Nr. 101a. Abonnements- Bedingungen: Abonnements-Preis pränumerando: Bierteljährl. 3,30 Mt., monatl. 1,10 mt., wöchentlich 28 Pfg. fret ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags: Nummer mit illuftrierter Sonntags Beilage, Die Neue Welt" 10 Pfg. PostAbonnement: 3,30 Mart pro Quartal. Eingetragen in der Post- ZeitungsPreisliste für 1899 unter Br. 7820. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mart pro Monat. Erscheint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Volksblatt. 16. Jahrg. Die Insertions- Gebühr beträgt für die sechsgespaltene Kolonelgeile oder deren Raum 40 Pfg., für politische und gewertschaftliche Vereinsund Versammlungs- Anzeigen, sowie Arbeitsmartt 20 Pfg. Inserate für die nächste Nummer müffen bis 4 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr vormittags geöffnet. Jernsprecher: Bmt I, nr. 1508. Telegramm- Adresse: " Borialdemokrat Berlin". Centralorgan der socialdemokratischen Partet Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Das Maifest der Arbeit Dienstag, den 2. Mai 1899. Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. gestern Hobel und Säge gingen. Die dreiste Drohung Anwesend waren gut 400 Personen. Dr. Silberstein hielt ein der Unternehmer, es auf eine Kraftprobe ankommen zu wirkungsvolles Referat; der Gesangverein der Möbelpolierer trug ist, so weit wir bis jetzt übersehen können, in allen Ländern würdig laffen, hatte die Werkstuben gründlich geräumt, und die stürmische entsprechende Lieder vor. Nachdem die Gewerkschaftsresolution angefeiert worden, wie es dem erhabenen Zwede entspricht. Begeisterung, die in der kolossalen Massenversammlung alle Herzen genommen war, gingen die Teilnehmer mit einem begeisternden Da der 1. Mai dieses Jahr auf einen Montag fällt, gepackt hatte, giebt die beste Gewähr für den glücklichen Ausgang Hoch auf die Sozialdemokratie auseinander. so Die Bildhauer hatten sich in einer Anzahl von 500 in wurde an vielen Orten, und zivar, außer in des Kampfes, der einer wohlgerüsteten, träftigen Organisation auf- Murfeldts Festsälen vereinigt. Genosse Pötsch beleuchtete die Deutschland, auch in England und Frankreich, schon am gedrungen wird. Bedeutung der Maifeier namentlich vom Standpunkte der Gewerk Sonntag vorher mit der Feier begonnen. In Norddeutschland In der Straßenphysiognomie der Weltstadt kann sich der schaften. Die Versammlung schloß mit einem Hoch auf die zielvar δαξ Wetter nicht günstig am Sonntag Regen- Erste Mai nur dann bemerkbar machen, wenn wie in Wien bewußte Arbeiterbewegung. Die Resolution der Gewerkschaftsschauer und Gewitter, was längeres Verbleiben im Freien die Möglichkeit gegeben ist, die Massen zu einem wuchtigen tommission wurde angenommen. hinderten am Montag sehr talte Temperatur, die am Demonstrationszuge zu vereinigen. Die einzelnen Arbeitertrupps, Vor- und Nachmittag die Gartenfeste beeinträchtigte; erst gegen die um 9 Uhr früh von ihren Vereinslokalen und Sammelpunkten Abend wurde es milder. Der Beteiligung und Begeisterung aus nach den Versammlungen zogen, mußten im flutenden Verkehr that dies aber keinen Abbruch. Fast von allen Orten erfahren wir, verschwinden. Wo sie aber zu deutlich in die Erscheinung traten, daß niemals vorher die Beteiligung so groß war. Dies hören wir wie in den Zügen, die sich über die Bellealliancebrücke nach der Bocknicht bloß aus Deutschland, sondern auch aus anderen Ländern, brauerei begaben, da griff die Polizei mit harter Faust ein, um die insbesondere aus der Schweiz, Dänemark, Norwegen, Kolonnen zu zersprengen. Aber solche Störungen sind nur geeignet, Belgien wo der Kohlenarbeiterstreit die Massen in Bewegung gesetzt Stampfesmut und Energie zu stählen. hat, aus England und aus Frankreich, welch letzteres zum erstenmal eine einheitliche Maifeier, nicht eine fraktionsweise zersplitterte sah. Imposant war die Feier in Frankreich namentlich dadurch, daß fämtliche von Socialisten verwaltete Gemeinden und unter diesen Gemeinden sind, außer Paris, die meisten der größeren Städte Frankreichs- nach gemeinsamem Programm die Feier geregelt hatten Alle für die Gemeinde( Kommune) arbeitenden Beamten und Arbeiter hatten frei, den Armen und Invaliden wurde außerordentliche Unterſtüßung und ein festliches Mahl verabreicht, Schul- und Kinderfeste, Umzüge, Versammlungen mit Ansprachen, Empfang der Arbeiter delegierten auf dem Stadthaus, öffentliche Spiele, freies Theater, Fackelzug, Jllumination, Ball das war das Programm, in welches je nach den örtlichen Verhältnissen Abwechselung gebracht ward. Aehn liche Feiern, die sich auf Sonntag und Montag erstreckten, fanden in den sozialistischen Gemeinden Englands statt. In Italien konnten öffentliche Umzüge nicht stattfinden dort herrscht die Ruhe des Kirchhofs und des Belagerungszustandes. Die gelnebelte Socialdemokratie kann sich nicht regen- ste trauert und bereitet sich vor. ein Alles in allem bekundet die Heerschau des 1. Mai abermaliges Wachstum der Socialdemokratie. Und wie die Feier äußerlich des hohen Zweds würdig war, so in noch höherem Maße innerlich. Die Maizeitungen, die uns aus allen Mittelpunkten der Arbeiterbewegung zugehen, zeichnen sich durch ernsten Inhalt und schwungvollen Ton aus- jedes Wort bekundet ideales, aufs Höchste gerichtetes Streben. Kein Fest der bürgerlichen Welt kann sich in dieser Beziehung auch nur annähernd mit dem Maifest der Arbeit messen. Da sind keine Zoten, da find teine faden Wige: alles atmet Begeisterung für Freiheit, Recht, Menschlichkeit. Das gilt auch von den Festreden, die in Deutschland, neben dem Gedanken des Weltfriedens, der internationalen Solidarität und Völkerverbrüderung, der Entschlossenheit Ausdruck geben, dem Zucht hausgesez und den Männern des Zuchthausgefeges unbengsamen Widerstand zu leisten- wie weiland dem Socialistengesetze. So ging eine fühne Kampfstimmung durch dieses Fest des Friedens und der Brüderlichkeit. Kampf bis zum Sieg, das war die Losung. Von feinem Mißllang gestört, hat die internationale Heerschau des Proletariats wieder die Einigkeit der Arbeiter aller Länder gezeigt, und den Arbeitern hat er ihre Macht gezeigt und die Sicherheit des Sieges. Dem Bürgertum aber, das im Zidzadkurs der Schwäche, nachdem es bisher vor dem Ersten Mai gezittert hatte wie Espenlaub, jest so thut, als lache es über den Ersten Mai, rufen wir zu: Gehet hin und thut desgleichen! 0 Der 1. Mai in Berlin. Ueber die einzelnen liegen uns folgende Berichte vor: Gewerkschafts- Versammlungen Die Versammlung der Maurer centraler Richtung hatte eine Besucherzahl von 3000 Personen aufzuweisen. Um 10 Uhr wurde der Saal abgesperrt, viele mußten umkehren. Zubeil referirte unter großen Beifallsbezeugungen. Die Rabizputer hielten eine gutbesuchte Versammlung ab. Die Maurer der lokalen Richtung hatten sich so zahlreich in den Boruffia- Sälen, Aderstr. 12, eingefunden, daß die Versammlung schon um 3/410 Uhr abgesperrt war. Geschätzt wurden im Saal 1500, mindestens 700 waren draußen versammelt. Vor Eintritt in die Tagesordnung trug der Gefangverein„ Einigkeit NW." einige Lieder vor. Sodann referierte Genosse Rater über die Bedeutung des 1. Mai, und wurde demselben reicher Beifall zu teil. Der große Saal war bis auf den lezten Plaz gefüllt. Bei den Puzern referierte in Stellers Festsaal Genosse Wagner. Angenommen wurde außer der Gewerkschaftsresolution ein Antrag, vom 2. Mai ab nur noch 81/2 Stunden zu arbeiten. Die Versammlung der Bauarbeiter war von 800 Personen besucht. Nach den Ausführungen des Referenten Stiefel wurde die Resolution mit großer Begeisterung angenommen. Der Ertrag der. Tellersammlung wurde den Krefelder Webern überwiesen. 10 Uhr im Grand Hotel Alexanderplatz. Es waren fast 1500 PerDie centralorganisierten 3immerer versammelten sich um sonen anwesend. Der Reichstags- Abgeordnete N. Fischer referierte unter großem Beifall der Versammlung. Die Resolution der Gewerkschaften wurde einstimmig angenommen. Die Versammlung der Kistenmacher bei Stechert in der Andreasstr. 21 war von etwa 300 Personen besucht. Referent war Dr. Wollheim. Hallen" anberaumt. Der Gartensaal war von 300 Personen besetzt. Die Vergolder hatten ihre Versammlung in den„ ArminDie Festrede hielt Genosse Faber. Bon den Tapezierern nahmen circa 150 Personen an der Versammlung teil. Dr. Zadek entledigte sich feines Referats in ganz vortrefflicher Weise. Die Versammlung der Metallarbeiter im Feenpalast war von mehr als 250) Personen besucht. Nach dem Referat Näthers wurde die Resolution der Gewerkschaftskommission einstimmig an genommen und die Versammlung nach einigen geschäftlichen Mitteilungen mit einem Hoch auf die Arbeiterbewegung geschlossen. Die Feilenhauer fanden sich sehr zahlreich im Lokal Chausseestraße 72 ein, in den meisten Werkstätten ruhte die Arbeit. Die Handels, Transport und Verkehrsarbeiter Berlins hielten am 30. April im Englischen Garten eine von circa 400 Personen besuchte Versammlung ab, in der Genosse Dupont über die Bedeutung des 1. Mai sprach. der deutschen Arbeiter noch nicht in der Lage, den 1. Mai durch Leider sei der größte Teil Arbeitsruhe zu feiern. Dies treffe namentlich für die Handels-, Transport- und Verkehrsarbeiter zu, weshalb dieselben gezwungen feien, die Feier am Sonntag zu begehen, so ihr Einverständnis mit den Forderungen der übrigen Arbeiterschaft zum Ausdruck bringen zu können. Seine Ausführungen wurden mit großem Enthusiasmus aufRedner begründete diese Forderungen mit begeisternden Worten. genommen. Die Resolution der Berliner Gefvertschaftskommission fand einstimmige Annahme. um Die Maiversammlung der Schuhmacher gestaltete sich zu einer großartigen Kundgebung. Cohns großer Saal war überfüllt, circa 1000 Personen waren anwesend, viele fanden keinen Einlaß. Lankow hielt die Festrede. In fast allen Schuhfabriken ruhte die Arbeit. Arbeiter und Arbeiterinnen 2c. war von über 300 Personen Die Versammlung der Buchbinder, Ledergalanteriebesucht, unter welchen sich nur etwa 20 Arbeitslose befanden. Vor zwei Jahren war diese Arbeitergruppe mit den verwandten Berufen Die Versammlung der Zimmerer lokaler Richtung war von der Buchdrucker, Lithographen, überhaupt aller im graphischen Genahezu 2000 Personen besucht. Kopf an Stopf gedrängt füllte die werbe Beschäftigten in demselben Lokale, Louisen städtisches im Garten. Das Referat von Dr. WeŋI, wiederholt von lebhaften schon ein Fortschritt in der Beteiligung an der Arbeitsruhe zu ver impofante Menge den weiten Saal: Hunderte stauten sich draußen Stonzerthaus, Alte Jakobstraße, versammelt; es ist also insoweit Sturm der Begeisterung. Beifalls bezeugungen unterbrochen, weckte am Schluß einen wahren zeichnen, als der Saal diesmal von den Buchbindern zc. allein tommission fand einstimmige Annahme. Mit einem Hoch auf die An der Diskussion beteiligte sich mir Brückner. Die Resolution Die Resolution der Gewerkschaftsgefüllt war. Genofie Dupont referierte unter lebhaftem Beifall. internationale Solidarität gingen die Versammelten auseinander. der Gewerkschaftskommission wurde einstimmig angenommen. Zu Die Versammlung der Stuccateure bei Buske, Grenadierstraße, mußte abgesperrt werden. Im Saale und den Nebenräumen Beginn und am Schluß der Versammlung trug ein Gesangschor einige Lieder vor. waren wohl 400-450 Personen versammelt. Nach einem BegrüßungsDie Versammlung der in der Bekleidungs- Industrie liede, das der Gesangverein" Völkerfrühling" darbot, nahm die Ver- beschäftigten Arbeiter, welche in den Armin hallen tagte, war sammlung den Vortrag der Gen. Altmann entgegen und gab bis auf die Nebenjäle überfüllt. Es beteiligten sich ungefähr 1000 Es wurde dann beschlossen, den belgischen im Kampfe stehenden über Erwarten glänzend. ihrer Uebereinstimmung mit dem Ausgeführten lebhaften Ausdruc. Personen. Genosse Täterow referierte. Die Versammlung verlief Minenarbeitern eine Sympathie- Kundgebung zu senden. Die von 400 Arbeitern und Arbeiterinnen der Nahrungs. Bei den Fliesenlegern referierte Knöppchen über die Be- und Genußmittel- Gewerbe besuchte Versammlung in deutung des 1. Mai und wurde die Resolution der Gewerkschafts- Nieft's Salon nahm nach dem Festvortrag des Genossen Dr. Curt Kommission einstimmig angenommen. In der Versammlung der Töpfer, Dachbeder, Stein- Freudenberg einstimmig die von der Gewerkschafts- Sommiffion empfohlene Resolution an. fezer und Steinmegen, die im Alten Schützenhaus, Linienstraße, ihre Maidemonstration abhielten, waren insgesamt 250 Personen anwesend. lauf. Der Saal war bis auf den letzten Plaz gefüllt. Das Referat Anspruch hatte Maler Lint übernommen. D Die Arbeiter des graphischen Gewerbes tagten 800 Bersonen stark in der Bodbranerei. Der Gesangverein„ Typographia" sprach unter vielem Beifall über die Bedeutung des Tages. Die fang zur Einleitung ein entsprechendes Festlied; Genosse Sillier Resolution der Gewerkschaftskommission wurde einstimmig an genommen. Feier des 1. Mai eine Gruppenversammlung im Marienbad auf Die Lederarbeiter und verwandten Berufe hielten zur dem Gesundbrunnen ab, die von etwa 600 Mann besucht war. May hitte referierte. Eine Diskussion fiel aus. Die von der Gewerkschaftskommission ausgearbeitete Resolution fand einstimmige Annahme. Der Vorsitzende Leith brachte ein dreifaches Hoch auf die internationale Socialdemokratie aus. Der Schluß erfolgte gegen 1134 11hr. Die Versammlung der Täschner und Kofferarbeiter war von 120 Personen besucht. Die Festversammlung der Glas- und Porzellan 2c. Arbeiter im„ Englischen Garten" war zahlreicher als in den Borjahren besucht, was darin seinen Grund hatte, daß die Glass 2c. Zum zehntenmal hat das arbeitende Berlin gestern seinen 1. Mai Borzellanmalern auch die Porzellandreher einer Charlottenburger Arbeiter ziemlich vollständige Arbeitsruhe übten, ebenso neben den gefeiert, gefeiert in ernsten, begeisterten Versammlungen und in Firma die Arbeit am heutigen Tage ruhen ließen. Es waren circa fröhlich bewegten Festen. Allgemeiner, als je zuvor, war die Feier, 300 Personen versammelt, die den Ausführungen des Referenten, besuchter denn je die Versammlungen. Und überall herrichte Genossen Rörsten, lauschten und lebhaften Beifall zollten. die gleiche, freudige Stampfesstimmung. Alle großen Ver- Die Versammlung der Maler nahm einen großartigen Verſammlungslokale, die zur Verfügung stehen, waren für die Vormittags Versaminlungen der Gewerkschaften in genommen. Und sie reichten taum aus: Die Versammlung im Welt fagte, zeigte einen überaus starten Andrang. Der große Saal Die Versammlung der Holzarbeiter, die in der Neuen Feenpalast, wo die Metallarbeiter zusammengetreten waren, war war überfüllt, Tausende mußten im Garten Plaz nehmen. Die dicht gefüllt, die Bockbrauerei erwies sich als zu klein für die Ar- Besucherzahl ist auf 12- bis 15 000 zu schäßen. Das Referat des beiter des Baugewerbes, und in der„ Neuen Welt" in der Hasen- Genossen Borgmann wurde mit lebhafter Zustimmung aufDie Volksfeste des Nachmittags. haide standen dicht gedrängt Tausende von Arbeitern der Holz genommen. Gehörten die Vormittags- Versammlungen in erster Linie den industrie, um für den Ersten Mai und gegen die Drohungen und die Die Musikinstrumenten Arbeiter, denen sich die Männern, so die Feste den Familien. Das leidliche Wetter gestattete Willkür der Unternehmer imposant zu demonstrieren. Recht gut be- Bilderrahmenmacher angeschlossen hatten, hielten ihre Ver- den Aufenthalt im Freien, und so fluteten denn bom sucht waren auch die Versammlungen der Kleineren Gewerke. jammlung in Graumanns Salon ab, dessen Raum kaum die Menge frühen Nachmittag an die Scharen nach den großen Bier lleberall wurde die Resolution in voller Einmütigkeit angenommen, der Versammlungsteilnehmer fassen konnte. leber„ Die Be- gärten und Restaurants, die für für die Maifeier belegt die die Gewerkschaftskommission vorgeschlagen hatte, und nur eine deutung des 1. Mai" referirte A. Kleinlein. In fräftigen waren. Die einzelnen Wahlkreise wetteiferten mit ein Stimme herrschte: noch nie ist bei uns der Erste Mai in so umzu Herzen gehenden Worten schilderte er die Kämpfe, die ander in der geschmackvollen und sinnreichen Ausstattung ihrer seit genai einem Jahrzehnt 11117 den 1. Mai geführt fassendem Maße durch Nuhenlassent der Arbeit gefeiert worden, wie werden und die schärfer denn je entbrannt sind. Troy Lokale. Ueberall grüßte leuchtendes Rot aus dem Tannengrün der des engen Zusammenschlusses der Unternehmer, troß der drohenden Dekorationen, deren Mittelpunkt die Büsten unserer Heroen waren. Am deutlichsten trat die Arbeitsruhe naturgemäß bei dem im Entlassungen der Feiernden, deren Wirkung schließlich die ist, daß In den Sälen gaben die Inschriften auf Fahnen und Schildern dem Freien arbeitenden Baugewerk in die Erscheinung. So gut nur ein Wechsel der innegehabten Arbeitsstellen stattfindet, ist immer Feste seine Bedeutung. Und die Festredner wiesen in martigen wie alle Hochbauten ruhten. Auch bei dem Neubau wieder die Forderung nach dem achtstündigen Arbeitstag zu stellen. Worten auf den Sinn der weltumspannenden Maifeier hin. Andes Herrenhauses in der Leipzigerstraße war kein Maurer thätig, Reicher Beifall wurde dem Redner am Schluß seines Vortrages zu dächtig lauschten die Massen, alt und jung; das Gefühl der Einheit teil. Nachdem die bekannte von der Gewerkschafts- Kommission und die Junker, die ins Abgeordnetenhaus gingen, konnten sich von empfohlene Resolution einstimmig angenommen worden war, wurde und Zusammengehörigkeit, das alle Ausgebeuteten unſchlingt, ließ der Leutenot, die am 1. Mai in der Stadt herrschte, mit eigenen die Versammlung mit einem begeisternden Hoch auf den Völkerfrieden ihre Augen leuchten, und die Gewißheit durchströmte sie, daß ihr wire Augen zu überzeugen. Fast ebenso vollständig scheint die Arbeits- und den 1. Mai geschlossen. zur Macht sich doch siegreich durchsetze. Und all das klang aus int ruhe in der Holzindustrie gewesen zu ſein. Es wird Die Versaminlung der Möbelpolierer in Kellers dem vieltausendstimmigen Hoch auf die Partei aus Männer- und wenig Tischlerwertstätten in Berlin gegeben haben, wo oberem Saal war eine Viertelstunde vor dem Beginn abgesperrt. Frauenmunde. diesmal. Neben der Begeisterung tam aber auch die Fröhlichkeit und die gute Laune zu ihrem Rechte. Ueberall wurde getanzt, hier und da ein Feuerwerk abgebrannt, es gab Vorträge und lebende Bilder, der Arbeiter- Turnverein Fichte" schickte seine Mannschaften ins Treffen, die Arbeiter- Gesangvereine fangen ihre prächtigen Lieder, und alles war von leichter Musit umrantt, wie es sich für ein richtiges Volts fest gehört. Nachstehend geben wir ein Situationsbild der einzelnen Feiern: Der erste Wahlkreis beging die Feier in den Räumen der Der erste Wahlkreis beging die Feier in den Räumen der Arminhallen, Sämtliche Säle waren entsprechend der Feier des Tages würdig dekoriert. Die Festrede hielt der Genosse Boesch, der in furzen packenden Worten die Bedeutung des Tages darlegte. Die" Typographia" erntete für ihre gefanglichen Leistungen reichen Beifall. Ein Lied:„ Der Menschheit Erwachen" war der polizeilichen Censur verfallen, was zur Folge hatte, daß jedermann den lichen Censur verfallen, was zur Folge hatte, daß jedermann den Inhalt des gefährlichen Liedes kennen zu lernen wünschte. Nach Beendigung des Konzerts trat der Tanz in seine Rechte und hielt die Festteilnehmer bis zur späten Nachtstunde beisammen. In Ablershof wurde die Maifeier verboten, es waren dess geschmüdten Saale zusammendrängten, lauschten den vortrefflichen Ausführungen des Redners und gaben durch lebhaften Beifall ihr halb zwei Versammlungen einberufen, die gut besucht waren. In Friedrichshagen sprach Genosse Maffini am Abend volles Einverständnis tund. Dem begeisternden Hoch auf die völkerbefreiende Socialdemokratie folgte ein fräftiges Hoch auf den Ge- vor einer Versammlung, die von 300 Personen besucht war. Köpenid. Am Sonntagmorgen beteiligten fich ca. 900 Pernossen Liebknecht. Auf Wunsch der Festteilnehmer wurde den Parteigenossen in Frankreich im Namen der Socialdemokratie des sechsten fonen an einem Ausfluge. Am Montagvormittag fand eine gutWahlkreises ein Begrüßungs- Telegramm übermittelt. besuchte Versammlung der Bau- und Erdarbeiter statt. überfüllt. Die am In Ahrens Brauerei( Moabit) wurde die gahl der Fest- Abend stattgefundene Boltsversammlung war von ca. 450 Personen besucher am Abend auf über 3000 geschäßt. Auch hier war für ge- besucht. Sonnenburg referierte über die internationale MaiDa in Tempelhof den Arbeitern kein größeres Versamm Theater- und turnerische Aufführungen 2c. wechselten beständig ab. Außer nügende Unterhaltung Sorge getragen. Konzert, Gesangsvorträge, feier. Eine dem Tage entsprechende Resolution wurde angenommen. den Gesangspiecen und den einzelnen Konzertstüden wurden insbesondere lungslokal zur Verfügung steht, so hatte der Arbeiter- Bildungsden eraften turnerischen Leistungen allgemeine Anerkennung gezollt. verein eine Bersammlung einberufen, an der 60 Personen teilDie Festrede hielt hier der Genoffe H. Faber, der in fernigen nahmen. Worten die Bedeutung des 1. Mai für das Proletariat schilderte. Charlottenburg. Der Saal in der Gambrinus- Brauerei, ertönte das dreifache Hoch auf die internationale Socialdemokratie. gefüllt. Der Vortrag wurde oft von lebhaftem Beifall unterbrochen. Lebhafter Beifall folgte den Ausführungen und aus tausend Kehlen wo Genosse Paul Hirsch referirte, war bis auf den letzten Platz Die Versammlung im Lokal Bismardshöhe war überaus start Die Parteigenoffen der Schönhauser Vorstadt hielten besucht und referierte hier Robert Schmidt. ihre Maifeier im Berliner Prater und in PuhI= Die Charlottenburger Genossen haben noch in keinem Jahre Im zweiten Wahlkreis fand die Feier auf dem Bod manns Vaudeville Theater ab. Durch Musik- vei so imposante Versammlungen gehabt wie diesmal. Die Feststatt. Trotz des rauhen Wetters hatten sich schon kurz nach 4 Uhr und Gesangsvorträge, sowie durch turnerische Vorführungen lichkeiten nachmittags und abends waren gut besucht, beide Lokale unter der Schutzhalle des Gartens ca. 2000 Personen versammelt, war für die Unterhaltung der Besucher gesorgt, und in Die lokalorganisierten Bauarbeiter hielten am Nachmittag nach 5 Uhr begannen sich die Säle zu füllen, die bald überfüllt lebenden Bildern wurde der Freiheitskampf des Proletariats eine gut besuchte Versammlung ab. waren, sodaß Hunderte wieder in den Garten zurückfluteten, um veranschaulicht. Im Prater war es Genosse Augustin, der in In Wilmersdorf fann die Zahl der Teilnehmer auf 1200 dort den Musik- und Gesangsvorträgen zu laufchen, sowie an den martigen Worten die Bedeutung des Maifestes besprach, während bei brillanten Turner- Produktionen sich zu ergößen, die allgemeinen Buhlmanns Genosse Karl Maak die mit Beifall aufgenommene geſchäzt werden. Schöneberg. Die von den Parteigenossen in der SchloßBeifall fanden. Die Gesamtzahl der Festteilnehmer mag 6-7000 betragen haben. Um 1/29 Uhr nahm Genosse Richard Fischer Festrede hielt. Der Besuch beider Lokale war ein ungemein zahl- brauerei veranstaltete Maifeier erfreute sich eines den örtlichen reicher. Eine nach vielen Tausenden zählende Schaar von Männern, Verhältnissen entsprechenden Besuchs. Das von Civilmusikern auszu seiner Festrede das Wort, die von dem Gedanken ausging, daß, Frauen und Kindern hielt die geräumigen, schönen Gärten befeht geführte Konzert, sowie die vom Gesangberein„ Note Nelle" gebotenen wenn auch die diesjährige Maifeier unter dem Zeichen des Zucht- und verweilte trotz der fühlen Witterung bis in die späten AbendDie Festrede des Gesangsvorträge wurden lebhaft applaudirt. haus- Nurses und des Löbtauer Urteils stehe, sie doch auch stunden, indeß sich die tanzluſtige Jugend noch länger in den Sälen Genoffen Fri 8ubeil mußte leider unterbleiben, da der überunter der Antwort stehe, welche den Scharfmachern und Predigern fröhlich im Reigen drehte. wachende Beamte das Einsetzen der Saalthüren, Beseitigung der des Zuchthauskurses jüngst in dem Wahlsiege des Kreises erteilt worden sei. Nach stadt Genossen Zimmermanns Klubhaus" und„ Mariengelangte her a ben begeisternden Ausführungen des Redners it a dt hatten die Gender inen und die 94 of enthaler Bor. Minderjährigen zc. verlangte, was anläßlich des beschränkten Raumes gelangte der übrige Teil des Programms zur Ausführung, worunter bad", beide in der Badstraße belegen, als Festlokale ausersehen und und der Ueberfüllung des Lokales unmöglich erschien. Die Feier fand gegen 1 Uhr ihr Ende. namentlich die lebenden Bilder jubelnde Zustimmung fanden. Vor- durch entsprechende Dekoration als solche hergerichtet. In Marien- In Groß- Lichterfelde verlief die Maifeier trok bes fichtigerweise hatte in letzter Stunde die Polizei burch Extraboten bad" füllte eine vieltausendköpfige Menge den Garten sowie den Saal. polizeilichen Verbotes aufs beste. Die Zahl der feiernden Arbeiter den Vortrag des Liedes:" Der Menschheit Erwachen" verbieten leber die Bedeutung des Tages sprach Gen. Brinkmann in wirkungs- war gegen frühere Jahre größer. Der Abend vereinigte im Bagellassen. Wenn sie auch das Singen verbieten konnte, das Erwachen voller Weise. In dem zur Ausführung gelangten Programm schen Restaurant ungefähr 350-400 Teilnehmer an der geselligen der Menschen muß sie zu ihrem Leidwesen Tag für Tag immer wechselten Musik- und Gesangsvorträge mit der Aufführung fleiner unterhaltung, die auch durch ein hin und wieder erschienenes Aufgebot von Gendarmerie nicht beeinträchtigt werden konnte. mehr selber fonstatieren. Gesundbrunnen Theaterstücke ab. Die Darstellung eines lebenden Bildes fuchte der Bolizeileutnant des zuständigen Reviers noch in legter Stunde zu Steglig. Eine vom Gewerkschaftskartell vormittags 10 Uhr verhindern, was ihm jedoch nicht gelang, da der Genosse, welcher die bei Schellhafe einberufene Gewerkschafts- Versammlung war so start Feier angemeldet hatte, sich auf seinen Schein berufen konnte, denn besucht, daß Tische und Stühle aus dem Saale entfernt werden bas eingereichte Programm war einschließlich der Vorführung des mußten. Genosse Schubert- Schöneberg sprach in padender, oft lebenden Bildes von der Polizeibehörde nicht beanstandet worden. von Beifall unterbrochener Weise über die Bedeutung des 1. Mai. Das stimmungsvolle Bild gelangte denn auch am Schluß des Fest- Eine dahingehende Resolution fand einstimmige Annahme. programms zur Darstellung. Ob der preußische Staat dadurch ins Wanten geraten ist, fonnten wir bis jetzt noch nicht feststellen. Die Parteigenoffen des dritten Wahlkreises feierten den 1. Mai in der Neuen Welt. Trotz des wenig einleadnden Wetters fanden sich doch im Laufe des Nachmittags 4000-5000 Perfonen ein. Eine Mufiftapelle, Arbeiter- Gefangvereine und Turner vom Verein Fichte sorgten für eine würdige Unterhaltung. Den Glanzpunkt des Festes bildete aber die Festrede des Genossen Wolf gang Heine. Die nach Tausenden zählende Menge, die Kopf an Die Voltsversammlung, welche abends in den Kaiferhallen" Kopf den Riesensaal füllte, begrüßte stürmisch den Vertreter stattfand, start von Männern und war ebenfalls äußerst des Kreises, als er das Podium betrat. Heine er= 8immermanns Klubhaus" war ebenfalls von mehreren Frauen besucht. Genosse Jahn Berlin hielt die Festrede. innerte an die Maifeier von bor zehn Jahren, wo tausend Personen besucht. Hier hielt Genoffe WeyI eine zündende Gingeleitet und beschlossen wurde die Versammlung durch stimmungsdas Militär kampfbereit gehalten worden sei und die Kühnemänner Festrede. Das Programm war in diesem Lokal das gleiche, wie im volle Lieder der Gesangvereine von Stegliß und Friedenau. Da fogar Prämien für die Polizei ausgeworfen hatten. Das Maifest vorher angeführten. Bei der Aufführung eines Einafters faben wir ein von den Genossen beabsichtigtes Vergnügen von der Polizei sei gewidmet der besonderen Erinnerung an den Klassenkampf, den unter den Zuhörern auch einen Polizeileutnant und einen Wachtmeister, verboten war, konnte nach Schluß der Versammlung nur ein„ ge= das Proletariat führen müsse, weil den durch und durch bureau- die aufmerksam den Vorgängen auf den Brettern folgten. Natürlich mütliches Beisammensein" bei verlängerter Polizeiftunde stattfinden. kratischen Vertretern unserer Gesellschaft jeder Verstand für Freiheit nicht als Festteilnehmer, sondern in dienstlicher Eigenschaft. Nachdem Die Beteiligung war auch hier in beiden Versamnilungen stärker als und Recht fehle. an Wie der 18. März als Gedenktag der Ver- die beiden Beamten den Garten verlassen hatten, stellte sich an ihrer in früheren Jahren. gangenheit gehöre, so sei der 1. Mai der Zukunft und Statt ein Schußmann ein, den wir denn auch bei unseren wiederden Lebendigen gewidmet. Er solle anfeuern zum Kampf holten Besuchen des Lotals immer noch antrafen. Wir wissen nicht, für die leibliche und geistige Besserstellung des Wolfes. weshalb die Polizei hier eine solche Wachsamteit für nötig hielt. Redner übte scharfe Kritik ant den heutigen Zuständen Ein Grund für dieselbe war nicht ersichtlich. Es erübrigt sich, 3 und ging auch voller überlegenen Hohnes auf die Zuchthausdrohungen fagen, daß die Genossen sich durch die Anwesenheit der Polizei der Stümmlinge ein. Das Boletariat habe alle Ursache in fich ge- nicht stören ließen, und das Fest einen programmmäßigen Verlauf festigt zu sein, um dem reaktionären Ansturm begegnen zu können. nahm. Die In Weißensee fand am Vormittag eine vom Gewerks fchaftsfartell einberufene Versammlung statt, die im großen Saal der Schloßbrauerei von ca. 1200 Personen besucht war. Jahn Berlin referierte über die Bedeutung des Tages. gleichzeitig von ihm verlesene Resolution der Berliner Gewerkschaftstommission fand einstimmige Annahme. Eingeleitet und beschlossen wurde die Versammlung durch Gesangsvorträge der Arbeiter- Gesangjahre haben den Tag bei voller Arbeitsruhe gefeiert. Mit einem von den Versammelten stürmisch aufgenommenen Hoch In der Norddeutschen Brauerei, auf die internationale Socialdemokratie schloß der Redner seinen der Besuch in den Nachmittagsstunden infolge des kühlen Wetters bereine. Mehr als die doppelte Zahl von Arbeitern als im VorUnter dem Geſange der Marſaillaise leerte sich etwas flaut, abends jedoch waren an 2500 Personen in Saal und fernigen Vortrag. langsam der Saal. Der " " Aus den Vororten. In Reinickendorf waren 200 Personen zu der Versamm lung erschienen, in welcher Mag Kiesel referierte. Nach Schluß der Versammlung wurden die anwesenden Genofsinnen und Genossen durch Gesangsvorträge des Arbeiter Gefangvereins Weiße Rose" noch länger in fröhlicher Stimmung erhalten. V In Pankow war die Versammlung am Vormittag von 250 Personen besucht, während am Abend der Saal zur Parteifeftlichkeit überfüllt war. Provinz Brandenburg. ber Garten anwesend. Genosse Dr. Beutler hielt die Festrede. Die Parteigenossen des vierten Wahlkreises hatten in Im Feldschlößchen, Müllerstraße, war die Zahl der fünf Lokalen die Maifeier arrangiert. Für den Südosten hatte Besucher ungefähr die gleiche. Auch hier sprach des Abends Genosse der Amtsvorsteher Schmod die Feierlichkeiten in Treptow verBeutler. Das Lotal war festlich geschmückt, Konzert und Gesangs boten. Trotz alledem hatte eine große Anzahl Genossen nebst vorträge sorgten für Unterhaltung und des Abends trat der Tanz in Frauen einen Spaziergang zu den beiden verbotenen seine Rechte. Lotalen" unternommen. Abends um 71/2 Uhr war eine schriftliche Bescheinigung vom Herrn Amtsvorsteher zur Stelle, daß nur ein Konzert stattfinden könne. Wahrscheinlich hatte die persön Rigdorf. Auch hier machte sich der Arbeiterfeiertag bereits liche Vorstellung beim Landrat Veranlassung dazu gegeben. Die Die Spandauer Genoffen unternahmen am Morgen einen am Vormittag im Straßenleben bemerkbar. Einzeln Genossen amüsierten sich so gut wie es die Umstände erlaubten. und in Scharen strömten die organisierten Arbeiter nach dem Apollo- Ausflug. Die Feier am Abend, die in Pichelsdorf abgehalten wurde, Das Fest im Konzerthaus Sanssouci hatte fich Theater, wohin der Vertrauensmann des Gewerkschaftskartells eine verlief unter der Teilnahme von ca. 1000 Personen in bester Weise. In Potsdam referierte in einer gleichfalls eines äußerst regen Besuches zu erfreuen, so daß Saal Boltsversammlung einberufen hatte. Namentlich die Bauarbeiter zogen Das Referat hatte Schröer. und Gallerien dicht besetzt waren. Seitens des Festkomitees wurde in geschlossenen Zügen heran. Bald war der riesige Saal gutbesuchten Versammlung Dr. Borchardt Charlottenburg. den Besuchern durch ein reichhaltiges Programm reiche Achwechslung nebst seinen Galerien überfüllt. annähernd 1500 Perfonen Die Genossen in Wriezen hielten am Sonntag eine stark besuchte geboten. Eine Festrede wurde hier nicht gehalten. hatten sich eingefunden. Voller Begeisterung lauschten sie den Aus- Versammlung ab, in der Gen. Bruns Berlin referierte. Am überwachende Polizeioffizier verlangte sonderbarerweise, führungen des Genossen Grempe, der davon ausging, daß 1. Mai fand Ausflug und Ball statt. Rede während der daß die dichtbesetzte Gallerie geräumt die Befreiung der Arbeiterklasse nur das Werk der Arbeiter selbst Forst i. 2. Die Vormittagsversammlung war von etwa 300 werden möge, worauf die Anwesenden auf Anraten sein könne. Nachdem der ihm gespendete stürmische Beifall ver- Personen besucht; an dem Ausflug am Nachmittag nahmen aber In der Morgenversammlung des Genossen Weise es vorzogen, unter diesen erschwerenden Ver- flungen war, erscholl das Lied:" Die Erde ist zum Licht erstanden", schon bedeutend mehr Genossen teil. hältnissen besser auf den Vortrag zu verzichten. Daß auch ohne vorgetragen von geschulten Mitgliedern des Arbeiter Sängerbundes. sprach Wittrisch; die Abendversammlung, in der se le es referierte, Festrede die Versammelten den Tag zu würdigen verstanden, bewies Rebhafter Beifall lohnte die Sänger, worauf die Berliner Resolution war von 1500 Personen besucht. Holzarbeiter, Schneider und MetallAus Lands= man durch den allgemeinen Gesang der Audorfschen Marseillaise, einstimmig angenommen wurde. Die imposante Bersammlung arbeiter feierten zum teil durch Arbeitsruhe. welcher sich zu einer imposanten Kundgebung gestaltete. wurde dann mit einem donnernden Hoch auf die internationale berg a. W. wird uns berichtet: Da an eine Arbeitsruhe am Montag nicht zu denken war, unternahmen die Parteigenossen Kellers großer Saal, geschmackvoll dekoriert, der nebst Arbeiterbewegung geschlossen. Gallerien Platz für etliche Tausend Menschen bietet, war schon vor- Das Parteifest am Nachmittag hatte ebenfalls zahlreiche Genoffen am Sonntag einen Ausflug. Am Montag fand abends eine öffentzeitig bis auf den legten Plaz gefüllt. Die Musikkapelle unter und Genoffinnen nach dem Apollo- Theater gelodt, wo zunächst im liche Versammlung statt, in der Genoffe Bleed Charlottenburg Leitung des Herrn Tiez leistete nur Anerkennenswertes; des- festlich dekorierten Garten für musikalische Unterhaltung gesorgt war. in einem zündenden Vortrag den Zweck des 1. Mai flarlegte. daß die Frauen das Lokal ver gleichen wurden die Aufführungen des Turnvereins Wegen der empfindlichen Maitühle suchte man jedoch bald die Innen- Die Polizei verlangte, Um die Versammlung nicht der Auflösung Fichte, sowie die der Mitglieder des des Arbeiter Sänger- räume auf. Die beiden Säle und die Restaurationsräume vermochten lassen. bundes mit stetem Beifall aufgenommen. Die Feftrede hielt hier die Zahl der Erschienenen faum zu faffen. Im großen Saal wurde fallen zu lassen, mußte dem Machtspruch der Polizei nachwar In Ludenwalde eine ims Genosse Täterow, der in zündender Rede die Bedeutung des das Konzert fortgesetzt, an dem sich die Arbeitergesangvereine„ Arion", gefommen werden. ersten Mai darlegte und die augenblickliche politische Lage gebührend Einheit"," Grüne Eiche",„ Melodia" und„ Gesangverein der Maurer", posante Versammlung am Vormittag, an der gegen 200 Personen, fennzeichnete, worauf die Versammelten ein brausendes Hoch auf Schneeglöckchen" mit dem Tage angepaßten Boltsgefängen hervor vorwiegend Metall- und Holzarbeiter, teilnahmen. Bernau: die internationale, völkerbefreiende Socialdemokratie ausbrachten. ragend beteiligten. Zur Verschönerung des Festes trug auch die Am Tage fand eine Waldpartie statt, an welcher girta 100 Personen Der große Saal der Brauerei Friedrichshain wies eine Freie Turnerschaft Rigdorf- Briz, vertreten durch Männlein und teilnahmen. Abends referierte Genoffe Kater Berlin. Teilnehmer Die vom Genossen Gent gestellten 150 Personen. Nach dem Vortrag gemütliches Beisammensein. so große Zahl der Besucher auf, daß das Hin- und Herwogen der Weiblein, nicht wenig bei. großen Masse oft in beängstigende Stodungen gerieth. Alle Räume lebenden Bilder Maienreigen" und" Freiheit, das Volk führend". In Nauen feierten sämtliche Cigarrenarbeiter durch Umzug durch die Stadt. Die Versammlung verlief glänzend. Penzig. Die waren dicht besetzt, da die Witterung am Abend den Aufenthalt im fanden ebenfalls lebhaften Beifall. Die Brizer Parteigenossen kamen am Nachmittag mit ihren von den hiesigen Genossen veranstaltete Maifeier ist großartig und Garten nicht gestattete. Die Festrede hielt Genosse Wilke, der unter lebhafter Zustimmung der Versammlung die Bedeutung des Familien im Buschtrug" zusammen. Die Freie Turnerschaft" und ruhig verlaufen. Die Beteiligung war bedeutend stärker wie in Mitglieder des Sängerbundes erfreuten sie durch ihre Darbietungen. anderen Jahren, der größte Saal des Ortes vermochte die Tages schilderte. Von der geplanten Festrede mußte Abstand genommen werden, da Teilnehmer faum zu fassen. Auch hier geht es mit unserer BeDie Parteigenossen des fünften Berliner Wahlkreises der Amtsvorsteher befürchtete, sie würde das Fest zu einer öffent- wegung vorwärts. Die Teilnehmer schäßten wir auf ca. 600. belundeten eine rege Teilnahme an den Festveranstaltungen im Schweizergarten. Schon im Laufe des Nachmittags hatte sich eine lichen Versammlung machen. Gegen eine solche hatte er nichts, jedoch Die Versammlung in Gassen nahm trot vieler Scherereien der erschienen. In Schwiebus wurde die Maifeier durch Abhaltung stattliche Zahl Besucher eingefunden, deren Zahl sich am Abend be- sollte dann alles andere unterbleiben. Die Stimmung Behörden einen guten Verlauf. Als Referent war Seiler- Berlin war dennoch eine vorzügliche. deutend steigerte, so daß mehr als 3000 Personen die Näume des In Treptow- Baumschulenweg sprach am Abend einer Abendversammlung begangen, an der sich etwa 150 Personen Etablissements füllten. Das Programm bot recht gute Aufführungen, Genosse Gerisch in einer Versammlung, die von 300 Personen be- beiderlei Geschlechts beteiligten. Mohs- Berlin referierte über die besonders fanden die Mitglieder des Turnvereins Fichte" sowie sucht war. Der Vortrag eines stimmungsvollen Liedes bildete den Bedeutung des Tages und erntete reichen Beifall. Nachdem in den die Darstellung der vorzüglich gelungenen lebenden Bilder lebhafte Abschluß der Feier. legten Jahren nur schwach besuchte Kommerse ohne Referat stattAnerkennung. Die Feftrede hielt der Genosse Stob. Schmidt. In Lichtenberg Friedrichsberg verlief die Maifeier gefunden hatten, muß diese Versammlung unbedingt als ein Fort Die Parteigenossen des sechsten Kreises hatten unter überaus starter Beteiligung. Es nahmen an den Fest- fchritt bezeichnet werden. In einzelnen Betrieben, vorwiegend in der Holzbranche, war auch eine teilweise Arbeitsruhe durchgefekt der Ausdehnung dieses Kreises angemessen, 8 der größten Lokale veranstaltungen im Schwarzen Adler" circa 1500 Personen teil. In Trebbin feierten namentlich die Holzarbeiter durch Berlins für sich in Anspruch genommen. Wie in früheren Jahren so In Friedrichsfelde nahmen an der Versammlung 200 worden. wurde auch diesmal in Rücksicht auf wirtschaftlich schlecht gestellte Personen teil. Sote sprach in wirkungsvoller Weise über die Arbeitsruhe. An der Versammlung am Morgen, in der Did. Berlin das Referat hielt, beteiligten sich 150 Personen. Arbeiter und Arbeiterinnen fein festes Entree erhoben, sondern durch Bedeutung des 1. Mai. Tellersammlungen die erheblichen Unkosten zu deden gesucht. Als Die Maifeier für Ober- Schöneweide fand im Saale von Nachmittag gemeinsamer Ausflug und gemütliches Beiſammensein. Der Genosse Ferner wird uns aus Trebbin noch berichtet: Sonntag, den recht vorteilhaft hat es sich wieder erwiesen, daß Etablissements mit Haferland unter sehr zahlreicher Beteiligung statt. großen Sälen gewählt worden sind, die teilweise schon nachmittags Stadthagen hielt die mit großer Begeisterung aufgenommene 80. April, feierte der Arbeiter Bildungsverein vou besetzt wurden, während die Gärten infolge bes tühlen Wetters Festrede. Der Vortrag wurde von dem Herrn Amtsvorsteher in Trebbin und Umgegend seine diesjährige Maifeier, die, weniger zum längeren Aufenthalt benutzt, sondern mehr als eigener Person überwacht; auch war sämtliche Polizei des Ortes in bank der von der Polizeibehörde in den Weg gelegten Hindernisse eine Teilnahme fand, wie sie von keiner Seite auch nur annäherud Promenade dienten. Thätigkeit. Da die Teilnahme nur Mitgliedern geDie Genoffen von Rummelsburg und Stralau be- erwartet wurde. gingen gemeinsam die Maifeier im Schonerts Restaurant in Stralau. stattet war, deren es ursprünglich nur wenige waren, entichloffen An derselben beteiligten sich 1000 Personen. Der Genosse Neba zsich gegen 150 Genossen, dem Verein beizutreten. Die Feier bestand in Konzert unter Mitwirtung des Turnvereins Solingen hielt die Festrede. In Johannisthal beteiligten sich 300 Personen an der Vorwärts". Volksversammlung ca. 300 Personen, wo nach Referat des Genossen Schubert, das stürmischen Beifall gefunden, die Im Moabiter Gesellschaftshaus" wurde den Fest teilnehmern neben dem Konzert und den freiheitlichen Gesängen mehrerer Arbeiter- Gesangvereine, die ihr bestes leisteten, auch ein sehr reichhaltiges Specialitäten- Programm geboten. Den Höhepunkt der Feier bildete aber die eindrucksvolle Festrede des Genossen W. Lieb necht. Etwa 2000 Personen, die sich in dem mit roten Fahnen Feier. " 0 Berliner Resolution angenommen wurde. Mit der Absingung der feierten. Hier waren 3-4 000 Menschen erschienen. Sier waren 3-4 000 Menschen erschienen. Zu der ständig freie Gewerkschafts Organisationen als für die Arbeiter Marseillaise schloß die Versammlung und ein gemütlicher Ball, der Demonstration des Abends waren 18 000 Personen herbeigeströmt. wirkungslos erklärt und demgemäß volle Koalitionsfreiheit ge= bis 6 Uhr früh dauerte, beschloß die großartige Feier. In den Redner war der Abg. Meister. Nur der kleinste Teil der Er- fordert wurde. größeren Betrieben wurde der 1. Mai durch absolute Arbeitsruhe schienenen konnte in der Rotunde Plazz finden. Die Stimmung war Die Genossen in Hof veranstalteten am Montagabend eine gefeiert. Von 200 organisierten Arbeitern feierten über 100.trog der falten und regnerischen Witterung großartig. Die Maifeier Versammlung in der Rosenau, die von 250 Personen besucht war. Die Genoffen von Finsterwalde machten früh 8 Uhr einen für Bant- Wilhelmshaven wurde in diesem Jahre zum ersten Genosse Liebold referierte. Wunsiedel im Frankenwald: Ausflug mit einer Beteiligung von 150 Mann. Abends Festveranstal- male durch Ausflug gefeiert, der imposant verlief( 450 Personen), Am 30. April Konzert und Festrede, Redner Gen. Liebold. 100 Pertung, bestehend in Gesangs- und Instrumentalfonzert, Festrede 2c. trotzdem sich die Werftarbeiter nicht daran beteiligen konnten. Die fonen. In Tröst au bei Wunsiedel: Am 30. April Versammlung Die Festrede hielt Genosse Emil Eichhorn- Dresden. Be- sonst so gutmütige Polizei war etwas nervös geworden, als sie fah, von 200 Personen. Referent Gen. Liebold. teiligung 800 Personen; die Frauen waren start vertreten. daß neben drei Gewerkschaftsfahnen auch eine rote Fahne im Zuge Schweinfurt. Der Festtommers am Sonntag war von Provinz Preußen. vertreten war, und veranlaßte auf höhere Weifung deren Entfernung. ca. 1000 Personen besucht. Die Festrede von Dr. SüdekumDie Werftverwaltung hatte die strengsten Maßregeln getroffen, um Nürnberg fand stürmischen Applaus. Die Arbeitsruhe ist infolge der alle diejenigen zu kennzeichnen, die sie an dem Zug beteiligen. hier sehr darniederliegenden Industrie nur eine geringe. Es sind Abends fanden Feiern in der„ Arche zu Vant und im" Tivoli" ungefähr 60 Feiernde. zu Toendrich statt. Als Festredner fungierten die Genossen & mil Fischer aus Hamburg und Karl Duden von hier. Auch in Verden a. d. Aller wurde der 1. Mai in würdiger Weise gefeiert. Nachmittags fand ein Spaziergang nach dem Holze statt, an welchem sich ca. 300 Personen beteiligten. Abends war eine Voltsversammlung, in welcher Junge aus Bremen referierte, diese war von 250 Personen besucht. Bramsche hatte eine schöne Maifeier. Nachmittags Ausflug, woran 60 Genossen teilnahmen. Abends Festversammlung mit nachfolgendem Kommers bei starter Beteiligung. Referent ivar Genosse Lampe. Die Maifeier in Achim fand am Sonntag statt, Die Versammlung, in der Genosse Faure aus Bremen referierte, und der Kommers am Abend waren start besucht. In Königsbeg i. Pr. war die Feier durch Arbeitsruhe größer als in den Vorjahren. Die Versammlungen waren start besucht; der Ausflug wurde bei Regen und Hagel unternommen. In Danzig tagte am Vormittag eine von 200 Personen besuchte Versammlung. Das Referat hatte Gen. Bartels. Die Resolution des Pariser Arbeiterkongresses wurde einstimmig angenommen. Zum Schluß folgten stürmische Hochs auf die internationale Arbeiter bewegung. # Pommern. In Randow Greifenhagen wurde die Maifeier laut Beschluß der Parteiversammlung bereits am Sonntag abgehalten. Es tagten fünf Versammlungen, die insgesamt von über 2000 Teilnehmern besucht waren. Es referirten Korsten- Berlin, Herbert, Apelt, Hanisch und Müller. Am 1. Mai sprach Körsten bei den Glasarbeitern vor 400 Personen. Alle sersammlungen verliefen enthusiastisch. In Torgelow nahmen an der Versammlung 600 Personen teil. Als Referent war Rohrlad Berlin erschienen. In ledermünde ist die Feier in großartiger Weise verlaufen. Die Versammlung, in welcher Storch- Stettin die Bedeutung des 1. Mai darlegte, war von 500 Personen besucht. Schlesien. Die Maifeier in Breslau verlief großartig. Troz ungünstiger Witterung beteiligten fich 10 000 Besucher am Gartenfest. In der imposanten Versammlung am Montag referierte Schoenlant. Am Frühspaziergang große Beteiligung. Rheinland- Westfalen. In Heidingsfeld, einem kleinen Dorfe bei Würzburg, demonstrierten 50 Mann durch Arbeitsruhe. In der Versammlung am Abend, die stark besucht war, referierte Kern- Würzburg. In Pirmasens nahm die Maifeier trotz des verbotenen Umzuges einen glänzenden Verlauf. 300 Arbeiter ließen die Arbeit ruhen und veranstalteten einen Spaziergang durch die Stadt. Die Versammlung am Abend war überfüllt. Königreich Sachsen. Dresden. In der Stadt fanden vormittags 10 Uhr vier große Versammlungen statt, welche sämtlich außerordentlich start besucht, teilweise überfüllt waren. Es mögen etwa 5000 Per sonen anwesend gewesen sein. Zwei Säle wurden deswegen polizeilich gesperrt, der geräumige Trianonsaal schon dreiviertel Stunde vor Beginn der Versammlung. Es referirten Bebel, Kaden, LedeIn Essen wurde in einer Volksversammlung von Wessel- bour und Schippel. Die Versammelten nahmen in begeisterter Düsseldorf über den 1. Mai und das Proletariat bereits Stimmung gleichlautende Resolutionen an. Ein scharf hervor am Sonnabendabend für die Metallarbeiter und die im Bergbau tretendes Charakteriſtikum dieser Versammlungsdemonstration war, beschäftigten Arbeiter referiert, weil die Verhältnisse bei Krupp daß durch sie bewiesen wurde, daß von den Dresdener Arbeitern in derartige sind, daß diesen Arbeitern eine Feier am 1. Mai sehr erschwert, einer bisher nicht dagewesenen Weise die Feier durch völlige ia fast unmöglich ist. Im übrigen verlief die Maifeier glänzend. Arbeitsruhe begangen wurde; das ist in Anbetracht des scharfen Sonnabend und Montag fanden Versammlungen statt. Die Vorgehens der Unternehmer und Behörden doppelt hoch anzuMontagsversammlung war überfüllt. Am Ausfluge beteiligten sich schlagen. Am Ausfluge nach Loschwiz am Nachmittag des 1. Mai 700 Personen. In Barmen war die Feier, weil am 1. Mai beteiligten sich etwa 20 000 Personen. Umzüge waren verboten! In In Liegnis wurde der 1. Mai wie alljährlich durch einen der Wohnungswechsel stattfindet, auf den Nachmittag verlegt. Man Beim Kommers des Abends waren sämtliche Lokale überfüllt. Spaziergang der nicht arbeitenden Genossen gefeiert. Die Be- machte unter sehr starker Beteiligung einen Ausflug. Botschappel war eine Vormittagsversammlung von 1000 Personen teiligung war ungewöhnlich stark. Abends fand eine öffentliche Ver Abends 9 Uhr war Volksversammlung auf der Wilhelmshöh, besucht, abends Stommers. Coffebaude nachmittags Ausflug, ſammlung statt; biefelbe war gut besucht. Die Zahl der ganz oder wo unser Reichstags- Abgeordneter Moltenbuhr einen Vortrag abends Versammlung und Kommers. teilweise durch Arbeitsruhe Feiernden bezifferte sich auf 600. hielt. Die Versammlung war reich besucht. In Chemnitz beteiligten sich gegen 10 000 Personen. Der In Köln war die Maifeier- Versammlung am Morgen äußerst Verlauf ivar großartig. zahlreich besucht( 600 Mann). Quard- Frankfurt redete über die In 3 widau war die Vormittagsversammlung von 450 PerBedeutung des 1. Mai und das 50jährige Gedächtniß der Kontre- sonen besucht. Reichstags- Abgeordneter Stolle referirte unter lebrevolution von 1849. Nachmittags machte man einen Ausflug unter haftem Beifall. Abends 6 Uhr war in 2 Sälen Kommers, woran zahlreicher Beteiligung. sich 2000 Personen betheiligten. Die Lokale erwiesen sich als viel fchönſter Harmonie. zu flein. Das Fest verlief ohne Störung bis zum Schlusse in Die Genossen von Sagan hatten einen Ausflug arrangiert, den sie trotz des schlechten Wetters in der besten Stimmung ausführten. In Begleitung von Gensdarmen mußten sie vor dem Regen unter den Bäumen Schutz suchen, die Ordnungswächter hielten es aber nicht sehr lange aus und verschwanden bald. In Goldberg i. Schlesien sprach am Sonntag in einer sehr gut besuchten Maiversammlung Redakteur Bruhns Breslau unter lebhaftem Beifall. Die Versammlung in Bielschowiz, wo Genosse inter deutsch, Genosse Boris polnisch referierte, war gut besucht und verlief in bester Weise. Provinz Sachsen. Im Saaltreise fand eine Vorfeier am Sonntag in Dölau statt, die einen guten Verlauf nahm. Eine stark besuchte Versamm lung zu dem gleichen Zwede in Löbejün durfte nicht abgehalten werden. Die Volksversammlung am Vormittag des 1. Mai verlief in alle fo glänzend, wie nie zuvor. Der Zug, welcher sich nach dieser Versammlung in zwang losen Gruppen durch die Mitte der Stadt bewegte, zählte nach Tausenden. Noch einmal brausten am Abend in einer imposanten Versammlung die Wogen der Feststimmung durch die Menge, welche einmütig der von dem Abgeordneten Kunert eingebrachten Resolution gegen den Buchthauskurs und für unsere Maifestforderungen zustimmten. Die Festvorträge in diesen Verfammlungen hielt der vorerwähnte Parteigenoffe. In geis beteiligten sich an der Maifeier am Sonntag vier hundert Bersonen. Am Morgen des 1. Mai veranstalteten etwa 100 Perfonen einen Ausflug. Einige Branchen waren zum ersten mal mit Arbeitsruhe vorgegangen. Die Versammlung am Abend, in der Reichstags- Abgeordneter A. Thiele referierte, war sehr start besucht. Die Versammlung in Aschersleben am Sonntag war außerordentlich start besucht. Genoffe Adolf Hofmann- Berlin referierte. Hervorzuheben ist die starke Beteiligung der Frauen. Die Resolution der Berliner Gewerkschaften wurde einstimmig an genommen. Am 1. Mai früh wurde unter starker Beteiligung ein Ausflug veranstaltet. Better und guter Beteiligung, in schönster Weise verlaufen. Morgens In Düsseldorf ist die Maifeier, begünstigt vom schönsten sammelten sich die Parteiangehörigen mit Weib und Kind in vier Meißen Cölln. Die hiesige Maifeier war trotz der unLokalen, zogen von da in geschlossenen Zügen zur Rheinwerft am alten günstigen Witterung und trotz aller Unternehmer- Chikanen imposant. Schloß, woselbst a wei eigens zur Feier gemietete prächtige und große Sonntag Borfeier, Partie nach Schnefenberg. Daselbst WolfeRheindampfer der Maidemonstranten warteten. Nachdem die Schiffe versammlung. Referent: G. Goldstein. Beteiligung gegen mit den Menschenmassen vollständig gefüllt waren, ging's unter 1000 Personen. Montag, den 1. Mai: Frühschoppen in zwei Lokalen. flingendem Spiel von Musikkapellen und unter Hochs der zu Hun- Es feierten den ganzen Tag die Schuhmacher, sowie die Töpfer der derten am Ufer Stehenden rheinabwärts nach Kaiserswerth. Hier, Ofenfabrit Markowsky und von Haupt. Nachmittags: Partie. Bezwar empfangen von einer Schar Gendarmen, Geheimen und dem teiligung gegen 350 Personen. Abends: Kommers im Turmhaus Bürgermeister des Orts, wurde der schöne Maienmorgen in lustigstem und Schiff. Feftredner: Genosse Goldstein. Beide Lokale waren Beisammensein zugebracht. Mittags gegen 1 Uhr brachten die außergewöhnlich stark bejezt. In fast allen Fabriken, in denen die Dampfer die Festteilnehmer wieder heim und es ging, in Düsseldorf Freigabe des 1. Mai nachgesucht wurde, erfolgte progige Ablehnung. wieder angekommen, in geschlossenem Zuge zum Centrum der Stadt, Troßdem Beteiligung wider Erwarten start. allwo sich die Genossen dann trennten. Abends fanden zwei große Plauen i. Vogtl. Vormittagsversammlung überfüllt, Volksversammlungen statt, wo Grimpe und Wessel referierten. Referent: Bernh. Miller Leipzig. Abend- Kommers ebenfalls Außerdem noch in fünf Lokalen Festlichkeiten des socialdemokratischen überfüllt. Viele mußten unikehren. Volksvereins und der größeren Gewerkschaften. Alles nahm einen Die Genossen des oberen Agitationsbezirkes des Zittauer glänzenden Verlauf. Die Maifeier in Bochum verlief groß- Wahlkreises mußten in Ermangelung eines Lokals im eigenen artig. Eine von 800-1000 Personen besuchte Versammlung hörte sächsischen Vaterlande nach Warnsdorf in Böhmen ziehen, um ein Referat von 2ehmann und schloß mit wirkungsvollen Gesangs- ihre Maifeier zu begehen. Es waren 600-700 Personen anwesend. vorträgen. Die Feier für die Parteigenoffen des unteren Die Feftrede hielt unter großer Begeisterung Genoffe Postelt. Streises Solingen( Burscheid, Withelden und Leichlingen) Die Maifeier im Amisbezirk Burgstädt verlief in würdigster fand am Sonntag zu Herscheid statt. Zum erstenmal stand Weise. Hatte der Vormittags- Ausflug unter der Ungunst der den Genossen für die Maifeier für die Maifeier ein 2okal zur Verfügung. Witterung zu leiden, so war die Abendfeier um so imposonter. Trotz der ungünstigen Witterung und der durch den Regen auf- In Großenhain wurde die Maifeier durch einen Ausflug geweichten Wege durch die Berge war das Lokal überfüllt. Die am Sonntagnachmittag eingeleitet, der bei guter Beteiligung unter Feier verlief in jeder Hinsicht in der befriedigendsten Weise. Die polizeilicher Bedeckung vor sich ging. Rote Rosen durften nicht Maifestrede hielt Genosse Franzen- Solingen. Die Feier hat sichtbar getragen werden. Am 1. Mai feierten etwa zweifellos für die hiesige Gegend einen guten agitatorischen Er- 50 Mann durch Arbeitsruhe, eine Zahl, die früher auch nicht folg. Der obere Streis Solingen machte einen Ausflug, an annähernd erreicht wurde. Abends fand eine Versammlung dem sich etwa 350 Personen beteiligten. In Minden i. Westf. war statt, in der Krüger- Dresden über die Bedeutung des 1. Mai Quedlinburg, die alte Bischofsstadt, sah in diesem Jahre die Versammlung am Vormittag von 50 Personen besucht, referierte. Das Lokal erwies sich als zu klein, so daß viele umeine imposante Maifeier. Der Umzug am 1. Mai nachmittags war dagegen kommten zu der Versammlung am Abend viele teinen kehren mußten. genehmigt worden und fand circa 700 Teilnehmer. Beim Einzuge Einlaß zum Verfammlungslokal finden. In beiden Versammlungen Mittweida. Maifeier großartig. Sonntagabend im Schüßens des Abends war er jedoch auf 2000 angeschwollen. Abends sprach wurden Resolutionen angenommen; durch Arbeitsruhe feierten haus Volksversammlung, gut besucht. Montagabend Kommers im Genosse A. Hofmann- Berlin in überfüllter Versammlung. Die 60 Personen. Mit dem Anfang find wir zufrieden. Saal Stadt Chenmig", mindestens 1200 Personen anwesend. Resolution der Berliner Gewerkschaften wurde zum Schlusse ein- Die Feier, die in Hagen in Westfalen veranstaltet wurde, bestand In Grün a war am 1. Mai von Mittag an geselliges Beistimmig angenommen. aus einem Ausflug von ca. 300 Personen und einer von 500 Personen fammensein, woran gegen 300 Personen teilnahmen. Kändler besuchten Versammlung. Krefeld hatte morgens eine von Chemnitz hielt die Festrede. Abends Kommers. Die ganze Feier 600 Personen besuchte Versammlung. Referent twar der nahm einen würdigen Verlauf. Genosse Jacob auts Hamburg. An der Abendfeier be In Kamenz war die Vormittagsversammlung von, circa teiligten sich 2500 Menichen. Mehrere Fabriken hatten 120 Personen besucht. Delißsch, vormittags am 1. Mai 100 Personen an einem Ausfluge beteiligt. Nachmittags 250 Personen zum Konzert. In der Versammlung am Abend sprach Genosse Dr. Friedeberg Berlin vor 300 Personen unter lebhaftem Beifall. Ju Bitterfeld ließen 100 Mann die Arbeit ruhen. In Halberstadt fand vormittags ein start besuchtes Konzert statt und abends eine imposante Versammlung, in der die Berliner Resolution einstimmig angenommen wurde. Schleswig- Holstein. Baden. den ganzen Tag geschlossen. In Kreuznach fand eine gutbesuchte Leisnig. Die Maifeier bestand in einem Ausflug am Sonntag Maiversammlung statt, in der Genosse David aus Mainz und einem Kommers am Montag. Beteiligung an beiden Tagen zureferierte. Die Genossen von Hagen begingen die Maifeier friedenstellend. Eine dem Tag entsprechende Resolution fand eindurch einen Ausflug, an dem sich etwa 300 Personen beteiligten. stimmige Annahme. Außerdem fand eine Volksversammlung statt, in der 500 Personen Die Versammlung in Martersbach war trotz schlechten anwesend waren.- Herford in Westfalen hatte eine von Wetters gut besucht. Genosse Händel referirte. Hochrufe und Kiel. Die Morgen- Versammlung in Kiel ist in glänzender 150 Personen besuchte Versammlung. Referent war Genosse Singen revolutionärer Lieder waren verboten. Weise verlaufen. Gegen das Vorjahr waren bald 500 Personen Bunsche aus Bielefeld. Im Gegensatz zu früher wurden mehr anwesend, so daß die Versammlung ca. 2000 Teilnehmer die Frauen diesmal nicht aus der Versammlung gewiesen. zählte. Referent war Genoffe Legien aus Hamburg, dem Aus St. Johann berichtet man uns vom Sonntag: Die heutige Arbeiter feierten, abends fand eine stark besuchte Versammlung im In Karlsruhe ist die Maifeier imposant verlaufen. Tausend brausender Beifall gespendet wurde. Durch einen Gesangsvortrag Maifeier im Königreich Stumm erfreute sich eines sehr guten Zu- Reichshallen- Theater statt. Referent war Redacteur Kolb; er be wurde die Versammlung eingeleitet und geschlossen. Nachmittags spruchs. Nach einem Prolog und einer Festrede kam das Theaterfand die Maifeier in vier stark besuchten Lokalen statt. Ebenso stück„ Sein Jubiläum" zur Aufführung; hierauf ein lebendes Bild: handelte die Bedeutung des Achtstundentages. Die Resolution wurde waren in der Umgegend, in Neumühlen, Gaarden, Preez 2c.„ Die Arbeit rollt ihr Banner auf". Selbstverständlich sorgte ein sehr vormittags von 600, Die Maifeier in Mannheim war einstimmig angenommen. abends von mehr als 3000 Personen Maifeiern veranstaltet worden. Die faiferl Werft hat sich startes Polizei- Aufgebot für das Wohl der Anwesenden. nicht enthalten können, ihre Uebermacht den Arbeitern gegenüber Aus Bielefeld wird uns gemeldet, daß die dortige Vor- besucht. Die Festreden hielt Arbeitersekretär tagen stein. Aus Heidelberg berichtet man uns: Die vereinigten Geweriwieder zum Ausdruck zu bringen. Durch Anschlag ist den Arbeitern mittags- Versammlung von ca. 800 Personen besucht war. Abends fämtlicher Ressorts am Sonnabend mitgeteilt, daß das Feiern am versammelten sich in vier Lokalen etwa 10 000 Menschen zur Mai- schaften begingen am Montag unter außerordentlich zahlreicher BeMontag, den 1. Mai, als Teilnahme an einer socialdemokratischen feier. Auch in Mülheim an der Ruhr verlief das Maifest gut Agitation betrachtet werde und die Entlassung auf Grund der Arbeits- und unter Teilnahme von ca. 400 Personen. ordnung zur Folge haben werde. Hessen Nassau. V teiligung ihre Maifeier im Hirschen zu Kirchheim. Vom Bahnhof und zurück war ein großartiger Festzug veranstaltet worden. Dreesbach Mannheim sprach unter enthusiastischem Beifall. In Muggensturm bei Rastatt war die Feier am Sonntagabend sehr zahlreich besucht. Frau Greifenberg hielt die Festrede; den Genossen im gesegneten Preußen wird es seltsam vorkommen, daß keinerlei Polizei anwesend war. Heffen- Darmstadt. In Altona war vormittags eine von über 1000 Personen be= suchte Bersammlung, in der Genosse von Elm aus Hamburg Die Bersammlungen in Cassel verliefen unter stärkster Bereferierte. Nachmittags war ein großes Boltsfest, an dem sich die teiligung. Die Säle waren überfüllt. Am stärksten waren die HolzParteigenoffen mit Frauen und Kindern in bisher noch nicht da- arbeiter vertreten. An der Maifeier in Hanau beteiligten sich gewesener Zahl beteiligten. Abg. Frohme hielt eine Ansprache. vormittags 350, abends 900 Personen. Hoch referierte. Es herrschte Ottensen hatte vormittags eine von ca. 600 Personen besuchte große Begeisterung. Sehr schön verlief die Feier in Höchst a. M. Schon In Mainz hatten sich am Nachmittag 5000 Personen ein Versammlung, die sich in einer Resolution mit den Forderungen am Sonntag fand ein Voltsfest statt, das von 800 Personen be- gefunden, um das Weltfest der Arbeit zu begehen. Landtagsder Socialdemokratie einverstanden erklärten. In Uetersen sucht war. Die Versammlung am Montagvormittag war von Abgeordneter Dr. Ed. David hielt die Festrede. Der außer herrschte Arbeitsruhe in fast allen Betrieben. Gutbesuchte Versamm 250 Personen besucht. Viele mußten umkehren, da das Lokal zu ordentlich gute Besuch und der schöne Verlauf der Maifeier war die Tung vormittags 10 Uhr. Referent war Stengele Hamburg. flein war. Brühne- Frankfurt referierte; er erwähnte u. a. auch beste Anwort für das Verbot des Festzuges durch das Kreisamt. Nachmittags Ausflug mit Familien, abends Festball. In Neu- das neueste Attentat gegen den Holzarbeiter Verband. Nach In Offenbach a. M. wurden vormittags 9 Uhr zwei stark münster fand vormittags eine von 225 Personen besuchte Ver- mittag unternahm man einen Ausflug nach Kronberg; eine Musit- besuchte Voltsversammlungen abgehalten. Nachmittags 3 Uhr fammlung statt. 1897 waren nur 127 Demonstranten erschienen. tapelle sorgte für Unterhaltung. Bemerkt sei, daß in vier bewegte sich ein Demonstrationszug bon etwa viertausend Much Elmshorn hatte eine gut gelungene Maifeier, die aus von Möbelfabriken in Höchst sowie in je einer zu Nied und Unter- Personen durch die Straßen. Am Abend fand bei schönem 150 Personen besuchter Vormittags- Bersammlung und groß- liederbach die Arbeit vollständig ruhte. In der großen Maschinen- Better ein überaus zahlreich besuchtes Volksfest statt. artiger Nachmittagsfeier bestand. In Lauenburg wurde fabrik und Eisengießerei von Brauer u. Co. feierten zum ersten Die Maifeier in Vilbel verlief unter Beteiligung von über 1000 ,, wegen Maul- und Klauenfenche" Versammlung, Klauenfenche Versammlung, sowie male etwa 70 Mann. Männern und Frauen glänzend. Die Festrede des Genossen Konzert und Ball verboten.„ Trotzdem", schreibt uns unser Bayern. Krumm- Gießen, in welcher er aufforderte, als Antwort auf Korrespondent, fißen wir hier gemütlich beisammen. Alle Nürnberg. In einer am Vormittag des 1. Mai von die Zuchthausvorlage nicht zu raften, bis der letzte Arbeiter organiorganisierten Arbeiter feiern den 1. Maitroß der Maul- und den Schuhmachern einberufenen Versammlung, der auch An- fiert sei", fand begeisterten Wiederhall und lebhafte Zustimmung. Klauenfeuche." gehörige anderer Berufe beiwohnten, wurde nach einem mit stürmischem Die Maiversammlung in Klein- Steinheim( Streis Hannover. Beifall aufgenommenen Vortrage des Genossen Kynast eine Reso- Offenbach) war von 200 Personen besucht. 300 Teilnehmer wohnten In der Stadt Hannover war die Morgenversammlung der lution angenommen, in welcher die weitgehendste Verkürzung der der Versammlung in klein kropenburg( Streis Offenbach) den ganzen Tag Feiernden von etwa 1500 Personen besucht, also Arbeitszeit als wirksamstes Mittel eines gründlichen Arbeiterschutzes bei. In Dietersheim( Kr. Offenbach) referierte Raut vor bedeutend stärker als früher. Redner war der Genosse Pau L. erfaint, gegen die Bestrebungen um Beschneidung des Koalitions- 150 Personen. Gut besucht war die Festversammlung in MühlNachmittags war Konzert für diejenigen, die einen halben Tag rechtes protestiert und alle Arbeiterschutzbestimmungen ohne voll- heim am Main. Der Entwurf wird dem : Mitteldeutsche Kleinftaaten. Auch in den Orten in Hamburgs näherer und weiterer Umgebung[ faiserliche Genehmigung erhalten. von geordnetenhause in nächster Zeit zugehen. Was steckt dahinter Besonders imposant gestaltete sich die Maifeier in Altenburg. waren Festversammlungen arrangiert. Insgesamt waren Ludwig Büchner, der Bruder des genialen Dichters, ist in In einer von 2000 Personen besuchten Vormittagsversammlung Hamburg 53 Referenten ausgesandt, um über die Bedeutung referierte Stück I en. Am Nachmittag und Abend war Konzert, zu des 1. Mai für die Arbeiterschaft zu sprechen. Kollisionen mit den Stoff" gehört zu den verbreitetsten Büchern philosophischen Anstrichs. welchem 2500 Eintrittskarten verkauft wurden. Die Arbeisruhe sämtlichen außerhamburgischen Ortschaften und Städten Fest- und Es war eine erfolgreiche Kampfschrift wider die orthodore Theologie; welchem 2500 Eintrittskarten verkauft wurden. Die Arbeisruhe Behörden kamen, soweit bisher bekannt, nicht vor. Nur waren in Darmstadt, 75 Jahre alt, gestorben. Sein Hauptwerk„ Kraft und war fast allgemein durchgeführt. In den Industriedörfern den Thüringer Waldes Umzüge von den Polizeibehörden untersagt. In Bremen wies die Maifeier einen bedeutenden Fortschritt doch wurde der Teufel durch Beelzebub ausgetrieben: die biblische durch die materialistische Theologie, ein Dogmatismus durch den ist die Maifeier bereits am Sonntag troß Regen und Schneegestöber durch Ausflüge bei Konzert, Festversammlungen 2c. unter starker Be- gegen die Vorjahre auf. Partei und Gewerkschaftskartell wirkten seit andern. Die ungeheure Verbreitung des Buches, an dem Ungezählte teiligung der Arbeiterschaft begangen worden. Früh versammelten sich Wochen gemeinschaftlich auf Durchführung der Arbeitsruhe hin. In Hunderte auf dem„ Silberblick" bei Elgersburg. Nachmittags sprach der letzten Woche wurden in Bremen und Umgegend 45 000 Mai- gleichsam philoſophiſch leſen lernten, hat der tieferen Erkenntnis der Büchner blieb bis an sein Ende in rührigster geistiger Thätigkeit. Abg. Baudert in dem halb preußischen und halb weimarischen flugblätter verbreitet. Arbeitsruhe fand statt in der Tabatbranche, philosophischen Wissenschaft nicht gedient. Stüberbach, am Abend zuvor bereits in Roda vor außergewöhn- der Holzindustrie, Schuhfabrikation mit wenigen Ausnahmen, außer Bolitisch stand er wohl der Demokratie nahe. Der Früh lich stark besuchten Versammlungen. Die Ilmenauer Arbeiter dem in vielen Einzelbetrieben anderer Branchen. Umgestaltung des Konsularwesens. Laut Kölnischer Ztg." hatten den letzten Platz im Felsenkeller" besetzt, über 600 Teil- spaziergang, an dem über 3000 Personen teilnahmen( bedeutend mehr nehmer waren anwesend; viele erhielten keinen Einlaß mehr. Abg. als in den Vorjahren), ging durch den Bürgerpark zurück durch die beschäftigt sich die Regierung mit der Frage, in welcher Weise das Baudert hielt eine zündende Festrede; drei Gesangvereine ließen ihre Stadt zum Versammlungslokal, wo Genosse Schmalfeldt- deutsche Konsularwesen mit Verbefferungen ausgestattet werden Lieder erfchallen. Eine von Jahr zu Jahr wachsende Begeisterung Bremerhaven vor Tausenden sprach. Nachmittags Kinderfest, abends tönne, vielleicht nach der Richtung hin, daß die kaufmännische Tüchtigkeit der Konfulate gestärkt werde. Es werden zivei Vorschläge erBall in vier großen Sälen. macht sich bemerkbar. Es war Ausland. Frankreich. Voltaire" Die Parteigenossen von Jena und Umgegend begingen die In der Umgegend fanden am Sonntag Feierlichkeiten und Reden wogen. Man denkt einerseits an kaufmännische Attachés, während Maifeier durch einen Ausflug nach dem altenburgischen Landstädtchen statt in a st a bt( Festzug von 500 Personen), wo Winkelmann mann andererseits betont, man solle auf den Berufskonsul verzichten Roda. An dem Ausflug beteiligten sich etwa 100 Genoffen, welche und Dr. Diederich sprachen, ferner in Schwachhausen, wo und angesehene Kaufleute ernennen, denen man zur Besorgung den Weltfeiertag durch vollständige Arbeitsruhe begehen konnten. Dr. Diederich sprach, in Sebaldsbrid Referent anre), der juristischen Bureaugeschäfte einen juristisch gebildeten Beamten beabsichtigt, durch diesen Ort einen Umzug zu 2oltmarshausen, Achim( Neferent Faure). Ueberall beigiebt. veranstalten, der beinahe gelungen wäre, wenn nicht die vorzügliche Beteiligung und große Begeisterung. Polizei, nachdem ste in dem guten Glauben, Staatsstützen vor sich zu haben, die Erlaubnis bereits erteilt hatte, rechtzeitig diese Erlaubniß noch zurückgezogen hätte. Dem Einfluß des Landrats von Roda war es zuzuschreiben, daß der Versuch, die Rodaische Musikkapelle für einige Stunden zur Unterhaltungsmusik zu gewinnen, mißlang. Auch war die Mühe, in Roda einen Saal zur Verfügung gestellt zu erhalten, vergebens. Infolge dieser Vorgänge nahmen aber die Ausflügler in vergnüglicher Stimmung in einem kleinen Waldlokal, der„ Eule", einen gemütlichen Aufenthalt. Zwei Abgesandte des Landrats, drei Gendarmen zu Fuß und zu Pferd, wachten darüber, daß keine Rede geschwungen und auch sonst nicht„ demonstriert" wurde. Um 1/25 1hr erfolgte die Rückfahrt nach Jena; vom Bahnhof in Jena aus marschierte ein Zug mit Musit, dem sich noch viele Gesinnungsgenossen anschlossen, durch die Stadt. Am Abend fand ein Kommers in der„ Grünen Tanne" statt. In Blankenheim( Thüringen) fand Sonntag eine Festlichkeit statt, bei der Leutert Apolda sprach. Etwa 200 Personen beteiligten sich. Montagnachmittag war ein Ausflug nach Berka. Dänemark. Schweiz. Aus Zürich meldet unser Korrespondent: Herrliches MaienDie Affaire Dreyfus. Ein Redacteur des Blattes 2 wetter ist am Festtag der Arbeit; kein Rauch aus Fabrikschornsteinen hat eine hohe Persönlichkeit des Justizministeriums ausgefragt über die verpestet die Luft. Hunderte von roten, rotweißen und blauweißen Absicht des Kajsations hoses. Vom Berichterstatter werde das Fahnen flattern in den Straßen. Die Arbeitsruhe ist fast allgemein. Schicksal der Revision abhängig sein, und δα dieser ein Echon vormittags war das Straßenbild wie an anderen bedeutenden Schicksal der Revision abhängig sein, und Feiertagen start belebt; nachmittags zieht ein imposanter Festzug Freund der Reviſion ſei, ſo werde" wahrscheinlich das Urteil bon 1894 für null und nichtig erklärt und Dreyfus vor durch die Stadt. Wenn, was nicht ein neues Kriegsgericht gestellt werden. zu erwarten ist, der Kassationshof die Revision ablehnen sollte, so In Kopenhagen verlief die Maifeier wie in den Vorjahren würde die Kriminalfammer allein über ein Amrullierungsgesuch, glänzend. Am Abend waren alle Lokale des socialdemokratischen welches der Justizminister dann einbringen müßte, zu entscheiden Bundes überfüllt. Die Abgeordneten Jensen, Bergbjerg haben. Ueber die Annullierung würden nicht die drei vereinigten und Sigwald Olsen, ferner der Vorsteher des Maurerbundes, Stammern des Kaffationshofes aburteilen, da das Revisionsgeseh Raifmussen, sowie Frau Oliva Nielsen und Fräulein Andrea von dem Ministerpräsidenten Dupuy sich nicht auf die Annullierung Nielsen hielten begeisternde Reden. Entsprechende Resolutionen erstreckt. Spanien. wurden enthusiastisch angenommen. Die Arbeitsruhe war allgemein durchgeführt. Die 18 sozialdemokratischen Senatswahlen. In den Senat wurden gewählt: 110 Ministerielle, Die Vormittagsversammlung, die Gera mit seinen Vororten Tageblätter Dänemarks sowie das Hauptorgan der Gewerkschaften 50 Liberale, 7 Parteigänger Gamazos und 12 Senatoren veram Montag abhielt, zählte 500 Teilnehmer. Reichstags- Abgeordneter hatten Fest nummern herausgegeben, die überall schnellen Absatz schiedener Parteirichtung. Die Majorität für die Regierung beträgt Die liberale Presse, ja teilweise auch die fon40 Stimmen. Indessen ist diese Majorität nicht zuverlässig. Wurm referierte. An einem Ausflug am Nachmittag beteiligten fanden. sich 1000 Personen. Abends waren mehrere Versammlungen in fervativen Blätter feiern den Maitag in Text und Bildern. am Belgien. von Afrika. großen überfüllten Lokalen. Pretoria, 1. Mai. Präsident Krüger eröffnete das Barla: Die Maifeier in Ohrdruf zählte 600-700 Teilnehmer und verlief unter großer Begeisterung. Aus Brüssel meldet uns ein Telegramm: Das Volkshaus ment mit einer Rede, in der er der Thätigkeit des Dr. Leyds in In Pößneck( Thüringen) war die Maifeier gestern trotz des war zur Maifeier prächtig dekoriert. Am Morgen wurde hier Europa besondere Anerkennung zollte. Die Minenindustrie habe im heftigen Regens gut besucht. Von einer Versammlung wurde ab- ein künstlerisch wertvolles Stonzert gegeben, das aus dem Vortrage vergangenen Jahre sehr große Fortschritte gemacht. Der Ertrag bes gesehen, weil die Polizei wegen der Beteiligung der" Jugend- alter Volksgesänge aller Länder bestand. Ueberall wehen in laufe sich auf 16 240 630 Pfund, gegen das Jahr 1897 ein Mehr von Straßen rote Fahnen. Nachmittags war lichen" Schwierigkeiten machte. Die Genossen halfen sich verständig, den öffentliches 4 586 905 Pfund. Die füdafrikanische Republik sei jetzt das bei weitem am meisten Gold produzierende Land der Abend marschierte ein Fest zug indem eine unpolitische Festrede an der Hand der Bibel gehalten Volkskonzert, wurde. Der Zuchthaus- kurs hatte für unerwartete Begeisterung 10 000 Mann mit Emblemen und Fahnen durch die Straßen. Jeder Welt; Transvaal liefere 282 Proz. allen Goldes, das jährlich in gesorgt. Einzelne trägt einen Stock mit rother Laterne. Vor dem Volks der Welt produziert wird. bause wird die Marseillaise gesungen; hierauf folgte vom Balkon aus eine zündende Rede des Genossen Wandervelde. Im großen Saale sprechen Vanloo und Vandervelde über den Maitag und fordern zu lebhafter Wahlagitation auf. Die Menge imponierte während der erhebenden Feier durch einen musterhaften Ordnungssinn. In Frankenhausen( Thüringen) wurde die Maifeier am Montag früh 8 Uhr durch einen Ausflug der Gewerkschaftsmitglieder des Holzarbeiter- Verbandes begangen, bei welchem sich 30 Kollegen der Organisation anschlossen. Die Tabakarbeiter und die Lederarbeiter hatten nachmittags Versammlungen. Der Abend verlief bei Konzert 2c. begeisterungsvoll; 700 Personen beteiligten sich. Aus Judenba ch( Sachsen- Meiningen) wird uns telegraphiert, daß die Maifeier unter großer Beteiligung erfolgte. In Ruhla a. S. war die Maifeier am Sonntag außer ordentlich stark besucht; am Montag trat in einzelnen Betrieben teilweise Arbeitsruhe ein. " = In Lüttich war der öffentliche Aufzug verboten worden, gleichfalls in Seraing; in Montigny find Bürgerwehr und Soldaten konfigniert. Die aus ständigen Arbeiter halten Versammlungen ab; Demblon und Seinets sprechen. In Gent nahmen sechstausend Arbeiter mit zahlreichen dem Umzug Abend am im teil; Radi Fahnen wird eine imposante Feier abgehalten. Der Unternehmer Parmentier dekretierte den Arbeitern drei Tage an Ants Am Schlusse seiner Rede sagte Präsident Krüger, der diplo> matische Schriftwechsel mit England über die internationalen Be ziehungen zwischen den beiden Staaten dauere fort; er hoffe jedoch, daß die Angelegenheit bald zu einer befriedigenden Lösung kommen werde. Der Bergarbeiterstreik in Belgien. Unser belgischer Korrespondent schreibt uns über die Situation des Ausstands am Sonnabend: Centrum. Die Arbeiter der Minen von Mariemont und Bas coup( ca. 1000), haben die Arbeit wieder aufgenommen. In vier anderen Gruben sind einige Arbeiter wiedergekommen, sonst ist der Streik noch Dienstag gab es 13 088 Streifer, heute ist immer allgemein. werden. In Salzungen war die Maifeier am Sonntag durch schlechtes Wetter sehr beeinträchtigt. Es beteiligten sich 150 Personen. Am falen Klub 1. Mai feierte eine kleine Anzahl Genossen. Im Beden bon Charleroi beträgt die Zahl der In Eisenach war die Maifeier am Orte wie gewöhnlich Ruhezeit, weil sie sich unterstanden hatten, den Maitag zu begehen. diese Zahl auf 10 600( nach Angabe der Unternehmer) gefallen. Die Unternehmer hoffen, daß die verboten. Nachmittags erfolgte unter Beteiligung von 200 Berm Centrum, in dem Borinage, in Tournai, Soignies, Streifenden jetzt 26 000. fonen ein Ausflug nach Farnroda. Abends war die Socialdemokratie Ninove, Alost, Basse, Sambre, Antwerpen, uh, Arbeiter nach dem 1. Mai die Arbeit wieder aufnehmen im Gasthof zum fröhlichen Mann" zahlreich versammelt, Reden sowie in den Kohlenminen von Mariemont und Bascoup durften aus Gründen der Staatsrettung nicht gehalten werden. ist der Maitag mit Erfolg proklamiert worden. In Arnstadt hat die Zahl der Beteiligten an der Maifeier Charleroi meldet ein Herold- Telegramm vom 1. Mai: 3000 Kunderfreulich zugenommen. Nachmittags war ein Ausflug; Abends geber, darunter zahlreiche Frauen und Kinder, durchzogen die Straßen sprach Befching Erfurt. Große agitatorische Wirkung. der Stadt unter Absingen revolutionärer Lieder und Hochrufen auf In Braunschweig war die Teilnahme an der Waifeier fast den Ausstand. Bis jetzt ist die Ruhe nirgends gestört. Im Mittelnoch größer als in den Vorjahren. Die vormittags 11 Uhr eine becken ist der Ausstand heute ebenfalls allgemein. berufene Versammlung war von etwa 1200 Arbeitern besucht. Viele Fabriken hörten auch um 12 oder 2 Uhr auf zu arbeiten. Nachmittags fanden Festlichkeiten in zwei großen Sälen statt, an denen wohl 7000 Personen teilnahmen. Die 11 Uhr- Polizeistunde, welche hier bei Arbeiterfestlichkeiten die Regel ist, machte den Veranstaltungen ein vorzeitiges Ende. In der Vormittagsversammlung sprachen die Genossen Rieke und Heymann. In dem Dorfe Bienrode bei Braunschweig fand die Festverjammlung Sonntagnachmittag statt und war von 83 Personen besucht; Genosse Wesemeier referierte. In Lehndorf im Braunschweigischen war die Maifeier am Montagabend gleichfalls sehr start besucht, das Referat hielt Genosse Günther. Helmstedt in Braunschweig. Etwa 130 Genossen beteiligten fich Montag an einer Versanunlung, in der Breunig sprach. Gine entsprechende Resolution fand einstimmig Annahme. In Osterwiec a. H. wurde Montagnachmittag 2 Uhr unter Mujilbegleitung ein Umzug durch die Stadt veranstaltet, an dem sich 200 Genossen beteiligten. Abends war eine starkbesuchte Verjammlung. 3orge a. Harz beging dies Jahr zum erstenmal die Maifeier. Grashof aus Braunschweig sprach vor 200 Personen. Aus Detmold erhalten wir folgendes poetische Telegramm: In unserer Ecke wird's auch helle, 150 find zur Stelle! Stunde verboten worden. Politische Nebersicht. Berlin, den 2. Mai. Zur Friedenskonferenz wird aus dem Haag berichtet: In dem Oramiensaal des Schlosses Huis ten Bosch", welcher zum Sigungsinal für die Friedenskonferenz bestimmt worden ist, werden hundert Sige hergerichtet, abgesehen von dem Bureau und dem Sekretariat. Es ist anzunehmen, daß die Verhandlungen der Konferenz nicht öffentlich sein, aber der Presse Mitteilungen zu gehen werden. Die Föderation der Arbeiter hat hier wie im Borinage beschlossen, den Streit bis zum äußersten fortzusehen. Die Einwohner und Händler von Charleroi haben eine Petition an den Gouverneur der Provinz geschickt; fie verlangen, daß der Gouverneur Einigungskommission empfehle. In Charleroi und Chatelineau haben den Unternehmern und Arbeitern zur Beilegung des Streits eine die Behörden den geplanten Umzug zum 1. Mai verboten. Truppen find in großer Zahl tonsigniert. Jm Beden von Lüttich geht der Streit etwas zurüc so sagen die Unternehmer. Nach den Angaben der Korrespondenten des Peuple" breitet er sich weiter aus. Der Arbeitsrat, der wieder Sigung gehabt hat, hat ein Resultat nicht gezeitigt. " Im Borinage wird die Zahl der Streifenden auf 25 000 geschäzt. Aus Lüttich meldet ein Herold- Telegramm vom 1. Mai: Das Polizeigericht verurteilte mehrere Arbeiter wegen Bergehens gegen die Arbeitsfreiheit zu Gefängnisstrafen von 8 bis 14 Regen. Das Portal. In der Angelegenheit des Friedhofportals Die Grubenbefizer haben vorläufig den gegen sämtliche Socialisten. Friedrichshain hat der Magistra't in seiner geftrigen außerordent- führer, welche den Streit hervorriefen, beabsichtigten Prozeß auflichen Sizung beschlossen, den von dem Präsidenten des Bezirks- gegeben. Ausschusses Kayser gemachten Vorschlag einer gütlichen Beilegung des Rechtsstreites der Stadtverordneten Bersammlung mitzuteilen und sie zu ersuchen, mit ihm in gemischter Deputation zu verhandeln. Diese Meldung bestätigt, was wir in der vorigen Woche über die Stimmung im Magistrat mitteilten, daß die MehrHeit nicht geneigt ist, über den Kopf der Stadtverordneten- Versammlung hinweg fich den angebotenen Friedensbedingungen zu unter werfen. Eine Todsünde. In Goslar ist der bekannte Maler Professor Wislicenus, der den Schmuck des Kaiserhauses geschaffen hat, dieser In Bernburg beteiligten sich am Morgenausflug 100 Personen. Tage gestorben. Seine Freunde beabsichtigten, eine Trauerfeier im Für den Abend war anfangs ein Umzug genehmigt, dann in letter großen Saale des Kaiserhauses im Angesicht des Lebenswerkes des mann Vogt nunmehr jegliche Verantwortung vor dem Bürgermeister Regierungspräsident wurden um Genehmigung ersucht. Bosse willigte ablehnen; gegen 1000 Personen bewegten sich durch die Straßen in telegraphischer Antwort umgehend ein, der Regierungspräsident nach dem Festlokal. Dieses war überfüllt. Weißmann- Halle versagte die Erlaubnis. Und nun zog auch Bosse die Erlaubnis hielt die Festrede. zurück. Aber weiter: das Konsistorium verweigerte dem Toten die firchlichen Ehren, und der Pastor erschien am Sarge des Toten im Gehrock. Hansaftädte. Eine räthselhafte Geschichte, deren Lösung fast unmöglich scheint. Wislicenus hat der künstlerischen Verherrlichung der deutschen Einheitslegende hervorragend gedient. Er war fein Aufrührer und fein Umstürzler, sondern ein gutgesinnter Nationaler. Und nun diese Aechtung! verbrannt werde. Versammlungen. Beschluß Aussperrung der Holzarbeiter. Wegen Feierns des 1. Mai haben die Mitglieder der Freien Vereinigung der Holz industriellen Berlins den bekannten dieser Vereinigung entsprechend, die Arbeiter ausgesperrt. Die Ver sammlung der Ausgesperrten, die von der Berliner Ortsverwaltung des Deutschen Holzarbeiter Verbandes zu heute vormittag nach Cohns Feitsälen einberufen worden war, war von ca. 2000 Personen besucht. Auf den Umfang der Aussperrung läßt diese Zahl jedoch nichts Genaues schließen. Denn, trotzdem aus dem großen Saale sämtliche Tische und Stühle entfernt worden sind und die Nebensäle benutzt wurden, erfolgte doch schon kurz nach 10 Uhr die polizeiliche Abperrung der Versammlung, so daß Hunderte der Ausgesperrten teinen Einlaß mehr fanden. Das genaue Resultat soll im Laufe des heutigen Nachmittags festgestellt und soweit wie noch notwendig Werkstattfizungen zweds Beratung abgehalten werden. Eine zu heute abend nach dem Louisenstädtischen Konzerthause anberaunte Vertrauensmänner- Versammlung wird zu den Maßnahmen der Holzindustriellen Stellung nehmen und weitere Beschlüsse fassen. Zu dieser Aussperrung wird uns noch berichtet, daß der Verband der Möbelpolierer beschlossen hat, daß seine wegen Feierns des 1. Mai ausgesperrten Mitglieder vor Montag, den 8. Mai, die Arbeit nicht wieder aufnehmen sollen. Hamburg. Die alte Hochburg der Socialdemokratie, die Republik Hamburg, hat wieder einmal einen Ehrentag zu verzeichnen. 3wölftausend Proletarier und Proletarierinnen jammelten sich zwischen 8 und 9 Uhr morgens auf dem großen Platz bei dem Gewerbemuseum in der chemaligen Vorstadt St. Georg hinter der alten rothen, von dem Hamburger Parteipatriarchen Erdmann Ach, der Aermste hatte zu guterlegt noch eine schwere Todsünde Dubber getragenen Parteifahne zu dem Festzuge nach dem hart an er hat verfügt, daß er in Gotha begangen: der Grenze gelegenen Horner Park. Zwei volle Stunden währte Darum mußte selbst Herr Bosse sein Wort zurücknehmen, darum der imposante Zug. Drei große Musikkapellen schritten, Arbeiterweisen spielend, den Abteilungen des Zuges, in dem über vierzig durfte der Diener des Herrn mir im Gehrock erscheinen. Auf dem Goslar benachbarten Broden soll in der vergangenen Lehte Nachrichten und Depeschen. Fahnen und Banner den einzelnen Gewerkschaften und Vereinen Walpurgisnacht der Vorgang den Stoff einer sehr vergnügten unter- Leipzig, 2. Mai.( Privatdepesche des„ Vorwärts.") Hier sind vorangetragen wurden, vorauf. Von Sajiffbed, Wandsted und haltung der verteufelten Herrschaften gebildet haben, die aus dem Umgegend. trafen die Parteigenossen am Bestimmungsort zusammen, so daß sich in den weiten Räumen und Gartenanlagen Geschehnis die frohe Gewißheit entnahmen, daß die Zeit ihrer sämtliche Former und Gießereiarbeiter ausgesperrt worden.( Geschieht jedenfalls wegen Arbeitsruhe am 1. Mai. Red. des Horner Parkes weit über 15 000 Festgenossen zusammenfanden. Herrichaft noch längst nicht vorüber. Das jüngste Herlein gab übrigens die treffend psychologische d.„ Vorw."). Von einem im Parke errichteten, mit all den im Zuge getragenen Deutung des sonst einigermaßen verwunderlichen Natschlusses: Die Neiffe, 2. Mai.( W. T. B.) Die„ Neisser Zeitung" meldet aus Fahnen und Bannern geschmückten Podium hielt der Reichstags Frommen, meinte es, wollen eben nicht das Feuer entweihen und Neustadt( Oberschlesien): Gestern früh wurde beim Kreuzen in einem stürmisch aufgenommenen Hoch auf die internationale beschmutzen, indem sie ihm Leichen als Nahrung ſpenden. Sie eines Bahnüberganges bei der Station Leuber ein Landauer von Arbeiterbewegung gipfelte. Am Abend fanden auf Hamburger Ge- find gewöhnt, nur Lebendige den heiligen Flammen zu weihen. dem ankommenden Zuge erfaßt und zertrümmert. Der Kutscher des Wie die„ Berl. Pol. Nachr." hören, hat Wagens erlitt lebensgefährliche Verlegungen, während die drei in denen Referate über die Bedeutung des Tages ge- der Entwurf eines Geseges, betreffend die Polizei Jusasien mit weniger gefährlichen, wenn auch schweren Verlegungen bon den Vororten Berlin, die davonkamen. waren Sämtliche Versammlungen überfüllt. verwaltung in Verantwortlicher Redacteur: August Jacobey in Berlin. Für den Inseratenteil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Drud und Verlag von Max Bading in Berlin. biet 18 öffentliche Boltsversammlungen balten wurden. Ein Polizeigesch. jratt, Sierzu 1 Beilage. r. 10la. 16. Jahrgang. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Abgeordnetenhaus. Auf der Tagesordnung steht die Beratung des Berichts der XIV. Kommission über den Antrag Gamp und Genossen betreffend Maßregeln gegen die in der Landwirtschaft herrschende Arbeiternot. Die Einleitung und unit 1 werden mit großer Mehrheit angenommen. V Dienstag, 2. Mai 1899. Abg. Hirsch( frf. Vp.): Abg. v. d. Borght mußte selbst zugeben, daß der Vorschlag' der Es folgt Punkt 2, der von der Erschwerung des Kontrakt: Kommission einen groben Verstoß gegen die bestehende Rechtsbruches handelt. ordnung darstellt. Ich bedauere aber, daß Sie beim Kontraktbruche Abg. Dr. Hirsch( fr. Vp.): für die ländlichen Arbeiter eine schärfere Bestrafung feststellen wollen. brüche bei Landarbeitern sind äußerst selten. Ich berufe mich für werden. Ich sehe für diese Bestimmung gar kein Bedürfnis. Kontrakt- Die Zeit wird kommen, wo Sie dies als einen Fehler erkennen Es ist außerordentlich schwer, dem Arbeitgeber den die Verwerflichkeit dieser Forderung auf Fachleute, wie die Profefforen Kontraktbruch nachzuweisen, während die Schuld des Arbeiters leicht Die Kommission beantragt hiernach: die fgl. Staatsregierung v. d. Golz und Weber Heidelberg. Dabei hat der ländliche Ar- nachweisbar ist. Ich bitte Sie, den Antrag der Kommission abzuzu ersuchen, mit Rücksicht auf die in der Landwirtschaft, beiter heute noch kein Koalitionsrecht. Die triminelle Bestrafung lehnen. insbesondere in den landwirtschaftlichen Kleinbetrieben herrschende, des Kontraktbruches würde ein Ausnahmegesez gegen die Arbeiter den rationellen Betrieb der Landwirtschaft ernstlich gefährdende bedeuten.( Widerspruch.) Was für ein Unterschied ist es denn, ob Arbeiternot, ungefäumt die zur Milderung derselben geeigneten gefeß man die kontraktmäßige Lieferung von Lebensmitteln, Kohlen usw., geberischen und Verwaltungsmaßregeln in die Wege zu leiten, und aussetzt oder ob man seine Arbeitskraft nicht liefert? Für eine zu diesem Zweck neben der Hebung der Landwirtschaft überhaupt, Erweiterung der Rechte der ländlichen Arbeiter wird dieses Haus folgende Maßnahmen insbesondere in Aussicht zu nehmen: vorläufig nicht zu haben sein, ich richte aber den Appell an die verwandter Parteien, wenigstens die geringen Rechte der Arbeiter nicht noch verkümmern zu lassen.( Beifall links.) 1. Die Einführung der Konzessionspflicht für das Gewerbe der Gefindemakler, Arbeitsvermittler und ähnlicher Gewerbetreibender mit der Maßnahme, daß für kleinere Orte die Erteilung der Konzession von dem Nachweis des vorhandenen Bedürfnisses ab= hängig gemacht wird, sowie das Verbot des Betriebes dieses Gewerbes im Umherziehen, die Verschärfung der Kontrolle der Gesindevermieter und Stellenvermittler hinsichtlich der Buchführung, der Vermittlungstarife, die Zurückbehaltung von Legitimationspapieren, der Beherbergung von Stellensuchenden u. dgl.; 2. die Erschwverung des Kontraktbruchs fontraktbrüchige Arbeiter beschäftigt; Abg. Frhr. v. Richthofen- Mertschütz( f.): Der Anseinem Antrage eine schärfere Bestrafung der tontrattbrüchigen ArAbg. Dr. Sattler( natl.): Der Abg. v. Richthofen hat in beiter ganz allgemein gefordert. Nach seiner Auslegung ist der Antrag für uns noch unannehmbarer. Der Kommiffionsbeschluß wird mit dem Antrage Sz mula angenommen unter Ablehnung anderer Anträge. Es folgt der Abschnitt 3, der die größere Berücksichtigung der örtlichen Verhältnisse bei Festsetzung der Schulzeiten auf dem platten Lande verlangt. Abg. Kopsch( frs. Vp.): den Ferien wie bei den Schulstunden bereits statt. Nun heißt es in Die Berücksichtigung der örtlichen Verhältnisse findet sowohl bei dem Antrag: es soll eine größere Berücksichtigung erfolgen. Auch auch unter den Landwirten verschiedener Meinung über diese Frage diese Forderung fonnte man zunächst unterschreiben. Man kann ja sein, wie die Verhältnisse der Landwirte verschieden sind. Der Kartoffelhacken und dergleichen handelt; der Bauer dagegen braucht größere Befizer braucht die Kinder, wenn es sich um Rübenziehen, Und teien". Ich bin neugierig, welche Parteien mit der des Abg. Hirsch Herr Dr. Hirsch richtete einen Appell an die„ verwandten Parverwandt find?( Heiterkeit.) Ich habe alle Achtung vor seiner Praxis des Lebens.( Sehr richtig!) Bücherweisheit, aber hier hilft diese nichts, hier beweist die Fragen Sie einmal die Bauern, Herr Hirsch! Dann werden Sie nicht erst eine Statistit a) durch Bestrafung der Arbeitgeber und Stellenvermittler brauchen, die Zunahme des Kontraktbruchs festzustellen.( Zustimmung wegen Verleitung dazu, rechts.) Nach den heutigen Ausführungen des Abg. Hirsch kann ich b) durch Bestrafung des Arbeitgebers, we her wissentlich weisheit nicht weiter hilft.( Sehr richtig! rechts.) Zwischen dem b) durch Bestrafung des Arbeitgebers, we her wissentlich nur weiter bei meiner Meinung bleiben, daß uns die Bücher c) durch Einführung einer Ersaßpflicht nach Analogie der fraft ist denn doch ein Unterschied. Ausbleiben von Kohlenlieferungen und sie während der Heuernte oder der Ernte selbst zur Beaufsichtigung dent von Arbeits§§ 124b und 125 der Reichs- Gewerbe- Ordnung; fleinerer Geschwister, zum Essentragen usw. Welche Interessen sollen Eine Kohlenlieferung ba maßgebend sein? Die Bedeutung des Antrags ist aber überhaupt 3. die größere Berücksichtigung der örtlichen Verhältnisse bei fann häufig ruhig einige Wochen warten, in der Festiezung der Schulzeiten auf dem platten Lande( Halbtagsschule, Erntezeit wäre das Aussehen der Arbeitskraft geradezu verhängnis- die hier gehalten worden sind. Danach würde der Antrag, in gut nur zu erkennen im Zusammenhang aller Anträge und mit den Reden, Sommerschule, Ferienzeit) unter voller Wahrung der Ziele des Volls Genossen des Herrn Dr. Hirsch und der ihm nahestehenden Parteien Deutsch übersetzt, nicht anders lauten als fo: Gebt uns die Kinder boll.( Sehr richtig!) Leider aber ist es durch die Thätigkeit der 4. Die mögliche Verminderung der Beschäftigung von Arbeitern dahin gekommen, daß das Rechtsbewußtsein unseres Volks- der ländlichen Arbeiter mehr heraus aus der Schule, damit seitens der Staatsbetriebe während der Erutezeit, sowie über- lebens leider immer mehr schwindet.( Lachen links.) Das wir möglichst billige Arbeitskräfte für uns erhalten.( Sehr haupt die größere Berücksichtigung der landwirtschaftlichen Arbeiter- Herzogtum Anhalt hat jetzt deshalb den Kontrattbruch unter Strafe richtig! lints.) Es ist erfreulich, daß selbst die Herren in der not bei den vom Staate auszuführenden Bauten; bei Arbeitnehmern wie gebern gestellt. Wir wünschen das auch. Der Kommission sich veranlaßt gesehen haben, hinzuzufügen:„ in voller 5. die größere Rücksichtnahme bei dem Strafvollzug während Arbeitnehmer kann ja schon heute deswegen bestraft werden.( Zuruf aber im Lande nur als eine Verzierung des Antrags auf Wahrung der Ziele des Volfsschulwesens". Dieser Zusag wird der dringenden landwirtschaftlichen Arbeitszeiten sowie die verdes Abg. Goldschmidt.) Lassen Sie sich doch das Strafgesetzbuch mehrte Beschäftigung von Korrigenden und Strafgefangenen geben. Unter dem 24. April 1854 ist eine Geldstrafe für Kontratt gefaßt werden. Der Kern des Antrages ist Verkürzung bei Meliorationsarbeiten; bruch des Gesindes und ländlichen Arbeiters vorgesehen. der Schulzeit zu Gunsten der Herren, die billige Arbeitskräfte brauchen. 6. die Einschränkung des bisherigen Verfahrens, den Arbeiter- trag, den ich stellen möchte, will den Kommissionsantrag dahin er zur Arbeit heranziehen zu können und gleichzeitig die Ziele der Wie denkt man eigentlich die Kinder in erhöhtem Maße markt durch Gewährung von besonderen Tarifverbilligungen auf weitern, daß auch die Arbeitnehmer schärfer bestraft werden können, Wolfsschule zu wahren? Diese Aufgaben zusammen lösen zu wollen, weite Entfernung zum Nachteil der Landwirtschaft künstlich zu ver- Wir bitten, den durch unseren Antrag erweiterten Kommissions: heißt die Quadratur des Zirkels lösen wollen. Welches sind denn wenn sie kontraktbrüchig werden oder Arbeitsgenossen dazu verleiten. 7. die Herbeiführung von Bestimmungen, wonach junge Leute antrag anzunehmen, den Antrag Szmula, der joeben eingebracht werden denn die Ziele der Volksschule bereits erreicht? Als erhalten wollen? Hig unter 18 Jahren nicht ohne ausdrückliche Genehmigung derjenigen, worden ist, bitten wir abzulehnen.( Beifall.) unter deren( väterlicher oder vormundschaftlicher) Gewalt sie stehen, Absatz a des 2. Punktes einfügen will:„ Dienst- und ArbeitsInzwischen ist ein Antrag Szmula( C.) eingegangen, der in Fachmann kann ich nur sagen: in den weitaus meisten aus ihrem Heimatsorte fortziehen dürfen; ländlichen Schulen werden die Ziele, die unserer Volks8. die Gewährung des Rechts an die Gemeinden, die Ab- genossen"; es soll also auch eine Bestrafung der Arbeiter herbei Die Halbtagsschule ist ja in unseren Schulen beinahe die Regel. Wo fchule gestellt werden, nicht erreicht.( Sehr richtig! links.) weifung neu Anziehender dann zu bewirken, wenn dieselben nicht geführt werden, die ihre Dienst- und Arbeitsgenossen zum Kontrakt- zwei klassen und ein Lehrer ist oder vier Klassen und zwei Lehrer, den Nachweis einer den sittlichen und hygienischen Anforderungen entsprechenden Wohnung erbringen, wobei das Schlafstellenwesen zu ift eit anderer Unterricht als Halbtagsunterricht schon jetzt gar nicht beschränken ist: Frhr. v. Richthofen meinte unsere Darlegungen damit abthun möglich. In Poſen kommen auf den Lehrer durchschnittlich 91 Kinder, 9. die Aenderung des Gesetzes über den Unterstüßungs: zu können, daß er fie als Theorie bezeichnete. Die Bücher, auf die fordert die Resolution das also noch besonders? Was heißt es muß also wiederum ein Halbtagsunterricht stattfinden. Weshalb wohnfis zur Erleichterung der Verpflichtungen der Wohnsizgemeinde wirten aus allen Teilen des Landes, fie bieten also dem Gesetzgeber dieser ist in Ostelbien nicht bloß die Regel, sondern auch in der Proving ich hinwies, beruhen auf der Befragung von Tausenden von Landdurch stärkere Heranziehung der Arbeitsgemeinde; Sommerschule? Wohl ein beschränkter Unterricht im Sommer; 10. die planmäßige Ansiedelung von kleinen und mittleren eine bessere Grundlage als die Erfahrungen eines Landwirtes, der dieser ist in Ostelbien nicht bloß die Regel, sondern auch in der Proving Sachfen; bei Magdeburg kommt er sehr häufig vor. Nun wird aber auch noch Landwirten, sowie von landwirtschaftlichen Arbeitern durch ein unentbehrlicher Rohstoff und kann sehr wohl mit der Arbeits- der Beginn um 1/2 6 Uhr gefordert. Die Kinder müssen also mindestens Genossenschaftsverbände und unter Mitwirkung des Staates in dazu fraft verglichen werden. Zurückweisen muß ich es, daß unsere Presse bis spät in die Nacht. Jit das nicht eine Grausamkeit gegen die geeigneten Bezirken; um 1/5 Uhr aufstehen. Dann sollen sie den ganzen Tag arbeiten 11. a) Die Beurlaubung von im aktiven Militärdienste das Rechtsbewußtsein im Volte mindere, ganz ich Gegentheil. Ich Kinder? Verträgt sich eine solche Forderung überhaupt mit dent stehenden Mannschaften zu dringenden landwirtschaftlichen Arbeiten verstehe diese Gesezesmacherei nicht, die sich immer nur gegen den Charakter der allgemeinen Volksschule? Es gehen doch in diese ( Erntearbeiten 2c.); Arbeiter richtet. Mein juristisches Gewissen empört sich dagegen, die b) die größere Rüdfichtnahme auf die dringenden landwirtschaft- Verleitung zu einer That, den Kontrattbiuch, unter Strafe zu Schulen nicht bloß die Kinder der Tagelöhner, die Sie( nach rechts) ausbeuten wollen. Wie sollen die Ferien anders gelegt lichen Arbeiten bei der Wahl des Zeitpunktes zur Einziehung von stellen, die selbst nicht strafbar ist.( Beifall.) Wo kann werden? Reservisten und Landwehrleuten zu militärischen Uebungen. man denn Abg. Frizen( C.): Die letzte Aeußerung von Dr. Hirsch verdie bestehenden Ferien noch Die Ferien find doch außerhalb des c) die Revision der Dienstvorschriften über Marschgebührnisse stehe ich nicht. Durch das Gesetz von 1854- also einer Zeit, wo es erheblich fürzen? Von für die zur Entlassung kommenden Mannschaften nach der Richtung findes und der ländlichen Arbeiter unter Sirafe und um diese Ar- können. Und darum solcher Lärm! Oder wollen Sie diesen arment noch keine Socialdemokratie gab der Festzeit wegen geschaffen. stellt den Kontraktbruch des Ge- eigentlichen Sommers hin, daß die früher der Landwirtschaft angehörenden Mannschaften beiter handelt es sich hier allein.( Sehr richtig!) Im vorliegenden Kindern, denen die großen Ferien nur erhöhte Arbeit bringen, auch diesen Ferien werden Sie überhaupt nur drei Tage abknapsent nach ihrem Heimats oder Gestellungsort entlassen werden; 12. die Erweiterung der Zulassung ausländischer Arbeiter, Punkt ist auch nur von der Bestrafung der Arbeit geber die Rede, soweit es die nationalen Rücksichten irgend gestatten, insbesondere weshalb also die Klage, daß sich der Absatz nur gegen die Arbeiter diese paar Festtage noch verfümmern? Und ist denn schließlich der auch zum Gesindedienst in nicht gemischtsprachigen Bezirken, sowie die ebenso die Verleitung dazu. Im großen ganzen stimmen wir für die Mehrzahl der ländlichen Lehrer zugleich Küfter und Organist iſt, auch zum Gesindedienst in nicht gemischtsprachigen Bezirken, sowie die richte?( Sehr richtig!) Der Kontrattbruch muß bestraft werden, spruch auf Ruhepausen hat?( Lachen rechts.) Sie wissen wohl, daß Lehrer nicht auch ein Mensch, der Berücksichtigung verdient und An Vereinfachung der von den Arbeitgebern den Behörden gegen die Vorschläge der Kommission. über abzugebenden Verpflichtungserklärungen. bruch verleiten. Abg. Dr. Hirsch( frs. Bp.): Wir betonen aber, Der Kommissionsbeschluß bedeutet eine Erweiterung des von daß wir nicht mit jedem Punkte völlig einverstanden sind. Dem den Konservativen eingebrachten Antrages( Arendt und Gen.). Außer- Antrag Szmula stimmen wir bei, den Antrag Richthofen halten wir dem liegt noch folgender Antrag Hirsch( frs. Vp.) und Gen. vor, für bedenklich; warum das Gesetz von 1854 noch verschärfen? den Antrag 10 folgendermaßen zu fassen: Abg. Dr. van der Borght( natl.): also auch am Sonntag keine Ruhepause hat, sodaß ihnen einige Erholungszeit wohl zu gönnen ist.( Rufe und Lachen rechts.) Man wird diese Verhandlungen im Lande aufmerksam betrachten.( Abg. v. Pappenheim( f.): Wir haben furchtbare Angst vor den Lehrern! Lachest rechts.) Die Lehrer haben die Entwickelung der ihnen anvertrauten 10. Die Förderung der Ansiedelung von kleinen und mittleren Der Abg. Dr. Hirsch nahm für seine Partei in besonderem Maße Kinder zu schüßen, soweit sie können. Gerade der Landlehrer hat Landwirten und von landwirtschaftlichen Arbeitern durch Private in Anspruch, daß sie das Rechtsbewußtsein des Volkes schärfe. Darin hier große Aufgaben. Es ist notwendig, daß auch in diesem Hause und Verbände namentlich in Bezirken mit überwiegendem Groß- möchte ich ihm nicht folgen. Herr Hirsch nivelliert zu start. Was sich ein Anwalt findet, der diese armen Kinder schützt.( Abg. grundbesitz, insbesondere auch durch Parzellierung von Staats: für die Industrie paßt, paßt noch nicht für die Landwirtschaft.( Sehr v. Pappenheim( t.): Wolfsredner! Heiterfeit.) Lehrer, Geistliche domänen, sowie durch Beseitigung des Familien- Fideikommiß- richtig!) Er fann auch nicht ohne weiteres die Koalitionsfreiheit auf und die Schulaufsicht muß darüber wachen, daß die ihr anvertraute rechts. alle Verhältnisse übertragen. Will er den Seeleuten etwa die- Jugend nicht durch andere Einflüsse ihrer Ausbildung entzogen und Die Abschnitte des Antrages werden einzeln beraten, zunächst felbe Koalitionsfreiheit gewähren wie den industriellen Arbeitern? in ihrer förperlichen wie geistigen Entwickelung gehemmt wird. der von der Konzessionspflicht der Stellenvermittler. Eine ganze Reihe von Kommissions- Mitgliedern hätten gern den Kon- Es wäre interessant zu erfahren, wie viel Stunden eigentlich die Abg. Wintermeyer( frs. Vg.): Die bestehenden Verhältnisse trattbruch bestraft; ich gehöre nicht dazu. Aber sie waren überzeugt, Kinder in der ländlichen Arbeit täglich beschäftigt werden. Ist das, in der Stellenvermittelung sind gewiß noch verbesserungsbedürftig, daß ungeheuere Schwierigkeiten entgegenstehen, und haben sich des- was die Kinder in den Jahren der Schulzeit verdienen, ein ge= aber für manche Gegenden unentbehrlich. Wir werden gegen halb gesagt: wenn wir aus Not die Straflosigkeit der Arbeiter be- nügendes Aequivalent für das, was sie an der Ausbildung einbüßen? Bestimmungen stimmen, die geeignet sind, die Gewerbefreiheit ab- stehen lassen müssen, so wollen wir doch wenigstens die Leute be- Es ist ein Unterschied, ob die Kinder in der Landwirtschaft zubrödeln. strafen, die sie zum Kontrattbruch verleiten. Mit Arbeiterfreundlichkeit ihrer Eltern oder von Großgrundbefizern beschäftigt werden. Abg. Frhr. v. Richthofen Mertschüß( f.): Wir sind enschieden hat die Sache nichts zu thun. Arbeiterfreundlichkeit besteht nicht bloß Wenn die Eltern mitarbeiten, so ist die Gewähr bor für eine wirkliche Konzessionierung der Gesindemakler, für das Ver- darin, daß man die Interessen der Arbeiter wahrnimmt, sondern daß man handen, daß das Kind nicht übermäßig angestrengt bot, das Gewerbe im Umherziehen zu betreiben, und die genaue zwischen den Interessen der Arbeiter und Arbeitgeber einen Ausgleich sucht. wird.( Sehr richtig 1) Man macht Arbeiterschuß Geseze. Wenn Prüfung des Bedürfnisses. Obgleich ich also mit dem Abg. Hirsch nicht einverstanden bin, so irgend jemand geschüßt werden muß, sind es die Kinder.( Sehr fann ich mich doch auch dem Antrage v. Richthofen nicht anschließen. richtig! links.) Erwachsene haben die Möglichkeit, sich allein zut Die Verschärfung des Kontrattbruches war bisher auf dem Lande schützen; wer aber schüßt die Kinder gegen übermäßige Anstrengung? nur ein civilrechtliches Delift und wird in der ganzen übrigen Gesetz- Die tonservativen Grenzboten" sagen; nicht Menschenliebe, sondern gebung nur als solches behandelt. Sie wollen mit dem Antrage ausgesprochene Gleichgültigkeit, kaufmännische Berechnung und rohe einen neuen Grundsaß für die Strafgesetzgebung schaffen, dann Lieblosigkeit sind die Motive des Antrags.( hört! hört! links.) Jch müßten Sie ihn aber auch auf die Industrie- Arbeiter und die ganze bitte Sie, im Interesse der Schule und unserer Kinder die Anträge übrige Bevölkerung ausdehnen, abzulehnen.( Lebhafter Beifall links. Zischen rechts.) = Abg. v. Czarlinski( Bole): Mit dem Durchbruche der Getverbefreiheit haben wir schlechte Erfahrungen gemacht. Wir werden deshalb gegen die Konzessionspflicht stimmen. Anders steht es mit der Ausübung dieses Gewerbes im Umherziehen. Wir bitten deshalb getrennt darüber abzustimmen. Abg. Dr. Hirsch( frs. Vp.): Ohne Not sollte man an bestehende Zustände nichts ändern. Gerade mit polizeilichen Eingriffen haben wir recht schlechte Erfahrungen gemacht. Warum nehmen die Landwirtschaftskammern und die landwirtschaftlichen Vereine den Stellennachweis nicht selbst in die Hand? Außerdem wird eine völlig gleiche Behandlung zwischen Arbeitern Inzwischen ist ein Antrag des Abg. Dr. Sattler( natl.) einund Arbeitgebern durch den Antrag nicht erreicht, es müßte sonst gegangen, statt größere Berücksichtigung" zu sagen möglichste Befür beide Teile Gefängnisstrafe vorgesehen werden; andernfalls wird rücksichtigung". Geheimrat Conrad: Herr v. Richthofen hat den Wunsch aus- der Arbeiter immer mit Gefängnis, der Arbeitgeber immer mit Abg. Dasbach( C.): Im Interesse des westlichen Teils des gesprochen, die Reichsregierung möchte doch endlich mit fräftigen Geldstrafe belegt werden. Der Antrag würde nur die Agitations- Landes, der Rheinprovinz, bitte ich Sie, den Antrag der Kommission Maßregeln vorgehen, um der Leutenot zu begegnen. Soweit es fraft der Socialdemokratie unter den ländlichen Arbeitern anzunehmen. Dort sind die Verhältnisse wesentlich anders als im Osten. den zur Verhandlung stehenden Punkt betrifft, ist diesem Wunsche ja vermehren und dazu beitragen, daß die ländlichen Arbeiter Deshalb treffen die Befürchtungen des Vorredners, wenigstens für unsere schon entsprochen durch den Gefeßentwurf, betreffend die Konzessions- das Land in noch größerem Umfange verlassen. Wenn Gegend, nicht zu. Eine Ausbeutung der Kinder wird da nicht eintreten; pflicht der Gesindemakler, der im Reichstag eingebracht worden ist. die Verleitung zum Kontraftbruch bestraft wird und und die hier arbeiten die Kinder in den landwirtschaftlichen Betrieben der Eltern. Wenn dann der Abg. Hirsch einen Appell an die landwirtschaft- Arbeitsvermittler unter strengere Zucht genommen werden, so Etwas geändert kann der Schulbetrieb sehr wohl werden. Vielfach lichen Vereine richtet, doch den Arbeitsnachweis einzu wird sich doch dadurch die Zahl der Kontraktbrüche auf dem Lande werden an die Kinder auf dem Lande zu große Anforderungen richten, so ist dies auch schon fast überall geschehen. schon vermindern, und man follte erst einmal versuchen, damit ausgestellt. Ein großer Teil des Unterrichtsstoffes fönnte ohne Schaden Das Ministerium hat die Landwirtschaftskammern aufgefordert, solche zukommen. Aus diesen Gründen werde ich gegen den Antrag für die Kinder aus den Landschulen ausgeschieden werden. 60 Seiten Einrichtungen zu treffen, und diese sind meistens der Aufforderung v. Richthofen stimmen und ein großer Teil meiner politischen Freunde über Raumlehre fand ich in einem Rechenbuche. Wozu? Dem nachgekommen. Es lassen sich aber von einer Centralstelle allein oder alle werden sich mir anschließen. Dagegen habe ich nichts gegen praktischen Bedürfnis muß die Schule genügen, nicht irgend welchen nicht alle Vermittelungen für das flache Land erledigen; es bedarf den Antrag Szmula einzuwenden. überspannten Anforderungen forscher Schuldazu auch unterer und lokaler Organe. Es ist Pflicht, dafür zu Abg. Frhr. v. Richthofen- Mertschütz( fons.): Ich will nicht das Inspettoren. Hier in Berlin sezen die Kinder bis 3 Uhr nachts forgen, daß die Stellenvermittler zuverlässige Leute sind. Das soll Gesetz von 1854 wesentlich ändern. Ich will mich gerade im Rahmen Regel auf, müffen Zeitungen austragen und Streichhölzer verkaufen. die Konzessionspflicht ermöglichen. dieses Gesetzes halten. Der Gerechtigkeit halber möchte ich in diesem Das schädigt die Gesundheit der Kinder; es schädigt sie aber nicht, Abg. Dr. Sattler( natl.): Da in weiten Kreisen meiner politischen Absatz Arbeitnehmern wie gebern dieselben Pflichten auferlegen und wenn die Kinder ihren Eltern Kartoffeln segen oder Rüben ziehen Freunde anerkannt wird, daß auf diesem Gebiete Mißstände bestehen, nur den gegenwärtigen Zustand, der sowohl polizeiliche wie richterliche Helfen. Nehmen Sie den Antrag an, der die Möglichkeit giebt, den will ich der Annahme der Resolution nicht widersprechen, obwohl Bestrafung zuläßt, vereinheitlichen. Wenn ich Herrn Dr. Hirsch gefragt lokalen Bedürfnissen Rechnung zu tragen.( Beifall.) ich der Meinung bin, daß man auf anderem Wege vielleicht besser habe, an welche großen verwandten Parteien" er gedacht hat, fo Abg. Ernst( frs. Vg.): Die Ziele der Volksschule werden schon zum Ziele gelangen wird als auf dem vorgeschlagenen. habe ich an Familienverwandtschaft selbstverständlich nicht gedacht. bei den gegenwärtigen Unterrichtsverhältnissen nicht erreicht. Tie Damit schließt die Erörterung. ( Heiterkeit.) Halbtagsschulen waren als Notbehelf geschaffen und haben sich nach " " Nebereinstimmung der Fachleute durchaus nicht bewährt. Sie sind als endgültig geschlossen erklärt. Der Präsident formuliert die durch das ehemalige Langheinrichsche Gelände, gegen die die ein Notbehelf, hervorgerufen durch den großen Mangel an Lehrern. den Geschworenen vorzulegende Schuldfrage: Ist der Angeklagte Gemeinde Bedenten hatte, ist von der Gesellschaft eine Beschwerde Ich bitte den Antrag abzulehnen. schuldig, am 11. August 1885 zu Breslau ſeine Ehefrau Anna, ver an den Kreistag eingereicht worden. Nunmehr soll der TerrainAbg. Dr. Sattler( natl.): Ich kann mich auch nicht mit Herrn wittwete Gruhn, geborene Willmann, vorsätzlich getötet zu haben, gesellschaft die Anlegung der Straße unter der Bedingung genehmigt Dasbach für eine Abkürzung der Schulpflicht aussprechen, sondern und zwar, indem er die Tötung mit Ueberlegung ausführte? werden, daß die Gesellschaft 20 000 M. Kaution stellt und den Anwürde eher für eine Verlängerung nach dem Muster von Schleswig- Ein Geschworener stellt den Antrag, die Schuldfrage zu stellen: Am schluß an die Kanalisation gegen 5000 M. Entschädigung ausführt. Holstein sein. Im übrigen stimme ich den Erwägungen der Kom- 11. Auguft oder den folgenden Tagen."-Der Gerichtshof be Rigdorf und Berlin. Während Herr Kirschner immer noch mission zu, die zu diesem Vorschlage 3 geführt haben. Nur scheint schließt nach längerer Beratung, die Schuldfrage zu formulieren: als lebendige Illustration des Märchens von der kommunalen mir ein unberechtigter Vorwurf darin zu liegen, wenn die größere"" Im August 1885." Selbstverwaltung auf die Bestätigung zum Oberbürgermeister wartet, Berücksichtigung der örtlichen Verhältnisse gefordert wird, statt der hat der erst vor wenigen Wochen zum Bürgermeister von Rigdorf möglichsten", wie ich es beantrage. Ich bitte um Annahme meines gewählte Herr Boddin bereits sein Patent in der Tasche. Am Antrages.( Beifall.) nächsten Donnestag will der Regierungspräsident ihn in gemein( Schluß in nächster Nummer.) schaftlicher Sigung des Magistrats und der Stadtverordneten in sein Amt einführen. Lokales. Gegen die Potsdamer Prügelpädagogik hat der Magistrat von Charlottenburg Stellung genommen. Von der dortigen Armendirektion sind zur Zeit zehn Kinder in dem Potsdamer JosephsMordprozeß Herrmann in Breslau. Der 89jährige Reichsgerichtspräsident v. Simson, der Stift untergebracht. Der Magistrat hat, wie die Charlottenburger Bürger Zeitung" hört, den Vorstand des Waisenhauses um Mit- gestern die Feier feines 70jährigen Dottorjubiläums beging, soll in Die Verhandlung ist jetzt so weit gebiehen, daß heute die teilung darüber ersucht, wie weit die in den Zeitungen mit einem besorgnißerregenden Zustande krankt darnieder liegen. Plaidoyers erfolgen und wahrscheinlich noch am Nachmittag das geteilten Darstellungen über den bekannten Fall zutreffend sind und Eine rätselhafte Familientragödie. Am 27. April famen Urteil gesprochen wird. in welchem Umfange dort etwaige Prügelproceduren eine Witwe Hagen aus Stettin und ihre Tochter nach Berlin und Die Beweisaufnahme, die gestern abend beendet wurde, ergab vorgenommen werden. Des weiteren hat der Magistrat den Vor- nahmen in einem Hotel der Friedrichstadt Wohnung. Beide trugen fein von den legten Tagen verschiedenes Bild. Der Angeklagte sieht stand ersucht, bei dem Waisenhause zur Erziehung anvertrauten Trauerkleidung. Frau Hagen erzählte gelegentlich, daß ihr zweiter wohl aus und folgt mit Ruhe und Aufmerksamkeit den Ver- Kindern unter teinen Umständen Prügelstrafen in Anwen- Mann gestorben sei. Sie war in gedrückter Stimmung, während die handlungen. dung zu bringen. Endlich hat der Magistrat beschlossen, bis zur Tochter, ein hübsches Mädchen von 19-20 Jahren, heiterer und Frau Helene Böhm( Koberwitz), die Schwester der ersten Frau Entscheidung des Verfahrens gegen die Schwester Karola in der Be- lebenslustiger zu sein schien. Die Damen erklärten im Hotel, kein des Angeklagten, erklärt auf Befragen des Präsidenten, daß sie Zeug- rufungsinstanz dem Stifte keine Kinder anzuvertrauen und, falls Geld mehr zu befizen. Sie hätten ein Kaffeehaus besucht, und dort niß ablegen wolle. Der Angeklagte habe ihre verstorbene Schwester das Gericht zu einer Berurteilung gelangen sollte, dem Waisenhause fei Frau Hagen das Portemonnaie mit 60. gestohlen worden. geradezu„ tierisch" behandelt; er habe sie vielfach in rohester Weise auch die gegenwärtig dort von der hiesigen Armendirektion unter- hre ganze Barschaft betrage nur noch 50 Pf." Man nahm fie ohne jeden Anlaß geschlagen. Die Frau mußte von dem Angeklagten gebrachten Kinder zu entziehen. Es scheint also, daß der bereitwillig auf. Am Freitagmorgen gingen beide weg und famen das Schuhmacherhandwerk erlernen und mit einem Gesellen vom Charlottenburger Magistrat nicht willens ist, vor Mirbach ins Mause- nicht wieder. Am Sonning erhielt die Hotelverwaltung die Auffrühen Morgen bis zum späten Abend Schuhmacherarbeiten machen. Toch zu kriechen. forderung, jemanden zur Rekognition einer Leiche in das Schauhaus Wenn sie nicht zur Zufriedenheit des Angeklagten arbeitete, dann Von der auffallenden Verhaftung zweier Damen durch einen zu schicken. Der Pförtner ging hin und erkannte in der einwurde sie von legterem in umbarmherzigster Weise mit dem Knie- Schußmann weiß die„ Boltsztg.", der wir die Verantwortung für gelieferten Leiche eines jungen Mädchens die des Fräuleins. Bale riemen geschlagen.-Präs.: Was hat denn der Angeklagte gethan? die Meldung überlassen müssen, zu berichten. Am Montag darauf tam vom Krankenhause Moabit die Nachricht, daß dort die Zeugin: Er war Tanzmeister, Fleischbeschauer und trieb sich vormittag habe im Tiergarten ein weilender Schußmann die Frau Mutter der Toten liege. Sonnabendabend hatten sie im Tiergarten den ganzen Tag umher.- Präf.: War er nicht auch Photograph? und die Richte des Intendanturrats B. verhaftet und nach der Wache im Neuen See gemeinsam den Tod gesucht. Zwei Männer jahen, Zeugin: Jawohl. Präs: Besaß er auch Gifte? Zeugin: Jawohl, meine Schwester erzählte mir, daß er viel am Lüzowufer mitgeführt, weil sie einen Hund, der ihnen bekannt wie zwei Frauen ins Wasser sprangen. Es gelang nur, die Mutter Präs.: Hat Ihnen Ihre Schwester erzählt, wie war, ihnen aber nicht gehörte und wider Vorschrift im Park umher- zu retten. Ein Schuhmann brachte Frau Hagen nach dem Moabiter viel Kinder sie hatte? lief, gestreichelt hatten. Der Schußmann nahm tros des Protestes Strankenhause, wo sie noch vernehmungsunfähig darniederliegt. Zeugin: Meine Schwester erzählte der Damen an, daß der Hund zu ihnen gehörte, und ging mit der mir, daß sie 14 Kinder gehabt habe, 12 feien aber sehr bald Verhaftung vor, da die beiden keine Legitimationspapiere bei sich wieder gestorben. Meine Schwester ließ durchblicken, daß der An- hatten. Auf dem Polizeibureau wurden sie sofort entlassen. 2as geklagte die Kinder vergiftet habe. Der Angeklagte foll oftmals ge- wird die Polizei in diesem Falle sagen? fagt haben: Es giebt genug Kinder auf der Welt. Meine Schwester sagte einmal zu mir: Drei Tropfen Blausäure genügen für ein Stind".Bräs: Nun, wissen Sie etwas davon, daß der Angeklagte die eheliche Treue gebrochen hat? Zeugin( lächelnd): Ach Gott, darüber kann nan ja gar nicht genug erzählen. Präs.: Nun, erzählen Sie einmal. 3eugin: Herrmann hat sich natürlich viel mit Weibern umhergetrieben, daß man dies gar nicht alles erzählen fann. Präf.: Ihre Schwester soll aber auch die eheliche Treue nicht immer innegehalten haben? Zeugin: Das glaube ich nicht. Die 8eugin belumbet im weiteren auf Befragen des Präsidenten: Der Angeklagte habe, wie ihr ihre Schwester erzählte, mehrfach Einbruchsdiebstähle begangen. Blausäure habe. hervorzurufen. Hierzu kommt, daß im Ackermannschen Lokale am selben Tage von 8 Uhr abends ab eine Volksversammlung ab gehalten wird und es deshalb, namentlich bei schlechter Witterung, am geeigneten Blas fehlt." = Der Besuch der Baumblüte in Werder, die jetzt ihre volle Bracht entfaltet hat, war am Sonntag trotz der regnerischen Witterung fehr lebhaft. Ueber 25 000 Personen sollen mit der Eisenbahn, den Dampfern und auf dem Rade nach der lieblichen Havelstadt hinausgezogen sein. Vermischtes. Arbeiterfürsorge in Treptow. Der Kampf mit geistigen Waffen legt das Verfahren, das Herr Schmod, der Amtsvorsteher unseres Nachbarortes Treptow gegen die Arbeiterschaft anzuwenden beliebte, beredtes Zeugnis ab. Gegen Zahlung der üblichen GeDie Fener8brunft auf der Germania- Werft in Gaarden bühren war der Amtsvorsteher ersucht worden, ein Gartentonzert mit Tanz, zum 1. Mai au genehmigen. Troßdem der bei Kiel( bekanntlich gehört dieses Schiffsbau Etablissement dem Veranstalter viermal bei Schmod vorsprach, um die Erledigung Effener Kanonentönig er upp) hat in der Nacht zum Sonntag fast dieses Gesuchs zu beschleunigen, dauerte es doch bis zum 28. April, die ganze Werft vernichtet: Unser Korrespondent in Kiel meldet uns: nachmittags 3 Uhr, daß der Parteigenosse von einem endlich gefaßten Der größere und der wichtigere Teil der Werkstätten ist ein Opfer der Entschluß des Ortsoberhauptes in Kenntnis gefegt war, der dahin ging, Flammen geworden. Während noch in der Nacht teilweise gearbeitet daß es ihm nicht beliebe, die Veranstaltung zu genehmigen. Das wurde, bemerkten Bassanten auf einer Stelle ein kleines Flämmchen Der folgende Zeuge, Gastwirt Lehmann, bekundet: Der An- Schreiben lautet: aus dem Dache der Schiffsbauwerkstatt hervorschlagen; in einer geflagte war in meinem Lokale eine Zeit lang Tanzordner. Eines Auf Ihre Anzeige von heute, betreffend Abhalten eines Konzerts halben Stunde, noch ehe die Feuerwehr erscheinen fonnte, bildete die Tages ertappte ihn meine Frau, als er meine Hosentaschen revidierte. am 1. Mai cr. im Adermannschen Lokal hierfelbft, erwidere ich Werft ein ganzes Flammenmeer. Die wenig massiven Werkstätten Ich habe ihm deshalb seine Stellung als Tanzordner gekündigt Ihnen, daß ich das Abhalten qu. Konzerts im sicherheits- und ord- mit Holzfachwert und Pappdach, boten den züngelnden Flammen und ihm mein Lokal verboten. Einige Zeit darauf brach bei mir nungspolizeilichen Interesse hiermit verbiete und verhindern werde. so reichen Nahrungsstoff, daß sie die ganze über 300 Meter lange Feuer aus. Ich war wohl versichert, hatte aber die letzte Prämie Das Stonzert ist bestimmt, wie das von mir nicht genehmigte Tanz- Front der Werkstätten ergriffen. Durch den Kurzschluß einer elettri nicht bezahlt, deshalb hatte ich 4000 Thaler Schaden. Bräs.: Wer vergnügen bestimmt war, als focialdemokratische Mai- ichen Leitung soll in der Betriebswerkstatt des Schiffsbaues das Feuer mag wohl das Feuer angelegt haben?- 8euge: Das kann ich feier. Eine solche Veranstaltung aber ist geeignet, bei den aahl entstanden sein. Von 10 Uhr abends bis gegen 1/22 Uhr stand die nicht sagen. Frau Oswald, die Schwester der vielgenannten reichen nicht zur socialdemokratischen Partei Feuerwehr machtlos dem entfesselten Elemente gegenüber. Fast alles, Theuser, die danach als Zeugin erscheint, bekundet auf Befragen des gehörenden Einwohnern lebhafte Beunruhigung was das Feuer ergriffen hat, ist völlig ausgebrannt, und der SonnPräsidenten: Ihre Schwester hatte in einer Fabrik in Breslau einen tagmorgen sah ein wildes wüstes Trimmerfeld, aus denen nur Arm verloren. Sie erhielt dafür eine einmalige Abfindungssumme vereinzelte Mauern und die massiven Schornsteine noch gen Himmel. von 300 M. und eine monatliche Rente von 30 M. Gleich nachdem Von den Räumen, wo Sonnabends noch fleißige Arbeiter schafften, liegen in Trümmer die Schiffsbauwerkstätte, die Maler und die ihre Schwefter nach Koberwiz tam, sei der Angeklagte zu ihr getommen und habe ihr gesagt: sie solle doch zu ihm ziehen Rührend, so ein Amtsvorsteher! Treptow- Baumschulenweg wird Tatler- Werkstatt, das Werkzeugmagazin, das Materialienlager, die und ihm das Geld geben, er werde dasselbe gut und meist von Arbeitern bewohnt. Wie gräßlich nun, wenn ein Räume, in denen sich die große Betriebsmaschine, die Kessel, die ficher anlegen. Eines Tages habe ihr die Schwester er Mujifer einen falschen Ton blasen und so das ästhetische Empfinden elektrischen Lichtanlagen befanden, die Winkelschmiede nebst Planzählt: fie habe den Herrmann im Verdacht, daß er ihr etwas des möglicherweise gerade in diesem Augenblick aufmerksam auf- und Spannöfen, sowie das frühere technische Bureau, in dem sich ins Effen habe thun wollen. Plöglich sei ihre Schwester von Herr- horchenden Mannes verlegen könnte! Und nun der Abend erst. Wer noch jetzt Zeichen- und Meisterbureaus befanden und wo auch ein mann schwanger geworden. Als sie in Geburtswehen lag, habe sie will dafür garantieren, daß es abends nicht zugig ist und ein Teil der Modelle aufbewahrt wurde. Die Feuerwehr mußte sich darauf beschränken, die benachbarten nach dem Angeklagten geklopft und gerufen, dieser, der zu Hause Socialdemokrat fich bei dem Gartentonzert falte Füße oder gar war und dies Nufen und Klopfen habe hören müssen, jei aber nicht einen Schnupfen wegholen tönnte? Mag das Lotal auch 300 Ber- Gebäude und die Gerüste der auf Stapel liegenden Kriegsschiffe zu gekommen. Obwohl ihre Schwester nach der Entbindung sehr trant fonen im ganzen wetterdicht bergen können, so ist doch nicht aus schützen. Mehrmals fingen die Hölzer der Gerüste zu brennen an. war, habe Herrmann dieselbe schlecht behandelt. Das Kind, gemacht, daß nicht 301 oder 302 oder noch mehr Arbeiter wäre es nicht gelungen, dies Feuer immer gleich zu löschen, so wäre ein kräftiger hübscher Knabe, sei vier Wochen nach der Geburt plöglich erscheinen und gerade die Arbeiter Numero 301 und 302 für die Werft ein weiterer unübersehbarer Schaden entstanden. Ihrer Soviel Fürsorge unter Stüßen beraubt, wären die Schiffe dann entweder umgefallen oder gestorben. Einige Zeit darauf sei auch ihre Schwester plötzlich ge- für Erkältungen prädisponiert find. fönnen die Socialdemokraten storben, obwohl sie wieder ganz gesund gewesen sei. Der dem Zuchthauskurse wahrlich in sich zusammengebrochen. Der Schaden wird auf weit über eine Million Angeklagte fei am Tage nach dem Tode zu ihrem( der nicht verlangen. Wie schußlos werden demgegenüber die Krieger- geschäßt; Wochen werden vergehen, ehe die Ordnung auf der Werft nur den Tücken des erst notdürftig wieder hergestellt ist. Ein günstiger Umstand ist es, daß Zeugin) Vater gekommen vereine behandelt, die ohne Sicherung vor gekommen und und habe zu ihm gejagt: er folle einmal den toten Störper auf den Kirchhof schaffen Wetters, ja selbst ohne daß sie Luftbarkeitssteuer zu zahlen brauchten, Windstille herrschte; hätte der Wind nach der Ortschaft Gaarden gestanden, so wäre ein unübersehbares Unglüd über den Ort ges laffen. Der Vater habe versezt: die Luise ist ja erst gestern ge- jedes Vergnügen bewilligt erhielten! tommen. storben; ich werde sie schon begraben lassen. Der In Britz hat die Gemeindevertretung den Vertrag der Firma Angeflagte hatte aber das Zimmer, in dem die Leiche lag, ver- Karl Franto Bremen betreffend Errichtung einer Gasanstalt Die Zeitungen erhalten folgende Mitteilung: Um übertriebenen schloffen, den Schlüssel zu sich geſtedt und das Zimmer nicht eher genehmigt. Die Firma verpflichtet sich, das Werk bis 1. Oftober b. J. Gerüchten aus Anlaß der in unserer Werft stattgehabten Feuers. brunst vorzubeugen, teilen wir mit, daß eine Arbeitsaufgeschloffen, bis die Beerdigung erfolgen sollte. Alsdann hat der fertig zu stellen, Der Vertrag läuft 30 Jahre. Für Gemeinbezwecke einschränkung infolge dieses Ereignisses nicht eintritt, so daß Angeklagte den nackten Körper auf einer Radwer auf den Kirchhof foll der Gaspreis pro Kubikmeter durchweg 10 Pf., für sonstige eine Entlassung von Arbeitern nicht stattfindet. Direktion ber gefahren. Hermann habe den Leichnam von der Radwer in das Konsumenten höchstens 16 Pf., für Leuchtzwecke höchstens 10 Pf. Germania- Werft. Grab werfen wollen, er set aber vom Totengräber daran betragen. Als einen. wahren Pfadfinder hat Graf Posadowsth gehindert worden. Präs. Hat denn das Standesamt und die Geistlichkeit eine solche Art der Beerdigung geduldet?- 3 euge: gestern den deutschen se ai ser gepriesen. Die deutsche TieffeeEs hat sich niemand darum gekümmert. Präj.: Nun verlangten Expedition traf nämlich an Bord der„ Baldivia" am Sonnabend Ihre Eltern das Geld zurück, das Ihre verstorbene Schwester dem nach neunmonatlicher Abwesenheit wieder in der Elbe ein. Zum Großfeuer in Pankow. Sonntagmittag ist in Schloß Empfang waren außer dem preußischen Lenker des Rückschrittsturies Angeklagten zur Aufbewahrung gegeben hatte?-8eugin: Jawohl, der Angeklagte sagte aber: Das Geld ist fort, davon ist nichts Schönholz bei Pankow der der Berliner Schüßengilde gehörige Fest verschiedene höhere Beamte und Gelehrte erschienen. Bei der Tafel saal durch ein verheerendes Feuer bis auf die Umfassungsmauer an Bord des Schiffes hielt Staatssekretär Dr. Graf v. Pojadowsky mehr vorhanden." Der Prachtbau war erst vor einigen Jahren eine Rede, in der er die Expedition und ihre ereignisreichen Forschungen Mehrere Zeuginnen bestätigen, daß die Frau von dem An- eingeäschert worden. Zahlreiche wertvolle Fensterscheiben, ein tunstvoll gefeierte und diejenigen Regierungen pries, auf deren Kosten die Staatsanwaltschaftsrath geklagten arg mißhandelt worden ist. Bela beantragt nunmehr, den Berichterstatter der Breslauer arbeiteter Kronleuchter, Gemälde und die gesamte einen hohen Expedition veranstaltet worden war. Des Raisers gedachte StaatsMorgen- Zeitung" Petras, zu vernehmen, von wem er die Nachricht Bert repräsentierende innere Einrichtung sind ein Raub der Flammen fetretär Graf Bofadowsth u. a. mit folgenden Worten: Auf geworden. Das Feuer fam in einem über dem Saale belegenen diesem Gebiete ist uns Seine Majestät der Kaiser ein erhalten habe, daß die Voruntersuchung gegen den Angeklagten ge= schlossen sei, das Belastungsmaterial aber zur Erhebung der Anklage Raume aus und wurde gegen 1/212 Uhr bemerkt. Bon Berlin aus wahrer Pfadfinder. Mit seiner schnellen Auffassungsnicht ausreiche. Der Verteidiger habe daher den Antrag auf Haft- war erst ziemlich spät Hilfe erbeten worden, so daß die entfandten gabe, mit seinem scharfen tiefgehenden Blide hat er erkannt, entlaffung gestellt.- Berichterstatter Petras befundet: Er habe die Büge Nr. 13 und 16 bei ihrer Ankunft nicht mehr in Aftion zu treten baß das deutsche Volt aus seinem ängstlichen Nativismus heraustreten und seinen Blid mehr über die Grenze des eigenen Vater Nachricht von dem Verteidiger erhalten. Vertheidiger Rechts- brauchten. anwalt Dr. Mamroth: Ich weise es zurück, daß ich es versucht Das Denkmal für Stephan ist gestern im Lichthofe des landes richten muß." Geheimrat Sachse hielt den habe, die Oeffentlichkeit zu Gunsten des Angeklagten zu beeinflussen. Reichs- Postmuseums enthüllt worden. Es haben aber im Januar d. J. soviel belastende Dinge Bersammelten, unter denen sich Fürst Hohenlohe und Podbielski beals feststehende Thatsachen in allen hiesigen Zeitungen ge- fanden, eine bedeutungslose Rede. standen, daß ich es für notwendig befunden habe, diesen Ein schweres Bootsunglück scheint' am Sonntagabend auf Nachrichten entgegenzutreten. Ich habe daher den Bericht der Oberspree stattgefunden zu haben. Leute aus den beiden„ Eiererstattern, die mich dieser Angelegenheit wegen befragten, häuschen", den fleinen Ansiedelungen Blazz Haaier" zc. und der gefagt, daß vorläufig die Schuld des Angeklagten noch nicht bewiesen Bootsbrauerei Sturmvogel" auf" dem anderen Ufer vernahmen sei. Ich habe mich umsomehr dazu veranlaßt gefühlt, da die be abends gegen 10 Uhr, als Sturm und Regen ihre höchste Stärke lastenden Nachrichten den Zeitungen von der Polizei erreicht hatten, von der Spree her gellendes Hilfegefchrei von Männer zugegangen waren. Ich beantrage zum Beweise der Wahrheit dieser und Frauenstimmen. Sie sahen drei Bootslichter, welche nicht weit Eine furchtbare Grubenkatastrophe ereignete sich nach einer meiner Behauptung die Redacteure aller hiesigen Zeitungen als von einander entfernt waren. Der Restaurateur Müller vom neuen Meldung aus Orenburg unweit der Kreisstadt Troigt. In der GoldZeugen vorzuladen. Der Staatsanwalt erklärt, daß er ent- Gierhäuschen versuchte, mit einem Boot an die Hilferufenden heran- mine Katschnar wurde ein Schacht mit 95 Arbeitern durch einen fernt gewesen sei, dem Berteidiger einen Vorwurf zu machen. Es zukommen, kämpfte jedoch in der undurchdringlichen Finsterniß ver- Waffereinbruch zerstört. 62 Arbeiter blieben babei tot, die übrigen wird jonach der Redacteur der Breslauer Zeitung", Erichsen, geblich gegen Wind und Wellen. Ueber den Unglücksfall hat man wurden mit Mühe gerettet, doch trugen die meisten schwere Berals Zeuge vernommen. Dieser befundet: Ein Berichterstatter Fischer bis gesternabend nichts Näheres erfahren können. legungen davon. habe ihm über die Angelegenheit Mitteilung gemacht, er habe diese Von einem Rangierzug überfahren und zu einer unförm Auf welche Weise Sibirien bevölfert wird, geht aus einer Nachricht feuilletonistisch verwertet. Der Verteidiger zicht Es lichen Maffe zermalmt wurde Sonnabendabend der Bremser August Mitteilung des Kaiserlich Statistischen Amtes in Petersburg hervor, darauf seinen Antrag auf Ladung der Redacteure zurüd. wird alsdann das Urteil des Breslauer Landgerichts, be- Surjan aus Potsdam auf dem hiesigen Potsdamer Güterbahnhof am wonach in den letzten beiben Jahren 20 056 Menschen( 19 162 Männer und 894 Frauen) aus dem europäischen Rußland nach dem treffend die Ehescheidung des Angeklagten von seiner am Schöneberger Ufer. 11. August 1885 verschwundenen Frau verlesen. Das Urteil In Reinickendorf foll für die freiwillige Feuerwehr auf den asiatischen übersiedelten, von denen nur 7940 freiwillig gingen, die datiert vom 2. Oftober 1888 und besagt etwa: Das Band Schulhöfen der zweiten und vierten Gemeindeschule je ein hölzerner anderen aber auf strafrechtlichem Wege verfchidt worden sind. 2628, der Ehe ist aufgelöst, weil die Ehefrau den Ehemann plöglich ohne Steigerturm errichtet werden; ferner will die Gemeinde die Sprizen im worunter 167 Frauen, find allein zu Zwangsarbeiten in den BergGrand böswillig verlassen hat. Sie ist, wie der Ehemann be- östlichen Teil des Ortes mit den nötigen Leitern, Aegten und Geräten werken von Eachalin verurteilt worden. Diese wurden von hauptet, wahrscheinlich mit dem Schmiedemeister Jung, mit dem sie versehen. Auch ist mit dem Kuratorium der städtischen Gaswerte 364 Männern und 155 Frauen freiwillig begleitet. Ungezählt ein Liebesverhältnis unterhalten hat, nach Amerita ausgewandert. zu Berlin eine Vereinbarung wegen Einführung von Gasglühlicht bleiben natürlich diejenigen( namentlich die sogenannten politischen Der Ehemann hat sich alle Mühe gegeben, den Aufenthalt seiner zu ſtande gekommen. In der Angelegenheit der von der Terrain Verbrecher), welche einfach auf administrativem Wege verschickt Ehefrau zu ermitteln. Die Beweisaufnahme wird danach gesellschaft Bahnhof Schönholz geplanten Anlegung einer Straße werden. Eine Naphtalin- Explosion zerstörte auf dem Hofgrundstück der chemischen Fabrit von P. Schill, Belforterstr. 12, zwei aus Brettern hergestellte Verschläge. neu erbaut. " In Leoben wurde Sonntagnachmittag ein heftiger Erdst o B verspürt, dem ein zweiter schwächerer folgte. Auch in der Umgegend wurde das Erdbeben verspürt. In Eisenach wird ein Leichenverbrennungs- Ofen errichtet werden, nachdem die Hindernisse, die die Kirchenverwaltung dem gemeinnügigen Plan in den Weg gelegt hat, beseitigt sind. In Mentone ist am Sonntag ein Denkmal der ermordeten Kaiserin Elisabeth von Oestreich enthüllt worden. Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung. Theater. Dienstag, den 2. Mai. AnUrania Taubenstrasse 48/49. Um 8 Uhr: Im Theater: Das Land der Fjorde. Invalidenstr. 57/62: Opernhaus. Figaros Hochzeit. Tägl. Sternwarte. fang 7 Uhr. Schauspielhaus. Das fünfte Rab. Nachmittags täglich 5-10 Uhr. Anfang 72 Uhr. Deutsches. Die Gefährtin. grüne Kakadu. Anfang 7 Uhr. Der Paracelfus. Passage- Panopticum. Leffing. Der G'wissenswurm. Anf. Geöffn. 9 Uhr früh bis 10 Uhr abds. 71% Uhr. Berliner. Don Carlos. Anfang 72 Uhr. Residenz. Der Schlafwagen: Con: troleur. Vorher: Zum Einsiedler. Anfang 72 Uhr. Schiller. Der Herrgottschniger von Ammergau. Anfang 8 Uhr. Neues. Eine Liebesheirat. Anfang 712 Uhr. Westen. Margarete( Faust). Anfang 72 Uhr. Metropol. Der schöne Rigo. Im Reiche der Moden. Anfang 72 Uhr. Central. Die Puppe. Auf. 72 Uhr Thalia. Berlin bleibt Berlin. An: fang 7 Uhr. Luisen. Die Ahnfrau. Anfang 8 Uhr. Belle Alliance. Pech- Schulze. Anfang 8 Uhr. Citend. Die Bulgaria. Anf. 8 Uhr. Friedrich Wilhelmstädtisches. Fuhrmann Henschel. Anf. 8 Uhr. Alexanderplatz. Die Lebemänner von Berlin oder: Der Klub der Harmlosen. Anfang 8 Uhr. Wiener Volks: Theater. Lumpaci vagabundus. Ihr Cousin. Anfang 7 Uhr. Der unverwundbare Fakir Aratas. Das 6jährige Wunderkind Marietta ( kann nur im Finstern sehen). Von 612 Uhr: Thé àtre variété. Castan's Panopticum. Ecke Friedrich- u. Behrenstrasse. Neu umgestaltet und verschönert!! Rumänische Neu!! Original- ZigeunerKapelle im Konzertsaal, Apollo. Specialitäten Vorstellung Thalia- Theater. Anfang 72 hr. Reichshallen. Stettiner Sänger. Anfang 8 Uhr. Feen Palast. Specialitäten: Vorstellung. = Paffage Panoptikum. Speciali täten Borstellung. Urania. Taubenstraße 48-49. Naturkundliche Ausstellung. Täg: lich geöffnet von 10 Uhr vor mittags ab. Eintritt 50 Pf. Abends 8 Uhr:„ Das Land der Fjorde". Operntelephon. Dresdenerstr. 72/73. Zum erstenmale: Berlin bleibt Berlin. Große Gesangsposse in vier Bildern von F. Guthery und W. v. Horar. Musik von Fritz Krause. Anfang 72 Uhr. Morgen: Dieselbe Borstellung. Juvalidenstraße 57/62. Täglich Ostend- Carl Weiß- Theater. abends von 5-10 Uhr: Sternwarte. Schiller Theater ( Wallner Theater). Dienstag, abends 8 Uhr: Der Herrgottschnitzer von Ammergau, Voltsschauspiel in 5 Aufz. von Ludw. Ganghofer und Hans Neuert. Mittwoch, abends 8 Uhr: Der Herrgottschnitzer von Ammergau. Donnerstag, abends 8 Uhr: Zum erstenmale: Die Frau vom Meere. Central- Theater Direktion: José Ferenczy. Abends 72 Uhr: Zum 115. Male: Die Puppe( La Poupée) Operette in 3 Atten und einem Vorspiel von Orbonneau u. Sturges. Musik von Ed. Audran. Morgen und folgende Tage: Die Puppe( La Poupée). Metropol- Theater. Behrenstr. 55/57. Dir. Rich. Schultz, Dienstag, den 2. Mai 1899; Eröffnung der Sommer- Specialitäten Saison. Mademoiselle Lydia, Etoila de Paris u. 12 Debuts allererster Specialitäten. Der schöne Rigo( Operette). Im Reiche der Moden ( Ballett). Neue Garten- Anlagen. Rauchen in allen Räumen gestattet. Apollo- Theater. Eröffnung der Sommersaison und des Konzertgartens. Zum 2. Mal: Frau Luna. Burlesk- Phantastische Ausstattungs- Operette in 1 Akt und 4 Bildern von Bolten- Bäckers. Musik von Paul Lincke. In Scene gesetzt vom Direktor E. Waldmann. 145 Unter persönlicher Leitung des Komponisten. Billet- Vorverkauf täglich im Theater und beim Künstlerdank", Unter den Linden 69. Gr. Frankfurterstraße 132. Bum 31. Male: Die Bulgaria. Sensationelles Ausstattungsstück mit Gefang in 10 Bildern von Hans Buchholz. Gesangsterte von J. Dill. Musik von M. Fall. Neues Schlußbild: Die Ankunft der Bulgaria in Hamburg. Anfang 8 Uhr. Bei günstiger Witterung im Garten: Gr. Frei- Konzert. Anfang 4 Uhr. Bei ungünstiger Witterung im Tunnel bon 5/2 Uhr an Frei- Konzert. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Alcazar Theater Dresdenerstr.52/ 53.City- Passage. Direttion; Richard Winkler. Täglich mit stürmischem Jubel! Endlich allein! Gesangs- Posse von Joh. Gißner. Musik von May Schmidt. In Scene gesetzt v. Otto Wendt. Dazu das vorzügliche neue Special. Programm, u. a. Mr. James Thomas, Juggler on the wire. Wochentags Entree frei! Sonntags 30 Pf. Reichshallen. Täglich: Stettiner Sänger. ( Meyfel. Pietro, Britton, Steidl, Krone, Schneider und Schrader.) Britton als Bauten Schulze der Stolz vom Regiment. Anfang heute 7 Uhr. Entree 50 Pf. Numerierter Balkon 75 Pf., BalkonLoge 1 Mk., Orchester- Loge 1,50 Mk. Fremdenloge 2 Mk. Tagesfaffe 11-1. Die Pläge zu den numerierten Sigen find stets 8 Tage lang vors her zu haben. Victoria- Brauerei Mährs Theater. Beim bevorstehenden Monatswechsel empfehlen Lützowstraße 111/112. Jeden Sonntag, Montag u. 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Durch rechtzeitigen Gebrauch des Kräuter Weins werden Magenübel meist schon im Keime erstickt. Man sollte also nicht säumen, seine Anwendung anderen scharfen, äzenden, Gesundheit zerstörenden Mitteln vorzuziehen. Symptome, wie: Kopfschmerzen, Aufstoken. Sodbrennen, Blähungen, Nebelkeit mit Erbrechen, die bei chronischen( veralteten) Magenleiden um so heftiger auftreten, werden oft nach einigen Mal Trinken beseitigt. und deren unangenehme Folgen, wie Beklemmung, Blutanstauungen in Leber, Milz und Pfortadersystem( Hämorrhoidalleiden) werden durch Kräuter- Wein rasch und gelind beseitigt. Kräuter- Wein behebt Unverdaulichkeit, verleiht dem Verdauungssystem einen Aufschwung und entfernt durch einen leichten Stuhl untaugliche Stoffe aus dem Magen und den Gedärmen. Stuhlverstopfung Kolitschmerzen, Herzklopfen, Schlaflosigkeit, sowie Hageres, bleiches Aussehen, Blutmangel, Entfind meist die Folge schlechter Verdauung, mangelhafter Blutbildung und kräftung eines Frankhaften zustandes der Zeber. Bei gänzlicher Appetitlosigkeit unter nervöser Abspannung und Gemüthsverstimmung, sowie häufigen Kopfschmerzen, schlaflosen Nächten, siechen oft solche Stranke langsam dahin. Kräuter- Wein giebt der ge: schwächten Lebenskraft einen frischen Jmpuls. Sträuter Wein steigert den Appetit, befördert Berdauung und Ernährung, regt den Stoffwechsel kräftig an, beschleunigt und verbessert die Blutbildung, beruhigt die erregten Nerven und schafft dem Kranken Lebenslust. Zahlreiche An erkennungen und Dankschreiben beweisen dies. Kränter- Wein ist zu haben in Flaschen à 1,25 und 1,75 M. in sämmtlichen Apotheken von Berlin und Berlins Vororten, sowie in Breußen, ganz Deutschland und im Auslande in den Apotheken. Auch versendet die Firma Hubert Ullrich, Leipzig, Weftstraße 82", 3 und mehr Flaschen Kräuter- Wein zu Originalpreisen nach allen Orten Deutschlands porto: und kiſtefrei. Vor Nachahmungen wird gewarnt! Man verlange ausdrücklich 15 Hubert Ullrich'schen Kräuter- Wein. Mein Kräuter- Wein ist kein Geheimmittel; seine Bestandtheile sind: Malagawein 440,0, Weinsprit 100,0, Glycerin 100,0, Rothwein 240,0, Ebereschensaft 150,0, Kirschsaft 320,0, Manna 30,0, Fenchel, Anis, Helenenwurzel, amerit. Kraftwurzel, Enzianwurzel, Kalmuswurzel aa 10,0. Diese 6942* Bestandtheile mische man. Verantwortlicher Redacteur: Angust Jacobeh in Berlin. Für den Inseratenteil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Druck und Verlaa von Mar Bading Berlin. Stillers Triumphstiefel sind die bequemsten Stiefel der Gegenwart!