donnenfeld als Verteidiger und Kovar im Tor hervor. Schiedsrichter war Herr Krist(Proßnitz), mit dem wohl niemand einverstanden war; was er den Pragern billigte, pfiff er den Wienern glatt. Ein Glück, daß nur die Zuschauer hinter dem Bitter randalierten— auf dem Spielfeld wurde mit einigen kleinen Ausnahmen doch fair und ehrlich gespielt. Die Tore für Wien schossen Walzhofer(2), Pillweiu und Stoiber, für Prag Jehlikka und Farzinek. E. DFlk. Prag verliert das Ligaspiel in P ils en gegen Viktoria mit 0:2(0:1). Die Prager, welche im Feldspiel gleichwertig waren, kamen durch das Versage« der Stürmer vor dem Tore um ein bessere- Ergebnis. Viktoria hatte die angriff-freudigere Mannschaft und der schnßtüchtige sowie energische Angriff entschied da- Spiel. Ihre Tore schossen Eulik imd Horak. Schiedsrichter war Herr Hum- polik, über den sich die Prager sehr beklagen. SK. Kladno beschließt di« Amerika-Tourne« mit Sieg unk Rrmi». In Eleveland gewannen die Kladnoer am SamStag über Slavia mit 4:0(1:0) und Sonntag endete in Chicago die Begegnung mit den Dyebolt Aonderbrooks 4:4(2:8). 7— Die Klüdnotr trugen acht Spielt au», von denen sie fünf gewannen, zwei verlor«^ und ein- unentschieden endete. Da» Gesamttorverhältnis lautet 84:11 zugunsten Kladno». Um Me i«»cm*hHft»neii Di« deutsch« Division(DFB.) trug Sonntag drei Spiele au», die auch eine Ileberraschnng brachten) Der Verband-meister DSV. Saaz verlor in Karlsbad gegen KFK. mit 2:8(2:2)l- z In Brünn siegte die SpVg. Bodenbach über den DSV. leicht mit 7:1(2:1).— Einen harten Kampf gab es in Gablonz, wo der Reichen- berger FK. vom BSK. mit 0:2(0:0) geschlagen wurde. Mittelböhmisch« Division: Meteor VIII gegen SK. Raudnitz 8:0(2:0), Rapid gegen Sparta Koöik 5:8(8:1). Cechie VIII gegen Cechoslovan Koöir 2:0(1:0), Sparta Kladno gegen CAFC. 4:4 (2:2), SK. Liffa gegen Viktoria ZiZkov 1:8(1:2). Division Böhmen-Land: SK. Nachod gegen Jungbunzlauer SK. 2:1(1:1), SK. Königgrätz gegen SK. Kopisty 1:0(0:0), SK. Königinhof gegen CSK. Budweis 1:1(1:0), SK. Petrin Pilsen gegen Olympia Pilsen 2:1(1:0), SK. Rakonitz gegen SK. Hokowih 1:1(1:0). Division Mähren-Schlesien: Baka Zlin gegen SK. Huffowitz-Brünn 5:0(2:0), Mor. Slavia gegen SK. Schles.-Ostrau 6:0(2:0). Han. Slavia gegen Kral. Pole Brünn 2:1(0:0), SK. Prerau gegen Polonia Karwin 2:2(1:1). In der slowakisch-karpetH» rassische« Division gab e» u. a. folgende Ergebnisse: SK. Kusj Ilngvar gegen MSE. Munkacz 8:2, FC. Vrntky gegen PDS. Trentschin 4:2, ESK. Preßburg gegen ZTK. Zvolen 2:1. Lokolderbv— zwei Spieler in» Spital. In Budapest fand Sonntag da» sogenannte Fußball- dcrby zwischen Ferenevaro» und Hüngaria statt. DaS Match endet« mit dem Siege von 8:2 (1:0-) für Ferenevaro». Es war sehr hart und viel« Spieler wurden verletz^; Kemeny(Ferenevaro») und Turay(Hungaria) mußten in» Spital überführt werden. Sonstig« Fnßballrrgebnisi«. K 0 lin: Teplitzer FK. gegen«FK. 2:1(2:0).— Bu d wei»: DFC. gegen SK. Pilsen 2:2(2:0).— Brüx: Schwalbe gegen DFK. Biltn 6:5(8:2).— Dux: DSK. Brüx gegen DFK. 1:1 abgebrochen.— Komotau: DFK. gegen DFK. Weipert 4:2(4:1).— Tep- litz:VfB. g«g-nDFK.Kaaden4:0(4:0).— Letschen: DF«. Aussig gegen DF«. 1:1(0:0).— B- L e i p a: DSV. gegen Cechie Karlin 5:2(8:1). — Warnsdorf: WFK. gegenFK. Rumburg4:0 (1;Ö).— Brünn: Zideuice gegen Slovan Wien 2:8(0:3).— Budapest: Ujpest gegen BocSkay 0:0, KiSpest gegen Bndai 8:2.— Wien: Wacker gegen Brünner SK. 2:0(0:0).— Oslo: Norwegen gegen Dänemark 8:1,— Helsinki: Finnland gegen Schweden 6:4. KMitframie Prag Die für heute anberaumte Ausschußfitzung findet erst am Montag, den 1. Oktober, statt! Die erwartete Niederlage Tschechoslowakei—Ungarn 37:96 Der leichtathletische Läuderkampf in Budapest brachte den erwarteten hohen Sieg der Ungarn. Eine Ueberraschung bildet der zweite Platz Doudas im Kugelstoßen. Den tschechoslowakischen Athleten gelang eS, über 400 Meter, im Hochsprung unb oeim Schwedenstaffellauf neue heimische Rekorde aufzustel- len. Die wichtigsten Ergebnisse: 100 Meter:~iv (N.) 10.6 Sek.; 400 Meter: Knönicky(Tsch.) 49.l Sek.; 800 Meter: Ro-iiky(Tsch.) 1:29.6 Min.; 1600 Meter: Szabo(U.) 4:01.2 Min.; 6000 Meter: Szilaghy(U.) 15:05 Min.; 110 Meter Hürden: Kovacs(U.) 15.4 Sek.; 400 Meter Hürden: Kovac- 55 Sek.; Schwedenstaffel: 1. Ungarn 1:57.6, 2 Tschechoslowakei 1:59.2 Min.; Hochsprung: 1. und 2. Horak(Tsch.) und KörkeviiS(U.) je 1.91 Meter; Weitsprung: Dombovary(U.) 7.08 Meter; Stabhoch: Zsnffka(U.) 8.80 Meter; Kugel: 1. Darmiy (U.) 15.81, 2. Tonda(Tsch.) 15.04 Meter; Speer: Varseghy(U.) 68.84 Meter; Diskus: Donoghan (ll.) 46.70 Meter.— Außer Bewerb: 200 Meter: Sir 21.6 Sek. Zwei Marathon-Läufe. In Preßburg gelangte die tschechoslowakische Marathon-Meisterschaf: zum AuStrag. die von Sule(Sparta Prag) in 2:50:21.6 vor Hekö(Hagibor Prag) in 2:50:26 Std. gewonnen wurde.— Den um die österreich i s ch e Meisterschaft gewann Tuschek(WAC.) in 2:89:47 Std. Der Leichtathletik-Länderkampf Deutschland— Frankreich, der in Magbeburg ausgetragen wurde, endete mit dem Siege der Deutschen mit'.'5:55 Punkten. Im Diskus erzielte der Franzose Winter eine Wette von 49.92 Meter. Der Film Die Moskauer Mietskasernen Das Kino„Avion" hat eine Serie von Freitag- Nachtvorstellungen russischer Filmwerke mit der Aufführung eines der weniger bekannten stummen>Rus- senfilme eröffnet, der interessant ist, weil er in der Form der harmlosen Groteske eine satirische Zu- standsschildernng von den Mängeln der bolschewistischen Ordnung und. der ihr unterworfenen Menschen gibt. Die Erlebnisse deS Dorfmädchens Anka, die in Moskau ihren Onkel sucht, in die Dienste eines noch immer bürgerlichen Friseurs gerät, im Theater deS Arbeiterklubs eine programmwidrige Rolle spielt und versehentlich als neugewähltes StadtratSmit- glied gefeiert wird, find— unter Baratts Regie— mit primitivem Humor, über mit einer erstaunlich deutlichen Verspotttmg der bürokratischen Organisation, der Wohn-Misere und der traditionellen russischen NnordnungSliebe dargestellt. Kein meisterhafter. aber ein drastisch-witziger Film, der bei allem satirischen llcbermut gutmütig bleibt. Hta» la Prag« UdrtsptelMusHn Adria:„Helden der Eismeere— die Tscheljuskinleut e."R.— Alsa:„Carioca." A.— Bercknrk:„Bella Donna." E.— Feniz: „Die treue Nymphe." E.— Gaumont. „FraSquita. D.— Hollywood:„FraSqutta." D.— Hvkzda:„HeldenderEis meere— Tschel- j u sk i n l e u t e." R— Kinrma, B.-Th.r Journ., Lustspiel, Reportage, halb 2 vis 6.— Koruna:„Die geheimnisvolle Miß Baskcrvillc." E.— Mein: „Geschichten aus dem Wicnerwald." D.— Olympier„Ein braver Junge." A.— Passage: Maskerade." D.— Radio:„Bella Donna." E.— Staut: „Der todbringende Robot." E.— Svktozvr:„Maskerade." D.— Alma:„EinAankeealsHof- r- t." E.— Brfrda:„Aas ist die Wott?"— Expreß Nr. 18."—«arlton:„Csibi, der Aatz." D.— Favotttr„Die Stimme der Liebe."— Lido:„Csibi, der Fratz." D.— Louvre:„Bella Donna." E.— Maertka:„Eine Frau, die weiß, was sie will." Tsch. — Rvitz:„Bella Donna." E.— Sport.Smichov: „Der Triumph eines großen Diplomaten." Abonnements- Bestellschein. Abonniere ab.. 1984 da» täglich erscheinende Zentralorgan der deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei „Gostalteinotrat" Verwaltung Prag Xll., Fochova tt. 62, zum Preise von 16 AL monatlich, und send« diesen Betrag nach Erhält de» Erlagscheines et«, Name:..»,«,,,, Genaue Adresse., o 0 0> 0 0 0>, 0- Letzte Post:,.•,,■ 1 1 1•■•••■•» Unterschrift:,,,,.. 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