Samstag, 19. Jänner 1935 15. Jahrgang Nr. 1« IENTRALORGAN DER DEUTSCHEN SOZIALDEMOKRATISCHEM ARBEITERPARTEI IN DER TSCHECHOSLOWAKISCHEN REPUBLIK Einzelpreis 70 Heller (eintchlletlich 5 Heller Porto) ERSCHEINT MIT AUSNAHME DES MONTAG TÄGLICH FRÜH.»Aktion und Verwaltung frag xii„ fochova<2. Telefon sm. Administration telefon sjozl. HERAUSGEBER! SIEGFRIED TAUB. CHEFREDAKTEUR: WILHELM NIESSNER. VERANTWORTLICHER REDAKTEURI DU. EMIL STRAUSS, PRAG. Der Außenhandel der CSR im Dahre 1934 Ausfuhr 1933: 5922 Millionen Kc 1934: 7296 Millionen Kc Das Statistische Staatsamt gibt soeben die Daten über den Außenhandel im Monat Dezember 1934 nebst einer Gesamtübersicht über den Außenhandel des vorigen Jahres aus. Danach betrug im Dezember 1934 die Einfuhr 607,087.000 Kc(Dezember 1933: 585,031.000 Kc), die Ausfuhr 758,401.000 Kc (589,547.000 Kc). Wie man sieht, ist also die Einfuhr im Dezember 1934 größer als in der gleichen Zeit des Vorjahres. Viel mehr ist aber noch die Ausfuhr gestiegen. Dadurch ist die Aktivität der Handelsbilanz, die im Dezember 1933 nur <-404.000 Kö betragen hat, im Dezember 1934 auf 150,284.000 Kc gestiegen. Im ganzen Jahre 1934 hat die Einfuhr in bie CSR. 6406,270.000 Kc betragen gegen 6124,668.000 KL im Jahre 1933. Die Einfuhr ist also im Jahre 1934 etwas größer als im Jahre 1983. Weit größer ist jedoch das Steigen der Ausfuhr. Die Ausfuhr hat im Jahre 1934 7296,275.000 Kc betragen gegen 5922,412.000 Kc im Jahre 1932. Während die Handelsbilanz iln Jahre 1933 ein Aktivum von nur 21,143.000 KL betragen hat, ist dieses Aktivum im Jahre 1934 auf 888,899.000 KL gestiegen. vanrlzer Naziregime vom Völkerbund gebrandmarkt kV In öffentlicher Sitzung befaßte sich der Völ- lerbundrat auch mit der Beschwerde der katholischen Priester in Danzig gegen den Dan- ziger Senat. La.Der Berichterstatter, der englische Delegierte Eden, gab bekannt, daß die Danziger Regierung ÜU einem direkten Einvernehmen mit den Beschwerdeführern bereit sei, hob aber hervor» daß sich die Lage in Danzig derart entwickle, daß'sie mit den Grundsätzen der vom Völkerbund garantierten Danziger Konstitution nicht vereinbar sei. Der Vorsitzende des Danziger Senates habe Mär bereits die Zusicherung gegeben, daß die Konstitution streng eingehaltcn werden wird, doch habe der Bölkerbundsrat das Recht, auf der Einhaltung dieser Verpflichtung zu bestehen. Der Ber- treter Danzigs Greiser versprachst), daß die -Danziger Regierung die Bestimmungen der Konstitution, über die der Völkerbund wache, einhal- tkn werde. Polnische Demonstration gegen den Minderheitenschutzpakt ■ Bei der Erledigung der Beschwerde der deutschen Minderheiten Polen betreffend die Lizenz sür tzen Ausschank alkoholischer Getränke verließ der Vertreter Polens seinen Ratssitz und kehrte erst nach Erledigung der Angelegenheit auf seinen Platz zurück. Dieses Vorgehen des polnischen Delegierten steht w» Einklang mit der Erklärung des polnischen Außenministers Beck in der Völkerbundversamm- sunA, daß sich der Delegierte der polnischen Re- kierung an den Verhandlungen des Rates über °ie polnischen Minderheitenfragen nicht beteiligen h>rrde. Der Zwischenfall rief im Völkerbund große Aufmerksamkeit hervor. Der Berichterstatter, der spanische Delegierte Gesandter Madariaga, erklärte hinsichtlich der zur Verhandlung stehenden Angelegenheit, es könne lein Zweifel bestehen, daß die Deutschen in Polen her Ansicht seien, daß sie nur deshalb leine K o n Zessionen bekommen, weil sie Deutsche simd. Nichtsdestoweniger habe die polnische Regierung hersichert, daß die Nationalität auf die Erteilung her Konzeffionen keinen Einfluß habe. Die Aieiterberatung dieser Beschwerde wurde vertagt. Redeverbot für Max' Braun Paris. Der Innenminister teilt- dem Mini- sterrat mit, daß er Max Braun untersagt habe, in einer für Freitag in Paris angesetzten Versammlung das Wort zu ergreifen. Ungarn leugnet lede Verantwortung ffttr Marseille Genf. Der Bölkerbundrat beschloß Freitag| nachmittags in nichtöffentlicher Sitzung auf Ersuchen des Vertreters Frankreichs, die Beschwerde der jugoslawischen Regierung gegen Ungarn und die Frage der Saarflüchtlinge auf die Tagesordnung zu setzen. Bei den Beratungen über diese Beschwerde nahmen die Vertreter Ungarns, Rumäniens und Jugoslawiens am Ratstische Platz. Der Berichterstatter Eden gab bekannt, daß die ungarische Regierung Bericht über die Maßnahmen erstattet hat, die sie gemäß der Resolution des Rates vom 10. Dezember getroffen hat. Der Berichterstatter erklärte, daß die Ratsmitglieder, wenn sie irgendwelche Bemerkungen z« dem Berichte der ungarischen Regierung machen wollen, diese ihm direkt bekanntgrben mögen. Pie ungarische Darstellung Die Antwort der ungarischen Regierung an den Völkerbund über die im Zusammenhang mit dem Marseiller Attentat unter dem Druck des Völkerbundes durchgeführte Untersuchung besagt nach einer ungarischen Darstellung: 1. Auf Grund der bis in die kleinsten Ein- zelheiten von der ungarischen Regierung durchge- führten Untersuchung wurde festgestellt, daß die ungarische Regierung oder die ihr unterstellten ungarischen Behörden mit dem Marseiller Königsmord weder mittelbar noch unmittelbar(?!) in Zusammenhang gebracht werden können und daß sie für das Attentat nicht die geringste B e r a n tw o r tu n g(?1) belastet.. 2. Einzeln e(!) Organe der untergeordneten ungarischen Behörden haben hauptsächlich infolge der Mangelhaftigkeit der Verfügungen, welche die vorhandenen abnormalen Fälle nicht in Betracht gezogen hatten, die kroatische Emigration nicht mit jener intensiven Aufmerksamkeit(!) beobachtet, wie es erwünscht gewesen wäre und es in solchen abnormalen Fällen notwendig ist und deshalb hat die ungarische Regierung dort, wo dennoch gewisse Unterlassungen festgestevt werden konnten, entsprechende Sanktionen vorgenommen. 3. Die ungarische Regierung. hielt es für I notwendig, die die Fremdenkontrolle und das Sy-1 stem der Ausstellung der Reisepäffe betreffenden Bestimmungen unter der Auswirkung der Marseiller Ereignisse, und auch der Resolution des Bölkerbundrates Rechnung tragend, zu verschärfen. * Das tschechoslowakische Preßbüro meldet aus Genf, daß die ungarische Antwort, die mit den Beilagen 133 eng bedruckte Seiten umfaßt, im wesentlichen auf den Ausführungen des ungarischen Delegierten Eckhardt vor dem Völk-r- bnndrat im Dezember 1934 basiert und nichts Neues bringt, abgesehen von dem Zugeständnis, daß sich f ü n f ungarische Beamte bei der Kontrolle der Emigranten der Vernachlässigung der pflichtgemäßen Obsorge schuldig gemacht haben. In bezug auf die Reisepäffe der Terroristen behauptet der Bericht, daß diese nicht von ungarischen Behörden ausgestellt wurden und es sich um Fälschungen handle. Schließlich spricht die ungarische Regierung die Ansicht aus, daß sie durch ihre Maßnahmen, die ihr vom Völkerbundrat übetragene Aufgabe erfüllt habe. In Genf herrscht jedoch, wie das Tsch. P. B. berichtet, die Meinung vor, daß dieser Bericht nicht auöreiche, um dem Rat die Möglichkeit zu geben, den Streitfall als liquidiert zu betrachten. Wie HavaS später meldet, ist es al» wahrscheinlich anzunehmen, daß der Völkerbund sich mit Rücksicht auf den Umfang dtr ungarischen Antwort in dieser Session nicht mehr mit derselben befaffen wird. Damit dürfte der ungarische Plan, di« gegenwärtige Situation auszunühen und die Aussprache über den Bericht noch in dieser Session durchzudrücken, wo angesichts der vielen anderen Probleme nicht viel Zeit wäre, die ungarische Antwort etwas genauer zu besehen, z«m Scheitern verurteilt fein. Die beteiligten Staaten und vor allem die Kleine Entente werden die ungarische Antwort bis zur nächsten Ratstagung sicher gründlich durchstudieren und, falls sie alö ungenügend befunden werden sollte, wohl nicht so schnell darauf verzichten, in Genf dazu nochmals gründlich Stellung zu nehmen. Ilie Standhaftigkeit des katholischen Teils Zum Gedächtnis einige lehrreiche Zitate Unter den deutschen Zeitungen, die die Abstimmung des Saargebietes für Hitler-Deutschland bejubeln, tut sich die»Deutsche Preffe" besonders hervor. Nicht nur, daß dies« Zeitung der Christlichsozialen den„Widerhall im Reiche" groß aufgemacht wiedergibt, beschimpft sie die Status- quo-Kämpfer u.-Anhänger in recht unchristlicher, — oder sagen wir richtiger in echt christlichsozialer Weise. Und daß die bösen Emigranten mit einer Haßflut von dem frommen christlichen Blatt bedacht werden, ist eine Selbswerständlichkeit. Ml wird geschrieben: »Was aber jene 46.513 Wähler betrifft, die sich durch ihre Stimme für den Status quo, wenn auch nur vorübergehend, vom Baterlande lossagen wollten, in der Annahme, sie würden erst dann zurückkehren, bis in. Deutschland ein anderes Regime herrsche, so muß wohl gesagt werden, daß ihrer nicht einmal so viel gewesen wären, wenn nicht die Hetze gewisser Linksemigranten sich seit' Jahr und Tag im Saargebket härte aüs- leben können." Ihren Haß"gegen die moderne Arbeiterbewegung entladet die„Deutsche Preffe" durch folgenden Erguß: ,, v... was die 46.513 Anhänger des Status quo betrifft, so sind diese wohl auch ihrer Abstammung nach Mutsche, aber sie gehören zum überwiegenden Teil der II. und III. Internationale an, denen ja Volk und Glaube nebensächlich« Ding« sind und sie wurden im Wahlkampfe von jener Emigranten-Elementen geführt, die überall, wo sie hinkommen, gegen ihr früheres Vaterland wühlen und schüren.. Wir wissen nicht, ob die„Deutsche Presse" die ihren grollenden Haß gegen die Anhänger des Status quo unter Verbiegung der tatsächlichen Berhältniffe in einer Schimpfepistel zum Ausdruck bringt, auch den verdienten Führer der katholischen Arbeiterbewegung I m b u s ch, der wegen seines Eintretens für den Status quo von den Hitler- banditen niedergeschlagen wurde, mit den Liebkosungen bedenken wollte, die sie für die„Emi- granten-Elemente" übrig hat. Den christlichen Wahrheitsaposteln schreiben wir ins Stammbuch: Me Kämpfer für den Status quo, die hier geschmäht werden, sind mindestens so gute Deutsche, wie die Herrschaften, die in der unglaublichsten Weise ehrliche Arbeiter besudeln und Kotau machen vor einem System, das viele ihrer Anhänger zur Emigration zwang und den schlimmsten und qualvollsten Martern aussetzte, wie wir tieferstehend beweisen. Stolz verkündet die„Deutsche Preffe", di« Haltung der Saarkatholiken habe das Abstimmungsergebnis naturgemäß stark beeinflußt. „Man hatte wohl auf Seite der Anhänger des Status quo damit gerechnet, daß ein Großteil der Saarkatholiken zu ihnen stoßen werde, die so dachten, haben, wie das Abstimmungsergebnis zeigt, die Standhaftigkeit des katholischen Teiles der Saarbevölkerung u n t« r s ch ä tz t, deren katholisch« Brüder im Reiche ja auch diesem nie untreu geworden sind." Das besagt viel und erklärt alles, was über di« Haltung der Saarkatholiken geschrieben wird. Daß aber eine Zeitung angesichts der ungeheuerlichen Verfolgungen der Katholiken im Hitlerreich sich noch aufschwingen kann, die zu verspottens die an Mmokratie und Aufrichtigkeit und Menfchlich- keüsgefühl bei den Katholiken rechnen, das kennzeichnet unsere heutigen politischen Berhältniffe im Scheinwerferlicht, das zeigt mit aller Deutlichkeit und Klarheit auf, was einmal von einer Regierung zu erwarten wäre, in der etwa die Christlichsozialen den Ausschlag geben sollten. Freilich, wir find nicht überrascht.. Oesterreich— ohne näher darauf einzugehen— besagtalles... Lediglich der Vollständigfeit halber registrieren wir noch einen von uns schon zitierten Ausfluß von Haß der„Deutschen Preffe" gegen die aufrichtigen Kämpfer um das letzte Stück Freiheit in Deuüchlauhr Der Empfang „Schau, was fOr schöne Hochzeltsgeschenke Ich dir mitgebracht habe!** Samstag, 19. Jänner 1935 Nr. 1« Seite 2 Bundesfest des ARUK 1 R r KARLSBAD Die Hakenkreuzler sind sich dessen gut bewußt, daß ihnen die größte Gefahr von den Sozialdemokraten droht, die nach dem 30. Juni auch in die SA eingedrungen sind: Unzählige SA-Leute besorgen siiv die sozialistischen Arbeiter die Kolportage der illegalen Zeitschriften und agitieren von Mann zu Mann. Wennjemand gefaßt wird, geben ihndieHakenkreuzler für einen Kommunisten aus, um damit die Oeffentlichkeit den Eindruck gewinne, daß sich die Sozialdemokraten in ihr Schicksal ergeben. Außer den Sozialisten agitiert mit Erfolg auch Dr. O. Strasser, der Bruder des ermordeten Gregor Strasser. Er organisiett die Hakenkeuzler, welche sich von Hitler abgewendet haben und hat angeblich ziemlichen Erfolg unter den Bauern und kleinen Grundbesitzern. Die Anhänger des ehemaligen katholischen Zentrums arbeiten zwar nicht illegal, halten aber untereinander die Verbindung aufrecht. Dann sind hier noch die Oppositionellen in der evangelischen Kirche, die man nicht unterschätzen kann und schließlich die Monarchisten^ die in den Mittelschichten einen guten Boden haben. Die oppositionellen Gruppen arbeiten in einem gewissen Einvernehmen, da alle den Sturz der Hitlerdiktatur anstreben. Nicht einmal dem schärfsten Eingreifen wird es gelingen, die Oppositionellen z« zerschmettern^ stattfinden wird. Das vorgesehene Pro- läßt erkennen, daß das 1. Bundesfest des k zur größten Radsportschau des Staates wird, nehmen doch Wettkämpfer in Sei» und Kunstfahren, Radball- '’*" Radrennen, und deshalb werden mit verhältnismäßiger Ruhe die Nachrichten über Vorbereitungen zu einem neuen 30. Juni ausgenommen, wo es um die Köpfe verschiedener Reichswehroffiziere, Kirchen- funftionäre und unbequemer Politiker und Minister gehen soll. In der englischen Revue„The Fortnightly" wirft der in der gesamten Weltöffentlichkeit bekannte Journalist Wickham Steed, einer der besten Kenner Mitteleuropas, der englischen Regierung vor, 1 daß sie Hitler gegenüber keine Haltung einnimmt und in Bequemlichkeit verharrt. Diese Politik macht auch die Weltsituation unsicher, denn die wirtschaftliche Krise in Deutschland zwingt die Hakenkreuzherren, die Aufmerksamkeit der Bevölkerung von den inneren Nöten zu auswärtigen Dingen abzulenken und ein internationales Abenteuer zu versuchen. JnDeutschland sind heute starke Strömungen, die das Heil wirklich in einer Aktion außerhalb der Grenzen suchen und heute schon die Stimmung dafür vorbereiten. Es ist außerordentlich bedeutungsvoll, wie Wickham Steed, der sein Urteil stets sehr vorsichtig und nach eingehender Prüfung der Tatsachen abgab, über die heutige Lage in Deutschland urteilt. Steeds Beobachtungen decken sich mit den Berichten anderer unabhängiger Kenner der deutschen Verhältnisse. Auch Steed stellt fest, daß die Menschen, die das Dritte Reich nicht mit den Augen des Berliner Propagandaministeriums sehen, son- derDuukelheikgesesfen hatte» und jetzt die Hölle deS Konzentrationslagers aus unheilbar verblödete« Ange» betrachte«. Ruinen kräftt- ger Bauernburschen, diekeine Pflege mehr heilen kann, auch wenn M i t- leid, was nicht geschieht, sie befreite.«... So kennzeichnet eine führende katholi s ch e Zeitung die Hölle des Hitlersyfiems, die Kul tureinrichtungen des Dritten Reiches, deren Seg nungen zu genießen die Status-quo-Kämpfer ablehnten, wofür sie sich von einer„christlichen" Zeitung beschimpfen lassen müssen. Wir beneiden die„Deutsche Presse" nicht um ihre Hitlerfreund- schaft, auch nicht um die Lobpreisung der„Standhaftigkeit" der Saarkatholiken I., der eingeliefert, den man am Ditz der politische», Polizei im^Wittelsbacher Palais" an der Münchener Briennerstraße nackt ausgezoge» und alb Fußabstreicher(!) für die genagelten. Schuhe der Wachen verwende» hatte.(Was sagt ihr frommen Zeitungsschreiber dazu?) Dann hatte man ihn der Zigarettcnfol- ter unterworfen und schließlich an die 200 Hiebe auf die Fußsohlen gegeben. Er starb in Dacha» nach einer knappen Stunde. ... Knkeend flehen alte Soldaten des Weltkrieges vor diesen entmenschten 20- bis 24jäh- rigen Burschen«m eine mitleidige Kugel, ohne Erbarmen z« finden..." Im Oktober 1 934 haben drei G«» stallen diesen Kerker verlasse», die 9, 11»md 13 Monate angekettet in dem Maße gegen die Gewaltherrschaft rüsten. Die für Hitler gefährlichsten Gegner sieht Steed in den Sozialdemokraten, die im ganzen Lande eifrig agitieren. Der Hit- lerismus hat daS Gerüst dieser einst größten deutschen Partei fast nicht berührt und Millio- nen ihrer Anhänger arbeite» unterirdisch so, ""wohl"gegen die Nationalsozialisten' alS"»«ch gegen die Kommunisten, die sie als erste Helfet Hitlers und Hauptfeinde der früheren Republik betrachten. Obwohl sich das Volk nach ständiger Beschäftigung, nach Ruhe und genügendem Essen sehnt, nimmt es die sozialdemokratische Agitation mit Freuden auf und begrüßt besonders das entschiedene sozialistische Versprechen, daß diesmal die Republik wirflich den Großgrundbesitz aufteilen und die kapitalistischen Monopole beschränken muß. Die Bevölkerung hat die Hitlerdittatur bis zum Halse und deshalb verhält sie sich ungläubig zur kommunistischen Agitation, die zwar auch sehr regsam ist, aber auch in Zukunft nicht viel Hoffnung hat. Zum ersten Male rüstest die A r b e i t e ad- und Kraftfahrer für r- ei» Bundesfest, das am 6. und 7. Juli 1933 inKarls- b a d' J‘‘“ gramm Arn werden gen-... und Radpolospiel, Rad-Wehrsport und Motorrad- s p o r.t aus allen deutschen Gebieten der Republik teil. Der erste Tag des Festes steht unter dein Motto:„Der Arbeiter-Radsport m a r s ch i e r t", der zweite Tag„Kampf für Freiheit, Frieden und Brot". Der Festzug, an dem Tausende Arbeiter-Rad- und Kraftfahrer, Turner, Sänger,'Jugendliche, Parteimitglieder usw. teilnehmen werden, wird in einer großen Kundgebung auf dem Obstmarkte enden, bei welcher ein Vertreter des Parteivorstandes sprechen wird. Einen Monat vorher, zu Pfingsten, werden durch den Aruk zwei mächtige Fernstafetten gefahren, welche alle deutschen Gebiete des Staates berühren werden. Die Stafetten leiten das erste Bundesfest ein und bild« beide Veranstaltungen den Auftakt zur Wahlarbeii deS Aruk. Die Illegalen in Deutschland werden immer zahlreicher und starker Wichsern Steed über das unterirdische Deutschland Sinowjew- 10 Dahre Gefängnis Die übrigen: Gefängnis, Konzentrationslager, Verbannung MoSka«. Grdbebenpauik i« Fiume Fiume. Die Bevölkerung von Fiume wurde Donnerstag abends durch mehrere Erdstöße in große Erregung versetzt. Der erste Stoß um 20 Uhr 59 Minuten war nur schwach und wurde nicht allgemein bemerkt. Um 21 Uhr 2 Minuten und um,21 Uhr 12 Min. folgten jedoch weitere mehrere Sekunden andauernde Erdstöße. Die erschreckten Stadtbewohner verließen ihre Wohnungen und eilten auf die Straßen. Um 22 Uhr 55 Minuten ereignete sich dann noch ein weiteres Erdbeben von vier Sekunden Dauer, das allgemeine Panik verursachte, vor allem in dem dichtgefüllten„Theatro Fenice". Das Beben Ferner wird Roosevelt ersuchen, im künftigen Jahre zwei regelmäßige Flugverbindungen herzustellen, und zwar zwischen den Bereinigten Staaten und den H a w a i- Inseln sowie auch zwischen den Bereinigten Staaten und Europa über die Bermuda-Inseln und Azoren. Außerdem ersucht dje Regierung, die Zahl der Kriegs- und Marineflugzeuge auf 4000 zu erhöhen. hatte nur lokalen Charafter; Sachschäden sind nicht eingetreten. » Das Prager Staatliche Geophysische Institut teilt zu dem Erdbeben in Italien mit, daß die Apparate des Institutes diese Erderschütterungen nicht verzeichneten. Die Anstalt ist der Ansicht, daß es sich um ein Beben von Oberflächen- ch a r a k t e r handelte. Brennendes Schiff funkt SOS New Aork. Die Radio Marine Company fing einen Funkspruch des amerikanischen Dampfers„City of Norfolk" auf, der besagte, daß der dänische Dampfer„A st r a" ungefähr 1400 Meilen östlich von Neufundland nach einer aus unbekannter Ursache erfolgten Explosion in Brand geraten ist und SOS-Rufe aussandte. Der Cunard-Dampfer„Andania" ist dem brennenden Schiffe°zu Hilfe geeilt. Ziehung der Klassenlotterie (Ohne Gewähr.) Prag. Bei der Freitag-Ziehung wurden folgende Treffer gezogen: «0.000 Uö: 24824. 20.000 Uü: 43588. 10.000 Uör 48950, 58224, 18679, 21701. 5.000 Aö: 89644. 18718, 24152, 45882. 44229, 5282. 2.000 Kä: 77478, 101485, 35323, 100394, 101522, 86419, 119, 100971, 6474, 99445, 92865, 78834,15568, 86128, 18780, 87662,95019, 90444, 58809. Der Maa« mit den hundert Gesichtern. Der Bildhauer Joseph T h o r a k plaudert in der „Neuen Linie" über seine prominenten Modelle. Man liest da:„Mussolini ist affektreicher im Ausdruck, aber H i t l e r ist i n n e r- kicher. Beim Duce galt es, den fast überwäl- figenden Eindruck dieser wie aus Erz gegossenen ! Mässe zu üöerwinden; beim Führer fand ich eS vielmehr notwendig, die Vielfältigkeit der Eindrircke in ein geschlossenes Ganzes zu fassen, denn er hat hundert Gesichter... Einmal skizzierte ich ihn in Leipzig, als er an- läßlich der Grundsteinlegung deS Richard Wag- ner-Denkmals über Kunst sprach— wieder ein völlig neues Gesicht... Und wieder völlig anders erschien er mir, als er am Abend in der Oper fünf Stunden lang gebannt und scheinbar völlig selbst vergessen den M e i st e r- fingern lauschte..." Gewiß—, ungemein interessant. Aber noch viel interessanter scheint uns zu sein, was für ein Gesicht der so Wandlungsfähige am Tage der großen Abrech- nung machen wird! Gasvergiftung. In B r ü n n wurden Freitag mittags der 69jährige Privatier Anton Fliege! und seine 68jährige Frau Marie in ihrer Wohnung in Brünn-Königsfeld durch Leuchtgas vergiftet in bewußtlosem Zustand aufgefunden. Die beiden wurden von der Rettungsstation in das Krankenhaus überführt. Fliege! ist während des Transportes gestorben. Durch die Untersuchung wurde festgestellt, daß es sich um einen unglücklichen Zufall handelt. 10.000 Mark geraubt. Am Freitag nachmittag erschien in Hamburg in dem Kontor der Reismühle am Bullenhuser Damm ein etwa 28 Jahre alter Mann, der den Buchhalter und einen Boten, die beim Einpacken von Lohngeld-rn waren, mit der Pistole in Schach hiell. Er raffte das Geld, das auf den Tischen lag, zusammen und warf es in einen Packkarton. Dann forderte er den Buchhaller unter Bedrohung mit der Waffe auf, den Geldschrank zu öffnen. Der Räuber leerte den Schrank und verließ das Kontor. Ein Helfer des Räubers hielt sich während des Ueberfalles ebenfalls mit einer schußbereiten Pistole vor dem Kontor aiif und ließ niemand ins Haus. Er bedrohte durch das Schalterfenster den Buchhalter und den Angestellten mit seiner Pistole, bis der Geldräuber in dem vor dem Hause stehenden Kraftwagen saß. Dann sprang er schnell in den fahrbereiten Lastwagen. Nach den Ermittlungen sind Lohngelder in Höhe von 10.000 Mark geraubt worden. Der zur Tat benutzte Personenkraftwagen war kurz vorher gestohlen worden. Gefecht mit Seeräubern. Nördlich von der Mündung des Uangtsee fand, wie die Wasserpolizei in Husung mitteilt, ein Seegefecht zwischen Polizeiwachtbooten und 50 Seeräuberdschunken statt. Der Kampf dauerte einen ganzen Tag. Vier Dschunken wurden zusammengeschossen und gingen unter. Acht Dschunken wurden von der Polizei erbeutet, die übrigen Seeräuberschiffe entkamen. Ueber 50 Seeräuber wurden im Kampfe getötet und eine große Zahl ertrank. 20 Räuber wurden von der Polizei gefangengenommeri» Wie es heißt, soll die Flotte der Seeräuber 300 Dschunken stark sein. Die Seeräuber plündern seit etwa einem Monat viele aus Nordchina kommende Fahrzeuge, besonders Fischerfahrtzeuge, aus und schmuggeln Waren ans Land. Eine Lnstbarkeitsabgabe für Sportnnterneh- mungen wurde in Oesterreich festgesetzt. Alle Spiele bis zu einer Einnahme von 20.000 Schilling unterliegen in Hinkunft einer 10Prozentigen Abg abe. Höhere Einnahmen unterliegen Steuersätzen bis zu einem Höchstsatz von 25 Prozent. Den Amateuren wird an Stelle der prozentualen Agbage die Möglichkeit einer Pauschalierung eröffnet. Bei großen Wettspielen mit ausländischen Mannschaften können Sonderabmachungen mit de..r Finanzamte in Wien getroffen werden, wobei auch die finanziellen Interessen der Veranstalter berücksichtigt werden. Von der geplanten Einführung einer Steuerkarte wurde Abstand genommen. Reu, Züge auf der Strecke Friedland in Böh- men—Hermsdorf. Ab 1. Feber werden auf der genannten Strecke versuchsweise folgende neue Züge verkehren: 6661(Friedland ab 6.34, Hermsdorf an 7.08) und 6662(Hermsdorf ab 7.19, Friedland an 7.53). Der Zug Nr. 6661 wird in Friedland An» schluß von Heinersdorf a. d. Tafelfichte, von Rei- chenberg und von Seidenberg, Zug Nr. 6662 wird in Friedland gleichfalls Anschluß an alle drei Richtungen haben. Es liegt nun an der reisenden Be- völkerung, diese günstig verkehrenden Züge so viel wie möglich zu benützen, da diese Züge bei ungenügender Frequenz wiederum eingestellt werden würden. Schneeberichte Prager Umgebung: Rikan 2 bis 8 Ztm., Mni- chovice 5 Ztm., Senohrab 10, Smrcna an der Sa« zava 18 Ztm. Alt-, 4 Ztm. Neuschnee.— Riesengebirge: Neuwelt-Harrachsdorf 87 Ztm. Alt-, 20 Ztm. Neuschnee, Woffeckerbaude 50 Ztm. Alt-, 30 Ztm. Neuschnee, Hofbauden 30 Ztm. Alt-, 40 Ztm Neuschnee, Starkenbach 35 Ztm. Alt-, 2 Ztm. Neuschnee, Schüffelbauden 75 Zmt. Alt-, 5 Ztm. Neu-' schnee, Elbfallbaude 45 Ztm. Alt-, 80 Ztm. Neuschnee, Peterbaude 65 Ztm., Spindlermühle 85 Ztm. All-, 2 Ztm. Neuschnee, Petzer 30 Ztm. Alt-,-20 Ztm. Neuschnee, Fuchsbergbaude 35 Ztm. Alt-, 20 Ztm. Neuschnee, Töpferbaude 80 Ztm. Alt-, 5 Ztm. Neuschnee, Schtvar-schlagbaude L0 Ztm. Alt», 15 Ztm. Neuschnee, Johannisbad 15 Alt-, 25 Ztm. Neuschnee.— Böhmerwald: Schwarzkoppe 64 Ztm. Alt-, 8 Ztm. Neuschnee, Eisenstein 35 bis 50 Ztm.» Spftzberg 52 Ztm. Alt-, 6 Ztm. Neuschnee, Banz.k 80 Ztm. All-, 10 Ztm. Neuschnee, Stubenbach 40 Ztm. Alt-, 12 Ztm. Neuschnee. Erzgebirge: Zinnwald 25 Ztm. Alt-, 5 Ztm. Neuschnee, Stürmer-Moldau 80 Ztm. Alt«, 8 Ztm. Neuschnee, Keilberg 45 Ztm. Alt-, 5 Ztm. Neuschnee, Bärringen 80 Ztm., Bleß« berg 34 Ztm. Alt-, 2 Ztm. Neuschnee.— Mähren- Schlesien: Ramsau 60 Ztm. Alt-, 10 Ztm. Neuschnee, Schwarzlchlo^aude 50 Ztm. Karissirun« 20 Ztm. Alt«, 5 Ztm. Neu'chnee, Goldenstein 20 Ztm All-, 5 Ztm. Neuschnee, Hochschar 60 Ztm. Alt- 10 Ztm. Neuschnee. Roter Berg 55 Ztm. Alt-, 10 Ztm. Neuschnee, Schäferei 55 Ztm. Alt-, 6 Ztm. Neuschnee, Svieglitzer Schneeberg 60 Ztm. Alt-, 10 Ztm. N-irlchnee. Grimmige Kälte herrscht in Nordgriechenland. Biele Dörfer sind von der Außenwelt vollkommen abgeschnitten. Der Orientexpreß hatte volle 15 Stunden Verspätung. Heftige Schneestürme verhindern das Auslaufen der Dampfer« Vom Rundfunk tapfehlMiwertM aus«en Prosramaui Sonntag Prag, Sender L.: 7.80 Konzett aus Karlsbad- 9.15 Biolirckonzert. 10.00 Tschechische Tanzmusik 12.15 Proben aus Lehars Operette: Giuditta. 17.45 Tanzmusik. 17.55 Deutsche Sendung: Dr. Kraus: Vorschau auf da? Musikprogramm der tschechoslowakischen Sender. 18.05 Genie des Herzens. Mat, thias Claudius Leben und Schaffen. 18.55 Deutsche Presse. 20.05 Uebertraguna aus dem Smetanasaal: Shmphoniekonzert. 22.20 Schallplatten.— Sender S-: 14.80: Deutsche Sendung: Landwirtschaft 14.45 Redafteur Hofbauer: Ein Forscher- und Kämpferleben. 15.30 Frauenstunde.— Brünn. 9.15 Neue Klaviermusik. 11.00 Orchesterkonzert. 17.45 Leichte Musik. 17.55 Deutsche Sendung: Das Konzert. Lustspiel. 19.10 Fis-Wettlauf in der Tatta.— Mährisch» Ostrau: 9.15 Kompositionen für zwei Klaviere. 19.25 Triumph der Wissenschaft. Komödie.— Preßburg: 16.00 Orchesterkonzert. 17.80 Tanzlieder. Ra-wm-Therapie in Palästina! Von Erich Gottgetre«. Radium. In per Schule lernte man, daß Radium ein Element sei, das Jahrhunderte hindurch unverändert leuchte und auch sonst die merkwürdigsten Eigenschaften haben soll. Man weiß ferner, daß Madame Eurie in Paris das Radium im Jahre 1898 im Uranerz entdeckt hat. I Ueberall finden sich Radiumstrahlen: in der Luft, in der Erde, im Wasser, selbst im lebenden Organismus Die Erkenntnis der physikalischen Eigenschaften des Radiums legte die Grundlagen zu völlig neuen Theorien über das Wesen der Materie und das Gesetz ihrer Erhaltung. Rutherford wies nach, daß das Radium unaufhörlich in eine lange Kette fester und gasförmiger Stoffe zerfällt, ohne im Lauf von rund 1700 Jahren mehr als die Hälfte der jeweiligen Substanzmenge einzubüßen. Das erste Zerfallsprodukt des Radiums ist ein nur 3.8 Tage lebendes Gas; man nennt es Radiumemanation oder auch Radon. Laboratoriumsversuche ließen die erstaunlichsten Einflüsse des Radiums und des Radons auf alles lebende Gewebe erkennen. Das berühmte Kaninchen wurde schon durch eine Einspritzung von einem Zehntelmilligramm getötet. Hingegen wirkte Radium in geringer Dosts verabreicht ungemein regenerierend. Ein Froschherz, das in kaliumfreier Lösung zum Stillstand gebracht worden war, sing wieder an zu schlagen. Trübselig schwarzblau gefärbte Molche erhielten innerhalb weniger Stunden ein leuchtend buntes Kleid. Bäume u. Blumen konnten künstlich zum Blühen gebracht werden. Beim Menschen zeigte sich nach Zufuhr geringer Radium« oder Emanationsquantitäten gleichfalls eine äußerst günstige Beeinflussung der inneren Sekretion und aller biologischen Abwehr kräfte des Körpers, während Radium, strahlen« therapeuthisch verabreicht, also in besonders starker Konzentration, ebenso wie das Röntgenlicht, eine ttefgreifende gewebezerstörende Wirkung ausübte, so daß man die Radium-Strahlentherapie erfolgreich in den Dienst der Bekämpfung von KrebS- und schweren Hautleiden stellen konnte. Auch das Rätsel der»Jungbrunnen" von Kreuznach und Landeck, Ober-Schlehma und Gastein fand nun seine Lösung: Wenn Quellwasser radiumhaltiges Urgestein passiert, wird es durch die beim dauernden Radiumzerfall entstehende Emanation radiö- aüiv.* In den Radiumfabriken werden die Uranerze mit Soda aufgeschlossen und mtt Schwefelsäure behandelt. Im Rückstand bleiben Radiumsulfat und Bariumsulfat. Ein äußerst umständlicher, fraktionierter Kristallisationsprozeß trennt sie von einander. Die ersten Radiumfabriken entstanden zu Beginn des Jahrhunderts in Oesterreich, Deutschland, England und Frankreich. Die größte war die in Joachimsthal(Böhmen), denn dort lagert das bedeutendste europäische Vorkommen an Uranerz. Joachimstal hatte schpn vor der technischen Radiumgewinnung seine RadiuMtradition. Wenn die Joachimsthaler Silberbergleute an Rheuma litten, legten sie sich Säckchen mit pulverisiertem Erz auf die schmerzenden Stellen und wunderten sich über die lindernde Wirkung. Im Jabre 1922 lieferte Nordamerika mit Hilfe der vor Kriegsbeginn entdeckten Karnotitlager in Utah und Colorado vier Fünftel der Welterzeugung an Radium«- Zur Zeit ist die bedeutendste Radiumfabrik die»Union Miniöre du Haut— Katanga" in Oolen in Belgien. Die Fabrik, die ihr Rohmaterial aus Belgisch-Kongo bezieht, ist auf eine Monatserzeugüng von drei Gramm Radium eingerichtet, lang aber, wie versichert wird, noch um hundert Prozent'mehr leisten... Auch die Regierung von Kanada macht heute in den Radium-Verbrauchszentren der Welt Offerte. Das jüngste Berbrauchszentrum ist Jerusalem. Im Sommer 1933 stiftete Professor Iran Kaplan, der Leiter des NewDorkerKrebsinstituteS, im Andenken an seine verstorbene Mutter dem von der amerikanisch- jüdischen Frauen-Organi- sation»Hadassah" unterhaltenen Jerusalemer Ha- dassah-Hospital 100 Milligramm Radium— einen Schatz, der einen Wert von etwa 5000 Dollar repräsentiert. Mit der Führung der damit ermöglichten Krebsabteilung des Hospitals— dessen Radiumvorrat sich seitdem noch vermehrte— beauftragte die Hadassah Professor Max Halberstädter, den früheren Leiter des Krebsinstitutes Berlin, einen der ersten Radiologen der Welt. Die Arbeit geht gut vorwärts. Da die Radiumabteilung der Hadassah, ebenso wie die Röntgenabteilung, mü allen Krankenhäusern des Landes zusammenwirtt, erhält Professor Halberstädter praftisch alle vorkommenden» für die Radiumtherapie geeigneten Krebsfälle zugewiesen. Die ursprüngliche Meinung, daß der Krebs im Orient nicht so bösartig auftrete wie in Europa oder Amerika, hat sich als irrig erwiesen. Es kamen vordem nur nicht so viele Fälle zur Untersuchung und Behandlung. Von Juli 1933 bis September 1984 erschien im Radiuminstitut der Hadassah immerhin schon 209 Pattenten mit bösartigen Krebsgeschwüren; von ihnen waren 147 Juden und 62 Araber. Die Zahl der arabischen Patienten steigt aber von Monat zu Monat und dürfte bald die der jüdischen überschritten haben, denn an sich gibt eS bei den Arabern prozentual mehr Krebsfälle als bei den Juden, da bei der jüdischen Bevölkerung infolge der Dauerimmigration der Altersdurchschnitt niedriger ist. Zuerst kamen von arabischer Seite nur unheilbare Fäfle; jetzt melden sich, erfreulicherweise, schon frühzeitige. In Jerusalem hat ferner der aus Hamburg stammende frühere Chefchemiker der»Allgemeinen Radium-A.-G.", Berlin, Dr. Erich Karfiol, eint vom Physikalischen Laboratorium des Hassadah- Hospitals kontrollierte»Orient-Radium-Station" eingerichtet. Dr. Karfiol stellt im„Emanator" seines Laboratoriums Radon-Präparate her. Die Emanation(Radongas) entwickelt sich aus Radiumpräparaten, die in einem kleinen Glaskölbchen verschlossen gehalten werden und durch Unterdrück in einen angeschlossenen coakutierten Glaszylinder gelangen. Hier wird die Emanatwn von einer zunächst indifferenten, in verflüssigter Form eingeführten Salbe oder von Olivenöl ausgenommen. Das fertige Radon-Präparat wird dann in Tuben oder Kapseln überführt und an den Arzt abgegeben. Radon-Präparate dienen in Form von Salben zur Bestrahlung bei Erkrankungen der Haut und der fleinen Gelenke, in Form von Oel» kapseln als Radiumtrinkkuren bei allgemein rheumatischen Erkrankungen, wie sie in Palästina sehr häufig auftreten. Der Patient muß die Präparate verhältnismäßig schnell verbrauchen, denn infolge der dauernden Ausstrahlung verlieren sie mit jedem Tag 16 Prozent ihres Gehaltes. Deshalb kann man auch kein Radongas aus Europa importieren; eS käme wirkungslos an. Autarkie als Gebot medizinischer Notwendigkeit. t. • »Einige hundert Milligramm Radium"—' auch dies ist also ein Kapitel aus der Geschichte des jüdischen Palästinaaufbaus. Es ist ein besonders schöner Abschnitt. Denn durch die Einführung der Radium- Therapie in Palästina sind hier für eine ganze Reihe von Krankheiten ebenso hochwertige Heilungsmöglichkeiten geschaffen, wie sie in den besten europäischen und amerikanischen Kliniken gegeben sind. Bon dieser Modernisierung der medizinischen Technik, wie von der Arbeit der jüngst ins Land gekommenen bedeutenden ärztlichen und wissenschaftlichen Kräfte überhaupt, wird der gesamte Vordere Orient seinen Bortell haben. Ar 16 Samstag, 19. Jänner 1935 Seite 5 Ma« ist optimistisch i« New Bork • Von Toni Sender. Mit„Zauberdung“ behandelt wächst alles eins, zwei, drei, und trotzdem ist der„Zauberdung“ noch lang’ nicht Hexerei 1 Paket so Ki 5*00 durch die Verwaltung der „Frauenwelt“, Prag XU, Fochova tt. 62, und bei allen Kolporteuren erhältlich Tschechisch- Frrnkurse. Das Masaryk- Volksbildungsinstitut in Prag XII., Fochova tk. 62, macht darauf aufmerksam, daß das Institut Fernkurse für Deutsche zur Erlernung der tschechischen Sprache gegen einen Regiebeitrag von 10 XL monatlich veranstaltet. Für Arbeitslose weitestgehendste Begünstigungen. Das Tuberkulose-Sanatorium der Zenttalsozial- bersicherungsanstalt in Vhsne Hägh. Das Bauprojekt für diese? Sanatorium, das 300 Betten für Lungentuberkulose und 100 Betten für chirurgisch zu behandelnd« Tuberkulosefälle enthalten wird, ist bereits bis in alle Details ausgearbeitet und bereits im vergangenen Jahre wurden auf dem Bauplatz die vorbereitenden Arbeiten in Angriff genommen, namentlich die Zufahrtsstraße, die Schleppkahn und die Wasserleitung. Der Vorstand der Anstalt hat beschlossen, die Arbeiten möglichst zu beschleunigen. Kür den Bau wurde ein öffentlicher Wettbewerb ausgeschrieben, dessen Frist bis zum 28. Feber 1 I. läuft. Dlannschast gerettet, Kapitän ertrunken. Wie aus Halifax(Kanada) gemeldet wird, ist der englische Dampfer„Kenkerry" bei einem Sturme gescheitert und gesunken. Die ganze Besatzung konnte gerettet werden, nur der Kapitän ift ertrunken. Die Fliegerin Amalie Earhardt erklärte, daß sie noch Heuer einen regelmäßigen P a s s a- gierflugverkehrvon Kalifornien nach den H a w a i- Inseln eröffnen wird. Im mittleren Teile der durch elektrische Leuchtboen gekennzeichneten Fluglinie wird eine künstliche Insel errichtet werden. Fahrlässigkeit mit Rattengift. In Moskau bat ein Prozeß gegen 13 Arbeiter dec Moskauer Hauptstelle für Rattenbekämpfung begonnen. Den Angeklagten wird Fahrlässigkeit bei der Aufbewahrung und Beförderung von Giften zur Last gelegt. In der Nacht zum 3. August waren mehrere Angestellte des Moskauer Güterbahnhofes unter Vargiftungserscheinungen erkrankt. Nach der Anklageschrift mußten 80 Personen in Krankenhäusern geschafft werden. Die Untersuchung habe ergeben, daß bei der Aufbewahrung der für die Rattenbekämpfung erforderlichen Gifte nicht die üötige Vorsicht gewaltet hat. Sogar Todesfälle.seien zu verzeichnen gewesen. Der Prozeß wird zehn Tage dauern. Ungewöhnliches Sinken des Meeresspiegels. Aus dem polnischen Küstenort Wielka Wies in der Näh« der Bucht Rozewie wird mitgeteilt, daß die dortigen Fischer eine in der O st s e e sehr seltene Erscheinung beobachteten, nämlich ein ungewöhnlich starkes Sinken des Meeresspiegels gegenüber dem Normalstand, was zur Folge hatte, daß ein Teil der sonst immer unter Wasser bleibenden Küstefreigelegt wurde. Man glaubt, daß diese Erscheinung an der Ostseeküste, wo weder Ebbe noch Flut herrscht, durch den ungewöhnlich heftigen Wind, hervorgerufen wurde, der in diesen Tagen an der Küste wehte. Antonin DvoFäk als Lehrer Im Verlag Dr. Rolf Passer(Wien-Leipzig-Prag) hat der Wiener Kritiker und Musikschriststeller Paul Stefan nun die erst« d e u t sch e«D vokäk-Biographie herausgegeben, die eine gekürzte Umformung des vierbändigen Werkes Otakar Soureks über Dvorak darstellt. Im Nachfolgenden das Kapitel über Dvorak als Lehrer am Prager , Konservatorium, an welches er im Jahr« 1891 1 als Professor für Komposition, Instrumentation und Formenlehre berufen wurde. Er übernahm von dem provisorisch angestellten Professor Stecker fünfzehn der begabtesten Schüler, darunter Suk und Nedbal, im nächsten Schuljahr kam Noväk hinzu. Schon mit diesen drei Namen wäre die Schule Dvokäk bezeichnet, die für die neuere tschechische Musik so wichtig ge- lvorden ist. Aber Dvoiäk beschräntte sich nicht nur auf Spitzentalente. Mtt dem größten Ernst und mit unerbittlicher Gewiffenhafttgkeit widmete er seine Zett, sein Wissen und Können allen Schülern, die er seines Unterrichtes für würdig erachtet hatte. Aus zahlreichen Zeugnissen und Erinnerungen dieser Schüler geht hervor, daß schm» sein« Persönlichkeit, sogar seine naturhafte, immer ein wenig volkstümlich-dämonische Erscheinung Respekt einflößte, dazu natürlich auch sein Ruhm im In- und Ausland. Sehr bald aber verwandelte sich dieser Respekt in Liebe. Die Schuler wußten, daß der manchmal sonderbar brummige und knurrig« Meister ihr Kamerad war, mit ihnen lebte,-fie an allem teilnehmen ließ, was ihn bewegte, und selber an ihren Sorgen teilnahm— wozu hätte es die llnterrichtspausen gegeben? Und dann Der Europäer, der an der großen Freiheits- statue bei der Einfahrt im Rew Aorker Hafen vorbeikommt und die eigenarttge Silhouette der Stadt plötzlich erblickt mit ihren steil in den Himmel ragenden, in verschiedenen Bausttlen errichteten Wolkenkratzern, wird immer wieder davon beeindruckt sein, auch wenn er das Bild von früheren Reisen kennt. Gibt es d<-ch der Stadt ihr so ganz individuelles Gepräge. Ganz langsam, geholfen von vier kleinen Schleppbooten, legt unser Dampfer am Pier des Hudson-Flusses, dirett in der Stadt New Aork an. Es herrscht bei allen starke Spannung. Man späht aus nach Freunden und Angehörigen, die drunten am Pier Watten. Die gefürchtete amettkanische Zollkontrolle zeigte diesmal ihr mildestes Weihnachtsgesicht. Die Beamten, die durch die Verspätung des Dampfers am Weihnachtstage antreten mußten, wollen wahrscheinlich selbst bald zu ihrer Familie zurück. Bekannte und unbekannte Freunde, eine große Delegatton von Kameraden, etwa 80 Männer und Frauen, drücken durch ihre Anwesenheit ihre Solidarität und Sympathie aus— wieder einmal empfindet man ganz statt, wie die Bande eines gemeinsamen Ideals und gleichen Strebens stärker sind als alles andere und auch weit über die nationalen Grenzen hinausreichen. Und das bttngt die Sttmmung, die den kommenden Aufgaben mit größerer' Zuversicht entgegenschauen läßt. Die ersten Tage, ehe di« eigentliche Vorttags- reise beginnt, sollten eigentlich der ruhigen Vor- bereittmg und dem Einleben in die neuen Verhältnisse gewidmet sein. Aber das heißt^ dieses Land verkennen. Sobald die Nachricht von der Ankunft eines bekannten Menschen in die interessierten Kreise gelangt, beginnt das bekannte Spiel: Jnteressiette Menschen aus dem politischen und öffentlichen Leben haben bald herausgefunden, wo du abgesttegen bist, melden sich km Hotel, es häufen sich die Einladungen zu Lunchen und Diners und vor allem: Zeitungsleute und Photographen geben einander die Türe in die Hand. Du glaubtest hier ein wenig allein sein zu können?.... Welch naive Illusion I Soviel Fragen habe ich in einem ganzen Jahre nicht beantwotten müssen, wie hier in ein paar Tagen, Besonders statt ist das Interesse für Deutschland. Wenn auch die offizielle Polittk des Landes noch immer dahin geht, Amerika möglichst fernzuhalten von den politischen Verwicklungen t es europ. Kontinents, das Interesse des lesenden Publikums scheint sich davon nicht beeinflussen zu lassen: Ein Blick in eine beliebige Nummer der angesehensten Zeitung, der„Rew Dork Times" beweist es dir. ES ist kaum ein europäisches Blatt, daS so viel eigene Bericht« beispielsweise über Deutschland bttngt. In jeder Nummer wieder. Selbst die Hearst-Presse, die man als dem FascismuS geneigt einschätzt, hat ihren Repotter zu mir gesandt, um mich u. a. sehr eingehend über Deutschland auSzufragen; und sie hat daS Interview in einer Weise gegeben, daß es statt gegen Hitler Witten mußt«. Im übrigen zeigt sich die Stadt New Mark im freundlichsten Gewände. Alles steht im Zeichen deS ChristbaumeS. Aber du siehst ihn nicht nur in der Familie, sondern er ist in diesen Tagen direkt ein Wahrzeichen der Stadt geworden. Ueberall vor den! Häusern steht der grüne Tannenbaum, bunt geschmückt und mit elektttschen Birnen beleuchtet. Die Hotels haben ihn vor dem Eingangspottal und in der Halle aufgebaut. Und die Pttvathäuser hängen außerdem noch einen grünen Tannenkranz an die Haustüren. Man will anscheinend seine Freude mit allen hraußen teilen. Bei aller Rücksichtslosigkeit deS Existenzkampfes in den Bereinigten Staaten, ist der Europäer, immer wieder überrascht von dem statten durfte man ihn ja nach Hause begleiten! An Stundeneinteilung und Lehrplan hielt er sich ohnehin nicht. Für seine Stunden war die Zeit von 8 bis 9 Uhr ftüh angesetzt, aber er blieb wenn es ihm nötig schien, den ganzen Vormittag. Seine Lebensklugheit und Aufrichtigkeit, seine Güte, die durch alle Zornesausbrüche hindurchleuchtete, seine volkstümliche Art, etwas zu sagen und anzubefehlen: er hätte was immer verlangen dürfen— man hätte gehorcht. Dazu kam sein Jungsein mit der Jugend, ja eine Kindlichkeit, die manchmal noch größer war, als die ihre. „Auf der einen Seite ein Kamerad, auf der andern ein Gott," sagte später Nedbal von ihm. Er sprach von seinen Plänen, verschmähte Ratschläge mit'Nichten, wai^ aber auch selbst mit seinem Rat zur Hand, wenn ihm jemand ftagte-— und er ließ es beim Rat nicht bewenden. Hilfe folgte in aller Stille nach. Was die Arbeit selbst anlangt, so ließ er besonders begabten Schülern soviel als möglich freie Hand, minder Begabten suchte er wenigstens das Handwerk beizubttngen. Sein Urteil war streng, wurde aber durch volkstümliche Wendungen gemildert. Es war vor allem und bei aller Ironie sehr gescheit. Manchmal ist es zum Weinen, sagte damals Suk—- aber man lernt viel dabei. Sein Unterricht war wesentlich praktisch, Nicht immer verstand man gleicht was er meinte, doch sein Wesen und die Intuition, die er voraussetzte und vermittelte, überbrückte jeden Widerspruch. Wenn er zum Beispiel behauptete:„Chopin und Schumann habe ich sehr gern, obwohl ich sie nicht ausstehen kann"— so wußte man schon, was er damit sagen wollte. Es gab für seinen Unterttcht zwei Leitsätze: ein Künstler muß viel können, und darum viel lernen— dann aber, muß er originell und neu sei«. Erfindung war ihm nicht ein Verdienst des sozialen Leben, das in diesem merkwürdigen Lande voller Widersprüche herrscht. Wer in der Zett der einsehenden statten Depression in den Vereinigten Staaten war und heute zurückkehtt, ist von dem statten Wandel beeindruckt. Die äußeren Zeichen der Krise sind zurückgetreten. Man sieht keine Spuren mehr des Verfalls. Und der Besucher erhält unbedingt den Eindruck einer Zuversichtlichkeit des Volkes.'Es scheint, daß man wieder an sich glaubt. Hat das der New Deal bewittt? Es ist noch zu früh, Feststellungen zu machen. Das aber kann man bereits sagen: Die Attnosphäre hat sich geändett, man ist sehr viel bescheidener geworden. Welch ein Wandel gegenüber der Stimmung bei meinem Besuch mitten in der Zeit höchster Prosperität, als auch die Wirtschaftsführer, die ich' sprach, an die ewige Dauer der Hochkonjunktur glaubten, davon überzeugt waren, daß technischer Fottschritt und Steigerung der Kaustraft sich immer weiter das Gleichgewicht halten würden I Damals war die Luft voll von großartigen Projetten, man glaubte das Geheimnis stets steigenden allgemeinen Wohlstandes entdeckt und dadurch die soziale Frage auf seine eigene amettkanische Weise gelöst zu haben.' Durch bitter« Erfahrungen hat man den Irrtum einsehen müssen. Ein gutes Drittel des Volkes war zeitweise von den verheerenden Mittungen der Arbeitslosigkeit bettoffen. Die grenzenlose Siegerstimmung war einem grenzenlosen Pessimismus gewichen. Und in diesem.Land ohne Klaffenkampf" begann es unter der Decke zu grollen.... Wahrscheinlich hat die Politik des neuen Präsidenten das Ventil geschaffen, das den vulkanischen Ausbruch verhindette. Aber noch ist das letzte Wort über dieses Kapitel der amettkanischen Entwicklung nicht gesprochen. Nur ist man vorläufig etwas opttmistischer geworden. Obgleich sehr viele reiche Menschen ihr Vermögen verloren haben und von neuem beginnen mußten. Aber in diesem Lande der elastischen Umstellung auf einen neuen Beruf ist das doch minder ttagisch als in Europa. Der Europäer, der nach den Vereinigten Staaten kommt, ist von einem dirett verblüfft: Von den niedrigen Preisen für Wäsche, Kleidung und Schuhe! Noch hat sich die Dollarentwertung nicht in einer entsprechenden Steigerung der Preise ausgedrückt. Du kannst viel billiger kaufen, als in den meisten europäischen Ländern— mußt dafür freilich auch die nöttgen Dollars haben! Schade aber, wenn sie dir nicht zur Vettügung stehen und eine gute Gelegenheit dir entgeht. Denn es lockt dich sehr vieles, Gegenstände zu proletattschen Preisen, di« von gutem Geschmack zeugen. Natürlich steht auch hier der Pattser Geschmack noch in hohem Ansehen— aber man hat bereits einen eigenen Sttl entwickelt. Sind doch die Bereinigten Staaten noch eine relativ jung« Ration, die noch nach ihrem eigenen Ausdruck und ihrer eigenen Kultur ringt! Und beffer als in Frankreich sucht man die Devise zu verwirttichen: Auch für die proletarische Börse Eleganz und Schönheit zu liefern. Die Lebensmittelpreise find frejlich gestiegen. Aber für den Menschen, der in Restaurants leben muß, ist es möglich, für 1 Dollar im Tage sich gut zu ernähren— und das ist immer noch billiger, als in den meisten europäischen Großstädten.-Dafür sorgt die internationale Einrichtung des„Drug Store" (Apotheke) und der„Cafeteria". Der Drug Store ist wohl eigentlich eine Apotheke— diese aber findest du nur ganz in der hintersten Ecke des Ladens. Dagegen hast du im Vordergrund ein rundeS Bufett, an dem du, auf hohem Drehstuhl sitzend, für wenige Cents einen leichten Lunch, Fruchtsäfte, Kaffee u. a. einnehmen kannst. Trinkgeld ist nicht zu bezahlen. Im gleichen Geschäft kannst du aber auch Confisetten und Schokolade, Bttefpapier und Haushaltartikel— Schülers, sondern Gottesgabe. Wohl aber kam es darauf an, was einer mit seinen Einfällen anzufangen wisse. Darum verlangte er genaue Kenntnis der flassischen Formen -2- nur war er keineswegs überzeugt, daß sie sich verewigen lassen würden. Logischer Aufbau und Faßlichkeit einer Arbeit waren ihm Voraussetzung. Doch war er nichts weniger als konservativ oder gar reakttonär gesinnt. Wer ihm „revolutionäre Sachen" brachte, wurde zwar gern mit Grobheften oder Witzen empfangen— aber er sah dergleichen lieber als bange Lange- weile. Er selber hörte nicht auf, sich mit neuen Werken zu beschäftigen, so mit Bruckner, ja sogar mft den damals als völlig umstürzlerisch verschrieenen Richard Sttauß, dessen Partituren er kaufte und fleißig studierte. Seine Muster waren freilich die Klassiker von Bach und Händel an, aber auch alte Italiener— und er empfahl sogar Zeitgenossen noch bis zu Wagner und Liszt: seine Literaturkenntnis war bewundernswett und er spielte alles, auch aus Parttturen, gleich auf dem Klavier vor. Natürlich war seine Klasse immer dicht besetzt, sie war auch das Ziel mancher Ausländer geworden, und so gab sie dem Instrumentalunterricht des Prager Konservatoriums wirklich nichts nach. Dvoiäk selber fand ungeahntes Gefallen an der Lehttätigkeit und entsagte ihr bis an das Ende seines Lebens nicht mehr: von 1891 bis 1892 war er in Prag tätig und dann wieder von 1898 bis 1904, zwischendurch drei Jahre in Amettka. _ Schon am 18. Mai 1891 gab seine Kompositionsklasse einen Bottragsabend, bei dem ein Klavierquartett des fiebzehnjähttgen Suk auffiel. Sehr bald erregte auch Noväk allgemeine Aufmerksamkeit— man durfte, schon als der Meister Prag' verließ, von einer Schule Dvoiäk sprechen. kurzum die verschiedenartigsten Gebrauchsgegenstände kaufen. Vost ähnlichem prakttschen Sinn des Amerikaners zeugt die„Cafeteria". Sie ist ein Restaurant nm Selbstbedienung, das die Unkosten auf ein Minimum reduziert hat. Du trittst vor einer Stange an, die an einem Bufett entlang läuft. Nimm erst ein Tablett mit Teller und Besteck und wählst dann am Bufett das Effen(auch warmes) aus, wonach du Lust hau: am Ende der Kette zahlst du und setzt dich alsdann mit deinem Tablett an einen der Tische, wo du deine Mahlzeit annimmst and verweilen kannst, solange es dir gefällt. Höchste Rattonälisterung, gutes Effen und billige"Preise— damit hat sich die Cafeteria Amerika erobert. Volkswirtschaft und Sozialpolitik Kleine Wirtschaftsnachrichten Eine tschcchoflowakisch- lateinamerikanische Handelskammer hat sich soeben in Prag konstituiert. Ihre Aufgabe ist der Ausbau der tschecho- siowakischen Handelsbeziehungen mit den mittel- vnd südamerikanischen Ländern. Einen Rußlandaufttag für 2.5 Millionen ne hat die Berg- und Hüttenwerks-Gesellschaft erhalten. Sie wird 300.000 Tonnen Federnstahl nach Rußland liefern. H Auslandsauftrag für Skoda. Die Skoda- Werke, die schon die erste Zuckerfabrik in Litauen errichtet haben, erhielten soeben von der litauischen Regierung den Bauauftrag für eine zweite' Zuckerfabrik. Das Aufrüsten erhöht den Aluminiumbedarf. In Ungarn wird Ende dieses Monats die erst? Aluminiumfabrik ihren Betrieb aufnehmen. D?r jährliche Inlandsbedarf Ungarns an Aluminium beträgt zur Zeit etwa 500 bis 600 Tonnen. Bor einer neuen Weltwirtschaftskonferenz'? In führenden nordamerikanischen Wittschastskrei- sen rechnet man mit der Einberufung einer neuen Weltwittschaftskonfcrenz im Sommer oder Herbst des Jahres 1936. Englands Außenhandel 1934. England- Gesamteinfuhr betrug 1934 792 Millionei Pfund, das sind 57 Millionen Pfund mehr als 1933. Die Ausfuhr war gegenüber dein Vorjahr nur um 28 Millionen Pfund höher und betrug insgesamt 396'Millionen Pfund. 10.5 Millionen Dollar Reingewinn, das sink annähernd 250 Millionen Ke, erzielte der Schlachthaus-Konzern Armour u. Co. in Chicago im Geschäftsjahr 1933/34. Geschichtchen aus dem Dritten Reich Wie das Regime täglich an Autorität verliert — welche rapiden Fortschritte die Zersetzung mach: — wie Mißstimmung und Haß immer weitere Volks- schichten ergreifen—— das zeigen besser als alle polittschen Abhandlungen und wirtschaftskritrschen Untersuchungen die kleinen Begebnisse, die von reichsdeutschen Besuchern, welche zu den Feiertagen nach Prag kamen, berichtet werden. Ein neuer Gruß Besonders die Studentenschaft— einst von ganzem Herzen nazibcg«inert und unerschöpfliches Reservoir— ist heute ein, gefährlicher Oppositionsberd. Die Opposition äußert sich oft in skurrilster Form und ist dabei so geschickt, daß Gestapo und weiße Feld- polizei keinen Grund zum Einschreiten findet. Aber wie soll sich so ein Göring- oder Himmlerspitzel verhalten, wenn sich folgender begibt: Lehrsaal einer ostdeutschen Universität. Der Professor betritt das Katheder und begrüß«, die Hörerschaft mit dem vorgeschriebenen»Heil Hirler" Von den Bänken tönt es donnernd und einstimmig zurück:„Weidmanns-Heil." Der Profeffor räu- spett sich verlegen und schweigt. Der alte Jägergruß ist— sogar nach einem besonderen Erlaß des Herrn Reichsfdrstmeisters— nach wie vor erlaubr, ebenso wie der BergmannSgluß„Glück auf". Allerdings hat der ordensübersäte Herr aller Wild- und Menschenjäger nicht daran gedacht, daß der Gruß an solcher Stätte zur Anwendung kommen würde. Welch tiefere Bedeutung hat wohl dieses Weidmannsheil im Lehrsaal? Will die akademisch« Jugend damit zum Ausdruck bringen, daß sie bald die einst so vergötterten braunen Bonzen zur Strecke zu bttngen hofft? Die geändett« Widmung In einer ostdeutschen Industriestadt hatte die Organisation„Kraft durch Freude" den Maschinensaal einer stillgelegten Textilfabttk als Rede» und Versammlungslokal eingerichtet.. Dem schlesischen Oberpräfidenten zu Ehren taufte man das Gebäude „Hellmut Brückner-Halle". Die Zeiten ändern sich gewaltig im braunen Totalitätsstaat, und der schlesische Oberprästdeni fand das gewohnt« Ende aller alten Kämpfer und Getreuen des Führers. Die Widmung war deplaciert, und ein Arbeiter erhielt den Auftrag, die'n« schrift über dem Portal der Halle unauffällig und möglichst billig zu entfernen. Der Mann kam diesem Befehl auf ein« geniale Att nach. Er holte sich eine Leiter und entfernt«— was bestimmr am billigsten war— mtt einen einzigen Buchstaben. „Hellmut Brückner alle" lasen die schmunzelnden Arbeiter tagsdarauf und haben io^be» stimmt ein einzigesmal Kraft durch Freude gewonnen. Zwei Tage prangt« die Jnschttft in dieser Form, bis sie endlich völlig entfernt wurde. Der findig« Arbeiter aber blieb unbehelligt. Seite k „Sozialdemokrat" Samstag, IS. JLnner 1935. Nr. 16 Strample kör den ganzen Fasching! FÜR TANZ UND GESELLSCHAFT I „IDEAL": Feine Strümpfe aus matter Waschseide. Mit Flor verstärkte Sohle— tadelloser Sitz am Fuss. Wir führen sie in 12 Modefarben....... KE 9.— FÜR DEN TÄGLICHEN GEBRAUCH I „ONDRA“: Wolle mit Seide— Doppelstrümpfe, verlieren keine Masche. Innen Wolle, welche wärmt und aussen matte Waschseide, wodurch ein schönes erzielt wird KE 15.— „ELIS“: Macoo-Strümpfe aus bester ägyptischer Baumwolle— sehr dauerhaft und warm- 3 x verstärkte Sohle.......... 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Im abgelaufenen Jahr beförderten die elektrischen Straßenbahnen, Autobusse und Drahtseilbahnen der Stadt Prag insgesamt 245.440.868 Personen, um 0.49 Prozent, nämlich 1,219.862 Personen weniger als im Vorjahre. Die Einnahmen aus dem Personentransport betrugen insgesamt 231,082.884 Kc, um 2,887.221.70 Kö(1.23 Prozent) weniger als 1933. An der Gesamtzahl der beförderten Personen partizipieren die Elektrischen mit 166,914.728(— 1.16 Prozent) Fahrgästen, die Autobusse mit 20,107.818(4- 3.56 Prozent) und die Drahtseilbahn mit 200.999(+ 1.59 Pro- lehty. wirtschaftlichen Maßnahmen festzustellen. Für daS nächste Jahr ist ein Produktionsplan auf dem Gebiete der Landwirtschaft, insbesondere für den Ausbau von Weizen und Kukuruz, ausgearbeitet. Roosevelt führt ein großes Experiment durch, den Versuch einer planwirtschaftlichen Demokratie. Der Vortragszyklus wird fortgesetzt werden. Kunst und Wissen Mascagni Vorträge Planwirtschaft Das Soziale Institut veranstaltet gegenwärtig einen Vortragszyklus über die Planwirtschaft, in welchem der erste Vortragsabend am 17. Jänner stattgefunden hat. Das einleitende Wort hiezu sprach Abgeordneter Dr. Leo Winter, der darauf hinwies, daß das Sozialinstitut zum Studium dieses wichtigen Problems«ine eigene Kommission eingesetzt hat. Dann sprach Dozent Dr. V e r u n ä k über den Weg der Planwirtschaft und sagte, daß die Jahre 1933 und 1934 einen gewissen Fortschritt auf dem Wege der Tschechoslowakei zur: Planwirtschaft bedeuten. Diesen Fortschritt sieht er in dem klaren Bekenntnis entscheidender Regierungsstellen zu den Prinzipien der Planwirtschaft, das stärkere Eingreifen der, öffentlichen Macht in das Wirtschaftsleben (Bank- und Kartellgesetz sowie das Gesetz gegen die Einstellung von Fabriken), die Mitarbeit landwirtschaftlicher Faktoren an planwirtschaftlichen Maß nahmen und gewisse Vorkehrungen auf dem Gebiet; des Kreditwesens. Wenn auch dies alles nicht als Planwirtschaft anzusehen sei, sei es doch ein Schritt auf dem Wege dazu.' Auf diesem Weg« gäbe es keine Rückkehr mehr. Die Planwirtschaft ist.'m dauernde Erscheinung des Jahrhunderts, das man auch als Jahrhundert der Planwirtschaft bezeichnen kann. In einem zweiten Vortrag sprach Jng. Kun* über die Wirtschaftspolitik des Präsidenten Roosevelt Die eigentliche Planwirtschaft in Amerika ist erst in den Anfängen. Eine ganz« Menge wissenschaMcher Institute arbeitet daran, die Zweckmäßigsten plan- Pietro Mascagni hat eine Oper„Nero"^vollendet, die am 16. Jänner in der Mailänder Scala ihre Uraufführung erlebte. Tendenz in der Knnst Der Manes-Verein veranstaltet einen Zyklus von Vorträgen über Kunst, zu denen er einige hervorragende Persönlichkeiten eingeladen, und ihnen die Wahl der Themen freigestellt hat. Am ersten Donnerstag(17. Jänner) sprach der bekannte Literaturhistoriker, Goetheforscher und-Uebersetzer, Ottokar Fischer, über„Tendenz in der Kunst". Fischer sieht im Künstler zwei Einflüsse: den der Umgebung, die ihn zum Sprecher b«r Zeit und der Gesellschaft macht, und den Einfluß seiner eigenen Persönlichkeit, die sich gegen eine solche Tendenz aufbäumt und die ihn zum Teil aus seiner Umgebung ausreiht. Der schaffende Mensch wird von beiden Faktoren angezogen;- aus der Spannung, die zwischen ihnen in seiner Seele entsteht, schafft er seine Werke. Und allmählich weicht der Dichter Fischer dem Literaturprofessor und Kritiker Fischer, der ein ungeheuer umfangreiches Material studiert hat, das er nun in Auszügen vorlegt: er spricht von revolutionären Ideen, die verwirklicht und dadurch konservativ wurden, er erwähnt den oppositionellen Nationalismus unterdrückter Völker, so z. B. der Tschechen im verflossenen Jahrhundert, der heute bereits reaktionär ist. Der Konnnunismus ist in Sowjetrußland die offizielle Weltanschauung geworden. Und die herrschenden Weltanschauungen scheinen den meisten Menschen so selbstverständlich, daß sie nicht mehr als tendenziös empfunden werden. Fischer be- tont, daß er nicht Marxist ist und es niemals war, er zitiert aber Karl Liebsflecht, der erkannt hat, daS keine anderen.als oppositionelle,.nnbeaueme und unangenehme Werke als„n u r" Tendenzkunst be zeichnet werden. Als zweites Verdienst rechnet Fi-. scher, der bewußte Nichtmarxist, den Marxisten die Tatsache an, daß es ihnen gelungen ist, die Gedanken der Menschheit von der Metaphysik wieder zur Erde zurückzubringen. Dann kommt Fischer auf den I scheinbaren Widerspruch zu sprechen, daß Kunstrichtungen, die in ihrer Form durchaus revolutionär waren, fascistisch geworden sind. Er erwähnt die linken deutschen Expressionisten, die geradewegs zu Hitler gekommen sind, er schildert die Entwicklung der italienischen Futuristen, ihren Kampf gegen traditionelle gebundene Formen, gegen die Vergangenheit und für die Zukunft. Ihr Anführer Mari- netti, der noch vor dem Krieg heftige Polemiken gegen den Nationalisten d'Annunzio führte, fand sich .mit ihm, auch schon als Eccelenza, im italienischen Fascismus. Dieses Problem greift einer der Debattenredner, Dr. Vincent K r a m m r, auf und beweist an Hand von Beispielen aus seinem Fach, der bildenden Kunst, daß die Futuristen nur zweitrangige Künstler waren, die die Formen Picasso's, als dieser noch kubistisch malte, nur mechanisch und bequem kopiert haben. Ein. anderer Debattenredner, der Karikaturist Hoffmeister, unterscheidet eine revolutionäre Tendenz in der Form, im Inhalte und in beiden Faktoren. Selbstverständlich ist nur im dritten Fall das Werk ein revolutionäres Kunstwerk, nicht nur das, ein Kunstwerk i berhaupt. Der Futurismus ist keine wahre Kunst, so wie es ein gereimtes Parteiprogramm nicht wäre, auch dann nicht, wenn es selbst die Gedankenfülle des Kommunistischen Manifestes hätte. Und Ottokar Fischer zitiert noch die bekannte Forderung-' seines Kollegen F. X. S a l d a: nicht Politik in Reimen, sondern politische Poesie. Noch eine Stellungnahme sei hier vermerkt, die Dr. Soldän brachte: Die Tendenzkunst unterscheidet sich von der„tendenziösen" Kunst nur durch den Grad des Bewußtwerdens. h—b. DaS literarische Kabarett„Dir Pfeffermühle" täglich im kleinen Unitaria-Saal, Prag I., Annen- ska ul. 5 um 20.15 Uhr Sonntag nachmittags um 15.30 Uhr. Einmaliges Ensemble-Gastspiel von Mitglied:«» des Burgtheaters am 25. Jänner in Rudolf Hol- i zers„Stille Musik".(D 2) Trotz Gastspiels normale Preise! Vorverkauf ab heute. Dienstag neueinstudiert„Don Giovanni". Di-, rigent: Zweig.(A 2). Donnerstag Premiere„13 bei Tisch", Lustspiel! von Rudolf Eger.(El). Sonntag, den 27. JLnner, neueinstudiert und —-inszeniert„Jenufa" von JanäEek. Dirigent: SzKl.Megie: Mordo.(A 2). Wochenspielplan des Rene» Deutschen Theaters. Samstag halb 8:Juarez und Maximilian, Gastspiel Ernst Deutsch, BI.— Sonntag halb 3: Gesellschaft, volkstümliche Vorstellung, Gastspiel Ernst Deutsch, halb 8:Di«schöne Helena, Abonn. aufgehoben.— Montag halb 7: Iuarez und Maximilian, Gastspiel Ernst Deutsch, Theatergemeinde-er Jugend.—• Dienstag halb 8: Dost Gj o v a n n i. A 2.— Mittwoch halb 8: Menschen in Weiß, B 1. — Donnerstag halb 8: 13 bei Tisch, Erstaufführung, CI.— Freitag halb 8: S t i l l e Musik, Ensemblegastspiel von Mitgliedern des Wiener BurgtheaterS, D 2.— Samstag halb 8: Die schöne Helena, Abonn. aufgehoben.— Sonntag halb 8: Schneider WiPPl kontra Napoleon, Arbeitervorstellung, halb 8: Jenufa, neueinstudiert und neuinszeniert, 8 2.— Wochenspielplan der Kleinen Bühne. Samstag 8 Uhr: Schneider WiPPl, Erstaufführung. Sonntag 3:Mädels imNachtbetrieb, 8: E h e m. b. H.— Montag 8: Ehe m. b. H., Bankbeamte und freier Verkauf.— Dienstag 8: Schneider WiPPl.— Mittwoch alb 9: Schule für Steuerzahler, volkstümliche-Vorstellung.— Donnerstag 8: Schneider WiPPl.■— Freitag 8: Fremdenverkehr, volkstümliche Vorstellung.— Samstag 8: 13 bei Tisch.— Sonntag Nacht vor dem- Ultimo, 8: Schneider WiPPl. Mitteilungen ans dem Publikum. Erkältungskrankheiten beugen Sie vor, wenn Sie, über ärztlichen Rat, Ihren Körper mit Menthol- Franzbranntwein Alpa maflieren. Dadurch härten Sie Ihren Körper ab und heben seine Widerstandsfähigkeit gegen Einwirkungen des Wetterwechsels Alpa— Ihre Gesundheit. 100 Der Film Grandhotel Nevada Aus Frantisek Langers Komödie von den spleenig-reichen Sanatoxiumsgästen und den pfiffigderben Waldbewohnern ist gn der tschechischen Filmbearbeitung der Ufa ein Gemisch aus Kitsch-Gesängen, Ulkszenen und schwächlichen Theaterkopien geworden. Soweit man die Handlung nicht zerstört hat, hat man sie ganz auf das Abenteuer der jungen Dame zugespitzt, die- als Jüngling verlleidet in die Waldeinsamkeit geht, um dort das Herz, des frauenverachtenden Einsiedlers zu erobern,— ein Abenteuer, das durch Jan S v i t a k s schleppende Regie alles an Spannung verloren hat und durch die Modenschau-Spielerei von Fräulein Baarova vollends uninteressant wurde. Der einzig Wirksame in der Dgrstellerschar ist der bewährte Theodor P i s- t ö k. Und das einzig Rühmenswerte an der Regie ist die weitgehende Befreiung vom Atelier. Aber di« Naturaufnahmen in diesem Film sind allzu post- kartenhaft geraten— und fallen durch ihre Licht» I armut unvorteilhaft auf..—eis— Rene Clair, dessen. Film„Der letzte Diktator" in der Tschechoslowakei zu sehen sein wird.. Vereinsnadirlditen Bo rturner-Kursus. Durch de» Aufschwung unseres Turnberrie- bes in den letzten Monaten ein Hanget an geschulten Bor- tuMrn eingetreten. Wir wollen diesem Uebel.sofort begegnen und veranstalten deshalb eine Vorturner-Schule, an der sich möglichst viele Turngenossinnen und Turngenosseo beteiligen sollen. Wir beginnen Samstag, den 1 9. I ä n n e r, und üben von 17bis20Uhr, Sonntag,.von 9 bis 12 Uhr Die Leitung haben die Genossen Tietz« und Prochaska. Melder Euch zu diesem-.Kursus in den Turnstunden.— Filme in Prager Lichtspielhäusern Alfa:.Die hohe Schule." Rudolf Forster. D. — Avion:„Ein Drama von Lourd." Fr.— Bera- nek:„N oc tu r n o." Regie: Gustav Machaty. D. -— Fenirr.Der letzte Diktator." Renä Clair. Fr.— Gaumont:.Grandhotel Nevada." Tsch.— Hvözda:„Aergert nicht den Großpapa." Tsch.— Julis:„Moskauer Nächte." Fr.— Kinema: Journale, Groteske, Reportage. Von halb 2 bis halb 8. — Metro:.Grandhotel Nevada." Tsch.— Olympier .Leise flehen meine Lieder." D.— Passage: „Grandhotel Nevada." Tsch.— Radio:„H e' r u p!" Voskovec u. Werich. Tsch.— Skaut:„Mitternachts-Patrouille." A.— Svktozor:„Das Kind des Karnevals." Fr.— Alma: ,Hej rup!" Voskovec u. Wefich. Tsch.— Baikal:.Hejru p!" Tich — Belvedere:„H ej rup!" Tsch.— Favorit: „Nocturno." D.— Lido II:„Mutter Kraö» merka." Tsch.,— Roxy:„Nocturno." D.—• Maceska:„Nocturno." D.— Sport:„Solang du ein« Mutter hast..." Tsch.— Valdek:„H.c j ruPI" Voskovec u. Werich. Tsch. OPTIK u. FOTO DEUTSCH PFikopy Drehbänke, Fräsmaschinen, Horlzontal-Bohr- und Fräswerke, Radialbohrmaschinen, Shaplns* und Hobelmaschinen sowie Universalspannfutter für höchste Leistung in modernster Ausführung erzeugt: Werkzeusmaschinenfabrlk Arno dauert Warnsdorf, CSR. Abonnements- Bestellschein. Abonniere ab....»... 1935 das täglich erscheinende Zentralorgan der deutscher: sozialdemokratischen Arbeiterpartei „eostaVOemotrcit" Verwaltung Prag Xü., Fochova tt. 62, zum Preise von 16 KE monatlich, und sende dieses Betrag, nach Erhalt des Erlagscheines ein. Name:••«•, Genaue Adresse:, Letzte Post: k. Unterschrift:.• PRAG Bezugsbedingungen: Bei Zustellung in? 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