14. Jahrgang Samstag, 29. September 1934 Nr. 228 78 Heller (•ImcMMHch 5 Hollor Porto) IENTRALORGAN DER DEUTSCHEN SOZIALDEMOKRATISCHEN ARBEITERPARTEI IM DER TSCHECHOSLOWAKISCHEN REPUBLIK ERSCHEINT MIT AUSNAHME DIS MONTAG TÄGLICH FRÜH. Redaktion und Verwaltung präg xh., pochova h tbefon smn. i«mmotmtioii iunn wi HERAUSGEBERi SIEGFRIED TAUB. CHEPREOAKTEUR, WILHELM NIESSNER. VERANTWORTLICHER REDAKTEUR. DR. EMIL STRAUSS, PRAG. Wieder eine Versammlungs- Niederlage der SHF fin Gedenktag Zum siebzigsten Geburtstag der Arbeiter-Internationale Herr Skomorovskyi wird nachhause geschickt Die Landcsstelle Mähr.-Schönberg der SHF hat für kurze Zeit ihre aufreibende Tätigkeit im Gerichtssaal unterbrochen. Sie kam nämlich auf die Idee, für Mittwoch, de» 26. September, nach Mährisch-Altstadt in den großen Saal des Deutschen VereinShauseS eine öffentliche Versammlung cinberufen, in der„Kamerad" Skomorov- s k y i über„Das Wesen einer Volksgemeinschaft" sprech"i sollte. Die sudetcndcutschcn Männer und Frauen waren durch Plakate aufgefordcrt worden» in Massen zu erscheinen. Die Massen waren den« Rufe gefolgt und erschienen. 2 0 0 Marxisten un d etwa 40 Anhänger des Herrn aus Polen füllten den Saal. Stach 8 Uhr erschien der Herr„LandcSbeauf- tragte" Skomorovskyi. Klement eröffnete die Versammlung und erteilte ihm mir nichts dir nichts das Wort. U n s er c G e n o s s e n v.e r l a n g- t e».nun, da cs sich um eine öffentliche Versammlung handelte, in der wir die erdrückende Mehrheit besaßen, die Wahl d e S Vorsitzenden. Nach Rücksprache mit dem Rcgierungsvcr-. trctcr Dr. Zavodny erklärte Klement, die Wahl sei gesetzlich nicht notwendig. Dem gegenüber ist sestzustellen, daß eü selbstverständlich ist, daß insbesondere bei Anwesenheit von Gegnern das Präsidium zu tvählen ist und nicht 40 SHF-Münner. 200 Genossen kommandieren werden. Trotzdem gaben unsere Genossen nach und verlangten Redefreiheit. Wieder erfolgte Rücksprache mit Zavodny und Kle- mcnt sagte dann:„Zehn Minuten Redefreiheit!" Ein Hohngclächtcr ging ob dieser Provokation durch den Saal. Schließlich wollte er eine halbe Stunde einräumen. Unsere Genossen verlangten aber dieselbe Redezeit wie für den Referenten, denn cs war ganz klar, daß Skomorovskyi mindestens zwei Stunden geredet hatte und wir dann überhaupt nicht zu Worte gekommen wären. Aus eine Beschränkung wollte aber Klement nicht eingehen, so daß infolge des Widerspruches des ganzen Saales der„Landesbcauftragte" überhaupt kein Wort sprechen konnte und schließlich der Dorsitzende die Versammlung schloß. Diese Mitteilung wurde von unseren Genossen mit einem Beifallssturm ausgenommen, die spontan das„Lied der Arbeit" anstimmten. Langsam leerte sich dann der Saal unter dem Gesang der„Internationale". Durch ein Spalier von Genosten mußte Skomorovskyi unter dem Schutz des Re- gicrungsvertreters und der Gcndarmerie-Asjijtenz abziehen.. Die SHF wird in Nordmähren sich entweder den demokratischen Spielregeln unterordnen, oder .sie wird mit den- von ihr gepredigten Methoden geschlagen werden. Altstadt wär dafür ein Beispiel! Arbeitgeber gegen 40-Stnndcnwo(he Kompromißantrag angenommen Genf.(Tfch. P.-B.) Der Verwaltungsrat des Internationalen Arbeitsamtes beendete am Freitag die mehrtägigen Beratungen über die Fragen mit deren Erledigung er von der Internationalen Arbeitskonfercnz betraut wurde. Die Hauptaufmerlsamkeit wendete der Verwaltungsrat der Frage der Kürzung der Arbeitszeit aus 40-Stunden wöchentlich zu. Daö Internationale Arbeitsamt legte dem Vcrwaltnngsrat einen Bericht vor, in dem es bis zu einem gewissen Maße die angcstrcbte allgemeine Einführung der Verkürzung der Arbeitszeit aufgab und vorschlug, über die Kürzung der Arbeitszeit zunächst in vier Industriezweigen, und zwar 1. bei den staatlichen öffentlichen Arbeiten, 2. in der Bau-Industrie, 3. in der Eisen- uiid Stahlindustrie und 4. in der automatischen Flaschcnerzeugnng eine Entscheidung zu treffen. Dic Arbcitergruppe war mit diesen Vorschlägen nicht ein,verstanden und brachte einen eigenen Rcsölutionsantrag folgenden Wortlautes ein:„Der Verwaltungsrat beschloß, auf die Tagesordnung der 10. Tagung der Internationalen Arbeitskonfercnz die Frage der Herabsetzung der Arbeitszeit mit dem Endzweck der Annahme eines allgemeinen Abkommens zu sehen." Der tschechoslowakische RcgierungSdelcgierte «bg. Dr. Leo Winter erklärte in der allgemeinen Aussprache u. a., daß die tschechoslowakische Regierung entschlossen sei,, einen radikaleren Antrag anzunehmen, wenn Hoffnung besteht, daß ein derartiger Antrag tatsächlich zum Ziele führt. Die Arbeitgebergruppe lehnte nicht nur den Antrag der Arbeitnehmer, sondern auch die Anregung des Internationalen Arbeitsamtes mit der Behauptung ab: daß diese Anregung zu einer Störung des Gleichgewichtes des Produktionsaufwandes unter den einzelnen Industriezweigen führen würde. Rach langer Debatte wurde ein besonderer Antrag von neun RegierungSvertretorn. darunter auch des Vertreters der tschechoslowakische» Regierung Abgeordneten Dr. Winter angenommen. Neun Negierungen schlugen folgenden Resolutionstext vor: Der Verwaltungsrat beschließt: 1. Auf die Tagesordnung der 10. Internationalen Arbeitskonferenz die Frage der Kürzung der Arbeitszeit zu sehen, 2. das Internationale Arbeitsamt mit der Vorbereitung des Entwurfes eines einzigen Abkommens zu betrauen, das die Kürzung der Arbeitszeit in den gesamten wirtschaftlichen Unternehmungen nach besonderen Anträgen festsetzen würde, über die die Arbeitskonferenz in der künftigen Tagung, sowie in ihren weiteren Tagungen entscheiden wird; 8. der künftigen Tagung des BerwaltungSrateS di« endgültige Auswahl der Industriezweige, Unternehmungen und Kategorien, die der 10. Tagung der Arbeitskonferenz zur Durchführung der Kürzung der Arbeitszeit vorzuschlagen sind, zur Entscheidung zu überlassen. New Yorker Arbeiterführer Im neuen Verwaltungskollegium der NIRA Washington.(TM.P. B.) Präsident Roose ve l t hat am Donnerstag mit der Neuorganisation der NLRA begonnen. Er ernannte eine Behörde von sieben Mitgliedern, die unter dem Vorsitz von. Donald R i ch 6 e r g für die allgemeine Politik der NJRA und die künftige Gesetzgebung zuständig sei» soll. Mitglieder sind y. a. der Innenminister und der Arbeitenminister sowie die Administratoren, für. Landwirtschaftsfragen und für Arbeitslosenfürsorge., Ferner ernannte der Präsident eine zweite Behörde von fünf Mitgliedern, die sich mit der v er w a l t u n g d« r A I R A zu befasse» haben wird und den abtretenden General Johnson ersehen soll. Diesem Ausschuß gehören der ehemalige Stellvertreter Johnsons, zwei Universitätsprofessoren, der Präsident der.Ray- nold-Tabakgesellschaft und Sidney Hill» man, der Führer der New Ior- k e r A r b e i t e r, an. Bergarbeiterstreik In Sildwales vermieden London.(Reuter.) Die Vertreter der Gewerke haben mit den" Bergarbeitervertretern in Südwales ein Abkommen geschlossen, durch das die Gefahr eines Streikes, der am 1. Oktober ausbrechen sollte, gebannt wurde. Dieses Abköm- I men muß jedoch noch von den Organisationen der | beiden Parteien gutgeheißen werde«. ES war der 28. September 1864. Der heldenmütige Freiheitskampf Polens war vom rusti- schcn Zarismus blutig niedergcworfen. In Warschau herrschte wieder„Ordnung". Da traten in der St. Martins Hall in London englische, französische, deutsche Arbeiter, Gewerkschafter und Emigranten, polnische und italienische Revolutionäre zusammen. Was sie erfi'illtc, war der Protest gegen.die Bluttaten des Zarismus, der Wunsch, für das Selbstbestimmungsrecht der Völker zu demonstrieren, die Einsicht, daß cs nur erkämpft werden kann durch den internationalen Freiheitskampf der Arbeiter. So erstand aus dem Blut der polnischen Freiheitskämpfer, aus dem Haß gegen die Vormacht der Weltreaktion, den russischen Zarismus, der erste' Keim der weltumspannenden Organisation der kämpfenden Arbeiter. Die Versammlung in St. Martins Hall beschloß die Einsetzung eines Komitees, um das Statut der zu gründenden Organisation auSzüarbeitcn. Bei der zweiten Sitzung des Komitees, die am 12. Oktober 1864 stattfand, wurde beschlossen, die neue Organisation„Internationale Arbeiter-Association" zu nennen. Bei der vierten Sitzung, am 1. November, wurde der von Marx auögearbei- tetc Text der Jnauguraladresse der Internationale angenommen. Sic schloß mit den gleichen Worten,, mit denen der glühende Kampfruf des Kommunistische» Manifestes endete: Proletarier aller Länder vercinigt-Euch!—- Die erste Internationale war gegründet. Ihre Gründung fiel in die Zeit schwärzester Reaktion. In England regierten zwar die Liberalen, aber die Arbeiter, nach dem Ende der Ehartistenbewegung entmutigt, genoßen in ihrer überwiegenden Mehrzahl keinerlei politischen Rechte. In Fräykrtich hätte Napolton lll.. der Vorfahr des modernen Fascismus, auf dem vom Arbeiterblut der Junischlacht gedüngten Boden mit List und Terror seine Herrschaft aufgerichtet. In Preußen und Oesterreich war auf die Freiheitsbewegung von 1848 eine neue Periode des Absolutismus gefolgt, die noch kaum auf Widerstand bei Bürgern und Arbeitern stieß. Und fern im Osten lagerte der gewaltige Block des zaristischen Rußland, des Todfeindes jeder Freiheits» und Emanzipationsbewegung der Masten. Und dennoch rief die Jnauguraladreffe die Arbeiter zum entscheidenden Kampf auf:„Die politische Macht zu erobern ist jetzt die große Pflicht der Arbei» terklaffe."- ,-. In den Kabinetten der Großstaaten Europas reiften die Entscheidungen heran, aus denen der deutsch-französische Krieg hervorgchen sollte. DaS zaristische Rußland erstickte, die Freiheitsregungen der von ihm unterjochten Völker im Blut.-„Die Uebergriffe dieser barbarischen Macht,, deren Haupt in St. Petersburg ist und. deren Hände in jedem Kabinett Europas sind, haben die Arbeiterklasse die Pflicht gelehrt, sich der Geheimniffe der internationalen Politik zu bemächtigen, die diplomatischen Aktionen ihrer Regierungen zu überwachen, ihnen wenn nötig mit allen ihnen zu Gebote stehenden Mitteln, entgegenzuwirken",..erklärte'die Jnguguraladreffe. Und die 1. Internationale proklamierte die Pflicht zu kämpfen^für eine neue Gesellschaft, die nach innen keine an» dere Politik kennt als die Arbeit, weil sie nach außen keine andere Politik hat als den Frieden". Siebzig Jahre sind seit der, denkwürdigen Versammlung in St. Martins Hall vergangen. Die erste Internationale ist zwölf Jähre später den. Kämpfen zwischen Marxismus und Bakuni» nismus, dem Gegensatz zwischen der Wiffenschaft der Arbeiterbewegung und. der Romantik der Revolte, erlegen. Di« neue/die Zweite Internationale, erwuchs 1889 über die Gräben hinweg, die der deutsch-französische Krieg aufgeworfen hatte. Die Stürme deS Weltkrieges haben die'Internationale aufS'neue zerstört. Eine Periode schlimmster Zerrissenheit, der Spaltung in drei internationale Gruppierungen war seine Folge. 10L3ge« lang«in entscheidender Schritt zum internationalen Wiederaufbau, die Gründung der Sozialistischen Arbeiter-Internationale. SiebenJahr- zchnte gewaltigen politischen, wirtschaftlichen und sozialen Geschehens sind borübergeräüscht. Aber hie Aufgaben, die die Jnauguraladresse der Inter nationalen Arbeiter-Association den Arbeitern aller Länder stellte, sind wahr wie je zuvor, ihre Worte lebendig und unvcrblaßt. Was vor siebzig Jahren ein kühner Traum war— die Eroberung der politischen Macht— ist heute zur unmittelbarsten Pflicht des Sozialismus geworden. Was 1864 die tollkühne, abenteuerliche Idee einer kleinen Handvoll Revolutionäre schien— wer wollte leugnen, daß es heute auf der Tagesordnung der europäischen Politik steht! Gewiß, In Mitteleuropa, in Italien, in großen Teilen Osteuropas hat der Fascismus die Demokratie zerstört, die Arbeiterklasse entrechtet, Aber wer wagte zu behaupten, daß damit mehr, unterging, als die bloße Form einer unsterblichen Idee, die morgen schon stärker, selbstbewußter auf, erstehen.wird? Dort aber, wo die Demokratie unversehrt blieb, wo die Arbeiter, wie cS die Jnau- guraladreffc nannte,„ein Element des Erfolges, — ihre große Zahl" täglich einzusetzcn vermögen, wo statt der Idee der Gewalt die Gewalt der Idee offen zu wirken vermag, dort schreitet trotz aller Niederlagen die Arbeiterbclvegung siegreich fort. Mag der FasciSmuS, diese letzte Stütze einer untcrgehenden Gesellschaft, mit Mord und Brand sich der Enttvicklung entgcgenstellen— so lange der Kapitalismus besteht, sammelt er täglich in den Betrieben und Fabriken die Kämpfer des Sozialismus, prägt er ihnen täglich in Not und Entbehrung,- in lebendigstem Anschauungsunterricht die Lehre von den Klassengegensätzen ein, die nur der Sozialismus zu überwinden vermag, schafft er täglich aufs neue seine Totengräber. Der russische Zarismus ist gefallen. Aber gefährlicher als er, hat der Fascismus, der aufs höchste getriebene Nationalismus, Europa in ständige Unruhe verseht, aus der immer wieder der Kriegsbrand emporzulodcrn drobt. Wieder werden in den Geheimberatungen der Kabinette Intrigen gesponnen, die die neuen Fronten eines neuen Krieges vorzeichnen sollen. Kann cs irgendeine größere Aufgabe für die Arbeiterklasse aller Länder geben als die,„die diplomatischen Mionen ihrer Regierungen zu überwachen", die geheimen Kriegsvorbcreitungen aus dem Dunkel ans Tageslicht zu zerren und sich der Katastrophe entgegenzustemmen? Der Appell, den die Jnauguraladresse an die Arbeiter aller Länder richtete, war ein Aufruf zur Einheit. Sie hat damit, ebenso wie das Kommunistische Manifest, der großen und unerfüllten Sehnsucht der Arbeiter Ausdruck verliehen. Jener Sehnsucht, der die geeinte Sozialistische Arbeiter- Internationale auf ihrem Gründungskongreß in Hamburg 1023 in ihrem Statut neuerdings Kraft verlieh, indem sie erklärte: „Die S. A. I. ruft alle Arbeiter zur Einig« ■ keit der sozialistischen Bewegung in den einzelnen Ländern und in der Internationale auf. Sie ist entschlossen, auf der Grundlage der von ihr gefaßten Beschlüsse und Resolutionen mit ollem Nachdruck für die Verwirklichung dieser Einigung zu arbeiten. Sie fordert die Sozialisten aller Länder auf. ihre Bemühungen zu unterstützen, indem sie sich in tatkräftiger Weise um die Herstellung einer proletarischen Einheitsfront gegen den Kapitalismus und Imperialismus, sowohl in ihrem eigenen Lande, als auch im Schoße der internationalen proletarischen Klassenorganisation bemühen." Auch diese Aufgabe, die die Jnaugural- adreste vor sieben Jahrzehnten verkündete, ist heute lebendig. Immer stärker erfüllt die Erkenntnis die Arbeiter aller Länder, die auf dem Brüffeler Kongreß der S. A. I. ausgesprochen wurde:„Die Welt wird zur Welt der Arbeiter werden, wenn nur die Arbeiter geeint sein werden, sich sie zu erobern!" -.■ Es war ein Häuflein von Arbeitern, das 1864. in London zusammentrat; wenige von ihnen waren Vertreter größerer, tätiger Organisationen. Biele waren Heimatlose, die die triumphierende Reaktion, die den Stürmen von 1848 gefolgt war, vertrieben hatte. Es gehörte mehr als ein Glauben, der Berge versetzen konnte, dazu, wenn diese wenigen Männer es wagten, den regierenden Mächten den Kampf anzüsagen. Wiederum hat die Reaktion in einer neuen Gestalt, in der Gestalt des Fascismus in großen Seite 3 SamStog, 2». September 1934 WWWWWMWWWWWW M PW I aber wir dürfen diest »nen. Mittags d ü m" »Gf M Jim 1TUS synmttlslirt trägt überall heute und morgen bei den Festabeaden Jitbiläumsabzeicben Frei Heil! Freundschaft! I'Lbrungen de Grundbawer. Au» dessen spräche heben wir die folgende Grelle hervor: Gewiß sind die Zeiten ernst, doch mit einiger Berechtigung behaupten, daß eS vielleicht dieser schweren Zeiten bedurft hat, um die Arbeiterschaft vieler Länder zusammenzubringen, um ihnen zu zeigen, datz sie immer wieder die Verlierenden sein»er den,»en» sogenannte„Erneuerer" ihnen nner» fällbare Dinge versprechen. Heute sehen wir, datz in vielen Ländern die arbeitende Klasse sich auf sich selbst besonnen hat. Wenn wir an dieZuIunft der internationalen Gewerkschaftsbewegung g l a n b c n, so machen wir uns damit keine Illusionen. Nicht nur unsere Internationale, nicht nur die internationale Gewerkschaftsbewegung im allgemeinen ist tief aufgewühlt und aufgerüttelt worden durch die Geschehnisse in De'flchland und in Oesterreich. Ueberall in der Welt sehen wir ein Erwache» und daS Dämmern der Erkenntnis, datz kein Land ohne internationale Verbundenheit leben kann, datz auf politischem, auf wirtschaftlichem, wie auf sozialem Gebiet auch große Ataqten abhängig sind. Ist es denn nicht ein gutes Omen, ist er nicht dar Gefühl der Notwendigkeit der Anlehnens, wenn sich die Vereinigten Staaten von Nordamerika dem Internationalen Arbeitsamt, Sowjetrutzland dem Völkerbund sich anschlietzen. Die Rede Grundbachers, sowie auch die Be- grüßuNgSansprachen der Vertreter der übrigen Verbände wurden mit großem Beifall ausgenommen. Neber Antrag des BerüandSobmanneS Gen. NkmeLek, wurde sodann die Abscpdusttz. eines. & u.lji jjJJi.JVO stel ejj.r.JL’U me s a n d e n' Präsidenten M a s^aryk untet jubelnder Zustimmung aller Anwesenden beschlossen. Hierauf wurde in die Erledigung der 18 Punkte umfassenden Tagesordnung eingegangen. Zum zweiten Punkte der Tagesordnung, Bericht über dir Tätigkeit des BttbandS- vorstandrS für die abgelaufene dreijährige Funktionsperiode, erstattete der Verbandsobmann Gen. N l m e i c I ein sehr aufschlutzreicheS Referat. Der Redner beschäftigte sich mit allen in der abgelaufenen Berichtsperiode zutage getretenen wirtschaftlichen, sozialpolitischen, tariflichen und allgemeinen organisatorischen Problemen. Neben der weiteren nä- Verbinditaf der Buchdrucker Prag.(Eigenbericht.) Im Geineindehause der Stadt Prag wurde gestern der V. ordentliche VerbandStag de» Verbände» der Buchdrucker in der Tschechoslowakischen Republik eröffnet, von ausländischen Verbänden sind folgende Delegierte erschienen: Wiesenberger und Haläsz(Ungarn); Ponstein(Holland): Bärbel(Luxemburg); Helberg(Dänemark); Hindahl(Norwegen); Wessel (Schweden). Die Buchdrucker-Internationale ist durch ihren Sekretär Grundüacher(Bern) und dtp ischechostmoakische Gewerkschaftszentrale durch den Adg. Tanerle vertreten. Nach Vortrag zweier wirkungsvoller Eböre des Gesangvereines Thpografia, wurX-n die Beratungen des VerbandStages durch e herzliche Begrüßungsansprache dis VerbändS- nanneS Genossen N?mcöek eingeleitet, worauf Begrüßungsansprachen deö ObmannS deS Zen« iVereines Böhmens und der äuSländischen Gästc sie». Bedeutungsvoll waren besonders die Ausinternationalen Sekretärs Genossen. BcgrüßungSan- bemerkenSwerte Heren Kennzeichnung der schwierigen Situation im Buchdruckgewerbe stellte er mit Befriedigung noch fest, datz SS Prozent der Buchdrucker organisiert sind. Den nächsten Punkt bildete den Bericht Über die finanzielle Gebarung des Verbandes und der Verbandsvereine. Aus ihm sei vor allem festgehalten die Summe der VerbändSbeiträge in den Jahren 1SS1 bis 1983 in der Höhe von XL 9,040.812. Inwieweit die Folgen der herrschenden Arbeitslosigkeit dabei in Erscheinung getreten sind, daS beweist die Höhe der eingehobenen Beiträge im Jahre 1980 und 1983. Während 1980 noch 410.727 Beiträge eingehoben wurden, waren eS 1933 nur noch 340.246. Der Rückgang der Beiträge in dieser Zeit betrug somit 64.481. Bemerkenswert ist auch ein Vergleich der auSgezahl- ten Arbeitslosenunterstützung in der Zeit von 1028 bis 1930 im Betrage von XL 2,080.210 mit dem Betrage von XL 5,938.453 in den Jahren 1931 bis 1933. Die Arbeitslosenunterstützung, bi« der verband der Buchdrucker in der letzte» Periode zur Au-zahlung brachte, beträgt also nahezu dreimal soviel alS in der vorhergehenden. Außer diesen großen Leistungen hat der Verband der Buchdrucker selbstverständlich auch auf allen anderen Unterstützungszweigen außerordentlich hohe Ausgaben noch zu verzeichnen. Der anschließende Bericht der Kontrollkommission konstatierte die mustergültige Führung der gesamten VerbandSgeschäfte und es wurde beantragt, dem BerbandSvorstande die Entlastung zu erteilen. Nach Erledigung der behandelten drei Tagesordnungspunkte folgte eine sehr sachliche Debatte, an der sich mehrere Delegierte beteiligten. Nach dem Schlußwort deS Verbandsobmannes Gen. Nkmekek, der erneut zu den verschiedensten schon besprochenen Fragen Stellung genomnien hatte, Wurden gegen 6 llhr abends die Beratungen des ersten VerhandlungStageS abgeschlossen. * Ole Bauarbeiter tagen Prag.(Eigenbericht.) Freitag wurde im Weinberger„N ä r o d n l der I I. ordentliche VerbandStag des„B erbau- deS der Arbeiter in d e r B a u-, Stein- und K e r a m i N d u st r i e in der E S R." eröffnet. Die bedeutungsvolle Tagung des GewerkschaflsverbandeS' wurde mit dem Gesang der Internationale und der Marseillaise stimmungsvoll eingeleitet» worauf- der. erste VerbandSvorsitzende, GeNoffe Zächarda die. Tagung mit einer Begrüßungsansprache eröffnete. Nach ihm begrüßte der zweite VerbandSvorsitzende, Genosse Müller die Erschienenen in deutscher Sprache, vertreten waren die Ärudekverbände E n g l a n d S, H o l- l a n d s, O e st e r r e i ch s und Ungarn?, schriftliche Grüße waren äuS B el g i e n, Däne ma r l, Frankreich, Norwegen, Schweiz und Schweden eingelmtfen. Die Bau- und Holzarbeite r-J n t e r- nationale wär vertreten durch Genosten Achterbergh. Für unsere Deutsche sozaldemokräti- sche Arbeiterpartei entbot Genosse Taub, mit besonders herzlichem Beifall begrüßt, der Tagung Gruß und Glückwunsch, für die Gemeinsame Gewerkschaftszentrale(O. S. E.) waren die Ge« Teilen der Welt gesiegt. Wiederum muß wie 1861 die sozialistische Bewegung in vielen Ländern illegal, unterirdisch ihren Freiheitskampf führen. Wiederum sind eS, wenn die Exekutive der Internationale zu ihren Beratungen zusammentriti. nicht wenige Emigranten» die für die Arbeiter sprechen. Wiederum glaubt die Reakiion Emigranten verhöhnen und schinähen zu l Die hat die gewaltige Kraft vergesten. m sich die Emigranten, daS Häuflein von 1864-ur weltbewegenden Macht erhoben, die einem Jasr. hundert ihren Stempel aufdrückre. Sie in:aud den Zeichen der Zeit, die den Unterdrückten von bellte in den unsterblichen Worren des Liede» von der.Internationale" unzerstörbaren Mut einflößen. Ole Schaukel des Herrn Spina Daß in der Lefseniliwkeu der fasci frische Charakter der Sudetendeur-'chen Heimanront immer mehr erkannt wird, bereire: dem Ehrenprotektor der S. H. F. Herrn Minister Soina in der letzten Zeit auch immer größere Magenswmerzen. Eine Art Rechtfertigung der Beziehungen zwischen Spina und Henlein dürsten folgende Ausführungen sein, die Ivie dem Herrn Spina nahestehenden ..Neuen Morgen" entnehmen, in lvelchem so zwischen Bildern von den Manöver» zu lesen ist: Tabei wurden allerdings über die Jugend bin Beziehungen zur Heimatsfront angeknüpft. Tiefe Beziehungen haben in der letzten Zeit zu Prcüevolemiken geführt und die Leitung des Bundes der Laudlvirte ist deshalb heftigen Angriffen ’ ausgesetzt. ES wäre lvohl zu sagen, datz eS sich hier nich: um eine. GesinnnngSgemeinschaft handelt. CS ist vielmehr das Band der(fugend, dat Hacker mit Henlein verbindet. Tie Verbindung zwischen Hacker und Henlein erscheint nnS nicht als Ziel, vielmehr als Etappe, an deren Ende die Klärung stehen lvird, die wieder die positiv eingestellte deutsche fugend von etwaigen Abenteuerpolitikern scheiden wird. Gerade die„Deutsche Landpost" hat in den letzten Tagen tvicdcrholt zu verstehen gegeben, datz nur von einer deutschen unbedingt republikanischen Politik des AktiviSmuS die Rede sein könne. ES ist nötig, die Frage der Einstellung zur HeimatS- -' front unter allen diesen Gesichtspunkten zu lösen. Er ist wahrhaftig eine originelle Philosophie sudetendeutschec Bürgerpolitik, daß Demokraten und Faicisten zusammenarbeiten können, weil sie im gleichen Alter stehenI DaS grenzt ja an Astrologie, wonach Menschen, die im Zeichen desselben Sternes geboren sind, ein. ähnliches Schicksal haben! Am Ende dieser Zusammenarbeit zwischen ■' Hacker und Henlein steht freilich die Klärung, welche„die positiv eingestellte deutsche Jugend von etivaigen Abenteuererpolitikern scheiden wird"; D. h. der Hacker wird am Ende den Henlein hineinlegen. Herr Spina wird also weiter schaukeln, obzwar ihm schon heute schwindlig ist. Er soll nur fein achtgeben, daß er aus der Schaukel nicht hin- - aus- und auf die Nase fällt. 8 BRUNO ADLER: Da ist es beispielsweise in diesem Jähr einmal passiert, daß einer von ihnen, der Resladet, bei einer Balgerei— wie er nachher sagte, um dem Polda Angst zu machen— das Messer zog und, allerdings ohne eS zu öffnen, auf ihn losging. Die Wirkung war großartig. HjlS- ner schrie und weinte, rannte nach Hause, erzählte unter Tränen und zitternd vor Schreck der Mutter, waS eben geschehen sei, und die Alte nahm den Jungen und ging auf der Stelle mit ihm zur Gendarmerie, um den Resladet anzuzeigen. Begreiflich, daß HilSner sich damit in seiner Gesellschaft wenig Achtung verschaffte. Also versuchte er eS auf Ihre Art. Bon Vinzenz Selinger, der für keine Arbeit zu haben war und meist im Armenhaus lag, bekam er kür ein paar Kreuzer ein altes Schnappmesser mit eisernem Griff. Jetzt sollte eS einer nur wagen, ihm nahe zu kommen! Bei jeder Gelegenheit, vor jedem Burschen und Mädchen renommierte er mit seiner Waffe. Nicht viel später verkaufte er das Messer weiter an den Wenzel Marek. Er brauchte Geld, und daS Eisen in der Tasche war ihm dock) nie ganz geheuer. An fünftausend Menschen wohnen in Polna, gute Katholiken und nationale Tschechen. WaS sie zum Lauf der Welt denken and sagen sollen, erfahren sie aus den Zeitungen, von den Kanzeln und von den führenden Männern der Stadt. Man »st gegen„Wien", nämlich gegen den Staat, gegen die Regierung, gegen die Dynastie, gegen die Vorherrschaft der Deutschen. Man unterordnet sich der Kirche, im oberen Bürgerstand aus Tradi tion, in den unteren Schichten ans einem dumpfen Köhlerglauben. Die höheren Staatsbeamten, die kleinen Fabrikanten und die wohlhabenden städtischen Geschäftsleute geben den Ton an. Sie müssen eS zwar vermeiden, sich zu exponieren, sie müssen sich nach oben wie nach unten gleich gut Verhalten, doch hindert sie daS keineswegs, sich gelegentlich, radikal zu gebärden. Ohne es zu wissen, werden sie selber von der Menge geführt, der voranzugehen sie vermeinen. Daneben sind etwa fünfzig jüdische Familien da; überwiegend Kaufleute, aber auch einige Handwerker und kleine Grundbesitzer. Ihre Umgangssprache ist die deutsche, wie sich auch jene besseren Kreise noch vielfach deS Deutschen bedienen. Je mehr sich aber die nationalen Gegensätze verschärfen— und dafür sorgt schon die unmittelbare Nähe der' deutschen Sprachinsel um Jglau—, um so mehr beschränken sich die Juden darauf, nur unter sich deutsch zu sprechen; und die Jüngeren sind bereits allem Tschechischen mehr zugetan als dem Deutschen. Dennoch gilt der Jude seiner Umgebung als Feind. Er ist der Feind in vielfachem Sinn: nationaler Gegner, Fremdrassiger, Andersgläubiger, Kapitalist. Den Leuten in Polna geht es schlecht. Die meisten treiben ein bißchen Landwirtschaft und verbinden damit ein Handwerk oder einen kleinen Handel. Aber die Verhältnisse werden von Jahr zu Jahr schwieriger, immer wieder erlebt man, daß einer, der von den Eltern her noch ein HäuS, ein Geschäft, ein Stück Land besitzt, verkaufen muß. Polna ist zurückgeblieben, es liegt weit ab von den Zentren, die Bahnverbindungen sind miserabel, eS hält die Konkurrenz nicht aus, eS kommt herunter. Mancher geht jetzt in die Glasfabrik, der noch vor nicht langer Zeit selbständiger Meister war. Die kleinen Leute fühlen» wie das Leben inüner härter zusetzt. Die Frauen beten ungezählte Rosenkränze, gehen wallfahrten und versuchen alle Mittel eine» mehr heidnischen als katholischen Ritus, um die Mächte des Jenseits günstig zu stimnwn. Aber auch Gottes Wort, für IvelcheS ihnen daS des Pfarrers gilt, gibt keine Antwort auf die Frage, woher eS kommt, daß eS nicht vortvärts, sondern zurückgeht. Go wenden sich der kleine Gewerbetreibende, die Betschwester, dieser ganze verarmende Kleinbürgerstand, der geistig auf dem Stande von Schulfibel, Traktätchen und Kalendergeschichten verharrt, jenen Stimmen zu, die ihnen laut und leise, offen und versteckt zu sagen wissen, wer der Feind ist, der ihr Blut saugt. •in MNdche» ist ermordet«orde« Die Kleinstadt rüstet. Ostern ist nahe. Auch das Frühlingsfest der Juden, die Passahwoche, hat bereits begonnen. Man sieht sie in ihren guten Kleidern zur Synagoge gehen, während die andern noch Kuchen backen und fegen, klopfen und waschen. An diesem Jahre des Herrn 1899 wird der Karfreitag nicht so gefeiert, wie es seinem hohen kirchlichen Rang zukommt, vieles ist noch bis zum Sonntag fertigzustellen, und Geschäftsleute>«nd Handwerker haben alle Hände voll zu tun, denn der nwrgige Tag, der Weiße Samstag, zählt ja nicht für einen ganzen Arbeitstag. So ist auch die Nähstube der Älandine Prchal in vollem Betrieb. Mehrere Mädchen aus der Stadt und einige aus den nahen Dörfern gehen zu Fräulein Prchgl»ins Nähen". Teils arbeiten sie an ihrer eigenen Garderobe, teils an den Aufträgen, dei natürlich alle morgen abend fertig fein müssen. Zu dumm, datz gerade jetzt eine, die Agnes Hruza, wegbleiben muß, und gar ohne ein Wort zu sägen! Klein-Wjesnitz, wo sie zu Hause ist, ist doch nahe genug, daß sie wenigstens einen Bescheid schicken könnte! So oft die Glocke der Ladentür tönt, muß die Schneiderin ihre Arbeit ays der Hand legen und nach vorn laufest; eiste Störung, die heute hespnderS unerwünscht ist. Eben ist sie wieder im Läden gewesen. Sie sieht ja plötzlich ggnz verstört aus! Das ist aber auch eiste aufregende Ge- Rr. 228. nassen Abg. Tatzerle und Schäfer erschienen. Genösse Noväk sprach namens des Parteivorstandes der tschechischen Bruderpartei und Genosse.Ina. Reäas namens dexen parlamentarischen Klubs Die Tagung gedachte in ehrender Weise der heldenhaften österreichischen Arbeiterkämpfer und entbot den unter dem Joch des Fascismus schmachtenden Arbeitern brüderliche. Kampfgrüße. Nach den Begrüßungsansprachen erstatte«» Zentralsekretar Genosse Stach und nach ihm in deutscher Spräche Genosse Müller den Tätigkeitsbericht über die abgelqufene Per. wyltungsperiode der Jahre 1931—1933. Der gedruckte Bericht, der, mit zahlreichen eindrucksvollen Statistiken und Diagrammen ausgestattet, 240 Seiten umfaßt, legt Zeugnis ab für ein Unmaß schwerer, aber fruchtharer-gewerk- schaftlicher Arbeit. Seit der Verschmelzung der ursprünglich bestehenden drei Verbände im Jahre 1928 ist die Organisation der Bauarbeiter zu einem mächtigen gewerkschaftlichen Organismus herangewachsen. Selbst die ärgsten Krisensahrt konnten da§ Anwachsen des Verbandes nicht hemmen. Im Gegenteil: das auf dem letzten Berbandstage in BrünN vor drei Jahren gesteckte Ziel, die Mitgliederzahl aus 50.000 zu erhöhen, ist nahezu erreicht. Der Verband zählte im Jahre 1981. 83.902 Mitglieder, im Jahre 1932. 46.500 Mitglieder, .. im Jahre 1933. 49.384 Mitglieder. Mit der rapid wachsenden Mitgliederzqhl ist natürlich auch die Tätigkeit deS Verbandes hinsichtlich Interventionen, Rechts- auskünften und-Lohnb e.w.e- gungSaktionen stark gestiegen, wobei beachtenswert ist, daß eine namhafte Erhöhung der Verwaltungskosten vermieden werden lostute. Bei alledem sind die besonderen Schivierigkeiten in Rechnung zu stellen, mit denen der Verband, wie jede andere Gewerkschaft, in diesen Krisenzeiten zu kämpfen hat. Diese Schwierigkeiten spiegeln sich auch in der F i n a n z g e b a r u n g des Verbandes. Es genügt der Hinweis, daß 54 Prozent der Gesamtausgabrn auf Arbeits- losenunterstAtzungeir entfallen. Eine erschütternde Ergänzung über das im Baufach herrschende Arbeitslosenelend bildet die statistische Feststellung des Berichtes über das katastrophale Ansteigen der Arbeitslosen im Laufe der letzten drei Jahre(bis zu 92 Prozent). Am ärgsten ist die Situation in den Bezirken Asch, K.aplitz, Jägern darf, Karlsbad, Marienbad, Mährisch-Ostrau und T e plitz, wo mehr Unterstützungsfälle als Mitglieder ausgewiesen werden. Mit berechtigtem Stolz verweist der Bericht auf- das hochentwickelte Bildung s wesen ^deS'VerbändeS^llnsbesondere die: gute F a ch- 'p'r e s se,' die sich einer erfreulich hohen Auflage rühmen kann). Auf dem Gebiete der Loh'«- beweg ung ist begreiflicherweise ein Rückgang der Aktivität infolge der Krisenzeiten zu verzeich. neu. Immerhin'wurden 12V Streiks durchgeführt•— fast durchwegs erfolgreiche. Daß der R e ch t S f ch u tz a g e n d a gerade in. diesen Zeiten erhöhte Bedeutung zukommt, versteht sich von selbst(der Rechtsschutz erforderte 70.—80.000 XL). Nach Erstattung der Übrigen Berichte(Genossen S t a st n h. Günther, Z a l-y d und Rich t e r) und durchgesiihrter Debatte wurde der erste Kongreßtag geschloffen. schichte. Kommt doch da die Witwe Hruza, die Mutter der Agnes, und verlangt den Handkorb ihrer Tochter. «Den Korb?" sagt die Prchal,«den hab ich doch gar nicht!" Die Mutter denkt, eS ist ein Scherz.und will in die Küche gehen, wo sie ihn vermutet. Da fragt die Schneiderin, wa» denn mit der Allstes los sei, warum sie nicht mehr komme... Frau Hruza ist ganz erstaunt:‘ «Ja, ist sie denn nicht hier?" «Keine' Spur! vorgestern, am Mittwoch, ist sie wie immer um fünf Uhr wegßegangen und seitdem nicht wieder erschienen." Die Mutter ist rein sprachlos.— Warum sie denn zwei Tage vergehen ließ, ohne nach dem Mädel zu schauen? fragt die Prchal.— Weil sie geglaubt habe, daß vielleicht zu viel zu tun sei, so daß die Agnes nicht abkommen konnte. oder daß sie, weil es so stark geregnet habe, nicht den weiten Weg Nach Hause machen wollte?.. oder daß sie mit der Wallfahrt auf den Kalvarienberg gegangen sei... oder... Sonderbar, das Mädel ist doch niemals über Nacht von daheim weggeblieben und hätte die Mutter doch sicherlich benachrichtigt! Der Prchal ist das gastz unverständlich. Sie wird selber ganz wirr im Kopf. Aber wie die Frau mit einem Male zu schreien anfängt:«Ihr ist gewiß was zffge- stoßen—" beruhigt sie sie, bittet sie, keinen Lärm zu schlagen, erst herumzufragen und auch mit dem Vormund zu sprechen, dem Herrn Novak. Die Mädchen in der Nähstube sind außer sich. Am Mittwoch nachmittag ist doch die Anna Kobmann noch ein Stück mit der Agnes gegangen, aus dtm Ort herqus bis zu den Keinen Brücken über den Mühlbach, von wo man zu den Marterln und weiter züm Bresinawald hinaufgeht, kurz, de» täglichen Weg der Agne». Am tiefsten erschrickt die Marie vernarb. Sie ist mit der Hruza eng befreundet. .tFortsetzung folgt.) «r. 328 GemStag, SV. September 1934 Seite 2 25 Jahre Mus GlUckwunsch, Gruss und Händedruck In diesen Tagen feiert der Arbeiter-Turn- und Sportverband in Aussig die Erfüllung eines Vierteljahrhunderts, die Vollendung von fünfundzwanzig Jahren Arbeit, Aufbau, Kampf und Erfolg. Nicht nur im Namen der Gesamtpartei, sondern auch als Mittlerin aller sozialistischen Kulturorganisationen darf und muß sich da die sozialdemokratische Presse mit den herzlichsten, kameradschaftlichsten Glückwünschen einstellen und Gruß entbieten, den Zehntausenden Arbeiter- Turnern und-Turnerinnen, der imponierenden Zahl sudetendeutscher proletarischer Sportler, die im Zeichen des Sozialismus, Geist und Körper bauend, sich in den Dienst einer Sache gestellt haben, von deren gewaltiger Bedeutung für den Aufstieg der Arbeiterbewegung, für die Ertüchtigung der„Hintersassen“ der Nation, für die Demokratie und für die Sozialdemokratie wahrhaftig jeder einzelne, der dem sozialistischen Kulturkreis angehört, zutiefst erfüllt ist Vor wenigen Monaten haben wir in Prag bei der unvergeßlich schönen und großartigen Arbeiter-Olympiade gesehen und gefühlt, welche gewaltige und zweifellos unerschöpfliche Kraftquelle für unser gemeinsames Ringen gerade in der Arbeiterturnbewegung liegt und mit Stolz und Glücksgefühl waren wir Zeugen dessen, daß es in unserem Atus keine Lebensregung, kein Wollen und kein Können gibt, das anderem zu dienen bestrebt wäre als dem Abwehr- und dem Anqriffskampf der sozialistischen Massen. Und also ist es uns ein Herzensbedürfnis, den Männern und Frauen, die den Atus führen, und all den Vielen, die ihm angehören, in diesen Tagen unseren brüderlichen Gruß zu senden und sie zum tausendsten Male dessen zu versichern, daß wir uns mit ihnen eins fühlen und eins wissen. Es kann und soll sich in diesem Augenblicke nicht darum handeln, viel Worte zu machen. Die Atus-Leute selber wissen es ja gut genug, daß die Sozialdemokratie nicht bloß ihre Freundin ist, sondern daß Partei und. Atus sich als ein Gemeinsames, Unzertrennliches betrachten, dessen unauslöschliche Zusammengehörigkeit unzählige Male erprobt wurde und sich Tag für Tag in unzähligen Gestalten und, Formen neu erprobt. Genosse oder Turngenosse— gibt’s da einen Unterschicdf Jeder von uns steht und arbeitet, bildet sich und die anderen weiter, so wie •ihm sein Ich und die Gesamtheit des sudetendeutschen Sozialismus seinen Platz zuweist. In diesen fünfundzwanzig Jahren haben Arbeiterturner und Sozialdemokratie in unübersehbar vielen gemeinsamen Kämpfen gemeinsam gestanden, mit dem schwierigen Aufstieg der Partei ging die durch tausend Tücken gehemmte Entwicklung des Atus Hand in Hand und, wie der zum starken Felsen gewordene Verband zeigt, mit Erfolg, zum Segen für zwei Generationen sudctcmdeutscher Arbeiter und fortwirkend für die Generationen, die nach uns kommen. Unübersehbar auch ist die Zahl der sozialdemokratischen Vertrauensmänner, die aus der Arbeitcr-Turn- und Sportbewegung hervorgingen, unübersehbar die Zahl der sozialdemokratischen Vertrauensmänner, die wiederum einen Teil ihrer Kraft diesem neben Gewerkschaften und Genossenschaften wichtigsten Zweige der Arbeiterbewegung unter Vorantritt der politischen Partei widmeten und weiter widmen. So also ist es auch unsere Feier, die der Atus zu seinem fünfundzwanzigjährigen Bestände begeht. Und so gibt cs niemanden, der bei diesem Anlaß den Atus- Männern und-Frauen herzhafter, froher, hoffnungsvoller die Hand drückt und schüttelt, als der sozialdemokratische Parteimann. Auf denn, ins zweite Vierteljahrhundert! Auf, mit gleicher Unbeirrbarkeit, mit gleichem Mute, mit gleichem Opfersinn, mit derselben Solidarität und Kameradschaf- lichkeit, mit derselben vorbidlichcn internationale^Gesinnung wie in den vergangenen fünfundzwanzig Jahren! Auf, Hand in Hand, weiter mit der Partei, verbunden mit ihr durch eine vollkommene Schicksalgemeinschaft, die sich gerade in dieser Zeit nun am schlagendsten erweisen muß und auch täglich erweist. Im Kampfe um die Demokratie, gegen den Faszismüs, für Aufstieg und Macht der Arbeiterklasse ist uns der Atus stets teuerster Gefährte gewesen. Daß das so bleiben wird, seht außer Frage. Und hinwiederum weiß jeder Atusmann, was ihm und seinem Verbände die Partei bedeutet. Gemeinsam schaffen wir weiter. Drum nochmals Glückwunsch, Gruß und'Händedruck.— es.le be, der Atus! ElnNazI als Propagandaleiter cfer SHF Herr Dr. R. Goldberg Identifiziert Man schreibt uns aus Nordböhmen: Sie haben kürzlich nach der„Pr. Presse" die Propaganda-Anleitungen reproduziert, di««in gewisser Dr. Robert Goldberg für die SHF. auSgearbeitct hat. ES wird Sie sttteressteren, daß dieser Herr, dessen Arbeit ja den GoebbelS- Schüler verrät, tatsächlich organisierter Nationalsozialist war und im P a r- teiverlagderRazi(Hans KrebS, Aussig) eine Schrift über„Sudetendeutsche Selbstverwaltung" veröffentlicht hat» die seinerzeit von der Behörde beschlagnahmt wurde- Goldberg hat sich auch längere Zeit im Ajubland,«. zw. sowohl in Wien, als auch in Berlin, aufgrhalte» und ist, wie die meisten Hen» lein-Fasristen, ein Nachbeter der Wiener Professoren Spann und Heinrich. Goldberg stammt auS einer Warnsdorfrr Industriellen-. familie. Bei den Nazis gehörte er zwar nicht zur obersten Pirrteiführung, wohl aber zu dem„hoff- i nungSvollvn" Nachwuchs und zum engsten Freundeskreis d«S Abgeordneten^ KrebS. *« ♦ Die Rolle, die Herr Dr. Goldberg anscheinend in der SHF. spielt, derenPropagandaberater er ohne Zweifel ist, beweist aufs deutlichste, wie ernst cS Henlein mit der Ausschaltung der ehemaligen Nazifunktionäre nimmt. Er hat zwar immer wieder versprochen, daß er leine Nazi an führende Stellen läßt, aber das bezieht sich eben nur auf die erste Garnitur, die der Öffentlichkeit bekannt war. Die im Grunde viel gefährlichere zweite u n d dritte Garnitur der Naziführung, die jungen Leute, die als Verbindungsmänner mit Wien und Berlin fungierten, die in der DNSAP. die geistige und politische Richtung eigentlich bestimmten, die Propaganda aufzogen und den wahren Hitlergcist kultivierten, die sind allesamt bei Henlein untergcschlüpft und sehen, wie das Beispiel Goldbergs zeigt, ihr Wirken erfolgreich fort., Um das Export-Institut Das Export-Institut, dessen Errichtung vor mehreren Wochen bereits grundsätzlich beschlossen worden ist, lann mit seiner Tätigkeit noch immer nicht beginnen. Es wird zur Zeit zwischen den Industriellen und den Agrariern«in heftiger Kampf um die Besetzung der leitenden Posten dcS Instituts geführt. Genannt Iverden der Kammerpräsident Dr. Tkcbicly als Präsident des Export-Instituts, ,und der deutsche Agrarier Sel- tionSchcf Meißner als Vizepräsident. Generalsekretär Dr. Fafl von der Prager Kammer soll als Generaldirektor bestellt werden. Wenn man die hin und wieder in der Presse auftauchendcn Meldungen über den Raufhandel der Jntercsscntengruppen liest, bei dem cS sich nicht um die Wahrung gesamtwirtschaftlicher Belange handelt, könnte man fast meinen, daß die am Export interessierte Wirtschaft nur aus Industriellen und Agrariern besteht. Schließlich gibt cs aber doch in unserem Staate auch noch ein paar Millionen Arbeiter, als deren Vertretung die Gewerkschaften zu gelten haben. Es muß darum mit allem Nachdruck die Forderung vertreten werden, daß das Statut des Export-Instituts auch der Aäeiterschaft durch ihre Gewerkschaften eine ihrer wirtschaftlichen Bedeutung entsprechende Vertretung zusichert. »err Böhm, erklären Sie slchl Sie haben am 23. September, in einer Rede in Pretznih nach dem Bericht der„Deutschen Landpost" u.«. gesagt:' „Wie das Verhalten der Sozialdemokraten, die Anbiederung der Führer des Nationalsozialismus im Feber 1933 für das Sudetendeutschtum beschämend lvar, so haben die plötzlichen Lohalitätsbetenerungen gewisser bürgerlicher Kreise, die kurze Zeit vorher unsere staatsbejahende Politik als Volksverrat verfemten, keineswegs das Ansehen deS Sudetendeutsch- tpmS gefördert." Wir haben gegen den Fascismus und für die Demokratie gekämpft und das sudetcndeutsche Boll durch diesen Kampf vor unabsehbarem Unheil bewahrt. Das empfinden Sie, Herr Abg. Bohm, beschämend? Sie hätten es für richtiger gehalten» wenn die Sudetendeutschen vor Hitler und seinen sudetcndeutschen Trabanten einen demütigen Kotau gemacht hätten? Wie stellen Sie sich eigentlich den Kampf gegen den Fascismus vor? Erklären Sie sich, Herr Böhm! Es wird ihnen nicht schwer fallen und Sie sind als Abgeordneter einer Regierungspartei geradezu verpflichtet, es zu tun. Leglonlrfeler In Präs Prag.(LPB.) In der in Flaggenschmuck prangenden Hauptstadt Prag wurde Freitag vormittags der 20. Jahrestag der Entstehung der tschechoslowakischen Wehrmacht gefeiert. Die Bereinigung„Kruh starodruZinnikü" gedachte am Staromöstsks näm. des Jahrestages der Vereidigung der tschechoslowakischen Freiwilligen auf die erste Militärfahne unserer Auslandstruppen, wobei di« Regimentsfahne des Jnf.-Reg.„Miftra Jana Hust" Nr. 1, die ehemalige Fahne der Cestä drujina, mit einem Erinnerungsband ver- Leibgarde für Herrn Schmitz Wien.(Tsch. P. B.) Im Arkadenhof des neuen Rathauses nahm Donnerstag nachmittags Bürgermeister Dr. Schmitz die Vereidigung der neuaufgestcllten Rathauswache vor. Diese besteht vorläufig aus 70 Mann und steht unter dem Kommando des Oberstleutnants Franll-See- born. Augenscheinlich fühlt sich also der autoritäre Bürgermeister Schmitz, trotzdem er die angeblich „beste Polizei der Welt" zur Verfügung hat, in seinem Rathaus nicht recht geheuer. Während unter dem sozialdemokratischen Regime di« Gemeindewache lediglich die Bewachung des städtischen Eigentums, die Beaufsichtigung der Märkte etc. durchzuführen hatte, sind diese 70 Mann, die natürlich ein richtiggehender Oberstleutnant kommandieren muß, ausschließlich eine persönliche Leibgarde des Herrn Schmitz, der Angst vor einem neuen 26. Juli hat. Oder braucht Schmitz die Leibgarde zum Schuh gegen einen eventuellen Heimwehrüberfall auf das Rathaus? Auch diese Vermutung ist gar nicht so abwegig; cS hat sich ja erst kürzlich ereignet, daß unzufriedene Heimwehren das Hauptquartier des Herrn Winter im Gebäude der ehemaligen„Arbeiter-Zeitung" besetzte» und erst von christlichsozialen Sturmscharen unter Androhung von Gewaltanwendung vertrieben werden mußten. Die aufgelöste chrlstllchsozlale Partei tagt Wien. Ungehindert durch den gestrigen Beschluß der christlichsozialen Parteileitung, die Tätigkeit der Partei einzustellcn, versammeln sich morgen die anläßlich der Ueberführung der Gebeine der verstorbenen Kanzler Dr. Dollfuß und Dr. Seipel nach Wien kommenden ehemaligen Mandatare der Partei zu einer Besprechung, die im Niederösterreichischcn Landhause stattfinden wird. ES wird bei dieser Gelegenheit der gestrige Beschluß der Reichsparteileitung zur Erörterung kommen. Ein Teil der Partei ist nämlich nicht mit diesem Beschlüsse einverstanden. Papen„privat 41 In Budapest Budapest.(MTJ.) Der Wiener deutsche Gesandte von Papen ist Freitag mittags, im Flugzeug aus Hirschberg kommend, auf dem MathiäSfülder Flugplatz eingetroffen. Dee Besuch Papens, der auf Einladung des Reichstagsabgeordneten und Grundbesitzers M e c s e r zu einer Jagd nach Ungarn gekommen ist, trägt Privat» charakter.' Ihre„Einheitsfront“ In der in Moskau erscheinenden„Deutschen Zentral-Zeitung", einem amtlichen Organ der Towjetregierung, schreibt ein gewesener Schutzbündler über die Sammlungs-Bemühungen der österreichischen Sozialisten u. a.: „Wenn wir uns mit dem Gedanken der Sammlung der Arbeitermassen unter„revolutionärer", aber nicht-kommunistischer Flagge befassen, so mag das auf den ersten Blick teilweise als gut erscheinen. Bon dem Standpunkt ausgehend, daß viele Arbeiter für die Kommunistische Internationale nicht sofort zu gewinnen sind, erscheint diese Taktik vielleicht insofern als richtig, soweit die Möglichkeit bestünde, ein gewisses revolutionäres Reservoir zu schaffen, aus welchem später geschöpft werden kann..." „Nur ein klar ersichtliches Ziel kann zum Sieg führen, und dieses Ziel ist für revolutionäre Arbeiter der Kampf um die Räte-Herrschaft, der Kampf um die Errichtung der Diktatur des Proletariats unter der Führung der Kommunistischen Internationale!" Dieser Schutzbündler läßt sich jetzt von den Kommunisten zu Propagaudazwecken mißbrauchen. Dadurch, daß seine Meinung in einem amtlichen Organ der Sowjetregierung Aufnahme findet, erlangt sie wohl Geltung für die kommunistische Bewegung überhaupt und enthüllt, Ivorum»s den Kommunisten in Oesterreich>vic anderSlvo bei der Einheitsfront-Propaganda geht: umdicVer- nichtung der Sozialdemokratie. Nöchtllcher Kampf gegen Klebekolonnen Paris»(Tsch. P. B.) In der Stacht auf Freitag gerieten beim Anlieben von Plakaten im XIX. Pariser Bezirk Anhänger der extremen RechtS- nnd Linksparteien aneinander. Hiebei wurden zwei Personen schwer und fünf leicht verletzt. AbgekUhlte Freundschaft Paris.„Petit Parisien" meldet aus B 6- t h u n s in Nordfrankreich, daß am Donnerstag 800 polnische Bergarbeiter zwangsweise nach Polen abgeschoben tvurden. Die Polen riefen, alS ihr Zug den Bahnhof verließ,„Weg mit F r a n k r e i chl" und brachen in Hochrufe auj Deutschland aus» ScnoMndwajcfait- cjMufa wcmA&v! Dann wat man an Abnützung der ■ Wäsche bei Verwendung einer wirklich guten Seife spart, das macht fast den Kaufpreis der Seife aus. Man muß aber eine wirklich gute Seife nehmen— Schicht-Seife — Marke Hirsch, die so' verbürgt aut ist. Dafür kann man dann die Wäsche auch recht oft waschen, ohne daß sie Schaden erleidet. So kommt man den Anforderungen der Hygiene restlos nach. HIRSCH. MAR K E SCHICHT SEIFE (Ä Ohne Kleine Entente keine Lösung der österreichischen Frage Paris. Der Umstand, daß sich die Verhandlungen über die Garantierung der Unabhängigkeit Oesterreichs auf die Wiederholung der im Feber abgegebenen Erklärung der drei Mächte Frankreich, England und Italien beschränkten, hat in der politischen Ocsfcntlichkeit und in der französischen Presse unverhohlene Enttäuschung hervorgerufen. Zahlreiche Blätter geben der Ansicht Ausdruck, daß das österreichische Problem und die Organisierung Mitteleuropas ungelöst bleiben Iverden. Es wird das Bedauern ausgesprochen, daß es nicht möglich war» nach dem Wunsche dei: französischen Politik einen breiteren Pakt gemeinsamer Garantien im Rahmen des Völker« bundpaltes abzuschließen. Die französischen Blätter atlerkennen die Berechtigung der Vorbehalle der Kleinen Entente und geben Aufklärung über die Politik Italiens und dessen Prestige. Im ganzen wird die Möglichkeit eines späteren breiten Abkommens unter neuen Bedingungen nicht ausgeschlossen. Auch Ecuador Im Völkerbund Genf. Nach Rußland und Afghanistan ist nunmehr auf Ecuador dem Völkerbund beigetreten. Eine besondere AufnahmSprodezur, ähnlich wie bei Rußland, erwies sich hier nicht als notwendig, da Ecuador als Mitunterzeichner des Versailler Vertrages eigentlich zu den Gründerstaaten des Völkerbundes gehört; cS hat nur von seinem Recht, Mitglied des Völkerbundes zu sein, nicht früher Gebrauch gemacht. Das neue Mitglied wurde in der öffentlichen Schlußsitzung des VölkerbundratcS am Freitag von dem Vorsitzenden, dem tschechischen Gesandten Dr. Osusty, herzlich begrüßt. 530.000Stimmberechtigte an der Saar (Saarbrücken.) Am Dienstag wurde das Verzeichnis der am 13. Jänner 1035 für das Plebiszit stimmberechtigten Personen zur öffentlichen Einsichtnahme aufgelegt. Die Gesamtzahl der Stimmenberechtigten beträgt rund 530.000- Abstimmungsberechtigt sind bekanntlich alle jene Personen, die Ende 1019 im Saargebiet lebten und heute mindestens 20 Jahre alt sind. Englische Saarpolizei 7 London.(Reuter.) Großbritannien wird sich einer eventuellen Rekrutierung britischer Staatsangehöriger für die saarländische Hilfspolizei nicht widersetzen. Die einzige Bedingung, die es hie- für stellen wird, ist die vollkommene Kenntnis der deutschen Sprache. Jagd auf flanschen Berlin.(D. N. D.) Die geheime Staatspolizei hat in Berlin vier führende KPD-Ftmk- tionäre verhaftet, darunter den ehemaligen Reichstaasabgeordneten Thielen aus Koblenz. Die Festgenommenen waren als Reichs« k u r i e r e, bzw. als sogenannte Oberberater der KPD. tätig. In der Nähe von Heidelberg wurden ebenfalls Spitzenfunktionäre festgenommen. Bei diesen handelt es sich um maßgebende, Partei-' funltionäre, die für die Bezirke Mannheim und Frankfurt a. M. bestimmt waren.. Sämtliches Personen werden Wege» Vorbereitung zum.Hoch-- verrat dem Richter vorgeführt. Seite l LamSiag, 29. September 1034 Nr. 22ß Das Schwarzbach und seine Folgen Antwort an die österreichische Regierung Eine Festschrift des Atus Unfer ,Arbeiter-T>»nn- und Dporwerband" stiert in diesen Tagen sein fünfundzwanzigjährigeS Bestehen. Aus diesem Ansatz gab er eine Festschrift heraus, in der er Rückschau hält auf die geleistete Arbeit. Die Funktionäre des Bundes schildern, sein Wächsest und Werden. Das schnnicke Heft enthält eine Reihe wertvoller Bilderwiedtrgaben; die erste zeigt die Gründer des Bundes, eine Reihe weiterer Episoden aus der Geschichte und aus der Arbeit des Bundes. Ein schönes Gedenkblatt ist den» verstorbenen BundeSerzieher Rudolf Rückl gewidmet. DaS Titelblatt stammt von Georg Trapp. Tie Aufsätze und Bilder fügen sich zu einer schönen Einheit zusammen. Wir finden Beiträge von Julius Deutsch, Silaba und Karl B ü h• re n, die die internationale Verbundenheit unserer Arbeiter-Turn- und Sportbelvegmrg aufzeigen. Ein Artikel des Genossen Taub würdigt das gute Verhältnis unserer Rrbeiterturner zur Partei. Von besonderem Interesse ist eine Schilderung deS Genossen Pokapka, der von der Gründung bis jetzt das Amt deS BtindeSobmanneS bekleidet. Heinrich Müller zeigt die technischen Wandlungen deS Arbeiterturnens ayf, Emil U l l m a n n und viele andere Funktionäre schildern die Aufgaben der Ar- beiter-Turn-und Sportbewegung in dieser Zeit. Von den proletarischen Organisationen, die den Anfttieg der Arbeiter-Turn- und SporwerbandeS begleiteten und seine Arbeit unterstützten oder ergänzten, kommen außer der Partei in der Gedeukschrift nur die Arbeiter-Radfahrer zu Wort, Aber die anderen Organisationen verfolge» die prächtige Arbeit unserer Turner und Sportler darum nicht mit weniger Aufmerksamkeit und Freude. Die Festschrift ist in Form und Inhalt ein schönes Zeugnis für die AustvärtSenttvicklung unseres Arbeiter-Turn- und Sportverbandes. Aus ihr spricht der unbeugsame Wille, auch diese schwere Zeit zu neuem Ausbau zu nützen. Dieser Wille hat in der Vergangenheit manche Schtvierigkeitcn überwunden; er wird auch jetzt siegreich bleiben. Wehrtag in Reichenbers Reichenberg.(Tsch- P.-B.l Der Stadtrat in| Reichcnbcrg eröffnete heute mit den tschechischen und deuischen Vereinen, die unter dein Protektorat deS Ministers für Nntionalverteidignng Bra- däk stehenden Feiern der Wehrhaftigkeit, die bis 3V. d. M. dauern werden. Nach einem militärischen Weckruf begann um zehn II hr der eigentliche Eröffnungsakt. Stafetten aller beteiligten Korporationen brachten dem Vorsitzenden des Festausschusses ihr Verständnis für den Gedanken der Wehrhaftigkeit zum Ausdruck, woraus nach dem Eintreffen der Ehrentompagnie des Infanterie- Regiments 14 unter den Klängen der Staats- htzmne vor dem Rathaus die Staatsflagge gehißt wurde. Der Bürgermeister der Stadt Reichcnberg Senator K o st k a begrüßte die anwesenden militärischen Würdenträger und die Bevölkerung zunächst deutsch und dann tschechisch. AIS zweiter Redner sprach der Vorsitzende des Wehrausschusses des Abgeordnetenhauses David. Eine zeitgemäße Erinnerung Ein Mitarbeiter schreibt unS: Genau vör 14 Jahren fand in Karlsbad der zweiteParteitag derDeutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei statt, auf dem die großen AuSein- ändersetzungen zwischen der sozialdemokratischen und der kommunistischen Bewegung geführt wurden. In diesen Debatten spielte auch die Frage der freien Gewerkschaften eine entscheidende Rolle. Genosse Macoun legte damals in einer Erklärung die Stellungnahme der Gewerkschaften fest. Bon der zur kommunistischen Partei übertretenden Gruppe der Delegierten wurden damals die freien Gewerkschaften älS gelbe Organisationen beschimpft. Einer ihrer beauftragten Redner, .Hast ke, führte u. a. aus: „Ich möchte auch auf die gestrige Tebatie zurückkommen und auf die Aeutzerungen bezüglich des gelben GtwerkschaftS-BnndeS. ES ist angeführt worden, daß eS unmöglich ist, datz ein Parteiangehöriger Mitglied einer bürgerlichen Organisation sein kann. Bitte, eS mutz doch konstatiert werden, daß der gelbe Gewerkschafts-Bund in Amsterdam Mitglied der wrltkapitaliftischen Bereinigung deS Völkerbund«, ist. DaS ist eine direfte Angehörigkeit zu einer kapitalistische« Organisa» iien und auS diesem Grunde kann man verstehen, wenn sich Sozialdemokraten dagegen wehren, einer derartigen Organisation mit anzugehören." Die freie»» Gewerkschaften tvurde also von »diesem Redner auf eine Stufe mit bürgerlichen Organisationen gestellt. Weil der Internationale Gewerkschafts-Bund mit dem Völkerbund und dem Internationalen Arbeitsamt zusammenarbeitete, dgruin wurde er als gelbe Organisation denunziert. Inzwischen ist eine Reihe von Jahren vergangen und der Sowjetstaat ist nunmehr auch formest als Mitglied dem Völkerbund beigetreten, ngchdem er sich schon seit längerer Zeit an seinen ' Arbeiten beteiligt hatte. Ist damit, so fragen wir, au» dem ,,Vaterland des Proletariats", als das die Kommunisten Rußland oft bezeichnen, nun auch ein„gelber" Staat geworden? neirigen Troimnelrevolver ins Herz. In dem erschossenen Manne wurde der verivitlvete 59 jährige Schlosser Emanuel Chlipec aus Krokehlavy, in der erschossenen Frau FranzislaHaSmanovä aus Kladno festgestellt. Die HaSmanovä war verheiratet, lebte aber bereits seit längerer Zeit nicht mit ihrem Manne zusammen. Sie hi»»terläßt einen 12jähri- gen Knaben. Welche Beweggründe Chlipec zu dem Mord und Selbstmord geführt haben, ist noch nicht festgestellt. Neue Bahnstrecke in Betrieb Poprad. Freitag wurde der Betrieb auf dem neuen Abschnitt Telgart—Ladovä jqskyna der Eisenbahnstrecke Cervenä Skäla—Margecanh ausgenommen. ES handelt sich um eine Strecke, die nach dem vollkommene»» Ausbau 91 Kilometer lang sei»» und der wichtigste Teil- der künftigen Transversalbahi» durch die Mittelslowakei sein wird. Sie verbindet im Wesen das Obere Grantal mit dem Hnilcatal zwischen der Niederen Tatra und dem slowakischen Erzgebirge. Versuchter Massenmord Bukarest. Der frühere Restaurateur des Bukarester Offizierkasinos ist unter der Beschuldigung des versuchten Massengiftmordes verhaftet worden. Der Verhaftete wollte sich durch die Ber- giftnng der iin Restaurant speisenden Offiziere an der Verwaltung deS Kasinos wegen Aufhebung des mit ihm abgeschlossenen Pachtvertrages rächen. Taifunopfer eingeäschert Tokio. In Osaka wurden in den letzten zwei Tagei» über 080 Tote der Taifunkatastrophe, da?-' unter viele Frauen und Ki»»der, eingeäschert. Alle Häuser, mich die beschädigten, tragen Trauer- schmuck, * Nach der raßfuM-M-tastrophe Programm für den Wiederaufbau und die Neuansiedlungdcr von der letzten Taifun- Katastrophe heimgesuchtcn Distrikte festgesetzt werden wird. Im Lande werden Sammlungen zugunsten der von der Katastrophe heimgesuchten Bevölkerung veranstaltet. Die von den zwei führenden Blätter»»„Asahi" und„Nifchi-Nischi" eingeleitete Sanunlung ergab bisher mehr als eine Million Jen. Das s o w j e t ru ssisch e Rote Kreuz übermittelte dem japanischen Roten Kreuz 1 0 0.0 0 0 Den zur Unterstützung der Opfer. Der Kaiser des Staates Mandschukuo widmete diesem Zwecke 50.000 Den. Sämtliche in Tokio aklreditierten Diplomaten der Auslandsstaaten sprachen dem japanischen Außenminister Hirota das Beileid ihrer Regierungen aus. In dem durch die Taifun-Katastrophe heimgesuchten Gebiet sind in den letzten zwei Tagen starke Regenfälle niedergegangen. Besonders in Osaka lvurde großer Schaden angerich- tet. Die B e v ö l k e r u n g, die zum größten Teil noch in schlecht schützenden Zeltest untergebracht ist, ist voll komme»» verzweifelt, zumal die R u h r e r k r a n k u n g e n trotz der Hilfsmaßnahmen der Behörden zugenommen haben. Gin neuntes Todesopfer. Das Brandunglück in dtr Kohlenhalde des„K l a r a"- S ch a ch r e s 'in Rudy hat am Donnerstag das neunte Todesopfer gefordert. Am Donnerstag fand in Biel- schowih und Ruda die Beisetzung der ersten acht Todesopfer unter starker Anteilnahme der Bevölkerung der beiden Ortschaften statt. Suspendierter Gemeindevorsteher. Wie uns amtlich mitgetcilt wird, wurde wegen Mißachtung der Staatsflagge anläßlich einer Feier am 23. September in der Gemeinde H o r a t i tz(Bezirk Saaz) der Bürgermeister dieser Gen»einde nach vorhergehender Uirtersuchung suspendiert und das Strafverfahren gegen ihn eingeleitet. Wie Svrhla den Glauben verlor. Die„Pki- tomnost" veröffentlicht einige Aussprüche Ant S v e h l a s, die dieser vor etwa zehn Jahren getan hat. Darunter befindet sich die nachfolgende Aeußerung des verstorbenen Politikers:„Auch ich habe einmal Gott verloren. Ich Ivar damals Ministrant und die Buben stahlen n»ir einen Kreisel uin zwei Kreuzer. Ich bekam einen»reuen und damit sie mir ihi» nicht abermals stehlen, habe ich ihn in das Tabernakel versteckt. Ich erlvartete Blitze und die Rache Gottes. Nichts. Die Leute sagten: iin Tabernakel ist Gott. Ich aber wußte, was darin ist... und damals hörte ich auf zu glauben." Vom Rundfunk ImptahlMiwcrtai aus din Programmen i Sonntag Prag, Sender L.: 0.80: Weckruf und G»>mnastik. 7: Uebertragung des Promenadenkonzertes aus Karlsbad. 8.50: Arbeitersendung: Hora: Zweifelhafte soziale Poesie. 10: Konzert des Ondra- Lek-Quartettö. 11.45: Soziale Information. 16: Konzert des 6. Jnf.-Reg. T. G. Masaryk. 17.45: Deutsche Sendung: Scherz, Satire. Ironie und tiefere Bedeutung. Ein Lustspiel. 19: lleber- tragung auS dem Prager Nationaltheater:„Mazepa" Oper in drei Akten voi» Tschaikowski. 22.40: Konzert des Salonorchesters.— Sender St.: 14.80: Deutsche Sendung: Beckert: Der landlvirtschaftliche Beruf und die Notwendigkeit der Fachausbildung. 14.45: Arbeitersendung: Dr. Moucha: Zum 20. Todestage von H. Löns.— Brünn: 14.20: Deutsche Sendung: Die Sorgen eines südmährischen Dorfbiir- germeisterS.— Mähr.-Ostrau: 0.80: Eine halbe Stunde des russischen Balalaikaorchesters. Ein« interessant« Uebertragung deS tschechoslowakischen Rundfunks. Am 8. Oktober von 20.30 bis 21.10 Uhr wird anläßlich einer Reportage aus dem staatlichen Observatorium in Stara Dala in der Slowakei u. a. der Versuch unter- nommen werden, das Licht des Mondes u»»d des Fixsternes Wega, wie es im Brennpunkt des großen Fernrohres erscheint, mittels Phowzelle akustisch hörbar zu machen. Bei günstiger Witterung lverden so die Hörer das Licht„hören", daS von der Wega vor 26 Jahren ausging. Da der Mond zur Zeit der Reportage unterhalb des Horizontes steht, und auch mit ungünstiger Witterung gerech- net werden muß, wird der Versuch gemacht werden, diesen Seil der Reportage währe»»d schönen WetterS im vorhinein auf Schallplatten festzu- hcklten. di« dann reproduziert werden. Tokio.(Rengo.) Der KabinettSrat beschloß, Die Untersuchung ergab weiter, daß die Un-! die Kammer zu einer ,autzerordent- glückliche l i ch e a T a g u n g einzuberüfen- i« wttcher daS Nr. 228 ««WS Ssinstag, 29. Septeniver 1934 Amerikanischer Detektiv i» Kamenz Stufen.(Tsch. P.«B.) Der amerikqnische Krimiqaldetektiv Johnson vom New Docker Untersuchungsausschuß für ausländische Kriminal» fachen hielt sich Freitag in Bautzen und in Kamenz mtf, um Erkundigungen über das Borloben des in die Lindbergh-Angelegenheiten verwickelten Hauptmann, der bekanntlich auS Kamenz gebürtig ist, einzuziehen. «roher Plünzdie»stahl. Die in d«r Näh« der großen Pariser Boulevards gelegene Sammlung detz bekannten Münzensammlers B o u b e y wurde in der Nacht zum Mittwoch von Einbrechern heimgesucht, denen Hunderte wertvolle Goldmünzen in die Hände fielen. ES bandelt sich qu-nahmSlos um seltene Dtiscke aus der Zeit Konstantin- de» Großen bis zur Audgqng der byzantischen Epoche und aus der Zett Phillips IH. und IV, von Frankreich, die in Sanunler- und Händlerlrtlfen gesucht sind und einen Liebhaberwert von 500.000 Franken darstellen. Die Einbrecher sind äußerst geschickt vorgegangen, da weder in der dem Hause gegenüberliegenden Polizeiwache noch von den Hauptfenstern etwas verdächti ges bemerkt wurde. In die neben der Sammlung gelogenen Wohnung bahnten sich die Diebe einen Weg durch die Mauer. Sie scheinen auch auf dem gleichen Wege entkommen zu sein. Seltsamerweise hatten sie es nur«lf die Goldmünzen abgesehen, da viele andere wertvolle Kunstgegenständet unberührt geblieben sind. Da die ersten polizeilichen Ermitt- lnngen die Abnahme von Fingerabdrücken ermögli« liche», hofft man, dec Täter bald habhaft zu werden, die— wie man glaubt— i m Auftrage einiger sammel wütiger Personen gehandelt haben könnten. Auf den Spuren der Markomannen. In der Strakonitzer Gegend in Sisdböhmen hat der tschechische Fachlehrer Bedrich D u b s k t), der sich seit drei Jahrzehnten mit archäologischen Forschungen beschäftigt,«ine Reihe interessanter Funde gemacht. Er hat ein weitausgebreitetes Gräberfeld mit rund 400 Gräbern entdeckt, die aus der Markomannenzeit stammen und die Besiedlung Südböhmen» mit den germanischen Markomannen für die Zeit vom 1. bi» zum 4. nachchristlichen Jahrhundert bezeugen. AuS den Funden ist auch ersichtlich, daß rege Handelsbeziehungen zu den römischen Provinzen südlich der Donau bestanden, denn in den Gräbern finden sich immer wieder römische Waren, sogar ausgesprochene Luxusartikel.. Hungersnot in der Goldstadt Leichensuche in den Trümmern von Nome— Zahl der Todesopfer noch nicht festgestellt Obwohl e» möglich war, die riesig« Feuersbrunst an ihrer iveitcren Ausbreitung zu hindern, konnten die Flammen nicht völlig gelsischt werden. Roch immer stehen dicke schwarze Rauchwolken über den Trümmern des Stadtzentrums, und noch immer schwelt und glüht es in dem Katastrophengebiet. Aber man glaubt, ein nochmaliges Aufflackern des Feuers auch bei ungünstigem Wind verhindern zu können. Die Straßen sind von Bewaffneten abgesperrt. Ueberäll sicht inan Patrouillen, die bemüht sind, Ruhe und Ordnung aufrecht zu erhalten. Die entsetzlichen Schreckensschreic der vor den Flammen flüchtenden Menschen, die Hilferufe der in den brennenden Häusern Eingeschlossenen, der Verwundeten und Sterbenden sind verstummt. Eine unheimliche Stille herrscht, die nur von den Kommandorufen der Patrouillcnsiihrer und hin und wieder durch das Krachen cinstürzenden Gebälks unterbrochen wird. Notzelte an der Küste Nm so lauter geht er draußen, weit vor den letzten Häusern der Goldgräberstadt, an der Küste zu. Hierhin haben sich die Bewohner NomeS geflüchtet. als sie einsehcn mutzten, daß jeder Kampf gegen die wütenden Elemente aussichtlos war. Hierher find sie gekommen, einzelne nur in Lumpen gehüllt; denn die Kleider waren ihnen ayf ihrer Flucht durch die brennenden Straßen verbrannt. Hier lagen die Schtperverwundeten, die nicht mehr in dem kleinen, vom Brande verschpn- ten Hospital Unterkunft finden konnten. Und hier bemühen sich Äerzte und Krankenschwestern nm die ungezählten Rauchvergifteten. Die Polizei ver» sucht vergeblich Ordnung zu schaffen. Während viele in stumpfer Teilnahmslosigkeit vor sich hinstarren— die meisten haben alle ihre Habe verloren—laufen andere unstet und planlos herum, den Helfenden überall im Wege stehend, schreiend, gestikulierend, mit Augen, aus denen der Wahnsinn zu blicken scheint. Taucht ein Automobil mit Lebensmitteln auf, dann wird er in wenigen Augenblicken von der hungrigen Menge umringt, und nur die gezogenen Pistolen der Polizisten können Plünderungen verhindern. Während am ersten Tage noch keine Un- terkunftSmöglichkeiten geschaffen werden konnten, sind inzwischen riesige Notzelte errichtet worden, in denen fast alle Obdachlosen untergebracht wurden. Für die Verwundeten und Kranken ist ein besonderes Sanitätszelt vorhanden, das aber ebenso überfüllt ist, Ivie da» alte Hospital in der Stadt. Da die Menschen unter gänzlich unhhgienischen Verhältnissen in den Zelten zusammengepfercht leben müssen, besteht grotze Seuchengesahr, der man nach Kräften vorzubeugcn versucht. Di« erst«» Leichen Bisher konnte eine Liste der vermißten Personen noch nicht ausgestellt werden, ja. cs war noch nicht einmal möglich, ihre Zahl nur annähernd zu schätzen. Sie wird, so fürchtet inan, sehr hoch sein; denn die Feuersbrunst verbreitete sich mit so großer Geschwindigkeit, daß sicher viele nicht mehr den Weg ins Freie fanden. Auch die Panik in den Straßen dürfte eine grotze Zahl von Opfern gefordert haben. Die BergungSpatrouillcn, deren Ausgabe es ist, nach Verwundeten zu suchen, haben bereit» die ersten Leichen zutage gefördert. ES handelt sich um mehrere EökimoS, die bis zur Untenntlichkeit verbrannt sind. Hoffnung, nocv zwischen den Trümmern auf Verwundete zu stoßen, besteht kaum. Die Rauchentwicklung während des Brandes war viel zu groß, als daß es einem Menschen möglich gewesen wäre, zu atmen. Die Bergungsarbeiten werden durch die starke Hitze, die in dem Äatastrophengcbict herrscht, sehr erschwert. Mau wird vermutlich die Trümmer restlos äuSbrennen lassen wüsten, ehe man bis zu dem eigentlichen Brandherd, dem Golden-Gate-Hotel, Vordringen kann;---.«•—-- Trotz aller sorgfältigen AbsperrungSmcrßnah» men ist eS bereits zu einigen Fällen von Plünderungen gekommen; denn die Verzweiflung un» ter den Obdachlosen, deren Familien Huiiger leiden, wächst von Stunde zu Stunde. Den Tätern konnte aber ihre Beute abgenommen werden. Man hat sich bereits genötigt gesehen, Räumlichkeiten für Gefangene einzurichtcn. Da» Schicksal der Metropole Alaska- Nome, die Goldgräücrstadt an der Nordlüste d«S NortonsundeS im nordamerikanischen Territorium Alaska, hat in ihrem kaum dreißigjährigen Bestehen ein wewselvolles Schicksal erlebt. Jedesmal, wenn in Alaska neue Goldminen entdeckt worden waren, verdoppelte und verdreifachte sich die Zahl ihrer Bewohner innerhalb weniger Wochen. Trat dann aber nach dem Goldrausch die Ernüchterung ein, dann sank die Bevölkerungszahl auch wieder ebenso rasch. So wurden bei der Zählung im Jahre 1905 nicht weniger als 25.00p Zugcwanderte und Eskimos registriert. 1920 betrug die Zahl nur noch 352. Aber inzwischen hat man in Alaska einen neuen, großen„Run" cr- Erlebnisse mit einem Ausflugszug (Bon einem Teilnehmer.) Aom 1. bi« 16. September veranstaltet« die Eisenbahn direkion Prag einen An»- flugszua nach K u p a r i in Dalmatien. Nach dem Programme sollte man von Prag am 1. September um halb 1 Uhr mittags abreisen, am 2. September um L Uhr nachmittags nach Split»nd um 9 Uhr abend» nach Dubrovnik kommen. Tatsächlich fuhr der Sonderzug eine Stunde früher von Prag weg, kam nach B.-Trübau schon mit 35 Minuten Verspätung und nach Split erst um 5 Uhr nachmittag»; also, obwohl er eine Stunde früher weggefahren war al» im Programme stand, wär die Fahrtzeit um vier Stunden überschritten'. Und statt um 9 Uhr abend» in Dubrovnik zu sein, kam die Reisegesellschaft erst um 4 Uhr morgens an das Ufer von Sre-reno bei Kapri. Es dauerte also die Fahrt statt der veranschlagten ZS(4 Stunden 40'4 Stunden. Und bevor da» Gepäck ausgeladen wär und man zur Ruhe kam, verging noch eine weitere Stunde.. An diese Fahrt wird Wohl jeder mit Aerger zurückdenken. Daß man auf einen Schlaf im Zuge kaum denken könne, wnßte jeder, denn die Blähe waren besetzt, aber inan rechnete darauf, tu der zweiten Nacht schlafen zu können. Doch. diese Erwartung wurde getäuscht. ES war nux ein ganz kleiner Dämpfer von höchsten» 400 Tonnen,(statt de» versprochenen BtyUlmpfer»), der dann vpn den SSO Teilnehmern überfüllt wurde. Viele lagerten auf dem Fußboden, weil sie auf den Bänken nicht Platz fanden und die wenigen Betten vergeben waren, bevor die meisten überhaupt wußten, daß welche vorhanden waren. Der Reiseleiter entschuldigte die Wahl dieses Dampfer» daviit, daß infolge Verspätung der vorgesehene Dampfer nicht erreicht wurde. Wie unrichtig diese Entschuldigung war, ist daraus zu ersehen, daß derselbe schlechte Dampfer auch für dieRück- reiseauSersehen war und erst über Einschreiten von Reisenden mit einem größeren Dampfer ausgewechselt wurde, wofür von jedem Teilnehmer eine Aufzahlungvon 15 Dinar verlangt wurde, welche Aufzahlung aber viele verweigerten. weil sie den Standpunkt vertraten, daß ein Eildampfer versprochen lvar. Das Mittagessen erhielten die Teilnehmer erst auf dem Dampfer, also um halb 6 Uhr und da nicht alle gleichzeitig essen konnten, bekam die zweite .Hälfte das Esten erst um 7 Uhr, dafür wurde daS Abendessen schon zwei Stunden später gebracht. DaS Essen war schlecht, besonders da» Abendessen, das v o n vielen zurückgewiesen wurde. Bet der AuSlädung de» Gepäckes fehlte jede Organisation. Erst als oer Dampfer vertäut worden war, begann man damit. Stück für Stück wurde von zwei Matrosen.das Gepäck herauSgeholt, die Namen ausgerufen und aus dem dichtgedrängten Laufen mußte sich der Eigentümer hervordrängen. Man kann sich denken, wie lange es dauerte, bevor der letzte sein Gepäck hafte. Entgegen dem Programme müßte sich jeder auch-da» Gepäck vom Zuge, zum Schiffe selbst trägen. r:■ Trotzdem der Kuparigesellschaft die genaue Zabl der Reisenden bekanntgegeben war, hat sie keine Le gleiÄeückimmgevechmuäM? sie«Ins doch iomt auch kein Verschwenderi Nicht darauf kommt es an, beim Einkauf eher Glühlampe einige Haller tu sparen, sondern eint lampt tu kaufen, dit im Betriebe billiges licht gibt. Dit nouen Osram-Q-lampen mH der attestierten lichtleistung sind wirkliche Rekordlampen, die billiget licht geben, aha Ihren Geldbeutel schonen. Verlangen Sie ausdrücklich Osram- Q-lampan, dann haben Sie billiges licht. lebt, der eine für europäische Verhältnisse phantastische Bevölkerungsauffüllung zur Folge halte. Genaue Zahlen sind allerdings nicht bekannt. Die Häuser der Stadt waren zum größten Teil aus Holz errichtet und stunden zudem noch eng beieinander. Sa ist er kein Wunder, daß si0- prozentige Verminderung erfahren hat. Plan kann also annehmen, daß 1934 kaum noch ein Viertel der Ausfuhr von 1932 erreicht werden wird. Während im Juli 1932 z. B. rund 5000 dz Spielwaren nach Amerika gingen; waren es 1938 etwas über 2100 dz und 1934 nur noch 570 dz! Für die ersten sieben Monate zusammengenommen betrugen die Ausfuhrzahlen nach NSA: 1932: 21.850 dz; 1938 dagegen 11.060 dz und 1934 nur noch 4690 dzl Seit Hitlers Machtergreifung sind in diesem einen Hauptexportland also über 75 Prozent des Absatzes verlorengegangen. So muß die„Frankfurter Zeitung" betrübt feststellen, daß neben Zöllen, japanischer Konkurrenz und Dollarabwertung die Ursqchen für diesen enormen Exportausfall auch„in dem gerade im amerikanischen Spielivarenhandel teilweise hartnäckig betriebenen Boyl-tt de u. tsch erErzeug nisse zu suchen" seien. DaS Bild, das hier fiir eine Industrie aufgezeigt wird, bestätigt sich als Gesamttendenz, wenn man die Berichte der deutschen Zeitungen über die L e i p z i g e r H e r b st m e s s e verfolgt, die durch Herrn Schachts Eröfsiiungsrede noch ihre besondere Bedeutung erhielt. Wir hätten uns absichtlich wieder an die deutsche Nqzi-Presse selbst, der mqn getrost unterstellen kann, daß sie sich nach Kräften bemüht, den Eindruck der Messe so günstig lvie möglich erscheinen zu lassen. Es wird sestgestellt:„Vom AuSlande sind 188 Aussteller aus 17 Ländern vertreten... Die g a l l der ausländischen Aussteller ist gegenüber dem Vorjahre u in e i n Dri ttel zu- rvckgegangey, damals wurden 273 Aussteller gezählt.... Die Zähl der ausländischen Besucher wird auf über 4000 geschätzt; sie betrug im Frühjahr 1932 zirka 15.000." Bedarf es noch anderer Beweise, wie das Ausland reägiert'k Gibt eS in der Welt auch nur ein Beispiel dafür, daß die Wirtschaftskrise als solche einen derartigen Zusammenbruch irgendwo herbeigeführt hätte? Man braucht es nicht mehr auszusprechen, wie stark die Ablehnung der„Prgunen Messe" Hitle' Deutschlands unbeschadet der Krisenlvirkyngen im .Handel und Export zu diesem kätastrophalen „Wirtschaftswunder'dts Dritten Reiches" beige- tragen hptl „Sozialdemokrat" Sette 6 SnmSlag, SV. September 1V34. Nr. 228 / We Schule der politischen Wissenschaften In Prag Ein auf denwkratischen Grund sähe» aufgebauter Staat ist ohne politisch geschulte Staatsbürger unmöglich. AuS dieser Erkenntnis heraus wurde im Jahre 1928 in Prag eine„Freie Schule der politische»- Wissenschaften" gegründet. Sie ist ihrem Wesen nach, eine freie Hochschule, bestimmt, die Kenntnis der.wissenschaftlichen Grundlagen der Pomik zu ver- üiiticln und besonders die Zeitungswissenschaft zu pflegen. Tie Vortragenden sind zum großen Teile Lehrer aü anderen Hochschulen, aber auch Politiker, Abgeordnete, Ministerialbcanite und Journalisten verschiedener politischer Richtung, tschechischer, slowakischer und deutscher Nationalität. ' In den Vorlesungen werden folgende Gebiete der Politik behandelt: Staat und Recht, Internationales Recht und Außenpolitik, Volkswirtschaft, So- zialvoliik, Soziologie und in einer eigenen Abteilung Zeitungswissenschaft. Außer theoretischen Vorlesungen werden noch Seminare in engeren Kreisen auS- gcwählter Schüler, die hier zu selbständiger wissen- .schaftlicher Arbeit angeleitet werden, abgehalten. Dabei paßt di« Schule— ähnlich der berühmten Pariser Schule gleichen RamenS— ihr Programm politisches und sozialen Zeitfragen, also auch allen Fragen der Weltwirschafiskrise an. ' Dar Schuljahr beginnt am 1. Oktober und wird in 8 Trimester eingeteilt. 6 Trimester braucht ein ordentlicher Hörer, um die Diplomprüfung ablegen zu können.(Diplom, sc. pol.) Ordentlicher Hörer kann nur der werden, der ein Reifezeugnis öder, einen anderen Befähigungsnachweis(literar. Derk u. a.) vorweisen und der sich wirklich dem system. Studium an dieser Schule widmen kann. Die Zahl der Hörer betrug in den letzten Trimestern durchschnittlich 150—200. Gerade so wie die Vortragenden verschiedenen Nationen und Berufen angehören, so ist eK auch bei den Hörern. Hier sitzt der Tscheche neben dem Deutschen, der Slowake neben dem Ungarn, Kroaten und Slowenen neben Serben, Bulgaren neben Juden, Polen neben Ukrainern ,der Türke neben dem Perser. Hier sind alle Berufe vertreten/ die nur irgend etwas mit Politik zu tun haben. Vom jüngsten Rechts- oder Philosophiestudenten angefangen, über Redakteure, Parteisekretäre, Offiziere, Lehrer und Professoren, bis hinauf zum Gesandtschaftsattachö. Allen Hörern steht eine große Bibliothek, die fast 14.000 Bände aller von der politischen Wissenschaft berühmten Gebiete umfaßt und ein Lesesaal mit fast 100 tschechischen, slowakischen, französischen, englischen, deutschen, russischen, polnischen und südslawischen Zeitungen zur Verfügung. Trotz der Verschiedenheiten in Nation und Rasse, Parteirichtung und Beruf, herrscht eine Verträglichkeit unter den Hörern, wie selten irgendwo. Alle.sind bestrebt, sich auf den vielen Gebieten der Politik wissenschaftlich au-zubilden und dann mitzuwirken an der Versöhnung der Völker und damit die. Voraussetzung zum friedlichen Zusammenleben aller Rationen in Europa zu schaffen. .(Nähere Einzelheiten teilt daS Sekretariat der Freien Schule der politischen Wissenschaften in Prag I.. Ovocnh trh 3, Karölinum, mit.) Mitteilungen uns dem Publikum. • In jeden guten Haushalt gehört bestimmt auch ein wichtiges Mittel: Alpa-Franzbranntwein! Das Bestreichen von Schläfen und Stirn mit Alpa erfrischt angenehm und Einreibungen mit diesem bewährten Präparate lindern rheumatische Schmerzen. 100 Glühlampe« mit Kristalldraht-Doppelwendel. Die nicht rastende Glühlampen-Jndustrie hat wieder einen großen. Sprung nach vorwärts getan. Es ist gelungen, den Wendeldraht der gaSgefüllten OSram- Lampen noch einmal zu wendeln. Hierdurch ist es möglich, OSram-Lampen zu bauen, die je nach Type bi-: zu 20 A> höhere Lichtausbeute haben als die bisherigen OSram-Lampen. DaS bedeutet für den Lichtverbraucher, daß er entweder weniger Strom verbraucht für die gleiche Lichtmenge als bisher oder daß er bei. gleichem Stromverbrauch mehr Licht er- hält, ohne mehr hierfür, zu zahlen. DaS. von der neuenOsram-D-Lampe ausgestrahlte Licht kann also-als billiges Licht bezeichnet werden; die Licht- verbraucher. sollten aus diesem Grunde in ihren: esgenen Interesse in Zukunft nur noch OSram-D- LaMpenverwendcn. 2877 Abonnements- Bestellschein. Abonniere ab........« 1984 datäglich erscheinende Zentralorgan, der deutschen sozialdemokratischen.Arbeiterpartei „GoilniennoVrar Verwaltung Prag XU., Fochova tt. 62, zum Preise von IS KS monatlich, und sende diesen Betzag nach Erhalt de- Erlagscheine- ein. Rinnet•«■••«■••■ i■■■> Genaue Adresse:■. Letzte Post:.,,• i*•*••*» ..•; Unterschrift:>,.»,,,. PRAGER ZEITUNG Die Akustik des Prager Schwurgerichtssaale» ein Gegenstand öffentlichen AergrrnisseS Als vor anderthalb Jahren das Kreisgericht vom Karlsplatz in den Pankrazer Neubau verlegt wurde, hoffte man, daß als geringer Ausgleich für die sonstigen Unannehmlichkeiten, die mit dieser llebersicdlung verbunden waren, tvenigstenS Halbwegs annehmbare VcrhandlungSsäle geschaffen wurden. Leider hat sich diese optimistische Annahme gerade bei dem großen Schwurgerichtssaal, in deni die schwersten Prozesse zur Austragung kommen, als völlig unangebracht erwiesen. Die Akustik dieses SaaleS ist nicht schlecht— sie ist skandalös. Der Vorsitzende muß allerlei Künste aufwenden, um von den Geschworenen überhaupt verstanden zu werden. Die Aussagen der Zeugen verhallen meist zum Großteil unverstanden und der Vorsitzende muß die meisten Aussagen wicdcrbolc», um den Geschworenen ihren Sinn zu übermitteln. Bei Zeugen schlechter Aussprache muß sich der Gerichtshof bald in diesen, bald in jenen Winkel dcS Saales zurückziehen, wo ihre Stimme halbwegs verständlich klingt. Die versuchte Aufstellung von Lautsprechern hat völlig versagt. Die Stimmen sind durch Widerhall derart verwischt, daß von einer verständlichen Rede überhaupt nicht gesprochen werden kann. Was nützt die dekorative Ausstattung des wichtigsten Saales im KreiSgerichtS- gebäude, wenn er faktisch nahezu unbrauchbar ist?! In einem soeben beendeten großen Prozeß hat die Verteidigung den Antrag gestellt, die Verhandlung in eine andere Räumlichkeit zu verlegen, weil eS in dem Schwur- gcrichtSsaal nicht möglich sei, sich allgemein verständlich zu machen! Dieser demonstrative Antrag dürfte in Hinfiinfi nicht vereinzelt bleiben. Bleibt die Frage, ob cs nicht möglich wäre, den Baumeister, der dieses archiiclionische Mcijtcrwerl geschaffen hat, auch zur Behebung der Mängel hcr- anzuziehen. Spiel mit Menschenleben! Ein Vorfall, der sich dieser Tage in einer der Mietskasernen der Prager Vororte zugctragcn hat, zwingt zu öffentlicher Behandlung. In einer Einzimmer-Woh- nung war eine Reinigung mit Gas vorgenommen worden. Nach einige» Tagen wurden die verklebten Fenster morgens gegen halb. 7 Uhr geöffnet, ohne daß Hausverwaltung und Kammerjäger es für notwendig erachteten, die schlafenden Mieter darauf aufmerksam zu»lachen und sic aufzufordern, ihre Fenster zu schließen.— Der Mieter im Nebenzimmer, der die Fenster weit geöffnet hatte, erloachte gegen 7 Uhr unter fürchterlichen Halsbeschwerden und beklemmender Atemnot. Das ganze Zimmer war in einen gelblich-grauen Gasdunst gehüllt. Die aus dem ungezieferfrei gemachten Zimmer ausströmenden Gase waren durch den Windzug in daS nebcnanliegende Zimmer getrieben worden. Der so im Schlaf überfallene Mieter vcrdanll wohl nur dem Umstand, daß er rechtzeitig erwachte, die Vermeidung schwerster Schädigungen.— Dabei ist zu bemerken, daß in Liefen typischen Proletarierwohnungcn sehr oft drei, vier Personen in einem Zimmer häufen, in vielen Fällen kleine Kinder, deren empfindliche Konstitution durch derlei verbrecherische Gewissenlosigkeit sicherlich viel gefährdeter als die Erwachsener ist.— Wir sind der Ansicht, daß die Haus- verwalter in solchen Fällen die verdammte Pflicht und Schuldigkeit haben, alles zu tun, um eine gesundheitliche Gefährdung ihrer Mieter auszuschließen. Es ist auf keinen Fall tragbar, daß hier aus Schlamperei mit Menschenleben gespielt wirdl Die„Demokratie für die Jugend" und die Prager Deutsche». Am Dienstag, den 2. Oktober, treten die Prager deutschen Organisationen, die freiwillig ihre Teilnahme an dem Hilfswerk„Demokratie für die Jugend" zugesagt haben, auf Einladung der Deutschen Hauptstelle für Kinderschuh und Jugendfürsorge zusammen, um im Sinne des Programmes dieser Aktion alle Vorbereitungen für die praktische Durchführung der Hilfswerkes durchzuführen. Besonders erfreulich ist die Tatsache, daß alle Prager deutschen Organisationen, deren Tätigkeit in irgendeiner Beziehung zu Volkstum und Jugend steht, ihre Mitarbeit zugesagt haben, so daß zu hoffen ist. daß das fo- verheißungsvoll begonnene Werk tatsächlich das erhoffte Ziel erreicht. Der Film Der unbekannte Soldat spricht Aus einem amerikanischen Film von den„vergessenen Männern", der— wie die Ankündigung sagt—„in der Hölle" anfgenommen wurde, auf den Schlachtfeldern des Weltkrieges, auf den Meeren und in den Lüften, ist hier ein Film zum Andenken an.den Befreiungskampf der tschechoslolvaki- schen Legionen geworden. Daß man dieses Gemisch auS archivarischen Filmdokumenten und patriotischem Ueberschwang hier anreißerisch als eine Angelegenheit„für starke Nerven" angekündigt hat, erfordert eine Richtigstellung. ES handelt" sich— von den nachträglichen tonfilmischcn Zutaten abgesehen — offensichtlich um echte Aufnahmen auS der Kriegszeit. Aber da sie größtenteils hinter der Front gemacht, worden sind, reichen sie nur selten an die grauenhafte Wirklichkeit heran— und erschüttern auch nicht so unmittelbar wie die Höhepunkte realistisch inszenierter KriegSfilme, Ihr Wert beruht darin, daß sie in ihrer historischen Tatsächlichkeit Erinnerungen an halbvergessene Situationen' und 'Gestalten erwecken: an Wilhelm und Nikolaus, an Franz Joseph und Poincars, an Joffre und Haigh, an Wilson und Pershing, die hier wie Gespenster plötzlich wjcder agierend vor uns stehen— an Sie Hölle von Verdun und die Leichenfelder der Argöu- ncn, an die Zeppelin-Angriffe und den U-Boot- Krieg, an die Katastrophe der„Lusitania", an die zertrümmerten Städte-Belgiens und an die Brotkarten der blockierten Mittelmächte. Wahrhaftig, diese Szenen sind, auch wo sie nur Märsche, Paraden und Kampf-Vorbereitungen zeigen, in der Hölle ausgenommen— in jener Hölle, die nicht vergessen und auch nicht verklärt werden darf, wenn wir sie nicht in noch furchtbarerer und sinnloserer Wiederholung erleben sollen. ES verdient vermerkt zu werden, daß daS teilweise hochoffizielle Vrcmitrenpublikum(auch Minister Bradai war zugegen) diesen von Gestalten erfüllten und von Worten überschwemmten Kriegsfilm als Anlaß zu einer nachdrücklichen Ovation für Ma- saryk und Bencö benützte, die in der dunkelsten gelt Europas den Glauben an eine menschlichere Zukunft nicht verloren haben.—eiS— Dein ist«ein Hers lieber die Schubert-Verkitschung, die" in der Operette begann und im Tonfilm nicht enden will, braucht nichts mehr gesagt zu werden. Aber wenn eS Sinn hat, innerhalb des Kitsches noch Gradunterschiede fcstzustellcn, dann nmß gesagt werden, daß der Tenor Richard Tauber, mit diesem in London bcrgestellten Schubertfilm den bisherigen Rekord geschlagen hat. Gegen diese Filmgefchichte von Schubert-Franz und der Tanzmeisterstochter, die sich von den Gesängen de- Schulmeister-Komponisten hinwcgioeichet und einem feschen Offizier um den Hals fällt, für deffen Eheglück sich Schubert mit gebrochenem Herzen, aber mit ungebrochenem Edelmut aufopfcrt, Ivar das„DreimäderlhauS" ein diskutables Kunstwerk und Willy Forsts„Leise flehen meine Lieder" eine sinn- und geschmackvolle Arbeit. Ter Regisseur Paul L. Stein, den Tauber mit der Inszenierung dieses rührselig-abgeschmackten Film- romanS betraut hat, hat nichts als Ausstattung und ein paar zulängliche Schauspieler geliefert(unter denen der einstige Berliner Paul G r a e h als alter Tanzmeister auffällt). Was zu retten war, rettet Richard Tauber selbst— nicht mit seinem Spiel, sondern, mit seiner Stimme. Wenn er die Lieder Franz Schuberts singt(in seiner und Schuberts deutscher Muttersprache), dann bezaubert er da- Ohr des Hörers und schläfert die kritischen Sinne ein, die aber, sobald sie wieder erlvachcn, um so heftiger rebellieren.'—eis— Kunst und Wissen Da- neue Abonnement: Ausgabe täglich.— Prämie für Werbung: Die Abonnenten, die einen neuen Abonnenten werben, werden von der Direktion zu drei besonderen Premieren der. Kleinen Bühne eingeladen! Spielplan de- Reuen Deutschen Theater-. Sonntag, 2 Ilhr. Arbeitervörstellung: „B, ogelhä n d l e r"; halb 8 Uhr:„Manon" (DI).— Montag, 8 Uhr, Kulturverband-freunde und freier Verkauf:„Straßenmusik".— Dienstag, 7 Uhr:„Lohengri n"(A2).— Mittwoch, halb 8 Uhr:„SchloßWetterstein" (B1).— Donnerstag, halb 8 Uhr, Erstaufführung: „Die Nacht vor dem Ultimo"(CI)..— Freitag. 7 Uhr:„Admiral Bobby"(D2).— SamStag,.halb 8 Uhr:„Die Nacht vor dem Ultimo"(B 2). Spielplan der Kleinen Bühn». Sonntag, 3 Uhr: „TroßundTobby"; 8 Uhr:„Sensation s- proze ß".— Montag, 8 Uhr:„B u n b u r y".— Dienstag, 8 Uhr:„Sensation-Prozeß",— Mittwoch, 8 Uhr:„Märchen im Grand- Hotel".— Donnerstag. 8 Uhr:„Sensationsprozeß".— Freitag, 8 Uhr, Kulturverbandsfreunde und freier Perkauf:„Hedda Gab-: ler".— Samstag, halb 8 Uhr, Erstaufführung:! „DerNobelpreiS". Sport• Spiel• Körperpflege Sowjetsportler kommen! Fußballer, Leichtathleten und Boxer Au- Moskau wird gemeldet, daß der Hohe Rat für Körperkultur in der Sowjetunion amtlich verlautbarte, daß di« Fußballmannschaft der STSR und zehn Leichtathleten am 9. Oktober die Reise nach der Tschechoslowakei antreten«erde». Außerdem erhielt die Boxermannschnft, welche sich derzeit in Norwegen aufhält, den Austrag,«ach der Tschechoslowakei abzureisen. Die sewjetrusfischrn Fußballer sollen in Prag im ganzen zwei Wettspiele au-- tragen. G Länderkampf im. Boxen am 7. Oktober DaS erste Treffen, der sowjetrussischen Sportler wird derLänder-BoxkampfSowjet» rußland—Tschechoslowakei sein. Dieser Wettkampf mit den bürgerlichen Sportler» wird voraussichtlich am 7. Oktober imPragerWin- t e r st a d i o n stattfinden und steht unter dem Protektorat des bürgerlichen Staatsverbandes der Tsche- choslowakci(EsUBA). Die russischen Boxer treffen am 4: Oktober von Rortvegen kommend in Prag «in. Nach den» Prager Länderkampf werden die Sowjetboxer noch in Kl» d'n o, B r ü'n n und Mähr.-Ostrau bzw, Zlin bei Veranstaltungen bürgerlicher Boxvereine weitere Kämpfe auS- tragen. Der bürgerliche internationale Boxverband hat diese Kämpfe bewilligt. Bezüglich der Fußballspiele weiß man derzeit noch nicht, wer in Prag die Gegner sein werden. Mit den Klubs der CsAF. zu spielen — S p a r t ä ist schon seit langem ein Anwärter—, hat eS seine Schwierigkeiten, da die F i f a bisher noch immer gegen die Russen eingestellt ist und in tschechischen VerbandSkreisen wird die Hoffnung gehegt, daß die Fifa doch noch für die Spiele die Erlaubnis geben wird. Ist dies aber nicht der Fall, dann würden die Ruffen nur das Spiel gegen eine Mannschaft der FPT austragen können. Weitere Spiele der Russen sollen in Brünn und anderen, noch nicht feststehenden Orten durchgeführt werden. Die Wettspiele werden voraussichtlich um die Mitte Oktober statt» finden. DFll. gegen Sportbrüder 7:3(3:1). Aeußerst schwacher Besuch und ein doppelter Armbruch des DFC.-Tormannes Eberle— er mußte ins Spital geschafft werden, sind gerade nicht geeignet, für den deutschen Fußballsport in der Hauptstadt zu werben. Ter DFC. siegte sicher und verdient. Daß«über die Sportbrüder auch neben dem Fußball einen anderen „Sport" huldigen, Wenns nicht mehr geht. daS war schon früher so, aber am Freitag doch zu arg. Dazu«in Schiedsrichter, der nicht, mehr ein und aus wußte, und der Krawall und der bedauerliche Unfall waren die Höhepunkte. Sehr schade.,.. Sparta gegen Viktoria Pilsen 4:1(0:1). DaS Ligaspiel, welches Freitag in Prag ausgetragen wurde, gewannen die Prager erst nach der Pause; bis dahin führten sie ein unmögliches Spiel vor. Viktoria bot nicht die erwartete Leistung und als nach der Pause das AuSgleichStor der Sparta fiel, begannen ihre Spieler zu holzen. SvartaS Tore schossen Nejedlv(S) und Pelcner; für Viktoria war Horak erfolgreich. Sonstige Fußballrrgrbniffe vom Feiertag. Prag: Agramer Polizei gegen Prager Polizei 8:1 (0:1). CAFC. gegen BohcmianS 4:0(1:0).— Pardubitz: Slavia Prag gegen SK. 8:1.(1:1). — Karlsbad: KFK. gegen Slavia Karlsbad 8:1 (2:0)..— Preßburg: CSK. gegen Budai Budapest 0:0.— Proßnib: Venus Bukarest gegen SK. 2:1.— Pilsen: SK. gegen Beogradski SK. 4:2(2:1).—Königgrätz: SK. gegen Piktoria ZiZkov 2:0.— Jungbunzlau: KiSpest Budapest gegen SK. 8:2(2:1).— Teplitz: TFK. gegen VfB. 8:0(4:0).— Bodenbach: SpDg. gegen DFK. Aussig 7:3(8:1).— BudweiS: DFC. gegen Stadion 2:1(1:1).— Brün n: DSV. geg. Sparta Brünn 8:1(2:1), Zide.nice gegen Kral. Pole 4:0(2:0).— M ä h r.- O st r a u: Auswahlspiel Gau Schlesien(tschechisch) gegen Nordöstgau des DFV. 6:5.— Ka schau: Komb. Team gegen Attila MiSkolcz 8:4.. Boxkampf bei einem katholischen Kongreß!$n Buenos Aires findet Mitte Oktober d. I. ein Eucharistischer Kongreß statt, in.dessen Rahmen auch ein Boxkampf Carnera—Paolino stattfinden soll.— Wenn daS nicht zieht...? Lus der Partei ■ Sozialistische Jugend, Kreis Prag. Sonntag, den 80. September: Trcfftvanderung nach Zbraslav. Abmarsch: SJ Holleschowitz und Zentrum: 8 Uhr, Endstation der Ler in Hlubokepy. SJ Weinberge und Smichov: 8 Uhr, Endstation'der 17er und 21er in Hodkovitky.— Dienstag, den 2. Oktober, beteiligen sich alle Gruppen am Gruppenabend der SJ Weinberge im DTV-Heim in der Jtalskä. Genossin Paula Wallisch erzählt. Verelnsnadirlditcn Kinderfreunde, Prag. Montag, den 1. Oktober, abends halb 7 Uhr, in der Redaktion„Sozialdemokrat" wichtige AuSschußsitzung. © Ortsgruppe Prag. S o n n t a g, den 80. Septeniber, um halb 8 Uhr am Braiiiker Bahnhof. Fahrt nach L i b k i tz. Wanderung: Zahoraner Tal— Pfäry— Rybnlk Markpart— Pojärer Wälder— Eule. Fahrpreis 8 KC. Führer: Sonntag Wände r ung ins Blaue. Ziel wird auf dem Sammelplatz bekanntgegeben. Abgang um 8 Uhr früh von der Endstation 21 in H o d k o v i ö k y. Zechner. PRAG Hin» In Praner Liditsplelhausera bis einschließlich Donnerstag, den 4. Oktober, j. Adria:„Vergessene Männer". Tsch.— Als«: „Dein ist mein Herz". Engl.— Beranrk:„Der heldenhafte Kapitän Korkoran". Tsch.— Fenix:„Musik der Herzen". Tsch.— Flora:„Des Kaisers Wort". Fr.— Hollywood:„Musik der, Herzen". Tsch.— Hvrzda:„Vergessene Männer". Tsch.,■— Kinrma: Journale, Groteske, Reportage, ab halb 2 bis 7 Uhr. — Olympier„H eldenderEis meere— die Tscheljuskinleute". R.— Passage:„Maskerade". D.— Radio:„Der heldenhafte Kapitän Korkoran". Tsch.— Skant:„Toboggan". Fr. — Svetozor:„Maskerade". D.— Alma:„Der schweigende Mund". Am.— Besetz« r„Mein Herz ruft nach Dir". D.— Carlton:„Der heldenhafte Kapitän Korkoran". Tsch.— Favorit:„Der heldenhafte Kapitän Korkoran". Tsch.— Illusion:„Der heldenhafte Kapitän Korkoran". Tsch.— Louvre: „Liebe auf den zweiten Blick". Engl.— Maceöka: „Helden der Eismeere die Tschel- juskinleute". R.— Roxyr„Der heldenhafte Kapitän Korkoran" Tsch.— Sport-Smichovr„Bella Donna". Engl.— Bälde!:„Des Kaisers Wort." Fr. n.'e su gr b« d in g u n g e n: Bei Zustellung ins HauS oder bei Bezug durch Vie Post monatlich,AS IS.—, vierteljährig K£ 48.—, halbjährig iiö 96.—. ganzjährig Kö 192.—.— Inserate werden taut Taris billigst berechnet B-I öfteren Einschaltungen Preisnachlaß.— Rückstellung von Manuskripten erfolgt, nur bei Einsendung der Retourmarken.— Die Zeitungsfrankatur wurde von der Post« nütz '* Telcgraphendirektion mit Erlaß Nr. 18.800/VII/1980 bewilligt. Druckerei:„Orbis". Druck«, Verlags« und Zeitung--A.-G., Prag.