XX 1177 Dienstag, 1. Zarmer 1935 15. Jahrgang ümlpNls 7Ü1M!er (•inschl iettich 5 Halter forte) IENTRALORGAN DER DEUTSCHEN SOZIALDEMOKRATISCHEN ARBEITERPARTEI IN DER TSCHECHOSLOWAKISCHEN REPUBLIK ERSCHEINT MIT AUSNAHME DES MONTAG TÄGLICH FRÜH. Redaktion und Verwaltung präg XII.. fochova«2. telwon 53077. Administration Telefon 53076. HERAUSGEBERI SIEGFRIED TAUB. CHEFREDAKTEUR: WILHELM NIESSNER. VERANTWORTLICHER REDAKTEUR■ DR. EMIL STRAUSS. PRAG. 1935: Wahl-Jahr und Kampf-Jahr wollen Was wir In diesem Ringen fällt u n s e i n e gro ße Aufgabe zu. Der tschechische Fascismus braucht aus mannigfachen Gründen eine fascistische Bewegung im deutschen Lager. Sie hat ihm — wie kürzlich im Insignien-Streit— die Stich Worte zu liefern, wenn es ihn gelüstet, auf di.« Straße zu gehen. Sie hat die Aufgabe, die gesamtstaatliche Link auf ihrem kampferprobten deutschen Flügel zu- schwächen. Sie muß endlich als Reserve bereitstehen für den Fall, daß der tschechische Fascismus in einem kürzeren oder längeren Uebergangsstadium einen parlanientarischen Koalitionspartner brauchte. Während im tschechischen Lager die Last des Kampfes mit dem fasciftischen Gegner doch einigermaßen erträglich auf verschiedene demokratische Parteien aufgeteilt ist, werden imdeutschen LagerwirSozialdemokratendieLast des Ringens so gut wie allein tragen. Der Bund der Landwirte ist Henlein gegenüber nicht mehr frei in seinen Entschließungen. Seine Täftik beruht darauf, sich durch eine Schaukelpolitik für alle Fälle zu sichern. Die Ehristlichso- z i a l e n paktieren genau wie ihre österreichischen Freunde nut dem braunen Fascismus, um selbst auf die Gefahr des eigenen Unterganges dem verhaßten Marxismus zu schaden. Die liberal denkenden deutschen Bürger aber kann man an den Finger» chhzählen.^ii> konzentrischen Feuert vpir-.Fasciften. Halb- und Viertelfckseiste«, stehen wir allein, auf die eigene Kraft angewiesen. WirfürchtendenKa m p f nicht. Der vierte November hat gezeigt, welche Kräfte in unserer Partei lebendig sind. Die Gemeindewahlen im Dezember haben bewiesen, daß unsere Kaders unerschüttert find. Wir können Mitläufer verlieren. Zufallswähler einbüßen, aber wir sind nicht zu überrennen, nicht auszutilgen wie jene vielen bürgerlichen Parteien, die nach einem Jahrzehnt verbraucht und abgetan sind. Wir wissen, daß cs keine Lüge gibt, die dumm und gemein wäre, daß sie unsere Gegner in dem kommenden Ringen nicht gegen uns verwenden würden. Was vor Goeb bels, was von Goebbels, was seit Goebbels gelogen wurde, wird sich in der Munition unserer Gegner finden. Da wird kein Nebel sein, für das nicht der Marxismus und die Sozialdemokrafie verantwortlich wären, da wird es keinen Erfolg unserer jahrzehntelangen Arbeit geben, den man ims nicht abstreiten wird. Das wissen wir und es entmutigt uns nicht. Es zeigt uns nur N m f a n g un d Ti e f e unserer Aufgabe. Wir treten in das Wahljahr 1938 mit dem Bewußtsein ein, daß wir den polfiischen Rechenschaftsbericht für unsere Arbeit nicht zu scheuen haben. Fast sechs Jahrzehnte des Aufbaues und der Entfallung der Bewegung zeugen für uns, zeugen dafür, daß die arbeitende Klaffe im sudetendeutschen Volke an Freiheü, Menschenwürde und Kultur nichts besitzt, das nicht auf alle Zeiten untrennbar mst dem Namen der Sozialdemokrafie verbunden wäre. Die Geschichte der Jahre von 1914 bis 1920 beweist, daß die Nation, als der Leichtsinn der bürgerlichen Politik sie an den Rand des Abgrunds geführt hatte, in der Sozialdemokrafie den Retter gefunden hat. Die ganze Geschichte der Republik bezeugt, daß die deutsche Sozialdemokratie anderthalb Jahrzehnte für die Interessen des arbeitenden Volkes, des demokratischen Staates, des nationalen Friedens gewirtt hat. Wir haben 1929 eine taktische Wendung vollzogen, aber wir haben nichts getan, das wir nicht verantworten könnten,- wir haben Hunderte Beweise dafür geliefert, daß wir der beste Anwalt der Massen des deutschen Volkes und die ehrlichen Treuhänder der tschechoslowakischen Demokratie sind. In diesem Bewußtsein gehen wir in den Kampf. Unsere erprobten Organisationen, gehärtet und gefestigt im Krisensturm und im Kampf gegen den Fascismus, unsere bewundernswürdigen Vertrauensleute, die Menschen alle, treu wie Gold und hart wie Eisen, die sett Jahren in umbrandetem Grenzland die Wacht hatten, unsere führenden Männer, Gestalt und Symbol gewordenes Pflicht- und Verantwortungsgefühl, die verkörperte Arbett und Opferbereitschaft inmitten" einer Welt hohler Demagogie und protzigen„Führertums", geben uns die Gewähr, daß wir den Kampf siegreich ausfechten, daß am Tage nach der Wahlschlacht die deufiche Sozialdemokrafie und die marxistische Idee des Sozialismus dastehen werden: eine Kraft, eine Macht, ein unüberwindlicher Wallt ‘ V Das Jahr, in das wir heute eintreien, erhält für unsere Partei seine ganz besondere Tat« fache durch die Aufgabe, die es uns vor allen anderen zu lösen ausgibt: einen der wichtigsten unaller Voraussicht nach schloersten Wahlkämpfe durchzufechten. Im Herbst 1938 lauft die Legislaturperiode des im Jahr« 1929 gewählten Abgeordnetenhauses ab. Nach der Verfassung hat der Senat zwar eine um zwei Jahre längere Lebensdauer, aber in den 16 Jahren des Bestandes der Republik hat sich doch schon die Tradition herauSgebildet, den Senat zugleich mü der Abgeordnetenkammer aufzulösen. Bei größeren Verschiebungen im Kräfteverhältnis der Parteien würde die Bildung einer arbeitsfähigen Regierung bedeutend erschwert, wenn der Senat das Abgeordnetenhaus um die verfassungsmäßig erlaubten zwei Jahre überleben würde. Da auch die L a n d e s- und Bezirks wählen zugleich mtt der Neuwahl des Parlaments stattfinden sollen, werden wir, vielleicht an einem Tage, in p i e r Körperschaften zu wählen haben. Die Wahlen des Jahres 1938 werden also rein guantitativ schon der größte Wahlaft sein, den di« Bevölkerung der Republik bis her durchzuführen hatte. Was die Wahlen von 1938 auszeichnet und aus der Reihe an derer Kämpfe hervorhebt, ist aber in erster Linie der geschichtliche In halt, den sie besitzen werden. Die kommenden Wahlen wer- .... den, wie immer sich die Wirts chast- lichc Entwicklung dollziehen wird, im Zeichen der Wirt« ichaftSkrise stehen. Nicht nur daß die Krise mit ihrer Gefolgschaft aus Arbeitslosigkett, Elend, Massen« aok. Deklassierung soziale Umschich« fitngen bewirft hat, die nicht«.hne »oigen im Bewußtsein der Men« schcn geblieben sind, zwingt ins versagen des kapttalistischen Wirt- schastsmechanismus die Wähler den grundsätzlichen Fragen der Wirtschaftsführung ftarer Stel- ftrng zu nehmen als ehedem. Die gJW B lanwirts chaft oder Wirt sch aftsanarchie sind heute kein Gelehrtenstreit, sondern Probleme, die jedem zur Entschei« düng vorgelcgt find. Unter den Anhängern der Planwirtschaft aber stehen einander die sozialisti schen Plan Wirtschaftler und die f a s e i st i s ch e n in schärfstem Gegensatz gegenüber. War bei den Wahlen von 1920, in t denen die Nachkriegsprobleme von Sozialssierung» gebundener und freier Wirtschaft, eine Rolle spiel ten,. die Entscheidung im Grunde akademischer Natur, so geht es diesmal für alle Beteiligten um das nackte Leben."__,...—.,, w Ob wir die Dinge planlos treiben lassen, ob der Staat mst ordnender Hand Eingreifen soll, ob die Planung zugunsten der kapitalisttschen Eigentümer und auf Kosten der Erzeuger, ob sie auf ' Kosten der Rentenbezicher und zu Nutzen der arbeitenden Schichten erfolgen soll, das sind Streit« fragen, denen am Tage nach den Wahlen schon di? stärkste Bedeutung für das Privatleben und die Existenz eines jeden Staatsbürgers zukommen wird. Die kommenden Wahlen treffen die Republik aber auch in einer ernstenaußenpoli« i tischen Situation. Die Aufrüstung Deutschlands hat, wie erst kürzlich der Armeebefehl des ' Präsidenten wieder betonte» uns gegen die Tendenzen unserer eigenen Wehrpolifik gezwungen, die zweijährige Dienstzeit einzuführen. Es ist abek nicht abzusehen, welches Maß die Bedrohung der Republik durch die fasciftischen Nachbarmächte noch erreichen kann und die Wahlenficheidung wird auch die Entscheidung darüber einschfteßen, ob die Tschechoflowakei, so wie sie es unter der bisher!« gen Regierung getan hat, Verbindung mit den fortschrittlichen Kräften in West und Ost suchen, sich ' wehren und die demokratischen Kräfte zum Schutz der Republik aufbieten, oder ob sie unter Füh- . rung einer schein«.nationalen Front" eine Politik der Kapitulation vor dem fasciftischen Jmperia» lismus der Nachbarn treiben wird. Endlich bietet Äber auch die Innenpolitik ein völlig anderes Bild als bei den Wahlkämpfen von 1920, 1928 und 1929. 1920 und 1928 war die tschechische Polttik Von der Ideologie des Burgfriedens, der Allnationalen Koalifion beherrscht. Das verhinderte llare Entscheidungen» drohte das politische Leben in tödliche Erstarrung zu führen. 1929 stand der sozialistisch« Linksblock in scharfem Kampf gegen die regierenden Parteien der Rechten und der agrarischen Mitte. Diesmal erscheint eine tschechische Rechts-Opposition auf dem Kampfboden und berennt die Positionen sowohl der Sozialisten als auch der Agrarier. Wichfiger noch ist, daß diese Rechts-Opposition ideologisch nicht mehr auf dem Boden der Demokratie fttht, sondern einen schlecht getarnten Fascismu s'r epräsentiert Ihr Erfolg wäre zugleich ein« Gefährdung der Demokratie und damit der Republik jelbst. Sette 2 Dienstag, 1. Jänner 1935 «r. 1 Mussolini llzltiert Immer neue Schwierigkeiten bei der Bereinigung der franco-italienischen Konflikte Die Reise Lavals«ach Rom scheint neuerlich verschoben zu sein und die französische Presse gibt jetzt sehr offenherzig die wahren Gründe der dauernden Vertagungen zu. Es ist bisher nicht gelungen, eine Einigung zwischen Frankreich und Italien in den Fragen zu erzielen, die Laval als wesentlich für ein besseres Verhältnis der beiden lateinische« Großmächte bezeichnet hat. Das sind nach dem„Exeelsior" folgende Fragenr 1. Die Erhaltung der Lebensinter- esien Frankreichs«nd seiner Kolonien in Afrika, 2. die Erhaltung der Einheit der Kleinen Entente bei den der Unabhängigkeit Oesterreichs geleisteten Garantien, 3. Achtung und Erhaltung der Verträge und der Gleichberechtigung der Staaten im Rahmen des Völkerbundes, 4. Die Beibehaltung der Sicherhett im Abrüstungsproblem unter Be- dachtnahme auf den gegenwärtigen Rüstungs stand Deutschlands und einen gründlichen Meinungsaustausch über die durch die Kündigung des Washingtoner Marinevertrages geschaffene Lage. Laval soll zu Zugeständnissen im einzelnen, aber nicht zur Preisgabe eines dieser Hauptpunkte bereit sein. Der Wider st and Italiens rich- Die Misshandlungen Brückners Berlin.(AP.) Uetzer die Miß- Handlungen Brückners liegen jetzt Einzelheiten vor. Danach wurde er fünf Tage lang„verhört", d. h. F o l t e r u n- g e n unterzogen. Man wollte von ihm Geständniffe über oppositionelle Verbindungen in der NSDAP erpressen. Bei zwei Verhören wurde er bewußtlos fortgeschleppt. A. a. erlitt er schwere Rierenverletzunge«. Sein Zustand ist so, daß er seine Frau, die ihn im Krankenhaus besuchen durfte, nicht erkannte. In der deutschen Presse dagegen spricht man lakonisch von einem „Rervenzusammenbru ch^.— Die Ernennung von Udo v. Wohrsch zum SS-Obergruppenführer wird als Demonstration bezeichnet, da er der Gegenspieler Brückners und der Vertrauensmann der schlesischen Grundbesitzer war. tet sich vor allem gegen eine brauchbare Garantie der österreichischen Unabhängigkeit. Wogegen sich Italien in erster Linie stemmt, ist die Anerkennung der Kleinen Entente als einer politischen Einheit. Ztalien, das den Krieg geführt hat, um die Großmacht an seiner Nordostgrenze zu zerstören und an der Adria und im Donauraum ein Kolonialgebiet zu erhalten, das seinen Raubzügen schutzlos preisgegeben ist, sieht mit Erschrecken, daß gerade die dauernden ttalienische» Provokationen dazu führen, daß sich die kleinen Staaten wieder zusammenschließen. Es hat nun versucht, durch dierömischenProto- kolle, die Abmachungen von Rle- e i o n e«nd die Niederwerfung der österreichische» Demokratie, einen gefährlichen Kell nach Mitteleuropa vorzutreibe». Dadurch aber, daß die Kleine Entente als Ganzes und nicht nur die Tschechoflowakei und Jugoslawien, wie Ztalien gern möchte, die Unabhängigkeit Oesterreichs garantieren soll, entsteht für Italien eine gefährliche Situation. Es hat es dann doch wieder mit einer Macht von48MilionenEi«wohner«, also nahezu von der Größe des alten Oesterreich-Ungarn zu tun. In Frankreich wird man jetzt bereits nervös. Man hat allzu gutgläubig die Ualienischen Beteuerungen hinge- nommen, Ztalien wolle die„Unabhän- gigkett Oesterreichs" verteidigen, daß man jetzt sehr enttäuscht darüber ist, daß Italien in Wahrheit an eine Lösung nicht heranwill, die den römischen Protokollen Eintrag tun könnte. Vermutlich fürchtet Mussolini bei der Schwäche der autoritären Regierung Oesterreichs auch einen Aufstand, der zur Demokratisierung Oesterreichs führen könnte. Esn demokratisches Oe st e r- reich würde s i ch s e l b st ve rständlich der Kteinen Entente anschließe«. Das soll aber um jeden Preis verhindert werde« und darum soll jeder an Oesterreich grenzende Gliedstaat der Kleinen Entente einzeln verpflichtet und gebunden werden. Denkbar ist auch, daß Mussolini den Besuch Lavals absichtlich verzögert, kamst er erst nach der Saarabstim- m u« g stattflnde und— im Fall eines Sieges Hitlers— Italien noch bessere Chancen für seine Lizitationsgeschäste mit Frankreich habe. Darr6 beurlaubt Zusammenbruch der nazistischen Bauempoiitik Die seit langem schleichende Darre-Krise ist in ihr letztes Stadium getreten. Der Reichsernährungsminister ist, wie der Berliner Korrespondent der„Prager Preffe" meldet, auf Urlaub gegangen und wird von diesem Urlaub nicht mehr in das Amt zurückkehren. Mit ihm sind seine engsten Mttarbetter Herbert Backe, Hermann R e i s ch l e und Graf Harro Zeppelin beurlaubt worden. Darres Politik wurde in der jüngste» Zett sowohl von kapttalistischer Sette, also vorwiegend von Schacht, angegriffen, als auch von den Opfern dieser Politik, den Bauern selbst. Schacht fand Darrös Politik zu kostspielig und zu sozialistisch. Die Bauern lehnten sich gegen das System der festen landwirtschaftlichen Preise bei steigenden Preisen aller anderen Produkte«nd steigenden öffentlichen Lasten auf. Es zeigt sich an dem Beispiel Darrös nicht nur, daß die Sozialisierungspolitik der Nazi eine klägLi ch e Stümperei ist, sondern auch, daß jeder Versuch, die Landwirv/chaft zu stabilisieren scheitern muß, solange das Finanzkapital das Steuer der Wirtschaftsführung in der Hand behält. Erbhöfe und feste Preise wären ein vielleicht tragbares Experiment bei gleichzeitiger Entmachtung des Finanzkapttals. Zm Dritten Reich, in dem die Finanzkapitalisten regieren, wirkt sich jede der scheinsozialistischen Maßnahme« znm Unglück der Massen aus. Die„Prager Presse" berichtet als ein Symptom dafür, wie verhaßt Darrö bei den Bauern war, daß bei einer Demonstraüon in Schleswig- Holstein(dem Mutterland der nationalsozialistischen Bauernbewegnng) eine Tafel getragen wurde:„Lieber zwei Jahre Dürre als noch ein Jahr DarrL". 20.000 Personen auf der schwarzen Liste öle„Säuberungsaktion" Im Dritten Reich Berlin.(Tsch. P.-B.) Wie aus zuverlässiger Quelle bekannt wird, hatte ein fünfgliedriges Konnte, dem seitens der Polizei der Chef der geheimen Staatspolizei Himmler und als Vertreter der Reichswehr General Reichenau angehörte» den Auftrag erhalten, das öffentliche Leben Deutschlands und die Nationalsozialistische Partei insbesondere von ungeeigneten Elementen zu säubern. Der Ausschuß stellte denn auch eine Liste von nicht weniger als 20.000 Personen auf, darunter von 5000 Parteigenoffen, die ihrer Aemter verlustig erklärt werden sollten. Reichskanzler Hitler hält aber eine solche Maßnahme für untunlich, einmal wegen der von der Reichsregierung geplanten wirtschaftlichen Maßnahmen «nd ferner mit Rücksicht auf die auswärtige Politik. Der ebenfalls hinzngezogene Reichswirt- Wirtschaftsminister Dr. Schacht hat sich gleichfalls energisch gegen die Durchführung der Aktion ausgesprochen, da durch dieselbe einflußreiche wirtschaftliche Persönlichkeiten in Mit- lridenschaft gezogen, werden und überhaupt die wirtschaftliche Situation des Reiches gefährdet werden könnte.'? Christlicher Gewerkschaftsführer Imbusch schwer verletzt Nationalsozialistischer Ueberfall im Saargebiet Saarbrücken. Sonntag überfielen Nationalsozialisten eine Versammlung, in welcher der Führer der christlichen Gewerkschaften, I m b u s ch, sprach. Der planmäßig vorbereitete Angriff ist ein neues Glied in der langen Kette nationalsozialistischer Terrorakte gegen die Anhänger des Status quo im Saargebiet. Jmbusch und einige andere Versammlungsteilnehmer wurde» erheblich verletzt. Im Verlaufe der Schlägerei, welche sich entwickelte, feuerten Nationalsozialisten auch Revolverschüffe ab. Die Polizei nahm einige Verhaftungen vor. 29 Copyright by Prea»edi*n»t B. Prager-Verlag, Wien „Raoul; aber der Name ist doch gleichgültig." Jacques atz vornehm und elegant; sie wollte ihn aber nicht nach seiner Kinderstube fragen. Nach Tisch führte sie ihn wie ein kleines Kind an der Hand zum Schreibtisch, wo die für ihn vorbereiteten Päckchen lagen: „Tun Sie mir die Liebe und freuen Sie sich, wenn Sie sich überhaupt freuen können." Er wurde rot und wog jedes Päckchen in der Hand, bevor er es öffnete. Da waren Krawatten, Shawls, Socken und der Stoff für einen Anzug, von dem er einmal gesagt 1 hatte, datz er sich ihn kaufen wolle, bis er Geld haben werde. Er wurde sehr verlegen. „Warum haben Sie mir das alles gekauft, Babiola?" Sie errötete und räumte dje Papiere aus dem Wege. „Bitte, sagen Sie nichts, lieber Jacques. Es würde mich sehr kränken, wenn ich etwas getan hätte, was sich nicht schickt. Ich mutzte heute je-' mai^schenken. Wir sind doch Kameraden, es ist>7 bgültig, wer von beiden Geld hat. Heute bin es, zufälligerweise." „Ich habe Ihnen nichts geschenkt." „Doch, Blumen. Und das ist mehr, als ich Ihnen gab. Papa Bonnetier gab mir zehntausend Franken, ich gab Ihnen diese Dummheiten und Sie schenkten mir Blumen. Ihre Blumen sind wertvoller als hunderttausend Franken von Papa Bönnetier." Jacques sckiieii trostlos zu sein. „Sehen Sie, ich könnte- Sie nicht einnml rügen; es sähe nach bezahlter Arbeft aus." „Das sollen Sie auch nicht. Ich habe auch beim Einkäufen all der Dinge nicht daran gedacht, datz Jacques ein Mann ist." Dann sagte sie sehr leise:„und Sie haben es sich, mein lieber Jacques, gewünscht, mich zu küssen?" „Ja." „Wann?" „Heute." „Sie haben recht; heute ist ein Ausnahms- tag." Im Kamin krachte das Holz. Sie nahmen mit den Resten der Mahlzeit auf dem Fußboden Platz, ganz dicht am Kamin. Sie erzählte von Bonnetier, von seinem freudlosen Reichtum, vom Meer, von sich, von ihrem Buche. Dann sang sie ein Weihnachtslied, das sie von der Dienerschaft bei Bönnetier gehört hatte, und eines vom Jesuskind aus Bidar. Jacques sang auch einige Lieder; aber er sang falsch und brachte die Worte des Textes durcheinander. Dann sagte er und es schien, als werfe er das Lied wie eine äusgerauchte Zigarette fort: „Ich mutz auch etwas beginnen. Ich muh Geld verdienen. Wenn ich ein wirklicher Künstler wäre, sähe ich nicht in Not. Aber was ich kann, ist leinen Schutz Pulver wert. Was soll ich beginnen, Babiola?" „Denken Sie nicht daran. Wir haben zum Nachdenken später. Zeit." Und sie sang weiter, um keine traurige Stimmung aufkommen zu lasten. Plötzlich unterbrach sie sich und sagt«, datz sie am Weihnachtsabende immer zum Fenster hinausschaue. Und sie lehnten sich zusammen aus dem Fenster. dröhnte eine Orgel für Wolken und Rubensengel. Es war Mitternacht. Weit, weit von hier lag das Gut der Girauds tief im Schnee; der saß wie eine Katze auf dem Dache und auf den Fenstergesimsen Irgendwo floh die schtvarze Seine, an deren Ufern die Gedanken des lächelnden Jacques traurig einhcrgingen Sie schlossen fröstelnd das Fenster, und Babiola» alte Kinderlieber im Sinn, fatzte Jacques, dem der heilige Abend das Lächeln aus den harmlosen Mundwinkeln verscheucht hatte, bei beiden Händen und sagte erstickt: „Und jetzt geben Sie mir den Kutz, den ich mir mit den dummen Socken beinahe verscherzt habe. Ich will wissen, datz Sie mir nicht böse sind." Er war nicht böse und kühte sie verzehrend. Seine ganze, wilde Einsamkeit lag in diesem Kusse und in seinen Augen glomm eine leuchtende Dunkelheit auf, um deretwillen wohl das Mädel in die Seine gegangen war. „Ich bin so glücklich, weil Sie bei mir sind. Und Sie müssen ost kommen. Sie werden sehr ost kommen, nicht wahr? Ich bin so allein. So allein, wie Sie." Er küßte sie nochmals und preßte sie tn sich. Der schlecht befestigte Mistelzweig fiel in ihre Haare und sie sah jetzt wie das festlich geschmückte. letzte Geschenk der Weihnacht aus.• Unter Küssen trug er sie in das Schlafzimmer zum offenen Bett. Sehnsüchtig wartete sie auf den Rausch, den sie noch nie gefühlt hatte. Aber sie hörte nur, wie ihr Pijama auf seinem Rücken krachte. Jacques schien es, als verzehre das Glück der Wonne ihren Körper. Hätte er die Gedanken hinter ihren Augen erraten, er wäre entsetzt geflohen. Unten, im ersten Stock, spielte ein Kind unbeholfen und abgehackt Klavier. Ein Weihnachtslied. Es war süß, den gedämpLten Tönen mit müdem Hirn zu lauschen. Da sagte Babiola: „Was glauben Sie, Jacques, liebt mich Felicien eigentlich?" Ihre Frage mordete. Feliciens Namen wurde heute zum ersten- male erwähnt. Und just jetzt? Mit gepreßter Stimme antwortete Jacques: „Auf seine Art; er ist ein Sonderling." . Da erzählte sie ihm lang und breit, daß Felicien ein wirklicher Künstler sei, ein ganz großer. Wenn sie seine Statuen gesehen habe, könne sie nicht schlafen, müsse sie ihm alles verzeihen.„Und dann, Jacques, er ist krank. Kranke Menschen haben Anspruch auf Rücksicht und Verständnis." Ihr Hemd war von der Schulter geglitten; die Male seiner Küsse verglühten auf ihrem Körper. Sie wollte seine Antwort hören und begriff zugleich, daß er nie antworten werde. „Felicien, Felicien—."Tränen stossen ihr über die Wangen und tauften den Namen ihrer Schmerzen.„Jacques, ich weiß selbst nicht, warum ich Ihnen das alles erzähle..." Jacques stand auf. Er wollte gehen und suchte in peinlicher Berzweistung seine Schuhe. Sein Kopf brannte, als wüte darin eine Feuersbrunst. Er konnte feinen Kragen nicht finden. „Ich werde mit ihm sprechen, wenn er zurückkommt. Diese Qualen müssen ein Ende haben." Dann aber dachte er daran, daß er seinen besten Kameraden verloren habe, fühlte, daß er seine Seele Babiola verschrieben hatte; waS er schon lange gefürchtet hatte, war Wirklichkeit geworden und er wußte, daß er sein sefferes Ich getütet habe. (Fortsetzung folgt.) en auf der Straße Frie- einer entfernten Kirche Die Nacht war wie schwarzer Marmor mit Weißen Adern von Schnee und Licht durchzogen. Der Himmel schien der Sturz einer heiligen Glocke zu sein, der die Erde bedeckte, die jetzt in Gebe^-oe^inken war. Die Straßen waren fest- ehe' Gott durchschrist sie und die er- ?st-n"Feüster waren fest geschlossen; kein Ton ar Freude konnte Als er dann neben ihr lag, überwältigt, dankbar und häßlich verändert, ein anderer und doch er, den sic in ihr Bett gelockt haste, um der Einsamkeit zu entfliehen ergriff sie schN'eigxnd seine Hand, in der sich das Blut langsain beruhigte. Nr. f Dienstag, 1. JSnner 1935 Sette 8 Köpfe des tschechischen Fortschritts Hier eine Anregung zum Vergleich der geistigen Struktur zweier Völker. Das deutsche Bott in seiner Gesamtheit durchlebt eine antidemokratische Psychose, die zugleich eine Krise seines Selb st vertrauens ist. Der Absturz der deutschen Geltung in Europa fällt zeitlich, aber nicht ursächlich zusammen mit dem Vormarsch von Demokratie und Sozialismus nach dem Kriege. So wurde ein elementarer Pcndelschlag der Stimmungen und Gefühle nach der Gegenrichtung ausgelöst, der im Nationalsozialismus seinen Niederschlag fand. Nationalsozialismus ist potenzierter Rationalismus. Machtwille und Verbitterung nähren ihn. Er fußt auf dem fanatischen Glauben Deutscher an die Unfähigkeit des Deutschen, als polittsch- geistiges Wesen in Freiheit zu leben. Pseudowissenschaftliche Konjunkturritter beeilen stch, das Treiben von Reichsbrandstistern als Offen, iarung einer neuen Epoche auszulegen. Was gedanklich zum NattonalsozialismuS oder Stände- fasrismuS steht, steht das goldene Zeitalter der Unfreiheit aller Völker für gekommen. Die Verkrampfung des deutschen Denkens im Gewaltmäßigen muß überwunden werden. Die Wiedererweckung des Glaubens an die geistigen, stttlichen und kulturschöpferischen Kräfte der Ration, in ihre Fähigkeiten, stch im friedlichenWettstreit durchsetzen und in Freiheit die großen Aufgaben des Jahrhundert lösen zu können, ist Vorbedingung ihrer Auferstehung aus der Tyrannei des Fascismns. Biele Zeichen drntcn darauf hin, daß in Deutschland dieser seelische Gcsun- dnngsprozrß schon in vollem Gange ist. Es will scheinen, daß dir Grenzdcutschen von der Begeisterung für die Unfreiheit stärker ergriffen und der antidemokratischen Psychose ärger verfallen stnd. Unter den Sudetendentschei ist der geistig-fittliche Widerstand gegen die ncndeutschc Barbarei außerhalb der sozialistischen Reihen beschämend gering. Die Ucberzahl unserer Intelligenz will die Krisen und das Elend der Diktaturen nicht sehen. Die sndctendeutschrn Anbeter Hitlers verschließen gewaltsam ihre Augen von der Tatsache, daß dir demokratischen Länder des Westens ohne Einbuße ihrer Kulturhöhe der Weltkrise standhalten und das Wirtschaftselend viel erfolgreicher bekämpft haben. So wächst unser Kampf gegen Nationalsozialismus und Henlrinfascismus hinaus über den Partcirahmen zum Ringen um die Zielsetzung der sudrtendrulschen Politik schlechthin. Die Grundsatzfrage lautet: mit der Demokratie für Frieden und s o z i a l e Gerechtigkeit oder gegen die Demokratie für den Krieg und die europäische Katastrophe. Sie muß auch von den Sudetendeutschen mit Ja oder Nein männlich beantwortet werden.. Daß die Entscheidung zwischen Demokratie und Fascismus nicht durch die Mandatszahl der Arbeiter- und Bürgerparteien, sondern durch die geistig-moralische Kräfteverteilung in der Ration selbst bestimmt wird, dafür bietet das junge tschechische Volk ein klasfisches Beispiel. Die jüngsten politischen Krawalle in Prag haben im tschechischen Lager eine imponierende Abwehrfront des Geistes und tiefwurzelnder Fortschrittsgesinnung gegen nationalistisch-fascistische Unvernunft auf den Plan gerufen. Dieses Beispiel soll auch für die freiheitlichen und fortschrittlichen Sudetendeutschen eine Ermunterung und ein Ansporn sein. Wollen wir auf dem Boden dieses Bölkrrstaates Gleiche unter Gleichen werden, dann muß dieser Gleich- heitsansprnch vor allem errungen werden durch tapferes Einstehrn für die innere Freiheit des eigenen Volkes. Soll ein friedlich verbundenes und sozial erneuertes Europa erstehen, dann müssen zuerst in allen seinen Nationen die guten Geister über die bösen Gewalten siegen. Wir glauben auch znr Ueberwindung der Vertrauenskrise zwischen Deutschen und Tschechen beizntragen, wenn wir hiemit der sndetendeutschen Oeffentlichkeit einen knappen Umriß des geistigen und menschlichen Profils des tschechischen Fortschrittslagers zeigen. Ein journalistischer Brückenschläger, unser Freund I l l o v tz, hat dazu das Wort. Vie Traditionen der tschechischen Demokratie Von Rudolf 3llov* Eine Nation, welche ihre ganze Existenz, ihre Rettung vor dem Verschwinden und ihre Entwicklung dem Idealismus von Männern, die aus dem armen Volke hervorgegangen sind, zu verdanken hat, ein Volk ohne eigene Dynastie, ohne eigene Aristokratie und bis zum Kriegsende fast ohne eigenes Großkapital konnte nicht anders als demokratisch werden. Ein Volk, dessen Erinnerung an alles Undemokratische mit dem Andenken an Fremdherrschaft verbunden ist, kann auch in der Zukunft nicht anders als demokratisch bleiben, will es sich nicht selbst aufgebcn. Sämtliche Traditionen des tschechischen Volkes haben demokratische Grundlagen. Die älteste im Volke, noch immer lebendige Tradition ist die H u s- Tradition. Das Andenken an I o h a n n e s H u s, der für seine Üeber- zeugung den Flammentod erlitt, die Kämpfe der Hussiten unter Zi^ka gegen Adel, Klerus und reiche Bürger, die Demokratie und der Kommunismus im hussitischen Lager, alle diese Erinnerungen sind im tschechischen Volke stärker als etwa irgendwelche Erwägungen über die bodenständige tschechische Dynastie der Premysliden, die weder Unterdrückung des Volkes, noch Raub und Mord scheute. Mächtig lebt im tschechischen Volke die Erinnerung, an die Verfolgung der Nichtkatholiken nach der Schlacht auf dem Weißen Berge(1620) durch die Habsburger, an die Brüder-Unität und insbesondere an den bedeutenden Pädagogen und Verkünder der Humanitätsphilosophie Jan AmosKomenskh sowie an alle die Qualen, welche das tschechische Vott für seinen Glauben im 17. und 18. Jahrhundert erdulden mußte. Der tschechische Adel wurde nach denHinrichtungen auf dem Altstadter Ring im Juni 1621 feines Besitzes beraubt, fremde Abenteurer? die in das Land kamen, erhielten seine Güter. Ebenso wie früher der einheimische Adel, unterdrückten auch diese neuen Ariswkraten das Vott und der Zwiespalt zwischen beiden blieb bis in die neueste Zeit. Wenn auch hi? und da irgendwelche Adelige an dem tschechischen Kulturleben teilgenommen haben, waren es nur vereinzelte Ausnahmen. Sie fühlten sich auch nur als Böhmen, als Landsleute, nicht aber als Angehörige des tschechischen Volkes. Die Männer, welche gegen das Ende des 18. Jahrhunderts das tschechischeVolk aus seinem hundertfünfzigjährigen Schlaf zum neuen Leben erweckten, waren zumeist S ö h n e armer Bauern, Hand- werkeroderAngestellter. Die tschechssche Sprache lebte ja nach dem Dreißigjährigen Kriege nur in Bauernhütten und unter der ärmsten Bevölkerung in den Städten weiter, während die wohlhabenderen Schichten bereits die Sprache der Machthaber, das Deutsche, angenommen haben. Der gelehrte Sprachforscher Josef Dobrovskh(1753—1829) war Sohn eines Gendarmeriewachtmeisters und litt in seiner Jugend viel Entbehrungen. Der Vater des bedeutenden Literaturhistorikers, Schöpfers der neuen tschechischen Sprache und Schriftstellers Josef Jungmann(1773—1847) war ein armer Schuster in Hudlitz bei Beraun, der Vater des Dichters Fr. L. Celakovskh(1799—1852). Zimmermeister in Strakonitz. Der Dichter des„Mäj" Karel HynekMächa (1810—1836) entstammte einer Prager Proletarierfamilie und blieb bis zu seinem frühen Tode ein proletarischer Intelligenzler. Auch.die tschechischen Schriftsteller in den späteren Jahren hatten es nicht besser. Die Autorin der »Großmutter", die berühmte Prosaschriftstellerin Bozen a N e m c o v ä (1820—1862), war die Tochter eines Herrschaftskutschers und einer Kammerzofe. Sie lebte in Armut und starb in bitterster Not. Der Dichter und Feuilletonist JanNeruda(1834—1891) wurde als Sohn eines armen Kantineurs und einer Bedienerin auf der Kleinseite in Prag geboren, wuchs unter proletarischen Kindern auf und blieb zeitlebens ein besitzloser Journalist. Und schließlich ist ja auch Präsident T. G. Masaryk Sohn eines Herrschaftskutschers. Josef Dobrovskh war Anhänger der Humanitätsphilosophie der Aufklärungsperiode im 18. Jahrhundert.. Humanitätsideen sind in dem Werke Jan Kolläk^ (1793—1852) enthalten. Während seines Studiums in Jena lernte er die romantischen Freiheitsgedanken der deutschen Jugend kennen. In den zahlreichen Sonetten seiner„Slävy dcera" erschallt sein Ruf nach Gerechtigkeit für alle. Allgemein bekannt ist die Tätigkeit des demokratischen Publizisten Karel H av ltk ek- B or o v s kh(1821—1856), der wegen seiner Freiheitsideen von der österreichischen Regierung nach Brixen verbannt wurde.‘ Das Andenken an ihn ist im tschechischen Volke ebenso lebendig, wie das an Hus. Auf welcher Seite der Barrikade würde heute der Liebling der tschechischen Nation Svatopluk Eech(1846—1908) kämpfen? Er, der Dichter der »Lieder eines Sklaven", sozialistischer Zukunftsvisionen und so mancher der Arbeiterschaft gewidmeter Gedichte. Er, der in seinem letzten, aus mehreren Gesängen bestehenden Gedicht„In die weite Welt" sich zum Sozialismus bekannt hatte und den gleichgesinnten Brüdern in Deutschland die Hand zum gemeinsamen Kampfe für die Sache der'Freiheit reichen wollte. Gewiß wären die Sympathien Svatopluk Cechs heute auf Seite derjenigen, die für die Demokratie und gegen den Fascismus kämpfen. Ebenso auch Jaroslav Brchlirkh(1853— 1912), dessen ganzes Werk kosmopolitisch ist, der wegen seiner Sympathien für fremde Kultur von den Spießbürgern verketzert wurde und als der einzige im österreichsschen Herrenhause am 21. Dezember 1906 eine Rede für das allgemeine gleiche Wahlrecht und für die Demokratie gehalten hat. Die besten tschechischen Schriftsteller und Gelehrten der Jetztzeit stehen auf der Seite der demokratischen Front. 67 Dichter und Prosaschriftsteller haben ein Manifest für die Demokratie unterschrieben. Fast 200 in der Oeffentlichkeir bekannte Männer und Frauen haben sich ihnen angeschlossen: Schriftsteller. Kritiker, Komponisten, bildende Künstler, Architekten, Philoscphen, Historiker, Juristen, VottSwirtschaftler, Journalisten, Hochschulprofessoren ysw. Sie alle wollen die Demokratie gegen den Fascismus schützen. Hand in Hand mit der sozialistischen Arbeiterschaft wird es ihnen gelingen. Karel Capek, Redakteur der„Lstzohe Nopiny", geb., 18?$. Dramatiker und.Prosaschriftsteller' Seine Werkoftnd erfüllt vom kosmopolitischen, fortschrittlichen Geist, seine Philosophie ist Humanismus und Pragmatismus. Einige Werke schrieb er gemeinsam mit seinem Bruder, dem Maler Josef Capek. Seine journalistische Tätigkeit ist von der Idee der Freiheit und Demokratie getragen, seine letzten Artikel gegen Fast Osmils und Reaktion erregten Aufsehen. Seine Komödie„Der Räuber" behandelt die Waghalsigkeit der Jugend,„R. II. R." ist ein soziales Drama über die Schaffung künstlicher Menschen, die sämtliche Arbeiten verrichten, der sogenannten Roboters, welches Wort in alle Weltsprachen Eingang fand. Das gleichfalls soziale und teilweise auch antimilitaristische phantastische Schauspiel„Aus dem Leben der Insekten" schrieb er gemeinsam mit seinem Bruder.„Die Sache Makropulos" ist ein interessantes Stück über ein Lebenselixier. Von seinen Prosaarbeiten sind insbesondere von Bedeutung„Die Absolutumfabrik" und „Krakatit". Seine letzten Prosaarbeiten sind eine Romantrilogie„Hordubal", „Der Meteor",„Ein gewöhnliches Leben". Er.schrieb geistreiche Plaudereien über seine Reisen nach England, Italien, Holland und Spanien. Als Vertrauter des Präsidenten gab er bisher zlvei Bände seiner„Gespräche mit Masaryk" heraus. F. X. Saida, Ph. Dr„ Professor für Geschichte der modernen Literaturen an der tschechischen Universität in Prag, geb. 1867. Der bedeutendste tschechische Literatur- krftiker und Essayist. Immer voll von Interesse für alle Gegenwartsfragen, immer jung und neuen Problemen zugetan. Feind aller Halbheft, jeder falschen Pose in der Kunst und im Leben. Heftiger Polemiker. Fordert von der Kunst auch eine soziale Funktion. Freund der Arbeiterbewegung. In seinem ersten Essaywerk„Kämpfe um den morgigen Tag" behandelt er ästhetische Fragen.„Seele und Werk" sind kritische Aufsätze über tschechische rind fremde Dichter. Als Belletrist schrieb er Novellen„Das ironische Leben und andere Erzählmrgen", und einen Ronran„Arbeiter und Marionetten Gottes" und gab auch Gedichte heraus. Sein 1921 erschienenes und erst viel später auf dem Rationaltheater ausgeführtes Drama„Die Scharen" behandelt den Konflitt der Massen mit dem Führer und ist nach Salda's Ausspruch„trotz aller seiner Tragik ein Lied der sozialen Hoffnung". Salda's Drama„DäsKind" ist eine Anklage der bürgerlichen Gesellschaft. In seiner von ihm selbst ganz geschriebenen Monatsschrift„Saldüv zäpisnik" kritisiert er alle kulturellen und politischen Ereignisse und zieht in den letzten Nummern heftig gegen den Nationalismus und Fascismus zu Felde. Ottokar Fischer, Ph. Dr., Professor der deutschen Literatur an der tschechischen Universität in Prag, geb. 1883. Dichter, DraMattker. Uebersetzer,'Literaturhistoriker, Kri- tiker. Seine Poesie ist formvollendet, gedankenreich und melodisch. Er gab mehrere Gedichtsammlungen heraus. In der letzten(„Mittag") widmet er dem jetzigen zerwühlten Europa mutige Verse. Er schrieb mehrere Dramen mit historischen Sujets, darunter auch ein Drama über den Spartacus-Auf- stand im alten Rom„Die Sklaven". Ausgezeichnet sind seine Uebersetzun- gen von Werken der Weltliteratur, insbesondere Goethe(beide Teile von„Faust", Gedichte u. a. m.), Heine, Kleist, Hofmannsthal, Wedekind, Nietzsche i„Alw sprach Zarathustra"), Corneille, Verharren, Marlow, Shakespeare, Shelley, u. a. Fischer schrieb auch Monographien über Kleist, Nietzsche und Heine, essayisttsche Werke(„Seele und Werk" u. a.). Einige Jahre war er Theaterkritiker im„Prnvo Lidu", jetzt in den„Li- dove Noviny". Frantßek Götj, PH. Dr., Dramaturg des Nationaltheaters in Prag, literarischer Kritiker des„Närodni Osvobozeni", geb. 1894. Schüler F. X. Salda's. Tritt für sozialen Humanismus ein. Gab außer Literaturlehrbüchern mehrere Essaywerke über Gegenwartsdichter und ästhetische Probleme heraus. In seinem letzten Werk„Die schicksalsvolle tschechische Frage" befaßt er sich mit dem Verhältnis des tschechischen Volkes zum neuen Europa und betont die Notwendigkeit einer Humanitären Demokratie als den einizegn Weg zur menschlichen und nationalen Existenz. Karel Toman, Pseudonym des Antonin BernäZek, Pens Archivars der Rattonalversamm» lung, geb. 1877. Lyriker. In seinen fein ziselierten Gedichten sind viele soziale Motive Er liebt das Proletariat und hegt eine heftige Abneigung gegen die bürgerliche Gesellschaft. Auf seine Poesie hat Richard Dehmel stark cingewirkt. Seine Gedichtbände wagen die Titel„Märchen des Blutes", „Torso des Lebens",„Melancholische Pilgerfahrt",„Monate",„Die Stim- me der Stille",„Der hundertjährige Kalender". Einige seiner Gedichte sind auch ins Deutsche übersetzt. Seite 4 Dienstag, 1. Jänner 1935 Nr. 1 F. V. Krejöi, Redaktenr des„Prävo Lidu" i. R„ geb. 1867. Seine erste Tätigkeit fällt in die Zeit der fortschrittlichen Bewegung der 90er Jahre. In seinen zahlreichen Schriften und Literatur- und Theaterreferaten hat er eine verdienstvolle Arbeit für die Popularisierung der Kunst geleistet. Er war der einzige Schriftsteller seiner Generation, der sich ganz der Sozialdemokratie zugewandt hatte. Das erste Werk„Die heutige sittliche Frage" gab er 1894 heraus. Es folgten„Das Kunstwerk in der Literatur und seine erzieherische Macht",„Der ewige Morgen in der Kunst", das Werk über sozialistische Kultur„Der Traum einer neuen Kultur",„Die Geburt des Dichters",„Die religiöse und moderne Weltanschauung",„Tschechentum und Europäer- tum" und viele andere. Krejci schrieb Monographien über Ibsen, Hus, Mach«, Brchlickh, Zeyer, Smetana, verfaßte mehrere Dramen und realistische Romane. 1919 wurde er als Delegierter zu den tschechoslowakischen Legionen nach Sibirien entsandt und beschrieb seinen Aufenthalt im fernen Osten in drei Werken. Petr KH8ka, Sektionsrat des' Schulministeriums, Lektor des Genoffenschastsverlages «Druzstevui präce", geb. 1884. Lyriker. In seinen Versen klingt Musik, sie find in einer schönen Sprache gedichtet und voll von Gefichl. Im Kriege schrieb er ein Gedicht„Medynia Glo, gowska", welches ihn berühmt machte. Er gab mehrere Gedichtsammlungen sowie Uebersetzungen aus der russischen und französischen Poesie heraus. Marie Majerovä, Redakteurin des vom gleichnamigen Legionärverlag herauSgegebenen Wochenblattes„Ein", geb. 1882. Sozialistische Prosaschtiststellcrin. Befaßt sich mit dem Leben des Proletariates, macht auf die Klassengegensätze in der Gesellschaft aufmerksam und verkündet eine bessere Zukunft nach dem Siege der Arbeiterschaft. Ihre Frauengestalten, fühlen oft neben der Qual ihrer Armut auch die der Erotik. Ihr erster Roman „Die Jungfräulichkeit" beschäftigt sich mit einem im Gastgewerbe angestellten Mädchen.„Der Platz der Republik" ist ei« aus dem Milieu der in Paris lebenden Revolutionäre entnommener Neman,„Die schönste Welt" ist eine Verherrlichung der Idee des Sozialis- mus. Ihr letzter Roman„Die Stromsperre" ist' eine kommunistische Utopie. Majerovä gab mehrere Novellenbände und Abhandlungen über ihren Aufenthalt in Amerika und in der Slowakei heraus. Aehnlich wie Bojsena Nim- covä"sammelte und bearbeitete sie Märchen. Sie übersetzte auch viel auS dem Französischen(Octave Mirbeau u. a.). Wurde mit anderen Schriftstellern vor einigen Jahren aus der kommunistischen Partei ausgeschlossen. F. M. BartoS, PH. Dr., Professor der Kirchengeschichte an der HuSfakultät der tschechischen Universität in Prag, geb. 1889. Historiker der husitischen und Reformationsperiode. Schriften über Kusitis- müs, ZiZka, die St. Wenzelslegende, Johann Nepomuk(„Der Heilige des Dunkels") u. a. m. Mitarbeiter des „Prävo Lidu". Er hat die Wenzelsund die Nepomuklegende wissenschaftlich zerstört. ZdenSk Nejedly, PH. Dr., Professor der Musikwissenschaft an der tschechischen Universität in Prag, geb. 1878. Historiker und Publizist. Schrieb wissenschaftliche Werke über die Geschichte der tschechischen Musik, über den Gesang in der vorhusitischen und husitischen Zeit, über Aesthetik, Monographien über Smetana und Fibich, sowie ein großes bisher in 3 Bänden erschienenes Werk über Masaryk. Tritt in Artikeln und als Redner für Geistesfreihrit und gegen den Fascismus auf. Er loarb jahrelang um das Verständnis der Nation für das neue Rußland. Stark links orientiert. Gab früher eine Zeitschrift „Var" heraus. Emil Krofta, PH. Dr., Gesandter und bevollmächtigter Minister, Stellvertreter des Außenministers, Professor der böhmischen Geschichte an der tschechischen Universität in Prag, geb. 1876. Verfaßte zahlreiche wissenschaftliche Schriften: über die Bauern in. Böhmen, die vorhusi- tische Kirchengeschichte, über Päpste, Petr Chelcicly, die Schlacht auf dem Weißen Berge, die Deutschen inBöhmen u.«. m. Trat aus der nationaldemokratischen Partei wegen ihrer fasciftischen Orientierung aus. Jaroslav Stränsky, JUDr., Dozent des Strafrechtes an der Brünner Universität, Abgeordneter und Herausgeber der„Lidovö Noviich", geb. 1884. Verfaßte mehrere rechtswissenschaftliche Schriften, darunter „Recht und Revolution". Trat 1925 aus der nationaldemokratischcn Partei aus, organisierte die Arbeitspartei und trat nach ihrer Auflösung 1929 in die nationalsozialistische Partei ein. Führte den heftigsten Kampf gegen Strlbrnh in der bekannten Korruptionsaffäre. Seine Reden im Parlament zeichnen sich durch die gründliche Analyse der politischen und geistigen Zustände unserer Zeit aus. JUDr., Professor deS Privatrechtes und der Rechtsphilosophie an der tschechischen Universität in Prag, geb. 1878. Eifriger Propagator der Demokratie. Verfasser zahlreicher juristischer und philosophischer Schriften, unter andern „Grundidee der Demokratie",„Demokratie als Lebens- und Weltanschauung",,,^^",„Regierungin der Demokratie",„Der Mensch und die Gesellschaft" u. a. m. Mitarbeiter des „Ceske Slovo". Er verlangt, daß die Rechtsnormen mit den sozialen, wirtschaftlichen und moralischen Bedürfnissen in Einklang gebracht werden. fi ftifosopftep Emanuel Rädl, PH. Dr., Professor der Naturphilosophie an der tschechischen Universität in Prag, geb. 1873. Schüler MasarykS. Nimmt häufig zu aktuellen Fragen in der Ocffentlichkcit Stellung. Sein auf Religiosität sich stützendes soziales Fühlen führte ihn zur Sozialdemokratie. Pazifist und Anhänger der Völkerverständigung. Vor dem Kriege gab er einige Werke über Biologie heraus, 1918 kritfierte er in der.Momantischen Wissenschaft" Kant, die deutsche Naturphilosophie und die romantische Ideologie deS Nationalismus. In der„Modernen Wissenschaft" gab er eine Auslegung der philosophischen Probleme. Seine Weltreise beschrieb er in dem Buche„West und Ost". Sein größtes Werk ist die 1983 erschienene zweibändige„Geschichte der Philosophie". Eini ge Werke schrieb er auch deutsch. Praktisch betätigt er sich in der Nmca. Seine Aussätze zur nationalen Frage waren bahnbrechend für ein besseres Verständnis von Tschechen und Deutschen. J. B. Kozäk, PH. Dr., Professor der Philosophie an der tschechischen Universität in Prag, geb. 1888. Studierte Theologie in Deutschland und England, wurde zuerst evangelischer Vikar, dann Hondelsaka» demieprofessor, seit 1921 wirkt er an der Universität. Moderner Philosoph init religiösem Einschlag. Pazifist und eifriger Verfechter der Demokratie. Seine Hauptforderung ist sittliche Ordnung im öffentlichen und Privatleben. Verfaßte Schriften über Religiosität, Ethik, Demokratie und Kultur, über Spencer, Kant und Masaryk Mitarbeiter des„Eeske Slovo". Joumafisten Jan Herben, Ph. Dr., geb. 1857. Hervorragender tschechisch-fortschrittlicher Journalist der letzten Epoche. Belletristischer Schriftsteller und Historiker. Gründete 1886 den„Eas", welcher zum Organ der Realistenpartei(Anhänger Masaryks) wurde und ab 1901 täglich erschien. Er redigierte ihn bis zu seiner Einstellung im Kriege. Im„Cas", welcher der sozialistischen Arbeiterbewegung nahestand, wurde ein Kampf gegen Reaktionäre und Spießbürger, gegen die gefälschten Handschriften und jeden Chauvinismus geführt. Die Anfänge der Realistenpartei und die politischen und kulturellen Ideen der achtziger und neunziger Jahre beschrieb er,in dem Buche„Zehn Jahre gegen den Strom". Das Wirken der Realisten schilderte er auch in seiner Monographie über Masaryk. Von den Klerikalen wurde er sehr wegen seiner Schrift über Johann Nepomuk anoefeindet. Als Belletrist schrieb er Erzählungen aus dem Leben in seiner mährisch-siowakischen Heimat. Sein bedeutendstes Werk ist die zweibändige Chronik von vier Generationen einer mährisch-siowakischen Bauernfamilie„JnS dritte und vierte Geschlecht". Im gleichfalls zweibändigen „HostiZov" schildert er Begebenheiten in der Nähe seines Wohnorts, bei Tä- bor. Hubert Rioka, PH. Dr., Redakteur der.Lidove No- viuy", geb. 1895. Schreibt iiber Innenpolitik und weltpolitische Ausblicke. Fortschrittlicher, demokratischer Journalist. War früher Redakteur des „Närodnt Osvobozeni". Hiswrische Schriften über Jugoslavien, Tschcck'v- siowakei u. a. Einer der scharninnig» sten und temperamentvollsten Gegner des tschechischen Fascismus. Lev Sydirava, JUDr., Chefredakteur des„Närodni Osvobozeni"(Tagblatt der linksorientierten Legionäre), geb. 1887. Zu Beginn des Krieges fuhr er in die Schweiz und wurde in Genf Masaryks Sekretär. Organisierte die Verbindung mit der Maffia. 1916 aus der Schweiz ausgewiesen, wurde er in Paris Beness Hauptmitarbeiter. Bon der tschechoslowakischen provisorischen Regierung zum ersten diplomatischen Vertreter in Paris ernannt. Führer der Esi. ober le« gionätskä. Schriften über Legionäre, Masaryk, Stefanik u. ügl. Ferdinand Peroutka, Redakteur des unabhängigen Wochenblattes„Pkitomnost". War 1919 bis 1924 Redakteur der„Tribuna". Geb. 1895. Analysiert in seinen geistreichen Artikeln aktuelle politische und kulturelle Begebenheiten vom bürgerlichen fortschrittlichen und liberalen Standpunkt. Ein sehr gewandter Journalist, der aus der „Pkitomnost" die geachtetste links orientierte Zeitschrift machte. Biele in ihr erscheinenden Beiträge befassen sich auch mit sozialen Themen. Peroutka nahm Anteil an der Gründung der Arbeitspartei. Schriften:„Aus dem Tagebuche deS Journalisten",„Wie wir find",„Wer uns befteit hat",„Ja und nein" und insbesondere die Geschichte der Anfänge der Tschechoslowakischen Republik „Das Baue» des Staates". Nr. 1 Dienstag, I. Jänner 1935 Seite b Toi fen>irfs«fia/itfCT Zdenek Fierlinger, tschcchosloivakischer Gesandter in Wien, geb. 1891. Organisierte im August 1914 die Legionäre in Rußland. 1918 leitete er das tschechoslowakische Bureau in Paris. Verhandelte mit Hoover über die Versorgung der Tschecho- slowakei nach dem Umsturz. Schreibt volkswirtschaftliche Artikel für das „Prävo Lidu". Schriften:„Demokra- tie und Nationalitätenfrage",„Sow- jetrußland auf neuer Bahn". Josef Macek, JUDr., Professor an der Handelshochschule in Prag und sozialdemokratischer Abgeordneter, Redakteur der früher von Masäryk geleiteten„Nase Doba", geb. 1887. Hervorragender Volkswirtschaftler und Kenner des Finanzwesens. Tritt gegenwärtig eifrig für die Beschaffung von Geldmitteln für Jn- vestitionszwecke zur Milderung der Arbeitslosigkeit durch sogenannte„Operationen auf dem freien Markte" ein. (Ankauf erstklassiger Staatspapiere durch die Eechoslovakische Nationalbank.) Schriften über Adam Smith, das Preisproblem,„Grundlagen der Sozialpolitik",„Wie Arbeitslosigkeit, Teueruna und Wohnungskrise gemacht und warum Streiks verloren werden", „Wohin verschwand das Geld" u. a. m. Deutsche Jahreswende Von Friedrich Stampfer Deutschland ist in Bewegung! Noch vor einem Jahre wunderte sich alle Welt, mit welcher atemraubender Schnelligkeit sich der d e u t sch e F a s c i s m u s einrichtete und befestigte. Aber das war trügerischer Schein. Die Bewegung, die mit dem Sturz der Regierung Hermann Müller im Jahre 1930 entfesselt wurde, rollte weiter— unsichtbaren Zielen zu. Vieles freilich wird klarer. Immer deutlicher sieht man die Konturen eines neuenObri g- keitsstaates, in dessen Herrschaft sich Generale, Großbürokraten und Großkapitalisten teilen. Die Auseinandersetzung dieser Herrenschicht mit der NSDAP ist eingeleitet, aber noch lange nicht abgeschlosien; alles deutet darauf hin, daß sie unter kräftigen„Heil Hitler"-Rufen mit der völligen Entmachtung der Partei enden wird. Der „Führer" entscheidet. Aber zu seiner bekannten Gottähnlichkeit gehört auch, daß er es, genau wie der liebe Gott, mit den stärkeren Bataillonen hält. Mit maßloser Enttäuschung finden die kleinen Geschäftsleute und Bauern ihren vermeintlichen Retter als Ucberkaiser von Gnaden des Großkapitals wieder. Die Parteiverdrossenheit wächst in dem gleichen Maße, in den: sich alle großmäuligen Versprechungen pseudosozialistischer wie nationalistischer Natur als eitel Humbug erwei- sen. Alle vertraulichen Berichte in Deutschland stimmen darin überein, daß die Unzufriedenheit, die stille Revolte im Wachsen ist. Einstweilen steht der Kampf noch zwischen der siegreichen Partei und den alten Spitzen der kavitalistischen Gesellschaft. Die sozialisti- s ch e Arbeiterbewegung ist noch nicht mit im Spiel. Es kann aber bald die Zeit da sein, die ihr Eingreifen erfordert. Wie wird es dann mit ihr bestellt sein? Im Frühjahr 1933 schien alles weggewischt. Partei und Gewerkschaften, Kultur- und Sportorganisationen mit ihrer Millionenzahl von Mitgliedern verschwanden plötzlich unter die Erdoberfläche. Haben sie deswegen zu existieren aufgehört? Auch hier gibt es wieder eine Uebereinstim« mung aller Berichte aus allen Teilen des Reiches, die um so bemerkensiverter ist, als die Berichterstatter keinerlei Verbindung untereinander haben, ja einander gar nicht kennen. Sie versichern, wenn morgen der Druck aufhörte, würde übermorgen schon wieder die Bewegung d a st e h e n wie am Tage vor ihrem Ver« schwinden. Bor einem Jahr lauteten dw Berichte ganz anders. Die Bewegung schien tot. Bon den alten Führern hatten einige die Nerven verloren und schmählich kapituliert. Andere, die eine würdigere Haltung bewahrten, meinten, daß alle Versuche einer Wiederbelebung bis auf weiteres völlig aussichtslos seien. Subjektiv hatten sie damit sogar recht; denn eine illegale Bewegung, deren Führer jedes Kind und jeder Polizist kennt, ist ein Widerspruch in sich. Männer, die sich durch ihre frühere Arbeit Ansehen erworben haben, sind eben deswegen zur Arbeit, die jetzt geleistet werden muß, unbrauchbar. Sie können nicht nützen, nur andere in Gefahr bringen. Die Wiederaufbau— nicht einer Massen-, aber einer Kaderorganisation, ist das Werk des unbekannten Genossen, dessen Andenken man einmal nicht weniger ehren wird, als das des unbekannten Soldateü. Da eine zentrale Führung nicht vorhanden oder nicht wirksam war, blieb zunächst alles der Initiative der einzelnen überlassen. Gruppen verschiedenster Art schossen aus dem Erdboden. Manchmal waren sie nur regional voneinander geschieden, manchmal auch durch Meinungsverschiedenheiten voneinander getrennt. Sie bestanden fast ausschließlich aus tapferen jungen Menschen, die naturgemäß zum schärfsten Radikalismus neigten und auf die alten Führer schlecht zu sprechen tvaren. Es wurde viel Zeit mit Diskutieren verbracht und cs war eine Streitfrage, ob die Sozialdemokratie auch nur dem Namen nach weiter existieren dürfe oder ob es nicht richtiger sei, sie zugunsten einer neu zu schaffenden Partei zu liquidieren. Das waren Dinge, die sich im engen Kreis einer aktiv gebliebenen oder erst aktiv gewordenen Jugend abspielten. Inzwischen stand aber auch anderwärts die Entwicklung nicht still. Die Partei• die von den aktivsten opferbereitesten Kämpfer»' beinahe schon aufgegeben war, wurde von den Massen wieder entdeckt. Es ist beinahe grotesk: Während manche Genossen auf das Grab der SPD nicht genug Felsblöcke wälzen konnten, gab es immer mehr polizeiliche und gerichtliche Verfolgungen wegen eines Ausspruches, der im Volk herumging und in verschiedenen Variationen besagt:„Unter den Sozialdemokraten war es besser!" Flüsterparolen sind ausgegeben worden. Dieser Ausspruch war nicht darunter. Alte Sozialdemokraten hätten bei der Stimmung, in der sie sich selber befanden, gar nicht gewagt, eine solche Parole auszugebcn. Nein, die so sprachen, waren keine alten„Bonzen", sondern einfache Beobachter aus dem Volk. Zugleich ergab sich noch eine andere Veränderung. Die alten sozialdeinokratischen Funktionäre aus den Aemtcrn und in den Betrieben waren in der ersten Zeit allgemein über die Achseln angesehen worden. Scheu rückte man von ihnen ab. Das wurde binnen weniger Monate wieder ganz anders. Im Betrieb, in dem Wohnbezirk ist der alte sozialdemokratische Funktionär wieder eine geachtete und gesuchte Persönlichkeit. So begegnen zwei Strömungen einander. Die eine kommt aus der Partei selbst. Als Reaktion auf überschwängliche Hoffnungen, die bitter enttäuscht wurden, erhoben sich Berzweislungs« stimmungen, die zeitweilig fast zur Abkehr führten. Die andere Strömung kommt a u 8 den breitenVolksmassen, die heute noch Hitler glauben, daß in den vergangenen vierzehn Jahren ausschließlich„Marxisten" regiert haben, die aber jetzt finden, daß die Marxisten ihre Sache viel bester gemacht haben als die braunen Bonzen von heute. Aus den Masten fließt ein warmer Strom des Bertrauens in die erkaltete Atmosphäre der alten Organisation. Die Gruppen konnten naturgemäß über lokal begrenzte Ansätze nicht hinauskommen. Jetzt aber ist wieder die Partei selbst— nicht als Massen- aber als Kaderorganisation— in den Vordergrund getreten. Sie will die Zusammenfassung. Die Gruppen sollen nicht sie und nicht einander bekämpfen, sondern sich eingliedern und in gemeinsamem Kampf gemeinsame Frontstellungen beziehen. Spaltungsbestrebungen werden aufs schärfste verurteilt. Kein Problem der Führung, des Prinzips oder der Taktik scheint wichtig genug, um eine Störung der gefährlichen illegalen Arbeit durch Uneinigkeit zu rechtfertigen. Was speziell das Führ er Problem betrifft, so scheint man auf dem besten Wege zu sein, cs im Sinne einer gründlichen Erneuerung zn lösen, wobei veraltete Richtungsbegriffe eine so große Rolle gar nicht mehr spielen, wie manche der alten emigrierten Führer sich das vorstellen. Das sind Erscheinungen, die wert sind, verzeichne: zu werden, auch wenn keineswegs sicher ist, daß sie sich schon in der allernächsten Zeit in: großen Stil auswirken werden. Wann diese Wirkung beginnt, hängt ab vom AuSgang der Machtkämpfe innerhalb des Systems selbst. An dem Tage aber, an dem das Volk aus dem Traum der Barbarei und des Phrasenrausches erwacht, wird es nach Freiheit. Menschlichkeit, nach einer praktischen Neugestaltung seines politischen und wirtschaftlichen Daseins rufen. Dann wird eine verjüngte, kampfgestählte Sozialdemokratie da sein und ihm geben, was es verlangt. Um die Jungen! Statt einer Neulahrsbetraditnng Von Oda Olberg Die Jugend mit der alten Kraft zu erfassen 'und zu halten, das ist die große Aufgabe unserer Partei. Richt der Sozialismus als Idee versagt: niemals ist die Wahrheit und Berechtigung seiner Gesellschaftskritik in so erschütternder Weise an einem Material von Millionen dargetan worden wie heute. Hätte der Sozialismus al- solcher seine ideelle Stoßkraft eingebüßt, dann würde man den Namen nicht stehlen, um gegnerischen Bewegungen Stoßkraft zu verschaffen. Der revolutionäre Drang und die ordnende Vernunft der Menschheit haben neben oder über dem Sozialismus kein soziales Ideal aufgestellt. Daß sich„Konkurrenzunterneh« m e n" anbieten, ist für uns in diesem Zusammenhang von nebensächlicher Bedeutung, weil wir überzeugt sind, daß die Partei an sie nur abgibt, was sie ohnehin nicht wahrhaft erfaßt und sich zu eigen gemacht hatte. Unser Problem ist aber gerade die Fähigkeit, wahrhaft zu erfassest und sich zu eigen zu machen. Es sei hier nur in Paranthese auf den grundlegenden Unterschied zwischen der„Konkurrenz" des Nationalsozialismus und des Kommunismus hingewiesen. Wie cs Raupen gibt, die in Farbe und Zeichnung die Blätter nachäffen, von deren Vernichtung sie leben, so äfft der Nationalsozialismus in Namen und Redeweise die Arbeiterpartei nach, die zu vernichten er ausgezogen ist. Er will nicht den Sozialisnms mit anderen Mitteln, sondern er will ihn nicht. Der Kommunismus dagegen— soweit er nicht verkappte Reaktion ist, als welche er uns hier nichts angeht— will sozialistische Ideale auf anderem Wege verwirklichen, nicht als Willen der Menschheit, in den USSR im Schein werf erlicht ihre von Sein Gegenpol ist der kleinbürgerliche ausländische Spezialist, Ingenieur, Techniker. Hat einen Vertrag auf 400 Rubel Gehalt sowie eine Zweizimmerwohnung. Kommt mit Frau, Kind, einer Wohnungseinrichtung und großen Hoffnungen in Moskau an.„Die Wohnung ist noch nicht ganz fertig, Genosse, wissen Sie, wir wachsen so schnell, kommen nicht nach. Wir haben inzwischen ein Zimmer im Hotel„Europa" für Sie belegt".— Das' Zimmer ist oben im 3. Stock, 5 Meter lang, 3 Meter breit, die Sachen werden irgendwo eingelagert. Es ist etwas eng, das Kind spielt auf dem Hotel-Korridor, im Zimmer darf man nicht kochen, nicht einmal elektrisch(man tut es doch).' Im Betrieb stürzt sich der Mann in die Arbeit. Hundert Dinge, die man verbessern muß, im Interesse des sozialistischen Aufbaus. Dieses Verfahren ist längst veraltet, unrentabel, auf jene Weise könnte' man ausländisches Rohmaterial sparen, das die so rare Valuta kostet.-— Bitte, Genosse, dazu haben wir eine eigene Abteilung, die Bris, reichen Sie nur alles genau beschrieben und ausgezeichnet ein. Sie wissen, wir prämiieren Erfindungen und Rationalisierungsvorschläge. Der Ausländer winkt ab. Prämie? Ich tue es aus Interesse am Aufbau! Nächtelang sitzt er im engen Zimmer am schmalen Tisch, in der Ecke schläft unruhig durch das elektrische Licht und den Zigarettenqualm, das Kind. Die Frau schmollt, er winkt ab. Der Aufbau!" In der Bris liegt die Zeichnung 6 Monate, geht verloren, wird neu angefertigt, eine Kontrollkommission findet sie ausgezeichnet— aber der Durchführung stehen technische Schwierigkeiten entgegen. Die Wohnung soll bestimmt„nächsten Monat" fertig werden. Der Vertrag ist da, schwarz auf weiß, aber wer wird denn einen sozialistischen Betrieb verklagen? Der Vertrag läuft ab, wird nicht erneuert, der Anspruch erlischt, der Direktor sagt, das Hotel werde auf die Dauer zu teuer, irgendwo findet sich ein ebenso kleines Zimmer, ganz weit draußen, eine Stunde vom Betrieb, hie Straßenbahn überfüllt. Der Traum von der Zloei- Die Sowjetunion steht heute in ihrem 18. Lebensjahr. Sie ist nicht mehr so von der Welt abgeschlossen wie sie es noch vor einigen Jahren war. Die staatliche Reisegesellschaft„Intourist" wirbt in Paris und New Uork, in Stockholm und in Athen in lockenden Plakaten„Besucht die USSR." Künstler, Wissenschaftler, Schriftsteller fahren zn Tagungen, Kongressen nach Moskau, Leningrad, Charkow und Odessa. Hunderte von Arbeitern jeder Parteirichtung besuchen zu den großen proletarischen Feiertagen, zum 1. Mai und 7. November, die Union, bereisen das weite Land. Tausende deutscher, tschechoslowakischer, österreichischer, amerikanischer Facharbeiter, Techniker, Ingenieure arbeiteten und arbeiten heute noch in Magnitogorsk, in Stverdlowft, im Kusbaß, in Rostow, in Leningrad, Stalingrad, Moskau und Tiflis. Dutzende von Weltblättern haben ständigen Korrespondenten in der USSR. Und doch gibt es kein Land der Welt» dem man, im Grunde genommen, so wenig weiß, so wenig richtig, genau und erschöpfend weiß, es gibt kein Land, über das sich die Meinungen so kraß gcgcnüberstehen, wie das bei der Beurteilung der Solvjetunion der Fall ist. Lassen wir die offensichtlich nach der guten oder schlechten Seite entstellte Berichterstattung der extremen Linken und Rechten ruhig beiseite. Nehmen wir nur die subjektiv„Ehrlichen", die der Wahrheit dienen wollen. Auch ihre Urteile widersprechen sich kraß. Und nur der, der die Sowjetwirklichkeit in allen ihrer Sphären, in all ihren Wandlungen lange Zeit mit erlebt hat, wird diese widersprechenden Meinungen ruhig anhören können, ohne jene, die diese verschiedenen Meinungen vertreten, Lügner nennen zu müssen. Denn er weiß, daß auch er die Dinge nicht von Anfang an so sah,'wie er sie heute sieht. Was macht die Sowjetwirklichkeit so schwer erkennbar, was ist die Ursache der widersprechen- Von A. Rudolf den Meinungen selbst der„Ehrlichen"? Die absolute Unvergleichbarkeit der Verhält nisse mit allen äußerlich ähnlichen Erscheinungen der kapitalistischen Welt. Und die unendliche Ver schiedenheit des Eindrucks, je nachdem, wo der Be schauer, materiell und psychologisch genommen, steht. Der Tourist in dem durchaus europäischen „Astoria-Hotel" in Leningrad, im Moskauer „Savoy", der zu den Klängen der Jazzband am Abend Tango tanzt, in seinen Zimmern fließen des Wasser hat, der in der schnittigen Limousine von einer Musterschule in einen neuen Betrieb, vom Stadion zur Oper fährt, weiß nichts von den tausend Mühen des russischen Alltags. Je nach Temperament übersieht oder verzeiht er nachsichtig die bei allen unvermeidliche Feststellung, daß die Organisation nicht so recht klappt, daß Pünktlich- keit keine Sowjettugend'ist, daß Auskünfte meist nicht stimmen, daß die Bedienung langsam und meist unhöflich— uninteressiert ist. Während er in seinem Schlafwagenabteil nach Charkow fährt, notiert er schnell einige stati stische Angaben über Löhne, Gehälter, Soziakver- sicherung, Industrieproduktion und Kollektivie rung, kommt, ohne diese Dinge auch nur halb wegs verdaut zu haben, in eine neue Stadt, spricht durch Dolmetscher mit fteundlichen, wenn auch nicht direkt instruierten, so doch an den Verkehr mit Ausländern schon gewöhnten Rotarmisten, Fürsorgezöglingen, Kollektivbäuerinnen, sieht Ge rüste von Neubauten, sieht neue Häuserblocks, ganze neue Städte, setzt sich, während all dies noch in buntem Reigen in seinem Kopf umherwirbelt, hin, schreibt einen begeisterten Artikel nach dem anderen. Die Schwierigkeiten? Uebergangserschei- nungen! Laßt mal die Dinge richtig in Schuß kommen, dann werdet ihr sehen. Er ist sub-_...... jektiv vollkommen ehrlich, glaubt alles richtig ge-| zimmerwohnung ist ausgeträumt, sehen, erfaßt, erkannt zu haben. Am Anfang waren die 400 Rubel ein Bom- I bcngehalt. Das Brot kostete im„Lnsnab", der ! geschlossenen staatlichen Berteilungsstelle der ausländischen Spezialisten 28 Kopeken pro Laib, jetzt über einen Rubel. Butter stieg von 2,30 auf 8 Rubel pro Kilo, Fleisch von 1 Rubel auf 3,30, Eier von 5 auf 40 Kopeken pro Stück, die Normen wurden verringert, die Frau flagt, es gibt nicht genug Milch, und in den„Kommerzgeschäften", wo es keine Noftn gibt, kostet der Liter 2.30 Rubel. Es hat zwar 100 Rubel Erhöhung gegeben, aber das gleicht die Differenz noch lange nicht aus. Jetzt kämen die früher großzügig abgelehnten Prämien sehr zu staften, aber es gibt sie nur spärlich, der Betrieb muß sparen. Im ersten Jahre gab eS anstandslos Auskandsurlaub mit Hin- und Rückreisebilett in Sowjetrubeln, ja, sogar etwas ausländische Valuta, dieses Jahr ist eS nichts da- 1 mit. So fuhr die Frau alleine, wartete, ohne Geld, auf Angehörige angewiesen, 10 Wochen draußen auf das Rückreisevisum. Auch sonst wächst die Abgeschlossenheit. Es gibt immer weniger ausländische Zeitungen, gar keine Fachzeitschriften mehr, keine ausländischen Bücher für Sowjetgeld, im Betrieb Aerger über Bürokraten, die die Durchführung sonnenflarer Vorschläge verhindern. Endlich ein Hoffnungsstrahl. Der Betrieb baut ein Haus.„Die schönste Zweizimmerwohnung bekommen Sie" versichert der Direftor feierlich. Das Haus wird lange nicht fertig. Zehnmal schon saß man bereit zum Umzug. Aber da gab es kein Fensterglas, da keine elektrischen Leitungsdrähte. Endlich der große Moment— und im letzten Moment ist ein anderer in aller Stille in die versprochene Wohnung eingezogen. Der Direktor entschuldigt sich verlegen— der andere hätte noch ältere Rechte gehabt, man würde sehen, was man machen könnte ,.. Der Ausländer sieht sich in seinen 15 Quadratmetern um, die Frau redet ihm zu, er nimmt seine Pä-. Piere und fährt in die Heimat, wo er wie ein Rohrsvatz auf alles, was mit der USSR. zu tun hat, schimpft.— Beides sind typische Fälle. Es gibt sie zu Hunderten, vielleicht zu Tausenden— und keiner von beiden hat Recht, wdil jeder zwar absolut Seit* 6 Rr. 1 DienStag, 1. Jänner 1935 Formen der Demokratie, sondern als Zwang einer Minderheit. Gegen den Kommunismus zeugt die Freiheitsbeschränkung, in der sich die sozialistische Wirtschaft verwirklicht, so daß das Mittel den Zweck verschlingt, der Sozialismus die Freiheit. Wer die Frage, wohin sich die wenden, denen die Sozialdemokratie nicht genug tut, ist für uns hier nicht wesentlich. Wesentlich ist, daß es heute—- und vielleicht in steigendem Maße— junge, Vorwärtsstrebende, denkende und wollende Menschen gibt, denen sie nicht genug tut. Wie erklärt sich das, und wen trifft die Schuld? Die Verluste der Krise, so schmerzlich sie sind, berühren die Frage unserer Werbekraft als Partei nur teilweise, hat doch auch keine andere Bewegung unserer Zeit, auch die nicht, die sich im Besitz der Staatsgewalt befindet, die Wirtschaftskrise zu meistern vermocht. In der seelischen Krisenkon- sunktur liegt es nicht, wenn jene junge revolutionäre Unrast, die sich früher ganz instinktmäßig der Sozialdemokratischen Partei zuwendete, heute an ihr vorbeisucht. Es liegt an etwas anderem, nicht äußerlichem und nicht vorübergehendem. An etwas, wofür die Partei keine Schuld trifft und das sie nicht abwenden kann: an ihrer Reife. Sie ist keine Knospe mehr, die Wunder verspricht. Sie ist schon Wirklichkeit und Alltag geworden, ein menschliches, allzu menschliches Gebilde, erdgebunden, staubbeschwert, der Zeit unterworfen, der nur trotzen kann,„was sich nun und nimmer hat begeben". Sie hat keine unentdeckten Inseln mehr, auf die sich Traum und Sehnsucht flüchten könnten. Deshalb ist die Sozialdemokratie der Jugend heute nicht das, was sie ihr sein konnte, als sie selbst noch jung war. Und dadurch, daß sie sich mit Wirklichkeit und Zeitlichkeit tränkte, Ivurde sie wie ein mächtiger Baum, fest an das Erdreich geklammert und im breiten, dichten Astwerk vielen Schutz gewährend. Alle, die heute grollen, weil die praktische Tat der Sozialdemokratie nicht das ungeheuere gegenwärtige Unrecht abzuwenden vermag, sollen sich vor Augen halten, welche Riesenverantwortnng für Menschenglück und Menschenleben, ja• für das Schicksal des ganzen Landes die Partei trägt: die geforderte Tat kann nicht kühn von oben einschlagen wie der Blitz aus den Wolken, sie ist tausendfältig verknüpft mit anderen schon getansn Taten, an denen Arbeitermaffest und ungezählte Existenzen hängen. Die Partei ist am Kartenfisch der Weltgeschichte kein Kiebitz mehr, sondern ein Spieler, der auf Heller und Pfennig bezahlen mutz. Der theoretische Elan des Kaffeehauses schreitet fteudig über Leichen.'Eine Bewegung, dje fest seinem halben Jahrhunocrr für bösere LebenMedingustgen und bessere Menschen wirbt, mutz es hundertmal überdenken, ehe sie das Erreichte aufs Spiel setzt, das als atmendes, fühlendes Menschenschicksal ihrer Obhut an vertraut i st. Alles, was sie erarbeitet und erkämpft hat, «dafür ist sie verantwortlich. Sie mutz es wohl erwägen, ob es nicht zu schade ist, als Munition für eine mögliche Bresche in die Mauer der Klassenherrschaft gewagt zu werden. Diese unvermeidliche Folge des Lebens und Reifens in der Wirklichkeit, diese Fleischwer- Wirkliches sah und erlebte, aber niemals unter die Oberfläche drang, versuchend, den Kern der Erscheinungen zu erfassen. Während der 39 Monate meines Aufenthaltes, meiner Arbeit in der USSR., habe ich all das erlebt, was ich von den als Beispiel gewählten zwei Extremen sagte— und dazu die ganze Skala der zwischen ihnen liegenden Uebergangsstufen. Im Winter 1931/32, nach einer im wahren „Stoßtempo" durchgeführten Besichtigung von Leningrad und Moskau, nach einer„par-force"- Reise nach Swerdlowsk im Ural, Tscheljabinsk, Magnitogorfl, Samara und einer Wolgafahrt, noch frisch unter dem Eindruck der großen November-Demonstration auf dem Roten Platz in Moskau, schrieb ich begeistert ein Reisebüchlein. Niemand hatte mir die Feder geführt, niemand Instruktionen gegeben. Die strenge, doppelte Kontrolle,— die der Komintern und die reguläre Sowjetzensur, die jedes Druckwerk prüft— fand nichts auszusetzen, strich keine Zeile, änderte keinen Satz. Ich hatte ist ehrlichster Ueberzeugung geschildert, was ich gesehen hatte, die Schlußfolgerungen gezogen, die sich mir mit elementarer Ge- ioalt aufdrängten. Heute nach 2% Jahren, wenn ich das Büchlein mit seinem buntfarbigen Umschlag in die Hand nehme, es aufblättere*), hie und da einige Sätze lese, lächle ich, ein bißchen wehmüfig, ein bißchen verstehend, nachsichtig gegen mich selbst. Und vor allem, nachsichtig und verstehend gegenüber allen, die solche Büchlein, mit posifiven oder negativen Schlußfolgerungen geschrieben haben. Heute verstehe ich, daß ich dieses Büchlein damals nicht hätte schreiben dürfen, ebensowenig, !vie der begeisterte Tourist und der verärgerte Spezialist das moralische Recht hatten, über die USSR. zu urteUen. Damals kannte ich die Sowjetunion nicht. Seitdem vergingen fast 3 Jahr:. In dieser Zeit habe ich sie kenncagelernt, habe ihre ganze Wirk- *) Das Buch heißt„18 Arbeiterdelegierte in der Sowjetunion" von L. Rudolf. Verlag ausländischer Arbeiter, Moskau, 1932. 1935! Pierre i die Kinderzähne, kommt es wenig an. Wo ein Kampf um die Jugend geführt wird, da gilt er I denen, die mit Jugendfeuer Ideen vertreten, in deren Dienst sie durchs Leben gehen: den ernsten Menschen, die sich für eine Idee einsetzen, nicht an ihr sich, austun wollen. Es ist nicht Sache einer politischen Partei, Anziehungskraft für den Spieltrieb der Jugend zu haben. Ein neues Jahr! Vom Sturmwind umgellt! Noch bluten die Wunden der Feberschlacht, Noch brennen die Stunden der Galgen-Nacht— Unsterbliche Sieger, ihr Fackeln der Welt— Der Toten, der Toten sei heute gedacht! Ein neues Jahr! Was morsch ist, zerbricht! Jm müden Vergessen umschleicht dich der Tod— Was habt ihr besessen, ihr Kinder der Not?! Aus Nacht und Verzweiflung drängt ihr ans Licht! Arbeit wollt ihr! Denn Arbeit bringt Brot! Ein neues Jahr! Wie die Brandung rauscht— Jn Kerkerzeilen, da siedet der Haß, Die Herzen von Tränen des Zornes naß, Seid still, ihr Millionen, seid still und lauscht Die Künder der Zukunft, sie sagen euch das: Aber man denke nicht, daß es in der Sozialdemokratischen Partei keinen Raum für Mut, Opfer und Wagnis gäbe. Jede revoluttonäre Bewegung bedarf einer beständigen inneren Kampfstellung. Sie lebt in einer Welt, die sie überwinden will, der■ sie sich also nicht anpaffen darf, l- Hut vor dem eigenen Ich, das stumpf und matt werden könnte, muß der Parteigenosse seine Arbeit tun. Nicht stumpf und matt VIII. August. Herr Hacker ist gespalten. Der eine Teil ist Hitlerbraun, Der andre blau-weitz-rot gehalten— Es gilt, die Tarnung auSzubaun! VII. Juli. Die Bauern inserieren Jm.jüdischen Familienblatt"— Der Rassefehltritt soll sanieren. Was„Erbhofs"recht verwüstet hat! Vl. Jm Juni weiht der Chef persönlich Tas erste Heines-Denkmal ein—: „Du starbst zwar etwas ungewöhnlich. Doch wirst Du nicht der Letzte sein!" II. Jm Feber schlägt Herrn Henleins Stunde. Er fährt zu Adolf nach Berlin. Und läßt sich in erlauchter Runde Von Ihm die Hitlerlocke ziehn—! V. Jm M a i löst die Devisenfrage Als Alchimist der Doktor Schacht, Denn Inflation kommt nicht in Frage, Wenn man aus Mist Devisen macht! X. Oktober. Goebbels' Ahnen wachen Zur Unzeit raffeschändend auf, Di« Mickn-Maus hat nicht? zu lachen, „Der Stürmer" legt den Finger drauf! IV. Der Völkerbund hat jäh beschlossen. Daß er jetzt endlich handeln will. Wer weiterrüstet, wird erschossen— Gegeben Genf.— April? April! XII. Dezember. Soll der Blutstrom fließen? Er wirds! Wenn nicht aus eigner Kraft, Die W'lt, anstarr sich tot zu schießen. Die Mordpest sich vom Halse schafft l XI. November! Welt, du wirst gesunden— Ein neues Giftgas: U 2 B <°>at ein Genie tnr Euch erfunden. ES platzt da? Rüstungsportemönnaie l IX. September. Polizeiberichte Aus Honolulu fragen an, Landitreicherscherz der Weltgeschichte:- Ein Goering sitzt. Wer ist der Mann?! JII. Jm März wird Streichers Juden-„Stürm«r Zum Pflichtorgan für jedermann. Da? Raffeamt für Regenwürmer Sieht fich die Wurmforfiätze an! Bleibt hart— Kameraden! Weicht keinen Schritt! Denn stärker als Haß, als Unrecht und Leid Jst eure Kraft, der Meißel der Zelt, Jhr bringt das Leben, das flutende mit— Euch ruft die Stunde! Drum seid bereit! Prophetenkalender 1935 i, Jm Jänner schon beginnt Herr Hitler Tie achte braune Arbeitsschlacht, Wer arbeitslos ist, gilt als Krittler Und wird in Ehren umgebracht! Revolver. Unsere Bewegung wirst nicht Sensa- i tionen ab wie eine Kinovorstellung, aber sie fordert ernste und tapfere Menschen, für die das Parteiabzeichen ein Gelöbnis bedeutet, nicht - müde zu werden im kleinen Kampf gegen •Dummheit und Bosheit und bereit zu sein noch nicht ganz abgestreifte Eier« J' ir& cn strotzen l schale. Auf diese Jugend, die nur jung ist■ werden, sich nicht in die Dinge schicken, nie vergessen, daß wir für eine bessere Ordnung kämpfen, die heute schon in unserem sittlichen Empfinden lebendig sein mutz; zu keiner Roheit i und Feigheit schweigen, das lebendige Gefühl be- : wahren für das ungeheure Unrecht und den ungeheuren Widersinn der Zustände, die uns um« > geben. Ist das der Jugend zu unromantisch? Nun, wir können sie nicht in gofische Dome führen, um sie Schauer der Ehrfurcht empfinden zu lassen, können sie nicht mit Lanze und Harnisch in Ritter- fiirnierc stellen. Aber wir können ihr, in dieser i prosaischen Zeit, auf diesem Sttatzenpflaster, un- ! ter dem Raffeln der Maschinen, beim Surren der Autos und der Flugzeuge, Aufgaben weisen, ge- !waltiger als gotische Dome, Aufgaben, an denen sich mehr Mut betätigen l ätzt als im Waffengeklirr. Heute , giü es, den unermeßlichen technischen Machtbereich ! menschlich-sinnhaft zu bestellen, auf daß die Men- ! scheu darin nicht nur warm und satt, sondern !auch glücklich, stolz und frei werden ' können. Nicht der Natur haben wir das abzurin- gcn, sondern der menschlichen Unvernunft, Selbstsucht und Hartherzigkeit, die sich in vielfälfiger ! Rüsfiing uns entgegenstellt: mit Pseudowiffen- wo der Abenteurer mit sich selber spielt. Rücksicht-> un^ Wcihwedel, aber audjj n tt.S)oI düng der I d e e, die sie allen Fehlern und' Gebrechen des Fleisches preisgibt, ohne die sie aber nie sich durchsetzen und wirken könnte, die be einträchtigt heute die Werbekraft der Sozialdemo kraten unter der Jugend. Jugend will gegen den Strom schwimmen. Es ist eine ttagische Wahr heit, aber es ist Wahrheit und gehört zu den. irrationalen(mit bloßer Vernunft nicht faßba ren) Unwägbarkeiten des Lebens, daß den Men schen die Gefahr lockt, daß sie ihm den Wert des' und mit der Reife das Oppositionelle abstößt wie Daseins erhöht, daß ihm ein kleines Gut, um das er gefährdet ringt, höher gilt als ein großer Wert, dtr ihm als Geschenk zufällt. Zu wenig Gefahr, zu wenig Verfolgung bringt es heute, sich zur Sozialdemokrafischen Partei zu bekennen. Hier und da ist sie sogar die Regierungspartei. Das ist den jungen Leuten zu flau. Diese Einstellung ehrt die Jugend. Wenn sie aber daraus ableitet, daß sich heute Aufgabe und Ideal nicht mehr in der Sozialdemokratischen Partei finden lassen und tatenlos beiseite steht oder es bei anderen Parteien versucht, so ist sie darauf hinzuweisen, daß Politik kein Tummelplatz ist und nicht nach den Sensationen, die bei ihr abfallen, bewertet werden darf. Eine Partei ist, eine ernste und verantwortungsvolle Sache, und Ganz automatisch drängt die Umwelt auf An es stünde wahrhaftig schlimm um eine Bewegung, Passung. Systematisch und wachsam, stets auf der wenn man sie darauf zuschnitte, dem Abenteurer drang der Jugend genug zu tun. Dazu hat man Sport, Entdeckungsreisen, Rekordloesen, all das. Wr. 1 Dienstag, 1. Jänner 1935 Sozialdemokrat Sette 7 fttdetendeufetfier Xeifepiegcf Unsere Politik I Wer schreit auf? Wer veröffentlicht den Be- Wesselski aus der Redaktion ausscheidet an seine Stelle ehestens Walter T s ch u-- als Chefredakteur in das Unternehmen ein- mit der Aufgabe, eine umfangreiche Nmor- Seitrn hin Verhandlungen zum Zwecke einer Das iunge Volk** Von der KPC zur SHF In Trinksaifen im Erzgebirge hat die Sudetendeutsche Heimatfront eine Ortsgruppe ! d e r der K P E in Trinksaifen, Karl W o h n e r, ' geleistet, der zum Dank dafür auch gleich zum I Ortsgruppenobmann ernannt wurde. Die Trinksaifener Kommunisten sind natürlich entsetzt über die Wandlung eines ihrer Prominenten. Wir wissen freilich längst, daß der Weg vom Sowjetstern zum Hakenkreuz nicht weit ist. Görings Schlägergarden bestehen ja zum Großteil aus ehemaligen Rotfrontkämpfern, und da auch die Henleinfront ihre Hauptaufgabe im Kampfe gegen die Sozialdemokratie sieht, brauchen die diversen Wohners ihre ideologische Einstellung nicht zu ändern. Wenn sie geradeaus gehen, landen sie mitten im Fascismus. Der Vizepräsident des Landes Böhmen» Leopold Sr^om» tritt am 1. Jänner in den Ruhestand. Aus diesem Anlaß hat ihm der Präsident der Republik in einem Handschreiben die Anerkennung für seine Tätigkeit in der Verwaltung ausgesprochen. des das matfront be» Bund der Landwirte immer mehr verdrängt. Die Bauern sagen sich: Wenn es schon ohne„Führer" nicht geht, dann lieber gleich den Henlein statt den Hacker! In den Dorfgemeinden verliert der Landstand immer mehr Anhänger, die jetzt in die Heimatfront einschwenken. Dafür bietet die Gemeinde T s ch e r, n ein Schulbeispiel. Die Landbündler haben dort acht Gemeindevertreter und auf Ihrer Liste standen außerdem drei Ersatzmänner. Von diesen elf Leuten sind inzwischen vier dem B. d. L. u n t r e u geworden. In absehbarer Zeit werden die Abtrünnigen wahr- scheinlich bei der Hühnerfarm wieder auftauchen, vorläufig freilich haben sie sich aus dem politischen Leben etwas zurückgezogen. Die Landbündler sind nun in der größten Verlegenheit, wie sie ihre Liste wieder ergänzen sollen, um wenigstens das freigewordene achte Gemeindevertretrnnaudat besetzen zu können. i daß die mehrwöchigen Verhandlungen in der Rich- I tung beendet seien» daß die„Bohemia" mit | 1. Jänner in die Jntrreffensphäre des tschechoslo- ' watischen Außenministeriums übergeht. Dieser Wechsel wird äußerlich dadurch zum Ausdruck gebracht, daß der bisherige Chefredakteur ' und Pik > tritt gauifirrung in den redaktionellen Restarts vorzunehmen." pädagogische Haltung aller seiner Kollegen einstehen? Genossin Kirpal kann und wird, wenn es ihr notwendig erscheint, dem Herrn Dr. Heinz und seinen„Mitteilungen aus dem höheren Schul- lvcsen" sicherlich auch noch mit anderen Beweisen als den bereits gelieferten dienen. Aber jetzt schon wird der Hexr Professor das eine zugeben, daß es unter der deutschen Mittelschullehrerschaft eine nicht geringe Anzahl von Gesinnungsgenoffen der Abgeordneten Jung und Krebs gegeben hat. Nicht alle unter ihnen hatten den Mut, sich offen zum Nationalsozialismus zu bekennen; und das Hakenkreuzabzeichen in den Schulränmen zur Schau zu tragen, blieb wohl die vereinzelte Tat irgend eines jugendlichen Draufgängers— ober die undemokratische oder antidemokratische, geistige haben auch nicht die Absicht, eine Äendcrnng vor- nnd politische Gesinnung einzelner Mittelschul-! znnebmen. llebrigcn« dementiert auch die„Bohemia" über sie verbreiteten Nachrichten. |H erscheint am 1. Jänner »»Das junge Volk" ist die Zeitschrift der fortschrittlichen jungen Generation. Es gehört in die Hand jedes jungen Arbeiters» Angestellten und Studenten. Bestellungen sind zu richten an die Verwaltung Prag XU., Fochova 62. ! bischen Jnteressenvertretern verhandelt werde—- es hieß damals, daß es sich um die zweite sozia richtigen und einzig möglichen Wege wegführem"stische Internationale handle. Die Berhandlun- und„in den uns betreffenden Teilen tiefer zu hängen?" Man sollte meinen, daß dazu doch nur derjenige ein Recht hat, der die Gesinnung aller Mittelschullehrer dieses Staates genau kennt und zu beweisen vermag, daß sich niemand von ihnen im Unterrichte jemals als Bewunderer Hitlers und stets so verhalten hat, wie es ihm„seine Amtspflicht vorschreibt." Aber kann Herr Doktor Heinz, der Obmann jenes„Reichsverbandes deutscher Mittelschullehrer", deffen Organ sich über die Aeußerungen der Abg. Kirpal derart entrüstet, wirklich„ganz und voll" für das demokratische Glaubensbekenntnis und die völlig unfascistische Legt Rechnung! Man schreibt unS aus Hohenofen bei Komotau: „Volkshilfe" nennen unsere Henleinleute ihre jüngste„Fürsorgeaktion", es ist aber nur ein Köder für die kommenden Wahlen, also Seelenfang schlimmster Sorte. Die völkischen Herrschaften gehen von Wohnung zu Wohnung, sie suchen sogar marxistische Arbeiter auf, kurzum, sie schnorren überall und bei jedem. Wo aber bleibt die Unterstützung aller wirklich Bedürftigen? Wir sind— und mit uns wohl die Mehrheit der Bevölkerung— der Auffassung, daß die öffentlich gesammelten Gelder auch wieder unter die Allgemeinheit verteilt gehören. Was aber müflen wir feststellen? Ganz abgesehen davon, daß nur ein Teil des Erträgniffes im Orte verbleibt und ein anderer Teil für großzügige ReklatNezwecke zugunsten gewisser Organisationen verwendet wird, ist es einfach unerhört, daß eine ganze Anzahl armer Teufel einfach beiseite geschoben wird und das nur aus dem Grunde, weil diese Menschen treu zu ihrer Klaffe halten. Ein derartiges Borgehen richtet sich von selbst und die Herren dürfen sich nicht Wundern, wenn die Arbeiterschaft darauf entsprechend reagiert. Vorläufig wollen wir nichts unversucht laffen, um die getarnten Fasciste» dazu zu, bringen, daß sie sich endlich entschließen, das gesammelte Geld doch unter der Kontrolle und Vie Hühnerfarm verdrängt den Landstand Unsere Landbündler sind sehr gute Freunde ! Herrn Henlein. Nicht zu ihrem Vorteil, denn Ergebnis dieser Freundschaft ist, daß die Hei- *' Im Anschluß an diese Meldung, die auch vom „Montägsblatt" wiedergegeben wurde, behaupte: die„Deutsche Presse", daß die"sozialdemokratische Preffe im Zusammenhang mitdieser Umgruppierung demnächst wieder in die Druckerei der„Bohemia" zurückkehren werde unter per Bedingung, daß die Politik der„Bohemia" der Sozicstdemo- kratie entgegenkomme. Diese Behauptungen entbehren jeder Grundlage. Unser Vertrag mit der Truckere!„Orbis", der noch lange Zeit läuft, ist ungekündigt. Wir Nachfolger, mit getviffen Variationen fortsetzt. Er besteht darin, Deutschland und Ungarn zu isolieren, ein Bündnis zu schaffen, das nahezu alle übrigen Länder umfaßt, um auf diese Weise einen Versuch Deutschlands, den. Frieden zu stö ren, aussichtslos erscheinen zu laffen, Deutschland zu ziuingen. nach Genf und in die Abrüstungs- lonferenz zurückzukehren. Diesem großen Frie- denskonzern, dem derzeit Frankreich, Rußland, die Tschechoslowakei, Jugoslawien, Rumänien, Griechenland, die Türkei und die baltischen Staa ten angehören.auch England und Italien an zugliedern, ist die Ausgabe der nächsten Monate.j Ihre Erfüllung wird für die Aufrechterhaltung des Friedens von größter Bedeutung sein. Der,_ Eintritt Rußlands in diesen großen Frieden?- j Unschuldig^ treffen, hinzugefügt:„ Ein ereignisvolles Jahr liegt hinter uns,, ein an schicksalsschweren Entscheidungen reiches vor uns. Dies gilt sowohl für die Außen- als für die Innenpolitik,, Bsinister Dr. Benes hat boS Iaht: 1835 als jenes bezeichnet, das für die Auf-, rechterhaltung des Friedens entscheidend sein wird. Jin inneren stehen uns Neuwahlen ins Par- ,lameut bevor,- deren Ausgang über die Art ent scheide» wird, in der in den nächsten Jahren in nmfercm Lande regiert und verwaltet werden wird. Aus diesen beiden Tatsachen geht schon her vor» welche Richtlinien unsere Politik in der näch stem. Zeit einhalten muß. Alles zu tun, um jene Kräfte zu unterstütze», welche die Aufrechterhal tung des Friedens anstreben, und alles zu tun, um den Einfluß der Arbeiter in diesem Staate zu erhalten und zu vergrößern, ist die uns klar gestellte Ausgabe. Der Frieden wird von jenen Staaten be droht, welche die Friedensvertrage von 1918 kor-1 toteren wollen, vor allem von Deutschland und! Ungarn, vielleicht auch Von Bulgarien und Jta- ' lien, sowie von Japan, daß seine Grenzen nach! Westen verschieben will. Die Restauration der! Habsburger in Oesterreich wälvre eine weitere Ge fahr für den Frieden. Diese Gefahren zu bannen, gibt es zwei Wege. Der eine— sozusagen der aktive— wäre die Niederwerfung Deutschlands und Ungarns. Er ist ungangbar, weil er von allen! Engländern, von den Sozialisten bis zu den Kon-! servativen, lveil er vom weitaus größten Teile der- Franzosen abgelehnt wird, und lveil auch die! übrige Welt— insbesondere» die sozialistische—| einen Krieg vermeiden will. Der andere ist der, I den Barthou, der ernwrdetc französische Außen-! Zimst-r, begonnen hat, und den Laval, s-m h^gstehen. Derjenige Lehrer, der di- Idee der Nachfolger, nut gew.ffen Varratumen fort;etzt.j fcemoltatte aufrichtig bejaht, wird solche Fest- , stellungen mit Bedauern bestätigen, der— andere i schreit auf und nimmt seine Zuflucht zu dem ; Worte„Pauschalverdächtigungen". Schauen wir ; zu, wer denn pauschaliter urteiltl, In der heurigen Budgetdebatte hat sich Abg. Genossin Kirpal auch mit den Berhältniffcn an unseren Mittelschulen befaßt und erklärt, daß der Herd des Fascismus vorwiegend in eben diesen , Schulen, deutschen wie tschechischen, liege- Wer die langjährige parlamentarische Tätigkeit der Genos- sin Kirpal verfolgt hat, der tveiß,: daß. sie sich zu, einer derartigen Behauptung-sticht leichtfertig, ; sondern erst auf Grund ganz unleugbarer Tat- , sacken entschlossen hat. Und sie hat, um nicht auch J..~„Ich bin mir bund. sein Eintritt in den Völkerbund bedeutet,! vollkommen beivußt, daß wir auch freiheitliche welche Gründe immer dabei mitgespielt haben Lehrer haben, die bewußte Träger der Demokratie mögen, einen ungeheuren Fortschritt. Es ist klar,; sind. Aber unter hundert Pro fessoren genügt ein einziger, der Seele und Geist unserer Kinder vollkommen vergiften Mitwirkung der gesamten Oeffentsichkeit zu ver- teilen.| gründen können. Darob herrscht große Freude in j allen deutschen Gauen. Der Jubel ist vollauf berechtigt. denn es wurde auch ein wertvoller deut- I scher Volksgenoffe gewonnen. Die Hauptarbeit bei der Gründung der Henleingruppe hat nämlich der gewesene kommunistische Gemeinderat und G r ü n- -------■ Oer Fascismus In der Schule Antwort an einen Schulmann Es ist einem gewissen Teile der Lehrerschaft, der deutschen wie der tschechischen, immer höchst unangenehm, wenn in der Oeffentlichkeit das Thema„Politik und Schule" erörtert und hiebei auf jene Tatsachen aufmerksmn gemacht wird, die mit der undemokratischen Haltung eines sehr gro ßen Teiles der bürgerlichen Jugend, besonders dev Hochschuljugend, in ursächlichem Zusammen- daß wir diese Politik, deren hervorragender Ver treter unser AicheNminister ist, mit allen Kräften j unterstützen werden, wobei wir hoffen, daß die- Isolierung Deutschlands, die zur allgemeinen- l a n n." Abrüstung und zum Verzicht Deutschlands und Ungarns auf die Revision der Friedensverträge' richt unseres Aussiger Bruderblattes über die Rede führen soll, das Ende des derzeitigen Regimes! der Genossin Kirpal„zur Gänze", um ihn der beschleunigen wird. Der Sieg der Demokratie in, Mittelschullehrerschaft zur Kenntnis zu bringen Deutschland wäre wohl die beste Friedens garantie. Ebenso wichtig liegen die Verhältnisse in der inneren Politik unseres Landes. Eine Koalition zwischen bürgerlichen und sozialiftffchen Parteien birgt immer gewisse Gefahren in sich. Sie setzt auch auf Seite der sozialistischen Parteien gewisse Konzessionen voraus, die nicht immer verstanden lverden. Man kommt mit Vergleichen, weist auf die Politik der reichsdeutschen Genossen hin und prophezeit unserer Politik das gleiche Ende. Man glaubt, daß unsere Polittk„aktiver" sein muß, daß wir Forderungen aufzustellen und durchzu setzen haben, die auf der Linie zum Sozialismus liegen. Der Hinweis mlf Deutschland ist schon deshalb verfehlt, weil, unsere Politik von der der reichsdeutschen Genossen völlig ablveicht, weil die demokratischen Kräfte unseres Landes stärker sind, und weil schließlich die nationalen Interessen der Tschechen dem Fascismus entgegenstehen. Die Einwendungen gegen unsere Politik leiden an einer großen Unklarheit. Einerseits wird die Koa litionspolitik gebilligt, andrerseits wird eine Po litik empfohlen, die der Koalition von heute auf morgen ein Ende bereiten müßte. Diese Ein wendungen setzen ein Kräfteverhältnis voraus, das zwar anzustreben, leider aber nicht erreicht ' ist. Sie übersehen völlig, daß die Mehrheit der Bevölkerung nicht, im sozialistischen Lager steht, daß vor allem der neben den Arbeitern wichtigste Teil der Bevölkerung— die Bauern— bisher allen Versuchen, ihn zu sozialistischer Denkungs- «weise zu erziehen, Widerstand geleistet hat. Man ^erkennt zwar ganz ricktig. daß bei uns die Vor vorhanden waren, nickt gegeben sind, empfiehlt aber eine Politik, die das Vorhandensein dieser Verhältnisse voraussetzt. Die Befolgung dieser Ratschläge hätte unmittelbar die Einigung des ganzen Bürgertums ohne Unterschied der Natio nalität zur Folge und damit die Aufrichtung eines rein bürgerlichen Systems, von dem nur ein Schritt zu irgend einer Abart des Fascismus wäre. Angesichts der Wcltsituation, insbesonders angesichts der Situation in den Nachbarländern, Wahlen Im Frühjahr? Die„Prager Preffe" schreibt in ihrer Wochenübersicht: Unter diesen Umständen gelten N e u w a h- l e n im Frühjahr auch in Koalitionskreisen heute nicht mehr für vollständig ausgeschlossen, insbe«: sondere wenn sich die Voraussetzungen für ein po-! sitives Weiterarbeiten nicht bessern und wenn sich j vor allem nicht binnen sechs Wochen, von Mitte Jänner bis Anfang März der tote Punkt überwinden läßt, auf dem die großen Probleme der agrarischen Schuldenregelung, der Arbeits- und der Kreditbeschaffung nach wiederholten Flott- machungSversuchen angelangt sind. Ein starres und unbewegliches System ist das Grab jeder Arbeit und bespricht im vorhandenen Falle keinen anderen Ausweg als vorzeitige Neuwahlen. Besonders wenn man daS übrigens seit Jahren eingebürgerte Prinzip nicht faÜen läßt, daß sozialpolitische Anliegen, zum Beispiel die Vierzigstundenwoche, nur paraUel mit agrarischen Anliegen, beispielsweise der Schuldenregelung, ausgetragen werden können. Aussichten in dieser Richtung find nicht vorhanden, obzwar in Koalitionskreisen setzt vielfach die Ansicht anzutreffen ist, das die. Arbeitsmethoden dem Einflijß wahlagitatorischer Stimmungen entzogen bleiben müssen.* Der vierte November war, man möge was! immer sagen, ein Bekenntnis der Arbeiter zur Partei und zu ihrer Politik. Er hat die politische Lust in unserem Staate gereinigt, der Partei jene! Stellung zurückerobert, die ihr zukommt.. Unsere- Aufgabe ist es, in den kommenden Monaten bis: zu den Wahlen unsere Stellungen auszubauen■ und die Partei zum Siege zu fiihren. Wir können uns der Arbeiterschaft gegen- KUlntfGH a»»C<» M f„» f.1 I i'ber mit ruhigem- Gewissen auf unsere bisherige nm ui a R*kamla u Politik berufen. Sie war die einzig mögliche, sie UH1 CHc»DOnCITlId war. aber auchdie erfolgreichste Sie hat uns die! Die Sonntagausqabe der„Deut- E'Nigkeit nut der tschech.schen Arbeiterschaft be- wahrt, sie hat trotz allem das nackte Leben der» Arbeiter gesichert, sie hat Erfolge gebracht, deren! angesichts auch der Kräfteverhältnisse in unserem I Lande selbst, bleibt den sozialistischen Parteien kein anderer Weg übrig, als der der Zusammenarbeit mit jenen bürgerlichen Parteien, welche! wenigstens bisher der Demokratie treu geblieben! sind, also mit einem Worte der Weg der Koalition. Dieser Weg ist dornenreich, er erfordert manche Entsagung, er stellt unsere Geduld auf eine harte Probe, er stellt vor allem an die Vernunft und die Einsicht der-Arbeiterschaft fast übermenschliche Anforderungen, er zeitigte aber insbesonders in sozialpolitischer Hinsicht Erfolge, ivie sie keine sozialistische Partei— mit Ausnahme Schwedens und Dänemarks— äufzuwei- sen hat; er sicherte uns aber auch die Demokratie und damit die Freiheit der Bewegung. Die über- loältigendc Mehrheit der Arbeiter versteht diese Politik und billigt sie, ivobei uns alle die Hoffnung beseelt, daß eine Aenderung der Situation rings um uns auch uns die Möglichkeit geben wird, nicht nur das Errungene zu erhalten, was ivahrlich die Anspannung aller geistigen und physischen Kräfte der Arbeiterschaft erfordert, sondern wieder ein Stück vorwärts auf unserem! Wege zu kommen. lehrer wird wohl Herr Dr. Heinz nicht in Abrede|” stellen. Es ist ja auch bezeichnend, welche Paria- die mentarier die„Mitteilungen aus dem höheren^ Schulwesen" ihren Lesern als die wahre« und' eifrigsten Schirmherren der deutschen Schule vor-: zustellen pflegten— die Anhänger der reinen\ Demokratie waren es bekanntlich nicht?.. Haben i nun die verschiedenen fascistischen Elemente unter der Mittelschullehrerschast wirklich stets eine der-! artige Selbstverleugnung geübt, die eigenen Ideale! zu bekämpfen und für die ihrer Einstellung wider-! strebenden einzutreten? Herr Dr. Heinz wird das! wohl selbst nicht glauben. Als erfahrener Schul-: mann wird er außerdem wissen, daß es bei den Lehrers gar keines lauten Aposteltums bedarf, um! ein« Sckülerschaft mit bestimmten Anschauungen, zu erfüllen, und daß es hunderte von Kanälen' gibt, durch welche eine Irrlehre in jugendliche Seelen geleitet werden kann. Herr Dr. Heinz gibt seinen gegen die Genossin Kirpal gerichteten Zeilen die Ueberschrift:! „Fascismus— das Verderben der Schule. Eine! W a r n u n g.-. an die Lehrerschaft." Er hat damit, ohne es zu wollen, die Haupttendenz der- Kirpal'schen Budgetrede richtig hervorgehoben: weit entfernt von einer Verdächtigung der gesam- ten Mittelschullehrerschast, ruft sie vielmehr jene vereinzelten Elemente zur Selbstbesinnung auf,! die durch ihren Fascismus das deutsche Schul-1 wesen und damit ihre eigene Existenz in die! höchste Gefahr bringen. schen Presse" weiß zu berichten: „Die„Deutsche Zeitung Bohemia" führte Früchte bald reifen werden, sie hat uns vor dem'n den vergangene» Monaten nach mehrfachen Fascismus geschützt! Sie war die Politik der Ver-~ nunft, die mit den gegebenen Kräfteverhältniffen neuen ausreichenden wirtschaftlichen Grundlage, rechnen muß; jede andere Politik führt in den| Vor einigen Wochen hörte man, daß mit auslän- Abgrund. Kleber alle jene, welche die Partei von diesem sie zu Dingen verleiten will, ivelche zur Kata-' 8™ nahmen dann anderweitig ihren Fortgang, strophe führen müssen, wird die Arbeiterschaft Nunmehr erfahren wir aus zuverlässiger Quelle, hinweggehen l Dr. C q r l H e l l e r. a' ti’ Seite 8 Nr. f Dienstag, 1. Jänner 1935 Hände weg Die vor kurzem stattgefundene gesamtstaat liche Protestkundgebung aller Konsumgenossen schaften, die der Jnteressentenzentrale der Ge nossenschaftsverbände angeschlossen sind, hat der breiten Oeffentlichkeit mit aller Deutlichkeit klar gelegt, daß die Angriffe der Händler und Zünft ler auf unsere Konsumgenossenschaften gleichbe deutend ist mit einem Angriff auf 3,600.000 Staatsbürger, die als Mitglieder oder deren Fa milienangehörigen von ihnen mit den lebenswich tigen Bedarfsgütern versorgt werden. Jeder An schlag, der von den Gegnern der Konsumgenoffen« schäften in die Wege geleitet wird, trifft kein anonymes Wirtschaftsgebilde, sondern Millionen von Staatsbürgern. Die Gegner unserer Konsumgenossenschaften suchen seit längerer Zeit die öffentliche Meinung in dem Sjnne zu bearbeiten, daß sie die Konsum genossenschaften als jene hinstellen, die an der schlechten Lage von Handes und Gewerbe die Hauptschuld trügen. In diesem Zusammenhänge tischen sie systematisch das Märchen von der so genannten„Steuerbegünstigung" der Konsumge nossenschaften und das von der Subventionie rung auf.- Zunächst ein paar Worte zum Grundsätzli chen. Selbst,, wenn alle diesbezüglichen Behaup tungen der Konsumgenoffenschaftsgegner wahr wären, d. h. wenn der Staat ihnen gegenüber dem privaten Handel eine Steuerbegünstigung zuerkennen würde und wenn ihnen der Staat wirklich in dem angedichteten Maße Subventionen zukommen ließe— es hätte niemand einen grö ßeren Anspruch darauf, als, die Konsumgenoffen- schaften als Unternehmungen der Arbeiterklaffe. Wenn den großkapitalistischen Unternehmungen, wenn den Banken und den großen Jndustriekon- zernen Milliardenbeträge aus den Mitteln der Allgemeinheit hineingeschoben werden, so findet das die bürgerliche Welt ganz in Ordnung. Wenn es aber um die Unternehmungen der organisier ten Verbraucher geht, an denen zum überwie genden Teil die Arbeiter- uyd Angestelltenschaft interessiert ist, da natürlich, da müssen die Bür gerlichen dagegen sein. Bankensanierung— in Ordnung! Sanierung von privaten Industrie unternehmen— in Ordnung! Exportkredite— in Ordnung; Entschuldung der Landwirtschaft— in Ordnung! Entschuldung von Handel und Ge werbe—- in Ordnung! Subvenfionierung von Handel imd Gewerbe— in Ordnung l Oeffent- liche Förderung der Konsumgenossenschaften? Nein! Das darf nicht sein! Entschuldung der organisierten Verbraucher?. Ja, wo würde denn das hinführen? Also ausgeschlossen. Wir fassen zusammen: den Bürgerlichen ist jede Förderung der Privatwirtschaft aus öffentlichen Mitteln recht. Fordern aber die Selbsthilfeorganisationen der Verbraucher etwas für die breite Masse aller Verbraucher, dann halten dieBürger- lichen wie Kletten zusammen und schreien über isie angeblich in so reichen Maße aus öffentlichen Mitteln geförderten Konsumge nossenschaften. Das wollen wir uns einmal näher ansehen. Zuvor jedoch einen Auszug aus dem letzten Staatsvoranschlag. Da finden wir im Kapitel des Handelsministeriums folgende Posten: XL 1. Für den Staatsgewerberat.. 185.000 2. für den Beirat für Wirtschafts fragen 225.000 von den Konsumgenossenschaften! 3. für die Förderung der Industrie 4. für die Förderung des Handels 5. für die Förderung des Ausfuhr handels 6. für den Gewerbeförderungsdienst(Personalausgaben).- 7. für den Gewerbeförderungs dienst(Sachausgaben)--» 8. für außerordentliche Sachausgaben Ki 900.000 200.000 2,095.000 513.000 1,017.500 220.000 12. für gewerbegenossenschastl. In- XL struktorate. 315.328 Und wie sieht es nun bei den Selbsthilfeorganisationen der Verbraucher, den Konsumgenossenschaften, aus? Ein Blick in den Voranschlag des Ministeriums für soziale Fürsorge ergibt folgendes: XL 4. Unterstützungen von Bauvereinigungen und Gewerkschastsorga- nisationen...... 25.000 9. für Unterstützungen des Gewer- XL pxz 2,655.000 von diesen Unterstützungen entfällt auf Gewerbe- u. Handels genossenschaften ein Betrag von XL 1,340.000 10. für verschiedene andere sachliche Förderungen 100.000 11. für soziale Fürsorge für das Gewerbe 1,000.000 XL 2. Verbraucherschuh(Pers. Ausg.) 22.000 3. Verbraucherschuh(Sachausgab.) 16.000 4. Unterstützungen und Darlehen an Arbeiter-Konsum- und Produktivgenossenschaften......500.000 Also doch 500.000 XL? Einen Augenblick noch! Unter den präliminierten Einnahmen des Ministeriums für soziale Fürsorge findet sich der gleiche Betrag von XL 500.000 wieder als Rückzahlung der den Arbeiter-Konsum- und Produk- tivgenoffenschasten gewährten Darlehen. Während also die Konsum- und Produktiv- genoffenschaften die ihnen vom Staate gewährten Darlehen per Heller und Pfennig redlich zurückzahlen, verwandeln stch die den Institutionen des Handels gewährten Unterstützungen sogleich bei ihrer Auszahlung in Subventionen und Geschenke. Aber die Gewerbepartei und ihre Nachbeter können sich in wüsten Behauptungen nicht genug tun. Und wie steht es um die Steuerbegünstigung? Schon im alten Oesterreich wurden die Genossenschaften von Amtswegen in die Gruppe der gemeinnützigen Unternehmungen und Selbsthilfevereinigungen eingereiht. Bei Zutreffen gewisser Bedingungen waren die Genossenschaften von der Erwerbsteuer überhaupt befielt. Nach dem ungarischen Steuergesetz waren alle Genossenschaften vollkommen erwerbsteuer- frei. Die Bürgerkoalition hob diese Begünstigungen der Genossenschaften auf. Sie unterwarf die Genossenschaften einer Erwerbsteuer, deren Höhe sich nach den eingezahlten Geschäftsanteilen richtete. Hierbei wurde allen Genossenschaften, auch den Genossenschaften der Kaufleute, eine Begünstigung gegenüber den Kapitalsassoziationen gewährt, wie Banken, Versicherungsgesellschaften, Bergwerksgesellschasten usw. Bon einer gesetzlichen Begünstigung der Konsumgenossenschaften gegenüber den Kaufleuten ist überhaupt keine Rede. Die Gegner der Konsumgenossenschaften führen nun mit Hilfe der „Argumente" von der„Steuerbegünstigung" und den„Subventionen" einen shstemafischen Kampf gegen die Selbsthilfeorganisafionen der Verbraucher. Ihre Pläne gehen dahin, die Ausbreitung der Konsumgenossenschaften einzuschränken, die Neuerrichtung von Verteilungsstellen verbieten zu lassen. Mit einem Worte: Die Täfigkeit der Konsumgenossenschaften zugunsten der Verbraucher ist ihnen in der Seele verhaßt. In Handel und Gewerbe sind chaottsche Verhältnisse an der Tagesordnung. Nach der Betriebszählung vom Jahre 1930 gab es in der Tschechoslowakei nicht weniger als 206.000 Handelsbetriebe. Im Jahre 1930 vermehrte sich die Zahl der Handels- und Gewerbebetriebe um 36.000, 1931 um 32.000, 1932 um? 33.000. Daß es dem Handel unter solchen Umständen schlecht gehen muß, ist klar. Die sozialistischen Arbeiter erkennen jedoch immer mehr, daß die Konsumgenossenschaften gerade in der Wirtschaftskrise ein unbedingt notwendiger Schutz sind. Seit Einbruch der Wirtschaftskrise sind unseren deutschen Konsumgenossenschaften nicht weniger als 30.000 Familien at; Mitglieder beigetreten. Die sozialistische Arbeiterschaft wird ihre Konsumgenossenschaften gegen die Angriffe ihrer Gegner zu verteidigen wissen. Biele Hunderte von begeisterten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern werden in den kommenden Monaten durch eifrige Werbung wieder Tausende von Haushalten für die Konsumgenossenschaften gewinnen. Das wird die beste Antwort auf die Angriffe der Gegner sein. Sie wollen uns vernichten. Aber sie sollen uns wachsen sehen. Musiker-Jubiläenl935 Als„Musiker des Jahres 1935" sind vor allem drei alte deutsche Meister anzusehen: Heinrich Schütz, seit dessen Geburt 450 Jahre vergangen sein werden, sowie Johann Sebastian Bach und Georg Friedrich Händel,.deten 350. Geburtstage im nächsten Jahre bevorstehen. Heinrich Schütz war der bedeutendste deutsche Tonsetzer in der Zeit vor Bach. Er war es, der die großen Reformen des Musikschaffens in Italien, die die. Verselbständigung der Instrumentalmusik als Erster in Deutschland zur Geltung brachte. Auch die Oper verpflanzt« Schütz als Erster nach Deutschland. Seine Oper„Daphne" ist als die erste deutsche Oper überhaupt anzusehen; leider ist ihre Musik verloren gegangen. Di« dritte Haupchcdeu- tung Schütz' ist in seinen großen geistlichen Chortver- ken mit instrumentaler Begleitung zu suchen, deren für die damalige Zest ganz ungewöhnlich starke dramatische Note auffällt und die als die Vorläufer des späteren Oratoriums anzusehen sind. Bier Passionen sind hier zu nennen, sowie die geistlichen Dramen „Die sieben Worte" und„Die Auferstehung". Von Johann Sebastian Bach wird im nächsten Jahre genug ost die Rede sein. Er gilt uns heute noch als der unerreichte größte Meister der Vielstimmigkeit(Polyphonie) und der Kunst des Kontrapunktes in der Musik, als jener Großmeister der geistlichen Musik, die in der Großartigkeit ihrer musikalischen Architektonik mit der gothischen Baukunst verglichen wird.* Auch Georg Friedrich Händel bedarf keiner ausführlichen musikalischen Erklärung und Würdigung. Denn auch er ist heute noch in den Kon- zertsälen lebendig. Vielfach hat man es in den letzten Jahren auch versucht, diese und jene seiner zahl reichen geistlichen Opern in szenischer Form wiederzuerwecken. Händels kardinale Bedeutung liegt auf dem Gebiete des Oratoriums, dem er in ungezählten großartigen Muster- und Meisterwerken neue Bahnen wies. Gegenüber Bach ist der musikalische Stil ! Händels durchsichtiger und einfacher, melodischer und farbenfioher, sinnlicher und weltlicher. Auch zweier italienischer Musi- k e r wird man sich im Jahre 1935 erinnern müssen: Domenico Scarlattis, dessen 850. Geburtstag zu feiern sein wird, und Vincenzo Bellinis, dessen 100. Todestag in das Jahr 1935 fällt. In Domenico Scarlatti schätzt die > Musikwelt vor allem den bedeutenden Klavierkompo- | nisten, dessen Werke heute noch allen Klavierspielern ! Freude machen. Denn sie zeichnen sich durch effekt- I volle Brillanz ihrer Schreibweise und eingängliche I Klarheit ihrer Form aus. Einige hundert Klavierstücke hat Scarlatti komponiert, di« meisten als So- i naten. Die Sonaten Scarlattis entsprechen noch nicht der Form der klassischen, drei- und viersätzigen Sonate. Sie sind einsätzig, in der Liedform geschrieben, meist homophon gehalten, das heißt, einstim- mig-melodisch-harmonisiert, und zeichnet sich durch reiches ornamentales Zierwerk aus. In Form und Wesen sind sie als die Vorläufer der neueren Klaviermusik eines Philipp, Emanuel Bach, Clementi und Kuhlau anzusehen. Der fiühverstorbene sizilianische Komponist Vincenzo Bellini ist uns aus der Geschichte der Oper bekannt. Den Opern Bellinis waren nicht nur in seiner italienischen Heimat rauschende Erfolge beschieden, sondern sie fanden teilweise auch ihren RuhmeSweg zu uns. Die einschmeichelnden Melodien der Opern„Die Nachtwandlerin", der „Norma", der„Puritaner" und anderer beherrschten lange Zeit nicht nur die Opernbühnen, sondern auch die Leierkästen. Liebenswürdigkeit, melodische Schönheit, rhythmischer Schwung und leicht ins Ohr gehende Harmonien zeichnen die Opernmusik Bellinis aus, der man ab und zu auch heute noch teilhastig werden kann und die das schöne Bindeglied zwischen den Opernmufiken Rossinis und Verdis ist. Noch ist eines bedeutenden französischen Tondichters zu gedenken: Camille Saint- Sa ö n s, dessen 100. Geburtsfest im kommenden Jahre zu feiern sein wird. Wir Deutsche kennen diesen genialen fianzösischen Musiker. eigentlich nur höchst einseitig und unvollständig als den Komponisten der Oper„Samson und Dalila". Saint-SaSns, der zu den hervorragendsten fianzösischen Operisten seiner Zeit gehörte, hat mehr als ein Dutzend bedeutender Opern und Bühnenmusiken geschrieben. Auch als Symphoniker und Kammermusiker hat er ausgezeichnete Werke geschaffen. Obwohl Saint-SaönS mit Vorliebe die klassischen Formen pflegte, teilweise sogar im Bann« der romantischen Musikrichtung stand, zeigen namentlich seine späteren Werke Vertrautsein mit den modernen Musikmitteln und das forffchrittliche Bestreben moderner musikalischer Gestaltung. Schließlich ist noch auf einen heute fast in Vergessenheit geratenen deutschen Komponisten hinzuweisen, der im Jqhre 1935 Anspruch darauf hätte, wenigstens vorübergehend der Vergessenheit entrissen zu werden: auf Franz Abt, dessen 50. Todestag im kommenden Jahre zu begehen ist. Franz Abt war einer der hervorragendsten deutschen Liederkompontsten seiner Zeit und so beliebt, daß Liederkonzerte und Hausmusikveranftaltungen ohne seine Lieder undenkbar waren. Abts Lieder sind zwar durchaus primitiv in ihrer satztechnischen Kunst, zeichnen sich aber durch einen ungewöhnlichen Melodienreichtum und eine den Sänger immer zur Geltung bringende Sanghaftigkeit aus. Daß Abts Lieder immer nur den Sänger berücksichtigen und für diesen sozusagen Schullieder wurden, ist begreiflich, wenn man bedenkt, daß Abt der Verfasser einer der ersten und bedeutendsten deutschen Gesangschulen war. Abts Solfeggien-Sammlungen(Gesangsübungen> haben sich bis auf den heutigen Tag als mustergültig und unentbehrlich für das Gesangstudium erhalten. Besondere Bedeutung hatte Abt endlich als Männerkomponist; seine zahlreichen Männerchöre spiegeln die Blütezeit des LiedertafelgesangeS wieder. Edwin Janetschek. Eine einfache Rechnung: 6+ 10= 16 Ein Kind mit 6 Jahren in der Hand des Gegners, wird mit 16 Jahren ein Kämpfer Segen UnS sein. Ein Kind mit 6 Jahren in unserer Hand, wird mit 16 Jahren... ein Kämpfer nn UnS sein. Arbeitereltern, merket:•+ 10- 16! Werbet fflr die Kinderfreunde, euere Kinder in unsere Falken« gemein schäft! Max Winter. Rr. 1 Seite 9 Dienstag, 1. Jänner 1935 Doppelraubrnord in Budapest Zwei Bankbeamte ermordet, drei verletzt Amerikas Seerüstunsen Washington. Der Haushaltsentwurf, der dem Kongreß Ende der Woche zugehen wird, enthält neue Rüstungsausgaben, so sind 700 neue Flugzeuge für die Armee vorgesehen. Außerdem ist geplant, die Flotte bis zur vollen im Washingtoner Vertrag vorgesehenen Stärke auszubauen. Bei den 24 in Ansatz gebrachten neuen Bauten befinden sich zwei 8000 Tonnen-Kreuzer, drei Großzerstörer, sechs Tauchboote und ein Flugzeugmutterschiff von 15.000 Tonnen. Dazu kommen noch 270 Flugzeuge. Der Mannschaftsbestand soll um 5500, der Offiziersbestand um 1513 erhöht werden, so daß der gesamte Bestand auf 7012 Offiziere und 88.000 Mann betragen soll. Wie wenig ernst die Beteuerungen der Staatsmänner zu nehmen sind» die von einer Besserung der Stimmung, einer Beseitigung der Kriegsgefahr und dem allgemeinen Friedenswillen sprechen, zeigt das Echo, das die Kündigung des Washingtoner Vertrags durch Japan gefunden hat. Richt nur in Japan selbst wird es bejubelt. Auch die öffentliche Meinung Amerikas nimmt es eher mit Genugtuung auf. Die amerikanischen Zeitungen schreiben, den USA liege wenig an einer Erneuerung, sie würden jedenfalls keine weiteren Verhandlungen Vorschlägen und könnten dem Wettrüsten ruhig entgegenfehen. Die französischePresse legt geradezu Freude an den Tag und erklärt fast einmütig, das Washingtoner Abkommen habe Frankreich benachteiligt und ein neuer Vertrag werde die Forderung Frankreichs nach einem höheren Koeffizienten berücksichtigen müssen. lBisher galt das Verhältnis England und USA je 5.25, Japan 3.15, Frankreich 1.75.) Der Malissoren-Aufstand beendet Aus Tirana wird gemeldet: Albanische Regierungstruppen nahmen in der Nähe von Skutari in Nordalbanien den ehemaligen Adjutanten des Königs Mnhamar Bajraktar an der Spitze von ungefähr 200 Mann aus dem Stamme der Malissoren gefangen» der eine Erhebung gegen die albanische Regierung entfacht hatte und auf dessen Erreifung eine Prämie von 45.000 Gold franken ausgesetzt war. Im Augenblicke der Ueberraschung durch das Militär war Bajraktar von ungefähr 20 seiner Anhänger umgeben. Bei dem Zusammenstösse mit dem Militär wurden vier Mann getötet und Muha- mar Bajraktar unter starker Bedeckung nach Tirana transportiert. Schuschnigg verleiht sich Befehlsgewalt über die Armee Wien. Das Bundesgesetzblatt veröffentlicht die Wehrgesetznovelle, die außer den bereits bekannten Bestimmungen über die Entpolitisierung der Wehrmacht und die Schaffung einer Kameradschaft der Angehörigen der bewaffneten Macht noch folgende bemerkenswerte Bestimmungen enthält: Den Oberbefehl über die bewaffnete Macht führt der Bundespräsident. Unter dem Bundespräsidenten als Oberbefehlshaber übt der Bundesminister für Landesverteidigung— das ist augenblicklich Bundeskanzler Dr. Sch u s ch n i g g >— die Befehlsgewalt aus und verfügt über die bewaffnete Macht. Budapest. Gegen die im 5. Bezirk befindliche Filiale der Pester Ungarischen Kom- merzialbank wurde Montag vormittags ein dreister Raubüberfall verübt, der zwei Todesopfer forderte. Drei Räuber, die in einem Automobil vorfuhren, drangen in den Kaffenraum der Bankfiliale ein und eröffneten ein Revolverfeuer, das die Bankbeamten erwiderten. Der Kassier und ein-zweiter Angestellter der Bank, der 29jährige Bote B e n y a k, der unmittelbar vor. TagcsnaHgkcHcii 25 Todesopfer einer Schiffskatastrophe Tampico(Mexiko). Ein auf dem Flusse Panuco fahrendes Schiff stieß auf einen Felsen und strandete. Bei dieser Katastrophe kamen mindestens 25FrauenundKinder ums Leben. Die Männer konnten sich meistens durch Schwimmen retten. Seattle. Der Dampfer„Victoria", der nach Aljaska unterwegs war, strandete an der Küste von Britisch Columbien. Opfer der Autoraserei Prag. Montag gegen 6 Uhr abends fuhr in Smichov der Taxichauffeur Anton S l ä d e k mit seinem Wagen so heftig gegen den Autobus P 11.610, daß 5 Insassen des Autobusses zum Teil sehr schwer verletzt wurden und das Taxi Feuer fing. Vorher hatte S l ä d e k auf der Straße von Chuchle nach Prag den Mediziner V. HouZ- v i c k a aus Zizkov überfahren und getötet. SI ä d e k wurde verhaftet. Personenzng und Lastauto Mährisch-Ostrau. Zwischen den Stationen Näbsi u Jablunkova und Bystkice nad Olzou wurde am Samstag auf der Bahnübersetzung von einem Personenzuge ein Lastauto erfaßt, wobei eine Person getötet und zwei Personenverletzt wurden. Die Ursache des Unglücks wird untersucht. Prosit! Wir wollen uns daran erinnern, was dieses Wort eigentlich bedeutet:„Möge es heilsym fejjiV' Njcht also bloß beim Zusammey- klang der Gläser stumpfsinniger Zecher kann es gebraucht werden und nicht bloß im üblichen Sinne des„Wohl bckomm's!"— auch wer die- silvesterlichen Trinksitten verabscheut, kann zur Jahreswende glückwünschend sagen:„Prosit!" Möge das kommende Jahr heilsam sein! Möge es heilsam sein denen, die in den fascisüschen Staatenkerkern sich nach der Freiheit sehnen und denen, die zum Schutze noch nicht verlorener Freiheit Wache halten! 1934 war ein dunkles Jahr, das Jahr eines neuen Sieges der fascisti- schen Gegenrevolution. Aber es war doch auch einFahr langsam fortschreitender Zersetzung jenes Fascismus, der ein Jahr friiher gesiegt. Möge 1935 ein Jahr weiterer Zersetzung der gegen- revolutionären Mächte, möge es ein Jahr erfolgreichster Vorbereitung der kommenden Revolution dem Ueberfall Geld an der Kassa abgeliefert hatte, wurden getötet. Der Kassier, der 45jährige Geza I o l j a k, wurde bei dem Ueberfall in den Kopf getroffen und war sofort tot. Außerdem erlitten noch drei Ange st eilte der Bankfiliale Verletzungen, u. zw. zwei Oberschenkelschüsse und einer einen Steckschuß in der Wirbelsäule. Alle drei verletzte Beamte mußten ins Krankenhaus überführt werden. Die Räuber entkamen, allerdings ohne etwas erbeutet zu haben. gegen den Fascismus sein! Möge es heilsam sein! Heilsam all denen, die in demokratischen Staaten leben, heilsam im Sinne des Erkennens der Werte, die sie zu verteidigen haben! Denen, die auch hier nach dem Geführtwerden, nach dem Gehorchendürfen, nach der Entpersönlichung sich sehnen, möge die Weisheit Walt Whitmans auf- dämmern:„Einmal unbesehens gehorcht heißt einmal völlig versklavt!" Den anderen aber, den Brüdern und Schwestern, die die Freiheit verloren haben, möge Trost und Verheißung und Gebot des gleichen Dichters Wort sein:„O heimliches Recht der Empörung! O unauslöschliches und unentbehrliches Feuer!" Brennt dieses Feuer in viel tausend Herzen und springen seine Funken über von. Herz zu Herz, dann wird das Jahr 1935 heilsam sein! Auto und Reiter. Auf dem Militärübungsplatz in Ctyri Dvory bei Böhm.-Budweis ritt der Soldat P i ch a vom Artillerie-Regiment 105 mit einem Paar Pferden. Diese scheuten plötzlich und liefen mit dem reitenden Soldaten in größter Geschwindigkeit aus dem Uebungsplatz heraus. Als die scheugewordenen Pferde an der Kreuzungsstelle der Staatsstraße angelängt waren, fuhr gerade ein Personenautomobil vorbei. Dieses erfaßte eines der beiden Pferde mit dem Reiter, die beide heftig zu Boden geschleudert wurden. Der Soldat Picha, der aus Trhove Sviny stammt, wurde schwer verletzt. Er erlitt einen Bruch des rechten Unter- und Oberschenkels. Auch der Lenker des Automobils, Viktoria C i b u l k a, Besitzer eines elektrotechnischen Geschäfts, erlitt schwereinnereVerletzungen. Sein Mitfahrer wurde leicht verletzt. Das vom Automobil erfaßte Pferd wurde an der Seite verletzt, das zweite Pferd' kam unversehrt davon. Todessturz einer jungen Arbeiterin. Montag vormittags arbeitete in der Zuckerfabrik in Tre- b i§ o v im höchsten Stockwerk des Getreidelagers die 20jährige Marie C i n t a Io v ä. Plötzlich fies sie in das Erdgeschoß und erschlug s r ch. Der Vorfall wird untersucht. Hakenkreuz-Kirchenschänder. In der Nacht zum 30. Dezember drangen bisher-unbekannte Täter in die Kreuzkapelle der Kirche in St. Georg bei Zell in Tirol ein und demolierten die Kruzifixe, Leuchter, Betstühle und Bilder sowie auch dgs Kommunionsgitter und beschmierten d:e Wände mit Hakenkreuzen. Das Tabernakel blieb unversehrt. Der durch die Täter Verursachte Schaden ist beträchtlich. Eine Amerikanerin ins Konzentrationslager. Das amerikanische Konsulat in Paris teilte mit, daß die 25jährige amerikanische Staatsangehörige Ella S i d e l l an der Grenze des Saargebietes verhaftet wurde, weil sie beleidigende Ausdrücke über Hitler geäußert haben soll. Sie wurde in das Konzentrationslager in Waldwell eingeliefert. Meße W de» Rowirmden»»! Die internationale Wanderorganisation des werktätigen Volkes ist der Touristenverein„Die Naturfreunde". Sie ist über die ganze Erde verbreitet und erstrebt die Förderung der Gesundheit und der Kultur der schaffenden Bevölkerung in körperlicher und geistiger Beziehung durch das Wandern.— Mitglied des Vereines kann jeder werden. Die Mitglieder haben das Recht, die vielen Naturfreundehäuser, Ferienheime, Schutzhütten und Bootshäuser in der Tschechoslowakei, Frankreich, Holland, Schweiz, Ungarn usw. bei Wanderungen, Ferienfahrten und Urlauben zu bedeutend ermäßigten Preisen zu benützen. An den zu jeder Jahreszeit unter kundiger Führung veranstalteten Wanderungen können die Mitglieder ohne jede Gegenleistung teilnehmen. Außerdem werden alljährlich Ferienreisen und Urlaubsfahrten nach den schönsten Gebieten des In« und Auslandes zu möglichst geringen Kosten geführt. Bahnprris- und Fahrtermäßigungen: a) Ab 16 Kilometer und sechs Personen, Jugend von 10 bis 18 Jahren einbezogen, für Personenzüge oder Schnellzüge ab 31 Kilometer 33 Prozent; b) ab 100 Kilometer und drei Personen, Jugend einbezogen, 33 Prozent für Personen-, Eil- und Schnellzüge; c) ab 200 Kilometer und drei Personen, sonst wie vorher, 50 Prozent, jedoch gebunden an eine Anmeldung(turistickä prihlaska); d) als Einzelfahrer, bei Geltung der Sonntagsrückfahrkarten, Strecke und Länge nach Belieben, für jede Fahrtrichtung, 33 Prozent; bei Benützung von Eil- und Schnellzügen ist der normale Zuschlag zu entrichten; e) als Einzelfahrer auf den CSD-Autobussen bei Geltung der Sonntagsrückfahrkarten, ferner an den übrigen Tagen bei mindestens drei Personen, 25 Prozent; f) Jugendliche oder Kinder 50 Prozent bei jeder Kilometeranzahl; bei Benützung von Schnell- und Eilzügen ab 200 Kilometer.— Ferner auf den elektrischen Bahnen in den Tatra-Orten. Schließlich auf den verschiedenen Straßenbahnen. Bei Ausflügen auf den Elbedampfern. Der Verein hat vorteilhafte Versicherungseinrichtungen. Die Mitglieder sind bei allen touristischen Unternehmungen gegen Unfall versichert. In vielen Ortsgruppen bestehen Unterabteilungen bzw. Sektionen zur Pflege des Jugend- und Kinderwanderns, des Kletterns im Fels, für Winterwurfftik, Wasserwandern, Wandermusik, Natur- und Heimatkunde, Photo- und Lichtbildwesen, Wander-Auskuuf- tei und Urlaubsberatung, Samariterabteilungen, ferner stehen reichhaltige Bibliotheken zur Verfügung. Zwei touristische Zeitschriften, das Verbandsorgan „Bxrg Frei!" mit wissenswerten Mitteilungen aus dem Vereinsleben und„Der Naturfreund" mit guten Aufsätzen und Illustrationen. Die stlegenleiftuug der Mitglieder für die angeführten Einrichtungen besteht in einem geringen Jahresbeiträge. Wer den gesundheitlichen Gefahren der modernen Berufstätigkeit entgegenwirken will, der trete«in in den Touristenverein„Die Naturfreunde" und arbeite mit ihm im Dienste der Menschheitsbefreiung und des kulturellen Aufstieges. Anmeldungen nehmen die Ortsgruppen entgegen.^ Auskünfte und Aufklärungen durch unsere Gaüleitnngenf und zwar: Nikolaus Konhäuser, Turn-Teplch, Landstraße 818; Karl Frieser, Warnsdorf, VI/734; Karl Neidl, Eger, Steingaffe 28; Johann KNndelius, Brünn, Bratislavska 39; Robert Mayer, Troppau, Feldgasse 44; Lorenz Jrsigler, Matejovce, Slowakei; Moric Fenyö, Kaschau, Kobacska 71;. Paul Faczinek, Preßblirg, Weg zum Rötest Kreuz. Werbeschriften durch die Geschäftsstelle des TouristenverrineS„Die Naturfreunde", Aussig a. E., Marktplatz 11, Telephon 3033. DaS Rathaus von Deminole in Oklahoma wurde am Montag durch eine Gasexplosion zerstört. Drei Personen wurden getötet, zwei schwer verletzt. Ein nJallisdi-Denhmal Was eine Frau mitmacht, die zwei Jahrzehnte an der Seite eines sozialistischen Kämpfers steht, mit ihm zwei verlorene Revolutionen, zwei Emigrationen, drei Hetzjagden auf Leben und Tod erlebt und dann in der Armensünderzelle in Sträfliugskleidern von ihm Abschied nimmt, das zu ermessen übersteigt menschliche Vorstellungskraft. Paula Wallisch hat aus diesen Katastrophen noch soviel Kraft und Gesundheit gerettet, um den letzten Willen ihres Mannes und Kameraden zu erfüllen: weiterzukämpfen für die heilige Sache des Sozialismus und die Fahne weiterzutragen, die Koloman Wallisch in besten Mannesjahren durch Henkershand entrissen wurde. Mit ihrem Buche hat sie dem tapfersten Kämpfer und ruhmvollsten Märtyrer des österreichischen Proletariats ein Denkmal gesetzt, wie er es verdient. So ist Uns ein getreues Lebensbild dieses herrlichen Mannes überliefert worden, in dem sich sozialistisches Wollen so rein verkörperte, daß er die Liebe der steirischen Arbeiterschaft und den Haß ihrer Feinde auf sich vereinigte bis zu einem Uebermaß, an denr sein Leben früh zerbrechen mußte. Es gehört zu dem strahlenden Leben dieses Mannes, daß er stolz und froh war, als sich seine Frau beim Ausbruch des Feberaufstandes bereit erklärte, mit ihm in die vorderste Kampffront zu eilen, zu den Brücker Arbeitern, denen er kurz vorher beim Abschied versprochen hatte, in der schwersten Stunde an ihrer Spitze zu stehen. Ruhm und Tragik der oberösterreichischen Schutzbundhelden, die Größe ihrer Opfer und ihrer Niederlage, ihre Flucht in die Berae, hat Paula Wallisch handelnd miterlitten. Wallisch, der bis zuletzt sie der Kampflinie ausgeharrt, versuchte, sich mit einem Häuflein Getreuer durchzuschlagen, denn eine düstere Ahnung hatte ihn schon auf der Fahrt nach Bruck befallen, daß er eines der ersten Opfer der triumphierenden christlichen Ordnungsbestie sein werde. Tage der furchtbarsten Hetzjagd, des Hungers, der Entbehrung und Enttäuschung, der zwischen kaum überstandenen Gefahren immer wieder aufflackernden Hoffnung haben Koloman und Paula Wallisch gemeinsam ertragen, bis der letzte Ausweg verrammelt war. Elende Verräter,Proletarier, für die Wallisch seit frühester Jugend gekämpft und gelitten, haben noch mitgeholfen, der Meute der Häscher das edle Wild vor die Gewehrläufe zu bringen, so daß es kein Entrinneri gab. Entsetzliche Pein für die Frau eines Rebellen, Augenzeugin sein zu müssen, wie ihr Mann, der nur das Beste für die Menschen gewollt und der edelsten Sache gedient, von den Bestien des Fascismus in Ketten geschlagen, verhöhnt, beschimpft und angespuckt wird. In der Schilderung der Genossin Wallisch lernt man die Kavaliere deö christlichen Heimwehrregimes kennen, die der zivilisierten Welt die Maske des gemütlichen Biedermannes zuwenden, während sie ihren besiegten Feinden Schlimmeres zufügten, als die heidnischen Römer vor zwei Jahrtausenden den ersten Christen angetan haben. Ein Herr Stabsrittmeister Rudolf Sager wird vorgeführt, der mit„schneidiger Umsicht" die Verfolgung Wallischs organisiert hat und dafür mit der gold en en Medaille belohnt wurde. Dieser Sager, ein Prachtexemplar von einem österreichischen Offizier, begrüßte-die Frau eines gefangenen Gegners wie folgt: „Du gemeines Luder, du Bestie, du rote Hure, du jüdische Sau." Und eine Szene hat Frau Wallisch ausgezeichnet, di« den ganzen Abgrund der Verworfenheit der christlichen„Erneuerer" Oesterreichs und die sitt liche Größe des sozialistischen Menschen auch der Nachtoelt überliefert. Wallisch und seine Frau waren gefesselt in der Gendarmeriekaserne in L i e z e n gefangen, da leistete sich Herr Säger noch einen Extraspaß: Der forsche Rittmeister kam und stellte sich plötzlich breitspurig, die Hände in die Hüsten gestemmt, vor Koloman hin und sagte:„Na du Bandit, wo hast du die sechzigtausend S chilling, die du den Arbeitern gestohlenha st?"— Koloman sprang auf, reckte sich in Kampfstellung vor dem gemeinen Menschen auf und antwortete, den Kopf zurückwerfend:„Wenn ich sechzigtausend Schilling gehabt hätte, wären Sie zu blöd gewesen, um mich zu fangen. Sie würden Habt acht stehen vor mir, wenn ich so reich wäre, denn Sie find ein Söldling der Kapitalisten. Bei uns ist es nicht Sitte, Arbeiterkreuzer zu stehlen, wohl aber in ihrem Kreise. Da griff Sager nach seinem Säbel, war aber zu feig, den wehrlos und gefesselt vor ihm stehenden Arbeiterführer anzurühren. Das ist nur ein kleiner Ausschnitt von der Behandlung, welche die gefangenen Feberkämpfer erdulden mußten. Er gehört zum„christlichen Kurs" in Oesterreich, daß man eine verhaftete Frau zwingt, sich vor Männern splitternackt auszuziehen, daß man sie in die Armensünderzelle sperrt, wo sie von ihrem Mann« Abschied genommen, daß man sie gerade in jenem Hofe und vor dem Galgen spazieren führt, wo ihr Mann hingerichtet wurde; daß man sogar die Todsünde riskiert, der Witwe das Ansinnen zu stellen, sie solle zustimmen, daß die sterblichen Ueberreste des gemordeten Mannes verbrannt werden. Echt österreichische Gemütlichkeit ist es obeydrein, wenn Brücker Bürger vor Freude ganze Fässer Bier zahlen, weil der gehaßt« Arbeiterführer.aus ihrer Stadt zum Tode verurteilt ist und daß der Henker nach getaner Arbeit sagt: „Herr Wallisch, bei Ihnen war es mir ein ganz besonderes Vergnügen." Wir beneiden keinen dieser Schurken, die in dem Buche der Genossin Wallisch auf solche Art porträtiert sind.-Sie dienen einem Regime, das von den Pestbeulen moralischer Fäulnis schon an seiner Geburtsstunde an zerfressen war, und das fein eigenes Todesurteil sprach, als die Todesurteile gegen die roten Feberkämpfer gefällt worden find. Die österreichische Arbeiterschaft wird noch manchen Heimwehrhelden als winselnden Feigling kennen lernen. Denn die Toten des Feber sind ihren Henkern gefährlicher als die lebenden Kameraden. Das Grab Koloman Wallischs auf dem Friedhof der steirischen Industriestadt Leoben schlägt einen gewaltigen Bann über das ganze Land. Tausende und Abertausende sind es, die zu dieser geweihten Stätte des österreichischen Freiheitskampfes pilgern und in ihrem Herzen den Schwur der Vergeltung erneuern. Der Name Wallisch ist ein Symbol geworden für den ungebrochenen Trotz des steirischen und österreichischen Proletariats. Das Buch vom Kampf und Tod Koloman Wallisch's wird weit über Oesterreich hinaus herrliches Zeugnis ablegen für die gerechte Sache der Arbeiterklasse. Nicht nur der Soldat der Revolution, sondern auch der Proletarier Wallisch, der sich mit Titanenkraft emporgearbeitet hat zum Führer seiner Klasse, der ein Fürsprecher der Aermsten, ein Tröster der Bedrängten war und ihnen Treue hielt bis in den Tod, wird als einer der größten Freiheitshelden aller Zeiten die Schande seiner Henker um Jahrhunderte überleben. Seife 10 DienStag, 1. Jänner 1935 Nr. 1 ■ das Strakonitzer Krankenhaus geschafft. Die Ber- I anlassung zu dem tragischen Zwischenfall waren Symbolische Zahlung '’juu nacy zwei juconaien wie crruuriei Wartens von seiner langen Liste abzubuchen, was!-rau Bartachovaaus Prisen, über die Fahrbahn Lustige Ecke Vom Rundfunk rachsüchtige Mary Sommer vom Mai bis August, in welcher Zeit interkurrente Krankheiten, Verkühlung u. a. den Verlauf der Impfung nicht stören. Die Notwendigkeit, Zweckmäßigkeit und die Zeit werden nach dem Gutachten des wissenschaftlichen Direktionskollegiums des Staatlichen Gesundheitsinstitutes und des Staatlichen Gesundheitsrates festgestellt. Das Staatliche Gesundheitsinstitut hat alle Maßnahmen getroffen,' um auch die Schutzimpfung gegen Diphtherie auf der breitesten für mttwendig erkannten Basis rechtzeitig vornehmen zu können. Himmels willen. Es gibt plötzlich „Pfui, Kurt, warum wirfst du denn den Junge« da drüben mit Steinen?"—»Ich darf nicht näher rangehen, Fräulein. Er hat Keuchhusten." ♦ Mutti, kann ich zu Webermanns gehen und mit dem Willi spielen?"—„Willi ist mit seinen Eltern fortgegangen, Ernstl. Warum spielst du nicht mit dem kleinen Peter von nebenan?"—„Mit dem habe ich gestern gespielt, und ich glaube, der ist heute noch nicht ganz wieder heile." die einzige Beschäftigung ist, in der sich nicht nur für Zählkellner, sondern auch für sonstige Finanziers aller Art und Größe eine steigende Tendenz dauernd erhält. Richard Rax. ♦. Die Trauung der jungen Maldine ist beendete Ihre Mutter nimmt sie beiseite und spricht ohne.Zeugen eindringlich und leise zu ihr. Mit geröteten Wangen kommt Malvyne aus dem Nebenzimmer und wendet sich an ihren Angetrauten. Sie fragt:»Hat dein Papa auch mit dir getz>rochen?" t r— Er(lächelnd und erstaunt):„Nein."— Malvyne:„Run, mach'. dir keine Gedanken, ich werde dir schon alles.sagen." Der Katechet ruft den kleinen Franzerl auf und sagt zu ihm:„Sol— Nun sage mir, was ist ein Gläubiger?"»Ein Gläubiger— bitte, Herr Katechet, das is ein Mann, bei dem man immer sagen I auf der Straße»Ra Letnö" in Pilsen. Hiebei wurde st« von dem 49jährigen Gießer Johann Stasek aus Pilsen mit seinem Rade umgefahren. Die Bartäckova erlitt hiebei eine Schädewerletzung, der sie im Pllsner Krankenhaus erlag. Seit zwanzig Jahren haben sich die Zeitungsleser immer mehr angewöhnt, die Rubrik»Weltpolitik" in ihrem Blatt mit hämischem Gesichtsausdruck zu überblättern. Es ist ihnen gleichgültig geworden, ob der Mann, der Unrecht behält, Wilson oder Ludendorff oder sonstwie heißt. Sie stürzen sich im Kaffeehaus sofort auf ihre individuelle Spalte, blut- oder lieberünstige Kurzgeschichte, Rätsel, Fußball, Rennen oder Schach. Mir hat es Schach angetan. Als mein häufigster Partner sich zu mir setzte, von dem ich nichts weiß, als daß die Kellner ihn Doktor nennen, zeigte ich ihm eine besonders interessante Variante aus dem laufenden Weltmeisterschaftskampf mit den Worten:„Welch schöne und kühne Idee, die Dame derart restlos zu entblößen!" Darauf stieß die ältliche Dame am rechten Nebentisch im ersten Schreck über meine vermeintliche Frivolüät ihr Wasserglas um und die junge am linken verstärkte ihr verführerisches Lächeln auf das doppelte. In Wahrheit war mir an der problematischen Schönheit der Schlußstellung im Kampfe der beiden Schachmatadore weniger gelegen als daran, den Duktor auf Anhieb ins Schach zu versenken und so von dem Tages- und Nachtgesprächsthema aller Menschen dieser Zeit abzulenken, das da ist: ihre vollständige Zahlungsunfähigkeit und dieser- halb erwartete Unterstützung durch den Gesprächspartner. Doch war mein Versuch gründlich mißlungen. Kaum hatte der Doktor das Wort entblößen gehört, als er daran eine längere Abhandlung knüpfte über seine Entblößung von allen Mitteln und auch allen bisher gehandhabten Mitteln, neue Mittel aufzutreiben. Um nun einen zwecklosen Pumpversuch im Keim zu ersticken, begann ich ihm zum hundertsten Male meine und zahlloser Leidensgefährten Schwierigkeiten auszumalen, an allen Bettlern scheinbar mitleidslos Vorüberzueilen, weil es zu zeitraubend sei, jedem einzelnen die Tatsache bekanntzugeben, daß man sich mit Recht, aber gegen Gesetz an seine Seite stellen könnte. Dann brächt« der Pikkolo das Abendblatt und die große, nicht zu übersehende Ueberschrift des in den letzten Jahren.— Mähr.'Ostra»: 16.55: Kinderstunde, 17.50: Deutsche Sendung: Liederkonzert.— Preßburg: 19.30: Unterhaltungsmusik.— Kascha»: 12.35: Orchesterkonzert. Freitag Prag, Sender L.: 10.05: Deutsche Nachrichten, 11: Schallplatten, 12.35: Jazzorchesterkonzert, 16.45: Tschechischkurs für deutsche Hörer, 17: Konzert des Prager Quartetts, 18.20: Deutsche Sendung: Sportvorschau, 18.25: Beschleunigung des zivilgerichtlichen Verfahrens, 18.45 A rbeiter-1 sendung: 7.„ I__ 1_ 2.' 19.10: Arien und Lieder, 20: Konzert des Ondricek- Ouartetts, 21.00: Konzert. Sender S.: 14.20: Schallplatte», 14.35: Populäre Kompositionen tschechischer Auwren, 15: Deutsche Sendung: Funksketsch, 18.00: Orchesterkonzert.— Brünn:. 18.20: Deutsche Sendung: Dr. Moucha: Ueber öffentliche Bildungspflege.— Mährisch'Ostrau: 18: Deutsche Sendung: Dr. Raffelsberger: Helsinfli, die weiße Stadt des Nordens, 19.80: Tanzmusik.— Preß- bürg: 21.80: Orchellerkomert.— Kascha»: 20.15: Orchesterkonzert. Wieder eine„Enthüllung" über das Lind- bergh-Kind. Ein Londoner Blatt bringt die Enthüllung eines gewissen Tex Burns, eines Amerikaners, der sich in England aufhält und behauptet, an der Entführung des Lindbergh-Kindes beteiligt gewesen zu sein. Burns schreibt in seinem Artikel, daß in den Vereinigten Staaten ein Entführer-Trust existiere. Bruns behauptet weiter, daß e r es gewesen sei, der dem Mitgliede eines amerikanischen Konsulates in England Informationen zuteil werden ließ, die zur Verhaftung Bruno Hauptmanns führten. Weiter schildert Brüns die Entführung des Lindbergh- Kindes. Er behauptet, das Kind wäre zufällig erschlagen worden. Hauptmann sei, als er von der Leiter am Lindbergh-Hause herabstieg, abgerutscht und auf die Erde gefallen. Dem Kinde sei hiebei der Schädel zertrümmert worden. Haupt-' mann selbst habe sich den Fuß gebrochen. Die Mittäter Hauptmanns, Rodriguez und Müller, haben Hauptmann sowie das tote Kind in ein Auto gebracht und seien darauf weggefahren. Ein interessantes Lotteriegesetz. Das neue englische Lotteriegesetz tritt in Großbritannien ab Neujahr in Kraft. Beachtenswert ist insbesondere der Passus, der das Verbot enthält, den Namen oder auch nur das Pseudonym derjenigen Personen, die in der Lotterie gewonnen haben sowie das Ergebnis der Ziehungen zu veröffentlichen. Neujahrsgabe für österreichische Arbeiter... Aus Wien wird gemeldet: Mit 15, Jänner nächsten Jahres wird die Reüendorfer Glasfabrik Schreibers Neffen A.-G. vollständig stillgelegt, wodurch 150 Arbeiter, die bereits gekündigt wurden, ihren Arbeitsplatz verlieren. Die Stillegung des Betriebes ist eine ersten Arfikels lautete:»Symbolische Zahlung Englands an Amerika." Dadurch kam der Dottor erst recht in sein Element und äußerte lebhaft: »Eine gute Idee! Wenn das mächtige England fünf Prozent zahtt, um seinen guten Willen zu zeigen, dann bin ich armer Hascher doch ein Gentleman, wenn ich dasselbe mit einem Prozent versuche." Sprachs und legte mir zwei Groschen aus den Tisch, womit er seine. Schuld von zwei Schilling für getilgt ansah, ohne deren Rückerstattung mein Monatsbudget in gefährliches Wanken geriet Dann entnahm der Dollar seiner Börse das letzte Fünfziggroschenstück, machte einen Sprung in die benachbarte Tabaktrafik— der Ober hatte weitere kreditiert« Lieferungen eingestellt—, kaufte dort eine, nein, doch lieber gleich drei Zigaretten und ließ sich den Rest in Ein- und Mveigroschenstücken herausgeben, um nach eiliger Rückkehr die symbolischen Zahlungen in großem Stil aufzunehmen. DWei machte er zwar die hörbare Erfahrung, daß derartige symbolische Akte eines Mächttgen eher ruhig hingenommen werden als di« eines Armseligen, ließ sich jedoch nicht beirren— so unbeirrbar eine Idee verfolgend spielte er auch Schach—, beendete, seine Groschen auf den Tischen hinterlegend, das Werk„Schulden in der Höhe von beiläufig dreißig Schilling mit ebensoviel Groschen zu begleichen", nahm seinen Hut und ging. Jeder sener stolzen Schritte zeigte den Gentleman im vollsten Bewußtsein der Erhabenheit seiner eben vollbrachten Tat. Der Pikkolo wunderte sich befriedigt, auf fast allen Tischen unbeaufsichtigte Groschen zu finden. Weit weniger befriedigt darüber, daß der Doktor seither nicht mehr im Kaffeehaus erscheint, ist der Zählkellner. Dec hatte nicht einmal eine symbolische Zahlung erhalten und beschloß, auch diesen Gast nach zwei Monaten wie erwartet vergeblichen Ertrunken, ertrunken Charbin. Auf dem Sungari-Fluß brach ein Autobus ein. Alle 14 Insassen ertranken. Der Verkehr auf der Autobusstrecke, die im Winter zwischen Charbin und den Nachbarorten auf dem zugeftorenen Fluß betrieben wird, ist daraufhin eingestellt worden. DaS Eis war infolge der ungewöhnlich milden Witterung der letzten Zeit brüchig geworden. Lissabon. Unweit von Alcacer(Portugal) tippte in dem angeschwollenen Fluß eine Fähre um, auf der sich mehrere Personen befanden, von Mutter war ausgegangen. Als sie nach Hause kommt, liegt der dreijährige Erwin schon zu Bett. »Ist Bubi schnell eingeschlafen?" ftagt die Mutter den Fünfjährigen.—„Ja, Mutti, ein Kinnhaken genügter"- Sine gefShrliche Quacksalberin Ujhörod. Die Uzhoroder Polizei hat bei einer Haussuchung in der Vorstadt Radvänky in der Wohnung der 46jährigen Katharina Kalujovä einen Fall von Quacksalberei aufgedeckt. Dir Poli- Implahluiiwertai au* den Programmen* zxj fand bei ihr drei Frauen vor, von denen zwei I schwer krank sind. Durch die Vernehmung wurde festgestellt, daß die Kalujovä beide Frauen, die an schwerer Lungens chwindsucht und Krebs erkranll sind, durch Beschwörungen behandelte, die sie um Mitternacht vor einem primitiven kleinen Altar und zur gleichen Stunde aus dem Friedhöfe vornahm, wohin sie die Kranken zu diesem Zwecke führte. Die Kalujovä hatte eine große Klientel. Beide kranken Frauen wurden ins Stadtspital, die Kalujovä in die Hast eingeliefert. Grauenhafte Verstümmelung eines Mannes Verbrechen im Schnellzug Marseille—Paris. Der am 27. Dezember von Paris kurz nach 14 Uhr abgrgegangeue Schnellzug 103 nach Marseille war der Schauplatz eines ebenso schrecklichen wie eigentümlichen Verbrechens. Als der Zug um 2.14 Uhr morgens auf dem Bahnhof in Monteli- mar hielt, hörte»: ein Schaffner und ein weiterer Kontrolleur auS der Toilette eines Waggons II. Klaffe leises Stöhnen. Die Tür zur Toilette' »oar halb offen. Als die Bcantten eintraten, ent- deckten sie zu ihrer Bestürzung am Boden in einer Blutlache einen halbeutkleideten und bewußtlosen Mann, der am Unterleib eine furchtbare Verstümmelung aufwies. Die sofort alarmierte Gendarmerie entsandte einen Arzt an den Bahnhof, der den schwer Verletzten sofort in eine Klinik nach Montelimar schaffen ließ. Dort konnte man rasch feststellen, daß der I unglückliche junge Mann, der offenbar das Opfer eines sadistischen Sittlichkeitsverbrechers geworden war, der 17jährige Paul Mazurek war, der in Marseille bei der Compagnie Africaine Occidentale als Angestellter beschäfttgt ist. Mazurek hatte Weihnachten in seiner Heimat bei den Ellern verbracht und stand im Begriff, nach Marseille zurückzukehren. Mehrere Zeugen, die mit dem Opfer dieses Ueberfalls im gleichen Abteil gesessen hatten, lenkten die Aufmerksamkeit und den Verdacht der Untersuchungsbehörden auf einen ebenfalls mit-> reisenden Kolouialsoldaten. Dieser wurde sofort! aus dem Zuge geholt und festgenommen. Der Soldat, ein gewisser Alfred Lambot vom 27. Ko- lonial-Jnfanterie-Regiment in Aix-en-Provence, behauptete, kurz vor dem Besteigen des Zuges stark angetrunken gewesen zu sein. Er habe auch im Abteil noch dem Alkohol kräftig zugesprochen. Mehrere Zeugen sind aufgetreten, die versichern, daß der Soldat gemeinsam mit Paul Mazurek das Ab.teil verlassen und die Toilette aufgesucht hätte. Man entkleidete den Soldaten und stellte fest, daß auch sein« Unterkleidung mit Blut befleckt war, so daß zweifellos in ihm der Täter dieses scheußlichen Verbrechens zu vermuten ist. Zerwürfnisse zwischen den beiden und die Eifersucht Fleters. Brand im Erziehungsheim. In einer Erziehungsanstalt in Saint Malo brach ein Brand aus. Viele Zöglinge sprangen im ersten Schrecken aus dem Fenstern, um sich zu retten. 11 von ihnen trugen zum Teil schwere Brandwunden davon. Die Leiche eines elfjährigen Knaben konnte von der Feuerwehr geborgen werden. Das Feuer war dadurch entstanden, daß einige Zöglinge in der Nähe mehrerer Kameraden, die mit der Aufwicklung eines Filmstreifens beschäftigt waren, geraucht hatten. Streikende Offiziere. Aus Hongkong wird gemeldet: Infolge Ablehnung der Forderung nach Lohnerhöhung sind die Offiziere der chine- s i s ch e n Küsten-Schiffahrtsgesellschaften in den Streik getreten. Die Schiffseigner versuchten, den Streik durch Aufnahme deutscher, russischer und norwegischer Marineoffiziere zu brechen, doch haben die chinesischen Offiziere bei den betreffenden Konsulaten protestiert und drohen, falls sie nicht wieder in den Dienst ausgenommen werden, mit der Erweiterung des Streiks. Die französische» Betrugsaffäre». Die Pariser Polizei hat am Samstag nachmittags eine neue Betrugsaffäre mit falschen Wertpapieren und Dokumenten, die mit der Stawisky-Angelegenheit im Zusammenhang steht, aufgedeckt. Es wurden drei ehemalige Geiwssen Stawiskys verhaftet. Ein vierter, gegen den ein Steckbrief erlassen wurde, befindet sich auf der Flucht. Durch die Untersuchung wurde fcstgestellt, daß der auf der Flucht befindliche, der sich Boulnerd nennt, der Familie Stawiskys das ganze Jahr hindurch die Wohnung bezahlt und sie ausgehalten hat. Der Tod auf der Straße. Am Samstag abends lief die 80jährige Ehefrau eines Elektrotechnikers, Mary ist bei Mrs. Ward in Stellung und wird gegen ihren Wunsch entlassen. Rachegeladen geht sie zu MrS. Wards Busenfteundin, MrS. Pitnran, und bietet sich als Kammerjungfer an. Mrs. Pitman ist neugierig und ftagt:»Sie haben Mrs. Ward als Kammerjungfer von Kopf bis zu Fuß bedient; weshalb mußten Sie gehen?" Die sagt:»Ich kann nicht rasteren!" :• Die Mutter:„Um des was ist es nur mit dem Klavier? keinen Ton."— Fritzchen(nach einer Weile Besinnens):„Das kann vielleicht zum Teil daher kommen, daß Gerda und ich die Saiten herausgenommen haben, um ein Drahtstil daraus zu drehen." Mittwoch Prag, Sender L.: 10.05: Deuffche Nachrichten, 12.10: Schallplatten, 13.45: Deutscher Arbeitsmarkt, 15.55: Konzert des Prager Symphonie-Jazz, 16.45: Theater für die Jugend, 18.20: Deutsche Sendung: Dr. Maras: Aus dem ffchechoflowakischen Kulturleben, 18.30:- Arbeiterfunk: Dr. Löwe: Kamensky, 18.50: Sozialinforma« ttonen, 19.10: Deutsche Presse, 20.50: Orchesterkonzert. Sender S.: 14.20: Konzert des Musjik- Salonguartetts, 15: Deuffche Sendung: Kinderstunde.— Brünn: 18.10: Jugendstunde.»19.30: Von Stambul zu Madame Pompadour.— Mähr.' Ostrau: 18.10: Männerchöre.-— Preßburg: 12.35: Orchesterkonzert. Donnerstag Prag, Sender L.: 6.15: Gymnastik, 10.05: Deuffche Nachrichten, 11: Schallplatte». 12.85: Konzert, 15.55: Konzert des Streichorchesters, 17.20: Jugoflawffche Lieder. 17.55: Deutsche Sendung: Jugendstunde: Besuch in einem Röntgen- laboratorium, 18.55: Deutsche Presse, 19.15: Wir lernen russisch, 22.15: Konzert des Prager Shm- phonie-Jazz. Sender S.: 14.30: Klavierkonzert, 15: Deuffche Sendung: Kubelka: EnffchuldungSprMem ' geschwebt. Seine Hoheit erschrak vor dem vermeint- »amstag früh kam es. sichen Geist und erlitt einen Nervenschock. Kaffer zwischen dem 82jährigen Gastwirt Josef Fleier! Franz Joseph erfuhr von dem Unglück seines Bekund seiner 56jährigen Wirtschafterin Katharina ter» und telegraphierte an seinen Schlotzkastellan: HouSkovä in Pkebudov bei Kasejovice zu»Erwarte telegraphischen Bericht über Befinden sei- einem heftigen Sfteit, im Verlaufe dessen Fleier ner Hoheit und über Erscheinungen der Geistes."— der Houskovä mit einem SteinMetzhäm- Der Schloßkastellan telegraphierte zurück:„Seine m e r einige Schläge auf den Kopf versetzte und sie H°h«it bedeutend besser, jedoch von Geist keine Spur." lebensgefährlich verletzte. Hierauf stieß sich Fleier ein Messer in die Kehle, dessen Spitze die Lunge verletzte, so daß er kurz darauf st a r b. Die tödlich verletzte Houskovä, die u. a. I auch einen Schädelbruch erlitten hat, konnte, als! sie auf kurze Zeit das Bewußtsein erlangte, der muß: die Eltern sind leider ausgegangen und kom- Gendarmerie den Vorfall mitteilen. Sie wurde in men erst spät in der Rächt wieder." srormalisieritng der Beziehungen China—Ma»dsch«k«o Tokio. Durch einen dieser Tage in Peiping unterzeichneten Vertrag wftd zwischen China und Mandschukuo der regelmäßige Postverkehr ausgenommen, wodurch der zweieinhalb Jahre zwischen den beiden Staaten dauernde Postboykott eingestellt wurde. In japanischen Kreisen, in wel chen diese Nachricht mit Genugttmng aufgenom-- - men wurde, halt man diesen Schritt für ein Zeichen der Aenderung in der bisherigen chinesischen Politik gegenüber Mandschukuo. Nach der Wieder aufnahme des regelmäßigen! Eisenbahnver kehrs zwischen Peiping und Mulden ist dies der zweite Schritt zur Normalisierung der Beziehun- denen achtzehn erftanken. gen zwischen Mandschukuo und China, wiewohl China den neuen fernöstlichen Staat bisher offi ziell noch nicht anerkannt hat. Ein etwas menschenscheuer und wie üblich ein- Folge der Rationalisierung der Erzeugung. Diez fälliger Erzherzog lebte auf seinem alten Schlosse, Firma Schreibers Neffen A.-G. besitzt in Led-, von dem die Sag« ging, daß dort'ein Geist spuken nickk Rovns in der Slowakei ebenfalls eine. Eines Abends kam dem Erzherzog ein weißer Vor» Glasfabrik, in der in Zukunft die Erzeugung kon- Hang, der sich im Winde gelüst hatte, entgegenzentriert wird. geschwebt. Seine Hoheit erschrak vor dem vermeint- Eifersuchtsdrama. Samstag ftüh kam es. sichen Geist und erlitt einen Nervenschock. Kaffer Antidiphtherie-Serum genügend vorhanden Prag.(Tsch. P.-B.) In den letzten Tagen erschienen in der Tagespresse Nachrichten Wer ernste Uebelstände im Betrieb des staatlichen Gesundheitsinstituts, vor allem hinsichtlich der Sicherstellung der erforderlichen Menge von Antidiphtherie- Serum. Diese Nachrichten könnten, obgleich sie v unbegründet sind, das Vertrauen in die ^r"e^erbendenStS»de"i8.20:Konzertdes"Tarn-' wichtige Sendung dieser öffentlichen sanitären Jn- bnrizzenvereins.— Brünn: 17.50: Deutsche Sen-! stitution erschüttern. Das Ministerium für öffent- dung: Fritz P erls e^e: Arbeit« r»d i ch^ u n g' liches Gesundheitswesen und Körpererziehung teilt der Oeffentlichkeit zur Lnformatton mit, daß im Staallichen Gesundheitsinstitut ein genügender Vorrat wirksamen Serums gegen Diphtherie vorhanden ist. Jeder Arzt kann im gegebenen Falle eine Behandlung, eventuell eine kurzfristige I m m u- Laisierung bedrohter Personen mit Diphthe- rie-Serum(nach Behring) vornehmen. Von der i Impfung mit diesem Heilserum ist die sogenannte « w ,u S«.«,—v.-.^-^..iS ch u tzim p fun g^mit Anatoxin(nach Ra- Aktuelle zehn Minute n.^won) zu unterscheiden. Der Vorrat an diesem -------- Impfstoff war ebenso wie im Auslande durch die vorübergehende große Nachfrage bei S ch ul b e» ginn erschöpft. Nach den neuen Erfahrungen empfiehlt es sich nicht, diese Schutzimpfung überall in willkürlichem Umfang vorzunehmen, sondern es ist kritisch und individuell, vor allem im Hinblick auf den Grad der Bedrohung und Verseuchung, auf die Altersgruppen, den gesundheitlichen Zustand der Kinder, die Jahreszeit u. ä. vorzugehen. Die geeignetste Zeit für die Schutzimpfung ist der Nr. k Dienstag, 1. Jänner 1835. Seite 11 Gum..? |_2schlaflose Nacht weniger 8 Ein uraltes Sprachspiel Von Marlin Heinzel. In den Rätselecken braver Familienzeitschriften kann man häufig neckische Fragen lesen, z. B.„Wie macht man auS Rüben Stiefel?" Der mäßige Witz besteht darin, daß es sich nicht um die Sache, sondern um die Wörter handelt, und die Lösung des„Buchstabenrätsels" oder wie sonst das Ding betitelt sein mag, geht so vor sich, daß man die Buchstaben einen nach dem anderen in andere umwandelt, bis aus dem Wort„Rüben" das Wort„Stiefel" geworden ist, wobei die Zwischenstufen auch Wortsinn haben müssen. Der strebsame Rärsellöser lallt also drauflos: -Rüben, rauben, raufen, kaufen. Kosen, kosen, kiesen, Kiesel Stiesel, Stiefel! Hurra! Der Stiefel ist fertig, und der glückliche Löser wird mit ein paar Hundert gleich klugen Kreuzköpfen, die der Welt nichts anderes als ihre Namen zu sagen haben, in der nächsten Nummer als beachtenswerter Gehirnathlet von Erfolg in Perlschrift genannt. Dieses Spiel nun haben die Menschen seit Jahrtausenden nach festen, wenn auch unbewußten Gesetzen mit ihrer Sprache gespielt und spielen es noch immer! Durch die Kenntnis der Gesetze dieses Spieles ist eS sogar möglich geworden, Wörter verschollener Sprachen wiederherzustellen. Die Kenntnis der Gesetze des Lautwandels und der Lauwerschiebung ermöglicht es auch in sehr vielen Fällen, Wörter fremder Sprachen zu bauen, zu verstehen, ohne daß man dazu„Vokabel" gelernt hat. ES ist ganz vergnüglich, auf diese konstruktive Art eine römische Eiche in eine deutsche Buche zu verwandeln oder herauszufinden, was für ein Ding ein altgriechisches „dakry" eigentlich vorstellt, ohne das Wörterbuch aufzuschlagen. Solche und andere leichte, aber amüsante M u st e r a u f g a b e n, die einen kleinen und doch aufschlußreichen Einblick in die lautliche gesetzmäßige Entwicklung der Sprache gestatten, kann man schon lösen, wenn man auS dem Gewirr der festgestellten lautlichen Vorgänge etwa ein Dutzend zur Anwendung bringt. Diese zwölf den germanischen Sprachen, der deutschen Sprache, durch Jahrhunderte abgelauschten„Spielregeln" seien hier nicht in ihrer zeitlichen Aufeinanderfolge, sondern in einer zum mechanischen Gebrauch praktischen Anordnung hergesetzt, die auf die Lautgebung der neuhochdeutschen Schriftsprache gerichtet ist. 1. Verwandle kurzes O in kurzes A und langes A in langes O. 2. Verschiebe P au F, T zu TH, K au H oder CH, außer wenn ein 8, CH oder F vorher steht. In diesem Fall laß die Verschiebung bleiben. 8. Verschiebe F au B, B au P, TH au D, D au T, H oder CH au G, G au K. 4. Verwandle I au E. U au O, wenn in der Folgesilbe ein E,’A oder O steht. 5. H oder CH fällt vor L, R, W im Wortanfang weg. 6. Verwandle langes O in tJO, UA, verwandle E in IE, IA. 7. Verschiebe P au F(PF), T au Z oder zu S, D au T und K au H oder CH. 8. Mache aus A ein Ä oder E, aus O ein ö, aus U ein Ü, wenn in der Folgesilbe ein I vorkommt. 9. Selbstlaute in minder betonten Silben, besonders in Endsilben verwandle in E und laß dieses schließlich auch noch weg. 10. In Worten der mittelhochdeutschen Formstufe wird für langes I ein EI, für U ein AU, für Ü ein EU oder ÄU gesetzt. 11. Verwandle die nach Regel 6 gewonnenen IE und IA in lange I, die Ua und Uo au lange U, dann hast du auS der baiuvarischen Dialektform die Form der Schriftsprache gewonnen. 12. Ist wo ein SK anzutreffen oder durch Verschiebung entstanden, dann verwandle es flugs und rücksichtslos in ein SCH. Und nun kanns mit dem Verwandeln gleich los gehen, und awar so: Aus lateinisch„kraaler" wird nach Regel 1 zunächst„krooter". Das ist noch gar nichts. Rach Regel 2 wird„krooter" zu„krootder" was auch nichts heißt. Rach Regel 3 wird„krootber" zu„drootber", was schon die englische Entsprechung ist. Nach Regel 6 wird„drootber" zu„druatder-druaäer", was dem bayrisch-österreichischen Dialekt entspricht. Nach Regel 11 entsteht ans der Dialektform das schriftdeutsche Wort „Bruder", wobei bemerkt sei, daß der durch die wenigen angeführten Gesetze nicht erklärte Wechsel zwischen TH und D auch ein gesetzmäßiger ist. Nun der lateinisch« Stamm„dost"! Nach 1 erscheint die Form„bast", nach Anwendung der Regel 3 haben wir die Form„Gast". Was dem Altlateiner ein Feind war, wurde dem Germanen ein Gast; die Urbedeutung der gemeinsamen indogermanischen Wurzel muß wohl„Fremder" gewesen sein, und es kam wohl sehr auf die wirtschaftlichen und sonstigen Verhältnisse in den verschiedenen Wohnsitzen an, ob der Fremde als Feind oder als Gast behandelt wurde. Das Nordslawische zeigt noch den Lautbestand des Lateinischen, bat aber den Bedeutungswandel mit den germanischen und südslawischen Sprachen gemeinsam(bgl. bostinec— Gasthaus). Altslawisches„dobr" bedeutet„gut". Verwandeln wir es, so erhalten wir nach Regel 1„dadr", nach Regel 3„tapr", das ist schon die plattdeutsche Lautstufe. Nach Anwendung von Regel 7 und 9 erscheint die althochdeutsche, beziehungsweise die neuhochdeutsche, wohlbekannte Wortform„tapfer". Hier ist eine Spezialisierung der Bedeutung eingetreten. Ein altlateinisches„pisk" wird nach Regel 2 und 12 zu„fisch", ein lateinisches„pek" erscheint durch die Wirkung der Verschiebungen nach 2, 6 und 11 als„fih", das nach der höchst inkonsequenten Orthographie der deutschen Sprache„Vieh" geschrieben wird, wobei das E ein Dehnungszeichen für I, das H aber kein Dehnungszeichen, sondern der kaum mehr hörbare Rest des alten X ist. Im Altindischen gibt es einen Stamm„pad". Nach 1, 2 und 3 ergibt sich auf germanischer Stufe „pod, kod, kot". Die Anwendung der nächsten, für dieses Wort in Betracht kommenden Entwicklungsrichtlinien Nummer 6 und 7 ergibt für„kuat" die hochdeutsche Mundartform„kuas"/das durch Neu- formung nach Regel 11 zum schriftdeutschen„fus" wurde, das„Fuß" geschrieben wird. Das altgriechische„okto" stellt sich nach Anwendung von 1, 2 und 9 über„acht», achte" als das schriftdeutsche„acht" vor. Ein gotisches„hwiila" wieder erscheint durch die Verschiebungen und Wandlungen 5, 9 und 10 Über„wiiia, wiile" alS„Weile". Wer nun auf daS lateinisch« Wort„aqua", das lautrichtig„akwa" zu schreiben wäre, die entsprechenden Fälle der Gesetze 2 und 9 anwendet, wird bald merken, daß dieses lateinische„Wasser" noch immer als„Ache" oder„Ach" durch die Alpentäler rinnt, oder als„Au" an den Ufern der deutschen Flüsse grünt. Durch Ausnutzung der Regeln 1, 2, 3, 8 und 7 am lateinischen„quod"(lauttreuer „kwod") erfährt man, daß dieses Wort nicht nur so zufällig auch„was" bedeutet, sondern daß es dem plattdeutschen„wat" und dem schriftdeutschen„was" lautlich ganz genau entspricht. Man verwandle„faag", den Stamm der italischen Speiseeiche, nach den Forderungen ' von Nummer 1, 3, 6, 7 und 11 und man wird den Baum im Wald des deutschen Sprachgebiets als „Buche" ragen sehen, als Buche, von der die Buchenstäbe, die„Buchstaben“ genommen worden sind und auch„Öas Buch" Herkommt. Man wird jetzt aber auch begreifen(vgl. Lautwandel 6)', warum die Bayern und Oesterreicher in ihrem Dialekt nicht „Buch" sagen können, sondern„Buach" sagen müssen. Eine Behandlung des altgriechischen Wortes „dakry", das„Träne" bedeutet, nach den Normen 2, 3, 7, 8 9 führt zu dem deutschen Wort„Zähre" und der von der Zahnputzpasta„Kalodont" her wohlbekannte altgriechische Stamm ,dont" wird nach Verwandlung nach 1, 2, 8, 7 zu„Zant". DaS„T", daS wir am Ende des baiuvarischen Dialektwortes für„Zahn" tatsächlich heute noch hören ist, also nicht eine..ordinäre" Sprachverderbnis, wie das unwiffen- Ein neues Daktyloskopie-Verfahren Seotlandyard und die Mikro-Photographie. (PS.) Im allgemeinen glaubt man, daß am Tatort eines Verbrechens vorgefundene Fingerabdrücke genügen, um den Täter zu identifizieren und zu überführen. Auf diese Art wird man allerdings meist nur einen Neuling faffen, denn BerufS- nnd Gewohnheitsverbrecher hinterlassen nach Tunlichkeit keine„Visitenkarte", so daß die Polizei vergeblich ihre daktyloskopische Karthotek durchsehen wird, um den Täter unter den alten Freunden zu finden. Und Fragmente eines Fingerabdruckes haben bisher so unsichere Resultate gegeben, daß sie zu einem Indizienbeweis kaum genügten. DaS Jdenti« fizierungsverfahren durch Daktyloskopie diente bisher auch fast ausschließlich dazu, die Verbrecherwelt in Evidenz zu halten. Ran kann von einem Versah-. ren, das erst kaum 50 Jahre alt ist und ständigen Berbefferungen unterliegt, nicht alles auf einmal verlangen. Zum erstenmal 1858-von William I. Hershel, dem Chesadministrator des Huglidistriktes in Bengalen dazu verwendet, geheime Sendungen zur Beglaubigung der Ueberbringer durch Abdruck ihrer Handflächen zu stempeln, wurde eS 1882 in England dahin modifiziert, die Fingerabdrücke der Gefangenen der Strafanstalten in di« Identitätskarten aufzunehmen. Dieses System bewährt« sich so gut, daß es 1883 in ganz Frankreich durch Alphonse Bertillon Eingang fand. Aber erst 1892 bewies Sir Williams im aufsehenerregendem Buch:„Die Individualität des Kmgerabdruckes" das Phäuomeu der Einmaligkeit deS Fingerbeerenreliefs. Das Earl of Oxford und Asquithkomite« bestätigte 1894 die Richtigkeit der Theorie, womit das Williamsche System offiziell wurde. Edwards modifizierte 1901 wiederum das System dahin, daß von jedem Verbrecher die Abdrücke sämtlicher zehn Finger angefertigt wurden. Hierbei spielten bei der Identifizierung ausschließ- lich,die Unterschiede der Finger bei einem Individuum selbst die Hauptrolle. Scotland Dard brachte es bis auf 550.000 Fingerabdrucksbilder, also 5,500.000 Fingerabdrucke. Aber kaum 14 Erstlingsverbrecher konnte Scotland Uard 1924 bloß auf Grund von Fingerabdrücken überführen, so sehr steckte das System noch in den Kinderschuhen. Das Dualsystem, wie eS hieß, wich dem System der Fel- derung, Harry Battleh gelang es 1930 vier Grundtypen aufzustellen und aus einwandfreien Fingerabdrücken mit Hilfe des Felderungsverfahrens den Fingerabdruck zu einem Indizium von Wert zu machen. 646 exakte Ueberführungen von Erftlingsver- brechern war die Frucht dieses Fortschrittes. In jüngster Zeit können nun auch Fragmente eines Fingerabdruckes zum Verräter werden, da mit Hilfe der Mikro-Photographie, über die Scottland Uard als modernstes Mittel der Berbrecherbekämpfung verfügt, die individuellen Verschiedenheiten der Fingerbeeren- papillen nachgewiesen werden können. Es nützt also jetzt den Verbrechern nicht mehr, operative Veränderungen an der Haut der Fingerbeere vornehmen zu laffen, wie es zum Beispiel Dillinger, der erschossene amerikanische Staatsfeind Nr. 1, an sich aus- führen ließ. Q »ef^üfte, Me in andern Taaeriettunaen inserieren, aber teu schaktiiche Bedeutuna»er Naufsrasi unserer Leser mxb «»«Pt erkannt haben»der nitfit erkennen wollen. Keiluna lesen beisst, auch den Aniseiaentetl beachten und beim Einkaui die Inserenten bevorüuaen. Niemand wird sich Geschäftsleuten ausdränaen. die Arbeiterkundschaft nicht »« f«pütze« totffen Verlanget überall VOLKS ZI3NDER Menill Biidier zu ledern feil! SKODA RAPID- K H. Dr. Ing. Alfred Kleweta, Mähr. Ostrau. ...Besonders hervorgehoben au werden verdien* die ungewöhnlich hohe Leistung die glänzende Steigfähigkeit u. d^^^SllsWo^e.L,^L«s Mo tors.— Ole Schwhmechzeu*mt4ft)lefHtesten 0asäeiMMn' r:„. fi''der-stafi I *f77/ i™| der 0erg- Ostrau! ri/yy rMeti^'dee^bee^VtWUH'iibarL'as'cftt.L'.J; .„. Mj/lchi auf^OFund meiner'"krfahrur;g«:n Minderen Autos, welche Ich bei Dletartröirttm. b«^ xZ/ n lltzw,'tfle selbe nie au erreichen.«• Ole Fed& rung durch Schwingachsen le* ausgezeichnet, sodass man nicht mehr mH Schrecken eine schlechte Strasse fährt... G H. G. E. Glatz, Industrieller, Poprad. ... Ich habe sehr vorsichtig und mH Bedach* gewählt zwischen B Konkurrenzwagen und mich fllr Skoda Rapid entschlossen und meine Wahl auch bis heute nicht bedauert. Der Wagen ist modern In Ausstattung und Konstruktion, geräumig und die Federung sehr gut.... Eine kleine Ausl eie aut dar grosstu Reihe von Gutachten In der letzten Zeit! ÄSÄP“Werk> M lÄüDMMchMW- den, aber hochmütigen„Schönsprechern" scheinen mag, sondern das notwendige Resultat einer gesetzmäßigen Entwicklung. Wer die Auswirkung der charakteristischen Lautverschiebungs- und Lautwandelgesetze bis hieher verfolgt hat, was nicht so schwer ist, als es vielleicht misfieht, wird mit Hilfe der oben angeführten zwölf „Gebote" nun auch schon einige Fragen zu beant- worten vermögen.- Zum Beispiel: 1. Was für ein deutsches Gerät ist aus dem altgriechischen Stamm„spath", das ein Schwert oder auch ein Werkzeug des Webers bedeutete, geworden? (Nach Nr. 3 und 7). 2. Wie mußte der Hunnenkönig„Attila"(ein Name, der eigentlich„Väterchen" bedeutete und nicht verstanden wurde), von den Deutschen genannt werden?(Nr. 7, 8, 9). 3. Welches Polizeideutsche Wort erklärt sich auS dem lateinischen Stamm„kapt"?(Nach Nr. 7). 4. Wie lautet der altgriechische Zeitwortstamm „woid" deutsch?(Nach 1, 3, 7). 5. Was für eine Farbe bezeichnet der altgriechische Stamm„pol"(grau) und das lateinische„flav" (gelb) im Deutschen? Nach Benutzung von 1 und 2 wird man merken, daß da ein bißchen Farbenwechsel borliegt. 6. Welches deutsche Zeitwort entspricht dem lateinischen Zeitwortstamm„saag", der„scharf nachspüren" bedeutet?(Nach 1, 6, 11). 7. Wenn der lateinische Stamm„kau"„singen" bedeutet, welches deutsche Haustier heißt dann eigentlich„Sänger", auch wenn, ihm die deutsche Orthographie ein Dehnungs-H zugefügt hat? 8. Uebersetze nach den Regeln 1, 3 und 7'den flawischen Stamm„vod", sprich„wod", Laut für Laut ins Deutsche. Man bekommt dabei zuerst die plattdeutsche, beziehungsweise die englische und dann die hochdeutsche Form, der man nurmehr die Worr- bildungssilbe„er" anzuhängen braucht. Selbstverständlich ist di« Entwicklung der übrigen indogermanischen Sprachen nach anderen Entwicklungslinien ebenso gesetzmäßig. Die siawischen Drachen haben zum Beispiel die Kehllaute(G, K, H) zu Zischlauten(S, Z, TSCH) verschoben und die nordslawischcn Sprachen unterscheiden sich bekanntlich von den südflawischen unter anderem dadurch, daß sie anstatt G ein H zeigen(vergleiche Hradschin und Gradiska). Selbstverständlich kann man, auch wenn cs gelungen ist, di« oben gestellten Lauwerschiebungs-Rärsel- fragen zu lösen, noch nicht einfach ins Uferlose, hemmungslos drauflos konstruieren, denn die paar hier mitgeteilten Hauptgesetze sind sehr vereinfacht und mechanisiert. Aber die Beobachtung ihrer Auswirkung gibt einen Einblick in die Entwicklungswege der Sprache, die lange noch nicht zu Ende gegangen sind. Und daß man mit g e n a ü« r Kenntnis oller aus den geschichtlichen Sprachen bisher abgeleiteten Lautgesetze Urformen wieder herzustellen vermag, die uns auch die ältesten Schriftdenkmäler nicht mehr überliefern und die doch höchstwahrscheinlich einmal gesprochen wurden, ist wohl aus den gebotenen einfachen Proben verständlich gewogen. Die Wörter der deutschen Sprache und aller anderen Sprachen sind nicht willkürliche oder zufällige Lautgruppen. Im Deutschen sind die gesetzmäßig ent wickelten lautlichen Zuordnungen zu Begriffen, Dingen, Tätigkeiten, Eigenschaften und Personen,., die man Wörter nennt, im Wesentlichen bestimmt durch die erste oder germanisch« Lautder- schiebung(Regel 2 und 3), die etwa dreitausend Jahre vor unserer Zeitrechnung im Fließen gewesen sein muß, und durch die zweite oder h o ch- deutsche Lautverschiebung(Regel 7), die etwa um 800 nach Christo vollendet gewesen sein mutz, ferner durch eine Reihe von gesetzmäßigen Selbst- lautwandlungen, von denen einige auch jetzt noch cm Fließen sind. Schließlich springen noch ein paar nette, rund« Erkenntniffe ans unserem Keinen Ausflug in unbekanntes Sprachländ. Mit dem Laut ändert das Wort''auf seinem Weg durch Zeiten, Völker und' Sitten meist auch seine Bedeutung. Der Dialekt aber ist besonders in seiner Lautgebung kein« verderbte Sprache, sondern von strenger Gesetzmäßigkeit, in vielen. Fällen von strengerer Gesetzmäßigkeit, als die im Kompromißwege zwischen Hoch- und Mitteldeutsch zustande gekommene Schriftsprache. In Laut und Bedeutung der Worte, die uns scheinbar unveränderlich überkommen sind und scheinbar unverändert an die Nachfahren weitergegeben werden, wirkt das geheime Gesetz des ewigen Wechsels, dem alles Natürliche hingegeben ist, auch wenn es scheinbar durch den Willen der Menschen geht— Im ewigen Fluß der Sprache, die durch den Mund deS Volkes geht, regieren die strengsten Diktate nicht lange. Die Namens-Magyarisierung (AP.) Die Namens-Magyarisierung in Ungarn nimmt ihren Fortgang und bckomrgt immer größere Ausmaße an. Kürzlich hat der ungarische Studentenbund„Turul" an den Rektor der Universität eine Eingabe gerichtet, in der er wünscht, daß für die Studenten sämtlicher ungarischer Hochschulen die Namens-Magyarisierung als verpflichtend vorgcschrie- ben werden soll. Der Rektor der Budapester Universität, Prof. Kenyeres, ist dieser radikalen Forderung insofern entgegengekommen, als er in einem Anschlag bekanntgab, daß er allen Hochschülern, die ihren Namen magyarisieren laffen wollen, die entstehenden Kosten zurückerstatten werde. Auch beim Militär wird energisch magyarisiert. Rekruyen wurde wiederholt im Befehlswege statt des alten deutschen ein ungarischer Name aufgezwungen. Die Maßnahme» lösen bei den Deutschen in Ungarn Widerstand aus. Es ist bekannt, daß vor einiger Zeit der Generalsekretär des Ungarländisch-Deutschen Volksbildungsvereins, Dr. Basch, erklärte, jeder, der ohne Zwang von seinem deutschen Namen laffe, habe auch nie verdient, ihn in Ehren zu tragen, wofür er eine Gefängnisstrafe von drei Monaten erhielt. Darüber hinaus aber wirkt diese Kampagne auch trübend auf die deutsch! ungarischen Beziehungen, denn die reichSdeutschi Preffe hat sich der Angelegenheit angenommen uni polemisiert scharf gegen das ungarische Vorgehen. Füller Seite 12 9k. 1 Dienstag, 1. Jänner 1935 PRAGER ZEITUNG I wohnten der Präsident der Republik, die Mit- ' glieder der Regierung und das diplonuttische Korps bei. Die Hohe Warte Meinen letzten Versuch, die von Herrn Max Glaser herausgegebene„Hohe Warte" auch denen zugänglich zu machen, die nicht für all« Fälle(Unfall, dritter und vierter Fall' usw.) versichert sind, schloß ich mit zartem Hinweis auf den Bühnenautor Max Glaser, der sodann nichts Eiligeres zu tun hatte, als mir sein Stück„Liebe auf Raten" persönlich einzuseuden. Da das Prager deutsche Theater meines Wissens(und empörender Weise) sich n„ch immer nicht zu einer AuMhrung dieser„Posse" entschlossen hat, sollen einige Stellen daraus zum stärkeren Anreiz hieher gesetzt werden: Koch' nicht mit Liebe, koch' mit Gänseschmalz und vergib nicht auf di« Nockerln, denn Une Nok- kerlsupp' ohne Nockerl« is wie ein Jud ohne Kopf! Oder: Knox: Ich suche eine lady for mH office. Gerstl: Was suchen Sie? Eine Lady für Ihre O-Füß'? Oder: Halm: Er spekuliert an der Börs'. Schütz(gespannt): In was? Halm: In Hosen. Schütz: Sie scherzen. Ich versteh: in Hausse. Oder: Halm: Dös is scho' ka Ruine mehr. Dös iS scho' die— Riunione Adriatica di S i cur t a! Oder: Schütz: Was Fürchterliches: ich bin glommen in die K o n t e r m i n e! Halm(verständnislos): Sie wollen die GerstlAdele sitzen lassen und mit der Koh- «er Mine anbandeln? Ich glaube» das genügt. Und enthebt mich seden Rechts, den Herrn Max Glaser-Litumlei etwas lehren zu wollen. Für ihn wäre solcher Fall der dritte. Für mich ist er der letzte. l. g. Die Brüder Stribrny entbieten dem Publikum ihre Neujahrswünsche in wirklich sinniger Weise. Auf der ersten Seste des„Expres" fand sich Montag «in Bild, das neben der eingezeichneten Jahreszahl 1935 die Photographie zweier riesiger Säue zeigte. Kann ein fascistisches Blatt mit einem besseren Symbol aufwarten?! Kinderfreunde Prag Rückkunft der Roten Falken aus dem Winterlager am Dienstag, den 1. Jänner, um 21.37 Uhr am Wilsonbahnhof. Vorfrage Reue Borträge in der„Urania". Eine Reihe namhafter Vortragender aus den verschiedensten Kunst» und Wissensgebieten spricht im Jänner in der„Urania": Thomas Mann spricht am 21. über Richard Wagner(und liest aus einem noch ungedruckten Roman), Dr. Urbants chitsch„Bom Seelenleben der Frau", Unw.-Prof. Philipp Franr über„Rußland von heute", Hellmuth Krommer über„Jugoslawien", ein Dreigespräch zwischen Emil Hadina, Walter Seidl und Frank Matzke behandelt das Thema.Sudetendeutsche Kulturaufgaben", ein Otto Pick-Abend bringt die Vorlesung eines ungedruckten Schauspiels des Dichters, Alfred Wolfe n st e i n erzählt„Persönliche Erinnerungen aus dem Beginn der expressionistischen Zeit." Kunst und Wissen Konzert des GraSlitzer Kinder-Blasorchesters. Zunächst: Die Mitglieder dieses Orchesters find wirklich Kinder; Kinder im Alter von 8 bis IS Jahren; Kinder, die nicht nur für daS Orchesterspiel gut geschult find und ihre Instrumente spielen gelernt haben, sondern die auch mit Lust und Liebe musizieren. Sodann: Am besten gelingt diesem Kinderorchester natürlich dieMarschmusikin ihrem streng gebundenen, einheitlichen Rhythmus. Schließlich: Bei der Zusammensetzung dieser Kinder-Harmoniemusik fällt das. helle und mitunter scharfe Klangbild auf, das sich aus der starken Besetzung der Klarinetten ergibt. In ihrem Dirigenten und Lehrer, dem Kapellmeister Hans Riedel, besitzen die Graslitzer Kinderinstrumentalisten einen Musiker, der fich musikalisch ihrer so annimmt, wie es der Jugend zukommt; mit Liebe und doch auch mit fester Hand. Das geistige und physische Vermögen der Jugend hatte er auch bei der Programm- .gestaltung berücksichtigt. Leichte und eingängliche Musik füllt« den überwiegenden Teil des Konzertprogrammes, meist unbekannte Unterhaltungsmusikstücke unbekannter Komponisten; seine seriöse Besonderheit war eine Bearbeitung einer Opernnummer Friedrich SmetanaS. Auch' solistisch kamen einzelne Kinder-Instrumentalisten zur Geltung, wobei sie ebenso vorgeschrittenes technisches Können wie überraschend« Musikalität beweisen konnten. Das Publikum nahm die Darbietungen mit begeistertem Beifall entgegen und freut« sich namentlich an dem herzigen Gebaren der kindlichen und doch so ernsten Solisten. Leider war der Besuch des Konzertes sehr, seh/ schlecht; denn man vermißte nicht nur die Kinder. die sich kindlicher Kunst hätten erfreuen können, sondern auch die Erwachsenen, die ihr Scherflein zur Linderung der Not der armen Erzgebirgskinder hätten beitragen sollen. E. I. V. Ariritervorstellung. Sonntag, den 13. Jänner 1935. um halb 3 Uhr nachmittags. Neues deutsches Theater:„Hugenotten", Oper in 5 Akten von Meyerbeer. Vorverkauf für Mitglieder: Dienstag, den 1. Jänner 1935, von 11—12 Uhr vormittags im Bereinsheime(Smeiky). Im Vereinsheime in Prag VH.. Skuherskeho 14(Gassenladen), am Mittwoch, den 2. Jänner 1935, von 7—8 Uhr abends. Die abonnierten Sitze können ab Montag abends täglich bis zum Tage vor der Vorstellung im Vereinsheime oder am Tage der Vorstellung bis 5 Minuten vor Beginn an der Tagesvorverkaufskassa des Theaters behoben werden. Kartenbestellungen auch telephonisch Nr. 72820 ganztägig, 27727 von 5 bis 6 Uhr abends. Der allgemeine Vorverkauf beginnt Mittwoch, den 2. Jänner 1935. bei Optiker Deutsch, Graben. Koruna, Telephon 25920. 2000mal Goünods„Margarethe". Die Pariser Oper feierte gestern in festlicher Weis« die 2000. Vorstellung der berühmten Oper„Faust" („Margarethe") von Gounod. Der Festvorstellung Bei einem Rückblick auf die geleistete Arbeit im Jähre 1934 können wir feststellen, daß alles getan wurde, um unsere Organisation zu festigen, daß es aber nicht gelungen ist, den durch Krise und Wirtschaftsnot bedingten Mitgliederrückgang aufzuhalten. Die Unterstützungsleistungen des Bundes find gegen das Vorjahr trotz des Mitgliederrückganges wieder angestiegen. Dies ergibt ein Vergleich mst den Ziffern der neun Monate des Vorjahres mit den des heurigen Jahres. Bon Jänner bis September 1933 wurden 145.151 KL als Unterstützung an die Mitglie.der ausgezahlt, wogegen in derselben Zeit 1934 der Betrag von 168.537.65 KL zur Auszahlung gelangte. Dies ergibt ein Mehr gegen das Vorjahr von annähernd 17.500 KL. Wenn im Jahre 1933 pro Monat durchschnittlich 16.000 KL für Unterstützungen benötigt wurden, so sind dies im heurigen Jahre rund 17.300 KL. Das Erfordernis ist also um mehr als 1000 KL pro Monat höher. Und demgegenüber steht die verringerte Beitragseinnahme, wie sie nachfolgende Zahlen veranschaulichen. Eingenommen wurden an Beiträgen in den Monaten Jänner bis September 1933 120.500 KL, 1934 in der gleichen Zeit jedoch nur 106.136 KL. Der Beitragsgeldrückgang von 14.864 KL entspricht mithin einem Mitgliederabgang— also der zahlenden— von 1595! Den Jahresbeitrag für die Raddiebstahlunterstützung haben 1933 noch 11.905 Mitglieder bezahlt, 1934 sind es Nur mehr 10.156. Auch hier eine beträchtliche Verringerung der Einnahmen, wogegen die Leistungen bedeutend gestiegen sind. So wurden in den Monaten Jänner bis September schon 66 Ersatzfahrräder geliefert. Verschärfte Kontrolle der Unterstützungsfälle, besonders bei Raddiebstahlsfällen, ist unbedingt notwendig. Selbstverständlich leiden auch Kreise, Bezirke und Vereine unter dem Beitragsgelderrückgang. Es sei mit Dank anerkannt, daß trotzdem diese Instanzen ihre Arbeit nicht verringerten. . Die Einführung des Aruk-HemdeS mst Abzeichen und rotem Binder setzt sich in befriedigender Wesse durch.. In sportlicher Beziehung ist ein boller Schritt in der Vorwärtsentwicklung zu verzeichnen. Die Leistungsvrüfung haben nur die Kreise 1, 3 und 4 durchgeführt, die anderen fünf Kreise haben sie nicht in die Tat umzusetzen versucht. lieber 2 0 0 Mitglieder haben bereits die Leistungsprüfung bestanden und sind im Besitze des„Sportabzeichen s", welches der Bund zu diesem Zwecke gestiftet hat. Mit Beginn des Jahres 1984 wurde das neu« Radsport-Handbuch herausgegeben, das alle Regeln und Bestimmungen enthält. In Verbindung damit wurde auch der Rennfahrausweis geschaffen, dessen Besitz an die sportärztliche Untersuchung gebunden ist. KreiSschulen für Radsport haben die Kreise 7 und 8 im Frühjahre durchgeführt und sicher wieder einige gute Funktionäre hervorgebracht. Besonders hervorzuheben ist der letzte offiziell« Radball- Länderkampf am 20. Jänner in Wien, zu welchem unser Bundesmeister Komotau gegen den Bundesmeister deS Arbö angetreten ist. Mit einer Niederlage, jedoch durch bessere Spielauffassung bereichert, ist Komotau von diesem Kampf« zurückgekommen. Die Prager Olympiade ftmnt« uns Radfahrer nicht befriedigen, da hiebei wenig Gelegenheit gegeben war, den Radsport wirksam zu demonstrieren. Das internationale Straßenrennen über 60 Kilometer brachte insofern einen Erfolg, als unsere fünf Fahrer durchweg? gute Plätze belegen konnten. So beendete dieses Rennen Schönfelder(Komotau) als Fünfter mit sehr guter Zeit. Vor ihm trafen nur die beiden Spitzenfahrer der tschechischen Radfahrverbände Prag und Pilsen ui.d zwei Engländer ein. Der Bundesmeister Kosten zeigte im K u n st f a h r e n auf dem großen Stadion sehr gute Leistungen und warb damit sicher für diesen Sportzweig.— Die Bestandesfeier des Bundes am 19. August in Tesschen wurde zur größten Veranstaltung, die bisher durchzuführen möglich war. Der Hauvttag wurde durch das Jubiläumsrennen Komotau—Tesschen eingeleitet, an welchem auch zwei Oesterreicher teilnahmen. Just(Krochwitz) beendete das Rennen als erster Fahrer unseres Bundes mit einer Zeit von 2 Stunt i 31 Minuten, was einer Leistung von rund 35 Stundenkilometern entspricht. Die Kämpfe um die Bun. desmei st erschuft in Zweier- und Dreier-Rad. Der bekannte Opernsänger Piccaver suchte um die Lösung seines Vertrages mit der Staatsoper in Wien an. Wochenspielplan des Reuen Deutschen Theaters. Dienstag, halb 8: Blaubart; halb 8: Lucia vonLammermoor, Al.— Mittwoch, halb 8: Gesellschaft. Gastspiel Ernst Deussch, B2.— Donnerstag, halb 8: Der Barbier von Sevilla, neueinftudiert, C2.— Freitag, halb 8: Der singende Traum, DI.— Samstag, halb 8: Hoffmanns Erzählungen, Gastspiel Alfred Jerger, D 2. Wochenspielplan der Kleine« Bühne. Heut« Dienstag,8Uhr nachmittags:Rachtvordemlll- timo; 8: Fremdenverkehr.— Mittwoch, 8: Mädels im Nachtbetrieb.— Donnerstag, 8: Mädels im Nachtbetrieb.— Freitag, 8: Mädels im Nachtbetrieb, Kulturverbandsfreunde und freier Verkauf.— Samstag, halb 5: Max und Moritz; 8: Fremdenverkehr. Jahre 1934 ball, die die Veranstaltung beendeten, fanden eine sehr große Zuschauermenge. In Zweier-Radball wurde Komotau, in Dreier-Radball Sodau-Leffau Bundesmeister 1934. Zwei Werbespiele Wien gegen Tesschen 5:6 und Wien gegen Komotau 4:6 bewiesen, daß unsere Mannschaften an Spielerfahrung und Taktik gewonnen haben.— Am 16. September wurden anläßlich des internationalen Stafettentages zwei Fernstafetten gefahren. Die Stafette Braunau—Asch, über eine Strecke von 600 Kilometern, wurde von rund 400 Rad« und Motorradfahrern in 12 Stunden 45 Minuten bewältigt. Zur Stafette Zwittau—Troppau, über 180 Kilometer, brauchten die eingesetzten 70 Radfahrer fünf Stunden 16 Minuten. Eine hervorragende Leistung bei beiden Stafetten.— Bei den Atus-Stafet- t e n, die am 23. September in allen Bezirken gelaufen wurden, haben gleichfalls 300 Rad- mrd Motorfahrer unsere? Bundes mitgewirkt. So schließt das Jahr 1934 in sportlicher Hinsicht für uns erfolgreich ab und ist zu hoffen, daß der ungeschlagene Weg weiter aufwärts führt. Das kommende Fahr steht im Zeichen des 1. Bundesfestes, welches am 6. und 7. Juli 1986 in Karlsbad stattfinden soll. Unwahrheiten der Moskauer„Pravda". In der Moskauer„Pravda" schreibt der Borsitzend- der sowjetrussischen Sportorganisattonen Antipov über die Ergekmisse der sowjetrussischen Sportler-Tournee durch Europa und im besonderen in di« Tschecho- slowakel in'so unwahrer Weise, die dem Artikelschreiber eine besondere Note ausstellt. Wir wollen heute nicht die Widersinnigkeittn alle widerlegen, wenn er aber schreibt, daß die Verhaftung der Sowjessportler in Kaschau eine„grobe polittsche Rache der sozialdemokratischen und fascistischen Führer" war, und daß dies«„politische Rache von bankrotten Fascisten und Sozialdemokraten inszeniert" wurde, dann ist das schon ein starker Tabak, den auch der Herr Antipov nicht verttagen dürfte. Auch di« Behauptung, daß „gegen die Tournee der sowjetrussischen Sportler die Sozialdemokraten erbittert gekämpft haben", stellt dem Herrn Antipov und seinem guten Namen gewiß kein Ehrenzeugnis aus. Der Gipfelpunkt der Unwahrheiten ist jedoch die Behauptung, daß die „Führer der sozialdemokratischen Organisationen mit Hilfe der Polizei versucht haben, den Spielern ihrer Mannschaften die Sportschuhe Wegzunehmen" und daß„40 Klubs der sozialdemokratischen Organisationen sich mtt den zwei ausgeschlossenen Klubs vollkommen solidarisch erklärt haben". Dieser„Stiefel" ist dem Herrn Antipov am besten gelungen. Es ist schade um das Papier, um diese Unwahrheiten zu widerlegen, die immer wieder nur auf den Schreiber, Herrn Antipov, zurückfallen, der mit an derSpitze der sowjetrussischen Sportorganisation steht, einer Organisation, deren Aufgabe neben der Körpererziehung auch die Erziehung von Anstand und Moral' sein sollte. Doch in dieser Hinsicht steht di« Moskauer„Pravda" mit ihrem Mitarbeiter Antipov nicht weit von der Prager„Roten Fahne" und dem„Rude Pravo". Tschechoslowakische Mannschaften im Ausland. Zidenice errang in Algier(Afrika) einen weiteren Erfolg: RUA wurde 5:1(1:1) geschlagen. Viktoria ZiZkov trug ihr erstes Spiel auf der Insel Korsika aus und verlor gegen die Auswahlmannschaft Bastie 8:4(2:l). SK. Proßnitz begann die Tournee auf der Insel Malta und schlug FC. Florian« 12:1. Teplitzer FK. schlug im Rückspiel in Aussig den DFK. 9:1(4:1). DSB. Saaz gewann daheim gegen Eechi« Laun 11:0(4:0). Vcrclnsnadirlditcn Allgemeiner Angestellten-Verband Reiche»berg, Ortsgruppe Prag. Kanzlei: Rarodni tr. 4, dritter Stock; Amtstag: Mittwoch von 6 bis 8 Uhr abends.— Jahresversammlung der Ortsgruppe am Mittwoch, den 9. Jänner, halb 8 Uhr abends, im kleinen Saal der„Urania", Klimensska. — Ausschutzsitzungam M-ttwoch, den 2. Jänner, 8 Uhr abends, in der Kanzlei.—Tschechischkurs: Beginn am Mittwoch, den 2. Jänner, Gec- Küche.— Stenographiekurs, tschechischer, wird neu eröffnet. Anmeldungen bei der Ortsgruppenleitung.— Unser Ball findet am 2. März im Heinesaolstatt.— Di« Gruppe der Jung-Ang e- stellten wird ihre Vollversammlung am 16. l"n- ner(Mittwoch) um 8 Uhr abends in der Kanzlei abhalten.— Die Aktion Winterhilfe für 'Sport ♦ Spiel ♦ Körperpflege Der Aruk int unsere arbeitslosen Mitglieder bracht« 860 KL ein. Es wurden bereits verteilt: 80 Meterzentner Kohle, Lebensmittel, Mittagstssche, Mietsaushilfe«, Bekleidung; weitere Geldzuweisungen werden dankend entgegengenommen. Der erste Werbe-Abend der Prager AtuS- Tisschtemris-Sparte findet amDonnerstag, 3. d., um halb 8 Uhr abends im Heim auf der Hetzinsel statt. Alle Mitglieder und Genossen find freundlichst eingeladen. Ans der Partei S. I. Prag. Mittwoch, den 2. Jänner, finden in allen Gruppen Heimabende statt. S. I. Smichov und Weinberge polittsche Referate, Vorlesungen. Musik und Gesang.— Sonntag, den 6. Jänner, 4 Ahr nachmittags, feierliche Verkündung des Jahres der Kameradschaft. Es ist Pflicht aller Mitglieder, an dieser Veranstaltung teilzunehmen. filme in Prager Lichtspielhäusern Adria:„Aergert nicht den Großpapa"(Bl. Burian— Tsch.)— Alfa:„Die wilde Last"— Avion:„Moskauer Rächte"(Annabell«, H. Baur— Fr.)— Beränek:„Mutter KraLmerka"(Tsch.)— Fenix:„Polenblut"(Tsch.)— Flora:.Mutter KraLmerka"(Tsch.)— Hvczda:„Aergert nicht den Großpapa"(Burian— Tsch)— Julis:„Moskauer Nächte"(Fr.)— Kinema, B.-Th.: Journale, Groteske, Reportage. Ab hab 2 bis viertel 8 Uhr.—> Koruna:„Der Dämon"— Kotva:„Frigo, der Liüve von Paris"(B. Keaton— Fr.)— Lucerna: „Frigo, der Löwe von Paris"(B. K e a t o n— Fr.)— Metro:„Nocturno"(Regie G. Machaty D.)— Olympier„Ein Walzertraum"(Fr.)— Praha:„Der Dämon"— Radio:„Bei uns in Krähwinkel"—(Tsch.)— Alma:„Bei uns in Krähwinkel"(Tsch.)— Baikal:„Mutter KraLmerka" (Tsch.)— Beseda:.Maskerade"(D.)— Favorit: „DietreueNymphe"(E.)— Lido:„Bengal". Literatur Buchdruckerkalender 1935. Die Deussch« graphische Bildungsvereinigung hat für das Jahr 1936 einen Buchdrucker-Taschenkalender herausgegeben, den man zweifellos als den besten unter den bisher erschienenen bezeichne« kann. Neben wertvollsten Fachartikeln, die nicht nur für Buchdrucker, sondern auch für Journalisten Bedeutung haben, finden wir eine Darstellung über die Gültigkeitsdauer der Be- triebsausschüffe, einen Auszug aus dem Gesetze über die Sozialversicherung und über den Mieterschutz. Daneben enthält der Kaleuder ein« Fülle wissenswerter Angaben allgemeiner Natur, Sprüche, Tabellen, Adressenverzeichnisse usw. Außerordentlich angenehm berühren der saubere Druck und die gute Qualität des verwendeten Papiers. K. Nachträge\ Ein herzliches Prosit Neujahr entbieten: Aussig:-| Dietl Theodor und Frau/ Jem sch Heinrich und Frau l Spiegel Anton und Frau' Gablonz a. N. Bruno und Jula Hafler t Hermann Hladik und Frau' Fritz Hübner und Frau i Siegmund Hoffer l Grulich Bezirksorganisation Kosolup Hala Franz, Fachlehrer! Ser milk M kv Memiiieil AMMkl-MMv WM findet am SamStaz, den 2. März, im Heinesaal statt. Reklamationen von Einladungen bei Herrn Ernst Strnad, Prag II., Fügnerovo näm. 4. D- 3186 Ä & A Ä 0- S Spezial-Artikel: Bedruckte baumwollene Kopftücher Bedruckte und gefärbte Blusenstoffe Bedruckte und gefärbte Flanelle flir Kleider Kattundruckerei Färberei und Appretur Rolffs& Cie. A. G. Friedland I. B. 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Pahak Johann, Kloster Roscher Anton, Reichenberg Schäfer Anton, Reichenberg Schweick^rt Josef, Bodenbach a./E. Taub Siegfried, Prag De Witte Eugen, Karlsbad Senatoren Goth Josef, Warnsdorf Dr. Heller Carl, Tcplitz-Schönau Dr. Holitscher Arnold, Komotau Jokl Hans, Troppau Just Anton, Haupünannsdorf Nießner Wilhelm, Brünn Palme Franz, Fischern Prof. Polach Johann, Prag Rcyzl Josef, Schluckenau Schack Betty, Eger Stark Franz Karl, Mies Altrohlau Hübner Rudolf, Oberbäcker Möser Josef, Bürgermeister Stotvafser Oskar u. Frau, Magazineur Weis Alois Bodenbach a./E. Friedl Hans und Frau Dvokak Rudolf und Familie, Hopfengarten 28 Hocke Willi und Familie' Kügler Franz und Familie Kober Karl und Familie Puls Karl und Familie Riedel Franz und Frau Schweichhart Josef und Familie Bilm Andermann Max, Beamter der Bez.- Krank.-Bers.-Anst., und Frau Rudolf Klemens, leitender Beamter der Bez.-Krank.-Vers.-Anstalt B.-Budweis Wanek Franz A. Herbig Gustav, Professor Böhmischdorf Lux Alvis' Böhm.-Leipa Kahabka W. und Frau Böhm.-Krumau Deistler Josef Denk Andreas und Familie Riemetz Dr. Franz und Familie Pfohl Rudolf und Familie Pierl Johann Pokorny Franz und Familie Zapf Franz und Frau, Parteisekretär Bratislava Großmann Vinzenz, Geschäftsführer, und Frau Klein Leo, Beamter Mottl KaA, Bezirksvertrauensmann Poffelt Hermann, Beamter, und Frau Schm'd« Viktor, Parteisekretär Wag Friedrich, Lokalvertrauens- mch.n Brüx Allgemeiner Angestelltenverband,< Ortsgruppe Deutsche sozial dem. Bezirksorganisation Deutsche sozialdem. Lokalorganisation Lang Franz, Sekretär, und Frau Verband der Eisenbahner, Ortsgruppe Touristenverein„Die Naturfreunde", Ortsgruppe Zettl Johann, BczirkSvertrauenSmann, und Frau Adler Jacques, Sekretär des Einheitsverbandes der Privatangestellten Cernin Zdice Schneider Karl Drahowitz Schaffer Eduard und Gusti Eger Bäuml Wilhelm, Beamter der Bez.- Krank.-Vers.-Anstalt Böhm Georg Deistler Anton Fleischmann Karl Fritsch Friedrich Gemeinnützige Baugenossenschaft„Arbeiterheim" Grüllmaher Ernst Heinrich Adam Heinl Lore Hoor Georg Jäger Emma Kreul Ernst Lokalorganisation Müller Josef Novy Wilhelm Dr. Reichl Reiter Karl Rohm Emil Schack Betty, Senatorin Schuster Alfred' Weigl Georg Winter Hans, Sirmitz Fischern Hein Josef, Expedient Hüttl Ernst und Anna Legat Wenzel u. Frau, GetverkschaftS- sekretär Lorenz Lotte Opl Albert und Frau Franz Palme» Senator Platschek Franz und Frdu Sacher Anton und Frau Schweinfurter Josef und Frau Zinke Oskar und Familie Franzensbad Männer Wenzel Freistadt Gemeindefraktion Henzler Fritz, Bezirksvertreter Intern. Metallarbeiterverband, Zahlstelle Kowalik Rudolf, Fachlehrer Lokalorganisation Schiwietz Karl, Lehrer Freiwaldau Drescher Josef und Emilie Goebel Ernst und Frau Palm Edmund und Loisl Weis Johann, Gewerkschaftssekretär Wohl Rudolf und Marie Freudenthal Fischer Franz, Bezirkssekretär Ullmann Franz, Union-Gausekretär Friedland i. B. Gangl Karl, Lagerhalter Köhler Franz, Beamter Preisinger Josef und Frau, Beamter Raim Ferdinand und Frau, Beamter Graslitz Familie Franke Dr. Goldberger Josef, Arzt, und Frau Pickert Friedrich, Beamter Wunderlich Emil, Parteisekretär Halbstadt Knopp R. Hareth Pobcl Franz, Friseur Hauptmannsdorf bei Braunau Just Anton, Senator Holleischen Gottfried Johann und Klara Wohl Karl, Gemeindesekretär Hradzen Abg. Leibl Dominik Jägerndorf Berger Franz und Familie Brodkorb Johann und Frau Diez Anton, Direktor d. W. K. B., und Frau Kirschner Felix und Familie Kolbe Franz, Sekretär, und Frau Link Franz und Familie Ortsgruppe des Verbandes der Eisenbahner Richter Ernst, Beamter der B.-K.-B- A., und Familie Siegmantel Josef, Sekretär, und Frau Schober Franz, Kassier, und Familie Ullrich Josef, Bürgerschuldirektor, und Frau Völkl Josef, Fachlehrer, und Frau Zahel Leo, Sekretär, und Frau Kaaden Dr. Iltis Alfred Schneider Alexander, leit. Beamter der Bez.-Krank.-Vers.-Anst. Karlsbad Beck Hans Bergauer, Dr. Ernst Götz Josef, Gewerkschaftsangestellter Günzl Marie und Josef Hoffmann Walter, Reklameunternehm. Holick Franz Hopf Fritz und Frau, Bezirkssekretär Horn Wenzel und Frau, Redakteur Hrdlicka Hans, Angestellter' Kramer Georg Lang Anton und Frau,»Vorwärts" Lorenz Wenzel und Frau. Püscher Karl, Gewerkschaftssekretär Ricker Josef und Frau Roll Ludtvin und Frau Sattler Ernst und Frau Simon Oskar, Dr. med. Scharing Julius Schöttner Adolf, Gemeindesekretär, -Drahowitz Schuster Karl und Fra«, Redakteur Ulm Carl und Frau Weikert Florian, Redakteur Werner Karl und Frau,»Vorwärts" Werner Willi, Metallarbeitersekretär Wilhelm Josef und Frau Wondra! Heinrich und Fra», Kreissekretär Kezmarok Burda August Klattau Wick Mois und Familie Kloster Patzak Johann, Oberlehrer Komotau May Alois Landskron Bezirksorganisation der deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei Dokoupil Karl, Fachlehrer Fabrikarbeiterverband, Ortsgruppe Jllner Franz, Fachlehrer und Landesvertreter Jakubu Franz, Obmann-der Kinderfreunde Kowar Franz und Vinzenz Stanzl Krümmel Ernst, Lehrer Kreisorganisation der deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei Liebich Emil, Angestellter Löschinger Franz, Gastwirt„Volkshaus" Lokalorganisation Meixner Alois, Fachlehrer Roller Josef, Oberlehrer i, P. Schwab Ernst und Frau Stefan Eduard Treml Franz, Sekretär Union der Textilarbeiter, Ortsgruppe Tabakarbeiter, Ortsgruppe Schmid Adolf, Krei-vertrauenSmann Verein„Arbeiterheim" Walter Karl, Fachlehrer Wendlig Emil, Bürgerschuldirektor Werner Heinrich und Frau Weidl Fritz, Geschäftsführer Wurst Karl, Lehrer Hoffmann Anton, Bezirksvertretungsmitglied Tinkl Viktor, Sekretär Marschendorf IV. Fleischer Wenzel Marienbad Walter Anton, Kreissekretär des Bauarbeiterverbandes Mähr.-Ostrau Arm Ernst Auer Leo und Frau Barachini Franz Burian Edmund Dr. Haas Fritz, Advokat Dr. Haas Wilhelm, Stadrat Dr. Hoffmann Leo Dr. Teichner Sandor, Arzt Einheitsverband derPrivatangestellten, Kreissekretariat Ettinger Hermann und Frau Figar Rudolf und Frau Haas, Dr. Viktor Hornung, Dr. Ernst Koblischke Adolf und Frau Körner Emil, Professor Kreutz Leopold Kupka Richard Löwy Ignaz und Frau Maier Willi, Sekretär Mollik Alois und Frau Platschek Richard, Dentist RüZik^r Valerie Sobek Rudolf Schön Siegfried Schröpfer Josef und Frau Siegel Ignaz, Juwelier Steiner, Dr. Erich Wolowiec Franz Zerzavy Wilhelm, M.-Qstrau—Brünn Ziffer Erich Mähr.-Trübau Jng. Fuhrmann Karl Mähr.-Schönberg Vierer Max, Parteisekretär, und Frau Jilg Karl und Frau Kauer Franz und Familie Kittel HanS, Gewerkschaftsb., u. Frau Kühler Alfred, Bauarbeitersekr.,u.Frau Kreisgewerkschaftskommisiion Malcher Max und Frau Mäuler Ferdinand und Frau Schreier Raimund, Dir. d. K. G. S. Urban Johann und Familie Meierhöfen Fleck Karl Metzling Erhardt Anton und Familie, Eisenbahner i. R. Neudek Ficker Hermann und Frau, Textilarbeitersekretär Kürschner, Dr., Arzt SmolöiL Anton und Frau, Parteisekretär Winterstein Karl, Bürgernreister, und Frau Stepanek Neuern Bezirksorganisation Budweiser Franz und Frau Ortsgruppe der Metallarbeiter Reiser Josef Seidl Richard und Frau Zettl Karl und Betty Neutitschein Kamler, Bezirksvertrauensmann Löwy, Dr. Em., Advokat Nitschmann Heinrich, Sekretär Paterno Rosa Sobek Alfred, Sekretär Springs Johann, Gewerkschaftssekretär Neu-Oderberg-Pudlau Aust Johann samt Frau Bärnert Ludwig samt Frau Deigel Josef Dreßler Adolf samt Frau Englisch Adolf Kolarczyk Rudolf und Frau Kruckh Ladisl. und Familie Pelka Johann Schilder Franz samt Familie Steinschneider Josef und Frau Wiesner Josef und Familie Wildner Johann samt Frau Zeman Robert und Frau Angestellte der Konsumbäckerei Arbeiter-Sängerbund„Frohsinn" „A t u s"-Oderberg Gemeindefraktion Neu-Oderberg Gemeindefraktion Pudlau Lokalorganistrtion und Frauensektion Ortsgruppe d. Verbandes der Eisenbahner Zahlstelle d. Internationalen Metallarbeiter-Verbandes Fleischergehilfen der Konsumfleischerei Berkaufspersonal d. Verteilungsstelle l d. Z.-K.-V. Oberplan Deml Johann, Pensionist Odrau Unger Karl, Beamter Olmütz Böjty Josef, städt. Rechnungsbcamter Verband der öffenüichen Angestellten, Zweigstelle Sekretariat des Metallarbeiterverbandes Verband der Eisenbahner, Landessekretariat Oskau Preiß Josef, Oberlehrer i. R. Petersdorf Brüder Brodkorb Pilsen Adler Dr. Max und Frmr Gottlieb Jul. Wanka Willi und Frau Podersam Karl Eckl, Parteisekretär Prag Altmann Fränz und Fra« Appell Anna Aster Anna und Jaroslcw Bartosch Josef Belina Josef und Frau Bendel Emil Josef Beranek, Sekretär der Revier- rätezentrale Bermann Otto Blaha Berta Dr. Bloch Arthur Dr. Bock Kurt» Bock Sigmund und Frau Bkezina Alice Brouschek August und Frau Ceeh Max, Sekretär, und Familie Czeck Robert und Familie Deutsch Karl Wolfgang Deutsch Maria Deutsch Moritz Dietl Anton, Lisolej Dietl Emmerich und Lilly Eckert Ernst Ehrlich Franz Chrt Max Emil und Frau Ellinger, Dr. Ernst, Beamter Enenkl Viktor und Familie Dr. Engel Ernst Fechter Franz Fink Moritz und Familie Fischer Emil Fischer Rudolf und Familie Fleischer Anton Dr. Franzel Emil Franzel Hilde Freimann Anni Friedmann Josef und Familie Funke Karl und Familie Gehorsam Hugo und Hedwig Glas Alois und Berta Goldmann Egon Goldschmidt Leopold Greull Josef und Familie Groß Ernst Gröschl Rudolf Günther Hubert Guth Viktor Güttlrr Josef und Familie Hackenberg Juli« Hackenberg Theodor Hammerschmidt Anton und Frau Hartl Franz Haßlbauer Josef und Frau Hauptmann Adolf und Familie Hayek Theodor, Baumeister Hellmich Josef und Familie Hergeth Fritz und Familie Hirsch Rudolf und Frau Hofbauer Josef und Familie Hollmann Franz Seite 14 Dienstag, 1. Jänner 1835 Nr. 1 Ein herrliches Prosit Neujahr entbiete«: Prag Hübner Rudolf Jaksch Wenzel und Hanni Janauschek Eduard und Frau Janetschek Edwin samt Frau Jelinek Karl und Familie Kahler Maria. Kaufmann Ernst und Familie Kern Karl und Familie Kirnig Heinz und Frau Klein Alfons Klein Gabriele Klein Oskar Kollin Paul Kozominsky Fritz und Frau Köhler Siegfried und Familie Kolis Gustav, Obmann Kräsa Franz Krejci Franz Kreisky Rudolf und Familie Kreiß! Emil und Frau Krombholz Ferdinand, Korrektor Kropp Wenzel und Frau Krümmel Franz und Frau Kuhn Franz Kühnel Josef, Fachlehrer, Kreibitz Landsmann Cläre Legerer Otto und Frau Liewald Rudolf und Frau Lorenz Wenzel, Baumeister, und Frau Löwith Max Mader Rudolf und Familie Marek Simon und Familie Melliwa Max und Frau Metzger Willy und Frau Michal Alex, und Familie Mittenhuber Fritz und Familie. Müller Ernst und Familie Müller Franz und Frau Nehyba Franz und Lilly Neubauer Viktor Neuwirth Zdenko Nießner Wilhelm,' Senator Paul Ernst und Gisl Piccarone Käthe Pipal Leo Dr. Pohl Franz und Frau Dr. Polach Hans und Liese Prof. Polach Johann und Frau Pösch Walter.und Frau Preibisch Wilhelm und Familie Proksch Karl und Familie Rauch Josef Richter Anna Rönelt Heinrich, Schriftsetzer, Horni Krc Rybina Peter und Hermi Sailer Georg und Frau Scharnowell Alois und Familie Scharnowcll Viktor und Familie Schindler HanS Schnabel Ottilie Schönfelder Richard und Familie Schorsch Georg und Frau Marthe Schrader Kurt und Frau Dr. Schwelb Egon und Karla Siegl Anton, Korrektor Sommer Johann und Frau Dr. Strauß Emil und Frau Strnad Ernst und Familie Svojse Franz und Frau Synkule Karl und Familie Tallowitz Anton Taub Siegfried und Familie Tetenka Karl und Frau Theurer Lambert und Familie TiÄ Josef und Frau Wagner Anni Waschak Josef Weis Franz und Frau Weber Gustav und Familie Weber Paul und Frau, BubeneL Weil Robert, Sekretär Wellisch Arthur u. Familie, Hodkovikky Wien Heinrich Dr. Wiener Robert und Frau Wildmann Otto, Direktor Winternih Paul Zacharda Adalbert und Frau Reichenberg Alliger Ladislaus und Familie Bergmann Florian Beckert Emil Biegel Wenzel B. B. Boutschek Reinhold und Familie Drbohlav Rudolf Gampe Franz Goldbach Hans Gottschlich Paul und Frau Grünzner Ernst und Friedl Görtler Johann und Frau Gärtler Oskar und Familie Dr. Hahn Otto und Frau Hawel Robert und Familie Kirchhof Franz und Familie Kupetsch Franz Kuplent Franz und Familie Köller Johann und Familie Kreschel Richard Löwit Karl und Familie Macoun Franz, Abg. und Familie Müller Gustav und Frau Neumann Marie Rehwald Franz und Frau Reichelt Karl und Familie Sonne! Franz und Frau Schiller Johann und Familie Schreier Berthold und Familie Tichak Josef Weigel Wilhelm und Familie Rokitnitz Weirauch Josef, Beamter Rumburg Bayer Emil, Beamter Böhm Heinrich sen. und Familie Böhmer Heinrich und Frau Marschner Franz und Familie Schnabel Rudolf und Frau Senftenberg Lux Fl., Beamter Staab Brantl Franz, Parteisekretär Kukla Karl, leit. Beamter d. Bez.-Kr.- Vers.-Anst. Rauner Franz, Beamter d. Bez.-Kr.- Vers.-Anst. St. Joachimsthal Puckner Hans und Frau, Haus»Lind- bergh"E,,, Sternberg Bezirksleitung der D. soz.-dem. Arbeiterpartei Exler Albert Kreisleitung der S. I. Koschatzky Josef und Frau Koblischke Paula Lokalorganisation Ondrejka Max und Frau Schloßnikel Hieran., Gewerkschaftsb. Schön Willi und Frau Schwarzer Franz und Frau Zischka Rudolf und Frau Tachau < Meißner Georg und Frau Teplitz-Schönau Hammer Max und Olga Hegenbart Edgar Herget Heinrich Hoffmann Adolf und Frau Löwe Franz, Probstau Lorenz Richard Mildner Alfred Familie, Turn Neumann Gustav Plohs Emil, Friedrich und Familie Reckziegel Richard Roll Ernst Seidel Franz und Frau, Turn Seliger Marie Schaffarsch Franz und Frau, Turn Tetschen a./E. Arnberg Emil und Familie Konderla Mizzi Schmied Rudolf Jos. und Frau Trautenau Dr. HaaS Otto, Advokat Hak Josef und Familie Kralert Erich, Sekretär Palme Adolf und Frau, Kreissekretär Troppau Brudny Hermann u. Frau, Fachlehrer Hübel Raimund u. Frau, Gewerk-- schaftssekretär Jokl Hans und Frau, Senator Klein, Dr. I. und Frau Kutscha Emil u. Frau, Kreissekretär Luksch Alfred, Direktor, und Maria Titz Stefan und Frau, Verwalter Meier Emma, Frauensekretärin Warnsdorf Augsten Anton und Familie Eger Josef und Familie Bezirksverein„Arbeiterfürsorge" Goth Josef und Frau Grohmann Heinrich und Frau, Fuhrwerksbesitzer Sozialdem. Bezirksorganisation Sozialdem. Lokalorganisation Vereinshaus Wessely Wenzel und Frau Ziglarsch Hans und Familie Weheditz Hahm Arthur Weipert Turnwald Franz, Buchhalter Wigstadtl Domes Hans, Beamter der Bez.-Kran- ken-Versicherungsanstalt Hauptmann Alfred, Bezirkssekretär Mader Karl, Bezirksvertrauensmann Mohr Konrad, Beamter der Bez.- Krank.-Vers.-Anstalt Winterberg Arbeiterturnverein Bezirksorganisation Bezirksverein„Arbeiterfürsorge" Keller Emanuel Kuplent Otto und Frau Lokalorganisation Podlaha Johann Verband der öffentl. Angestellten, Ortsgruppe verband der GlaS- und Keramarbekter, Ortsgruppe Werner Alois und Frau j—- Die besten Glückwünsche zum Jahreswechsel ^entbietet RordböSm. Drvlk- v. BerlagsMalt Gärtner& Co., Ges. m. b. H., Bodenbach a. E. 2788 AkM Ml W MM«! Sekretariat der Zentralgewerkschaftskommission des deutschen Gewerkschaftshundes, Reichenberg. Schriftleitung der Gewerkschaftlichen Rundschau, Reichenberg. 277« Die besten Glückwünsche zum Jahreswechsel entbietet allen Funktionären, Mitarbeitern u. Mitgliedern der Bekleidingsarbeiter-Verbanil i. d. C.S.R., Sitz Reichenberi. 2776 Allen unseren Mitgliedern, Vertrauensmännern, Funktionären und Kampfgenosse« zum NlkMAel alles Gute. Verband der Arbeiter t« der Ban-, Stein- u. Keramin dustrie i. d. Tschsl. Rep. 2808 Sitz: Prag-Karlin Kauft nur bei unseren Inserenten 1 Die hcrzlidistcn OltidfwOnsdic zum Jahrcswcdiscl entbieten allen Mitgliedern Freunden und Genossen Der Verbandsvorstand Die Verbandszentrale der Union der Textilarbeiter b. 0. Ittr das tsdiedioslowaHlsdie Staatsgebiet sitz: Rcimcnbcrg entbietet t 0 2906 Frohes Neujahr! wünscht allen Genossen und Genossinnen die Ein frohes schönes Wanderjahr sei allen unseren Freunden beseh!eden. Ein herzliches Die besten Glückwünsche zum Jahreswechsel Unseren Krankenversicherungsanstalten und deren Funktionären in den Verwaltungsorganen sowie allen unseren Funktionären die besten Wünsche znm Jahreswechsel Unterverband„Egerland" im Reichsverband deutscher Krankenverfichernngsanstalte«, Sekretariat Eger Berg-Frei 1935! allen Mitgliedern und möge unsere Arbeit Überall wirkungsvoll gedeihen! ToBrislenverein„Die Naturfreunde“, Silz Aussig, Reichsausschuss, Redaktion, Geschäftsstellen. 1! i! i! U U u i! i! Allen unseren Mitgliedern und Freunden ein 2784 V l! i! i! U ir i! II i! Allgemeiner Angestellten-Verband Ortsgruppe Prag II. Fügnerovo näm. 4 Kanzlei Närodni tf, 4/111 il t! i! i! t! i! ü i! 2819 beiDermdiaft der Tabakarbeiterinnen und Urbeiter in der tedioslonakildien Republik, Sitz Sternberg, Mähren Ertast alle aktiven und pensionierten Arbeiterinnen und Arbeiter der Cecho- slovakischen Tabakregie. Die Gewerkschaft gewährt ihren Mitgliedern Krankenunterstützung, Entbindungsunterstützung, Beerdigungs- Kostenbeiträge Nur die freie Gewerkschaft schützt die Interessen der Arbeiterschaft. 279z i! i! Nr. 1 DienStag, 1. Minner 1935 Seite 15 Allen unseren Mitgliedern und der freigewerkschaftlichen Organisationen ein herzliches Prosit Meuiihr! Der Verstand des Fabrikarbeiterverbandes'n der CSU, Sitz Aissig q 2771 entbietet die beste« 9lrajoOr«grOR( die Allen Genossinnen und Genossen das Beste im neuen Jahr Telefon Serie 64751-57 Telegramme: Velkonäkup Praha SEKRETARIATE: Reichenberg Mühlfeldstraße 25 Karlsbad Haus„Volkswille“, Kantstraße OllillltZ Gabelsbergergasse 40/IH Velkonäkupni spolecnost druzstev Grosseinkaufsgesellschaft der Genossenschaften• Zentrale Prag II, TfeSnov 3-5 De« organifierten iBerOromOern UtMtMägra«>md Wrftslhlesiens l Der Allgemeine Angestellten-Verband Relchenberg, Turnerstraße 27 mit seinen Geschäftsstellen in Karlsbad, Teplitz, Bodenbach, Reichenberg, Trautenau, Jägerndorf, Brünn und Mähr.-Ostrau sagt allen Mitarbeitern, Freunden und Förderern ein Arrian-er Bergarbeiter in der Tschechoslowakischen Republik Sitz: Turn-Teplitz Sekretariate in: Turn-Teplitz, Masarykstraße 128 Fischern-Karlsbad, Hauptstraße 463 Dux, Brüxerstraße 330 Brüx,„Bergarbeiterhaus" Komotau, Kreuzgafse 3 FMPWW??. i! !• Verband der öffentlichen Angestellten Sitz Reichenberg, Mühlfeldstraße 25 Freigewerkschafftllcha Organisation der Angestellten des öffentlichen Dienstes Fachgruppen und Sektionen für die einzelnen Berufsgruppen. Krankenunterstützung, Notfallunterstützung, Stellenlosenunter- ■tützung sowie Staatszuschuß. Rechtsschutz in allen Berufsangelegenheiten, 131 Ortsgruppen, Fachblatt»Der neue Weg“. Es liegt im Interesse jedes einzelnen, alle noch außerhalb unserer Reihen stehenden öffentlichen Angestellten für den Verband zu werben. Niemand schützt euch, wenn nicht die Organisation! 2717 Falkenau,„Bergarbeiterheim" LhotSschau, 206 Trautenau, Hummelplatz 309 2770 i I » I i iniinnTTTTTTTininnTfnnliiMRiiitiiirtninMiMMwimnri Funktionären sowie Freunden% «er ATU S Beste Neujahrstruße entbietet Verband der Glas- und Keramarbeiter und Arbeiterinnen der Csl. Republik Sitz: Teplitz-Schönau 291° KGS-Konsum- und Spargenoffenschast I -» reg. Gen. m. b. H. in MLhr.-Schönberg Freundschaftsgriisse zum Jahreswechsel allen Mitgliedern, Funktionären und Freunden entbiete* Arbeiter-Rad- und Kratllahrcr-Dnnd CSR. Sitz: Torn-TepUtz und Fahrradhaus„Alltrcl“, Turn-Teplitz„ und freunden Jahre 1935 Genossenschaftern i*.****** derV.OJ- Fabriken ZentraWerwoltvng Seite 1« „Sozialdemokrat" Dienstag, 1. Jänner 1935. Zkr. f IN S NEUE JAHR IN SCHNEE UND REGENWETTER! Kett,- 15.- Mode- Galoschen, schön gemustert. Für hohe Absätze, zum gleichen Preis. Oberschuhe für hohen und niedrigen Absatz. Druck- Knopfverschluss. Kett'- 15.- Gummi-Oberschuhe,, schwarz lackiert. Reissverschluss. Kitt- 25.- Gummi-Oberschuhe für hohe und halbhohe Absätze. Schwarz und braun. Kitte- 29.. Ganzgummi-Oberschube, warm gefüttert. Schützen Schuhe und Ihre Gesundheit. SIE MERKEN DARIN KEINEN FROST!_ „WINTERSCHUHE** aus warmem f Melton, Gummisohle und Einfassung. Gr. 27-30 früher 15.-, jetzt Kä 12.-. Gr. 31-34 früher 19.-, jetzt Kä 15.-. Gr. 24-26 PRAKTISCH MIT SCHNALLE ZU SCHLIESSEN. 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