ZENTRALORGAN DER DEUTSCHEM SOZIALDEMOKRATISCHEN ARBEITERPARTEI IN DER TSCHECHOSLOWAKISCHEN REPUBLIK ERSCHEINT MIT AUSNAHME OES MONTAG TÄGLICH FRÜH, redaktiq« und Verwaltung präg xii„ fochova«r. telefon sm. Administration Telefon 53074. HERAUSGEBER: SIEGFRIED TAUB. CHEFREDAKTEUR: WILHELM NIESSNER. VERANTWORTLICHER REDAKTEUR: DR. EMIL STRAUSS, PRAG. EhmlfTBis 70 Heller (emschlieBlich 5 Heller Porto) 15. Jahrgang Freitag, 11. Jänner 1935 Nr. 9 Rabb'ner Rulf von Goebbels In die„Deutsche Front** eingeladen I Saarbrücken.(Havas.) Wie die »Volksstimme" meldet, verhandelte der Bevollmächtigte der deutschen Regierung König auch mit den Vertretern der jüdischen Bevölkerung im Saargebirt, insbesondere mit dem Rabbiner Rulf. König habe Rulf erklärt, er handle im Namen des Reichs- Sropagandaministcrs Goebbels, und habe ihn aufgefordert, in die„Deutsche Front" einzutreten. Rulf habe geantwortet, die Juden würden in die„Deutsche Front" unter der Bedingung eintreten, daß ihnen versprochen werde, daß sie in dem Falle, daß das Saargebiet an Deutschland zurückfiele, nicht beunruhigt werden würden. König habe dies zugesagt, habe aber di« Verhandlungen nicht mehr fortgesetzt. Vorwahlbeteiligung weiterhin sehr schwach Saarbrücken. Bisher haben 1034 Wähler, davon 480 in den Spitälern befindliche Kranke, 104 Häftlinge und 360 öffentliche Angestellte, über das künftige Schicksal des Saargebietes abgestimmt. Ihre abgegebenen Stimmen werden Pom Plebiszitinspektor in geschloffenen Umschlagen bis zum Sonntag aufbewahrt, an welchem Tag bei dem Skrutinium auch diese Umschläge werden geöffnet werden. Das Ergebnis der ersten drei Abstimmungstage, nämlich des 7., 8. und 8. Jänner zeigt, daß die Wahlbeteiligung verhältnismäßig sehr schwach war. Es wurden insgesamt nur 1034 Stimmen abgegeben, obwohl die Zahl der Wähler, die berechtigt waren, schon in diesen Tagen ihre Stimmen abzugeben, 2200 betrug, n. zw. noch ohne die in den Krankenhäusern befindlichen Personen. Rundfunk-Burgfrieden von Deutschland abgelehnt Die Abstimmungskommission hatte sich am Sonntag telegraphisch an den Saarbevollmächtigten des deutschen Reichskanzlers und an das französische Ministerium des Aeußern mit dem Ersuchen gewendet, in den letzten Tagen vor der Wahl keine Abstimmungs-Propaganda über die deutschen, beziehungsweise französischen Rundfunksender stattfinden zu lassen. In einem am 10. Jänner von der Kommission empfangenen Brief teilt der Saarbevollmächtigte des Reichskanzlers mit, daß er unter Hinweis auf den Inhalt"der Reden der Herren Pfordt und Braun, die am 6. Jänner über den Straßburger Sender verbreitet wurden, leider auf keine Vereinbarung eingehen könne» die zum gegenwärtigen Zeitpunkt„die deutschen Sender gleichsam zu Vertragspartnern des Straßburger Senders machen würden". Neutral« Wahlkommissäre eingetroffen Donnerstag abends trafen in Saarbrücken Sonderzüge ein, die 368 Holländer und 300 Schweizer nach der Stadt brachten, die in den Wahlkanzleien den Vorsitz führen werden. D-r Vorsitzende der Plebiszitkommission wird diesen Funktionären heute die notwendigen Weisungen erteilen. „Symphonie der Liebe** in Berlin unwillkommen Berlin. Bei der Tonnerstag-Abeudvorfüh- rung des tschechischen Films.Symphonie Ser Liebe" war zwar ein starkes Polizeiaufgebot erschienen, da man offenbar erlvartet hatte. Saß cs zu irgendwelchen Kundgebungen kommen werde. Die Polizei bekam jedoch nichts zu tun und Sie Vorstellungen wurden in beiden Theatern nicht gestört, Immerhin geht die Meinung dahin, daß der Film nichtzu lange gezeigt werden dürfte, da bisher auf solche Angriffe der nationalsozialistischen Presse, wie sie der.Angriff" brachte, meist bald ein Verbot folgte oder eine freiwillige Absetzung vom Spielplan. Englische Einladung von Berlin Keine deutsche Beteiligung an der Saar-Entscheidung Im Völkerbundrat abgelehnt Berli n. Das amtliche Deutsche Nachrichtenbüro meldet: Der englische Botschafter Sir Erie Phipps hat Donnerstag den Reichsminister des Auswärtigen Freiherr« von Neurath aufgesucht und angeregt, daß Deutschland als Ratsmitglied an der bevorstehenden außerordentlichen Ratstagung des Völkerbundes teilnehme, auf derdieEntschließungenüber das Saargebirt auf Grund der Ergebnisse der Abstimmung gefaßt werden sollen. Der Reichsminister hat den Botschafter wissen lassen, daß die Reichsregierung, nachdem sie ihren Austritt aus dem Völkerbund erklärt habe, sich aus grundsätzlichen Erwägungen nicht in der Lage sähe, dieser Anregung Folge zu geben. Gleichzeitig wnrde der englische Botschafter darauf hingrwiesen, daß Nachrichten hier vorliegen, wonach die endgültige Entscheidung über das Schicksal des Saargebietes erst in einer späteren Ratstagung erfolgen sollte, daß aber nach Auffassung der Reichsregierung ernste Bedenken dagegen bestünden, dir Entscheidung über das Schicksal des Taargebietes hinaus- zuzögern, da es insbesondere für die saarländische Wirtschaft schwcaiviegendr Schädigungen mit sich brächte, wenn der ungesunde Zwischenzustand mit all seinen Unsicherheitsfaktoren über das Maß des dringend Notwendigen hinaus verlängert würde. London nicht überrascht London.(Havas.) Die Berliner Meldung, daß die deutsche Reichsregierun rsabgelrhnt habe, ihren Vertreter in den Völkerbundrat zn entsenden, hat an amtlich britischen Stetten nicht überrascht. Die Verantwortung dafür, daß die britische Initiative gescheitert ist, fällt»ächt auf London. In Londoner politischen Stellen ist man der Ansicht, daß die deutsche Regierung durch diese kompromißlose Geste in keiner Weise die Eröffnung der Verhandlungen betreffend die Einschränkung der Rüstungen erleichtere. * An Pariser informierten Stellen wird mitgeteilt, daß die britische Regierung sowohl die französische als auch die italienische Regierung von dieser ihrer Intervention vorher verständigt !hat. Sicherung gegen Putschgelüste Die internationalen Truppen in Bereitschaft Saarbrücken.(Havas.) Das PolizeiKorps und die internationalen Streitkräfte im Saargebiet sind in jeder Hinsicht vorbereitet, falls diese oder jene Partei am Tage vor dem Plebiszit einen gewaltsamen Umsturz versuchen würde. Vorderhand wurden ab Donnerstag bis zur Verkündung des Ple- biszitergebniffes sämtliche Versammlungen untersagt. Die Führer der Einheitsfront Max Braun und Pfordt teilten der internationalen Presse mit,' daß sie tri der Regierungskommisfion des Saargebietes, bei der Plebiszitkommission und beim Völkerbund eine Intervention unternahmen, damit ihren Anhängern ein wirksamer Schutz gegen die wiederholten Gewalttätigkeiten seitens der Nationalsozialisten zuteil werde. Sie fügten hiirz«, wenn die Bölkerbundstrnppen nicht zu ihrem wirksamen Schutz eingelangt wären, wären sie selbst auf die Straßen gegangen und hätten den status quo bis zu ihren letzten Kräften verteidigt. Das Resultat im Rundfunk Die Abstimmungskommission hat grundsätzlich beschlossen, das Abstimmungsergebnis am Montag abends durch Rundfunk der Welt bekannt zu geben, und zwar durch den Mund des Vorsitzenden Rhode. Ilm aber dem Völkerbund nicht vorzugreifen, wird ausdrücklich erklärt werden, daß es sich nicht um das amtliche Wahlergebnis handelt. Voraussichtlich werden bei der etwa 40 ! Minuten dauernden Verkündung des Wahlergebnisses sämtliche Telephonverbindungen zwischen dem Saargebiet und der Außenwelt abgeschnitten j werden. „Nur herrrelnspaziert, meine Herrschaften, liebe Saarländer, in das modernste, komfortabelste Zuchthaus der Weltl“ | Mussolinis Krieg Seit einigen Tagen sind die Meldungen über die Kriegshandlungen, zu denen es in Afrika zwischen italienischen Truppen und Abessinien gekommen ist, spärlicher geworden. Die Erklärung dafür wird wohl darin zu finden sein, daß Mussolini als Höflichkeitsbeweis für den französischen Außenminister, der eben in Rom zu Besuch>var. > die Weisung zur einstweiligen Einstellung der Gewalthandlungen gegeben haben wird. Denn cs war selbstverständlich, daß bei einer Aussprache zwischen dem französischen Außenminister und Mussolini auch über die i talienischen Ko- lonialpläneinAfrika gesprochen werden würde. Das Ergebnis von Rom bestätigt diese Annahme, es bestätigt insbesondere, daß das fasci- stische Italien mit besonderem Nachdruck auf die Ausweitung seiner Interessensphäre in Abessinien bedacht ist. Nach den italienischen Meldungen sollte cs Anfang Dezember zu den kriegerischen Zwischenfällen deswegen gekommen sein, weil die Begleir- mannschast einer englisch-italienischen Grenzkommission das Gebiet der englischen Kolonie Soinali- land betreten und die italienischen Kolonialtruppen überfallen habe. Die Italiener hätten sich zur Wehr gesetzt und dabei die Abessinier auch aus I abessin■’’ n Gebiet verfolgt. Bomben seien aus italier i Flugzeugen nur abgeworfen worden, weil sich in der Nähe der Grenze abessinische Banden versammelt und zu einem Vormarsch auf ita- lienisches Gebiet-gerüstet hätten. - Nach dieser Darstellung, hätte also-die abes- j fi»ische Regierung vollkommen unrecht mit ihrer Behauptung, daß sich die Grenzkommission nur auf abessinischem Gebiete bewegt hätte, daß aber italienische Truppen abessinisches Land beseht gehalten haben. Sie hätte weiter Unrecht, tvenn sie ! sagt, daß die italienischen Truppen bis 100 Kilo- ! Meter weit in Abessinien hinein mit Tanks. Flugzeugen und anderen modernen Kriegswaffen vormarschiert seien und verschiedene Orte mit Bomben belegt hätten. Sie kann ihre Behauptungen allerdings mit ein paar unwiderlegbaren Argumenten stützen: mit Blindgängern italienischer Bomben, mit dem Hinweis auf das durch Bombenabwürfe zerstörte Gebiet und mit den Opfern, die unter den Abessiniern schon in die Hunderte geben. Selbst wenn diese Tatsachen allein die italienischen Lügendarstellungen nicht genügend erschüttern sollten, so blieben sie doch unglaubhaft angesichts des Verhaltens Italiens gegenüber den Bemühungen der Regierung von Abessinien, den Konflikt sofort wieder in friedliche Bahnen zu lenken. Sie hatte unverzüglich den Vorschlag gemacht, das in dem italiensch-abessinischcn Freundschaftsvertrag von 1928 für Streitfälle vorgesehene Schiedsgericht xinzusetzen und den Konflikt untersuchen und bei- legen zu lassen. Italien le h n t e ab. setzte den Krieg fort und drang weiter in das Innere Abessiniens vor. Es zwang damit die Regierung von Abessinien, bei dem Völkerbund Protest dagegen einzulegen und ihn schließlich zu ersuchen, auf Grund des Artikels 11 die VölterbundSmaschi- nerre zum Schutze des Friedens in Afrika in Bewegung zu setzen. Nur äußerlich gesehen ähnelt dieser Konflikt dem, den vor einigen Jahren Japan mit keinem gelvaltsamen Einmarsch in die Mandschurei mit China beraufbeschwor. Es ist dabei nur immer wieder auffällig, mit welcher Eisenstirnigkeit die gewalttätigen Imperialisten ihre unzweifelbaste Schuld an dem Beginnen neuen Massenmordens auf die überfallenen Völker abwälzen wollen. Obwohl Mussolini viele Male die uferlosen Phantasien eines gewaltigen italienischen Kolonialreiches in Afrika vorgetragen hat, obwohl die Eroberung neuer Gebiete zu einem wichtigen Bestandteil des fascistischen Programms seit Anbeginn gehört, soll die Welt jetzt glauben, daß nicht das zum Opfer ausgesuchte Land, sondern das arme fascistjsche Italien der Angegriffene ist. Man muß vollkommen klar sehen: m i t dem Angriff auf Abessinien, dessen Bevölkerungszahl beinah.' ebenso groß ist, wie die der Ticke- ch o slowakischen Republik, sollen die langgehegten Kolonialpläne der italienischen Nationalisten ihrem Ziele ein großes Stück näher gebracht werden. Die geschichtliche Entwicklung Italiens bedingte eS, daß es erst an Sette 2 Freitag, 11. Winner 193k> Nr. S Alle und alles für die Freiheit! An die Arbeiter aller Länderi An alle Demokraten, an alle freiheitlich Gesinnten I Außenminister der Kleinen Entente! in Laibach Belgrad.(Havas.) Außenminister I e v t i i ist Donnerstag nach Laibach abgereist, wo er mit den Ministern Dr. Benes und Titulescu zusammentrifft. Die drei Außenminister der Kleinen Entente werden voraussichtlich am Laibacher Bahnhofe zusammenkommen. Ihre Unterredung wird sich auf das Ergebnis der Reise Lavals nach Rom und die Untersuchungen betreffend die ungarische Verantwortlichkeit für das Marseiller Attentat beziehen. den Erwerb von Kolonien denken konnte, als aUe hiefür in Betracht kommenden irgendwie wertvollen Gebiete und Länder von anderen Mächten schon in Besitz genommen waren. Tunis, das die Italiener wegen seiner Nähe und der geleisteten Kolonisierungsarbeit schon als italienische Kolonie sahen, wurde ihnen von Frankreich weggeschnappt. Italien mußte sich mit dem Wüstengebiet von L y b i e n und zwei nicht erheblich günstigeren Streifen an der Ostküste Afrikas begnügen, mit Eritrea und Somaliland. Diese Kolonien sind für das Land eine Belastung. Es ist weder daran zu denken, aus ihnen in größeren Mengen Rohstoffe zu beziehen, noch sie als Aufnahmegebiet für die überschüssige Bevölkerung zu verwenden, noch zu ertragreichen Handelsbeziehungen zu kommen. Aber Eritrea und Somaliland, die bei einer Bevölkerung von etwa 1,600.000 nur etwa 6000 Italiener aufweisen, grenzen beide an Abessinien an. Ihre Bedeutung für Italien erhalten sie als A u s f a l l t o r gegen das große afrikanische Reich, das sich bisher als einziges in Afrika wenigstens formell seine politische Unabhängigkeit erhalten konnte. Der Kampf der Großmächte um die Interessensphären in diesem Lande tobt seit langem sehr heftig, aber Versuche, es militärisch zu unterwerfen, haben vorher England und später schon einmal Italien mit schweren Niederlagen bezahlen müssen. So haben sie sich nachher auf die»zivilisatorische" Durchdringung beschränkt, an der sich neuerdings auch I a p a n beteiligt. Es hat große Gebiete des Landes gepachtet und versucht Baumwollkulturen anzupflanzen und Japaner anzusiedeln. Nachdem die imperialistischen Pläne Mussolinis auf dem Balkan auf zu hartnäckigen Widerstand gestoßen sind und in Albanien zu zerrinnen drohen, scheint der italienische Fascismus den Augenblick für günstig zu halten, einen kraftvollen Schritt zur Verwirklichung des afrikanischen Kolonialreiches zu wagen. Ob dabei ein paar hundert aber einige tausend Menschen ihr Leben lassen müssen und weite Gebiete mit Orten zerstört werden, ist den italienischen Fascisten und Imperialisten gleichgültig. Sie wähnen den Völkerbund innerlich zu uneinig und zu schwach und hoffen darum, das Verbrechen ungehindert und ungestraft begehen zu können. Selbst wenn nach der französisch-italienischen Verständigung der italienische Vormarsch in Abessinien vorläufig abgestoppt werden sollte, so haben sich die Imperialisten mit dem neubesetzten Gebiet doch in den Besitz günstigerer Ausfallsstellungen gebracht und haben außerdem mit ihrer Beteiligung an der französisch-abessinischen Bahn ihre Position für weiteres Eindringen in Abessinien gestärkt. Bei der Sprunghaftigkeit der fascistjschen Diktatoren, bei der Unkontrollierbarkeit ihrer politischen Pläne sieht sich das italienische Voll dauernd der Gefahr eines neuen opferreichen Kolonialkrieges ausgesetzt. Der Kampf zwischen Demokratie und Fascismus ist in eine neue, vielleicht für lange Zett ausschlaggebende Phase getreten. Niemand kann sich dem Gefühl verschließen, daß die allernächsten Jahre über das Schicksal des europäischen Kontinents entscheiden werden. In den Ländern der Demokratie muß alles daran gesetzt werden, um die Freiheitsrechte des Volles zu behaupten und zu verteidigen. Auf die Dauer wird die Demokra- tie nur siegreich bleiben, wenn es gelingt, dem Gedanken der Freiheit in den jetzt fascistischen Ländern aufs neue Geltung zu verschaffen. Das Jahr 1934 hat in einer ganzen Anzahl von Ländern neue Vorstöße des Fascismus gebracht. In Deutschland und in Italien hält die Dittatur mit dem furchtbarsten Terror die Freiheitsregungen ihrer Untertanen nieder. Der unterirdische Kampf der Arbetter gegen den Fascismus, der einzige, der ihnen möglich ist, fordert immer neue Opfer. In Oesterreich hat die blutige Feberschlacht den llerikalen Austro-Fascismus an die Macht geführt. In einer großartigen Hilfsaktion hat die internationale Arbeiterklasse durch den Internationalen Gewerkschaftsbund und die Sozialistische Arbeiter-Internationale den Opfern der Kämpfe Hilfe gebracht. Aber so gewaltig und groß- artig diese Anstrengung der Solidarttät gewesen, noch immer sind neue Mittel notwendig, um die Familien der Opfer zu unterstützen und den Tapferen, die sich nun zu neuer Aktion in Oesterreich gesammelt haben, und ständig von Kerker und Konzentrationslager bedroht sind, beizustehen. In L e t t l a n d hat der Staatsstreich vom 15. Mai die führenden Männer der Arbeiterbewegung ihrer Freiheit beraubt. Hunderte sind noch in Konzentrationslagern. Das Kriegsgericht, das das Licht der Oeffentlichkeit scheut, verhängt schwere Kerkerstrafen auf Grund von Anklagen, deren Verlogenheit handgreiflich zu Tage liegt. Die Familien der Eingekerkerten sind in Not, sie bedürfen der solidarischen Hilfe. Aber noch unvergleichlich größer ist die Zahl der Opfer in Spanien. Der große Oktober- Aufstand gegen den drohenden Kleriko-Fascismus wurde von der Reaktion in Blut erstickt. In Madrid allein zählt man wenigstens 50 Tote, die Kommune von Asturien beklagt weit mehr als 3000 Todesopfer, die den Kanonen der Kriegsschiffe und den Bomben der Flugzeuge, dem Gemetzel der spanischen Kolonialtruppen zum Opfer gefallen sind. Die Gefangenen zählen nach Zehntausenden, ohne zede konkrete Anschuldigung werden Massen in die Konzentrationslager geworfen, in denen schon die Ueberfüllung die schwersten physischen Qualen hervorrust. Tausende und Abertausende Familien sind des Ernährers beraubt, dem Hunger ausgeliefert. Noch niemals trat die Notwendigkeit internationaler Solidarität fiir so viele Länder zu gleicher Zeit auf, noch niemals war die Notwendigkeit für eine große Hilfeleistung so dringend. Der Internationale Gewerkschaftsbund und die Sozialistische Arbeiter-Internationale haben in gemeinsamer Tagung die Lage in den verschiedenen Ländern des Fascismus und der Diktatur eingehend beraten. Die Mittel der zentralen gewerkschaftlichen und sozialistischen Organisatio nen in den einzelnen Ländern reichen bei weitem nicht aus, um das zu tun, was getan werden muß. Eine Sammlung in weit größerem Umfang als jemals früher i st notwendig. Der Matteotti-Fonds des I G. B. und der S. A. I., ursprünglich gegründet, um den Opfern des italienischen Fascismus zu Hilfe zu kommen, hat im Laufe der Jahre als Zentralinstitution und daneben durch seine Unterkomitees in einzelnen Ländern weit über vier Millionen französische Franken für die Länder ohne Demokratie aufgebracht. Als besondere Aktion, aber in gleichem Geiste, wurden die Hilfsakttonen für Oesterreich organisiert, für die der I. G. B. über 6.5 Millionen französische Franken, die S. A. I. über eine Million französischer Franken aufgebracht hat. Der Matteottt- Fonds hat im Jahre 1930-31 eine große Aktion für die Opfer der Pilsudfti-Diktatur, im Jahre 1933 für die Opfer der Hitler-Diktatur durchgeführt. Es wurde beschlosien, dem internattonalen Charakter, den dieser Fonds stets hatte, auch im Namen Rechnung zu tragen. Er soll künftig heißen: Internationaler Solidaritäts-Fonds des I. G. B. und der S. A. I. für die Länder de- Demokratie(Matteottt-Fonds). Wir rufen alle Freiheitsliebenden, alle die internationales Solidaritätsgefühl besitzen, auf, ihr Teil dazu beizutragen, damit der Fonds in die Lage versetzt wird, unverzüglich und ausreichend Hilfe zu leisten. Jede Gabe ist willkommen. Notwendig ist die großzügige Organisation der Sammlung für den Internationalen Solidaritätsfonds in allen Ländern. Einzelspenden und Sammlungsergebnisie sind einzusenden mit dem Vermerk»Internationaler Solidaritäts-Fonds" an folgende Adresie: Internationaler Gewerk- schastsbund Paris(7e) 9, Avenue d'Orsay, oder direkt auf das Konto Nr. 834 des Credit Lyonnais (Agence Z S) Paris(7e) 2bis, Avenue Bosquet j Bosquet. Die Männer und Frauen, die für unser gemeinsames Ideal, für die Freiheit gekämpft haben und weiter kämpfen, dürfen nicht schutzlos bleiben. Aus der Hölle des Fascismus, aus den Kerkern der Diktatur ertönt der Appell an die internatio- nale Solidarität. Er darf nicht«ngehört verhallen. Arbeiter, Demokraten, auftechte Männer aller Linder, euer aller Pflicht ist es, Hilfe zu leisten! Pari« und Z ü r i ch, im Jänner 1885. Walter M. Citrine, Vorsitzender des I. G. B. Emile Bandervelde, Vorsitzender der S. A. I. Walter Schevenels, Generalsekretär des I. G. B. Friedrich Adler, Sekretär der S. A. I. Leon Jouhaux, Vorsitzender der C. G. T.' Frankreichs. Paul Faure, Sekretär der Sozialistischen Partei (S. F. I. O.). Corn. Mertens, Generalsekretär der Commission Syndicale Belgiens. Joseph Ban Roosbroeck» Kassier der S. A. I. H. Jacobsen, Kassier der Gewerkschaften Dänemarks. Alsing Andersen/ Sekretär der Sozialdemokratischen Partei Dänemarks. Marttn Meister, Sekretär des Schweiz. Gewerkschaftsbundes. Robert Grimm, Schweiz. Sozialdemokratische Partei. E. Kupers, Vorsitzender des Niederländischen Gewerkschafts bundes. I. W. Albarda, Vorsitzender der Parlamentsfraktion der Soz. Partei Hollands. Edvard Johanson» Vorsitzender des Schwedischen Gewerk- schastsbundes. Rickard Lindstrom, Sozialdemokratische Partei Schwedens. R. Taverle, Generalsekretär des Gewerkschastsbundes der Tschechoslowakei. Antonin Hampl, Vorsitzender der Sozial, demokratischen Partei der Tschechoslowakei. W. Kran, Vorsitzender des Britischen Gewerkschaftsbundes. W. A. Robinson, Vorsitzender der Arbeiterpartei Großbritanniens. George Lansbury, Vorsitzender der Parlamentsfraktion der Arbeiterpartei Großbritanniens. James Middleton, Sekretär der Arbeiterpartei Großbritanniens. L große Sache, Felicien. Ihre Diener sollen es gut haben. Lucien war kühl und ständig zerstreut. Als ihm Germaine mitteilte, daß ihnen Babiola eine eigene, kleine Wohnung versprochen habe, wurde er brennend rot. Er ärgerte sich, weil sie das angenommen hatte. Sie hatte gedacht, er habe doch mit Babiola selbst darüber gesprochen. Nun war er ganz verwirrt. Eine ganze Woche blieb Germaine allein. Lucien entschuldigte sich schriftlich: er war erkältet. Babiola lud sie nicht ein. Verweint und erschreckt irrte sie durch die Gassen, in denen sie ihm zu begegnen hoffte. In Lucien aber brannte eine unglückselige Liebe zu Babiola. Babiola gab ein Gastspiel in der Provinz und blieb eine Woche Paris fern. Lucien nahm Germaine wieder in Gnaden auf. Sie saßen in einem Gartenrestaurant und aßen ein einfaches Abendbrot. Es war Herbst und der Park duftete nach verwesenden Blättern. Die feuchte Luft kroch über den Gartentisch und löste Germaines Locken. Sie war unsäglich dankbar, weil sie sah, daß er ihrer begehrte. Rings um sie vereinigte geheime Liebe einige Pärchen. Hier vor der Stadt war man sicher. Der Student nebenan küßte eine Frau, die älter war, als er. Einige Tische weiter saßen zwei Dreißigjährige, ermüdet durch eine lange Liebe, für die sie kein Ende finden konnten; sie schwiegen und die Feuchtigkeit kroch über ihr Gesicht und in ihre Gedanken. Luzien bezahlte und Germaine hatte nicht den " ut, zu fragen, wohin sie gehen wollten. Sie Mhm sein Tun wie ein unabänderliches Urteil auf. Sie fuhren; sie schmiegte sich im Auto eng an ihn, erfüllt von einem verzweifelten und bedrohtem Glück. Er schwieg und sah starr vor sich hin. In der Dämmerung erschien sein Gesicht wie aus Stein gemeißelt. Die Lichter der Häuser und Laternen huschen darüber hin. Bor einem Hotel, nicht dem allgewohnten, vor einem fremden Hotel hielt der Wagen. Lucien zahlte. Demütig ging sie hinter ihm her. Das Hotel stand in einem Seitengäßchen und hatte ein enges Treppenhaus. Im Zimmer prangte ein ewig offenes Bett. Die rote Tapete mit blassen Ringen und eine Zweifrankenvase mit Engelsköpfen sollten Stimmung machen. Ober dem Bett hing das Bild eines Mädckiens mit offenem Haar aus der Zeit der Oeldrucke. So lange diente dieses Stundenhotel schon der Liebe. Alles war vorbereitet; die Vorhänge waren zugezogen. Sonst pflegte Lucien Germaine zu küssen, um sie die häßliche Umgebung vergessen zu macken. Er summte eine Melodie. Dann legte er sich äuf's Bett und rief: „Germaine!" Das klang, wie wenn man ein Hündchen zum spielen ruft. Mit gläsernen Augen starrte sie ihn an und wußte: alles ist vorbei. Er hatte ihr lange kein Zusammensein geschenkt und jetzt sah sie: es ist vorbei. Er hatte sie nur deshalb hierher gebracht, weil es ihm peinlich war, nach so vielen Jahren einfach zu sagen: geh nach Haus; es ist nichts mehr. Tränen fielen auf ihre Hände. Sie wußte, was sie nie und nimmer glauben wollte: das letzte Mal... Sie las es aus der Starrheit seines Körpers, aus seiner Gedankenversunkenheit, daß er weit von ihr entfernt war, daß seine Sinne nicht mehr für sie sprachen. Es fiel ihr ein, wie sich jetzt ihr Leben weitergestalten werde, wie die Tage ohne ihn sein könnten und wie furchtbar ein Leben ohne Hoffnung ist... „Komm, Germaine." „Ich komme schon." Sie ging zu ihm mit zögernden Schritten. Ratlos setzte sie sich auf die Bettkante und ihre Hände fielen müde in ihren Schoß. Tann sagte sie mit müder, hoffnungsloser Stimme: „Es ist fürchterlich." (Fortsetzung folgt.) Nr. 9 Freitag, 11. Jänner 1935 Sudetendeutscfier Zeitspiegel Wirtschaftlicher Zusammenbruch Jeder dritte Einwohner arbeitslos im Bezirk Kratzau Parlamentarier besuchen das Elendsgebiet Seite 3 Im Hinblick auf die Betrauung Egon Fischers mit der Reorganisation der Landbundpresse wurde gesagt:„ Die Berufung dieses Zeitungsmannes, der seinerzeit gegen Henlein mehrfach in schärfster Form Stellung nahm, auf einen so wichtigen Posten scheint mit den Strömungen nach einer Hilfe Selbstschuß des Staates ist, vermag man gewissen Umorientierung des Landbundes zusam das Bild schwerster Erschütterung, das alle Teil- menzuhängen." nehmer der Erkursion mit heimnahmen, bei der Selbstmord aus Angst vor Delogierung. Behandlung der Forderungen weiterzugeben. Die 34 Jahre alte Bergarbeitersgattin Anna dann muß es auch gelingen, durch entsprechende Spitschta aus Wurz me& tranf in Notstandsmaßnahmen dem Hunger der Menschen selbstmörderischer Absicht ein größeres Quantum im Bezirk Krakau entgegenzuwirken. Dann Effigessenz. Sie starb kurz nach der Einlieferung werden auch die Kommunisten mit ihrem erbärm- ins Komotauer Krankenhaus. Die Frau ging in Der Bezirk Krabau- Grottau zählt etwas der in der Konferenz festgelegten Forderungen lichen Versuch, durch Lügen dümmster Art zu pro- den Tod, weil ihre Familie vor der Delogierung über 26.000 Einwohner, die sich in weitem Ge- wurde ein aus Parlamentariern aller Parteien biet auf neunzehn Gemeinden verteilen. Sie fan- bestehender Ausschuß gebildet, der bereits nächste zieren, um die Hilfe unmöglich zu machen, weil stand. den in der Hauptsache in den Tertilbetrieben, Woche in Prag zusammentreten wird. sie politisch nur von dem Hunger der Masse leben solange die Wirtschaft gesund war Gelingt es, den maßgebenden Stellen des fönnen, nicht imstande sein, durch ihre AnpöbeBrot, hatten als Händler, Krämer und Handwer Staates die Ueberzeugung beizubringen, daß hier lungen diese Maßnahmen zu vereiteln. fer eine gute Eristenz und man konnte sogar von einem bestimmten Wohlstand des Krakauer Gebie= tes sprechen. Seit dem Einbruch der Weltwirtschaftstrise ist dieser blühende Industriebezirk vollständig zusammengebrochen, in allen Gemeinden Arbeit und Arbeitslosigkeit und Arbeitslosenfürsorge herrscht Not und Glend, wütet der Hunger. Die in der Gemeinde Dux Mehrzahl der Fabriken haben nach und nach ihre Tore geschlossen und es besteht zur Zeit nicht die geringste Hoffnung auf Besserung. Dreißig Betriebe find stillgelegt worden 1495 Arbeiter beziehen zur Zeit die Unterstützung nach dem Genter System, 1898 stehen im Genusse der teilweisen Unterstützung, 3241 erhalten Ernährungskarten und ungefähr 2000 stehen vor dem Nichts. Von 26.000 Einwohnern des Bezirkes Kratzau sind 8634 ohne Arbeit und Verdienst oder mit andern Worten jeder dritte Einwohner oder mit andern Worten jeder dritte Einwohner ist arbeitslos. London und Rom einig in der Rüstungsfrage London.( UR.) Sir John Simon reiste in Begleitung Anthony Edens von London nach Paris ab, von wo er sich nach Genf begeben wird, wo er an der morgigen Tagung des VölkerbundsDie Folgen der Wirtschaftskrise lasten bisher im Laufe des Jahres 1934 einen bedeutenden rates teilnehmen wird. Die Verlautbarungen über immer noch schwer auf den Gemeinden des nord- Aufstieg nachzuweisen hat. böhmischen Industriegebietes. An die Spitze dieser schwer betroffenen Gemeinden kann wohl mit Recht die Stadtgemeinde Dug gestellt werden, da 72.5 Prozent ihrer gesamten Einwohnerschaft Industriearbeiter und deren Familienangehörige sind. Wenn in letzter Zeit durch verschiedene statistische Berichte nachgewiesen wird, daß im Laufe des Jahres 1934 am Arbeitsmarkte eine gewisse Belebung eingetreten und die Wirtschaftskrise bereits im Rückgange ist, dann muß leider festgestellt Lage in Dur nicht wahrzunehmen ist und daß im werden, daß eine Besserung der wirtschaftlichen Gegenteil der Stand der Arbeitslosigkeit in Dug Stand am 31. 12. 1934 am 31. 12. 1933 Arbeits andere die römischen Abmachungen, welche das AbDie Richtigkeit dieser Angaben wird übrigens rüstungsproblem betreffen, werden in London durch nachfolgende, einwandfrei sichergestellte sorgfältig studiert. Es wird erklärt, daß der rö Daten nachgewiesen: mische Standpunkt in dieser Frage mit den Ansichten der britischen Re= gierung übereinstimme. Die Stadt Dur zählt derzeit 13.094 Ein wohner, hievon 6532 Deutsche, 6310 Tschechen, 252 Juden und andere Nationalitäten, zusammen 13.094, hievon Arbeiter 3896, und deren Familienangehörige 5588, daher Einwohner aus den Reihen der Arbeiterklasse 9484. Der Stand der Arbeitslosen, Kurzarbeiter 1934 wird in der nachfolgenden Tabelle aus und deren Familienagehörigen am 31. Dezember gewiesen: Kin KurzKin andere Iofe der Angehör. Summa arbeiter der 1186 764 994 661 841 675 2791 2330 538 544 519 545 Aber nicht nur die aus den Betrieben entlaffenen Arbeiter leiden arge Not, sondern sie hat auch inzwischen die Krise des sogenannten Mittelstandes erfaßt und vielen Handwerkern und Händlern geht es heute nicht viel besser als den Arbeitslosen. Dazu kommt noch der finanzielle Zusammenbruch der Gemeinden, die aus eigener Aus diesem Ausweis ist ersichtlich, daß 4292 Kraft gegen die Notlage der Bevölkerung nichts mehr tun können. Seit Monaten versuchen daher Einwohner von Duy, d. s. 40.5 Prozent, aus den die Organisationen der Arbeiter in Verbindung Reihen der Arbeiterschaft von der Arbeitslosigkeit mit den Gemeinden die Aufmerksamkeit der und beschränkter Arbeitsmöglichkeit schwer betrofStaatsstellen auf diesen Bezirk zu lenken, weil fen find. Von der Gesamtzahl der 1186 Arbeitsohne rasches und entscheidendes Eingreifen die losen sind 794 Personen im Bezuge der staatlichen Verzweiflung der Menschen grenzenlos werden Lebensmittelfarten, 224 Personen beziehen Untermüßte. Eine Reihe von Konferenzen der Not- stügung nach dem Genter System und 168 Arstandsgemeinden wurden abgehalten, durch die beitslose sind von der Unterstützungsaktion ausge= man schließlich erreichte, daß Dienstag, am Die staatlichen Aktionen zur Linderung der 8. Jänner, eine eingehende Untersuchung des Notstandes im Bezirk Krayau, durch eine aus Par- Not der Arbeitslosen werden sowohl vom Bezirk lamentariern und Vertretern der Gemeinden und als auch von der Gemeinde tatkräftig unterstützt Bezirte zusammengesetzte Körperschaft vorgenom- und erforderten im Jahre 1934 folgenden Aufmen wurde. Als Vertreter unserer Partei beteiligte sich Genosse Abgeordneter Ros cher und Senator Goth an der Exkursion. Weiter Genosse Ne= ča s als Vertreter der tschechischen sozialdemokra= tischen Partei, dann die Abgeordneten Windirsch, Bobet, die Senatoren Kostka und Eichhorn, u. a. Unter Führung des Krakauer Bürgermeisters tourde das ganze Notstandsgebiet durchfahren, mit den Vorstehern und Arbeitslosen Rücksprache ge= nommen und zum Schluß in Krabau eine Besprechung abgehalten, die das Ergebnis der Ueberprüfung der Notlage und der Möglichkeiten Abhilfe zu schaffen, formulierte. Die Teilnehmer der so wichtigen Erkursion waren durchgehends davon überzeugt, daß nur schnelle Hilfe den schieden. wand: Staatliche Ernährungsaktion.. 557.720.Milchaktion für Kinder 48.591.90 Weihnachtsaktion De " Brotaktion " " " 15.200.137.466.Buderaktion 5.840.Beitrag z. Kartoffelaftion 31.526.26.300.außerordtl. Beitrag Beitrag f. prod. Fürs. Geldwert der gespendeten Kohle. PP " " Hilgenreiner wollte die 850.Angehör. Summa 419 1501 403 1467 Beitrag d. Bez. zu den Aktionen Bezirksausschuß für Heilfürsorge der Arbeitslosen Weihnachtsspenden für arbeitslose Bergleute Gemeinde zur Suppenaktion " PO ** PO P " " " O " Kartoffelaktion Brotaktion. Mehlaktion. ㄨ 33.334.3.264.6.748.55 12.074.° 11.079.70 4.906.Heilfürs. d. Arbeitsl. 4.000.produktive Fürs. Privatspenden, welche zur Deckung der obangeführten Aktionen mit berwendet wurden Insgesamt. 9 2.419.80 900.819.95 Seit 1. November 1930 wurden insgesamt ausgegeben Kč 3,398.045.15. Der Bezirksausschuß für Heilfürsorge der Arbeitslosen hat seine Tätigkeit am 15. März 1933 aufgenommen und hat bis zum heutigen Tage den Durer Arbeitslosen und deren Familienangehörigen ärztliche Behandlung und die nötigen Medikamente bereits in 1904 Fällen gewährt. Der Fascismus stößt die Frauen ins Elend Deutschland sind dem Druck der von den Nationalsezialisten vorgetragenen sozialpolitischen Reaktion besonders ausgefeßt. Der Kampf zur Verdrängung von ihrem Arbeitsplatz wurde mit allen Mitteln und in hunderttausenden Fällen mit Erfolg geführt. Als diese Frauen endlich aus dem Produktionsprozeß vertrieben waren, hörte dieser Kampf trotzdem nicht auf. Denn nun fam es dar auf an, die arbeitslos gemachten Frauen nicht in den offiziellen Statistiken über die Arbeitslosigkeit in Erscheinung treten zu lassen und durch sie vor allem die Arbeitslosenversicherung und die Wohl= fahrtseinrichtungen nicht zu belasten. Die Frauen der arbeitenden Klasse in Auch dieses Ziel haben die Nationalsozialisten in weitgehendem Maße erreicht. Das geht aus der amtlichen Statistik über den Anteil der Frauen an der Gesamtzahl der Arbeitslosen und der Unterstüßten hervor. Danach ist der Anteil der Frauen auf je 100 Arbeitslose von 19.7 am 30. April 1933 nur auf 16.7 am 30. Ottober 1934 zurüc gegangen. Dagegen beträgt der Rückgang ihres Anteils als Unterſtüßungsempfänger der ArbeitsTosenversicherung in der gleichen Zeit 17.6! Daraus geht hervor, daß selbst nach den amtlichen Statistiken zwar nicht die Arbeitslosigkeit der Frauen erheblich zurückgegangen ist, wohl aber die Bahl der unterstüßten Frauen. Diese Erscheinung ist vor allem darauf zurückzuführen, daß die Nationalsozialisten für alle hauswirtschaftlichen Kräfte eine Sperre der Krisenfürsorge und Arbeitslosenunterstüßung berhängt haben. Von dieser reaktionären Maßnahme wurden so gut wie ausschließlich nur die Frauen betroffen. Außer den von der Statistik erfaßten arbeitsDie Strömungen im Bund der Landwirte. losen Frauen gibt es noch ungezählte Tausende von In der Einleitung unserer gestrigen diesbezüg- arbeitslosen Frauen und Mädchen, deren ArbeitsChristlichsozialen gleichschalten? lichen Meldung ist leider durch technisches Ver- lefigkeit nicht auerkannt ist und die darum überDer Senator Hilgenreiner hat fürz- fehen ein ganzer Sak schwer verstümmelt worden. Haupt nicht gezählt werden. bollständigen 8usammenbruch lich im Senat, als er sich für Henlein einsetzte, die dieses Gebietes aufhalten könne." Prager Presse" angegriffen, die ohne Grund Deshalb soll alles getan werden, um die Eingegen Henlein Mißtrauen fäe. reibung des Bezirtes in die be " Die Prager Presse" tommt in ihrer Freisonderen Notstandsgebiete zu er reichen, und vor allem die Inangriffnahme größe- tagausgabe auf die Angriffe Hilgenreiners zurüd rer Notstandsarbeiten, vor allem der Neißeregu- und schreibt: lierung, zu erzielen. Zur raschesten Durchführung Versuchte Entführung Miklas vor dem Militärgericht Wien. Vor dem Militärgericht in Wien be gann Donnerstag die Verhandlung der Anklage wegen Hochberrates gegen den 29jährigen DokEin Eisenbahnwachkorps Ein wirklicher Katholik spricht Heinrich Imbusch an Max Braun Der katholische Gewerkschaftsführer Imbusch| Nächstenliebe, nicht sadistische Mißhandlungen ans fonnte sich an der großen Saar- Kundgebung für derer wegen ihrer politischen Ueberzeugung oder den Status quo nicht beteiligen, weil es die Ver- Rasse. Wir wollen eine vernünftige Wirtschaftsletzungen, welche er bei dem nationalsozialistischen politit, eine Zusammenarbeit der Völker auf wirtMordanschlag in Blieskastel erlitten hatte, nicht zuließen. Er teilte dies dem Führer der Einheitsfront, Genossen Max Braun, in einem Schreiben mit, welches wir nachstehend abdrucken, weil es zeigt, wie katholische Männer denken und handeln, welchen nicht die Sympathien der Nazi- Bonzen, fondern Freiheit des Volkes, des Geistes und der Kultur oberstes Gebot sind. Der Brief, welcher unseren Christlichsozialen zu denken geben sollte. lautet: Sehr geehrter Herr Braun! schaftlichem Gebiet, nicht eine für alle Völker_schäd= politik, wollen eine ausreichende Fürsorge für alle liche Absperrung. Wir wollen praktische SozialHilfsbedürftigen, wir wollen die Menschen nicht mit leeren Sprüchen von Ehre der Arbeit" usw. abspeisen lassen. Wir wollen Erhaltung der Gewerkschaften. Erhaltung der Freiheit und Gleichberechti gung der Arbeitnehmer, einen gerechten Anteil der Arbeitnehmer an den Erträgnissen der Wirtschaft, ein vernünftiges Arbeitsrecht, eine gute Sozialversiche rung. Wir wollen die Zerschlagung der Gewerkschaften an der Saar verhindern, wir wollen verhüten, daß auch an der Saar die Arbeitnehmer zu Gefolgsleuten und au willenlosen Sklaven erniedrigt werden. Im Anschluß an diese Ausfälle fragen wir Senator Hilgenreiner, ob er nicht im Oktober 1933 in Prag mit dem Prälaten Doktor Scherer vom Reichsbund der katholischen Auslandsdeutschen über die Gleichschaltung der katholischen Bünde in der Tschechoslowakischen Republik verhandelt hat? Man kann neugierig sein, was Herr Hilgentor Walter Ott, Arzt des Allgemeinen Kranken- reiner auf diese sehr klare und vielsagende Frage hauses in Wien, und dessen 30jährigen Bruder antworten wird. Er war ja nie verlegen, wenn Ing. Rudolf Dit, Garagebesizer, die beide bei es galt, sich aus einer heiklen Affäre zu ziehen. dem nationalsozialistischen Putsch vom 25. Juli Mit Hilfe des Jl. Ignatius von Loyola wird es b. I. eine Verschwörung gegen den Bundespräs ihm schon gelingen! sidenten Miklas, der in Velden in Kärnten auf Sommerfrische weilte, geplant hatten. Bundes präsident Millas sollte nach dem Plane der Brüder Ott durch eine Gruppe Nationalsozialisten gefangengenommen und zur Bestätigung des Na- Die Brünner Staatsbahndirektion hat zum hat Blieskastel noch nicht genügend vergessen. Ihrer binettes Rintelen gezwungen werden. Beide An- Schuß des Eigentums der Staatsbahnverwaltung Sundgebung wünsche ich geklagten arbeiteten detaillierte Pläne aus und und der der Bahn anvertrauten Güter ein Eisen- der marristischen Parteien war und noch bin gewannen in Wien zahlreiche Helfershelfer, dar bahnwachkorps eingerichtet. Dieses Korps besteht bollen Erfolg. Trotz der Verschiedenheit unserer unter M. Grillmayer, dessen Name bei dem Gas- aus 16 Mann, ehemaligen Soldaten, die in einem Grundsäte fönnen und müssen wir in der Frage der anschlag der Nationalsozialisten auf das Ge- theoretischen und praktischen Kurs ausgebildet Abstimmung am 13. Jänner zuſammengehen, um ein schäftshaus Gerngroß und bei den Anschlägen auf wurden. Kommandant dieses Korps ist der Vor- gutes Ergebnis zu erzielen. Hier haben wir trok der die Produktenbörse zum erstenmal in die Def- ſtand des Verkehrsamtes Oberinspektor Mott1, Verschiedenheit unſere. Grundsäbe gemeinsame Interfentlichkeit gedrungen war. Während die Brüder dem als Unterkommandant Inspektor e há f zuOtt furz nach ihrer Ankunft in Klagenfurt über geteilt wurde. Im Dienſt tragen die Mitglieder telephonisches Ansuchen der Wiener Polizei ver- des Korps eine Schleife mit der Aufschrift„ Eisen- hitlerfreier deutscher Erde und den deutschen Geist von uns das Leben koitet. das Saargebiet muß frei haftet wurden, gelang es Grillmayer nach bahnwache" und an der rechten Bruſtseite haben retten. sir wollen eine gewissenhafte Rechtssprechung bleiben. Von hier aus wollen wir auch den Brüdern Deutſchland zu flüchten. Beide Angeklagten waren sie eine Metallnummer befestigt, bier Elfenbeina mord und Stonzentrationslager. Wir wolen an der Parole: für Deutschland, gegen Hitler, für Status beim heutigen Verhöre wie bei ihrer Verhaftung ist verpflichtet, den Anordnungen dieser Saar die deutsche Kultur erhalten, sie nicht der Bar- quo! grundsätzlich geständig. Zu dem Verhöre waren wache auf dem der Eisenbahn gehörigen Grund barei ausliefern. Wir wollen praktisches Christenund Boden unbedingt Folge zu leisten. Bivolf Zeugen geladen. Besten Dank für die Einladung zu der Kundgebung der Einheitsfront, die als Kundgebung aller Hitlergegner aufgezogen ist. Es ist mir nicht mög lich, an der Kundgebung teilzunehmen. Mein Kopf obwohl immer Gegner einen fern erhalten. Wir wollen verhindern, daß die jetzt in Wir wollen sodann den Frieden unter den VölDeutschland herrschende undeutsche, kulturfeindliche Dittatur au einem neuen großen Kriege, zu einem neuen Massenmorden führt und die europäische Kultur zerstört. Wir kennen die Gefahren, die jedem aufrechten Menschen von den entmenschten Vertretern des Naziregiments drohen. Das soll uns nicht abhalten, unsere Pflicht au tun. Wir dürfen das Sagracbiet nicht auch den Diktatoren des„ Dritten Reichs" überWir wollen hier an der Saar den letzten Rest laffen. Auch wenn der Kampf dem einen oder andern nach vernünftigen Gesezen, nicht willkürlicher. Massen- im Reich die Freiheit zurückerobern. Deshalb unsere tum und Beobachtung des christlichen Gebotes der Mit vorzüglicher Hochachtung gez. Heinrich Imbusch. ecitr 4 Freitag, 11. Jänner 1935 Nr. S Jn Kürze Rom. Der Geschäftsträger von Abessinien ist am Donnerstag von Mussolini empfangen worden. Linz.(Tsch. P.-B.) Das„Linzer Volksblatt" meldet, daß in Vöcklabruck vor kurzem von der Gendarmerie ein neuangelegtes nationalsozialistisches Waffenlager, das u. a. auch eine große Menge Gasmasken enthielt, aufgedeckt wurde. In Ried am Inn wurde ein neugebildetes nationalsozialistisches„Kreiskommando" ausgeforscht. Zwei Führer namens Wittmayer und Hellwagen wurden verhaftet. Weiters wurde auch die Braut Gittmayers verhaftet, an die in letzter Zeit bedeutende Geldbeträge aus Deutschland gelangten, die für Agitationszwccke bestimmt waren. Paris. lHabas.) In der Plenarsitzung des Senates wurde Jeanneney mit 216 von insgesamt 234 abgegebenen Stimmen zum Vorsitzenden wiedergewählt. Die Bauernbewesuns als politischer Faktor in Jugoslawien Belgrad.(AP.) Das neue Kabinett JestiL bedeutet nicht nur eine gewisse Abkehr von Einparteisystem uyd Versöhnlichkeit gegenüber den regio- nalen Gruppierungen, sondern auch die Erhebung der bäuerlichen Genossenschaftsbewegung zu einem politischen Faktor ersten Ranges. In dieser Frage zieht Jeftic an einem Strange mit dem Landwirt- fchaftsminister Dragutin JankoviL und dem Minister für öffentliche Arbeiten, Dimitrij Vuic, die gleich ihm dem Präsidium des serbischen Genossen- schaftsverbandes angehören. Die politische Bauernbewegung ist erst nach 1829 stärker hervorgetreten. Da Jugoftawien in erster Linie ein Bauernland ist, kann man sagen, daß hier das soziale und nationale Moment zusammenfallen. Dabei drängt das Prinzip der Bauernbewegung auch das na- tional-kroatische in den Hintergrund. Die Bauernbewegung ist zwar bunt, nicht ganz einheitlich und nicht frei von Widersprüchen. Das Ganze befindet sich ja auch erst im Prozeß des Werdens. Die Hauptträger sind die eigentlichen Bauern. Daneben haben sich aber auch vermögende Grundbesitzer der Bewegung angeschloffen, da der Genossenschaftsgedanke, die uralte serbische Z a d r ü g a, außerordentlich populär ist. Diese Gruppe ist chber nur klein, freilich dabei sehr einflußreich. Als sich JeftiL nach 1929 unverhohlen zur bäuerlichen Genossenschaftsdemokratie bekannte, blieb ihm dennoch das ungeschmälerte Vertrauen des Königs Alexander erhalten? der grundsätzlich gegen diese Sympathien von JeftiL nichts einzuwenden hatte. Damals überwog aber der Einfluß von UzunowiL, der diesem genossenschaftlich-demokratischen Kurs ablehnend gegenüberstand, worin er von dem Innenminister Laziä und dem Belgrader Polizeipräsidenten Lazarewiö bestärkt wurde. Jetzt aber kann JeftiL, gestützt von der Regentschaft und von der Armee, deren Offizierskorps an sich schon mit der bäuerlichen Umgebung noch eng verbunden ist, an die Verwirklichung seiner Konzeption Herangehen. Schon einmal hatten die Bauern in Serbien versucht, Politik zu machen. Das war im Rahmen der Radikalen Par- t e i, die aber von Berufspolitikern geführt wurde und sich innerlich von den Bauern entfernte. Heute ergibt sich ein anderes Bild. Freilich gibt es auch fäscistische Elemente in der Bauernbewegung, so wie auch die fascistischen Verbände in der Regierung nicht ohne Vertretung sind. Aber die jugoslawischen Bauern sind keine Fasdisten. Ihnen ist der Geist der Bauerndemokratie lebendig gegenwärtig. Sie sind auch nicht chauvinistisch, darin geistesvertvandt der Stambulinski-Bewegung in Bulgarien, die seinerzeit nach dem Kriege mit dem Haß gegen Serbien und dem Gerede vom Erbfeind Schluß machte. Wenn sich also diese Bauerndemokratie in Jugoftawien durchsetzen könnte, würde dies eine außerordentliche innenpoliftsche Stabilisierung Jugoflawiens bedeuten. Aufhebung der Freizügigkeit für Metallarbeiter Neue Maßnahmen auf dem Arbeitsmarkte in Deutschland Der Präsident der Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung hat auf Grund der Verordnung über die Verteilung von Arbeitskräften vom 10. August 1934 angeordnet, daß in privaten und öffentlichen Betrieben und Verwaltungen aller Art gelernte Metallarbeiter, die am 15. Jänner 1935 nicht im Bezirk des für den'Betrieb zuständigen Arbeitsamtes ihren Wohnort haben, nur eingestellt werden dürfen, wenn eine schriftl. Zustimmung des Arbeitsamtes vorliegt. Gelernte Metallarbeiter im Sinne dieser Anordnung sind Arbeiter, Betriebsbeamte, Werkmeister und Techniker, soweit sie eine ordnungsmäßige Lehre als Fachkräfte der Metallindustrie abgeschlossen haben. Die Zustimmung ist von dem Arbeitsamt zu erteilen, in dessen Bezirk der gelernte Metallarbeiter bisher seinen Wohnort hatte. Diese Anordnung tritt mit dem 15. Jänner 1935 in Kraft. Durch diese Verordnung wird die Freizügigkeit der gelernten Metall- orbeiter ohne örtliche Begrenzung eingeschränkt. Immer schneller! 184 Meter in der Sekrmde— im Auto London. Mittwoch wurde auf der Brookland- Rennbahn das neue, ausgezeichnet vervollkommnete Rennauto„Blauer Bogel" vorgeführt, mit dem Sir Malcolm Campbell im nächsten Monate in Dayton seinen eigenen bisherigen Schnelligkeitsweltrekord schlagen will. Dieses Riesenauto wiegt 4j$ Tonnen. Sir Malcolm hofft, daß er seinen neuen Weltrekordversuch am 19. Feber in Amerika werde unternehmen können, da an diesem Tage Vollmond und ein solcher Tag an der kalifornischen Küste in der Regel der günstigste ist. Den letzten Rekord erzielte Sir Malcolm in Dayton am 22. Feber 1933, u. zw. mit einer Durchschnittsstundengeschwindigkeit von 272.108 Meilen. Die Ingenieure, die den neuen „Blauen Vogel" konstruierten, rechnen damit, daß er eine Stundengeschwindigkeit von 300 Mei- l-n erreichen wird. Miami. Der Flieger Chester erreichte im geschloffenen Umkreis in der Länge von 100 Km. eine Stundengeschwindigkeit von 381 Km. ,womit er den Rekord des französischen Fliegers Delmotte(345 Km.) für Flugzeuge, die leichter als 450 Kg. sind, überbot. Das Flugzeug Chesters wiegt 364 Kg. Tagcsiiailglfeltcn Eine zweite Bahnkatastrophe in Rußland M o s k a«. In der Nähe von Rostow am Don ereignete sich ein schwerer Eisenbahnzusam- menstoß. Ans bisher nicht geklärter Ursache fuhr ein Personenzug in das Ende des vor ihm fahrenden Personenzuges hinein. Bei dem Unglück fanden sechs Personen den Tod, 14 wurden verletzt, davon sechs schwer. Auf Veranlassung des Obersten Staatsan- j waltes wurden 30 Personen in Hast genommen, i die noch im Laufe von drei Tagen zwecks Aburteilung vor ein Gericht gestellt werden müssen. Der Staatsanwalt erklärte, das? dieses Unglück nur zurückzuführen sei auf schlechte Disziplin, mangelnde Kenntnis und Verantwortungslosigkeit. Benzinexplosion: fünf Schwerverletzte Der 24jährige Schlosser Adolf Stanek in D a r k a u war in der Küche seiner Wohnungsgeberin mit der Reinigung seiner Taschenuhr beschäftigt. Er schüttete zu diesem Zwecke aus einem 8-Litergefäß in eine Schüssel Benzin. Nicht weit davon stand eine brennende Petroleumlampe. Die beim Eingießen entstandenen Benzindämpfe explodierten. Stanek ließ die Kanne fallen. Das Benzin fing Feuer und steckte die Kleider aller Anwesenden in Feuer. Die fünf.brennenden Unglücklichen konnten sich weder durch die Mchen-,. noch durch die Zimmertür retten, weil infolge der Explosion die Türen nicht aufgingen. Sie sprangen in der Verzweiflung durch die Fenster und löschten durch Wälzen in dem Schnee ihre brennenden Kleider. Die nun herbeigeeilten Nachbarn riefen einen Arzt, welcher den Unglücklichen erste Hilfe leistete. Nicht allein, daß die Wohnung ein Raub der Flammen wurde, erlitten die Wohnungsinhaberin Aloisia Nalavajek sowie deren Töchter Martha und Marie lebensgefährliche Verbrennungen. Weniger schwer sind die jüngste Tochter Aurelia und Stanek verletzt. Die Untersuchung der Bestechungsaffären » Weitere Verhaftungen? Brünn. Vor einigen Tagen weilten einige Beamte der Brünner Polizeidirektion in Prag und verhörten im Eisenbahnministerium und im Ministerium für öffentliche Arbeiten.mehrere Beamte. Der Beamte des Eisenbahnministeriums Neumann wurde verhaftet und nach Brünn gebracht. Auch der Beamte der Landesbehörde in Preßburg Jng. D a n k o wurde verhaftet und nach Brünn gebracht. Beide wurden bereits dem Gericht überstellt. Seit einigen Tagen hielten sich in einem vornehmen Brünner Hotel zwei führende Beamte der Firma Pittel und Brausewetter, Jng. Fehler und Jng. M a ch ä c e k aus Prag, auf. Die beiden Beamten wurden gleichfalls verhaftet und der Brünner Polizeidirektion eingeliefert. Auch der Direktor der Böhmisch-mährischen Betonbaugesellschaft Reich wurde borgeladen. In König« grätz wurden drei Beamte der dortigen Staatsbahndirektion, darunter Oberrat Jng. Schüller, verhaftet. Schüller befindet sich gleichfalls in der Haft der Brünner Polizeidirektion. Bei diesen Verhaftungen handelt es sich um Bestechungen bei Lieferungen für die Frainer Talsperre und für die Staatsbahnen. Der Wilde Paris. Der französische„wilde" Abgeordnete FilibertBesson, der im Vorjahre zu sechs Monaten Gefängnis verurteilt wurde, weil er einen Gendarmen mißhandelt hatte, vorläufig aber auf steien Fuß belaffen wurde und seinerzeit nach Belgien abgercist war, um die Strafe nicht antreten zu müssen, war erst im Laufe der Herbstsession wieder nach Paris zurückgekehrt. Als das Parlament in die Ferien ging, reiste er neuerlich nach Belgien ab und ist von dort erst gestern mittels Flugzeugs yach Paris zurückgekehrt, als er bereits wieder im Schutze der Immunität stand. Inzwischen hatte ihm aber das Gericht seine De- putierten-Diäten für den Monat Jänner beschlagnahmt. Deputierter Besson hat gestern zum Zeichen des Protestes gegen diese Beschlagnahme den Hungerstreik eröffnet. Kämpfe i« Indien Kolhapur(Indien). Bei Unruhen in Ajra in dem Reinen indischen Staate Achalkaranji, südlich von Bombay, kam es zu Unruhen. Den letzten Berichten zufolge kamen elf Personen ums Leben, darunter drei Frauen; verletzt wurden 35 Personen. Ein Teil der mohammedanischen Bevölkerung flüchtete und brachte die auf ihrer Seite Verletzten in Sicherheit, so daß es nicht ausgeschlossen ist, daß die Zahl der Opfer noch größer ist. Goebbels Bumerang. Die Saarnazis fühlen sich schwer benachteiligt. Bei der Volksabstimmung am Sonntag können sie nicht einmal, wie im Reich, den Wählern beim Einzeichnen des Kreuzes über die Schulter gucken, sie dürfen sich nicht in brauner oder schwarzer Folterkluft im Abstimmungslokal aufbauen und mit dem Rufe oder Plakat „Wer deutsch ist, braucht kein Wahlgeheimnis" die offene Stimmabgabe befehlen. Kurz, es ist keine Freude mehr, zu wählen.— Man muß doch aber wissen, wer ein Landesverräter ist und gegen die Einbeziehung des Saargebietes in das Reichskonzentrationslager stimmt. Wie macht man das? Sechs Wähler unter den nur 200 des vorigen Sonntags haben verraten, wie es diesmal gemacht werden sollte, indem sie durch Kernsprüche allso- gleich kundgegeben haben, wie sie stimmen. Daraus hat man gemäß der Wahlordnung, ihre Stimmen und zugleich ihre Wahlberechtigung kassiert. Und nun trommeln alle Nazisender x-mal im Tag: Deutsche, treue Saarwähler, behaltet den Mund im Wahllokal und behaltet um Gotteswillen auch den rechten Arm unten und grüßt nicht a la Mussolini, damit eure Stimme nicht verloren gehe. Niemals war es im kaiserlichen oder im demokraftschen Deutschland Sitte, zur Stimmabgabe etwas dazuzusagen. Niemals ist es irgend einem Wähler eingefallen, durch Worte oder Gesten zu verkünden, wie iw gestimmt hat. Wenn das jetzt auf einmal sechs Saakwähler getan haben, so kann das nur auf eingetrichterte Parole ge- äSestelU das>aIHMA«j3ucft schehen sein. Und wenn darauf der gesamte Goebbelsfunk bittet und- beschwört, das nur ja nicht mehr zu tun,, so ist das ein zwingender Beweis dafür, daß die Deutschfrontler um Pirro gerade diese Begleitworte zur Stimmenabgabe ihren Schäfchen befohlen haben, um so doch Kontrolle zur Terrorausübung zu haben. Die Abstimmungs- kommiffion hat diesen sauberen Plan vernichtet und nun bibbern die Pirroaner vor A n g st, es könnten doch noch genug ihrer Anhänger in ihrer unerforschlichen Blödheit durch Befolgung des Parteigebots sich erweisen als ein Teil jener Kraft, die stets das Böse will und doch das Gute schafft. Die Stelle des Bezirksschulinspektors für die Volks- und Bürgerschulen und die Kindergärten mit deutscher Unterrichtssprache in den Schulbezirken Falkenau«. E. und E l b o g e n mit dem Amtssitze in Falkenau a. E. gelangt ab 1. Juli 1935 zur Besetzung. Die ordnungsgemäß belegten Gesuche nimmt der Landesschulrat in Prag bis einschließlich 15. Feber 1935 im Dienstwege entgegen. Der Mörder seines Schwiegersohnes gestorben. Der Pensionist Wolf, welcher vor einigen Tagen seinen Schwiegersohn, den Podebrader Badearzt Dr. Weiner erschossen hat, ist Donnerstag den Folgen des Schusses, welchen er gegen sich selbst abgefeuert hat, erlegen. Revolver-Attentat einer Frau. Die geschiedene Gattin des bekannten Pariser Advokaten I z o u a r d gab am vergangenen Samstag abend auf dem Viktor-Hugo-Platz gegen die junge Advokatin Germaine Paz einige Revolverschüffe ab, ohne sie aber zu treffen. Der Fall wurde bis gestern verschwiegen. Gestern aber wurde Frau I z o u a r d verhaftet..Sie erklärte, ihre Feindin sei voll verantwortlich für den kürzlichen Selbstmord ihrer Tochter, die der Ehe mit ihrem ehemaligen Gatten entstammte. Die Advokatin Paz behauptet, daß es sich um eine unzurechnungsfähige Tat einer Alkoholikerin handle. Mchdampfer gesunken. Mittwoch abend, nach Eintritt der Dunkelheit, ereignete sich auf dem. Humber, unweit Hüll, ein schweres Schiffsunglück. Der Fischdampfer„Edgar Wallace" stieß bei der Rückkehr vom Fischfang auf eine Sandbank, legte sich auf die Seite und sank. Von der Besatzung von 15 Mann konnten nur drei gerettet werden. Der Wehrbeitrag Erläuterungen der Finanzlandesdirektio« Die Finanzlandrsdirektton Prag hat zum Gesetz über den Wehrbeittag eine Kundmachung erlassen, in der ausführlich die Zahlungspflicht und die Umstände dargelegt werden, die eine Befreiung von dem Wehrbeittag bewirken. 1. Der Wehrbeittag beträgt 10 Prozent der Einkommensteuer für das betreffende Jahr. Es unterliegen ihm grundsätzlich alle steuerpflichtigen Männer und Frauen, denen für 1934 und die weiteren Jahre eine Einkommensteuer bemeffen wird, oder denen ab 1. Jänner d. I. der Dienstgeber von den Dienstbezügen bis zu 23.556 Kc brutto jährlich die Einkommensteuer abzieht. Die Pflicht zur Zahlung des Wehrbeittages dauert vom 25. bis zum 50. Lebensjahre einschließlich. Befreit sind: II. Den Wehrbeittag werden jedoch nicht zahle« jene Steuerpflichttgen, welche A) fremde Staatsangehörige sind; 8) im Jahre 1899 und den vorhergehenden Jahren<1898, 1897 nsw.) geboren find; 6) obwohl erst nach 1899 geboren, ater a) im laufenden Jahre das 25. Lebensjahr noch nicht erreicht haben; v) Militärdienst durch mindestens 12 Wochen geleistet haben;; o) aus dem aktiven Militärdienst entlassen wurden wegen Gebrechen oder Krankheit, welche infolge»es Militärdienstes entstanden sind oder sich verschlechtert haben; d) das Haupt einer Familie sind, bei welcher wenigstens ein Mitglied(d. i. Ehegatte oder Kinder — auch großjährige— soweit sie in der Versorgung des Familienhauptes sind) Militärdienst von wenigstens 12 Wochen geleistet hat; e) als Frauen-Mütter wenigstens minderjährige Kinder und ein reines steuerpflichttges Einkommen unter 12.000 flö jährlich haben. Wie ist vorzugehen? III. 1. Im Einkommensteuerbekenntnis, welches bis Ende Feber einzubringen ist, ist genau und auffällig das Geburtsjahr bzw.— soweit es sich um einen Ausländer handelt— die Staatszugehörigkeit anzuführen; 2. Einkommensteuerpflichtige, welche als Frauen-Mütter dem Wehrbeittag laut Punkt II, C, lit e) dem Wehrbeitrag nicht unterliegen, haben ebenfalls im Steuerbekenntnis auf diesen Umstand aufmerksam zu machen. 3. Den Nachweis über die Richtigkett obiger Angaben(z. B. Tauf- oder Geburtsscheine, Paß, der Bürgerlegitimation oder ander« amtliche Urkunden) wird der- Steuerpflichtige erst über befand«» Auf-- forderung der Bemessungsbehörde erbringen..(Falsche Angaben werden besttast.) Wer Anspruch auf Ausnahme von der Pflicht, den Wehrbeitrag zu bezahlen, aus irgendeinem der sub II., C, lit b) bis d), angeführten Gründen hat, macht darmif im Steuerbekenntnis ausdrücklich aufmerksam und außerdem schließt er darüber der Steueradministration, welche ihm die Einkommensteuer bemißt, eine Amtsbestätigung(siehe unten Puntt 5) bei. Für daS Jahr 1934 genügt eS, wen» dir AmtS- beftätigung nachträglich spätestens bis End« Juni 1935 vorgelegt wird. Wenn der Steuerpflichtige die Amtsbestätigung überhaupt nicht oder nicht rechtzeittg vorlegt, verliert er das Recht, den bemeffenen Wehrbeittag anzufechten, wenn er nicht durch«ine Bescheinigung des unten sub 5) angeführten Amtes nachweift, daß er um die Bestätigung rechtzeitig angesucht hat, daß aber das Amt über sein Ansuchen bisher nicht rechtskräftig entschieden hat. • 5. Die Bestätigung folgt über Ansuchen unentgeltlich die Bezirksbrhörde aus, in deren Sprengel der Ansuchende wohnt, und zwar auf Grund des Militärdokumentes(Militärbuches), welches der Gesuchsteller zur Einsichtnahme vorlegt. Gegen die Entscheidung dieses Amtes kann sich der Gesuchsteller bei der vorgesetzten politischen Behörde beschweren, welche endgülttg entscheidet. (Schluß folgt) Die Männerstadt. Wie Charbiner Blätter melden, wird dieHauptstadtder Mandschurei bald mit Recht von sich behaupten können, die„Stadt der Männer" zu sein. Bei der letzten Volkszählung ergab sich, daß bei einer Gesamtbevöllerung von 490.059 Personen, die in 110.030 Familien leben, nur 1 7 1.506 weiblichen Geschlechts waren, denen 31 8.553 Männer gegenüberstanden. Die verheerende Sterb lichkeit unter den Frauen Charbins— eine Folge der Ausbeutung und der mangelnden Hygiene— ist die Ursache des rapiden Frauenschwundes. Vom Rundfunk empfehlenswertes aus den Programmen: SamStag: Prag, Sender L.: 10.05: Deutsche Nachrichten, 12.10: Schallplatten, 15.55: Tanzmusik, 16.40: Rundfunk für die Jugend, 17.05: Aus Opernarien, 18.05: Deutsche Sendung: Seemann: Aus dem sudetendeutschen Kulturleben, 18.55.: Deutsch« Presse. Sender S.: 14.30: Klarinettenkonzert, 15: Deutsche Sendung: Operettenlieder, 18.30: Kinder, wir wollen turnen!— Brünn 17.05: Volkslieder, 17.50: Deutsche Sendung: Operettenlieder, 19.10: Orche- fterkonzert.— Kascha« 19.10: Militärkonzert. «r. 9 Freitag, 11. Jänner 1935 Seite 5 Verunglückte Schulkinder New Kork. Wie aus Deadwood(Süddakota) berichtet wird, stieß bei dem Ort Piedmont, etwa 40 Kilometer von Deadwood entfernt, ein Kraftomnibus» der 20 Schulkinder beförderte, mit einem Lastkraftwagen zusammen. Fünf Schulkinder wurden dabei getötet und 14 verletzt. Bon den letzteren haben fünf schwere Verwundungen davon getragen. Die Kinder gehörten Kriegsteilnehmerfamilien an und waren in einem Lager des Freiwilligen Arbeitsdienstes untergebracht. Brennendes Kautschuk-Lager bedroht eine Stadt Grenoble. In der Nacht zum 10. d. M. brach in einem Kautschuk-Lager ein Feuer aus, welches rasch große Ausdehnung annahm und das ganze Stadtviertel bedrohte. In den Morgenstunden dauerte der Brand noch an. Ertappte Balutenschmrrggler. Die Wiener Polizei verhaftete den Kaufmann Markus Spira-Kühn in dem Augenblick, als derselbe mit einer größeren Balutensumme mit der Nordbahn nach der Tschechoslowakei reisen wollte. Die Wiener Polizei harte bereits längere Zeit hindurch davon Nachricht, daß Spira-Kühn in illegaler Weise mit Valuten handle und fie über die Grenzen bringe. Nach längerer Verfolgung seiner Spuren ertappte sie ihn bei der Tat. Bei dem Verhafteten wurden 60.000 KC, 65.000 Lire, 22.000 Schilling, 600 polnische Zloty sowie andere Valuten aufgefunden und beschlagnahmt. Reue Erdstöße am Marmara-Meer. Nach ausführlicheren Nachrichten aus Moskau über die Stürme, die an den Küsten des Schwarzen Meeres herrschten, setzte der scharfe Nordostwind bereits am 4. Jänner ein und erreichte am 7. Jänner Orkanstärke von 60 Meter pro Sekunde. Die Temperatur sank auf 26 Grad unter Null. Gleichzeitig trat ein dichter Nebel auf. Der dänische Dampfer„Bornholm" geriet im Nebel auf eine Sandbank. Es wurden alle Vorkehrungen zu seiner Rettung getroffen. Der griechische Dampfer„Virginia" wurde vom Eis blök» kiert. Heute ließen die Stürme ein wenig nach, die Fröste halten jedoch an und in der Nacht lvurden—SO Grad verzeichnet. Stürme von dieser Stärke waren in diesen Gebieten seit dem Jahre 1929 nicht mehr vorgekommen.— Pariser Blätter melden aus Jstambul, daß Mittwoch am Ufer des Marmarameeres neuerliche Erdstöße verspürt wurden. Ungefähr zehn Dörfer sind teilweise zerstört. Ss wurden 10 Tote und 100 Verwundete gemeldet. New Norkrr Hafen durch Rebel lahmgelrgt. Der dicht« Nebel, der sich als erhebliches Schiffahrtshindernis geltend gemacht hat, hält noch immer an, und zwar fast auf der ganzen atlantischen Küste der vereinigten Staaten. Am New Parker Hafen find ganz ungewöhnliche Verhältnisse eingetreten. Der verkehr ist völlig lahmgelegt. 20 Schiffe liegen auf der Reede und warten vergeblich auf eine Mög- lichke'it zur Einfahrt. Nur drei Dampfern ist eS gelungen, unter größten Vorsichtsmaßregeln aus dem New Uorker Hafen auszulaufen. Mit dem Nebel zugleich ist eine erhebliche Erwärmung eingetreten. In- folgedeffen führen alle Flüsse im oberen Teile de» Staates New Pork Hochwasser. Die Aecker stehen weithin unter Wasser. Zahlreiche Ortschaften sind überflutet. Wahrscheinliche» Wetter Freitag: Vorwiegend bis wechselnd bewölkt, vielfach nebelig, nur noch strichweise Schneeschauer, schwacher bis mäßiger Frost. Wetteraussichten für Samstag: Weitere Abschwächung der Fröste. Der entlarvte Robot Zwerg al» Seele eine» Maschinemnenschen— Ein aufmerksamer Polizist In hellen Scharen war die Bevölkerung von Pavia in ein Varietö gekommen, um dort den Vorführungen eines Robot, eines Maschinenmenschen, beizuwohnen. Die Veranstalter hatten eine riesige Reklame für diesen Robot entfaltet, den sie als den Menschen des kommenden Jahrhunderts bezeichneten. ES war ihnen auch tatsächlich gelungen, in Genua, Mailand und anderen großen italienischen Städten, sämtliche Eintrittskarten für ihr« Veranstaltungen zu verkaufen und bei dem Publikum einen tiefen Eindruck zu hinterlassen. In Pavia sollte sie jedoch ihr 180 Jahre„Times" Am 1. Jänner 1786 erschien die erste Nummer des„Daily Universal Register", das bald den Namen„The Times" annahm. Der Aufstieg zum größten und einflußreichsten Blatt der Welt ist zugleich eine Geschichte der Zeitung vom bloßen Journal d'information, abhängig von Gunst und Laune der Regierung, zur unabhängigen Meinungspresse. In dieser Zeit schuf sich die Times durch die besondere Fähigkeit ihrer Leiter John Walter H. und Thom. Barnes eine einzigartige Stellung. Die Times war von Anfang an das Blatt der aufgeklärten englischen Mittelklassen, mit ihnen stieg sie zur Macht und Bedeutung auf, mit ihnen finden wir sie im Kampf gegen Sflaverei und die brotverteuernden Corn Laws und für die Wahlreform, mit ihnen in diesem Jahrhundert im, allerdings immer nobel geführten, Kampf gegen die Arbeiterpartei und die beiden Labourregierun- gen. Die große Bedeutung der Times liegt in der Fülle zuverlässiger Meldungen aus allen Schicksal ereilen, das in der Gestalt eines Polizisten, der plötzlich auf der Bühne erschien. Der Maschinenmensch bestand aus Leichtmetall und enthielt angeblich einen äußerst komplizierten Maschinismus, der ihn instand setzte, die schwierigsten Arbeiten auszuführen. Der„Erfinder" braucht« lediglich auf einen Knopf im Rücken des Robot zu drücken, um ihn Kartenkunststücke, physikalische Experiment« und allerlei Jongleurkunststücke ausführen zu lassen. Während das Publikum reichen Beifall spendete, trat der Polizist, der von seinem Teilen der Welt und die ausgezeichneten Leitartikel— täglich erscheinen vier— die fast immer Meisterstücke politischer Kommentierung sind. Dazu kommt eine Anzahl von Artikeln und Berichten und die„Briefe an den Herausgeber", die Seiten füllen. Diese, meist von hervorragenden Leuten des öffentlichen Lebens geschriebenen Briefe, haben eine ähnliche, ost sogar eine größere Bedeutung als eine Parlamentsrede. Die Times war die erste Zeitung der Welt, die unzufrieden mit den dürftigen Nachrichten aus dem Ausland, die auch noch oft durch die Post zurückgehalten wurden, in die wichtigen Städte Europas ständige Korrespondenten schickte, um den berühmten englischen Appetit nach Neuigkeiten zu befriedigen. Jetzt war die Times besser informiert als die europäischen Regierungen und der Zar las das französisch-englische Ultimatum» das zum Krim-Krieg führte, in der Times, bevor er es offiziell erhielt. Berühmt ist die Tätigkeit des Korrespondenten Popper- Blowitz, eines gebürtigen Böhmen, auf dem Berliner Kongreß. Die Times hat man einmal eine Großmacht und ihre Korrespondenten Botschafter Stuhl in der ersten Parkettreihe alles genau beobachtet hatte, auf den Maschinenmenschen zu und riß ihm an der Brust ein« kleine Klappe auf. Sofort erhob sich ein tolles Gelächter, denn im Innern des Robot sah man einen Menschen, einen Liliputaner. Er machte ein sehr verdutztes Gesicht, als er aufgefordert wurde, aus dem Mechanismus herauszuklettern und dem Polizisten zusammen mit den Unternehmern und dem„Erfinder" auf die Wache zu folgen. Die Zuschauer nahmen die ganz« Sache von der heiteren Seite, sie waren bei der dramatischen Verhaftung durchaus auf ihre Kosten gekommen. dieser Großmacht genannt. Keine Regierung, ob englisch oder ausländisch, hat es sich mit dieser Macht gerne verdorben. Politisch ist die Times die Stimme des kon- servativ-demokrafischen Bürgertums. Als erste Zeitung der Welt wirtschaftlich unabhängig, erhob sie ihre Stimme nicht nur im wirtschaftlichen Interesse des Bürgertums, sondern auch für die demokratischen Freiheitsideale dieser Klaffe», auch wenn sie vom Bürgertum selbst verletzt worden waren. So fand sie der Fascismus im Lager seiner schärfsten Gegner— sehr im Gegensatz zu den bürgerlichen Blättern des Kontinents, für die die Höhe der Auflage und nicht politische Meinung leitendes-Prinzip ist. Im Kampfe gegen fasci- stischen Terror, Antisemitismus und politische Verfolgung hat die Times ihre große Autorität und das Talent ihrer besten Mitarbeiter immer für die Freiheit und gegen die Unterdrückung eingesetzt. Ihr Jubiläum ist zugleich ein Bekenntnis zu den politischen Prinzipien, die die Bourgeoisie zu einer historischen Klasse gemacht haben und deren Aufgabe den Verzicht auf ihren Machtanspruch einschließt. O. F. der seinen Mann ernährt und ihn von elterlichen Zuschüssen unabhängig machte. Mancher junge deutsche Offizier wird die Welt noch oft in Verwunderung fetzen, es ist lohnend, ihn im Auge zu behalten, denn in ihm spiegelt sich das Wehrproblem der heufigen Ge« fellschaft, auch insbesondere des Dritten Reiches. F. W. Gcrlchtssaal Zwei bemerkenswerte Urteile Das Dritte Reich rmd die Offiziere Der heutige deutsche Offizier gleicht dem alten preußischen von gestern in keiner Weise mehr. Sie sind voneinander um eine ganze Welt verschieden, wenn ihre gemeinsame Welt auch die des Soldaten ist. Man^starrt viel zu sehr auf den deutschen Vorkriegsmilitarismus und übersieht die enormen Wandlungen, die sich im Militarismus im allgemeinen und im preußischen insbesondere vollzogen haben. So hat man Jahre hindurch in der SA die größte und beste Armee der Welt gesehen, um erst nach dem 30. Juni zu wissen, daß von dieser „größten und besten Armee" niemand weniger gehalten als die deutsche Reichswehr, die nicht nur gegen die braune Konkurrenz, sondern auch gegen ein überholtes Prinzip einer Wehrorganisation und Ausbildungsweise ankämpste. Führende Zeitungen haben kürzlich mitgeteilt, daß die Reichswehrleitung sich dagegen wehrt, das von ihr benötigte Soldatenmaterial aus den noch vorhandenen Resten der SA zu holen, weil sie in diesen gedrillten Leuten militärisch verbildete Menschen sieht. In der SA lebt tatsächlich der alte Preußengeist. Das gestrige Preußentum hat im Welt- kriege seinen Wert und damit seine Berechtigung verloren. In der Reichswehr wird ein völlig neuer Soldatentypus herangebildet, da die veränderten Kampfformen und die völlige Auflösung der geschlossenen Formation einen selbständigen und gewandten Einzelkämpfer mit großem Persönlichkeitswert notwendig gemacht haben. Wenn nun schon der Soldat eine Persönlichkeit sein mutz, welche grotzen Qualitäten werden da erst vom Offizier erfordert? Als Drill und Kadavergehorsam noch die Grundlagen der militärischen Ausbildung und die Anforderungen an den einzelnen Mann viel geringer waren, da konnte„der alte sture preutzische Offizier" den an ihn gestellten Ansprüchen noch genügen. Doch jetzt ist seine Zeft vorüber, der Offizier mutz heute so beweglich sein, wie der moderne Krieg selbst. Ist dies ein Grund für die relative Modernität de» heutigen jungen Offiziers in Deutschland, so ist ein weiterer in der Tatsache zu suchen, daß der Weltkrieg den alten Rüstungsbegriff völlig zerschlagen und die Lehre gezeitigt hat, datz nur die Nation siegen kann, die sich in bezug auf die Organisation der Wirtschaft ohne Rücksicht auf Einzel« und Gruppenintereffen ganz und gar den Notwendigkeiten kriegericher Handlungen unterwirft. Dazu gehört vor allem, was Deutchland anbelangt: Siedlung im ostelbischen Gebie ohne Rücksicht auf die Interessen der Großgrundbesitzer, staatliche Kontrolle oder gar staatliche Leitung der Wirtschaft, möglichst weitgehende Sozialpolüik zwecks Erhaltung der Wehrkraft und Gewinnung der entscheidenden Massen des Volkes, insbesondere der Jndustriearbeiterschast, deren Bedeutung für die Kriegsführung in» Ungeahnte gestiegen ist. Alles das haben junge Offiziere von Hitler erhofft und ein Teil war aus diesem Grunde nationalsozialistisch. Aber diese jungen Nationalisten wurden enttäuscht. Viele schon lange vor dem 30. Jänner. Der Abfall der aktiven Offiziere der deutschen Reichswehr Scheringer, Wend und L u d i n von der nationalsozialistischen Partei, Leutnant Scheringers Anklage:„Hiller ist ein Verräter I" und sein ausschließlich aus nationalistischen Gründen erfolgter Uebertritt zur KPD im April 1931 muß aus dieser Enttäuschung heraus verstanden werden. Werwolle und in ihrer Weise aufrechte junge Nationalisten haben Hitler gerade darum bekämpft, weil sie nicht glauben konnten, datz die von ihnen angestrebten Ziele im Bunde mit dem Großgrundbesitz und der Schwerindustrie zu erreichen sind. Auch wurden sie von dem Hatz gegen die Arbeiterschaft und von Hitlers Rutzlandfeindlichkeit abgestotzen, denn diese jungen Nationalisten wutzten, datz sie im Innern der Ar- bester und als Rückendeckung im Osten Rutzland nötig haben. Als Schleicher Reichskanzler wurde, stiegen bei vielen die Hoffnungen, datz nun der Weg zum Volk geebnet werde. Sie begrüßten Schleichers Gewerkschaftsfteundlichkeit, sie stimmten völlig seinen Worten zu, datz er«weder Sozialist noch Kapitalist sei, aber die Reichswehr nicht dazu da sein könne, überalterte und unhaltbar gewordene Besitzverhältniffe zu verteidigen", und sie waren oft noch radikaler. Um so verbitterter waren sie, als der Nationalsozialismus dann durch das Harzburger Bündnis den General von Schleicher stürzte und dadurch sowohl den Großgrundbesitz als auch die Schwerindustrie und andere Kreise vor dem staallichen Zugriff bewahrten. Sie wußten, datz dieses Bündnis die Kluft, die sich durch die Nation zog, noch erweitern müsse. Sie fahen später besorgt, datz ihre schlimmsten Befürchtungen übertroffen wurden. Wo wird gesiedelt, wie wird der Arbeiter gewonnen, wo plant der Staat im Gesamttnteresse, wo werden notwendige Enteignungen vorgenommen, wo bleibt die deutschruffische Freundschaft, was für ein niederträchtiges Geschäft hat man aus dem Arbeitsdienst gemacht! Das sind nur einige ihrer Sorgen. Da in sozialer Hinsicht nichts erfolgte, was die Gegensätze lockerte, mutzte überall der Drill in den Vordergrund gerückt werden, worin der moderne Offizier ein großes militärisches Problem sieht. Die jungen Offiziere wutzten recht gut, daß die während der Weimarperiode aufgebaute und relativ moderne Form der Reichswehr sich in der allgemeinen Reaktion des Dritten Reiches nicht behaupten lassen wird, wenn es ihnen nicht gelingt, Deutschland in ihrer Weise neu zu formen. Es gelang ihnen bisher nicht, so mutzte Hitler seinerseits in das Leben der Reichswehr eingreifen, um sie seiner Herrschaft anzupassen. Jnteressanterweise waren junge Offiziere in Deutschland schon einmal, und zwar rm Anfang des 19. Jahrhunderts, im Rahmen des damaligen Deutschland relativ modern, weil sie zwecks Durchführung der allgemeinen Wehrpflicht Vorkämpfer der Bauernbefreiung und anderer Reformen werden mutzten. Es ist sehr bezeichnend, daß sich heutige Offiziere auf die damaligen Armeereformen berufen. Was gestern die allgemeine Wehrpflicht war, das. ist heute die„totale Arbcitsmobil- machung, die nur in dem Matze gelingen kann, als es gelingt, Beziehung zur Gestalt des Arbeiters zu bekommen", sagt ein gewesener Reichswehroffizier und Vcrireter des neuen jungen deutschen Nationalismus, Ernst Jünger. Aus all dem Gesagten ergibt sich wohl klar genug, warum ein Test der heutigen deutschen Offiziere gegenüber dem nationalsozialistischen Regime nicht„reaktionär" ist. Der reaktionäre Offizier der Vorkriegszeit ist im wesentlichen ein« überwundene Erscheinung. Zum allergrößten Teil fiel er schon am Anfang des Krieges an der Mame, seine Stelle nahm mehr und mehr der aus bürgerlichen Kreisen stammende Reserveoffizier ein. Am Ende des Krieges war die deutsche Armee nicht mehr die vom Volke abgesonderte und schon darum auf sterilstem Drill beruhende preußische Armee, sondern eine Miliz von 4 Millionen Soldaten. Von den vorhandenen 40.000 Offizieren wurden die 4000 anpassungsfähigsten und jüngsten herauSgesucht und in die neue, vom General von Seeckt organisierte deutsche Reichswehr übemommen. Der Offiziersberuf hörte nach 1918 zur Unzufriedenheit des Großgrundbesitzes und anderer Kreise auf, ihr Privileg zu sein, durch gute Besoldung wurde der Beruf des Offiziers einer. Prag. Vor dem hiesigen Kreisgericht wurden Donnerstag zwei interessante Verhandlungen zu Ende geführt, über die wir seinerzeit bereits referiert haben.* Bier Jahre schweren Kerker» für den Magistratsvorstand Pechold. Ueber die BetrugSanklage gegen den pensionierten Amtsvorstand des Prager Magistrats Eduard P e ch o l d haben wir bereits anläßlich der ersten. Verhandlung vor einer Woche eingehend berichtet. Dieser 64jährige sympathisch aussehende, elegant ge-. kleidete und mit dem Nimbus eines höheren Beamten umgebene Kavalier hat nebst verschiedenen anderen betrügerischen Akttonen auch vier Frauen auf dem Wege des Heiratsschwindels um riesige Beträge geprellt. Die Anllage verzeichnet einen Gesamtschaden von über zwei Millionen Kä, Seine Opfer lockte dieser Gauner durch verheißungsvolle Inserate in der„Närodni Polittka" an, in denen er sich als..M a n n, w i e e s w e n i g e gibt," kennzeichnete. In erster Reihe nahm er natürlich reiche Frauen aufs Korn— eine seiner vier„Bräute" hat ihm mehr als eine Million in den Rachen geworfen. Aber er schreckte auch nicht davor zurück, eine arme Kaffeehausgarderobierin um ihre letzten Ersparnisse zu bringen und durch Kautions» , und Wechselschwindeleien verschiedenen Keinen Leuten j ihre sauer ersparten Groschen herauszulocken. Ratür» ■ sich trat dieser famose Amtsvorstand bei seinen Be» j trügereien als schwerreicher Mann, Großgrund- I besitzer usw. auf. Um sich in das Vertrauen seiner Opfer einzuschleichen. Als Gehilfin diente ihm die ! vielfach vorbestrafte alte Berufsbetrügerin Mari« ! Eisenköhl aus Zizkov, die gleichfalls unter Anklage der Mittäterschaft neben dem Herrn Amtsvor- stand auf der Anklagebank saß. Rach langstündmer Verhandlung erkannte der Gerichtshof des OGR. Dr. Novotny sowohl den Herrn Eduard P e ch o l d. als seine Helferin schuldig. Der ehemalige Amtsvorstand Pechold wurde zu vier Jahren schweren und verschärften Kerkers verurteilt. Seine Gehilfin, die alte Betrügerin Marie Eisrnkohl zu fünfzehn Monaten schweren und verschärften Kerker-, wobei gleichzeitig deren Anhaltung in der ZwangSarbritSanstalt nach verbüßter Straft ausgesprochen wurde. In der Begründung wird insbesondere auf die soziale Seite der verbrecherischen Tätigkeit des Angeklagten verwiesen. Gerade die skrupellose Ausnützung der Urteilslosigkeit oder der Notlage seiner Opfer vett>ien«n ein« exemplarische Straf«.. Und als, r die Angeklagten durch ihre Anwälte N ij5 Wkß leit s«'^ heschwerdeund Berufung anmelden ließen, bemerfte der Vorsitzende mit großem Recht, daß diese Strafen in Anbettacht des Sachverhaltes als sehr gering angesehen werden müßten. Angeklagte dieses Schlager verdienten es, vor das Schwurgericht gestellt zu werden und eine zehnjährig«Ker- kerftrafe wäre nicht zu gering für ihresgleichen. Achtzehn Monate für einen betrügerischen „Bankier". Auch der zweite große Prozeß diese» Donnerstags. der bis in die Abendstunden währt«, ist seinem Sachverhalt nach unseren Lesern bekannt. Es handelt sich um die Anklage gegen den 41jährigen Bankhausinhaber Lugen Tänzer, der des Verbrechens de» vielfachen Betruges und der Veruntreuung angeklagt war. Dieses Bankhaus verlegte sich aus Prämiengeschäfte, die so eingefädelt waren, daß die Kunden unter allen Umständen verlieren mußten. Die Technik dieser Geschäfte haben wir seinerzeit eingehend geschildert. In die Waagschale fällt die Tatsache, daß dieser Eugen Tänzer gar nicht Mitglied der Börse war, an der die„seriösen" Ge« schäfte dieser Art abgewickelt werden. Der Schaden der betrogenen stunden beträgt insgesamt 1,344.000 KL. Wir haben auch von den sogenannten„seriösen" Geschäften unsere eigene Meinung. Aber di« Macht» Nationen dieses Herrn Eugen Tänzer waren solcher Art. daß sie seÜst den Strafparagraphen unseres 132jährigen Strafgesetzbuches zuwiderlaufen mußten, das ja in diesem Sektor der„schöpferischen privat- wirtschaftlichen Jnittative" meist kläglich zu versagen pflegt, denn in diesem verschwimmt die Abgrenzung zwischen legaler„Transaktion" und strafgesetzlichem Tatbestand. Neben diesem Eugen Tänzer, der sein„Bankgeschäft" mit Unrecht als„Gencralrepräsentanten ausländischer Banken" angepriesen hatte, Warrn mit- angeflagt der 80jährige Direktor dieses Bankgeschäftes Erwin Baß und zwei Reisende dieses Unternehmens, und zwar der 43jährige Ignaz Hamlisch und der gleichaltrige Friedrich Vojtöchovskh.. Ueber deren Tätigkeit haben wir gleichfalls seinerzeit berichtet. Der Verhandlung dauerte bis gegen sechs Uhr abends und endett damit, daß Eugen Tänzer zu acht- zehn Monaten schweren Kerkers verurteilt wurde. Baß und Vojtkchovsky wurden freigrsprochen- Bemerkenswert ist, daß der vierte Angeklagte Ignaz Hamlisch dem Zugriff unserer Justiz wohl entzogen bleiben dürd. Dieser Hamlisch ist österreichischer Staatsangehöriger und sitzt derzeit in einem österreichischen Gefängnis. Da kein Staat seine Angehörigen ausländischen Gerichten auszuliefern pflegt, haben wir keine Aussicht, diesen Herrn Hamlisch vor dem Prager Gericht zu sehen. Di« Verhandlung leitete GR. Dr. T r o st, die Anklage vertrat Staatsanwalt Dr. Easlavsky. Man geht Wohl nicht fehl, wenn man das Schlußwort des Vorsitzenden in der vorgehenden Verhandlung auch auf diesen Fall verwendet und dahin ergänzt, daß solchen Piraten das Handwerk erst dann gelegt werden wird, wenn eS gelingt, ein rücksichtslos durchgreifendes Wirtschaftsstrafrecht zu jcha'sen- rb. ■3fit* 6 „SoshTbemofrof* Freitag, 11. JSnner 1935. Nr. 9 1 Friert nicht IN SCHLECHTEN SCHUHEN! Nutzt unsere Ermässigung aus I . früher Kc 19.-, fetzt Kc 15.- „WINTERSCHUHE“ aus warmem Melton, wasserdichte Gummieinfassung und- Sohle.— Gr. 31*34••» Für Damen KcHi* KcVS. «rds.- 59.- der Schuh des eleganten Herrn. Tuchoberteil, warm gefuttert, Ledereinfassung und-Sohle. Beliebter Druck-Knopf-Verschluss.— Für Herren: früher KL 29.- jetzt Kc 25.- „ DIPLOMATENSCHUH** „WINTPRSCHUHE** Der vollendetste warme Schvh für den Winter. Oberteil aus wermem Melton. Ledereinfassung und Sohle. Praktischer Reissverschluss. PBAGBB ZE1TURM» WOOWl« gegen Die«MNell!»» „Ausländische angestelltenfeindliche Einflüsse" Im Saal der Prager Produktenbörse fand Donnerstag abends eine vom Verband der Bank- und Sparkassenbeamten gemeinsam mit dem SdrüZeni penößniHo grednietva und dem S k o n t i st e n verband einberufene Protestversammlung gegen das Borgehen der Direktion der Länderbank statt, die bekanntlich die bescheidenen Forderungen ihrer Angestellten in diktatorischer Art abgelehnt hat. Die außerordentlich gut besuchte Versammlung leitete Genosse A n d r s t, die Referate) die mit verdientem Interesse ausgenommen wurden, erstatteten der Vertrauensmann K u- b e s in tschechischer und nach ihm Dr. Böhm in deutscher Sprache. Der erste Referent zeichnete in kurzen und markanten Strichen Position und Struktur dieses Bankinstitutes, das, ursprünglich als heimisches Unternehmen gedacht war und trotzdem heute ass Vorsitzenden einen Franzosen und als dessen ersten. Stellvertreter einen Oester reicher hat und in dessen lögliedrigeM Verwaltungsrat sieben Ausländer sitzen. Die Arbeitsbedingungen bei dieser Bank sind dadurch charakterisiert, daß in letzter Zeit der Magistrat als Aufsichtsbehörde gegen den Mißb r a u ch derAng e st eilten zu unbezahlter Ueber st undenarbeit einschreiten mußte. Dieser, wie auch andere soziale Mißstande(desolate Altersversorgung, Mißbrauch der.Volontäre", die oft zwei Jahre lang umsonst arbeiten'muffen, ehe sie es zu 600 KL Monatsgehalt bringen, u. dgl.) find eng mit dem gegenwärtigen Regime, verknüpft, als deffen Repräsentanten.Herren vom Schlage der Direktoren Hecht, Freund, Kreß' u. a. anzusehen sind. Als die Angestelltenschaft ihre Forderungen nach einer Weihnachtsremuneration überreichte, verschanzte sich der zweite Vorsitzende des Verwaltungsrates,. der. ehemalige Minister Vlasäk, unter freundlich klingenden Verheißungen, die Sache werde vom Exekutivkomitee der drei Banken(Unionbank, Escomptebank und Länderbank) beraten und be- schlossen Werden. Aber schon die Rücksprache mit Direktor.Freund aus Wien zeigte die Stellstng der Bankleitung ganz unverhüllt. Dieser österreichische Direktor erklärte, grundsätzlich nichts für die Subalternen tun zu können. Gleichzeitig aber wurde ein neuer Direktor angestellt, deffen Gehalt weit mehr hetrug, als der gesamte Aufwand für die Weihnachtsremuneration der subalternen Angestellten. Dabei erklärte der Direktor Freund, er würde kein Bedenken tragen, auch sechs neue Direktoren anzustellenl Der deutsche Referent Dr. Böhm ergänzte das Referat durch eingehende Schilderung des Verlaufes der ganzen Aktion, wobei die ganze unsoziale und provokativ« Mentalität gewiffer leitender.Herren der Länderbank scharf in Erscheinung trat. Die Direktion operiert u. a. mit dem vieldeutigen Schlagwort. von der„Eigenart der Bank als utraquistisches Institut"', welche es ihr unmöglich mache, dem Beispiel der Union- und Eskomptebank zu folgen, die wenigstens einen Teil der geforderten Remuneration ausgeschüttet haben, wahrend sie seinerzeit beim Geyaitsa 8 ba'> keinerlei Bedeicken hatte, dem Beispiel der..deutschen" Banken zu folgen. Auf die kürzeste Formel sieht die Situation so aus: Eine Biertelmillion für 470 Subalterne ist für die Bank angeblich nicht tragbar, aber auf drei Vorstandsmitglieder entfallen mindestens dreieinhalb Millionen Kc! Die Direktion hat ihren Angestellten gegenüber eine Schaukelpolitik betrieben, indem der.prinzipielle Standpunkt" später fallen gelaffen wurde und man sich hinter angeblichen„schlechten Geschäftsgang" verschanzte. In scharfer Weise kritisierten die Referenten die Futterkrippenpolitik gewiffer leitender Herren, für die krass« Beispiele angeführt wurden. Die Referate, wie auch das Schlußwort des Vorsitzenden klangen in eine Kampfansage gegen die provokativ angestelltenfeindliche Haltung der Länderbank-Direktion aus. Die Versammlung nahm einstimmig ein» Resolution an, in der festgestellt wird, daß di» Länderbankdirektion ihren Angestellten gegenüber Methoden wählt, die jedes demokratische Empfinden mit Füßen treten. Es wird schärfster Protest dagegen erhoben, daß in der Verwaltung der Länderbank, die aus vielen Gründen auf das Wohlwollen der tschechoslowakischen Oeffentlichkeit angewiesen ist, ausländische Einflüsse hervortreten, die sich ganz besonders durch ihre A n g e st e l l t e n f e i n d- lichkeit auszeichnen. Sportzüge. Die Direktion der Prager Staatsbahnen gibt bekannt: Eigene Sport-Motorzüge von Prag ins Erzgebirge verkehre» ab 12. d. M. bei günstigem Wetter für Wintersport und bei einer Mindest- teilnehmerzahl von 35 Personen(bis auf Widerruf) jeden Samstag. Abfahrt Wilsonbahnhof um 13.55 Uhr, vom Weinberger Bahnhof um 13.58, von Vhse- hrad um 14 und von Smichov um 14.03 Uhr. Ankunft in Schlackenwert um 17.09, in Joachimsthal um 17.45 und in Gottesgab um 18.18 Uhr. Von Schlackenwert nach Gottesgab werden die Teilnehmer in i bereitgestellten Autobussen expediert. Rückkehr am Sonntag: Abfahr von Gottesgab um 16.30 Uhr, von Joachimsthal um 17.02 Uhr. von Schlackenwert um 17.35 Uhr, Ankunft in Dejwitz Um 20.27 Uhr, in Bubny um 20.32 Uhr und in Prag um 20.88 Uhr. Für diese Extrazüge wird eine Hin- und Rückfahrkarte ausgestellt, u. zw. von Prag nach Schlackenwert und zurück für 50 Kö und für den Autobus von Schlackenwert nach Gottesgab für 14 Kö. Konst»na WISSCII Die Daumier-Ausstellung eröffnet Prag. Im Pavillon Myslbek in Prag wurde Donnerstag nachmittags die Ausstellung der Graphiken, Zeichnungen und Plastiken des französischen Meisters Honore Daumier sowie der Meister der Schule von Barbizon feierlich eröffnet. Die Gäste wurden vom Vorsitzenden des Graphikervereines Hollar. Viktor Stretti. begrüßt, der auch allen denjenigen, die sich um die Organisierung der Ausstellung verdient gemacht haben, vor allem Prof. F. Simon, und dem Mrektor des Französischen Instituts A. Fichelle, dankte. Der französische Gesandte Leon Noel enLbot seinen Dank für diese bedeutungsvolle künstlerische Manifestation, die in einer Nation, aus der so hervorragende graphische Künstler wie Manes. Ales, Braunerovä, Svabinsky, Simon. Kobliha, Stretti u. a. hervorgegangen sind, sicherlich ein auf- richttges Interesse Wecken wirft^ Der Vertreter der tschechoslowakischen Regierung, der Minister für Unterricht und Volkskultur Dr. Krömäk. erklärte hierauf die Ausstellung für eröffnet. Er sagt«, die Ausstellung fei ein weiteres Glied in der Kette der geistigen Manifestationen, die die Kultur des tschechoslowakischen Volkes mit der des französischen Volkes in so glücklicher Weise verbinden- Die Ausstellung, französischer graphischer Kunst, oie durch drei Bilder'der Modernen Galerie in Prag ergänzt ist. bleibt 14 Tage geöffnet und ist täglich von 9 bis 19 Uhr zugänglich. Es wurde ein illustr'.r- ter Katalog mit einem Geleitwort von Dr. Vojtech Bolova herausgegeben. * Die Ausstellung ist eine der interessantesten, die Prag in den letzten Jahren gesehen hat. Das Schaffen Daumiers ist freilich so ungeheuer reich, daß keine Ausstellung es erschöpfend zu spiegeln vermag. Eine glückliche Auswahl— und die scheint hier getroffen — kann aber das Weltbild des Künstlers doch in seinen Umrissen wiedergeben. Dieses Weltbild war wie das des großen Zeitgenossen Daumiers. des anderen Honore, Balzacs, bestimmt durch den elementaren Haß gegen die hürgerliche Klasse, ihre Kultur, ihre Moral, gegen ihre unbedeutendste und letzte, aber doch noch typische Lebensäußerung im nichtigen Alltag. Beide. Daumier und Balzac (man empfindet die Verwandtschaft immer von neuem als Phänomen, sind doch beide auch in der unerschöpflichen Fruchtbarkeit ihrer Phantasie so nahe verwandt), der Graphiker und der Romancier, kommen von den Idealen eines verklärten BonapartismuS her. Das Genie Napoleons, die einmalige Verbindung von Geist und Autorität in einem Staatswesen, hatte es ihnen angetan. Die Prager Ausstellung zeigt als typisches Beispiel Daumiers berühmte Zeichnung, die den Geist des füsi- lierten napoleonischen Marschalls Ney darstellt, der die Inschrift.Palais de Justice" auslöscht und darüber schreibt.Palais de lAffasinat"— Mordpalast statt Justizpalast. Daumier aber hat sich, vielleicht auch, weil er noch die Kläglichkeit des zweiten Kaiserreiches erlebte, von keiner konservativen Kritik des BürqcrköiugiumE und der Bürgcrwclt zu revolutionären Ideen durchgerungen. Kein Motiv der Satire im bürgerlichen Leben ist dem großen Zeichner entgangen. Da finden wir sie alle: Bankiers. Richter, Advokaten, den Hahnrei, die exaltierte. die eitle, die dumme, die künstlerisch dilet- tierende Frau. Volksvertreter und Minister, eine endlose Reche.. Was ist ihnen gemeinsam, das Daumier reizt und sie zu seinen Opfern bestimmt? Er ist vor allem der Widerspruch zwischen Sein und S ch e in, zwischen dem hürgerlichen Leben und der pathefischen Sprache, in der die Bürger reden, der Daumier herausfordert. Jeder falsche Ton. und das alltägliche Leben der Bürger hat ihrer so viele, verletzt das Ohr des Menschen, der mit dem Wort noch den ursprünglichen, menschlichen Begriff verbindet und er entlarvt die Phrase, indem er sie mit dem realen Inhalt konfronfiert. Es ist weiter derMan^ilan Gr ö ß e im Guten und im Bösen, die Feigheit und Kleinlichkeit des bourgeoisen Daseins, die Daumier zum ewigen Motiv werden. Es ist endlich die abgründige Häßlichkeit der Händlerwelt, an ter das schönheitsuchend« Auge polemisch werden muß. will es nicht in eine phantastisch unwirlliche Zauberwelt flüchten. Daumier war kein Romantiker wie seine deutschen Zeitgenossen, er konnte nicht durch die grauenhaste Wirstichkeit wie durch einen dünnen Nebelschleier sehen und jenseits der Realität das Märchen entdecken. Er stieß sich an dem wund, was er wirklich sah. Und das war nicht schön. Wie häßlich es war, das ermißt dann mit Schrecken, wer Daumiers Zeichnungen, wer die Angesichter sieht, dis er in tausendfacher Variation festgehalten hat und die er so gern mit dem Tiergesicht kontrastieren läßt: die eingebildete Krone l>er Schöpfung als Zerrbild der verstoßenen und noch naturnahen, also schönen Kreatur. Einen besonderen Reiz der Ausstellung bilden die Skulpturen Daumiers. die man so selten zu sehen Gelegenheit hat und von denen Abbildungen keine ausreichende Vorstellung vermitteln. Das übermütige Spiel, das er mit Köpfen und Rasen seiner Opfer treibt, ohne daß er eigentlich das realistische Kunstprinzip verläßt, erweist zugleich die ganze Hilflosigkeit jener künstlerischen Nachfahren, die durch Heranziehung geometrischer Konstrustionen zu bewältigen hofften, was zu meistern ihr Talent nicht ausreichte. Gegenüber Daumier verblassen die Meister von Barbizon, so reizvoll manche der steinen Graphiken vor allem Jules Duprös. Daubignys und die sozial betonten Skizzen Mill«tS find. E. F. Spielplan des Reuen Deutschen Theaters. Freitag, den 11. Jänner halb 8 Uhr: I u a r e z und Maximilian, Gastspiel Ernst Deutsch, neuinszeniert, D 2.— Samstag halb 7: Siegfried. C 2.— Sonntag halb 3: Die Hugenotten, Arbeitervorstellnng, halb 8: Juarez und Maximilian, A 1.— Spielplan der Kleinen Bühne. Freitag 8: Mär- chenimGrandhotel. volkstümliche Vorstellung. Deutsche sozialdemokratische Frauenorganisation Prag. Montag, den 14. Jänner 1938, findet um acht Uhr abends im»Monopol"(gegenüber Masarykbahnhof) ein Frauen-Abend statt. Der Gerichtssaal-Berichterstatter des zialdemokrat" Genosse Dr. Robert Baum- g a e r t l wird zu dem Thema:„Ein Querschnitt' durch den Gerichtssaal" sprechen. Wir laden alle Genossinnen zu diesem, viele soziale Probleme des Lebens beleuchtenden Vortrag herzlich ein. — Samstag 3: Max und Moritz, halb 8: Ehe m. b. H., Deutsche Uraufführung.— Sonntag 3: Schule für Steuerzahlers 8: E h e m. b. H.— Vorfrage Malerfahrten durch Jugoslawien Hellmut Krommer ist ein Sudetendeutscher,, der lange in Berlin gelebt und beim Anbruch der) braunen Barbarei dem Lande der Konzentra tionsa lager demonstrativ den Rücken gekehrt hat. Sein« Stärke ist die Zeichnung der Landschaft; die Melaus cholie verfallender Bauernhäuser ist ihm ebenso vertraut wie die Welt gigantischer großindustrieller Eisenkonstrukfionen. Im großen Saal der„Urania" sprach er am< Mittwoch über seine Malerfahrten nach Jugoslawien. Mit viel stug ausgewählten Bildmaterial und sehr instruktiven, unterhaltsame» Kommentaren. Krommer hat Jugosiawien mehrfach bereist und macht aus seiner Liebe zu Land und Volk kein Hehl. Er kennt nicht nur die Adriaküst« mit ihren sonne« überfluteten Modekurorten, auch durch die dem Fremdenverkehr noch nicht verschlossenen winstigen Dörfer und Städte Altserbiens ist er gepilgert, immer neu« Mofive suchend und findend—, Menschen und Kirchen, verträumte Hütten und spielende Tiere. Krommer rühmte die Gastfreundschaft der Ein-j wohner, ihre naive, unmerkanfile Art, mit dem. Fremden Fühlung zu nehmen, ihren männliche« Stolz, der sie veranlaßt, selbst die angebotene Zigarette für das Modellsitzen abzulehnen. Einige politische Anmerkungen wirkten nicht ganz überzeugend. Daß das Arbeitslosenproblem m Jngoflawien keine Rolle spiele, wie Krommer Vers sichert, dürst« in dieser kategorischen Form kaum stimmen. Der Prager jugoslawische Gesandte wohnte deut Vortrag bei. Pierre I Ans der Partei Bezirksorganisation Prag der Deutschen sozialdemokratischen Arbcitertzmrtei. Bei einigen Parteimitgliedern sammelt«in angeblicher Parteigenosse aus Böhm.-Leipa unters Berufung auf die Partei Kleider und Geld.- De»! Mann ist festzustellen und die Liste ist ihm weg-s zunehmen. „R. W.", Prag. Freitag, den 11. Jänneu Turnhalle pünstlich halb 8 Uhr abends. Pflichtig —-Sonntag, den 13. Jänner. Kursfort«! s e tz u n g halb 10 Uhr. Parteiheim. Tkimannichastq Ausfahrt bei günstigen Schneeverhältniffen. Treffpunkt pünktlich 8 Uhr 20 Babnbof Smichov.-4‘ Montag, den 14. Jänner, R.-W.-V ersa mw- l u n g 8 Uhr abends im Parteiheim. Pflicht! Freie Bereinigung sozialistischer Akademiker. Montag, den 14. Jänner. 20 Uhr, Parteiheim, l.. Närodni 4, DiskuffionSabend:.Tschechisch-deutsche Zusammenarbeit". Es sprechen tschechische Kollegen^ Nach dem Jnsignienstreit ist diese Frage von höchster Aktualität. Gäste willkommen. -I Verclnsnadirlditen Kinderturnen. Ab morgen findet unser Kinderturnen Wieden regelmäßig Samstags von 1» bis 17 Uhr statt. 18 neue Turn- freunde ha'en wir in kurzer Ze« gewonnen. Das genügt uns noch nicht. Bringt alle Kinder in dass AtuS-Kinderturnenl Schwimmsparte. Jeden Mi. twoch von 8 bis->0 Uhr im Klimentskabad Training und Schwimmunterricht. Kosten 3 Kc. AtuS-Legitimario- nen mitbringen.— Tischtennis-Sparte. Morgen. SamStag. beginnt unsere Tischtennis- Schule für Frauen. Spielzeit 15 bis 19 ÜW im Heime auf der Hetzinsel. An der Schule könnens sich Anfängerinnen und Fortgeschrittene beteiliget« Die Kursleitung hat Genosse Möbius senior. Ein. Beittag wird nicht erhoben, nur für Lichtspesen 1 KC zu entrichten.— Skimannschaft. Sonntag,! den 13. Jänner. Ausfahrt bei günstigen Schnee«! Verhältnissen. Trefspunft pünstlich 8 Uhr 20. Bahn«! Hof Smichov. Urania-Kino, Klimcntskä 4. Fernsprecher 61823. „Der junge Baron Neuhaus" mit Käthe v Ragh, Moser, de Bowe. Lola(shlud in den So uv trollen. Au- der Bühne: George Flower— der Komiker ohne Worte in der Szene„Der Mann, dem nicht- gelingt-. Ab Freitag hei allen Borstellungen. MM PRAG VtiuaSbedingunge n: Bei Zustellung inS Hans oder bei Bezug durch die Post monatlich liö 16.—, vierteljährig Kä 48.—, halbjährig Kö 96.—. ganzjährig Kd 192.—.— Inserate werden laut 4°arik billigst berechnet. Bei öfteren Einschaltungen Preisnachlaß.— Rückstellung von Manuskripten erfolgt nur bei Einsendung der Retourmarken.— Die Zeitungsfrankatur wurde von der Poft- und Tele- grapbendirätipn mit Erlaß Nr. 13.800/VlI/1930 bewilligt.— Druckerei:.Orbis". Druck-, Verlags« und Zeitungs-A.-G.. Prag.