ZENTRALORGAN DER DEUTSCHEN SOZIALDEMOKRATISCHEN ARBEITERPARTEI IN DER TSCHECHOSLOWAKISCHEN REPUBLIK ERSCHEINT MIT AUSNAHME DES MONTAG TXGUCH FRÜH. Redaktion und Verwaltung frag xii^fochova«. kwoh 53077. Administration Telefon 53076. HERAUSGEBER: SIEGFRIED TAUB. CHEFREDAKTEUR: WHHELM NIESSNER. VERANTWORTLICHER REDAKTEUR: DR. EMIL STRAUSS, FRAG. Fmzetprefs 70 fftflfer (emchlieMich 5 Heiler Porto) 14. Jahrgang Mittwoch, 31. Ottober 1934 Nr. 255 Vier hat die Henlein-Rede Mitarbeit der Landbündler und auch tschechischer Faktoren? in Leipa frisiert? Die Pilsener„Novä Doba" bringt an leitender Stelle Dienstag einen Artikel über die Sudetendeutsche Heimatfront, in welchem sie andeutet, daß an der in Böhm.-Leipa vorgetragenen Rede Henleins verschiedene. Faktoren Korrekturen vor- Pnommen haben. Das Blatt schreibt: „Wir haben einige Nachrichten, welche geeignet find, im Fall fie ans Wahrheit beruhe«, all« Urteile über Henleins Böhm.-Leipaer Rede, insbesondere, soweit fie fich ans die innere Politik bezog, in ihr Gegenteil zu kehren. Diesen Nachrichten gemäß ist Henleins letzte Rede als Ergebnis einer Pereinbarung nnd Zusammenarbeit hauptsächlich mit den führenden Kreise« der deutschen Agrarier zu beurteile«, welche auch die Mitarbeit eiues anderen Faktors vermittelt haben... Die Nachrichten, welche wir erhielten, laute« so, daß es dem Herrn Spina viel Arbeit gab, damit Henleins Rede angepaßt und anSgeschmückt werde. Hauptsächlich angepaßt... ES wird behauptet, daß das Konzept der Rede Korrekt« wen unterworfen worden ist. Welche Gründ« da mitgespielt haben, ist«ns»erborgen, aber find die Nachrichten, di« wir«»hielten, richtig, dann miffen wir sagen: Henlein hat einige Wochen vor seinem Auftreten verkündet, er wolle offen sein Programm Vorträgen, damit es die tschechische und deutsche Oeffentlichkeit beurteil«. Als» irgendeine Deklaration. ES war seine Sache nnd nicht SpinaS nnd anderer Faktoren» daß die tschechische und dentsche Oeffentlichkeit und auch die entscheidenden Stellen reinen Wein eingeschenkt erhalten. Wenn jedoch irgend jemand den Böhmisch-Lripaer Wein verbessert hat, dann kann man nicht von einer Manifestation der Ziele und Bestrebungen der SHF reden, sonder» im Gegenteil von einer mehr oder weniger g«schichten Regie, welche auf das Auge gewirkt, aber nicht im geringsten eine Klärung gebracht hat, weder im BerhältniS der Hei- matfroat zu den übrige« deutschen Parteien, noch in ihrem BerhältniS zur tschechoslowakischen demokratische« Politik und zum Staat... Wir wollen und müssen wissen, ob eS fich in Böhm.-Leipa um eine spontane Kundgebung gehandelt hat, wen» auch nach«nserer festen Neber« zeugung in ihr die wahren Ziele der Heimatfront verdeckt werden,»der ob es fich um die Zusammenarbeit einiger Faktoren gehandelt hat, auch solcher, von denen wir es am wenigste« erwartet hStten.ES ist««bedingt sowohl aus Gründen der inneren, als auch der Außenpolitik notwendig. DaS trojanische Pferd, welches unserer festen Neberzengung nach die Heimatfront vorstellt, kann in unsere inneres Leben nicht auch von de«««seren gebracht werden, selbst wenn eS fich hiebei um eine Gefälligkeit gegenüber einer deutsche« Regierungspartei handelt." » Was da in der„Rovä doba- angedeutet wird, ist tatsächlich nicht wenig und es mutz dies vor der gesamten sudeten- deutschen Oeffentlichkeit klargestellt werden. Haben sich wirklich landbündlerische Politiker an der Abfassung, bzw. Korrektur der Heuütn-Rade-beteiligt und Haben auch■— was noch verwunderlicher ist— etwa wie die„Novä doba" andeutet, tschechische Faktoren mitgearbeitet? War das, was Henlein in Böhm.-Leipa gesprochen hat, sein Programm oder das Programm der Landbündler und einiger tschechischer Regisseure, die mitgeholfen haben, die Böh m.- Leipaer Kundgebung aus der Taufe zu heben? Schachts kechnunz hat ein Loch Ersatzstoffe viel teurer als die Originale Weimar. Montag abends Hat der kommissarische Reichswirtschaftsminister Dr. Schacht vor den Vertretern der thüringischen Industrie eine -iede gehalten, in der er mit zynischer Offenheit erklärte, datz Deutschland seine Schulden nicht bezahlen werde. Neber die gegenwärtige Rohstoffkrise erklärte Schacht u. a.: Wir werdey ganz zweifellos den Rieten enger schnallen müssen, aber ßum Verzagtsein ist absolut kein Grund(?) borhanden. Die Lager seien.mit Fertigware reichlich versorgt. Schacht behauptete dann, datz die Ersatzstoffindustrie in den letzten Wochen und Monaten „ganz außerordentliche" Fortschritte gemacht habe. Die Herstellung von analytischem Kautschuk sei völlig gelungen, auf dem Gebiete der sogenannten Stapelfaser ein vielversprechender Anfang gemacht worden. Auch in der Verarbeitung deutscher Erze seien-erhebliche Fortschritte gemacht wirden. Alles das aber seien, wie Schacht doch zugeben mußte, letzten Endes Dinge, die sehr viel teuerer seien, als wenn die ausländischen Rohstoffprodnkte ans der Ratnr entnommen worden wären. Her Baumeister der Partei Zum zehnten Todestase Karl Cermaks In raschlebiger Zett ist ein Jahrzehnt ver stromt sett dem Tage, da uns Karl Cermak jäh entrissen wurde, einer der besten Männer, die im Dienste der sudetendeutschen Arbeiterbewegung gestanden sind. Das rauschende Geschehen dieses Dezenniums hat das Bild dieses kraftvollen Mannes nicht zu trüben vermocht in der Erinnerung aller derer, die seine Kampfgefährten und Mit- arbeiter waren, die das seltene Glück hatten, sich zu seinen Freunden zählen zu dürfen. Heller denn je strahlt das Andenken dieses Kämpfers und Führers in diese sorgenvollen Zeitläufte hinein, anfeuernd und ermutigend wirkt sein Beispiel Wetter. Was uns Karl Cermak war, was ihm die Bewegung und die ganze jüngere Generation der Partei verdankt, ringt an diesem Gedenktage nach neuem Ausdruck. Karl Cermak war ein Führer im besten Sinne des Wortes. Zur Führerschaft ist er emporgestiegen kraft eigener Leistung, weil er einer der treuesten Diener der sozialistischen Ideen gewesen ist auf dem Boden unseres Landes, einer der klügsten Ratgeber, einer der besten Anwälte der arbeitenden Menschen. Von seinem Wiener Heimatboden hat er frohen Lebensmut mttgebracht nach Deutschböhmen, eine heitere Beschwingtheit der Seele und des Geistes, wie sie auf der steinigen Flur dieses Grenzlandes nicht wachsen kann. Das hat ihm die Herzen im Sturme erobert, wachsendes Ansehen und Vertrauen erwerben lassen. Gewinnende Menschlichkett strahlte von Karl Cermak aus, eine ordnende und verbindende Kraft, die Kleinstes zu Größtem fügt. Von der Wiener Angestelltenbewegung kommend, trat er 1907 in die Redaktton der Teplitzer„Freiheit" ein. Die grotze Polittk machte dort mit unerreichter Meisterschaft Josef Seliger» aber der sechs- undzwanzigjährige Cermak offenbarte sogleich grotze journalistische Begabung. Mit jeder Lokalnotiz, witzig und treffsicher geschrieben, wußte er die Leser zu packen und für die Sache des Sozialismus zu werben. Wehe dem Gegner, den fich Cermak in der Preffe oder in Versammlungen zum Angriffsobjett seiner überlegenen Ironie ausfuchtel Noch heute erzählen unsere Genossen mit fteudigem Behagen, wie jeder Bekämpfer des Marxismus zerzaust von dannen schlich, der sich Cermak zu stellen wagte. Denn Karl Cermak verfügte nicht nur über einen herrlichen Mutterwitz, sondern auch über eine tieft politisch-ökonmnische Bildung. Aus der trockensten Theorie— und er hat die Waffen der marxistischen Theorie geschätzt, wie wenige— schöpfte er sprudelndes Leben. Der junge Redakteur zeigte sich bald als ein glänzender Redner und groher Organisator. Als er 1911 das deutschböhmische Landessckreta- riat übernahm, gab er unter der polittschen Führung Seligers der sozialdemokratischen Landes- organisation bald ttefen Inhalt und feste Gestalt. Wie kein zweiter verstand er es, die.Hemmungen des in diesem Boden fest eingewurzelten Lokalpatriotismus schrittweise zu überwinden. Mit profunder Menschenkenntnis ging er an die Aufgaben heran. Er machte die besten Vertrauensmänner zu seinen vertrauten Freunden. Feinde hatte er überhaupt keine. Wenn eine heikle Sache in bewegter Sitzung nicht zu meistern war, überzeugte er die Widersacher nachher bei ftohem Beisammensein. Im geselligen Kreis war Cermak ein stets heiterer Gesell, dort warb er sich die stärksten Sympathien. Er konnte aber auch ein strenger Richter sein über Sünden, die an der Bewegung begangen wurden, wie er auch keinem Rihtet zum Auf manch am 4. November!$ech$ Versammlungen, sechs Kraftproben! Die deutschen Arbeiter in der CSR als Wächter des Friedens, der Republik, der Demokratie, als die Avantgarde gegen de« Fafeismus, marschieren Sonntag ans in Karlsbad« Komotau« Teplitz, Bodenbach« Mähr.-Schönberg und Jägerndorf Keiner darf, keiner wird fehlen! In unserem Lager steht das arbeitende und das arbeitslose Sudetendeutschtum. Und an ihm müssen die Phrase« des Henlein-«schände« werde»! Gegen die Phrase— die Erkenntnis!— Gegen die Tarnung, die Wahrheit!— Gegen Fascismus— den demokratischen Willen!— Gegen kapitalistische Vernebelung— sozialistische Zielklarheit! HeraufKampfdemonftration! Seite 2 Mittwoch, 31. Oktober 1934 Nr. 288 Verdienst die Anerkennung versagte. Die Stunden, die jeder von uns mit Cermak verbracht hat, mochte er dabei beleckt, getadelt oder verulkt worden sein, werden zu den wunderbarsten Erinnerungen zählen. Mit der Gründung der Tschechoslowakischen Republik und der damit verbundenen Verselbständigung der sudetendeutschen Sozialdemokratie begann für Cermak die erfolgreichste Schaffenszeit. An der. Seite Seliger- war er nicht nur politischer Ratgeber, er wurde die organisatorische Seele der Partei. Kaum dürfte es eine Bezirksstadt in Deutschböhmen geben, die er nicht besucht hat. Beim Aufbau war er ganz in seinem Element. Ein»gelernter Deutschböhme" zwar, doch einer der besten Kenner von Land und Leuten. Einmal sprach er bei einem hohen Beamten der böhmischen Landesbehörde vor. Es handelte sich um die Ernennungen in die damaligen Bezirksver« Wallungs-Kommissionen nach dem Schlüssel der ersten Parlamentswahlen. Der Beamte staunte immer mehr,«As ihm Cermak den Schlüssel eines jeden Vertretungsbezirles aus dem Gedächtnis hersagte. Cermak hatte die politische Landkarte' im Kopf, wußte auch Bescheid über die handelnden Personen im eigenen wie im gegnerischen Lager. Obwohl er ein unerbittlicher Gegner des sudetendeutschen Nationalismus war— eine der ersten Broschüren Cermaks befaßte fich mit der deutsch« gelben Arbeiterbewegung,, der Borläuferin der Hakenkreuzpartei—, konnten ihm auch seine Gegenspieler hohe Achtung nicht versagen. Do wirkliche nationale Interessen auf dem Spiele standen, war Cermak immer zur Stelle, ohne von seiner tiefempfundenen Jnternationalität ein Jota aufzugeben.. In der Organisation der Bezirke und Städte und später im Verbände der deutschen Selbftverwaltungskörper arbeitet« Cermak führend mit. Auf einer nordböhmischen Tagung der Selbstverwaltungskörper, sie fiel in die erste große Nachkriegskrise, trat Cermak gegen di« pessimistischen Stimmungen auf» ungefähr mit den Worten: wenn Europa wieder gesundet, dann wird auch unser Jndustrievolk zu arbeiten und zu essen haben. Ein Beweis für die unerhörte menschliche Anziehungskraft dieses Mannes verdient hier vermerkt zu werden. Als Cermak schon totkrank darniederlag, betete der inzwischen verstorben« christlichsoz. Senator Böhr— freilich ein anderer Christ als die Schuschnwgs— täglich für seine Genesung. Die Spuren CermakS in der sudetendeutschen Politik sind unaustilgbar, wie sein Name und sein Werck in der Partei. Seinen schwersten Kampf führte Cermak in den unheilvollen Tagen der Spaltung. Dir.als stand er aufrecht wie ein Fels in der Brandung. Seliger war nach dem historischen Karlsbader Parteitag der von kommunistischer Zwietracht schwerverwundeten Bewegung plötzlich entrissen worden. Die Spalter wähnten die Schlacht schon gewonnen. Kreibich und seine Anhänger hatten' es auf die Eroberung der ganzen Partei, die zugleich ihre völlige Zertrümmerung gewesen wäre, abgesehen. Mitten in der sozialdemokratischen Hochburg Teplitz, in dem Saal zur Badeauffindung in Settenz, hatten die Kommunisten in einer Kampfversmnmlung die Mehrheit. Cermak kämpfte gegen Kreibich mit unerschüttertem Glauben in die Kraft der sozialdemokratischen Bewegung. In bösen Stunden, da so mancher kleingläubig wurde, hat Cermak keiner wanken gesehen. In enger Zusammenarbeit mit Genossen Dr. Czech rettete Cermak die schwerbedrängte Partei vor der Vernichtung und damit die ganze sudetendeutsche Arbeiterbewegung vor dem Untergang. Tag und Nacht war er in den entscheidenden Wochen auf der Wacht als Vorbild eines Führers, der der. Gefahr 'die Stirne bietet und sich durch keine Ungunst der Zeitläufte überwältigen läßt. Auf dem Kampfplan des tschechoslowakischen Parlaments offenbarte Cermak neue Fähigkeiten. In den Tagen des traurigen Zwiespalts zwischen deutschen und tschechischen Sozialdemokraten vergaß er nicht die großen gemeinsamen Aufgaben, welche die Zukunft beiden Parteien stellen sollte. Im Jahre 1924 hielt Gcnoffe Bechhne eine große politische Rede, worin er begründete, daß der Staat ein wichtiger Transformator zum Sozialismus sein könne. Cermak ordnete an, daß diese Rede vollinhaltlich in der Parteipreffe abgedruckt werde, wobei er meinte: Unsere Arbeiter sollen auch über diese Dinge nachdenken lernen. Krank schon und chronisch überbürdet wie jeder führende Vertrauensmann der Arbeiterschaft, begann Cermak noch mit dem Studium der tschechischen Sprache. So wollte er sich auf das angeflrebte Arbeitsbündnis der sozialdemokratischen Parteien der Republik vorbereiten, doch es war ihm nicht mehr gegönnt, daran teilzunehmen. Welche Liebe Cermak allen Zweigen der Bewegung zMoandte, welche unvergänglichen Verdienste er sich durch sein letzter Werk, die Schaf- Die„Prager Presse" bringt in ihrer Mittwoch-Ausgabe einen Leitartikel„Das wahre Gesicht, Prinzipielle Bemerkungen zur SHF". Sie trftt in diesem Artikel an der Hand einer großen Reihe von Zitaten den Beweis dafür an, daß die SHF die Erbin der aufgelösten nationalistischen Parteien ist und daß in ihr und ihren Führern derselbe Geist lebendig ist, von dem die Jung und Krebs beseelt waren. Die„Prager Presse" geht davon aus, daß der Jubel der r e i ch s d e u t s ch e n P r e s f e über die Kundgebung in Böhmisch-Leipa unverständlich wäre, wenn man nicht in Berlin die Arußernngen Henleins ganz anders verstehen und deuten würde als in tschechischen Kreisen. Dasselbe gelt« auch von den eigenen Anhängern der SHF. Sie seien so geschult, jahrelang in der Propaganda- und Verstellungskunst erzogen, daß sie hinter den loyalen Erklärungen die w a h r e Meinung erkennen. Als sinnfälligstes Beispiel dieser Erziehungsarbeit wird dsi^ von.E d.. K a.i s.e r. in 'Warnsdorf heräuSgegebeNe„I u n g e" F't'önt" zitiert, auf die wir übriges wiederholt hmgewie- sen haben. In einem Artikel eines Herrn C. von 2 o e s ch hat die»Junge Front" im Oktober 1930 sich über die„D e u t s ch e S e n d u n g" ausgelassen, die sie in der Schaffung eines„D rutsch- land in großdeutscher Gestalt" erblickte. Des weiteren wird auf die Rolle des Deutschen Turnverbandes als der lange vor der SHF wirksamen Einheitsorganisation der deutsch-faseistischen Kräfte verwiesen. Konrad Henleins eigene— von uns seinerzeit ausgegrabene— Worte über die Aufgaben de- Turnverbandes werden angeführt. fung eines publizistischen Zentralorgans erwarb, wie er allezeit Freund, Helfer und Berater gewesen ist auf der dornigen Bahn des sudetendeutschen Proletariats, dies in vollem Umfange zu würdigen, sei dem Chronisten überlassen, der uns in ruhigerer Zeit ein abgerundetes Lebensbild unseres früh dahingegangenen Freundes Karl schenkt. Wir gedenken ihm heute als dem Baumeister der Partei. Cermak hat bis in die letzten Stunden, da ihn Todesahnungen überfielen, für die Sache des Sozialismus gearbeitet. Als sein kranke- Herz zu versagen begann und die ersten Schatten des Todes sich über das klare ManneS- antlitz senkten, rief Cermak noch seinen Besuchern mit erhobener Faust zu:»I ch k ä m p f e." DieS ist sein Vermächtnis. Wenn sich in dieses Tagen liebevollen Gedenkens wieder rote Blumen häufen auf diesem teuren Grab am Wolschaner Friedhof, dann sollen sie Gruß und Gelöbnis hunderttausender Kampfgenossen überbringen: daS Erbe unserer Großen zu schützen, das Werk Seligers und Cermaks fortzusetzen und für eine hellere Zukunft des sudetendeutschen Ar- beitervolkszustreitenbiszumletz- ten Atemzug. Dann verweist der Artikel der„Pr. Presse" auf den Landjugend führer Abg. Toni Köhler, der lange Direktor des B. d. D. war. Er hat noch am 17. Juni 1934 in Losch o t i n eine Rede an die Landjugend gehalten, in der es hieß: »Es muß eine Regenerierung des Bolles eintreten, die uns ein Sudetendeutscher, der in Wien lebt, gelehrt hat... Beispielgebend für die Art und Weise, wie man dem Voll zu dienen hat^ find die tschechischen Legionäre. Wir, die wir im Felde waren, wissen, was ihre Tat zu bedeuten hatte. Die Leut«, die durch zwei Drahthindernisse hindurch in den gegnerischen Graben krochen, um sich auf der anderen Seite neu e i n z u r e i h« n in die Kampffront um ihre Freiheit, diese Leute hatten keineswegs eine Bestätigung dafür in der Tasche, daß nach dem Kriege di« Tsche- chosiowakisch« Republik geschaffen werde. Sie muß- tcn auch mit einem?ikgc der Mittelmächte und ' damit mit dauerndem Exil rechnen. Und- trotzdeüi kamen sie der Parole nach, di« ihnen jahrzehntelang gepredigt wurde...Wir müssen schon in der Erziehung des Kindes in diesem das Nationalbewußtsein wachrufen... Die deutsche Mutter vor allem ist zu diesem Erziehungswerk berufen. Die deutschen L«hr«r sind in ihrer Tätigkeit gehemmt und das deutsche Buch als Instrument nationaler, Erziehung gibt eS leider nicht. Denn jene guten deutschen Bücher, die wir unserer Jugend gern« in di« Hand geben möchten, und die auch die Erwachsenen lesen sollten, sind bei uns verboten. Die übrig« Li teratur kommt meist von einer Seite, die nicht gerade vertrauenserweckend ist." Die»Pr. Presse" weist auf den Widerspruch zwischen solchen Reden und der Erklärung Henleins in Leipa hin. Die gleichen Ideen wie in der»Jungen Front", in den Zeitun- gendesTurn verbände» und des B u n« deSderDeutschenbei Henlein und bei Köhler erscheinen in den»Land ständische« Monatsheften", die zu Dobran herauSge- geben werden, deren Mitarbeiter Franz vo« P a p e n ist, deren Redakteur kürzlich verhaftet wurde. Daß Henlein und die reichsdeutschen Nazi unter einer Decke spielen, wird besonders deutlich durch ein Zitat aus der in Deutschland erscheinenden«Deutschen Turnerzeitung", die im Vorjahr die SHF begrüßte und dabei die gleichen Wendungen gebrauchte wie Henlein in Leipa. Dir Berufung auf Hitlers Reichstagsrede deckt sich beinahe wörtlich mit Henleins Ausführungen. Di« »Pr. Presse" schreibt dazu: Ist diese Uebereinstimmung nicht frappant? Nur durch diesen Kontakt und diese Disziplrnie- rimq, nur deshalb, well jeder Vierte i« Henlein» Reihe« ei« aus irgendeine» Angendverband geschulter Agitator ist, nur weil alle genau wisse«, waS sie wollen nnd was wirklich gemeint ist, wenn öftenllich daS »der jene» gesagt wird, nnr deshalb kan« sichHenleinerlanbe«, waS fich sonst nie- «and erlauben dürfte. Nur darum könne Henlein den Krebs beschimpfen, weil jeder wisse, daß Henlein der Erb« und Treuhänder Krebsens sei. ES wird dann berichtet, daß Henlein seinerzeit in Saaz dem Krebs vorgestellt wurde, daß eingehende Berhandlungen über die Bildung der .Volksfront" stattfanden» wir die spätere DHss damals heißen sollte. Henlein gchb dem früheren Abg. Krebs bei dieser Gelegenheit das bindende Versprechen, innerhalb der„Sudetendeutschen Heimatfront" den Kern der nationalsozialistischen Gedanken unversehrt zu erhalten, wogegen Krebs Henlein ermächtigte, in jenem Maße nach außen Loyalitätserklärungen abzugeben, wie Henlein dies je nach der Lage für nötig halten würde, um der»neue« Bewegung" über die Gründungsschwierigkeite» hinwegzuhelfen. Seitens der Führer der früheren^nationalsozialistischen Partei wurde auch an deren frühere Angehörige die Weisung ausgegeben, der»Sudctendeutschen Heimatftont" beizutreten, da diese sozusagen die Kronverweserin des „nationalsozialistischen Gedankengutes" in der Tschechosiowakei darstellen sollte. Daher habe auch Jung eine unmißverständliche Weisung zum Eintritt in die SHF ausgegeben und desgleichen K a l l i n a, der in dek ersten Zeit anHenleins Aufrufen mitgearbeitet habe. Die»Prager Presse" erinnert an den Wahlspruch, den Henlein bei der ersten Kundgebung der SHF in Reichenberg plakatieren ließ: Kommt ock, Brüder, hal mer zsamm, Wetr brauch mer kej Programm I und sagt auch, das stimme nur deshalb, weil das geheime Programm jedem bekannt sei, der im Turnverband, im Bund, in der Jungen Front, im L a n d st a n d, bei Henlein, Köhler, Hetz und Hacker ge- Henlein- der„Kronverweser“ der Duns und Krebs Die„Prager Presse“ demaskiert die SHF Ihre Argumente entnehmen die katholischen Verteidiger des Blutglaubens den Werken des Professors August Rohling. Der berühmte Verfasser des„Talmudjuden" hat zuerst von Münster aus dem deutschen Antisemitismus die theoretische Grundlage und damit einen mächtigen Antrieb gegeben; dann an die Prager deutsch« Universität berufen, wird er der Gewährsmann der Schneider und Baxa und aller Streiter gegen die Judokratie. Seine Schriften sind in hunderttausenden Exemplaren verbreitet; sein Bild des Juden, der durch geheime Gesetze gehalten ist, alles Nichtjüdische heimlich und mit Gewalt zu beherrschen oder zu vernichten, ist von der Masse übernommen worden; seine Ergebnisse— mgn nehme den Juden die Bürgerrechte, man verbanne sie aus dem bürgerlichen und politischen Leben, und wenn dies nicht genüg«, au- dem Lande— wurden zu politischen Forderungen erhoben. Daß ihn namhafte Orientalisten und Theologen der Fälschung und des Betrugs zeihen, daß er sich zwingen läßt, wegen ihm angetaner Beleidigungen vor Gericht zu gehen, daß dort die in Eid genommenen Sachverständigen gegen ihn aussagen, und daß er daraufhin seine Klage vor der Verhandlung zurückzieht und von seinem Lehramt zurücktritt, alles das tut seiner Autorität im Volk und in den Parlamenten keinen Abbruch. Die Ausschreitungen, die politischen Prozesse, die Konfiskationen der Journale und das plötzliche Ausscheiden des Kuttenberger StaatS- «nwaltS aus dem Amt geben zu einer Fülle von Interpellationen im Reichsrat und in den Landtagen Anlaß. Masaryks kritische Feststellungen, zu einer kleinen Broschüre verarbeitet, erscheinen unter dem Titel„Die Notwendigkeit der Revision des Pol- naer Prozesses". In einer Vorbemerkung sagt der Verfasser: „Durch die nachfolgende Analyse des Pol- naer Prozesses will ich nach meinen Kräften die Schande unserer Journalisten wettmachen... Der Leser wird sich überzeugen, daß der ganze Prozeß sich unter antisemitischem Hochdruck und dessen Wahnglauben vom Ritualmord abgespielt hat. Ich will nicht sagen, wie mich die Polnaer Affäre berührt, wie ihre Diskutierung mich bis ins Herz verwundet hat-— so viel Urteilslosigkeit, Gedankenlosigkeit, leidenschaftliche Ueberstürzung und dazu Unmenschlichkeit bis zur Grausamkeit— eine solche Erscheinung kann nur au» der nervösen Ueberreizung und dem abnormen Zustand unseres böhmischen und österreichischen Lebens überhaupt erklärt werden." Ein Exemplar schickt er dem Wiener Journalisten, dessen Anftage ihn veranlaßt hatte, sich mit dem Thema zu befassen.„Ich wünschte, eine flammende Feder würde zeigen, welcher Justiz und welcher Medizin in Oesterreich daS Leben der Menschen anvertraut ist— einer Justiz und einer Medizin, der ein Laie sagen muß, wie sie denken sollte. Sie werden sehen, daß die Revision eigentlich nicht mehr nötig ist, da ich sie durchführe. DaS k. k. Justizministerium kann nur liquidieren. Die Polnaer Affäre ist ein blutige- Memento, ein grauenhaftes Symptom unserer österreichische» Dekadenz." Am 6. November veröffentlicht Jan Herben die Broschüre, am nächsten Tag wird sie von der Staatsanwaltschaft konfisziert. Indes besteht die Möglichkeit, sie der Leserschaft dennoch zugänglich zu machen: wenn sie in der Form der Interpellation eine- Abgeordneten erscheint. Der alte Fortschrittsmann Ferdinand Kronawetter, der schon sei Jahrzehnten gegen, den Antisemitismus streitet, übernimmt es, in der Sitzung deS Abgeordnetenhauses vom 9. November die Interpellation an das Justizministerium einzubringen. Sie wird zur Verlesung gebracht, um, wie die Interpellanten sagen, jeden Zweifel auszuschlie- hen.als ob sie auch die strengste Kritik vom Standpunkt deS Strafgesetzes zu scheuen hätte,„Wenn man bedenkt, daß die Polnaer Berhandlungen in zahlreichen Broschüren in kritikloser Weise zur Propagierung einer den Staatsgrundgesetzen zuwider laufenden Tendenz benützt werden durften, erscheint die Konfiskation der Masaryk- schen, nach jeder Richtung gesetzmäßigen Schrift yöllig unbegreiflich." In derselben Sitzung werden die jüngsten Exzesse in Böhmen und Mähren besprochen. In einer Front stehen die flerikalen Parteien mit den Deutschvölkischen und den tschechischen Radikalen. Die Führer der Wiener Antisemiten sind zumeist jüdischer Abstammung und fast alle mit dem Makel gerichtlich erwiesener Korruption behaftet. Sie halten nicht viel voneinander und noch weniger von den parlamentarischen Bundesgenossen. Lueger, der Bürgermeister von Wien, rät seinen Parteifreunden, in Gegenwart Ernst Schneiders sehr vorsichtig zu sein; man wisse nie, ob dieser Mensch nicht ein Polizeispitzel oder ein Agent der Bater- landspartei sei oder vielleicht beides. Auch die Führer der Alldeutschen stehen schlecht miteinander. Georg von Schönerer, dem der Adel aberkannt worden ist und der sich gern den österreichischen Bismarck nennen läßt, heißt den Schneider nur„Kreatur" und„Regierungshund", und seinen Genossen Karl Hermann Wolf beschimpft er so wie dieser ihn.„Eins steht fest," sagt der witzige Lueger,„recht haben sie alle zwei." Bei der Diskussion über die Krawalle und Judenverfolgungen wird viel gelacht. Der Sozialdemokrat Berner enthüllt die Hintergründe der antisemftischen Aktionen, schildert di« furchtbare Not der Arbeiterschaft, spricht von den zahllosen Todesfällen, die in Gruben und Fabriken an der Tagesordnung find, weil die jüdischen und nichtjüdischen Unternehmer rücksichtslos Menschenleben aufs Spiel setzen, wo der Profit es verlangt, und der humorvolle Bielohlawek sorgt durch Zwischenrufe dafür, daß der Ernst des Themas durch lebhafte Heiterkeit rechts und in der Mitte des Hauses gemildet wird. Ernst Schneider referiert ausführlich über die geheimen Riten und Gesetze der Juden. Den Minister fragt er, ob er denn de« ganzen Unterschied zwischen der arisch-christlichen Weltanschauung und dem jüdischen Monismus kenne.„Die Juden betrachten sich allein als Menschen, alle anderen als Tiere. Dafür kann ich Beweise erbringen!" Und er zitiert unter stürmischem Widerspruch von links Rohlingsche Ueberset- zungen aus dem Talmud und anderen hebräischen Lehrbüchern. Dann kommt er auf Polna zu sprechen.„Die ganze Welt weiß, das Hilsner an dem Mord mitschuldig ist, und doch hat ihn der Reichenbach laufen lassen, und der Gendarm mußte ihn erst aus eigen« Verantwortung dingfest machen. Wenn auch der Justizminister noch so sehr mit dem Kopf schüttelt, wahr ist es doch!" Lebhafte Zustimmung. Dann kommt der Redner auf mehrere Ritualmorde an Dienstmädchen zu sprechen, denen er beinahe auf die Spur gekommen wäre, er behandelt den Fall von Tisza-Eszlar und eine vor zehn Jahren in Korfu geschehene rituelle Ermordung eines Mädchens.„Auch ihr wurde der Hals durchschnitten, auch sie war ausgeblutet. Wohin ist das Blut gekommen? Dorthin, wo das Blut der armen Agnes Hruza ist... Und da hatte ein österreichischer Richter die unglaubliche Idee, einer Mutter zuzumuten, daß sie ihr Kind ermordet und ihr das Blut abgenommen habe! So etwas kann ein österreichischer Richter tun!" Abgeordneter Bielohlawek:.„Und dazu gibt sich ein Professor her, der Masaryk in Prag! Ich möcht' wissen, wieviel der für die Broschür' bekommen hat!"(Fortsetzung folgt.) Nr. 255 Mittwoch, 31. Oktober 1934 «eite 3 Begeisterung und Solidarität Die Vorbereitung unserer antifascistischen Kundgebungen Ein Besuch bei den Ausslger Vertrauensmännern arbeitet habe. Darum braucht« Henlein in Leipa sich nur gan» verschwommen als den Vertreter „einerJdee" hinstellen, die„im Zuge der geschichtlichen Entwicklung lebendig geworden" sei. Die„Prager Presse" schließt ihre Betrachtung: Um welche Idee es sich hiebei handelt, ist aus den Zitaten jener Zeitschriften, an denen Henlein und die Seinen seit jeher mitgearbeitet haben, im Vorstehenden deutlich gezeigt worden. Henlein hat gesprochen. Im Ausland hat man verstanden. Die Keimatfrontler haben verstanden. Alle müs- ',en ihn verstehen, die Entwicklung und Zusammenhänge kennen. Konstituierung des Konsumentendeirates Im Fürsorgeministerium fand am Montag im Beisein des Fürsorgeministers Genossen Doktor Meißner die Konstituierung des Beirates für Konsumgenossenschaften statt, dessen Gründung schon seinerzeit unter Genossen Dr. Czech in Angriff genommen worden war. Damit haben auch die Verbrauchergenossenschaften eine offizielle Vertretung erlangt, wie sie die Landwirte, die Gewerbetreibenden und die Industrie in den Landeskulturräten, bzw. in den Gewerberäten und den Handelskammern schon längst besitzen. Vertreten waren alle Zentralen der Kon« sumentengenoffenschaften. Gen. Dr. Meißner hielt eine einleitende Rede, in der er den Aufgabenkreis des Beirates als eines Hilfsorganes des Ministeriums für Fragen des Konsumentenschutzes umriß; der Beirat soll auch der offizielle Repräsentant der Konsumgenossenschaften sein und die ständige Fühlungnahme mit der staatlichen Wirtschastsadministrative vermitteln. Er ist der erste Schritt dazu, daß die Verbraucher in organisierter Form ihre Wünsche und Beschwerden vorbringen können. Zum Schluß wurde das P r ä s i d i u m gewählt, dem für den Wirtschaftsverband der deutschen Konsumgenossenschaften Genosse Kreisky angehört. Weitere Mitglieder sind: Gen. Lustig, Soudskh, N e p r a s und H o u d e k. Erhöhte Bestellungen der Staatsbahnen. Am Montag sprach eine Deputation der Arbeiterschaft der Waggonfabriken unter Führung des Genossen Hampl im Eisenbahnministerium vor. Eisenbahnminister Genosse B e ch y n i erklärte, daß die Staatsbahnen diesmal für 222 Millionen Bestellungen an die Metallindustrie vergeben werden, das ist gegenüber dem Vorjahre um 100 Millionen mchr. Es werden 12 Lokomotiven(im Vorjahr 6), 54 Motorwagen(40), 140 An hängewagen(90), 218 normale Waggons(im Vorjahr nur 81) und weiters eine beträchtliche Anzahl. von Straßenautobussen bestellt werden. Auch die Walzwerke werden erhöhte Bestellungen erhalten, da Heuer für Schienen eto. 91 Millionen gegenüber 68 im Vorjahre budgetiert sind. Auch der Bedarf an Brückenkonstruktionen wird etwas höher sein. Di« Lieferungen sollen so schnell wie möglich ausgeschrieben und vergeben werden, damit die Mehrzahl der Arbeiten schon in den in Puncto Arbeitslosigkeit besonders kritischen Wintermonaten zur Ausführung gelangen kann. Die Ausschreibung soll im November, die Vergabe noch vor dem Neuen Jahr erfolgen. Es böllert schon wieder Wie«. In Baden bei Wien ist Dienstag abends im Kurpark ein Papierböller explodiert. Es wurde kein Schade angerichtet. Die Polizei untersucht, ob es sich um einen alten oder einen neuen Böller handelt. Aussig. Herr Henlein und die Presse, die sich ihm gleichgeschaltet hat, wollen glauben machen, daß die Sozialdemokratie als ernsthafter politischer Faktor nicht mehr in Betracht komme. Böh- misch-Leipa habe bewiesen, daß das ganze sudetendeutsche Volk hinter Henlein steht. Damit sei eine völlig neue Etappe der sudetendeutschen Politik angebrochen. Fünfzehn Jahre der übelsten „Bonzenwirtschaft" seien erledigt. Aber im freiheitsliebenden Volk hat gerade die Parade von Böhmisch-Leipa das Bewußtsein verstärkt, daß die Henleinbewegung fascistisch ist. Der Aufmarsch der Henleintruppen hat in den Arbeitermassen Energien geweckt, di« eben jetzt, bei der Vorbereitung der sozialdemokratischen Kundgebungen, in der herrlichsten Weise Gestalt gewinnen. In den einzelnen Orten, in denen die Borbereitungsarbeiten in vollem Gange sind, hat der Aufruf, gegen den FasciSmus zum Angriff überzugehen, helle Begeisterung geweckt. Die Arbeiter warteten mit Ungeduld auf die Kampflosung— das ist der Eindruck, den man aus allen Unterredungen mit unseren Vertrauensmännern gewinnt. In Aussig-Stadt und-Land sind alle Orga- sationen fieberhaft tätig, um mitzuhelfen, daß die Bodenbacher Kundgebung ein voller Erfolg werd«. Fast ein Drittel aller Organisierten ist arbeitslos. Aber das ist niemandem ein Hindernis. Eine große Solidaritätsaktion ist im Gange: für die Arbeitslose», die sich an der Kundgebung beteiligen wollen— und es find sehr, sehr viele!—, wird der Fahrpreis aufgebracht. So wird z. B. aus B.- K a m«i tz, einem der ärgsten Notstandsbezirke» berichtet, daß die Opferbereitschaft der noch in Arbeit stehenden Genossen die Teilnahme von 250 Arbeitslosen an der Kundgebung in Bodenbach sichrrge- stellt hat. Wie wir erfahren, haben sich zwei große Aus. siger Organisationen bereit erklärt, die Koste» je eines Sonderzuges nach Lodenbach z« übernehmen. Dadurch wird es möglich sein, mindestens tausend arbeitslos« Mitkämpfer an dem nordböhmischen Aufmarsch teilnehmen zu lassen. Die Organisationen wetteifern dabei miteinander. Die Mitglieder der Partei, der Gewerkschaften, der Kulturorganisationen: sie find in diesen Tagen mehr denn je eine feste Gemeinschaft, die auf ein unmittelbares Ziel ausgerichtet ist.(Die Arbeitslosen werden nach der Bodenbacher Kuudge-! bung auch einen kleinen Imbiß erhalten.)' Die besser bezahlten Genosse» kaufen einigen Arbeitslosen die Fahrkarte. Bis jetzt sind zwei Sonderzüge in Aussicht genommen. Man rechnet aber damit, daß ein dritter zustande kommen wird. Die Solidarität aller Organisationen erkennt man z. B. in der Tätigkeit unserer TUrne r b u n d e S, der in Aussig seinen Sitz hat. Er hat seine normale Arbeit völlig eingestellt: alles ist auf die Vorbereitung der antifascistischen Kundgebungen eingerichtet. Der Bundesvorstand hat an seine Organisationen die Weisung erlassen, daß alle Mitglieder am Sonntag bei den Kundgebungen sein müssen. Im Sekretariat der Tur- nerbundeS wird aufgearbeitet, was das Parteisekretariat nicht bewältigen kann. Im Kreissekretariat der Turner ist man gerade mit dem Versenden ausführlicher und eindringlicher Weisungen beschäftigt, in denen sich das Verbundensein unserer Turngenoffen mit der Partei manifestiert. Eine Sitzung des Bundesvorstandes, die schon monatelang vorbereitet war, wurde um der Kundgebungen willen abgesagt, ebenso viele andere Veranstaltungen. Wie es bei den Turnern ist, ist es auch anderswo. Heute abends ist«ine Vertrauensmännerversammlung, an der sich die Vertrauensmänner aller Organisationen von Aussig-Stadt und -Land beteiligen. Hier werden die letzten Weisungen auSgegeben werden. DaS übrige besorgt die Begeisterung der antifascistischen Kämpfer und ihre herrliche Solidarität. Der kommende Sonntag wird bewessen, wie schlagfertig, wie kampfbereit die Sozialdemokratie in allen ihren Teilen ist. Wir greifen an! Dieser Angriff wird die Henleinfasciften zurückwerfen. DaS sudetendeutsche Voll läßt sich nicht gleichschal, ten— weder in offener, noch in getarnter Form. Es liebt seine Freiheit und ist bereit, sie mit dem Einsatz seiner ganzen Kraft zu verteidigen. K. K. Flottenkonferenz hoffnungslos? London. Die amerikanischen Delegierten ans der Londoner Flottenkonferenz teilten in der Montagsitznng den japanischen Delegierte» mit, daß die Bereinigten Staate» gezwungen sein würden, ihre Positionen im Stillen Ozeanzu festigen, falls Japan den Washingtoner Vertrag kündigen sollte. Der Stand der Verhandlungen zwischen den japanischen und amerikanischen Delegierten wird alS hoffnungslos bezeichnet. In ihrem Wider- stand gegen die japanischen Forderungen sind sich die amerllanischen Delegierten mit der britischen Abordnung einig, wie dirS auch in der letzten Sitzung der beiden Delegationen nachdrücklich her- vorgehoben wurde. Berlin. Hitler hat am Dienstag in Gegenwart des ReichsmimsterS des Innern die der Kirchenopposttion angehörenden LandeSbischöfr Marahren s-Hannover, M e i s s e r-Mün- chen und W u r m-Württrmverg zu einer Aussprache über kirchenpolitische Fragen empfangen. Neber den Verlaus der Unterredung wird amtlich nichts gemeldet. Der Reuterberichterstatter hatte die Tatsache dieser Unterredung erst Dienstag erfahren und macht darauf aufmerksam, daß der deutschen Presse hierüber nichts bekannt ist. Er ist der Ansicht, daß der Empfang der oppositionellen Bischöfe durch Hitler eine sensationelle Wendung im Konflikt der evangelischen Kirche bedeutet. Es sei noch nicht klar, ob der Empfang eine versöhnliche Geste bedeute, oder den letzten Versuch, in den schleppenden Verlauf des Konfliktes einzugreifen. Der Stein deS Anstoßes, Ministettalrat Dr. Jäger, der bekanntlich fein Amt als RrchtSver- walter der deutschen evangelischen Kirche nieder- Auslleferunssbesehren Oberreicht Rom.(Havas.) Der stanzöstsch« Charge d'aftairrs, Dampirrre, hat der italienischen Regierung daS Ersuche« um Auslieferung des Terroristen P a v e l i L überreicht. Oer Kampf um die Todesurteile Madrid. Die spanische Regierung hat beschlossen, vier Prozesse, in denen ein Todesurteil gefällt wurde, dem OberstenGerichtS- hofvorzu legen.(Offensichtlich soll auf diese Weise der Widerstand des Präsidenten Zamora gegen die von der llerikalrn Reaktion geforderte Vollstreckung der Todesurteile gebrochen werden.) Ministerpräsident Lerroux teilte amtlich mit, daß die Zahl der Toten unter den Angehörigen der Armee und der Zivilgarde bei den letzten Ereignissen 220 beträgt. Gegen 743 Personen wurden verwundet, 46 werden noch vermißt. 100.000 Reklamationen gegen die Saar-Wählerlisten Saarbrücken. Nach amtlichen Meldungen des PlebiszitauSschuffes wurden gegen die Wählerlisten zur Saarabstimmung an 100.000 Rellamationen eingebracht, von denen viele unbegründet sind. ES werden allerdings sämtliche Rellamationen geprüft werden, damit es möglich ist, ein einwand« freieS Wählerverzeichnis herzustellen. Die Revision deS Wähle«crzeichniffeS wird auch nach dem 9. November durchgeführt werden. Arbeitslosengelds in Frankreich Paris. Arbeitenminister Marquet teilte im Finanzausschuß der Deputiettenkammer mit, daß die Regierung in der Herbsttagung der Dcpu- tiertenkammer eine Gesetzesvorlage zur Schaffung eines Staatsfonds für Arbeitslose unterbreiten werde. gelegt hat, bisher aber Mitglied der Reichs- kirchenregierung war, hat jetzt auch auf diese seine Funktion sowie auf alle übrigen kirchlichen Würden«nd auch auf sein Amt alS preußischer Mini- stettaldirektor verzichtet. Die Bande muß verschwinden... London. Der Berliner Berichterstatter des Reuteröüros meldet, daß sich Dienstag nachmittags im NeichskanzlerpalaiS eine dramatische Szene ereignet hat. Ungefähr 30 bayrische Bauern, Mitglieder der nationalsozialistischen Pattei, sprachen beim Reichskanzler vor, um im Namen von Hunderttausenden bayrischen Bauern Protest zu erheben«nd„Hitler zu sagen, was in Wirklichkeit in der evangelischen Kirche vorsich- gehe". Es verlantet, die Delegation der bayrischen Bauern habe Reichskanzler Hitler erllirt, daß der ReichSbischof Müller, der Rechtsverwalter der evangelischen Kirche, Dr. Jäger und„diese ganze Bande" verschwinden müssen, weil sie die Kirche LutherS vernichten. Der„Führer" muß verhandeln Drei oppositionelle Bischöfe bei Hitler Ein guter Freund Ein Jahrzehnt löscht viele Namen aus, es blaßt Erinnerungen, wandelt die Bedeutung der Ereignisse vor dem rückschauenden Blick, verändett auch daS Urtefl über Menschen, die, wir gekannt. An der Wertung unseres toten Führers Karl Üermak aber haben die zehn Jahre, die seit seinem Scheiden vergangen, nichts geändett, noch haben sie seinen Namen aus dem Gedächtnis der Freunde getilgt. Wohl ist die Zahl derer, die seine Mitarbeiter gewesen, gettnger geworden,— die vielen aber, die ihn gekannt, denken seiner in unvergänglicher Liebe. Und doch hat Karl Eermak. der Wiener, nichts getan, um sich den deutschböhmischen Arbeitern ins Herz zu schmeicheln. Seine Güte und Hilfsbereitschaft, seine Geradheit, seine aufopfernde Arbeit für die Partei, aber freilich auch seine aus fast kindlicher Seele quellende Heiterkeit haben ihm die sudetendeutschcn Arbeiter rasch und für immer gewonnen. Kein idealisierende- und also Eermak verzerrendes Bild des Freundes soll gezeichnet werden. Nach Eermaks Tod habe ich in diesem Blatte geschrieben, daß er mancherlei auch den Freunden sichtbare Fehler hatte, daß er sich nicht auf straffe Lebensführung verstand, oft zu schwach war gegen sich selber,— aber diese Mängel gehörten mit zu seinem Wesen, zur Art dieses echt wienettschen Menschen, dem auch schwerste Arbeit und quälendste politische Sorgen nie ganz den Humor zu rauben vermochten. Weil er ein so liebenswürdiger, scherzbereiter, guter Mensch war, ein so lebensfroher Mensch, gibt es nur freundliche Erinnerungen an ihn. I Als OrganifattonSkünftler ist Eermak oft gerühmt worden. Aber er war alle- andere als ein OrganifationSbureaukratl Denn er war nicht nur um die Erhaltung und den Ausbau der Parteiorganisation bemüht, sondern darum, den proletarischen Organisationen immer neue Impulse zu geben, ihnen immer wieder neue Aufgaben zuzuweisen. Er hat, im Teplitzer Kreise zunächst und dann im ganzen Patteigebiete, eifrig für gute, solide BildungSarbett gesorgt, sich um die Ber« edelung der Arbeiterfeste gekümmert, der Jugendorganisation ebenso wie den Kinderfreunden, den Sängern und den Turnern seine liebevolle Aufmerksamkeit gewidmet. Daß in allen Organisatio« nen der Arbefler daS BereinSmäßige, das Bureau- kratische nie überwiege, daß frisches geistiges Leben sie durchflute, daS war des großen Organisators nie erlöschende Sorge! Ein Mensch seiner Att konnte nicht zum trok« lenen Bureaukraten werden! Er vergaß über aller Organisationsattbeit und Redaktionsarbeit— und er hat ganz unwahttcheinlich viel Arbeit geleistet — doch nie das Leben. Und diese sein« warme Menschlichkeit läßt die Herzen seiner Freunde warm werden, wenn sie seiner gedenken... Wie schön ist es, an die Jahre freundschaft« licher Zusammenarbeit mit Eermak zurückzuden» kn. an die Redaktion der Teplitzer„Freiheit" in dec Vorkriegszeit, an den Freundeskreis um dermal! Neben dem nicht so leicht Ruhe und Verfassung Verlierenden, immer Besonnenen, stets über ein die Spannungen überbrückendes Scherzwott Verfügenden der nervöse, jähzornige, oft gewit- ternde Seliger, der doch auch so rasch wieder ab- kühlte,— und der kluge stille Rückl, der Bielbelesene, der Dichter,— und Ernst Hirsch, der so oft Gast in der kleinen Redaktion war. Erhitzte Diskussionen, aber auch Stunde» leichter Geselligkeit. Denn Eermak vermochte, wenn die Arbeit getan war, alle Gedanken an sie wie mit einem Ruck Wegzuschieben, konnte sich dann ganz unbefangen heiterem Geplauder hingeben. Wie oft hat er in solchen Stunden gesungen! Am liebsten alte Wiener-Lieder; auch ein paar Steirer- und Kärntner-Lieder gehörten zu seinem Repertoir. Er hatte sie auS Klagenfurt mitgebracht, wo er als junger Angestellter einige Monate tätig war. Eermak sang wienerisch, aber sprach selten wienerisch. Seine Reden zeichneten sich sogar durch besonders schönes Deutsch aus. Er liebte die deutsche Sprache, liebte vor allem leidenschaftlich das Theater. Dieser Mann, der so sehr an der deutschen Sprache hing, der nur wenige tschechische Worte verstand, war tschechischer Abstammung, und er verleugnete es nie. Sein Vater war in ganz jungen Jahren aus Böhmen nach Wien ein« gewandert, er hat nie ttchtig deutsch gesprochen, der Sohn aber hatte nie das Tschechische erlernt. An ihm wurde so sinnenfällig llar, wie wenig die Abstammung von dem einen oder anderen Bolle bedeutet. Seinen alten Bater habe ich noch gekannt. Er war in der alten Wiener Pattei, damals, als sie noch llein war, aber sich schon anschickte, groß zu werden, wohl allen Genossen bekannt. ES gab keine große Versammlung ohne den alten Eermak, der einer der eifrigsten, beharrlichsten Kölpotteure war. Bei jedem Parteifeste, bei jeder Kundgebung tauchte der alte vollbärtige Mann mit den lebhaften Augen auf und bot Broschüren und Zeitungen an. Gemeinsame Wiener Erinnerungen, zu denen auch die an den alten Eermak. an dem Karl mit großer Liebe hing, gehörte, schufen günstigen Boden für eine überaus herzliche Freundschaft. Sie war auf, meiner Seite verbunden mit dem l Gefühl der Dankbarkeit für den kameradschaftlichen Lehrer. Lehrer aber und Helfer ist Eermak vielen gewesen. Nicht zu zählen sind die Arbeiter, denen er durch seinen Rat, denen er oft genug durch die Tat geholfen hat. Ja, das schuf eine so wohltuende Atmosphäre der Sicherheit und Geborgenheit um ihn, daß jeder seiner Mitarbeiter wußte,' daß er auch mit den persönlichsten Sorgen zu ihm kommen konnte und daß der Freund zumindest Trost zu geben hatte, wenn er nicht Hilfe bttngen konnte. Eermak haben viele für seine Hilfe zu danken. Richt wenige für mehr: für seine tatkräftige Förderung. Manche■ Genosse, der heute an weithin sichtbarer Stelle in der Arbeiterbewegung wirkt, ist von ihm„entdeckt" worden. Eermak verlor keinen Arbeiter, der ihm etwa in einer Versammlung oder auf einer Konferenz ausgefallen war, auS dem Gedächtnis. Er beobachtete seine Entwicklung, half nach, gab Rat, zog ihn mehr und mehr zu verantwortungsvollerer Arbeit heran. Auch dafür hat ihm die Partei zu danken! Biele Arbeiter werden sich in diesen Tagen an Karl Eermak erinnern, viele, denen der sonnige Mensch Freude und Begeisterung geschenkt. In vielen wird die Erinnerung an eine versunkene Zeit lebendig werden, an eine Zett, die groß und schön war für sie, weil sie eine Zeit großer und erfolgreicher Kämpfe war. Mit dem Namen Eermak wird auch der Name Seliger in der Erinnerung auftauchen. Vorbei, vorbei! Andere Kämpfe harren unser, andere Aufgaben, andere Pflichten. Aber es ist kein Verzögern, es ist Trost und Erhebung, dabei deS Freundes zu gedenken, der uns arbeiten und kämpfen lehrte und der unS mehr gab als das, der unS seine Freundschaft geschenkt und damit einen unvergänglichen Schatz. I. Hofbarer, Seite 4 Mittwoch, 31. Oktober 1934 Rr. 255 Arbeiter Turn- und Sportverband Sitz Aussig a. E. Alle unsere Mitglieder beteilige« sich am Sonntag, den 4. N o v c m b c r, an den . Kundgebungen der Partei. Konferenzen, Versammlun gen, Spiele und sonstige sportliche Beran st altungen während der Zeit der Demonstra- tionen sind verboten. Während der anderen Zeit dürfen Spiele vor allem nur dann stattfinden, wenn dadurch die Teilnahme der Spieler an den Kundgebungen ’ nicht behindert wird. Wir halten es für eine Selbstverständlichkeit, daß sich die Genossen darnach richten. Die Bundesleitung. Herr Dr. Franz Bacher zwingt uns wieder einmal, uns mit ihm zu beschäftigen. In der letzten Sonntagsnummer der „Neuen Freien Presse" artikelt er über die SHF und wenn er es auch nicht ganz unversucht läßt, in den Beifall für. Konrad Henlein ein paar kritische Bemerkungen einflietzen zu lassen, so gewinnt man doch den Eindruck, das; das nicht zuletzt deshalb geschieht, um Herrn Bachers positive Einstellung zu Henlein als objektiv umso glaubwürdiger und also für die SHF im Auslande Reklame zu machen. Das verzeichnen wir — der Herr Abgeordnete Dr. Bacher mag es uns glauben— ohne jedes unangenehme Gefühl, denn wir haben nichts dagegen einzuwenden, daß diese sogenannten Demokraten sich bloßstellen. Herr Dr. Bacher ist immerhin so schlau, mit seinem vollen Namen nur vor den Oesterreichern für seine Behauptung aufzutreten, daß die Sudetendeutsche Heimatfront„von jetzt ab als ein positiver Faktor des politischen Lebens in der Tschechoslowakei zu werten ist".(Die Unterstreichung des „positiven Charakters" entstammt dem Original.) Die Zukunft wird wohl bald über diesen Positivismus Aufschluß geben! Für uns interessanter ist die Tatsache, daß Herr Dr. Bacher, der für den Henlein so viel wohlwollende Objektivität aufbringt, daß er den Oesterreichern nicht' einmal Henleins Leipaer Stellung zu Deutschland verrät, die eben nur für ganz bestimmte„Demokraten" noch existierende„Pressefreiheit" in Oesterreich dazu benützt, um gewisse Behauptungen aufzustellen, die zu beweisen er nicht einmal versucht. Bei den Leuten, die Kanonen gegen die Sozialdemokraten auffuhren, wird Herr Dr. Bacher seine Beliebtheit sicherlich durch die Behauptung erhöht haben, daß dem Henlein zwei Versammlungen „über Betreiben der Sozialdemokraten" verboten wurden. Aber mit der Wahrheit hat das genau so viel zu tun wie Bachers andere Behauptungen, daß Henlein„sich von allem Anfang an mit beiden Füßen auf den Boden des tschechoslowakischen Staates gestellt hat" und auch „bezüglich des Rassenproblems" nicht nationalsozialistisch eingestellt sei. Jene tschechoslowakischen Demokraten, die Herr Dr. Bacher eigentlich zu vertreten hätte, werden herzlich lachen, wenn sie diese„Wahrheiten" aus seinem Munde vernehmen und werden ihm vielleicht empfehlen, es doch am besten selber bei der Henlein-Front zu versuchen!„Vorderhand", so schreibt Herr Dr. Bacher im Stil des unorientierten Teils der tschechischen Presse,„i st Henlein Führer der stärk st en sudetendeutschen G r u p p e". Wir laden Herrn Dr. Bacher ein, an einer unsererKundgedungen am nächsten Sonntag teilzunehmen; dort wird er sich über die stärkste sudetendeutsche Gruppe informieren können. Gemeindefinanzreform. Der Verband der deutschen Selbstvertvaltungskörper läßt folgende Mitteilung an seine Mitglieder ergehen: Die Vorverhandlungen über die dritte Gemeindefinanzgesetzreform werden schon in den nächsten Tagen in das entscheidende Stadium treten. Die Reform des bisherigen Rechtszustandes ist nicht nur im Interesse der Gemeinden, sondern auch des Kreditwesens unabweislich und unaufschiebbar geworden. In zahlreichen Kundgebungen haben die deutschen Gemeinden ihre Forderungen und Vorschläge sowohl für die übergangsweise, als auch für die endgültige Regelung des Gemeindefinanzwesens aufstellt. Sie sind sich bewußt, daß unter den gegebenen Verhältnissen nur eine vorläufige Regelung möglich und zweckmäßig ist. Doch muß verlangt werden, daß diese vorläufige Regelung tatsächlich den Gemeinden ausreichende Hilfe bringt, ohne die Selbstverwaltung weiteren Beschränkungen zu unterwerfen. Der Verband hält es für notwendig, seinen Mitgliedern die Gelegenheit zu bieten, Stellung zum Rcformentwurfe zu nehmen. Der Verbandsvorstand hat deshalb in seiner Sitzung am 24. Oktober beschlossen, sobald der zur parlamentarischen Verhandlung bestimmte Entwurf der Novelle vorliegen wird, eine Versammlung der Mitgliedergemeinden nach Prag einzuberufen. Da die Einberufung möglicherweise kurzfristig erfolgen muß, ersucht der Verband seine Mitglieder, die Beschickung dieser Tagung schon jetzt vorzubereiten, also ihre Vertreter zu bestimmen, ohne eine weitere Aufforderung hiezu aüzuwarten. Tagcsncuighcilcn Zwei schwere Eisenbahnkatastrophen in Frankreich Paris. Am Montag abends ereignete sich bei Saint Foy ein schwerer Unfall. Ein Lastkraft- wagen wurde an einer Gleisüberführung von einem Personenzug überfahren. Der Personenzug entgleiste infolge des heftigen Anpralles, wobei die Lokomotive den ersten Eisenbahnwagen zerdrückte. Bei dem Unfall sind drei Personen getötet und vier verwundet worden, darunter drei schwer. Der Lokomotiv führer suchte nach dem Unfall das Weite. Er ist bisher noch nicht wieder aufgefunden worden. Auch der Lenker des La st kraft wage ns, der das Unglück herbeigeführt hat, ist verschwunden. Der D-Zug nach Bordeaux stieß am Montag abends, 150 Meter von dem Bahnhof Montaubou entfernt, gegen eine Rangierlokomotive. Der Anprall war so heftig, daß die Lokomotive des D-Zuges aus den Schienen sprang. Auch die vorderen Wagen des D-Zuges wurden beschädigt. DreiundzwanzigPer- s o n e n sind verletzt worden. Davon mußten drei ins Krankenhaus gebracht werden. Unter ven Verwundeten befindet sich auch der L o k o- motivführer des D-Zuges. Weltumspannender Lustschiffdienst? Die Pläne Dr. Eckeners. Washington. Dr. Eckener, der am Montag ausführlich vor dem Luftfahrtausschuß über den Stand des Luftschiffbetriebes sprach,• erläuterte auch seine Pläne für die Zukunft. Er machte dabei die Zusicherung, daß er im Sommer 1935 mft dem neuen Zeppelin-Luftschiff„LZ 129" Versuchsfahrten zwischen Friedrichshafen und Nord-Amerika unternehmen wolle. Er stelle das neue Luftschiff auch für zehntägige Rundfahrten in Amerika zur Verfügung. Im Herbst 1935 würde„LZ 129" in den Südatlantik- Dienst eingestellt werden. Der Luftfahrtausschuß versprach dem Bundeskongreß eine Vorlage zugehen zu lasten, in der von der Regierung Mit- tel für die Durchführung der Versuchsfahrten des „LZ 129" nach Nord-Amerika für die Vorbereitung eines regelmäßigen Nordatlantischen Luftschiffdienstes durch den Bauvondrei bisvierZeppelinluft- schiffen sowie für'die. A u s b i l d u y g der für diese Luftschiffe benötigW'MMffschaftcti ttiW gefordert werden, falls sich die'zuständigen Behörden für die Annahme des Planes Dr. Eckeners entscheiden sollten. Dr. Eckener empfahl dem Luftfahrtausschuß ferner die Einrichtung eines die W e l t u m s Pannen denLuftschiffdien st es Deutschland—Nordamerika—Südamerika— Holländisch- Jndien und Britifch-Jndien. Ein seetüchtiges Luftschiff, fo fagte er, sei bereits vorhanden. Man müsse nur ohne Zögern zugreifen. Das Heliumgas, das für die Verwirklichung dieses großen Planes erforderlich sei, müste allerdings von der Regierung der Vereinigten Staaten, die das Monopol besäße, zur Verfügung gestellt werden. Eckener belegte zahlenmäßig, daß der Zeppelindienst zwischen Deutschland und Südamerika einträglich ist. Fabrttsbrarrd in Brünn In der Fabrik zur Erzeugung von Abfgll- und chemisch-technischen Produkten I. N a v r a- t i l in Brünn entstand am Dienstag um viertel acht Uhr abends ein Brand, der sich rasch auf den ganzen Fabrikskomplex ausdehnte. Das Unternehmen besteht aus vier hölzernen mit Teerpappe gedeckten Objekten, von denen bis zum Abschluß des Berichtes drei vollkommen niederbrannten, während eines erhalten blieb; zu dieser Stunde war der Brand wohl lokalisiert, jedoch noch nicht völlig gelöscht. Die Brandursache konnte bisher nicht festge- stellt werden. Der Rortier des Unternehmens gab an, daß er knapp vor viertel acht Uhr abends einen Rundgang durch die Fabrik machte und nichts Verdächtiges bemerkte. Als er seine in dem Unternehmen befindliche Wohnung betreten hatte und sich eben waschen wollte, hörte er eine Detonation. Als er auf den Hof hinauslief, sah er bereits die hellen Flammen emporschlagen. Er wollte telephonisch die Feuerwehr verständigen, doch funktionierte das Telephon nicht mehr. Inzwischen hatten Paffanten die Feuerwehr verständigt. Sämtliche Feuerwehren Brünns trafen in kurzer Zeit auf dem Brandplatz ein. Auch der Bürgermeister hatte sich eingefunden. Der Feuerschein hatte zahlreiche Neugierige angelockt. Die Rettungsabteilungen hatten auch Ambulanzen entsendet, die jedoch nicht einzugreisen brauchten. Der Schaden wird von dem Besitzer mit einer Viertelmillion angegeben; die Versicherung geht angeblich nur auf 150.000 Kronen. Außer den drei Objekten verbrannte auch ein Lastauto sowie ein Personenautomobil. Wieder Taifun in Annmn Saigon. Die Agence Jndopacifique meldet, daß das Land Annam von einem neuen Taifun heimgesucht wurde, der wiederum eine große Zahl an Opfern von Menschenleben gefor dert hat. Die durch den Taifun verursachten Schäden lasten sich noch nicht angeben, weil die Verbindungen mit der Provinz Hatins, die am schwersten heimgesucht wurde, unterbrochen sind. Die Protokolle der Weisen von Zion In dem in B e r n stattfindenden Prozeß wurden weitere Zeugen, darunter der frühere rns- ischc Außenminister Miljukow rinvrrnom- men. Alle erklärten mit mehr oder minder großer Bestimmtheit die Protokolle für Fälschungen. Ferner wurden verschiedene Teilneh- merdes Basler Zionistenkongres- ’ e s von 1897 einvernommen, die übereinstimmend erklärten, daß keine Gehrimsit- z u n g e n stattgefunden haben und daß außer den bekannten und bei den Berhandlungen vorliegenden Protokollen keine Geheimproto- tolle erschienen sind. Es gibt übrigens von diesen Geheimprotokollen keine deutsche Ausgabe, die ich als Original ausgeben könnte. Alle deut- chenAusgabeu find Ueberfetzungen aus der russischen Fälschung. Rückflug in Rekordzeit? Die Flieger Jones und W a l l e r, die auf der Maschine„C o m e t" bei dem Flugrennen England-—Australien den vierten Platz besetzten und bei der Landung in Melbourne beschloßen, sofort den Rückflug nach England anzutreten, haben bei der Absolvierung der ersten Rückflugetappen die Schnelligkeitsrekorde gebrochen, die vor einer Woche aufgestellt wurden. Der Flug von Melbourne nach Darwin dauerte nicht ganze 23 Stunden. In der weiteren Etappe nach Singapur legten Jones und Waller die Strecke von 2084 Meilen in 10 Stunden 20 Minuten zurück. Montag abends trafen sie in Allahabad ein. Dem Blatte„Daily- Mail", das sich mit den Fliegern in Allahabad telephonisch verbinden ließ, erklärte Jones, er hoffe in England am Mittwoch um etwa 17 Uhr australischer Zeit einzutreffen. Wenn den Fliegern die Ausführung dieser Absicht gelingt, dann würden sie drei Rekorde im Weitflug schlagen. Es handelt sich um die Rekorde im Fluge Melbourne—England, Darwin—England und England—Melbourne und retour. Ziehung der Klassenlotterie (Unverbindlich.) Prag. Bei der Dienstag-Ziehung der V. Klaffe der 31. Tschechoslowakischen Klassenlotterie wurden nachfolgende Gewinnt gezogen: 50.000 KC: 9362; 20.000 K5: 76489 16442 10.000 K2: 67637 66350 53983 91233 57775 22381; 5000 jÄc; 33467 6043 37679 2904 44507 70573 98199 69535 95211 91304 97166 97938 66480 97012 4224 105535 3510 40864 38878 46220 61538; 2000 Kö: 6843 79373 46105 91493 98982 521 7179 61452 30612 74272 79570 97041 9959 41952 48804 44707 63130 50028 105023 99330 101218 36980 100651 73018 12949 73983 66863 69836 72509 75235 90075 29532 38411 42761 42508 85113 6054 12554 68470 66470 37539 1089 104200 90149 60277 78486 6822 71148 85269 80882 103505 70251 37978 9392 75863 3284 25499 5236 105768 75675 50885 63197 99197. Der„Stürmer" und der„Kampf um Polua". Dr. Bruno Adlers Buch„Kumpf um Polna", das im Kacha-Verlag in Prag erschienen ist, unseren Lesern bekannt aus dem eben jetzt laufenden Abdruck in unserem Blatte, ist auch von Streichers pornographischem antisemitischen Hetzblatt„Der Stürmer" vor einigen Wochen besprochen worden. Aber freilich nicht in der Form einer literarischen Würdigung, die von einem solchen Blatte auch nicht zu erwarten war, sondern als Aneinanderreihung von Lügen. Bruno Adler hat den historischen Sachverhalt auf Grund gewissenhafter Quellenstudien wiedergegeben.„Der Stürmer" verfälscht die Tatsachen Wort für Wort. Denn für den„Stürmer" sind die Ritual- mordet mag die objekive Forschung sie tausendmal widerlegen, eben erwiesen. Da die betref- sende Nummer des„Stürmer" auch eine böse Beleidigung des Präsidenten Masaryk enthielt, wurde sie von den deutschen Behörden verboten, aber— sie wurde auch nach dem Verbote verkauft!— Kein Schriftsteller hat heute die Möglichkeit, in Deutschland gegen Entstellung seiner Schriften zu protestieren, oder gar eine Richtigstellung zu erzwingen. So kann nur hier die Wahrheit festgestellt werden. Aber nur vorläufig ist diese Feststellung auf so engen Raum begrenzt. Sie wird auch in Deutschland bekannt werden, wenn auch nicht so bald. Seemannstod. Vor etiva 14 Tagen wurden auf Norderney, auf Juist, bei Norddeich und bei Hilgenriesersiel die Leichen ertrunkener Seeleute angetrieben., Jetzt konnte auf Grund der polizeilichen Ermittlungen festgestellt werden, daß es sich hiebei um Besatzungsmitglieder des am 4. Oktober an der holländischen Küste in einem schweren Sturm gesunkenen belgischen Dampfers „Charles I o s t“ handelte. Der Reeder.und der Kapitän des Dampfers, der seinerzeit als einziger Ueberlebender durch den deutschen Dampfer „Hilgenfeld" gerettet wurde, befinden sich zur Zeit in Norderney und bestätigen die Feststellungen der deutschen Polizeibehörde. Von der Besatzung der „Charles Jost" werden nunmehr nur noch der erste Maschinist und ein Matrose vermißt. Beratungen des ARUK 1. Bnndesfest des Aruk am 6. und 7. Juli 1835 in Karlsbad. Am 27. und 28. Oktober tagten im Bundeshause des Aruk in Turn die Kreisvertreter gemein- sam mit dem Bundesvorstände. Aus dem Berichte des Bundesvorstandes und der Kreisvertreter konnte entnommen werden, daß der Aruk seinen Mitgliederland behaupten konnte, wogegen die Einnahmen um 14.000 Kc gesunken sind. Der Kreis Bodenbach verzeichnet einen erfreulichen Mitgliederzuwachs. Es wurde festgestellt, daß der sportliche Aufstieg weiter angehalien hat; die technische Tätigkeit gipfelte in der Durchführung der 15jährigen Bestandsfeicr am 19. August in Tetschen und dem tadellosen Gelingen der Fernstafetten Braunau— Asch und Ztvittau— Troppau am 16. September anläßlich des internationalen Stafettentages. Gen. Haufe hielt ein instruktives Referat über die neugegründete Arbeitsgemeinschaft mit dem Atus, Aussig. Die Arbeitsgemeinschaft zielt auf den Zusammenschluß des Aruk und Atus hjn. Der Bundestag 1936 soll endgültig beschließe». Gen. F i st e r besprach die Propaganda- und Werbearbeit, worauf Gen. Haufe den nächstjährigen Arbeitsplan entwickelte. Ans diesem ist besonders hervorzuheben, daß am 6. und 7. Juli 1935 in Karlsbad das 1.Bundesfest der Ar- beiter-Rad-undKraftfahrer abgehalten werden wird. Die gesamte Arbeit des Jahres 1935 wird im Zeichen dieser Großveranstaltung des Aruk stehen. Zu Pfingsten, am 8., 9. und 10. Juni 1935, wird durch den Aruk die Etappen-Stafettenfahrt Preßburg—Karlsbad und die Werbestafette Kaplib (Südböhmen)— Pilsen— Eger— Karlsbad durchgeführt werden. Radfahrer von einem Auto zusammengefahren. Dienstag nachmittags fuhr auf der Staatsstraße Karlsbad—Elbogcn ein achtzylindrigcr Bugatti-Wagen der Schweizer Evidenznummcr Eh 12.226, der von dem Generaldirektor Fritz Bonn aus Zürich gelenkt wurde. Das Auto stieß den ihm entgegenkommenden Radfahrer Johann Theimer, der auf der linken Straßenseite fuhr,- nieder. Theimer flog über die Motorhaube auf die Straße und blieb mit einem Bruch der Schädelbasis und gebrochenen Beinen lebensgefährlich verletzt liegen. Das Auto geriet in den linken Straßengraben und wurde demoliert, doch wurde niemand verletzt. Sinnstörender Druckfehler. In der Besprechung des Strauß'schen Buches über die„Entstehung der Tschechoflowakischen Republik" in der Rümmer vom 28. d. M. war zu lesen: S t r a n ß' Geschichtsbetrachtung ist marxistisch. Um so interessanter ist es, in seinem Werk die Wirksamkeit der Persönlichkeit und des menschlichen Willens gebührend e i» g e- schränkt zu finden. Es sollte natürlich heißen„gebührend e i n g e- s ch ä tz t zu finden", denn die Einschränkung (die auch sprachlich falsch wäre) versteht sich bei dem marxistischen Betrachter von selbst, die gebührende Einschätzung durfte als besonderer Vorzug gegenüber der Schablone gebucht werden. E. F. Der gewesene Prager Divisionär General Vladimir Klecanda ist am Dienstag mit dem Pariser Abendschnellzug aus Kolumbien in Prag eingetroffen. Er wurde an: Bahnhof von zahlreichen Freunden aus Militär- und Zivilkreisen herzlich begrüßt. Sprengunglück. Zur Erweiterung der Baufläche der Stadt Krakau hat es sich als notweir- drg erwiesen, einige alte Befestigungsbauten niederzureißen. Bei der Durchführung dieser Arbeiten wurde Montag eine kleine Festung am Rande der Stadt mittels Dynamits in die Lust gesprengt. Die Explosion war jedoch heftiger, als man erwartet hatte und so wurden trotz aller Vorkehrungsmaßnahmen zwei Personen verletzt. Mauerstücke flogen bis zu 80 Meter weit und beschädigten zahlreiche Telegraphenstangen. Kein Mädchenhändler. Die am Montag in Wiener und ausländischen Blättern verbreiteten Meldungen, in denen die Vermutung ausgesprochen wurde, daß«in Mädchllchandel zwischen Wien und der stanzösischen Riviera aufgedeckt wurde, sind falsch. Die Polizei hat in Klosterneuburg den ehemaligen Kellner Klimek wegen kleinerer Betrügereien und Diebstähle und auf Grund seines Eingeständnisses verhaftet, daß er drei Mädchen nach Frankreich verschachert habe. Nach gründlicher Untersuchung wurde jetzt festgestellt, daß dick drei Mädchen in Fransteich eine ordentliche Beschäftigung erhalten haben. Die Untersuchung in diesem Punste wurde daher eingestellt. Klimek wurde jedoch wegen der erwähnten Eigentumsdelitte in Hast behalten. Goldlager. In Kirgizsk am Fluss« Karakal« wurden neue Goldlager entdeckt. Auch an vielen Stellen Mittelasiens sind zu den im Vorjahre entdeckten Goldlagern neue goldführende Flüsse ermittelt worden. Vom Rundfunk empfehlenswerte* au» den Programmen« Donnerstag Prag: Sender L.: 6.45 Gymnastik. 9.15 Violoncello-Quartett. 10.00 Klavierkonzert. 11.00 Matinee der Tschechischen Philharmonie. 17.55 Deutsche Sendung: liebertragung aus der Stadtkirche inLeit- meritz: Chöre zum Allerseelentag. 18.55 Deutsch« Presst. 19.20 Orchesterkonzert. 20.35 Liederkonzert. 22.15 Mahler: Ich bin der Welt abhanden gekommen. 22.25 Schrammelkonzert.— Sender St.: 14.30 Deutsche Sendung: 14.45 Totentanz. Hörfolge.— Brünn: 9.15 Volkslieder aus der Ukraine. 10.00 Trio für Ssteichinstrumente. 16.00 Orchesterkonzert. 20.20 Vorlesung aus neuen russischen Büchern.—Mähr.-Ostrau: 17.55 Deutsche Sendung: Zwei Tragödien im Puppenspielerstil.— Preßburg: 17.30 Violinkonzert. «r. 255 Mittwoch, 31. Oktober 1934 Seite 5 Der erste Lote Die Berichterstattung im tschechoslowakisch« Rmldftmk ist schon ein alle- Schmerzenskind. Die Berichte des Tschechoslowakischen Preßbureaus genießen schon einen derart üblen Ruf, daß die Leitung des Radiojournals keine Gelegenheit Vorbeigehen läßt, ohne ganz d^idiert zu erklären, daß sie für diese Berichte keinerlei Verantwortung i' übernehme. Immer wieder geschieht es, daß Reden ausgesprochener Fascisten in I- einer Ausführlichkeit und Weitschweifigkeit wieder- Ik gegeben werden, die geradezu staunenswert ist. > So wurde in der deutschen Sendung vom 26. ds. 'h nachmittags über Straschnitz sehr ausführlich die Rede Star Hembergs zitiert, die er in einer Versammlung des Heimatschuhes in Wien gehalten hatte. In der Welt finden täglich ein paar zehntausend Vereinsversammlungen statt: Fühlt sich das Tschechoslowakische Preßbureau verpflichtet, über sie alle im Radio zu berichten? Keines- F Wegs, aber wenn so gegen die Marxisten losgezogen wird, wenn sich ein geistig minderbemittelter ■• Fase ist aus fürstlichemGeblüt irgendwo vernehmen läßt, dann wird das der tschechoslowakischen Oeffentlichkeit ausgiebigst als wichtige Neuigkeit serviert. Daß man sich dabei noch die Geschmacklosigkeit leistet, die Feinde des Austrofascismus anzugreifen ohne dm Angegriffenen selbst die Möglichkeit zu geben, seine Auffassungen im tsche- chöflowakischen Rundfunk zu vertreten, das gehört offenbar zum»guten Ton" jener, die zwar der Demokratie ununterbrochen Komplimente machen, dabei aber keine Gelegenheit ungmützt vorüber- grhm lass«, ohne sie in dm Augm der Oeffentlichkeit herabzusetzen. jb. Der Zaflaß kalter Lust aus hohen Breit« nach Nordwesteuropa dauert an. In Schottland wurden am Dienstag nurmehr 4, an der Küste Mittelnorwegens nurmehr 2 bis 8 Grad verzeichnet. Demgegenüber ist in Südosteuropa eine erhebliche Gr- Wärmung eingetreten. Der Temperaturunterschied dürfte sich in dm nächsten Tagm in Mitteleuropa verschärf«, was eine allgemeine Zunahme der Riederschlagsnei- g u n g zur Folge hab« kann. Dabei wird das Drucktief über Skandinavien wahrscheinlich zerfall«; darauf finkt der Luftdruck in Südwest- und Südeuropa, wo fich nunmehr Druckstörungen auSbildm dürsten.— Wahrscheinliches Wetter von h e n t«: In Böhm« veränderlich und ohne wesentliche Niederschläge, etwas kühler, Südwest« bis Westwind. In den östlich« Ländern: Vorwiegend bis wechselnd bewölkt, zunächst keine stärkeren Regenfälle, etwas wärmer.— Wettervoraussage für Donnerstag: Allgemeine Wetterverschlechterung, Zunahme der Niederschlagsneigung. „Geschichtliches Schicksal der Sudetmdeutschm imv Tschechen". Aus Anlaß des StaatsfeiertageS sprach bei einer gemeinsam« Feier der kulturell« Vereine TroppauS der Professor für osteuropäische Geschichte,.an der.Prager deutschen Universität, Dr. Josef P f i h n e r. über das obige Thuna. Ter Vortrag Professor Pfitzners verdient Interesse Nicht nur weg« der ausgezeichnet« summarischen Darstellung, die er von den Wandlung« der tschechisch« Geschichtsschreibung in ihrer Beurteilung der tschechisch-deutsch« Nachbarschaft gibt, sondern auch wegen deS löblich« Versuches, die Wissenschaft in eine fruchtbarere Beziehung zur Politik zu bring« und mit dem Herkommen zu brech«, das an dm deutsch« Hochschulen so lange bestand, daß der akademisch« Lehrer sich entweder überhaupt nicht um die Lebensfragen der Nation und des Staates künynert, oder mit der schlecht begründeten Anmaßung des Laim über die Politik apodiktische Urteile ausspricht. Pfitzner, der fich zunächst, wie erwähnt, mit den Wandlung« der tschechischen Historiographie von Valackh bis zu Goll, Pekäi und Masarhk befaßt, versucht die Grundlagen eines Nachbarverhältnisses der beiden Nation« der Sude- tmländer zu umreißen. Die Deutsch« hab« dabei von d« Tschechen zu lernen, ebenso wie diese von d« Deutsch« gelernt haben.„Schauen wir nach der tschechisch« Serie aus, dann tritt uns eine Fülle von Werten und Vorbildern entgegen, di« der kritisch« Nachahmung auf deutscher Sette dringend bedürfen, ohne daß wir un» deswegen gleich schwächlicher Kopierung zeihen müßt«", Pfitzner wendet sich gegen die Verselbständigung der Politik, geg««in« Poft- Wenzel Nestoupfl, der Sohn eines klein« Bauern in Mähren, diente bei einem Dragoner- regimmt, das in Galizien stand. Er war nie sehr klug, aber immer fleißig und verläßlich gewes« und genoß so bei den Kameraden und Vorgesetzten den guten Ruf eines ruhigen und arbeit- samen Mannes. Nun war heißer Sommer. Da war nach langen Hebungen in Hitze und Staub Arbeü genug, Pferd und Sattelzeug und Waffen immer so sauber zu haften, wie verlangt wurde. Doch Restou- pil fühlte sich im großen ganzen zufrieden. Still bei sich aber ersehnte er dm Herbst, der ihn nach beendetem Heeresdienst in die Heimat bringen sollte, wo ihn zwar vor allem auch Arbeit erwartete, doch solche, die mehr dem eigmen Vorteil diente. Als daher die Kunde kam:»Krieg", empfand Nestoupil das unangenehme Gefühl einer Verzögerung seiner Entlassung in die Heimat, kam aber nicht zu weiterem Nachdenken. Denn vorerst machte sich der Krieg nur bemerkbar als ungeheuere Steigerung der Arbeit. Irgendetwas sonst Unangenehmes enkpfand Nestoupil nicht. Im Elternhaus, in der Schule, im Gespräch der Männer und der Kameraden war der Krieg immer als so selbstverständliche Möglichkeit behandelt worden wie ein beliebiges anderes Ereignis, worüber er auch nie weiter nachgedacht hatte; das er als gegeben hinnahm, wie eben alles, was in sein Leben trat. Da nun das Regiment nach 36 Stunden ununterbrochener Arbeit bei Sonnenaufgang zum Abmarsch bereit stand, fand sich Nestoupil durch das Klirren der Waffen von tausend Reitern und durch das muntere Schnaub« und fröhliche Wiehe« von tausend Pferd« und durch die Rede des Obersten über die Heldentaten böhmischer Reiter auf allen Schlachtfeldem Europas aus Müdigkeit und Schläfrigkeit gehobm und erinnerte sich dunkel eines ähnlichen erhebenden Schauerns aus der Zeit seiner Kindheit, da er zum erstenmale dem weihrauchreichen Gottesdienst in der Pfarr» kirche seines Dorfes beigewohnt hatte. tik, die mit dm Hauptgebietm des BollslebenS keine Beziehung« unterhält— ein Vorwurf, der ohne Zweifel zahlreiche bürgerliche Parteien zu Recht trifft, denn unsere Politik hat Sinn und Kraft immer aus dem unmittelbar« Leben der Nation und dm materiellen und kulturell« Interessen der arbeitenden Mass« geschöpft,.Hierzulande" heißt es in dem Vortrag weiter,„erleb« wir eine Krise der Politiker, nicht der Parteien"— eine ohne Zweifel richtige Beobachtung in dieser Zeit, da die Herren, die vor den neuen StarS, den Hacker und Henlein kläglich abdanken, ihre, eigene, Unzulänglichkeit alL^.KrÜe, desVarlei« gedäiuenS^'hmstellen mochtettl 1 AIS Politiker, sagt Pfitzner, könne nur der wrrklich gelten, der nicht nnr Politiker sei,„sondern sich einen klangvoll« Namen, höchstes Verdienst erworben hat durch erfolgreiche rastlose Arbeit auf einem Hauptgebiet des Volkslebens.;." Wenn wir auch der Ansicht find, daß es weniger auf dm klangvoll«— und nicht selten durch zweifelhafte Reklametrick- erworbmm — Nam«(denken wir doch an dm groß«„Wirtschaftsfachmann" Rosche, den blendend«„Organisator" Konmd Henlein u.en und Tratten richtig eingetrag« waren. Und wenn früh der Ressortchef kam, dann mußte Hans eine Verneigung anbring« und dazu sag«:.„Guten Morgen, Herr Abteilungschef I" Das änderte sich nach dem 8. März, denn Hans SchnaakS hatte fest 1932 die richtige Witterung gehabt, gehörte der SA an und wurde Scharführer. Jetzt grüßte der Reffortschef zuerst. „Heil Hitler", sagte er, wenn er kam und wenn HanS im Betrieb war, denn der Dienst ging vor und der Andrang zur SA war kaum zu bewältt» gm. Dann wuchsen die neuen gesellschaftlichen Verpflichtungen aus dem Bodm— eine Faust hatte in Schnaakes Leben eingegriffen und ihn in daS Licht hoch herrschaftlicher Salons gestellt. Zu dieser Faust gehörte Herr Direttor Müller, Far» ben und Lacke A.-G., dick, rund, mit festen Kinnbacken, wie sich der klein« Moritz jeden Kapitalisten vorstellt. Jegliches bessere Haus kümmerte sich da» mäls um dinen Schutznazi; Hans wunderte fich nicht lange, man war sozusagen die Lebensversicherung für Leute, die sich's leist« konnten. Di- rektor Müller ließ ihm bei seinem eigmm Schneider— Pariser Atelier— sogar«ine neue Uniform bauen. Jedes bessere Haus wollte den schneidigsten Nazi haben. Die Konkurrenz war ungeheuerlich. Die neue Uniform war nicht nur schnieke, sondem auch mit etwas Kleingeld versehen, was ja nicht zuviel verlangt ist, wenn man bedenkt, wie ost Hans nächtelang mttschlemmen, trinken, rauchen und die ältesten Damen durchtanz« mußte. War er nicht dabei, schmeckte den Gästen weder Kaviar noch Seft; man konnte ja nie wissen, was für eine Welle plötzlich anrollte! Direftor Müllers Urgroßmutter war nicht ganz in Ordnung, manchmal gab's auchLohnabzüge oder Entlassungen zu regeln— Sans Schnaake war ein alter Bekannter vom Gaustaf, er hatte immer die neuesten braunen Anekdoten am Bändchen, da konnte nichts passieren. Neben dieser Hauptfigur steht ab und zu Fräulein Adelheid, die Tochter des Hauses, mittelgroß, Wasserstoffsuperoxyd, bei Lichte gar nicht so übel, besondere Kennzeichen keine. Fünfundzwanzig war sie auch schon, nicht ganz ohne Vergangenheiten, warum sollten sich die Beiden also nicht heiraten? Hans konnte Gruppenführer wer« den, SA war alte Garde, Horst Wessel hatte ihr eigenhändig eine Nationalhymne gedichtet, für Hans gabs noch große Karriere— man abwarten, sagte sich Direktor Müller. Herrgott, sechzig Mille Mitgift sofort, dachte Hans und ließ die Kontoristin Liesel Schurig sitzen, trotzdem er ihr die Heirat versprochen hatte, und schöner, mädchenhafter als Adelheid Ivar sie auch. Aber ein deutscher Mann muß seh«, wie er vorwärts kommt, jetzt gehörte er eben zu dm feinen Leutm, seine Mutter strahlt«, wmn et von den Smoking- und großen Abendtoiletten erzählte, mit dm« er Seft trinken mußte. ES war genau so gekommen, wie Httler versprochen hatte: alle Standes- unterschiede war« aufgehob«, der Volksstaat angebrochen! Rur manchmal, halb im Einschlafm, fühlt HanS unbequeme Ahnung«; ihm will bedünken, als gäbe es in diesem neu« Dasein durchaus verschiedene Temperaturen. Wenn in der inneren Politik sich antibürgerliche Wellen ankündm, haft die Villa Müller buchstäblich Tag und Nacht alle Arme für ihn geöffnet— flaut jedoch die Welle ab, so weiß man plötzlich wochenlang nichts von ihm und auch Adelheid wird am Telephon spröder. Aber viefleicht scheint das einem Scharführer nur so; vielleicht gehören schwankende Stimmun» gen nun einmal zu dm kultivierten Herrschaft«? Oder ist da doch irgendwie MießeS im Anzuge? Haben die feinen Leute dafür feinere Witterung? Ganz offenbar, denn das strahlende Märchen ging urplötzlich wie mtt einem Zauberschlage zu Ende. Hier wird der Roman noch unvollkommener, es fehlen die Uebergänge, aber die bleibt uns ja das Leben auch oft schuldig. Unerwartet kam der Tag, da Röhm dem Erdboden gleichgemacht und die SA sozusagen enthauptet ward. Ganz rasch sank HanS im Kurse. Die ganze Truppe wurde verkleinert, Schnaakes Gruppenführer war verdächtig, mtzog sich allem weiter« durch die Flucht, und der Zorn des Osaf traf die Unterführer bis ins dritte und vierte Glied. Vor den Stempelstell« sammelte sich die entlassene SA in Scharen. Kurz, eine- durchaus nicht schön« Tages saß HanS wiederum im Büro so bedeutungslos wie 1932, war wiederum gewöhnlicher Zivilist; trat der Reffortchef ein, grüßt« Hans wiederum zuerst: „Guten Morgm, Herr Abteilungschefl" Mit dazugehöriger Verneigung. Manchmal erschien auch Herr Direktor Müller am Schalter. Er sah den ehemaligm Scharführer kaum, nickte höchstens flüchttg, und Hans kam sich so ttaurig vor, wie Chaplin in jenem Film, wo der reiche Mann abends in betrunkenem Zustand alles mtt dem ar- mm Teufel teilt, ihn küßt, umarmt, begastet, duzt um ihn vom Diener aus dem Palast« schmeißen zu Waffen, sowie die Nüchtemheit des Tages eintritt/ Boll häßlicher Menschenverachtung ist dieser Roman, zynisch und karg in der Erfindung. Und der Autor? Der bin vorläufig ich. Denn dieser Roman wurde leider noch nicht geschrieb«, dafür aber hat er sich in Httlerdeutschland hundertfach in verschiedenen Varianten abgespielt, das Leben dichtet nun einmal so unbekümmert drauflos und ist uns vorläufig das richtige Ende noch schuldig geblieben. Allerhand wird noch passieren, wmn diese HauSnazi eines Tages ihre Memoiren schreiben und aus der Schule plaudern. Aber die feinen Leute mögen sich getrosten, für absehbare Zett herrscht dichte- Schweigen, denn sie alle sind je bekleckert, find ein Teil jener Korruption, die da- ganze braune System zusammenhält. Seite 6 „Sozialdemokrat" Mittwoch, 31. Oktober 1934. Nk. 255 PBAGER ZB1TBMG Am Staate Streichers oder Mafaryks? Ein Buchhändler in der Hybernergaffe leistet sich gegenwärtig ein Stückchen, das verdient, der Oeffentlichkeit bekanntgegeben zu werden: In seiner Auslage, in der noch in der vorigen Woche die schwarz-weiß-rot gebundenen kriegshetzerischen Näzibücher neben den Romanen der H. Courts- Mahler prangten, bietet er nun in großer Aufmachung ein Buch an, das er anscheinend aus Nürnberg importiert hat: Die Protokolle der W'e i s e n b o n I i o n. Sie sind ins Tschechische übersetzt, damit dem tschechischen Volke ja kein Kulturgut entgeht und der Prager Buchhändler rät:„Kauft und lest, bevor das allmächtige Juden- und Freimaurertum das Buch verbietet." Dann folgt, geschmackvoll arrangiert, eine Bilderserie aus diesem„Prachtwerk", blondgelockte Christinnen von krummnasigen Juden Umringt, ein widerwärtiger Semite, der im Schatten der Republik friedlich lächelnd ruht— ruhen und ruhten die r e i ch e n Juden im Schatten der Diktaturen oder der Monarchien vielleicht schlecht?— und ähnliche zeichnerisch wie geistig „hochwertige" Produkte. Darüber prangt die Aufschrift:„Leset die Protokolle der Weisen von Zion aus den Jahren... und vergleicht, wie es in unserer heutigen Welt aussieht". Geht der Beschauer dieses Schmutzes ein paar Schritte weiter, danir steht er vor der ernsten Büste Masaryks, die, derselbe Buchhändler zu Ehren des Republiktages in seiner Auslage ausgestellt hat. Ist ihm dabei nicht eingefallen, daß es derselbe Masaryk ist, der im Hilsnerprozeß mutig für die verfolgten Juden eingetreten ist? Oder doch? Will er damit Unserem Präsidenten Unrecht geben? Will er damit die Oeffentlichkeit zu einer Entscheidung veranlassen: Masaryk oderStreicher? Die Ocffentlichchkeit wird ihm die Antwort nicht schuldig bleiben. Gcrkhtssaal Um den Ehebruch einer Detektivsgattin Kronzeugin wird zur Berdiichtigten— Ein grotesker Prozeß Prag. Der Geheimpolizist Pokorny hat seinerzeit gegen seine Frau die Anzeige wegen der Uebertretung des Ehebruchs erstattet, worin sie beschuldigt wurde, mit einem gewissen Anton Mares „ehebrecherische Unzucht" betrieben zu haben. Mares wurde als Zeuge einvernommen und hat, trotz der Belehrung des BezrrksrichterS, er könne sich der Aussage entschlagen, wenn ihm diese Schande bringen würde, aufs entschiedenste bestritten, mit der Detektivsgattin jemals etwas zu tun gehabt zu haben. Auf Grund dieser seiner Erklärungen war Mares vor dem Senat Pazdersky des Verbrechens der falschen Zeugenaussage angeklagt. Denn es traten Gegenzeugen auf, die ihn der Unwahrheit bezichtigten. Vor allem ein« Elisabeth S r a j e r, die als Untermieterin bei, dem Detektiv wohnte, und in ihrem Zimmer, ihren Freund Wenzel P a v empfing. Diese Zeugin behauptete mit aller Bestimmtheit, Augenzeugin allerintimster Szenen zwischen Mares und der Detektivsgattin gewesen zu sein. Sie führte so genaue Daten an, daß der Vorsitzende sie schließlich fragte, wie sie sich so genau zu erinnern wisse. Die Zeugin erklärte, über diese pikanten Dinge Buch geführt zu haben, worauf der Vorsitzende sie aufforderte, diese Aufzeichnungen vorzulegen. j Die Zeugin erklärte, sie habe di« Notizen zu Hause und der Vorsitzende trug ihr auf, nach Hause zu gehen und diese Beweisstücke zu holen, denn sie wohnt in Nusle, unweit des Justizpalastes. Zur Vorsicht schickte man ihr aber einen Aufseher nach, der die famose Zeugin beobachtete und feststellen mußte, daß sie keineswegs nach Hause ging, sondern lediglich einen Spaziergang in der Nachbarschaft des Gerichtsgebäudes unternahm und dabei eifrig Eintragungen in ein Notizbuch macht«. Dieses eben fabrizierte Beweisstück legte sie dann triumphierend dem Gerichtshof Die letzte Botschaft aus dem Eis Schon wieder ei« Lager verschollener Rord- polforscher entdeckt— Nach 21 Jahren Nachdem erst vor kurzem aus Moskau berichtet wurde," daß es einer sowjetrussischen Expedition in der Tscheljuskin-Bucht gelungen sei, eine Hütte Amundsens und darin wichtige Notizbücher seiner später ums Leben gekommenen Begleiter Gessem und'Knudsen zu entdecken, kommt jetzt die Meldung von der Auflichtung einer Arktis-Tragödie, die sich vor 21 Jahren, im Frühjahr 1913, abgespielt hat. • Im Jahre 1912 war der Schoner„Herkules" mit einer Besatzung russischer Wissenschaftler unter Führung des Arktisforschers Russanow in. die nördlichen Gewässer vorgedrungen. Die Expedition sollte die Ost-West-Passage zu erforschen und zu durchfahren versuchen. Offenbar ist das Schiff gescheitert. Suchexpeditionen, die schon im Jahre 1913 aufbrachen, um das Schicksal der Verschollenen zu erkunden und, lvenn möglich, die kühnen Forscher in ihre Heimat zurückzubringen, sanden an der Pomorskaja-Bucht auf Nowojo Semlja eine Flaschenpost mit einem Zettel von der Hand Russanows. Er war datiert vom 18. August vor, ohne zu ahnen, daß sie bei deren Herstellung beobachtet worden war. Der durch den beobachtenden Aufseher informierte Gerichtshof empfing die Zeugin aber recht unfreundlich und zeigt« gar kein Interesse an den frisch fabrizierten„Beweisdokumenten", die die Zeugin sietzessicher auf den Richtertifch legte. Auf Antrag des Staatsanwaltes Dr. K a b r l e verfügte der Gerichtshof vielmehr die sofortige In- Haftnahme der bisherigen Kronzeugin wegen dringenden Verdachtes der wiederholten falschen Zeugenaussage. Das Blatt hat sich also in unerwarteter Weise gewendet. Die Hauptzeugin gegen einen der falschen-Zeugenaussage Verdächtigten ist nun selbst dieses Verbrechens dringend verdächtig. Und mehr als das: der Staatsanwalt behielt sich auch die Strafverfolgung des Geheimpolizisten Pokorny vor, der im Verdachte steht, die ganze Sache fachmännisch arrangiert zu haben. Die Verhandlung wurde hierauf vertagt. rb. Arbeiterfürsorge— Winterhilfswerk Der Bezirksverein Arbeiterfürsorge Prag fordert auf» die Spenden an Kleidern und Wäsche für unsere Winterhilfsaktion vorzubereiten. Der Tag der Einsammlung wird noch bekanntgegeben werden. Vorträge Hans Multerer Hans Multerer las am Sonntag in der Urania „Ernstes und Heiteres aus eigenen Werken". Die.ernsten" Proben seines Schaffens fielen spärlich aus, hier kann man nur tastend resümieren: Multerer scheut das Pathos. Er wird sentimental aus einer gewiffen Herbheit heraus, die mit Scheu vermählt ist—, die Unkompliziertheit des Stils ist dem Thema nicht ganz gewachsen, hier stören gefallene psychologische Maschen. Schön, weil einfach, ganz klarsichtig und schlicht das Finale dieser Arbeit: eine Schubert-Skizze. Ein kleines Stück aus einem werdenden Bauernroman zeigte des Künstlers eigentliches Metier auf—: das Land und seine seelische Landschaft. Hier, in der Schilderung der Nacht eines Bauernhauses, wird in holzschnitthaft-herben Strichen Atmosphäre gezeichnet, jene dumpfe, vernebelte und eigenwüchsige Stimmung, die aus der leeren Modephrase von„Blut und Boden" das Gesicht eines lebendigen geistigen Schicksals zu sonnen versteht. Dann folgt«, breit-ausladend, das Schwänkisch- Poffenhaste, Schnurren, kleine, nicht allzu anspruchsvolle Menschlichkeiten, mit viel psiffigem Humor gestrichelter Alltag aus dem Dörflerleben.— Neben allzu Harmlos-Leichtem, das der Vortragende oft ein wenig schr kärikistisch-mätzchenhaft gab, sinnvoll Philosophisches, aris d«n ein kluger, wacher Verstcmd sprach. Hier seien die drei Tier-Anekdoten von der„C- geiz, dem Raben und dem Stier" erwähnt, in denen der Humor Behäbigkeit und bäurisch-beschauliche Fülle verliert, um in? Satirische und verhaltne Weltkritische umzubiegen. In diesen Anekdoten bewies Multerer, die Routine zum Possischen übersteigend, seine Anlage zum Weltweisen. Den Barometerstand des landläufigen Humor-Schemas hinter sich lassend, nahm er hier den wesentlichen Platz klar erkennbarer Originalität ein. Das Publikum, nicht enthusiasmiert, aber sichtlich erwärmt, zeigte sich beifallsfreudig. P. „Ist der Pazifismus tot?" lieber dieses Thema spricht heute Mittwoch um 7/ 2 Uhr im Gewerkschaftshause, Perstyn, der bekannte Kulturpolitiker Kurt Hiller. Kurt Hiller war in Deutschland viele Monate lang seiner Gesinnung wegen in einem Konzentrationslager festgehalten. Der Eintritt zu diesem Vortrag ist frei. Mit dieser Veranstaltung eröffnet die Deutsche Gesellschaft für sittliche Erziehung ihre diesjährige Vereinsperiode. 1912 und enthielt die Mitteilung, daß der Schoner„Herkules" seinen^Weg nach Osten nehme. Weitere Spuren konnten trotz angestrengtester Suche nicht ermittelt werden, und so fand man sich schließlich damit ab, daß Russanow und seine Begleiter, wie so viele Polarfahrer vor ihnen und nach ihnen, den Tod in der eisigen Wildnis ge« ftmden haben. Von der Richtigkeit dieser Vermutung konnte man sich im September dieses Jahres überzeugen, als eine sowjetrussische Expedition auf der Weisel- Insel auf einen Pfahl mit der Inschrift„Herkules ,1913" stieß. Augenscheinlich hatte der Schoner in der Nähe dieser Insel Schiffbruch erlitten. Man durchforschte selbstverständlich die Insel nach weiteren Spuren der unglücklichen Expedition und konnte jetzt tatsächlich Ueberreste eines alten Lagers aus dem Schnee ausgraben. Cs enthält einen Kompaß, eine Harpune, Ueberreste von Kleidungsstücken, Patronen, einen Photoapparat, eine Führungsbescheinigung auf den Namen Pachow und einen Seemannsausweis auf den Namen Tschuk- schin. Da diese beiden Männer zu der Besatzung der„Herkules" gehörten, besteht kein Zweifel, daß man eipe neue Spur der vor 21 Jahren umgeb kommenen Expedition gefunden hat. Kunst und Wissen Wien feiert Schiller...„Anläßlich des 175. Geburtstages Friedrich Schillers sindet in der Stäatsoper am Sonntag, den 11. November,' eine .Festvorstellung statt, die mit einer von Clemens Krauß dirigierten Ouvertüre eingeleitet wird. Hierauf wird„das Lied von der Glocke" als Kantate mit Chor vertont von Romberg zur Aufführung gelangen. Hierauf wird Franz Lehar mit den Philharmonikern einen Akt aus einer seiner Operetten zu Gehör bringen. Den Schluß macht ein Wiener Tanzdivertissement, das die schönsten Stücke von Johann Strauß und einen neuen von Professor Karl Alwin komponierten symphonischen Walzer bringt." So lautet di« offizielle Mitteilung aus dem Büro der Bundestheater. Daß ein gewisser Beethoven Verse Schillers komponiert hat, scheint man nicht zu wissen, obschon gerade„die Neunte" in die Staatsoper gehört; freilich ist diese hymnische Symphonie daS Lied der— Freiheit I Wochenspielplan des Neue« Deutsche« Theaters. Heute Mittwoch 8 Uhr: Die Schaukel. Gastspiel Werbezirk, BI.— Donnerstag halb 3: Sensationsprozeß, halb 8: DieHugenot- ten, neuinszeniert, CI.— Freitag 7: Peer Ghnt, D 2.— Samstag 8: Die Schaukel: Gastspiel Werbezirk. C 1. Wochenspielplan der Kleine» Bühne. Heute, Mittwoch habb 8: Das lebenslängliche Kind, Gastspiel Kramer.— Donnerstag 3: B u nb ur h, 8: Nacht vor dem Ultimo. — Freitag 8^: Hoch klingt das Lied vom bravenMann.— Samstag halb 8: Das lebenslängliche Kind, Gastspiel Kramer. Par Film Die Lchlotzherrirr von Liba»»« Man muß immer wieder daran erinnern, daß in Frankreich im vergangenen Jahre interessante Filme hergestellt wurden. Da hat G. W. Pabst di« Satire„Von oben nach unten" und Fritz Lang«inen „Liliom"-Film geschaffen, da ist Anatol Frances „Crainquebille" und Victor Hugos Roman„Les Miserables" verfilmt worden, da gab es das„Pa- quebot Tenacity" und da gibt es jetzt den neuen Rene Clair. Aber unsere Präger Filmverleiher scheinen von alledem nicht viel zu halten. Sie ziehen ein« Detektw-Komödi« wie den kürzlich gezeigten„Index" und eine herkömmliche kriminalistisch- erotische Spionagegeschichte wie diese„Chateleine du Liban" vor, die teils im Schwß und teils in der Wüst« und ganz und gar im Reiche billiger Phantasie spielt. Unter den Darstellern fällt Jean Mur a t auf, ein nobler Schauspieler der auch sonst viel Geschmack hat,— denn er hat sich Annabella als Ehefrau ausgesucht. Schade, daß er mit soviel Geschmack nicht Filmverleiher in Prag geworden ist.—eis— /__________ Morgenrot Die Hersteller dieses— in seiner Haltung sehr humanen— tschechisch-nationalen Films berufen sich (außer auf ihre nationale Gesinnung) auf die Autb- rität eines literarisch beratenden Univerfitätspro- fessors und des Romanautors Smilovskh, der sich seinerseits wieder auf den Nachruhm des tschechischen Vorkämpfers Dobrovskh berief. Das alles mag dem Film'eine besondere Bedeutung und Würde geben, — aber, als künstlerische Lesstung betrachtet, hat es ihm nicht davor bewahrt, eintönig, altmodisch und unbeholfen zu sein. Daß Abbe Dobrovsky ein guter Mensch war, der den Armen half, ein Waisenkind glücklich und einen diebischen Bauern ehrlich machte, daß er— unter dem Schutze seines mächtigen Freundes Gras Czernin,— gegen Bosheit und Verbohrtheit eines Pfarrers vorging, daß er sich für alte hussitische Bücher interessierte, über die Erneuerung der tschechischen Schriftsprache nachdachte, den Geist d«S böhmischen Landes pries und sogar einen Gottesdienst in tschechischer Sprache abhielt,— das ist noch keine Filmhandlung. Zumal dann nicht, wenn diese Einzelheiten ohne Ausbau und Gliederung wie ein Bilderbogen vor uns abrollen und wenn die historische Echtheit durch phrasenhafte Sprache und steif« Bewegungen ersetzt werden soll. Das wahrhaft Künstlerische an diesem Film sind die schönen Naturaufnahmen, als deren Meister sich der Regisseur Rodens kh schon in seinem Film „Der Fluß" erwiesen hat. Diz Liebe, mit der hier die böhmische Landschaft ins Bild gebracht ist, wirkt nationaler und überzeugender als alles, was man in Redensarten bringen kann. Di« Gestalt des Dobrovsky wird von dem durch seine Lieder populären Karel Hasler dargestellt, der sich als pathetischer Schauspieler der alten Schule erweist. In einer kleineren Roll«(als Kaplan) sieht man erfreut den sympathischen Frantisek S m o l i k wieder. Die übrigen, unter denen Barsky, Trebovsky, Franta Paul und die Rollovä find, bleiben so uninteressant wie das ganze Spiel.—eis-— Auf dem heMge« Hügel Die angeblich erfolgreiche tschechische Operette „Na svatem kopekku" ist(unter Leitung des Regisseurs Cikan) zu einem Film verarbeitet worden, der — wie schon manche tschechischen Filme vor ihm—» mit mährischen Trachten und Wallfahrten unterhalten will, und mit einer Handlung, bei der ein Mädchen auf Umwegen sein« Mutter und seinen Bräutigam findet. Nichts daran ist aufregend, nichts auch nur eindrucksvoll, und das einzig Interessante ist das Wiedersehen mit der jungen Schauspielerin Jirina Steimarova, die seit dem„guten Tramp Ber- nasek" eine Hoffnung ist und es auch nach diesem Film noch bleibt. Freie Bereinigung sozialistischer Akademiker Montag» den 5. November, um 20.Ahr, im Saale der Deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei in Prag II.» Närodni tr. 4/11. Generalversammlung Tagesordnung: 1. Bericht des Ausschusses. 2. Bericht des Kassiers. 3. Bericht der Kontrolle. 4. Entlastung. 5. Antrag auf Auflösung der Freien Bereinigung soz. Akademiker. Im Falle der Ablehnung dieses Antrages 5 b. Neuwahlen. 6 b. Programm des neuen Ausschusses. 7 b. Freie Anträge. 8 b. Vortrag. Infolge der großen Bedeutung dieser Generalversammlung ist das Erscheinen aller Mitglieder unerläßliche Pflicht! Sperl• Spiel»Körperpflege Der Mitropa- Boxkampf der Tschechoslowakei mit Deutschland, der, wie bekannt, letzten Freitag in Prag mit einer 12:4-Niederlage endete, hat in der. tschechischen Presse«inen Widerhall gefunden, de! den Verbandsgewaltigen nicht angenehm sein wird. Man schreibt von einer völligen Blamage und weist darauf hin. daß sie durch bi« Absagen und die Aufstellung Siegerts mit Mehrgewicht(!) herbeigeführt wurde. Bei dieser Gelegenheit sei auch darauf verwiesen, daß der Brünner Gau des bürgerlichen Boxverbandes den Beschluß faßte, keinen seiner Boxer mehr dem Verbände zu stellen, da diese sowieso den an Können schwächeren Prager Boxern vorgezogen werden und auch deshalb, weil nach Brünn nur die mit Verlust verbundenen Kämpfe gegeben werden. Das vollständige Versagen der Verbandsgewaltigen wird aber nicht nur durch das vorstehend« illustriert, sondern auch dadurch, daß nian Leute in den Kampf schickte, die abgekämpft waren.„Warum hasardiert man mit dem guten Namen des tschechoslowakischen Boxrings gegen das hakenkreuzlerische Deutschland?" fragt man, aber die Antwort wird nicht gegeben. Wie denn auch, da der bürgerliche Sport seinen Frieden mit den Nazis aus Geschäftsgrüyden geschlossen hat. Automobilistischer Hasard mit Menschenleben. Die bekannten Reimfahrer Caracciola und Henne unternahmen auf der ungarischen Rennstrecke bei Gyon Weltrekordversuche. Caracciola(Mercedes-Benz) erreichte Stundengeschwindigkeiten von über 309 Kilometern. Einen Kilometer„fuhr" er z. B, in 11.22 Sek., das einem Stundknvurchschnist von über 320 Kilomatern entspricht!— Henne„fuhr" auf Motorrädern bis 500 ccm über 220, bis 250 ccm über 246 und Sidecar (1000 ccm) über 207 Stundenkilometer! Nene Frauen-Weltr^korde. Bei einem leichtathletischen Meetin am Sonntag in Tokio startete auch die polnische Athletin Walasiewicz. Sie lief die 100 Meter in 11.7 Sek. und die 500 Meter in 1:17.4 Min. Beide Zeiten find besser als die bestehenden Weltrekord«. Vcrclnsnadnriditcn Genossinnen! Genosse«! Heute, Mittwoch, 31. Oktober, um 8 Uhr abends halten wir im Hotel Monopol, Prag II.. Hav- lidkova 5(gegenüber Masaryk- Bahnhof) unsere Generalversammlung die Teilnahme aller Mitglieder: SPD-Emigration Prag. Donnerstag, den 1. November, von 5 bis 7 Uhr: Arbeitsgemeinschaft Jaksch; 7 bis 9 Uhr: Arbeitsgemeinschaft Organisationsfragen; Desap-Heim, Narodni tk. 4. Filme in Prager Lichtspielhäusern bis einschließlich Donnerstag» 1. November. Adria: ,Lm Morgenrot"(Tsch.) Alfa:„H ej rupl"(Tsch. Voskovec und Werich). Avion:„Aus dem heiligen Berge"(Tsch.). Beranek:„Musik der Herzen"(Tsch.). Fenix:„Der Mann zweier Welten"(A.). Flora:„Versuchung der Frau Anwnie" (Tsch.). Gaumont:„SÄang Du eine Mutter hast..." Hollywood:„Solang Du eine Mutter hast..." (Tsch.). Hvezda:„Auf dem heiligen Berge"(Tsch.). kinema: Journal«, Groteske, Reportage(hach 2 bis halb 8), Koruna:„Auf dem heiligen Berge" (Tsch.). Kowa:„Im Morgenrot"(Tsch.). Lucerna: „Im Morgenrot"(Tsch.). Metro:„Solang Du eine Mutter hat..."(Tsch.). Praha:„Die Schloßherrin vom Libanon"(Fr.). Radio:„Musik der Herzen" (Tsch.). Skaut:„Die Schchßherrin vom Libanon" (Fr.). Svetozor:„Skandal im Atlantic-Hotel" (D). Alma:„Musik der Herzen"(Tsch.). Belvedere:„Drei Schritte vom Leib"(Tsch.). Beseda: „Leise flehen meine Lieder"(D.). Carlton:„Musik der Herzen".(Tsch.). Favorit:„Chu-Chin-Chou" (Engl.). Lido:„Helden desEismeereS — d i e Tscheljuskin! e u t e"(Ruff.). Roxy: „Musik der Herzen"(Tsch.). Sport:.„Der schweigende Mund"(A.). Urania: ,Lbie Töchter Ihrer Exzellenz" mit Niese, Fritsch, von Nagy. Auf der Bühne: Die Comedia» Singers. U Bejvodu:„Ein Lied geht um die Welt"(D.). Baldek:„Die Versuchung der Frau Antonie"(Tsch.). B-'u«s.beding u n g e n: Bet Zustellung ins Haus oder bei Bezug durch die Post monatlich Kd 16.—, vierteljährig Kd 48.—, halbjährig Kd 96— ganzjährig Kd 192.—.— Inserate werden (aut Tarif bringst berechne. Bei öfteren Einschaltungen Preisnachlaß.—- SftiKfftdlung von Manuskripten erfolgt nur bei Einsendung der Retourmarken.— Die Zeitungsfrankatur wurde von der Post- und Telegraphendlrektton mit Erlaß Nr. 13.800/VII/1980 bewilligt. Druckerei:.^OrbiZ". Druck-, Verlags- und Zeitungs-A.-G., Prag.