Freitag, 25. Jänner 1935 15. Jahrgang EhneMs 70 IMIar (einichlteMich 1““"t P~^rl IENTRALORGAN DER DEUTSCHEM SOZIALDEMOKRATISCHEN ARBEITERPARTEI IN DER TSCHECHOSLOWAKISCHEN REPUBLIK ERSCHEINT MIT AUSNAHME DES MONTAG TÄGLICH FRÜH. Redaktion uno Verwaltung frag XH.iocHOVAfi.mKM sm. AMHmMiowiMDR sw«. HERAUSGEBER: SIEGFRIED TAUB. CHEFREDAKTEUR: WILHELM NIESSNER. VERANTWORTLICHER REDAKTEUR: DR. EMIL STRAUSS, FRAG. Reichsdeutsche Fememörder in der Tschechoslowakei Emigrant aus dem Strasser-Kreis bei Stechovice ermordet Die Täter flüchten in einem reichsdeutschen Auto Prag. Im Hotel„Zähori" in de« St. Johannes» Stromschnellen bei Prag wurde Mittwoch um!411 Ahr nachts der reichsdeutsche Emigrant 3ng. RolfFormis, der der Gruppe um Otto Strasser nahestand, von zwei reichsdeutschen Fememörder« unter BeihUfe einer Fra« durch vier Revolverschüsse ermordet. Die Tater— offenbar SA oder SS-Leute— bedrohten einen Kellner, der Augenzeuge des Verbrechens wurde, mit dem Revolver, suchte« das Hotelzimmer in Brand zu stecken und flüchtete« dann in ihrem Privatwagen, mit dem fie am 10. Jänner, ansDeutschlandkommend, die Grenze bei Bodenbach überschritten hatte«. Da der Mord von dem verschüchterte« Kellner erst am Morgen gemeldet wurde, ist der Borsprung der Mörder so groß, daß kaum mehr mtt ihrer Verhaftung auf tschechoflo- wakischem Bode» zu rechnen ist. ©ie Mörder haben sich in Prag«nd in Stöchoviee, von wo aus fie ihr Opfer systematisch einkreisten, mtt reichsdeutfchen Pässen auf die Ramen Gerd Schubert, geboren am 23. Oktober 1912 in Berlin, Hans Müller, geboren am 20. September 1911 in Kiel«nd Edith Karls- b a ch, Turnlehrerin, geboren am 7. Mai 1909 in Berlin^Zahle«, ausgewiesen. Ob dies ihre wirklichen Ramen find, ist aber sehr zweifelhaft. Die drei Leute waren mtt einem elegante« Mereedes unterwegs, der die Rümmer l-P-48.249 trägt. Rach der Rümmer ist der Standort des Wagens Kiel. Der Ermordete, ei« 40jähriger Mann, gehörte der Schwarze« Fr o« t Otto Strassers an. Den todbringenden Haß der Auftraggeber der Mörder dürfte er fich dadurch zugezogen haben, daß ihn vage Gerüchte mtt einem geheimen Kurzwellensender in Verbindung brachten, der angeblich in letzter Zeit eine antihitlerianische Propaganda erttfattet haben soll. Wahr fft daran nur, daß Formis, der schon früher viel wiffen- schaftlich arbeitete, diese Tättgkett auch in der Emigration fortsetzte und vielfach herumexperimentierte. Das offizielle Tschechoslowakische Pressebüro erinnert an' den Mord an Professor Lessing, der unter ähnlichen Umständen erfolgte, und fährt dann fort! Auch der in der Nacht zum 24. Jänner im Hotel„Zähori" bei Stöchoviee verübte Mord trägt offensichtlich p o l i t i s ch e» Charakter. Der Ermordete ist ein Emigrant, der fich zum herrschenden nationalsozialistischen Regime in Deutschland i» Opposition befand— er war nach verschiedenen Gerüchten ein polttischer Anhänger der radikalen Dissidentengruppe der deutschen Rationalsozialiste» unter der Führung Otto Strassers— die Mörder find reichsdeutsche Staatsangehörige, welche offenbar die Aufgabe hatten, Ing. Formis zu besettigen, und die seine Spur schon fett längerer Zett verfolgten. Sie kamen eigens zu diesem Zwecke in die Tschechoslowakei«nd waren, wie fich aus dem Verlauf der Dinge ergibt, mit allem versehen, deffen fie zur Durchführung ihrer„Aufgabe" I bedurfte«. 9er Mord sorgfältig vorbereitet! DaS Tschechoslowakische Pressebüro veröffentlicht folgende Darstellung des MordfalleS: Der Tatort des politischen Mordes ist ein üm Moldauufer bei den St. Johannis-Strom- schnellen vereinsamt stehendes Hotel. Zu ihm führt eine Straße, die nach ihrer Fertigstellung D o- h i i i mit Beneschau verbinden wird. Da die Straße noch nicht zu Ende gebaut ist, muß man zu dem Hotel ein Stück Weges zu Fuß gehen.' Schon an der Straße sind Spuren des Verbrechens zu sehen. Es befinden sich dort Furchen, die dafür zeugen, daß die Täter dort ihren Wagen gewendet haben, sowie ein Blutstropfen. Auch das Innere des Hotels verrät, baß sich dort etwas ereignet hat. Ein Fenster ist zertrümmert und dahinter sieht man verseng te Vorhänge. ES ist dies das Fenster des Zimmers, das die Nummer 6 trägt, in das die Leiche des Ing. Formis geschleppt und auch die B o m b e geworfen wurde, die den Brand verursacht hat. Km ein Fenster weiter ist ein weiteres geöffnetes Fenster, aus dem ein Strick heraushängt. Er bezeichnet den Weg, auf dem die Täter nach der Verübung ihrer Tat flüchteten. Einer von ihnen ließ ar dem Holzzaun eine Spur zurück: Einen Blutabdruck und ein wenig Vaselin. Blut ist auch an dem Fensterrahmen zu sehen. Wenn man den Gang betritt, der zu den Zimmern führt, wo sich die Tragödie abgespielt hat, ist noch Brand- g e r u ch zu verspüren. Der Eintritt in das Zimmer, wo die Leiche liegt, wird von einer Gendarmeriepatrouille verwehrt. Jng.^Formiswurde von vierSchüssen, und zwar m den Kopf und in die Brust getroffen. DaS Gesicht und der Körper sind versengt. Wie die Tat geschah: Am Mittwoch kamen gegen 16 Uhr Hans Muller und Edith K a r l S b a ch in das Hotel, um dort zu essen. Ing. Formis befand sich be- veits im Speisefaal. Um 18 Uhr gingen Müller und die Karlsbach spazieren und kehrten um 18 Uhr zurück. Ing. Formis saß in dem Lokal und las Aitungen. Die Geseflschaft unterhielt sich bis ungefähr 20 Uhr 30, als Müller erklärte, daß ihm schlecht sei, und sich in das Zimmer Nummer 4 begab. Edith Karlsbach verblieb noch weiter im Lokal. Gegen 22 Uhr ging auch sie fort und mit ihr auch Ing. Formis. Sie gingen gemeinsam in das Zimmer Nummer 4. Um 22 Uhr 15 hörte der Kellner Flieger Schuß- detonationen und das Rufen einer Frauenstimme. Er Neidete sich rasch an und lief aus dem Parterre ins Stockwerk. Als er dort eintraf, sah er bei Zimmer Nummer 6 einen Menschen, der mit dem Rücken zu ihm gekehrt war. Der unbekannte Mann drehte fich zu dem Kellner um und mit einer Browning-Pistole in der Hand rief er ihm zu „Hände hoch!" So hielt er de« Kellner in Schach, während von Zimmer Nummer 4 ins Zimmer Nr. 6 die Leiche des Ing. Formis geschleppt wurde. Die Leiche wurde im Zimmer Nr. 6 zwischen Lasten und Bett gelegt. Sie liegt mit dem Gesicht obenauf. Der Kellner sah, wie Müller in das Zimmer eine Bombe warf, die explodierte. Durch den Luftdruck nach der Explosion schloffen sich die Türen des Zimmers heftig. Müfler kehrte aus dem Zimmer Nr. 6 in das Zimmer Nr. 4 zurück. Ter unbekannte Mann mit der Pistole schrie dem Kellner zu:»Marsch I Sie habennichtsgesehen!" Der Kellner flüchtete nach diesen Worten in das untere Lokal.... Die Flucht Die Täter ließen sich an einem Strick hinunter, liefen zu dem bereitstehenden Automobil, das ein schwarzer Sechszylinderwagen Marke »Mercedes" mit einer Evidenznummer der K i e- ler Polizeidirektion war. Einige Bewohner von Stechovste erzähllen, daß sie vor 12 Uhr nachts hörten, wie ein Automobil elligst durch den Ort fuhr. Die Täter passierten Prag und wählten offenbar den kürzesten Weg zur Staatsgrenze. Vie Gendarmerie erst Donnerstag früh verständigt I Der Kellner teilte in seiner Angst dem Hotelbesitzer die Tat erst früh(II) mit. Der Hotelbesitzer hörte nur einen dumpfen Schuß, dem er keine Bedeutung beilegte. Am Tatorte stellte sich früh Oberwachtmeister Hendrych aus Cim ein, der eine Leiter zum Fenster des, Zimmers stellte, die Fensterscheibe einschlug und den Brand löschte. Er erstattete sofort den Ortsbehörden Meldung, die augenblicklich die Verfolgung der Flüchtlinge aNordneten. Am Nachmittag trafen in dem Hotel „Zähorh" Gendarmerie-Stabskapitän Karhan aus Ptibram, eine Gerichtskommission aus DobriZ und der Bezirkshauptmann von Pribram Oberrat Vodikka ein. Die Untersuchung der Angelegenheit ist in vollem Zuge. Die Mörder Was die Täter betrifft, so ist bekannt, daß sie am 10. Jästner aus Prag in Stechovice eintrafen, und zwar zunächst Müller und die Karlsbach. In Stechovice wohnten sie im Hotel„II paroplavb y", von wo sie lleinere Autoausflüge unternahmen. Sie erklärten, daß sie einen dritten Bekannten erwarten.-Das war Gert Schubert, jener unbekannte Mann, der den Kellner Flieger mit dem Revolver bedrohte und der als der Täter angesehen wird. Am 17. Jänner unternahm Müller mit der Karlsbach einen Ski a u s f l u g,-wobei sie in das Hotel„Zähori" kamen, wo sie übernachteten. Zum zweitenmale kamen sie, wie bereits gemeldet, am 23. Jänner ins Hotel. Schubert fand sich später heimlich ein. An einem Strick kletterte er ins Zimmer, wo der Mord verübt wurde. Der Strick wurde tags vorher in Stechovice gekauft. Auffallend ist auch, daß die Täter am Mittwoch nachmittags ihren Wagen mit einer größeren Benzin- und Oelmenge versorgten. Ihr Benehmen war sehr entgegenkommend. Polttischen Gesprächen wichen sie vorsichtig aus und behaupteten, nach der Tschechoslowakei zu einem Ausflug gekommen zu sein. Sie seien aufmerksam gemacht worden, daß die Gegend der St. Johannes-Stromschnellen sehr schön sei, weshalb sie beschlossen hätten, hier einige Tage zu verbringen. Die beiden Männer waren von größerer, die Karlsbach von mittlerer Gestalt. Sie sollen über v i e l G e l d v e r f ü g t haben. **. Die feige und erbärmliche Bluttat von Z ä- hok ist ein weiteres Glied in der Kette der Feme m o r d e, die von Deutschland ausgehen und in Nachbarländern verübt werden. Der erste aufsehenerregende Fall war die Ermordung des früheren Nationalsozialisten Dr. B e l l in Nordtirol. Es folgte derUeberfall auf die Brüder Rot- t e r, der Menschenraub in Nordböhmen, schließlich der Mord an Professor Lessing in Marien- bad. Der Mord in Zähor beweist, daß es ein gefährlicher Irrtum war, an die langsam wachsende Zivilisation und Rechtssicherheit im Verkehr mit dem Dritten Reich zu glauben. Dort herrschen noch dieselben Grundsätze wie 1933. Die Tat scheint in gewissem Sinn eine Fortsetzung der Morde vom 30. Juni, denn Formis gehörte früher zur NSDAP und ging dann zur Schwarzen Front über. Welches immer die Beweggründe der Mörder und ihrer Auftraggeber waren, fest steht, daß die Tat ihresgleichen sucht. Im Herzen eines fremden Staates, in unmittelbarer Nähe-der Hauptstadt, von der Grenze 200 Kilometer entfernt, ein Verbrechen mit solcher Planmäßigkeit in der rabiatesten Wildwestmanier auszuführen, dazu gehört allerhand Frechheit. Die Mörder haben sich anscheinend nichts daraus gemacht, daß ihre Namen polizeilich bekannt, daß ihr Auto registriert worden war. Es kann als ausgeschlossen betrachtet werden, daß es sich um eine Aktion nur der drei Mörder handelt; fie können wohl nur dieausführrn- den Organe eines Komplottes gewesen sein, deffen Drahtzieher in Deutschland und zweifelsohne an einflußreichen Parteistellen sitzen. In dem Mordfall Formis wird sich zeigen, ob Deutschland gewillt ist, an den primitiven Bräuchen des Völkerrechtes festzuhalten, oder ob es dem Mord offiziell seine Billigung erteilt. Die Namen der Mörder, und, falls es falsche Namen sind, ihre genaue Personenbeschreibung, die Signatur ihres Autos, sind bekannt. Deutschland ist verpflichtet, die Banditen der verdienten Strafe auszuliefern. Wenn es das wie im Fall Lessing wiederum nicht tut, bzw. vorgibt, daß man der Mörder nicht habhaft werden könne, so kann niemand daran zweifeln, daß diese verbrecherischen Unternehmungen auf fremdem Boden eine offizielle Deckung erfahren! In diesem Fall wird die Abwehr dieser Gangstermethoden ein europäisches Problem. Was auf österreichischem und tsche- choslowakischem Boden geschehen ist, kann sich auch anderswo abspielen; was Emigranten der liberalen, sozialistischen oder nationalen Richtung widerfährt, kann morgen den Bürgern und(siehe Barthou!) den Politikern der Staaten selbst geschehen, die sich die braunen Mordkommandos zu Exerzierplätzen erwählt haben. Die Bedrohung der Nachbarländer durch na- tiünalsozialisttsche Mordbanden ist keine geringere Gefahr als die Organisafion der U st a s a, das Dritte Reiche ist ein einziges Janka Puszta» aus dem Meuchelmörder in alle Weltrichtungen entsandt werden, und nur der entscheidende Abwehrwille des zivilisierten Europa wird diese Sitte» eindämmen können. Interessant ist, daß sich der nazistische Fememord von ZÄHok wenige Tage nach den Friedensschalmeien ereignet, die nach der Saarentscheidung von Deutschland in alle Welt geflötet werden. Die total vernagelten Schädel, die nicht begreifen wollen, was Hitlerdeutschland für Europa bedeutet, was seine Friedensbeteuerungen und seine Ber- träge für einen Wert haben, könnten angesichts der Mordtat von Zähok, die zugleich eine schwere Provokation der Tschechoslowakei und aller zivilisierten, aber an Deutschland grenzenden Staaten Europa ist, doch endlich zur Einsicht kommen, daß sie sich getäuscht haben und daß ihre Kurzsichtigkeit zum Untergang Europas führen käme Sette 2 Freitag, 25. Jänner 1935 Nr. 21 Der japanische Vorstoß Um die Eroberung der Provinz Tschahar D a i r e n.(Reuter.) Die japanischen Militärbehörden bestätigen, daß jene Operationen begonnen haben, deren Ziel es ist, daS gesamte chinesische Militär ans Dschehol z« vertreiben. Die Japaner sind entschloffcn, dieGrofie Mauer zu passieren, wenn dies zur Einstellung der »provokatorischen Tätigkeit" notwendig sein sollte. Den chinesischen Behörden wird von japanischer Seite vorgeworfen, daß sie ihr Versprechen, die chinesischen Truppen auS der Mandschurei a b z u- berufen, nicht eingehakten haben. Meldungen aus ofsiziöser chinesischer Quelle zufolge wurden bei dem Bombardement von Tscha- liar durch die Japaner rund 50 Personen, größtenteils Zivilisten, getötet, bezw. verletzt. Nach Informationen aus glaubwürdigen chinesischen und japanischen Kreisen haben die japanischen Truppen nunmehr das Gebiet von K«- j« a n besetzt, das die Japaner bisher nicht als mandschurisches Gebiet angesehen hatten.. Die chinesische Regierung hat beim japanischen Auswärtigen Amt schärfsten Protest gegen den Vormarsch der japanischen Truppen gegen die große Mauer erhoben. Die Erklärung des japanischen Mlitär- attnches in Peiping, daß die Japaner bei Tuschikau nicht stehen bleiben würden, falls die Chinesen ihren Wider st and sortsetzen, löste in Schanghai erhebliche Nervosität auS. Die Abendpreffe befürchtet, daß die Kämpfe weitergehen und damit entgegen den japanischen Erklärungen der Anfang für den Verlust der Chahar-Provinz für China gemacht ist. Chinesische Regierungskreise zeigen äußerste Zurückhaltung«nd Selbst beherrschung, um dir Möglichkeiten für eine friedliche Regelung nicht zu beeinträchtigen. * London. Die Londoner Morgenpresie br-1 richtet ausführlich über daS Wiederaufleben der Feindseligkeiten zwischen japanischen und chinesischen Gruppen in Ost-Tfchachar. Den Darstellungen der englischen Berichterstatter in Peking zufolge, eröffnete am DienStag abends eine mit vielen Kraftfahrzeugen, 20 Feldgeschützen, 20 Panzerwagen«nd vier Bombenflugzeugen ausgestattete Streitmacht von 2000 Mann» dir auS ia- panische« und mandschurischen Soldaten bestand, den Angriff auf die mongolische Provinz Tschahar. Der Angriff richtete sich gegen Kuyuan, Tungschatze«nd Tuschikow. Die letztere Stadt liegt an einer wichtigen Dnrchgangsstraße durch die Große Mauer. Die Flügelgruppen der Angreifer waren etwa 40 Kilometer voneinander entfernt. Am Mittwoch bei Tagesanbruch warfen Flugzeuge Bomben auf die chinesischen Stellungen. Mittags folgte eine heftige Beschießung, in deren Verlauf 70 Granaten innerhalb der Großen Maner nie- dergingcn, worauf die Infanterie vorging. Mit Anbruch der Dunkelheit machten die Angreifer halt. Der Militärattache der javanische:. Botschaft in Peking Oberst Takahaschi, erklärte auf Befragen, der Feldzug werde fortgesetzt werden„solange eö notwendig sei". Die chinesischen Streitkräfte, deren Verluste unbekannt sind, stehen«n- ter dem Befehl deS Gouverneurs der Provinz Tschahar, Sungtschanyuang. In Peking fand eine schleunigst einberufene Konferenz zwischen dem General Sungtschanyuang und dem Kriegsminister General Ho-ying statt, über deren Ergebnis noch nichts bekannt ist. 0er Ermordete Jng. F o r m i s war seinerzeit technischer Leiter des Rundfunksenders Stuttgart-Mühlacker und Nationalsozialist, ohne sich jedoch politisch zu betätigen. Nach der Machtergreifung durch den Nationalsozialismus widerstrebte sich Formis, der nur auf seine wissenschaftliche Arbeit eingestellt war, dieGewaltmethoden des Dritten Reiches mit- zumachen. Seine Stellung war erschüttert, als einmal die Uebertragung einer Rundfunkrede Hitlers durch den Stuttgarter Sender von unbekannten Tätern durch Zerschneiden deS Kabels nnter- bunden wurde. Formis geriet sehr bald in schwere Konflitte mit der Partei, in denen ihn auch der württembergische Reichsstatthalter Murr im Stich ließ. Formis wurde verhaftet und machte auch mit einem Konzentrationslager Bekanntschaft. Lor bald anderthalb Jahren emigrierte er in die Tschechoflowakei, wo er zunächst in Prag lebte. Hier schloß er sich der Schwarzen Front um Otto Strasser an. Da er sich verfolgt fühlte, zog er sich vor einiger Zeit in das stille Hotel in den ve- kannten St.-Johann-Stromschnellen bei Stkcho- viee zurück; aber auch hier fanden ihn die gedungenen Mörder. Jng. Formis hatte sich im Hotel.Zähoki" nm 8. November 1934 einlogiert, und zwar, wie er behauptete, weil er zur Heilung feiner Nervosität die Einsamkeit suchte. Er erhielt Zeitungen aus einigen europäischen Ländern und soll selbst auch publizistisch tätig gewesen sein. Nutzer der Lektüre und Spaziergängen befasste er sich mit Apparaten, von denen es heitzt, datz es R a d i o» apparate waren. Vor dem Eintreffen in »Zähoki" wohnte Jng. Formis in Prag. Endlich Sicherheitsmaßnahmen gegen die Banditen? Die„PragerPresse" schreibt: „Die Mordtat hat in der ganzen Tschechoflowakei allgemeine Entrüstung hervorgerufen, weil sie sich als ein ausgesprochener Fememord entpuppt und die gewaltsamen Methoden, welche t ir NSDAP in das politische Leben ringeführt hat, in verhältnismäßig kurzer Zeit bereits zum zweiten Male auf tschechoslowakisches Staatsgebiet überträgt. Die berufenen Behörden sind entschlossen, diesen Umtrieben, die auf keinen Fall weiter geduldet werden können» rin für allemal ein Ende zu setzen«nd alle- vorzukch- ren, um den polittschen Emigranten auv Deutschland, die unter Verlust ihrer Existenz«nd unter Einsatz ihres nackten LebenS nach der Tschechoflowakei gekommen find,«m hier vor Politischen Racheakten sicher z« sein, auch die notwendig« Sicherheit zu gewährleisten." 4000 Militärflugzeuge in USA Washington. Die Sonderkommission für daS Flugwesen hat dem Präsidenten Roosevelt einen desinittven Bericht vorgelegt, in welchem sie eine Erhöhung der Zahl der amerikanischen Militärflugzeuge auf 4000 empfiehlt. Göring fährt zur Jagd Welchem Wild gilt es diesmal? PariS. HavaS meldet aus Berlin: General G ö r i n g wird sich Ende Jänner nach Polen begeben, wo ihm zu Ehren Graf Alfred Powcki ein« große Jagd veranstalten wird. An polittschen Berliner Stellen wird dieser Jagdveranstaltung eitle gewisse Bede«, tnng Veigemessen«nd es wird vornehmlich darauf verwiesen, daß sie in der gleichen Zeit stattfindet, zu der die beiden französischen Staatsmänner F l a n d i n und Laval nach London reisen., Deutsche Zwangsanleihe bei den Sparkassen Berlin. Die Reichsbank hat für Rechnung des Reiches mit dem Deutschen Sparkassen- und Giroverband und der Deutschen Girozentrale 500 Millionen 4^prozentige deutsche Reichsanleihe zum Kurse von 9834 von 100 zur Unterbringung bei den Sparkassen abgeschlossen. Die Anleihe wird mit jährlich 2 von 100 der ursprünglichen Summe unter Verwendung der Zinsersparnisse getilgt. Der Erlös der Anleihe ist zur Konsolidierung von Aufwendungen für Arbeitsbeschaffungszwecke bestimmt und dient somit der Erleichterung der Finanzlage des Reiches in den späteren Jahren. Gefängnisstrafen gegen Leningrader Verwaltangsbeamte Moskau. Das Militärkollegium deS Obersten Gerichtshofes der SSSR verurteilte am Mittwoch den früheren Leiter der Leningrader Verwaltung des JnnenkommissariateS M e d- wed, dessen Stellvertreter Saporoschetz, Fomin und verschiedene ihrer Mitarbeiter wegen grober Nachlässigkeit, durch die das Attentat auf Kirow ermöglicht wurde, zu Gefängnisstrafen von zwei bis zehn Jahren. Eine französische Privatagentur meldet, die Sowjetregierung werde in Kürze ein Weissbuch über hie Ermordung Kirows veröffentlichen. Au- Grund verfchwdener Dorumenke und Korrespondenzen soll in diesem Weissbuch Trotzki als»öffentlicher Feind der Sowjetunion Nr. 1" bezeichnet werden. Neuwahl der höchsten Sowjet funktionäre Moskau. Am Mittwoch wurde der Allrussische Kongress der SSSR geschlossen. In der Sitzung wurde der neue Zentral-ExekutivauSschuh gewählt, der seine erste Sitzung abhielt und sein Präsidium wählte. Zum Vorsitzenden wurde einstimmig Kalinin und zum Sekretär K i s e l w wiedergewählt. Zum Vorsitzenden des Rates der Volkskommiffäre wurden S u l i m i w und zu seinen Stellvertretern Lebed und Ryskulo-o gewählt. 49 Roman von Olga Scheinpflugovä Copyright by Fmwdlinit M rngw-Verltf, Wien Felicien dachte ans Heiraten. Frau Giraud war sehr unglücklich. Ihrer Affenliebe zum eigenen Sohn bot ein Enkel keinen Ersatz. Mit jedem Worte erklärte sie der verständnislosen Nastja, was für eine schreckliche Mesalliance der reiche Felicien einginge, wenn er das geflüchtete Mädel aus Russland, das weih Gott wessen Tochter war, heiratete. Schliesslich könne jeder sagen, sein Vater sei ein Bürgermeister gewesen. Sie berief einen Familienrat ein, bei dem auch Felicien anwesend sein muhte. „Ein Kind haben, heisst nicht: unbedingt ein Weib haben müssen", sagte sie.„Wir wollen Nastja bis zu ihrem Tod auf unserem Gut versorgen; aber du, Felicien Charneux, darfst sie nicht heiraten". Sie bediente sich geflissentlich seines Künstlernamens als Hilfe gegen Nastja. Felicien hörte nicht darauf. Er war jetzt ein Mann, dessen Kräfte sein Sohn oder seine Tochter auSgelüst hatten und die seinen künfttgen Schutz brauchten. Schliehlich stimmte Frau Giraud der Heirat zu. Ihr Gatte hatte gleich sein Amen gesprochen, gleichzeitig als Schluss seiner Gebete für die Laufbahn seines Sohnes. Zum Schlüsse rief Frau Giraud Nastja und verkündete ihr, dass sie Felicien heiraten würde. Aber nur wegen des Erben, nur wegen des Kindes, Felicien stand dabei und schwieg; er sprach aber Nastja mit den Augen Mut zu. Gemeinsam verliehen sie daS Zimmer. Felicien nahm Nastja in den Arm und tröstete sie. »Sei nicht traurig, Nastja. Fetzt habe ich das Leben- kennen gelernt und sehe, dass eS stark und schön ist. Verzeih' ihnen um des Kindes willen." Sie sagte„Ja". Aber sie war sehr bläh. Dann sprachen sie von„ihm" und wie es sein werde. Nach der Hochzeit begann eine glückliche Zeit für Nastja. Felicien erfüllte ihr jeden Wunsch und Frau Giraud war von dem Augenblicke an, in dem sie sich entschlossen hatte, sie um deS Familiennamens willen aufzunehmen, wie umgewandelt. Der alte Giraud streichelte ihr sogar einmal im Garten die Wangen. Man freute sich auf das Kind. Frau Giraud strickte nachmittags Häubchen und Jäckchen und weihte Nastja in diese Kunst ein. Auf den Tischen lagen Bänder und Rüschen und Tante Lucie, die niemand im Leben liebkost hatte, hielt sie lange versonnen in den Händen. Einmal, als der ganze Familienkreis gut gelaunt beisammen- sass, nahm Felicien seinen ganzen Mut zusammen >und sagte: „Ich fahre mit Nastja nach Paris." Nastja errötete vor Freude, Frau Giraud vor Unmut. Aber eine Woche später fuhren sie. Felicien erkannte bereits auf dem Bahnhof, dass er sich niemals mehr nach Paris und seinem Lärm sehnen werde. Sie fuhren durch die Stadt und kauften wich» ttg scheinende Dinge für ihr Leben und das des Kindes ein. Sie kamen auch durch die Strahe, in der Felicien» früheres Atelier lag. Nastja blickte hinauf und sagte etwas. Er aber antwortete nicht. Er wollte nicht erwachen. Nastja kannte Paris aus der Zeit des Hungerns und der Not und hatte daS Gefühl, dass der liebe Gott sie erlöst habe. In allen Strahen prangte ein Name. Felicien bemühte sich, ihn nicht zu sehen und Nastja lächelte im Glauben, dass er ihm nichts mehr anhaben könne. Sie ftagte: „Willst du abends ins Theater gehen?" Sie wutzte, datz er„nein" sagen würde und war doch glücklich, als sie eS hörte. „Aber ich möchte gehen. Du hast mir soviel von ihr erzählt." „Da» war einmal." Aber er kaufte ihr ein Billett. Abend irrte er in Paris umher und sagt« sich, er hätte lieber daheim bleiben sollen. Er trachtete ängstlich, früheren Freunden aus dem Wege zu gehen. Seine Taschen strotzten von Geld; er war ein Bauer und wusste nicht, was er dafür kaufen solle. Nastja war im Theater. Als Frau eines reichen Bauern sah sie in der ersten Reihe. Sie wartete auf Babiola mit offenem Mund und dem gleichen Schlag zweier Herzen. Babiola spielte. Nastja begriff nicht mehr, als dass sie sehr schön war und dass di« Menschen i sehr applaudierten. Babiola dankte in den Pausen, lächelnd— aber Nastja, die das Leid kannte, sagte sich» dass dieses Lächeln nicht fröhlich sei. Es wird schön sein— dachte sie— wenn es ein Sohn wird. Aber wenn es ein Mädel wird, du guter Gott, dann soll sie schön und geschett sein und gross— wie Babiola." Die Vorstellung war zu Ende. Die Menschen strömten aus dem Theater. Jeder spmch etwas anderes, aber alle sprachen von Babiola. Felicien wartete. Wie oft hatte er vor demselben Theater auf Babiola gewartet. Er war erregt und führte Nastja rasch zu einem Auto. Er fühlte wieder, er hätte daheim bleiben sollen. Nastja sagte:„Wir wollen warten, bis sie aus dem Theater kommt." Sie war erregt. Babiola bahnte sich nach einer Weile lächelnd ihren Weg durch die wartende Menge. Sie trug einen herrlichen, pelzverbrämten Mantel; jemand half ihr in ihren schönen Wagen. „Ein Offizier", stellte Nastja fest. Und Felicien schwieg. Sein Herz schlug gewaltig. Also im- 4 Milliarden Dollar fordert Roosevelt für öffentliche Arbeiten Washington. Präsident Roosevelt hat an den Kongreß der Bereinigten Staate« eine Sonderbotschaft gerichtet, in welcher er fordert, daß vier Milliarden Dollar für di« Zeit von 18 Monaten zur Durchführung jener öffentlichen Arbeiten freigemacht werden sollen, durch welche die Arbeitslosenunterstützung abgelöst werden soll. Per Schweizer Goldstandard Bern. Die schweizerische Depeschcnagentur verlautbart, dass alle Gerüchte über die Durchführung eines Referendums der Schweizerischen Eidgenossenschaft zwecks Entscheidung über die Beibehaltung des Goldstandards falsch find. Flüchtllngsstrom verlangsamt sich Paris. Der Zustrom der Saaremigranten nach Frankreich dauert an; er hat sich jedoch in dieser Woche bereits bedeutend verlangsamt. In der Vorwoche stellte das französisch« Konsulat in Saarbrücken insgesamt 8019 Aufenthaltsbewilligungen, Montag etwa 400, Dienstag 200 und am Mittwoch noch weniger aus. Neben Saarangehörigen suchen um Aufenthaltsbewilli- gung in Frankreich auch im Saargebiet ansässige Ausländer, durchschnittlich 30 bis 40 Personen täglich, an. 2.5 Milliarden Francs Budgetdefizit in Frankreich Paris. Finanzminister Germain Marttn erklärte im Finanzausschuss der Kammer, der di« Ausgabe von Staatsschatzanweisungen für fünf Milliarden Frank genehmigte, datz das Defizit des heurigen Budgets ungefähr zweieinhalb Milliarden Franks betragen werd«. Die Lage in den japanischen Mandatsinsel«. Mit dem Inkrafttreten von Japans Austritt aus dem Völkerbund und der japanischen Kündigung des Flottenabkommens rückt die Frage dereinst Deutschland gehörenden japanischen Mandat»- inseln in der Südsee in das politische Blickfeld. Man Weitz von diesen Inseln wenig und kennt nicht die grohen Veränderungen, die dort vor sich gegangen sind. Im Gegensatz zur Mandschurei, wo wegen der ungünstigen klimatischen Verhält-^ nisse bis jetzt nur eine spärliche Siedlungstätigkeit, betrieben worden ist, hat Japan in der Südsee eine mlSgesprochen bäuerliche SiedlungSpolttik auSge- I führt. Die günstigen Bodenverhältnisse haben dies« Entwicklung gefördert. Die Zahl der Japaner ist fett 1920 von 3800 auf 32.000 gestiegen, di« Zahl der eingeborenen Melanesier blieb mit 48.000 fast unverändert. Die Japaner bauen Feldfrüchte und haben den Zuckerbau sowie di« Zuckerverarbeitung eingeführt. Weitere neue Gewerbezweige sind Fischerei, Phosphatbergbau, Perlenzucht und Gewinnung von Schildpatt. Die Ausfuhr geht überwiegend nach Japan. Die Eingeborenen leben ein völlig getrenntes Leben. Sie arbeiten nicht, tm alles wächst, was sie zu« Lebensunterhalt brauchen. Wenn sich das Zahlenverhältnis aber weiter so entwickelt und der Rau« immer enger besiedelt wird, werden auch die Eingeborenen sich gezwungen sehen, zu arbeiten, und au» ihrer idyllischen Ruhe und ihrem paradiest schen Frieden aufgescheucht werden. ——— i—— mer noch Jouvenelle? Dann dachte er: armer Kerl. Und war froh, datz er all das wett hinter sich hatte. Auf dem Wege ins Hotel sagt« er ungeduldig zu Nastja, als wenn er Schutz in ihrer Antwort suche: „Nastasia... wann kommt es...?" Sie verstand ihn nicht; zu Hause hätte st ihn sofort verstanden. „Was?" „Wann es kommt?" „In einem Monat." Felicien wiederholte im Geiste: Babiola, i* einem Monat! Das sechzehnte Kapitel Babiola kämpfte zuweilen mit schwermütiges Gedanken. Oberst Jouvenelle stand, wie er sagte, in solchen trübgestimmten Stunden Wache, bi» di« Feinde verschwunden waren. In einer Gesellschaft von Literaten wurds ihr.neunundzwanzigster" Geburtstag gefeiert. »Jung sein, ist kein Verdienst", sagte Babiola, aber innerlich fügte sie hinzu: aber ei» Glück. Jouvenelle sah in einer Ecke, still wie immer. Es fteute ihn, dass sie sich vor ihm nicht ihr«» Lüge schämte, mit der fie ein Jahr au» ihrtt» Leben strich. Er entnahm daraus, dass er zu ihr gehöre. Aber er dachte: sie begeht einen Fehler! ein Weib, das sein Alter ehrlich zugibt, macht W dadurch jünger. Plötzlich stand Babiola auf. »Begleite mich, Jean." Sie verabschiedeten sich. Auf der Strast sagte Babiola: »Man soll kein langmütiger Gläubiger seiw Die Schuldner melden sich aus eigenem Antritt nur selten." sFortsetzung folgt.) 9t. 21 Freitag, SS. Jänner 1935 Seite 8 fudetendeutsdier Zeitspiele/ mäßig gebess Durchwegs neue Minister und Staatssekretäre i also und aller Stille, ater regelmäßig emtretende Neuverteilung ter Aemter. Go ausgedehnt sie die-mal auch ausgefallen fei, so sei fie doch nicht- andere- als die ,,A b l S s« n g der in die ermüdende politische Tagesarbeit eingeschalteten Verantwortlichen Männer", ohne daß damit irgendeine Atweichnng von der Politik Mussolinis verbunden wäre. durch eine Anleihe beschafft werden können. Es wurden bereits derartige Darlehen im Betrage von 40 Millionen XC bewilligt. Man hat berechnet, daß durch diese Methode Jnvestitionsarbeiten in der Höhe von über 370 Millionen XL getätigi werden können. Dazu kommen noch Gesuche uni derartige Darlehen in der Höhe von 75 Millionen XL welche das Ministerium für soziale Fürsorge in der nächsten Zeit erledigen wird, so daß auf diese Weise Investitionen in der Höhe von 450 Millionen XL werden durchgeführt werden können. Jnsgesanit könnten aber derartige Arbeiten außerdem noch für 400 Millionen XL durchgeführt werden. Gegen das Vorjahr werden auf diese Weise — auch wenn man von dem großen Investition-- plan absieht— Investitionen durchgeführt werden, die die vorjährigen mindestens um 400 Millionen XL übertreffen. Dazu kommen noch Investitionen bestimmter ReffortS, die ebenfalls größer sind als im Vorjahre, Eisenbahnen, Nationalverteidigung, öffentliche Arbeiten, so daß die Investitionen, welche bestimmt werden vorgenommen werden, heute schon 800 Millionen XL betragen und mindestens 100.000 Arbeiter beschäftigen werden. Dazu tritt nun noch der große Investitionsplan, bei welchem an Arbeiten in der Höhe von zwei Milliarden XL gedacht wird. Wird dieser Plan verwirklicht, dann wird für mehrere Hunderttausende Arbeitslose Arbeit geschaffen werden. Da es aus dem bürokratisch-stilisierten Text dieser Verordnung nicht ohne weiters ersichtlich ist, sei hinzugefügt, daß die wichtigste Aenderung der bisherigen Filmeinfuhr-Bestimmungen in der Zulässigkeit der„ausnahmsweisen" Einfuhr nichttschechoslowakischer Versionen ausländischer Filme besteht, wodurch den amerikanischen Filmfirmen der Import ihrer deutsch„gedubbten"( d. h. mit deutschen Dialogen versehenen) Filme möglich ge- macht wird. zehnte um unsere Rechte gekämpft, gemeinsam auch daS letzte Ringen um die Erhaltung unserer^ Existenzgrundlage geführt. Daher wollen wir auch unser neues, schwerstes Los gemeinsam tragen und weiterkämpfen für die sozialistische Neuordnung, der menschlichen Gesellschaft. Josef Otta, Lorsitzender-Stellvertreter des Betriebsausschusses. Saar-Amnestie für politische Straftaten Saarbrücken. Das Amtsblatt der Regierungskommission veröffentlicht eine große Amnestie- Verordnung auf Grund der Entschließung deS Bölkerbundsrates vom 17. Jänner. Die Amnestie betrifft Straftaten aus politischen Beweggründen, wenn sie in Geldstrafe oder Freiheitsstrafe bis zu sechs Jahren allein oder nebeneinander bestehen. Freiheftsstrafen von längerer Dauer| Aus einem Rechtsstaat.... ®’ e Wiener Polizeidirektion hat die Jz x n Ä Ain e des Vermögens des sozial- 1 Stadt Wien" endgültig durchge'fühvt."' mäßig gebessert Aus dem Monatsbericht der Nationalbank Prag. Der Bankrat der Nationalbank hielt am 24. d. M. seine ordentliche Monatssitzung ab. Dem borgebrachten Geschäftsberichte für den verstossenen Zeitabschnitt entnehmen wir folgendes: Die Weltwirtschaftslage verzeichnet nach einer Pause im Herbst eher eine mäßige Besserung, wenn man von einigen Gebieten absteht, in denen noch nicht völlig gelöste Probleme, namentlich Preisprobleme, bestehen. Die Weihnachtssaison endete merklich besser als im Vorjahre. In der Tschechoslowakei herrschte im verstossenen MonatSabschnift im ganzen Saisonruhe; die Flüffigkeit deS Geldmarktes steigerte sich namentlich durch Rückkehr thesaurierter Barmittel, ferner infolge der Ergebniff« des Außenhandels und der Mobilisierung des aus der Konskription stammenden Kapitals. Im Stand« der Spareinlagen wurde nach beendeter Weihnachtssaison wieder ein mäßiger Zuwachs beobachtet; auch nimmt die Anzahl neuer, hauptsächlich kleiner Einleger zu. Auf dem Markt der langfristigen Kredite werden genügend gedeckte Kredite gegenwärtig leichter gewährt al- früher. Auf der Prager Börse bildete wieder der A n• lagemarkt den Mittelpunkt der Interesses; di« Rentabilität der Staatsanleihen nähert sich dem L^proientigen Durchschnitt. Auf dem Gebiete der Staatsfinanzen schreitet der Konsolidierungsprozeß fort; die Einnahmenbilanz bessert sich Die günstigere Lage auf dem Kapitalmärkte ermöglicht« die Konversion der Feberkassenschein« bei einer Rentabilität unter fünf Prozent. In der Entwicklung der Großhandelspreise kam im Indexe der empftndlichen Preise die : Tendenz der ausländischen Rohstoffmärfte als ftnsselial Jagt sein Kabinett davon Lockerung der Fllmelnfuhr- Bestlmmunsen Eine Verordnung des Handelsministeriums vom 22. Jänner d. I. bringt verschiedene Aen- i derungen der Vorschriften über die Filmeinfuhr. \ U. a. wird festgesetzt, daß die Filmeinfuhr nur in > der Sprache des Ursprungslandes und in der tsche» choslowakischen Version gestattet ist. Eingeführte Filme für die Vorführung in der Tschechoslowakei in eine andere Sprache zu dubben, ist nur in jenen Fällen gestattet, wo diese Filme in die tsche« chostowakische Sprache geduzt wurden. Alle Kopien von eingeführten Filmen, die in einer Minderheitensprache vorgesührt werden, müssen mit einkopiertem Titel in der Staatssprache versehen sein. Die Titel müssen im Inland angefertigt sein. Ausnahmen von diesen Bestimm ungen kann das Handels- Min ist er turn nach Anhörung der Filmberatungsstelle bewilli gen. Die Importeure von Filmwochenschauen find verpflichtet, wöchentlich mindestens 20 Prozent des Meterausmaßes inländischen attuellen Tonfilmaufnahmen zu widmen und alle Kopien im Jn- lande anfertigen zu lassen. werden zunächst um sechs Jahre gemildert und der Reff auf die Hälfte herabgesetzt. Dabei tritt an die Stelle von Zuchthaus Gefängnis. Ferner betrifft die Amnestte Straftaten, die infolge wirtschaftlicher Not des Täters oder seiner Angehörigen, insbesondere infolge ArbeitS- losigkeit begangen wurden, wenn der Täter nicht oder nur mit Geldstrafe oder Freiheitsstrafen von insgesamt sechs Monaten vorbestraft ist. Aus geschlossen von der Amnestie sind schwerer Raub, Brandstiftung, vorsätzliche Gefährdung des Eisen-., bahntranSporteS sowie Zuwiderhandlungen gegen demokratischen„Verbandes Ur Ängestellle'n° der die Zollgesetze. i Stadt Wien" endgültig durchaetübrt. Im Kampf segen die Arbeitslosigkeit Für 800 Millionen KC Investitionsarbeiten fest vereinbart Ein Zwelmilllarden-Prosramm Das„Prävo Lidu" berichtet zusammen hängend über die JnvestitionSarbeften, die im Jahre 1933 zur Ausführung gelangen und zehntausenden Arbeitslose» Arbeit geben werden: Was zunächst di« produktive Arbeitslosen unterstützung betrifft, hat diese im vergangenen Jahr« 92.783 Arbeitslosen Arbeit gegeben. Das Sozialfürsorgeministerium hat bis Ende des Jahres 26.5 Millionen XL ausgegeben. Zu den «ehr als 90.000 Arbeftslosen, die auf diese Weise Arbeit fanden— der größte Teil des verausgab ten Geldes entfiel auf Löhne— muß man noch diejenigen Arbeiter rechnen, welche bei der Zufuhr und Verfertigung des Materials beschäfttgt waren. Für die Zeit bis zum 31. März dieses Jahres hat das Ministerium für soziale Fürsorge weitere 25 Millionen XL für die Fortsetzung der produkttven Arbeitslosenfürsorge erwirkt. Dazu tritt noch ein besonderer Fonds von 45 Millionen XL, aus dem das Ministerium für soziale Fürsorge den Selbswerwaltungskörpern Darlehen zum Ersatz der Quote der Selbstver- waltungskörper bei öffentlichen Arbeiten gibt. ES wurde nämlich festgeftellt, daß den Selbstverwal tungskörpern bereits Arbeiten im Bettage von 240 Millionen XL bewilligt worden sind, bei denen aber die 10 bis 15 Prozent fehlen» welche die Selbstverwaltungskörper selbst zur Bedeckung der Ausgaben leisten sollen. Die Regierung hat nun zugestimmt, daß die fehlenden Bettäge, welche die Selbstverwaltungskörper nicht aufbringen. i woll- und Leinengarn zum Ausdruck. Das Niveau i der Großhandelspreise befestigte sich daher zum | 1. Jänner ein wenig in der Jndustriekomponente. j medio praktisch keine Aenderungen. In den landwirtschaftlichen Betrieben ist die Tättgkeit auf die in der Wiirtersaison üblichen Arbeiten' beschränkt. Die überwinternden Saaten sind bisher gesund. In der industriellen Beschäftigung wurden keine bedeutenderen Aenderungen verzeichnet. Die wenigen sind bedingt durch nachweihnachtliche Saisonruhe und Jnventurarbeiten zum Neujahr. Er ist für die Beurteilung der Deih- nachtssailon kennzeichnend, daß in den.Tagen nach Weihnachten bei den Geldinstituten der größeren Städte ein Zufluß vou Einlagen aus Kreisen der Kaufmannschaft beobachtet wurde, woraus geschlossen werden könnte, daß die Weihnachtssaison im Durchschnitt etwas besser war als im Vorjahre, obwohl örtlich«wie auch den einzelnen Branchen nach große Unterschied« I gemeldet wurden. In den ersten Wochen des neuen ! JahreS wurde ein erhöhtes Interesse für Baukrelit« bei den Prager Geldinstituten bemerkt. Die Kursentwicklung der Xi auf den ausländischen Devisenmärkten war wie in den verflossenen Zeitabschnitten unverändert beständig. Saarabstimmung In Graslitz lieber den wirklichen Geist, der in der Hen- leinbewegung steckt, gibt uns der Bericht des , Graslitzer Volksblattes" über die Hauptversammlung der Ortsgruppe Graslitz der SHF Aufschluß, wo erzählt wird, daß der Führerstell- vertreter S a n d n e r für die Sudetendeutschen in den kommenden Wahlen die Gelegenheit sieht, die Entscheidung für die Zukunft zu treffen. Es sei zu erwarten, daß das Bekenntnis zur Volks- gemeinschaft nicht geringer ausfallen werde, als das der Saarbevöllerung' Das„Graslitzer Volksblatt" schreibt dazu in Klammern: Hier unterbrach den Redner stürmischer, anhaltender Beifall. D'e letzte Schicht Abschluß in Holelschen Die durch ihre Erzeugung weltberühmte und ' Modernst eingerichtete Spiegelglasfabrik in Holei« scheu ist das Opfer kapitalistischer Profitgier geworden. Der einst so lebensfreudige Ort ist in seinen Friedhof umgewandelt worden. Freudlose, gedrückte Menschen auf der Gasse, gähnepde Leere ■ in den Gaststätten und Geschäften! Das Leben ist 'erstarrt. Samstag, den 26. Jänner, ist der grausige Schlußakt. Einige Arbeiter und die Mitglieder des BetriebSauSschusies werden ihre letzte Schicht abarbeiten. In den letzten Wochen war jeder Samstag eine Tragödie für sich, denn immer wieder wurden für neue Arbeiter die Kündigungen wirksam, welche sich auf Grund deS Betriebsstillegungsgesetzes nach der BeschästigungLdauer richteten Und demnach nicht auf einmal abliefen. Unter dem Arm trugen die Unglücklichen das Bündel ArbeitS- lleidung, aus ihren Gesichtern sprach die bange Sorge, was wefter gescheh«! soll. Einen quälenden Gedanken trugen alle mft sich: ob eS möglich sein wird, in dem nun vollends verelendeten Gebiet «ine neue, eine andere Beschäftigung zu finden? Jahrelang standen die Arbeiter iii dem Betrieb, trugen allwöchentlich ihren Verdienst heim und konnten damit für ihre Familien sorgen. Und jetzt quälen sie sich vergeblich mit der Frage, ob sic Wohl auf immer dazu verurteill sind, von der Arbeitslosenunterstützung und anderen Fürsorge- einrichtungen ihr Leben zu fristen. Einzelnen von ihnen wird es vielleicht doch gelingen, wiederum in ein Arbeitsverhältnis zu kommen, aber für die' Mehrzahl dürfte der Arbeitsmarkt auf immer ver- schlossen bleiben, wenigsten- solange, al- diese unsinnige, hassenswerte Gesellschaftsordnung andauert. Wurde im Mlltelalter jemand zum Tode ver-1 Urteilt, so mußte er vor seiner Hinrichtung zuerst j sein eigene- Grab schaufeln. Ein ähnliche- Gefühl erfüllte unS Holeischner Glasarbeiter, als wir unsere Kündigungsfrist abarbeiten mußten mit der Demolierung der erst vor kurzem aufgestellten Maschinen und Betriebseinrichtungen, deren Betätigung für uns die erste Voraussetzung einer halbwegs erttagbaren Existenz war. Auch wir Wußten so eigentlich unser Grab schaufeln— unter größter Selbstüberwindung l Eine Tragödie ist über die traurige Bühne unseres Ortes gegangen; wir, die Arbetter von Holeischen, sind die Opfer. DaS Schicksal der Holeischener Glasfabrik hat uns Sozialisten in grausiger Weise recht gegeben in der Behauptung, daß entgegen aller Staatsgewalt doch jene eigentlich die Macht haben, welche über die Produktionsmittel verfügen. Deshalb trugen die kapitalisttschen Kreise den Sieg aus dem Ringen um die Erhaltung der Glasfabrik davon. Der Kampf um dieses Objekt ist nun abgeschlossen, aber derKampfzwischen Ausgebeuteten und Ausbeutern geht Weiteri Waren wir bis jetzt einig, somüssenwireS inZu- kunft noch mehr seinl Da» verlangt gebieterisch unser und unserer Familien Interesse. ES geht jetzt um daS volle Verständnis des Marx- schen Satze-, daß die Befreiung der Arbeiter nur das Werk der Arbeiterklasse selbst sein kann. Ler- lm Moore erstickt und erfroren ist vor einigen Tagen der 70jährige ehemalige Torfsticharbeiter Franz Schwarz aus Ratschlag. 1 Schwarz war am 17. Jänner in Fleißheim und am Rückweg henühte er einen Steig, der durch das Torfmoor Fleißheim-Maierbach führt. Dabei< muß er in einen Moorkanal gestürzt sein und da I niemand zu Hilfe kam, ist der unglückliche alte Mann erstickt. Seine Angehörigen, durch sein lan-..,~ kies Ausbleiben beängstigt, begaben sich am nach-: sten Tage auf die Suche nach rhm und nach lan ger Mühe fanden sie seinen vom Frost vöflig er starrten Leichnam im Moore auf. Schwarz würbe,,„.,•. am 21. dS. beerdigt. An seiner Bahre ttauerten Dre KlemhandelSpreise verzeichnen zum Dezember, zehn Kinder. Schöne Nachmittagsstunden... „80jähriger intelligenter Tischler verbringt mft jener Dame schöne Nachmittags« stunden, die mir Reparaturen, Polieren oder Hausmeisterarbeiten versorgt. Nehme abgetra gene Kleider mit in Zahlung, Nähe Karlsbads bevorzugt usw."’ Maria Heller: Die bedeutendste« Komponisten der Cemballozeit, 22.15: Tanzmusik. Sender S.: 14.30: Bollslieder, 15: Deutsche Sendung: Josef Schwarz singt Opernarien, 15.40: Deutsche Presse.— Brünn 12.35: Orchesterkonzert, 17.05: Leichte Musik auf Schallplatten, 17.50: Deuffche Sendung: Eine halbe Stunde Jazz.— Mährisch-Ostrau 17.05: Harmonikakonzert.— Preß- b«rg 18.15: Jazzorchesterkonzert Mr M Freitag, 25. Jänner 1935 Seite 5 Der Fluch der Zerstörung Anerkennung sozialistischer Kultur« arbeit aus Gegners Mund Der»Wiener Arbeitersonntag", früher die Sonntagsbeilage der„Arbeiter-Zeitung", dient sitzt der Propaganda der Schuschnigg-Regierung zur Gewinnung der sozialistischen Arbeiter. Das ist keine leichte Aufgabe, denn die Wiener Arbeiterschaft steht den Anbiederungsversuchen der katholischen Fascisten mit dem allergrößten Mißtrauen gegenüber und so entringt sich dem genannten Blatte ein Wehschrei, aus dem herauszuhören ist, vor welch unüberwindliche Schwierigkeit sich die Redaktion gestellt sieht, der aber auch wegen der darin ausgesprochenen Anerkennung der Bedeutung der kulturellen Tätigkeit der sozialdemokratischen Bewegung Beachtung verdient. In dem Artikel heißt eS: „Erst allmählich zeigen sich jene geistigen und seelischen Schäden, welch« das Verbot der Sozialdemokratischen Partei und ihrer Kulturorgani- sationen nach sich ziehen. Diese verschiedenen Gruppen und Grüpplein, politische Sektionen oder Sporwereinigungen, Bildungs- und Arbeitsgemeinschaften aller Art, bis zu den sprichwörtlich gewordenen Kanarienzüchtern hatten nicht nur eine politische, sondern in weitaus größerem Maße eine kulturelle Bedeutung. Sie sammelten viele Menschen, deren eigene Behausung eng und unfreundlich war, sie füllten ihre Freizeit aus und streckte« ihr Streben nach sozialen Ziele», ste schufen einen ganz bestimmten Menschentyp, den Parteimenschen, der sich niemals ganz verlieren, niemals ganz vereinsamen konnte, weil er immer und überall auf Gleichgesinnte stieß und auf diese Art stets unter einer gewissen moralischen Kontrolle lebte. Nun hat ein großer Teil dieser Menschen jegliche geistige Führung verloren und ist darum nicht nur allen üblen Einflüssen von außen, sondern auch seinen eigenen kleinen menschlichen Schwächen stärker unterworfen als vor einem Jahr, wo die bindende und bildende Kraft seiner Partei noch bestand. Wer gewohnt war„neun" Abend« der Woche der Parteiarbeit zu widmen, weil zwei davon sicherlich doppelt besetzt waren, der befindet sich eben in diesen Herbstwochen, in denen ihm die gewohnt« Gemeinschaft nicht mehr ruft, in einer verzweifelten Stimmung und entwickelt Eigenschaften, deren man ihn nicht für fähig gehalten hätte. Der einfach« Mann, dem dahistorisch geschufte Denken fehlt, verfällt seinem tiefen, persönlichen Schmerz, brütet Rache oder sintt wiederum in de« Alltag zurück. Etz wird weniger gelesen und gelernt, taffti aber mehr getratscht und gestritten, manchmal auch mehr getrunken und geprügelt. Die Sozialdemokratische Partei bedeutet für Tausende ihrer Mitglieder nicht so sehr den Weg rum sozialistischen Gemeinwesen, als de« Weg zur Kultur schlechthin, I» daß man am 12. Feber und nachher nicht nur die strategische Niederlage, sondern auch den ideellen Zusammenbruch als tiefen Schmerz empfand. Denn, wer jahrelang im pazifistischen Sinne gearbeitet hat, so daß ihm selbst eine Ohrfeige in der Kinderstube als ein Vergehen am Sozialismus gatt, der kann sich mit Maschinengewehren nicht befreunden» auch wenn sie von der eigenen Partei aufgefahren werden. Auch betrieb die Sozialdemokrattsche Partei keine Gottlosenbcwegung im eigentlichen Sinne, und das berühmte Zitat, daß Religion Opium fürs Volk fei, wurde immer weniger gebraucht, je mehr die Zahl der Mitglieder zunahm. Man vermied es, jegliches Gefühl für Autorität und Mystizismus aus dem Herzen der Anhänger zu reißen, denn eine rein verstandesmäßig«, materialistische Einstellung wäre dem Parteiapparat vielfach gefährlicher geworden, als selbst die wütendsten Angriffe der Gegner. Man wollte di« angeborene und anerzogene Sehnsucht nicht zerstören, sondern durch Sozialistische Landwirtschaft Besuch tat Kolchos Zu dem Interessantesten, was ich in der S- jrtunion gesehen habe, gehört der Besuch im Kolchos Rohanj, etwa 60 Kilometer von Charkow, der großen Industrie- und Handelsstadt der Sow« jet-Ukraine. Kann man sich leicht ein sozialistisches Industrieunternehmen vorstellen, so ist ei schon schwerer eine Vorstellung von der Sozialisierung des Bauernlandes zu gewinnen, ohne einen Kolchos gesehen zu haben. In der Sowjetunion hat man auf dem Wege zur sozialistischen Gestaltung der Landwirtschaft zwei Betriebsformen der Erzeugung landwirtschaftlicher Produkte gefunden: Sowchosen d. s. große Staatsgüter, deren Angestellte Staatsbedienstete sind und K o l ch o s e n, die landwirtschaftliche Genossenschaften darstellen. Die letzteren sind von weit größerer Bedeutung, die überwiegende Menge landwirtschaftlichen Bodens wird von Kolchosenbauern bewirtschaftet. Der Kolchos Rohanj umfaßt 220 Wirtschaften mit rund 1000 Menschen, davon 400 Vollarbeiter. Ursprünglich bestanden in dem Dorfe, m welchem außer den Kolchosbauern auch Fabrikarbeiter und SowchoSangestellte wohnen, drei Ge- nossenfchaften, welche sich 1931 zu einem Kol- Saar-Emigranten in Toulouse Nach amtlichen französischen Mitteilungen sind bisher etwa 2500 Personen als Emigranten aus dem Saargebiet nach Frankreich ausgewandert. Davon find 85 Franzosen, 1973 Saarländer und 442 Personen fremder Nationalitäten. 612 wurden in Toulouse in Emigrantenlagern untergebracht. Unser Bild zeigt eine Gruppe von Saar-Emigranten in dem Toulouse! Lager. Die Rettung< „Wohin mit den vielen Abzeichen? Was fangen wir bloß mit den vielen Abzeichen an?— hat sich schon mancher gefragt, wenn er an einem unserer nationalen Feiertage gespendet und dafür einen Anstecker erhalten hatte. Wegwerfen wollte man sie nicht, denn sie find wirklich wertvolle Erinnerungsstücke an die große Zeit, in der das deutsche Volk sich wieder zusammenfand und gemeinsam sein Schicksal meisterte. Auch diese Anstecker— und seien sie noch so einfach— sind Auszeichnungen, denn sie beweisen, daß ihr Besitzer sich in den Rahmen der Volksgemeinschaft eingefügt hat und mitarbeitet. Auf Anregung der Kreisleitung der NSDAP wurde nun hier ein Ausweg gefunden, eine Art— wir können ruhig sagen— Ordenskissen geschaffen, auf dem wir die Anstecker, üb».r» sichtlich geordnet, ausbewahren können—. Ein StückPappe, 25mal 46 Zentimeter groß, ist schwarz überzogen und leicht gepolstert. Darauf gedruckt ist da» Hoheitsabzeichen der NSDAP mit der Auffchrist ,W i r opfern."... Wir haben diese Wandtafel in unserem Schaufenster ausgestellt, so daß sich jeder selbst zuerst überzeugen kann, daß.damit einem wirklichen Bedürfnis entsprochen wird." AuS der„B o d e n s e e- R u n d s ch a u". Bor allem ein«Bedürfnis" für G ö r i n g, der schon mit größtem Platzmangel zu kämpfen hatte l Jetzt wird er sich die pappenen Ordenskiffen, 25X46,, leicht gepolstert und auch sonst nicht ohne neudeutschen Komfort, hinten und vorn um den Hals hängen können. Es geht eben nichts über Organisation. den Glauben an den Endsieg des Sozialismus ersetzen und verlangte dieselbe bedingungslose Hingabe, die jede Religion von ihren Gläubigen erwartet. Die Anziehungskraft aber wurde um so größer, je mehr der Arbeiter den Kapitalismus als das Uebel Haffen lernte. Erst die steigenden Klaffengegensätze bewirften, was der Gottlosenbewegung niemals gelungen wäre: die Entfremdung zwischen Arbester und Kirche. Die bindende, regelnde Kraft der Partei aber gewann besonders dort an Bedeutung, wo ste sich der Volksbildung zuwandte. So waren di« Arbeiterhcime vielfach Stätten einer Volksbildung, die heute noch keine Heirmtt gefunden Hal. Aber davon wußte man wenig, weil Bildungs» arbeit niemals marttschreierisch ist und zwanzig Gewehre im Keller selbstverständlich mehr Auf« .me.rkscyn.kzit erregen,, als 120 Äwrse und Vorträge zur Hebung des geistigen Niveaus und des guten Geschmackes. Diese BildungSarbeit ist um so höher zu veranschlagen, als sie eine Menge Menschen gewann, die niemals aus Bildungshunger gekommen wären, sondern die Kurse darum besuchten, weil sie damit eine Parteipflicht erfüllen wollten. So wurde die Bildung nicht bloß gefördert, sondern der Geschmack daran ist geweckt und wenig geschulte Leute mühten sich um Dinge, die sie vielleicht nur zum Teil verstanden, so daß die Freude des Erfaffens der Materie oft nur auf einen kleinen Teil deS Gebotenen beschränkt bleiben mußte. Aber eben der unverstandene Teil war der Ansporn zu neuer Arbeit und- so finden sich in Wien zahlreiche Arbeiter und Arbeitslose, die bedeutend belesener sind als mancher akademisch gebildete Beamte, dem die ständige Anregung und die billige, gute Bibliothek fehlt. Bildungsarbeit hat aber auch moralische Erfolge; schon deshalb, weil sie die Freiheit stark beansprucht und damit die Entwicklung mancher Laster, Roheiten und Entgleisungen verhindern kann. Endlich wurde der Mensch durch die ständige Fühlungnahme mit anderen Menschen und die Selbstverwaltung dieser kleinen Gemeinschaften von seinem eigenen Ich ein wenig abgelentt. Die Tarockpartie und der Frühjahrshut, der Fußball und der Eislutscher mußten zurückstehen hinter den Bedürfnissen der Gemeinschaft. Man wurde dem eigenen kleinen Alltag entrissen und gewann an Bedeutung, je mehr man für andere arbeitete. Vorüber, vorbei! Die Häuser und Räume sind beschlagnahmt, das Eigentum aufgeteilt»der neuen Zwecken zugeführt. Aber vergebens sehen die neuen Verwalter nach den Menschen auS, die sich einstmals in solchen Gemeinschaften gesammelt Haven. Zögernd, von Schmerz und Mißtrauen erfüllt, kehren sie in ihre Bibliotheken zurück und es besteht die große Gefahr, daß das mühsam gepflegte Bildungsbestreben der Masse wiederum zerstört, das Organisationstalent der Leute aber zu illegaler Arbeit verwendet wird. Ein staatsgefährliches Moment hat man unterbinden wollen, ein staatsförderndes hat man leider mitgetroffen. Denn der Haß arbeitet im Dunkeln weiter und ist vielleicht gefährlicher und durch das niedere Niveau seiner verböten«« Schriften als durch, deren Anhalt, Auch hochwertige Persönlichkeiten erleiden seelischen und moralischen Schaden, wenn man sie der gewohnten Arbett und damit ihrer sozialen Bedeutung beraubt, noch weniger aber verträgt es der fleine Mann, der die Parteiarbeit zwar oft al- Last empfand, aber dennoch nicht entbehren und, aller geschichtlichen Entwicklung entgegen, seinen alten Platz auch mit Gewalt zurückerobern will. Je rascher darum eine Form der Selbswerwaltung in unser öffentliches Leben, vor allem in die geistigen Bezirke unserer Arbetterschaft, zurückkehrt, desto mehr nimmt man aller Illegalität den Wind aus den Segeln und verhütet, daß die bescheidenen Erfolge der Volksbildung, ganz besonders aber der Wille zur Fortbildung und zur Arbeit, der Gemeinschaft wiederum verloren gehen." G Natürlich ist nicht anzunehmen, daß die Einsicht dafür, was mit der Niederknüppelung der sozialdemokratischen Partei vernichtet wurde, bei den Kanonenchristen stark Wurzel gefaßt hat. Bei den Wenigen, die sie haben mögen, kommt sie jedenfalls zu spät. Selbst wenn sie bei einer Gruppe der neuen Machthaber vorhanden sein sollte, die Absicht, den kulturellen Schaden zu beheben, kann nicht mehr verwirklicht werden. Ein Wiederaufbau wird nur unter sozialistischer Führung vor sich gehen können. Volkswirtschaft und Sozialpolitik Kleine Wirtschaftsnachrichten Der Export-lleverschuß der Tschechoflowakei in ihrem Außenhandel mit Deutschland beträgt im Jahre 1934 321,5 Millionen K£. Die Ausfuhr nach Deutschland ist in den letzten drei Monaten des vergangenen Jahres weiter gestiegen. Die HandrlsvertragSverhandlungen der Tschechoslowakei mit Ungarn werden bereits in den nächsten Tagen ausgenommen. Oesterreichs Gesamtdefizit im Etat beträgt nach den Erklärungen deS Finanzministers Buresch für das Jahr 1934 208 Millionen Schilling, das sind rund 930 Millionen AL. Zwischen Deuffchland und Frankreich haben die Wirtschaftsverhandlüngen begonnen, in deren Rahmen äüch'die' EirtMheiteti" bet' sich auS dkw Rückgliederung des Saargebietes ergebenden w!Ä- schaftlichen Fragen geregett werden sollen. 284 Millionen ReichSmark beträgt 1934 das Paffivum deS deutschen Außenhandels. Für fast 3000 Millionen Kö hat Deutschland demnach mehr ein-, als ausgeführt. Im Jahre 1933 erzielte Deutschland mit seinem Außenhandel noch einen Ueberschuß von 68 Millionen Reichsmark. Mit einem Ueberschuß von 2,8 Milliarden Rubel schließt nach den offiziellen Erklärungen der Etat der Sowjetunion für das Jahr 1934 ab. Für 75 Millionen Dollar Gold, also für etwa 1.8 Milliarden Kd, sind in den letzten Tagen in Paris, Amsterdam und London nach Neuyork verfrachtet worden. Dieser Goldzuwachs dürfte in den nächsten Tagen in Neuyork eintreffen. Amerikas Verschuldung. Die verzinslichen Staatsschulden der Bereinigten Staaten haben im Jahre 1934 um mehr als 4 Milliarden Dollar zugenommen. Sie betragen nun 27,7 Milliarden Dollar oder rund 622,7 Milliaredn XL. AnZinsen mußten die Bereinigten Staaten im Vorjahre 820 Millionen Dollar bezahlen, also etwa 20 Milliarden Kä. Japan- Einfuhr erreichte 1934 die Höhe von 2209 Millionen Den. Die Ausfuhr betrug 2108 Millionen Den. Es ist demnach ein Einfuhrüberschuß von 91 Millionen Den vorhanden. choS vereinigten. Der Kolchos umfaßt 1620 Hektar Boden, davon bebauten Boden etwa 1000 Hektar(152 Hektar Gärten, 107 Hektar Obstpflanzungen) das andere Wiese, Weide und Wald. Im Eigentum der Genossenschaft befinden sich zwei Motoren(einer in der Mühle, der andere dient der Bewässerung) und ein Traftor. Braucht der Kolchos noch einen Traktor oder andere landwirtschaftliche Maschinen, so borgt er sie von der Bezirkstraktorenstation aus. An Rindvieh hat die Genossenschaft 170 Stück, die in sauberen Ställen untergebracht sind, während sich noch 200 Rinder im Eigentum der Kolchosenmttglieder befinden. Ebenso haben sowohl die Genossenschaft selbst als auch die einzelnen Bauern Schweine. Schafe, Ziegen, Bienen, während das Geflügel durchaus Privateigentum ist. Der Kolchos, den ich besichtigt habe, erzeugt meistens Milch, Gemüse und Obst, weil dies mit Rücksicht auf das in der Nähe befindliche 800.000 Einwohner zählende Charkow rentabel ist. Nach dem Wirtschaftsplcm, der für den Kolchos vorgeschrieben ist, hat dieser 37.000 Liter Milch jährlich abzuliefern, wofür ein Preis von 20 Kopeken pro Liter gezahlt wird. Daneben wurden im Jahre 1934 auf dem freien Markt noch 20.000 Liter verkauft, wofür ein Preis von Rubel 1.5 bis 2.— erzielt wurde. Der Ertrag pro Kuh beläuft sich auf 1500 bis 2000 Liter jährlich. Eine Molkerei und Käserei besteht in Rohanj noch nicht, ebenso fehlt elektrisches Licht, das aber— wie man uns gesagt hat— demnächst eingeführt werden wird. Auf die Frage nach den Futtermitteln antwortete der intelligente junge Vorsitzende des Kolchos, daß alles in der Genossenschaft angebaut werde, neben dem natürlichen Dünger, der vorhanden ist, wird Kunstdünger vom Bezirk geliefert. Nun die Arbeitszeit. Diese beträgt zehn Stunden täglich, in der Erntezett mehr(12 Stunden) im Winter weniger. Gearbeitet wird fünf Tage, der sechste Tag ist— wie in der ganzen Union— Ruhetag. Der Ertrag des Kolchos wird nach Arbeitstagen vertritt. So viel Arbeitstage ein KolchoSmitglied aufzuweisen hat, so viel erhält er vom Gesamtertrag. Im Kolchos besteht einen Arbeitspflicht zu bestimmten Minimalleistungen, die natürlich überschritten werden können. Der Gesamtertrag der besichtigten Kolchose betrug 1934 500.000 Rubel. Davon werden zunächst abgezogen: für den JnvestttionSfonds (Bau von Gebäuden, Anschaffung von Maschinen) 10 bis 15 Prozent,^?onds für über 60 Jahre alt« KolchoSmitglieder, lne nicht mehr arbeiten müssen, aber leichtere Arbeit gegen Entgett leisten können, 1—2 Prozent, für die Familien eingerückter Soldaten ebenfalls 1—2 Prozent, Fonds für Zuschuß an finderreiche Familien 1—2 Prozent, Fonds für Steuern(Bodensteuer) 1)4 Prozent, für Versicherung von Gebäuden und Vieh zwei Prozent, für den Kuüurfonds 1 bis 2 Prozent. Der Rest wird auf die Bauern eben nach Arbeitstagen aufgeteilt, wobei der Kolchos Rohanj 860.000 Rubel auf 90,000 Arbeitstage aufteild:, sg daß auf einen rechnerischen Arbeitstag vier Rubel entfielen. Der buchmäßige Arbeitstag ist nämlich von dem tatsächlichen Arbeitstag verschieden, well für schwerere Arbeiten mehr Arbeitstage gerechnet werden als für leichte. So erhält der Mann, der den Pflug führt mehr, als derjenige, der die Pferde lenkt. Noch ein Wort über dieArbeitsver- f a s s u n g. Als Vollarbeiter gelten alle 18 bis 55- oder 60jährigen, die in sieben Arbeitsbrigaden eingeteilt sind. An der Spitze jeder Brigade steht ein Brigadier, der die zu leistete Arbeit auf seine Leute austellt. Beschwerden werden an die Kolchosverwaltung gerichtet, die von den Genossenschaftsmitgliedern gewählt ist. An der Spitze steht der Vorsteher, der selbst nichts anderes za tun hat, als die Verwaltung des Kolchos zu führen. Der Kolchos, den ich besichtigt habe, schaut nicht aus, wie derjenige, der im Film„Ende" gezeigt wurde. Was wir im Film gesehen haben, ist Zukunftsmusik und vielleicht Einzelerscheinung, Immerhin scheint das Gesehene zu lehren, daß hier ein Weg beschritten worden ist, um durch die Vergenossenschaftlichung der Landwirtschaft eine höhere Ergiebigkeit im Ackerbau und in der Viehzucht zu erzielen. Emll Strauß. ■ Sette 6 "W »Sozialdemokrat* Freitag, 25. Jänner 1935.#r. lf PRAGER ZHTBMG Bar gegen bar! In ein gut bürgerliches Lokal im Zentrum der Stadt kommt ein Bettler. Sehr abgerissen, sehr ausgehungert, aber doch nicht mit der Miene der Hoffnungs-Gebückten. Etwas Freies, Selbst- bewußtes, Trotziges liegt in dem verwilderten Gesichte, die Augen sind hell und beobachten scharf, der Gang des Mannes scheint sportgestählt, federnd... Es geht durch die Tischreihen, die Kellner beäugen ihn mißtrauisch. Viermal hat er vergeblich gefragt, als er am fünften Tisch steht, will ihn der Geschäftsführer hinausweisen. Aber das geht nicht so leicht. Der Bettler antwortet schlagfertig. Im Nu hat sich ein Disput entwickelt. Der Abgerissene erweist sich als ein witziger Debatter. Boll drastischen Humors. Der Geschäftsführer ist, weit weniger geschickt, direkt hilflos. Nun werden die Gäste aufmerksam. Schmunzeln erst, lachen dann hell auf. Der Geschäftsführer wagt nicht mehr, Gewalt anzuwenden. Die Sympathien des Publikums sind eindeutig aus Seiten des Bettlers.. Erst war er lästig, man gab ihm nichts, jetzt ist er eine Art„Attraktion". Ein Gast klätscht vor Vergnügen in die Hände. Schließlich geht der Bettler, überlegener Sieger über den sauer lächelnden Geschäftsführer, einsammeln Er erhält reichlich. An jedem Tisch gibt man ihm. Und man fiehts: Not, nackte Not rührt den guten Bürger nicht. Er will eine Leistung für sein Geld hcck>en, ein Vergnügen, eine kleine see- lische Auffrischung.. Kann sie ihm der Beftler präsentieren, so wird der Bürger auch sozial. Jst's nur ein armer Teufel ohne Talent, so magrer verhungern—. Denn selbst hier gilt der eherne Grundsatz: bar gegen bar! Ex-Schachweltmeister Capablanca wird ssch aus der Reise von Hastings(England) zu dem internationalen Schachturnier in Moskau drei Tage, nämlich vom 3. bis 5. Feber, in Prag aufhalten. Am 5. Feber werden Capablanca und Flohr gleichzeitig im Großen Saal des Närodni düm gegen je 36 Gegner simultan spielen. Pie Mütterberatungsstelle der Deutschen Hauptstelle für Kinderschutz ist übersiedelt. Beratungsstunden sind: Mittwoch, 5 Uhr, im Kindergarten des Kulturverbandes, Prag VH., Simakkovä Nr. 14, und Donnerstag im eigenen Heim(2 Uhr), Prag H., Mala Stepanskä 6a. ticrichtssaal Sonderbare Angestellte des Prager Magistrates Alte Kriminalbrüder in öffentliche« Dienste«! Prag. Die zwei Angeklagten, die Donnerstag aus der Untersuchungshaft dem Senat Trost vorgeführt wurden, um sich wegen einer ganzen Reihe frecher Betrügereien zu verantworten, sind alte gerichtsbekannte Kriminalbrüder. Der erste Angeklagte Bohumil Babicktzhat nicht weniger als d reize h n,, z. T. sehr schwere Vorstrafen, der zweite, Jaroslav Marha, deren sieben. Das wäre an sich nichts so ungewöhnliches. Aber allgemeines Erstaunen erweckte die Tatsache, daß diese beiden schweren Jungen ungeachtet ihrer zahlreichen Vorstrafen in-den Diensten der Hauptstadt Prag ständen und ihre neuerlichen Gaunereien eben dadurch ermöglicht wurden, daß sie sich mit Legitimationen öffentlicher Angestellten ausweisen und auf diese Weise Vertrauen und Kredit verschaffen konnten. Es sst gewiß sonderbar, daß in einer Zeit, wo soviele ehrliche und brave Arbeitslose vergeblich Beschäftigung suchen, nowrische Gauner in öffentlichen Diensten tätig sein können, um so mehr als sonst selbst der geringste Posten dieser Art absoluteste Unbescholtenheit und besten Leumund voraussetzt. Und trotzdem wurde der dreizehnmal vorbestrafte Ba- b i c k tz Vertragsangestellter des Prager Magistrates und Marha Arbeiter in den Diensten unserer „Hauptstadt. Gerade der sozialdenkende, der die Wiedereingliederung eines Entgleisten in die menschliche Gemeinschaft als soziales Gebot empfindet, wird «ine solche unbegreifliche Praxis nur verurteüen können. Die beiden Kriminalbrüder, die einander erst im dienstlichen Verkehr kennenlernten, bauten ihre Betrügereien auf ihren vertrauenerweckenden Legitimationen als öffentliche Angestellte auf. Babickh organisierte die Sache und instruierte seinen noch nicht so abgefeimten Kameraden Marha, wie„das Ding zu drehen" sei. Sie„kauften" Radioapparate, Grammophone, Photoapparate, Stoffe usw.— natürlich auf Raten— und die Geschäftsleute trugen. Dank der Legitimationen der beiden Gauner kein Bedenken, mit solchen soliden Kunden ein Ratengeschäft abzuschließen. Ein Magistratsangestellter ist doch eine sichere Person, der man schon Kredit einränmen kann. Die beiden Betrüger erlegten die erste Rate und verkauften dann sofort den, erstandenen Gegenstand zu Schleuderpreisen. Sie kauften z. B. einen Radioapparat und zahlten 80 AL an. Am nächsten Tag verschleuderten sie ihn bereits für 300 AL und kümmerten sich nicht weiter um die Abzahlung der folgenden Raten. Öder sie erstanden eine Jagdflinte für 1100 AL, zahlten, 300 AL an und verkauften das Gewehr unverzüglich um 800 AL. Und derartiger Fälle find viele: Insgesamt sind siebzehnFirmen um viele tausend AL geprellt worden. Der Gerichtshof verurteilte Bohumil Babickh zu dreizehn Monaten, seinen Spießgesellen Marha zu zehn Monaten schweren und verschärften Kerkers, rb. Kunst und wissen 13 bei Tisch Seit gestern ist das Prager Deutsch« Theater wahrscheinlich für etliche Abende jener Bestimmung wiedergegeben, für die es schon mit seiner Aufmachung der„Menschen in Weiß" so viel Verständnis zeigte. Die Herrschaften haben sich nämlich keineswegs damit begnügt, Herrn Rudolf Egers Komödie, die vor etlichen Jahren„Saphirblau und Affenhaar"(oder so ähnlich) hieß und deren sich inzwischen auch schvn der Geschäftssinn angenommen hat, unbesehen zu übernehmen. Oh nein! Das„Sana- torium Dr. Eger verwandelt sich in dieser Komödie für ein halbes Stündchen in eine Art„M o d e l l- schau Rudolf und Dr. Paul Eger". And die Prager Firma, die die Modelle liefert, steht nicht nur auf dem Theaterzettel, sondern wird auch von der Bühne herab genannt. Etliche Damen dürften ja an der Geschichte Gefallen haben und ihren Freundinnen davon Mitteilung machen, so daß sich vielleicht wirklich das Geschäft einstellt, zu dem da die Kunststätte skrupellos mißbraucht wird. Aber vielleicht gibt's doch auch einige, die angesichts der eleganten Fetzen spürten, was da in Fetzen gehen könnte.(Davon, daß solche Luxusschau im krassesten Widerspruch zu der Not von Millionen steht, ja im allgemeinen kann man bestenfalls zur Galerie hinaufreden). Wir erwarten. daß demnächst neue Automarken im Theater vorgeführt werden. Sollte sich di« Bühne dazu als zu klein erweisen, kann ja das Ensemble auch in einen Autostall geführt werden— kommerziell dürfte es auf dasselbe hinauskommen. Ein Glück noch, daß sich diese Exhibition gleich zu Anfang abspielt: so hat man den größten Aeraer schon hinter sich, wenn man dann zwei Stunden lang dieser vernewerten und verschlechterten„Kirchenmaus" zusehen muß, die sich diesmal in Affenhaut gekleidet hat und zum Souper Austern- arün trägt:«ine Leine Affenschande, die aber den Musentempelherren staaelarün aufzuliegen scheint. Wieder einmal bedauert man die Künstler, die solchen Schmarren spielen müssen. Und wir nehmen es ihnen wahrhaftig nicht übel, wenn sie(unter Führung Maries) streckenweise gar nichts mit der Geschichte anzufangen wissen. Fräulein Dolores M o n c a s i spielt das arme Schneidermädel, das zu schwindelnder Höhe aufsteigt, mit aller Kraft ihres Temperaments und knautscht sich durch ödeste Stellen zu den paar Punkten durch, an denen sie ein herz- erguickender Mensch sein kann. Herr Götz macht's nnt der Nonchalance. Herr Poller mif Trockenheit. Herr Schmerzenteich possenhaft, Herr Jordan gigolomäßig. Herr Siedler ist ein unglaubhafter Engländer. Herr Klippel ein bedeutungsloser Preuße, Herr Richter absolut kein Wiener. Frau Lott« Stein eine humerige, aber wiederholt daneben pointierende Hebraeo-Jtaliencri«. Herr L e w i t t weiß gut aus javanisch zu schweigen. Die Warnholtz ist wiederum zu einer Wurzen verurteilt, verrät aber selbst da noch die gute Schauspielerin. In Chargen bemerkenswert Herr Stadler und Fräulein Eisner. Daneben noch Fra» Bertram. Geben wir der Wahrheit die Anehre: es wurde ziemlich viel gelacht und ziemlich applaudiert. L. G. Berdi-Zyklus im Deutschen Theater Acht Vorstellungen: 30. Jänner:„La Tra- viata"(B 2), 5. FÄer:„Rigoletto"(A 2), 16. Feber:„A i d a"(D 1). 21. Feber: „Othello"(C 1), 26. Feber:„Don Carlos"(A 1), 6. März:„Falstaff"(B 1), 8. März:„Der Troubadour"(D 2), 14. März:„Ein M a s k e n b a l l"(C 2). Ermäßigung des ZyLus über 40 Prozent. Normaler Kaffenpreis pro Vorstellung AL 11.— bis 58.—. Im Zyklus bei Abnahme von acht Abenden AL 6.— bis 35,—; bei Abnahme von vier Menden AL 8.— bis 40.— pro Vorstellung! Jahresabonnenten können die ZhLusvorstellungen, welche nicht aus ihre Serien entfallen, zum ermäßigten Preise beziehen.! Verkauf ab heute. VH. Arbeiter-Borftell««g Sonntag, den 27. Jänner, um halb 8 Aht nach- mittags„Schneider Wippe! kontra Napoleon" von Müller-Schlöffer. Regie: Walter Taub.— Der allgemeine Vorverkauf beginnt Montag, den 21. Jänner, bei Optiker Deutsch. Graben, Koruna. Telephon 25920. Gita Morenova, eine aus dem Auslande kommende junge Geigerin, debütierte vorgestern in einem selbständigen Konzertabend im Französischen Institut zum erstenmale vor der Prager Konzertöffentlichkeit, Ohne Zweifel wächst in dieser kunstbegeisterten jungen Künstlerin ein starkes Talent heran, wenn dessen stärkste Seite auch vorläufig nur die technische ist. Aber Frl. Morenova, die neben der beachtlich entwickelten Bogen- und Fingertechnik auch den wirkungsvollen großen und schönen Ton besitzt, wird das Manko an innerlichem Ausdruck und geistiger Vertiefung in ihrem Violinvorttag sicher bald ausgleichen; dafür bürgt schon die ehrliche Kunstbegeisterung, mit der sie an ihre Aufgaben Herantritt. Und diese,— wie etwa die komplizierte Sonate des tschechischen Tonsetzers B. V o m a c k a, W. A. Mozarts technisch anspruchsvolles A-dur- Konzert oder die ganz aufs Virtuose gestellten klei- neren Stücke,— waren weder bequem noch leicht. In Herrn Dr. L e t f u ß hatte die Geigerin einen verständnisvollen Partner am Flügel. e. j. Ei« Eskimo aus dem Knud Rasmnffe«- Film „Polarjäger". Pirandcllo soll auf den Index. Vor einigen Tagen veröffentlichte die päpstliche Zeitung„Offervatore Romano" einen scharfen Artikel gegen das Anwachsen der„unsittlichen" Schriften in der italienischen Literatur. In diesem Artikel wurde vor allem der vorjährige Nobelpreisträger Luigi Pircmdello als Schrittmacher der Unmoral, Ketzerei und Modernität in der italienischen Dichtung gebrandmarkt. Wie nun Pariser Blätter melden, berät bereits die Prüfungskommission im Vatikan darüber, welche Werke Pirandellos auf den Index der vom Papst verdammten Schriften gesetzt werden sollen. Eine Brahmswalze. Dem Leiter der musik- wiffenschaftlichen Abteilung des Institutes für Lautforschung in Berlin, Dr. Fritz B o s e, ist es gelungen, die einzige von Johannes BrahmS im Jähre 1889 gespielte Edison-Walze im Berliner Privatbesitz ausfindig zu machen. Durch Umspielung der alten Originalaufnahme auf Grammophonplatte ist dieses einzigartige Kulturdokument der Mitwelt und Nachwett erhalten und zugänglich gemacht worden. Die Aufnahme der Originalwalze geschah in Wien, anläßlich der ersten Europareise des Edison- Vertreters Th. Wangeman, der das Wunder deS Phonographen in den europäischen Hauptstädten vor-, führte und die namhaftesten Künstler für seine Firma Walzen bespielen ließ. Die nun auf der Schallplatte festgehaltene Brahms-Walze ist die einzige, die Brahms je bespielt hat. Da sie nicht vervielfältigt wurde, existiert sie nur in dem«inen Exemplar. BrahmS spielt darauf einen ungarischen Tanzam Klavier. Da auS so früher Zeit kaum noch Walzen existieren, stellt dies« Aufnahme auch technisch eine der werwollsten Stücke der Autophon-Sammlung des Institutes für Lautforschung dar, die die Stimmen bekannter Persönlichkeiten besonders auf dem Gebiete der Kunst und Wissenschaft auf Schallplatte» festgehalten hock. Ensemblegastspiel Gisela Werbezirk in dem Lustspiel„Die führende Marke" am 31. Jänner (C 2). Trotz des Gastspiels normale Preise! Vorverkauf ab Samstag. Heute halb 8 Ahr einmaliges Gastspiel des Burgtheater-Ensembles in Rudolf Holzers Schauspiel„Sttlle Musik". Mitwirkende: Medelfly, Pün- kösdy, Höbling, Mayerchoffer und Onno. Regie: Friedrich Rosenthal.(D 2). Sonntag neueinstudiert und neuinszeniert Janä» LekS Oper„Jenufa". Hauptpartien: Pauly, Kindermann, Wanka, Fischer, Preger, Andersen, Fuchs. Dirigent: Szell, Regie: Mordo, Bühnenbilder: Pirchan.(A 2). Spielpla« des Neuen Deutschen Theaters. Heute Freitag, halb 8 Uhr: Stille Musik, Ensemblegastspiel von Mitgliedern des Wiener Burgtheaters, D 2.— Samstag halb 8: Die schöne Helena, Monn, aufgehoben.— Sonntag halb 8: Schneider Wippl kontra Napoleon, Arbeitervorstellung, halb 8: Jenufa, neueinstudiert und neuinszeniert, 8 2.— Spielplan der Kleinen Bühne. Heute Freitag, abends 8 Uhr: Fremdenverkehr, volkstümliche Vorstellung.— Samstag 8: 13 bei Tisch.— Sonntag 8%: Nacht vor dem Ultimo, 8: Schneider Wippl. Vorträge »Dr. Max Drri über„Kitsch und Kunst". Am Montag, dem 11.-'Feber, um 19.30 Uhr spricht Dr Max Deri zugunsten der deutschen Flüchtlinge im großen Saal der Städttschen Bibliothek über„KitschundKunst". Der Bor- traa wird durch Lichtbilder illustriert werden. Karten von 3 bis 20 AL sind im Büro der Demokrati- schen Flüchtlingsfürsorg«, Prag II., Prikopy 17, zweite Stiege, zweiter Stock, Telephon 80271, und bei Optiker Deutsch, Korima-Passage, erhältlich. Vcrelnsnadirlditen Deutsche Bolksfinggemeinde. Genera l v e r s a mm l u n g l Freitag, den 25. Jänner, um 8 Uhr abend im Parteiheim Närodni ti. 4. 3. Stock, zu welcher sämtliche Sangesgenossen sowie alle Freunde der Vottsstnggemeinde herzlichst willkommen find. Die Aereinsleitung. Der Beiliegende trfagadieia ist tut der(Ucnnementege&ifcr zu vertuenden 1 Wer im Xuckskmde keiöt, schädigt die Sortei und deren Aesse Die Verwaltung Aus der Partei Bezirksorganisatiorr Prag der Deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei. Montag, den 28. Jänner, 8 Uhr abends im großen Saale deS Gewerkschafts« Hauses, Bergstein Parteiversammlimg mit Vortrag „Deutschland" Zutritt zu den Parteiveranstattungen nur ge» gen Mitgliedsausweis. • Di« Jahresversammlung der Be« zirksorganssation findet am 18. Feber statt.— Ersuchen Termin freizuhalten. Die Bezirksvcrtretung. Sozialistisch« Jugend, KreiS Prag. Samstag, den 26. Jänner, 8 Uhr abends im Gewerkschafts« Hause: Feier des D.T.J. Prag l. Es wirft di« M.S.D. Prag I, und di« S.J. Zentrum mit. Sonn* tag, den 27. Jänner, 9 Uhr vormittags im Partei« heim: Funktionärkurs. Montag, de« 28. Jänner, Parteiversammlung. Sport• Spiel• Körperpflege Die Davoser Eishockeyspiele find nun bis zu de» Schlußrunden, die von Kanada, Tschechoslowakei, England und der Schweiz bestritten werde«, ge* diehen. Das Team der Tschechoslowakei hatte Donnerstag den„ großen" Tag:«S wurde bot Kanada nur 1:2, aber verdient geschlagen. Di« Tschechoflowaken zeigten ei« richtige- Defensivspiel, das nur durch Ausfälle ihrersetts belebt wurde,—• Oesterreich gewann gegen Frankreich 4:1« kommt aber nicht in die Endrunde, was letzten Endas auf di« vortägig« Leichtsinnigkett des Torhüters zu* rückzuführen ist.— 1 Die Schweiz besiegte Eng« land mehr glücklich als verdient mft 1:0.— Di- Schweden und Italiener lieferten sich ein laxes 1:1-Treffen. Beide hatten so wie Frankreich keine Hoffnung mehr, in die Endrude zu gelange» — Im Trostturnier besiegte Rumänien Holland mit 6:0 und Deutschland brachte eS zu einem 8:1-Siqs über Lettland.— Der heutige Tag ist ein Ruhetag damit di« Mannschaften der Schlußrunde» ausge« ruht die Kämpfe bestreiten könne«. Merkwürdige Geschäfte. Die internationale Eisläufer-Föderation erlaubte Sonja Henie, daß sie in einem Sporffilm die Haupttolle übernehmen darf Aber unter der Bedingung, daß 50 Progent ihr« Gage an die Kaffa des norwegischen olympischen Ausschusses überwiesen werden. Das bedeutet ein 50- prozentiger Ausgleich im Rahmen der Amateurordnung. Selbstverständlich— Sonja Henie und der Amateurismus—, wer würde darüber nicht lachen... Literatur Der Fascismus an der Macht Wer die früheren Bücher Fritz Sternbergs kennt, wird von seinem neuesten Werke enttäuscht sein. Während der Verfasser in seinem 1932 erschienene« Buche:„Der Niedergang des deutschen Kapitalismus" eine exafte und klare Darstellung der Wett- wirtschastSkrise und ihrer sozialen Folgewirftmge« und damit der sozialökonomischen Ursachen des FascismuS. ist sein neuestes Buch, das den deutsche« Fascismus nach der Machtergreifung Hitlers behau« beit, eine unsystematische, zuweilen führ oberflächliche, dilettantische Darstellung einerseits der Fehler, welch« nach des Verfassers Meinung die beiden proletarischen Parteien Deutschlands gemacht haben, andererseits der Notwendigkett des Zusammengehens deS Proletariats. das den FascismuS stürzen will. Es macht de» Eindruck, als ob dem sonst kenntnisreichen Verfasset nicht das Material zur Verfügung gestanden habe, das notwendig gewesen wäre, um eine gründlich« Darstelttmg zu schreiben und daß Sternberg Rattonalökonom sei, der auf seinem Fachgebiete ausgezeichnetes geleistet hat, aber polttisch nicht viel zu sagen weiß. E. St« ♦) Fritz Sternberg: Der Fascismus an der Macht. Verlag Contact, Amsterdam 1936,328 Seiten« Preis 64 AL. Urania-Kino, Klimentsha 4. Fernsprecher 81628. Ab ärttitalkS „Liebelei im Sdincc“ Auf der Bühne: 154 Carles, der sechsjährige Eauilibrist, mit Partner. Bezugsbedingungen: Bei Zustellung ins Haus oder bei Bezug durch die Post monatlich AL 16.—, vierteljährig AL 48.—. halbjährig AL 96.—. ganzjährig AL 192.—.— Inserate werden laut Tarif bilügst berechnet. Bei öfteren Einschaltungen Preisnachlaß.— Rückstellung von Manuskripten erfolgt nur bei Einsendung der Retourmarken.— Die Zeitungsfrankatur wurde von der Post- und Telegraphendirektton mit Erlaß Nr. 1Z.800/VH/19Z0 bewilligt.— Druckerei:„Orbis". Druck-, Verlags« und ZeittmgS-A.-G„ Prag.