Einzelpreis 70 Heller (einuhließlich 5 Heller Porto) UNTRALORGAN DER DEUTSCHEM SOZIALDEMOKRATISCHEM ARBEITERPARTEI IM PER TSCHECHOSLOWAKISCHEN REPUBLIK ERSCHEINT MIT AUSNAHME DES MONTAG TÄGLICH FRÜH. Redaktion und Verwaltung wag xiu fochova«r. telefon sm. Administrationtelhon 5M«. HERAUSGEBER> SIEGFRIED TAUB. CHEFREDAKTEUR* WILHELM NIESSNER. VERANTWORTLICHER REDAKTEUR* DR. EMIL STRAUSS, PRAG. 15. Jahrgang Samstag, 16. Feber 1935 Nr. 49 Nach der deutschen Antwort: Jllusionen in london Hohe Hitler-Beamte verhaftet Das„Pr. Tgbl." meldet aus Der* lin, daß unter den in den letzten Wochen Verhafteten sich auch Dr. Achim Ger«Ke befindet, der Leiter des Rassenamts im Reichsinnenmini» sterium. In Haft befinde^ sich ferner Herr von Zeppelin, der Adjutant des Reichsernährungsministers Darrö, iveiter Freiherr von Mumm, der dem Chef des Protokolles im Auswärtigen Amt Graf Baffewitz zugeteilt war und Regierungsrat Gisevius, der Pro» baganda-Chef des ostpreußischen Ober» Präsidenten Koch. Seltsame Gerüchte seien auch über Ministerialdirektor N i» li o l a i im Reichsinnenministerium im Ümlauf, der seit zehn Tagen nicht mehr I« Ministerium erschienen ist. Amtlich ivird jede Auskunft über das Der» schwinden des Ministerialdirektors Ri» Rolai abgelehnt.(Nikolai ist der Leiter der Berfassungsabtellung im Reichs» mnenministerium und in dieser Eigenschaft auch maßgeblich an den Gesetzes» arbeiten für die Reichsreform beteUigt.) Ein neuer Zwischenfall in Abessinien? J In einzelnen Blättern taucht die Aachricht von einem nette« Grenzzwischenfall an der abessinisch-italienischen Grenze auf. And zwar sollen wieder Abessinier einen italienischen Posten Überfallen haben. Andere Meldungen dementieren dies und behaupten, daß der Ort Sillar, um den es sich handelt, schon Ende Jänner von den Abessiniern besetzt worden sei. Abessinien ließ durch seinen Geschäftsträger in Rom erklären, daß es die Mobilmachung zweier Divisionen sestens Italiens als unfreundliche Handlung ansehen müffe, die durch keine Utllitärische Maßnahme Abessiniens ge- kechtfertigt sei. Von ttalienischer Seite wird er» blärt, daß man auf die abessinischen Er» ulärungen zunächt nicht eingehen d»olle, aber in der Lage sei. Beweise zu erbringen, falls das Ausland sich die Abessinische Darstellung zu eigen macht. Das erinnert an die Dorgangsweise der deutsche« Regierung gegen gewisse "Greuelmeldungen" und bestätigt nur, daß Italien im Anrecht ist. Italiens Kriegspian Rom.(A. P.) Für den Fall einer kriegerischen Verwicklung mit Abessinien stehen sich zwei Anschauungen gegenüber, die noch nicht auf einen Renner gebracht worden sind. Der Plan der Zivi- hstrn geht dahin, nach der Regcnperiode im April «ie Operationen anfzunehmen und sich in den Besitz der Randgebiete des Hochlands zu setzen. Nach Ablauf der zweiten Regenperiode solle dann im November ein Vorstoß mit 500.000 Mann erfolgen, mit dem Ziel, Erhthräa nm SomalilanS 3» vergrößern, ein Protektorat über das Gebiet bes Tanasees mit seinen Baumwollfeldern und stioldgrnbrn zu errichten und lediglich dem Rest, p>it der Hauptstadt Addis Abeba, die Unabhängigkeit zu lassen. Dagegen wenden die MilitärS rin, daß ein Heer von 500.000 Mann für die abessinischen Verhältnisse zu schwerfällig sein würde. Der Seeweg von Italien beanspruche innge Zeit. Die Landungsmöglichkriten seien geling und von Monsnnstürmen abhängig, der Transport durch das Somaliland erfordere viele Wochen. Der Nachschub könne nicht unter allen llnhtnndcn sichergestellt werden. Die Operationen könnten nur analog den Methoden Lyanthevs in Dinrokko erfolgen, mit Austragung der Konflikte >u lokaler Form. Katzenjammer in Paris Wie zu erwarten, hat die deutsche Diplomatie den Ball, den ihr das Londoner Foreign Office zugespiclt hat, elegant aufgefangen und serviert ihn nun London in einer Weise, daß die berufsmäßigen Opfimisten des englischen Außenamtes in Heller Freude sind. Weniger befriedigt über den Ausgang des Londoner Besuches zeigt sich heute schon Frankreich, wo man, wahrscheinlich zu spät, merkt, worauf das Spiel zwischen Berlin und London hinauswill. Deutschland nimmt also in seiner Antwort an die britische Regierung mit Begeisterung die Idee des Luft-Lorarno au, die der deutschen Luftrüstungdienlich ist. Es erklärt sich bereit, so bald und so nachdrücklich als möglich, diesem Pakt beizutreten und an seiner Ausführung mitzuwirkcn. Aber ebenso energisch wie sich Deutschland für den Westpakt einsetzt, st r ä u b t es sich gegen den O st Pakt. Desgleichen scheint es nicht gesonnen, wirksame Garantien für Oesterreich zu geben. In diesem Fall hat freilich die französische Politik den Deutschen wirklich alle Argumente geliefert, deren sie vor der Welt und vor dem eigenen Volk bedürfen, um den Garantiepaki für Oesterreich als Komödie hinzustellen. Nachdem man Na Oesterreich an Mussolini atz. s g e l i c f e r t hatte, durfte man ehrlicherweise nicht mehr von seiner „Unabhängigkeit" sprechen und von Berlin, wollte man ihm nicht billiges Propagandamaterial liefern, höchstens die Anerkennung Oesterreichs als italienischer Kolonie, nicht aber als„unabhängigen" Staates fordern. Bemerkenswert ist nun, daß London die deutsche Antwort trotz der Ablehnung der Ostpakt- uno der Oesterreich-Forderung mit Begeisterung Berlin.(DNB) Die Antwort auf das Londoner Kommunique, die der Reichsminister des Auswärtigen, Freiherr von Neurath, dem englischen Botschafter Sir Eric Phipps und dem französischen Botschafter Francois Poncet übergeben hat, hat folgenden Wortlaut: „Die deutsche Regierung weist sich mit der königlich britischen Regierung und der französischen Regierung einig in dem aufrichtigen Wunsche, die Sicherung des Friedens zu fördern, dessen Erhaltung ebenso im Interesse der Sicherheit Deutschlands wie im Interesse der Sicherheit der anderen europäischen Staaten liegt. Die deutsche Regierung begrüstt den Geist vertrauensvoller Aussprache zwischen einzelnen Regierungen, der in den Mitteilungen der königlich britischen und der französischen Regierung zum Ausdruck kommt. Sie wird den ihr vorgelegten gesamten Komplex der in dem ersten Teil des Kommuniques von London aufgeworfenen europäischen Fragen einer eingehenden Prüfung unterziehen. Diese wird ebenso vom Geist überzeugten Friedenswillen wie von der Sorge um die Sicherheit des Deutschen Reiches in seiner geographisch besonders exponierten Lage im Herzen Europas getragen sein. Die deutsche Regierung wird insbesondere prüfen, mit welchen Mitteln künftig die Gefahr des Wettrüstens vermieden werden kann, die durch den Verzicht der hochgerüsteten Staaten auf die vertraglich vorgesehene Abrüstung entstanden ist. Sie ist überzeugt, dast nur der in dem britisch-französischen Kommunique zum Ausdruck kommende Geist freier Vereinbarung zwischen souveränen Staaten zu dauerhaften internationalen Regelungen auf dem Gebiete der Rüstungen führen kann. Die deutsche Regierung begrüßt den Vorschlag, die Sicherheit vor plötzlichen Angriffen aus der Lust zu erhöhen durch eine baldmöglichst abzuschlirßendc Konvention, die den unmittelbaren Einsatz der Luststreitkräfte der Unterzeichner zu Gunsten des Opfers eines nicht herausgefordertrn Luftangriffes vorsieht. Sie ist grundsätzlich bereit, ihre Luststreitkräste als Abschreckungsmittel gegen Friedensstörungen einzusetzen. Sie ist daher geneigt, in freier I aufnimmt und als Dokument des deutschen Verständigungswillens bucht. Reuter erklärt geradezu, als das Ziel der deutschen Politik werde „die allgemeine Befriedung Europas" angesehen. Wir halten also nicht mehr weit von der Mög- lichkeit, dast die englische Regierung ganz offiziell für die Verleihung des Nobel-Friedenspreises an Hitler eintritt! Sogar die sonst kritischere„Times" gibt sich befriedigt und fordert den baldigen Besuch englischer Staatsmänner in Berlin. Ganz anders ist natürlich der Eindruck in Paris, wo jetzt die Ernüchterung eintritt und zwar nicht nur wegen des Mistlingens des Laval'schen Projektes,..Deutschland durch Englands Hilfe fü? den Ostpakt zu gewinnen, sondern auch wegen der Haltung Englands. Man scheint in Frankreich einzusehen, dast die Hilfe Londons, die noch vor wenigen Tagen als sichere Garantie des Friedens gepriesen wurde, in Wahrheit eine Illusion war und dast London den Deutschen mehr als den Franzosen genützt hat. Die" deutsche Presse zeigt sich sehr selbstbewußt. Die Spannung zwischen Paris und London wird austzenützt, um Zwietracht zu sä-u und während man gegen Rustland hetzt und denFranzosen droht, werden nach London FriedensüeteueruMui und Schmeicheleien adressiert. Die richttge Antwort Frankreichs wäre der Abschluß eines Bündnisses mit Rustland und der Kleinen Entente. Es ist- aber die Frage, ob sich ein so schwächlicher Politiker wie Laval dazu entschließt und ob die das Kabinett Flandin beherrschende Schwerindustrie eine solche Politik zu- lästt, da sie doch weit mehr Lust hat, an der legalisierten deutschen Aufrüstung zu verdienen. Vereinbarung mit den in Frage kommenden Regierungen alsbald Mittel und Wege zu fanden, mit denen eine solche Konvention verwirklicht werden kann, welche dir größtmögliche Sicherheit aller Unterzeichner verbürgt. Die deutsche Regierung ist der Auffassunq, daß Verhandlungen in größerem Kreise, die nicht genügend vorbereitet sind, erfah- rungs- und naturgemäß Reibungen mit sich bringen, die im Interesse des Abschlusses einer solchen, in ihren Auswirkungen völlig neuartigen Lufüonvention vermieden werden sollten. Bevor die deutsche Regierung an solchen Verhandlungen teilnimmt, hält sie es für wünschenswert, eine Reihe grundsätzlicher Vorfragen in Einzelbesprechungen mit den beteiligten Regierungen zu klären. Sie würde es deshalb begrüßen, wenn— nach den vorangegangenen fran- zösisch-bkrtischen Beratungen— zunächst die königlich britische Regierung als diejenige Teilney- merin an den Londoner Besprechungen, die zugleich Garant von Locarno ist, bereit wäre, hierüber in einem unmittelbaren Meinungsaustausch auch mit der deutschen Regierung zu treten. Die deutsche Regierung ist sich eins mit der königlich britischen und der französischen Regierung in der Auffassung, dast der Abschluß einer Luftkonvention ein bedeutsamer Schritt auf dem Wege zur Solidarität der europäischen Staaten wäre und geeignet sein kann, auch die anderen europäischen Probleme einer alle Staaten befriedigenden Lösung entgegenzuführen. Oer ungünstige Eindruck In Paris Paris. Die Agentur Havas meldet aus London: Die deutsche Antwort rief hier einen durchaus ungünstigen Eindruck hervor. Sie wird zur Folge haben, daß sofort die englisch-französischen diplomatischen Konsultationen beginnen werden, weil das Londoner Kabinett der Ansicht ist, daß die Berlin zu erteilende Antwort zwischen Frankreich und England vereinbart werde». mutz. Der Text der deutschen Note Der kurze, aber furchtbare Krieg Kurz vor der Saar-Abstimmung waren Lord Rothermere, der englische Zeitungskönig, und sein Sohn bei Hitler zu Gast. Uebtr die Gespräche, die da geführt wurden, hat zwei Tage später Rothermere junior einer Ausfragerin, die der Wiener „Morgen" zu ihm sandte, erzählt. Die Journalistin befragte ihn auch, ob er einen Krieg für möglich halte. Stand die Antwort ebenfalls im Zeichen Hitlers?„Mein Vater", sagte der Sohn des Lords,„befürchtet, daß bereits in der allernächsten Zeit ein Krieg ausbrechen wird. Ich teste bezüglich des Datums nicht ganz seine Ansicht, doch glaube auch ich absolut an einen Krieg. DieserKrieg wird fürchterlich, und s e h r kurz sein." Wir können nicht beurteilen, ob und in welchem Sinn der deutsche„Führer" die beiden Ansichten über den Zeitpunkt des nächsten Kriegs beeinflußt hat. Jedoch über die kurze Dauer und die Furchtbarkeit des drohenden Krieges könnten sehr wohl reichsdeutsche Informationen der so bestimmt geäußerten Ansicht zugrunde liegen. Man vergleiche die folgenden Tatsachen. Pläne Englands Die enorme Beschleunigung des Kriegstempos durch die Einführung der Panzcrwägen und Tanks bildet eine große Schwierigkeit bei den modernen Manövern. Die Kraftfahrzeuge müssen verlangsamt werden oder die Fußtruppen kommen nicht nach! Noch viel krasser ist das Mißverhältnis zur Geschwindigkeit der Kampfflugzeuge. Der Ablauf des Kampfes muß notwendigerweise Vie! rascher werden. Wie aber die Infanterie darauf einstellen? Als eine kritische Stimme sei die eines. Engländers angeführt. Nach den englischen Manövern des Jahres 1931 schon hat einer der Hauptorganisatoren der jetzigen britischen Armee, Kapitän Lidell-Harr, über seine sonderbaren Eindrücke im Fachorgan „Jnfantery'Journal" berichtet. Die'heutigen Kampfeinheiten seien zu schwerfällig und kompliziert, um die Konkurrenz mit der Luft- und Gaswaffe, aber auch mit den Kampfwägen bestehen zu können.„Der Anblick, welchen die Kolonnen, die sich auf der Straße hinwanden, von der Höhe aus boten, wirkte erschütternd, wenn man an die neuen Kampfmittel dachte: nicht bloß an die Bomben» flieger, sondern selbst an die Kampfwagen... Es ist nicht abzusehen, wie wir im modernen Krieg imstande sein werden, große Mengen von Menschen und Pferden zu verwenden, wenn Senfgas in jenem Ausmaß angewendet wird, wie ich es mir vorstelle." Die Infanterie müßte an Zahl sehr eingeschränkt und zum größeren Teil motorisier:, nämlich als Besatzung von Kleintanks und Kraftwagen-Maschinengewehren verwendet werdep. Die Mischung der Kraftfahrzeuge mit Fußtruppen müffe aufhören, sie hindere die Beweglichkeit und führe zur Verschwendung von Betriebsstoff. Ole Folgerungen der italienischen Heeresleitung Lidell-Hart baut also seine Reform auf du Motorisierung auf, die Ersetzung der Muskelkraft von Menschen und Pferd durch die Kraft der Benzinmotoren. Radikal anders sehen gewisse Folgerungen der Italiener aus. Der italienische General D o u h e t stellte in aufsehenerregenden Schriften Grundsätze für den künftigen Entscheidungskampi auf, Grundsätze, die sich nach seinem Tode durchgesetzt haben. Die Hauptwaffe ist nach Douhet hie massierte Luftflotte. Ihre überlegene Geschwindigkeit mache die Landkräfte ohnmächtig, wenn nur die Luftflotte stark genug sei und, einheitlich geführt, durch Geschwaderangriffe den Feind niederkämpfe. In seinem aufsehenerregendsten Werk» der Zukunftkriegs-Utopie„Der Krieo im Jahre 19.." nahm Douhet einen deutsch-frau- zösischen Krieg an mit wohlorganisierter Luftflotte als deutscher Hauptmacht und einem französische■ Heerwesen, das noch in den Sperrfestungen und den Landtruppen seine Häuptkraft sieht. Scho:, zwei Stunden nach Kriegsbeginn gewinnen du' deutschen Luftstreitkräfte die Oberhand, sie stoßen bereits am zweiten Kampftage bis nach Südfrant- reich durch und zerstören fast unbehindert 150 Eisenbahnknotenpunkte. Dxr französische Aufmarsch ist fast unmöglich, der Erfolg der Deutschen vollständig. Wie dies Douhet im einzelnen aus- führte, ist nicht so wichtig wie die tatsächliche Wir- Seite L Samstag, 16. Fever 1935' Ur. 40 fitnff seiner Lehre. Balbos Geschwaderflüge sind die Folge. Auch die französische Militärwissenschaft wurde stark beeinflußt; wenig wird offiziell von deutscher Seite geäußert. Oie fraglichen Absichten der Deutschen . Den hieher gehörenden vertraulichen Nachrichten kommt nicht ohne weiteres Glaubwürdigkeit zu, sie müssen mit Hilfe der bekannten Tatsachen auf ihre Wahrscheinlichkeit geprüft werden. Wie ernst sie aber genommen werden, mögen die Aeußerungen des Vorsitzenden der Heereskommis- sion in der französischen Kammer, des Deputierten Jean Fabry, zeigen. Er skizzierte zu Ende November in der Kammer, wie sich nach feinen Informationen ein moderner' Angriff abspielen würde. Eine Luftattacke» kombiniert mit einem rapiden Ueberfall durch motorisierte Truppen, werde zerstörend über. das. Land brausen,, ihnen werde der Einfall motorisierter Besatzungstruppen folgen. Nach dieser Formel eines modernen Angriffs sei die gegenwärtige Aufrüstung Deutschlands organisiert. Die Pariser Wochenschrift „Gringoire", die sich seit langem mit der deutschen Auftüstung beschäftigt, schildert(20. Dezember) die wahrscheinliche Form des deutschen Angriffsplans wie folgt:»Die Kampfbewegungen werden von Fliegern und gleichzeitig von motorisierten Streitkräften ausgeführt werden, deren Stoßkraft ans Märchenhafte grenzt. Es steht fest, daß der deutsche Generalstab mit beispielloser Geduld, Hartnäckigkeit und Verschwiegenheit dabei ist, sich ein Instrument zu schaffen, das beweglich und durchdringend genug ist, um Zerstörung und Verwirrung auf feindliches Gebiet zu tragen; ein Instrument, das Überraschungen birgt und vor allem auch dazu geeignet ist, eine moralische Wirkung zu üben, Mut und Widerstandskraft des Gegners zum Erlahmen zu bringen. So sieht die Gefahr au§, die uns droht. Welche Maßnahmen müssen wir ergreifen, um uns dagegen.zu schützen?" In einer Zeit also, da die deutsche Außen- politik eine Schwenkung zu Friedensbeteuerungen und Verzicht auf terriwriale Eroberungen ausgeführt hat, zielt der deutsche Generalstab auf die Vereinigung der Arbeit motorisierter Landtruppen und jenen der Fliegerwaffe hin. Ein Orkan der Zerstörung mit Sprengbomben, Giftgasen und Brand soll den erobernden und den Besatzungstruppen vorausfegen, offenbar ist alle Wirkung voraus berechnet und alle Arbeit der Truppen, auf die vernichtende Vorarbeit abgestellt. Die Nachrichten besagen noch, daß sich die deutsche Heeresleitung von solchem mit niegesehener Geschwindigkeit geführten Einfall einen Sieg in ganz kurzer Zeit verspreche. So dürfte wohl das Wort von dem sehr kurzen, fürchterlichen Krieg gemeint sein. Und inin sage Noch fetnand, ob nicht Httlet ebenso würdig ist»- für den Friedens-Nobelpreis vorgeschlagen zu werden wie der»Führer" Dou- hets und Balbos, Mussolini. E. B. 120.000 SHF-FlngvlStter beschlagnahmt. Wie das Abendblatt des„C eskö s l o v o" meldet, hat die Polizei in E g e r im Auftrag der Staatsanwaltschaft in. einer.Druckerei 120.000 Stück Wahlflugblätter der Heimatftont beschlagnahmt; die Flugblätter sind nach dem „Erste slovo" scharf gegen den Staat gerichtet und es gehe daraus hervor, mit welcher Parole die SHF in die Wahlen gehen wolle. ^cMenadilbij^ Roman von Fritz Rosenfeld „Die Musik macht mich noch verrückt," sagte Cabrolle.„Das geht jetzt drei Stunden. Ununterbrochen." „Dagegen gibt es nur ein Mittel," antwortete Kilmek. ,.Mitpfeifen. Die Melodie mitpfeifen. Das macht immun." Im Winkel des Abteils saß, über ein Heft gebeugt, in dem lange Kolonnen von Ziffern und Zeichen standen, Morvilius, Professor der Astronomie, in einem grauen Frühjahrsanzug, dem man die Jahre ansah, eine Hornbrille auf der Nase» einen Bleistift in der Hand. Er blickte empört auf Kilmek, als dieser zu pfeifen begann. Nun schnitt die Musik mit zwei Messern in sein Hirn, sie brachte die Zahlen durcheinander. Sternjahre verzerrten sich zu Ewigkeiten, der Mondlauf wurde in winzige. Rucke zerhackt und die Planeten blieben stehen wie eine abgelaufene, alte, verstaubte Uhr. Immer dieser Schlager, immer diese grobe, gewöhnliche, draufgängerisch« fteche Musik, sie rüttelte an den Nerven, sie machte es unmöglich, einen klaren Gedanken zu fassen, sie schläferte Mit hypnotischer Kraft ein. Aber Morvilius durfte nicht einschlafen: Noch standen lange Berechnungen vor ihm und wollten in dem Heft verzeichnet werden, noch irrte ein Lichtstrahl im All, er mußte ihm eine Heimat suchen. Morvilius erhob sich, kletterte über die Beine des Mannes, der ihm gegenüber saß, tappte in den Seitengang, spürte dem Ursprung der musikalischen Marter nach. Ratlos stand er vor den sechs jungen Mädchen. Gab es das überhaupt: sechs bildhübsche, junge Mädchen nebeneinander, in einem Abteil, in einem Zug, in einem Lmd? Er Arbeitslosigkeit im Jänner 1935 In den 47 Bezirksanstalten für allgemeine unentgeltliche Arbetts- und Dienstvermtttlung in Nordböhmen waren im Jänner dieses Jahres mit Hinzurechnung der. vom Dezember 1934 übriggebliebenen Stellen und Bewerber zusammen 6741 Arbeits- und Dienststellen und 181.833 Bewerber und Bewerberinnen angemeldet, wobei 8804 Ber« mittlungen erzielt wurden. Gegenüber Dezember 1934 ist die Anzahl der angemeldeten gänzlich Arbeitslosen um 7346 auf 144.486, also um 5.36 Prozent gestiegen. Im Jänner 1934 handelte es sich um eine Erhöhung der Anzahl der angemeldeten Arbeitslosen um 8014, d. i. 5.54 Prozent, im Jänner 1933 um 19,813, d. i. um 12.31 Prozent und im Jänner 1932 sogar um 24.212, d. i. um 18.39 Prozent. Es handelt sich daher heuer um niedrigere Zahlen und auch prozentuell ist die Erhöhung eine kleinere als in den letzten Jahren. Beim Vergleich mit den Zahlen vom Jänner 1934 zeigt sich heuer ein Rückgang um 8150, d. i. um 5.34 Prozent, gegenüber Jänner 1933 um 38.225, d. i. um 20.05 Prozent und gegenüber Jänner 1932 ebenfalls ein Rückgang um 6098, d. i. um 4.05 Prozent. Dabei entfallen allerdings von der Gesamtzahl der Arbeits- Außenhandelsbilanz für Jänner mit 613 Millionen aktiv Prag. Das statistische Staatsamt veröffentlicht die vorläufigen Ergebnisse des tsche- chostolvakischen Außenhandels im Jänner 1935. Demnach betrug im reinen Warenverkehr die Einfuhr 414,9 Millionen(im Jänner 1934 375.8), die Ausfuhr 476.3(395.6) Millionen KL. Die Handelsbilanz war somit mit dem Betrag von 61.3 Millionen aktiv, wählend das Akttvum im Jänner des Vorjahres nur 19.8 Millionen KL betrug. Der Export von Fertigwaren ist seit dem vorjährigen Jänner von 257.0 auf 325.3 Millionen KL gestiegen, der Import von Ferttgwaren von 112.3 auf 131.6 Millionen. Der R o h st o f f i m p o r t ist nur unwesenttich von 201.4 auf 210.9 Millionen KL gesttegen, während die Ausfuhr von Rohstoffen mtt 122.6 gegenüber 120.6 Millio- nen KL fast unverändert geblieben ist. Die Einfi,hr von Le b e n s m i t t e l n und Getränken ist von 63.4 auf 64.st Millionen KL gestiegen, die Ausfuhr von 17.4 aus 25.6 Millionen. In Dezember 1934 hatte die Einfuhr 607.0, die Ausfuhr 758.4 Millionen betragen. Bezirksarbeitsämter Vorlage des Sozialministeriums bevorstehend »Prävo Lidu" tritt an leitender Stelle dafür ein, daß der schon lange geplante seinerzeit insbesondere vom Genossen Dr. C z e ch geförderte Gesetzentwurf über die Arbeitsvermittlung nun Wagte nicht, den.Mund zu öffnen, er schielte nur auf den schwarzen Feind, die dunkle, glänzende Platte, die sich drehte, die ewig im Kreis liest wie ein armes, blindes Zugtür an einem arabischen Brunnen. »Könnt« man nicht.. sagte er ganz leise,„könnte man nicht die Musik ein wenig unterbrechen..." Xenia sah zu ihm auf, verständigte sich mit einem schnellen Blick im Kreis, trat ganz nabe zu Morvilius, packte seine Krawatte, ein dünnes, schwarzes Bändchen, er trug immer Trauer, für die Sterne, die ins Bodenlose stürzten, zersplit- terte Welten, geborstenes Sein, zog die Krawatte aus der Weste, spielte mtt ihr, sah ihm nahe, ganz nahe in die Augen, Morvilius hiett diesen klaren, blauen Mädchenblick nicht aus: „Was will denn der Onkel? Die Musik gefällt ihm nicht? Dann muß der Onkel sich einen Extrazug nehmen, einen Luxuszug, wie die Könige und der Papst, dort ist der Onkel ganz allein und niemand macht Musik. Aber wir müssen hier arbeiten, verstehen sie: arbeiten. Das ist unser Brot, dieses Lied, unsre Arbeit, unsre Existenz. Wenn wir es nicht im Kopf und in den Beinen haben, haben wir auch nichts im Magen." Morvilius fuhr zurück. Erst der Hohn, dann dieser entschlossene Ernst. Gut, daß er keine Tochter hatte. Sie hätte werden können wie diese: hart und höhnisch. Er entschuldigte sich: „Ich dachte nur— vielleicht etwas leiser— ich muß nämlich arbeiten— auch ich arbeite—." Es war wie eine Abbitte: Verzeihen sie, daß ich da bin, daß ich lebe, daß ich atme, aber ich bin nicht ganz nutzlos, auch ich leiste eine Arbeit. Er tappte zurück, ins Coups, stolperte über die Füße des Mannes, der ihm gegenüber saß und schlief. Der Mann erwachte. Morvilius biß sich auf die Lippen. „Pardon, verzeihen sie," sagte er ganz leise. „Morvilius ist mein Name." „Olavsen," murmelte der andre, drehte sich um und schlief weiter. in Nordböhmen Gegenüber Dezember um fünf Prozent gestiegen losen im ganzen Staate, d. i. von 817.983 auf Nordböhmen noch 17.66 Prozent. In einer Reihe politischer Bezirke bleibt die Anzahl der Arbeitslosen noch sehr hoch. Vor allem sind dies: Reichenberg 13.037, Tetschen 12.569, Teplitz-Schönau 11.347, Komotau 10.208, Aussig a. E. 9982, Brüx 9350, Gablonz a. N. 9037, Dux 8996, Böhm.-Leipa 8501, Friedland i. B. 6800, Schluckenau 6785. Als eine erfreuliche Er- .scheinung gegenüber Jänner 1934 ist der Umstand zu betrachten, daß die meisten in.der Weihnachtsund Neujahrszeit ausgesetzten Arbeiter bereits in den ersten Tagen des Monats Jänner wieder ihre Stellen antreten konnten. Einen teilweisen Ueberblick der Entwicklung der Lage geben die Zahlen der Arbeitslosen in den Hauptberufskategorien Nordböhmens, wobei neben den Zahlen für Jänner 1935 in den Klammern auch die Zahlen für Jänner 1934 und 1933 angeführt erscheinen: Glasindustrie 17.237(21.230, 25.359), Metallindustrie 13.531(14.600, 17.645), Texttlindustrie 24.323(26.676, 31.399), Hilfsarbeiter, hauptsächlich Industriearbeiter verschiedener Kategorien 21.196(21.729, 24.783), Bauarbeiter 17.629(18.054, 22.165), Taglöhner 12.229(12.915,15.163). bald verwirklicht werde.„Um uns dessen bewußt zu werden, was die Errichtung öffentlicher Arbeitsvermittlungsämter bedeuten würde» bei denen eine Nachfrage nach Arbett sowohl derjenigen, die sich anbieten, als auch derjenigen, die Arbeiter beschäf- tigen wollen, zwangsweise konzentriert würde, müssen wir uns nur den heutigen Stand ansehen. Die öffentlichen und privaten Vermittlungsstellen, welche heute nur in den historischen Ländern bestehen, fangen bloß einen Teil der Nachfrage nach Arbeit auf und haben nicht die Macht, Arbeit zuzuteilen. Biele Leute suchen sich Arbeit dadurch zu beschaffen, daß sie sich selbst nach ihr umsehen. Hier spielt der Zufall eine große Rolle, weil der arbeitslose Arbeiter und Beamte oft gar nichts von der fteien Stelle erfährt, für die er ausgenommen werden würde, weiter spielt da eine Rolle persönliche Protektton und schließlich polttische Eingriffe, meistens sogenannte»gelbe", welche gegen die Interessen der Arbeitnehmer gerichtet sind und was an Unternehmerterror grenzt. Angenommen wird, wer dem kapitalistischen Unternehmer politisch genehm ist und der bereit ist, sich für die Forderungen der Kapitalisten und gegen die Forderungen der Arbeitenden einzusetzen. Das ist ein politisch, sittlichünd wirtschaftlich ungesunder Zustcknd.„:ni- In dem Artikel wird weiter mitgeteilt, daß Minister Genosse Dr. Meißner bereits in der nächsten Zeit einen Gesetzentwurf über Arbeitsvermittlung dem interministeriellen Verfahren unterbreiten werde und daß neue Arbeitsämter errichtet werden, welche an die Stelle der bisherigen Arbettsvermittlungsanstalten treten werden. In Karpathorußland wurden für den 10. März in 18 Gemeinden die Gemeindewahlen ausgeschrieben. Es handelt sich durchwegs um Gemeinden, deren Vertretungen schon vor etwa zwei Jahren durch die Behörden aufgelöst worden waren. Olavsen? dachte Morvilius. So heißen nur Detekttve. Vielleicht fährt ein gefährlicher Verbrecher in diesem Zug, ein Raubmörder, dem die Polizei auf der Spur ist. Vielleicht wird heute noch geschossen. Olavsen. Aber er sieht gar nicht wie ein Detektiv aus. Morvilius konnte die Sterne an ihrer Farbe, ihrem Leuchten, dem Rhythmus ihres Flimmerns unterscheiden, für Menschengesichter hatte er kein Gedächtnis. Aber dieses Antlitz kannte er. Mit diesem Mann hatte er bereits einmal gesprochen. Wann das stur war? Er grub in seinen Erinnerungen— das war— ach, richtig, vor sieben Jahren war das, da hatte er einen neuen Stern entdeckt und dieser Mann, Olavsen, war bei ihm gewesen, hatte sich als Vertreter einer großen Zeitung legttimiert und ihn ausgefragt, über den Stern, seine Größe, seine Farbe, seine Entfernung von der Erde, von der Sonne; und dann stand eine lange Geschichte in der Zeitung, alle Zahlen waren falsch, die Namen waren verwechselt, Morvilius hatte sich tüchtig geärgert und der Zeitung einen groben Brief geschrieben. Ein Zeitungsschreiber also, ein Journalist, einer von denen, die davon lebten, daß sie Unruhe in die Welt brachten und einem schon am Morgen mit ihren Alarmmeldungen und Lügennachrichten den schönen Tag und die Laune und die Lust zur Arbeit und alles verdarben. Ein Zeitungsschreiber. Auf der Jagd nach einer Sensation, wahrscheinlich. Vielleicht heiratet dort unten ein König, oder feierte die Tochter eines Wunderrabbiners ihre Hochzeit. Da mußten die Herren natürlich dabei sein. Ausftagen. Namen verwechseln. Ziffern durcheinanderbringen. Feines Gewerbe! Morvilius kehrte zu seinem Heft zurück. Um Mitternacht ging der Stern auf, nach dem er jagte. Eine Sternwarte in Apsilon hatte ein neues Tele- skop, vielleicht gelang es ihm heute, das Rätsel dieses Sternes zu lösen. Dann wurde der Sterrn nach ihm benannt. Es war nur ein winziges Sternlein, aber immerhin, es sicherte ihm die Un« BeneS bei Masaryk Läny. Der Präsident der Republik empfing gestern in Läny den Minister des Aeußeren, Dr. E. Benes. Rach dem Schutzgesetz verurteilt. Vom Senat des Kreisgerichts inTroppau wurde Donnerstag der 26jährige Tischlergehilfe Eduard S m o l k a aus Darkovice, bei Hultschin, nach Paragraph 2 des Republikschutzgesetzes und wegen des Verbrechens des Militärverrates nach Paragraph 6 des Republikschutzgesetzes zu drei Jahren schweren Kerkers und zu einer Geldstrafe von 2000 KL, sowie zum Verlust der bürgerlichen Rechte verurteilt. Smolka war vor zwei Jahren nach Deutschland geflo- h e n, um der gegen ihn eingeletteten Verfolgung zu entgehen, weil er mit einigen Kameraden zu den Assentierungen in Hultschin eine Hakenkreu z-F ahne trug. Im Ratiborer Flüchtlingsheim beteiligte er sich an der Tättgkeit gegen die Tschechoslowakische Republik und verriet einige Schutzmaßnahmen militärischen Charakters, die nach dem Urteil der militärischen Sachverständigen für die Verteidigung des Staates sehr wichtig sind. Zwei Bauordnungsentwürfe fertiggestellt. Im Ministerium für öffentliche'Arbeiten wurde unter Mitwirkung des Unifikationsministeriums der Entwurf der Bauordnung für größere Gemeinden und für Gemeinden von besonderer Bedeutung ferttggestellt. Ursprünglich war ein Borentwurf einer einheitliche»Bauordnung ausgearbeitet worden. Dieser Entwurf war im Rahmen eines umfangreichen Erinnerungsverfahrens auch zahlreichen Fach- und Jnteressenverbänden zugestellt worden. Mit Rücksicht auf die eingelangten Aeußerungen, sowie im Hinblick auf die komplizierten Forderungen und Bedürfnisse der größeren und bedeutenderen Gemeinden erschien es zweckmäßig, zwei Bauordnungen auszuarbeiten, u. zw. eine für größere Gemeinden und für Gemeinden von besonderer Bedeutung und eine für die übrigen (kleineren) Gemeinden. Bor der Regelung der Finanzen der Selbstverwaltung. Die Plenarsitzung des erweiterst«» Präsidiums der böhmischen Landeszentrale der Gemeinden, Städte und Bezirke in Prag behandelte nach einem ausführlichen Referat des Ministerialrates Dr. K l a p k a den Inhalt der vorbereiteten Reform der autonomen Finanzen. Es wurde konstattert, daß die Konzeption der Reform, wie diese von Innenminister Dr. Cern» angekündigt wurde, eine Stärkung des Prinzips -er^Selbswerfvaltung bedeutet unddaßauch dgs.ii« Borschlag.gebrachte,. System der Sntschulduvil der Selbstverwaltung eine sehr b edeutende Erleichterung bringen wird. Beileidsschreiben anläßlich des Todes des Genossen Jokl sind bei den Zentralstellen der Partei auch in den letzten Tagen in so großer Zaft eingelaufen, daß wir nicht alle anführen können. Unter den Kondolenzen' sind Schreiben vom Finanzminister Dr. T r a p l, vom Vizepräsidenten des Abgeordnetenhauses Dr. L u k a v s k h, vo» den Senatoren Gen. Husnay, Gen. IoHanis, Lippert, Gen. Rentvich, Stob« und Tichy, von den Abgeordneten Dr. Bacher- Beran, Dr. Slavik, Dr. Rosche urid W o k u r e I. sierblichkeit. Die Dichter würden schreiben: Als der Morvilius am abendlichen Himmel aufblitzte, mit bläulichem Schimmer, im Aethermeer. Seine Fra» las gern Romane. Hätte sie ihm nur einen in de» Koffer gelegt. Arbeiten konnte man nicht. Die Musik peitschte alle vernünftigen Gedanken aus deal Gehirn. Schlafen— schlafen konnte man eher.'", Sein Kopf sank zur Seite, das Heft flattert zu Boden. Cabrolle schielt über die Karten hinweg zu Morvilius, dann nimmt er einen Schluck a»S seiner Bierflasche. Der Zug ratterte, hielt an, rollte weiter, Tannenwälder, kahle Hügel, hinter denen die Web zu Ende und ein Abgrund zu gähnen schien, Dele- graphenstangen, Bäume, Bäume, Telegraphenstangen, Stunden und Stmrden. ' Carlotta sah alles und sah nichts. Die Nacht sang noch in ihrem Blut, und schon senkt sich über den Hügeln die Dämmerung, tastet die große- schwere, dumpfe Stille sich wieder herauf, in der man versinkt wie in einem Meer von Träumen. Der Zeichner saß ihr gegenüber, den ganze» Tag ließ er kein Auge von ihr, oft huschte der Stift über das Blatt, aber dann kam eine Hand» löste das Blatt, zerknitterte es, jagte es auS dem Fenster. Man konnte dieses Antlitz träumen, eS konnte einen auf einsamen Wegen begleiten, vielleicht ei» Leben lang, aber man konnte es nicht zeichne». Sein Reiz lag nicht in den Linien, nicht bst Schwung der Augenbrauen, im Umriß des Mundes, in der Form der Nase. Sein Zauber lag in der stillen, müden, abgeklärten Lieblichkeit, die über dieses Gesicht gegossen ist, in der weichen, fraulichen Abgeandtheit, in dem seligen Jn-sich- hinein-träumen; er lag im Glanz dieser Augen, den kein Zeichenstift festzuhalten, im spielende» goldenen Licht dieser Haare, das man mit Kohl» und Graphit nicht wiederzugeben vermochte. Jei Briir eine Versammlung der Sudetendeutschen Heimaffront statt, zu der-in gewisser Baierle aus Komotau als Redner erschienen war. Dee Rede, Se Baierle hielt, iwr ätemheh«m)e It 0, be- merkenswert ist nur, daß sich der Mann eine un- meriens l-jstete. Er sprach von den Prager ZfftÄ». äußerte sein Mißfallen dar- E?^ü der SHF die- Loyalitatsbezeugungen ub-r. werden und daß die Prager Zei- mcht geglau Henleinleuten als Fascisten tungen von Zusammenhang sagte er schr-'ben. In dw,em o„„eh Prag g e- wörtlich r--8 9 T J'«* u$ 3 und klein hen und a-> Menschen vom schlagen und d'-^e Erdboden e^ird ja noch die Er- tonS'Ä«""*** darf. Görings Geist| oie„i asterh8hl„, im böhmischen Grenzland i<•. Henleln-Ordner ermordet eine alte Frau'*»«*'■ W* tographen Rud H; ben 2epIi* et Mos-mer Frau berhnfL..?. oer Königsstraß-, mit weil sich in dessen ben? eingeliefert, lier, allerbnnü—W*chnung, vielleicht auch im Ate- nicht nu? die Sen" in d-nen hader en Eheleute und em Karls- eine Rolle sondern auch andere Personen, J&eReren Das Mädchen soll aus einer stammen imh**! 1* o- des Karlsbader Gebietes mnb-1,&l e Teplitzer Beteiligten dürsten Grund et^?^9orie gehören, die sich auf _ r tnec gefüllten Brieftasche und in Er- ■»*1 bericht"T- P l i tz« r T a g b l a t t" venchtet nun mtt genügend sensationeller Auf- ■ über dieses„Pornographische Museum" folgend/s'^* n e* ner Amuandlung von Moral —''däuktaufnahmen des besagten schönen Mädchens und der Ehefrau des Potographen in allen möglichen und unmöglichen Situationen, daß einem buchstäblich ganz schwarz vor den Augen werden konnte". Uns wird auch schwarz vor den Augen, wenn wir daran denken, daß das„T-Plitzer Tagblatt" in seiner Nummer vom 6. Iänner 1935 folgendes Inserat veröffentlicht hat: Arbeitslose Achtung I Junges, weibliches Akt- und Kopfmodell für zwei Abende wöchentlich gesucht. Auskunft: Teplife, Königstraße 19, Atelier, 1. Stock. Das ist nämlich die Adresse jenes, Ehepaares, das vorgestern verhaftet wurde. Braucht man noch ein Wort über diese Presse zu verlieren? Zuerst macht sie bezahlte Propaganda für >die„Lasterhöhle" und dann spielt sie Entrüstung. Diesem Treiben müßten die verantwortlichen Organe ebenfalls ein Ende bereiten. Und das gleiche„Teplitzer Tagblatt" handelt mtt öffentlicher Meinung, Moral und Sittlichkeit... «eite 3 Erklärung Zu den in in unserem Blatte am 20. November 1934 unter der Ueberschrist„Wie christ- lichsoziale Presseberichte über Spanien entstehen", und am 23. November 1934 unter der Ueberschrist„Lerroux dementiert die asturischen Greuelmeldungen!" erschienenen Arttkeln, erklären wir, daß es nicht unsere Absicht gewesen ist, durch diese Artikel die Ehre der Zeitung „Deutsche Presse" anzugreifen, widerrufen deshalb diese Behauptungen und leisten volle Genugtuung. Die Redaktion. Legen den schwarzen Terror in Spanien Delegation der Internationale bei Lerroux Paris.(Tsch. P.-B.)„Populaire" berichtet, daß der spanische Ministerpräsident Ler- roux gestern di: Delegierten des BollzugsauS- schnffes der 2. Internationale und der Internationalen Liga für Menschenrechte empfing, die ihm den Wunsch nach Einstellung der Hinrichtungen in Spanien, sowie einer beffrren Behandlung der politischen Häftlinge übermittelten. Ministerpräsident Lerroux versprach, persönlich alles mögliche zu tun, es müßten jedoch hiebei die spanischen Gesetze respektiert werden. Todesurteil gegen Genonen Pena beantragt! Oviedo. Gestern begann hier der Prozeß gegen den sozialistischen Abgeordneten Gonzales Pena, dem zur Last gelegt wird, sich an der Aufstandsbewegung im Oktober vorigen Jahres beteiligt zn haben. Der öffentliche Ankläger verlangt, daß der Angeklagte zum Tode und zur Bezahlung einer Entschädigung von 200 Millionen Peseten verurteilt werde. Pena bestreitet seine Schuld, doch bestätigen einige Zeugen, daß er Führer der Aufstän- dischen war. Lebenslänglich... Oviedo.(Havas.) Der Oberst der Zivilgarde C a r m e n a ist wegen Teilnahme an dem Oktoberaufstand zu lebenslänglichem Kerker verurteilt worden. Proteststreik In Asturien Madrid.(Tsch. P.-B.) In dem durch die Oktoberrevolution bekannten Aufstqndgebiet von Oviedo sind 270 Minenarbeiter in den Streik getreten, da vier Arbeitern wegen besonders lebhafter Beteiligung am Aufstand die Arbeitserlaubnis entzogen worden war. Bei den Stteikenden handelt es sich um eine Gruppe, die im vergangenen Oktober als geschlossene Kampfgruppe den Regierungstruppen entgegengetreten war. Der Zivilgouverneur von Asturien ist zu den strengsten Maßnahmen entschlossen, hat den Stteik als illegal erklärt und die Grubenverwaltung aufgefordert, die Leute zu entlassen, wenn sie nicht innerhalb 24 Stunden die Arbeit wieder aufnehmen. Um das Frauenwahlrecht. In Frankreich Vorläufig bei den Gemeindewahlen? Paris. Der Senat verhandelt gegenwärtig über den Gesetzentwurf, durch welchen den Frauen das Stimmrecht bei den Gt- meindewahlen zuerkannt werden soll. Diese Frage ist gegenwärffg sehr attuell, denn die nächsten Wahlen sollen bereits im Mai stattfinden. Die Senatskommission für das allgemeine Wahlrecht mußte die Verhandlung über diese Frage auf die künftige Woche vertagen, da die notwendige Sttmmenzahl für die Neuregelung nicht erreicht wurde. Von 44 Mitgliedern des Ausschusses waren nur 14 anwesend. „Jeder Falke gibt jede Woche eine Schnitte Brot(20 Heller) für hungernde Kinder" Sritr 4 Samstag, 16. Feier 1035 Nr. 40 Wafferflugzeug-Absturz- acht Tote K. k. Eiserner Rins Wien. Wie das Organ des ehemaligen Gesandten Dr. Wiesner mittrilt, haben sich alle Gruppen der österreichischen Monarchisten, dir sich bekanntlich früher stark bekämpften, mit den schwarz-gelben Legitimisten im sogenannten „Eisernen Ring" zusammengeschlvflcn, der damit zurGipfelorganisalion der österreichischen Monarchisten aller Schattie- rnngrn wurde. Der„Eiserne Ring" steht unter der Leitung des ehemaligen Gesandten Wiesner. Hakenkreuz-Landbündler aufgelöst Wien. An der schwarzen Tafel der Wiener Polizeidirrktion wurden Erlöste ausgehängt, durch die die nationale Bereinigung des Landvolkes(früher österreichischer Landbund), der Jugend-Landbund und die Grüne Wehr(eine militärische Organisation des Landbuudes) sowie auch die anderen Rebenorganisationen dieser Partei definitiv aufgelöst werden. In der Begründung heisst es, daß sich die Führer des Landbundes, insbesondere deflen Vorsitzender, der ehemalige Minister Dr. Bachinger, mit der Hitlerbewegung verbunden haben und daß in einigen Prozeffen festgestellt wurde, daß dir Funktionäre des Landbundes an dem Juki- putsch der Nationalsozialisten aktiven Anteil hatten. Aus einem„autoritären" Staat Oesterrelchlsches, Allzu-Oesterreichlsches Wien. In Böheimkirchen bei Tt. Pölten wurde eine neue nationalsozialistische Organisa- tions- und Propagandazentrale für Niederöstrr- reich ausgeforscht. Im Zusammenhang damit wurden der dortige Tierarzt Dr. Rieder und 32 Personen verhaftet. Dir verhafteten Nationalsozialisten hatten sechsgliedrige SA- und SS-Gruppen organisiert, Versammlungen abgehalten, militärische Uebungrn durchgeführt» ferner Mitgliederbeiträge und Geschenke ringefammrlt und schließlich eine Hilfsaktion für die im Dienste dieser illegalen Tätigkeit mit den Behörden in Konflikt geratenen Nationalsozialisten durchgeführt. Sie hatten eine außergewöhnlich rege Borichttrstattungstättgkeit für die Organisationen im Dritten Reich entfalttt. Die Kommunistenhatz In Holland Amsterdam. Die Amsterdamer Polizei veranstaltete am Freitag vormittags an verschiedenen Stellen der Stadt eine Razzia gegen ausländische Kommunisten. Es wurden einige a u s ländischeKommunisten verhaftet, die größtenteils aus Deutschland stammen. Bei dem Verhör auf der Polizeidirektion wurde festgestellt, daß zehn der Verhafteten als Instruktoren der holländischen kommunistischen Organisationen tätig waren. Es handele sich um eine gegen die holländische und gegen die deutsche Regierung gerichtete politische Agitation. Es zeigte sich, daß sich die Verhafteten in Amsterdam ohne gültige Pässe aufhielten. Das Riort sie sollen lassen stahn'l München.(Tsch. P.-B.) Der erzbischöfliche Sekretär des Kardinals Faulhaber Dr. Weist- hanner wendet sich in einer Erklärung gegen eine im Auslände verbreitete Meldung, wonach Kardi- nal Faulhaber am Papstsonntag in seiner Predigt gedroht habe, die Führer der nationalsozialistischen Bewegung und die Anhänger der Gemeinschaftschule zu exkommunizieren. Diese Meldung fei unwahr und mit unerhörter Leichtfertigkeit in die Welt geworfen. Aus dem vorliegenden Druck der Predigt könne sich jedermann davon überzeugen, daß in der Predigt lediglich ein Canon aus dem kirchlichen Gesetzbuch angeführt worden sei und ohne Bezugnahme auf dse Führer und die Anhänger der Gemein- schaftfchule. Brüssel. Die Regierung hat am Freitag nachmittags die von den Sozialisten für den 24. Feber festgesetzten großen Straßendemonstrationen verboten. Die Regierung hat sich zum Einschreiten entschlossen, nachdem Donnerstag abends der Führer der Sozialisten, Vandervelde, in einer Rtindfunkansprache die Politik der Regierung aufs schärf st e angegriffen hatte. Moskau.(Tsch. P. B.) Der Chefredakteur der Zeitung„Polarnaja Magistral" in Murmansk, G r i s ch i n, der gleichzeitig Mitglied des politi- schen UeberwachungskomiteeS der Murmansk-Eisenbahn war, ist verhaftet und aus der Partei ausgestoßen worden. Wie amtlich mitgeteilt wird, war Grischin der Verbindungsmann der gegenrevolutionären Gruppe, die sich am Kirow-Morde beteiligt hat. Gegen Grischin ist ein Verfahren wegen Hochverrates eingeleitet worden. Mehrere Personen, mit denen Grischin in Verbindung stand, sind verhaftet worden. Messina. In der Nähe von San Filippo bei Messina stürzte im Nebel ein britisches dreimotoriges Wafferflugzeug ab und fing Feuers In den Trümmern des Flugzeuges wurden drei verkohlte Leichen gefunden. Nach einer Mitteilung des Londoner Luftfahrtministeriums befand sich das Wafferflugzeug auf dem Wege Tagcsnculgkdtcn 36 Arbeitslose im Hungerstreik Bromberg.(DNB.) Die Stadt Bromberg ist der Schauplatz eines eigenartigen Streiks. Seit Montag dieser Woche befinden sich 36 Mitglieder des Verbandes der grotzpolnifchen Aufständischen im Hungerstreik. Diese 36 Mitglieder betraten am Montag geschloffen das Lokal ihrer Bromberger Organisation und gaben bekannt, daß sie es nicht eher verlassen und daß sie auch nicht Nahrung zu sich nehmen würden, bevor sie nicht eine Arbeitsmöglichkeit erhalten hätten. Die Aufitändischen haben ihre Drohung wahr gemacht und waren nicht dazu zu bewegen, das Lokal zu verlaffen. Der größte Teil der Streitenden ist bereits so erschöpft, daß die Stadwerwaltung sich gezwungen sah, ihnen ärztliche Hilfe zukommen zu lassen. Zwei Teilnehmer an dem Hungerstreik wurden in bedenklichem Zustande ins Krankenhaus gebracht. Die meisten dieser Streikenden sind Familienväter und seit Jahren arbeitslos. Erfolg mexikanischer Arbeiter Mexiko-Stadt. Die Ankündigung des Generalstreiks für Freitag hat die Regierung zu einer Erklärung veranlaßt, in der sie sich den Standpunkt der streikenden Kraftdroschken- fahrer zu eigen macht und den Besitzern der Droschken den Antrag der Streikenden auf Abschluß eines Köllektivvertrages im Wege einer Verordnung vorschreibt.Bisher erhielten die Chauffeure die Wagen gegen ein bestimmtes Pachtgeld von den Fuhrherren. Durch die Neuordnung werden die Fahrer jetzt fe st bezahlte Arbeiter. Der Generalstreik im Staate Puebla ist abgebrochen worden, nachdem die Forderung der Arbefter erfüllt worden ist. In Colima kam es zu einer Schießerei zwischen den Anhängern der Regierung und ihren Widersachern. Vier Personen wurden erschossen, 15 verlebt. Um den verurteilten Hauptmann Flemington. Hauptmann erklärte gegenüber Pressevertretern auf die Frage, ob er irgend ein Geständnis abzulegen habe: Wenn dies der Fall wäre, hätte er das Geständnis bereits vor Monaten abgelegt und seiner Frau und seinem Kinde alle diese Aufregungen erspart. Er besitze keinen Cent und müsse sich auf seine Anwälte und auf die Oeffentlichkeit verlassen, um die Berufungsverhandlung in finanzieller Hinsicht zu ermöglichen. Wenn er den elektrischen Stuhl besteigen mutz, werde er dies als Mann tun. Die Frau Hauptmanns kehrte mit ihrem Kinde nach New Aork zurück und nahm bei ihren Freunden Wohnung. Die Verteidiger Hauptmanns erklären, daß sie alle gesetzlichen Mittel zur Annullierung des Urteils und zur Wiederaufnahme des Verfahrens benützen werden. Einige von ihnen beabsichtigen, die zur weiteren Führung des Prozesses erforderlichen Geldmittel durch öffentliche Sammlungen aufzubringen, andere wollen den Staat New-Jersey zwingen, auf Grund des Armenrechtes die Kosten fiir die Annullierung des Urteils selbst zu tragen. Die New Uorker Zeitung„Daily News" behauptet, daß das Justizamt der New Yorker Polizei seit langem darüber unterrichtet sei, daß Hauptmann einen Mittäter gehabt habe. Die Behörden warteten nur eine günstige Gelegenheit ab, um ihn zu fassen. Lindbergh habe diesen Mittäter auf dem Friedhof von Bronx gesehen, als er Eondon das Lösegeld überreichte. Die Winterstürme Wien. In der Nacht auf gestern wütete in Wien ein starker, von Regen begleiteter Sturm, der an den Häusern große Schäden anrichtete. Der Regen verursachte das Abrutschen der Schneemassen von den Dächern und Glatteis auf den Straßen. Fünf Personen wurden durch die von den Dächern herabfallenden Schneemassen schwer verletzt, 17 andere erlitten auf dem Glatteis Unfälle. Warschau. 2m ostgalizischen Naphtharevier wütete gestern ein heftiger Schneesturm. Die Sstädte Boryslaw und Drohobycz wurden durch die Schneemassen, die auf den Straßen die Höhe von fünf Metern erreichten, .von der Außenwelt vollkommen abgeschnit- von Neapel nach Calaftana auf Malta, wo sich die Basis der britischen Wasserflugzeuge befindet. An Bord des Flugzeuges befanden sich acht Personen, darunter zwei Offiziere und ein Passagier. Später wurden auch die übrigen fünf Passagiere als tot gemeldet. t e n. In Boryslav hat der Schneesturm in den Naphthagruben großen Schaden verursacht. Infolge der Beschädigung der Kesselhäuser mußte auf zahlreichen Gruben der Betrieb eingestellt werden. Der Bahnverkehr na Naphtharevier ist infolge der Schneemaffen unterbunden. Gin angenehmer Augenblick Rom. An Bord des deutschen Dampfers „Holstein" sind 128 jüdische Pilger, die sich aus einer Fahrt nach Palästina befinden, in G e n u a eingetroffen. Bevor der Dampfer seine Ausfahrt nach Palästina antrat, wurde die deutsche Flagge durch die zionistische Flagge erseht und der Name des Schiffes in«Tel Aviv" geändert. Ein dreizehnstöckiges Krankenhaus Paris. Gestern hat das neue Pariser Krankenhaus„Hospital Beaujon", das in der Pariser Vorstadt Clichy mit einem Aufwand von 110 Millionen Francs erbaut wurde, die ersten Patienten ausgenommen. Es handelt sich um einen dreizehnstöckigen Wolkenkratzer, der mit allen modernen Apparaten und Einrichtungen ausgestattet ist. Vorläufig kann das Krankenhaus 1130 Patienten aufnehmen. Das neue Krankenhaus gehört zu den modernsten der Welt. Das alte Krankenhaus gleichen Namens wurde abgetragen. Drei Todesurteile in Budapest Budapest.(MTJ.) Das Budapester Strafgericht hat in dem Prozeß gegen die Automonteure Szepesi, Tari und R ä d o v i z c, welche am 31. Dezember v. I. gegen die Leopoldstädter Filiale der Pester ungarischen K ommerzial- bank einen Raubüberfall verübten und dabei den Kassier und den Boten erschossen hatten, das Urteil gefällt. Das Gericht hat alle drei Angeklagten wegen mehrfachen Raubmordes zum Tode durch den Strang verurteilt. Fuhrerstellr» nicht mehr gesucht? In Deutschland hat eine sichtbare Flucht aus den Führer-Stellen eingesetzt; es ist fast so, als ob man behutsam seinen Kopf vor der blutigen Eventualität eines neuen 30. Juni zurückzöge. Soeben melden die deutschen Blätter den Rücktritt des Präsidenten der Industrie- und Handelskammer zu Berlin, Dr. G e l ck e. Die Rücktrittsbegründung mit angeb» kicher„zu starker anderweitiger Inanspruchnahme" ist eine offensichtliche Verlegenheitsfloskel. Gleichzettig wird amtlich bekannt gegeben, daß Dr. Markert, der Treuhänder der Arbeit für das niedersächsische Wirffchastsgebiet, zurück, getreten sei. Dieser Rücktritt wird überhaupt Nicht begründet. Nimmt man noch den Rücktritt des Treuhänders der Arbett für Schlesien. Dr. Zinnemann dazu, der vor ganz kurzer Zeit erfolgte, so ist es nicht übertrieben, von einer Massenflucht aus den Führerposttionen des „Dritten Reiches" zu sprechen! Anschlag auf eine Ostchinabahn-Brücke. BierSowjetangestellte der Ostchinabahn wurden im Zusammenhang mit dem Versuch eines Sprengstoffanschlages gegen die riesige Brücke über den Sungari-Fluß bei Taolaitschai im Südabschnitte der Bahn verhaftet. Es ist dies im Verlaufe Don drei Jahren bereits der zwefte Versuch eines solchen Anschlages. Der Versuch wurde vereitelt, doch stehen Einzelheiten noch aus. Aus Ottawa wird berichtet, daß ein mehr als sechzigjähriger Lappländer, Andy Bahr, ein langwieriges Unternehmen von erstaunlich:r Schwierigkeit zum erfolgreichen Abschluß gebracht hat. Im Jahre 1929 hatte die kanadische Regierung in Alaska eine Herde von 3000 Renntieren gekauft und Bahr beauftragt, sie auf kanadisches Gebiet nach dem Ostufer des Mackenzie-Flusses, nahe dem Delta, zu treiben, wo die Renntiere die Lebensmittelversorgung der an der arktischen Zone lebenden Eskimo bessern sollten. Im Dezember 1929, also vor mehr als fünf Jahren, setzte sich die Expedition in Bewegung. Sie umfaßte außer Bahr noch sechs Eskimos, drei andere Lappländer, einen Arzt und einen Geographen. Im Laufe der Zeit gabenaber außer Bahr all« Teilnehmer ihr« Mitarbeit auf und mußten durch neue ersetzt werden. Die große Herde konnte sich nur sehr langsam fortbewegen, da für jeden Tag reichlich Zeit zum Füttern gegeben werden mußte und das subarktische Klima große Schwierigkeiten verursachte. S ch n e e-1 Barthous Vermächtnis. Die Akademie francaise ist zur Universalerbin des verstorbenen ehemaligen Außenministers Barthou eingesetzt worden. Barthou hat verfügt, daß die Academie. 300.000 Franken für die Schaffung von drei Literaturpreisen verwenden müsse.. Eine Familienttagödie spielte sich im dritten W i'e ner Gemeindebezirk ab. Im Gemeinde- Ha u s in der oberen Bahngasse hat sich die 33jäh- rige Leopoldine M a g e r l e mit ihrem s i eben Wochen alten Kind Herbert und ihrer fünfjährigen Tochter mit Leuchtgas Vergifter. Das Motiv der Tat ist unbekannt. Ein Lord in der Fremdenlegion. In Toulouse ist Lord Edward M o n t a g u, der 29jäh- rige Sohn des Herzogs von Manchester, eingetros- fen, der sich für fünfJahreder Fremdenlegion verschrieb. Er fährt sofort nach Toulon, von wo er nach Algier befördert wird. Spion in Ungarn verurteilt. Das Hondved- gericht in Budapest hat den Kaufmann Bartholomäus Reiner, der tschechoslowakischer Staatsangehöriger ist, wegen Spionage zugunsten einer fremden Macht zu fünf Jahren Zuchthaus, sechs Jahren„Amtsverlust"(Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte) und Landesverweisung verurteill. Der unbekannte Selbstmörder. Die Gendar« meriestatton in Z v o l e teilt mit: Zu der Meldung über die Auffindung einer Leiche im Walde bei Zvole am 13. ds. wird gemeldet, daß sich in der Leichenkammer in Zvole, wo der Leichnam des Selbstmörders aufdrwahrt wurde, dessen Kinder einfanden, welche in ihm ganz bestimmt ihren Vater A. I., Lackierer aus Prag, erkannten.(Die Verwandten sprachen den Wunsch aus, daß der Name des Unglücklichen der Oeffentlichkeit nicht bekanntgegeben wird.) Wahrscheinliche» Wetter von heute: Böhmische Länder: Von Westen her erneute Wetterverschlechterung, Neigung zu Niederschlägen, später weitere Erwärmung, auf den Bergen heftiger, von Nordwest gegen Südwest sich drehender Wind- Karpathengebiet: Zunächst veränderlich, windig, Temperatur nahe Null, dann vorübergehend« Beruhigung und Frost.— Wetteraussichten für Sonntag: Unbeständig, Schauer, windig, auf den Bergen Sturm. Vom Rundfunk ImpfthlMiwertM aus den ProgramMMi Sonntag Prag: Sender L.: 7.30 Konzert aus Karlsbad. 8.50 Konzert für Oboe und Fagott. 10.25 Prof. Fischer: Moderne künstlerische Ballade. 11.00 Konzert des Ondrikek-Quartetts. 15.00 Sozialinformationen. 17.45 Deutsche Sendung: Klavier, Komödie für Rundfunk. 18.55 Deutsche Presse. 19.05 Schallplatten: Bellini. 19.25 Blasmusikkonzert. 22.20 Schallvlatten: Schumann. 22.25 Deutsche Sport« und Preffenachrichten.— Sender St.: 12.15: Mittagskonzert, 14.30: Deutsche Sendung: Landwirtschaft, 14.45: Deutsche Arbei- tersendung: Tejessy, Aussig: Legende als Geschichtswissenschaft. 15.00 Halbe Stunde Strawinsky.— Brünn: 17.45 Tanzmusik. 17.55 Deutsche Sendung: Skandal um Violanta, Komödie. — Mähr.-Oftrau: 8.50 Waldhornauartett. 20.55 Tanzmusik.— Preßburg: 9.50 Die Entwicklung der Violinsonate. 17.30 Liederkonzert.— Kascha«: 22.35 Zigeunermusik. stürme im Winter und Moskitoschwärmr, im Sommer hielten die Rennttere auf und trieben sie wiederholt zurück. Rudel von Wölfen hielten sich beiderseits des Zuges und«rbeuteten viele Renntiere, aber Bahr setzte den Marsch Jahr für Jahr beharrlich fott. Im letzten Frühjahr traf er auf dem Westufer des Mackenzie-Flusses ein. Das Eis begann aber bereit» aufzubrechen und nach mehreren vergeblichen Uebergangsversuchen wartete der beharrliche Mann den Winter ab, um dann, als das Flußwaffer wieder gefroren war, seine Herde nach dem verttaglich abgemachten Ziel auf dem Oftufer zu bringen, wo es ausgedehnte und reiche Weideplätz« gibt. Ungefähr die Hälfte der Rennttere hatte unterwegs den Tod gefunden, aber in jedem Jahr der Wanderung waren zahlreiche jung« geboren worden, so daß die Herde nicht weit hinter ihrer ursprünglichen Stärke zurückbleibt. Für die notleidenden Eskimos von Mackenzie ist der Erfolg der Expedition des Lappländers ein hochwillkommenes Ereignis. Cin Held der Mrvett Was ein alter Lappländer in fünf Jahren zuwegebrachte Rr. 40 Samstag, 16. Feber 1935 Seite 5 Großbrand in Prag Zwei Lagerhäuser vernichtet Prag. Freitag kurz nach elf Uhr vormittags bemerkten einige Personen, daß aus den Lagerhäusern der Firmen Thurm u. Beschkr und L e C a r b o n n e in Prag-Wysotschan Flammen schlugen. Tie sofort alarmierten Feuerwehren waren zwar unmittelbar nach der Meldung zur Stelle und versuchten den Brand mit allen Mitteln der modernen Feuerlöschtechnik zn bewältigen, doch fanden die Flammen an den eingelagerten Orlen, Fetten nnd Lacken so reiche Nahrung, das, beide Lagerhäuser binnen kurzer Zeit eingeäscherl waren. Der Brand verursachte in den umgebenden Stadttellen große Aufregung, weil ein Teil des brennenden Materials explodierte, doch sind weder Menschenleben zu beklagen noch Verletzungen zu verzeichnen. Im Gebäude waren nur zwei Hunde, die nickt mehr gerettet werden konnten. Die Ursache des Unglücks ist nicht bekannt. Der sehr hohe Schade» ist durch Versicherung gedeckt. Therese von Konnersreuth im Konzentrationslager In einem Vortrag im Lazaristenkloster— so meldet die„Prager Presse" aus Wien— teilte der Schriftsteller Eberhard mit, daß die berühmte Therese von Konnersreuth von den Nationalsozialisten in ein Konzentrationslager gebracht wurde. Sie hatte eine Vision, in der sie erklärte, daß das jetzige Regime in Deutschland acht Jahre währen werde und daß sich die Katholiken für einen großen Kulturkampf bereithalten sollen..Diese Worte haben ihr den Zorn der Nationalsozialisten zugezogen und sie mußte in ein Schweizer Kloster flüchten. Nach einiger Zeit kehrte sie zurück, aber man hatte ihr ihre Vision nicht vergessen und brachte sie in ein Konzentrationslager, von wo sie aber nach einigen Tagen entlassen wurde. Den chinesischen Piraten geht es an den Kragen. Die britischen und die chinesischen Behörden von Kanton haben eine enge Zusammenarbeit zur Bekämpfung der Piraten ausgenommen, deren Schlupfwinkel sich In der Bias-Bucht befindet. Ein britischer Torpedobootjäger und ein britisches Kriegsschiff werden das Küstengebiet bewachen. Nachrichten übev^allfällige Aktionen der Piraten werden durch Rundfunk verbreitet werden. Im Bahnpostwagen verbrannt. Die Landespostdirektion Danzig gibt amtlich bekannt: Am Donnerstag um 20 Uhr ist der Bahnpostwagen der polnischen Bahnpost im Zuge D-10 Gdingen—Posen—Kattowitz nach der Ausfahrt aus dem Danziger Bahnhos in Brand geraten und völlig ausgebrannt. Sowohl die polnische Post als auch die Danziger Briefpost sind vernichtet. Der Brand ist darauf zurückzuführen, daß ein Paket, das wahrscheinlich leicht entzündbare Gegenstände enchielt, explodierte. Das hiedurch entstandene Feuer im Bahnpostwagen konnte wegen der starken Rauchentwicklung nicht sogleich gelöscht werden. Mitverbrannt sind die bei der Danziger Post ausgelieferten Briefsendungen nach Ostpreußen (Königsberg und darüber hinaus), Schlesien und Polen(Pomorellen, Posen, Polnisch-Oberschlesien und südliches Kongreß-Polen). Unter den Briefsendungen befanden sich 100 Einschreibbriefe nach Polen und je sechs bis acht Einschreibbriefe nach Ostpreußen und Schlesien. Fliegerunglück. Freitag vormittags stürzte unweit von Marseille ein Flugzeug bei einem Probeflug ab. Der Pilot war auf der Stelle t o t. Abessiniens Hauptstadt „Deutscher Gruß", gesetzlich geschützt. In Blomberg bei Detmold wurde ein A r z t in S ch u tz h a f t genommen. Er hatte einen anderen Arzt, de^tihn mit„Heil Hitler" begrüßt hatte, schwer beleidigt und die Bedeutung des deutschen Grusses herabgewürdigt. Ferner wurde vom Amtsgerichte in Braunschweig ein 55jähri- ger Mynn zu elf Monaten Gefängnis verurteilt, weil er zwei Tage nach der S a a r a b st i m- m u n g zu einem Arbeitskameraden abfällige Aeußerungen über die Abstimmung gemacht hatte und auch über führende Persönlichkeiten der Partei beleidigende Reden führte. Schwierigkeiten bei Familiennamen in der Türkei. Die Einführung des Gesetzes über die Familiennamen in der Türkei stoßt auf zahlreiche Hinderniffe. Der Hauptzweck des Gesetzes soll sein, Klarheit in dem Chaos unter der Bevölkerung zu schaffen, da die einzelnen Bürger infolge des Fehlens von Familiennamen nur sehr schwer von einander zu unterscheiden sind. Bei der praktischen Anwendung des Gesetzes über die Familiennamen hat sich nun gezeigt, daß die Mehrzahl der Untertanen als Familiennamen ein Wort gewählt haben, das ihren Beruf bezeichnet oder die Namen verschiedener Vorfahren, so daß es in den einzelnen größeren Städten wiederum Tausende gibt, die den gleichen Familiennamen tragen. Diese werden neuerlich ihre Namen ändern laflen müssen. Alkohol heilt Lungenentzündung. Daß der Alkohol' als Genußmittel oft schädigende Wirkungen aufzeigt, ist hinreichend bekannt. Weniger dagegen si. seine ost segensreiche Wirkung als Heilmittel bekannt. Aus Warschau kommt die Nachricht, daß man dort bei Pneumonie(Lungenentzündung) durch Injektionen einer Mischung von 20 Teilen Alkohol und 80 Teilen einer schwachen Kochsalzlösung, die dem Pattenten injiziert werden,; verblüffende Heilerfolge erzielt hat. Es scheint, daß der Alkohol die Aktivität der eiterbildenden Bakterien herabmindert. Bomben. In S a n t i a g o(Kuba) ist vor dem Gebäude, in welchem sich eine große Bank und das amerikanische Konsulat befindet, eine große Bombe explodiert. Die Materialschäden sind erheblich. IMMMI M WM Leistungen unserer Gewerkschaften Verband der Bekleidungsarbeiter hat. seit 1930 seinen arbeitslosen Mitgliedern mehr als 12 Millionen K€ ausbezahlt. Einer Statistik des„Bekleidungsarbeiters" entnehmen wir, daß der Verband der Äekleidüngs- arbeiter in den Jahren 1930 bis 1934 ausgezahlt hat: an die arbeitslosen Schneider- und Wäschearbeiter 2,,288.333 XLf an die Hutarbeiter und Arbeiterinnen 2,049.160 XL» an die Üeder- und Schuharbeiter 3,6.86.396 XL, an die Handschuhmacher 4,068.250 XL, das ist an sämtliche im Verbände vereinigten Berufe 12,120.898 XL. Der Aussiger Chemie-Konzern wachst Der Aussiger Chemische Verein, der erst vor kurzem die Aktienmehrheit dec Kolinell.Cbemischen Fabrik erworben hat, ist nunmehr auch Aktienmehrheitsbesitzer der Böhmischen Glanzstoff- Fabrik in Lobösitz geworben.' Das, Lobositzer chemische Unternehmen, das in engster technischer Zusammenarbeit mit dem reichsdeutschen' Glanzstoff-Konzern Elberfeld steht,, befand'sich seit dem Vorjahre infolge der Uebernahme tzer Beteiligung der Oesterreichischen* Creditanstaltuntex der kommerziellen Vorherrschaft von Elberfeld,'’‘ Durch diesen Vorgang ist die tschechoslowakische Kunstseidenerzeuguyg,' tyenn man so sagen darf, wieder in die Hände einer inländischen Kapitalistengruppe'übergegangen. Das gilt aber stux bedingt, denn auch, an dem Aussiger Chemischen Verein ist ausländisches Kapital in hervorragendem Maße beteiligt; wenn der beherrschende Einfluß in ihm auch von der Zivnobank ausgeübt wird. Dieser Akt der fortschreitenden Konzen- Drei Tage, die die Wett nicht erschütterten Ei« Jeitbild in Pressemeldungen Gestern(am 11. Feber) sammelten sich nach einer Gefechtsübung des niederösterreichischen Hei- maffchnhes die Truppen der Heimwehr bei der Kirche von Langendorf. Vizekanzler Major Fey und Minister Fürst Schönburg-Hartenstein hielten Ansprachen. Vizekanzler Fey führte aus: Kameraden, ich kann euch beruhigen. Die Aussprachen von vorgestern und gestern haben uns die Gewißheit gegeben, daß Kanzler Dr. Dollfußder Unsrige ist und ich kann Ihnen noch mehr, wenn auch nur mit kurzen Worten sagen: Wir werden morgen an die Arbeit gehen und wir wer, den ganze Arbeit leisten... (»Neues Wiener Journal", 12. Feber.) Wie schon vor einigen Tagen verlautbart wurde, haben der aufgelöste republikanische Schutzbund, beziehungsweise Angehörige der sozialdemokratischen Pattei eine gewaltsame Aktion vorbereitet, Im Zuge der durchgeführten Waffenkonfiskattonen unternahm die Bundespolizeidirektton in Linz heute morgen im sozialdemokratischen Patteiheim eine- Hausdurchsuchung. Im Hause befanden sich größere Kontingente des Schutzbundes, welch« sofort der Polizei bewaffneten Widerstand entgegensetzten... Unter Heranziehung von Bundesheerabteilungen wurde das Gebäude im Kampfe genommen..• lieber Linz wurde sofort das Standrecht verhängt... In Wien haben Teile der sozialdemokratischen organisierten Arbeiter der städtischen.Gas- und Elektrizitätswerke die Arbeit niedergelegt. Deshalb wurde auch in Wien das Standrecht verhängt, (Verlautbarung der Bundesregierung, 12. Feber.) Mit blutigen Köpfen wurden die Bolschewiken heimgeschickt... Die Lehren aus dem gestrigen Tag sind: rücksichtsloser Kampf gegen den Marxismus... Durch Oesterreichs Bevölkerung wird heute ein hörbares Aufatmen gehen I Die bolschewistischen Verbrecher und Lumpen fliegen aus dem Rathaus hinaus. Die Stadt Wien i st befreit.. •(„Neues Wiener Journal", 13. Feber.) Nach 2 Uhr nachts entbrannte im 19. Bezirke und in Ottakring der Kampf von neuem... Es traten gegen den Karl Marx-Hof auch drei Minenwerfer in Aktton, deren dumpfes Krachen im ganzen Stadtgebiet hörbar war. Schließlich mußten auch zwei Haubitzen und zwei weitere kleine Feldgeschütze eingesetzt werden. Die Wiener Spitäler melden auch über Nacht 14 Gestorbene und 72 Schwerverletzte. Es wurde der Befehl gegeben, daß auch Polizeiflieger in Aspern aufsteigen sollen ... Ottakring ist«ndgülttg im Besitz der Regierungstruppen... Zahlreiche Zivilisten find schwer verletzt..> Vor dem Schlingerhof ist ein« motorisierte Haubitzenbatterie aufgefahren, die däs riesige Gebäude unter Feuer nimmt... Im Gebäude des Karl Marx-Hof, dessen Mitteltrakt einstürzt, spielt sich gegenwärtig ein erbitterter Kleinkrieg von Wohnung zu Wohnung ab... („Wiener Neueste Nachrichten", 13. Feber.)/ Präsident Kienböck gab folgende Erklärung: Der gestrige Tag ist bei den österreichischen Kreditinstitute» und Banken ruhig verlaufen.. -(Amtlicher Nachrichtendienst, 13. Feber.) Zur Bekämpfung der eingenisteten roten Verbrecher mußten in Heiligenstadt, Ottakring und Flo- ridsdorf Geschütze herangezogen werden. Erst nach | entsprechender Attilleriebeschießung konnten di j Schutzbündler, welche sehr schwere Verluste erlitten zur Uehergabe gezwungen'werden.. (Rundfunkrede Vizekanzlers Fey, 13. Feber.) Heute um 9 Uhr früh begann vor dem Straflandesgericht II der erste Standgerichtsprozetz. Um 10 Uhr 5 wurden die beiden Angeklagten, Lanz und Münichreiter, gestützt von Justizwachbeamten in den Saal geführt. BeideAngeklag- tensindverwundet.r. Münichreiter hat für eine Frau und drei Kinder zu.sorgen.. Sachverständiger Dr. Sauer: Der Angeklagte Dlü- nichreiter ist t r o tz seiner s ch w e r en V e r- wundung nicht als schwerkrankim Sinne des Gesetzes zu bezeichnen.. Um 14 Uhr 52 wird Münichreiter zum Todedurch den Strang und zum Ersatz der Kosten desBerf ährens verurteilt. Der Vorsitzende erklätt: Wenn kttne Begnadigung erfolgt, muß das Atteil bis halb vier vollzogen sein... („Neue Freie Presse", 14. Feber.) Münichreiter wurde heute um 16' Uhr 41 hingerichtet. (Amtliches Nachrichtenbüro.) Der Angeklagte Weisse!'wurde für schuldig befunden und zum Tode durch'den Strang verurteilt... Vorsitzender: Wollen Sie einen geistlichen Beistand? Weisse!: Nein!.. („Der Tag", 15. Feber.) ..,„•'■'*-rVtz Um dreiviettel 1 Uhr'nachts wurde das Todesurt ei la» Weissel v o-.l-l st r e ck t. („Kronenzeitung". 15. Feber.) tration in der tschechoflowakifchen Industrie ist deshalb noch besonders bemerkenswert, weil mit ihm die Macht der.Zivnobank, deren Leitung un- vcrhüllt gegen die Demokratie vorstöht und die fascistischen Gruppen unterstützt, im tschechöslowa- ki'schen Wirtschaftsleben eine weitere Ausdehnung erfährt. Als unmittelbare Auswirkung des Wechsels . des Mehrheiksbesitzes soll- eine sofortige Erhöhung der Kunstseidenerzeugung in Lobositz um 50 Prozent folgern Bisher.wurden 4000 Kilogramm Kunstseide täglich hergestellt, von jetzt ab werden es 6000 Kilogramm täglich seim Für die Han- delsbilanz kann» sich das in einer gewissen Entlastung auswirken. Kleine. Wirtschastsnachrichten Einen zweiten Rußlandauftrag, diesmal eine Bestellung äüf 5000 Tonnen Federnstahl im Werte von 4.5 Millionen XL erhielt die Berg- und Hüt- fen-Ä.-G. Der Auftrag muß im Frühjahr erfüllt sein. Ein neues Kartell, und zwar das Kartest des Flaschenglas-Großhandels für die Tschechdslowa- kei, ist zustande gekommen und hat seine Tätigkeit bereits ausgenommen. Die Gewerbesperre in der Tschrchoslowaki- schen Republik wird von den tschechosloivakischen Handelskammern und einer Reihe Gewettbever- bänden und Jndustriegruppen als dringlich gefordert. Es soll die Errichtung neuer Gewerbebetriebe aller Art und die von Nebenbetrieben und Lagern verboten, werden, desgleichen auch die Verlegung derartiger Betriebe in Städte mit mehr als 50.000 Einwohnern. Die Kleine Wirtschafts-Entente tritt in diesen Tagen zu ihrer programmäßigen Tagung in Prag zusammen.-. Drtt Millionen Arbeitslose gibt jetzt die offizielle Statistik des Dritten Reiches zu. Das ist etwa die Hälfte der in Deutschland wirklich vorhandenen arbeits- und erwerbslosen Arbeiter und Arbeiterinnen. Eine jugoflawische Anleihe zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit, insbesondere zum Ausbau des Straßen- und Eisenbahnnetzes in Höhe von einer Milliarde Dinar soll in Kürze aufgelegt werden. Die Ford-Gesellschaft in Dänemark schließt .1934 mit einem Gewinn von zwei Millionen Dänenkronen ab. Cs werden acht Prozent Dividende verteilt. Seit 1931 war die Gesellschaft dividendenlos. Gegen die Aufwertung des Dollars hat der Schatzkanzler der Vereinigten Staaten von Nordamerika, Morgenthau, eine Erklärung abgegeben. Er sei gewillt, den Stabilisierungsfonds zur Verhinderung einer Auftvärtsbewegung des Dollars zu verwenden. Ab Mörz bis September müssen Sie Ihre Blumen ständig mit begießen, dann blühen sie wunderschön 1 Paket K6 5.60 durch die Verwaltung .Frauenwelt", Prag XII, Fochova tt. 62 »ad bei allen Kolpotteareu erhältlich ........ Das große Gemeindegebäude am FAC-Platz wurde unter starkes Artilleriefeuer genommen. Gegen die Gartenstadt Jedlersee wirkte gleichfalls Artillerie. („Kronenzeitung", 15. Feber.)-> Der Schreiber dieser Zeilen hat die Todesanzeige eines auf dein Abtransport vom Schlingerhof getöteten Nichtkombattanten gesehen, die über Auftrag der Polizei gefälscht werden mutzte. Man hat die Angehörigen gezwungen, als Todestag Nicht den 13-, sondern den 14. Feber änzugeben, um die Spuren eiües polizeilichen Geiselmordes zu verwischen ... Sieben Arbeiter wurden in die Polizeiwachstube in der Poisfingerstraße eingeliefert Und mtt Gummiknütteln entsetzlich geschlagen. Um halb 12 Uhr nachts erschien Fey. Die sieben blutüberströmten Gefangenen, wurden..ihm vorgeführt. Fehbrüllte si e a n: „Ieder ze h n t e von euch roten Hunde» wird aufgehäygt"... Ja der Hubergaffe traf ich einen Ottakringer Schutzbündler, dem der Arm abgeschlagen wurde... Sin älterer Metallarbeiter erklärte: Lieber fünf Jahre Zuchthaus, ehe ich mich noch einmal so schlagen lasse.’ (Zuschriften an die Zeitschrift„Zukunft".) * Die Zahl der Toten auf der Seite der Aufrührer ist nichtf estst ellb a r. (Kunschaks Buch„Oesterreich", Seite 215.) 13 Uhr 10: Unterhaltungsmusik- 16 Uhr 30: Äerkstunde für Erzieher. 22 Uhr 05: Amerikanisches Nationalteam gegen österreichisches Nattonalteam. 22 Uhr 35: Heitere Abendmnsik. (Sendeprogramm des Wiener Rundfunks ’.- am 14. Feber 1934.) „Sozialdemokrat" Seite 6 Samstag, 16. Feber 1935. Nr. 40 Bezirksorganisation Prag der Deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei. Montag, den 18. Feber 1935, um 8 Uhr abends im großen Saale des Gewerkschaftshauses Prag 1., Pcrötnn 11, Jahresversammlung Tagesordnung: Protokoll, organisatorisches und politisches Referat des Vertrauensmannes.— Berichte des Kassiers, der Kontrolle.— Neuwahlen.— Allgemeines und Anträge. Zutritt haben nur Parteimitglieder gegen Borweis drS gültigen Mitgliedsbuches. PRAGER Straßenbahn fährt in Lastauto. In der Habrniangasse in Prag VII erfaßte Donnerstag nachmittags ein Straßenbahnlvagen der Linie 18 ein Lastauto. Der Lenker des Wagens, Becka, wurde dabei verletzt. Kunst und Wissen Orchesterkonzrrt des Tschechischen Staaiskonsrr" vatoriums. Nach einer ansehnlichen Reihe von einem ganzen Dutzend öffentlicher MusikSbende und Meisterkonzerte, in denen ebenso ungeheuerer Lehr- und Lernsleiß wie musikerzieherische Arbeit zur Geltung kam, hat das Prager Tschechische Staatskonservatorium vorgestern abends im Smetanasaal sein erstes diesjähriges Orchesterkonzert veranstaltet. Es diente in vorbildlicher Weise ebenfalls musikpädagogischen Aufgaben. Vor allem durch sein Programm, das nur-Orchester-Ouvertüren enthielt, also in höchst anschaulicher Weise einen lehrreichen Ueber- blick über die Entwicklung der Ouvertüre vom Musikklassizismus bis zur Gegenwart gewährte. Mozarts»Entführung"-Ouvertüre und Beet.? Hovens„Corlolan"«Ouvertüre repräsentierten die klassische Richtung Mendelssohn- B a r t h o I- d v s selten gehörte C-Dur-Ouvertüre, die sogenannte Trompeten-Ouvertüre, B e r l i o z Konzertouvertüre zu»König Lear" und WagnerS wenig bekannt« »Faust"-Ouvertüre die romantische und neuromantische Richtung, D v o t a k s Konzertouvertüre »Othello" und F o^ r st e r s»Festouvertüre" schließlich die neuere und neueste tschechische Musikepoche. Ganz ausgezeichnet war die künstlerische Durchführung des Programmes durch das Z ö g- lingsorchester des Konservatoriums, eines Jnstrumentalkörpers von ungewöhnlicher Klangfülle und jugendlicher Spielfreudigkeit, besten rhythmische Festigkeit imponiert und besten Streicherglanz den Reid aller Präger Konzert-Orchester erwecken kann. In Prof. Paul D i b e l e l besitzen die jungen Orchestermusiker einen straffe Disziplin haltenden, umsichtigen und werktreuen Führer. E. I. Wochenspielplan des Renen Deutschen Theaters. Samstag, halb 8: Ehe in Dosen, Erstaufführung, Al.— Sonntag, halb 3: Fremdenverkehr; halb 8:DieZeitensindschwer, D2. — Montag, 8: Bellini-Konzert unter Leitung Molinaris.— Dienstag, halb 8: Di e Zeitensindschwer, A2.— Mittwoch, halb 8: Jenufa, BI— Donnerstag, halb 8:Othello, Verdi-Zyklus IV, CI.— Freitag, halb 8: Sommernachtstraum, D,2.— Samstag, halb 8: Die schöne Helena, Abonnement aufgehoben. Wochenspielplan der Kleinen Bühne. Samstag, 8: Ich Habs getan.— Sonntag, 11: Tanzmatinee Lott« Goslar; 3: Schneider Wippl contra Napoleon; 8: Ehe in Tosen.— Montag, 8: Ehe in Dosen, Bankbeamte und freier Verkauf.— Dienstag, 8: Ehe i n D o s e n.— Mittwoch, 8: Ichhabs getan. — Donnerstag, 8: Ehe in Dosen.— Freitag, 8: Ich Habs getan.— Samstag, 8: Ehein Dose n. Der Film Eavaleade Ein englischer Dramatiker(Noel Coward) hat die Vorlage geliefert, ein Londoner Revuedirektor(C. B. Cochran) das Szenario und ein Holly« Wood-Regiffeur(Lloyd Frank) hat einen Film daraus werden lassen. Das Ganze ist ein Gemisch aus Literatur, Historienschau und filmischer Realistik,— aber ein Gemisch, das bis zur Grenze des Möglichen gelungen und schon deshalb intereffant ist. Doppelt interestant um des Themas willen: die Chronik einer Familie vom Beginn unseres Jahrhunderts bis 1932, einer englischen Familie, deren Oberhaupt in den Burenkrieg zieht, dekrn einer Sohn auf der Hochzestsreise mit der„Titanic" untergeht, während der andere als Freiwilliger im Weltkrieg fällt. OPTIK u. FOTO DEUTSCH PNkopy VON WINTERSCHUHEN HIT 07. NACHLASS Gefüttert mit echtem Lammfell. Meltonschuhe mit doppelter Ledersohle. Elegante Lederschehe mit Zierkragen. vcrclnsnadirlditcn ZEITUNG Literatur 280B Alle, die die Schrecken, des Krieges überlebt hatten, stürzten sich in Friedensbegeisterung in den Trubel des Lebens. Die ganze Welt steht im Zeichen des TaNzes, des Lachens und der Liebe. Und das ist auch ein Teil des monumentalen Films einer Generation „C a v a l.e a d e". Mittellungen aus dem Publikum Die Gripprinfektion beruht stets auf einer verminderten Widerstandsfähigkeit des Organismus. Stärken Sie daher Ihren Körper durch gleichmäßig andauernde Massage mit AIpa-Mentholfranzbrannt- wein. Sie schützen sich dadurch verläßlich vor der Grippe. Eine Desinfektion des Mundes, der Nasenhöhle und aller sonstigen AtmungSorganc durch Alpa macht Sie widerstandsfähig gegen Infektion. Im Kreis dieser Londoner Bürger-Familie (die geadelt wird) spiegelt sich also das europäische Geschehen des letzten Menschenalters,— und wenn Noel Coward, der Dramattker, an der Oberfläche dieses Geschehens haften bleibt, wenn er mit der Krise der Nachkriegszeit nichts anzufangen weiß und am Ende nur einen gelassen-hoffnungsvollen Silvestertoast der altgewordenen Eltern zu sagen weiß, so ist auch darin ein Zug, der zum Bürgertum dieses Jahrhunderts— und damit zu seiner Chronik gehört. Mit Recht ist die Mutter ins menschliche Zentrum des Geschehens gestellt: ihre Angst um die vom Krieg bedrohten, ihr Schmerz um die Gefallenen, ihre Sehnsucht nach Frieden und Menschenwürde bleibt das Echteste und Edelste dieser vergehenden Generation. Aber erst der Film hat Cowards dramatischen Versuch zur Erfüllung bringen können. Hier steigen nicht nur in Gesprächen, sondern in anschaulichen, bewegten Szenen die Ereignisse der nahen Vergangenheit herauf. Mit einer erstaunlichen Vereinigung von Massen-Aufwand, Milieu-Treue und künstlerischer Knappheit hat der Regiffeur Frank Lloyd diese Szenen gestaltet: den Abschied der Buren-Krieger, den Leichenzug der Königin Victoria(der sich, selbst unsichtbar, nur in den Mienen der Zuschauer foie» gelt),, bas sctzte Gespräch des Brautpaars von her „Tnänic"-Katastrophe, die Hölle des Weltkriegs (die als Vision durch eine kitschig-patriotische Revue- Darbietung dringt), den Taumel der Waffenstillstandsfeier und des Jazz-Rausches. Daß die Verlegenheit des Schlnstes freilich mit der monarchistische Hymne„God save the King" eher unterstrichen als gemildert wird, ist ein Mißgriff der Regie, der nach allem Vorangegangenen überraschend kommt. Von den Darstellern ist zu berichten, daß die beiden Hauptakteure Diana Winyord und Clive Brook außergewöhnliche schauspielerisch- Leistungen bieten, während die anderen ihre Rollen zureichenb ausfüllen. Aber alle zusammen ordnen sich der chronistischen Gesamt-Tendenz des Films unter, so daß nirgends der Eindruck t der Star- Spielerei entsteht, der amerikanische Filme so oft entstellt hat.—eis— Die Fis-Wettkämpfe in der Hohen Tatra haben nach dem donnerstägigen„Ruhetag" am Freitag eine Fortsetzung gefunden. Es wurde der Langlauf über 18 Kilometer ausgetragen, der einen gesamten Höhenunterschied von rund 350 Metern aufwies. 215 Läufer starteten und 194 kamen durchs Ziel. Fast fünf Stunden dauerte diese eine Veranstaltung. Di« Läufer der Rordftaaten gewannen wiederum überlegen und ließen den ersten Mitteleuropäer erst! als Siebenten durch. Der Finne Karppinen belegte den ersten Platz mit 1:27:50 Std. 2. Hagen(Norwegen) 1:28:45, 3. Hoffhakken(Norwegen) 1:31:47, 4. Vestad(Norwegen) 1:32:05, 5. MatS- boe(Schweden) 1:32:05, 6. Jversen(Norwegen) 1:33:36 Std. Der erste Tschechoflowake, der Svaz- läufer C. Mufti. kam mit 1:36:53 auf den 13. Platz. Von den HDW-Läufern plazierte sich Berauer mit 1:39:17 auf den 20., Horn mit 1:42:56 auf den 27. und Knoll mit 1:43:25 auf den 30. Platz. Eishockey'Match Moskau—Leningrad. Dieser Tage fand in Moskau ein Eishockeyspiel Moskau gegen Leningrad statt, das die Moskauer mit 4:0 gewannen. Bei den Tischtennis'Weltmeisterschaften in London siegte im Swaythling-Cup der Männer- Mannschaften Ungarn vor der Tschechoflowakei. Im Corbillon-Cup der Fraüen-Teams gewann im Entscheidungsspiel die Tschechoslowakei vor Ungarn.— In den Einzel» und Doppelspielen sowie im gemischten Doppel für Frauen und Männer wurde mit den Ausscheidungsspielen begonnen. MMklWe Skntnvlnl» der ArbeiterfLrsorge finden jede« S a m»- t a g von 5—7 Uhr im Verein deutscher Arbeiter, Smekkagaffe Nr. 27, statt. Sport• Spiel• Itörperpllege Göbbels will Max Baer engagiere« Ein eigenartiger Agent des Mch spropaganda- ininisters ist in New Uork, wie von dort gemeldet wird, aufgetaucht. Es handelt sich um einen Herrn Kirsch, der die amerikanische Staatsbürgerschaft besitzt und früher Mitarbeiter einer New Uorker Zeitung gewesen ist. In den Vereinigten Staaten macht bekanntlich nichts so großen Eindruck, wie ein Sportrekord und ein Sportereignis. So kam Kirsch mit dem Austrag nach New Jork, die Boxer Max Baer und Bob Olin aufzufordern, in Deutschland zu kämpfen. MaxBaersind, trotzdem er ein Jude ist und sein Film in Deutschland verboten wurde, 300.000 Dollar geboten worden! Diese Angebote haben in New Dori Sensation hcrvorgerufen. Man glaubte zunächst, es handle sich um einen Reflametrick der Manager von Baer und Olin, um die Gagen der New Dorker Boxunternehmer in die Höhe zu treiben. Bald kam jedoch heraus, wer der wahre Auftraggeber des Herrn Kirsch ist. Das Vropagandaministerium vertritt offenbar di« Meinung, daß dies« 300.000 Dollar gut angelegt sein würden, da man mit einem Boxkampf zwischen Schmeling und Max Baer, der auf deutschem Boden stattfinden würde, starken Eindruck in den Vereinigten Staaten Hervorrufen könnte. Es ist allerdings aus zahlreichen Gründen anzunehmen, daß dieser Kampf niemäls zustande kommt.' A PRAG Tschechische soziale Dichtung. Im Verlage der tichechischen sozialdemokratischen Partei A. Svkceny, Prag II., Hybernska 7, erscheint in den nächsten Tagen der erste Band einer neuen vierbändigen Anthologie sozialer Poesie„Pochodnk"(„Fak- keln", zusammengestellt von Rudolf Jllovy. Während die vor zehn Jahren gleichfalls im Parteiverlag erschienene und gleichfalls vierbändige Anthologie„Ceskoslovenskä Poesie sociälni" von Jllovy vom literarhistorischen Standpuntt und chronologisch bearbeitet war, soll das neue Werk auch als praktischer Behelf für Rezitationen dienen und wird außer tschechischer Originaldichiung auch Uebersetzungen aus der sozialen Weltpoesie bringen. Der erste Band ist nach Themen geordnet^ wie z. B. „Rote Fahne",„Klassenkampf",„Revolution",„Kapitalismus",„Krieg und Frieden" usw. Im zweiten Band werden soziale Balladen, Sprechchöre und Satiren gesammelt sein, der dritte Band ist vorwiegend Fachgruppen gewidmet(Gedichte über Bergarbeiter, Weber, Metallarbeiter, Handelsangestellte usw.). im vierten Band werden Gedichte abgedruckt sein, welche sich besonders für Gelegenheitstage eignen(Maifeier, Frauentag, Jugendtag usw.). Da? Werk werden biographische und bibliographische Taten über die eiuzelnen Autoren abschließen. Drehbänke, Fräsmaschinen, Horizontal-Bohr- und Früswerke, Radialbohrmaschinen, Shaping- und Hobelmaschinen sowie Universalspannfutter kür höchste Leistung in modernster Ausführung erzeugt: Werkzeugmaschlnenfabrik Arno Plauert Warnsdorf, CSR Filme in Prager Lichtspielhäusern Adria:„Es lebe der Selige." Lustspiel H. HaaS. Tsch.— Alfa:„Der rote Pimpernell." E.— Asien: „Der Sohn des King Kong." A.— Beränek:„Die hohe Schule." Rudolf Forster. D.— Ftnix:„C a- v a l c a d e." A.— Flora:„Moskauer Nächte." Fr- — Hollywood:„Es lebe der Selige." Tsch.— Hvkzda:„Ein Sohn Indiens." A.— Kinema, B.-Th.: Journale. Groteske, Report. Ab 542—7.—- Koruna:..Teilnehmer antwortet nicht..." Delek« tivfilm. D.— Kotva:„W o l k e n st ü r m e r." A. Lucerna:„W olk e n stürm e r." A.— Olympic: „Die hohe Schule." Rudolf Forster. D.— Praha: „Das Meer ruft." Heinr. George. D.— Nadia:„Die hohe Schule." Rudolf Forster. D.— Skunk:„Der Dämon." E.— Svktozor:„E" lebe der Selige."—- Alma:„Grandhotel Nevada." Tsch.— Bastal: ..Grandhotel Nevada." Tsch.— Carlton:„Der Herr ohne Wohnung." D.— Favorit:„Die hohe Schule-" Rudolf Forster. D.— Illusion:..Grandhotel Nevada." Tsch.— Lido:..Die hohe Schule." D.— Louvre:„Grandhotel Nevada." Tsch.— Maceska: „Grandbotel Nevada. Tsch.— Roxy:..Grandhotel Nevada." Tsch.— Sport-Smichrv:„Nocturna." D.— Baldck:„Grandhotel Nevada." Tsch. Turner und Turnerinnen, Achtung! Bezirksturnwart Genosse Kohlert kommt diesen Samstag nach Prag und wird im Vorturnerkursus die Proben für unsere Akademie leiten. Es sollten möglichst alle aktiven Turner und Turnerinnen teil nehmen. Kurszeit: Samstag von 17 bis 20 Uhr und Sonntag von 9 bis 12 Uhr in unserem Turnlokal.— TurngenoffinnenI Eurem Wunsche entsprechend, findet Dienstag, den 19. Feber, im Parteiheim ein Ausspracheabend der Turnerinnen statt. Wir sprechen u. a. auch über unsere Vorarbeiten für die Akademie am 6. April. Sorget dafür, daß keine Turngenoffin fehlt. — Voranzeige! Am 6. März veranstalten wir eine Mitgliederversammlung im Gewerkschaftshaus. Haltet diesen Termin tret. Ans Her Partei Freie Bereinigung sozialistischer Akademiker. Genosse Erich Posner(Karlsbad) wird heute um 12.30 Uhr im KaröLnum zum Doktor der Heilkunde I promoviert. verkederbrwxt plötzliche Wetterwechsel mit sich. Lederschuhe mit Zierkragen für Kinder. 'JA,"“ 22$° Im Feber gibt es auch die meisten Erkrankungen durch Verkühlung. In unseren Meltonschuhen sind Ihre Füsse vor Nässe und Kälte geborgen.— Bezugsbedingungen: Bei Zustellung ins Haus oder bei Bezug durch die Post monatlich Kä 16.—, vierteljährig KC 48.—, halbjährig KC 96.—, ganzjährig Kd 192.—.— Inserate werden laut Tarif billigst berechnet. Bei öfteren Einschaltungen Preisnachlaß.— Rückstellung von Manuskripten erfolgt nur bei Einsendung der Retöurmarken.— Die Zeitungsfrankatur wurde von der Post» und Telegraphendirektion mit Erlaß Nr. 13.800/V11/1930 bewilligt.— Druckerei: jDrbiä". Druck-. Verlags- und ZeitungS-A.-G„ Prag.