Samstag, 12. Jänner 1935 15. Jahrgang Nr. 10 Etazilpreis 70 Heller (einschlieSlich 5 Heller Porto) XENTRALORGAN DER DEUTSCHEN SOZIALDEMOKRATISCHEN ARBEITERPARTEI IN DER TSCHECHOSLOWAKISCHEN REPUBLIK RSCHBNT MIT AUSNAHME DES MONTAG TÄGLICH FRÜH. Redaktion und Verwaltung mag xiu fochova a. telefom SW7. Administration telefon SWi. HERAUSGEBER: SIEGFRIED TAUB. CHEFREDAKTEUR: WILHELM NIESSNER. VERANTWORTLICHER REDAKTEUR: DR. EMIL STRAUSS, FRAG. Keine Vorwahlnervojität Wie Malypetr die Situation beurteilt Prag. Nach dem offiziellen Bericht über die gestrige Pressekonferenz beim Ministerpräsidenten sagte Malypetr über die kommenden Wahlen unter anderem: Es ist Pflicht unser aller, dafür zu sorgen, daß eine gewisse Unruhe» die bei einigen Einzelpersonen etwa zufolge der Nähe der Wahlen entsteht, nicht eine Erschlaffung bewirke und nicht von dem festen Willen, alle Aufgabenzuerfüllen, dieerfülltwer- den müssen» abbringe. Wenn wir diese Aufgaben erfüllen werden» können wir ruhig den Termin der Wahlen einhalten, den wir uns g e st eilt haben, «ämlichimHerbst, und dadurch einen neuen Beweis liefern, daß unsere Demokratie auch in einer so unruhigen Zeit fähig ist» eine nützliche und fruchtbare Arbeit zu leisten. Es ist begreiflich, daß die Opposition bestrebt sein wird, die Handlungen der Regierung zu diskreditieren und sie als verfehlt und schlecht zu schildern. ES ist jedoch das Recht und die Pflicht der Regierung, demmite«t sprechenden Mitteln entgegenzutreten und Ilrbertreibungen, Ueberspannungen in der Kritik, eine entstellte und unwahre Informierung, die oft hart die Grenze der gesetzlichen Vorschriften streift, insbesondere das Gesetz zum Schutze der Republik, nicht zuzulassen, weil sie die Verbreitung alarmierender und aufwiegrlnder Meldungen, durch welche die Bevölkerung auf einen Abweg geführt werden könnte, varstrllt. • Am Schlüsse befaßte sich der Ministerpräsi- dent nach dem offiziellen Kommentar mit der (von unS wiederholl aufgeworfenen!) Frage einer entsprechenden Propagierung der Regierung s- und Koalitionsmaß- nahmen und teilte mit, daß die entsprechenden Vorkehrungen, insbesondere, was den Rundfunk betrifft, werden getroffen werden. Er warnte jedoch vor einer„Ueberschätzüng" nach dem Muster der Staaten mit autorllativen Regims. Wie weit der amtliche tschechoslowakisch« Pressedienst noch davon entfernt ist, auch nur annähernd die Fixigkeit der Berichterstattung zu erreichen, wie sie in anderen— und nicht nur autorität regierten— Staaten nun einmal ganz selbft- berständlich ist, zeigt auch diesmal ganz besonders kratz der Umstand, daß die erste Seite des ziemlich umfangreichen offiziellen Berichtes über die Pressekonferenz von der deutschen Abteilung des Tschechoslowakischen Pressebüros erst um 20 Uhr 27, die letzte um 23 Uhr 12 fertiggestellt wurde. Da die Redak- tionen die Berichte durch Boten abholen müssen, langte der lltzte Teil des offiziellen Berichtes erst um Mitternacht in den Redaktionen ein.— Einer solchen amtlichen Berichterstattung wird jeder praktische Journalist auch weiterhin nur achselzuckend und resigniert gegenüberstehen können... Der„tote“ österreichische Marxismus Wien.(Tsch. P.-B.) Dieser Tage fand m Wien die erste Reichskonferenz der österreichischen Sozialisten statt, der im September vorigen Jahres die erste Wiener Konferenz der sozialistischen Delegierten vorausgegangen war. Die neue Konferenz legte die Richtlinien der sozialistischen Bewegung fest und setzte einen provisorischen sechsgliedrigen Ausschuß» bestehend aus drei Wiener und drei Provinz-Vertretern, em. Dem Ausschuß gehören durchwegs neue Leute an. Einen weiteren Schritt wird nach diesen Beschlüssen ein Kongreß der Neuen Partei bilden. ..(Es handelt sich, was aus der Meldung des Presse-Bureaus allerdings nicht ersichtlich ist, um eine illegale Tagung der Partei. Die Konferenz war auch nicht in Wien, sondern in einem Orte in der Umgebung Wiens versammelt. Sie bedeutet einen sehr wesentlichen Fortschritt des Neuaufbaues der österreichischen Arbeiterbewegung: die Ausbreitung der Organisation der .österreichischen Sozialisten" über das ganze Staatsgebiet.), Ungewißheit bis Dienstag früh Wachsender Terror der Deutschen Front Sachliche Arbeit auch im Wahljahre Saarbrücken. Am Freitag wurde amtlich gemeldet, daß das Ergebnis der Abstimmung in der Wartburg nicht vor Dienstag 8 Ahr früh bekannt gegeben werden wird. Die Wartburg wird von Sonntag abends an | durch britische Abteilungen mit Bajonett bewacht werden. Die Zählung der Stimme« beginnt erst Montag um 17 Ahr. Das Ergebnis des Plebiszits wird zunächst durch Rundfunk, u. zw. vom Vorsitzenden der Plebiszitkommiffion in deutscher, französischer und englischer Sprache bekanntgegeben werden. Sämtliche deutschen, französischen und englischen Sende- I stationen werden angeschlossen sein. Diese Mitteilung wird die erste und amtliche sein. Die Journalisten werden Einzelheiten der Abstimmung erst zwei Stunden nach der amtlichen Mitteilung berichte« können. Am Freitag trat in den drei Sälen der Wartburg die Plebiszitkommiffion in voller Zahl zusammen,. um die 901 Vorsitzenden der Wahlkommissionen in Eid zu nehmen, daß sie die Gesetze dieses Landes achten und wie Männer handeln werden, die sich der ihnen anvertrauten Rechte bewußt sind. «• Die Führer der Status-quo-Dewe- gung sandte« an den Völkerbundsrat ein Telegramm, in welchem es heißt: „Der unerhörte Terror der Nationalsozialisten gegen alle Parteigruppen und Zeitungen, die den Status quo proklamieren, wächst beständig an und vernichtet die garantierte Freiheit der Abstimmung. Wir protestiere« dagegen aufs entschiedenste und fordern, daß der Völkerbund sofort einschreite. Wie Havas meldet, wächst die politische Spannung, je näher der Abstimmungstag rück». Es wurde zwar kein ernsterer Zwischenfall gemeldet, aber zahlreiche Kundgebungen zeigen auf eine wachsende Spannung zwischen der Deutschen Front und her Freiheitsfront. Am DonnerStag vormittags wurden die Verkäufer der für den status quo schreibenden Zeitungen belästiit, einem von ihnen wurde ein Auge a«S- gesch lagen. Nachmittags riefen die Nationalsozialisten Ausschreitungen bei der Ankunft einiger Saarangehöriger aus Amerika hervor, wobei es z« Raufereien mit Kommunisten kam. Freitag ftüh trafen zahlreiche Sonderzüge mit Abstimmungsberechttgten aus Osnabrück, Halle, Leipzig, Hannover» Magdeburg, Dresden, Altona und Breslau ein. Die Führer der Deutschen Front haben ihren Anhängern verboten, sich auf dem Bahnhofe einzufindem. Demgegenüber haben die Kommunisten ihre Anhänger aufgefordert, sich in geschlossenen Reihen znr De- Kleine Entente zur Mitarbeit bereit Laibach. Nach Beendigung der Beratun- ■ gen der Außenminister der Staate» der Kleinen ! Entente wurde ein gemeinsames Kommunique ! ausgegeben» in dem cs heißt: Die drei Außenminister äußerten ihre B e- friedigung hinsichtlich der Ergebnisse, die die von Mussolini und Laval geführten Verhandlungen gezeitigt haben, und von denen sie überzeugt sind, daß sie im hohen Maße zur Stärkung, Wahrung und Organisierung des Friedens beitragen werden. Sie beschlossen» daß sie mit allen interessierten Mächten zusammenarbeiten werden» um die Grundsätze der röämischen Abkommen im aufrichtigsten Geiste durchzufLhren, wobei sie Sorge tragen werden» daß glrichzeittg ihre nationalen Interessen ebenes» wie das allgemeine Interesse ' jetzt in der Zeit der Massenarbeitslosigkeit begonnen werden soll. Die Finanzierung dieser und anderer Jn- vestitionen erfordert natürlich Kreditbeschaffung und das Jnvestitionsprogramm findet in den hier gegebenen kreditpolitischen Möglichkeiten seine Grenzen. Es darf nicht übersehen werden, daß die Kapitalskrast der tschechofiowakischen Bevölkerung geringer ist, als etwa in England oder in den nordischen Ländern. Immerhin erhofft man eine allmähliche Erleichterung der Verhältnisse auf dem Geldmärkte. Ein deutliches Symptom dafür, daß auch dem Staatskredit ein günstiges Zeugnis ausstellt, ist die Tatsache, daß der Zinsfuß der Kassenscheine vor kurzem auf 4.5 Prozent herabgesetzt werden konnte(im Jahre 1921 betrug ihr Zinsfuß 8 Prozent). Der Vermehrung der Arbeitsgelegenheiten soll aber auch die Verkürz u n g d e r Arbeitszeit dienen. Es soll nochmals versucht werden, dieses Problem durch Vereinbarungen zwischen den Unternehmerorganisationen und den Gewerkschaften zu lösen, doch ist die Regierung entschlossen, wenn es notwendig wird, zu normativen Eingriffen zu schreiten, die sich anderswo bereits bewährt haben. Von der Verkürzung der Arbeitszeit auf 40 Stunden wöchentlich kann in einigen entscheidenden Industriezweigen eine Vermehrung der Arbeitsplätze um 10 bis 15 Prozent erwartet werden. Im Zusammenhang mit den sozialpolitischen Maßnahmen, die der Arbeitsbeschaffung dienen, soll auch die obligatoris ch e Arbeitsvermittlung geregelt werden. Diese soll noch in der Wintersession des Parlamentes erledigt werden. Zu den brennenden Problemen der Sozialpolitik gehört auch die Sanierung der B r u d e r l a d e n, deren Gebarung jetzt, ohne gesetzliche Grundlage, durch staatlich garantierte Vorschüsse aufrechterhalten wird. Um diesen Zustand zu überwinden, werden auch die Grubenbesitzer zur Leistung eines Beitrages herangezogen werden, worüber noch verhandell wird. ; Bei den Fragen der Regulierung der Produktion handelt es sich einerseits um einen gewissen Schutz des Gewerbes gegen die groß kapital! st ische Expansion in der Form von Einheitspreisgeschäften, Filialen gewahrt werden, dessen tre«er Verteidiger die Kleine Entente stets war. Ministerpräsident Jevtiö erklärte den Vertretern der Presse gegenüber: Die Stellungnahme der Kleinen Entente bleibt wi es ie bisher war. Die Aktion der Kleinen Entente wird sich auch weiterhin i m Gei st e der Verständi g u n g entwickeln, wobei sie in der Verteidigung und in der Wahrung der nationalen Interessen entschlossen bleiben wird. Alle ihre Interessen und die Beziehungen zu den Ländern des Balkanpaktes hütend, wird die Kleine Entente fortfahren, den.Interessen der allgemeinen Sicherheit und des Friedens zu dienen. Im Laufe der weiteren Aktionen wird man ersehen, was zur Erreichung dieses Zieles unternommen werden soll. • Die Außenminister Dr. Benes und T i t u- leScu sind um 17 Uhr nach Genf abgereist, während Ministerpräsident J e v t i c nach Belgrad zurückkehrte. grüßnng der aus Deutschland kommenden Wähler einzufinden. Im Hafen von Bordeaux sind am Freitag 35 Saarangehörige aus der Fremden legion eingetroffen, um an der Abstimmung in Saarbrücken teilzunehmen. Sie stammen aus den Garnisonen in Melines, Fez und Marrakesch. Anläßlich der Ankunft der Wähler aus Deutschland hat die Saarbrückener Poli zei besondere Sicherheitsmaßnahmen getroffen, die von Hennessey persönlich geleitet werden. Neu gierigen wurde das Betreten des Bahnhofes ver boten. Zu Zwischenfällen ist es nicht gekommen. Ratstagung schon heute Genf. Da der brittsche Außenminister Sir John Simon am Samstag abend nach London abreist, wurde beschlossen, daß det Bölkerbimdrat bereits Samstag» und zwar vorläufig zu einer öffentlichen» wahrscheinlich aber auch zu einer geheimen Sitzung zusammentrete. Der Rat wird sich bereits mit der konkretenLö- s« n g d« s Saarproblems befassen. Außerdem soll er für den Fall, daß dies notwen dig wäre, das Mandat der dreigliedrigen Kom mission für das Saargebiet, das mit der Be endigung des Plebiszits erlischt, verlängern. Ole Kapitalflucht an der Saar Saarbrücken.(AP) Im Laufe der letzten 14 Tage sind auf französischen Banken, vor allem in Forbach und Säargemünd, über 100 Millionen Franken eingezahlt worden. Die Frankenverschie-_._. btmg hat ein solches Ausmaß angenommen, daß! nalen Verkehrsadern verbessern, Verbindungs- die Banken in den genannten Orten gezwungen> straßen zu dem Westen und dem Osten der Repu- waren, ihr Personal zu verdoppeln. In Saar- blil schaffen und eine Ausgestaltung der Bezirks- gemünd wurde sogar eine Bank neu eröffnet.! straßen herbeiführen soll. Das ist natürlich ein Selbst in Mülhausen(Elsaß) sind die Banken mit! gcoßangelcgtes, auf lange Frist berechnetes Prober Aufnahme von Frankeneinzahlungen aus dem[ dessen^Verwirkttchungaber gerade Saargebiet vollbeschäftigt. Teilweise vollzieht sich**““*" a die Frankenverschleppung aus dem Saargebiet auf dem Umwege über Aktienkauf bei französischen Industrie-Unternehmungen und durch den Ankauf großer Grundstücke und Häuser, vor allem in Elsaß-Lothringen. Allein von der Sparkasse in Saarlouis wurden in den letzten Tagen 21 Mil- lionen Franken abgehoben. Schon vor einigen Wochen hatte der Wirt schaftsleiter der NSDAP an der Saar, Savll- kouls, vor Abhebung der Frankenbeträge gewarnt und Zuchthausstrafen angedroht. Man 5at aber den Eindruck, daß mit dieser Drohung nur die Keinen Sparer gemeint sind. Denn die Franken verschiebungen gehen überwiegend von kapitalkräf- tigen Kreisen aus— es werden wieder die altbe kannten, bereits geläufigen Namen genannt—, sind aber in brefteren Kreisen bekannt geworden und haben große Erbitterung hervorgerufen, so daß sich Savellouls genötigt sah, nochmals einen Aufruf zu erlassen, wonach man jede feindselige wirtschaftliche Auseinandersetzung innerhalb der Deutschen Front(also jede Diskussion über die Frankenverschiebung) unterlassen möge. In der oppositionellen Presse können wir jetzt Tag für Tag die wildesten Meldungen darüber lesen, daß es in der Regierung förmlich drunter und drüber geht und die Koalition vollständig zerfahren und zu jeder Arbeit unfähig geworden ist. Während auf tschechischer Seite die„Nationale Vereinigung" alle Register der Demagogie zieht, suchen auf deutscher Seite die Christlichsozialen die der Henlein-Front hörige Presse noch zu übertrumpfen. Wir können in aller Ruhe feststellen, daß es sich hier um nichts anderes, als um durchsichtige Stimmungsmache handelt und daß die Koalition in Wirklichkeit fest entschlossen ist, noch vor den Wahlen, die nach wie vor für den Herbst geplant sind, ein reichhaltiges Arbeitsprogramm zu erledigen, das dir Fähigkeit der Demokratie erweisen soll, auch in einer wirtschaftlich und politisch so stürmischen Zeit ihren Aufgaben gerecht zu werden. Auf Grund von Jnformatonen, die. der Ministerpräsident den Pressevertretern gegeben hat, können wir über die Probleme, mit denen sich die Regierung gegenwärtig beschäftigt. Folgendes berichten: Selbstverständlich stehen die wirtschaftlichen Probleme im Vordergrund. Hier handelt es sich einerseits um Maßnahmen, die unmittelbar der Arbeitsbeschaffung dienen sollen, andererseits um Maßnahmen zur Regulierung der Produktion und der Verteilung. Der Arbeitsbeschaffung sollen vor allpu Investitionen dienen, die in so großem-Aus- maße durchgeführt werden, als es die finanziellen Möglichkeiten zulässig machen. Vor allem ist an einen planmäßigen Ausbau des Straßenwesens gedacht, der die Berbin- ! düng unseres Straßennetzes mit den internatio- Seite 2: Samstag, 12. Jänner 1935 Nr. 10 and Reparaturwerkstätten, andererseis um regu- terliegen. Gewiß sind in einer so gegenfäßlich schaftsführern sehr starke Abneigungen, aber feine 1051 Todesopfer lierende Eingriffe in die industrielle Produktion. zusammengesetzten Regierungsmehrheit Kon- Wendigkeit habe bisher alle Angriffe gegen ihn Die Regierung denkt dabei an autonome Verein- flitte und Ueberraschungen nicht ganz auszuschlie erfolglos gemacht. Immerhin iverde versichert, daß des spanischen Kleriko- Fascismus barungen, wie sie z. B. jetzt in der Brauindustrie Ben, aber die Absicht besteht, in aller Ruhe das nur zwei Nazi- Minister ganz sicher in ihren Stelbevorstehen, selbstverständlich unter Aufsicht des Programm zu erledigen und, zum erstenmal in lungen seien: der Führer- Stellvertreter" Heß, Madrid. Blättermeldungen zue Staates. Besonders eingehendes Studium widmet der Geschichte des Landes, nach Ablauf der ver- der teine eigene politische Meinung habe und in folge hat der Oktober Aufstand auf die Regierung den Fragen der Bergbaufassungsmäßigen Wahlperiode vor die Bevölke- hündischer Treue" zu Hitler stehe, und der Luft- Seiten der Revolutionäre 1051 Todesproduktion, die in einer eigenen Kommis rung zu treten. Das ist unter so überaus schwie- fahrtminister Goering, der immer mehr zum Ver- opfer gefordert, während auf Regiesion studiert werden. In dieses Studium wird auch rigen wirtschaftlichen und politischen Verhältnis trauensmann der Reichswehr geworden sei. Irungsseite 284 Personen gefallen sind. die Frage der Grubenverstaatlichung fen unzweifelhaft ein 3eugnis für die Le einbezogen. benskraft der Demokratie und es wäre nur zu wünschen, daß die Regierung ihre ihrer bisherigen Reserve herauszutreten und, ohne Goebbels- Methoden nachzuahmen, die Bevölkerung insbesondere durch den Rundfunk in einer leichtverständlichen Form über ihre Arbeiten zu informieren. Absicht verwirklicht, auch propagandistisch aus Kladnoer Bergherren treiben Zu diesen wirtschaftlichen Problemen gesellen sich finanzielle. Der Aufschub der Landes- und Bezirkswahlen ist nicht nur deshalb erfolgt, damit die entscheidenden Wahlakte gleichzeitig durchgeführt werden können, sondern auch deshalb, damit den Funktionären der Selbstverwaltung, die eine Reihe schwerer Notjahre durchgemacht haben, die Möglichkeit gegeben wird, wenigstens an Wir haben uns hier darauf beschränkt, das der Einleitung des Gesundungsprozesses mitzu- Wesentliche von den uns zuteil gewordenen Mitarbeiten. Darum gehört zu den aktuellsten Pro- teilungen zusammenfassend wiederzugeben, ohne blemen die Schuldenabbürdung der uns auf die Kritik von Einzelheiten einzulassen. Gemeinden. Die übermäßigen Schulden im Aber gerade aus dieser knappen Wiedergabe er= Betrage von 2-3 Milliarden sollen von einer gibt sich, daß wir Sozialdemokraten Zentrale der Landesgeldanstalten zur Verzinsung keinen Grund zu der uns von den und Tilgung übernommen werden. Eine Hilfe für Gegnern angedichteten Wahiner= die Selbstverivaltung wird auch in der Form vosität haben. Wir werden, wann immer der besonderen Eriverbsteuer gesucht. Das Gesetz die Wahlen kommen, auf die geleisteten pofiitiüber die Stabilisierungsbilanzen ven Arbeiten verweisen können und sind überund die Bestimmungen des Steuergeseßes über zeugt, daß diese sachliche und positive Mitarbeit absolut 450 Bergarbeiter gekündigt zum Bruch Kladno. Den Revierräten aller Gruben der Prager Eisengesellschaft A.- G wurden am Freitag die Listen der zum 19. d. M. zu entlassenden Bergarbeiter zugestellt. Laut Gesetz über die Revierbergräte sollen die Revierräte zu diesem Antrag der Unternehmen Stellung nehmen. Den Revierräten wurde eine Frist bis zum 17. d. M. gestellt. Insgesamt sollen in dieser ersten Etappe 450 Bergleute entlassen werden. Die Präsidien der Revierräte hielten sofort im Bergarbeiterheim in Kladno eine Beratung ab, in welcher diese Forderung der Unternehmer abgelehnt und beschlossen wurde, an Stelle der Arbeiterentlassungen bei gleichbleibender Belegschaftszahl aller Gruben Wechselurlaube vorzuschlagen. die steuerfreien Reserben haben den Ertrag der bei den arbeitenden Menschen sachliche und post- Eingreifen der Regierung Borgehen der Grubenherren ist umso empörender, besonderen Erwerbsteuer außerordentlich herab| tive Würdigung finden wird. gedrückt und damit auch die Zuschlagsbasis der Selbstverwaltungskörper empfindlich geschmäTert. Hier sollen nur gewisse Korrekturen vorge= nommen werden. Oesterreichische Sorgen... Garderegiment und Paradeuniformen tes Befremden ausgelöst hat. Das als das Kladnoer Revier verhältnismäßig gut beschäftigt ist. diesem Sinne. Aus den Mitteilungen des Ministerpräsidenten an die Journalisten, über die wir an leiDie Regierung ist entschloffen, dahin zu wirtender Stelle berichten, geht auch hervor, daß das fen, daß das Lebenshaltungsniveau der ArbeiterVorgehen der Kladnoer Unternehmer, die entgegen schaft wenigstens auf dem jezigen Stand bleibt. Zu den finanzpolitischen Problemen gehört ihrer Zusage, die Angelegenheit bis 15. Jänner Das Ministerium für öffentliche Arbeiten, das auch eine Milderung des Gesetzes vom Jahre 1932 Wien. Wie das„ Weltblatt" mitteilt, wird ruhen zu lassen, den um eine volle Woche ver- mit allen zuständigen Stellen und selbstverständüber den Verkehr mit Motorfahrzeu= in Wien ein Garderegiment des Bundes- frühten Beginn der Verhandlungen erzwungen lich auch mit den Gewerkschaftsorganisationen in gen, welches die weitere Entfaltung des Kraft- heeres errichtet werden. Für diese Militärabteilung haben, nicht nur die Arbeiterschaft erbittert, son- engster Bindung steht, arbeitet unausgesetzt in fahrwesens fördern soll, ohne den Schutz der werden die besten Soldaten aus den einzelnen Re- dern auch bei der Regierung star= Eisenbahnen außer acht zu lassen. Gleichzeitig gimentern, die mindestens 174 Zentimeter groß sollen aber durch eine entsprechende Besteuerung sind, ausgesucht werden. Das Garderegiment wird der schweren Dele Mehreinnahmen für den Stra- eine Paradeuniform erhalten und wird Benfonds geschaffen werden. zum Sicherheitsdienst im Bundeskanzleramte und in anderen Gebäuden der zentralen Bundesverwal= tung sowie zum Ehrendienst verwendet werden. Diese neue Abteilung wird in der Kaserne in der Stiftgasse untergebracht werden. Dieses Problem hängt natürlich mit dem Investitionsproblem ebenso eng zusammen, wie die Frage der Sanierung der Selbstwaltung, da un mittelbar rentable Investitionen, wie Wasserlei tungen, Markthallen, Gaswerte fast ausschließlich in den Bereich der Selbstverwaltung fallen. Von den agrarpolitischen Fragen steht das Problemen der Regelung der Viehordnung im Stadium unmittelbarer Verhandlung. Das I and wirtschaftliche Schuldenproblem soll einer schrittweisen Lösung zugeführt werden. Regierungsumbildung in Deutschland Als daß man dort in eingeweihten Streisen für die Der Daily Herald" meldet aus Berlin, Zeit nach der Saarabstimmung Veränderungen Von politischen Fragen beschäftigt die Re- in der Hitler- Regierung voraussage, die den gierung die Regelung der Rechtsstel Wünschen der Reichswehr und der um Schacht Tung der politischen Parteien gruppierten Wirtschaftstreise entsprechen. und ihre innere Organisation, die im demokrati- ficherste Opfer der Regierungsumbildung fchen Staate demokratisch und nicht aufdem bezeichne man den Landwirtschaftsminister Führerprinzip aufgebaut sein Darré, dessen Siedlungspläne und Bauernpolisoll. Auch Maßnahmen zur Verhütung einer über- tif den Großagrariern unbequem seien, und den mäßigen Parteienzersplitterung werden erwogen, Führer der Arbeitsfront Ley, dem es nicht gewobei aber nicht etiva an tief einschneidende Ein- lungen sei, das Vertrauen der Unternehmer zu griffe gedacht wird, sondern nur daran, das Ent- erwerben. Aber auch die Stellung des Innenstehen ganz kleiner Splitterparteien zu unter- ministers Frick( der gerade mit seiner ,, Reichsbinden. reform" fertig ist) gelte als erschüttert, und ebenso könne mit dem Sturze Him m Iers ge= rechnet werden, des Chefs der SS. und Staatspolizei, der sich anscheinend der Reduktion und der Reinigung" dieser Organisationen zu lange widersetzt habe. Auch gegen Goebbels bestehen in der Reichswehr und bei den WirtDieses reiche Arbeitsprogramm, zu dessen einzelnen Punkten die sozialistischen Parteien selbstverständlich gewissenhaft und in energischer Vertretung der Arbeiterinteressen Stellung nehmen werden, zeigt, daß die Koalitionsparteien gewillt sind, keiner Vorwahlstimmung zu unLabiola 38 Roman von Olga Scheinpflugová ,, Beruhige dich doch, Germaine; man könnte uns hören." Sie nahm seinen Kopf in die Hände, suchte die Augen, die sie verraten hatten, die für ihre fleine Person blind geworden waren und weinte ihre Tränen hinein. Er wollte sie trösten, aber ihre Worte und Hände wehrten ihn ab. Lebend eingemauert! Die Opfer von Hohnstein Vor einiger Zeit wurde das Konzentrationslager Hohnstein in Sachsen aufgelöst. Die schändlichen Mißhandlungen und Folterungen in diesem wie auch in einer Reihe anderer Lager sind in dem Buche Konzentrationslager"( Verlagsanstalt Graphia, Karlsbad) der Weltöffentlichkeit mitgeteilt worden. Nach der Auflösung gingen Gerüchte um, daß in den Kellern der Burg eine größere Anzahl von Schuhhäftlingen, die man zu Tode gequält habe, eingemauert seien. Die Staatsanwaltschaft hat eine Untersuchung eingeleitet, es wurden Nachforschungen in der Burg Hohnstein angestellt. Bisher find durch Pioniere der Reichswehr 17 Leichen gefunden wor den. Unter anderem wurden zwei Leichen von Häftlingen gefunden, die eingemauert worden sind. Ein Maurer war seinerzeit nachts aus dem Ort geholt worden. Ihm wurden die Augen verbunden und er wurde sodann nach der Burg gebracht. Dort mußte er eine Wand vermauern. Dann wurde ihm, der nichts gesehen hatte, Schweigepflicht auferlegt. Nunmehr wurde der Maurer von der Staatsanwaltschaft vernommen und von dieser von der Schweigepflicht" entbunden. Er hat sein Erlebnis geschildert und mußte die vermauerte Stelle bezeichnen. Er fand sie wieder und dann wurde die Mauer durch Pioniere geöffnet. Man fand zwei Leichen, an Händen und Füßen gefesselt und Knebel im Munde. Aller Wahrscheinlichkeit nach sind diese beiden Opfer noch lebend eingemauert worden. Mehrere SA- Leute, die als Hauptbeteiligte an den Mißhandlungen in Betracht kommen, sind seit Einleitung der Untersuchung verschwunden. zuckte, als stieße er an eine unsichtbare Mauer; dann rührte er sich nicht mehr. Aller Widerstand Luciens war geschwunden aber sein Leben auch. In furchtbarem, entsezlichem Schrecken schrie Germaine: ,, Mach keine Scherze!" Es war kein Scherz. Er rührte sich nicht. Sein Körper ruhte vom Leben aus. bor sich hin. Was wird jetzt sein? Jetzt erwartet tete, seine Kinder warteten. Und dann? Wie sollte man daheim den toten Lucien. Seine Frau wars sie das alles erklären? Er ist an ihren Küssen ges storben, an Küssen, auf die sie keinen Anspruch ja gern hatte. Und Frau Madelaine sagen: er hatte sie aber mich mich hat er geliebt. Fort gehen Sie fiel zur Erde; ihre Knie stießen an das und dann alles erklären? Bett; sie schüttelte ihn stumpf. Ihre Stimme ver- stand auf. Sie war ein Teil dieses toten Körpers Hier lag der tote Lucien; teilnahmslos. Sie sagte. Er wird nie mehr erwachen! Es war gesche- und seiner entflohenen Seele. Lucien hen; es war schrecklicher als seine Worte hätten höst du mir! Morgen werden dich die Worte der fein können: das leztemal. War das ein Schlag- Beitungen wie Würmer durchkriechen. Du ges Das war seine Frau; das hätte er nicht sagen flarer und flarer, daß sie heute das leßtemal mit anfall? Oft hatte er geflagt, daß das Herz ihm die hörst mir; ich bin dein Schicksal! Brust fülle. Oft war er seiner Kinder wegen in Sie freuzte seine Arme über seiner Brust und Copyright by Pressedienst E. Prager- Verlag, Wien ,, Was, Germaine?" ,, Daß du mich nicht mehr liebst." ..Närrchen; was sollte da erst Madelaine fagen?" sollen; das war brutal wie ein Hieb. Selbst seine Liebesbezeigungen empfand sie diesmal als Marter. Sie ließ sich nicht beruhigen. Laß mich ich bin dir doch gleichgültig!" Lucien war erschöpft. „ Sei doch schon ruhig, Kind; bist du krank?" Sie war nicht frant; sie empfand nur immer Lucien beisammen sei. In trampshafter Zärtlich noch ges er verwünschte sich selbst. Ein schwerer Druck la- den Duft seiner Haare ein. Er entzog sich ihr; erst daran schuld? Und warum gerade jezt? Warum auf den Boden, damit sein Gesicht Ruhe habe. Germaine schluchzte. Lucien rührte sich nicht; feit preßte sie seinen Kopf an ihre Brust und sog Sorge. Waren Aufregung, Kampf und Widerstand erschrat ob deren Kälte. Sie stellte die Lampe Im Hause gegenüber erloschen die Lichter war doch sein Weib und ein Engel dazu. Und er sagte ihr genug: er ist tot. Tot für mich, tot für Dämmerung stieg. Die Zeit eilte dem neuen Tag Tot. stete auf seinem Herzen. Er bersuchte gar nicht, leise, dann brutal. Er philosophierte die Philoso- war er jetzt reif für den Tod gewesen? Sie brachte nicht die Kraft auf, nach seinem zur Seite, als wollte sie noch einmal ein Stück Les Dann trat sie ans Fenster und schob den Vorhang Germaine zu trösten. Sein Körper, von Babiola phie der Männer: was will sie denn? Hat er sich ihr für alle Ewigkeiten verschrieben? Madelaine Herzschlag zu horchen; die unverständliche Ruhe bens einsaugen. Die Lichter waren erloschen, die zurückgewiesen, fonnte feinen Trost finden. Im Hause gegenüber erloschen die Lichter. hat sie verlassen. Er gab diesem Gedanken Worte: Madelaine, tot für Babiola, tot für alle... Jm Zimmer wurde es dunkler. Lucien fiel ein, ,, Was treibst du, Germaine? Da ist Madeentgegen. Auf dem Gang des Hotels knarrte eine daß die Zeit verging und daß er, wie immer, laine eine andere Heldin". Und sie hatte ihn getötet. Sie, die neben sei- tonnten. Wieder fnarrte eine Türe und wieder Tür; Liebende, die heimgehen wollten, heimgehen pünktlich daheim sein müsse. Er wollte nicht, daß Seine Worte schnitten in ihr Fleisch und ihre nem Bette kniete, ste Germaine in ihrer Verzweiflung verharre. Er eine Statistin, ein ganz schlichen Liebende wie Diebe auf den Fußspiken legte seinen Arm um ihren Hals und sie fiel auf Seele. Gin grenzenloser Haß stieg in ihr hoch. gewöhnliches Mädel. Worte fielen, die sich wie Pfeile in die Herzen Grauen schwand; auch ihre Seele schien entEine unheimliche Ruhe überkam fie. Das gen. durch den Korridor. Für die gab es noch ein Mors seine Brust. " So, sei schön brab und weine nicht mehr." bohrten. Lucien war erregt, bleich und häßlich schwunden zu sein. Germaine verlor völlig die Besinnung. In dem düsteren Zimmer Tag auf dem zers Sieh mir in die Augen", schrie sie. Das wie sein Antlig. Die Röte seiner Lippen dämmerte sie wie tausend schweigende Augen an. In Ger Seine Hände waren noch warm, aber so blaß eigenen Lebens. Die Kreise auf den Tapeten sahen wühlten Bett der hart gewordene Körper ihres Sie tastete nach Luciens muskulösem Hals, den leßtemal sieh mir in die Augen, niemals sollst du für immer dahin und die Augen nein nicht maine war noch immer Ruhe, verzweifelte, bleis fie, als er sie noch liebte, mit Süssen bedeckt hatte froh werden können, wenn du mir nicht in die und schrie:„ Verlasse mich nicht! Verlasse mich Augen siehst!" nicht! Und sie füßte seinen bewegungslosen KörSie fühlte die Wärme seines Körpers und bas weckte sie aus ihrer verzweifelten Erstarrung. Er wandte den Kopf zur Seite. Eine wilde zu seinem Herzen und zerstoben dort wie auf har- schüttelte sie sein eigensinniges Haupt. Gestein. Sie drückte mit ihren schwachen Lucien wurde sehr blaß; er wehrte sich; Lu per. Ihre Tränen floffen auf seine Brust, liefen Kraft durchzuckte ihre Hände und wie rajend armung hatte ihm den Tod gebracht; seine Lieb er wird sie ihr nie mehr schenken. Aber dort Samtben feine abwehrbereiten, erbarmungslosen plötzlich schluchzte er sonderbar auf, fein Wider Arme und hörte selbst nicht mehr, was sie schrie. stand schivand, weit öffneten sich seine Augen Er erschrat vor ihrem Ueberschwang. Der weiß in weiß. Langsam und glanzlos schwammen die Augensterne wieder in die Höhe; jein Körper Schmerz, der sie erschütterte, war furchtbar. hinschauen cien! Sie machte sich keine Vorwürfe. Ihre UmLange kniete fie neben ihm. Lucien Sände und Füße waren beinah kalt. Das Gesicht war diese tidende Uhr aus der Nähe des still ge Eine Stunde mochte verstrichen sein. Luciens wurde hart. Sie starrte ihn tränenfos an janten kraftlos nieder. Sie setzte sich und brütete Sie wollte sich ankleiden, aber ihre Hände spät es jei. Lucien hatte ihr eine Uhr versprochen; erne Ruhe; das Ende von allem. Die Stunden zo gen dahin wie Verurteilte. Sie wußte nicht wie hatte den Rock abgelegt für immer. Für immer in dem Rock auf dem Sessel - tickte seine Uhr. Er wordenen Herzens verbannt. ( Fortsetzung folgt.). Fr. 10 Samstag, 12. Jänner 1935 Sudetendeutscfier Zeitspiegel Eine Industrie stirbt Wie rettet man die westschlesische Steinindustrie? In der Sternberger„ Volkswacht"| Freiwaldau. Hauptabsatzgebiete waren die anfinden wir eine Darstellung über die grenzenden Länder Deutschland, Desterreich, UnKrise in der westschlesischen Steinindustrie. garn und Polen, aber auch nach Rumänien, den Wir entnehmen dem Artikel folgende Balkanländern und vor allem nach England ging Stellen: ein beträchtlicher Teil der Ausfuhr. Es gelang nicht, den Westen Europas für unsere Steinindustrie zu erobern. Einige Ziffern demonstrieren den furchtbaren Niedergang dieser Exportindustrie. Seite 3 Yungen in der letzten Zeit start sanken, enfließ 120 Arbeiter, wodurch die Zahl ihrer Angestellten auf die Hälfte des Normalstandes sank. Ein erfreulicher Umschwung auf dem Arbeitsmarkt wird aus Sche beta u gemeldet. Dort wurde vor einigen Wochen der Betrieb in vorbereitetes Verzeichnis sie den berufenen Stellen der Säge des Großgrundbesizers vorlegten. Königswart vollkommen eingestellt und Es ist unsere menschliche Pflicht und eine alle 70 Arbeiter wurden entlassen. Nun wurden Staatsnotwendigkeit, daß man in diesen Gebieten, die Arbeiten in diesem Sägewerk wieder aufge= welche heute deshalb besonders leiden, weil hier nommen und 65 Arbeiter erhielten neuerlich Bedie vollkommen lahmgelegte Textilindustrie kon- schäftigung und Brot. Hoffentlich wird sich die zentriert ist, mit erhöhten Unterstützungen aller Lage auf dem Arbeitsmarkt auch in anderen GeArt besonders entgegenkommt; insbesondere ist es bieten bald bessern. aber nötig, durch Beschleunigung all der öffentlichen Arbeiten zu helfen, nach welchen das Gebiet heute so dringend ruft. Es ist wie nirgends sonst erforderlich an alle Mittel zu denken, die zur Belebung der alten Industrie, sowie zu einer Ersatzindustrie und inneren Konsolidierung führen. Man kann nicht ohne Vorwurf die Art übergeben, in welcher unsere Industrie und ihre Führung das gesamte wirtschaftliche Leben im Gebiet verfallen lick und die Passivität, mit welcher sie dem heutigen Zustand gegenübersteht. In der Neujahrsnummer des„ Neuen Tagblattes" veröffentlichte der Freiwaldauer Sekrefär des westschlesischen Steinindustriellenverbandes Dr. M. Friemel einen größeren Artikel über Im Jahre 1928 wurden noch drei Millionen die gegenwärtige Lage der westschlesischen Stein- Meterzentner Steinwaren im Werte von 52 Milindustrie. lionen Stronen ausgeführt. Fünf Jahre später Ueber den Umfang der durchgeführten Raschrumpfte die Menge auf eine halbe Million und tionalisierung bringt Dr. Friemel einige der Wert auf 10 Millionen ein. So stehen wir Daten, die wir hier wiedergeben. So gab es im einesteils infolge der schweren Wirtschaftskrise, Jahre 1920 in der westschlesischen Steinindustrie andernteils infolge der tragischen Auswirkungen ungefähr 200 Schleifmaschinen und etwas über der Rationalisierung der Steinindustrie, die viele 30 Trennsägen, welch letztere meist mit der Hand Hunderte von Menschen einfach über Bord geworbetrieben wurden. Ende 1934 verfügte dieselbe fen hat, vor der Notwendigkeit, im Rahmen der Industrie über mehr als 700 Schleifmaschinen, Regelung unserer gesamten Wirtschaft auch die mehr als 100 Trenn- und Gattersägen und über Steinindustrie einer grundlegenden Umorganisie24 Karborundumsägen mit durchwegs maschinel- rung zu unterziehen. Man bemüht sich derzeit, die Iem Antrieb. Die Leistungsfähigkeit der Stein- schlesische Steinindustrie zu kartellieren, um unschleifereien hat sich in den 14 Jahren vervier- tereinander die mörderische Konkurrenz auszufacht, die der Sägen allein mehr als verzehn schalten. facht, da eine motorisch betriebene Trennsäge Die Arbeiterschaft, die bisher die Hauptlast mindestens zwölfmal soviel leistet als eine mit der tragischen Entwicklung zu tragen hatte, erder Hand betriebene, ganz abgesehen davon, daß hebt, vom ureigensten Lebensinteresse dittiert, die 1919 eine Karborundumsäge lief gegen 24 im Forderung, daß über eine solche ZusammenfasJahre 1934. Es traf alſo eine vierfache Steige- fung der Staat entscheiden muß. Die Induſtriel. Die Heimatfront kneift rung der Produktionsfähigkeit in den letzten 14 Jahren ein. Heute bestehen 145 Steinbruch betriebe, also bedeutend mehr, als es nach Striegsende gab. len dürfen nicht glauben, daß eine Kartellierung auf Kosten der Arbeiter vorgenommen werden tann. Die Zeiten sind längst vorbei, wo derartige Maßnahmen von einseitigen UnternehmerinterDer gewaltig gestiegenen Produktionssteige- effen durchgeführt werden können. Dies umsomehr, rung der schlesischen Steinindustrie steht ein start als heutzutage alle von privater Seite gesetzten bermindertes Abjakgebiet gegen- Maßnahmen im Grunde deshalb wirkungslos blei über. Drei Viertel des gesamien Erports der Re- ben müssen, weil das Abſakproblem dadurch publik an Steinwaren stammt aus dem Bezirk überhaupt nicht berührt wird. Rufe aus dem bedrohten Norden Die tschechischen Genossen über die Not in Deutschböhmen Solidarisches Verlangen nach Hilfe für die deutschböhmischen Arbeitslosen An der Rundfahrt der Parlamentarier durch die Elendsgebiete Krakau- Grottau nahm auch der tschechische Genosse Jaromir Ne čas teil, dessen Bericht das Zentralorgan der tschechischen Partei ,, Právo Lidu" Freitag an leitender Stelle veröffentlichte. Wir begrüsen die verständnisvollen Worte des Genossen Ne čas als einen Beweis, daß die tschechische Sozialdemokratie in internationaler Solidarität auch für die Interessen der deutschen Arbeiterschaft und der Arbeitslosen eintritt. Wir zitieren aus dem Artikel, welcher neben grundsätzlichen Erwägungen auch viele Einzeltatsachen über die Not in Nordböhmen bringt: Wir müssen den deutschen Gebieten unserer| entfallen mehr als 400.000 auf die deutschen Gebiete Republik mehr Aufmerksamkeit widmen. Dienstag, unseres Staates. Frankreich flagt jetzt über Arbeitsden 8. Jänner, gegen 2 Uhr hat der deutsche Rund- losigkeit, es hat aber 405.000 Arbeitslose auf einer funt die deutsche Bevölkerung bei uns wieder durch unangebrachtes Eingreifen in unsere internen tschechoslowakischen Angelegenheiten beunruhigt. Jezt zeigt sich schon, welch schwerer Fehler es ist, daß man dreieinhalb Millionen unserer deutschen Bürger der systematische Heße des hakenkreuzlerischen Rundfunts ausliefert und daß wir keine eigene selbständige deutsche Station haben. Jeder Tag bringt neue Belege dafür. Fläche von 550.000 Quadratkilometer und unter 42 Millionen Einwohnern. Die deutschen Gebiete unserer Republik haben auf einer Fläche, welche nur ein Zweiundzwanzigstel der französischen ausmacht, mehr Arbeitslofe als ganz Frankreich. Ueber diese Tatsachen, welche von der Bresse festgestellt werden, fönnen wir nicht ohne Beachtung hinwegsehen. Als Ministerpräsident Malypetr in seiner Parlamentsrede von der besonderen Notwendigkeit der Hilfe für die Randgebiete sprach, hatte er diese Verhältnisse im Auge. Es darf sich kein anständiger und sozial fühlender Mensch finden, der unseren bleichen, erschöpften und dabei rührigen und intelligenten Arbeitern im Norden nicht die hilfreiche Hand bieten wollte. Es ist nötig, daß man dem Ministerium für soziale Fürsorge durch Bereitstellung außerordentlicher Mittel eine augenblickliche Nothilfe im größeren Unfang als bisher ermöglicht, es ist aber bor allem nötig, daß in den Betrieben, wo es halb wegs möglich ist, die Produktion durch Gewährung von Krediten und durch andere Mittel genährt und das sofort mit allen öffentlichen Arbeiten in diesem ganzen Gebiet begonnen werde. Herr Sandner ist nicht zu sprechen Für kommenden Sonntag hat die Heimat Franz Faulhammer gestorben Der alte Sternberger Genosse Franz& a u lhammer, ein in ganz Nordmähren bekannter eifriger Funktionär der Arbeiterbewegung, ist Freitag früh einem Schlaganfall erlegen. Faulhammer war seinerzeit leitender Beamter der Allgemeinen Arbeiterkrankenkasse und nach deren Auflösung Angestellter der Bezirkskrankenkasse. Seit einigen Jahren war er im Ruhestand. FaulHammer bekleidete einige wichtige Funktionen in der Partei, war außerdem Kassier des Vereines Arbeiterheim" in Sternberg und Mitglied der Gemeindevertretung. Faulhammer hat sein: Parteiarbeit immer sehr ernst genommen; er war allen Genossen ein Beispiel unermüdlicher, gewissenhafter Pflichterfüllung. Auch seine Kinder betätigen sich eifrig in der sozialistischen Arbeiterbewegung. Das Andenken an Faulhammer wird in der nordmährischen Arbeiterbewegung immer weiterleben. Die Einäscherung wird am fom> menden Sonntag in Olmüß sein. " Tod im Schacht Aus der Schule in den Tod Am Donnerstag abends gegen 5 Uhr verunglückte der 25jährige Bergmann Wenzel Trefny aus Herrlich am ,, Alexander" bei Dug. Er war Förderer und beim Ablegen der front in Mies eine Versammlung angemeldet, Hunte beschäftigt. Durch einen unglücklichen Zuin welcher der Herr Sandner wieder sein anti- fall dürfte er zwischen Fangzeug und Hunt ge= marristisches Sprüchlein auffagen sollte. Die so- fommen und erdrückt worden sein. Alle Wieder3ialdemokratischen Arbeiter des Bezirkes Mies belebungsversuche blieben erfolglos. Gegen 8 11hr waren entschlossen, sich diesen Genuß nicht ent- abends wurde der Leichnam Trefnys aus der gehen zu lassen. Von unserer Seite wurde daher Grube geschafft. bei der Bezirksbehörde gefordert, daß die Ver ſammlung öffentlich durchgeführt werde. Um Zwischenfälle, wie den in Saaz, zu vermeiden, Ein furchtbares Unglück ereignete sich in der sollte über Einladung der Bezirksbehörde eine Ver- Nähe von Tschausch bei Brüg. Zwei elfjährige einbarung über die Sicherung eines geordneten Knaben, Ullrich Moulis und Josef Vo st a= Versammlungsverlaufes getroffen werden. Die te t, bemerkten auf dem Heimweg aus der Schule, SHF wollte weder freien Zutritt für die Arbeiter, daß eine Binge, an der sie vorübergehen mußten, noch ihre Vertretung im Präsidium, noch eine mit einer schönen Eisfläche überzogen war. SoStunde Redezeit für den sozialdemokratischen fort wurden die Schlittschuhe geholt und in GeGegenredner zubilligen. Ihr höchstes Angebot" meinschaft mit noch einigen Burschen begannen war, daß 35 Sozialdemokraten gnädigst die Teil- sie den Teich zu überfahren. Dabei stürzten die rahme gestattet werden soll. Daran zerschlugen zwei Senaben in die Pinge, weil sie eine besonders sich die Verhandlungen. Die Versammlung tam schwache Stelle des Eises eingedrückt hatten. Die nicht zustande und Herr Sandner wird schon wis- beiden Jungen ertranken. sen, warum seine Mieser Freunde so standhaft ausgekniffen sind. Der Arbeitsmarkt in Mähren In den Wintermonaten nimmt die Zahl der Arbeitslosen in Mähren wieder zu, und zwar in folge der Beschränkung des Betriebes in mehreren unternehmen. Es gibt aber auch viele Unternehmen, die bei Bestellungsmangel eine größere Menge Erzeugnisse lagernd haben und daher ihre Angestellten entlassen. Die ohnehin schon bedeutende Zahl der Arbeitslosen wird dadurch noch ganz beträchtlich vergrößert. Die deutschen und die tschechischen Arbeiter in Die Tatra- Werte in Kopři w nih, Die gesamte tschechoslowakische Oeffentlichkeit diesem Gebiet sind heute in der Mehrzahl auf die Ers muß jedoch eine wirksame Unterstüßung und erhöhte nährungskarten angewiesen, die ordentlichen Unter- die früher insbesondere an Staatsaufträgen Aufmerksamkeit den deutschen Gebieten nicht nur ſtüßungen sind meist erschöpft. Die Zuteilungen vom arbeiten, müssen jezt die Produktion wegen deshalb widmen, weil dort die deutsche Bevölkerung Ministerium für soziale Fürsorge( Ernährungskar Auftragsmangels beschränken und entlassen weider heftigsten und unmittelbaren Agitation der Ha- ten, Kohle, Kartoffeln, Milch usw.) können freilich fenfrenzler ausgesetzt ist, sondern auch aus dem bei weitem nicht ausreichen. Die ausgehungerten und tere 300 Arbeiter. Auch in der armen Gebirgs Grunde, daß die Arbeitslosigkeit dort ungewöhnlich erschöpften Arbeiter rufen geradezu verzweifelt nach gemeinde Wühr, in der böhmisch- mährischen hart ist und daß unter ihr auch tschechische Minder- Arbeit und auf ihre Enquete am 8. Jänner ver- Hochebene, nimmt die Zahl der Arbeitslosen inheiten leiden. Von 755.000 Arbeitslofen, welche zu langten sie in erster Reihe die Durchführung öffent- folge der Entlassungen in der dortigen TextilBeginn des Jänners offiziell angeführt wurden, licher Arbeiten im ganzen Gebiet, deren sorgfältig fabrik Rotter zu. Die Fabrit, deren BestelDer Aufsig- Karbitzer Lehrerverein eine Henleinfiliale. Wie wir der Tagespresse entnehmen, spendete der Ausschuß des AKLV der„ Sudetendeutschen Volkshilfe" den Betrag von 500 Kč. Damit hat diese Organisation wieder einmal recht deutlich ihre Neutralität gezeigt. Die völkische Mehrheit des Vereines nimmt wohl von der recht beträchtlichen Anzahl sozialdemo tratischer Mitglieder die Vereinsbeiträge, läßt sie aber nicht dorthin, wo über die Verwendung der von den Mitgliedern eingezahlten Gelder entschieden wird. Die„ Sudetendeutsche Wolkshilfe" ist eine ausgesprochene antimargistische Einrichtung, die ihre Gelder den HenleinAnhängern zukommen läßt. Wenn die Leitung des AKLV das wäre, was sie vorgibt zu sein, fönnte sie unmöglich sozialdemokratische Mitglieds. gelder zur Bekämpfung der Sozialdemokratie spenden. Die nationalsozialistische Leitung will wahrscheinlich vor ihrem Abgang noch einmal recht deutlich zeigen, daß Sachlichkeit nicht ihre starte Seite ist! Vom Kampf um die Freiheit der Saar Zwei Aufnahmen von der Riesenkundgebung der Freiheitsfront am 6. Jänner Sette 4 Samstag, 12. Jänner 1935 Nr 10 Wölfe überfallen ein Karpathendorf Gin Kind erwürgt, Pferde zerrissen Der Wehrbettrag Erläuterungen -er Flnanzlundesdirektto« (Schluß.) Vorschriften für Angestellte mit Bezügen bis 23.556 KC jährlich brutto. IV. 1. Angestellte, welchen die Einkommensteuer von den Bruttodienstbezügen(bis zur Jahreshöhe von 88.556 KCl abgezogen wird, machen den Dienstgeber ans ihr Geburtsjahr aufmerksam, und, wenn dieser Bedenken über die Richtigkeit ihrer Angaben hat, überzeugen sie ihn durch Vorlage eines amtlichen Beleges(z. B. Tauf« oder Geburtsschein oder eines anderen amtlichen Beleges, welches auch die Angabe über das Alter des Angestellten enthält) von der Richtigkeit ihrer Angaben. 2. Angestellte Frauen, welche weniger Bruttodienstbezüge als wöchentlich 298 Kc oder monatlich 1265 Kc haben und welche Mütter von mindestens zwei minderjährigen Kindern sind, machen den Dienstgeber auf diesen Umstand aufmerksam und weisen ihm eventuell durch Vorlage einer Bestätigung des Gemeindeamtes ihres Wohnsitzes den Anspruch auf Befreiung vom Wehrbeitrag nach. 3. Angestellte, welche Anspruch auf Befreiung aus irgendeinem der sub II.), C lit. b—d) angeführten Gründen haben, legen die sub III./5. erwähnte Bestätigung ihrem Dienstgeber vor, und zwar tiS Ende Feber 1935. Pflichten des Dienstgebers V. 1. Dienstgeber, welche ihren Angestellten Dienstbezüge auszahlen, und zwar: wöchentlich wenigstens 219 KC höchstens 453 Kc, zehntägig wenigstens 319 höchstens 567 KC, vierzehntäzig wenigstens 438 höchstens 906 KC, achtundzwanzigtägig wenigstens 876 höchstens 1812 KC, monatlich wenigstens 938 höchstens 1963 KC, werden ihren Angestellten, soweit diese nicht anzeigen bzw. nicht nachweisen(vergl. IV. 1, 2, 3). daß sie dem Abzüge des Wehrbeitrages nicht unterliegen, gleichzeitig mit der Einkommensteuer einen lOprozentigen Zuschlag zu dieser Steuer als Wehrbeitrag abziehen. 2. Mit dem Abzüge werden die Dienstgeber grundsätzlich bei der ersten Auszahlung der Bezüge 1935 beginnen. Nur bei den Angestellten, welche die Pflicht zur Bezahlung des Wehrbeitrages bestreiten und darüber keine Bestätigung haben, werden die Dienstgeber vorläufig— und zwar nur für 1935— vom Abzüge des Wehrbeitrages bis Ende Feber 1935 Abstand nehmen. Wenn der Angestellte spätestens bis zu dieser Frist den Nachweis darüber, daß er dem Wehrbeitrage nicht unterliegt, nicht vorlegt, wird in der nächstfolgenden Auszahlungsperiode der Abzug dieses Beitrages mit dem ganzen auf die Zeit vom 1. Jänner 1985 entfallenden Betrage durchgeführt. 8. Die abgezogenen Beträge des WehrbeitrageS werden die Dienstgeber in den Auszahlungsliften sowie in den Jahresausweisen, welche sie bezüglich der Einkommensteuer vorlegen, auSweisen, und zwar bei jedem Angestellten in einer besonderen Rubrik(resp. im Jahresausweise in der Anmerkung). Bei den Angestellten, welchen der Wehrbeitrag nicht abgezogen wurde, ist in den Auszahlungslisten sowie in den Jahresausweisen kurz der Grund anzuführen, warum der Abzug nicht durchgeführt wurde(z. B.„Hat Militärdienst geleistet" u. ä.). 4. Den Wehrbeitrag führt der Dienstgeber ab gleichzeitig mit der Einkommensteuer' mit demselben Erlagschein der Postsparkassa, auf dessen Rückseite ausdrücklich anzuführen ist, wieviel vom Gesamtbeträge auf den Wehrbeitrag entfällt. 5. Wenn die Dienstgeber die ihnen vom Gesetze auferlegten Pflichten ordentlich nicht erfüllen, kann ihnen ein« Ordnungsstrafe gemäß 8 43, Abs. 2 des Gesetzes über die direkten Steuern auferlegt werden. Die mit dieser Kundmachung getroffenen Verfügungen haben provisorischen Charakter bis zur Verlautbarung der definitiven Regierringsverordnung zwecks Durchführung des Gesetze- betreffend den Wehrbeitrag. Schneeberichte Prager Umgebung. RiCan 3 Ztnr. Alt-, 10 Ztm. Neuschnee, Mnichowitz 5 Ztm. Alt-, 10 Ztnr. Neuschnee, Senohrab 6 Ztm. Alt-, 10 Ztm. Neuschnee, Jilovö 25 Ztin. Alt-, 8 Ztm. Neuschnee, Skalka 15 Ztm. Alt-, 5 Ztm. Neuschnee.— Rirlrn- gebtrge. Neuwelt-HarrachSdorf 35 Ztm. Altschnee, Wossekerbaude 40 Ztm. Alt«, 10 Ztm. Neuschnee, Rochlitz a. d. Jser 7 Ztm. Alt«, 8 Ztm. Neuschnee, Hofbauden 35 Ztm. Alt-, 5 Ztm. Neuschnee, Starkenbach 10 Ztm. Alt-, 6 Ztm. Neuschnee, Schlüssel« banden 35 Ztm. Alt-, 2 Ztm. Neuschnee, EMall- baude 20 Ztm. Alt-, 20 bis 25 Ztm. Neuschnee, Martinsbaude 45 Ztm. Alt«, 5 Ztm. Neuschnee, Peterbaude 50 Ztm. Alt-, 8 Ztm. Neuschnee, «prndlermühle 25 Ztm. Alt«, 5 Ztm. Neuschnee. Geiergucke 60 Ztm. Alt-, 5 Ztm. Neuschnee. Fuchs« bergbaude 35 Ztm. Alt», 3 Ztm. Neuschnee, Töpferbande 30 Ztm. Alt-, 10 Ztm. Neuschnee, Schwarz« schlagbaude 40 Ztm. Alt«, 5 Ztm. Neuschnee, Jo« hannisbad 8 Ztm. Alt«. 15 Ztm. Neuschnee.— Adlergebirgr. Masarvkbaude 30 Ztm. Mt«. 20 Ztm. Neuschnee, Kunzendorf 25 Ztm. Alt-, 12 Ztm. Neuschnee. Deschneh-Hinterwinkel 10 Ztm. Alt«, 20 Ztin. Neuschnee. Rokitnitz im Adlergebirge 20 bis 50 Ztm. Alt-, 10 Ztm. Neuschnee.— Böhmerwold. Schwarzkopp« 48 Ztm. Alt«, 2 Ztm. Neuschnee, Eisenstein 50 Ztm. Alt-, 5 Ztm. Neuschnee, Spitzberg 50 Ztm. Alt--, 5 Ztm. Neuschnee, Seewand 75 Ztm. Altschnee, Panzer 48 Ztm. Mt«. 8 Ztm. Neuschnee. Eisenstraß 60 Ztm. Mt«. 20 Ztm. Neuschnee, Stu« benbach 85 Ztm. Alt«. 15 Ztm. Neuschnee, Salnau 15 Ztm. Alt«. 10 Ztm. Neuschnee, Wallern 20 Ztm Alt-, 5 Ztm. Neuschnee. Winterberg 10 Ztm SHt-, 8 Ztm. Neuschnee.— Erzgebirge. Zinnwald 1) Ztm. Altschnee, Stürmer 20 Ztm. Alt-, lO Ztm Neuschnee. Keilberg-GotteSgab 45 Ztm. Alt- 5 fttm. Neuschnee, Joachimsthal 30 Ztm. Alt-, 2 Ztm Neuschnee, Bergstädt Platten-Bärringen 24 Ztm. All--, 6 Ztm. Neuschnee. Bukarest. Wie aus der Bukowina gemeldet wird» sollen in ein unter den Karpathen gelegenes Dorf hungrige Wölfe eingefallen sein» welche unter der Bevölkerung Panik hervorgerufen haben. Sie überfielen u. a. einen Banernwagen» dessen Kutscher sich nur dadurch retten konnte» daß er auf einen Bukarest. In ganz Rumänien herrscht strenger Frost. In der Gemeinde Ehisinau wurden in einer Wohnung fünf Familienmitgliedererfroren aufgefun- den. In der Gegend von Oravica im Banat hat der Schnee sturm ungeheure Schäden ange-1 Tagcsncuigfcitcn Bestohlene Polizei Paris. In Marseille verschwand in rätselhafter Weife aus den Amtsräumlichkeiten des Hafenpolizei-Kommissärs der geheime Chiffre-Code der staatlichen Sicherheitspolizei. Die Blätter fragen, ob es sich um eine neue böswillige Handlung» um Unordnung in der staatlichen Sicherheitspolizei oder um eine persönliche Rache handelt. Der Hafenpolizeidienst in Marseille ist von sehr großer Wichtigkeit. Er führt die Aufsicht über eintreffende und abreisende Ausländer» Spione» internationale Schmuggler«. dgl. In der Kleinen Tatra erfroren Tod eines Mährisch-Sch'önbergers beim Skilaufen Sillein. Unweit der Baude der tschechoslowakischen Touristen Pod Chlebom in der Kleinen Tatra fand der Pächter der Baude beim Waldwege einen erfrorenen Skiläufer, in dem der aus Mährisch-Schönberg stammende Friedrich Novotnh identifiziert wurde. Er hatte sich von der Baude Pod Rozsutcem auf den Malsch begeben und war in der Richtung auf die Baude Pod Chlebom(1400 Meter) gegangen. Wahrscheinlich stürzte er, wurde ohnmächtig und fand so den Tod. Der Wiener Hochverratsprozeß wegen der geplanten Entführung des Bundespräsidenten begannen im weiteren Verlauf der Verhandlung ihre Schuld zu bestreiten und widerriefen ihre früher bei der Polizei und dem Untersuchungsrichter gemachten Aussagen. Sie erklärten, keine Pläne zwecks Entführung des Bundespräsidenten gehegt zu haben und bestritten auch, ihren Genossen Grillmeyer zu kennen. Die bisher einvernommenen Zeugen sagten alle gegen die Angeklagten aus. Gin Theaterskandal, der z« einem Duell zwischen Autor und Direktor führt Paris. Im Theater Albert I. kam es am Donnerstag abends zu einem Skandal. Der Bier« akter des belgischen Dramatikers Hermann Gregoire„H a y a" sollte uraufgeführt werden. Die Hauptdarsteller und der A u t o r hatten um eine Verschiebung dieser Aufführung gebeten, weil die Rollen noch nicht genügend einstudiert seien. Nichtsdestoweniger hatte die Theaterleitung das Stück auf den Spielplan gesetzt. Als der Vorhang aufging, gaben der Hauptdarsteller und der Autor vor dem zahlreich erschienenen Publikum und der Kritik Erklärungen ab, die zu einem heftigen Rededuell mit dem Theaterdirektor führten und fast in Tätlichkeiten aus geartet wären. Nur mühsam konnte die Ruhe wiederher- gcstellt werden. Das Stück wurde nicht gespielt. Die Angelegenheit wird nicht nur ein gerichtliches Nachspiel haben, sondern wahrscheinlich auch zu einem Duell zwischen dem belgischen Autor und'dem Theaterdirektor führen, die auf der Bühne ihre Karte austauschten. Sieben Sträflinge entkomme« Budapest. Aus dem Gefängnis des Budapester Strafgerichtes sind sieben Gefangene auf bisher ungeklärte Meise entkommen. Man nimmt an. daß diese Gefangenen durch Verwandte oder Freunde von ihren Arbeitsstellen aus den Ge- füngniSIverkstätten förmlich herauSgeschmuggel« wurden. Die Untersuchung wurde sofort eingeleitet. Baum kletterte. Die Wölfe Haien die zwei Pferde zerrissen; außerdem erwürgten sie ein kleineSMädche«. Der Kutscher wurde später auS seiner peinlichen Lage befreit; er hatte infolge des Schreckens die Sprache verloren. richt«. Biele Ortschaften sind durch die Schneeverwehungen von der Außenwelt abgeschnitten, die Berkrhrsverbindungen sind unterbrochen. Der Zugang zu den Häfen am ganzen Schwarzen Meer ist unmöglich. Der Führer— eine Fignr. Der deutsche Reichskanzler, bisher nur ein gefährliches Spielzeug für große Kinder, ist nunmehr mitsamt seinem Luxuswagen in Miniaturkitschausgabe in das wirkliche Kinderland eingedrungen. Die! gleichgeschaltete Presse ist darüber entzückt und schwefelt:„Der weihnachtliche Schlager von 1934 ist der Wagen des Führers. Oft haben wir ihn schon in und bei der Wochenschau gesehen, jetzt kann ihn sich jeder für einen Taler kaufen— en miniature. Bis ins Kleinste hat eine Fabrik— die die Erlaubnis dazu erhiell— aus der Spielzeugstadt Nürnberg den bekannten Mercedes-Kompressor nachgebildet. Da fehlt aber mich tatsächlich nichts: Zu beiden Seiten des Kühlers kommen die gewaltigen Auspuffrohre heraus, Hintere und vordere Stoßstange ist vor- honden, das Nummernschild mit dem II A-Kenn- znchen, Ersatzrad, Kühlerfigur, Verdeck, alles ist „dran". Das Schönste aber ist, daß es auch eine Figur des Führers gibt, an der man sogar den rechten Arm zum Gruß bewegen kann, die in den Wagen gesetzt werden kann. Auch von Ministerpräsident Göring ist eine solche vor- Händen und außer dem Fahrer gibt es auch noch SS-Männer en miniature, so daß also alles richtig ist..(Braunschw. Landesztg. Nr. 358.) Lohnkürzung abgewehrt. Auf der zum Skoda-Konzern gehörigen Schiffswerft K o m o r n war es wegen der der Belegschaft zugemuteten Herabsetzung der Löhne vor Wochen zu ernem Streik gekommen. Dieser Streik ist jetzt nach langen Verhandlungen erfolgreich beendet worden. Im Organ des Metallarbeiter-BerbandeS wird dazu bemerkt, daß die Arbeiterschaft, die in diesem Kampf eine seltene Solidarität bekundet habe, mit dem Erfolg des Streikes auch den Ertrag dieser Solidarität hätte einheimsen können. „Man kann", so sagt das freigcwerkschaftliche Blatt,„auch in der Zeit der Krise den Unternehmern beweisen, daß die Arbeiter eine Macht darstellen, mit der die Unternehmer rechnen müs- Fabriksbrand in Pardubitz. Freitag früh entstand in der Paraffinabteilung der Fanto- Werke in Pardubitz unter dem Dache der Räumlichkeiten, in denen die Paraffinpressen untergebracht sind, aus bisher unbekannten Ursachen ein Brand, der sich sehr rasch verbreitete. Der Werksfeuerwehr gelang es nach eineinhalbstündiger Arbeit den das ganze Unternehmen gefährdenden Brand zu lokalisieren und zu löschen. In den Kreisen unserer Wintersportler ist es noch viel zu wenig bekannt, daß die Arbeiterschaft im Keilberggebiet in über 1000 Meter Höhe ein eigenes Unterkunstshaus besitzt, nämlich die Arbeitertransport hü tte am K e i l b e r g, die von den Naturfreunden betreut wird. Sie liegt inmitten eines prächtigen Skigeländes an der Straße von GotteSgab nach Schmiedeberg. Die parlamentarische Unters« chnngskommis» ston für den Stawisky-Skandal hat den ehemaligen Oberstaatsanwalt Pressard einvernommen, der neuerlich gegen die Kam^rgne protestierte» welche gegen ihn und seinen Schwager Chautemps geführt wird. Er erklärte, ein ruhiges Gewissen zu haben, und fügte hmzu, daß die gegen ihn im Zusammenhang mit dem Tode des Gerichtsrates Prince erhobenen Beschuldigungen tendenziös und verlogen seien. Die Kam« Missionsmitglieder drangen in Pressard, er moge jene, die ihn an der Ehre verletzten, gerichtlich verfolgen. Pressard lehnte dies jedoch mit dem Hinweis ab, daß es die Pfticht des Justlzmmi- sterS sei, seine Beamten zu schützen.- Die Klaffenlotterie. Die Verlosung der Gewinste der II. Klasse der 32. tschechoslowakischenKlass senlotterie wird am 18. Jänner 1935 um 18 Uhr im Ziehungssaale der Direktion der Staatslotterien. Prag I., Kozi ul. 4, beginnen und wird am 19. Jauner 1935 um 8 Uhr fottgesetzt werden. Verlost werden im ganzen 2725 Gewinste im Gesamtbeträge von 1,516.880 KC. welche den Spielern ohne Abzug ausgezahlt werden. Von höheren Gewinsten werden ausgelost: 1 Gewinn zu 130.000 KC, 1 zu 60.000 KC, 3 zu 20.000 KC, 6 zu 10.000 KC usw. Die amtliche Berlosungsliste wird am 21. Jänner 1985 erscheinen. Allmähliche Milderung der Kälte. Die warme Lust, welche von den Britischen Inseln gegen Skandinavien strömt, hat zunächst nicht wesentlich auf das Binnenland übergegriffen. In Mitteleuropa dauert bei schwachem Wind der Frost überall an; der Zufluß kalter Luft von Osten hat jedoch völlig aufgehört. Im Gebiet« der strärksten Fröste in Südrnß- land wurden Freitag nachmittags minus 14 bis minus 17 Grad, verzeichnet. Prag hatte minus 7 Grad, in England betrug die Temperatur plus 7 bis plus, 10 Grad. Dort, wo der Himmel heiter bleibt, muß auch in der nächsten Nacht stellenweise strenger'Frost infolge Wärmeausstrahlung ermattet werden; im allgemeinen dürfte jedoch die Temperatur in unseren Gegenden vom Nordwesten her allmählich zunehmen.— Wahrscheinliches Wetter von heute: Vom Nordwesten allmähliche Milderung der Kälte: wechselnd bis vorwiegend bewölkt, keine oder nur geringe Niederschläge. Im Osten des Staates noch vielfach heiter und stellenweise strenger Frost.— Wetteraussichten für- Sonntag: Namentlich im Westen des Staates weitere Erwärmung. Vom Rundfunk ■mpfehlenswerte* au* den Programmen: Sonntag Prag, Sender L.: 7.30 Konzert aus Karlsbad. 9.80 TrioS für Violine. 10.05 Kompositionen von Paganinj. 11.00 MatinCe des Orchesters der Prager Sendestation. 12.15 Buntes Programm der Mitglieder des Besteiten Theaters. 17.55 Deutsche Sendung: Redakteur Goldschmidt: Vorschau auf daS Musikprogramm der tschechosiowakischen Sender. 18.05 Orchestettonzett. 19.55 Jurist: Abenteuer eines Re« potterS. 21.00 Uebertragung aus dem Smetanasaali Beechoven-ZykluS. 22.25 Deutsche Bresse.— Sender S.: 14.30 Deutsche Sendung: Landwirtschaft. 14.45 Arbeitersendung: Hofbauer: Ein Forscher- und Kämpferleben. 15.00 Gesängen von Süßkind.—« Brünn: 22.30 Radioschrammeln.— Mähr.-Ostraui 19.05: Operettenmusik.— Kascha«: 18.20 Zigeunermusik.,, Das„Haus des Trostes" in Brünn DaS auf das modernste für dir Krebsheilung eingerichtete Institut wird am 13 Jänner tn feierlicher Weise eröffnet werdeu FünfiSpfige Familie in der Wohnung erfroren Wien. Der Hochverratsprozeß vor dem Wie ner Militärgericht gegen die Brüder Walter und Rudolf Otto, die im Verlaufe des nationalsozialistischen Putsches verhaftet wurden, weil sie den Bundespräsidenten Millas entführen wollten, dürfte sich bis heute hinziehen. Beide sen, wenn die Arbeiter einig und geschlossen or- Angeklagten, die sich anfangs schuldig bekannten, 1 ganisiert sind und so über die entsprechende Macht verfügen. Eine Lehre, die von der gesamten Arbeiterschaft genügend gewürdigt werden möge. Nr. 10 Standalaffäre eines Habsburgers Die Pariser Polizei hat ein Fräulein Paula Touy ba berhaftet, die früher Sekretärin des Pariser Rothschild gewesen ist. Die Habsburger haben immer gern in den Büros der Rothschilds verkehrt; so hat der frühere Erzherzog Wilhelm Habsburg, ein Sohn des Stefan Habsburg, der bis 1918 als polnischer" Erzherzog in Galizien lebte, im Büro des Pariser Rothschild das Fräulein Couyba kennengelernt. Zwischen beiden knüpften sich enge Beziehungen an. Wilhelm Habsburg bezeichnete Paula öffentlich als seine Braut, er besuchte sie in ihrer Wohnung zu allen Tages- und Nachtstunden, er füßte und umarmie fie vor vielen Leuten, er begleitete sie in die feinsten Pariser Damenkleidergeschäfte und bestellte dort Kleider für sie, die allerdings nie bezahlt worden sind; eine Zeugin hat jezt vor dem Untersuchungsrichter angegeben, daß Wilhelm und seine Paula dem Damenkleidergeschäft Callot soeurs 27.000 Franken schuldig geblieben sind! Nach einiger Zeit erzählte Paula ihren Bekannten, daß sie für ihren Wilhelm Geld auf= treiben müsse; sie borgte sich in der Tat stattliche Beträge aus und vertröstete die Gläubiger damit, daß demnächst die Monarchie in Oesterreich wieder hergestellt werde, dann werde ihr Wilhelm als Erzherzog von Oesterreich ein großes Einkommen aus der vom österreichischen Staat zu bezahlenden Zivilliste haben und diese Schulden leicht zurückzahlen fönnen. Trotzdem scheinen sich nicht genug Leute gefunden zu haben, die die großen Geldbedürfnisse Wilhelm Habsburgs und seiner Paula befriedigt hätten. Mso eignete sich Paula Wert= papiere a n, die ihr als der Sekretärin Rothschilds erlangbar waren, und machte sie zu Gelde. Rothschild verstand, als er dies erfuhr, keinen Spaß. Er machte die Anzeige und die Braut des Erzherzogs wurde verhaftet. Der ehrenwerte Wi Ihelm Habsburg aber rückte jest fofort von seinem Mädel ab. Er bestritt seine Beziehungen zu ihr. Ja, er war schließlich so ritterlich, sich dem Strafverfahren gegen Paula anzuschließen und sie selbst auf Rückerstattung von Geld, das er ihr gegeben habe, zu klagen! RADION Samstag, 12. Jänner 1935. Eine Mutterpflicht: Kinderwäsche ganz besonders sauber Wie oft bleiben Desonders bei schlecht gewaschener Wäsche- keimehältige Schmutzteilchen im Gewebe zurück, die dem zarten, viel empfänglicheren Organismus des Kindes leicht gefährlich werden. Darum ist gerade für Kinderwäsche RADION so gut. Denn in der kochenden RADIONLösung bilden sich Millionen feinster Sauerstoffbläschen, die die Wäsche durchströmen und wirklich keimfrei waschen. Saubere Wäsche auch kelmfrei- im Winter doppelt wichtig! Wenn die Sonne und damit die hygienische Wirkung ihrer Strahlen auf Körper und Wäsche fehlt, hilft RADION: es wäscht HYGIENISCH EINWANDFREI! RADION wäscht allein! Begegnung in Leningrad Von A. Rudolf deres. Vielleicht die schönen Weintrauben dort? Neun Rubel pro Milo, Bürgerin!" Natascha kann nicht mehr an sich halten. Sie schiebt sich durch das Gedränge, von Stand zu Stand, von Breistafel zu Breistafel. Salami 26 Rubel, Kaffee 80, Tee 70, Kafao 100 Rubel, Emmenthaler 35, Butter 30 Rubel pro Kilo. Die Büchse Ochsenzunge 9 Rubel, das fleine Büchschen Sahne 4 Rubel 50 Ropeten, die Tafel Schokolade 10 Rubel. Piotr Sawkin hat heute seinen freien Tag. Mit Natascha, seiner Frau, und seinem Kleinen Sohn Wolodja bummelt er durch die Stadt. Am Oktoberprospekt, dem alten ,, Newsti" kommt er auf einmal nicht mehr vorwärts, so dicht wird die Menge. Schon In Paris hat dieses Verhalten des habsburgi- will er auf die andere Straßenseite, da zieht ihn schen Ehrenmannes große Empörung hervorgerufen; Natascha am Arm.„ Du, das ist der große, neue Bariser Zeitungen verlangen, daß der Untersuchungs- Lebensmittelladen, der„ Gastronom", den müssen wir richter die Strafuntersuchung wegen uns ansehen." Beruntreuung und Betrugs auch auf den ab 3= Das Trio drängt sich durch die Menge, kann burger ausdehne. Aber der Habsburger hat eine bie Schaufenster hinter der Wand der Neugierigen Piotr ist wie im Taumel mitgegangen. Lang Hilfe gefunden. Sein Helfer ist die öster= gar nicht sehen und steht endlich im Laden. Geblendet. sam wird Natascha ruhiger. Ein bitterer Zug hat sich reichische Regierung. Sie hat nicht Denn da sind sie alle wieder, die langentbehrten in ihr Gesicht eingegraben. Sie ergreift Piotr am nur den Wiener Zeitungen, die sich sonst doch so sehr Dinge, deren Geruch und Geschmack, ja deren Ausga- Arm, zieht den kleinen Wolodja zu sich: Gehen für alles Habsburgische interessieren, verboten, über ben man fast schon vergessen hatte. 27 verschiedene wir. Da gibt es nichts für uns. Alles drängt sich, diese Skandalaffäre eines Habsburgers zu berichten. Burstsorten: Krakauer, Pariser, Salami, Schinken, aber nur aus Neugierde. Wer hier kauft, das ist Sie hat auch den österreichischen Gesandten 15 Käsesorten, Emmenthaler, Brie, Weißtäse. Rechts, fein Arbeiter. Diese da zum Beispiel bestimmt nicht." in Paris beauftragt, für Wilhelm Habsburg zu inter- in dem die ganze Rückwand einnehmenden Riesenbenieren, obwohl Wilhelm Habsburg wahrscheinlich spiegel, Pyramiden von Konserven, Ochsenzunge, eine Wolfe von Parfüm verbreitend, Lippen grell Sie deutet auf ein Paar. Sie im Belzmantel, nicht einmal österreichischer, sondern polnischer Bander, Lachs, Leberpastete. Staatsbürger ist. Das katholische Desterreich ist sehr schwimmen lebende Fische, man kann sich aussuchen, In einem Bassin geschminkt, ausrafierte Augenbrauen, Seidenstrümpfe. feusch und sittenstreng; aber habsburgische Sünden Der Mann im langsam haben die Pfaffen immer milder beurteilt als die welchen, den blau- und grünschillernden Gesellen man Sünden gewöhnlicher Sterblicher. mitnehmen möchte. echt, um innafem wieder aufkomunenden hut, in tadellos geschnittenem Mantel aus englischem ,, Vielleicht noch etwas faltes Geflügel?" meint die Frau...3u 27 oder zu 32 Rubel das Stilo?" fragt die Verkäuferin.- ,, 3u 32, das ist sicher besser. Und diese Torte au 22 Rubel, und ein Kilo Schokoladenbonbons zu 36" meint der Mann. Piotr ist zusammengefahren. Da macht der Mann eine halbe Wendung. Das Licht der Kronleuchter bricht sich in Bat- Schuhwerk, Tuchgamaschen. In der Hand eine AnStoff, in den Schultern wattiert. Ausgezeichnetes terien von Flaschen pasteurisierter Milch, in goldDie Ranb- und Mordüberfälle in Barcelona zahl Pakete. reißen trotz der verschärften Gesetzesbestimmunglänzenden Honiggläsern. Und dort in der Ecke gen nicht ab. So drangen drei unbekannte Män- ist es wirklich wahr, da sind die kleinen, braunen ner mit erhobenen Pistolen in eine Frühstücksstube Bohnen in großen Glasbehältern. Natascha muß erſt ein, schlossen den Inhaber und seine Angestellten fragen, fie will es noch immer nicht glauben, bis die in ein Zimmer ein und raubten das Geld. Als die Verkäuferin bestätigt: echter Bohnenkaffee. Sie hat Ueberfallenen sich befreit hatten, ging eine von ihn 1929 zuletzt getrunken. Und weiter: Tee und Kets und Dußende Bonden Tätern auf dem Schanktisch zurückgelassene bonsorten, Berge von Schokolade und alles im glitBombe hoch, durch die sieben Personen zernden Licht, alles so anders als in der Kooperaberlebt wurden. Man nimmt an, daß es sich tibe im Kellerlokal, mit dem immer mürrischen Verum den Ra che att eines Angestellten handelt, der wegen seiner Zugehörigkeit zu einer anarchi- fäufer, der den Hering in seine schmußige Hand stischen Gruppe entlassen worden war. nimmt und uneingepackt dem Käufer überreicht, um dann mit der gleichen Hand die kleinen, angestoßeDer schuldige Beamte. Der Staatsanwalt, der die Untersuchung der Ursachen des Eisen- nen epfel auf die Waagschale zu legen. Also, es bahnunglüc es zwischen Moskau und schimpft, ich, Piotr Satkin, Former der Nordwerft wird doch besser Natascha, warum hast du immer geLeningrad leitet, teilt mit, daß der Eisenbahn- habe immer gesagt, es geschieht schon etwas für die beamte Koto wo seine Schuld eingestanden Arbeiter. habe. Wie ferner mitgeteilt wird, sind von den 66 Verlebten inzwischen drei ihren Verlegungen erlegen. Damit ist die Zahl der Todesopfer des Unglückes auf 26 gestiegen. Eine Ruhr- Epidemie in Yokohama und Um gebung hat die Schließung sämtlicher Schulen notendig gemacht. Bis jetzt wurden 74 Todes opfer der Ruhr- Epidemie gemeldet. Der Kleine Wolodja ist schon lange nicht mehr kaum hinaufbliden kann, bettelt, fleht: ,, Mamotschka, zu halten. Jetzt steht er vor einem Tisch, auf den er Liebes, das mußt du mir aber doch kaufen." Natascha blickt in die Richtung der kleinen, run" ,, Ach Piotr Nikolajewitsch, schon eine Ewigkeit nicht gesehen. Aber kein Wunder, ich bin ia jest in Moskau. Nur dienstlich hier, als konsultierender Ingenieur des Volkskommissariats für Schtverindustrie. Wie geht es Ihnen?" und ohne die Antwort abzuwarten, reicht er ihm flüchtig die Hand. Alles Gute. Ich muß noch einiges besorgen." Der Fremde steht schon am nächsten Verkaufstisch. Piotr hört seine liebenswürdig einschmeichelnde Stimme: Zwei Flaschen guten Kachetiner. Ja, den au 20 Rubel." * ACHTUNG! Seite 5 Wichtig für Ihre Gesundheit! Antiseptisch präparierter + Primeros GUM..? ist seidenzart, anerkannt verläßlich, vollkommen hygienisch und ärztlich empfohlen. Fordern Sie ausdrücklich Primeros Extra Primissima und Luxus oder die neue Qualität SSG. Seidenglanz, tropenfest mit der 5jährigen Lagerfähigkeit! 2822 Wir warnen vor minderwertigen Nachahmungen, sere Spezialisten- Elite. Vielleicht nehmen sie ihn gar wieder in die Partei." Natascha antwortet nicht mehr. Wolodja träumt von der schon greifbar nah gewesenen, wieder entschwundenen schönen Pastete. Ein Krächzen kommt von nebenan durch die dünne Bretterwand. Wir beginnen mit der Uebertragung der Leningrader Parteikonferenz. Das Referat zu den lezten Beschlüssen des 3K der Partei hat Genosse Ugarow." Beifall übertönt den Ansager. Dann sett eine volle redegewohnte Stimme ein: Unter der Führung seiner kampferprobten bolschewistischen Partei, mit seinem weisen Führer, dem Genossen Stalin an der Spize, hat das Land der Arbeiter und Bauern, neue historische Siege..." Weiter konnte sich Ugarow an jedem Abend in dieser Wohnung kein Gehör verschaffen. Denn Piotr war aufgesprungen. Wild trommelten seine Fäuste an der Bretterwand. Mit einer Stimme, die Natascha und Wolodia entsezt auffahren ließ, brüllte er: ,, Baivel Magimowitsch, ich beschwöre Sie, stellen Sie den Lautsprecher ab!" ( Eine vom Autor miterlebte Begebenheit, in der nur, aus begreiflichen Gründen, die Namen der handelnden Personen geändert wurden.) Volkswirtschaft und Sozialpolitik Rückgang des Frachtenverkehrs. Die Statistik über die Waggonbeistellung im Dezember 1984 zeigt, daß diesmal die Zahl der mit Frachtgebühren beladenen Waggons mit 330.648 gegenüber dem Desember 1933 um 8726 zurückgeblieben ist. Der Rückgang entfällt fast zur Gänze auf den Inlandsverfehr, der 301.496 Waggons umfaßte, während der Export ins Ausland mit 29.152 fast unverändert geblieben ist. Der Rückgang ist auf die verminderte Kohlenförderung infolge des abnormal warmen Wetters zurückzuführen. Es wurden nur 96.858 Kohlenwaggons, d. i. um 11.888 weniger als im Dezember 1933, befördert. Gerichtssaal Schamloser Kreditwucher an kleinen Leuten 2.500 Kč ausgeliehen nach einem Vierteljahr 3.890 Kč fällig! Brag. Wenn fleine Leute in besonders dringende Geldnot geraten, pflegen sie ihre Zuflucht zu den verschiedenen, redittanzleien" zu nehmen, deren Inserate im Anzeigenteil der Bürgerpresse einen beträchtlichen Raum einnehmen. Man macht sich keiner Uebertreibung schuldig, wenn man sagt, daß ein Großteil dieser armseligen Kreditsucher Leuten in die Hände fällt, die ihren Klienten regelrecht die Haut über die Ohren ziehen. Daß unſere Gefebgebung nicht ausreicht, solchen schamloſen Wucher wirksam zu bekämpfen, haben wir an dieser Stelle schon mehrfach festgestellt. Freitag war vor dem Einzelrichter GR. Trost wieder ein drastischer Fall dieser Art anhängig. Angeklagt war der 50jährige Privatbeamte August Mědilek des Kreditwuchers. Der Angeflagte knüpfte als bevollmächtigter Vertreter der hiesigen Kreditkanzlei Otto Dvořák geschäftliche Verhandlungen mit den Schwestern Marie und Bera Horn an, die sich mit einem Kreditansuchen an die Firma gewendet hatten. Die beiden Schivestern, die in fümmerlichen Verhältnissen einen fleinen gemeinsamen Haushalt führen, waren durch Krankheit und Tod ihrer Mutter und einer dritten Schwester in eine verameifelte Situ ation geraten und brauchten dringend etwas Geld. Einhaltung der üblichen Sicherstellungsvorkehrungen. Der Angeklagte vermittelte also das Geschäft unter In der Zeit von April bis Juni erhielten die In der kleinen Stube, fünf Meter Yang, drei Meter breit, öffnet Piotr erst wieder die Lippen. ,, Das war Sergej Antonowitsch. Früher Zeich den Patschfinger, sieht ein appetitliches, mittelgroßes ner bei uns. Hat es immer verstanden, sich beliebt zu Stüd Fleischpastete. Und sieht den sehnsüchtigen machen. Ging auf Abendkurse, machte geſellſchaft Blick des Jungen. Es ist zwar knapp vor ultimo, liche Arbeit, trat in den Komsomol ein. Bis es dann Zusammengetrommelt.„ El Debate" zufolge aber diese Kleinigkeit wird man sich schon noch lei- fam. Es wurde eine Schädlingsorganisation entdeckt, Schwestern insgesamt 2510 Kč, wofür jie natürlich find 44 Personen aus Spanien zur Saarsten dürfen. Natascha ist ja schließlich doch eine die falsche Pläne machte. Ganze Abteilungen tourden Sicherstellungswechsel und verschiedene Vertragsver abstimmung abgereist. Die Reisekosten wer- Mutter. falsch planiert, mußten von Grund auf umgebaut einbarungen unterschreiben mußten. Es ist bezeich den durch eine Substription in Deutschland aufwerden. Sergei war der Leiter der Schädlinge. nend für ihre Ahnungslosigkeit und Vertrauensseliggebracht. Man schickte ihn nach Kamischatka in die Verban- feit, daß sie ohne weiteres alle möglichen Paviere, nung. Das sind noch keine vier Jahre her. Und heute: in bianco" unterfertigten, d. h. un ausge konsultierender Ingenieur. Der richtige Druckposten. fü II te Wechselblankette und ErklärungsformuMindestens 1500 Rubel Monatsgehalt, und die dik-: Man kann sich das Entseßen der beiden armen ten Kommandierungsgelder. Gibt heute mehr aus, Geschöpfe vorstellen, als ihnen am 1. Juli, nach als wir im ganzen Monat haben!" Ablauf der Rückzahlungsfrist Wechsel über ,, Und die Frau mit ihrem Bela? Der ist nicht 3890 Kč zur Einlösung präsentiert wurden. Diesen unter 5000 zu haben!" Dazu haben wir den Win- Betrag konnten sie natürlich nicht bezahlen. terpalast gestürmt! Uns durch den Bürgerkrieg ge- fam zur Wechselflage, bei der sie selbstverständlich hungert! Dazu trage ich dieses Andenken noch heute, ach fällig wurden, denn im Wechselprozeß den Kugelsplitter im Leib. Damit der da Pasteien wird nur über die formelle Gültigkeit des Wechsels entschieden und diese war gegeben. Die Auseinanderjeung über die Hintergründe der Wechselforderung find Sache eines ordentlichen Bibilprozeſſes. Für die Verstaatlichung des schwedischen Rundfunks. Der von der Regierung in Stockholm eingesetzte Untersuchungsausschuß sprach sich mit vier gegen zwei Stimmen zugunsten einer Verstaatlichung des Rundfunks aus. Was kostet das Stückchen, Bürgerin?" fragt fie die adrette Verkäuferin im weißen Häubchen und Spizenschürze, die schon mit der Servierzange und einem Papiertablettchen neben dem Tisch steht. Sechs Rubel fünfzig Kopeken. Gleich an der Kasse, ohne Kassenzettel, bitte." " und Kaviar iẞt! lare. Es Natascha wird schwindlig. Vor ihren Augen Ein entlassener Tempelwärter beging bei wirbeln die bunten Herrlichkeiten durcheinander. Die Nara, östlich von Osaka, eine entsetzliche Blut- Konservenpyramiden bilden einen Winkel von 45 tat. Er ermordete in dem dortigen Tempel Grad, der Turm aus Kekspaketen droht in das die vierköpfige Priester familie. Aquarium zu stürzen, die Berge von Birnen fallen Tann zündete er den Tempel an. Der Täter stellte in die Butterquadrate, die Kronleuchter scheinen die sich der Polizei. Spiegelscheiben zertrümmern zu wollen. Piotr verdient, wenn Anleihe und Steuern ab= Natascha versucht den Wütenden zu besänftigen: Mary Pickford und Douglas Fairbanks. Die Blätter melden aus Los Angeles, daß dort die gegezogen find, rund zweihundert Rubel im Monat. Nun, es wird sicher schon billiger werden. Das ist Die Schwestern wurden also im Wechselprozeß richtliche Scheidung zwischen der bekannter Natascha verdient jetzt nicht mit, seit Wolodja da doch nur am Anfang fo." Aber sie glaubt es selber sachfällig, gleichzeitig stellte man aber den geschäftsFilmschauspielerin Mary Pickford und Douglas ist, denn die Krippe der Fabrit hat lange nicht Platz faum. tüchtigen Vermittler M ĕ dilek unter WucheranFairbanks zugunsten Mary Bickfords ausgesprocher für alle Arbeiterkinder, und sie kann ihn sonst nir- ,, Laß es um die Hälfte billiger werden. Immer flage. Denn der Sachverhalt war allzu fraß. Natürwurde. Douglas Fairbanks war bei dem Verfahren gends lassen. noch viel zu viel für uns. Wir müssen in der Fabrik lich bestritt der Angeklagte jede Schuld und suchte nicht anwesend. Die Künstler waren miteinander seit dem Jahre 1920 verheiratet. Fairbanks ist der- Also sechseinhalb Rubel! Ein Tagesverdienst bei jeder Lohnzahlung mit dem Meister streiten, weil unter Berufung auf die verschiedenen blind unterschriebenen Dokumente darzutun, daß es sich um zeit in Paris, und wird von dort den Weg nach dem Piotrs Für die winzige Nascherei! Alles bäumt sich es nicht ſtimmt. Und der da kauft Maßanzüge für ein ganz forrettes Geschäft" handle. Das wird vielleicht tausend Rubel, fibt im„ Astoria" beim Tanztee! Leider mußte der Prozeß zur Ergänzung des BeweisFernen Osten fortsetzen, wo er einen neuen Film in ihr gegen die Erkenntnis. drehen wird. etwas ausgesucht teures sein. Sehen wir etwas an- Vorgestern Genosse, gestern: Saboteur; heute, un verfahrens verta gt werden. s Sette 8 „Sozialdemokrat" Samstag, 12. Jänner 1935. Rr. 18 PPAftEK ZE1TBMG Der Bau der Nusler Brücke Die„Prager Presse" schreibt: Das Bauamt der Gemeinde Prag hat ein Resume über die dem Wettbeloerb für die Ueber- brückung des Nusler Tales einqereichten Projekte ausgearbeitet, in ivelchem die wichtigsten Prinzipien für den weiteren Fortgang der Lösung dieses wichtigen Gross-Prager Kommunikationsproblems festgelegt werden. Im Interesse der gesunden Konkurrenz wird die Beschaffung nicht bloss von Jdeenentwürfen, sondern von durchgearbeiteten Detailprosekten mit allen Plänen, Berechnungen und Voranschlägen, u. zw. einer Ueberbrückung unter Verwendung von Stahl und einer aus Eisenbeton als notwendig angesehen. Was die Form und Konstruktion der Hochbrücke anbetrifst, bat die Jury als notwendig erkannt, dass die Brückenkonstruktion oberhalb dem verbauten Tal aerade verlaufe. Bezüglich der finanziellen Seite der Ueber- brückung hat sich die Kommission der Techniker in dem Sinne ausaesprochen, dass sie nicht dem Vorschlag zustimmen könne, die Kosten sollen einzig durch Beiträge der Besitzer von Häusern und Grundeigentümern auf dem Pankräcer Plateau gedeckt werden. Diese Beiträge sollen nur zu einem Teil die Baukosten der Brücke decken helfen. Demgegenüber verweist die Kommission auf andere Geldquellen, die zur Kostendeckung herangezogen iverden sollien. So wird die Legerova ulice zu einer wichtigen Verkehrsader, deren Geschäste und Häuser sehr dadurch gewinnen werden. Auch der Staat und die Transportunternehmen sollten zu einer Beitragsleistung Verhalten werden, da die neue Brücke ein Teil einer wichtigen internationalen Automobilstrasse sein wird. Schliesslich wird darauf hingewiesen, dass auch die Bekämpfung der Arbeitslosigkeit ein Grund mehr für den Staat sein muss, die Verwirklichung des Projektes weitgehend zu unterstützen. Der Sonderzug ins Rirsengebirge zum Preise von Kö 75.—(Samstag, den 12. Jänner) ist gesichert. Abfahrt 18.33 Uhr vom Wilson-Bahnhof. Fahrkartenausgabe Samstag ab 8 Uhr im Basar neben dem Wilson-Bahnhof. Anmeldungen werden noch entgegengenommen. Platzkarten für den Sportzug. Das Eisenbahnministerium hat entschieden, dass alle Reisenden, welche den Sporssonderzug von Prag ins Riefengebirge benützen, äusser der Fahrkarte noch eine Platzkarte zu 1 KL lösen müssen. Die Benützung dieses Sonderzuges auf Arbeiterfahrkarten und Schüler-Monatskarten ist unzulässig. Vorlrsse Otto Pick-Abend in der Arania Das Experiment, ein unbekanntes Schauspiel durch eine Vorlesung vors Publikum zu bringen, erwies sich an Otto Picks»Schauspielerin" als berechtigt; denn diese Arbeit des Prager Schriftstellers und Kritikers ist mehr ein Lese-, als ein Bühnenstück: ein literarisches Kammerspiel, das Dialoge aneinanderreiht, aber die nur skizzenhaft durchgeführte Handlung in so viel« Szenen zerlegt, daß seine Aufführbarkeit in Frage gestellt erscheint, obwohl es in der Hauptgestalt der von Reichtum, Liebe und Theaterleidenschafc umstrickten Tragödin eine sehr dankbare Bühnenvolle bieten könnte. Der literarische Wert des Werkes(das im Titel und in der Problemstellung an eine Meisternovelle von Heinrich Mann erinnert, mit der es im übrigen nicht verglichen werden kann) beruht vor allem in der sprachlichen Kultiviertheit der Dialoge und der geistreichen Durchleuchtung des Konflikts zwischen Ruhm- und Liebesverlangen, zwischen Lebens- und Kunsterfüllung,— aber es fehlt die Steigerung ins packend Dramatische, die dann am Schluß, als der Hang zum Theatersviel am Sterbebette des Geliebten erwacht. etwas gewaltsam nachgeholt wird. Die Zuhörerschaft zeichnete die Vorlesung durch dankbaren Beifall aus, den die Sprecherin Hilde M,ari a Kraus zum nicht geringen Teil auf ihre Leistung beziehen durfte. Ihr angenehm unaufdringlicher und sparsam charakterisierender Vortrag bewies nicht nur die reife Sprechkunst, sondern mehr noch die Intelligenz und das Einfühlungsvermögen der Interpretin.-—eis— Konst und Wissen Arbritervorstellung„Die Hugenotten" . Große Oper von Meyerbeer(Mitwirkende: Rose Book, Fine Reich-Dörich a. G., Herta Rahn, Scheidl, Riawetz, Andersen/Hagen u. a.), am Sonntag, den 13. Jänner, um halb 3 Uhr nachmittags im Neuen Deutschen Theater. Karten täglich von 8—2, 4—6 Uhr bei Optiker Deussch, Koruna. Marcella Sembrich gestorben. In Lausanne starb gestern die einst hochberühmte Koloratursängerin Marcella S e m b r i ch, bei Lemberg geboren, debütierte im Jahre 1877 in Athen; 1878 bis 1880 war sie am D r e s d e n e r Opernhaus tätig und als sie 1880 im Londoner Coventgarden- T h«ater die„Lucia" gesungen hatte, war ihr Ruhm als große Sängerin endgültig begründet. Seither hat sie auf fast allen hervorragenden Bühnen der Welt gesungen. Im Jahre 1900 zog sie sich von der Bühne zurück und erfreute sich dann noch lange als Konzertsängerin weiterhin großer Erfolge. Heute 6ZL Uhr„Siegfried" mit Fine Reich D ö r i ch, Kindermann, Walter, IosefSchwarZ, Andersen, Gutmann, Roller. Den Siegfried singt an Stelle des erkrankten Herrn Barton Kammersänger Hubert L e u e r, Wien. Dirigent: Sztll.(C 2.l Wochenspielplan des Neuen Deutschen Theaters. Heute Samstag: Siegfried, C 2.— Sonntag halb 3: Die Hugenotten, Arbritervorstellung. — halb 8: Iuarez und Maximilian, Gastspiel Ernst Deutsch, Al.— Montag 8: Gastspiel Dela Lipinskaja, Abonnement aufgehoben.— Dienstag halb 8: Cavalleria rusticana, Bajazzo, Al.— Mittwoch 7: PeerGynt. B2.— Donnerstag halb 8: Blaubart, C 2.— Freitag halb 8: Der Barbier von Sevilla, Dl.— Samstag halb 8: Juarez und Maximilian. Gassspiel Ernst Deutsch, B 1. Wochenspielplan der Kleinen Bühne. Samstag 8 Uhr: M a x u n d Mo ritz, halb 8: E h e m b. H. — Sonntag 3:SchulefürSteuerzahler, 8: Ehe m. b. H.— Montag 8: Mädels im Nachtbetrieb, Bankbeamte und freier Verkauf.— Dienstag 8: Ehe m. b. H.— Mittwoch 8%: Hoch klingt das Lied vom braven Mann, volkstümliche Vorstellung.— Donnerstag 8: Nacht vor dem Ultimo, volkstümliche Vorstellung.— Freitag 8: Ehe m. b. H., Kulturverbandsfreunde und freier Verkauf.— Samstag 8: Der Schneider von Gumpendorf (Schneider Wippe!), Erstaufführung. Mitteilungen aus dem Publikum. Leiden Sie an Rheumatismus? Beraten Sie sich mit Ihrem Arzte, was Sie dagegen tun sollen und kaufen Sie AIpa-Franzbranntwein. Alpa-Einreibung verschafft Ihnen Erleichterung, beschleunigt den Blutkreislauf, stärkt die Muskeln und belebt die Nerven. 100 Dr. Fritz Hahn hat seine Advokatenkanzlei in Prag I, Celetnä 8(Tel. 31035) eröffnet. 2827 Sport• Spiel• Körperpflege Der Wahnsinn des Skispringens „Der Mensch kann 100 Meter weit springen!" sagt der Norweger S. Ruud Vor wenigen Jahre galt ein Sprung von über 60 Metern als«ine phantastische Leistung. Inzwischen aber sind die Sprungschanzen weiter übermäßig vervollkommnet worden, so daß sich der„Weltrekord" von Jahr zu Jahr emporschraubte. Im vergangenen Winter gab es„Sensationen" über„Sensationen". Vor allem war es das norwegische Brüderpaar Ruud, das mit Sprüngen aufwartete, die allen Zuschauern das Blut in den Adern erstarren ließen. Einem Journalisten gegenüber hat sich dieser Tage Siegmund Ruud über die Aussichten der Schneeschuhspringerei geäußert. Er erklärte, es sei keineswegs unmöglich, daß die Hundertmeter-Grenze in absehbarer Zeit überschritten wird. Hundert Meter weit springen I Selbst alten Skihasen gruselt es bei diesem Gedanken. Die Sprungschanze für einen derartigen Gigantensprung müßte aber erst noch geschaffen werden. Auf der Schanze in Planica in Jugoslawien gelang es ja bereits, Achtzigmetersprünge mit der gleichen Sicherheit auszuführen, wie früher einmal über 40 und 45 Meter. Ja, mein Bruder Birger erreicht« sogar 86 und 92 Meter. Ich selbst erreicht« in ter Konkurrenz 86)4 Meter. Bei 95 Metern wurde ich buchstäblich zusanunengedrückt, weil die Neigung der Auslauffläche zu gering war. Ich konnte daher den starken Luftdruck nicht aushalten. Mein Bruder sah" von der Auslaufebene aus zu, wie ich auf 95 Meter herabflog. Es war für ihn«in beängstigender Anblick. Es ist ein unbeschreibliches Gefühl, auf zwei Holzbrettern die gewaltige Distanz von 95 Metern durch die Luft zu fliegen. Wieviel besser haben es doch die Segelflieger. Der Skispringer aber, wenn er sich in der Luft befindet, kann nur mit den Armen das Gleichgewicht auszubalancieren versuchen. Ist der Absprung aber mißglückt, dann gibt es kein Korrigieren mehr. Dann heißt es nur noch, so geschickt wie w"g- lich auf die Erde zu stürzen. Und das ist nicht immer einfach, denn schließlich saust der Springer ja mit D-Zug-Geschwindigkeit durch die Luft. Bei einer guten Anlaufbahn, wie sie uns in Planica zur Verfügung stand, langen wir mit über 92 Kilometern Stundengeschwindig- k e i t auf der Schanze an. Plötzlich scheint das Ende der Welt erreicht zu sein. Vor sich sieht man nur noch den Himmel. Die Menschen und die Erde tief unter sich erblickt man erst wieder, wenn der Sprung allmählich sein letztes Stadium erreicht. Wenn man aber Glück gehabt hat und merkt, wie man auf der blitzschnell unter einem hinwegschießenden Schneefläche festen Fuß gefaßt hat, dann spürt man ein unsagbares Glücksgefühl, das sich übrigens bei weniger gewagten Sprüngen auch schon vorher einstellt. Unser Z i e l ist die Entfernung von 100 Metern. Wer weiß, vielleicht können wir sie schon in diesem Winter erreichen und vielleicht wird man auch bei dieser Grenze noch nicht Halt zu machen brauchen. * Im Jahre 1874 sprang der Schwede Torjas Hemmesvedt bei Christiqnia 2 3 Meter weit. Wie die Blätter damals berichteten, bildete dieser Skisprung eine Sensation. Und heute, nach 60 Jahren.. ,? Die Fina schließt Verbände ans. Die Fina, das ist die bürgerliche Schwimmer-Internationale, will in ihre Organisation Ordnung(!) bringen und hat jetzt alle jene Verbände als Mitglieder gestrichen, die ihr« Beiträge in der letzten Zeit nicht-bezahlten. Von europäischen Verbänden wurden Oesterreich(!), Portugal, Rumänien und Estland ausgeschlossen. Das bedeutet aber auch gleichzeitig ein Verbot für die übrigen Verbände, bei I Veranstaltungen von Vereinen dieser ausgeschlossenen Verbände zu starten, noch können diese an Auslandskonkurrenzen teilnehmen. Daß der österreichische bürgerliche Schwimmverband auch ausgeschlossen wurde, ist weiter kein Wunder, da auch der autoritäre Staat die stets bedürftigen Kaffen dieses Verbandes(seinerzeit ein bekannter Nazi-Tummelplatz- nicht zu sanieren imstande ist. vereinsnsdirldilcn ltindcrturnstunde. Heute, in der erstenKinderturnstunde im neuen Jahr gibt es bei unseren Kleinen wieder Freude und Frohsinn. Genoffel Genoffin! Bereite auch Du Deinem Kinde ein gesundes Vergnügen und bringe es heute . noch in das Atus-Kinderturnen. Beginn 15 Uhr, im Deutschen Realgymnasium in der stepanskä.— Unser Vorturner-Kursus beginnt schon nächste Woche. Die ersten Stunden sind Samstag, den 19. Jänner, 17 bis 20 Uhr, und Sonntag, den 20. Jänner von 9 bis 12 Uhr. Die Leitung haben die Genoffen Bühren und Tietze. Meldungen in den Turnstunden.— Tischtennis-Sparte. Heute um 15. Uhr beginnt im Heim auf der Hetzinsel unsere Tischtennis-Schule für Frauen unter Leitung des Genoffen Möbius senior. © Ortsgruppe Prag. Sonntag, den 13. Jänner Skikurs Stran- L i c e, Zusammenkunft um 8 Uhr beim Denkmal vor dem Wilsonhahnhof. Fahrt nach StranLice, führt Plotz. SPD-Flüchtsinge, Prag. Nächste Versammlung Donnerstag, den 17. Jänner, abends 7 Uhr im Gewerkschaftshaus, Persthn 11. Vortrag: Nach der Saarabstimmung. Zutritt nur gegen Ausweis Los der Partei Bezirksorgarnsatiorr Prag der Deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei. Bei einigen Parteimitgliedern sammelt ein angeblicher Parteigenosse aus Böhm.-Leipa unter Berufung auf die Partei Kleider und Geld. Der Mann ist festzustellen und die Liste ist ihm wegzunehmen. Freie Bereinigung sozialistischer Akademiker. Montag, den 14. Jänner, 20 Uhr, Parteiheim, I., Närodni 4, Diskussionsabend:„Tschechisch-deutsche Zusammenarbeit". Es sprechen tschechische Kollegen. Nach dem Jnsignienstreit ist diese Frage von höchster Aktualität. Gäste willkommen. Der Film Das Kind des Karnevals In diesem Pariser Film wird mehrfach geäußert, daß Späße, die befrackte und kognaklüsterne Herren mit einem von seiner verzweifelten Mütter verlassenen Säugling treiben, schlechte Scherze sind. Es sst also nicht zu erraten, warum man danmdie- sen Film gedreht hat; denn er besteht zur Hälfte aus solchen Späßen. Zur anderen Hälfte besteht er aus dem rührsamen Roman der verzweifelten, aus dem Waffer gezogenen Mutter, die zu ihrem eigenen Kinde als Amme geht und den befrackten Pflegevater beinahe heiraten würde, wenn nicht der echte Vater im letzten Augenblick dazwischen käme. Der Regiffeur Alexander W o l k o f f hat die schlechten Scherze ebenso umständlich serviert wie die Rührseligkeiten— und er Hai ziemlich krmnpfhaft versucht, das Ganze mit Karnevalsbildern zu verzuk- kern, in denen sich Mädchen teils itn Hemd und teils im Badekostüm tummeln. Als Hauptdarsteller fungieren der elegante (aber nur'elegante) Iwan M osjukin und die tragisch lächelnde Tanja Fedor.—eis— Literatur Der Stadtpark (Zeitbild-Verlag Wien—Leipzig.) Hermann Grab, der Autor dieses Buchs, ist mit diesem belletristischen Erstling sehr beachtlich in die Reihe der deutschen Schriftsteller getreten, die aus dem Erlebnis ihrer Prager Heimat künstlerisch zu schöpfen versuchen. Hermann Grab gibt in dieser, vermutlich stark selbftbiographischen Teilskizze, Kind- hcitserinnerungen eines Bürgersöhnchcns. dem es während des Weltkriegs— als Millionen Kinder hungerten— in Schule, Haus und Stadtpark so gut ging, daß er die kleinsten„Hoffnungen und Fragwürdigkeiten" seines Ich und seiner Umgebung mit der Eigenart einer kindlichen Philosophie abtasten konnte, wie sie sich nun in den Reflexionen des gereiften Mannes widerspiegelt. Rein literarisch liegt hier eine feine, gedanklich und stilistisch überaus saubere Arbeit vor, deren Kleinmalerei nicht nur um des ästhetischen Reizes willen, sondern auch kraft des allgemein menschlichen Inhalts interessiert, weil dieser trotz seiner Winzigkeiten doch auch etwas vom M- Leid der Welt, des Lebens und Liehens, der armen Kreatur umfasst. Und überzeugend ist vor allem die Ehrlichkeit des Autors, der sich selber keinen Illusionen über die Wirkungen der Dekadenz hingibt, wie sie in Prager(und anderen) Patrizierhäusern fühlbar ist und ein junges, zart organisiertes Gemüt zu erdrücken vermag. Daß dem Autor früh gepflegte Neigung zu künstlerischer Beobachtung und Darstellung die Kraft gab. zu sagen, wa? er unter den Schwächen grossbürgerlichen Verfalls litt, ist sein Glück und wird nicht nur seinesgleichen, sondern auch jedem literarisch Denkenden eine anregende Lesestunde vermitteln können: aber da inneres und äußeres Geschehen dieses Buches jenseits des Randes einer harten Wirklichkeit sich abspielt, kann es zu deren Beleuchtung nur in dem Sinne dienen, daß es beweist wie völlig die Bourgeoisie. auch in ihren feinsten Sprösslingen, außerhalb ihrer Wirtschaftsposition erschöpft ist. l. g. PRAG /wk Deutsche sozialdemokratische Frauenorganisation Prag. Montag, den 14. Jänner 1935, findet um acht Uhr abends im„Monopol"(gegenüber Masarykbahnhof) ein Frauen'Abend statt. Der Gerichtssaal-Berichterstatter des„Sozialdemokrat" Genosse Dr. Robett Baum- g a e r t l wird zu dem Thema:„Ein Querschnitt durch den Gerichtssaal" sprechen. Wir laden aUe Genossinnen zu diesem, viele soziale Probleme des Lebens beleuchtenden Vortrag herzlich ein. Filme in Prager Lichtspielhäusern bis einschließlich Donnerstag, den 17. Jänner Adria:„Das Kind des Karnevals." Fr.—• Alfa:„Die wilde Last";„Die hohe Schule" mtt Forster.— Avion:„Moskauer Nächte." Annabell«. Fr.— Beranek:„Frigo, der Löwe von Paris." Fr. — Fknix:„Polenblut." Tsch.— Flora:„Solang du eine Mutter hast." Tsch.— Hvizda:„Aergert nichc den Großpapa." Tsch.— Julis:„Moskauer Nächte." Baur, Annabella. Fr.— Kinema, B.-Th.: Journale, Groteske, Reportage. Ab /£. bis 148.— Koruna: „Der Sheriff von Colorado." A.— Kotva:„Tatrw- Romanze." Tsch.— Lacerna:„Tatra-Romanze." Tsch.— Metro:„Nocturno." Regie Machattz- Letzte Woche. D.— Olympic:„Skandal im Atlantic^ Hotel." D.— Praha:„Der Sheriff von Colorado." A.— Radio:„Frigo, der Löwe von Paris." B. K e a t o n. Fr.— Skinit:„Frigo, der Löwe von Paris." B. Keaton. Fr.— Svktozor:„Das Kind des Karnevals." Fr.— Baikal:„Solang du ein» Mutter hast." Tsch.— Beseda:„Don Juans letzt» Liebe." E.— Roxy:„Das unsterbliche Lied." D.— Sport-Smichov:„Bei uns in Krähwinkel." Werich Tsch.— Baldek:„Das unsterbliche Lied." D. Zl. 26.880/34 I. Ausschreibung. . Bei der Stadtgemeinde Aussig gelangt die Stelle eines Leiters der deutschen Stadtbüchere vertraglich zur Besetzung. Anstellnngsbedingungen: Staatsbürgerschaft, Absolvierung einer Mittelschule oder gleichgestellten Anstalt, einjähriges Fachstudium und erfolgreiche Ablegung, der Staatsprüfung aus dem Büchereiwesen für Buchwarke in Orten mtt mehr als 10.000 Einwohnern(Art. 45 R. B. 607/19). Erwünscht ist vollendetes Hochschulstudium(Doktorat oder Lehramtsprüfung) in deutscher Literatur oder fchön- geisttgen Wissenschaften, sowie Beherrschung der Staatssprache. Besoldung nach Uebereinkommen. Die Anstellung erfolgt probeweise auf 1 Jahr, nach dessen zufriedenstellendem Ablauf die endgülttge vettrag- liche Regelung oder die definittve Anstellung als Gemeindebeamter, letztere im freien Ermessen der Stadtgemeinde, erfolgt. Bewerbungsgesuche unter Anschluß der Belegt über die Erftillung der Bedingungen siitd im geschlossenen Umschlag mit dem Kennwort„Buchwatt" bis 15. Feber 1935 beim Stadtamt Auffig, Große Wallstraße, einzubringen. 2829 Stadtrat Auffig, am 9. Jänner 1935. Der Bürgermeister: Leop. Pölzl. hglo-Elementar Versicherungs- Aktiengesellschaft in Wien Direktion für die C. 8.R. in Prag General-Agentschaft Reiehenberg empfiehlt sich zum Abschluß von Feuer- U nfall-, H aftplicht-, Einbruch-, Auto-,Transport-, Pferde- und Vieh Versicherungen zu kulanten Preisen. 2822 Bargarantiemittel in der CSR. 56 Millionen. Büros: Prag, Närodni ff. 17. Reichenberg, Schützeng. Nr. 21 Brünn, Theatergasse Nr. 6. OPTIK u. FOTO DEUTSCH PNkopy Drehbänke, Fräsmaschinen, Horizontal-Bohr- und Fräswerke, Radialbohrmaschinen, Shaplng- und Hobelmaschinen sowie Universalspannfutter für höchste Leistung in modernster Ausführung erzeugt: Werkzeusmaschlnenfabrik Arno Plauert Warnsdorf, iSR. Bezugsbedingungen: Bei Zustellung ins Haus oder bei Bezug durch Vie Post monatlich Kc 16.—, vierteljährig KC 48.—, halbjährig KC 96.—. ganzjährig KC 192.—.— Inserate werden laut Tarif billigst berechnet. Bei öfteren Einschaltungen Preisnachlass.— Rückstellung von Manuskripten erfolgt nur bei Einsendung der Retourmarken— Die Zeitungsfrankatur wurde von der Poft- und Tele- zraphendirettion mit Erlaß Nr. 13.8S0/V11/1V30 bewilligt.— Druckerei:„Orbis". Druck-. Verlags- und Zeitungs-A.-G., Prag.