Samstag, 17. November 1934 Nr. 279 14. Jahrgang Ä Einzelpreis 70 Heller («inKhlieMich 5 Haller Porto) IE NTRAIORGAN DER DEUTSCHEN SOZIALDEMOKRATISCHEN ARBEITERPARTEI IN DER TSCHECHOSLOWAKISCHEN REPUBLIK ERSCHEINT MIT AUSNAHME DES MONTAG TÄGLICH FRÜH. Redaktion und Verwaltung präg»ukchova a. terefon sw. Administration Telefon sw«. HERAUSGEBER: SIEGFRIED TAUB. CHEFREDAKTEUR> WILHELM NIESSNER. VERANTWORTE IC HER REDAKTEUR. DR. EMIL STRAUSS, PRAG. Verdoppelt die90.000! Genossinnen und Genossen! Der 4. November hat Euch in Aktion gesehen. Er hat Eure Schlagkraft, Eure Opferbereitschast, Eure Entschlossenheit gezeigt. Er hat uns Ale mit Stolz, Selbstbewußtsein und neuem Mut erfüllt Aber er hat auch in uns allen den felsenfesten Entschluß gezeitigt, bei dem Erreichten nicht stehenzubleiben, den Sieg auszubauen, den Vorstoß weiterzutragen. Die Parole nach dem 4. November kann nur lauten: Vorwärts l Wir haben am 4. November gesehen, daß wir dem tückischen Feind auseigenenKräftendieStirnc zu bietenvermögen. Wir werden in keinem Augenblick des Kampfes- mehr bedeuten, als wir aus eigener Kraft darstellen, um nichts mehr erringen, als wir uns selbst erkämpfen. Wir haben in diesem Entscheidungskampf zwischen Freiheit und Sklaverei, sozialistischer Planwirtschaft oder fascistischer Unternehmerdiktatur, zwischen Frieden und Krieg, nur«Inn Waffe: die Partei Sie zu stärken, ihr alles zu geben, was wir bereit sind für uns und unsere Kinder einzusetzen, sie zum sieghaften Instr um ent d e r g r o ß e n s o z i a l i st i s ch e n I d e e zu machen, das ist jetzt unsere nächste und bedeutsamste Aufgabe. Der Fascismus rüstet. Auch wir rufen Euch auf, mitzuhelfen an der sozialistischen Aufrüstung Die Arbeiterklasse kann den Kampf gegen den Fascismus nur dann erfolgreich führen, wenn ihr eine mächtige, gutgerüstete, schlagkräftige Partei zur Verfügung steht. Denn in dem Kampf gegen den Fascismus bedarf es des zielbewußten Einsatzes aller Kräfte. Jede Zersplitterung, jede Lauheft, können uns unendlich schade», dem Gegner z« raschem und leichtem Erfolg helfe«. Nur die starke«nd einige Partei sichert nns die Vorteile im Eatscheidnngskampf. Vir wollen werben! Der Dezember ist Werbemonat! Jeder der 90.000, die am 4. November! marschiert sind, ist aufgerufen, den sozialistischen Gedanken weiterzutragen uns neue Kämpfer zuzuführen, alles daranzusetzen, daß unser nächster Aufmarsch es allen Feinden der Demokratie und des Sozialismus beweise, daß wir wachsen, daß man uns nicht beugt, daß mitunsdasarbeitenöeVolkaller B e rufei st. Verdoppeln wir unser Aufgebot! ( Der Fascismus bereitet den Wahlkampf für 1935 vor. Er wird ihn mit alle» Mitteln führe». Sturzfluten von Lügen»nd Ver- lenmdnngen rolle» gegen nns an. Kein Mittel wird dem Gegner zu schlecht sein, kein Aufwand zu hoch,«m seinem Ziel, der Vernichtung des Marxismus, der Entrechtung des arbeitenden Volkes, der Aufrichtung der fascistischen Diktatur, näherznkomme«. Gegen diesen Generalangriff der Reaktion sammeln wir alle Kräfte der wahren Nation, die arbeitenden Menschen in Stadt und Land, in den Kaders der sozialdemokratischen Arbeiterpartei. Dem Gegner stehen gewaltige materielle Reserven znr Verfügung. Hat doch»och jede arbeüerfeindliche Bewegung ans den Tresors«nd Kassen der kapitalistischen Unternehmer schöpfen könne«. Diese Gelder werde» sich in de« nächste« Monaten verwandel« in Zeitnnge«, Flugblätter, Broschüre», i« die tausendfach sich öffuenden Schleusten der Agitation durch Wort und Schrift und Bild»ud Tat. Was setzt der Arbeiter der Finanzmacht des Kapitals entgegen? Einer ist schwach Viele sind stark Alle sind unüberwindlich! Bereinigen wir uns in der Partei I Stärken wir die P artei l Schulter an Schulter, wie ein Mann wollen wir stehen, einer für alle, alle für einen. Schaffen wir der Partei die Mittel, dem Ansturm der Gegner mit gleichwertigen Waffen entgegenzutreten l Jede Krone, jeder Beitrag, jede Leistung des Einzelnen vervielfacht sich, wenn I e h n t a u s e n d e zusammenstehen. Darum: mit voller Kraft zur Werbeaktion I Der 4. November war ein A n f a n g—r größere Taten müssen folgen. Tragt den Gedanken der Organisation, der Einheit und Kraft unter die Zaudernden, Unentschlossenen, Äbseitsstehcnden! Verkündet ihnen wieder das alte ewig wahre Dichterwort:„Partei, Partei, wer wolltesien.ichtnehmen„die noch die Muter aller Siegewar!" Gegen Henleins Parole setzt unseren Kampfruf: Alles Volk in die Partei des Sozialismus! Durch die Partei des Sozialismus zur freien Volksgemeinschaft! Die ilanz des Werbemonats muss des 4. November würdig sein Der ist ein schlechter Kämpfer, der seiner Idee keinen zweiten gewinnen kann! Der Parteivorstand der Deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei in der Tschechoslowakischen Republik Demokratie« die sie meinen Der Hacker-Henleln-Fasclsmus entpuppt sich Nach einem vollen Jahre Bestand der SHF wurde endlich ihrem Gefolge und der Oeffentlich- keit geoffenbart, was sie sein will, welchen Zielen sie zustrebe und mit welchen Mitteln. Andere Parteien setzen dies an den Beginn ihrer Tätigkeit— Henlein wartete ein ganzes, Jahr, ehe er sein „Programm", das die großartig neuen Wege zur Errettung des Sudetendeutschtums bekannt geben sollte, enthüllte. Unter tunlichst großer Aufmachung trug der Retter seine Botschaft vor, deren Dürftigkeit von den zum größten Teile aus den aufgelösten nationalistischen Parteien rekrutierten Zuhörern nur deshalb nicht durchschaut wurde, weil sie hinter den kriecherischen, von Loyalität triefenden Auslassungen etwas ganz anderes heraushörte. Bon einem wirklichen Programm war da keine Spur, daß das sudetendeutsche Problem vor allem ein soziales Problem ist, darüber wußte der Messias nicht ein Wort zu sagen und man kann sich vorstellen, daß soziale Forderungen, welche die deutschen Fabrikanten verstimmen könnten, in das Programm dieser„Volksbewegung" schlecht hineinpassen würden. Hat Henlein darüber, was die deutsche „Volksgemeinschaft" für den deutschen Arbeiter zu tpn gedenke und welche Rolle ihm in dieser „Vollsgemeinschast" zugedacht ist, tiefstes Schweigen bewahrt, so hat Herr GustavHacker schon mehr darüber verraten. Hacker ist Parteivorsitzen- der-Stellvertreter des Bundes der Landwirte, mehr noch als dieses ist er der Exponent der SHF im Bund der Landwirte, den er mit ihrem Geiste zu erfüllen sucht, um ihn schließlich, den er schon jetzt als deren bloßes Anhängsel betrachtet, in ihr völlig aüfgehen zu lassen. Ist das eine Angelegenheit der Landständler, so geht es die Oeffentlichkeit und insbesondere die deutschen Arbeiter schon etwas an, w i e H a ck e r, der Henlcinmann, d i e Demokratie versteht. Auf der sonntägigen landständischen Kundgebung in Brüx, wo er sich im Namen des Bundes der Landwirte — ob berechtigt oder nicht, mag dieser entscheiden— mit Henlein und seiner SHF als ein Herz und eine Seele erklärte, wurde nach seiner Rede eine Entschließung angenommen, in der neben der vollständigen Aufhebung des Mieterschutzes eine Reform des Wahlrechtes fiir die Gemeindevertretungen in dem Sinne gefordert wird, daß das Wahlrecht künftighin nurSteuerträgern zu- st e h e n dürfe. Das bedeutet, daß wenn es nach dem Wunsche des Henlein-Gesandten im Bunde der Landwirte gehen würde, alle Arbeiter und Angestellten, sofern sie nicht eine direkte Steuer entrichten, von der Mitbestimmung in den Gemeindeverwaltungen ausgeschlossen sein sollen. Untex. den tschechischen Parteien gibt es nicht eine einzige, welche jemals den Raub der politischen Rechte gegenüber einem Teile des Volles verlangt hätte. Das ist den Deutschbürgerlichen, genauer gesprochen: den mit Henlein marschierenden deutschen Elementen Vorbehalten geblieben. Keine einzige der tschechischen Parteien war bisher trotz aller politischen Gegensätze so eiftig bemüht, durch borniertesten Arbeiterhaß eine so abgrundtiefe Kluft zwischen den Klaffen ihres Volkes aufzureißen, wie es bei den von„Volksgemeinschaft" faselnden Deutschbürgerlichen vielfach selbstverständliche Gepflogenheit war und ist. Im Innersten seiner Seele war der Großteil dieses deutschen Bürgertums immer stockreaktionär; gegen jede soziale Reform, gegen jede politische Freiheitsidee, die geeignet schien, den deutschen Arbeiter zu einem gleichberechtigten Volksgenoffen zu machen, hat er nur den hartnäckigsten Widerstand übrig gehabt. Die Vorstellung, die von der „Vollsgemeinschast" auch heute besteht, da Henlein die„Erneuerung" des Sudetendeutschtums betreibt, ist die altgewohnte: der deutsche Arbeiter hat auf den Klassenkampf Verzicht zu leisten, dafür hat er sich bescheiden in die Ecke zu stellen, um zu warten, welche Brosamen für ihn abfallen. Zu reden und zu befehlen haben nur die, die etwas haben/ Man lese nur die protzige, herausfordernde Begründung, welche unter Herrn Hackers Führung der Brüxer landständischen Entschließung vom Sonntag gegeben wurde. Den Arbeitern müsse Seite 2 Samstag, 17. November 1934 Nr. 270 Schulfrasen in der Budgetdebatte Aus der Rede der Genossin Kirpal ba£ Wahlrecht für die Gemeindevertretungen genommen werden, weil die Ursache der katastrophale« Finanzlage der Gemeinden auch darin zu suchen sei,„daß mit der Steuerkraft der Bevölkerung und den begrenzten Einkünften der Gemeinden ein unverantwortlicher Mißbrauch getrieben wurde von jenen, die selbst von jeder Steuer- pflicht enthoben sind". Ist das nicht dasselbe Lied, wie man es schon vor dreißig und vierzig Jahren mit stereotyper Gleichförmigkeit, aus der tiefsten Seele des antisozial eingestellten Spießers entquollen, gehört hat! Hinter der Maske-der Erneuerer glotzt die alte Fratze der alten geist- und verständnislosen Arbeiterfeinde. In der Gemeindeverwaltung haben nur die Steuerzahler mitzureden! Die Arbeiter sind unfähig, zu verwalten. Soll man gegen über solchen aus bösartigstem Klassenhaß geborenen verlogenen Behauptungen sich bemühen, nachzuweisen, daß die Schuld an der Finanzkatastrophe vieler Gemeinden ganz wo anders als bei den Arbeitern zu suchen ist, vor allem Lei den deutschbürgerlichen Aktivisten selber, da sie zu der seinerzeitigen Reform der Gemeindefinanzen ihre Zustimmung gegeben haben? Soll man neuerlich durch Ziffern beweisen, daß in vielen Gemeinden die Kosten der Verwaltung weit mehr von den Arbeitern getragen werden, als von den direkten Steuerzahlern? Es wäre verschwendete Mühe gegenüber der Ueberheblichkeit der sudetendeutschen Volksretter, die einfach nur wollen, daß in den Gemeinden, wie es ehedem war, lediglich die Dorfprotzen befehlen und daß jede Für-j sorge für die Armen und Hilfsbedürftigen aus dem Wirkungskreis der Gemeindeverwaltungen ausgeschaltet werde. . Herr Hacker hat aus der Henlein-Schule geplaudert, als er die auf Raub des Gemeindewahl- rechtcs der Arbeiter lautende Entschließung seinen Mannen zur Genehmigung vorlegte. Vorläufig beschränkt sich der Hacker-Henlein-Fascismus darauf, der„notigen Bagage" das Recht stehlen zu wollen, bei Gemeindewahlen ihre Stimme in die Waagschale zu werfen. Laßt sie sich fest in den Sattel setzen, sie werden sich dann weiter entpuppen und frisch-fromm-fröhlich-frei auf den Raub der anderen Volksrechte losgehen! Sie reden davon, daß auch sie die Demokratie„anerkennen"— weil es vorläufig nicht anders geht— die erste positive Forderung aber, die sie erheben, ist die Recht- losmachung Hunderttausender armer Volksgenossen in der Gemeinde. Sie deklamieren voy Volksgemeinschaft— hier ist sie, wie sie leibt und lebt! Das Isergebirge erwacht! Sozialdemokratische Massenversammlung in Gablonz Der Geist des.4. November ist auch, in die nordböhmischsn Bezirke vorgedrungeä, wo der Bruderkampf am heftigsten gewütet hat und wo der Fascismus auf den Trümmern der einstmals so stolzen Arbeiterbewegung seine stärksten Positionen aufbauen konnte. Eine am Donnerstag von der deutschen Sozialdemokratie in Gablonz ein- berufene öffentliche Versammlung hatte einen Massenbesuch aufzuweisen, wie er seit den unseligen Tagen der Spaltung nicht zu verzeichnen war. Der Saal des Hotel«Schwan" war fast zu klein, um die Teilnehmer, die vielfach stundenweit aus den Tälern des Jsergebirges angerückt kamen, zu fassen. Einer Aufforderung chrer Partei folgend, waren auch zahlreiche kommunistische Arbeiter erschienen, desgleichen Anhänger der Henlein- fr o n t aus dem ganzen Gebiete. Die Versammlung wickelte sich unter sozialdemokratischer Führung trotzdem in voller Ruhe ab. Zur Tagesordnung:„Die Arbeiterschaft und die Heimatfront" sprach Genosse Iaksch unter lauter Zustimmung der proletarischen Zuhörerschaft. Nach ihm kam für die Kommunisten Karl K r e i b i ch zu Worte, dem durch Vereinbarung eine halbe Stunde Redezeit zugebilligt worden war. Kreibich hielt sich sehr sachlich und sprach vorwiegend theoretisch, ohne unserem Referenten eine geschlossene Auffassung entgegenstellen zu können. Daran schloß sich ein« rege Debatte, an der fast ein Dutzend Redner, meist Arbeiter, und vier Vertreter der Heimatfront teilnahmen. Die Sprecher der Hen- leinpartei benahmen sich aber so hilflos, daß sie bei der Mehrheit der Versammlung nur Widerspruch und Gelächter ernteten. Genosse Jaksch setzte sich im Schlußwort mit der sozialen Demagogie der Heimatfront, aber auch mit der fruchtlosen Politik der Kommunisten auseinander, wobei er unter Zustimmung der Arbeiter betonte, daß die Einheit des Proletariats nicht in Versammlungen, sondern im Alltag verwirklicht werden müsse. Gegen Mitternacht konnte der Vorsitzende, Genosse H l a d i k, die Versammlung schließen, deren Verlauf ein erfreulicher Beweis war, daß der Geist des 4. November auch im Isergebirge Einzug gehalten hat. Tschechisches Hakenkreuz. Die sogenannte „Nationale Front" hat dieser Tage in Prag ein tschechisches Flugblatt hcrauSgegeben, dessen Inhalt ganz nach reichsdeutschem Muster vor allem gegen die Juden gerichtet ist. Das Flugblatt ist mit einem Zeichen versehen, welches einem großen F ähnelt(Anfangsbuchstabe des Wortes Fascismus) und eine Form hat, wodurch es stark an ein Hakenkreuz erinnert. Der sonstige Inhalt des Flugblattes ist ganz nationalistisch. Hinter der„Nationalen Front", die dieses Flugblatt vertreibt, stehen der Professor der tschechischen Universität und ehemalige Senator Mares und der Redakteur der„Närodni Politika" Prof. R i k o l a u. Im Budgetausschuß befaßte sich Genossin Kirpal in der Debatte über Schul- und Knl- turfragcn mit den kürzlichen Schulauflösungen, bzw.-Zusammenlegungen und bezeichnete sie geradezu als verhängnisvoll. Schon jetzt ist festzustellen, welch großer erzieherischer Schaden bereits zu verzeichnen ist. Die Kinder wurden in den zusammengelegten Klassen zu-, sammengepfercht, für die Mädchen muß ein differen- tierter Unterricht erteilt werden, viele mußten das Studium auch ganz aufgeben. Soweit Parallelklassen nicht bewilligt wurden, hat man vielfach Mädchen trotz gut bestandener Aufnahmeprüfung abgewiesen und ihnen Burschen vorgezogen. So wird also den Mädchen das Studium, erschwert, wenn nicht ganz unmöglich gemacht. x Rednerin betont weiters die Wichtigkeit der Elternvereinigungen, die namentlich in der heutigen Krise auch vom sozialen Standpunkt aus sehr notwendig sind, da die Fürsorge der Elternvereinigungen vielfach an die Stelle der Fürsorge durch die Gemeinden treten muß, die sie finanziell einfach nicht mehr bestreiten können. Nur sollte der Minister die Errichtung von Elternvereinigungen überhaupt obligatorisch machen. Genossin Kirpal wiederholt die Forderung nach Einführung der neunjährigen Schulpflicht, für die nicht zuletzt auch soziale Gründe sprechen. Heute verfällt der weitaus größte Teil der schulentwachsenen Jugend der Arbeitslosigkeit, so daß es auch für die Eltern eine Wohltat wäre, wenn die Kinder noch ein weiteres Jahr in die Schule gehen könnten. Diese Frage ist natürlich auch finanzieller Natur und wenn der Finanzminister die notwendigen Mittel nicht bewilligt, kann man an die Einführung der Verlängerung überhaupt nicht herantteten. .An den Fortbildungsschulen findet der Unterricht immer noch vielfach am Abend und sogar auch noch am Sonntag statt. Viele Lehrmeister verpflichten ihre Lehrlinge und Lehrmädchen außerdem noch, die tagsüber in der Schule verbrachte Zeit abends oder zeitlich morgens einzubringen. Hier müßte das Ministerium vom rein pädagogischen und auch vom sozialen Standpunkt aus eingreifen. Es müht« auch einmal an die Einführpng von Pflichtfortbildungsschulen gehen, nicht nur für jene Jugendliche, die in einem ordentlichen Lehrverhältnis stehen, sondern auch auf die jungen Arbeiter in Industrie, Handel und Landtvirtschaft, die Hilfsarbeiter nicht ausgenommen. Genossin Kirpal verlangt Maßnahmen, damit auch den Lehrjungen auf dem Land durch Ersatz der Fahrtspesen und durch Verköstigung dtr Besuch der Fortbildungsschule in der nächsten Bezirksstadt ermöglicht wird, und verlangt eure Regelung der finanziellen Verhältnisse der Lehrpersonen an den Fortbildungsschulen, namentlich was die Lehrer aus den Kreisen der Handwerksmeister betrifft. > In Besprechung der großen Notlage der Theater stellt Genossin Kirpal fest, daß die Theater unter dem Druck dieser Verhältnisse zu Vergnügungsstätten herabgedrückt werden, was vom erzieherischen Standpunkt auf das tiefste bedauert werden muß. Die Theater haben ja ohnedies durch die schwere Konkurrenz der Kinos und des Rundfunks jchtver zu leiden. Es wäre Pflicht d«S Ministeriums, den Theatern durch ausgiehige Subventionen zu helfen. In ausführlicher Weise legte die Rednerin weiters an die Adresse der tschechischen Abgeordneten dar. wir notwendig namentlich auch vom politischen Standpunkt ein ordentlicher deutscher Rundfunk wäre, um«n Gegengewicht gegen die tendenziöse Berichterstattung der reichsdeutschrn Sender zu schaffen. Auch das Schulministerium müßte, obwohl dies nicht direkt in sein Ressort fällt, ein eminentes Interesse an der Vermehrung der Sendezeit und damit der Bildungsmöglichkeiten des deutschen Rundfunks haben. Allen Schulen müßte ein Apparat zur Verfügung gestellt werden, damit sie den Schulrundfunk anhören können. Tapfere Worte des Genonen Dr. Macek über Minderheitsschulpaläste und den deutschen Rundfunk Aus dem Referat des Berichterstatters zum Kapitel Schulwesen, des tschechischen Genossen Dr. Macek, ist dessen tapferes Eintreten für die deutschen Kulturbedürfniffe noch besonders hervorzuheben. Genosse Macek hatte den Mut, das Kapitel der tschechischen Schulpaläste im deutschen Gebiet anzuschneiden. Er erklärte u. a.: ch ES macht bösesBlut, wenn für die tschechische Minderheit ein hygienisches und zweckmäßiges Gebäude errichtet wird, während die Mehrheit der deutschen Kinder in dieser Gemeinde eine alte Schule hat, weil die Gemeinde arm ist und aus eigenen Mitteln eine ordentliche Schule nicht bauen kann. Das erweckt ganz begreiflich böses Blut. Genosse Macek schlug vor, überhaupt den Sachaufwand für das Volksschulwesen von den Gemeinden, die ihn nicht bestreiten können, auf breitere V e rbände zu übertragen. Die Schulverwaltung sollte über die Verwirklichung dieser Forderung nachdenktn. In eindringlicher Form setzte sich Genosse Macek- auch für die deutsche Radiosendung ein. Jeder von uns könne beobachten, wie viel Gelegenheiten hinsichtlich der deutschen Rundfunkberichterstattung bereits versäumt wurden. Unser Rundfunk soll nicht nur unsere Deutschen, sondern auch die Deutschen im Auslande informieren. Gerade in den letzten Tagen konnten wir beobachten, daß der reichsdeutsche Rundfunk tendenziöse Meldungen über unsere Verhältnisse aussende.- Was für Erfolge könnten wir erzielen, wenn es dem Rundfunk möglich gemacht würde, in deutscher Sprache über alle wichtigen Vorfälle bei uns zu referieren. Das Radio ist ein großes Volks- erziehungSinstitut; es ist nicht bloß ein Instrument der Unterhaltung, sondern auch ein Mittel zur Verbreitung von Kunst und Wissen; es ist aber auch ein wichtiges Propagandamittel und wir müssen es daher in vollem Matze auSnützen! Schulminister gegen den Seelenfans Der Schulmknister Dr. K r ä m a t kam am Freitag in seinem Expose im Budgetausschutz unter anderem auch auf das Kapitel Schulbau- t e n zu sprechen und reagierte auf die Vorwürfe, daß vielfach Schulen dort vorhanden sind, wo sie nicht notwendig sind, mit dem Zugeständnis, daß das„vielleicht gelegentlich" vorkomme, daß es in der Mehrheit der Fälle jedoch „nur so scheine". Die Gerechtigkeit erfordere es, daß die kleinen tschechsschen Mknderheitsschulen erhalten werden, denn die Diaspora des tschechischen Elementes sei stärker als die der übrigen Nationen in unserem Staate. Mit künstlichen Verschiebungen, von denen in der Debatte gesprochen wurde, habe das Ministerium nichts zu tun; es stelle sich entschieden gegen den Seelenfang, auf welcher Seite immer er auch praktiziert werde. Im Hochschulwesen werde auch nicht mit zweierlei Maß gemessen, es sei durchaus nicht so, daß die tschechischen Schulen in einem idealen Zustand wären und die übrigen nicht. * Das Problem in der Lehrerbildung ist für alle Schulgategorien sehr wichtig. Der Minister befaßt sich ernst mit dem ganzen Problem. Wenn es gelingt, die Lehrerbildung zu regeln, so werde sich mit der Vervollkommnung der Lehrer wohl das ganze SchUlweserr wesentlich verbefferrr. Zur Aspirantenfrage an den Mittelschulen teilte der Minister mit, daß 838 Kandidaten ausgenommen wurden, die vorher noch nie an einer Mittelschule unterrichtet haben, und. 110 ehemalige Supplenten. 56 Aspiranten hätten es abge- lehnt, in dieser Funktion zu unterrichten! Mehr älß 70 Prozent der Aspiranten erhalten Bezüge, die Mehrzahl von ihnen hat 720 bis 810 Kronen monatlich und mit den Ueberstundengeldern erreicht ihr Gehalt bis 1000 Kronen. Die überwiegende Zahl der Aspiranten stellen B ü r England verlegt seine üOstnngbasls SM- und Osthüstc in Oeiahr! London.(Tsch. P. B.)»Daily Herald" berichtet, der Reichsverteidigungsausschuß und das Kabinett hätten beschlössen, das königliche Arsenal von W o o I w i s ch an die West- oder Nordwestküste Englands zu verlegen, um es gegen Luftangriffe zu schützen. Hohe Offiziere der drei Waffengattungen hätten sich bereits nach einem geeigneten Gelände umgesehen. Natürlich müßten Fragen des Schutzes gegen Luftangriffe, der Eisenbahnverbindungen, der Hafenverhältniffe usw. sorgfältig erwogen werden. Man glaube, daß das neue Gelände noch nicht endgültig ausgewählt sei. Das Blatt erklärt ferner, die Verlegung des Arsenals könne erst in geraumer Zeit erfolgen. Der Bau der notwendigen Fabriken werde viele Monate in Anspruch nehmen. Ueberdies müßten besondere Eisenbahnlinien und Straßen angelegt und Häuser mit Kaufläden, Schulen usw. für die Arbeiter gebaut werden. Die Überführung des Arsenals bilde einen Teil der allgemeinen Neuordnung undNeuverteilungderMunitions- fabriken des Landes, die infolge der Entwicklung der Bombenflugzeuge vorgenommen werden müßte. Jeder Luftangriff auf Großbritannien würde offenbar über die Süd- oder Ostküste erfolgen und die Arsenale und Munitionsfabriken sollten deshalb in einer allgemeinen N o r d- Westrichtung verschoben werden. Das Blatt fügt hinzu, in Milford Haven seien bereits ausgedehnte Arbeiten im Lager. Dort werde die Admiralität ihr Lager für Munitions- und Oelvorräte anlegen. Riesige Petroleumstanks und Munitionslager, die besonderen Schutz gegen Luftangriffe haben, würden bereits gebaut. Weitere Arbeiten zielten darauf ab, den Hafen zur Aufnahme der größten und neuesten Kriegsschiffe vyrzubereiten. ka" 1 * Im Fall Kreisler—Fey legt die österreichische Regierung eine wesentlich andere Auffassung deS Asylrechts an den Tag! klickt Jaspar, sondern Thennis Brüssel.(Havas.) Der König betraute, nachdem Jaspar seine Mission zurückgelegt hatte, den ehemaligen Ministerpräsidenten Thennis mit der Mission, die Ministerkrise einer Lösung zuzuführen. Dheunis erklärte bei dieser Gelegenheit, daß ihm seine Mission nicht leicht scheine. Vorher hatte der König diese Aufgabe dem Staatsministei? van Overbergh angeboten, doch lehnte derselbe aus Gesundheitsgründen ab. Jaspar scheiterte an der Opposition der öffentlichen Meinung gegen den finanzkapitalistischen Charakter seüws Kabinetts. L e i P z i g. Im Schnellverfahren wurde vom Einzrlrichter beim Amtsgericht Leipzig der 49jährige Paul Auch nach den Paragraphen 14 und 16 des Faserstoffgesetzes vom 19. Juki d. I. wegen Preistreiberei zu drei Monaten Gefängnis verurteilt. Der Angeklagte hatte Rollen Garn, die er kurz zuvor vom Grossisten zu 10 Pfennige für die Rolle gekauft hatte, im Hausierhandel zu 20 und 25 Pfennige weiterverkauft. Maßgebend für die Höhe der Strafe war nicht der verhältnismäßig geringe Umfang des Hausier- Schuschnlgg In Rom Rom. Am Freitag abends ist der österreichische Bundeskanzler Dr. Schuschnigg mit dem Außenminister von Berger-Waldenegg und dem Staatssekretär für Unterrichtswcsen Dr. Pernter in Rom eingetroffen. Sie sind schon beim„Durchhalten“! Hamsterpsychose und Preistreiberei in Deutschland Sekretariat der Keramarbeiter* Internationale InTeplltz-Schönau Pa^is. Hier wurde am 13. November der achte Kongreß der Internationale der Keramarbeiter zu Ende geführt, an welchem fünf Länder ver- treten waren. Nach Genehmigung des vorgelegten Berichtes fand eine längere Aussprache Über die wirtschaftlichen Verhältnisse in den einzelnen Ländern statt, welche aufzeigte, daß der W e l t- export an Keramwaren in den letzten Jahren einen katastrophalen Rückgang aufzuweisen hat. Die Ursachen find zum Teil in den antarktischen Bestrebungen einiger Staaten und der, scharfen japanischen Konkurrenz gelegen. Lediglich zwei. Länder, und zivar, England sowie Dänemark konnten berichten, daß bei ihnen die Wirtschaftskrise überwunden ist und auch die Keramindustrie derzeit eine gute Konjunktur auf- zuweisen hat. Eine vorgelegte Resolution zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit und Einführung der 40-Stunden-Woche fand die Zustimmung aller Teilnehmer. In der Frage der Verschmelzung der Berufs-Internationalen, Keräm-, Glas-Fabrikarbeiter, konnte ebenfalls eine einmütige Stellungnahme herausgearbeitet werden. Als Sitz für das Sekretariat der Keramarbeitcr-Jnternationale wurde Teplitz-Schönau bestimm! und Roll zum internationalen Sekretär bestellt. Todesurteile gegen drei Salzburger Nazi Salzburg.(Tsch. P.--B.) Sechs Nationalsozialisten aus Bad Gastein hatten sich Donnerstag vor dem Schwurgericht in Salzburg wegen des Verbrechens gegen das Sprengstoffgesetz zu verantworten. Sie hatten große Mengen von Sprengstoff in ihrem Besitz und hielten Besprechungen über geplante Sprengstoffanschläge ab. Von den Angeklagten wurden Josef Wörther, Johann Z a n f r e d und Josef Wirt zum Tode durch den Strang verurteilt. Die übrigen drei Angeflagten wurden freigesprochen. Gegen die Freisprechung hat der Staatsanwalt die Berufung angemeldett Die Verteidigung hat gleichfalls Berufung und Nichtigkeitsbeschwerde eingebracht. * Ein Zeuge für Janka Puszta Belgrad.(Tsch. P.-B.) Der in Rumänien verhaftete und den jugoslawischen Behörden auS- gelieferte kroatische Terrorist Grediscek wurde nach Belgrad überführt und einem mehrstündigen polizeilichen Verhör unterzogen. Wie verlautet, machte Grediscek ein derart umfassendes Geständnis über das Leben der kroatischen Terroristen in Janka Puszta und über die Unterstützung, welche den Terroristen seitens ungarischer Behörden gewährt wurde, daß seine Ueberstellung an das Gericht zwecks Einleitung der beschleunigten gerichtlichen Untersuchung erfolgen dürfte. Grediscek gestand auch, daß er noch vor dem Marseiller Attentat mit der Ermordung des früheren Bonus des Save- Banates und gegenwärtigen Mitregenten Peroviä betraut gewesen sei. Regierungskrise In Spanien Madrid.(Tsch. P. B.) Außenminister Samper und Kriegsminister Hidalgo sind zurückgetre- ten. Ministerpräsident Lerroux hat die Geschäfte des Außenministeriums dem Marineminister Rocha übertragen, der das Marineministerium auch weiterhin verwalten wird. Das Kriegsministerium hat Lerroux selbst übernommen. Der Grund zum Rücktritt der beiden Minister sind die Angrifte, die das Parlament wegen ihrer„nachgiebigen Haltung" gegenüber den revolutionären Elementen im Sommer dieses Jahres gegen sie gerichtet hatte. Dadurch seien die Revolutionsvorbereitungen der Republikaner wesentlich erleichtert worden. Oesterreich und das Asylrecht Den Pertevit stützen sie Handels, sondern die Tatsache, daß durch das Hausieren von Tür z« Tür die Hamstrrpky- ch o s e wie ein infizierenden Gift weitergettagen werde. Da es sich nm die Frage desDurchhaltrns und damit um eine L e- bensfrage des ganzen Volkes handle, müsse«egen derartige BolkSschädlinge unnachsichtig eingeschritten werden. Erschwerend kam hiezu, daß der Angeklagte erst in der Zeit der Hamsterpsvchose den Garnhandrl ausgenommen hatte. Der Zeuge geflohen 1 Als Zeuge war der vom Standgericht Wien wegen Sprengstoftänschlages zu zehn Jahren schweren Kerkers verurteilte Michael Röck geladen. Der Vorsitzende teilte auf Grund einer radiotelegraphischen Meldung hin mit, daß Röck, der von der Straf- anstält Stein nach Salzburg überstellt werden sollte,- tags zuvor um halb 2 Uhr nachts bei Seekirchen aus dem fahrenden Zug gesprungen und geflüchtet sei. Er wurde aber kurz vor der Urteilsfällung aufgegriffen und dem Gericht eingeliefert. Gewerkschafts- Internationale zur Saarf rase daris. Die Gewerkschaftsintrrnationale nahm eine Resolution über die Saarfragc an, in welcher sie sich dafür einsetzt, daß der Völkerbund tm Interesse der Sache eine politische Grste tue, die der der gegenwärttgrn Situation sehr ange- zergt und prakttsch wäre, nämlich, daß in dem Falle, wenn sich beim Plebiszit die Mehrheit der Saarbevölkrrung für die Beibehaltung des status quo ausspreche, die Abstimmung zu einem spateren Zeitpunkte, wenn ein anderes R e ge m e in Deutschland am Ruder sei, w r e de rh o l t werden könnte. Dic Gewerkschafts- internationale ist der Meinung, daß ein derartiger Beschluß die Situationwesentlichklären und sehr zahlreichen Abstimmungsberechtig- ttgten des Saargebietes die Entscheidung erleichtern würde. Belgrad.(Avala.) Das Blatt„Politi- beschäftigt sich mit der Angelegenheit der Auslieferung einer der Führer der Ter roristen P e r L e v i L, um die Frankreich Oester reich ersucht habe, und konstattert, daß sich die österreichis cheRegiernngbisher nicht darum gekümmert habe, diese Angelegenheit zu erledigen. Ein derartiges Bor gehen, so schreibt daS Blatt, kann als basichtliche Hinausziehung der Lösung dieser wichtigen Frage angesehen werden, die im engen Zusammenhang mit der völligen Aufklärung des Marseiller Ver brechens steht.„Politika" verweist darauf, daß! Pereäviö der tatsächliche Kommandant des La-il'Nl trotz oer«rreiginpe ,n Wien moyer von gers der Terroristen in Janka Puszta war und der revisionistischenPolitiknicht in dieser Eigenschaft mrhreremals Reisenabgewichen ist. Sein Vorgehen ist recht vo n W i e n nach I a« k a P« f z t a unters schwer zu begreifen. Musiolini^strcbt im ganzen nahm.„Politika" bestätigt ferner, daß Peräeviä auch am 26. September d. I. an derBerlo- f u n g in der ungarischen Gemeinde Groß-Ka- nifza, durch die die Mörder König Alexanders und Barthous bestimmt wurden, teilgenom men habe, und veröffentlicht ein Faksimil eines Dokumentes, das PcrLrviä im Namen der terro- ristischcn Organisation unterschrieben hat. Frankreich mißtraut Mussolini Paris.(Tsch. P B.)„Echo dr Paris" befaßt sich mit den französisch-italienischen Bor- ! Verhandlungen vor der Reise des Außenministers j Laval nach Rom und erklärt:„Wenn sich in Mit- i trlenropa günstige Aussichten betreffs einer Zu- I sammenarbeit Frankreichs, Italiens und der ! Kleinen Entente zeigen würden, wäre die fran- I zöstsche Regierung zn einigen Zugeständnissen be- ! trrffs der sich auf Rordafrika beziehenden Ange- ! legenheiten bereit. Lider-müsse gesagt werden, daß die Verhandlungen bezüglichMit- telenropas bisher eher eine Enttäuschung gebracht haben. Die jüngste Reise , des ungarischen Ministerpräsidenten G ö m b ö s habe neuerdings kundgetan, daß Mussolini trotz der Ereignisse in Wien bisher von danach, daß die territorialen Bestimmungen der | Friedensverträge zugunsten Ungarns auf Kosten der Tschechoslowakei, Jugoslawiens und Rumäniens revidiert werden, und erklärt gleichzeitig, ! daß er bereit sei, die Unabhängigkeit Oesterreichs ■ bei Respektierung dieser Verträge zu verteidigen. Wie sind die so diamenttalrn Vorschläge gegenseitig z« befriedigen? Unterstützt Laval die Genfer Aktion Jugoslawiens? Paris.(Havas.) Minister des Aeutzeren Pierre Laval hatte heute vormittags eine längere Unterredung mit dem Vertreter des jugo- flawrschen Autzenamtes F o t i L sowie mit dem jugoflawischen Gesandten in Paris. Diese Unterredung bettaf die Absicht der Regierung des Königreiches Jugoslawien, den Völkerbundrat über die Ergebnisse der Nachforschungen betreffend des Marseiller Attentat zu verständigen und um internattonale Maßnahmen gegen die Terroristenorganisationen zu ersuchen, damit eine Wiederholung ähnlicher Ereignisse hintangehalten werden könne. Seite 4 Samstag, 17. November 1934 Nr. 270 Wir werben fiir die Presse! Die Bezirksorganisation Tcplitz-Schönau hat eine Werbeaktion für unser Parteiblatt, die„Freiheit" eingelcitet und trifft in diesen Tagen die organisatorischen Vorbereitungen für die Durchführung der Aktion. Die Lokalorganisation H u n d o r f mit dein Genossen Gustav Rößler als Lokalvertrauensmann an der Spitze hat die Aktion bereits begonnen und im ersten Anlauf 14 neue Abonnenten der„Freiheit" geworben. Dieses Beispiel muß Nachahmung auch in den anderen Organisationen finden I Genosse Anton Dietl lest sein Abseordnetenmandat nieder Am Sonntag, den 11. November, hat der Abgeordnete des südböhmischen Wahlkreises, Genosse Anton Dietl, den in Budweis versammelten Vertrauensmännern aller Zweige der sozialdemokratischen Bewegung Südböhmens seinen Entschluß mitgeteilt, sich aus dem politischen Leben zurückzuziehen. Alter und Gesundheit bewogen ihn dazu, noch vor Ablauf der Parlamentsperiode auf sein Abgeordnetenmandat zu verzichten, das er seit dem Jahre 1920 innehatte. In seiner Begründung führte Genosse Dietl außerdem an, er glaube durch diesen Schritt der Partei«inen Dienst zu erweisen, weil ein jüngerer Genoffe an seine Stelle treten wird. Nach der schlichten Rede des Genoffen Dietl ergriff Abgeordneter Genoffe Taub das Wort, um das verdienswolle Wirken des Genossen Dietl während der ganzen Zeit seiner Tätigkeit zu würdigen und ihm den Dank des Parteivorstandes für seine aufopfernde Arbeit auszudrücken. Ihm fchlofsen sich die Genoffen Zapf und Pfohl an. Genosse Dietl kann auf ein sehr vielseitiges und segensreiches Wirken zurückblicken. Er hat in dem schwer zu bearbeitenden Wahlkreise mit seinen schlechten Verkehrsverhältniffen Außerordentliches geleistet. Seine Tätigkeit kam den Einzelnen genau so wie den Gemeinden und Bezirken und allen sozialen Körperschaften Südböhmens zugute. Er hat sich in feinem Wahlkreis viele Sympathien und auch die Achtung der Gegner erworben, weil er in allen Auseinandersetzungen stets sachlich geblieben ist. Ungern haben daher am Sonntag, den 11. November, die südböhmischen Vertrauensmänner der Partei von Genoffen Dietl Abschied genommen. Sie wünschen ihn auch unbelastet von Verantwortung und Arbeit noch recht ost in ihrer Mitte zu sehen. Di« Konferenz hat einstimmig und unter großem Beifall dem Genoffen Dietl ihren Dank ausgesprochen. Es heißt in dieser Entschließung unter anderem: Durch mehr als 14 Jahre hindurch hat Ge- noffe Dietl unseren Wahlkreis im Abgeordnetenhause vertreten. Er hat sich dieser Aufgabe mit einem ganz besonderen Eifer unterworfen; er war stets bemüht, den Wünschen, die die Wählerschaft an ihn gestellt hat, gerecht zu werden. Er hat keine Gelegenheit versäumt, um die Wähler aufzusuchen, ihre Wünsche entgegen zu nehmen und so gibt es keinen Ort im Wahlkreise, der nicht Zeugnis äb- ltgen würde für die Tätigkeit unseres Genossen Dietl. Wir nehmen nur ungern und schweren Herzens von ihm Abschied. Wir danken ihm bei diesem Anlässe für die aufopferndes mühselige, nervenzerrüttende Arbeit, die er im Laufe der Jahre dem Wahlkreise geleistet hat. Wir können ihm di« Ber- sicherung mit auf den Weg geben, daß wir seiner Person und seiner Tätigkeit stets gern gedenken werden und wir geben auch-der Hoffnung Ausdruck, daß Genoffe Dietl fich nach wie vor im Bedarfsfall« dem Wahlkreise mit Rat und Tat zur Verfügung stellen wird. Die Nachfelge. Nachfolger des Genoffen Djetl im Parlament wiich Genoffe Johann Patzak aus Kloster bei Neubistritz. Die in Budweis versammelten Vertrauensmänner haben die Betrauung dieses Genoffen mst dem Abgeordnetenmandat des sudböhmischen Mandates gutgeheißen und wün- fchen dem Genoffen Patzak Erfolg in seiner neuen Funktion. Man wird leicht Universitätsprofcffor. Kaum ist die Nachricht von der Ernennung Feders zum Professor an der Technischen Hochschule in Berlin eingetroffen, so kommen weitere Meldungen auf diesem Gebiete. Der Gauleiter der NSDAP von Köln-Aachen, Grohe, ist Kurawr der Kölner Universität geworden, an der seine beiden Mitarbeiter, die Redakteure des„Westdeutschen Beobachter", Schwäbe und Winkelnkemper,„Professuren" bekleiden. Wieder sind also ein paar alke Kämpfer untergebracht. Erregte es schon Aufsehen, daß anstelle des hervorragenden, nichtarischen Psychiaters Prof. Aschaffenbutg der gänzlich un« bekannte Nationalsozialist de Trinis berufen wurde, über dessen„akademische Laufbahn" nichts loeiter verlautet, als daß er 1918 Landstucmqssi- stcnzarzt, 1917 Oberarzt und später BataillonS- arzt war, so ist die Versorgung der Redakteure mit Lehrstühlen für Zeitungswissenschaft und der Gauleiter mit akademischen Verwaltungsstellen doch noch ein Schritt weiter auf dem Wege der Barbarisiekung der deutschen Wissenschaft. Wann erhält Streicher eine Professur? Togcsnculgkcltcn 18 Arbeiter gasvergiftet Warschau. In der Fabrik zur Erzeugung von elektrischen Batterien„Titan" lvurden durch eine infolge Verbindung von verschiedenen chemischen Stoffen entstandenen Gasentwicklung 18 Arbeiter, darunter 4 Arbeiterinnen schwer vergiftet. Alle wurden in das Spital überführt. Der Zustand von 6 Vergifteten ist überaus ernst. Der geheimnisvolle Brillantring- Diebstahl auf Schloß Glanegg Selbstmord des mutmaßlichen Täters Wir haben vor einigen Tagen berichtet, daß in Brünn ein Student verhaftet wurde, der Heuer im Sommer auf Schloß Melmhof in Glanegg bei Salzburg, wo er zu Gast weilte, der Gattin des Schlaßbesitzers einen wertvollen Brillantring entwendet haben soll. Der junge Mann — es handelte sich um den Studenten und Tennistrainer Ewald H. aus Brünn— gab an, daß er den Ring in Wien von einer Dame erhalten habe, mit dem Ersuchen, ihn zu versetzen. Die Nachforschungen nach dieser Dame blieben aber erfolglos. H. wurde als des Diebstahls verdächtig in Untersuchungshaft genommen, aus der er vor etwa vier Wochen wieder entlaffen wurde. Run fand die geheimnisvolle Angelegenheit einen tragischen Abschluß. H. wurde Donnerstag Abend in der Nähe von ReLkovic bei Brünn erhängt aufgefunden. Neue Tausendkronen-Rote« In der Rationalbank werden die Vorbereitungen für den Druck neuer Roten zu 1000 XL getroffen, welche im kommenden Jahre ausgegeben werben fallen. Der Entwurf stammt von Prof. Svabinfty, welcher auch die Arbeften in den Werkstätten beaufsichtigt. Die vordere Seite der Banknote, deren Farbe noch nicht feststeht, wird das Dikd Palackys zeigen. Reichenberger Postadjunkt erschießt ein Dienstmädchen und begeht Selbstmord Reichender-. Der bei dem Tischlermeister Scholz in Reichenberg in Untermiete wohnende Postadjunkt Johann RehaLek wurde Freitag früh in einem Zimmer mit einer Schußwunde in der rechten Schläfe auf einer Ottomane liegend tot aufgefunden. Auf dem Fußboden lag in einer großen Blutlache die Leiche des 24jährigen,. bei der Familie Scholz dienenden Dienstinädchens Maier. Obwohl RehaLek einen Brief hinter- laffen hatte, in welchem ex angibt, daß er beim Reinigen seines Revolver- das Dienstmädchen aus Unvorsichtigkeit erschoßen habe und dann quS Verzweiflung darüber Selbstmord begangen habe, findet die Tat keine vollkommene Aufklärung, vielmehr ergab sich aus der bisherigen Untersuchung durch die Mordkommission, daß die Angaben Reha- Leks mit den Tatsachen nicht Ubereinstimmen und daß RehaLek das DienftmAuhen mit Absicht erschaffen haben dürfte. Genaueres dürfte, wenn überhaupt, erst das Ergebnis der Obduktion der Leichen ergeben. Ohne Zwischenlandung vom Stillen Ozean nach Europa? Los AngeloS. Der bekannte australische Flieger CH arlesKingsford-Smith befaßt sich mit der Durchführung eines transkontinentalen und transatlantifchen Fluges, ohne Zwischenlandung, vom Stillen Ozean Nach Europa. Kings- ford-Smith kündigte diese seine Absicht öffentlich an und fügte hinzu; daß in den allernächsten Tagen die Oeffentlichkeit über seinen Plan noch Ausführlicheres erfahren werd«. Bulgarischer Kommunist hingerichtet Sofia. Im Hofe des Zentralgefängniffes in Philippopel wurde am Freitag vormittags der Kommunist Natscho Lasaroff durch den Strang hingerichtet. Lasaroff ist im vorigen Jahr auf Grund des Gesetzes zum Schutz des Staates wegen Zellenbildung in der Armee zum Tode verurteilt worden. Die Hinrichtung des Kommunisten hat in der Oeffentlichkeit großes Auflehen erregt, well seit sechs Jahren kein Todesurteil mehr an Kommunisten, sofern sie keine Bluttat begangen hatten, vollstreckt worden ist. Rege« und Sturm Mailand. Gewalttge Regengüsse haben in Genua und längs der ligurischen Küste große Ueberschwemmungen verursacht. Die Keller und tiefergelegenen Warenlager von Genua wurden unter Wasser gesetzt, Straßen ufld Plätze überschwemmt. Eine Farbenfabrik wurde durch Erdrutsch- verschüttet. In Boftri hat das Hochwaffer eine sieben Meter hohe Fabriksmauer zum Einsturz gebracht. Bei Rom richtete eine Wasserhose großen Schaden an. An der Nordküste von Sardinien kenterten zwei Fischerbarken und gingen unter. Die sechs Insassen sind ertrunken. * Fulda. Ein Wirbelsturm richtete in den Wäldern auf der Hohen Röhn große Verwüstungen I an. In der Nähe von Dahlherda wurden über 2000 Festmeter Buchenbestand entwurzelt'und zerstört. Auch in der Nähe des Ebersberges fielen dem Sturm viele Bäume zum Opfer. Manilla(Philippinen). Dem letzten Wirbelsturm sind 23 Menschen zum Opfer gefallen. Bei den Todesopfern handelt es sich größtenteils um Fischer. Der Junge in der Ravtarkiste Warschau. Die Blätter melden aus Stolp: Auf dem polnisch-sowjetrussischen Bahnhof zerschlug sich beim Verladen eine Kiste mit Kaviar aus Sowjetruhland, in der zwischen den Kaviarschachteln ein löjähriger Knabe namens Alexis Metey aus SmolenSk zum Vorschein kam. Der Angehaltene konnte über die sonderbare Art des Reisens, die es sich ausgesucht hatte, keine Auskunft geben. Die Schule. Wir lesen im„Dolkswille": Am Donnerstag wurde der 17 Jähre alte Realschüler der 6. Klasse Karl Lustkandl aus Schönbach begraben; er hatte sich in der Nacht vor einen Eisenbahnzug gelegt und wurde am Morgen schwer verstümmelt aufgefunden. Wie der stille, gutmütige und lebenssrohe junge Mann zu diesem furchtbaren Entschlüsse getrieben wurde, ist nun bekannt: Er schrieb an seine Mitschüler einen Brief, daß erwegeneinesProfessors aus dem Leben schied, dec ihm aufsässig war. Er soll in seiner Verzweiflung noch mehr vorgehabt haben, als fich selbst umzubringen. Dieser Brief wurde in der Klasse verlesen und kam dann erst in die Hände deS Direktors der Schule. Nachher ist der Brief von der Gendarmerie abgeholt worden. Zweifellos wird also nun eine strenge Untersuchung gegen den Professor eiflgeleitet werden, die wohl auch bis zur einwandfreien Aufklärung durchgeführt werden muß. Am Tage vor dem Tode deS jungen Man- nes soll dessen Vater bei dem Professor gewesen sein und ihm gesagt haben, er werde nicht mehr zu ihm kommen. Wer der Professor ist, darüber besteht in Eger kein Zweifel und die Bevölkerung der Stadt empfindet daS niederdrückende Unglück der Eltern des aus dem Leben geschiedenen jungen Mannes von ganzem Herzen mit.... Fügen wir hinzu: auch die N i ch tegerer, auch die, die den Jungen nicht kannten und seine Ellern nicht kennen, sind erschüttert. Aus Menschlichkeit. Aber auch deshalb, weil dieses Einzelschicksal die Allgemeinheit angeht. Diese müßte dar- auf brennen, daß da nichts ungeklärt bleibt, denn die Mutter, die Ellern, haben genug damll zu tun, ihren Schmerz zu tragen.... Jahreskarte« für Schulinspekwre«. Im Budgetausschuß stellte Genossin Kirpal die Anfrage, ob cs nicht möglich wäre, den Schulinspektoren für ihren Bereich Jahreskarten für die Eisenbahn zur Verfügung zu stellen und ihnen ein Pauschal von XL 800, das sind die Diäten für etwa zehn Tage, als Vorschuß zu geben. Die Rechnungslegung ist nämlich so schwierig und bürokratisch und die Inspektoren nehmen an, daß durch diese Bevorschussung viel Zeit und Arbeit bei der Verrechnung erspart würde. Verschoben. Der gemeinsame Rat der sozialen und sanitären Organisationen im Lande Böhmen gibt bekannt, daß es aus technischen Gründen notwendig geworden ist, die Manifestationskundgebung der Demokratie für das Kind zu verschieben, welche Sonntag, den 18. d. M., stattfinden sollte. Das Datum der Feier, die im Altstädter Rathaus stattfinden wird, wird nachträglich bekanntgrgeben werden. Dr. Benes Ehrenbürger der Stadt Tabor. Donnerstag empfing Außenminister Dr. Benes eine Deputation der Stadt Tabor, die ihm das Diplom der Ehrenbürgerschaft überreichte. Zur Beachttmg für Penfioaisteu. Alle Pensionisten, welche die Bezüge durch die Pensionsabteilung der Finanz-Landesdirektion in Prag ausbezahlt erhalten und auf die Eisenbahn fahrtlegitt- m a t i o n e n Anspruch haben, werden vom Präsidium der Finanz-LandeSdircition in Prag aufmerksam gemacht, daß, falls sie die Prolongierung der Eiseichahnfahrtlegittmationen für das Jahr 1985 anstreben würden, ihre Legitimation nebst gehöriger Erklärung über die eventuelle Nebenbeschäftigung und dem entfallenden Geldbetrag an die HilfSämter kl der Finanz-LandeSdirektion in Prag II. RamLfti Republiky Nr. 8, einzusenden oder persönlich zu überreichen haben. Für die Prolongation einer Legiti- mation sind für die erste Wagenklasse XL 80.50, für die zweite Wagenklaffe XL 20.50 und für die dritte Wagenflaffe XL 10.50 nebst Rückporto zu bezahlen. Bon der deutschen Jugendfürsorge. Die letzte Vorstandssitzung der Deuflchen Landeskommiffion für Kinderschutz und Jugendfürsorge in Böhmen beschäftigte sich wieder mit einer Reihe aktueller Fragen. Reben den Berichten über die soeben durchgeführten Fortbildungskurse für Fürsorgerinnen und die Gebietskonferenzen für Berufsvopmün- d« r. Eine Einladung der Landesbehörde zur Zusammenarbeit in der Aussicht der F i n d e I k r n- d e r wurde dankbarst begrüßt, dafür zlveckentspre- chende Richtlinien festgelegt. Weiter wurden'die eingeleiteten Hilfsmaßnahmen der im Frauenbeirat zusammengeschloffenen Frauen und Mädchen zur wirflamen Entfaltung de» Hilfswerkes„DD"v vorgetragen und ein Ueberblick über die mit 1. November in 17 Stadien wieder aufgcnommene Heimftattenaktionfür jugendliche Ar- Ab der Arbclter-Turn- und Sportbewegung Konferenz der Arbeiter- Wintersportler. Am 12. November tagte in Prag eine Konferenz del deutschen und tschechischen Arbeiter-Winterwuristea und-sportler. Aus den Berichten ging hervor, daß in allen Verbänden der Sport lebendig ist, doch zu großen Unternehmungen die finanziellen Unterlage» bei den Mitgliedern und den Verbänden leider fehlen. Für die kommende Saison sind bisher folgende größere Treffen angesetzt: Jänner 1935 Turnerkreise Pilsen, Prag und Karlsbad in Eisensteia, Feber 1935 allgemeines Treffen der Arbeiter-Wintersportler auf der Königshöhe im I ser- gebirge veranstaltet von dem Naturfreunde« Bezirk Reichssnberg, Feber 1936 IV. internationales Treffen der Wintertouristen und-sportler im Riesengebirge. Die nächste Winter-Sport- Olympiade leitet der Atus. Dieselbe fällt in das Jahr 1937. Den Arbeiter-Wintersportlern stehen alle Naturfreunde-Häuser im Gebirge für Veranstaltungen jeder Art zur Verfügung. Irr allen Ge- birgshäusern der Naturfreunde sind Stationen del Ersten Hilfe. Konferenz des NordgaueS für Wintertonriftik. Di« Naturfreunde-Wintertouristen hielten im Naturfreundehaus Lausche ihre diesjährige Konferenz ab, welche von allen Sekttonen beschickt war und «inen guten Verlauf zeittgt«. Es wurden beraten: die Finanzierung des IV. Treffens 1936, die Entsendung in die staatlichen Skikurse. Gefordert wurde die Heranziehung der weiblichen Sportlerinnen z» den Bereinsarbeiten, Erstattung von Wetterberichten. Festgelegt wurden: SttkurS im Bezirk Leipa, ein Treffen ebendort, Gautreffen und das allgemeine Treffen auf der Königshöh«. beitSlose geboten. Im Mittelpuntte des Interesses aber stand ein Bericht über die finanzielle Lage der Jugerwfüpsorge, der die ganze Problematik der freiwilligen Fürsorgearbeit in der heuttgen Zeit aufzeigte. Der bedeutende Einnahmenrück- gang gibt zu den ernstesten Besorgnissen Anlaß und es besteht die große Gefahr, daß statt des so notwendigen Ausbaues ein Abbau der Fürsorgeeinrichtungen erfolgen, muß. Zwischenfall Kisch. Der Berl.,Lokalanzeiger" meldet aus Sydney: Durch eine gerichtliche Entscheidung wurde der kommunistische Schriftsteller Egon Erwin Kisch vorläufig aus der über ihn vom Kapitän des Dampfers„Strathcaien" über ihn verhängten Hast-enllassen, doch werden sich die Bundesbehörden erneut mit ihm beschäftigen und möglicherweise seine Ausweisung verfügen. Kisch, dem vorläufig zu landen verweigert worden war, befindet sich im Schiffslazarett, da er sich, als er trotz des Verbotes das Schiff zu verlassen, an Land springen wollte, bei einem Sturze eine Knochenzersplitterung am Bein zugezogen hatte- Einbruch. In der Nacht auf den 16. November wurde in die V o r s ch u ß k a s s? des Köntribütionsfonds in Ncimkök nad Oslavo» eingebrochen und eS wurden 20.000 XL in bar, 130.000 XL in Wertpapieren, meist Schuldverschreibungen der Westmährischen Elektrizitäts- werke sowie Schuldverschreibungen der 8- und der 6prozentigen Staatsanleihe und Schuldverschreibungen der Arbeitsanleihe entwendet. Wilderer. Der Gendarmeriewachtmeister E»- jen Petrasko, der der Gendarmeriestatton K u§- n i c e zugeteilt ist, sah sich bei einem Dienstgang in Polonina Bolosjanka im Jrsavaer Bezirk zwei Wilderern gegenüber, die fich hinter Bäumen versteckten und auf ihn zu schießen begannen. Petrasko gab aus seinem Dienstgewehr zwei Schüsse gegen die Wilderer ab, ohne aber einen von ihnen zu verletzen. Die Wilderer verschwanden im Rebel. In der ganzen Umgebung Hausen in der letzten Zeit in ärgster Weise Wilderer, weshalb der Gcn- darmeriewachtdienst sehr oft gegen sie auSge- sandt wird. Der brittschr Ffieger Brook, ein Teilnehmer an dem Wettfliegen England—Australiens, ist gestern auf Cap Darwin gelandet. Brook hat für die Sttecke Mildenhall—Cap Darwin volle 26 Tage gebraucht. Allerdings hat er während der Flugetappen mehrere Pannen gehabt. Vom Rundfunk Die„Meistersinger" im Prager Kommenden Montag wird der Prager Rundfunk auS dem Nationaltheater die flchechische Ausführung der„Meistersinger von Nürnberg" Lbertta- gen. Die Sendung beginnt um 18.30 Uhr, nicht, wie ursprünglich gemeldet wurde, eine Stunde später. Es werden Montag nur die beiden ersten Akt« übertragen werden, während der dritte aus technischen Gründen erst Donnerstag gesendet werden kann. Empfehlenswertes auS dr» Programme«: Sonntag: Prag, Sender L.: 6.45: Gymnastik, 7.80: Konzert aus Karlsbad, 12.15: Buntes Programm, 17.45: Schallplatte»: Smetana, 17.55: Deutsch« Sendung: Goldschmidt: Vorschau auf daS Musikprogramm der tschechoslow. Sender, 18.10: Or- chasterkonzert: Zemlinsky/ dirigiert eigene Kompositionen, 18.55: Deuflche Presse, 21.80: UeLerfra- yung aus Riga: Konzert anläßlich des lettischen Staatsfciertages, 22.50: Schallplatten. Sender S.t 14.30: Deutsche Sendung: Landwirflchaftsfunk, 14.45: Arbeitersendung: Lipman: Sozialer Realismus in der Kunst, 15: Die lange Nacht: Hör- svirl von.rmynia zur Mühlen.— Brünn 11: Orchesterkon.:rs, 19.25: Wie sich unsere Eltern und Großeltern amüsierten.— Mähr.-Ostrau 20.35: Bunter Abend.— Prcßburg 16: Luftiger Nachmittag. Nr. 270 Samstag, 17. November 1934 Geile b Die Pariser Flng-An«steLnng Pari-. Der Präsident der Republik Lebrun und Lustfahrtminister General D en a i n eröffneten gestern die internationale Flug-Ausstellung, die Heuer einen großen Uebevblick über die Entwicklung des Flugwesens in den letzten 28 Jahren bietet. Außer Frankreich beteiligten sich an der Ausstellung die Tschechoslowakei, Großbritannien» Deutschland, die Vereinigten Staaten, Italien, Polen und Sowjetrußland. Die Tschechoslowakei, Italien und England stellen hauptsächlich Jagdflugzeuge aus, Rußland den Stratosphärenballon, auf dem Pro- kopiew den Stratosphärenflug unternommen hat, und das Flugzeug der Retter der Besatzung des „Tscheljuskin". Deutschland schickte die letzten Modelle der V e irk e h r s f l u g z e u g e, die auf der Strecke Stuttgart—Sevilla eine Stundengeschwindigkeit von 320 Kilometern erreicht haben, und Junkers'sche Handelsflugzeuge neuesten Typs. Bon den tschechoflowakischen Werken stellt die Fabrik Letov ein Jagdflugzeug und Muster von Metallpropellern aus. Die Fabriken Skoda«Avia stellen den letzten Typ der Jagdflugzeuge und ein Verkehrsflugzeug aus, das für die künftige Flug- berbiwdung Prag— Lyon— Marseille bestimmt ist. Die Fabrik Walter führt verschiedene Motore, besonders für zur Akrobatie bestimmte Flugzeuge vor. Diese Hausgehilfin fUr die unangenehmste Arbeit DIE PUTZFRAU IN DER DOSEI Da* läßt man»ich gefallen! Denn Putzfrau VIM ist stet» von neuem bereit, Holz, Email, Gia»... Bestecke, Töpfe, Tassen.., Kacheln, Badewannen von jedem, auch dem größten Schmutz im Handumdrehen zu befreien. VIM löst den Schmutz, und darum gibt es keine Schrammen! Deshalb stellen ihr alle Hausfrauen das beste Zeugnis aus. Und Sie-» Sie quälen sich noch immer* lassen Sie sich helfen von Putzfrau VIM— das ist bequem und billiger. Denn alles putzt sie schnell und schonend. Folterknechte auf der Anklagebank Warum schweigt Goebbels? Cine Pazifik.Luftfahrtgesellschaft Tokio.(DNB.) Gewisse japanisch-mandschurische.Kreise beabsichtigen die Grünüdung einer Pazifik-Luftfahrtgesellschaft mit einem Stammkapitel von 20 Millionen Den. Zweck dieser Gesellschaft soll sein, einen Zeppelinluftverkehr zwischen der Westküste Amerikas und Japans über den Stillen Ozean zu eröffnen. Zahlreiche chinesische Kostbarkeiten im Werte von 50MiIlionen Dollars, die aus dem Museum des Peipinger Kaiserpalastes stammen, steckten und auf ihn zu schießen begannen. Petrasko barkeiten nach Shanghai verschwunden sein. Diese Uebersiedlung wurde im Augenblick des Bormarsches der japanischen Truppenabteilungen «egen die ehemalige chinesische Hauptstadt zu An, fang des Jahres 1933 angeordnet. Nunmehr fahndet die Polizei nach dem Direktor dieses Museums und seinem Sekretär. Eine mexikanische Revolte. Im mexikanischen Staate MoreloS revoltierten 260 Aufständische «egen die Regierung und leisteten einige Wochen hindurch den Regierungstruppen Widerstand. Sie haben sich nunmehr, nachdem ihre Munitionsborräte erschöpft waren, ergeben. Vierlinge werden studiert. Di« Frau de» Eisen, bahnangestellten Malianew in der kaukasischen Gemeinde Naltschik gebar Vierlinge, zwei Knaben und zwei Mädchen. Das sowjetrussische Institut für Mutter- und Säuglingsschutz in Moskau entsandte nach Naltschik einen Fachmann für Kinderpshchologie, die Entwicklung der Vierling« zu verfolgen. Zwanzig SA-Männer verletzt. Der Motorradfahrer Hans Bartsch aus Danzig-Stadt fuhr Donnerstag in einen marschierenden SA-Sturm hinein. 20 SA-Diänner wurden umgerissen, vier davon wurden mit erheblichen Verletzungen ins Krankenhaus eingeliefert. Der Motorradfahrer wurde verhaftet. Der SA-Sturm war, wie behördlicherseits festgestellt worden ist, vorschriftsmäßig mit Schluß- und Seitenlichtern ausgerüstet gewesen. Der Motorfahrer war betrunken. Barbarischer Vater. Im Dorfe Göraniea erhängte der mohammedanisch« Bauer Mehemtd Mn- stafie seine Tochter an einem Balken, nachdem er ihr Hände und Füße gefesselt und den Mund zugestopst hatte. Er hatte erfahren, daß das Mädchen, das in der nächsten Woche heiraten sollte, sich in gesegneten Umständen befand, und erklärte, daß diese Schande, die über sein Haus gebracht worden sei, nur mit Blut abgewaschen werden könne. Als das Mädchen tot war, stellte er sich der Polizei. Abseits von aller Tagespolitik haben die freiheitlichen und sozialistischen Menschen die heilige Pflicht, unermüdlich ihre Stimme zu erheben für die Opfer des braunen Terrors. Hier geben wir der gerade durch ihre Leidenschaftslosigkeit erschütternden Anklage eines jungen deutschen Sozialisten das Wort, der di« Schrecken des Berliner Columbia-Hguses am eigenen Körper auskostete. Die Red. Seit Wochen gehen Besprechungen des im Karlsbader Graphia-Verlages erschienenen Kon- zentartionSlager-Buches durch die Weltpresse. Aber das sonst so redselige Berliner Propaganda- Ministerium schweigt. Der neudeutsche Rundfunk schweigt dazu. Die vielen freiwilligen ausländischen Propagandisten des Dritten Reiches schweigen zu den erhobenen Anklagen. Warum schweigen sie? Sie schweigen, weil es hier kein Widerlegen gibt! Aber warum schweigen sie noch? Sie schweigen» weil aus diesem Buche über die Konzentrationslager wieder einmal klar her- vorgsht, daß dieser Terror-»Sozialismus" sich in erster Linie gegen all die Menschen richtet, die geschichtlich als Schöpfer und Träger des Begriffes und der Bewegung des Sozialismus anzusprechen sind. Also der Terror richtet sich in erster Linie gegen den Arbeiter. Warum Haffen sie den Arbeiter? Sie Haffen ihn, weil hier eine neue Kraft, ein neues Prinzip emporsteigt, verkörpert' durch das Proletariat, das aus tierischer Dumpfheit kommend, immer geschichtsbewußter wurde, und aus sich heraus seine eigenen Anwälte, Schriftsteller, Künstler, Funktionäre, Theoretiker usw. schuf. Der Nationalsozialismus ist und bleibt im wesentlichen eine Bewegung der Mittelschichten unter Führung von Intellektuellen, Akademikern und sonstigen Angehörigen freier Berufe, die im Rahmen des Kapitalismus nicht mehr aufsteigen können, andererseits aber fühlen oder gar erlebt haben, daß die Arbeiterklasse zu solchen Daseinsformen vorgeschritten ist, daß sie der Führung durch diese Schichten nicht mehr bedarf. Der AuS- rottungSfeldzug gegen die Führungsschichten der deutschen Arbeiterbewegung bis hinab zum Betriebsvertrauensmann und zum lokalen Reichs- bannerfunktionäx ist ein Stück bürgerlichen Kon- kurrenzkanspfes. Die Nationalsozialisten sahen in ihnen Ausübende solcher Funktionen, die ihrer Meinung nach ihnen Vorbehalten bleiben müssen. Sie haben die Hochschulen bevölkert, sie haben studiert und sich mit»geistigen Dingen" beschäftigt, sie fühlen sich in ihrem Stand bedroht und schreien darum nach dem Ständestaat, der den indischen Kasten gleichend, das Bestehende konservieren und ihre alte gesellschaftliche Funktion erhalten soll. Also der Unternehmer soll etpig Unternehmer bleiben, der Arbeiter in dex bisherigen Weise Arbeiter, der Intellektuelle Intellektueller. Der Arbeiter soll nicht mehr, nicht teiftr und selbständiger werden. Aus diesem Grunde haben gerade die»Geistigen" im Lager des Nationalsozialismus, vor allem die Angehörigen der SS, der zuverläffigen Terrorgruppe der Gestapo, einen Haß auf den modernen und unabhängigen Arbeiter. Zu einem Arbeiterstudenten sagte ein»richtiger" Student der SS in einer Gestapo-Folterkammer:»Die Herren Arbeiter müssen immer hoch raus, genügt euch eure Bude nicht mehr, was? In diesem aus dem Proletariat aufsteigenden Arbeiter, der das Bildungsmonopol durchbrechend, sich die Pforten der Universität erzwingt, in diesem denkenden Arbeiter sehen die Privileg-Studenten, die Söhne des Mittelstandes und des Kleinbürgertums, oft einen Feind, eine Konkurrenz. Nicht nur, daß die Arbeiter in ihren eigenen Organisationen mehr und mehr zum Prinzip der Eigeninitiative überzugehen gezwungen sind, weil die Notwendigkeit des Kampfes dies erfordert, haben sie nach dem Kriege auch öffentliche Aemter bekleidet, sind sie eingedrungen in die Kommunen, in die öffentliche Wirtschaft, selbst in den Staat. Darüber ist viel Kritisches zu sagen, aber alles, aber auch alles unter einem total anderen Gesichtspunkt als die Gegner als Feinde unseres Aufstieges es tun. Horst Weffel ist ein ganz typischer Fall eines aus der Bahn geworfenen Kleinbürgersohnes, und gerade weil er typisch ist, konnte er zum Nationalheld emporsteigen. Was vom Intellektuellen zu sagen ist, trifft in ähnlicher Weise auf andere Gruppen des Mittelstandes zu. Sie alle wagen es nicht, den Blick nach vorn zu richten, weil die Entwicklung ihr Leben immer unsicherer und problematischer macht. Go verfallen sie der Mystik, jener des Führers ebenso wie der der Raffe. Dem Wesen dieser Bevölkerungsschichten entspricht das fasristische Führerprinzip! Sie wollen selbst nicht kämpfen, haben auch keine gesellschaftliche Macht einzusetzen, weil ihre Not ja gerade darin besteht, daß der Kapitalismus sie mehr und mehr überflüffig macht und sich um das Schicksal der Entwurzelten und Bedrohten ebensowenig kümmert wie um den Arbefter, wenn er nicht mehr gebraucht wird. So sind gerade diese Menschen ohne Glauben an ihre Zukunft und an sich selbst. Ihr Selbstbewußtsein ist geschwächt und sie täuschen sich durch Mißhandlung anderer Macht und Bedeutung vor. Ihr Führerbewußtsein ist der Ausdruck eines mangelhaften Selbstbewußtseins, die riesige uniformierte SA der Ausdruck der Tatsache, daß diese Maffe nicht anders als in militärischer Weise kämpfen kann. Alles Unglück sehen sie aus dem bösen Willen einiger Menschen erwachsen, alles Glück aus dem guten Willen von deren Gegner. So verbrennen sie die wissenschaftlichen Büchtr, so vernichten sie die sozialistischen Zeitungen, so töten sie die Träger sozialistischer Ideen, weil sie glauben, durch all dies verbrennen, vernichten, täten sie auch die lebendige Bewegung, während sie diese dadurch nur aufhaltrn und ihre Radikalität vertiefen. Der verelendete SA-Mann, der nicht unmittelbar den kleinbürgerlichen Gesellschaftsschichten Ei» Muster-Luftschutzkeller In Paris Die Maßnahmen nicht allein für aktiven, sondern auch für passiven Luftschutz werden in Frankreich mit großem Eifer fortgesetzt. Dieses Bild zeigt einen Muster-Luftschutzkeller in Paris, der für 80 Personen berechnet ist. Er ist mit allen neuesten Schutzvorrichtungen ver- jcheu, M.«. auch einer Luftfiltrieranlage und einer besonderen Trinkwasserversorgung. angehört, hat gegenüber dem modernen Arbeiter darum ein Gefühl der Minderwertigkeit, weil ihm in dessen Anwesenheit seine niedrige Rolle zeitweilig zum Bewußtsein kommt. In ländlichen Bezirken, besonders wo Industrie- und Ländmcheiterschaft und Bauern stark gemischt sind, ist der Haß des Bauern auf den Städter eine wichtige Ursache des Terrorismus. Immer aber handelt es sich um soziale Ursache», um die Austragung sozialer Differenzen, auch dann, wenn den Terroristen dies nicht zum Bewußtsein kommt. Ganz allgemein kann die Behauptung aufgestellt werden, daß der deutsche Terrorismus darin seine Ursache hat, daß die Gestalt des Arbeiters immer selbstbewußter wird. Biel zu oft wird der Terrorismus nur aus den wirtschaftlichen Schwierigkeiten der Unternehmer erklärt. Das ist ganz gewiß eine wichtige Ursache, für Deutschland aber nicht die entscheidende. Biel wichtiger ist hier die Krise des Mittelstandes und vor allem der Studenten und Intellektuellen. Unfähig, die Gesetze des Kapitalismus zu erfassen, weil ihnen die eigentliche Produktion durchwegs fremd ist, suchen sie den Ursprung ihres Elends überall, nur nicht dort, wo er zu finden ist. Hier wäre auf das Problem des Judentums hinzuweisen, in dem bestimmte Schichten die Quelle allen Uebels sehen. Infolgedessen sind die Juden neben den Arbeitern die am meisten Gefolterten. Auf Grund der Tatsache, daß Juden Jahrhunderte hindurch ihre Berufe vorgeschrieben wurden, sind sie sehr einseitig in Mittelstandsberufe, in den Handel und die freien Berufe hineingedrängt, wo sie so lange relativ ungestört leben und arbeiten konnten, wie durch die Blüte des Kapitalismus für alle Brot und Raum vorhanden war. Dann aber entbrannte der Kampf, der sich gegen den jüdischen Konkurrenten als einer Minderheit ebenso richtete, wie gegen den Arbeiter als einer aufsteigenden Mehrheit. Hierher rührt zum großen Teil das Schlagwort vom jüdischen Marxismus. Der deutsche Terrorismus ist also der Ausdruck gesellschaftlicher Veränderungen und Umschichtungen. Daß er keine Nationaleigenschaft ist, geht schon daraus hervor, daß er sich gegen gut die Hälfte der Bevölkerung richtet, also der größte Teil demnach nicht zur deutschen Nation gehören würde. Nicht der deutsche Nationalcharakter erklärt den deutschen Terrorismus— dieser Nationalcharakter muß selbst erklärt werden— nicht der preußische Militarismus manifestiert hier sein Wesen(der offizielle Militarismus und die Polizei waren umgekehrt sogar die Hoffnung der Gefolterten, die froh waren, wenn sie den Klauen der SA entkamen und in die Hände der gewöhnlichen Polizei kamen), sondern soziale Ursachen bedingten den deutschen Terrorismus. .Er ist Mittel und Methode einer Schicht, die im umgekehrten Verhältnis zum Fortschreiten der Geschichte steht. Die Arbeiterschaft hat im großen und ganzen diese Mittel nicht nur nicht nötig, sondern würde sich durch sie nicht minder demokra- lisieren als die nationalsozialistische Terrorgruppe, die, wie jede Terrorgruppe, eine Gefahr für ihren Schöpfer werden muß. Volkswirtschaft und Sozialpolitik Unhaltbare Zustände in der Glasindustrie des Jsergebirges In den letzten Zeiten haben sich in der Glasindustrie des Jsergebirges für die Arbeiter furchtbare Verhältnisse eingenistet. Durch die Wirtschaftskrise'wurden dieLöhneinfa st allen BranchenvonWochezüWocheherab- gesetzt, wobei den Erzeugern und Unternehmern zustatten kam, daß mit wenigen Ausnahmen keine Verträge mehr in Gültigkeit waren. Die Not der Arbeiterschaft wurde rücksichtslos ausgenützt. Ein Stundenlohn von 1 HL ist in verschiedenen Branchen keine Seltenheit. Biele Arbeiter werden bei der Krankenverfiche- rungsanstalt gar nicht angemeldet. Die Gewerkschaften waren bemüht, wieder geordnete Verhältnisse herbeizuführen. So war es in der Flakonbranche in den letzten Monaten möglich, nach langen und harten Auseinandersetzungen eine Lohngrundlage in der Form zu finden, daß für einen Durchschnittsarbeiter ein Stundenlohn von liL 3.20 festgelegt wurde. In Deffendorf wurde eine Einigung getroffen, wonach ein« Lohnkommission in strittigen Fällen die Preise festzulegen hat. Ein vollständiger Vertrag scheitert« leider an der Einstellung des Industriellenverbandes. Der GlaSarbeiterverband wird sich aber mit aller Kraft dafür einsetzen, um entsprechende Vertragsverhältnisse zu schaffen. In der Kristallglüsbranche, wo die Verhältnisse noch schlechter sind als in der Flakonerie, wurde den Unternehmern die Forderung nach Einleitung von Verhandlungen unterbrestet. In einer stark besuchten Versammlung hat die Arbeiterschaft die Gewerkschaft beauftragt,. die diesbezüglichen Schritte einzuleiten. Die Verhandlungen zwecks Schaffung einer Lohnliste für die Knopfglasbranche scheiterten aus dem Grunde, weil die Vertreter der Genossenschaften den Abschluß von der Gesetzwerdung der Handwerksmäßigkeit für die einzelnen Branchen der Gablonzer Industrie abhängig machen. Die Vertreter des Glasarbeiterverbandes haben in einer Konferenz zu allen schwebenden Fragen Stellung genommen und werden alle Kraft daran setzen, um den berechtigten Forderungen der Arbeiter zum Erfolge zu verhelfen. Seite 6 „Sozialdemokrat" Samstag, 17. November 1934. Nr. 270 Machen Sie einen Versuch rr.lt Togal, Sie können sich viele qualvolle Stunden ersparen. Togal bringt Ihnen Linderung selbst in veralteten Fällen. Fragen Sie Ihren Arzt. In allen Apotheken. Preis KC 12— Prager Zeitung Hilfsaktion für Arbeitslose des Steinschönauer Gebietes Am Sonntag, den 18. November erfolgt die Sammlung in folgenden Bezirken: U 2.,(teilweise) 5., 3., 4., 7., 8., 9., 10., 16., 18., und 19. in der Zeit von 9 dis 12 Uhr vormittags. Die Genoffen werden gebeten, die Spenden varzubereiten. Gesammelt werden: Kleider, Wäsche, Schuhe und Spielsachen für Kinder«nd Geldspenden. Gcrldifssaal Diebstahl an einem Epileptiker Wegen Verbrechens angeklagt, wegen Uebertretung verurteilt. Prag. Das Delikt des Diebstahles wird nach dein Strafgesetz verschieden qualifiziert. Geringfügige Diebstähle kommen als llebertretungen vor die Bezirksgerichte und werden mit A r r e st bestraft, größere gelten als Verbrechen, werden vor den Kreisgerichten verhandelt und ihre Strafe ist s ch w e r e r Kerker. Unter besonderen Umständen kann aber auch der kleinste Diebstahl zum Verbrechen werden. Abgesehen von den Fällen, die mit Gewaltanwendung verbunden sind, gilt auch der gewöhnliche Diebstahl unter besonderen Umständen stets als Verbrechen, mag der Schadenswert noch so gering sein. Düs Gesetz zählt in diesem Zusammenhang vor allem Diebstähle bei Elementarkatastrophen und änderen außerordentlichen Situationen auf: bei Feuersbrünsten, Hochwafferkatastrophen, Epidemien und auch Leichenfledderei auf dem Schlachtfeld. Ebenso gelten als Verbrechen alle Diebstähle, die an Personen begangen werden, die in einem hilflosen Krankheitszustand waren. Ein solcher Fall— sie sind nicht häufig— wurde heute vor dem Senat Knaute.verhandelt. Der Geschädigte ist unheilbarer Epileptiker. Vor anderen bedauernswerten Schicksalsgenossen hat er den Vorteil voraus, daß ihn die Anfälle nicht urplötzlich und ohne Warnung befallen, sondern sich durch Beklemmungen ankündigen. Eines Tages im September ging der. Kranke in der Umgebung von Rüste spazieren, als er die wohlbekannten Beklemmungsgefühle verspürte. Es^gelang ihm eben noch zur rechten Zeit in einen Schupfen zu flüchten,«he ihn der Anfall überkam. Als er die Besinnung wiedererlangte, bemerkte er eben noch. Wie«in unbekannter Mann eilig den Schupfen verließ. Ein unwillkürlicher Griff in seine Taschen belehrte ihn, daß ihm seine Taschenuhr gestohlen worden war. Er schleppte sich zur Türe und sah den Unbekannten davonlaufen. Zu einer Verfolgung reichten seine Kräfte nicht aus. Der Täter wurde nur durch einen Zufall entdeckt, der Bestohlen« erkannte ihn in einem jungen Bettler, der vor dem Messepalais sein Gewerbe betrieb, um den Erlös'hierauf in ein benachbartes Wirtshaus zu tragen. Er wurde verhaftet und man identifiziert« ihn als den 20jährigen, mehrfach vorbestraften Vagabunden und Berufsbettler Rudolf K l u t t i g. Zunächst leugnete er, dann aber gab er den Sachverhalt zu. Die Uhr war eine billige Rickeluhr und hatte nicht mehr als 100 Kc gekostet. Da der Diebstahl aber an einem hilflos Kranken begangen worden war, klagte die Staatsanwaltschaft den Fall als Verbrech e n ein. Bei der Hauptverhandlung verteidigte sich der Angeklagte damit, er habe geglaubt, der Bestohlene schlafe in dem Schupfen einen Rausch aus und habe nickst gewußt, daß er einen vom Krampf befallenen Epileptiker. vor sich habe. Diese Verteidigung war nicht schlüffig zu widerlegen und so, entschloß sich der Gerichtshof nach dem Rechtsgrundsatz:„Im Zweifel zu gunsten des Angeklagten", diesen nur der Uebertretung des Diebstahls schuldig zu erkennen und ihn mit vierzehn Ta- g en strengen A r r e st e s zu bestrafen, rb. Mittellungen ans dem Publikum ES regnet Schnupfen! Tatsächlich: die feuchte Kälte im Herbst zieht„durch Mark und Bein" und ist glücklich, wenn sie ein„Angriffsobjekt", eine nicht ganz widerstandsfähige Körperstelle findet.— Wappnen Sie sich! Regelmäßige Einreibungen mit dem Alpa-Franzbranntwein bekämpfen"diese Angriff« höchst wirksam; das sagt sicher auch Ihr Arzt! 100 Vorträge Schule und Volkserziehung Der Vortrag des Reichenberger Genoffen Professor Paul Fürstenau über„Die Schule als Grundlage■ der Volbterziehung" war di« denkbar beste Eröffnung des neuen kulturpolitischen Kurins unseres Prager Bezirksbildungsausschusses: im Aufbau aufs glücklichste den Richtlinien der Vortragsreihe angepaßt, in allen Einzelheiten vom historischen und aktuellen Wissen des Fachmannes erfüllt, in den Gedanken llar, anregend und zielweisend— und im Stil eine vorbildliche Einheit von überzeugender Sachlichkeit und fesselnder Lebendigkeit. Ein Schulmann sprach, der die Bedeutung der Schule' zu würdigen weiß, ohne sie an überschätzen,— denn er sieht ihre Funktion nur als„Mitwirkung"' bei der Erziehung an, deren Wichtigstes Familie und Umwelt besorgen. Ein Schulreformer sprach, der sich nicht damit begnügt', das Bestehende zu kritisieren, sondern Wege zur Aenderung und Besserung weist. Nach enrem historischen Ueberblick über die Entwicklung des europäischen Schulwesens ging der Redner.zur Kritik an dem bestehenden Schulaufbau über, der dem Schüler zu wenig Möglichkeiten biete, von der einmal begonnenen Ausbildung zn einer anderen überzugehen, wenn er seine mangelnde Eignung für die gewählte Schulart entdeckt hat. Noch schärfer« I Kritik aber übte Fürstenau an der durch das gegenwärtige Schulsystem betriebenen Auslese, di« einem geringen Bruchteil der Jugend«in Bildungsprivileg verleiht(knapp zwei Prozent aller Schüler in der Tschechoslowakei gelangten im Jahr« 1930 in die Hochschule und knapp fünf Prozent in die Fachschulen), ein Bildungsprivileg, das noch dazu bei der heutigen Form des autoritären und auf Dressur eingestellten Schulbetriebs überaus fragwürdig ist. Di« Schule im Kapitalismus ist in der Praxis das Gegenteil der vielzitierten„freien Bahn für den Tüchtigen", ist aber auch vielfach Hindernis der Erziehung zur Demokratie, solange sie auf dem Autoritätsprinzip aufgebaut ist und solange ihre Lehrer zum überwiegenden Teil reaktionär eingestellt sind. Auch die ans dem Volke nach..oben" gelangenden Hochschüler werden in dieser Schule meist nur zu intellektuellen Dienern der herrschenden Klaffe. Der autoritären Schule stellte der Redner die Arbeitsschule gegenüber(die im deutschen Gebiet erst in wenigen Ansätzen verwirklicht ist), dem Bildungs- Trnfii in. iJB—iiiii iiii um hi hihi 11—1111111111 ihwi Kunst und Wissen ! Theaterfonds beim Schulministerium i Schulminister Dr. K r c m a k erwähnte im Bud- getausschuß u. a. daß der Gedanke eines Theaterfonds weiter verfolgt werde. In dieser Rich- tung werde in kurzer Zeit ein Gesetzen twurf vorgelegt werden, denn der Minister wünsche, daß die Erteilung von Subventionen nach einer bestimmten Norm erfolge. Wochenspielplan des Renen Deutschen Theaters. Samstag halb 8:RachtvordemlIltimo, D2. — Sonntag 10: Deutfcher Turnverband, Arbeitervorstellung: halb 3: Zwei Witwe», halb 8: Die Hugenotten,A2.— Montag halb 7: Der Zigeunerbaron, Theatergemeinde der Jugend. — Dienstag halb 8: Zwei Witwen A 2.— Fremde nverkehrB 2.— Donnerstag halb 8: Giuditta, E 2.— Freitag%8: LaBoheme Festvorstellung des Verbandes der deutschen Journalisten in Böhmen.— Samstag halb 8: Menschen in Weiß, Erstaufführung, D 2. Wochenspielplan der Kleinen Bühn». Samstag 8: HochklingtdasLiedvombravenMann. — Sonntag 3: Hoch klingt das Lied vom braven Mann, 8:Fremdenverkehr. — Montag: Bankbeamte und freier Verkauf: Nacht vor demUltimo.— Dienstag 8: Fremdenverkehr.— Mittwoch halb 8: Die Marn«, Gastspiel Binder-Hart-Berghof.—, Donnerstag 8: Fremdenverkehr.— Freitag 8: Sensationsprozeß. Kulturverbandsfreunde und freier Verkauf.— Samstag 8 U: Hoch klingt das Lied vom braven Mann. Der Film Das Ende der Krise Der Regiffeur Robert S i o d m a k, der vor fünf Jahren in Berlin mit seinem Avantgarde-Film „Menschen am Sonntag" bekannt geworden ist und nachher bei der Ufa in Diensten stand, lebt jetzt als Emigrant in Paris. Der lustige Film, den er dort (nach einer Novelle seines Bruders Kurt) gedreht | hat, beweist, daß Siodmaks Talent nicht verkümmert l ist. Er hat sich den Sinn für jugendlich übermütige Erwartet Sonntag die Sammler der„ftrbeiterfürsorge“! Privileg stellte er die Aufstiegsmöglichkeit aller(durch Errichtung von Schülerhcimen für Minderbemittelte) und die Zusammenarbeit von Akademikern und Nicht- Akademikern gegenüber, und die reaktionäre Lehrerschaft empfahl er der Kontrolle durch die Elternbeiräte. Besonders lebhaft wandte er sich gegen die Gleichgültigkest, die auch in manchen sozialistischen Kreisen der Partei gegenÄer’ dem Schulproblem herrscht und die Arbeit der Schulreformer, die schon mit konservativen, klerikalen und agrarischen Schulpolitikern zu kämpfen haben, noch erschwert. Der Redner betonte, daß für die Entwicklung des Menschen das Kindesalter entscheidend sei. Am meisten Bedeutung häbe die Familienerziehung in den ersten Lebensjahren,— und was da noch nicht verdorben werde, das verderbe dann die Schule in der Pubertätszeit. Es wäre, wie Fürstenau meinte, naiv zu glauben, daß«in Mensch, der in Elternhaus und Schule nach dem fascistischen Autoritätsprinzip, erzogen worden sei, sich nachher plötzlich demokratisch aufführen werde. Darum seien Kindererziehung und Schulbildung eminent wichtige' sozialistische Probleme. Die lange, ernste und angeregt« Aussprache, die sich an den Vortrag anschloß, bewies, daß der Redner die Zuhörer von der Wichtigkeit des Themas überzeugt hatte.,—eis— Der Kinderarzt Dr. Lawatschek wird Montag, den 19. d. M. um 8 Uhr ahends im Nahmen der Deutschen Gesellschaft für.sittliche Erziehung über „SeelennöteundErziehungim S p i el- alter" einen Elternabend veranstalten. Der Vortrag findet im Frauenfortschritt, Prag ll., Krakovskä 21. statt. Eintritt frei. Anfragen und Debatte." und locker-parodistische Wirkungen bewahrt,— und er hat mst Witz und Geschick den garnicht humoristischen Stoff des Zeitenelends für einen spottenden, singenden, mit Wunschträumen scherzenden und mit Galgenhumor erfüllten Film benützt. Es ist etwas beinahe echt Pariserisches geworden: ein ausgelassenes Spottlied, das mit dreister Grazie von der Not des' Tästes stützt. DaS Unmögliche wird möglich, weil die Hand- lung unter Komödianten und zwischen Kuliffen spielt, in einer Atmosphäre, in der Ernst und Spiel zusammenfließen. Eine engagementslose gewordene Thea- tertruppe zieht unter Absingung eines Revueschlagers vom rontantischen Paris in die Seinestadt ein, erhält dort, weil der Liebhaber bei der Hausverwalterin Gefallen findet, in'einem leerstehenden Theater Unterkunft,—und dort entsteht eine neue Revue „Die Krise ist zu Ende", zu der auf die abenteuerlichste Art die Requisiten besorgt und das Publikum' herbeigelockt wird, was noch durch ein Abenteuer der Hauptdarstellerin mit einem unzufriedenen Mäzen aufregend komisch erschwert wird. Das ergibt eine. Fülle grotesker Wendungen und Situationen und am Ende ein ironisches Theatermärchen vom Schlaraffenland, aber da auch die ernsten Töne der Solidarität und des jugendlichen Selbstbehauptungswillens, vernehmbar sind, kann es selbst den nicht verdrießen, der unter die Oberfläche blickt. Das Ganze hat mit Recht etwas Skizzenhaftes, Spielerisches, sprunghaft Bewegliches,— und der Hauptdarsteller Albert Pxejeauist der.richtige Mann für diesen Stil. Während Danielle Darrieux(deren Qualitäten schon der Barran- dov-Film„Wolga in Flammen" erwiesen hatte) um einige Grade zu ernst und gefühlvoll erscheint. —-ei^- Ans der Partei Parteitagungen in West- und Südböhme». Morgen Sonntag finden folgend« Bezirkstagungen statt: In Mies wo über die politische und wirtschaftliche Situation Abgeordneter Genosse Iaksch sprechen wird, diese Tagung wird sich vor allem mit der Durchführung des Kreisarbeitsplanes 1934/35 befaffen, den Gebietssekretär Genoffe Brantl erläutert.— JnMarienbad wird Genoffe Senator Stark über die wirtschaftliche und politische Lage referieren. Den Kreisarbeitsplan wird Genosse Gebietssekretär Mülle r behandeln. In der Konferenz wird auch dieMeuwahl der Bezirksleitung vorgenommen werden.— In Wallern findet eine Distriktskonferenz statt. Referent Gen. H e r b i g- B.-Budweis.— Eine weitere Tagung findet schließlich in Erdweis statt. Redner: Kreissekretär Genösse Wank«. Nachmittags Ebenfalls in Erdweis eine öffentliche Versammlung der Partei. Dentsche sozialdemokratische Bezirksorganisation Prag. Montag, den 19. November, Sitzung der Bezirksvertretung im Parteiheim, Narodni tr. 4/11.. Freie Bereinigung sozialistischer Akademiker. Montag, den 19. November, um 20 Uhr in Prag II, Narodni tr. 4, 3. Swck, Arbeitsabend:„Nationale und internattonale Politik". Sunil• Spiel• Körperpflege »Die Auge« des D«ee.. ♦* Die englischen Zeitungen befaffen sich ausführlich mit der Fußball-Länderkampf Englan d— Italien und stellen einmütig fest, daß die Italiener-se h r unfair gespielt haben. Selbst die Zuschauer waren darüber empört und demonstrierten gegen die Fascifien. Die„News Thronicle" verlangt, daß überhaupt keine Spiele mehr mit den kontinentalen Teams ausgetragen werden sollen.„Daily Mirror" spricht gar von einer S ch l a ch t bei High- bury und illustriert das rohe Spiel der Italiener Mit einer Liste von Verletzten. Alle englischen Spielet — mit Ausnahme des Tormannes— wurden mehr oder minder verletzt. Einem Engländer wurde das Nasenbein gebrochen, ein anderer erlitt einen Schlüsselbeinbruch. Wir in Mitteleuropa kennen ja di«:„Spielweise" der italienischen Fascisten und besonders in Prag haben sie schon arge Exzeffe geliefert. Den Engländern ist aber dieser Länderkampf sehr schlecht bekommen, denn daß sie beinahe ein« ganze Mannschaft als Verletzte in Rechnung stellen müssen, das haben sie am wenigsten erwartet. Die„Augen des Duke" haben ihre Schuldigkeit getan... Ein Wiener Profiklub im Ausgleich. Der Fußball-Sportklub Donau, der sich in der zweüen Profiliga befindet, ist in große Geldschwierigkeiten BILLIG weil«USaiEBie w- SCHMACKHAFT -Kakao NICHTVERSTOPFEND NAHRHAFT-SXTTIQEHD, deshalb BILLIG Verkaufszentrale: VIBU. PRAHA II., Hybernskä 2 Tel. 23219 Tel. 23219 geraten. Seine Passiven betragen 21.700 Schilling, denen 16.000 Schilling an Aktiven gegenüberstehen. Donau bietet seinen Gläubigern«inen övprozentt- gen Ausgleich, der aber erst nach zwei Jahren vom Tage der Annahme gerechnet zahlbar sein soll. Sonja Henie» die norwegische Weltmeisterin im Eiskunstläufen, sollte in den nächsten Wochen in Amerika an den Start gehen. Da aber ihr Auftreten in der Art der Aufmachung doch nicht ganz den Bcstinkmungen des Amateurismus entspricht^ so wie man diesen eben im bürgerlichen Sport auffaßt, hat die bürgerliche Eislauf-Internationale ihren Start in Amerika verboten. Verelnsnadirlditcn Ortsgruppe Prag. Sonntag, den 18. November, um halb 9 Uhr bei der Endstation der öer-Elektrischen in HlupoCepy. Wanderung ins Zigeunertal. Führer: Plotz. Auskünfte und Anmeldungen jeden Freitag von 6 bis halb 8 Uhr in der Geschäftsstelle in Prag II, Nä- rodni ti. 4. 2. Stock. Filme in Prager Lichtspielhäusern Adria:„Mutter Kracmerka"(Tsch.)— Alfa: „H e j R upl" Voskovec und Werich(Tsch.)— Avion:„Der Sohn des Scheichs" Rudolf Valentin». (A.)— Pernnck:„Maskerade"(Tsch.)— Feniz: „Mutter KraCmerka"(Tsch.)—Flora:„Amok, der Fluch der Tropen.(Tsch.l— Kinema, B-Th.: Journale, Groteske, Reportage, halb 2 bis viertel 8. Koruna:„Das Geheimnis von Loch Neß"(E.)— Kotva:„Kleine Frauen"— Lucerna:„Kleine Frauen", Katharine Hepburn(A.)— Olympic: „Das Geheimnis vom Loch Neß"(E.)— Passage: „Bengal"— Praha:.Das Ende der Krise"(Fr.) — Radio:„Am Heiligen Berg"— Skaut:„Iudex" (Fr.)— Svktozor:„Das Ende der Krise"— Alma:„Der Mann zweier Welten", Fr. Lederer. (A.)— Baikal:„Am Heiligen Berg"—- Bkseda: „Die Versuchung der Frau Antonie"(Tsch.)— Favorit:„Maskerade"(D.)— Illusion:„Amol, der Fluch der Tropen"(Tsch.)— Lido:„Die Schloßherrin vom Libanon"(Fr.)-- Louvre:„Am Heiligen Berg"— Roxtz:„Am Heiligen Berg" (Tsch.)— Sport Smichov:„Frasquita"(D.)— Baldek:„Am Heiligen Berg"(Tsch.) OPTIK u. FOTO DEUTSCH Prtkopy 2256 BÖHMISCHE UNION-BANK (VEREINIGT MIT DEM ALLGEMEINEN BÖHMISCHEN BANK-VEREIN) Zentrale in Prag Aktienkapital« 200.000.000*— Reservefonds« 201,550.000— FILIALEN; Asch, Aussig, Bodenbach, Böhmisch-Bud weis, Bratislava, Braunau i. B., Brünn, Brüx, Frelwaldau, Fry- dek. Gablonz a. N., Graslitz, Hohenelbe, Ighui, Jttgerndorf, Karlsbad, Königinhof a. E. Leitmeritz, Marienbad, Mtthr.* Ostrau, Mähr.-Schönberg, Neu-Titscheln, Olmütz, Pardu- bits, Pilsen, ProstÖjov, Reichenberg, Rumburg, Saaz, Tep- litz-Schönau, Trautenau, Troppau, Warnsdorf, Zwittau. EXPOSiTUREN; Prag-Lieben und Prag-Weinberge, inctar- Abteilungen; Prag, Bratislava, Olmütz, Troppau. Aiili-Elenenlar Versicherungs-Aktiengesellschaft in Wien Direktion für die C. 8. R. in Prag General-Agentaehaft Reiehenberg empfiehlt sich zum Abschluß von Feuer- Unfall-, Haftplicht-, Einbruch-, Auto-,Transport-, Pferde- und Viehversicherungen zu kulanten Preisen. 2255 Bargarantiemittel in der CSR. 86 Millionen. Büros: Prag, Närodni tf. 17. Reichenberg, Schiltzeng. Nr. 21 Brünn, Theatergasse Nr. 6. Bezugsbedingungen: Bei Zustellung ins Haus oder bei Bezug durch die Post monatlich Kd 16.—, vierteljährig KC 48.—. halbjährig KC 96.—, ganzjährig KC 192.—.— Inserate werden iaür Tarif billigst berechnet. Bei öfteren Einschaltungen Preisnachlaß.—Rückstellung von Manuskripten erfolgt nur bei Einsendung der Retourmarken.— Die Zeitungsfrankatur wurde von der Post« und Telegraphendirektton mit Erlaß Nr. 13.800/VII/1980 bewilligt. Druckerei: JDr6i8" Druck«. Verlags- und Zeitungs-A.-G.. Prag.