I ZENTRALORGAN DER DEUTSCHEN SOZIALDEMOKRATISCHEN ARBEITERPARTEI IN DER TSCHECHOSLOWAKISCHEN REPUBLIK ERSCHEINT MIT AUSNAHME DES MONTAG TÄGLICH FRÜH. Redaktion und Verwaltung präg xiufochova«2. Telefon 53t>77. Administration Telefon 53075. HERAUSGEBER: SIEGFRIED TAUB. CHEFREDAKTEUR! WILHELM NIESSNER. VERANTWORTLICHER REDAKTEUR! DR. EMIL STRAUSS. FRAG. Einzelpreis 70 Heller (•inKhIielMich 5 Heller Forto) 14. Jahrgang Samstag, 22. Dezember 1934 Nr. 299 Anläßlich der Weihnachtsfeiertage wird unser Blatt bereits am Dienstag, den 25. Dezember, zeitlich früh, als Wech- nachtsnummer in verstärktem Umfange m allen Orten sein, und können unsere Kolporteure die Zeitungen schon um 6 Uhr früh von der Bahn abholen. Die Ausgaben von Mittwoch, den 26., und Donnerstag, den 27. Dezember, entfalle«. Unser Blatt erscheint erst Freitag, den 28. Dezember, wieder normal. Am Dienstag, den 1. Jänner 1985, erscheint unser Blatt als Nenjahrsnnmmer im verstärkten Umfang, die Mittwoch- ausgabe vom 2. Jänner entfällt, da am Neujahrstag nicht gearbeitet wird. Die Verwaltung. Schuschnigg schützt PercevK Wien. Der bekannte kroatisch- Emigrantenführer Oberstleutnant a. D. Perceviä, der vor einiger Zeit von der Wieckdr Staatspolizei im Zusammenhang mit dem Marseiller Attentat auf Ersuchen der französischen Behörden in Haft genommen worden war. ist vorgestern wieder auf freien Fuß gesetzt worden. Das Auslieferungsbegehren wurde abgelehnt. Saarpolizei eingerückt Saarbrücken. Donnerstag trafen im Saargebiet die letzten englischen Militärabteilungen und auch italienisches Militär ein. Die Bevölkerung nimmt die Truppen mit Neugiebde, im ganzen aber gleichgWig auf. Damit sich ähnliche Vorgänge, wie der Zwischenfall des englischen Offiziers vom vergangenen Sonntag, nicht wiederholen, wurde den Truppen vollkommene Enthaltsamkeit angeordnet. Außerdem erließ das britische Militärkommando einen Befehl, in dem es heißt, daß eventuelle Ehen englischer Soldaten mit Saarangehörigen nicht berücksichtigt werden und daß Soldaten, die sich im Saargebiet verheiraten, nicht den' Sold der Verheirateten erhalten werden.. Vie Saar muß frei bleiben! London. Max B r a u n, der Führer des Abwehrkampfes an der Saar, führt im i„D a i l y H e'r a I b" aus, es sei eine Lebensnotwendigkeit für Europa, daß das Säargebiet n i ch t zu Hitlerdeutschland zurückkehre. Falls das Saargebiet in das zersetzende nationalsozialistische Milieu gelange, werde dem Nationalsozialismus der Weg in alle benachbarten Staaten geöffnet sein. In diesem Falle wird nicht die Gefahr schwinden, sondern es werden sich im'Gegenteil neue Versuche zeigen, alle deutschsprechenden Völker zwecks Beherrschung Europas zu vereinigen. Ausländertaxe in Frankreich Bis zu 10 Prozent des Lohnes Paris. Der Finanzausschuß der Kammer verhandelte mit dem Arbeitsminister Wer die Einführung einer besonderen Taxe, die diejenigen Arbeitgeber zu zahlen haben werden, die ausländische Arbeiter bei sich beschäftigen. Diese Taxe wird je nach dem Gebiete und der Beschäftigung des ausländischen Arbeiters 0.5 bis 10 Prozent des Lohnes betragen. 40 Prozent des Ertrages dieser Steuer werden für eine Verbesserung der praktischen Ausbildung französischer Arbeitsloser und zur Deckung der mit dem Transport ausländischer Arbeiter in ihre Heimat verbundenen Kosten verwendet werden. Der Arbeitsminister machte nämlich aufmerksam, daß Frankreich dem. fremden Arbeitern, wenn diese nicht rechtzeitig in ihre Heimat zurückgeschickt werden, Arbeitslosenunterstützung zahlen muß. Das betreffende Kapitel wurde angenommen und wird noch im Läufe dieser Woche in das Budgetgesetz für das nächste Jahr eingestellt werden. Die Sinowjew-Gruppe vorge- getreten ist, was bedeutet, daß die neue Regierung der Sympathie der Radikalen wahrscheinlich nicht ganz entbehren wird. Slawonien ist durch den Minister Marus i c vertreten. Die Radiä- Pärtei, die kroatische Bauernpartei, ist durch den Abgeordneten von Sebenico, K o z u l j, vertreten, der heute in der jugoslawischen Skupschtina Mitglied des oppositionellen Klubs des Abgeordneten Perka ist. Von den alten Führern der Regierungspartei gehört keiner dex Regierung an. Trotz dem ablehnenden Standpunkt der radikalen Partei ist es charakteristisch daß der bekannte Führer der radikalen Partei, Dr, Stojadinovic— wenn auch nur für seine Persom—in die Regierung ein- .* In ein« den Vertretern der Presse erteilten Erklärung kündigt Ministerpräsident Jevtiä an, daß die Regierung in einer alsbald zu veröffent- lichenhen Deklaration ihr Arbeitsprogramm mit- teilen werde. Er habe auch jenen die. Möglichkeit einer Zusammenarbeit geboten, welche bisher abseits in Opposition standen. Einvernehmen und Zusammenarbeit seien die Hauptvorzüge der jugoslawischen auswärtigen Politik, welche gute Resultate gebracht hätten; er hoffe; daß auch in der inneren Politik die erwarteten Resultate erzielt werden. OhnePortefeuille: Dr. Hasan- b e g o v i L(Abgeordneter und Vizepräsident der Skupschtina). des Mordes an Kirow bezichtigt Amtlich: Organisierte Verschwörung/ 14 Verhaftungen her wurden 14 Verhaftungen nommen, darunter S ch a z h i(ehemaliger Generalsekretär der kommunistischen Jugend der Sowjetunion),Rumjanzew(ehemaliger Volkskommissar für Landwirtschaft), Lewin und Mantel» stamm. Alle diese Verhafteten find Mitgliederder Partei. Sie wurden vor längerer Zeit wegen feindlicher Tätigkeit aus der Partei ausgeschloffen, aber dann wieder ausgenommen, nachdem sie erklärt hatten, den Partcianordnungen zu folgen. Die 14 Verhafteten wurden zur Verfügung des Militärgerichtshofes gestellt. Es bestätigt sich also, daß Kirow von einem Mitglied der Partei ermordet wurde und daß sich an der illegalen Verschwörung gegen die Partei zahlreiche Personen beteiligt haben, die früher bedeutende Aemter in der Regierung und der Partei eingenommen hatten. * Heber eine Verfolgung von Sinowjew und Katalinow wurde von keine Mitteilung ge macht. Die Minister haben den Eid bereits Freitag um 18 Uhr 30 abgelegt. Das neue Kabinett setzt sich aus acht Serben, einem Serben aus den befreiten Gebieten, zwei Kroaten, zwei Slo- venen und einem bosnischen Mohammedaner zusammen. Aus dem früheren Kabinett UzunoviL gehören der neuen Regierung nur drei Mitglieder Jevtiä, General Zivkoviä und Dr. Kojik an. Das politische Rückgrat des neuen Kabinetts, dessen Mitglieder bis auf fünf Nichtparlamentarier sind, weredn Ministerpräsident Jevtiä und die Minister Zivkoviä und K oj i c bilden. Ein auffallendes und charakteristisches Kennzeichen der neuen Regierung ist die verhältnismäßige I u- g e n d ihrer Mitglieder. Das Durchschnittsalter der neuen Minister beträgt 45 Jahre. Die neue Regierung wird sich offenbar auch auf die jün geren Elemente im gegenwärtigen jugoslawischen Parlament und auf einige rein jugoslawische Be wegungen im Lande,. wie z. B. die Genoffen- schaftsbewegung, ferner auf die Jugoslawische Aktion, und auf. die jugoslawische Bewegungen Slowenien, die sogenannten.Frontkämpfer, stützen. Moskau. Amtlich wird mitgeteilt: Das Bundeskommiffariat des Innern(OGPU) hat die Untersuchung gegen den Mörder Kirows abgeschloffen. Das gesamte Anklagematerial wurde zur Aburteilung dem Militärausschuß des Obersten Gerichtshofes iipergeben. Die Untersuchung hat ergeben, daß der Anschlag von einer illegalen Organisation vorbereitet wurde, die den Kreisen um Sinowjew und Trotzki angehörte und die sich zur Aufgabe gemacht hatte, durch Terrormaßnahmen die Parteileitung zu zwingen, den jetzigen politischen Kurs aufzugeben und die Sinow- jew-Trotzkischen Ansichten in der Sowjetunion zu vertreten. Die Untersuchung hat b e w i e s c n, daß sich die Organisation die besondere Aufgabe gestellt hatte, Kirow zu ermorden, weil er durch seine Maßnahmen die Auflösung der illegalen Organisation verfügt und mit allen ihm zur Verfügung stehenden Machtmitteln die illegale Gruppe Verfolgt hatte. Di« gesamt« Organisation stand unter Leitung von Katalinow. Bis- Justiz: Dr. K o j i L. Soziale Fürsorge: Dr. M a r u- s iö(Banus des Draubanates aus Ljubljana). Landwirtschaft: Dr. Draguslav JankoviL(Vertreter des Verbandes der serbischen landwirtschaftlichen Genossenschaften). Oe ffentliche Ar beiten:. Dr. K o j u l j(Abgeordneter, Mitglied der Oppost- tionsgruppe des Abg. Preka)(Kroatien). Körperkultur: Dr. Ludevit Auer MinisterpräsidiumundAeuße- r e s: Bogoljub Jevtiä. Krieg: General Petar ZivkoviL. Inneres: zPelja P o p o v i L(Banus des Vrbas-Banates ans Sarajevo). Finanzen: Dt. Stojadinovik. Verkehr: Jng. Dimitrije V u j i i(Abgeordneter). Forstwesen und Bergbau: Sveta P o p o v i ä(Abgeordneter). Unterricht: Stevan E i r i ä(Abgeordneter). Handel: Dr. Milan B r b a n i L(Senator und Borsitzender der Agramer Industriekammer). Analogien Es ist im Wesen des Fascismus, der in den einzelnen Ländern sich nationalistisch austobt, begründet, daß er internationale Ausbreitung suchen muß, wenn er seine Hauptaufgabe, als Hilfstruppe des internationalen Kapitalismus zu dje- nen, erfüllen will. Wer Gelegenheit hatte, gewisse , Vorgänge vor Hitlers Machtergreifung in Deutsch- , land zu beobachten, muß gewisse Analogien fest- ,.stellen zwischen den politischen Manövern der deut- ' scheu Nationalsozialisten und den Fascisten in un- ’ serer Republik. ' Die letzten Vorgänge,— das Verhalten der ’ deutschen,— und die Demonstrationen der tsche- ' chischen Studenten und Fascisten sollen bei unfe- i ren Betrachtungen ausgeschieden werden» obwohl auch bei'diesen Vorgängen Erinnerungen an gewisse nationalistische Tumulte in Deutschland auftauchen. Was sonst sich zuträgt in unserem Lande läßt gewisse Schlüffe zu auf die Absichten der Fascisten,.ihre. Macht international zu verankern. Die Zusammenstößeckn Saaz, bei denen die städtische Polizei einseitig gegen Sozialdemokraten, Angehörige einer Regierungspartei in einer nicht zu rechtfertigenden Weise borging, sozialdemokratische Abgeordnete nach Waffen durchsuchte und die Henleinanhänger mit'größter Schonung behandelte, sind Anzeichen beginnender Fascisierung des Beamtentums. So sing es auch in Deutschland an. • Bei Versammlungszusammenstößen ging die Polizei bereits zu der Zeit, als die Sozialdemokratie das Kabinett Brüning noch tolerierte,— meist allerdings die staatliche,— in den wsitaus meisten Fällen,gegen die Sozialdemokraten oder die Kommunisten vor. Die örtliche Polizei verhielt sich je nach der Zusammensetzung der Gemeindevertretung oder der Einstellung der Polizei, den Weisungen ihrer vorgesetzten Behörden entsprechend, im allgemeinen aber zurückhaltender. Versammlungsbesucher, die den. Arbeiterparteien angehörten, wurden bei' der Räumung der Lokale von der staatlichen Polizei drangsaliert, herausgegriffen, vor Gericht gestellt,— meist wurden Landesfrie- densbruchprozstsse eingeleitet,— und zu hohen Freiheitsstrafen verurteilt. Die Strafjustiz war bereits dem Fascismus ergeben. Die bürgerlichen Gerichte verurteilten die Vertreter der Partei zum Ersatz des bei Zusammenstößen verursachten Schadens, auch wenn die Provokationen der Nazis festgestellt waren. Daß die bereits halbgleichgeschaltete Preffe, die unter dem Druck der Nationalsozialisten in Marxistenbekämpfung machte, die öffentliche Meinung zugunsten der Provokateure beeinflußte, sei nur der Vollständigkeit halber festgestellt. Die Hakenkreuz-Fascisten stellten sich als Unschuldslämmer hin. War es in einem Falle wirklich einmal nicht zu umgehen, daß ihre An- i Hänger gestellt wurden, schüttelte man' sie, verleugnete sie, oder schloß sie gar, natürlich nur vdr- ——. übergehend, aus der Partei aus. Im übrigen er« (Abgeordneter aus der kroatischen Stadt Sisak). hoben sie ein geräuschvolles Geschrei über marxistischen Terror und hatten Erfolg damit. Das Verhalten der Henleinfascisten ist naturgetreu den großen Vorbildern nachgeahmt. Täuschen wir uns nicht I Die Kräfte, auch in unserer Republik fascistische Methoden zu praktizieren, sind viel intensiver am Werk, als allgemein zu erkennen ist. Die Wühlarbeiten zur Nie- derringung der llassenbewußten Arbeiterschaft und Beseittgung des sozialdemokratischen Einflusses werden auch hier systematisch betrieben. Das kann man sehr deutlich beobachten bei der Kommunalpolitik. Wo immer die Möglichkeit gegeben ist, schließen die Vertreter der bürgerlichen Parteien sich zu einem Block gegen die Sozialdemokratie zusammen, um gegen die Kommunalwirtschaft schlechthin, gegen gemeinwirtschaftliche Bestrebungen, großzügige Wohnungs- und Sozialpolitik anzurennen. In der Auswahl der Mittel ist man dabei nicht wählerisch. Man läßt sich sogar die Hilfeleistung der Kommunisten gern gefallen, die in ihrem verblendeten Haß gegen die Sozialdemokratie die ihnen zugedachte schäbige Rolle anscheinend nicht erkennen, oder sie absichtlich spielen. Unternehmersekretäre protestieren gegen Sozialpolitik, fertigen Proteste und Beschwerdeschriften an gegen fortschrittliche Beschlüsse in den Gemeinden und kämpfen mit nicht immer fairen Mitteln gegen die angebliche hohe Belastung des Händels- und Gewerbestandes und der Industrie durch Soziallasten. Und sicher ist es keine Zufälligkeit, daß zu gemeinsamen Beratungen der Bürgerlichen Angehörige der Henleinfront zug^ogen werde«,, wenn Kabinett 3evtic gebildet Fast durchwegs neue Männer Heranziehung der gemäßigten Opposition Belgrad. Der Bevollmächtigte des königlichen Regentschaftsrates Minister Jevtiä hat die neue Regierung in folgender Zusammensetzung gebildet: Seite 2 Samstag, 22. Dezember 1934 Nr. 2N9 Aus der Senatsrede des Genossen Dr. Heller; Not und Terror an der Grenze Brave Grenzbewohner von Nazi- und SM Terror bedroht Wie wir schon gestern kurz mitteilten, hat sich Genosse Dr. H e l l e r in der letzten Senatssitzung vor den WeihnachtSferien mit den Verhältnissen im mittleren Erzgebirge befaßt» wo die Bezirke Katharinaberg, Presmitz, Wcipert und Sebastiansberg z« den größten Notstandsgebieten der Republik gehören. Neben der unbeschreiblichen Not zermürbt auch der Politische Druck von jenseits der Grenze und der Terror unserer für die Ziele der SHF begeisterten Nnternehmer die braven Menschen, für die Genosse Dr. Heller ausreichende Hilfsmaßnahmen und vor allem Arbeitsbeschaffung forderte. England will seine Flottenstärke zeigen London. Zu dsn großen Veranstaltungen, die im kommenden Jahre aus Anlaß des Silbernen Regierungsjubiläums des Königs Georg V. geplant werden, gehört eine auf den 16. und 47. Juli 4938 festgesetzte große Flottenparade. Schlachtschiffe und Schlachtkreuzer, Kreuzer und Zerstörer, U-Boote und Flugzeugmutterschiffe mit einer Anzahl von Hilfsseesahrzeugen— insgesamt ungefähr 80 Kriegsschiffe— werben bei Spit- head versammelt sein. Cs soll die größte britische Flottenschau seit Ende des Weltkrieges Werden. Es Wird auch damit gerechnet, daß eine Anzahl ausländischer Kriegsschiffe als Besucher an der Flottenschau teilnehmen werden. solche gemeinschaftliche Sitzungen nicht sogar auf Veranlassung der Henleinfascisten arrangiert werden. Alles, was sich in dieser Beziehung zuträgt, sind Analogien zu Vorgängen, die in Deutschland der Machtübernahme durch Hitler vorausgingen. Auch dort zunächst in den Gemeindeparlamenten der Sturm auf die Kommunalwirtschaft, das Verlangen nach Abbau der Arbeitslosenfürsorge, nach Aufgabe der gemeinwirtschaftlichen Betriebe und ihre Verpachtung an Privatunternehmer, das stürmische Begehren, Fehlbeträge durch Einsparungen an sozialen Leistungen auszugleichen. Und die fortgesetzte Minierarbeit War nicht erfolglos. Eine Gruppe nach der anderen unterstellte sich dem Einfluß der Nazioten, zunächst die Vertreter der, Haus- und Grundbesitzer, denen die Vertreter der Gewerbetreibenden und die übrigen Gruppen bald nachfolgten. So entstand eine geschlossene Front der Bürgerlichen, deren Taktik von den Nazis dikttert wurde, gegen die Sozialdemokraten, denen.sich höchstens noch die Vertreter der Beamten und Verbraucher gesellten, bis auch diese mürbe wurden. Als die bürgerlichen Kommunalpolitiker zur Besinnung kamen und daran dachten, ihre Selbständigkeit zu wahren, war es zu spät. Das Streben der Nazis nach dem Totalitätsanspruch in der Gemeindeverwaltung war so hemmungslos, daß jeder andere Einfluß weggeschwemmt Wurde. Die Bürgerlichen, die zuerst nur die Befehle ihrer braunen Hintermänner ausführten, wurden einflußlos, sie wurden aus dem Sattel gehoben und aus ihren Positionen verdrängt. Diese Analogien aus dem Gebiet der Kommunalpolitik sollten zu denken geben. Sie sollten Warnung und Mahnung sein, den Vorgängen erhöhte Aufmerksamkeit zu widmen. Es ist sicher kein Zufall, daß in größeren deutschen Gemeinden eine Einheitsfront des Bürgertums von den tschechischen Bürgerlichen über die Chriftlichsozialen hinweg bis zu dem vom HenleinfascismuS beeinflußten Besitzbürgertum gebildet wird. Bei dem Kampf um den Schutz der Besitzinteressen gegen die fortschrittliche und soziale Betätigung der Sozialdemokraten in den Gemeinden werden sogar die nationalen Gegensätze ausgeschieden, wofür bezeichnend ist der Ausspruch eines Christlichsozialen: „Seht nur, welche wunderbare Annäherung zwischen den Deutschen und Tschechen bereits erfolgt ist, ohne die Marxisten." Der Kampf der Fascisten ist in unserer Republik infolge der Nationalitätenunterschiede sicher schwieriger als es in den fasci- fierten Ländern der Fall war. Trotzdem ist erhöhte Wachsamkeit das Gebot der Stunde. 28 Copyright bgr PniMdittMt M. PngerVerlag, Wien Kopf und Herz schmerzten ihn, wenn er an sich selbst dachte. Und die Kritik, die immer den Ursprüngen der Kunstwerke nachzuspüren sucht, erklärte: der arme Felicien Charnex wühlt in Fleisch und Kraft, weil er selbst krank und schwach ist. Die Menge kennt oft das Geheimnis des Künstlers, auch wenn es von ihm selbst noch nicht erkannt worden ist. Als Felicien in Babiolas Leben trat, war er schon herzhafter. Er wußte, daß wenigstens seine Leistung gesund war. Er war sechsundzwan- zig Jahre alt, und war der Modelle und Mädchen überdrüssig, deren Leidenschaft sich im Verhältnis zur Bezahlung steigert. Babiola war das Ereignis in seinem sechs- undzwanzigsten Jahre. Die herrlichsten Träume kürzten sein« Rächte. Er fühlte das Weiche Fleisch ihrer Lippen auf seiner Wange... * Babiola ließ sich von Feliciens Bläffe gefangen nehmen, wie jeder, der mit ihm in Berührung kam. Gegen sich selbst war sie rücksichtslos. Für ihn aber blühte in jedem ihrer Worte Zartheit und Sorgfalt. Sie schrieb viel. Sie übersiedelte aus der„Familie" in ein anderes Blatt. Dem„Teufel" aber gab sie kein gutes Wort mehr. Sie erhielt Honorare, die den Hotelier und den Magen beftiedigten. Für Felicien hielt sie sich täglich zwei Stunden frei. Als ihr Felicien erzählte, daß er Bildhauer sei, sagte er ihr auch, daß man ihm den Spitznamen Charneux gegeben habe. Sie kannte diesen Namen nicht, wie- denn Die erwähnten vier Gerichtsbezirke im mittleren Erzgebirge liegen in unmittelbarer Nachbarschaft des Deutschen Reiches. Seü altersher hat sich hier eine sehr starke Industrie entwickelt, die zum Teil aus Posamentenfabriken, zum Teil aus Maschinenfabriken besteht. Daneben gibt es eine sehr weit verbreitete Heimindustrie, die hauptsächlich Spitzen und Spielzeug herstellt. Wenn eine Krise ausbricht, wird naturgemäß vor allem diese Luxusindustrie von der Krise erfaßt und am schwersten und längsten heimgesucht. Die Landwirtschaft ist im großen und ganzen auf die Viehzucht angewiesen, es sind kleine Zwergwirtschaften und daher schon an und für sich nicht besonders rentabel. BiS zum Weltkriege arbeitete ein sehr beträchtlicher Teil dieser Grenzbcvölkcrung drüben in Deutschland. Scheu bald nach dem Kriege trat hierin eine Verschlechterung rin, aber ganz schlimm wurden diese" Dinge erst nach dem Siege des FasciSmus in Deutschland. Der weitaus größte Teil unserer Arbeiter hat di« Arbeit drüben verloren. Auch die Landwirtschaft wurde durch den Preissturz ihrer Produkte hart betroffen, dazu kam im heurigen Jahr noch eine vollkommene Mißernte, so daß nahezu die gesamte Bevölkerung die, ser Grrnzgegendm, Bauern wie Arbeiter, vollständig verelendet sind. Das geht so Weit, daß die Leute in Massen sogar das elektrische Licht abschaffen und wieder zur Petroleumlampe zurückkehren...>■ Wie gearbeitet wird.. Zu allen diesen sozialen Erschütterungen, denen unsere Bevölkerung in diesem Grenzgebiet ausgesetzt ist, kommt hinzu, daß in Deutschland auch auf wirtschaftlichen Gebieten eine Politik getrieben wird, die gänz offenbar darauf hinausläuft, unsere Grenzbevölkerung einerseits einzuschüchtern und ihr anderersetts vor Augen zu fsihren, um wieviel besser es die Bevölkerung in Deutschland habe. ES wurden in diesen Grenzgebieten kolossale Bauten aufgefühtt, meist strategischer Att, Autostraßen entlang der Grenze und andere Bauten. Die Arbeitslosen drüben haben dabei Beschäftigung gefunden. Erwiesenermaßen werden in den Grenzgebieten in Deutschland höhere Arbeitslosen- u n f t r st ü tzn» gen gezahlt als bei«nS, da- ' mit diese Grenzbewohner auf Unsere Leut«'einwirken und ihnenaufzeigen sollen, um wieviel" besser die Arbeitslosen in Deutschland bedacht find. DaS übt selbstverständlich einen Druck auf unsere Leute auS! Dazu kommt, daß iusowrtt unsere Arbeiter noch draußen beschäftigt find— namentlich in Westböh- men, ist dies der Fall, wo noch unsere Leute in reichS- drntschen Porzellmrsabriken arbeiten— ei« direkter politischer Druck auf sie ausgeübt wird, tn dem man ihnen sagt: Wenn ihr nicht jetzt bei unS der Heimatfront beitretet, werdet Ihr entlassen. Wenn Ihr nach wie vor Sozialdemokraten bleibt, werdet Ihr entlassen. Dieser polittsche Druck, dieser Unternehmrrter- ror, wird nicht nur in Deutschland ausgeübt, sondern auch? Bei Bonnetter sprach man nur von dem Bildhauer, der die Putten an das Haus geklebt hatte. Sie wollte ihn nicht beleidigen. Sie tat erstaunt und sagte begeistert:„Das hätte ich mir nie gedacht, daß Sie der berühmte Charneux sind." Felicien errötete und war sichtlich erfreut. Dann sagte Babiola trocken und gleichgültig: „Ich lebe auch von Illusionen." „Wieso?" „Ich schreibe." „Sie?" „Ja, unter dem Decknamen„Vagabond"; vielleicht haben Sie zufällig einmal von ihm gehört." „Zufällig!" Er blieb viermal stehen und sah sie von allen Seiten an. Seine Rede stockte, entflammte, er war, überrascht, aber auch enttäuscht. Männer lieben es offenbar nichts wenn Frauen mehr wissen als ihre Schuhnummer. Es schien ihm unbegreiflich und er flüsterte ein um das andere Mal:„Diese Hände— diese Händchen l". so, als ob„diese Hände— diese Händchen" dabei die Hauptsache wären. Sie sprachen von anderen Dingen, aber bis zum Abend gehabte sich Felicien wie im Traum. Sie muhte ihm von sich erzählen und sie tat e§ kurz und bündig. Er gestattete nicht, daß ihre Rede zu seinen Steinen glitt und quälte sie mtt Fragen bis zur Migräne. Babiola freute sich, weil sie jemanden hatte, der ihren geistigen Hunger stillte. Sie erzählte wahllos. Sie erinnerte sich an Bidar, sprach von der Limonade, von ihrer Freundschaft mtt Raoul... Sie hätte Felicien am liebsten auf offener Sttaße an sich gepreßt: er gab ihr mit seinem Interesse den Mut für die Zukunft. Schließlich ließ er es zu, daß sie auch von ihm sprach. Er erzählte von seinem Atelier. Ja, er werde sie hinführen. Erst aber müsse dort aufgeräumt werden. Und er werde ihr eines seiner Bildwerke schenken/ natür- jetzt schon in sehr hohe« Maße auch bei»ns sowohl auf deutscher, wie auf tschechischer Settek Genosse Dr. Heller führt als Beispiel hiefür K k e m u s ch beiBilin an, wo vor Neuwahlen verschiedene Beamte der böhmischen Handelsgesellschaft für die nichtfascisttschen tschechischen Parttien kandidierten. Ueber Aufttag des Direktors der Gesellschaft, des Herrn Jng. Pro! S, mußten sie auf diese Kandidaturen verzichten, sich als Kandidaten für die fasci- stische, d. h. nationaldemokratische Liste aufstellen und Wurden auch gewählt! Die böh- nsische Handelsgesellschaft ist uns schon seit langem auf diesem Gebiete sehr gut bekmmtl SHF oder Entlassung Vielleicht noch ärger ist aber der Terror auf deutscher Seite. Seit dem Entstehen der Sudetendeutschen Heimatfront müssen wir feststellen, daß die Unternehmungen und ihre Beamten in unserem ganzen Gebiete den Arbeitern mit der Entlassung drohen oder ihnen sagen, daß sie nicht aufgenommen werden, wenn sie nicht der Sndetendeutschen Heimatfront beitrc- ten!, Leider wird das Terrorgesetz diesen Unternehmern gegenüber nicht angewendet. Wir müssen eine ganz unparteiische und sttenge Anwendung dieses Gesetzes gegen dir Unternehmer verlangen, und wenn das bestehende Terrorgrseh nicht ausreicht, eventuell seine Verschärfung! Andererseits müssen wir verlangen, daß endlich einmal an die obligatorische Arbeitsvermittlung ge- Kaunas. Bei der Verhandlung im Prozeß gegen die umstürzlerischen Elemente im Memel- Gebiet wurde nach der Anklageschrift weiter festgestellt, daß der Angeklagte S a tz sich im Juni des Jahres 4938 nach Berlin begab, um mit der DNSAP zu verhandeln. Die Organe der nationalsozialistischen Partei in Ostpreußen. mischten sich in die Angelegenheiten der CSÄ- und SOVOG- Partei. Die Organe der deutschen nationalsozialistischen Partei erhielten Befehl, die nationalsozialistische Terrorbewegung z u l e i t e n. Der Angekligtr Ropp begab sich ebenfalls im Jckhre 4833 zu Verhandlungen mit der AnS- landsfektion der nationalsozialistischen Partei nach Berlin. Er wurde von Rudolf Hetz persönlich empfangen. Der deutsche Generalkonsul und der Bizckonsul in Memel beteiligten sich im Jahre 4933 akttv an der Hervorrufung von Unstimmigkeiten zwischen der CSA- und der SOBOG-Partei. Konsul Strack gebrauchte sogar Drohungen, um dir Mitglieder der CSA- lich. Aber Was er bisher geschaffen habe, sei eigentlich zu unbedeutend für sie. Im Grunde genommen hatte ihr die Bildhauerkunst bisher nie etwas gesagt. Sie gingen durch die Straßen, wie zwei Verlorene, die einander gefunden hatten. Das Leben gehörte ihnen und der Himmel und ganz Paris. Felicien war heute sogar schön und lachte, daß man alle seine Zähne sah. Er schlug mit dem Stock auf das Pflaster. Babiola tat es leid, daß sie sich als„Vagabond" verraten hatte. Das zarte Verhältnis der schwachen Frau zum starken Mann war damit zuende. Obwohl sie jung und schlank war, kam sie sich groß und breit und sehr alt neben ihm vor. Ueber die Seine fuhr ein kleiner Dampfer, langsam und mühevoll, als wäre das Wasser ein zäher Brei. Sie blieben am Ufer stehen und machten Pläne. Felicien hatte einen famosen Einfall: weil sie einander gefunden hatten und weil sie ein so gescheites Mädel war und weil sie sein Mädel war— das mußte gefeiert werden. Die„Jockey- Bar" liegt auf dem Wege zum Montparnaß. Dort gab es keinen.Toilettezwang. Felicien sagte auf dem Wege:„Baby, der Vagabond, soflte einen Roman schreiben..." Das war Gedankenübertragung. Denn gerade jetzt nagte an ihr die Qual, ihren Roman fortzusetzen. Die weitere Handlung ordnete sich ihr in glatter Reihe. Sie sah im Geiste bereits im„Monaco" bei ihren Papieren. In der„Jokey-Bar" zündete man eben die Lichter an. Der Portter, der Verständnis für FelicienS Krawatte hatte, begrüßte ihn mit dem kameradschaftlichen Lächeln eines fröhlichen Menschen. Aber Babiola wäre gestorben, wenn sie ihren Vorsatz nicht ausgeführt hätte. „Ich muß jetzt heimgehen; ein andermal, Felicien. Ich muß jetzt heim. Ich muß schreiben." Er verstand sie nicht und blieb wie erstarrt stehen, als sie sich mit Winkender Hand in ein Auto warf. Im Hotel Monaco nahm sie sich kaum Zett, den Mäntel abzulegen. Sie raste in den schritten wird, die es nicht mehr der Unternehmerwillkür in die Hand gibt, wer in die Arbeit eingestellt werden soll, sondern die den Unternehmer zwingt, denjenigen Arbeiter aufzunehmen, den ihm die staatliche obligatorische Arbeitsvermittlung zuweist. Das ist in den Zeiten des wachsenden Unternehmer- und FascistenterrorS eine zwingende Notwendigkeit geworden! Die Arbeiter und Bauern im mittleren Erzgebirge haben bisher den furchtbaren sozialen und politischen Druck, der auf sie auSgeübt wurde, standgehalten. Ich kenne diese Leute feit vielen Jahren Und kann sagen, daß es tteuere Anhänger der Demokratie und der Republtt, standhaftere Menschen als in diesen Gebieten kaum irgendwo in der Republtt geben kann. Aber wenn sie nach wie vor ihrem Elend überlassen werden— schließlich tut Hunger weh und kein Mensch kann wissen, was dann passiert. Wie kann Hilke gebracht werden? Was die Arbeiter betristt, so muß jetzt im Winttr, wo eine Arbeitsmöglichkrit dort überhaupt kaum besteht, eine erhöhte Zuweisung der E r- nährung skarte» und aus den sonstigen Hilfsaktionen erfolgen. Di« Kinder können nicht in die Schule gehen, sie haben nichts an- znziehen; Krankheiten wüten unter Kindern und Erwachsenen als Folge des Hungers und der Rvt. Die Bauern müßten vom Staate mit Futtermitteln versorgt werden, damit sie nicht genötigt sind, ihre letzte Kuh und ihr letztes Stück Vieh zu schlachten. Auch für die Gemeinden muß durch Subventionen gesorgt werden. Für den Sommer wollen die Leute ja keine Unterstützung, sie wollen Arbeit. Die Be- zirksstraßen in diesem Gebiete befinden sich in einem jämmerlichen Zustand und es könnten Hunderte von Kilometern hergerichtet werden, was keineswegs ein verlorener Aufwand Wäre. Auch Bachregülierungen sind in diesen Gebieten dringend notwendig und der Zustand der Amtsgebäude spottet oft jeder Beschreibung. ES Müßten auch Aufträge an die Industrie dieser Gebiete erfolgen, damit die Menschen endlich einmal Arbeit und Brot finden, ohne Unterschied, ob es sich um Arbeiter, Bauern oder um den kleinen Mittelstand handelt. Es ist dies nicht nur im Interesse dieser Menschen, es ist auch im Interesse des St a a t e s, da es fich»m ein Grenzgebiet handelt!(Lebhafter Beifall.» Partei znm Anschluß an die SOBOG-Pattei zu zwingen. Einige Angeklagte gestanden, dem Distriktsführer der Organisation SOBOG, in der die militärische Organisierung der Inge», d zur Durchführung eines A u f st a n- des gegen Litauen vorbereitet Wurde, gc- tzökfen"zu hassend Am Schluß der Anklageschrift werden die I Angeklagten und deren Tätigkeit aufgezählt: Satz und 34 Anhänger seiner Partei sowie Rrnmann und 32 Angehörige seiner Pattei werden beschuldigt, Mitglieder geheimer nationalsozialistischer Organisationen gewesen zu sein, die Direktiven in"Deutschland erhielten, deren Zweck es war, durch einen bewaffneten Aufstand die LoStrennung MrmrlS von Litanei« her» beizuführen und Memel Deutschland anznglirdrrn. Sieben Personen«verden des Mordes an Jefutis, drei andere der beabsichtigten Ermordung LoopS beschuldigt, um sich an ihm anS politischen Beweggründen zu rächen. Blättern ihres Manuskriptes. Die Welt, Paris und Felicien starbest und das Blut der Tinte ergoß sich bis in den grauen Tag hinein über die Schicksale neuer Menschen. Felicien fuhr zwei Wochen lang nicht zu s-i- ner Mutter. Das lvar in den Annalen der Familie Giraud noch nicht- vorgekommen. Frau Äiraud ging mit düsterem Gesicht im Garten umher, sah mit Tränen in den Augen über den Zaun und verwünschte Paris, diese egoistische Stadt' mit den verführerrsschen Boulevards, die den Müttern die Söhne stahl. Nach kurzer Beratung mit Herrn Giraud, der die. Erregung der Gattin durch seine Ruhe steigerte, kam die Familie zu dem Schluffe: Cherchez la femme. Ein aufsteigendes Gewitter umdüsterte den Himmel. Babiola und Felicien saßen bereits im dritten Kaffeehause— er hätte sie vielleicht noch in ein viertes geschleppt—, da sagte sie zu ihm:„Aus unserem Ausflug wird nichts. Paris ist so vollblütig, daß ihm ein Schlaganfall droht. Wollen Sie mir nicht endlich Ihre Arbeiten zeigen? Ihr Atelier ist ja nicht weit von hier." Die Hast, mit der er aufspräng, gefiel ihr nicht. Auch daß er für die wenigen Schritte ein Taxi bemühte, kam ihr sonderbar vor. Im Wagen verharrte Felicien wottlos. Er faßte ihre Hand so, daß sich seine Nägel in ihr Fleisch gruben. Beim Ersteigen der Treppe stützte er Babiola, als Wäre sie krank und schwach. Wie komisch, dachte Babiola und ihr Herz pochte rascher als sonst. Feliciens Benehmen begann sie zu erheitern. Fünfmal mühte er sich vergeblich, den Schlüssel in das Schlüsselloch zu bringen. Im Atelier roch es statt nach Firnis, Kitt und kaltem Zigarettenrauch. Er schritt feierlich hinter ihr her und als sie nach'Meißel und Spachtel griff, nahm er ihr die schmutzigen Werkzeuge aus der Hand. Er bewohnte drei Räume. Babiola mußte daran denken, wieviel Geld das koste. (Fortsetzung folgt.) Direktiven aus Deutschland Memel-Putschist von Heß persönlich empfangen Nr. 299 Seite 3 Samstag, 22. Dezember 1934» fudctendeuiscftcr Zeißpic^ef Auf schneder I „Der Ausländsdeutsche", das amtliche Organ des Deutschen Auslands-Institut, das im Dritten Reich zu einer nationalsozialistischen Propagandastelle degradiert worden ist, veröffentlicht in seinem Dezember-Heft einen Bericht über die Böhm.-Leipaer Kundgebung der SHF. Darin heißt es: „Die Tagung selbst bot ein überwältigendes Bild. Hatten sich doch etwa 25.000 Heimatfront- ler von nah und fern eingefunden, eine Zahl, die von keiner sudeteildeutschen Bersammlung seit dem Umsturz auch nur annähernd erreicht wurde. In dieser Massenbeteiligung sehen selbst die tschechischen Blätter den Beweis dafür, dass die Heimatfront schon heute— nach einjährigem Bestehen— die weitaus stärkste sudetendeutsche Partei darstellt und nach den nächsten Wahlen mindestens 20 Vertreter ins Parlament entsenden wird." ' Dazu ist folgendes zu sagen: Von Ende Oktober bis zu dem Tage, an dem das Dezember- Heft des„Ausländsdeutschen" fertiggestellt wurde, hatte sich's herumgesprochen, daß in Böhm.-Leipa nicht„etwa 25.000", sondern 15.000 Heimatfrontler„von nah und fern" eingefunden hatten. Seit dem Umsturz haben in Nord- und Westdeutschland in jedem Jahre Kundgebungen der Sozialdemokratischen Arbeiter-Partei stattgefunden, bei denen dutzende Male aus einem einzigen Bezirk viel mehr Teilnehmer gezählt werden konnten als in Böhm.- Leipa. In dem Gebiet, aus dem die SHH 15.000 Mann zusammentrommelte und sie für Gelder, das vom Unternehmertum und aus anderen dunklen Quellen fließt, hunderte Kilometer weit transportierte, hat die Sozialdemokratie am 4. November über 90.000 s u d e t e n d e u t s ch e Ar b e i t e r und Arbeiterinnen aufmarschieren lassen, Das verschweigt der sudet^ndeutsche Berichterstatter des„Ausländsdeutschen", um das Gerede von der SHF als der stärksten sudetendeutschen Partei glaubhaft zu machen. Wenn der sudetendeutsche Mitarbeiter an der fascisti- schen Zeitschrift endlich für die nächsten Wahlen mit 20 Mandaten rechnete, so hat die SHF ihre Hoffnungen schon bedeutend herabgeschraubt. Denn die SHF.' wollte doch die einzige sudetendeutsche P art.«i. werden. Da müßte sie allerdings, wenn nur der Besitzstand an deutsches Mandaten aus den letzten Wahlen gewahrt werden sollte, 66 Mandate erobern. Aber jetzt traut sie sich anscheinend selbst nur die Gewinnung von 20 Mandaten zu. Trotzdem wollen ihre Reklameschreier dem Ausland, das die Verhältnisse in unserem Lande nicht kennt, weismachen, die SHF sei schon zur stärksten Partei geworden. Glück und Ende einer Hakenkreuzgenossenschaft Nach dem Kriege, als das Firmenschild in nationalsozialistische Arbeiterpartei umgetauft wurde, ging man daran, eine„Deutsche Ein- und Verkaufsgenossenschaft für Aussig und Umgebung" zu gründen. Mit dieser Genossenschaft und ihrer Verwaltung und dem unrühmlichen Ende beschäftigte sich in den letzten Tagen das Gericht. Obzwar die beteiligten Funktionäre heute nach der Auflösung der Naziparteien etwas in den Hintergrund getreten sind und bei der Verhandlung von der Anklage wegen fahrlässiger Krida freigesprochen wurden, so wirft die durchgeführt« Verhandlung immerhin«in recht nettes Bild auf die Geschäftsführung dieser Nazigenossenschaft. Die Beteiligten, wie Ritter, Gilt l. Patze l t, V i n o p a l, Sa lbeter, Menda usw. sind den Arbeitern noch immer in Erinnerung alsAgitcktoren der Nazibewe- gung, die sich nicht genug tun konnte n im Kampfe gegen sozialdemokratische Organisationen und Genossenschaften, um diese in den Augen der Oeffentlichkeit herabzusetzen und die nunmehr, wie gerichtsmäßig festgestellt wurde, diese Genossenschaft mit einem Passivum von Ider unentbehrlichsten Nahrungsmittel keinen Schritt zur Wohlhabenheit, sondern eine Maßnahme der Bureaukratie. durch die die Lebenshaltung wieder um einige Grad her-, abgedrückt wird. listen sauber? Kommt die Wirtschaftskatastrophe nach dem 13. Januar? Kommt sie nach einer Rückgliederung oder nach dem Status quo-Entscheid? Was ist mit den Katholiken? Wie steht die Kirche zur Abstimmung? Wie stärk ist die Einheitsfront? Was denken ihre Führer und was ihre Mitglieder? Theodor Balk gibt die Antwort. Er durchstreifte das Land monatelang. Er ging in die Hauptquartiere der Parteien, der Deutschen Front, der' Katholiken, der Freiheitsfront. Er sprach mit den Industriekapitänen— aber auch mit ihren Arbeitern, mit den Bankiers — aber auch mit kleinen Angestellten, mit Gräfinnen— aber auch mit Arbeiterfrauen, mit Ministern— aber auch mit Erwerbslosen, mit Großkaufleuten— aber auch mit Klein-Butikern, mit, französischen Grubendirektoren— aber auch mit deutschen Bergleuten, mft Bauern— aber‘ Hier spricht die Saar Ein Land wird interviewt von Theodor Balk. Welches Land?— Ein kleines Land mitten in Europa. Eine halbe D-Zugstunde braucht man, um von einem Ende zum andern zu fahren. Eine gute Idee war es, an Ort und Stelle Land und Leute zu besuchen und in Form einer Reportage die politischen, wirtschaftlichen und sozialen Probleme zu behandeln. ZurDiskussion steht: Was ist die Deutsche Front— dies Mammutgebilde, das behauptet, 97 Prozent aller abstimmungsberechtigten Saarländer als Mitglieder zu haben. Gibt es einen Terror an der Saar? Und wenn ja: einen französischen oder deutschen? Regiert der Völkerbund an der Saar— oder' regiert das Dritte Reich? Ist eine neutrale, überparteiliche Abstimmung garaMiert? Sind die AbstimmungS-1 Seile 8. „Sozialdemokrat" Samstag, 22. Dezember 1934. Nr. 299 Weihnachh- Ermätsigung der Preise für Strumpfe und Staken. KOLUMBUS, Kinderstriimpfe aus Wolle, zur Strapaz. Früher Kc 4.- und 5.-, jetzt Kc 3.- und 4.- ZIMKY, starke WoDstrünfrfe für Frauen. > früher Kc 7.-, jetzt Kc L- WELLINGTON, Damensocken aus Wolle, für Frost und schlechtes Wetter. Früher Kc 6.-, jetzt 5.- FARMAR, starke Wollsocken für Herren früher Kc 7.-, jetzt Kc 6. STRAPAZSTRÜMPFE: Ferse, Spitze und Sohle verstärkt.» „MARTA": Aus Baumwolle, englisch, sehr ela- stisch in der ganzen Länge..*. Kc 3.-. „ASTRA": Starke Baumwollstrümpfe, für Schnee und Winterwetter K£ 4.-. „HANA": Englische Wollstrümpfe, in der ganzen Länge verstärkt mit Baumwolle, sehr dauerhaft....... K c 70.-. PttAQBB ZMTBMG Aus der Länderbank Bankleitung lehnt Notstandsaushilfe für Angestellte ab. Wie in allen Banken wurde auch in der Bank für Handel und Industrie, ehemals Landesbank, mit Rücksicht aus die durch den im Vorjahre durchgeführten einschneidenden Gehaltsabbau geschaffene Notlage der Angestellten die Auszahlung einer einmaligen Notstandszulage verlangt, deren Aufwand übrigens minimal und für die Bank ohne weiteres tragbar ist. Während in der Böhmischen Escomptebank und Creditanstalt so wie in der Böhmischen Unionbank die Auszahlung dieser Notstandszulage in der Höhe von 25 Prozent der Weihnachtsremuneration bewilligt wurde, lehnte die Direktion der Länderbank die Auszahlung dieser Zulage Prinzipien ab. Die am 21. Dezember abgehaltene Jnstitutsver- sämmlung der Angestellten hat nun eine Resolution beschlossen, in welcher die Angestellten ihrer Entrüstung, über den Standpunkt der Bank Ausdruck geben. Während die Bank im Vorjahr mit der Bebka und Unionbank gemeinsam vorging, als es sich um den Gehaltsabbau handelte, hört diese Solidarität plötzlich auf, sobald den Angestellten entgegengekümmen werden soll. Die Angestelltenschaft nimmt aufs stärkste Stellung dagegen, daß die Erfüllung ihrer minimalen Forderungen verweigert wird, während gleichzeitig durch die Anstellung eines neuen Vorstandsmitgliedes, daS die Bank während der ganzen Dauer der Krise entbehren konnte, eine in die hunderttaufende gehende Belastung verursacht wird. Die Angestellten protestieren wegen dieses Verhaltens ihrer Bankleitung und beharren auf ihren Forderungen? deren weitere Verfolgung sie ihren Vertretern austragen. Remuneration der Handelsangestellten in Prag Wir machen aufmerksam, daß alle jene Firmen, welche dem Prager Gremium angeschlossen sind, laut 'Kollektivvertrag verpflichtet sind, den Angestellten die Remuneration bis 20. Dezember auszuzahlen. Sie ist ein fester Bestandteil des Gehaltes und kann durch Sondervereinbaruygen nicht abgeändert werden. In jenen Fällen, wo dies geschieht, ist die Remuneration trotz Unterschriften nach Abgang von den Firmen einklagbar. Bei den übrigen Firmen must die Remuneration auch im heurigen Jahr gezahlt werden, falls sie im vorigen Jahre geleistet wurde, oder falls nicht eine andere Vereinbarung getroffen worden ist. Vereinharungen, die erst im Laufe des Jahres getroffen worden sind, gelten erst von. dem Zeitpunkt der Vereinbarung. Wenn also beispielsweise am 1. August eine Streichung der Remuneration vereinbart wurde, mutz die Remuneration bis Juli gezahlt werden. Es entspricht den Gepflogenheiten, die Remuneration nicht erst zum Weihnachtstage auszuzahlen weil den Angestellten die Möglichkeit geboten werden soll, in der Weihnachtswoche seine Einkäufe zu besorgen. Leider gibt es Firmeninhaber, die aus Kurzsichtigkeit die Remuneration gestrichen haben oder auch erst am letzten Tage ausbezahlen. Dah damit weder dem Handel noch dem Angestellten geholfen ist, wird jedem einsichtsvollen Menschen Kar sein. Die benachteiligten Angestellten wenden sich an ihre Organisationen.(All. A.-Verb.) Die Prager Städtische Sparkaste hat im Laufe des Donnerstag-Nachmittag in die Sammelbüchsen aller Weihnachtsbäume der Jugendfürsorge in Gross- Prag je 1000 KL, insgesamt also 16.000 KL hinterlegen lasten. Ausserdem widmete das.Institut dem „Ceskk Srdctz" zugunsten der Aktion für die notleidende Intelligenz 5000 KS. Vorträge Fra» und Politik Ei» Vortrag der Genoffin Dr. Schweli Ueber„D ie Fran und die Politik." sprach am letzten Abend des kulturpolitischen Kursus unseres Bezirksbildungsausschuffes Genoffin Dr. Karla S ch w e l b. In einem umfangreichen, mate- rialhaltigen Referat versuchte sie die besonderen Gesetze, denen die Haltung der Frau in der Politik unterliegt, soziologisch, psychologisch und vor allem ökonomisch herauszuschälen. 'Die Frau von heute, ist von der Krise des kapitalistischen Systems genau so erfatzt, wie der Mann. Die werKätige Frau ist gewih keine Einzelerscheinung mehr, sondern ein Maffenthpus, wenn auch die Frauenarbeit im Abklingen begriffen ist. Arbeitskraft gilt als Ware, auf dem kapitalistischen Waren- markt notiert die Arbeit der Frau geringer, weil sie ihren Beruf nur als Uebergangsstadium auffatzt (Heirat!), während der Mann seine Arbeitskraft zeitlebens in die Waagschale werfen kann. Selbstverständlich spielt bei diesem Lohndruck auch die typische Profitspekulation eine Rolle, aber Genoffin Dr. Schwelb warnte mit Recht davor, diese Frage losgelöst vom sozialen Gesamtproblem zu behandeln. Die Rednerin brachte sodann erschütternde Zahlen über die Not der Heimarbeiterinnen, der Frauen in den Textilbetrieben, skizzierte in der deutlichsten Sprache der Welt, in der der Zahlen, das Marty- rium der Spitzenweberinnen des Rothau-Neudeker Hungergebiets, die für 3 Kc täglich mühevollste Arbeit leisten müffen. Diese Ausbeutung bis zum Weistbluten birgt die Gefahr der Lethargie in sich der Indolenz aus Erschöpfung. Enqusten unter den arbeitenden Frauen zeitigten dafür überraschende Resultate. Nach statistischen Angaben über die Proletarisierung der intellektuellen Frauen(Konzipientin- nen verdienen nach jahrelangem Studium weniger als Stenotypistinnen, weil sie nicht so gut Maschine schreiben können), behandelte die Rednerin das Eheproblem. Hierbei nannte fie den Kampf gegen empfängnisverhütende Mittel eine vernunftlose Barbarei. Die sozialistische Propaganda mutz dem Gefühlsleben der Frau entgegenkommen, sie mutz das Elementar-Triebhafte ihrer Stimmungen zu erfüllen wissen, sie sollte auch der Neigung der Frau zur „Totalität" entgegenkommen und ihr vor allem ein Ziel aufzeigen. Eine angeregte Diskussion unterstrich und ergänzte das gehalwolle Referat. Pierre Der Film Kamilla Horn in dem Film„Ein Walzer für dich"« Moskauer Nächte Das ist zweifellos ein respektabler Film: der Roman, nach dem er gedreht ist, soll von einem Mitglied der Französischen Akademie(namens Pierre BLnot) stammen, der Regisseur Alex Granowsky ist ein— von der Bühne her— berühmter Mann, und die beiden Hauptdarsteller H a r r y Baur und Annabella sind(neben Madeleine Renand und dem Komiker Fernande!) die besten Schauspieler, die der französische Film der Welt zu zeigen hat. Aber was hilft da?, wenn der Roman des Unsterblichen eine unmögliche und kitschige Geschichte von Lieb? und Spionage ist,— und wenn die Regie Granowskys(wie schon beim„König Pausole") sich als zu starr und' zu frostig für den Film erweist? Granowsky versteht es, Szenen zu bauen, aber nicht, bewegtes Leben auf die Leinwand zu bringen. Obgleich ihm die Atmosphäre des zaristischen Russland zur Kriegszeit bekannt sein dürfte, hat er sie hier mit Zwiebeltürmchen, Uniformen und Zigeunermusik nur schwach anzudeuten vermocht. Ein paar theatralische Szenen gelingen ihm großartig,— aber sie bleiben Wirbel in einem unbewegten Meer. Was zu retten war, haben die Hauptdarsteller gerettet, vor allem Harry Baur(der unvergessliche David Golder)der hier«inen reichen Moskauer Kaufmann wie eine Dostojewfli-Gestalt aus Grausamkeit und Schwäche, aus Gier und Empfindsamkeit aufbaut. Und Annabella hat wieder all ihre Anmut, alle Musik der Sprache, der Bewegung und der Blicke,— aber eine Rolle hat fie nicht. Sie ist nur die, in die stch ein junger Offizier im Lazarett verliebt hat, während der Kaufmann sie heiraten will, woraus sich ein schrecklich spannender Kampf zwischen den beiden Rivalen ergibt, da der Kaufmann den Offizier zufällig am Spieltisch erwischt, ihn zum Einsatz einer riesigen Summe reizt und sie ihm.abgewinnt, was dazu führt, dass der Offizier beinahe zum Selbstmord entschlossen ist, dann beinahe in die Netze einer Spionin gerät, dann beinahe zum Tode verurteilt— und dann plötzlich durch die überirdische Güte des Kaufmanns vor allem Uebel bewahrt wird. Den Offizier spielt Richard Willen erträglich. Die Spionin spielt Madame Spinelly mii gefährlichen Uebertreibungen. Also im Sfil des Manuskripts.—eis— Mitteilungen aus dem Publikum. Leiden Sie an Rheumatismus? Beraten Sie sich mit Ihrem Arzte, was Sie dagegen tun sollen und kaufen Sie Alpa-Franzbranntwein. Alpa-Ein- reibung verschafft Ihnen Erleichterung, beschleunigt den Blutkreislauf, stärkt die Muskeln und belebt die Nerven. 100 UleihnachtsbücheP Kunst und Wissen Tschechoslowakische Künstler in Rußland. Die sowjetrussische Gesellschaft Jnwurist veranstaltet in Moskau und in Leningrad«ine Reihe von Theateraufführungen. Es ist bereits die Beteiligung von 40 hervorragenden Gästen aus der Tschechoslowakei, Polen, Schweden, Frankreich, England und den Vereinigten Staaten angemeldet.— Die in Moskau bestehenden 37 Theater(1913 gab es bloss 15) werden täglich von 34.000 Personen besucht.— Die 61 Moskauer Kinos weisen einen Tagesbesuch von 137.000 Personen auf. Autzerdem gibt es in Moskau ungefähr 800 Kinoanlagen in Klubs und Schulen. Sämtliche Kinoanlagen Moskaus können an einem Abend von 200.000 Personen besucht werden. Gastspiel Ernst Deutsch in der Neuinszenierung von Galsworthys„Gesellschaft" Donnerstag(C I) Wiederholung Samstag(A 2). Gewöhnliche Preise! Wochenspielplan des Neuen Deutschen Theaters. Samstag halb 8: Ensemblegastspiel des Scalatheaters Wien mit Albert Baffermann, Ernst Deutsch usw. Erstaufführung: DerCharmeur von L o n d o n, C 2.— Sonntag halb 3: Giuditta, halb 8: Der Charmeur von London, Ensemblegastspiel des Scalatheaters Wien mit Albert und Else Baffermann, Ernst Deutsch etc.— D 1.— Montag: Geschloffen! Dienstag halb 3:Menschen in Weist, halb 8: Erstauffiihrung: Der singende Traum, Gastdirigent: Richard Tauber, A 2.— Mittwoch halb 3:Fremdenverkehr, halb 8: Der singende Traum, Gastspiel Richard Tauber, BI.— Donnerstag halb 8: Gesellschaft, Gastspiel Ernst Deutsch, neuinszeniert, C 1. — Freitag halb 8: Der KrxidekreiS, D 2.—. Samstag halb 8: Gesellschaft, A 2.— Wochenspielplan der Kleinen Bühne. Samstag 4%: Max und Moritz, 8: Gastspiel der Su- betenbühne: Das Gotteskind.— Sonntag, halb 4: Maxund Moritz, 8 Ühr: Schule für Steuerzahler.— Montag: Geschlossen! Dienstag 3%: Schule für Steuerzähl e r, halb 8: Mädels im Nachtbetrieb, Erstaufführung.— Mittwoch 11; M a x und Moritz, 3:Sensationsprozest, 8: Mädels im Nachtbetrieb.—Donnerstag 8: Mädels im Nachtbetrieb.— Freitag 8:NachtvordemUltimo, Kulturverbandsfreunde und freier Verkauf.— Samstag, 4%: Maxund Moritz, 8? N ä d e l s im Nachtbetrieb. , Jl' u 1. J'J" 1,11111 1 1■ ii Sport• Spiel• Körperpflege AC. Sparta, Prag, sammelte in diesem Jahre zugunsten der Arbeitslosen 23.311.40 KL. Auherdem spendete die Leitung für die Aktion„D e- mokratie fürs Kind" den Betrag von 1898.15 Kc.— Von den übrigen tschechischen Profiklubs hört man in dieser Beziehung nichts; von den deutschen Vereinen ganz zu schweigen. Henlein-Turnhalle— versteigert. Wie aus S ch a i b a berichtet wird, wurde dort die im Jahre 1929 mit einem Kostenaufwande von 350.000 Kö errichtete Turnhalle des Deutschen Turnvereines versteigert. Um 130.000 KL erstand sie der Glasmaler Markovfly aus Arnsdorf. Da auch gleichzeitig die Turngeräte mit feilgeboten wurden, mutzte der Verein seinen Turnbetrieb einstellen. Filme In Prager Lichtspielhäusern Adria:„Aergert nicht den Großpapa"(Tsch.— Vl. Burian).— Avion:„Moskauer Nächte"(Fr.— Annabella, Harry Baur),— Bcranek:„Mutter KräLmerka"(Tsch.)— Fenix:„Das unsterbliche Lied"(D.)— Florar„Maskerade"(D.)— Hvkzda:„Aergere nicht den Großpapa"(Tsch.)— Julis:„Moskauer Nächte"(Fr.)— Kinerna: Journale, Groteske, Reportage khalb 2 bis viertel 8)— Koruna:„Der Mann, den man nicht verhaften konnte".— Kotva:„Stürmische Jugend"(Fr.)— Lacerna:„Stürmische Jugend"— Metro:„Nocturna"(D.— Regie: G. Machaty)— Olympier „Maskerade"(D.)— Praha:„Der Mann, den man nicht verhaften konnte"— Radio:„Mutter KraL- merka"(Tsch.)— Skaut:„Die Drei-Groschen- O p e r"(D.)— Alma:„Kleine Frauen" (D.— Kath. Hepburn)— Bajkal:„Mutter KraL- merka"(Tsch.)— Beseda:„Der letzte Mann" (Tsch.— Hugo Haas) Carlton:„Jud Süss" (Engl.)— Illusion:„Solang du ein« Mutter hast" (Tsch.)— Lido:„Kleine Frauen"— Louvre:„Solang du eine Mutter hast.."(Tsch.)— Macrska: „Solang du eine Mutter hast.."(Tsch.)— Roxy: „Solang du eine Mutter hast..."(Tsch.)— Sport: „Don Juans letzte Liebe"(Engl.) OPTIK u. FOTO DEUTSCH PHkopy Verlanget überall Volkszünder Bezugsbedingungen: Bei Zustellung ins Haus oder bei Bezug durch die Post monatlich KL 16.—, vierteljährig Kc 48.—, halbjährig KL 96.—, ganzjährig KL 192.—.— Inserate werden laut Taris billigst berechnet. Bei öfteren Einschaltungen Preisnachlass.— Rückstellung von Manuskripten erfolgt nur bei Einsendung der Retonrmarken— Die Zeitungsfrankatur wurde von der Post- und Telegraphendirektion mit Erlast Nr. 13.800/V11/1930 bewilligt.— Druckerei:.Orbis", Druck-. Verlags- und Zeitungs-A.-G.. Prag.