Samstag, 1V. November 1934 14. Jahrgang 1 A Einzelpreis 70 Heller (einschließl ich 5 Heller Porto) ZENTRALORGAN DER DEUTSCHEN SOZIALDEMOKRATISCHEN ARBEITERPARTEI IN DER TSCHECHOSLOWAKISCHEN REPUBLIK ERSCHEINT MIT AUSNAHME DES MONTAG TÄGLICH FRÜH. Redaktion und Verwaltung präg xiujochova a. telefom 51077. Administration telefon sxn. HERAUSGEBER: SIEGFRIED TAUB. CHEFREDAKTEUR: WILHELM NIESSNER. VERANTWORTLICHE REDAKTEUR: DR. EMIL STRAUSS, PRAG. Ribbentrops Sendung Paris. Das Havasbureau meldet aus London: Einem Berichte des„Daily Harald" zufolge, hat Hiller seinen bevollmächtig- ten Ribbentrop nach Loudon entsandt,»m Großbritannien folgenden Plan vorznlege«: 1. Deutschland erklärt sich für frei von de« militärische» Bestimmungen des Versailler Friedensvertrages. 2. Die deutsche Reichsregierung wird dann bereit sei«, i« de« Völkerbund und z«r Abrüstungskonferenz zurückzukehren. 3. Wen« sich Frankreich mit diesem Vorgehen der deutschen Regierung einverstanden erklärt, wird sie sich mit der Idee des Beitritts zum O st Pakt ernstlich beschäftigen. Der„Daily Herold" fügt hinzu, wenn Ribbentrop in London eine günstige Antwort auf diesen Plan Hillers erhalte, werde er sich sodann nach Paris begebe». Deutschlands Luftrüstunsen ' London.„Daily Mail" schreibt» in Deutschland werde soeben die größte Flugzeng- fabrik fertiggestcllt, in welcher 30.000 Arbeiter beschäftigt werden. Andere Fabriken wurden an der Küste des Baltischen Meeres errichtet. Aus der Friedrichshafener Fabrik steigen angeblich jede Rächt ein biS zwei Fluzeuge mit unbekannter Aufgabe ans. ■ Das Blatt meint» daß gegenwärtig in Deutschland rund 15.000 Arbeiter in der Flugzeugindustrie arbeiten«nd Deutschland im Jahre 1935 rund 25.000 Flugzeuge besitzen werde. Deutsche Proteste Segen«Ile Verwendung französischen Militärs Paris. Der deutsche Botschafter in Paris Köster besuchte Freitag früh den französischen Außenminister Laval. Der Besuch hatte den Zweck, um von deutscher Seite eine bereits durch die deutschen Botschafter in London, Brüssel und Rom vorgenommene Demarche zu unternehmen, mn die juristische Darlegung vorzubringen, die sich auf den Beschluß des Völkerbundes in der Saarfrage bezieht. Minister Laval hat auch den französischen Botschafter in Berlin Francois Poncet Empfangen und mit ihm die aktuellen Angelegenheiten zwischen den beiden Staaten besprochen. London. Außenminister Simon empfing den deutschen Botschafter Freiherrn von Hösch, der ihm den deutschen Standpunkt zu den Maßnahmen darlegte, die Frankreich zur Sicherung der Ord- aung im Saargebiet während des Plebiszits zu ergreifen gedenkt. Rom. Der deutsche Gesandte in Rom gab dem Staatsuntersekretär S u^.i ch Aufklärungen über den deutschen Standpunkt in der Saarfrage und protestierte gegen die eventuelle Verwendung französischer Militärabteilungen im Saargebiete. vom— Men—Budapest Gömbös hält sich auf der Rückreise von Rom auf dem Semmering auf, wo ihm Schuschnigg, Starhemberg und der Außenminister Berger einen Besuch abstatteten. Zugleich kommt aus Oesterreich eine Meldung über neue Maßnahmen der Regierung in der Richtung der militärischen Erziehung der Bevölkerung und des Ausbaues des Luft- und Gasschutzes. Attentats-Debatte vor dem Völkerbund? Jugoslawien will, gestützt auf den Arttkel 11 des BölkerbundspakteS die Berschwörung, die Sum Attentat von Marseille geführt hat, durch semen Bertteter in Genf zur Diskussion stellen fassen. Auch das ganze Anklagematerial 8 e gen Ungarn soll vorgelegt werden. Kabinett Handln Weiter rechts als Doumergue Kurz nach Mitternacht des 8. November konnte F l a n d i n bereits seine definitive Ministerliste bekanntgeben. Freitag hat das Kabinett bereits die Angelobung geleistet. Das erste Kabinett Flandin(das 97. in der 3. Republik und das 8. in der jetzigen Legislaturperiode seit dem Frankreichs neuer Reslerunsschef Jahre 1932) zählt 17 Ressortminister, zwei Staatsminister und einen Unterstaatssekretär. Davon sind 14 Abgeordnete» 4 Senatoren und 3 nichtparlamentarische Personen, nämlich zwei Generäle Und Pensionenminister Rivollet, der den Verband ehemaliger Frontkämpfer vertritt. In das Kabinett Flandin sind 13 Minister des Ka- binettes Doumergue übergegangen. Die Ministerliste weist folgende Namen auf: Ministerpräsident(ohne an- deres Ressort)... P. E. Flandin Staatsminister.... Herriot; Staatsminister.... Louis Marin; Aeußeres..... . Laval; Justiz . Pernet; Inneres..... .'Regnier; Krieg...... . Maurin(General) Marine..-... . Piötri; Luftschiffahrt.. . Denain(General) Handel..... . Marchandeau; Finanzen..... . Germain Martin; Bolkserziehung-... . Mallarme; Oeffentliche Arbeiten. . Roy; Kolonien..... . Rollin; Handelsschiffahrt... . William Bertrand; Arbeiten . Jacqnier; Pensionen.... . Rivollet; Landwirtschaft... . Cassez; Oeffentl. Gesundheitswesen Dr. Queille; Post...... . Mandel. Das Kabinett wird im allgemeinen ruhig. wenn auch ohne Begeisterung ausgenommen. In einer Erklärung verspricht Flandin, den Kurs Doumergues fortzusetzen. Die B ö r s e ist besonders zufrieden mit der Lösung, weil Flandin als Mann des Finanzkapitals gilt. Die Fascisten versuchten Donnerstag auf den Boulevards gegen die Linke zu demonstrieren, liefen aber bei dem einsetzenden Regen auseinander. Das Kabinett Flandin wird allseits als ein weiter rechts stehendes Kabinett als das Doumergues bewertet, obzwar es sich auf die gleichen Fraktionen des Parlaments stützt. In Frankreich hängt der Charakter einer Regierung meist weit mehr von den Persönlichkeiten des Kabinetts als von der Parteienkonstruktion der Mehrheit ab. Jin Kabinett Flandin sitzen nun ausgesprochene Bertteter eines scharfen Rechtskurses, wie Marin, Pernot und Cle- Menceaus ehemaliger Sekretär Mandel. Der Neosozialist M a r q u e t wurde nicht übernommen. Von den Linken ist eigentlich nur noch Herriotim Kabinett übrig. Vermutlich wird Flandin das Projekt der Doumergueschen Ver- fassungsreform bald zur Beratung stellen. Ä M____ Aufsehenerregende Denk- Der saarterror aas.—■ der Deutschen Front Genf.(Tsch. P. B.) Das Bölkrrbund-! settrtariat hat einen Bericht des Vorsitzenden der Regierungskommission des Saargebietes» Knox» über die Tätigkeit der»»Deutschen Front" veröffentlicht Der mit zahlreichen Zitaten aus beschlagnahmten Dokumenten belegte Bericht wird durch ein Schreiben des Vorsitzenden der Regir- rungskommission einbegleitet, in dem dieser darauf hinweist» daß die bei den Führer» der„Deut- chen Front" beschlagnahmte Korrespondenz beweist» wir begründet die Befürchtungen vor einem Terror der Nationalsozialisten im Saargebiet ist. Die Deutsche Front hat» wie es in dem Bericht heißt, auch nach dem Einschreiten des Böl- kerbundsratrs«nd der Regierungskommission mit allen möglichen Mitteln im Saargebiet einen poli- tischen Einfluß ausgeübt, der dem früheren Terror der nationalsozialistischen Partei gleichkommt. Dieser Terror wendet sich hauptsächlich gegen die katholischen P r i e st e r» die vielfach bedroht werden. Die reichsdeutsche Presse und der reichsdeutsche Rundfunk stellen die Saarbevölkerung», und zwar ans Angeberei der Deutschen Front, an den Pranger. Unter den beschlagnahmten Dokumenten befinden sich hunderte von staatlichen Dokumenten, die entweder gestohlen sind»der d i r e ft von Beamte« der Regierungskommission des Saargebietes der Deutschen Front zugespielt wurden. Zahlreiche Beamte der Regierungskommission des Saarge- bietrs stehen im Dienste der Deutschen Front, die Saarbrvölkerung wird ständig durch Spione, die der Deutschen Front angrhören» bedroht. Die Beziehungen der Deutschen Front znr deutschen Regierung und ihre Abhängigkeit von der deutschen Regierung werden durch eine ganze Reihe von beschlagnahmten Dokumenten erwiesen. Der Bericht hat in Genf einen tiefe« Eindruck hervovgerufen. Er liefert den offensichtlichen Beweis dafür, daß der Terror im Saargebiet auch jetzt noch nicht nachgelassen hat«nd daß von einer ft ei en und unparteiischen Durchführung des Plebiszites keine Rede sein kann» wenn nicht vis zum 15. Jänner eine Remedur erfolgt. Der durch den Bericht der Regierungskommission hervorgerufene Eindruck ist um so schwerwiegender» als gerade jetzt in Rom unter dem Vorsitz des ttalienischen Diplomaten Baron Aloisi ein Sonder- ausschuß des Bölkerbundrates tagt, der über die Saarfrage berät. * Rom. Der Vorsitzende der saarländischen Regierungskommission Knox ersuchte den Dreieransschuß, der zur Zeit in Rom tagt, um die Verstärkung der internattonalen Polizei im Saargeviet. !„In tyrannos"! Friedrich Schiller und die deutsche Gegenwart „In tyrannosl— Gegen die Tyrannen!" steht als Motto über dem Drama, das den jungen Schiller berühmt machte und das seither in anderthalb Jahrhunderten, die verflossen find und in denen Schiller und die Schillerverehrung mancher Mode unterworfen waren, niemals aufgehört hat, eine Flamme zu sein, analer junge Herzen sich entzünden. Der Dichter der Räuber ist später in Fürstendixnste getreten und an dem Weltbild seiner Jugend hat er nicht nur formelle, sondern auch an das Wesen rührende Korrekturen vorgenommen. Trotzdem könnte als Motto über Leben und Werk des Klassikers, dessen erster und dessen letzter Bühnenheld doch einen Kreis schließen und Kinder eines Geistes sind, könnte über Friedrich Schillers Sendung die Widmung stehen„In tyrannos". Denn gegen die Mächte der Tyrannei im weitesten Sinne wandte sich die Botschaft, die Friedrich Schiller seiner Zeit brachte und die in unserer Zeit wie eh' und je gehört zu werden verdient. Daß Goebbels und Hitler den Rebellen und Klassiker feiern, die Diener des Kapitals den Herold der Freiheit und Menschenwürde, die Pathe- tiker des Urwalds den Kantianer und Weltbürger, ist eine unter den unzähligen Lügen, die zur täglichen Qual dieser Zeit gehören, aber es wird Episode bleiben in der Geschichte Schillers und in der Geschichte des deutschen Volkes. Nichts, buchstäblich nichtshatSchiller mitdemDritten Reich gemein, es seien denn die Bösewichter und realistisch konterfeiten Bilder von Lakaien. Kriechern, Schurken und Gelegenheitsmachern, die er aus der einmaligen Leibhaftigkeit, in der er sie gesehen und erlitten hatte, zu dauernder Existenz im Reich der dramatischen Dichtung erhob, das ihm von den„Räubern" bis zum„Teil" das Weltgericht war, vor das immer und immer wieder die Verbrecher wider Menschenwürde und Menschenrecht zittert werden. In diesen Gestalten fteilich können die G 0 e- ring und Go ebbels, die Himmler und Frick ihr eigenes Bild erkennen, so naturgetteu gezeichnet, als wäre eö zwischen dem Reichstagsbrand und der Wahl Hitlers zum Reichsführer entstanden! F r a n z M 0 0 r, der leiblich und fee- lisch Mißgestaltete, auf den Natur„aus allen Menschensorten das Scheußliche" gehäuft hat, die Spiegelberg und Schufterle, SA- Leute von echtem Schrot und Korn, die H e l l- d 0 r f und Hör st Wessel heißen könnten, der Intrigant Wurm, nach Geld und Aemtern jagend, Zuttäger, Verräter, Verleumder, Fiescos Muley Hassan„ein konfiszierter Mohrenkopf, die Physiognomie eine originelle Mischung von Spitzbüberei und Laune", also Goebbels' ureigenes Porttät, der Präsident vonWalted, ein Pa- pen, wie er in keinem andern Buche so blutecht aufersteht, und so fort die Galerie bis zu den Landvögten im„Teil"— war all das, was wir heute erleben und erleiden schon einmal da oder hat der Dichter den Alptraum dieser Zeit vor anderthalb Jahrhunderten schon geträumt? Sie nennen ihn einen nationalen Dichter und lästern:„er war unser". Aber sein Nationalempfinden hat mit der Barbarengesinnung des Nationalsozialismus soviel zu tun wie Hitlers deutsche Frciheitsphrasen mit dem Aufschrei einer wahrhaft erwachenden Zeit, dem Schiller in der großen Rede des Marquis Posa Worte lieh:„Sire, geben Sie Gedanken freist e i t" l Wie weit Schillers Ideal einer deutschen Kunst von den Afterbildern entfernt ist, die in Goebbels' Kulturämtern geboren werden, ließe sich an zahllosen Bekenntnissen des großen deutschen Klassikers erweisen. Hat er es doch einen „barbarischen Geschmack" genannt, den Dichtern„nationale G e g e n st ä n d e" zur Bearbeitung zu empfehlen(und hat seine Gegenstände, ein Verächter des grob Stofflichen überhaupt, das im Dritten Reich das Ein und Alles ist, aus der ftemden Hiswrie geschöpft, aus der eigenen aber nur, wo er die ganze Erbärmlichkett seiner- Zeit und seines Vaterlandes geißelte: in den„Räubern" und in„Kabale und Liebe"). Seine Helden waren ein italienischer Rebell, ein spanischer Ritter, ein ftanzösisches Mädchen, eine fchottische Minigin, ein Schweizer Thrannenmör- der, ein böhmischer Staatsmann. Wie könnte es 'anders sein bei einem Dichter, der 25jährig be- Seite 2 Samstag, 10. November 1934 Nr. 264 kennt:„Ich schreibe als W e l t b ü rg e r, der keinem Fürsten bieni' und der das Bekenntnis zu jener weltbürgerlichen Gesinnung, die im Dritten Reich als Volkse und Landesverrat, als Kulturbolschewismus und marxistisches Untermenschentum gilt, immer wieder erneuert hat und mehr als einmal so deutlich, wie etwa in folgendem Ausspruch: „Wir Neueren haben ein Interesse in unserer Gewalt, daS kein Grieche und kein Römer gekannt hat, und dem das vaterländische Interesse bei weitem nicht beikommt. Das sichte ist überhaupt nur für unreife Nationen wichtig... eS ist ein armseliges, kleinliches Ideal, für eine Nation zu schreiben: einem philosophischen Geist ist diese Grenze durchaus u m erträglich. Was immer das Dritte Reich getan, hat und was immer es zur Feier Schillers erlügen könnte, wäre diesem philosophischen, an K a n t, dem„kulturbolschewistischen" Propheten der Menschlichkeit und des ewigen Friedens gereiften Geist„durchaus erträglich" erschienen und seiner Enttäuschung über die Bürger deS Hitlerreiches hätte er wohl noch kräftiger Ausdruck verliehen als der Resignation, mit der er den kaum verhüllten Durchfall des„Fiesco" in Mannheim aufnahm: „Den Fiesco verstand das Publikum nicht. RepublikanischeFreiheitist hierzulande ein Schall ohne Bedeutung, ein leerer Namen— in den Adern der Pfälzer fließt kein römisches Blut." Der Sohn Knes abenteuernden Feldschers, Enkel eines kleinen Bäckermeisters, Opfer des Tyrannen Karl Eugen in der württembergischen Karlsschule, Zeit- und Leidgenosse der Moser und Schub art, die der verlotterte Fürst einkerkern und nicht anders halten ließ als Goering die Gefangenen in den Konzentrationslagern, Schiller, der in der kleinen Episode, in„Kabale und Liebe", die den Menschenhandel deutscher Fürsten für ewige Zeiten anprangert, sein nationales Bekenntnis ablegte, hätte sich von keinem Goebbels bestreiten lassen, daß die Bühne eine„moralische Anstalt" sein soll und nicht der Saustall von Lügenpropaganda und Stümperei, zu dem das deutsche Theater unter dem Nationalsadismus wurde. Für Schiller war das Theater die Tribüne der Nation, aber einer Nation, die in der F r e i- heit des Gewissens und des Ge- dankens ihr einziges wirklich unveräußerliches Gut erblickt. Nichts Hatzte und verachtete Schiller so wie die Schande, die man in Deutschland Gleichschaltung nennt, denn„Sklaverei, sagt er, ist niedrig, aber eine sklavische Gesinnung in d e r Freiheit ist bet ä ch ijli.dj"». Schillers Weg führte von der wilden und noch durch kein vollendetes Weltbild gebändigten Rebellion, wie sie in den„Räubern" zum Aus- bruch kam, zur Höhe kantianischer Weltanschauung und einem geläuterten, wenn man will, auch verdünnten und verfeinerten Freiheitsideal. Aber er führte ihn damit auch zu der mutigen Vollendung einer selbst erwählten Aufgabe, zur Lösung des Problems, das der junge Schiller aufwirst und der sterbende Schiller beantwortet und das die Fragenachdemmo- ralischenRechtder Revolution in sich schließt. Um Verschwörung, Aufstand, Selbsthilfe, Rebellion, Verrat geht es in allen seinen Dramen, in den„Räubern", im„Fiesco", in der „Millerin", in„Maria Stuart", im„Wallenstein". Im„Teil" wirddieRevolution b e j a h t, im„Teil" der politische Mord als Notwehr der Unterdrückten moralisch gerechtfertigt. „Wenn der Gedrückte nirgends Recht kann finden, wenn unerträglich wird die Last..." heißt es in der ost zifierten Stelle, die das Schwert als letztes Mittel„wenn kein anderes mehr verfangen will" dem Manne züspricht. Mögen die deut- sch e n Geßler von heute dem Volke vorlügen, daß Franzosenhaß— den der Kosmopolit Schiller nicht kannte— daß Nationalismus~ bei dem Dichter des Liedes an die Freude und der Verse:„Alle Menschen werden Brüder"!— aus dem Geist der Rütltszene und des ganzen„Tell" spreche, es wird ihnen doch kalt über den Rücken laufen,, wenn sie es wagen, den unverfälschten Text, anzuhören, den Schiller in ihr Stammbuch schrieb:„Nein, eine Grenze hat Thrannenmacht"! Die Reklamation Schillers für das Dritte Reich ist Sakrileg, Schändung eines der größten Deutschen, sie ist aber auch für jeden noch denkenden Deutschen das lächerlichste Beginnen, dessen sich die geistigen Falschspieler und kulturellen Ta- 'chendiebe von der nazistischenPropagandazunst unterfangen können. So wahr hinter Schiller, der zwischen Goethe und Kant und-schon darum im Bunde der Geister gegen die Barbarei stand,„in wesenlosem Scheine" das Gemeine versank, so wahr bleibt, daß die Sturzflut der Gemeinheit, die daS Dritte Reich verkörpert, an"' sein Andenken nicht heranreicht. Vielmehr gilt,, was. M e h r i n g 1906 über Schiller schrieb. Heute wie damals„hört die Arbeiterklasse klar und rein denGrundtonsei- n es dichterischen Schaffens im Gelingen und auch im Verfehlen: dieHoh«it der Gesinnung, die sich siegreich erhebt'über alle Sklaverei". Beginn der Budget verhandlungen Prag. Die Nachtsitzung des Parlaments, die erst Freitag gegen 1 Uhr früh mit der Annahme der drei Mmisterexposös durch die Kotlli- tionsparteien endete, hatte sich als notwendig erwiesen, damit der Budgetausschuß, der ohnedies nicht allzu viel Zest zur Durchberatung des Voranschlages hat, schon Freitag vormittags die Budgetverhandlungen eröffnet werden konnte..; Die Debatte wurde vom Generalberichterstatter Genossen R e m e s mit einem ausführlichen Referat eingeleitet, worauf bis spät abends die Generaldebatte weiterging. Von den Rednern rief namentlich der ffchechische NatioUÄ- sogialist Dr. S t r a n s k y, her sich ausführlich mit.dem. deutsch-tschechischen Probleme befaßte, Aufmerksamkeit hervor. sehr bemerkenswerter Satz:„Trotzdem ist die DNSAP der Auffassung, daß der Gedanke der Sudetendeutschen Volksfront nicht tot sei." Was heißt das? Die„Bolksstont"(mit allen Parteien, also einschließlich Bund der Landwirte und den Christlichfozialen) ist„gescheitert". Der Gedanke ist aber trotzdem nicht tot? Diese Feststellung der DNSAP kann sich eben nur darauf beziehen, statt der„Volksfront"(mit allen Parteien) ein Gebilde anderer Art ins Leben zu rufen, das in erster Linie als Anfangsorganisation für die Mitglieder der aufgelösten Parteien in Frage kommt. So ist statt der Volksfront die„Heimatfront" entstmtden, an deren ersten Aufrufen«in Deutschnationaler und em Nationalsozialist mitgearbeitet haben. Warum hat Henlein nicht schon vor mehr als einem Jahr das„Prager Tagblatt" und andere Blätter dementiert? Glaubt er wirklich, daß man heute an diese Verhandlungen vergessen hat? Gibt es nicht eine Anzahl von Zeugen hiefür? Z Wenn Henlein ferner bestreitet, vom Kawe- radschastsbund präsentiert worden zu sein, so genügt demgegenüber die Feststellung, daß an den Verhandlungen(siehe ckbzitierte Meldung des „Prager Tagblatt" vom 20. September 1933) auch Dr. Walter Brand teikgenommen Hat, der seinerzeit eine führende Rolle im Kameradschaftsbund gespielt hat. Henlein ist bereits am 18. September vorigen Jahres im„Prager Montagsblatt" als Kandidat des Kameradschaftsbundei bezeichnet worden. Erft heute aber versucht er es zu bestreiten. Noch heute, obwohl Dr. Sebe« kons k v gleichfalls ehemaliger Kirmeradschastler, nach wie vor zu seinen engsten Mitarbeitern ans Presseberatern gehört.• Man sieht also, was man davon zu halte« hat, wenn Henlein behauptet, die SHF sei als „vollkommen selbständige polstische Organisation ins Leben getreten". Er hatte nicht einmal den Mut, die Behauptung zu bestreiten, daß an seinem e r st e n A u f r u f der Deutsch- nationale Abg. Kallina und der näitp* nalsozialistische Schriftleiter Viererbl m it- gearbeitet haben und daß erst ein äm Gründonnerstag in Deutschland weilender Bercher — wie gleichfalls durch Zeugenaussagen zu beweisen ist— von diesen Mitarbeitern abgeralen hat. Henlein- der Kronverweser der Juns und Krebs Die„Präser Presse** demaskiert die SHF In unserer Folge vom 31. Oktober 1934 haben wir den Inhalt eines Leitartikels der „Prager Presse" wiedergegeben. in welchem auf gewisse Zusammenhänge der Sudetendeutschen Heimatfront mit d?r aufgelösten DeMschen nationalsozialistischen Partei in der Tschechoslowakischen Republik aufmerksam gemacht wurde. Zu diesem Artikel sendet uns Herr Dr. Alsted Schmued in Vertretung Konrad Henleins die nachstehende Berichtigung: In dem Artikel„Henlein— der„Kronverweser" der Jung und Krebs, die„Prager Presse" demaskiert die SHF" in Nummer 258 des 14. Jahrgangs des„Sozialdemokrat" vom 31. Oktober 1934, ist folgendes richtig zu stellen: Es ist unwahr, daß Henlein seinerzest in Saaz dem Krebs vorgestellt wurde, daß eingehende Verhandlungen über die Bildung der „Volksstont" stattfanden, wie die spätere SHF damäls heißen sollte; es ist unwahr, daß Henlein bei dieser Gelegenheit dem stüheren Abg. Krebs das bindende Versprechen gab, innerhalb der „Sudetendeutschen Heimatfront" den Kern der nationalsozialistischen Gedanken unversehrt zu erhalten; es ist unwahr, daß Krebs Henlein ermächtigte, in jenem Maße nach außen Loyaliiätser- klärungen abzugeben, wie Henlein dies Je nach her Lage für.nötig halten würde, um der ,„neuen Bewegung" über die. GründungsschwjerstrkeiteN, DnwexMhelfes.< Wahr ist vielmehr, daß die„Sudetendeutsche Heimatstont" als vollkommen selbständige politische Organisation ins Leben getreten ist und mit Krebs und dem Ausland nicht das geringste zu tun hat. ♦ Dieselbe Berichtigung hat Herr Dr. Schmued der„Prager Presse" zugesandt, die nun noch einmal auf den Sachverhalt zurückkommt unv u. a. ausfuhrt: Wenn Henlein bestreitet, mit den Führern der nationalsozialistischen Partei über die Möglichkeit einer„Volksfront" verhandelt zu haben, so kann sich dieses Dementi bestenfalls auf den. Zeitpunkt, keineswegs aber auf die Tatsache beziehen. Unerfindlich ist, warum er die Verhandlungen über die„Volksfront" erst heute dementiert; denn im„Prager Tagblatt" vom 20. September 1933 ist in einem Artikel auf Seite 2 folgende Feststellung über die Beratungen, besteffend die Errichtung der„Bolksstont" gemacht: »Die Beratungen begannen bereits vormittags im Klub der deutschen Gewrrrepartei wo sich beim Abgeordneten S t e n z l der Nativ na lsozialist Krebs und der Deutschnationale Jng. K a l l i n a einsanden. An den Beratungen nahmen aber auch Richtparlamentarier teil, der Vorsitzende des Deutschen Turnverbandes Henlein, der im Zusammenhang mit der in Reichenberg erfolgten Schaffung eines Deutschen BoWrates als dessen künftiger Vorsitzender genannt wird, und Dr. Walter Brand, pädagogischer Leiter des Deutschen Turnverbands, der als Stimmführer der >,jungen, polüischrn Generation" bezeichnet wird, von der man allerdings nicht weiß, ob sie nicht eine Bezeichnung für alle diejenigen ist, die mit dem heutigen politischen Zustand unzustieden sind. Um 2 Uhr nachmittags stat der parlamentarische Klub und die Reichsparteileitung 4, der Deutschen Nationalsozialisten zusammen. " Nach mehrstündiger Debatte wurde der Beschluß gefaßt, für den 28. September einen außerordentlichen ReichSparteitag nach Aussig einzuberufen, um die höchsten Parteiinstanzen entscheiden zu lassen." Bei diesem Parteitag wurden, wie eS im „Prager Tagblatt" vom 29. September 1933 heißt,„die Richtlinien für die Parteianhänger für den Fall eines Verbotes der Partei, sowie über die künftige Taktik der Nationalsozialisten aufgestellt". In der Entschließung wird sogar darauf hingewiesen, daß die„Volksfront" als geschettert betrachtet werden muß, da„eine Anzahl von Parteien ihr Eigenleben dem großen Ganzen nicht unterordnen wolle". Dann aber kommt folgender Auch er hat beim Rückmarsch vom Arbeiterseft den Juden und das Mädchen gesehen. Und weitere Zeugen folgen. Ein Schulmädchen hat Hilsner im Herrschaftswald erkannt, als er an einem Baum stand, sich verdächtig duckte und. weiter iys Dickicht schlich. Die Magd Bacek ergänzt ihre frühere Aussage: sie sah ihn einmal direkt bei der Stelle, wo man nachher das Skelett gefunden hat, auf dem Rasen liegen; ihre Schwester sei mit ihr gewesen. Die Schwester erklärt das für un«: Wahr. Zwei andere Frauen haben ihn am Tag der Auffindung des Leichnams dort im Wald ge-^ troffen, wo er, hinter Bäumen versteckt, die Hände auf dein Rücken, herumging. Davon erzählen sie zuerst einem Prager Herrn, mit dem sie zufällig im Postwagen fahren. Bald darauf erfahren sie aus den„Närodni Listy", daß sie Hilsner beobachteten, wie er im Walde Zweige abschnitt und auf einen Haufen legte, unter dem die Leiche verborgen war. Staatsanwalt und Verteidigung sind in voller Tätigkeit. Kann Hilsner ein Alibi erbringen? Daß er bis zum 17. Juli in Jglau gewesen ist, beweist die Verpflegsstation und die Angabe des Maximilian Metzl, wonach ihm am Vormittag dieses Tages laut Urkunde des Armenbuches eine Unterstützung ausbezahlt wurde. Daß er sich Montag, den 18. Juli, in Groß-Jenikau befunden hat, bestätigt die dortige Verpflegsstation. Aber wo hat er die Nacht vom Sonntag aus Montag zugebracht? In Jglau hat er angegeben, nach Polna zu reisen, in Jenikau, von Polna zu kommen. Nun behauptet er, die Nacht noch in Jglau geblieben zu sein, und beruft sich auf Zeugen, die ihn dort gesehen haben sollen. Aber die Leute, bei denen er gebettelt hat, können sich des Datums nicht mehr mit Bestimmtheit entsinnen. Und aUe andern haben Angst, in die Sache des zum Tod verurteilten Ritualmörders, des verhaßtesten Menschen weit und breit, verwickelt zu werden. Kusy, den er damals sprach, vermutet, daß es Sonnabend gewesen sei; auch die Tscherwenkas halten sich zurück, denn Wilhelm, aüs Deutschland hejmgekehrt, ist bereits in den Verdacht der Mittä- ttrschast geraten. Nur der jüngere Sohn bestätigt, daß Hilsner, als er von der Wanderschaft zurück- kam, eines Sonntags'ein Bündel bei ihnen ringe- steflt und es am Montag abgeholt habe. Die Ma- chaffchek und ihre Freundin erinnern sich zwar, daß der Reisekamerad des Willy Tscherwenka an einem Sonntag im Juli vorsprach, ob es jedoch, gerade der 17. war, können sie nicht beschwören. Auch der Hausknecht im„Schwarzen Adler" kann nicht mehr bestätigen, daß Hilsner im Stall über-' nachtet hat/ Der Staatsanwalt hält den Alibibeweis für mißlungen und erhebt die Anklage. . Sie beschreibt das Verschwinden der Klima und die allmähliche Entdeckung der sterblichen Ueberreste und zieht alle Aussagen heran, welche die Anwesenheit Hilsners in Zhor und im Bre- sinawald belegen. Ueber ihre Widersprüche in bezug auf die Personsbeschreibung geht sie hinweg: sie seien aus der Länge der seither verstrichenen Zett zu verstehen. Hilsner ist demnach am Sonn-, tag, den 17. Juli, vormittags von Jglau nach Polna gegangen und wurde Mittag dott mtt der Klima von Bekera gesehen. Auf den Einwand, wie er sogleich ein fremdes Mädchen dazu gewinnen konnte, mit ihm auf die Wallfahrt zu gehen, erwidert der Staatsanwalt: ihr von den Zeugen geschildertes Verhalten deutet.auf. ein vertrautes Verhältnis hin, wie ja auch die Strnad beweist, daß die beiden schon' früher miteinander gingen. Sie verbrachten nun den Nachmittag und den Abend zusammen und wurden noch in der Nacht von Lang gesehen, wie sie auf dem Weg in den Wald verschwanden. Wo Hilsneb sich in dieser Nacht aufhielt, kann er nicht beweisen. Wäre er sich keiner Schuld bewußt, würde er nicht leugnen, mit dem Mädchen beisammen gewesen zu sein. So aber muß man„dafürhalten, daß er wissentlich an einer gewalttätigen Handlung gegen die Klima Anteil nahm". Dafür sprechen die Bekundung des Pesäk, der ihn zweimal im Walde gesehen hat, die der Schülerin Sttasil und der Magd Vaoek. Darum wäre er besorgt gewesen, die Leiche zu verbergen, wenn., er an dem Woxd keinen Anteil hätte? An der Leiche zeigten sich dieselben ungewöhnlichen MerkMäle wie an der Agnes Hruza also ist der Mörder der Hruza auch der der Klima gewesen.■ Beiweisen läßt sich allerdings nicht, daß eS just Hilsner war, welcher die Klima tötete oder Beim Mord di« Hand nach ihr ausstreckte; aber soviel läßt sich behaupten,. daß ohne seine Mitwirkung der Mord nicht hätte geschehen können,. Diesen Schluß zu ziehen, wäre vielleicht gewagt, wenn Nicht Hilsner seine Bekanntschaft Mit dem Mädchen so hartnäckig'leugnete, und wenn er nicht so. verzweifelt versuchte, ein Alibi, zu konstruieren. Warum gesteht er nicht einfach offen, wo er die Nacht verbrachte, wann er mit der Klima beisammen war und wohin er'Mit ihr! ging? Weil es sein eifriges Bemühen ist, die nähe-. ren Umstände ihres Verschwindens auf ewig verborgen zu halten. Zugleich erhebt der Staatsanwalt gegen Hilsner die Anklage, sich des Verbrechens der Verleumdung schuldig gemacht zu haben, indem er Erbsnapn und Wassermann bei der Obrigkeit der Mittäterschaft an einem Morde bezichtigt«. Der Gegenseite scheint dieser neue Fall noch absurder und haltloser als der erste.-Punkt für Punkt bestreitet sie.• die Argumentation des Staatsanwalts. Das Skelett ist niemals eindeü-s tig identifiziert worden, der Kleiderfund kein schlüssiger Beweis, denn di« Sachen konnten ja auch nachträglich an den Fundort gebracht worden sein; die Aehnlichkctten des Leichenbefundes mtt dem der Hruza sind so gering, daß man daraus keinesfalls auf denselben Täter schließen darf. Dem Verdacht gegen Zumpl ist man nie ernstlich nachgegangen. Zeugen, welche sich ein bis zwei Jahre nach der Tat melden, find nicht glaubivüc- dig, zumal wenn sie sich zwar an belanglose Kleinigkeiten, nicht aber an wichttge Tatsachen erinnern, und wenn sie einander wesentlich widersprechen. Die Mädchen- die dqs Paar gesehen habe« Wollen, geben zu, mtt Hilsner nie gesprochen und die Klimau kaum gekannt zu haben--Lang, dek einen Abend damit verbringt, auf Ereignisse z« Warten, die nicht voräuszusehep wären, ist offen- sichtlich pathologisch, Hazukas Aussage lehnt sich teils.wörtlich an die des Lang an, teils steht sie im Widerspruch zu ihr. Die Verdächtigung der Reinhalt, Rapp: Graf, Basch und Brettisch ist st lächerlich, daß nicht einmal eine. Untersuchung gegen sie eingeleitet wurde.. An der Kirchweih in Zhor haben verschiedene Juden teilgenommen; Hilsner ist im Jahr vorher mtt Anna Benesch dort gewesen. Daher mag die Erinnerungstäuschung stamMen. Niemand hat den Verdacht rechtzeitig, als di« Nachforschungen nach Marie Klima betrieben wurdest, ausgesprochen.<::.. Daß Hilsner an jenem Sonntag in-Jglau gewesen ist, beweisen Metzl, die Machatschek und der jüngere Tscherwenka. Und selbst wenn er arn Vormittag von dort nach Polna gegangen wäre, hätte er erst gegen 1 Uhr ankommen können und noch Zeit gebraucht,, sein Bündel abzulegen, sich untzukleiden usw. Keinesfalls konnten ihn Bekera und Hazuka schon um halb 12 dort gesehen haben- Dex Weg nach Zhor beträgt abermals eineinhalb Stunden, und doch soll er bereits bei Reinhalts z« Tisch gewesen sein. Auf dem Jahrmarkt würde er von den Zeugen um 1, um 3 und um 8 Uhr gesehen, im Brefinawckld, 6 Kilomter von Zhor, zwischen 5 und 6 Uhr. Und wo ist Reinhalt geblieben? (Fortsetzung folgt) r 9k. 364 SamSkag, 10. Rovemter 1934 Seite 3 Volksfront Kinderwäsche HYGIENISCH SAUBER Welche Mutter möchte nicht die Wäsche für ihr Kind so sauber wie nur möglich waschen? Sorgt sie doch damit für seine Gesundheit. Deshalb läbt sie RAD1ON die Arbeit tun. Dann weih sie: Millionen Sauerstoffbläschen treiben während des Kochens alle Schmutz- und Keimteilchen, die Grund zu Krankheiten sein können, aus den Geweben. Die Wäsche wird strahlend weih und ist unbedingt: HYGIENISCH EINWANDFREII RADION wäscht allein LaJ Der sechste Krisenwinter ■■aaM am Tä iu Genosse Dr. Heller VOr QCl I Ul fordert ausreichende Hilfe Wir veröffentlichen nachfolgend in einem knappen Auszug die wichtigsten Stellen der Rede, die Genosse Dr. Heller am Donnerstag in der großen politischen Aussprache über die Exposes gehalten hat: zezenHeimstkront Die Bodenbacher Arbeiter dulden keine Hittenn ethoden Bodenbach. Für Freitag abends hatte die Sudetendeutsche Heimatfront in dem großen Schützenhaussaal von Tetschen eine öffentliche Versammlung einberufen, in der ein Herr Woll- ner aus Tetschen sprechen sollte. Die Arbeiterschaft von Tetschen-Bodenbach wollte diese Gelegenheit ergreifen, um die Faseisten zu einer politischen Auseinandersetzung zu stellen, und sie war in gro- ßer Zahl erschienen. Die SHF-Leute hatten sich aber verabredet,„die Roten vorerst nicht hineinzulassen". Als die Haupttür aufgemacht wurde, «scholl das Kommando:„Henleinordner hieherl" Die Arbeiter aber drängten in den Saal, der schon lange vor Beginn von über tausend Personen bis| auf das letzte Plätzchen gefüllt war. Sofort bei der Eröffnung meldete sich Ge»! nosse Re i tz n e r zur Geschäftsordnung, aber der Vorsitzende erteilte dessen ungeachtet dem Henlein-Redner das Wort. Damit sollte der überwältigenden Mehrheit sozialdemokratischer Repu-, blikaner verwehrt werden, ein Präsidium zu wählen. Die Bodenbacher Arbeiter brachten aber deut-1 sich zum Ausdruck, daß sie auf dem Boden unseres demokratischen Staates keine Hitler-^ Methoden dulden. Unter stürmischen Freiheitsrufen forderten sie die Wahl eines Präsidiums. Da die Einberufer dieser berechtigten Forderung nicht Folge leisteten, verlangten die Arbeiter, daß der als Gegenredner erschienene Genosse Iaksch das Wort ergreife. Dabei kam es im Gedränge vor der Bühne zu einem Zwischenfall. Einige Bühnenbretter brachen durch und eine Anzahl von Personen stürzte in den Orchesterraum. Zum Glück kam dabei niemand zu Schaden. Hierauf löste der Regierungsvertrettzr Herr Rat Hermann die Versammlung auf. Die Arbeiter, riefen immer wieder:„Es lebe unser Führer Rasaryk!" und räumten, Kampflieder singend, den Saal. Am Vorabend sollte in Topkowitz bei Bodenbach ebenfalls eine Henleinversammlung mit dem gleichen Redner stattfinden. Auch dort wollte die fascistische Minderheit der sozialdemokratischen Mehrheit nicht Rechnung tragen und mußte zur Kenntnis nehmen, daß ohne die demokratische Wahl eines Vorsitzenden im Bodenbacher Bezirk keine öffentliche SHF-Versammlung stattfinden kann. Die Arbeiter des Bodenbacher Bezirkes kämpfen weittr im Geiste des 4. November füo Freiheit und Brot, gegen getarnten Fascismusl Zweideuttee Erklärung Zierhuts Ober Henlein Aus der Donnerstag-Nachtsitzung des Abgeordnetenhauses, die bis 1 Uhr früh dauerte, ist noch eine Erklärung des Landbündlers Z i e r h u t hervorzuheben, der ebenso wie Senator Stöhr als einer der Hauptprotektoren Henleins zu betrachten ist, sich aber doch in seiner Stellungnahme zu Henlein erheblich mehr Reserve auferlegte, als Stöhr im Senat. Zierhut erklärte: Wir sind bereit, mitjedem ohne Ausnahme, der sich ehrlich und vorbehaltlos auf den Boden der Demokratie: und Republik stellt, zusammenzuarbeiten. Wir werden nicht zu betonen brauchen, daß es, zwischen uns. und erklärten Feinden der Demokratie nichts Gemeinsames geben brnn. Wir wünschen, daß niemand von-der Demokratie mutwillig abgestoßen wird/ Genösse Dr. Heller betont, daß wir heute, wo oft Krieg oder Frieden nur noch an einem Haar hängen, auch unsere innere Politik den Bedürfnissen der äußeren Politik unterordnen müssen. Es sei daran erinnert, daß wir schon in den Jahren 1920 und 1921 jeden Versuch der deutschbürgerlichen Parteien, das Forum des Völkerbundes zur Lösung der nationalen Frage bei uns heranzuziehen, nachdrücklichst abgelehnt und ihre Beschwevdeschrist an den Völkerbund nicht unterschrieben haben, weil wir eben auch damals schon die Lösung der nationalen Frage als ein innerpolitisches Problem betrachteten und weil wir alles vermeiden wollten, um die nationalen Gegensätze in unserem Lande zu verschärfen., Wir wissen, daß das Bemühen, unserer Außenpolitik nur auf die Schaltung des Friedens geht, und deshalb unterstützen wir diese Politik unb nehmen die Ausführungen des Herrn Außenministers zur Kenntnis. AuS dem Expost des Herrn Ministerpräsidenten ist für unS der entscheidende Teil jener, wo er davon spricht, daß unsere Wirtschaft die Grundsätze der überholten liberalen Wirtschaftspolitik verlassen muß und daß ein Eingreifen des Staates in die Wirtschaft erforderlich ist. Wenn man dies mit früheren Erklärungen, des Ministerpräsidenten U d r z a I vergleicht, so sicht man, welch ausgesprochener Fortschritt in unserem Sinne da mittlerweile in der Auffassung der Regierung eingetreten ist. Wtt erblicken in den Eingriffen des Staates nicht das Ende der Entwicklung, wohl ab« den notwendigen Uebergang zu einer besseren Wirtschaftsform und deshalb unterstützen wir diese Politik d« Regierung. DaS für u«S und für de« Staat entscheidende Problem ist di« Arbeitslosigkeit. Wir stehen vor der Tatsache, daß vor dem sechsten Kri- fenwinter 600.000 Arbeiter keine Arbeit habe« und daß daneben weitere Hunderttausend« in Kurzarbeit stehen und Hnngerlöhnr beziehen. Alle Reserve« der Arbeiter find ebenso erschöpft, wir jchr Möglichkeit eines Nebenverdienstes. Die He«en sollten sich doch einmal persönlich von der Not und dem Elend, überzeugen, das in unseren Grenzgebieten herrscht Davon können Sie"sich kaum einen Begriff machen! Zu unseren Kundgebungen am 4. November sind nahezu 100.000 Menschen gekommen. Auch die anwesenden Pressevertreter mußten feststellen, wie elend, abgerissen und heruntergekom- m e n ein großer Teil dieser Leute war. Menschen bringen sich um. weil sie keinen Ausweg aus der Arbeitslosigkeit sehen, andere sind glücklich, wenn die Polizei sie endlich einmal wegen Vagabundage einspe«t, weil sie kein Obdach und Brot haben. Viele Familien haben buchstäblich das letzte Stück Hausrat verkaufen müssen. Ein Stück Brot und eine Kartoffelsuppe bedeutet schon viel, manchmal gibt es nicht einmal das. Da hört fich jede Philosophie und jede vernünf- tigr Erwägung auf und wir müssen nur staunen, mit welcher Geduld unsere Bevölkerung alle dir Not und das Elend erträgt. Wir verlangen daher vor alle« eine Vorsorge fürden komm enden Winter. Wir verlangen ab« auch, daß die Schikanen der Behörden in der Verteilung der Ernährungskarten und in der Zuteilung der Unterstützungen«ach dem Genter System endlich einmal aushöre«. Der Gendarm ist nicht der geeignete Mann, die Ansprüche festzustellen, dazu haben wir die Soziallo m m i s s i o ne n in den Bezirken. Schon die Eingriffe der Bezirkshauptleute in die Entscheidungen d« Sozialkommiffionen sind nicht am Platze, und noch weniger das große Streichen, das dann bei der Landesbehörde einsetzt. Sie glauben nicht, welche Unruhe und Empörung durch diese Schikane in der Bevölkerung hervorgerufen werden!- Ganz ähnlich liegen die Verhältnisse in jedem Sektor der Arbeitslosenunterstützung, der sich auf das GenterSystem stützt. Auch hier schikanöse Erhebungen. Strafanzeigen. und Belästigungen der Gerichte, wobei diese die geltenden Vorschriften ost gar nicht kennen. D« Staat muß fich aber, vor allem entschließen, im kommende» Winter die Unterstützung ausgiebiger zu gestalten, als bisher. Spare« ist eine schöne Sache, aber Spare« an der Arbettslosennnterstütznng im sechsten Krisenwinter könnte fich bitter rächen! Wir verlangen weiters, daß endlich einmal auch das Jugendproblem angegangen wird.-Hunderttausende junger Menschen waren noch nie in Arbeit. Da nur derjenige unterstühnngsberechti.n ,.t, der wenigstens drei Monate bei einer Krankenkassa angemeldet war, bekommen die jungen Arbeitslosen nicht einmal die 10 ftc in Form der Ernährungskarte! Diese widersinnige Bestimmung muß endlich einmal beseittgt werden. Kein Mittel sollte zu hoch sein, um wenigstens die K i n d e r vor dem Verfall zn retten. Wie viele Kinder von Arbeitslosen kommen heute ohne Frühstück und ohne Mittagessen in die Schule. Das bedeutet doch de« phyfischen und damit auch den geistige« und moralischen Rum der Menschen. Es ist erst« Pflicht des Staates, hier Einhalt zu tun und alle Opfer zu bringen, die notwendig sind! vomiertes Unternehmertum Von den Verhandlungen mit den Unternehmern über die Kürzung der Arbeitszeit verspricht sich Genosse Dr. Heller nichts. Auch hier wird der Staat eingreifen müssen. Wenn das Arbeitenministerium noch unter der Bedingung der Einhaltung der vierzigstündigen Arbeitszeit und der Kollektivverträge Aufträge vergibt, so muß es möglich sein, diesen Standpunkt für a H.I e Staatsbetriebe und den größten Teil der Privatbetriebe durchzusetzen. Auch der Fall Holeischen spricht für die Notwendigkeit einer stagtlichen Aufficht über die Unternehmer- Unsere Unternehmer haben ja nur sehr wenig soziale Einsicht, dafür ab« einen arrsgepräg- ten Sinn für die Anwendung von Terrormethoden gegendie Arbeiter und es mehren sich in unserem Gebiet die Fälle, wo unsere Unternehmer Arbeiter wegen ihrer Gesinnung rnüaffen«nd an ihrer Stelle H akenkreuzler, Henleinleute einstellen. Darum ist für«ns die Einführung derobligatorischenArbeitsvermittlung eine der wichtigsten Fragen! Farbe bekennen I In der letzten Zeit zeigen sich auf deutsch« wie auf tschechischer Seite Bestrebungen, die mit den demokratischen Grundlagen unserer Republik im Widerspruch stehen. Mit der Demokratte unvereinbar sind der Führergedanke, der Gedanke der Totalität, unvereinbar der Gedanke einer Gefolgschaft oder die Bildung eines Landstandes, eines Gewerbestandes und wie sie immer heißen mögen! Wir müssen darauf bestehen, daß üher die Beziehungen deutscher Parteien, die in der. Regierung sitzen, zur Henlein-Bewegung vollste Klarheit geschaffen wird. Ein Hinweggleiten darüber gibt es nicht! Aber auch deuffchbürgerliche Oppositionsparteien haben ihr Kompliment vor dieser angeblich neuen Bewegung gemacht und He« Mahr-Harting hat in Teffchen eine Organisation des Volkes auf der GrundlagederSt an de undder Berufe verlangt. Wie ttef ist diese Partei gesunken, wenn sie heute schon davon spricht, in einer Organisation Unternehmer und Arbeiter zusammenzufassen! Die Herrschaften haben überhaupt kein Glück mit ihren Prophezeiungen. Kürzlich hat Mahr- Harting den Marxismus für tot erklärt und er hat die Antwort schon 14 Tage später am 4. November erhalten, als 90.000 Menschen in sechs Städten aufmärschierten, um sich zu diesem„toten" Marxismus zu bekennen! Diese 80.000 habe» sich zur Republik«nd zum Sozialismus bekannt! Die Demokratie, die in der Person M a s a r h k s ihre lebendige Verkörperung findet, m»d der angeblich„tote" marxistische Sozialismus, fie leben in den Herzen und Hirnen hunderttausender deutscher Arbeiter«nd kein Henlein«nd kein Mayr-Harting wird sie von der Ueberzeugung abbringen können, das? nur die Demokratie«nd nur d« Sozialismus berufen und imstande find, der he«schcnden Not«nd dem Elend ei« Ende z« machen«nd eine nene«nd bessere Ordnung der Verhältnisse herbeizuführen! (Lebhaft« Beifall.) Gesamtansicht der Kundgebung vom 4. November in Bodenbach Seite 4 Samstag, 10. November 1934 Nr. 23! Taucsnculgkdten Das Bildnis des Präsidenten Masaryk im Sitzungssaal der Aussig« Stadtvertretung Der Sitzung der Nussiger Stadtvssrtretmig vom Freitag ging ein feierlicher Akt voraus, bei dem der Borsitzende, Bürgermeister Genosse Leopold P ö l z l, den Bezirkshauptmann Rat mcm Unterton. Vor dem Theater standen große Ve«itschaft« der SS und der Schutztzolizei. Kurz vor 7 Uhr wurde der Theaterplatz in weitem Umfang abgesperrt. Schwarzuniformierte SS mit Karabinern sicherte alle Zugangsstraßen, riegelte die Seitengasten ab, ließ Scheinwerfer spielen.,. Die Minister wurden erwartet. Kurz vor 8 Uhr kamen sie, in vier in schnellstem Tempo vorfahrenden Autos. Born und hinten Detektive, SS-Leibgardisten... im zweiten und dritten Wagen Go«ring und Goebbels, Dr. Frick und der Führer... Die Theaterdiener standen stramm, Polizisten und SS-Leute salutierten, eine dünne Welle von Heil-Rufen stieg auf, die im Lärm deS Herbstabends in ein vielfaches, murmelndes Echo zer- flatterte und schon war alles vorbei. Knapp, daß noch die Photographen knipsen konnten. Keiner warf einen Blick zur Seite, nur Goering hatte sich, neugierig und kindlich eitel lächelnd, zu den Photographen umgedreht. Er trug, unter dunklem Feldherrnmantel, der lose, aber malerisch um die Uniform geschlungen war, sein weißes Flieger» kostüm. Als die Photoleute knipsten, schlug er den Mantel für«inen Augenblick zurück, die Sturzflut der Orden wurde sichtbar, auf denen sich die Lichter der Bogenlampen in tausend Strahlen zu brechen schienen. * Der Zuschauerraum zeigte— so sagten wenigstens die Blätter am nächsten Tag— ein überwältigendes Bild. Von den Logen, aus den hohen, breitausladenden Rängen rieselte viel- meterlangeS Hakenkreuzband auf die Erde hernieder, an der Stirnwand der Bühne war ein riesiger, goldbronzierter Reichsadlsr angebracht, der auf den ausgebreiteten Schwingen in silbernen Buchstaben die Worte trug:„Gemeinnutz geht vor Eigennutz!" Als der Vorhang aufging, grüßte fast über die ganze Bühnenwand hinweg, ein Oelbild des Führers, in seiner charakteristischen Pose: die rechte Hand am Koppelschloß seiner SA-Uni» sorm. Zu Füßen deS Bildes stand, auf halbhohem Sockel, eine Büste Schillers, des Jubilars, dessen Gedenken dieser feierliche Abend gewidmet war. Lorbeerreiser schmückten die hohe, zergrübelte Sttru, dis lütte Hand lag, wie überlegend, am' Kinn, in der rechten hielt der Dichter einen Fah- n-nstock, an dem ein seidenes Hakenkreuz-Fähnchen befestigt war. Das Programm begann mit Rezitationen Schillerscher Gedichte. AoeringS Favoritin, die Schauspielerin Sonnemann, sprach die„Glocke" in einer zeitgemäßen Bearbeitung von Richard Euringer. Als sie am Schluß, ekstatisch verzückt, in das überfüllte Haus rief: »Die Glocke tönt! Wer hat das Werk geschafft? Die Antwort kennt Ihr! Unsres Führers Kraft!" rauschte jubelnder Beifall auf und brandete an der Fürstenloge empor, in der, ernst und unbeweglich, der Führer mit seinem Gefolge saß—. Danach spielte ein eigens ausgewähltes Ensemble des„NS-BühnenvolksbundeS" die „Räuber" in einer neuartigen, gewiß originellen Auffassung. Es war eine Inszenierung vom Standpunkt des Rassenprinzips aus; sie rollte die ganze Familiengeschichte der Moors auf. Franz Moor, die Kanaille, entpuppte sich hier als Richtarier und der alte Moor, der im feucht-schaurigen Verlies mit den Ketten rasselte, war zur symbolischen Figur geworden—, Symbol des Deutschlands der Vorbitlerzeit, das die Schmach des Systems in Pansen geschlagen hatte... Dann kam der Höhepunkt des Abends, des Führers große Schiller-Rede. Die Hörer, fiebernd vor Erregung, hatten sich don ihren Plätzen erhoben,«üs der Kanzler des neuen Deutschen Reiches mit langsamem, getragenem Schritt die Stufen zur Bühne«mporklogun. Direkt unter seinem Bild, das fast die gesamte Bühnenwand einnahm, stellte er sich auf, di« Hände hatte er wie segnend auf den Kopf des marmornen Schiller gelegt. Zwei Minuten stand er, stumm und Unbeweglich: Keine Miene zuckte in seinem gestrafftem Gesicht. Die Meng« stand noch immer. Dann aber begann er, während es im Theaterraum so still war, daß. man eine Stecknadel hätte zu Boden fallen hören—: «Vottsgenojje« und Votkögenosjinnen! Friedrich von Schiller— unser Nationaldichter) Nickt der Schiller volksfremder jüdischer Dekadenzler! Nicht jener Schiller der knochenweichen Verräter, die von Menschenrechten und Gedankenfreiheit faseln und Zuchtlosigkeit und ehrfurchtslosen Autoritätshaß meinen, ist unser Schiller! Der Schiller, der unsere Herzen entzündet zu heller, opferfroher Flamme, das ist der Schiller, der hervorwächst aus dem Kämpfen, Lcken und Sterben meiner SA. Jener erzene, waffenklirrende Schiller, jener rauhe Kämpfer des geistigen Worts, der...." „Du lügst!" schrie da plötzlich eine Sttmme. die nicht von dieser Erde zu sein schien,„du lügst! Hinweg mit diesen Fahnen, deren Rot nicht das Rot der Liebe, sondern das Rot des vergossenen Blutes gemordeter Menschen-Brüder ist! Eure Ehrung ist meine Schändung, Euer Ge-, denken ist meine Entehrung. Was habe ich gemein mit Euren Konzentrationslagern, Euren Kulturpogromen, Eurem Blutwahn und Eurem Kriegsgeschrei?! Euer Schiller— daS bin nicht ich! Das seid Ihr! Ihr in Eurer gaitzen grenzenlosen Erbärmlichkeit!" Ein unbeschreiblicher Tumult brach los. Woher kam die Stimme? Entsetzlich——. Sie schien direkt zu den Füßen des Führers aus der Erde aufzusteigen Als der Saal in panikartiger Erregung geräumt war— es erwies sich als unmöglich, die festliche Veranstaltung programmgemäß zu Ende zu führen— machten die Beamten der Gestapo eine höchst merkwürdige Entdeckung—. Im Innern der Schiller-Büste fanden sie einen winzigen Grammophonapparat mit aufgelegter Platte. Die Platte war mit den eben gehörten, 'schmachvollen Worten besprochen. Die Täter hatten, höchst sinnvoll und raffiniert, den Kofferapparat an das elektrische Lichtnetz angeschlossen, ein Lautverstärker war ebenfalls eingebaut- Den Zeitungen wurde, wie sich versteht, verboten, über den ungewöhnlichen Vorfall beim Schiller-Abend des Staatstheaters auch nur mit einem Wort zu berichten—. Seite 6 „Sozialdemokrat" Nr. 264. Samstag, 10. November 1884 Togal wirkt prompt. Machen Sie einen Versuch mit Togal, Sie kSnnen sich viele qualvolle Stunden ersparen. Joaal bringt Ihnen Linderung selbst in veralteten rai- len. Fragen Sie Ihren Arxt. In allen Aoott«Um. d—rr io. rne«en. *^ln den Gelenken und Gliedern Prager Zeitung Einheitlicher Taxi-Tarif? Der ursprüngliche Antrag auf Einführung eines einheitlichen Tari- fes für die Prager Autoraxi, der in den Gemeinde- und gewerblichen Kommissionen verhandelt wird, geht von einem einheitlichen Tarif von Xö 2.50 aus, wurde jedoch durch die Kalkulation der Autotaxi ergänzt, die einen einheitlichen Tarif von Xö 2.70 für alle Wagen begründet. Im weiteren Verlauf wurden einige Aenderungen vorgeschlagen, und zwar in der Weise, datz die Grundtaxe Xö 4.— beträgt, während für jeden Kilometer Fahrt 2 Xö zu berechnen wären. Die Schwierigkeit bei den Verhandlungen liegt darin, daß das Gesetz nur Maximaltarife kennt. Die Verhandlungen werden fortgesetzt; die Handels- und Gewerbekammer soll noch ihr Gutachten zu dieser Frage abgeben. Ein eventueller endgültiger Beschluß der Stadtvertretung wird dem Landesamte zur Genehmigung unterbreitet werden. Prager Notstandsarbeiten. Das Parkamt wird im Rahmen der Notstandsarbeiten während der Wintermonate in den Anlagen nachstehende Arbeiten ansführen lassen: In Prag VI. die Regulierung der Vysehrader Schanzen; Prag VII.: Regulierung des Geländes des früheren Gaswerkes, Prag XI.: die Regulierung der Anhöhe bei Vitkov, sowie des Platzes vor dem Befreiungsdenkmal; Prag XII.: Platz unterhalb des tschechischen Kinderkrankenhauses; Prag XIV.: Regulierung in der Nachbarschaft der Lumirova, wo gleichzeitig ein großer Kinderspielplatz errichtet werden soll; Prag XVIII.': Regulierung des Geländes auf der Vorcchovka. Außerdem sind kleinere Regulierungsarbeiten auf dem Nebozizek, im Hav- liöek- und Rieger-Park XII., auf der Santoska Prag XVI. und im Hus-Park Prag XVII. in Aussicht genommen. Kunst und wissen Schiller-Feier im Deutschen Theater? Die Braut von Meffina Um es vorweg zu sagen: den Geburtstag des größten deutschen Dichters tragischer Poesie konnte das Prager Deutsch« Theater nicht würdiger feiern, als dies gestern mit der Aufführung der „Braut von Messina" geschah. Dieses Trauerspiel mit Chören entspricht am rneisten jener Forderung, die Schiller selber andiepoetischeTragödie stellte; nämlich„sich von der wirklichen Welt rein abzuschließen und sich ihren(der poetischen Tragödie) idealen Boden, ihre poetische Freiheit zu bewahren". Man mag es freilich bedauern, daß man dennoch, gerade in dieser Zeit, nicht jenen Schiller wählte, der politisch an das Menschheitsgewissen rüttelt, der die F r e i h e i t wie mit Millionen Zungen preist und verherrlicht; nicht den neunzehnjährigen Karlsschüler und seine„Räuber", nicht den Ankläger des Despotismus, der uns in„Kabale und Liebe", im„Don Carlos" entgegentritt. Aber man kann zum ersten Verständnis dafür haben, daß das Deutsche Theater unter den Dramen Schillers, jenes ^wählte, besten letzte Aufführung hier am weitesten zurückliegt, und zum zweiten ist es schon an sich verdienstvoll, sich just mit der„Braut von Messina" herausgewagt zu haben, an der die, denen es gefällt, Schiller zu schmähen und zu schmälern, so viel ouszusetzen finden. Immer kann man ihnen mit . dem Einwand begegnen, daß es in der Hauptsache nur an den. hier allerdings meist bedeutend zutage tretenden Mängeln der Reproduktion liegt, wenn das idealisierend«, antikisierende Stiltheater der „Braut von Messina" abseits zu liegen scheint, nicht voll zu erheben und zu erschüttern vermag. Gestern haben wir's erlebt, daß alle Größe dieser Dichtung auf dem Theater mit absoluter Wirkung erstehen kann, wenn, man Schillern nur gibt, was Schillers ist: einen R e gi s s e u r, der durch Wirklichkettsent- rückung der Wahrheit nahezukommen Versucht, der das schwierige technische Mittel des Chors zu meistem versteht/ und dem für die handelnden Perkonen wie für den Chor die geeigneten Darsteller und Sprecher zur Verfügung stehen. Herrn Arn old M a r l e ist restlose Anerken- nimg für di« Stilgeschlossenheit dieser Aufführung anszusprechen, für die überzeugend« Einrichtung der Szene, für den bildhaften Eindruck insbesondere des Aetna-Hintergrundes, für den hier sinnvollen Austritt und Abgang vor der Bühne, für die logische und dabei theaterwirksame Gruppierung des Chors und für die Auswahl und Führung der Künstler. Freilich stand an ihrer Spitze keine geringere als Hedwig Bleibtreu; da erhebt sich wirklich die„göttliche Gestalt", die der Dichter für Isabellen fordert, da sind der Stimme„seelenvolle Töne", da ist alle Hoheit, Kraft und Leidenschaft, die ganze große Persönlichkeit, die die Bühne absolut beherrscht; wohl tragen die Züge der alten Dame nicht mehr allen Ausdruck, den die Bleibtreu wie keine andere wiederzuspiegeln vermochte; aber wie wird das wettgemacht durch Erlebnis und Gestaltung! Wenn eS noch eine Inkarnation jenes Burgtheaters gibt, von der die Jungen wie von einem Ammenmärchen reden hört»— hier ist sie! Und dje viele Jugend, die in dem allerdings mäßig besuchten Hause sich eingefunden hatte, dürfte hier wohl einen Eindruck fürs Leben gewonnen haben. Aber auch von den andern. So vor allem von dem schon durch sein sattes Organ, aber auch durch Beherrschtheit und innere Bewegtheit wirkenden Manuel des Herrn Leb Siedler, und auch Herr Fritz Klippel hat starke Augenblicke, wenn ihm auch jene Ausgeglichenheit in der Tonfärbung und im Fluß der Rede fehlt, die vor allem beispielhaft bei Herrn V alk als erstem Führer des alten Chors anzutreffen ist; Herrn Valk und mit ihm Herrn Demel, einem krafwollen, warmen Sprecher, ist die alle Erwartungen übertreffende Wirkung der Chorpartien zit danken, an denen aber auch Herr Friedrich Richter gebührenden Anteil hatte. Beatrice war Fräulein Marion W ü n s che, die mir freilich über zu wenig Tönungsmöglichkeiten. darstellerisch wie sprachlich, zu verfügen scheint, die stch aber immerhin beachtlich harmonisch der Gesamtdarstellung einfügte. In kleineren Ausgaben wirkten noch die Herren Max Grünberg, Wilhelm Tauchen, Karl Trabauer und Rainer Litten und jene namenlosen, und doch sehr namhaften Männer der Chöre mit. Die Aufführung, eine wahrhaft erhebende Schiller-Feier, löste im Hause Bewunderung aus. ES gab viel und starken Beifall, insbesondere für die Bleibtreu, die auf daS herzlichste gefoiert wurde. L. G. Verein deutscher Malerinnen (Kunstverem.) Es ist im allgemeinen von einer Ausstellung, die durchaus Werke von Frauen bringt, kein so robuster. | nachhaltiger und tiefer Eindruck zu verlangen, wie dies bei einer Ausstellung männlicher Kollegen der Fall sein dürfte. Das stimmt. Aber man ist doch einigermaßen mißmutig gelaunt, wenn man an all diesen Bildern und Bildchen vorbeischreitrn muß, ohne ein einziges aktuelles Problem mit Durchschlagskraft behandelt zu sehen. Und schließlich gibt es— um einen Extremfall zu dem gestern Geschauten zu nennen— eine Käthe Kollwitz, diese Frau, die neben ihrem hohen Können den Blick für die brennende Problemstellung ihrer Zeit besaß. Das aber, was man im.Kunstverein" sieht, ist bessere und schlechtere Kleinkunstmalerei, wie sie unsere Mütter betrieben haben, zu einer Zett, da man auf den Mann wartend„Malstunden" nahm und aus demselben Grunde Klaviere mißhandelte. Die Landschaften und Stitleben, Tier» und Pflangenstücke.— und schon die Auswahl dieser Sujets ist typisch!— sind nett gemachte. mit viel Liebe und Einführungsvermögen nachempfundene und ins Detaillierteste ausgeführte „Salonstücke". Diese Detailkunst, ein neuerlicher Beweis für die präzise Durchführung der einmal gestellten Aufgabe imb somit echt weiblicher Zug. erweckt in dem Beschauer die Vorstellung der unendlichen Zeitfülle. Menschen, die so genau sehen können und so genau festzustellen imstande sind, müssen unendlich viel Zett haben. Aber nur zu genau wissen wir. wie wenig das bei uns allen der Fall ist und um so tiefer wird die Mißstimmung gegen etwas, das unser Leben und unseren Zeitgeist verkörpernd — und was wäre Gegenwartskunst denn sonst?— nichts wie fade, süßlich« und leider— weibliche Verlogenheit bringt. Erfreulich ttotz allem die Herbheit Katherina Schaffners und die hin und wieder glückenden Annäherungsversuche an Realistik Olga H a y d u ck s. Erwähnt seien noch: Gerttud Kauders, Hermine H ü L e l, dtt Norwegenlamdschaftlerin Otty Schnei- d e r, di« Stilleben Emannela Sedivys und die Tierbilder Klara Kletetschkas. R. F. Arbcitervorstelluug„Zwei Witwen", komische Oper von Smetana, am Sonntag, den 18. November, nm halb 3 Uhr nachmittag im Neuen Deutschen Theater. Karten täglich von 8—4, 2—6 bei Optiker Deutsch, Graben, Koruna. Sonntag, 7 l /i Uhr, Premiere der Lehär-Operette „Giuditta". Titelpartie: Walter; Octavio: Preger: Pierrino: Dörner; Anita: Rayn etc. Dirigent: Rieger, Regie: Dewaid a. G.(A 1). Wiederholung Freitag(D 1). Es wird aufmerksam gemacht, daß die Freitagborstellung, die ursprünglich auf D 2 ent-: fallen. sollte, den Abonnenten D 1 zugeteilt wurde, um auch diese Serie mit einer Operettenpremiere zu bedenken. Die Abonnenten der Serie D 2 erhalten als Ersatzvorstellung am 24. November die Erstaufführung des neuen Schauspiels„Menschen in Weiß". Tanzabend Harald Kreutzberg 26. November. Neues Theater. Volkstümliche Preise! Wochenspielplan des Renen Deutschen Theaters. Samstag 3: D i e B r a u t v o n M e s s i n a, Gastspiel Bleibtreu, Schülervorstellung. 7%: Die H u g e n o t t e n, B 2.— Sonntag 2%: N acht vor dem Ultim^, 7%: G i u d i t t a, Erstaufführung, A I.— Montag 7%: Spiel vom Leben und.Sterben des Bauern, Gastspiel Multerer.— Dienstag 7'A:LaTraviata, A 2.— Mittwoch 7: P e e r G y n t, B 1.— Donnerstag 7%: DonCarlos, CI.— Freitag 754: G i u d i t t a, D 1.— Samstag 754: Äacht vor d e m U l t i m o,. C 2. Wochenspielplan der Kleinen Bühne. Samstag 8: Schottenring, Gastspiel Werbezirk.— Sonntag 3:SensationSprozetz, 8:Das lebenslänglich eKind, Gastspiel Kramer. — Montag 8: T r o tz ü n d T o b b y, Bankbeamten und freier Verkauf.— Dienstag 7%: Fremdenverkehr. Erstaufführung.—Mittwoch 854: HochklingtdasLiedvombravenMann. — Donnerstag 8: Fremdenverkehr.— Freitag 8:Fremden verkehr. Kulturverbandsfreunde und freier Verkauf.— Samstag 8: Hoch klingt das Lied vom braven Mann. Der Film Mutter Kräkmerka Wenn Rene Clairs„Million" in die Geschichte der Filmkunst eingehen wird als der beste der Filme, in denen das große Los vorkommt, dann hat der neue tschechische Film des Regisseurs Slavinsky alle Aussicht, als der schlechteste dieser Filme in die Historie einzugehen. Denn Slavinsky hat den Swff vom großen Lotteriegewinn der kleinen Leute(die dann einen Palast beziehen, einen Brief an den Mieter Mozart schreiben, ihr Geld beinahe verlieren und am Ende doch wieder haben) nur dazu benützt, um Lach-, Heul- und Singszenen in plumper Folge aneinanderzureihen und um in endlos ausgedehnten Dialogen einen möglichst großen Borrat von faulen Witzen und rührenden Liebesbeteuerungen unter- zubringen. Da diese Technik seit jeher der Stil des Herrn Slavinsky ist, soll nicht mehr über ihren Wert diskuttert werden. Rur eins muß gesagt werden: wenn Slavinsky und seine Auftraggeber sich mit der Behauptung entschuldigen, das hiesige Publikum wolle nichts Besseres sehen, dann mögen sich dtt Herren dorthin bemühen, wo seit Wochen der neue FUm von Boskovec und Werich triumphiert. Sie werden dann einsehen müssen, wie sehr sie das Publikum unterschätzen. Allerdings gab es bei der nächtlichen Premiere dieser„Mutter Kräkmerka" Beifallsstürme. Sie galten, soweit sie echt waren, den Darstellern. Die rüh- rend-drastische Redosinskä(dtt hier dtt Titelrolle spielt) hat mit ihrer naturgewachsenen Komik den Höhepunkt der Beliebtheit erreicht. Aber so sehr stt den Beifall verdient,— man muß sie immer dringender vor der Gefahr warnen, durch das dauernde Erscheinen in unmöglichen Rollen für empfindliche Filmbesucher allmählich ungenießbar zu werden. Und aüch Theodor P i i t e l(der Partner der Nedo- sinskä) jft bei aller Tüchtigkeit in Gefahr, seine Grobheit noch zu vergröbern. Das einzig Rühmenswerte an dttsem neuen Film ist die Herausstellung zweier junger Schauspieler, die bisher mit Unrecht wenig beachtet waren und mit denen der tschechische Film von nun ab wird rechnen dürfen. In einer kleinen Rolle(der Karikatur eines adligen Jünglings) beweist Ladislav P e s e k ein erstaunlich sicheres komisches Talent,— und Hana Vitovä(die seit dem verunglückten„Haus in der Vorstadt" nicht mehr im Film erschien) macht mit Anmut, Herzlichkeit und Heiterkeit eine ganz und gar hoffnungslose Kitschfigur beinahe sehenswerr. In einer Episodenrolle erscheint Paul Demel«wm Deutschen Theater, ohne im guten oder schlechten Sinne aufzufallen.—eis— Vercinsnadiriditcn 3m Miirchenreich der Blüten Die Union der Geschäftsreisenden und Ber- treter veranstaltet unter dieser Devise am 5. Jänner 1935 im großen Lucernasaal zum fünfzehntenmal ihren beliebten Maskenball als Jubiläumsfest bei schönster Blumenausschmückung. Wir gestatten uns alle Damen aufmerksam zu machen, daß wir der Devise des Balles gemäß für jede Besucherin«in nach Maß gearbeitetes elegantes Kostüm zu einem äußerst niedrigen Krisenpreis vorbereiten- Bitte Gnädige besuchen Sie uns im Sekretariate Prag II, Jungmannova 29. Telephon 242—46, wo auch Reklamafionen, Logenreservierungen durchgeführt werden. 2754 Bolksfiuggemeinde. Chormeister Genosse Jane t s ch e k hat bereits mit der Neueinstudierung neuer Chöre für die Dezemberveranstaltung begonnen; sämtliche Sangesgenoffen werden ersucht, zu allen Proben zu erscheinen.—- Nächste Brobe Dienstag, den 13. November, pünktlich 8 Uhr abends, im Probelokal Smeökh(Haus der Bcseda). Neue Sangesfreunde herzlichst willkommen! ©Ortsgruppe Prag. Sonntag, den 11. November, um 7 Uhr am Smichover Bahnhof. Fahrt nach Dus- niky. Kaöaktal, Kladno. Fahrpreis XL 7.—. Führer: Schaffer.— Anmeldungen und Auskünfte jeden Freitag von 6 bis halb 8 in der Geschäftsstelle in Prag II.. Rärodni 4, 2. Stock. Wir wollen wieder einmal einen Zma schönen und billigen Sonntag ge- ' meinsam im Freien verbringen, daher treffen wir uns um 10 Uhr ***"—vormittags an der Sndstatton der PRAG 5er-Elektrischen in HluboLepy. Mitteilungen aus dem Publikum. Leiden Sie an RhemnatiSmnS? Beraten Sie sich mit Ihrem Arztt, was Stt dagegen tun sollen und kaufen Sie Alpa-Franzbranntwein. Alpa-Ein« reibung verschafft Ihnen Erleichterung, beschleunigt den Blutkreislauf, stärkt die Muskeln und belebt die Nerven. 100 Selbst Aerzte empfehlen Diana Vollmilch- Malzbonbons. kttme in Pragnr Lichtspielhäusern bis inklusive Donnerstag, den 15. November 1934. Adria:„Mutter KraLmerka"(Tfch.)— Alfa: „Hej R u p!" Boskovec und Werich.(Tsch.)— Avion:„Du bist für mich die schönste."(E.)— Beränek:„Maskerade."(D.)— Fenix:„Mutter KraLmerka."(Tsch.)— Kinema, B.-Th.: Journal«, Groteske, Reportage. 542—548.— Koruna:„Der geheimnisvolle Doppelgänger."(A.)— Kotva: „Don Juans letzte Liebe."(E.)— Lucerna:„Don Juans letzte Liebe."(E.) Olhmpic:„Mädch en in Uniform."(D-)— Praha:„Der geheimnisvolle Doppelgänger."(A.)— Radio:„Maskerade." (D.)— Alma:„Vergessene Männer."(E.)— Bajkal:„Vergessene Männer."(E.)— Belvedere: „Das Lied der Schwarzen Berge."(Tsch.)— Beseda:„Casanova."(F.)— Carlton:„Das verliebte Hotel."(D.)— Favorit:„Maskerade."(D.) — Illusion:„Maskerade."(D.)— Lido:„Der heldenhafte Kapitän Korkoran." Burian.(Tsch.)— Maceska:„Künstler-Kabarett." Szakall, Grünbaum. (D-)— Roxy:„Maskerade."(D.) Sport• Spiel• Körperpflege Leichtathletische Bestleistungen de» 1. Atus-Bezirkes In der leichtathletischen Sportsaison 1934 wurden durch die rege Aktivität der Sportler des ersten Atus-Bezirkes im fünften Kreis folgende Bezitts- Bestleistungen erreicht: 100 Meter: Franz Schusser(Aussig) 11.6 Sek.— 4 0 0 Meter: Alfred Breite(Aussig) 57 Sek. — 1500 Meter: Robert Jäger(Aussig) 4:33 Mim.— Hochsprung: Ernst Pfeiffer(Großpriesen) 1.53 Meter.— Weitsprung: Walter Pillat(Kleinpriesen) 6.02 Meter.— Stabhoch: Franz Schusser(Aussig) 2.70 Meter.— Kugel: Josef Chlipek(Schönpriesen) 10.40 Mettr.— D i s- k u S: Herbert Seidel(Bokau) 32.35 Meter.•— Speer: Emil Holek(Glashütte) 46.75 Meter.— Schleuderball: Emil Goldbach(Aussig) 44.80 Meter.—4X100Meter: Aussig 47.9 Sek.— Olympische Stafette: Aussig 4:05 Min. Sämtliche Sportler haben die Bezirks-Bestleistung des 1. Bezirkes und den Titel Bezirksmeister 1934. Abonnements- Bestellschein. Abonniere ab, 1984 das täglich erscheinende Zenttalorgan der deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei „Goaialftemofrat" Verwaltung Prag XU., Fochova ti. 62, zum Preise von 16 Xö monatlich, und sende dttsen Betrag nach Erhatt deS Erlagscheines ein. Name: Genaue Adresse:» Letzte Post: Unterschrift:.»■■■■«■• Zl. 20.458/34—1. 2lu6f$reWniig. Bei der Stadtgemeinde Aussig gelangt die Stelle eines TheatermeifterS vertraglich zur Besetzung. Dtt Anstellung erfolgt probeweise auf 1 Jahr, nach dessen zufriedenstellendem Ablauf der endgültige VertraS abgeschlossen wird. Gehaltsbezüge nach Vereinbarung. Dem Theatermeister sttht eine Dienst- wohnung nebst Beheizung und Bettuchtung nn Theater selbst zur Verfügung. Bewerbungen sind schriftlich bis 30. November 1934 beim Stadtmntt Aussig einzubringen und mit dem Nachweis der tschsl. Staatsbürgerschaft, Tauf-(Geburts-) schein, Heimatschein, den Zeugnissen über die bisherig Tätigkeit, sowie mit einer kurzen Darstellung de? Lebenslaufes zu belegen. Die Kosten persönlicher Vorstellung werden nur. dann vergütet, wenn der Bewerber zu einer solche« aufgefordert wurde. Das Recht der Ablehnung aller Bewerbungen ohne Angabe von Gründen wird Vorbehalten. 2758 Stadtrat Aussig, am 2. November 1934. Der Bürgermeister: Leopold Pölzl. BILLIG weil AUSGIEBIG— SCHMACKHAFT CJÜSu,- Kakao NICHTVERfTOPFENO NAHRHAFT-SÄTTIGEND, deshalb BILLIG Verkaufszentrale: VIBU. PRAHA II.. Hybernsk* 36 Tel. 23219 Tel. 23219 OPTIK u. FOTO DEUTSCH PMkopyj Bezugsbedingungen: Bei Zustellung ins Haus oder bei Bezug durch die Post monatlich XL 16.—. vierteljährig Xö 48.—, halbjährig Xö 96.—, ganzjährig Xö 192.—.— Inserate werde» laut Tarif billigst berechnet. Bei öfteren Einschaltungen Preisnachlaß.— Rückstellung von Manuskripten erfolgt nur bei Einsendung der Retourmarken.— Die Zeitungsfrankatur wurde von der Post« und Telegraphendirektton mit Erlaß Nr. 13.800/VII/1930 bewilligt. Druckerei:„Orbis". Druck«, Verlags« und ZeitungS-A.-G., Prag.