14. Jahrgang Samstag, 20. Oktober 1934 Nr. 246 lENTRALOBGAN DER DEUTSCHEN SOZIALDEMOKRATISCHEN ARBEITERPARTEI IN DER TSCHECHOSLOWAKISCHEN REPUBLIK ERSCHEINT MIT AUSNAHME DES MONTAG TÄGLICH FRÜH. Redaktion und Verwaltung präg xh„ fochova a. Telefon sm. aominkwatpon telefon sxm. HERAUSGEBER: SIEGFRIED TAUB. CHffitED AKTEUR: WILHELM NIESSNER. VERANTWORTLICHER REDAKTEUR: DR. BMH STRAUSS, PRAG. Efmcfiffefs 70nW*r (einschließlich 5 Heller Borto) eines JRinderfieiten volftes Aufständischen 600 Die Kleine Entente verlangt noch überhaupt ein einziger ungarischer Staats- England und Austrofascismus Belgrad.(Avala.) Der Ständige Rat dir Kleinen Entente und die Außenminister der Staaten, die den Balkanpalt unterzeichnet haben, veröffentlichten Freitag abends zwei Kommuniques, deren Wortlaut jedoch gleichlautend ist. besetzten in der N o r e n a, einen Bei einer derartigen Lage hält es der Ständige Rat der Kleinen Entente für notwendig, daß alle Staaten ohne Ausnahme im friedlichen Geiste, in Ruhe und in Objektivität zusammenarbeiten, um die Verantwortung für diese Vorfälle festzustellen. Gleichzeitig verlangt der Rat, daß Maßnahmen getroffen werden, durch die eine Wiederholung derartiger Taten in Zukunft verhindert werde. Wenn keine geeigneten internationalen Maßnahmen getroffen oder wenn derartige Maßnahmen nicht mit voller Loyalität und gutem Willen durchgrführt würden, wie dies erforderlich ist, dann käme es nach der Neverzeugung des Ständigen Rates der Kleinen Entente z« den ernstesten Konflikten. Mag dem wie immer sein; die Staaten der Kleinen Entente lassen sich durch terroristische Taten von ihrer gegenwärtigen Politik nicht abbringen. Mehr denn je wird die tiefe Trauer, von der sie betroffen wurden, die die Staaten der Kleinen Entente verknüpfenden Bande festigen. Ihre Regierungen erklären feierlich ihre vollkommene Solidarität mit Jugoflavien und verpflichten sich, daß sie anfs genaueste die Ber- tragsverpflichtungen durchführen werden, durch die sie verbunden sind,«nd daß sie mit unerschütterlicher Energie die vis jetzt betriebene Politik fortsetzen werde». lAttentatinMarseille verübt wurde und kam zu dem Schluß, daß es sich um ein Verbrechen handelt, das, da es unter dem Einfluß von im Auslande arbeitenden Kräften verübt wurde, in das Gebiet der Außenpolitik gehört. In der letzten Zeit wurde tatsächlich eine große Zahl terroristischer Handlungen verübt, deren Ziel es war, bestimmte Länder in ihrer internattonalen Stellung z« treffen, die sie erlangt hatten, oder Staaten, die kürzlich zu einer nationalen Einigung gelangt sind, ihrer bewährtesten Diener, zu berauben. Diese internationale Anarchie gipfelt heute in dem Tode des großen Königs, den wir alle liebten und ehrten. Ein Maulkorb für Winter Linz. Der Vizebürgermeister Dr. Winter, der bekanntlich eine rege Tättgkest für die Versöhnung der Arbeiterschaft mit der Regierung entwickelt, wollte in Ebensee einen Vottrag veranstalten. Der Vortrag wkftde über behördlichen Auftrag— der sicher auf die Heimwehren zurückgeht — abgesagt. bürger in dieses„schändliche Verbrechen" verwickelt sei. Der Mann hatte angesichts des von der ganzen Kulturwelt noch unvergessenen furchtbaren Weißen Terrors im Nachkriegs-Ungarn die eiserne Stirn, auch noch zu behaupten, daß der Geist und die Mentalität des ungarischen Volkes im Laufe der Geschichte„niemals den Mord als politisches Mittel anerkannt" hätten, und anzukündigen, daß Ungarn Schritte gegen den„Ber- leumdungsfeldzug" einleiten werde. Kanya In Rom Budapest. Der ungarische Außenminister Kanya ist aus San Remo, wo er einen dreiwöchigen Erholungsurlaub verbrachte, am Freitag früh in Rom eingetroffen.. Der Minister wird die Gelegenheit benützen, um vor seiner Rückkehx nach Budapest dem Ministerpräsidenten Mussolini und dem Staatssekretär für auswärtige Angelegenheiten S u v i ch Besuche abzustatten. gung nicht... Nein, die Henleinpartei schustert ihre Programme nicht für ihre Bewegung, sondern. nur fiir die Oeffentlichkeit zurecht, die sie einseifen will. Auf einige Puntte mehr oder weniger kommt es dabei nicht an. Zwischen Berlin und Präs Zwischen beiden Polen schwankt die sudetendeutsche Volksseele. Berlin, das ist das Programm der nationalsozialisttschen Gewalt/ Das größte und nächste Beispiel einer fascistischen Diktatur. Auch die nationalisttschen und sozialreaüio- nären Kräfte anderer Völker fühlen sich dazu hingezogen. Aber die Sudetendeutschen sind für das schlechte Beispiel des Hitlerismus doppelt empfänglich. Die soziale und nattonale Problematik dieses Minderheitsvolkes ist so kompliziert, daß sie der einfache Mann nicht ohne ernstes Nachdenken fassen kann. Die Not ist da, die körperliche und die seelische. Also weg mit den Parteien, her mit einem Hitler! Jedoch Hitler thront jenseits der Grenze. Also her mit einem Hitler-Erscch! Er ist in der Person Henleins gefunden worden. Wer aber die Hitlerbegeisterung der Sudetendeu schen politisch fruktifizieren will, muß sich mit Prag auseinan- dexsetzen. Das haben Jung und Krebs versäumt und sind daran gescheitert. Die Lehren der Par teienauflösung schrecken. Henlein tanzt also auf einem Seil, das zwischen Berlin und Prag gespannt ist. Seine taüischen Künste bringen keine Klärung in die sudetendeutsche Politik, sondern wachsende Verwirrung. Die grundsätzliche Entscheidung Prag ist das nächste politische Willenszentrum, nicht nur im innerpolitischen, sondern auch im mitteleuropäischen Sinne. Größer ist die suggestive Ausstrahlungskraft Berlins, aber die Sudetendeutschen sind durch tausende reale Fälle an Prag gebunden. In Prag entscheidet sich auf absehbare Zeit ihr wirtschaftliches und politisches Geschick. In Prag muß mit demokratischen Methoden um Geltung gerungen werden. Ein Minderheitsvolk hat nur die Wahl zwischen demokratischer Zusammenarbeit und Katasttophenpolittk. Diese Zusammenarbeit kann sich nur vollziehen über die Brücke von gesinnungsverwandten Parteien. Wer indes die Hitlerbegeisterung der Sudetendeutschen polittsch mobilisieren will, der muß vor allem das Parteiwesen verfluchen, der muß eine, antidemokratisch nach dem Führerprinzip geleitete Bewegung aufziehen. Das tat Henlein. Darum trägt seine Bewegung ein Doppelgesicht. Im deutschen Lager will er den Vernichtungskampf gegen das Patteiwesen führen. Den tschechischen Patteien macht er Komplimente und bietet sich ihnen als demokrattscher Partner an. DaS ist ein Ausweichen vor der grundsätzlichen Entscheidung. Henlein mag ihr ausweichen wollen, die Sudetendeutschen werden ihr nicht entgehen. Auch für sie ist die europäische Schicksalsfrage gestellt: demokratische Verständigung oder fascistische Gewalt. Was die Deutschen in diesem Staate zu fordern und anzustreben haben, kann nur durch geistiges Ringen unter ihnen selbst entschieden werden. Wollen sie ihr Lebensrecht in der Demokratte durchsetzen, dann müssen sie unter sich Demokraten sein. Wol-. len sie einen Ständestaat, dann dürfen sie ihn nicht nur für die Deutschen propagieren, dann müssen sie auch ein demokratisches Gesamtregime im Maate ablehnen und die Konsequenzen hinnehmen, die ein autoritäres Regiment in einem Völker-- staate bedingt. Und die größte Schicksalsfrage unserer Tage, ob der Ausweg aus der Krise mit kapitalistisch-fascistischen oder mit demokratisch- sozialistischen Methoden gesucht werden soll, werden auch die Sudetendeutschen beantworten müssen. Sie können mit ihrem nicht zu unterschätzendem Einsatz— je nachdem— int gesamtstaatlichen Kräftespiel dem Recht oder der Gewalt, dem Auf-, bauwillen oder den Zerstörungsgewalten zum Siege verhelfen. Sie trägen die Verantwortung für ihre Zukunft selbst. Henlein und die Tschechen Hört man Rednern der Heimatfront in den Provinzversammlungen zu, dann ist es der Sinn ihrer Ausführungen, daß die Sudetendeutschen sinter der Herrschaft des Parteiwesens dem völkischen Untergange geweiht sind. Wird in fünfzig Jahren unsere Heimat noch deutsch sein? Das ist Noch immer Kämpfe in Asturien Madrid.(Tsch. P.-B.) ZettungSmeldun- gen zufolge scheinen sich in Asturien noch immerUnruheherdezu befinden. In der asturischen Hauptstadt ist die Arvttt zum großen Teil wieder ausgenommen worden. Der Revolution sind in Oviedo zahlrttche öffentliche Gebäude zum Opfer gefallen. Die Madrider„El Sol" spricht davon, daß bei der Einnahme von Oviedo durch die Regierungstruppen auf feiten der Tote z« verzeichnen sind. Havas meldet: Die Regierungstruppen Provinz Asturien die Stadt wichtigen Eisenbahnknotenpunkt auf der Strecke Oviede—Santander. Frankreich verlangt Auslieferung Paris. Die französischen Behörden haben an Italien das Ersuchen gestellt, die in Tuttn verhafteten kroattschen Terroristenführer P a v e- l i i und Kwaternik in kürzester Zeit auszuliefern und nach Marseille zu bringen. Es ist noch nicht bekannt, welchen Standpunkt die italienischen Behörden diesem Auslieferungsbegrhren gegenüber einnehmen werden. Im Laufe des Frettag ttaf in Turin ein französischen Polizeikommissär ein, um alle durch die Verhaftung PaveljKs und Kivater- niks entstandenen Fragen zu behandeln. Da noch nicht alle internationalen Formalitäten erfüllt find, konnte er die beiden Verhafteten noch nicht elftem Verhöre unterziehen, doch versicherte ihm die italienische Polizei, daß auf beide die Beschreibung der gesuchten Terrottsten Pavelic und Kwaternik passe. Nach einer Meldung ans Turin forscht dir dortige Polizei soeben nach einer verdächttgen Person, die sich angeblich unter dem falschen Ravten Barberis verborgen hält. * Selbst in San Paul in Brasilien verfolgt die Polizei gewisse Spuren. Dort hatte fest langem eine Zweigstelle der makedonischen Organisa- tton Jmro, der Kelemen-Georgijew angehörte, bestanden, deren Leitung seit dem Bekanntwerden des Anschlages von Marseille plötzlich verschwunden ist. Verdächtig erscheint aus diesen Kreisen namentlich eine Frau mit verstümmeltem Zeigefinger, die vor! kurzem von Si.'",, ist. Man glaubt, daß es dieselbe Frau ist, die mit den Attentätern an der Schweizer Grenze zusammentraf, da diese ebenfalls einen verstümmelten Zeigefinger hatte. Auch Laval plant Romreise Paris.„Petit Parisien" meldet, daß sich Außenminister Laval nach der außerordentlichen Tagung des Bölkerbundsrates, welcher am 13. November znsammenttttt und vor allem dem Saarproblem gewidmet sein wird, nach Rom begeben«nd damit die Politik seines Vorgängers Bartho«, dessen Reise nach Rom für den 3. November festgesetzt war, fortsetzen wird. Rom. Die italienische Abendpresse nimmt mit großer Befriedigung von dem Entschluß des franzö- sischen Außenministers Laval Kenntnis, an Stelle seines verstorbenen Vorgängers Rom und die italienische Regierung zu besuchen. Unschuldslamm Gömböi Budapest. Ministerpräsident Görnbös ist Freitag früh zu dem offiziellen Staatsbesuch nach Warschau abgereiu. Vorher ließ er sich noch offiziell interviewen und sprach in seiner Antwort von dem„internationalen Berleumdungsfeldzug", welchen ein Teil der ausländischen Presse gegen Ungarn fiihre und welcher Ungarn als„Sündenbock" wegen der Marseiller Tragödie hinstellen wolle. Er wisse aber, daß die europäische Meinung die reine Wahrheit suche und Ungarn habe davor nicht nur nichts zufürchten(!), sondern es müsse im Gegenteil die Aufklärung der Wahrheit- Internationale Maßnahmen - da sonst Konfliktssefahr Balkanpaktmächte schließen sich vollinhaltlich an fuddendeutseftes Trauerspiel i)er Jlampf um die Keele „Ich sage Ihnen: Auch wir werden einProgramm aufstellen mit wenigen grundsätzlichen Punkten; in denen wer den Recht, Gerechtigkeit, aufttchttges soziales Verstehen und soziale Gerechtigkeit und einige andere Punkte drinnen sein. Aber ich sage Ihnen, daß es mir und uns herzlich wenig auf ein gut aus- gearbeites Programm an kommt, denn wenn wir alle Parteiprogramme seit 1920 hernehmen sind nur einen ganz klei nen Bruchteil dieser Programme verwirklicht hätten, dann hätten wir schon das Paradies. Programme allein machen unsere Zukunft nicht." Also sprach Henlein in seiner ersten Kund gebung am 12. November 1933 in Reichenberg Damit hat er seine Programmerklärung schon vor weggenommen, die er am Sonntag in B.-Leipa abgeben will. Man mußte ja zuerst ein volles Jahr zuwarten, wie der Hase läuft. Je nach dem tak tischen Bedürfnis, kann man ja einige Punkte ein flicken. Ein Programm sozusagen zum Auf- und Zuknöpfen. Weht der Wind demokratisch, wird man Demokrat. Weht der Wind fascistisch, bleibt man Fascist. Programme allein machen ja die Bewe- Labourparty drängt auf Eingreifen Eine elfgliedrige Abordnung der Brittschen Arbeiterpartei und der Freien Gewerkschaften sprach beim Außenminister Sir John Simon vor. Der stellvertretende Fraktionsführer im Un terhaus, Major A t t l e e, stellte die Abordnung Vox. Er, Morrison und Bevin wiesen auf die Ver folgungen der Sozialisten und Gelverkschastler in Oesterreich hin, besonders auf die Gefangenhal tung ohne Prozeß, den Raub des Unterstützungs fonds für die Opfer des 15./16. Juli 1927(1) und des Privateigentums exilierter Sozialisten, den Zwang gegen Konfessionslose, in den Katho lizismus zurückzukehren usw. Sie betonten, daß das Eintreten Englands für die Selbständigkeit Oesterreichs ihm auch das Recht gebe, eine G e- neralamnestie für die Februarkämpfer und die Einstellung der Verfolgungen zu fordern. Außenminister Sir John Simon erwiderte, daß er von dem Gewerkschaftsführer Citrine über Hese Dinge unterrichtet werde, über deren Wirkung in En g l a n d die ö st e r r e i-! auch seinerseits mit größter Energie verlangen, chische Regierung nicht in Un- dann werde sich unzweifelhaft ehrausstellen, daß klarh e it sein k L n n e. Der Außenmini- weder die ungarische Regierung oder irgend- ster begrüßte schließlich die jüngsten Freilassungen welche Regierungsstellen oder amtlichen Organe, einiger Gefangenen. In diesem Kommunique heißt es nach einer Kundgebung der Trauer für König Alexander und Barthou: „Der Ständige Rat der Kleinen Entente be- - o e t h e, T, v. a c*,„ lc. faßte sich, indem er die allgemeine politische Lage !an Paulo nach Oesterreich abgereist prüfte, auch mit den Umständen, unter denen das Seite 2 Samstag, 20. Oktober 1934 Nr. 246 der Aefram. Was an faktischen Benachteiligungen der deutschen Minderheit vorliegt, wird weidlich ausgenüht. Darüber hinaus— und hier beginnt das Verbrechen der nationalen Verhetzung— wird den Zuhörern suggeriert, daß ihr ganzes Krisenelend durch die nationalen Machtverhältniffe im Staate verschuldet sei. Eine Weltkrise existiert nicht. Eine Schuld des kapitalistischen Systems existiert nicht. Eine Wirtschaftsnot im„national geeinten" autoritär regierten Deutschland existiert nicht. Probleme, wie Arbeitszeitverkürzung, Ar- beiisbeschaffung, Währungssicherheit existieren nicht. Eher würde sich ein Sandner die Zunge abbeißen, bevor er etwa ein Wort gegen die Autarkie- Politik Hitler-Deutschlands sagen würde. Hitler ist überhaupt Tabu. Arbeitslosigkeit, Exportschwund ist nach dem klaren Sinn dieser Darstellungsweise eine Frucht der tschechischen Eroberungspolitik und besonders verruchter deutscher Parteien, die sie unterstützen. Höhnisch werden die -deutschen Arbeiter gefragt:„Wo bleibt die Solidarität der tschechischen Genoffen? Sind nicht die tschechischen Arbeiter zuerst Tschechen und dann Sozialisten?" So werden die Zuhörer zur nationalen Zusammenarbeit erzogen, die Herr Henlein angeblich so sehnlich wünscht. Am lautesten ist der Beifall, wenn ein blödes Schlagwort gegen die tschechischen Sozialdemokraten ausgespielt wird. Wenns aber brenzlich wird und wenn dies- Verhetzung im fortschrittlichen tschechischen Lager das verdiente Echo findet, dann überfließt plötzlich die „Rundschau" in Lobhudeleien vor dem nationalen „Erbfeind". So schrieb das Henleinblatt am 7. Oktober: „Wir wollen die tschechische Sozialdemokratie auf ihre eigene Vergangenheit Hinweisen, die fie bisher dem Sudetendeutschtum gegenüber eine durchaus anständige Haltung einnehmen ließ." Diese durchaus anständige Haltung wird aber in der Agitation dadurch quittiert, daß Herr Sandner. B. in Mähr.-Trübau nach einer antimarxistischen deutsch-tschechischen Koalition ruft, die das Parteiengesetz auch gegen die Sozialdemokraten anwenden werde, oder Ivenn er in Tachau ankündigt, daß auch bei den Tschechen eine große völkische Reinigung kommen werde. Eintopf-Demokraten Das Kernstück aller politischen Legenden der Heimatfront ist dieses: die sogenannten Denunziationen der deutschen Sozialdemokraten sind schuld, wenn Henlein im. tschechischen Lager auf Mißtrauen stößt. Dabei denunziert sich Henlein täglich selbst durch seine eigenen Methoden. In Leipa wird es z. B. Eintopfgericht geben, wohl zur Illustration der scharfen Ablehnung, der Hit- lermethoden.. Daß von Karlsbad her S o n d e r» züge und: von Traulenau Sp n d e p- Äüt.p- b u s s e nach Leipa angesagt sind, ist gewiß demokratischer Puritanismus und gehört zur Schaustellung der völkischen Not. Ein Führer, dem die Not seines Volkes so am Herzen liegt, wie Henlein, kann seinen Zuhörern den Genuß nicht so billig machen. Zuerst wollte er Zehntausende nach Karlsbad kommandieren, dann eine Völkerwanderung nach Gablonz veranstalten und wenn's schon in Leipa nur im geschlossenen Lokal sein muß, dann müssen wenigstens Lautsprecher her. Demokratische Bescheidenheit. Dabei hatte die Heimatfront in 167 bewilligten Versammlungen und Kundgebungen ein ganzes Jahr Gelegenheit, zu sagen was sie will. Das widerliche Getue mit der Programm-Erklärung Henleins beweist am besten, Die mit der Bahn kommenden Teilnehmer haben mlosen Gruppen das Versammlungslokal aufzusuchen und dann in der gleichen .Weise wieder zum Bahnhof zu gehen. „,^ u f^ese Weise hat die Kundgebung Hen- keinerlei demonstrativen Charakter auf öffentlichen Plätzen oder in den Straßen Leipas. Die Henlein-Versammlung in Böhm.-Lelpa Wie wir aus zuverläffigen Quellen erfahren, wird sich die Henleinversammlung nicht nach Schema„Propagandaministerium Berlin" mit' Musikkapellen, Trommeln, Fanfaren, Marsch durch die Stadt etc., sondern in einer Form tck- wickeln, welche vorläufig noch in demokratischen Ländern üblich ist. Es gibt keinen Marsch durch B.- L e i p a. Der bewilligte Umzug wird sich vom 1. Vogelstaugenplatz auf den unmittelbar benachbarten Platz, der von diesem nur durch einen Zaun und einen Fahrweg getrennt ist, bewegen, ohne daß hierbei ein Stadtteil oder eine öffentliche Durchzugsstraße überquert wird. Zwischen den beiden Plätzen liegt eine Entfernung von etwas über 10 Meter. Eine Musikkapelle wird dabei nicht in Erscheinung treten. Ursprünglich war an ein Orchester aus Graslitz gedacht, das aber kaum kommen dürfte. Die Kundgebung wird nach Vortrag der Staatshymne von Herrn Sandner eröffnet, nach ihm verliest Konrad Henlein seine staatspolitische Er- Klärung, worauf d i e V e r s a m m l u n g geschlossen wird. daß es ihm nicht um die Freiheit demokratischer Betätigung geht, sondern um die freie Bahn für ein fascistisches Gaukelspiel nach dem Muster der Hitler und Goebbels. MIBbrauchte Jugend Es bedarf keiner Sehergabe, um voraus zu Wissen, daß Henlein am Sonntag seine jugendliche Gesolgschaft aus dem völkischen Turnverband als besonders konstruktives Element der tschechoslowakischen und europäischen Demokratie preisen wird. Dem ist heute schon entgegenzuhalten, daß die Heimatfront Zur politischen Erziehung dieser Jugend nichts, zu ihrer geistigen Verwirrung aber alles getan hat. Es ist ein armseliger Typus, der da mit den idiotischen Schlagworten gegen den Marxismus und die politischen Parteien großgezogen Wird. Die geistige Verkrampfung dieser mißbrauchten jungen Leute fällt feder ihrer Versammlung auf. Spricht der sozialdemokratische Gegenredner von der Weltkrise, schreien sie dazwischen: „Ach, das kennen wirschon.« Ist von der amerikanischen Krisenbekämpfung die Rede, so echot es in der Hcnleinjugend prompt:„W a s geht uns Amerika an." Und die ernste Feststellung, daß Europa die Wahl zwischen Krieg und Frieden habe, wurde von dieser Seite mit stürmischem Gelächter quittiert. Nach einer sozialdemokratischen Versammlung behaupteten Henleinjünger steif und fest, daß Außenminister Benes ein tschechischer Sozialdemokrat wäre... Farbe bekennen! Wie weit die systematische Vergiftung der sudetendeutschen Jugend von Deutschland herüber betrieben wird, ist ein besonderes Kapitel. Sich dagegen zu wehren, sollte in erster Linie Sorge jener Parteien sein, die am meisten darunter leiden. Die Frage auch, wie weit ein Staat ausländische Einflüsse in seiner Politik dulden kann und wie weit die Fäden des Herrn Krebs herüberreichen, möge aus dem Gesichtspunkt der gesamtstaatlichen Jntereffen entschieden werden. Der demokratische Staat hat sein Notwehrrecht, aber die Klärung in der sudetendeut- scben Politik müssen uns wir Deutsche selber erkämpfen. Deshalb vermögen wir Sozialdemokraten den blinden Glauben der Kommunisten an Polizeiverbote nicht zu teilen. Sie schreien hysterisch auf, so oft eine Versammlung oder Kundgebung der Heimatfront stattfindet: seht Arbeiter, schon wieder laffen die sozialistischen Minister einen fascistischen Aufmarsch zu! Es geht aber nicht darum, Henlein das Reden zu verbieten, sondern darum, ihm die Maske des sudetendeutschen Messias vom Gesicht zu reißen und seine proletarischen Anhänger den Idealen des Sozialismus zu erobern. Dazu fordern wir vom Staate nichts, als das? er die Ein- ‘Haltung der"demokrätischrn Spielregeln verbürge. Wir wollen uns als der antifäscistische Gegenpol in der sudetendeutschen Politik bewähren. Mögen sich die Christlichsozialen schlau in die Büsche schlagen, inögen sich die sogenannten Deutschdemokraten mit gelegentlichen Stoßseufzern über die unfeinen Manieren der Heimatfrontler begnügen: wir Sozialdemokraten stellen uns auf breitester Front zum Ringen um die geistige Entscheidung zwischen fascistischer Bankrotteurpolitik und demokratisch-sozialer Rettungsarbeit im Su- dctendeutschtum. Herr Henlein soll noch erfahren, das? wir mit seinen Schlichen und Mätzchen fertig zu werden verstehe«. Die erste Fühlungnahme 6er beiden Internationalen Der Standpunkt der S.A. I.: Planmäßiges und gründliches Vorsehen nötig Wie wir bereits berichtet haben, ist von selten der Komintern im unmittelbaren Anschluß an die spanischen Ereignisse an die SAJ der Antrag gestellt worden, über eine gemeinsame Aktion zu beraten. Es hat dann eine Aussprache zwischen Vandervelde-Fried- rich Adler einerseits, Thorez-Cachin andererseits, stattgefmrden. Auch über diese Aussprache und ihr Ergebnis haben wir berich- tet. Wir halten es aber für nötig, unseren Lesern den Standpunkt der Internationale auch im vollen Wort- lautdes Kommuniques miizutei- len, das von Vandervelde und Friedrich Adler der Preffe übergeben wurde. Es enthält summarisch sowohl die Argumente, die in den Kreisen der SAJ für eine Verhandlung mit Moskau I sprechen, als auch die Bedenken, die gegen ein! überstürztes Vorgehen nach allen- Erfahrungen! der letzten Jahre obwalten. Da Moskau aus I Has in historischer Stzinde erfolgte Angebot per **'-SAJ‘ cruck-e Fff ttii Jahr e-^astrg ui ch t• geantwortet hat, bleibt, nachdem soviel Unheil inzwischen geschehen ist, nur übrig, den Wiederaufbau der einigen Arbeiterbewegung mit allen Garantien gegen leichtsinnige Störungsund Zerstörungsversuche in die Wege zu leiten. Die Kundgebung der Genoffen Adler und Vandervelde lautet: Die Genoffen C a ch i n«nd T h o r e z, Delegierte der Kommunistischen Internationale, kamen am Montag abends 6 Uhr im Hotel Metropole mit den Genossen Vandervelde«nd Adler, Vorsitzender«nd Sekretär der SAJ zusammen. Die Delegierten der Kommunistischen Internationale setzten die Vorschläge auseinander. die schon in dem Aufruf der Kommunistischen Internationale enthalten sind, und auf eine gemeinsame Aktion zugunsten der spanischen Arbeiter hinzielen. Die Genoffen Adler und Vandervelde habe« ihnen folgende Erklärung mitgeteilt: „Vor allem legen wir Wert darauf, folgendes festzustellen: Der Brief und das Telegramm, in denen Sie«ns mitteilen, daß dir Kommunistische Internationale Sie beauftragt hat, mit uns in Verbindung zu treten, erreichte uns erst am 11. Oktober. Die große Mehrheit«nseres Bureaus war sofort damit einverstanden, daß wir den Vorschlag zu einer informativen Aussprache annehmen sollen, trotzdem die Plötzlichkeit Ihres Vorschlages bei manchen seiner Mitglieder Bedenken hervorgerufen hat. In den zwölf Jahren, die seit der Konferenz in Perljn vergangen sind, wo das erste«nd das letzte Mal Berkreter der KomMunifsischen Internationale mit«ns zusammenkamen, hat sich sehr viel Mißtrauen in bezug auf die Möglichkeiten einer gemeinsamen Mtion aufgehäust. Die Lage in den der SAJ angeschlossenen Parteien ist sehr verschieden, je nach dem Land, um das es sich handelt. Während in Frankreich Grundlagen und Garantien für gemeinsaure Aktionen gefunden wurden, hab«n sich in einigen Länder», so in Großbritannien, den Niederlanden und in Skandinavien das Mißtrauen und die Einwände gerade in der letzten Zeit eher verschärft. Unter diesen Umständen werdeir Sie verstehen, daß wir bei der heutigen Zusammenkunft 26 BRUNO ADLER: Copyright 1984 by Michel Kacha Verlag, Prag XIX Denn alle Polnaer, Christen und Juden, stehen unter dem Druck des Fanatismus. Selbst wer von den Wirkungen der mit tausend Zungen drohenden, schreienden und flüsternden Ueberredung unbeeinflußt geblieben ist, wagt kein zweiflerisches Wort. Mit unendlicher Mühe gewinnt Dr. Aürednicek das Vertrauen einiger, die den Kopf nicht verloren haben. Mancherlei neues Material fließt ihm zu. Ein Fremder mit einem Ring im linken Ohr hat zwei junge Mädchen in den Wald gelockt und gezwungen, sich nackt auszuziehen. Vorübergehende vertrieben den Kerl. Im Höllenteich findet man die Leiche eines unbekannten Manns. Aürednicek darf bei der gerichtsärztlicheit Tatbestandsaufnahme nicht zugegen sein, und ohne viel Federlesens wird der Leichnam begraben. In Lieben-Schönau und in Duba geschehen Mordtaten an Frauen; in dem einen Fall ist der Hals der Ermordeten ganz ähnlich durchschnitten wie bei Agnes Hruza, in dem andern sind die Kleider der Toten in derselben Weise zerrissen. Die Prager Polizei hat einen gewissen Franz Wehr, den sie steckbrieflich verfolgt, im Verdacht der Täterschaft. Ein paar Tage vor Verhandlungsbeginn fährt der Verteidiger mit zwei Begleitern nach Polna, um einen Lokalaugenschein vorzunehmen. Er ist kaum in der Stadt, als die Nachricht von Haus zu Haus geht. Die Leute verfolgen und beschimpfen ihn. Er besucht das von den Juden bewohnte Viertel und die Fundstelle am Bresina« wald. Dort wird er vom Postenführer Klenovec und dem Gemeindcrat Scdlal eingeholt und barsch aüfgefordert, den Platz sofort zu verlassen. Sem Protest und der Hinweis auf sein« Funktion nützen ihm nichts. Auf dem Rückweg zur Stadt belästtgt man ihn und seine Begleiter unablässig. Si- kommen zum Katharinenberg, eine aufgeregte Menge erwartet sie, voran Novak, der Vormund. Ein Wachmann fordert die Fremden auf, sich zu legitimieren. Warum, fragt der Rechtsantvalt, und mit welchem Recht?„Jeder ist verdächtig, der die Judenstadt besucht." Unter dem Schuh des Polizisten gelingt eS den Fremden, das Hotel zu erreichen, ohne gelyncht zu werden. Man wirs dein unverschämten Judenknecht schon die Lust benehmen, ein zweites Mal nach Polna zu kommen. Die Menge tobt auf dem Ringplatz, der Bürgermeister mitten unter ihnen, Stöcke werden geschwungen, Straßendreck fliegt durch die Luft, es seht ein paar kräftige Rippenstöße, und unter wüstem Geschrei des Volke? macht sich der Wagen mit den ungebetenen Gästen aus dem Staub. Das„Deutsche Volksblatt" nennt die Szene „einen heiteren Ulk" und eine Ovation, die dem Messias der Polnaer Juden gewidmet gewesen sei. Die hauptstädtischen Blätter melden aus Kuttenberg, daß in der Bevölkerung unbeschreibliche Erregung herrsche. Schon vor Beginn der Verhandlung sind sämtlichen Geschworenen Broschüren über den Ritualmord aus Berlin kostenlos zugegangen. Verschiedene Leute erhalten ein vertrauliches Zirkular mit der Aufforderung, einen Beitrag für die Kosten der Vertretung durch Herrn Dr. Baxa zu lessten. Man hat bereits 1000 Gulden als Ehrengeschenk für ihn gesammelt. Der Verteidiger Hilsners dagegen bekommt in Mengen anonyme Drohbriefe: man werde ihn mit Gewalt veranlassen, die Verteidigung niederzulegen. Es sei«ine Schmach für einen Tschechen, und er werde es büßen, daß er sich durch jüdische Gelder habe bestechen laffen. Das Grab seines Vaters aut dem Kutterberger Friedhof wird verunreinigt. Das stille alte Kuttenberg ist jung und lebendig geworden. Die Hotels find überfüllt, die Gen darmerie ist verstärkt, die Garnison hat teilweise Bereitschaft. Siebenundzwanzig Zeitungsberichterftatter, unter ihnen Vertreter reichsdeutscher und Pariser Blätter, und zwei Zeichner sind zur Verhandlung zugelaffen. Sic beginnt mit den vorgeschriebenen Formalitäten. Das Hauptintereffe des Publikums zieht der Angeklagte auf sich. Hilsner, in adrettem schwarzem Anzug, macht keinen unsympathischen Eindruck. Seit vielen Monaten wartet er auf diesen Prozeß, der seine Schuldlosigkeit an den Tag bringen soll. Allmählich an den Umgang mit Richtern gewöhnt, spricht er unbefangen und deutlich. Manchmal sind seine Antworten tölpisch, öfter werden sie so aufgefaßt, und dann belebt allgemeine Heiterkeit die Sitzung. Der Vorsitzende hält mit seinem Urteil von Anfang an nicht zurück. Auf Hilsners Beteuerung, daß er unschuldig sei, erwidert er:„Ob Sie ihr die Wunde versetzt haben, wissen wir nicht; aber daß Sie dabei mitgetan haben, daß ist so sicher wie das Amen in der Kirche." Und er hält ihm vor, was alles gegen ihn spricht. Den Verdacht zu entkräften, ist Hilsner nicht fähig.„Es ist ein Unglück für mich, daß ich beschäftigungslos bin, daß ich herumlungere, und daß die Menschen in Polna schlecht auf mich zu sprechen sind. Wir sind halt arme Leute, schon der Vater und die Mutter haben vom Betteln gelebt. Aber gemordet oder geraubt hat keiner von uns." Eine Welle herzlichen Mitgefühls schlägt Marie Hruza entgegen, der Mutter der Toten. Die kleine Frau im wollenen Kopftuch und breiten Kattunrock wird auch vom Vorsitzenden mit größter Zartheit behandelt. Er spielt auf das noch immer lebendige Gerücht an, das Johann Hruza der Täterschaft bezichtigt. Liegen ja doch auch von Klenovec und von verschiedenen andern Mittei- I langen vor, die deutlich gegen den Bruder sprechen. „Haben Sie einen Verdacht gegen Hilsner?" —„Ich hörte von ihr, daß er sich nach ihr um- sah..."—„Sagte sie Ihnen den Namen Hilsner?"—„Nein."—„Hören Sie, die Leute hatten auch einen andern Verdacht! Sogar auf ihren Bruder, Ihren Sohn!"—„Nun ja, wenn es aber nicht wahr ist, das kann ich sofort abschwören I"—- „Die Geschwister liebten sich?"— Die Mutter schweigt.—„Sie half ihm bei der Feldarbeit?" —„Ja, sie hatten sich lieb."—„Hatten sie einander sehr lieb?"— Die Mutter schweigt. —„Sagen Sie mir etwas, warum sie sich gar so gern hatten!"— Sie schweigt.—- „Sie haben es ja schon früher gesagt!"—„Ra ja, das ist schon so lange her, das kann mir niemand Übelnehmen, daß ich mir das nicht merke." —■„Sie haben sich aber doch erinnert, daß sie krank war!"—„Ja, fie war krank, und damals wollte der Sohn, daß etwas verbrannt werde, und sie sagte zu ihm: du kannst nichts anderes als alles nur verbrennen."—-„Und als sie gesund wurde, was sagte Ihr Sohn dazu?"—„Er war sehr froh darüber, daß sie gesund wurde."— „Noch etwas hat er gesagt, was darauf hinweist, daß er sie wirklich gern hatte, auch das haben Sie uns schon gesagt."—„Aber heut weiß ick es nicht mehr."—„Er soll gesagt haben. Sie müssen der Agnes etwas gönnen, damit sie sich erhole."—- „Ja, ich entsinne mich schon, wenn man mir hilft." Mit Mühe gelingt es dem Vorsitzenden, die Mutter daran zu erinnern, daß sie schon vor langer Zeit mit dem Vormund über den jüdischen Verfolger der Tochter gesprochen habe. Sie bestätigt alles, was er ihr vorsagt. Ein Antrag des Verteidigers, den Bruder dec Ermordeten als Zeugen vorzuladen, wird vom Gericht abgelehnt. Der Vormund Novak bezeugt, daß die Agnes einmal zu ihm gekommen sei, um sich zu beklagen: dieser Hilsner, dieser Jude, dieser ekelhafte Schuster, gebe ihr keine Ruhe. Frau Vomela beschreibt noch einmal den Mann, der sie am Waldrand erschreckt hat, und sie vergleicht ihn mit dem Angeklagten:„Er hatte eine andere Gestalt, eia rundes Gesicht und schwarze Augen." (Fortsetzung folgt) Nr. 246 Samstag, 20. Oktober 1934 Seile 3 Erste Wäscheregel: HYGIENISCH EINWANDFREI Aus allen Schlupfwinkeln wird der Schmutz entfernt alle gesundheitsschädlichen Keime werden vernichtet — durch RAD1ONI Sie können auch bei größter Mühe durch Reiben und Rumpeln nur die Außenseite der Gewebe reinigen, aber beim Kochen in Radionlösung treiben Millionen feinster Sauerstoffbläschen die reinigende Radionlösung durch die Gewebe. RADION wäscht in kaum mehr als 15 Minuten gründlicher, als Ihre fleißigen Hände es bei größter Anstrengung könnten. Solche Wäsche ist: HYGIENISCH EINWANDFREI! RADION wä s cÄ IMü e i n! Will Fey wieder putschen? Auffällige Verhaftungen in Wien und in der Provinz InWien wurden in den letzten Tagen wieder verschiedene Funktionäre der aufgelösten Parteien und Organisationen verhaftet. In B r« ck a. M. wurden 72, im weiteren Obersteiermark ebenfalls 70 Personen, fast durchwegs Kommunisten und Sozialisten, verhaftet. Der Grund ist unbekannt. * Nach den Erfahrungen vom Juli würden diese Brrhaftungen und dir Putschgerüchte der letzten Tage dafür sprechen, das? der Generalstaatskommissar für Sicherheitswrsen und There- sienritter MajorFeywieder eine kleineAktionvor hat. Genau so wurde es nämlich im Juli eingeleitet! Die Naziblätter meldeten, daß die Marxisten putschen wollen. Fey verhaftete daraufhin 3000 Marxisten und erzählte der Regierung, daß jede Putschgefahr behoben sei. Am 25. Juli aber putschten die Nazi mit passiver und wahrscheinlich auch aktiver Hilfe des Fey! Es hieß in dieser Woche, daß die H e i m w e h r e n g e g e n die widerspenstigen CH r i st- lichsozialen vorgehen würden. Die rätselhaften Verhaftungen fügen sich in dieses Bild ein. Wenn Fey Marxisten verhaftet, plant er— so war es im Feber und im Juli— selber etwas. Die Herren Schuschnigg und Kunschak mögen jedenfalls auf der Hut fein! Sie haben einen Generalstaatskommissar, mit dem nicht zu spaffen ist.... keinerlei bindende Verpflichtungen für die unserer Internationale angrschlossenen Parteien übernehmen können. Aber andererseits vetrachen wir es als unsere Pflicht, unserer Exekutive, über die Anträge und Vorschläge, die Sie uns unterbreiten, zu berichten. Rach dem, was m den letzten 12 Jahren geschehen ist, bedarf eine gemeinsame Aktion ans internationaler Basis in jedem Falle einer gründlichen Vorbereitung und kann nicht auf Improvisationen gestützt werden. Wir haben deshalb in einem Aufruf, den wir Ihnen zur Kenntnis gebracht haben, unsere Parteien aufgefordert, für die Unterstützung der Arbeiter Spaniens zu wirken, ohne unsere Verhandlungen avzuwarten. Sie haben Ihrerseits eine analoge Haltung eingenommen. In Frankreich hat es viele Wochen erfordert. Um zum Abschluß des Paktes für die gemeinsame Aktion zu kommen. Sie werden sich klar sein, daß auf internationalem Gebiet unvermeidlich ist, daß die Verhandlungen nicht schneller vor sich gehen Knnm. Wir bedauern, daß diese Verhandlungen nicht schonz« einer Zeit ausgenommen wurden» wo unsere Internationale deren Einleitung versucht hat, das heißt unmittelbar bei der Machtergreifung des Hitler-Fascismus. Wenn das damals geschehen wäre, so hätte unsere gemeinsame Aktion bei Gelegenheit der Ereignisse in Spanien wirksam werden können. Aber jetzt ist der Streik in Spanien an seinem Ende, Caballero, das Mitglied unserer Exekutive verhaftet. Wir bedauern, daß wir nicht unmittelbar zusammen für Spanien in Aktion treten können, aber wir glauben, daß für die Zukunst unsere Unterredung wichtige Folgen haben kann. Das, was sich jetzt ereignet, beweist, daß nur durch eine planmäßige Vorbereitung einer gemeinsamen Aktion etwas wirklich Wirksames erreicht werden kann. Die Frage, die Gegenstand unserer heutigen Besprechung ist, steht seit langem auf der Tagesordnung unserer Exekutive, die Mitte November in Paris Zusammentritt. Der Punkt wurde auf die Tagesordnung infolge der Ereignisse in Frankreich gesetzt und natürlich werden die Informationen, die Sie«ns geben, ein sehr wichtiger Beitrag zu den Diskussionen, die wir führen werden, sein." Auf Grund dieser Erklärung erfolgte ein Meinungsaustausch, von zwei Stunden, der in einem Stenogramm festgehalte» wurde, das den kompetenten Organen der beiden Internationalen vorgelegt werden wird. Tolles Treiben der Landbündler Von unseren Landbündlern ist die politische Oeffentlichkeit— weit über die Kreise der sozialdemokratischen Parteien hinaus— in der letzten Zeit daran gewöhnt worden, daß diese Partei auf der ganzen politischen Tonleiter von dem Bündnis mit der deutschböhmischen Spielart der Haken- kreuzlerei bis zum tschechoslowakischen Patriotismus alle Melodien spielen kann. Diese Vielseitigkeit des Bundes der Landwirte ist auch in deren Parteipresse zu bemerken, zu deren Eigenarten es gehört, von Zeit zu Zeit die tollsten Bocksprünge aufzuführen. So findet sich in der »Deutschen Landpost" von Freitag ein Artikel, in dem sehr radikal getan und dargelegt wird, daß die wirkliche politische Stellung einer Partei daran zu erkennen ist, welche Stellung sie zum Finanzkapital einnimmt. Kaum hat man diese radikal soziale Einstellung gelesen und sich darüber gewundert, so erfährt man gleich, warum die»Landpost" so radikal tut. Sie benützt nämlich diese ihre neueste Erkenntnis, um zu behaupten, daß die Sozialdemokratie im Bunde mit dem Finanzkapital ist, und zwar deswegen, weil sie das Finanzkapital— beerben will. So einen Unsinn zusammenreden kann wirklich nur ein Redakteur der»Deutschen Landpost". Weiß denn der Herr nicht, daß in allen sozialdemokratischen Programmen gerade die Großbanken als derjenige Zweig der Wirtschaft bezeichnet werden, der reif für die Vergesellschaftung ist? Seit dem Kommunistischen Manifest, das im Jahre 1848 erschienen ist, geht durch alle Programme der sozialdemokratischen Parteien diese Forderung und genau 86 Jahre nach dem Erscheinen des Kommunistischen Manifestes kommt so ein Redakteur der »Deutschen Landpost" darauf, daß die Sozialdemokraten das Finanzkapital erhalten wollen. Das Argument ist wahrhaftig zu dumm, als daß man sich eingehend damit befassen müßte. Im übrigen leistet sich die»Landpost" noch eine besondere Frechheit, indem sie einzelne Funktionäre der beiden sozialdemokratischen Parteien einander gegenüberstellt. Sie hätte es sich viel leichter machen und hätte ihren Antisemitismus offen betonen können. Wenn die Herren vom„Bund der Landwirte" bis zu ihrer obersten Führung hinauf uns gegenüber wieder einmal von Loyalität reden werden, so wird man ihnen ihr unverschämtes Zen- tralorgan unter die Nase heckten. Die erste Parlamentssitzung Prag. Das Parlamentspräsidium traf Freitag die Dispositionen für die erste Sitzung der Herbstsession, die vom Präsidenten der Republik verfassungsmäßig, für Donnerstag, den 25. Oktober, nach Prag einberufen wurde. Die Sihuirg wurde für 11 Uhr vormittags anberaumt. Sie wird aber nur formalen Charakter tragen und nach den Nachrufen des Kammervorsitzenden für König Alexander, Barthou und Poincare zum Zeichen der Trauer geschlossen werden. Die erste eigentliche Arbeitssitzung findet dann am selben Tag um 3 Uhr nachmittags statt. In dieser Sitzung soll das Budget für 1935 aufgelegt werden, das det Finanzminister Dr. Trapl wie üblich mit einem Exposee einbegleiten wird. Die nächste Sitzung soll dann erst wieder am 30. Oktober stattfinden. Für die nächste Zeit ist auch ein außenpolitisches Exposee des Ministers Dr. Benes im Plenum der beiden Häuser in Aussicht genommen; der genaue Zeitpunkt wird jedoch erst nach der Rückkehr des Außenministers aus Belgrad festgesetzt werden. Auf der Tagesordnung der ersten Sitzung steht lediglich ein belangloser Vertrag mit Oester- r e i ch über die Zollfreiheit von Bäder- und touristischen Prospekten und drei Jmmunitätsangelegen- heiten. Die Arbeitslosigkeit In Mähren-Schlesien Geringe Abnahme der Arbeitslosenziffer im September Während die Zahl der Arbeitslosen im ganzen Staat im Monat Septeniber ein wenig gestiegen ist, ist sie im Lande Mähren-Schlesien etwas gesunken. Gegenüber dem Monat August gibt es in Mähren-Schlesien um 1123 Arbeitslose weniger. In den letzten vier Jahren ist dies das erstemal, daß die Arbeitslosigkeit im Sep- t em ber abgenommen hat. Die Arbeitslosenzahl im September ist um 18.719 Personen geringer als im Vorjahr und um 71.866 Personen geringer als im Feber des heurigen Jahres, in welchem Monat die größte Arbeitslosenziffer zu verzeichnen war. Im September meldeten sich bei 61 Arbeitsämtern des Landes Mähren-Schlesien insgesamt 210.683 Arbeitslose gegen 211.786 im August. Hievon waren 166.612 Männer, 43.695 Frauen und 376 Lehrlinge und Lehrmädchen. Untergebracht wurden 12.919 Personen, im August 14.165. Ausgegeben wurden 84.028 Ausweiskarten zur Geltendmachung der Ansprüche auf die staatliche Nrhyits,lqs«nunterstützung»-hiepön,^,8>41? für teilweise beschäftigte Personen. Die größten Arbeitslosenziffeln gab es in folgenden Bezirken: Brünn-Stadt 11.422(im August 11.176), Schönberg 8897(8854), Sternberg 8785(9019), Friedel 8284(8874), Mähr.-Ostrau 8246(8087), Brünn-Land 7682 (7551), Boskowitz 7565(7498), Troppau- Land 7510(7861), Neufttschein 7189(7474), Jägerndorf 6890(6936),. Freistadt 6861 (6782), Freudenthal 6139(6017), Mähr.-Trü- bau 5457(5516), Ung.-Brod 5171(5243) Freiwaldau 4620(4357), Wsetin 3898(4211), Mistel 3879(3858), Hohenstadt 3860(3649), Trebitsch 3770(3841), Ung.-Hradisch 3673 (3974), Wall.-Meseritsch 3635. Schutz den Kindern I .Das Kapitel„Soziale Fürsorge" im Budget des Landes Böhmen schafft von Jahr zu Jahr größere Schwierigkeiten, obwohl die Landesvcrtre- tung tatsächlich bemüht ist, keine Abstriche bei diesem Kapitel zu machen. Den ständig wachsenden Bedürfnissen konnte aber nicht Rechnung getragen werden. Auf eine Aufgabe des Landes wies besonders Genossin Deutsch hin. Die Subventionen für die beiden Landeskommissionen für Kinderschutz und Jugendfürsorge genügen angesichts der gesteigerten Anforderungen nicht mehr. Es wäre daher dringend nötig, diese Unterstützungen, wenn es irgendwie möglich wäre, zu erhöhen, damit die Tätigkeit der Landeskommissionen der Zeit angepaßt werden kann. Genossin Deutsch erinnerte auch an den Antrag, welcher von den Sozialdemokraten im Vorjahr eingebracht wurde und eine Erweiterung der Fürsorge für die unehelichen Kinder durch die Landesfindelpflege fordert. Danach sollten jene Mütter, welche ihre Kinder selbst oder bei Verwandten in Pflege haben, denselben Pflegschaftsbeitrag erhalten wie die fremden Pflegeeltern. Die Durchführung dieses Antrages hätte sicher manche Tragödie einer unehelichen Mutter oder eines unehelichen Kindes verhindert. Es war nicht möglich, diese Forderung durchzusetzcn, da ihr finanzielle Schwierigkeiten entgegengehaltcn wurden. Wir lassen unsere Forderungen jedoch nicht aus dem Auge und werden keine Möglichkeit übersehen, sie in die Wirklichkeit umzusetzen. Die Landesvertretung Böhmens beendete Freitag ihre Büdgctsession, nachdem der Voranschlag unverändert angenommen worden war. Die von den deutschen Sozialdemokraten im Laufe der Verhandlungen eingcbrachten Anträge wurden sämtlich angenommen bziv. dem Landesansschuß oder der zuständigen Kommission zur Berichterstattung zugewiesen. Luzug fernhalten I Neber die Firma Rücket Ho hlglas- f a b r i k in S t e i n s ch ö n a u, ist infolge ernster Differenzen bei den Schleifern die Sperre verhängt worden. Arbeitsangebote sind abzuweisen. Sozialdemokraten für die arbeitslose Jugend I Wichtige Anträge in der mährischschlesischen Landesvertretung In der freitägigen Sitzung der mährischschlesischen Landesvertretung brachte Genosse Kammler u. a. den Antrag ein, daß bei den vom Land unterstützten öffenckichrn Arbeiten mindestens 15 Prozent Jugendliche im Alter von 18 bis 24 Jahren eingestellt werden müssen und daß das Land Arbeitsgemeinschaften jugendlicher Arbeiter errichten möge. Es ist damit zu rechnen, daß die Landesvertretung diesen Antrag annehmen wird, der für die arbeitslose Jugend des Landes Mähren-Schlesien von größter Wichtigkeit ist. * Das Land Böhmen und die arbeitslose Jugend. Der gemeinsame Antrag der beiden sozialdemokratischen Klubs in der böhmischen.Landesvertretung, durch welchen Arbeitsmöglichkeiten für die Jugend gesichert werden sollen, wurde— der Geschäftsordnung entsprechend— in der Freitagsitzung dem Landesausschuß und der sozialen Kommission zur Berichterstattung zugewiesen. Oer Selbstmord des Stevo Dult Prag. Amtlich wird zu dem Selbstmord des Stewo D u i c in Karlbad gemeldet, daß während der polizeilichen Untersuchung keine Umstände zutage getreten seien, die die Behauptung begründen würden, daß Duic irgendwie in Verbindung mit dem Marseiller Attentat gestanden sei. Aus den Aussagen der behandelnden Aerzte und Zeugen gehe hervor, daß sich Duic das Leben wegen einer schmerzhaften Krankheit nahm und daß er sich auf den Selbstmord schon längere Zeit vorbereitete. MauruS Bloch gestorben. Am Freitag starb in Prag der Vorstand des Preffedepartements des Ministerratspräsidiums M. Bloch im Alter von 73 Jahren. Bloch war zunächst beim„Budweiser Boten" und später bei der Prager„Politik" tätig, zwei deutsch geschriebenen Blättern, die jedoch ausschließlich tschechische Interessen zu wahren bestimmt waren. Er war einer der Hauptmitarbeiter Dr. Riegers. Erst mit 47 Jahren trat er in die Dienste des Pressedepartements des Wiener Ministerratspräsidiums als Referent für die böhmischen Angelegenheiten. Von ihm soll die Stilisierung der wichtigsten Regierungskundgebungen und der Manifeste des Kaisers stammen, ebenso die für die Kabinettskanzlei bestimmten Denkschriften der Regierungen über die politischen Verhältnisse in den böhmischen Ländern. Nach dem Umsturz ging er nach Prag, wo er im Pressedepartement des Ministerratspräsidiums Stellvertreter des Vorstandes und schließlich seit 1932 Vorstand selbst wurde. Er gab auch die Tschechoslowakische Korrespondenz heraus, die in unserem Blatt wiederholt zu .Krfster Krittk Anlaß gab. In seinem Privatleben war Bloch ein anspruchsloser, bescheidener Junggeselle, von dessen wohltätiger Hand viele zu berichten wissen.- Hehr Ordnung Im Lügen I Die dauernden Falschmeldungen der amtlichen österreichischen Propaganda Aus Oesterreich werden fast jeden Tag Entlassungen von politischen Gefangenen gemeldet, di- dann am nächsten Tag privat dementiert werden, bis am dritten die Regierung selbst zugibt, daß sie falsch waren und zum Ersatz neue Falschmeldungen ausgibt. Freitag wird gemeldet, daß Seih noch immer unter Polizeiaufsicht stehe, G l ö ck e l im Jn- quisitenspital, General Körner in der Untersuchungshaft des Landesgerichts und S e v e r in der psychiatrischen Klinik, ohne Polizeiaufsicht— wahrscheinlich, weil die frühere Polizeibehandlunz ausgereicht hat, den schwergeprüften alten Mann so zuzurichten, daß keine Fluchtgefahr besteht. Der Landesrat Helmer soll aus der Untersuchungshaft entlassen sein. Das wird vermutlich übermorgen dementiert werden. Der Herr Propagandakommissär Adam sollte sich an seinem Kollegen Goebbels ein Beispiel nehmen: wenn schon lügen, dann mit System,' die ewige Schlamperei bringt die herrlichsten Lügengewebe durcheinander! Vie letzten Ausländer- Privilegien fallen Tokio. Wie in maßgebenden Kreisen erklär.t wird, wird die japanische Regierung voraussichtlich anordnen, daß die Ausländer vom 1. Jänner 1935 ab keinerlei Vorrecht gegenüber den Japanern mehr genießen sollen, vor allem nicht in steuerlicher Hinsicht. Damit würden Privilegien für ungültig erklärt, die Japan vor etwa 70 Jahren den Engländern und Franzosen eingeräumt hat. Seite 4 Samstag, 20. Oktober 1934 «r. ST« dum Sind Küchen Vkeiss und? Weil nur in einer sauberen Küche wirklich gut gekocht werden kann.— Nach diesem Grundsatz sind auch die Ceres-Werke eingerichtet, strahlend hell und luftig. Peinlichste Sauberkeit— hier ist sie oberstes Gesetz. Darum ist Ceres, das leichtverdauliche Pflanzen ett, bei allen Hausfrauen so beliebt. ECHT MT NAMENSZUG DAS REINE PFLANZENFETT Tagcsncnlghdtcn Maffeurvettflug England—Melbourne London. Die Maschinen für den Wettflug London—Australien werden Samstag früh aus den Hangars gebracht und auf dem Flugplatz von MiIdenhall(etwa 100 Km. nordöstlich von London) zum Start bereitgestellt. Der Start des ersten Flugzeuges wurde auf 6 Uhr 30 festgesetzt. Nur schlechte Sicht und Nebel könnten den Start verhindern. Falls die schlechten Witterungsverhältnisse bis 10 Uhr andauern sollten, wird der Start auf Sonntag verschoben, da sämtliche Flugteilnehmer am ersten Flugtäg die Möglichkeit haben wollen, das Tageslicht so viel als möglich auszunützen. Die Teilnehmer des ersten Massenwettfluges England—Melbourne sind mit den letzten Vorbereitungen und Ueberprüfungen ihrer Maschinen voll beschäftigt. Eine der meistgetipten Maschinen, das von den Engländern Cathcart und Waller pilotierte Flugzeug„C o m e t", stellte sich am Donnerstag bei einem Startversuch auf den Kopf. Da der Motor selbst unbeschädigt blieb, glaubt man, daß die Maschine an dein für Samstag festgesetzten Start wird teilnehmen können. Bei der Verlosung über die Reihenfolge beim Start gewann das Ehepaar Molli- s o n den Vorzug des ersten Starts. Der junge australische Pilot Jack M e l r o s e, der jüngst einen neuen Rekord im Soloflug Australien—London aufstellte, wird mit seiner kleinen Maschine als letzter starten. Die Durchrechnung der Fahrtgeschwindigkeiten hat ergeben, dah selbst die langsamste Maschine Melbourne in einer Gesamtflugzeit von viereinhalb Tagen erreichen kann. Insgesamt werden 21 Flugzeuge starten, und zwar in der ersten Etappe vier Engländer, zwei Amerikaner, zwei Holländer und je ein Ire, Australier und Neuseeländer. Der zweiten Gruppe gehören fünf Engländer und je«in Amerikaner, Australier, Däne, Neuseeländer und ein Flieger aus Reu-Guinea an. 130 Banditen erschossen Peking. Nach Meldungen aus Kaschgar haben chinesische Regierungstruppen etwa 195 Kilometer von Kaschgar entfernt, eine Bande chinesischer A u f st ä n d i s ch e r entwaffnet, die in der letzten Zeit die Straße zwischen Kaschgar und Iarkand unsicher gemacht und u. a. die Expedition Sven Hedins überfallen hat. Bei dem Kampfe zwischen den Regierungstruppen und den Aufftändischen sind über 130 Banditen erschossen worden. Auch die Verluste der Regierungstruppen sollen bedeutend sein. Morde, die Göring ahndet Köln. Die Justizpresscstelle Köln teilt mit: Der durch rechtskräftiges Urteil des Schwurgerichtes in Köln vom 16. Oktober 1933 wegen Raubmordes zum Tode verurteilte Walter S ch u r e k ist am 19. Oktober 1934 in Köln hingerichtet worden. Der Verurteilte hatte am 17. Mai 1932 den Melker Wilhelm Wessel ermordet. Der preußische Ministerpräsident hat von seinem Gnadenrecht keinen Gebrauch gemacht, weil es sich um einen besonders gemeinen Raubmord handelt. Schurek, der mehrfach vorbestraft ist, hat seinen Bcrufskameraden, mit dem er sich gemeinsam auf Wanderschaft befand, im Schlaf ermordet, lediglich, um sich dessen geringe Habseligkeiten änzueignen. »rennendes Schiff— drei rage nnterwegs London. Volle drei Tage war der italienische Dampfer„Leopardi" mit einem in einer Abteilung seines Frachtenraumes wütendem Brande unterwegs. Der Brand wurde entdeckt, als sich der Dampfer der Bucht von Biscaja näherte. Der Kapitän Sperber ordnete an, daß das brennende Schiff hermetisch geschlossen und mit Dampf gefüllt wurde, wodurch das Feuer in schwelendem Z u st a n d e erhalten wurde. Sperber sandte dann nach London eine drahtlose Depesche, worin er ersuchte, die. Hafenfeuerwehr möge für den Zeitpunkt in Bereitschaft sein, da der Dampfer in Bermondsey anlegen wird, was Donnerstag zeit lich früh der Fall war. Die Feuerwehr war mit ihrem Löschdampfer sofort zur Stelle und es gelang ihr nach vierstündiger Arbeit, des Feuers Herr zu werden. Hydroavion-Mekord Rom. Der italienische Flieger Marion Stoppani, der Donnerstag in Monfalcone zu einem Fluge gestartet ist, um den Hydroavionrekord im Nonstopfluge zu schlagen, ist Freitag um 10 Uhr 20 Minuten in Eritrea gelandet. Er legte ohne Zwischenlandung die Strecke von 2900 Meilen zurück und schlug damit um fast 500 Meilen den Rekord, den heuer im Jänner sechs Hydroa- vione der amerikanischen Marine bei dem.Fluge San Francisco—Hawai(2413 Meilen) aufstellten. Du sollst nicht töte«! In den zehn Geboten steht's, aber gerade die betont Christkatholischen scheren sich darum den Teufel. Was Spanien anlangt, so ist cs nicht nur in erster Linie den Klerikalen zu danken, daß dort sozusagen ad hoc die von der sozialistische» Republik abgeschaffte Todesstrafe für ein volles Jahr wiedereingeführt wurde, sondern fie, die drei Minister aus den Reihen der„Katholischen Volksaktion" haben sogar die neue Regierung in Schwierigkeiten gebracht, weil fiss nicht vorweg der christkatholischen Meinung war, daß alle blutigen Kriegsgerichtsurteile vollstreckt werde» müßten. Zamorra und Lerroux, zwei Männern, denen man wahrhaftig kein Uebermaß an Humanität und noch weniger milde Gesinnung für die zum Tode verurteiften spanischen Revolutionäre vorwerfen könnte, waren, wie die bürgerliche Presse meldete, „bestürzt" über die große Zahl der allein in Asturien zu Vollstreckenden Todesurteile und rieten zur Gnade. Aber die drei spanischen Minister jener Gesinnung, die man hierzulande christlichsozial nennt, erklärten, daß die Todesstrafe in jedem einzelnen Falle vollstreckt werden müsse. Das muß man sich merken. Den Namen von Kanonen» und Kartätschen-Christen haben sich diese Erzkatholiken schon anderswo verdient; nun wollen sie also auch noch den Namen von G algenchristen tragen. Sollen ihn tragen, um stets daran zu erinnern, wie weit sich diese Repräsentanten des Christentums schon von all dem entfernt haben, was wahrhaftig christlich ist. Und dabei kann und soll natürlich nicht die Rede davon sein, daß man durch solche Feststellungen vielleicht versuchen wollle oder könnte, diese politischen Vertreter christlicher oder gar christlichsozialer Weftanschauung eines Besseren zu belehren. Nein, fie, die das Bibelwort mißachten, obzwar sie doch zuerst berufen wären, es zu vollstrecken, vollstrecken im Namen welt- lichen und ewigen Rechts Todesurteile, bestehen auf ihrem Schein entgegen menschlicherer An wandlungen oder Anschauungen nichtpatentierter Christen. Menschlichkeit? Ein Wort und ein Begriff, den diese Oberchristen längst aus ihren Geboten gestrichen haben. Sie geben damst ein furchtbares Beispiel einer Well, die der bösen Beispiele ohnehin voll ist; sie stellen sich'auch damit nicht nur an die Selle, sondern mit an die Spitze der blutigsten Reaktion. Kein freiheitlich Gesinnter wird das je vergessen! Japanische Eier-Leser. Aus Tokio wird gemeldet: Dieser Tage verließen an Bord eines Ozeandampfers fünf japanische Eier-Fachleute den Hafen von Kobe, um nach Europa zu reisen. Diese Fachleute sind nämlich imstande, während eines Tages bei 10.000 ihnen vorgelegten Eiern das Geschlecht des Huhnes im Voraus festzustellen. Diese fachmännischen Eigenschaften werden überaus hoch gewertet und diese japanischen Fachleute sollen in Europa pro Person einen Monatsgehalt von rund 6000 Den beziehen. Zwei der Eierfachleute reisen nach Frankreich, drei nach Großbritannien. Andere japanische Eierfachleute reisen dieser Tage nach Kanada und nach Australien. Alibi für Hauptmann? In der Verhandlung gegen Hauptmann hat ein Richter der Appellationsabteilung des New Dorker Obersten Gerichtshofes dem Verteidiger Hauptmann, Fawcett, mitgeteilt, er könne am Freitag vorher den Antrag auf Zulassung neuen Beweismaterials stellen. Es handelt sich dabei um die Aussagen von zwei Zeugen, die bekunden sollen, daß Hauptmann am 1. März 1932 in New Dork gearbeitet hat, daß er also am Tage der Entführung des Lindbergh- Babys überhaupt nicht in New Uersey gewesen sei. Ein Erdstoß, der mit einem großen Unwetter verbunden war, richtete in Kalifornien großen Schaden an. Wolkenbrüche, Hagelstürme und Schneestürme gingen nieder. AchtPerso- n e n wurden bei mehreren Kraftwagenunfällen, die sich während des Unwetters ereigneten, g e- tötet und viele verletzt. Teile von Long Beach wurden überflutet. Etwa 200 Wohnhäuser find beschädigt. Räuber im Rathaus. Mer Banditen, die mit leichten Maschinengewehren bewaffnet waren, überfielen am Donnerstag das Rathaus von Havanna und plünderten die stählernen Geldschränke aus. Ihr« Beute soll 100.000 Dollar betragen. Die Verbrecher entkamen in einem Automobil. Arbeitstagungen des HerbergSverbandeS. Der Verband für deutsche Jugendherbergen hielt mit seinen Untergliederungen in Böhmen am Sonntag, den 7. Oktober, in Aussig und mst denen aus Mähren und Schlesien am Sonntag, den 14. Oktober, in Olmütz Beratungen ab, die sich hauptsächlich mit den Fragen regerer Werbetätigkeit im Jahre 1935 befaßten. Da die touristische Eisenbahnbegünstigung, die für die Mitglieder des Herbergsverbandes im Sornmer dieses Jahres vom Eisenbahnministerium bewilligt wurde, einen starken Werbeanreiz für die erwachsenen Mitglieder bietet, sich andererseits aber gerade ein großer Rückgang an Jugendlichen-Aus- weisen in den letzten Jahren fühlbar machte, so soll diese Werbung vornehmlich unter den Jugendlichen erfolgen. Namentlich wird es nötig sein, die Schul- jugend, die ins Leben tritt, zu erfassen, wobei an die behördlich bewilligt« und empfohlene Mithilfe der Schulen gedacht wurde. Auch soll die Einführung von Gutscheinen zur verbilligten Nächtignng den Herbergsbesuch im allgemeine» haben. Unbeständiges Wetter. Das Zurückweichen der kühleren Lust gegen Oste» wird in unseren Gegenden von einer neuerlichen Wetterverschlechterung begleitet. Während in den mittleren Teilen des Staates Samstag nachmittags stellenweise nur 5 Grad verzeichnet wurden, meldeten die westeuropäischen Stationen gleichzeitig 13 bis 16 Grad Celsius. Eine stärkere nächtliche Abkühlung kann nur noch im äußersten Osten des Staates erwartet werden; sonst dürfte die Erwärmung Fortschritte machen. Der gesamte Wettercharakter wird dabei voraussichtlich bei Westwind und unbedeutender Bewölkung unbeständig bleiben. — Wahrscheinliches Wetter von heute: Vorwiegend bis wechselnd bewölft, nur vereinzelt ge- I ringere Niederschläge, besonders nachts wärmer. Westwind.— Wetteraussichten für Sonntag: Keine größere Aenderung. Grauenhaftes Brandunglück In Nordböhmen Bei dem Versuch die Mutter zu retten, mit dieser verbrannt In Thomasdorf bei Nixdorf brach Freitag früh gegen vier Uhr im Anwesen deS Häuslers Adolf Seidel ein Brand aus, der sehr schnell ans das ganze Gebäude übergrifl und den Bewohnern des Hauses kaum Zeit ließ, den Flammen zu entkommen. Es gelang indes allen Personen das Haus rechtzeitig zu verlassen, nur die achtzigjährige Mutter der Frau Seidel, welche in einer Kammer, unter der sich der Stall befand, schlief, vermochte sich nicht in Sicherheit zu bringen. Als die fünfundvierzig Jahre alte Frau Seidel feststellte, daß ihre Mutter noch im Hause sei, unternahm sie den tollkühnen Versuch, die alte Frau zu retten. Sie drang in das brennende Hans ein, konnte aber infolge der Rauchschwaden und der auf sie eindringenden Flammen, nur bis zur Tür der Kammer, dort brach die heldenhafte Frau zusammen und fand in der Nähe der Mntter gleichfalls den Tod. Das WohnhauS und die daneben befindliche neuerbaute Scheuer brannten bis auf die Grundmauern nieder. Bon der Fahrhabe konnte nur wenig gerettet werden. Richt genug damit, erfaßten die Flammen auch das Nachbargebäudr, die Thomasschcnke und auch dieses Objekt wurde von den Flamme» vernichtet. Ziehung der Masienlotterie (Unverbindlich.) Prag, Bei der Freitag-Ziehung der 5. Klosse der 31. tschechoslowakischen Klaffenlotterie wurden nachfolgende Gewinne gezogen. 60.000 XL: 84115. 20.000 AL: 93406, 10.000 AL: 35768 49882 75685 58070. 5000 Kc: 30580 79283 72669 32 39411 73000 48298 45222 48314 40735 42249 68867 33953 76624 54646 78060 31660 54712 19312 100436 98212. 2000 AL: 46922 96023 62916 7684 105335 14283 83351 75340 20123 88551 103951 45396 37137 92554 47716 69888 609 103788 1659 31937 73029 66023 104879 64609 23768 89908 94927 90985 95307 22574 96683 14011 73790 43183 38892 19186 9622 20779 80160 71524 15100 5649 42029 26300 44906 78602 66847 33847 64891 38070 23845 66389 10594 82038 7829 53923 49889 79461 34609 104310 26598 46417 26199 17032 80133 107878 81755 100802 68341 39964 4962 63369 48825 6418 43517 24511 72944 31219 63242. 1200 Ki: 46531 90082 105014 25339 77084 71650 22722 41668 61333 69469 17881 35310 85674 5049 38427 22761 22746 103618 76085 4804 23999 77563 83825 27600 54718 18129 33990 39134 90108 38170 77996 48428 98350 101662 96944 7392 55839 23896 28333 62568 99891 11012 48382 72891 43434 1938 55436 21656 89291 28512 85235 71771 68820 35573 65420 9237 39076 100298 53998 88420 2795 57975 104103 10272 76377 39110 326 87970 94568 52167 40432 33686 86460 92412 88265 15959 28270 511 28331 75935 28409 67962 73209 79864 3928 34436 74153 63003 64529 21266 40074 38234 72078 76936 67918 84495 16929 21345 98479 33347 40263 265 62677 65620 49791 19307 15987 106468 86511 100163 51227 92526 87227 77688 77915 27173 20655 13021 72066 51727 87602 12235 154 16434 42939 53694 606 97139 14529 94984 81780 44580 26963 61361 48721 5967 18402 16266 16597 3337 9040 93858. Generaloberst Klack gestorben. 20 Jahre nach der großen Marne-Schlacht ist in Berlin einer der wichtigsten Akteure in diesem weltgeschichtlichen Drama gestorben, der Generaloberst a. D. Alexander von Kluck, im Jahre 1914 Kommandant der deutschen I. Armee. Kluck war Westfale und bürgerlicher Abstammung. Er hatte die Feldzüge von 1866 und 1870 mitgemacht. 1914 führte er das Kommando über die wichfigste deutsche Armee, dir auf dem äußersten rechten Flügel gegen Paris marschierte. Sein Stabschef war Oberst Kuhl. Kluck schlug bei M o n s die Engländer, und führte seine Armee in Gewaltmärschen auf Paris, bis er den Befehl erhielt, an Paris links vorbeizumarschieren. Während dieses Manövers wurde er von der französischen 6. Armee(General Maunoury) in der Flanke angegriffen, eS gelang ihm aber, seine Armee so umzugruppieren, daß er an der entscheidenden Stelle das Uebergewicht erhielt und die Franzose» am O u r q u schlug. In diesem Augenblick traf ihn der Rückzugsbefehl des Oberstleutnants H« n t s ch. General G r o e n e r hat in seinen kriegsgeschichtlichen Schriften Kluck zum Vorwurf gemacht, daß er am 10. September 1914 nicht den Gehorsam verweigert und auf eigene Faust den Angriff fortgesetzt habe. Groener behauptet, daß die Schlacht an der Marne dann mit einem Siege der Deutschen geendet hätte, Obwohl Kluck 1915 durch einen Granatsplitter nicht unerheblich verwundet worden war, erreichte er das biblische Alter von 88 Jahren, ein neuer Beweis dafür, daß es kaum einen gesünderen Beruf gibt als den eines Generals. Ihnen allen bekommen die Kriege anscheinend wie Badekuren. Verschollener Dampfer. Der schwedische Dampfer„Gunhild" aus Gothenburg ist fest einigen Tagen verschollen. Er hat am 14. Oktober Gothenburg mit Bremen als Bestimmungsort verlassen. Am 16. Oktober wurde der Dampfer von Horns Riff an der jütländischen Westküste aus gesichtet. Seitdem wurde nichts mehr von ihm gesehen. Der deutsche Dampfer„Electra", der Gothenburg einen Tag später als die„Gunhild" verließ, ist schon am 16. Oktober in Bremen eingetroffen. Man bringt daher Leichenfunde am Strande von Nordeney mst dem vermißten Dampfer„Gunhild" in Zusammenhang. Der Dampfer hatte eine Besatzung von 14 Mann imd war 671 Bruttotonnen groß. Mißliebige Schatzgräber. Zwei Motorschiffe mst Polizeibeamten aus C o st a r i c a, die am Samstag Puntaarenas verlassen haben, sind jetzt bei der Kokosinsel angekommen. Sie haben den Auftrag, 19 E n g l ä n d e r, die nach einem Seeräuberschatz suchen, von der Insel zu entfernen, da Co- starica die Oberhoheit über die Insel beansprucht. Bernsteiufunde. In Wyk auf Föhr machte ein Einwohner im Wattenmeer vor der Hallig Langeneß Bernsteinfunde. Es handelt sich zum Teil um recht große Stücke. Vom Rundfunk Empfehlenswertes aus den Programme« Sonntag: Prag, Sender L.: 6.45: Gymnastik, 8.50: Konzert für zwei Klaviere, 11: Konzert des Ondriöek- quartettes, 14.15: Soziale Informationen, 17.55: Deutsche Sendung: Orchesterkonzert: Mahler: Kindertotenlieder, 19.20: Konzert des Zitherquartetts, 20: Symphonisches Konzert der tschechischen Philharmonie. Sender S.: 14.30: Deutsche Sendung: Landwirtschaft, 14.45: Arbeitersendung: Dr. L. Spitzer: Neue Reportagen. 15: AusgewähÜe Lieder von Schubert.— Brünn 10: Klavierkonzert, 19.05: Zum Volkslied gewordene Lieder, 19.30: Aktuelles aus dem Sportleben.— Mähttsch-Oftrau 16: Orchesterkonzert.— Preßburg 19.20: Jazzmusik. Nr. 2« Samstag, 20. Oktober 1834 Geile 5 Vie kßedel teilen sich zu Lampen Als niedrigung sind. den können. Das. einzig wirksame Mittel zur Widerlegung solcher Anklagen wäre es, wenn man die Gefangenen vor Gericht bringen oder aber frcilassen würde. Hitler'hat als seine Absicht verkündet, die Moral des deutschen Volkes zu heben, und dieses Ziel mutz allgemeine Anerkennung finden. Aber keine Nation kann erhoben werden durch Methoden, die für die Menschheit eine Er- giftungen führen. Ihre vermeintliche Liebes- Wirkung besteht in einer gleichfalls höchst schädlichen Reizung der Harnblase und deren Rückwir- kung auf die benachbarten inneren Geschlechtsteile. Die Witwe atz ahnungslos von der angebotenen Schokolade und die Folge waren schwere BerStznngen des Gaumens, der Dpeise» röhre und der Bcrdauungsorgane. Sie geriet keineswegs in Liebesglut, sondern flüchtete in tödlicher Angst ins Krankenhaus, wo man eine schwere Vergiftung feststellte die Kranke in Behandlung nahm und die Polizei alarmierte, die den gewissenlosen Liebenden in Hast nahm. Er zeigte sich ehrlich bestürzt und reuig über den unglücklichen Verlauf seiner„Werbung". Er gestand auch, das Cantharidenpulver(dessen Verkauf verboten ist!) bei der Firma„Hydiko" erworben zu haben, eben jener treuesten Inserentin der„reinnationalen" Stiibrnypresse, deren widerliche Reklame den Zensor zahllosemale zum Einschreiten veranlaßt hat. Der Chef dieser famosen Firma, Herr Tref- n h, wurde am Freitag nur als Zeuge einvernommen. Er.erklärte, 100 Gramm des verbotenen Präparates von der Firma Weitz und Sojka bezogen zu haben, im übrigen aber spielte er die gekränkte Unschuld. Dieser Herr Trefny, den wir nicht zum erstenmal bei Gericht sehen, wird bei der nächsten Verhandlung als Mitangeklagter auf der Anklagebank Platz nehmen. Der Prozeß wurde zur Ergänzung des Beweismaterials v e r• tagt. Sicherheitsorgane und Gerichtsbehörden haben in diesem Fall mit begrützenwerter Schnelligkeit gearbeitet, denn der Vorfall lieg* erst kaum eine Woche zurück. rb. mehr Osram Wissenschöffich?Worschungsarbei»5t>ndttect>r>ische i ffortsc)ir;tfe’t'irt',£der!IGlühlampenT>erstellung hoben es■‘ermöglich!,' die'lichtousbeute der-Osram-lampen für allgemeine Beleuchtungszwecke erheblich zu'steigern,©ie neue>«Osrom-l»I-lampentgeben sie’naclxIType bis 30*/»nnehr Licht für»ein Watt gegenüber unvollkommenen, minderwertigen^ lampen.» Koufen Sie, darum immer die stromsparenden Osrpm-^ lampen, dannfKcben Sie-gutes uod billiges CcTit. XEbJpnMr Osram-Q|-Lampen überlangen l Also die„Times", das große Blatt der englischen Konservativen, die als mäßig, allzu mäßig nn Urteil bekannt sind! Natürlich wurde diese Nummer der„Times" in Deutschland konfisziert. Aber es braucht kein Wunder zu geschehen, um die Wahrheit, die schließlich aus Deutschland hin- ansdringti wieder nach Deutschland zurückzubringen. Die Menschen im Reich dürfen die Wahrheit nickt sagen, nicht schreiben, nicht lesen; sie dürfen sie„bloß" erlebenl Aber das wird Die„Times" schrieben am 12. Oktober u. a.: „Die Nachrichten, die uns erreichen, über das Schicksal einiger gefangen gehaltener Sozialisten und Kommunisten, müssen ernste Zweifel Hervorrufen, ob Deutschland noch zu den Ländern gerechnet werden kann, deren Methoden als zivilisiert zu bezeichnen stnd. Was ist der gegenwärtige Zusiand von Heil-, mann? Was ist mit Carl von Ossietzky ge- schehen? Warum ist das Versprechen, Dr. Neu- bauer freizulassen, nicht gehalten worden? Keine Anklage ist erhoben worden gegen Thäl mann, dem Kommunistcnführer, und sein Kol lege T o r g l e r wurde schon vor langer Zeit von der erdichteten Beschuldigung, den Reichstag in Brand gesetzt zu haben, freigesprochen. Furchtbare Gerüchte erreichen London, für deren Wahrheit alle Umstände sprechen, daß man politische Gegner nicht freiläßt, es sei denn in einem Zustand, der Gewähr dafür bietet, daß als das Stärkste schließlich einmal doch die stärkste sie dem Nazi-Regiment nicht mehr gefährlich wer-1 Wirkung haben. Eine unkonfiskable Wirkung! Parteigenossin! Parteigenoffe! Bist Du schon Mitglied der Kindeefreunder wenn nicht, dann tritt bei. rr9reuN»f«aftr Zur Förderung von Arbeitslosen- Siedlungen Die Deutsche Hauptstelle für Wohnungsund Siedlungswesen(Prag IV., Na valech 288) hat in ihrer letzten Hauptausschußsitzung beschlossen, im Zusammenhang mit der von der Stadt Eger bereits in Angriff genommenen Erwerbslosensiedlung zlvei Siedlerstellen zu errichten. Die eine davon wird ein Kernhaus(1. Bauabschnitt), die andere ein ausgebautcs Siedlcrhaus erhalten. Die Ausführung wird mit Selbsthilfe der Anwärter erfolgen. Die dadurch zu erzielende besondere Herabsetzung der Baulost«! soll als Grundlage für die Kostenberechnung weiterer derartiger Siedlungen dienen. Zugleich soll durch die zwei Siedlungsanwesen ein Ausstellungsobjekt für die von der Hanptstelle geplante Fachtagung in Eger geschaffen werden. »rar die Menschheit eine Erniedrigung Die„Times“ Ober Hitlerdcntsdiland Spanische Fliege« i« Schokolade! Eine gewissenlose»Werbung" Prag. Vor dem Bezirksgericht(B.--R. Dr. i lung eines äußerst scharf wirkenden Zugpflasters. S o u c e k) war am Freitag der 45jährige Anton Innerlich angewendct, können sie' zu schweren Ber- Svoboda angeklagt der Uebertretung der fahr lässigen schweren Körperbeschädi gung nach 8 835 StG. Der Sachverhalt ist un gewöhnlich genug. Anton Svoboda stand in rein geschäftlicher Verbindung mit einer 41jährig«n Witwe aus Z i z t o v. Er begauu sich aber für die Witwe auch anderweitig zu interessieren und da er keine Ermunterung fand, beschloß er, auf ge eignete Weife nachzuhelfen. In der Volksphantasie spielen die durch zahl- j reiche Märchen und Sagen überlieferten Berichte !von Liebestränken bekanntlich eine beträcht- ' liche Rolle. Und auf der andern Seite pries bis vor kurzem eine hiesige Firma in ihren Inseraten (vor allem in der„intregal-nationalen S t r i- brnhpress e) unter anderen schönen Dingen auch >„Liebesbonbons" an. Vielleicht mögen dies« ' Tatsachen dem angeklagten Svoboda zum Milde rungsgrund gereichen, insofern, als er sich der Tragweite seines Beginnens nicht bewußt war. Svoboda gedachte sich nämlich die Liebe der küh len Witwe, die seine Annäherungsversuche einfach nicht zur Kenntnis nahm, auf folgende Art zuzu weichen. Er beschaffte sich eine Dosis CantHa ri d e n(gepulverte„spanische Fliegen"), kaufte eine Tafel Schokolade und höhlte dies« an einigen Stel len aus. In die Höhlungen stopfte er dann das Cantharidenpulver, verklebte die Oeffmmg und präsentierte die Liebesgabe seiner Auserkorenen. Er glaubte, auf diese Art bei ihr feurigste Liebes glut erwecken zu können. Denn die„spanischen Fliegen" gelten seit altersher als Aphrodisia kum, d. h. als Mittel zur Erregung geschlechtlicher Begierde. Es ist ein gefährliches und höchst gesiind- heitSschädliches Mittel, dessen fteier Verkauf aus guten Gründen verboten ist. Die alte Medizin be diente sich der Canthariden vor allem zur Herstel- Es ist nicht leicht, sich in dem Gewirr von echteni die Ermordung der bulgarischen Politiker Dymow und falschen Namen, Vermutungen, polizeilichen Irr- und Tomalewski. Die Fingerabdrücke Kelemens tümern und Halbwegs erweisbaren Daten auszuken- stimmen mit denen Tschernozemsti-Georgijews über- nen, die bisher über die Attentäter bekanntgegeben' wurden. Wir wollen versuchen, die Erhebungen und Ergebniffe der ersten acht Tage einigermaßen syste- matisch zu ordnen. ’ Unmittelbar nach dem Attentate hatte man zwar die Leiche des Attentäters, aber mchr wußte man von ihm nicht. Er trog einen Paß auf Peter Kelemen, geboren 1899 in Agram, bei sich Die ser Patz erwies sich wie alle anderen, die den nach und nach verhafteten Verschtvorenen abgenommen wurden, als Fälschung. Es waren durchwegs tschechoslowakische Pässe, aber keiner von ihnen war wirklich von einer tschechoslowakischen Behörde ausgestellt. Der Patz Kelemens war unter derselben Nr. gefälscht worden, den der echte Paß einer in Budapest lebenden Tschechoslowakin, Jana Majerska, trägt, die jedoch mit dem Attentat . nichts zu tun hat. : Die nächsten Feststellungen waren: Der Attentäter trug die Tätowierung der JMRO, einer Mazedonischen Geheimorganisation am Arm. Als Mittäter kommt ein gewisser Silvester Chalnh in Frage, ferner ein Mann, der sich Egon Kramer oder Kraemer nannte und ein Vla- dislav Benes. Einige Blätter nennen die kroatische Organi sation U st a s a als Urheberin des Attentats. Sie hat Ausbildungslager in Ungarn, Oesterreich und in sA einem dritten Staat, genannt werden kann. Am 11. Oktober iungen vorgenommen. 1903 in Zara, und Jaroslav N o v a k, geboren 1901 in Görz, werden unter dem Verdacht der Mittäter schaft verhaftet. Es besteht sofort auch der Verdacht, daß die tschechoflowaftschen Pässe, die sie bei sich haben, falsch und die angegebenen Namen unrichtig stnd. Benes soll in Wahrheit RajiL heißen. Zu gleicher Zeit wird bei Fontainebleau Silve ster Chalny(oder Chvalnh oder Malnh) verhaf tet, dem es jedoch gelingt, den Gendarmen wieder zu entfliehen. Aus seinem Paß geht hervor, daß er am 28. September nach Frankreich eingereist ist, und zwar über die schweizerische Grenzstation Vallorbes. Am folgenden Tag gelingt es, die Namen der beiden Verhafteten richttgzustellen. Sie heißen: R a j i c, der sich Benes nannte, Zvonimir Pospisil, der sich Novak nannte.- f Beide find Kroaten, beide gehörten der Ustasa an, beide wurden in dem ungarischen Lager Janka Puszta im Waffengebrauch unterwiesen. Pospisil ist geständig, an der Ermordung des Agramer Redak teurs Toni Schlegel von der Zeitung Novostt beteiligt gewesen zu sein. In längeren Verhören wird von Pospisil und Rajiä ein Geständnis erzielt, aus dem einwandfrei hervorgeht, daß sie in Janka Puszta von ungatischen Instruktoren ausgebildet wurden und über Mün chen—Zürich nach Frankreich reisten. Sie nennen als den Vertrauensmann ihrer Verschwörerorganisation einen gewissen Szabo. In Lausanne hätten sie außerdem den Emissär Stauöev getroffen. Dieser habe ihnen ihre ordentlichen ungarischen Pässe ab genommen und ihnen die falschen tschechoflowakischen ausgefolgt, lieber Evian les Bains seien sie nach Frankreich gelangt. Sie hätten in Paris und Fon- ünneblean als Reserve gewartet. Am 15. Oktober gelingt es, Sylvester Malnh zu verhaften. Er gesteht am zweiten Tag, Mio Kralj zu heißen und an dem Plan beteiligt ge wesen zu sein. Er wollte den König ermorden, falls Keleman nicht zur Tat kam. Als der Führer der Ver schwörung gilt Kraemer, der rechtens K w ä t e r- n i k heißen soll. Am 15. Oktober wird aber auch ausgeforscht, daß der Attentäter Bla da Georgijew, ein Mazedonier, der gewesene Chauffeur des Terroristen Michailow gewesen sei. Die bulgarischen Behörden kennen ihn unter dem.Namen Tschernozemski- Er soll 30 Morde auf dem Gewissen haben, darunter Italien und Malta Wutausbrüche des faszistischen Nationalismus gegen England Auf Malta erging die Verordnung, daß neben der englischen Sprache auch der maltesische Dialekt, nicht aber das Italienische, als Gerichtssprache gelten solle. Diese Verordnung löste in Italien die schärfsten Angriffe gegen das britische Kolonialamt, den Gouverneur von Malta und die Politik Englands überhaupt aus. Der„Popolo d'Jtalia", das Blatt Mussolinis, schrieb von einer„Beleidigung des Ualienischen Geistes und Gerechtigkeitsgefühles, sowie der italienischen Ueberlieferungen, ja einer Beleidigung der Würde Englands selstst". Die englische Verfügung sei ein schwerer und ungerechter Schlag,«eine unglaubliche Brutalität ohne jedwede Rechtfertigung weder politisch noch moralisch, eine llnlvürdigkeit, deren Verantwortlichkeit man dem englischen Volke überlassen muß". Aehnlich lauten die Beurteilungen in der übrigen fascistischen Presse. Der„Mesjagero" spricht von einem„Anschlag auf das geistige Erbgut Maltas" und fügt hinzu:„Man darf ohne unnötige Rücksichtnahme offen aussprechen, daß die Londoner Regierung nicht nur gegen die moralischen Gesetze handelt, die jede Kulturnation zu achten hat, sondern auch gegen die Anstandspflichten verstößt, gegen die Rücksicht und Freundschaft zu Italien."— In der„Tribuna" bezeichnet Senator Davanzati, Mitglied des fascistischen Großen Rates, das englische Verhalten als ein „absurdes, beklagenswertes Vorgehen" und einen „monströsen Fehler der Engländer".— Der „Piccolo" gebraucht die Ausdrücke:«kulturlos" und„wahrhaft barbarisch". Diese Aeußerungen der italienischen Presse sind äußerst kennzeichnend für die maßlose Haltung Italiens, wenn man dort glaubt, im Auslande Angriffe auf die„I t a l i a n i t ä t", italienisches Volkstum und italienische Kultur feststellen zu müssen. Der„Daily Telegraph" erwidert, daß Italien bei seinen Anklagen ganz zu übersehen scheine, daß alles, was es vorbringe, sich vor allem gegen Italien selb st wendet, daß offenbar vollkommen vergißt, wie es in den von Oesterreich abgetrennten Gebieten Deutsche und Slawen entrechtet. Die Italiener vergäßen, daß„in Italien die Angehörigen fremder Nationalität vor den Gerichten ausschließlich italienisch prozessieren müssen und daß Deutsche und Slawen in den vormals österreichischen Gebieten unter italienischer Herrschaft nicht nur vor Gericht einem solchen unnatürlichen Zwang unter, liegen, ja sie werden daran verhindert, selbst auf die Grabsteine ihrer Toten deren Namen in ihrer Muttersprache zu setzen.. ein. Am 18. Oftober werden in Turin die wahrscheinlichen Führer der Verschwörung Pavelic und Kwaternik verhaftet, die allerdings leugnen, beteiligt zu sein. Man glaubt also folgender Verschwörer habhaft sein: Paveliö Kwaternik(Kraemer) Rajiö(Benes) Pospisil(Novak) Mio Ä r a I j(Malny— Chvalny) i Mörder glaubt man erkannt zu haben: Tschernozemski-Georgijew(Kelemen— Sui) Rian weiß ferner, daß die BerschkBrer teils der kroattschcn Organisatimr Ustasa, teils mazedonischen Komitadschi-Kreisen entstammen, daß sie von einer Zentrale, die in Budapest und Wien sitzt, gelenkt wurden, daß ihre Ausbildung in Janka Puszta erfolgte, daß sie über München und Zürich nach Frankreich gelangten. Vier der Verschwörer sind noch in Freiheit. Es sind dies P e r c e c, der engste Freund PaveliLs, M i o B z i k, der Unterführer der ..,... Organisation„Utascha", der den Terroristen die der aus Zensurgrunden mcht; fflWn tschechoflowakischen Pässe eingehändigt j hatte, und das vermeintliche Ehepaar V o n- werden zlvei wichttge Verhaf-! d r ä L e k. Ladislav Benes, geboren Seite 6 „Sozialdemokrat" Samstag, 20. Oktober 1834. Nr. 246 PRAOTB ZEITBMG Die Arbeitslosigkeit in Prag Dem Stadtrat wurde folgender Bericht über die Arbeitslosigkeit in Groß-Prag vorgelegt: Am 8. Oktober wurden insgesamt 11.267 Personen unterstützt, was gegenüber dem 17. September einen Zuwachs Won 827 bedeutet. Außerdem waren"im Arbeitslager 530 junge Arbeitslose untergebracht. Infolge des Ein- rückungstermins ist der Stand der Belegschaft gesunken, Neuaufnahmen konnten aber noch nicht vorgeyümMen werden, da die Räume auf dem Stadion adaptiert werden. In der nächsten Zeit sollen 600 weitere Arbeitslose in die Lager ausgenommen werden. Der Stadtrat hatte erwartet, daß die Arbeitslosigkeit Heuer geringer sein werde und daß die Arbeitskolonnen nicht schon im Oktober aufgestellt lverden müssen. Diese Erwartung wurde enttäuscht. Die Arbeitskolonnen sollen am 29. Oktober ihre Arbeit beginnen. Die Verköstigung der Kinder begann am 1. Oktober. Diese Aktion umfaßt 9453 Kinder von Arbeitslosen und Kinder in den Kindergärten, außerdem mehr als 5000 Kinder aus armen Familien. Soweit es sich um Kinder Arbeitsloser handelt, umfaßt die Fürsorge die Kinder aller vom Staate oder von der Gemeinde unterstützter Arbeitsloser. Für die Bekleidung der Kinder wurden im Oktober 700.000 Kronen aufgewendet. Vorträge &einric$ oitann wurde, ehe er seinen Vortrag im großen Saale der städtischen Bibliothek beginnen konnte, von Walter Tschuppik in einer längeren Rede begrüßt, einer Rede die in Heinrich Mann das kommende, das Deutschland von morgen feierte. Etwas sonderbar mutete der Ausklang dieser Ansprache an, die Aufforderung, Heinrich Mann durch eine langandauernde Ovation zu begrüßen. Das hatte der überfüllte Saal nämlich schon getan, als Heinrich Mann erschienen war.— Der Dichter, sympathisch wirkend durch sein schlichtes Wesen, durch seinen ruhigen Ernst, hielt zuerst einen Vortrag über „VolkohneFreiheit". Zur Nation wird ein Volk, das erfüllt ist von innerer Bereitschaft zur Freiheit. Das deutsche Volk hat die Freiheit verloren, so verliert es sich als Nation. Denn es hat die innere Bereitschaft verloren, frei zu sein und dadurch erst Nation zu sein.— Der Dichter, der die ökonomischen Probleme kaum berührte, zeichnet« ein erschütterndes Bild des heutigen Deutschland. Ein Drittel hat sich die beiden anderen Drittel des Volkes gewaltsam unterworfen. Wie ungeistig der Kampf um die Gleichschaltung, wie widersinnig der Kampf gegen den Marxismus!„Das Proletariat ist marxistisch, wie es Proletariat ist, das versteht sich von selbst, und kein Schwindel kann diese Selbstverständlichkeit beseitigen."— Aber dieses Deutschland von heute ist auch unglücklich. Es fühlt sich verfolgt, in die Enge getrieben, nachdem es sich selber in Gegensatz zu ganz Europa gebracht hat.— Das Ziel des Nationalsozialismus auf geistigem Gebiet: Die Auflösung des Denkenden in einer Menge, die nicht mehr denkt. Die Einzwängung jedes Deutschen in ein„Lager": Arbeitslager, AusbÜdungslager. 2lb- götterei und Furcht herrschen, sind das- Seelenleben der Unfreie». Darauf kommt es an, den Deutschen ihre Lage fühlbar zu machen, deren sie sich in: geheimsten Grunde ihrer Herzen doch bewußt sind.— Starker, aus den Herzen kommende Zustimmung dankt dem Dichter, der nach kurzer Pause zwei Kapitel aus einem Roman, an dem er jetzt arbeitet, liest-— die dichterische Gestaltung der Bartholomäusnacht. Wir sind, wie Mann einleitend bemerkt, Zeitgenossen der Bartholomäusnacht geworden. So wird historisches Geschehen zu zeitnahem.— Auch für die schöne Probe seines Schaffens dankten begeisterte Zuhörer dem Dichter. Wir wünschen, ihn bald wieder zu sehen und zu hören, und hoffen, daß er bei seinem nächsten Besuche in Prag kommen kann als einer der geistigen Führer eines sich selber wieder gefundenen Volkes, aus einem befreiten Deutschland.—fb— Kunst und Wissen Prüfungen der Bühnenanwärter. Der Verband deutscher Bühnenleiter in der Tschechosiowakei und der Bühnenbund in der Tschechoslowakischen Repu- i blik geben bekannt, daß die zwischen beiden Verbän-! den vereinbarten Prüfungsstellen in der ersten Hälfte• des Monates November die Prüfungen für' Bühnenanwärter in Prag und Brünn abhalten.! Sämtliche Bühnenanwärter werden aufgefordert, sich, bis spätestens 1. November beim Bühnenbund in der> Tschechosiowakischen Republik, Brünn, JanaLekplatz i 2 a zu den Prüfungen anzumelden. Später einlan- i gende Anmeldungen können nicht berücksichtigt wer- j den. Den angemeldeten Bühnenanwärtern werden! die notwendigen Unterlagen und der genaue Termin' der Prüfungen schriftlich bekanntgegeben. Den gegen- j fettigen Vereinbarungen- zufolge können nur jene Bühnenanwärter ein Engagement an einem deutschen Theater in der Tschechosiowakischen Republik erhalten, die sich mit dem Abgangszeugnis eines öffentlichen Konservatoriums, einer öffentlichen dramatischen Schule oder mit einem Prüfungszeug- nis einer Prüfungsstelle ihres Heimatlandes ausweisen' können. Diese Vereinbarung gilt sowohl für tschechoslowakische wie auch für ausländische Staatsbürger.. III. Arbeitervorstellung. Sonntag, den 4. November, um halb 3 Uhr nachmittags, Gastspiel Leopold K r a m e r s in dem Lustspiel„D aslebens- längliche Kind" von Robert Neuner. Prager Sezession. Di« Ausstellung im Kunstverein für Böhmen(II., Pstroffova 12) wird nün bald geschlossen. Morgen vorletzter Sonntag. Täglich von 9 bis 5 Uhr. Eintritt Kt 4.—. Sonntag abends Premiere„Zwei Witwen", komische Oper Von Smetana. Textliche Neufassung von Guido Arnold!. Dirigent: Rudolf, Regie und szenische Entwürfe: Mandaus a. G. Es ist dies die erste Aufführung dieses Werkes am Deutschen Theater.(B I). Donnerstag Gastspiel Gisela Werbezirk in „Schottenring"(C 2). Harald Krentzberg. Montag einmaliges Auftreten in der Kleinen Bühn«. Preise XL 21.— bis 48.— inkl. Lustbarkeitssteuer. Gastspiel Leopold Kramer Premiere»Das lebenslängliche Kind", Samstag in der Kleinen Bühne. Wochenspielplan des Reuen Deutschen Theaters. Samstag 7: Peer Gyn t, neuinszeniert, CI.— Sonntag 11: Kammermusik, halb 3': Mär- chenim Grandhotel,- halb 8: Zwei Witwen, Erstaufführung, B 1.—Montag halb 8: Peer G y n t, Theatergemeinde der Jugend.— Dienstag 7: Peer G h n t, A 1.— Mittwoch halb 8: M a n o n, B 2.— Donnerstag halb 8Schatte n r i n g, Gastspiel Gisela Werbezirk, neueinftu- diert, C 2.— Freitag 8: Zwei Witwen, D 1. — Samstag halb 8: Schottenring, Gastspiel Gisela Werbezirk, A 2.— Sonntag halb 3 Uhr: Das kleine Cafe, halb 8: Zwei Witwen, Fesworstellung anläßlich des Staatsfeiertages, C 2. Wochenspielplan der Kleinen Bühne. Samstag 8%: Hoch klingt das Lied vom braven Man n.— Sonntag 3: Sensation spxozeß, 8: Hoch klingt das Lied vom braven Mann.— Montag 8: Gastspiel Harald Kreutzberg.— Dienstag 8^:HochklingtdasLied vom braven Mann.— Mitttvoch^Nobelpreis.— Donnerstag^Sensations- Pro z e ß.— Freitag 8:HochklingtdasLied vombravenMann.— Samstag halb 8: Das lebenslängliche Kind, Erstaufführung. — Sonntag 3: Hedda Gabler, 8:Hochklingt das Lied vom braven Mann. Dsr Film Der Mann zweier Welten Bor zehn Jahren Anfänger am Prager deutschen Theater, vor fünf Jahren der neuentdeckte Romeo Reinhardts in Berlin, dann Filmschauspieler in London— und seit einem Jahre eine Berühmtheit von Hollywood: dieser ungewöhnliche-Aufstieg de? tschechosiowakischen Schauspielers Franz Lede-" r«r hat den verständlichen Wunsch geweckt, seinen ersten amerikanischen Film hier zu sehen, mit dem er jenseits des Ozeans einen großen Erfolg errang. Dieser„Mann zweier Welten" ist der verfilmte Roman von einem Eskimo, der von einer englischen zoologischen Expedition als Eisbärenjäger ausgenommen und als Belohnung für seine Jagd- Heldentaten nach London gebracht wird, wo er die Tochter des Expeditionsleiters mit unerwiderter Liebe verfolgt, bis man ihn schließlich wieder nach seiner grönländischen Heimat abschicbt, wo Familie und Freunde seiner harren. Der Beginn im Polareis und die schrittweise Zivilisierung des wilden Eskimojünglings gaben dem Regisseur Walter Ruben Gelegenheit zu eindrucksvollen und unterhaltsamen Szenen. Aus der unglücklichen Liebe und der bekümmerten Heimkehr hat er dann freilich ebenso- viele Kitschszenen gemacht,— und die Moral der Geschichte, daß nämlich die weißen Männer Lügner sind und der Eskimo nur in der heimischen Hütte glücklich werden kann, ist ein biüchen zu alt, um noch ehrlich zu wirken. Aber der Film scheint nur um Lederers willen gedreht zu sein: denn der junge Eskimo Aigo ist eine glänzende Rolle für ihn. Sie gibt ihm die Möglichkeit, sein sympathisches Naturburschentum, seine liebenswürdige Unbeholfenheit, seinen treuherzigen Ernst und seine in den letzten Jahren reifer gewordene Eigenart zu entfalten,— und seine sprachlichen Mängel kann er hier als radebrechender Eskimo sogar zur Tugend machen. Das Geheimnis seines Erfolges ist wiederum, daß er auch in Kitschszenen nicht süßlich und bei den dümmsten Dialogen nicht albern wirst.—eis— Arbeiterfürsorge— Winterhilfswerk Der Bezirksverein Arbeiterfürsorge Prag fordert auf, die Spenden an Kleidern«nd Wäsche für unsere Wmterhilfsaktion vorzubereitne. Der Tag dee Einsammlung wird noch iekanntgegebrn werden. Sport• Spiel• Körperpflege Leichtathletik-Stiidtewettkampf Basel—Bern— Zürich. Der Leichtathletik-Städtewettkampf war in allen Teilen eine glänzende Demonstration der Ar? beitersportbewegung. Die besten Satus-Leichtath- leten wären auf. dem Sportplatz beisammen. Man war schon vorher auf verschiedene Ueberraschungen gefaßt und der Tag des Wettkampfes bestätigte alles. Erneut bewiesen die Leichtathleten die Stärke des Satus auf sportlichem Gebiet. Der Städtewettkampf hat sich hei den Zuschauern große Beachtung verschafft. Es wurden zwei neue Verbands- bestleistungen erzielt. Herrle(Basel) lief die 100 Meter in 11.2 Sek. und Großrieder(Bern) warf den Diskus 38.92 Meter weit. Der Sieg fiel der Berner Mannschaft zu, die 114.5 Punkte erreichte, vor Zürich 87,Punkte und Basel 85 Punkte. Folgende Einzelleistungen wurden erreicht: Weitsprung: Zürich 6.53 Meter.— Hochsprung: Bern 1.80 Meter.— 100 Meter: Basel 11.2 Sek.— Speer: Bern 52.57 Meter.— 4X100 Meter: Basel 45.9 Sek,— 400 Meter: Basel 54.6 Sek.— Dis- kuS: Bern 38.92 Meter.— 800 Meter: Zürich 2:07.4 Miv.-— Kugel: Bern 12.70 Meter.— 110 Meter Hürden: Zürich 16.6 Sek.— 3000 Meter: Basel 10:03.2 Min.— Stabhoch: Bern 3.10 Meter. — Schwedenstafette: Basel 2:10 Min. Vom Schweizer Arbeitersport. Im Verlaufe dieses Jahres hat der Satus für Turn- und Sportkurse aller Art bereits 12.000 Franken verausgabt. Bis zum Jahresschluß werden weitere 2000 Franken folgen. Es sind noch Kurse für Abenduntevhaltungsn und ein Oberturnkurs für die kritiisöslkche Schweiz börgesehen. Auf die ViMetter- kurse muß der fortgeschrittenen Zeit wegen in diesem Jahre verzichtet werden. Diese werden im kommenden Jahre durchgeführt. Das Budget für das Jahr 1935 sieht im Kurswesen eine Summe von 18.500 Franken vor. Diese Gelder bringt nun der Satus selbst auf. Bekanntlich ist ihm die Bundessubvention gestrichen worden. Die obenstehenden Zahlen beweisen aber, daß durch diesen Anschlag der Reaktion der Satus in keiner Weise erschüttert wurde. — Der verbandstechnische Ausschuß des Satus hat eine Kommission für Kinderturnen eingesetzt, die das Programm für 1935 und den Uebungsstoff auszuarbeiten und aufzustellen hat. Diese Kommission besteht aus dem Verbands-Kinder- turnwart, dem Kinderwrnwart des Kantons Bern und der Verbands-Frauenturnwartin. Dadurch soll dem Kinderturnen im Satus neuer Auftrieb und neue Entwicklungsmöglichkeit verschafft werden. Nichtoffizieller Leichtathletik-Länderkampf Sowjetrußland—Tschechoslowakei. Die russischen Leichtathleten starten heute wieder in Prag, und zwar findet aus dem Leina-Stadion ein vom bürgerlichen Abonnements- Bestellschein. Abonniere ab. 1984 das täglich erscheinende Zentralorgan der deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei „eoaialftetnofrat" Verwaltung Prag Xll., Fochova tk. 62, zum Preise von 16 XL monatlich, und sende diesen Betrag nach Erhalt deS Erlagscheines ein. Name: Genaue Adresse: ,,,,,,,,,,, Letzte Post:.... Unterschrift: Leichtathletikverband(EsAAU) veranstalteter nichtoffizieller Länderkampf statt. Den bürgerlichen Verband werden die besten Leichtathleten des mittelböhmischen Gaues vertreten. Boxkampf mit— Raffenfrage. In den nächsten Tagen wird in Prag ein Europacup-Länderkampf der Amateurboxer zwischen Deutschland und der Tschechoslowakei vor sich gehen. Die Nazi haben nun an die Veranstalter die Forderung gerichtet, daß die Punktrichter keine Juden sein dürfen. Da diese Punktrichter.aber nicht von den beteiligten Verbänden gestellt werden dürfen, kommen nur jene des ungarischen und deS österreichischen Verbandes in Frage. Und nun trifft das zu, was die Nazi so gerne vermieden wissen wollen, nämlich diese beiden in Betracht kommenden Verbände haben keine arischen Richter. Da ist jetzt allerdings guter Rat teuer, um den„Wünschen" aus dem Dritten Reich nachzukommen... Auch Finnlands Bürgersport wünscht Spielverkehr mit Sowjetrußland. Der Fußbällgau Wiborg hat bei seinem Verband um die Genehmigung eines Spieles mit den Russen angesucht. Die Begründung enthüllt den wahren Charakter der bürgerlichen Sporwewegung: Man will die Begegnung aus geschäftlichen Gründen— da ein Russenspiel mit den Arbeitersportlern in Wiborg von 16.000 Zuschauern besucht war. Mitteilungen aus dem Publikum. Erkältnngskrankhoiten beugen Sie vor, wenn Sie, über ärztlichen Rat, Ihren Körper mit Menthol-Franzbranntwein Alpa massieren. Dadurch Härten Sie Ihren Körper ab und heben seine Wider- standsfähigkett gegen Einwirkungen des Wetterwechsels. Alpa— Ihre Gesundheit! 100 Dekalumen? Dekalumen ist eine Maßeinhett für Licht. Genau wie es für das Meter ein„Urmeter" gibt, so befinden sich in den Vereinigten Staaten von Nordamerika nach Lumen.geeichte Lampen, die als Vergleichsmaßstab dienen. Die Auszeichnung der modernen Glühlampen nach Dekalumen(DLm) hat für den Lichtverbraucher den Vorteil, daß— wenn gleichzeitig.neben der Lichtleistung in Dekalumen auch der Wattverbrauch(W) aufgestempelt ist— er sehen kann, welche Lichtleistung er für sein Geld erhält. Je geringer der Wattverbrauch für ein Dekalumen, desto wirtschaftlicher ist eine Glühlampe. Die neuenzOsram-D-Lampen werden mit der Lichtleistung in Dekalumen und mit dem Wattverbrauch gestempelt, so daß jeder, der diese Hochleistungslampen kauft, eine Gewähr für geringen Sttomverbrauch hat. 2677 „Kinder werben um Dem Herz", ein schöner Film der deutschen Jugendfürsorge für alle Freunde menschlicher Hilfsbereitschaft. Heute 8 Uhr im Uraniakino, veranstaltet vom Frauenausschuß der deutschen Hauptstelle für Kinderschutz und Jugendfürsorge, Prag l., Male näm. 11. Karten dort bis 2 Uhr nachmittags. Uraniakasse. 2719 Lus der Partei Sozialistische Jugend, Kreis Prag. Montag, den 22. Oktober, 8 Uhr imParteiheim: Kreisleitungssitzung. Dienstag, den 23. Oktober, 8 Uhr: Gruppenabende: S. I.Zentrum: Der 28. Oktober. Referent Genosse !K r e j L i. S. I. Weinberge: Eine Woche im ! Leben des Arbeiters— eine Woche im Leben des ^Bürgers. S. I. Holleschowitz: Die Stellung unserer Partei zum 28. Oktober. Referent: Genosse Hofbauer.«S. I. S m i ch o v: Die Schlacht bei Lipan. Vcrclnsnudiriditcn ® Ortsgruppe Prag. Sonntag, den 21. Oktober, um 7 Uhr am Smichower Bahnhof. Fahrt nach Revnitz. Wanderung: Zadni Tkeboii, Belek. Korno myfl. Koda, Srbflo, Sv. Jan, Karl- Revnitz. Fahrpreis 9 XL. Führer: Schal.—- Auskünfte und Anmeldungen jeden Freitag von 6 bis halb 8 Uhr in der Geschäftsstelle, Prag II.» Narodni tk. 4, 2. St. Telephon 48369. OPTIK u. FOTO DEUTSCH PHkopy Eine optische Linse von 20.000 kg Gewicht wurde in der Glashütte zu Corning(USA.) im Rohgutz fertiggestellt. Die Lins«, die für eine amerikanische Sternwarte bestimmt ist, hat einen Durchmesser von mehr als 5 Meter und ist 0,69 Meter dick. Sie ist das größte Stück Glas, das jemals gegossen wurde. Bezugsbedingungen: Bei Zustellung ins Haus oder bei Bezug durch die Post monatlich XL 16.—, vierteljährig XL 48.—, halbjährig XL 96—, ganzjährig XL 192.—.— Inserate werden laut Tarrs billigst berechnet. Bei öfteren Einschaltungen Preisnachlaß.— Rückstellung von Manuskripten erfolgt nur bei Einsendung der Rerourmarken.— Die Zeitungsfrankatur wurde von der Post- und Telegraphendirektton mit Erlaß Nr. 13.800/VII/1930 bewilligt. Druckerei: ,F)rbis". Druck-, Verlags- und Zeitungs-A.-G., Prag.