die da« Un-i nie» men 3ot4 nig4 und der-ß ?.q jorM . der und »sie» «ine! nalz acks. esem! hmt« rth okct- iö—1 se inemr r:l).| :obe»' sagt» t den edochj So« I lege« k o» eg in PicltH i und vom Ter gegen» wrangt 3:3). ?avrel l).— ns. nians > ud I rls«! r.— 1 euban gegen mitte «egen i v- d Sv« ge—i in de« rin. I da! nschen diese» ■> laut eie- Einzelpreis 70 Heller 'einschließlich 5 Heller Porto) IE NTRALORGAN DER DEUTSCHEN SOZIALDEMOKRATISCHEN ARBEITERPARTEI IN DER TSCHECHQSIOWAKISCHEN REPUBLIK ERSCHEINT MIT AUSNAHME DES MONTAG TÄGLICH FRÜH. Redaktion uno verwaitung mag xiufochova a. telefon S3U7. Administration telefon 53076. HERAUSGEBER. SIEGFRIED TAUB. CHEFREDAKTEUR: WILHELM NIESSNER. VERANTWORTLICHER REDAKTEUR: DR. EMIL STRAUSS, FRAG. 15. Jahrgang Mittwoch, 9. Jänner 1935 Nr. 7 Vor Arbeitszeitverkürzung in England London.(AR.) Am 24. Jänner werden zwischen Vertretern der Regierung und dem Generalrat des Kongresses der Gewerkschaftsorganisationen Verhandlungen betreffend die Arbeitszeitverkürzung beginnen. Am gleichen Tage dürfte eine Delegation des Rationalverbandes der Arbeitnehmerorganisationen beim Arbeitenminister vorsprechen, wobei über die gleiche Angelegenheit verhandelt werden wird. Diese Vorberatungen sollen Klarheit bringen, welche Opfer die Arbeitnehmer und die Arbeitgeber zu bringen bereit sind, um durch Einführung einer kürzeren Arbeitszeit die Beschäftigung zu erhöhen. 560.000 Stimmen zu zählen Aus 862 versiegelten Urnen— Abstimmungskommission hermetisch abgeschlossen— Resultat nicht vor Montag nachts Werden Deutschlands Rüstunsen toleriert? Rom. Neber die italienisch-französischen Vereinbarungen ist DienStag abends eine ausführliche amtliche Mitteilung ausgegrben worden, in der es u. a. heißt: „Die italienische Regierung und die französische Regierung nehmen Bezug aus die Presse Wie„Prävo Lidu" berichtet, beabsichtigt der Bund der Landwirte eine Reform seiner Presse durchzuführen. Mit dieser Aufgabe soll der Herausgeber des„Prager Montagsblattes", Egon Fischer, betraut worden sein. Arbeitslosigkeit and Arbeitsvermittlung im politischen Bezirk Brüx Im Monat Dezember 1934 war die Bewegung bei den Bezirks-Arbeitsvermittlungsanstalten in Brüx und Oberleutensdorf folgende: Stellen- und Arbeitsuchende meldeten sich neu insgesamt 4758 in Brüx. 910 in Oberleutensdorf, zusammen 5668. Freie Stellen wurden in Brüx 553, in Oberleutensdorf 148» zusammen 701 neu aufgegeben. Vermittlungen mit eigenen und fremden Bewerbern sind in Brüx 436, in Oberleutensdorf 144, zusammen 480 erzielt worden. — 2m Bezüge der Arbeitslosenunterstützung nach dem Genter System standen in Brüx 377, in Wird Hitler sich halten? bahnbediensteten gelang es, zwei Lokomotiven und einen Tender, die zur Reparatur in die Wrrkstätte gebracht worden waren, aus den Flammen zu bergen. Zwei andere Maschinen und ein Tender wurden jedoch durch das Feuer vernichtet. Auch ein AutobuS der tschechoflowa- kischen Staatsbahnen, der sich in den Werkstätten zur Reparatur befand, wurde ein Opfer des Brandes. Der Schaden wird deshalb in die Milli o n e n gehen. Die E n t st e h« n g des BrandeS ist rätselhaft, weil daS Feuer in einer Zeit ausbrach, in der in den Werkstätten außer zwei Nachtwächtern niemand weilte. Die Gendarmerie ist an Ort und Stelle und versucht, daS Rätsel zu lösen. Um 4 Uhr nachmittags dauerte der Brand noch an, war aber bereit- lokalisiert. Große Gefahr drohte durch die Explosion von Benzin- b a r r e l S, dir in der Kanzlei der Wrrkstätte untergetracht waren. ES gelang aber, das gefährliche Material noch rechtzeitig in Sicherheit zu bringen. Oberleutensdorf 1048, zusammen 1425 Personen. Mit Ende des Monats verblieben in Brüx 6582, in Oberleutensdorf 2444, zusammen 9026 arbeitslose und stellensuchende Bewerber in Vormerkung. Anklage wog«: Vergehen« gegen da» Schutzgesetz. An die Gemeinde Sonneberg kam, so wie an alle Gemeinden, das Ersuchen, für das Flugwesen eine Spende zu widmen. Ein Herr Scholze, der Mitglied der Geuieindevertretung ist, soll dabei gesagt haben:„Wenn die L oben fliegen wollen, so sollen sie es sich nur selber bezahlen". Diese Aeußerung kam zur Kenntnis der Behörden und Scholze hatte sich nun wegen Vergehens gegen das Schutzgesetz beim Kreisgericht B.-Leipa zu verantworten. Bei der Verhandlung war der Herr Scholze natürlich völlig unschuldig. Seine Verteidigung geht dahin, daß er doch als Mitglied des Bundes der Landwirte, also einer Regierungspartei, gar nicht fähig sei, so etwas zu sagen und daß überhaupt di« ganze Sache ein Racheakt sei, ausgeführt deshalb, weil er seinerzeit den Mut hatte, eine Geschichte mit den Lebensmittelkarten ans Tageslicht zu bringen. Die Verhandlung wurde zwecks weiterer Erhebungen vertagt. Die Brücke zwischen! West und Ost Moskau, 4. Jänner 1935. Bei einer Zusammenkunft von tschechoslowakischen und russischen Journalisten in Moskau, an der auch Vertreter der beiden Außenministerien teilnahmen, sagte der Delegierte des tschechoflo- wakischen Außenamtes, die Tschechoflowakei könne die Brücke bilden zwischen dem alten Westeuropa und dem neuen Osteuropa. Die westeuropäischen Länder, die Tschechoslowakei und die Sowjetunion sind Staaten, die nach ganz verschiedenen politischen Grundsätzen regiert werden und deren Verfassungen völlig voneinander abweichen. Dennoch verbindet sie etwas gemeinsames: das Streben nach Erhaltung des Friedens, an welchem die französische und tschechoslowakische Demokratie genau so interessiert sind wie Sowjet-Rußland, das den Frieden für seinen wirtschaftlichen Aufbau braucht. Die westlichen Demokratien, zu denen man die Tschechoslowakei mit Fug und Recht zählen kann, wollen den Frieden, weil er der Erhaltung der Kultur dient— ein zweiter europäischer Krieg bedroht die tausendjährige Zivilisation des Erdteils— und die sozialdemokratischen Parteien der demokratischen Länder sind sich außerdem besten bewußt, daß derFriede dieVoraussetzung für den Aufstieg der Arbeiterkia sseEuropoS ist. Zwei Gefahrenherde gibt es auf der Welt, von denen aus ein neuer Weltenbrand sich aus-< breiten kann. Der eine ist— dorthin ist der Blick! der Sowjetpolitiker besonders scharf gerichtet—»s Ostasien. Wohl besteht nicht eine aktuelle Kriegsgefahr zwischen Japan und China, die man eine Zeitlang für drohend ansah, weil China viel zu schwach und in sich allzu sehr zerfallen ist, um einen Krieg führen zu können. Größer ist schm: die Gefahr eines Krieges zwischen Japan und Rußland. Die Sowjetunion hat in den letzten Jahren i für diesen Fall gerüstet und die Aussichten, einen solchen Krieg zu gewinnen, find auf feiten der Sowjetunion stärker als auf feiten Japans. War Japan strategisch früher im Vorteil, weil es dem Kriegsschauplatz näher ist und alle'eine Hilfsquellen nicht weit von der russischen Grenze entfernt liegen, während Rußland nur über die eingleisige sibirische Eisenbahn verfügte, hat sich infolge der wachsenden Bedeutung der Luftwaffe die Situation zugunsten Rußlandsverschoben. Nun kann die russische Luftflotte, die im Osten konzentriert ist, rasch alle Rüstungswerke Japans bombardieren, während die Stätten der Schwerindustrie von SSSR tausende von Kilometern weit von der Grenze liegen und von den japanischen Flugzeugen kaum erreicht werden können. Wenn also auch Rußlands Chancen für den Fall eines. Krieges im fernen Osten nicht schlechte sind, so braucht die Sowjetunion dennoch Freunde im Westen, weil em Angriff Japans auf Rußland vom deutschen Fascis- muS als Gelegenheit benützt werden könnte, nach verschiedenen Seiten loszuschlagen. Das wäre einKriegdesFascismus, bezie- hungsweise der Reaktion gegen denFortschritt, eineBedrohung derwesteuropäischenDemokratie. Das gilt es zu verhindern und deswegen ist es in der letzten Zeit zur Zusammenarbeit zwischen Frankreich, der Tschechoslowakei und Sowjetrußland gekommen. Diese Zusammenarbeit Hai die Erhaltung des Friedens zum Ziel, Sicherheit für die drei Länder ist die Parole. Die Zusammenarbeit zwischen Frankreich und der Tschechoslowakei einerseits, der Sowjet» union andererseits hat nun, wie dem Vortrage zu entnehmen war, den Litwinow den tschechoslowakischen Journalisten am 3. Jänner hielt, in der letzten Zeit erhebliche Fortschritte gemacht. Litwinow führte nämlich aus, daß den beiden Staaten nicht nur die Bemühungen um die Erhaltung des Friedens gemeinsmn sind, sondern auch das Programm für dieses gemeinsame Ziel. Dieses Programm besteht nämlich darin, durch kollektive Bemühungen und gegenseitige Sicherung den Frieden zu erhalten und das Mittel hiezu ist der Ostpakt, über den zwischen den genannten drei Staaten Uebereinstimmung besteht. Von dem Tstpakt wird aber nicht nachgelassen werden, er stellt nicht ein Höchst-, sondern ein Mindestprogramm dar, von dem nichts nachgelassen werden kann. Der Grund, warum Sowjetruß- land mit solcher Entschiedenheit an dem Ostpakt festhäft, ist in Litwinows Worten von den agressiven Absichten der Nachbarstaaten, mit denen man rechnen muß, zu suchen. Freilich ist im Ostpakt kein Wiederaufleben der alten Bündnisvolitik zu erblicken, es ist noch weniger irgend ein Imperialismus darin zu sehen— weder die Sowjetunion noch die Tschechoflowakei denken an irgendeine Erweiterung ihrer Grenzen, denn d e r O st- paktsteht allen Staaten offen, die ihm beitreten wollen and die gemeinsam mit jenen Staaten, die zu seinem Abschluß schon jetzt bereit sind, an der Sicherung des Friedens Mitarbeiten wollen. Der Eintritt Sowjetrußlands in den Völkerbund im September 1934 war ein geschichtliches Ereignis, das Eingreifen der Sowjetunion in di« europäische Politik zieht—- wie man sieht— weite Kreise. Wenn die Annäherung des demokratischen Westens und des Sowjetstaates eine Sicherung des Friedens bedeutet, so kann diese neueste Phase unserer Außenpolftik im Interesse der europäischen Arbeiterbewegung und der Sicherung der Zivüisation begrüßt werden. Emil Strauß. Ein englisches Urteil In einer Artikelserie»Deutschlands Zukunft" beschäftigt sich B. E. Wareing, der Berliner Korrespondent des»Daily Telegraph"(der dem englischen Außenministerium nahesteht), mit den Fragen, wie lange sich das nationalsozialistische Regime in Deutschland werde halten können und welche Kreise des deutschen Volkes heute noch hinter der Hitler-Partei stehen. Die Beantwortung der ersten Frage hängt nach Meinung des englischen Korrespondenten davon ab, ob es der derzeittgen deutschen Regierung gelingen werde, ihre außenpolitische Isolierung zu durchbrechen. Zur zweiten Frage bemerkt Wareing, daß ein Freund, der ihn kürzlich in Berlin besucht habe, glaubwürdig erzählte, daß er trotz mehrwöchigen Aufenthalts in Deutschland nicht einen einzigen Nazi kennengelernt habe. Das erkWre sich daraus, daß die Anhänger Hitlers nur noch im Mittelstand und in der ländlichen Bevölkerung zu finden seien. Die kleinen Geschäftsleute und Handwerker ließen sich noch immer von den Schlagworten der Nazi-Propaganda fesseln und fänden auch weiter ihre Freude dabei, Nieder-Rufe gegen die Juden und die Auslandspresse auszustoßen. Bei den Bauern habe eS zwar große Enttäuschungen(besonders über das Erbhofgeseh) gegeben, aber das Steigen der Lebensmittelpreise und die Förderung deS innerdeutschen Fremdenverkehrs hätten sie zu einer weiteren Tolerierung des Systems bewogen. Bei den Arbeitern hingegen herrsche unverkennbare Opposi- tions st immun g. Vor allem sei hier die Erbitterung über die ständig wachsende Teuerung, die sinkenden Löhne und die dauernden Zwangsabgaben festzustellen. Und der Glaube an die„sozialistischen" Versprechungen Hitlers sei völlig geschwunden. Ebensowenig aber wie bei den Arbeitern werde man heute in den Kreisen der Intelligenz noch auftichtige Anhänger des Nationalsozialismus antreffen. Die Gebildeten in De utschland wüßten zu gut, daß die heutigen „Führer" im Ausland verachtet werden, man höre die deutschen Jntelleftuellen fortgesetzt über den zweifelhaften Charakter dieser Führer flüstern und man könne deutlich ihren Unwillen über die nationalsoziali st ische Jugenderziehung bemerken, die der jungen Gene ration jeden Zugang zu den Gütern des Geistes| und der Zivilisation versperrt. Wenn man darauf Hinweise, daß sich Hitlers Vorbild Mussolini schon länger als zehn Jahre an der Macht halte, dann übersehe man, daß es Hitler nicht gelungen sei, dieselbe Position in Deutschland einzunehmen wie sie Mussolini in Italien habe. DaS einzig Feste, worauf sich Hitler heute stütze, seidie Reichswehr. Im übrigen sei er völlig auf seine Ratgeber angewiesen,-die sich untereinander bekämpfen. Hitler habe nicht wie Mussolini Einblick in alle Zweige des öffentlichen Lebens. Da er keine fremden Sprachen beherrsche und keinerlei Kenntnis wirtschaft- licherProbleme habe, könne er keine eigene Politik führen. In Fragen der Propaganda sei er von Goebbels, in wirtschaftlichen Fragen von Schacht und in militärischen von Göring abhängig. Der englische Korrespondent kommt zu dem Schluß, daß sich das Hitler-Regime immer weiter vom ursprünglichen nationalsozialistischen Programm! werde entfernen müssen und daß eS nicht mehr in der Lage sei, neue Experimente zu riskieren. Paris. Der von zwei jugoslawischen Polizisten aus England nach Toulon gebrachte kroattsche Terrorist Artukoviö wurde in Toulon an Bord eines jugoslawischen Kriegsschiffes gebracht und so den jugoslawischen Behörden ausgeliefert. Mexiko.(Tsch. P.-B.) Wie auS La Piedad im Staate Michoacan gemeldet wird, kam es bei der Festnahme einer Gruppe von Verschwörern durch Polizei und Bundestruppen zu einem Feuergefecht. Ein Soldat, ein Polizist, ein Zivilist und vier Verschwörer wurden getötet. Bier Soldaten erlitten Verletzungen. Bei den Verschwörern wurde belastendes Material gefunden, ferner wurden mehrere Haussuchungen borgenommen, darunter in den Wohnungen des früheren Ortsvorstehers und zweier Geistlichen« die feftgeuommen wurden« B. d. L und Totalität Die„Deutsche Landpost" vom 5. Jänner veröffentlicht einen Artikel über die Bauerndemokratie, von der sie behauptet,)aß sie bibeltteu und bibelfest bleibe. Der folgend« PassuS des Artikels ist zwar noch kein Beweis für die Bibeltteue jener, die sich als Träger der Bauerndemokratte bezeichnen, aber seine Feststellungen sind doch sehr bemerkenswert: Wenn auch die Bauerndemokratie die beiden fundamentalen sittlichen Grundsätze einer modernen Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung, die Gerechtigkeit und Nächstenachtung nicht nur aus sich heraus politisch geboren, sondern auch gezeigt hat, wie sie zum Wohl deS eigenen Volkes und des ganzen Staates verwirklicht werden können, schreit sie nicht in herausfordernder Anmaßung hinaus: sie erhebe den Anspruch auf Totalität der politischen Willensbildung, sie habe das Pulver gegen die Krise erfunden, bei ihr allein wohne das Glück, sie a l l e i n sei die Inhaberin eines gesunden Verstandes und alle anderen wären alberne oder gealterte Schwachküpse. Datut die Bauerndemokratie nicht. Es ist ihr nickt gemäß und daher für sie kein politischer Gesprächsstoff. Die Bauerndemokratie ist anders geworden, anders geartet und anders eingestellt. Sie erblickt auch im politisch anders Denkenden einen Nächsten, den sie achtet, wenn er es ehrlich meint. Ebenso wie die Bauerndemokratie in ihren eigenen Reihen daS Jugendproblem organisch und positiv durch Zusammenarbeit von alt und jung gelöst hat, ist sie auch bereit, mit allen anderen Ständen und Vevölkerungsschichten auf der Grundlage der konkretisierten Nächstenachtung und Gerechtigkeit zusammenzuarbeiten. Riesengebirgsfeuerwehren lehnen da« Haken- i krenzftatut ab. Eine Reihe von Wehren im Trau- tenauer Gebiet, die in der sechsten Gruppe des Riesengebigsfeuerwehr- Gauverbandes zusammengefaßt sind, haben in einer Konferenz beschlossen, die vom P:.'.sidium des Deutschen Feuerwehr- Landesverbandes ausgekochten Mustersatzungen a la Drittes Reich in allen drei Ausgaben a b zu- lehnen. In einer Resolution wird von den versammelten Wehren flar zum Ausdruck gebracht, daß man so wje^ bisher im Interesse der Allgemeinheit und nicht irgendeiner Partei wirken wolle. Görlns kann auch anders Abbitte vor der Reichswehr Der wackere Göring hat in der geheimen Opernvorstellung zur Versöhnung von SS und Reichswehr erklärt, am 30. Juni seien auch Irrtümer passiert und sogar Böswilligkeiten. Dazu hat er die Ermordung des Generals v. Schleicher und seiner Frau gleichgeschaltet und jede Mitschuld der Reichswehr daran weit ab- geiviesen. Als aber am 30. Juni selbst die Auslandsberichterstatter in Berlin rasch zusammengetrommelt wurden und ihnen Göring in ganz blutflek- kenloser Fliegeruniform den Aktionsbericht schnarrend zur Kenntnis gebracht hatte, fragte ihn, knapp ehe Göring den Saal verließ, ein Engländer, was denn aus dem mitverhastejen Schleicher geworden sei. Göring antwortete, ohne eine Miene zu verziehen oder sonst irgendwie Teilnahme oder Bedauern zu äußern:„Schleicher i st tot!" Und draußen war er. Jetzt entschuldigt er jene Bluttat und das gewiß nicht ohne Einverständnis mit seinen Komplizen in dieser Regierung. Denn Göring ist ein ehrenwerter Mann und sie sind alle ehrenwert. vemlsslon des ungarischen Ackerbauministers Budapest. Ackerbauminister Kallay hat seine Demission eingereicht. Der Ministerpräsident hak die Demission angenommen und Hot dem Reichsverweser als Nachfolger Kallays den Staatssekretär im Ministerpräsidium, Koloman von D a r a n y i vorgeschlagen. Wechsel In der Honved-Leltuns Im Verlaufe des alle fünf Jahre üblichen j k) Wechsels in den kettenden Positionen der ungarischen Honved treten auch mehrere Generale in den Ruhestand, die ihre Dienstgrenze erreicht und zum Teil überschritten haben. Unter den in den Ruhestand tretenden Generalen befindet sich auch der Oberkommandant der Honved, General Kar- p a t h y. Als sein Nachfolger wird Feldmarschallleutnant S h w o y und als dessen Vertreter der derzeitige Chef der Militärkanzlei des Reichsver- wefers General Somkuthy genannt. SrHc 4 Mittwoch, 9. Jänner 1935 Nr.? 84j8hriger Hausverwalter erschlage« und auf die Straße geworfen Der Raubmörder kauft sich Lackschuhe verhaftet und zurückgeschafst. Ob die Flucht mit den Malversationen Dr. Patschs zusammenhängt oder ein bloßes Liebesabenteuer ist, wurde noch nicht geklärt. PodLbrader Badearzt Berlin. Am 4. d. M. gegen 3 Uhr morgens wurde der 86 Jahre alte Hausverwalter Hermann Schmidt vor dem Hause Man- tenffrlstraße 87 in Berlin mit zerschmetterten Gliedern tot aufgefunden. Während man zunächst annahm, daß der Greis infolge eines Schwächeanfalles aus seiner im zweiten Stock des genannten Hauses liegenden Wohnung auf die Straße gestürzt sei, haben jetzt die Ermittlungen der Mord- inspektton ergeben, daß der alte Hausverwalter einem Raubmord zum Opfer gefallen ist. Die polizeilichen Nachforschungen führten zur Bcrhaf- tnng der Untermieter des Ermordeten, eines jungenEhepaares von denen Tagcsnculgkcltcn Selbstmord im Waffengeschäft In das Waffengeschäft S m o l c in S m i- ch o v kam Dienstag vorm. der 20jährige Bäckern- gehilfe Wenzel Nalezninek aus Neu-BydZow,! der erklärte, einen Revolver kaufen zu wollen. Er ließ sich mehrere Waffen zeigen und deren Mechanismus erklären. Seine Wahl fiel auf einen Revolver, dessen Handhabung er sich besonders genau erläutern ließ. Schließlich erkundigt, er sich nach der Art des Ladens und ließ sich das vorführen. Er nahm die Waffe dann in die Hand, als wollte er sie nochmals betrachten, legte jie plötzlich an die Schläfe und drückte zweimal ab.<"r ivar sofort tot. Nalezninek wohnhaft in Prag I I I. Hroz- nova 8. Er war in sehr schlechten Verhältniffcn. Diese dürften das Motiv zu dem Selbstmord gewesen sein. 43 Arbeiter in vieltägigem Hungerstreik Mexiko-Stadt. 43 Arbefter des Schlachthofes im Borort Tacubaya befanden sich am Montag mittags seit 125 Stunden im Hungerstreik. Sechs von ihnen sind bereits so stark geschwächt, daß Blutungen bei ihnen einsetzten. Die Streikursach« ist darin zu suchen, daß die Arbeiter bessereArbeitsverträge verlangen, die jedoch von der Verwaltung a b gelehnt wurden. Serie der Schiffskatastrophen Sapedro(Kalifornien). Das briftsche Petroleumschiff„L a C r e S c e n t a" ist überfällig. Man befürchtet, daß der Dampfer, deffen Besatzung 25 bis 30 Mann zählt, gescheitert ist. Der Kapitän des amerikanischen Petroleumschiffes„Athelbeach" teilte auf radiotelegraphischem Wege mit, daß er an der Unfallstelle der„Erescenta" kreuzte und die Wahrnehmung machte, daß das Meer dort mit einer ausgedehnten Petroleumschicht bedeckt war. Jacksonville. Die letzten Nachrichten über die Havarie des Dampfers„Havanna" besag-n, daß sowohl die Besatzung als auch die zuerst dir Ehefta« und nach längerem Leugnen auch der Ehemann ein Geständnis ablegtrn. Darnach hat der Ehemann, der 25jährige Bruno Laude» den greisen Hausverwalter am 3. Jänner mit einem Hammer hinterrücks erschlagen und in der Nacht zum 4. Jänner aus dem Fenster geworfen, um einen Unglücksfall vorzutäuschen. Einen Betrag von 14 Mark und einigen Pfennigen, die der Hausverwalter als Mietgrld eingenommen hatte, hat das verbrecherische Ehepaar sich angeeignet und für Bergnügnngen sowie für dr« Ankauf von Lackschuhen ausgegeben. Passagiere des Schiffes gesund und unversehrt sind, mit Ausnahme eines Mannes, der einem Schlaganfall erlegen ist. Gdynia. Bei der Halbinsel Hel ist der polni- sche Schooner„Starnia" gescheitert. Ein des Nachts von Gdynia zur Hilfeleistung ausgesandter .'.emorqueur konnte wegen der herrschenden Dun« lelheii und des Sturmes das Segelboot nicht retten. Doch gelang es, die B e s a tz u n g in Sicherheit zu bringen, indem an Bord des gescheiterten Schiffes ein Strick hinabgelassen wurde, mit besten Hilfe die Gefährdeten aus der Gefahr befreit wurden. Die Affäre des Notars Patsch Der Bürovorsteher des Notars auf der Flucht verhaftet. Die Unterschlagungen, welche der Wildenschwerter Notar Dr. Patsch begangen hat, sind immer noch Gegenstand der Untersuchung, da ständig neue Anzeigen einlaufen. Die Schadenssumme dürfte zwei Millionen weit übersteigen. Montag früh wurde festgestellt, daß der Bürochef des Notars, der 33jährige I. D u f e k, verschwunden ist. Mit ihm hatte die Frau des Wildenschwerter Gastwirtes Rehak die Stadt verlosten. Die beiden Flüchtlinge wurden Dienstag von seinem Schwiegervater erschossen Dienstag vormittags suchte den Arzt Dr. Josef Weiner in Podkbrad sein Schwiegervater I. Wolf auf. Nach kurzem Streit zog Wolf einen Revolver und schoß den Arzt nieder. Dann richtete er die Waffe gegen sich selbst und verletzte sich schwer. Die Gründe der Tragödie dürften in Familienangelegenheiten liegen. Der Tod im Radio. Es geht nichts über die Wunder der Technik! In USA hat eine Radio- gesellschaft ein einzigartiges Experiment vorgenommen. Sie hat eine Sterbende i>ns Mikrophon sprechen und so die Schmerzensschreie der verendenden Kreatur an die Ohren von Hundcrttausenden gelangen lasten. Die Radiogesellschaft ist noch stolz auf ihren genialen Einfall. Sie nannte ihn eine„psychologische Attraktion von ganz eigenem Reiz", die zeige, wie sehr der Mensch, selbst der zu 99 Prozent tote, die Technik beherrsche. Also selbst im Sterben gönnt man dem armen und gehetzten Menschen keine Ruhe. Ueber allem Empfinden steht der Nervenkitzel und das nackte Grauen ist den Ma- nagern gerade gut genug, daraus eine neue, angenehm gruselige Pointe zu machen. Leider scheinen aber die Abonnenten des famosen Unternehmens den seltenen„Genuß" ruhig hingenommen zu haben, statt diejenigen, die solche Sensation ersannen, aufzufuchen und windelweich zu prügeln. Fahrlässige Tötung. Am Sonntag, an dem der Weihnachtsabend der orthodoxen Kirche gefeiert wurde, putzte in dem Orte-Dubrovka, Bezirk UZhorod, der 24jährige Michalek P l e s k o die R e p e t i e r p i st o l e, die er sich vom Militär mitgebracht hatte. Plötzlich ging ein Schuß los und traf die 18jährige Stief- s ch w e st e r Pleskos, Marie F e d a k o v ä, die vor dem Spiegel stand und sich kämmte, in den Kopf. Die Getroffene war auf der Stelle tot. Plesko wollte sich aus Verzweiflung hierüber in den Brunnen stürzen, ließ sich aber von den NachBlutige Eisenbahn 23 Todesopfer in Rußland— Drei Tote bei Stettin Berlin. Das DNB meldet aus Leningrad: Nach amtlicher Mitteilung sind bei dem Unglück auf. der' Oktoberbahn 17 Personen auf der Stelle ums Leben gekommen; sechs Schwerverletzte starben im Krankenhaus, so daß die Gesamtzahl der Toten 23 beträgt. 56 Personen liegen mit schweren Verletzungen darnieder, 23 haben leichtere Verletzungen erlitten. Die Katastrophe ist daraus zurückzuführen, daß der Führer des einen Schnellzuges die Haltesignale nicht beachtet hat, sondern mit unverminderter Geschwindigkeit aus den wegen eines geplatzten Schienenstranges haltenden zweiten Schnellzug auffuhr. Der Berliner Reuterkorrespondent meldet, daß die Ursache des Unglücks der ungewöhnlich schlechte Stand der Signalisierung auf dieser Strecke war. Die Bediensteten meldeten bereits monatelang, daß die Signale nicht funk- ti o n i er en, forderten jedoch vergeblich von der Eisenbahnverwaltung eine Beseitigung dieser, Mängel. In den letzten Tagen wurde der Dienst nurmehr auf einem Geleise aufrechterhalten, weil das zweite Geleise durch den ungewöhnlichen Frost gesprengt worden war. * Stettin. Auf dem Bahnhof Altdamm dei Stettin entgleist« rin Güterzng mit der Lokomotive, zwei Wagen Bieh und dem Packwagen. Hiebei wurden der Lokomotivführer, der Loko- motivheizer und der Zugsschaffner getötet und ein Zugsführer verletzt. Die Schuldfrage ist noch nicht geklärt. Die Leichen und die Signaleinrichtungrn waren in Ordnung, das Einfahrtsignal zeigt« freie Fahrt. barn schließlich überreden und stellte sich der Gendarmerie in Seredni. Er wurde vorläufig in Freiheit belassen. Wegen 30 Kronen halb zu Tode geschlagen. Auf der Staatsstraße bei K r c a v a überfielen zwei unbekannte Männer in den frühen Morgenstunden den Jan K o m ä r aus Horüa und raubten ihm 30 Kö. Die^Räuber schlugen ihn so blutig, daß er auf der Straße bewußtlos liegen blieb. Komär schleppte sich unter Aufbietung seiner letzten Kräfte nach Krcavä und meldete den Vorfall der Gendarmerie, worauf ihm ärztliche Hilfe zuteil würdig Während der Nachforschungen verhaftete die Gendarmerie Michael Patras aus Krkava, der bereits einmal wegen Raubes vorbestraft ist. Mit Blut bezahlt... Im Tivoli-Villenviertel im 12. Wiener Gcmeindebezirk wurde vom Äardinal-Fürsterzbischof eine neux Kirckie geweiht. Es ist dies d i e 23. neugebaute oder umgebaute Kirche in Wien im Zeiträume von 1934 auf 1935. Auch in der Umgebung von Wien wurden im vergangenen Jahre neue Kirchen und Kapellen errichtet. Im Frühjahr dieses Jahres wird eine neue Kirche auf der Rax-Alpe einge- weiht werden. Ja einem Budapester Postamt wurde Dienstag abends ein dreister Raubüberfall verübt. Kurz vor Schluß der Amtszeit erschien im Postamre ein Mann vor dem Schalter einer Beamtin, die gerade mit der Abrechnung der Tageskasse beschäftigt war. Der Mann schleuderte der Beamtin das vor dem Schalter befindliche schwere Tintenfaß gegen den Kopf, so daß die Frau das Bewußtsein verlor. Dann riß der Räuber von dem Geld«, das die Beamtin vor sich liegen harte, 4000 Pengö an sich und ergriff die Flucht. Mehrere Personen, darunter ein Polizist, nahmen die Verfolgung auf und es gelang ihnen, den Täter, der sich auf einem Baugrunde versteckt hatte, zu fassen und der Polizei zu übergeben. Der Räuber ist mit dem 32jährigen arbeitslosen Schuhmachergehilfen Josef Sepeczan identisch. Das geraubte Geld wurde bei ihm vorgefunden. Inhaber von Jugendfürsorge-Lose«— Achtung? Die Ziehung der Jugendfürsorge-Lotterie findet am 16. Jänner statt. Gewinnen können aber nur solche Los«, die bis spätestens 15. Jänner 1935 bezahlt sind. Verlost werden 6184 Gewinst«, darunter die Haupt- tteffer zu 100.000 und 20.000 Kö, di« auf Wunsch auch in Bargeld ausbezahlt werden können. Auf ein Los der Jugendfürsorgelotterie können auch mehrere Treffer enffallen! Wer daher im Besitze von noch nicht bezahlten Jugendfürsorge-Losen ist, send« den Bettag sofort«in, bevor es zu spät ist. Preis eines Loses 5 Kc. Vom Rundfunk aus«ton Programm««: Donnerstag: Prag, Sender L.: 10.05: Deuffche Nachrichten, 11.05: Konzert des Salonorchesters, 12.10: Schallplatte«. 15.55: Blasorchesterkonzert, 16.55: Kinderstunde mit Musik, 17.55: Deutsche Sendung: Jugendstunde, 18.20: Machunze: W i e lebt der sudetendeutsche Arbeiter? 19.15: Wir lernen russisch, 20: Liederkonzert, 20.20: Pirandello; Jeder hat Recht, Komödie, 22.15: Tanz- nmsik. Sender S.: 14.20: Junge sprechen, 15: Deutsche Sendung: Schalltklatten, 18.20: Tanzmusik. — Brünn 13.85: Deutscher Arbeitsmarkt, 17.55: Deutsch« Sendung: Arbeiterfunk: Fritz Rosenfeld: Soziale Legenden, 19.30: Saxophonsolo. — Mährisch-Oftra« 12.35: Orchesterkonzert, 17.55: Deutsche Sendung: Der Satyriker Lichtenberg und wir, 18.30: Schranunelmusik.— Preßburg 17.20: Violinkonzert. Louise Michel Zu ihrem dreißigsten Todestag Von Hermann Wendel Als im Dezember 1894 ein anarchistischer Propagandist der Tat eine Bombe in die französische Kammer warf, holte der„Mattn" durch einen Ausfrager die Meinung von Louise Michel ein, die, Rebellin in jeder Faser ihres Wesens, allgemein„die rote Jungfrau" hieß. Leuchtenden Auges billigte sie diese sinnlos blutigen Gewalttaten, da sie nach ihrer Ansicht Regierung und Bourgeoisie mit Schrecken erfüllten und die einzig wirksamen Mittel sozialen Kampfes waren. Dieselbe Louise Michel beschrieb in ihren Memoiren ein rührendes Idyll aus ihrer Kindheit:„In einer Ausbuchtung der Gartenmauer stand eine Bank, auf der sich im Sommer i ach der Tageshitze meine Mutter und meine Großmutter gern nicderließen. Meine Mutter hatte diese Ecke deS Gartens mit Rosenstöcken aller Art bepflanzt. Während die beiden Frauen plauderten, lehnte ich mich über die Mauer. Der Garten lag in der Frische deS Abendtaus. Ein Gemisch von Wohlgerüchen stieg wie von einem Strauß auf; Geisblatt, Reseda, Rosen hauchten süße Duftwollen aus, denen sich der durchdringende Einzelgeruch jeder dieser Blumen gesellte." War nun die Schwärmerin für Nitroglyzerin oder die für Rosen die eigentliche Louise Michel? Müßige Frage! Denn es gab nur eine„rote Jungfrau", bei der sich auch scheinbare Widersprüche in der großen Einhett ihres Wesens auflösten. Sicher würde ihr, die gern Männerklei- dung trug und sich 1871 in Rationalgardenuni- form am wohlsten fühlte, heute die Wissenschaft von den sexuellen Zwischenstufen gerecht werden. Ihrer Zeit galt sie als Weib», aber dem Manu gegenüber empfand sie nicht als Weib; nicht die kleinste Liebesgeschichte ist von ihr überliefert. Dafür war ihr ganzes Leben eine einzige große Liebesgeschichte, Geschichte der Liebe zur Menschheit, zu den Armen und Getretenen, zu denen, die da litten und duldeten vieltausendfältig. Der Besitzer des Schlosses Vroncourt an der Grenze Lothringens und der Champagne, wo sie als uneheliches Kind einer Kammerfrau am 29. Mai 1830 zur Welt kam, Demahis, wahrscheinlich ihr Großvater, vielleicht ihr Vater, hatte, Voltairianer und alter Siebzehnhundertdreiundneunziger, die Leidenschaft für die Menschheit schon dem empfindsamen Kinde eingepflanzt. Wenn Louise als kleines Mädchen bereits alles, was ihr unter die Finger geriet, den Bedürftigen gab, so blieb ihr dieser Grundzug, fanatisches Mitleid, überströmende Güte, bedingnugslose Hilfsbereitschaft, trotz vielen Enttäuschungen bis ins Alter treu. Mit Besorgnis sahen ihre Freunde sie in einem neuen schwarzen Kaschmirkleid auf eine Agitationsfahrt gehen, denn mit einiger Sicherheit ließ sich Voraussagen, daß sie im Unterrock zurückkehren werde; das Kleid hatte sie unterwegs in jäher Aufwallung einer Armen geschenü, die.es nötiger brauchte als sie selber. Doch obwohl sie fast stets mit Mangel und Not zu kämpfen hatte, genügte Louise Michel diese immer auf der Lauer liegende Freigebigkeit nicht. Beherrscht, tyrannssiert wurde sie Tag und Nacht von dem Drang, nicht nur ihr bißchen Habe, sondern sich selbst, ihr Blut, ihr Leben, der Sache zu opfern. Seit sie als Siebenjährige über Lamen- nais'„Worte eines Gläubigen" Tränen vergossen hatte, gehörte sie der Masse, glaubte sie an die Revolution, träumte sie von der Märtyrerkrone. Als Lehrerin an einem Pariser Mädcheninstitut machte sie unter dem Kaiserreich aus ihrem republikanischen Herzen kein Hehl» aber da sie allezeü nationalökonomische Lehren mitzachttte, soziale Theorien verwarf und über die langsame Austlä- rungsarbeit etwa der Sozialdemokratie die Achseln zuckte, schlug ihre große Stunde, als 1871 die Kommune die rote Fahne aufs Pariser Rathaus pflanzte. Mit der Flinte in der Hand focht sie«rhittert gegen die Versailler und war unter dem letzten Häuflein, das den X Friedhof Mont- martte gegen die eindringendcn Regierungstrup- pen verteidigte; ganz in ihrer Nähe fuhr, dicht bei dem Grabe Henri Murgers, des Verfassers der „Boheme", eine Granat« durch die Maienbüsche und überschüttete sie mit Blüten. In den Händen der Versailler tat sie das Menschenmögliche, an die Mauer gestellt zu werden, schickte den Machthabern Schimpfverse, bekannte sich in der Verhandlung fälschlich als Mordbrennerin und rief dem Kriegsgericht zu:„Da es scheint, daß jedes Herz, das für die Freiheit schlägt, nur auf ein Stückchen Blei Recht hat, verlange ich mein Teil... Wenn Si? keine Feiglinge sind, töten Sie mach!" Vergebens, es reichte nur zur Deportation nach Neukaledonien. Zwölf Jahre spater, aus dem Bagno zurückgekehrt, stand sie vor den Pariser Geschworenen unter der Anllage, bei einem Aufmarsch von Arbeitslosen unter Schwenken einer schwarzen Fahne zur Plünderung von Bäckerläden aufgereizt zy haben. Statt die haltlose Beschuldigung zurückzuweisen, ereiferte sie sich:„Man teilt mir die Rolle der Hauptangeklagten zu. Ich nehme sie an. Jawohl, ich bin die einzige Schuldige, ich habe alle meine Freunde fanatisiert, mich muß man tteffen, mich allein!" Diesmal gab es sechs Jahre Zuchthaus, die Louise Michel mit Wollust bis zum letzten Tage absitzen wollte; die vorzeitige Begnadigung machte sie unglücklich. Glücksgefühl wärmte dafür ihr Herz, als ihr 1888 während eines Vor- ttages in Le Havre ein von Reaktionären aufgeputschter Trunkenbold«ine Revolverkugel in den Kopf schoß. Himmel und Hölle setzte sie in Bewegung, um den Attentäter der Justiz aus den Fängen zu reißen, aber nicht lange nach ihrer Heilung wählte sie London als Wohnsitz, weil sie fürchtete, man wolle sie in einem Irrenhaus unschädlich machen, das einzige Märtyrertum, dem sie keinen Geschmack abgewann. Die stets für die Schwachen gegen die Starken Partei ergriff, hatte von früh an die Tiere als unterdrückte Kreaturen ins Herz geschlossen. Auf Vroncourt betreute sie eine ganze Menagerie: während der Kommunekämpfe rettete sie unter eigener Leibesgefahr ein Kätzchen aus dichten« Gc- wehrfeuer; auch in ihrer Londoner Wohnung schnurrten Katzen, sttich eine halbblinde Hündin umher, krächzte ein melancholischer kahler Pavngei von seiner Stange:„Vive l'Anarchie!" Aber seine Herrin drängte es immer wieder aus ihren vier Wänden hinaus, den gleichen Ruf:„Hoch die Anarchie!" in die Massen zu schleudern. Harte die magere alte Jungfer mit der spitzen Nase den, offenen kurzen Haar und den feurigen Augen manchesmal neben Sozialisten wie Guesde, La- fargue und Baillant auf der Rednertribüne gestanden, so erwartete sie doch bis zum Schluß nur von den Losungen der Bakunin und Kropotkin das Heil und blieb unfähig, mit einer Partei in Reih und Glied zu marschieren. Gefühlsrevolutionärin wie nur je, sprach sie in englischen Meetings für die Zerstörung aller Autorität und malte in Versammlungen auf französischem Boden verzückr„le temps ou tous auront du pain",„die Zeit, da alle Brot haben". Auf einer dieser Agitattons» reisen starb Louise Michel am 9. Jänner 1905 in Marseille, immerhin ganz bürgerlich im Bett, immerhin nahezu fünfundsiebzig Jahre alt. And dieses, daß sie nicht weit früher auf der Barrikade oder vor dem Standrechtspeloton endete, daß sie um den revolutionären Opfertod geprellt wurde, den sie als Erfüllung ihres Lebens so heiß, so aufrichtig ersehnt hatte, ist wohl die wahre und große Tragik der„roten Jungftau". Nr 7 Mittwoch, 9. Jänner 1935 «ein 5 des a. Fall des Hauptmanns v. Kessel, der im Juni Ernst und Heines Warnungen zukommen ließ und am SO. Juni erschossen wurde, hat dies schon gezeigt. Was die Stärke der SS anbelangt, so ist dafür, daß die Schwierigkeiten noch keineswegs überwunden find. erfolgt sein, der unmittelbar den Lagerhäusern der Glasfabrik vorgelagert ist. Zwei Männern gelang es wie durch ein Wunder, sich noch im letzten Augenblick zu retten. Geistesgegenwärtig sprangen sie über den Erdrist, der sich bildete, als das Unglück begann. Es wird befürchtet, dah infolge der Lockerung des Baugrundes auch noch das Verkaufslager der Glasfabrik von Drammen, in dem sich sehr große Mengen von Glaswaren befinden, einstürzen werde. Laban. Kampf und Tod du» Koloman WafMsch später überzeugte ihn die Argumentation, das; der l Herrn gegen seine Oslo. In der norwegischen Hafenstadt Drammen sind infolge eines Erdrutsches der ganze K a i in der Länge von mehreren hundert Metern und die Lagerhäuser der Glasfabrik von Drammen Dienstag mittag in den Fjord gestürzt. Bei dieser Naturkatastrophe sollen vier Menschen dasLeben verloren haben. Ms Ursache des Erdrutsches werden Veränderungen am Meeresgründe vermutet. Sie dürsten in jenem Teile des Fjordes Selbstmord eine- Reich-deutsche« in Karlsbad. Dienstag mittags stürzte sich der 34jährige in Elbersfeld geborene reichsdeutsche Kaufmann Adolf Eller aus dem vierten Stockwerk seiner Karlsbader Wohnung auf den Bürgersteig, wo er mit schweren Verletzungen liegen blieb. Er starb auf der Polizeidirektion zur Verbüstung seiner Arreststrafe, was einige Verlegenheit hervorrief. Ude ist Priester und Theologieprofeflor. Sollte man ihn wie einen gewöhnlichen politischen Verbrecher in eine Armensünderzelle sperren? Andererseits gibt es kein Borzugsgefängnis für Geistliche. Man bat ihm also an, er könne die zehn Tage in eine Geldstrafe umgewandelt bekommen. Ude jedoch erklärte, er habe als Staatsbürger das Recht, zu sitzen. Das wiederum wollte die Polizcidirektion nicht anerkennen; ein staatsbürgerliches»Recht, zu sitzen", gebe es nicht. Man schickte den gefängnislüsternen Professor schließlich mit dem salomonischen Bescheid nach Hause, er habe eine schriftliche Verfügung abzuwarten. Merkwürdige Einrichtung in einer demokratischen Armee. Die Korrespondenz des National- verteidigungsministeriums teilt mit, dah vom MNO die Lieferung von 250 Offiziers- Feldküchen ausgeschrieben wird. Es scheint, dast man im MNO die Geschichte des Weltkrieges nur mangelhaft studiert hat und nichts davon weih, dah die Auflösungserscheinungen in den Armeen der Mittelmächte zum grosten Teil auf die verschiedene Verköstigung von Offizieren und Mannschaft zurückzuführen waren, für die den Soldaten das Verständnis fehlte. Im deutschen Heer ging der Spruch um:»Gleiche Löhnung, gleiche- Esten, wär' der Krieg sehr schnell vergessen." Demokratische Armeen, in denen der Autoritätsglaube monarchistischer Heere fehlt, mühten noch mehr als diese darauf bedacht sein, dem Soldaten das Gefühl zu geben, dah es in Leistung, Opfer und Versorgung zwischen Mann und Offizier vor dem Feinde keinen Unterschied geben darf. Entweder j unser Militär i ft gut verpflegt, dann können die | Offiziere aus demselben Kocbkeffel mit dem Mann ! esten. Oder die Mannschafsmenage ist für einen ! Soldaten der Armee n i ch t gut genug, dann muh j man sie aufbessern, nicht aber Ausnahmen für die i Offiziere machen! Aufgabe und Zustellung von Telegrammen in Eilzügen. Vom 15. ds. an können Telegramme auch bei denr-Begleitpersonal der Eilzüge(bisher nur-der Schnellzüge) aufgegeben werden; für dir Aufgabe eines solchen TelegrammeS wird vom Ab- I sender außer der gewöhnlichen Wortgebühr noch ein Zuschlag von 2 Kö eingehoben werden. Vom gleichen Tag an können Telegramme auch an Empfänger in Eilzügen(bisher nur in Schnellzügen) adrestiert werden; in diesem Fall wird das Telegramm als dringendes für die doppelte Gebühr zur Beförderung übernommen und für seine Zustellung im Schnellzug oder im Eilzug s bezahlt der Adressat an den Kondukteur einen Zu« . schlag von 2 Kö. In den tschechoslowakischen Eil- I oder Schnellzügen werden Telegramme sowohl für nicht: Maffenheer gegen Eliteheer, sondern inner halb der Bejahung des Maffenheeres: SA oder Arbeitsdienst? Und hier fiel die Etnscheidung zu gunsten des Arbeitsdienstes. Die nächste Zukunft, Frei» im Buchhandel Kö 40.—, für die Parteien- wird das bestätigen. ausgabe Kö 22.—. Berlin.(AP) Mit dem Abbau der SS sind verschiedene Fragen verbunden, über di« Unklarheil herrscht. Zunächst hat man sich allgemein gewundert, dah es überhaupt zu dem Vorgehen gegen die SS gekommen ist und dah sich das Regime überhaupt entschloh, sich einer werteren Stütze zu berauben. Das ist so zu erklären, dah di« Zersetzung viel schneller vor sich ging, als man annahm, zumal zu Röhms Zeiten bereits viele SA-Leute in die SS gesteckt worden waren und die SS damit verwäffert worden war, dah der Wille der Reichswehr, allein das Feld zu behaupten, viel stürmischer war, als man dachte, dah die Bereitschaft Hitlers, das Schwergewicht von Wehr» verbänden und Partei auf die Reichswehr zu verlagern, über alle Hemmungen und Bedenken siegte, dah die Finanzlage des Reichs die Frage der Liquidation besonders schnell auf die Tagesordnung stellte und dah die Forderungen der SS auf Einreihung in die Reichswehr den Konflikt beschleunigten. Der Kampf gegen di« SS unterscheidet sich freilich von dem Kampf gegen die SA. Denn die SS ist sehr eng mit dem Staatsapparat, inSbe« sondere mit der Gestapo, verbunden, zumal Himmler sehr viele S S- L e u t e in die früher stärker von SA beherrschte Gestapo übernommen hatte. Außerdem ist die SS sozial anders zusammengesetzt als die SA Dennoch kann man feststellen, daß sich bereits eine Einheitsfront der abgebauten SA- und SS-Leute herausbildet. Anderseits wird dem Regime jetzt auch nichts anderes übrig bleiben, als an eine Reorganisation der Polizei zu denken, die nunmehr gleichfalls,, nach dem Schlag gegen die SS, als unzuverlässig und zersetzt zu gelten hat. Der das Inland als auch für Belgien, Frankreich, Italien, Südflawien, Ungarn, Deutschland, die Niederlande, Polen, Oesterreich, Rumänien, das Saargebiet, die Schweiz(mit Liechtenstein) und Großbritannien entgegengenommen. Flugzcugangriff beim Manöver— elf Tote. Wie aus Karachi gemeldet wird, ist am Diens tag ein indisches Militärflugzeug am Fluffe Hab in der Nähe von Karachi schwer verunglückt; elf indische Soldaten büßten ihr Leben ein. Das Un glück geschah, als die Maschine zu Manöver zwecken einen Scheinangriff auf eine marschierende Truppe unter nahm, plötzlich aber nicht mehr die Höhe gewin nen konnte, so daß sie kopfüber in die Abteilung eines indischen Regimentes stürzte. Die Folgen waren entsetzlich. Elf indische Soldaten waren auf der Stelle tot und eine größere Anzahl erlitt mehr oder weniger schwere Verletzungen. Die Be mannung des Flugzeuges, ebenfalls Inder, kamen mit leichten Verletzungen davon. Eine Patzfälfcher-Zentrale in Berlin. Nach zweimaliger Vertagung begann jetzt vor dem Zweiten Senat des Volksgerichtshofes der Prozeh gegen sieben Personen, welche seit dem Jahre 1918 Pahfälschungen in grohem Mahstabe betrieben. Die Pahfälscherzentrale wurde im November 1932 in einer Räumlichkeit im Berliner Westen aus gehoben. Es wurden damals mehr als 2000 Stempel sowie aNe möglichen Fälscherwerkzeuge und Urkunden beschlagnahmt. Nach der Aushebung des Fälscherbüros wurde das Fälscherhandwerk insgeheim weiter betrieben, bis das Treiben im' nant der Reserve a. D."' stehens was eigentlichnicki Mai 1933 endgültig unterbunden wurde., V- 1- i‘.—-- Erdbeben vernichtet Dörfer. Aus Istan---r bul wird gemeldet: Die Dörfer Gundogan und Jrdek wurden durch ein Erdbeben fast vollkommen vernichtet. Auch im Marmarabezirk sind viele! Opfer des Erdbebens zu verzeichnen. Aeberraschend starker Frost in Polen» der im Gebiet von Wilna 8 3 Grad erreichte, hat! vielfach Zugsverspätungen zur Folge, da Hei« i zungsröhren, Bremsleitungen usw. platzen. Die\ Züge von Warschau nach Wilna hatten Verspä tungen zwischen ein und vier Stunden. Im ostpol nischen Gebiet wurde auf vielen Strecken der Krastomnibusverkehr über Land eingestellt. Sturm über dem Schwor»«« Meer. Das Schwarze Meer wurde von den üblichen Winterstür men heimgesucht. Die Schifte in den bulgarischen Häfen konnten bis jetzt nicht auslaufen und die Schiffe, die fällig waren, muhten in die Häfen zurück kehren, die sie verlassen hatten- Der Verkehr zwi schen den Städten und Dörfern im bulgarischen Küstengebiet vollzieht sich deshalb ausschließlich auf dem Trockenen. Dem stärksten Sturm verzeichnete die Umgebung von Burgas, wo über acht Meter hohe Wellen die Hais überschlugen und direkt in den Hafen eindrangen; wo sie große Schäden anrichteten. Rach Meldungen aus Istanbul tobt auch im Marmara» Meer ein Sturm, zwei griechische Schiffe gingen unter, drei weitere werden vermißt. Die ganze Osthälfte der Ballanhalbinsel wurde dieser Tage von einer grau same» Kälte heimgesucht. In Bulgarien liegt, ausge nommen das Gebiet von Barna, der Schnee durch schnittlich 30 Zentimeter hoch. Wahrscheinliches Wetter Mittwoch. Auch im Westen des Staates vereinzelt aufllärend, mäßiger Frost. Im Osten ziemlich heiter, strenger Frost, viel fach weitere Abkühlung. Am Südwestrande der Repu- blik stellenweise leichter Schneefall. Ein Dichter-Gehirn in 25.00V Scheiben zerschnitten Moskau. Das Zentralinstitut für Gehirnforschung veröffentlichte die vorläufigen Ergebnisie des Studiums an dem Gehirn des großen Sow- setdichters BladimirMajakovskh. Das Hirn des Dichters wurde in 25.000 dünneScheiben zerschnitten, die einem genaueren Studium unter dem Mikroskop unterzogen wurden. Es wurde festgestellt, dah das Hirn des Dichters eine besonders starke Ausbildung jener Partien aufwies, die man als den Sitz der geistigen und künstlerischen Tätigkeit annimmt. Auch die Oberfläche des Dichterhirnes übertrifft an Umfang in bedeutendem Mähe diejenige anderer Gehirne. Desgleichen wurde eine grohe Menge von Zellen festgestellt, die die materielle Grundlage der geistigen Tätigkeit beim Menschen bilden.(Majkovskh war der typischeste Dichter der Sowsetrevolution und Begründer der sowjetrussischen Futuristen-Schule.) Bei der unbcsckremlicken Mi_*""" er Welt erwachten Fehltritte des Gau-Oberführers sei es obendrein gar nicht schwer, ihm auch diese Vaterschaft zu unterstellen. Rosenbusch rog sich seinen Gehrock an, schmückte sich mit allen erreichbaren Abzeichen, fuhr nach Nürnberg und ließ sich bei dem Allgewaltigen melden. Als Julius Streicher den Namen Rosenbusch hörte, stürzte er wutschnaubend in den Vorramn, wo Rosenbusch, den Zylinder von der behandschuhten Hand ehrfürchtig ausgestreckt, in strammer militärischer Haltung wartete. Streicher stürzte wild auf ihn zu. In diesem Augenblick kam Rosenbusch eine erleuchtende Idee. Er warf den Zylinder weit von sich, breüete di« Arme gerührt aus und rief„Papal" O. F. Bom Fjord verschlungen Ein ganzer Qnai samt Lagerhaus verschwunden Jan Kiepura erkrankt Der berühmte polnische Tenor Jan Kiepura ist nach Meldungen aus Krakau lebensgefährlich erkrankt. Der Abbau der SS Ursachen und Widerstände Der curierfc&eiti Ein« Groteske Siegurd, früher Siegfried und eigentlich Sa- ' lomon Rosenbusch, Vertreter einer Uniformenfabrik,' I hatte vom Kriege ab auf seiner Visitenkarte ,,Leut- I nant der Reserve a. D." stehen, was eigentlich nickt ! ganz richtig war, da er, weit hinten in der Etappe, iden nahrhaften Posten eines Proviantamtinspektors bekleidet hatte, ihm aber doch beim Besuche seiner Be- Nun hat man die Entlastung der SS in einem Punkte jüngst mißdeutet. Man hat erklärt, hinter'dem Kampf der Reichswehr gegen SA und SS stehe die Idee des Generals von S e e ck t vom Eliteheer und die Abkehr vom Massenheer. Das ist falsch. B«i der Reichswehr haben gerade di« Gedanken des Obersten H i e r l über die von Seeckt gesiegt. Die Arbeitsdienst bewegung wird als militärischer Faktor besaht. obwohl sie doch auch gerade auf dem Gedanken des Maffenheeres beruht. Man verwarf SA und SS nicht, weil man gegen das Maffenheer ist. sondern weil beide, auch die SS, wenn auch nicht in so starkem Mähe wie die SA, militärisch v e r b i l d e t find und außerdem als politisch un-1 Dmaalm Ulallic/h■ zuverlässig gelten. Man ist für den Arbeitsdienst,! r