ZENTRALORGAN DER DEUTSCHEM SOZIALDEMOKRATISCHEN ARBEITERPARTEI IN DER TSCHECHOSLOWAKISCHEN REPUBLIK ERSCHEINT MIT AUSNAHME DES MONTAG TÄGLICH FRÜH. Redaktion und Verwaltung frag xii., fochova a. telefon sw7. Administration telefon sw«. HERAUSGBER. SIEGFRIED TAUB. CHEFREDAKTEUR> WILHELM NIESSNER. VERANTWORTLICHER REDAKTEUR. DR. EMIL STRAUSS, PRAG. Einzelpreis 70 HtHw (eiruchlieWich 5 Heller Porto} 15. Jahrgang Freitag, 22. Feber 1935 Nr. 45 v38 Fi d68 Kolumbus in der Finanzpolitik: Kreditermächtigung an Hitler in unbegrenzter Höhe Die Arbeittbetchaffungtwechsel beginnen zu drücken I 800 Verhaftungen beim Schuschnl9S*Empfans Paris. Der österreichische Bundeskanzler Schuschnigg und Außenminister Berger-Wal- denegg sind um 21 Uhr 20 in Paris eingetroffen. Der Zug wurde nicht wie sonst auf den Ostbahn- bof, sondern. auf den Bahnhof in Paris- Reuilly geleitet, wo sie vom französischen Ministerpräsidenten F l a n d i n und vom Außenminister Laval empfangen wurden. Offenbar zur Irreführung der Demonstranten hatte die Polizei am Ostbahnhof umfangreiche Vorkehrungen getroffen. Der Bahnhof und seine Umgebung waren im wahren Sinne des Wortes von Wachleuten sowie von Mitgliedern der republikanischen Garde zu Fuß und zu Pferd in voller Ausrüstung besetzt. Die Polizei trieb Pafsantengruppen, die stehen blieben, auseinander und verhaftete sofort jeden, der nicht gehorchte. Trotzdem hatten sich in der Umgebung des Bahnhofes zahlreiche Demonstranten eingefunden. Die Zahl der Personen, welche bei den Si- chrrungs-«nd Sicherheitsmaßnahmen für das Eintreffen der österreichischen Staatsmänner in Paris verhaftet wurden, ist abends auf 800 gestiegen. Der erste reguläre Transport Neapel. Am Mittwoch ging nach Afrika dir erste Abteilung regulärer Truppen ab, um im Somalilande«nd in Erythräa die Besatzungen, namentlich längs der abessinischen Grenzen, zu verstärken. Insgesamt wurden bisher nach dem italienischen Somaliland drei Bataillone Freiwilliger, d. i. fascistischer Miliz, und 750 Mann regulärer Truppen mit 23 Offizieren, mit einer Gruppe von Aerzten und mit Soldaten verschiedener Dienstzweige entsandt. Weitere Militärabteilungen werden aus Messina nach Erythräa und dem Somalilande gesandt werden.. In Neapel kursieren Gerüchte, das; Freitag neue starke Abteilungen nach Afrika abgehen werden.' In Rom wurde der Umstand besonders unliebsam ausgenommen, daß die Abessinier, wie es scheint, alle militärischen Vorbereitungen Italiens vollkommen gleichgültig und desinteressiert aufnehmen. Deshalb soll sich Ministerpräsident Mussolini entschlossen haben, uls weitere Maßnahme ans Vorsicht eine ganze Division,«, zw. noch im Laufe dieser Woche, an die abessinische Grenze zu senden. Vanziger Volkstag aufgelöst Danzig. Ter Danziger Volkstag hat am Don- uerstag den Auflösungsantrag der nationalen Fraktion mit 41 gegen 22 Stimmen bei drei Stimmenthaltungen angenommen. Gegen die Auflösung jtnnm- ien das Zentrum, die Sozialdemokraten und Kommunisten, während die beiden polnischen Abgeord- ueien und ein Deutschnationaler sich der Stimme enthielten. Die Neuwahl findet am 7. April statt. Berlin. Die Reichsregierung Hal das folgende Gesetz beschlossen: „Der Reichsminister der Finanzen wird ermächtigt, im Wege des Kredits Mittel zu beschaffe«, deren Löhe der Führer und Reichskanzler auf Antrag des Reichsfinanzministers bestimmt." Amtlich wird mitgeteilt: Durch das Reichshaushaltsgesetz für 1934 sind dem Finanzminister zwei Kreditermächtigungen erteilt worden. Davon diente die eine dazu, den Fehlbetrag des Rechnungsjahres 1933 zu finanzieren. Auf Grund der anderen Kreditermächtigung wurden die Mittel beschafft, die zur Einlösung der 6(7) prozentigen Anleihe des Deutschen Reiches von 1929 erforderlich waren. Diese Ausgaben sind erledigt. Inzwischen sind London.(Reuter.) Es ist nicht ' ausgeschlossen, daß der brttische Außen- 'Minister Sir John Simon Berlin besuchen wird, worauf er sich nach Moskau begeben würde. Von der Sowjetregierung ist keine formelle Einladung zu einem solchen Besuch in Moskau eingegangen, doch ist in London be- Paris. England und Frankreich hatten durch ihre Botschafter in Paris erklären lassen, daß sie gern die Meinung der Sowjetunion über die Grundzüge des Londoner Abkommens wüßten. In Beantwortung dieser Anfrage überreichten dir russischen Botschafter in Paris und London am Mittwoch eine Antwortnote, in der festgestellt wird, daß die Sowjetunion ohneBorbehalt der französisch-britischen Erklärung vom 3. Feber beitritt und namentlich an der Untrennbarkeit des Gesamtprogramms des Friedens«nd der Sicherheit festhält. Sie ist der Meinung, daß das bei der Londoner Zusammenkunft verfolgte Ziel der„Organisierung der Sicherheit Europas" nur bei Verwirklichung aller in dem Londoner Kommuni- qure erwähnten Regionalpakte und Abkommen erreicht werden kann und daß im Gegenteil die Nichtachtung eines oder des anderen Abkommens nicht nur nicht der„Festigung der Friedensperspek- tivr" dienen, sondern eher als eine offene F ö r- neue kreditpolitische Maßnahmen notwendig geworden. Die Reichsregierung hat in den beiden Jahren seit der Machtübernahme zur Behebung der Arbeitslosigkeit Maßnahmen ergriffen(d. h. für Milliarden ungedeckte Arbeitsbeschaffungswechsel ausgegeben!), die zunächst kurz-«nd mittelfristig finanziert worden sind. Es soll nunmehr eine Konsolidierung dieser Schulden erfolgen. Ferner werden Ausgaben, insbesondere im Zusammenhang mit dem Ausbau der deutschen Rohstoffwirtschaft entstehen. Zur Finanzierung dieser Ausgaben, derenHöhe sichimvora ns nichtvol' übersehen läßt(!), bedarf es einer neuen Ermächtigung für den Reichsminister der Finanzen zur Beschaffung von Mitteln im Wege des Kredits. kannt, daß Sowjetrußland einem sol» chen Besuch nichtabgeneigt würe. Die Gerüchte, wornach Warschau ebenfalls in diese Desuchsreise eingeschloffen werden soll, sind nur Vermutungen der Zeitungen. Soweit bekannt ist, ist eine derarfige Anregung weder von englischer noch von polnischer Sette erfolgt. Friedens in dem entsprechenden Gebiete betrachtet werden kayn. Die maßgebenden französischen Stellen verhehlen sich nicht, daß die sowjetruffische Rote die Stellung Englands und Frankreichs gegenüber Deutschland in bedeutendem Matze gestärkt habe. Ein Fragebogen Die englische Regierung wird, nach Informationen ans gut unterrichteten Kreisen, ehestens nach Berlin einen Fragebogen senden, in welchem die deutsche Regierung ersucht werden wird, sich präzise und klar über alle Punkte der französisch-britischen Vorschläge z» äußern, da sie dies in ihrer letzten Rote nicht getan habe. Dieser Fragebogen wird soeben in London vorbereitet und das englische«nd das französische Außenministerium stehen miteinander in ständiger Verbindung. Sir Simon nach Moskau! Rußland völlig auf Seite der WestmSchte der« ng der Uebertretung des Unter den Bernrtrilten befindet sich auch der ehemalige Landtagsabgeordnrte Alfons B a Y e r e r aus Regensburg, rin Schwerkriegsbeschädigter, der viereinhalb Jahre Zuchthaus bekam. Die„hochverräterische" Tätigkeit dieser Ju* stizopfer bestand darin, daß sie für die Auferstehung von Freiheit, Recht und Menschlichkeit» in Deutschland kämpften. Durchwegs unbescholtene Männer und Jungarbeiter, die unerschrocken für ihre sozialistischen Ideale eintraten, werden von der nationalsozialistischen Justiz mit Mördern«nd Dieben zusammen in die Kerker des Dritten Reiches geworfen. Und ein Regime, das sich mit solchen Schandurteilen besudelt, verlangt vom Auslände Glauben für seine Friedensbeteuerungen! ,^n Hawai-Jnseln,.. schließlich auf der Marcus-Insel in der Nähe kuam errichtet werden. Wir haben bereits über den Monsterprozeß berichtet, der vor dem Obersten Landesgrricht in München gegen sozialdemokratische Funktionäre Frankens und der Oberpfalz geführt wird. Die Angeklagten werden durchwegs beschuldigt, in Verbindung mit der emigrierten SPD-Führung eine illegale Tätigkeit entfaltet zu haben. Die geheim durchgeführte Verhandlung wird in fünf Abschnitten durchgeführt. Am 11; Feber wurden wieder zwölf Angeklagte aus Regensburg und Landshut zu barbarisch hohen Zuchthaus- und Gefängnisstrafen vrr- Rachejustiz gegen SPD-Kämpfer Bisher 58 Jahre Zuchthaus und 26 Jahre Gefängnis Im Münchener Hochverratsprozeß Strategische Funkstationen im Stillen Ozean Tokio. Wie die Presse berichtet, soll die amerikanische Regierung beschlossen haben, neue Funkstationen im Stillen Ozean zu errichten, die von größter militärischer und strategischer Bedeutung für Flottenoperationen im Pazifik ßien. Solche Funkstationen sollen ferner in Ala- Meda, einer Stadt an der Francisco-Bucht, auf , den Manuay-Jnseln und von Der Untergang der„Macon" auf Fehler im Bau zurückzuführen San Francisco. Der Vorsitzende der Kom- s Mission, welche die Katastrophe des lenkbaren, urteilt. Bisher sind von 60 Beschuldigten 58 ab- Luftschiffes„M neun“ untersucht, hat erklärt, I geurteilt worden. Insgesamt wurden 58 Jahre baß die Ursache der Katastrophe in einem Fehler! Zuchthaus und 26 Jahre Gefängnis anfdiktiert. im Bauplan des Riesenlustschiffes zu suchen ist. j Acht Angeklagte harren noch der Verurteilung. I Der politische Kurpfuscher Man erinnert sich daran, daß Anfang Dezember in den Henleinblättern Ankündigungen erschienen, wonach die SudHendeutsche Heimatfront mit einem großzügigen Arbeitsbeschaffungsprogramm auftreten werde, wodurch Hunderttausende von Arbeitern aus dem Elend der Arbeitslosigkeit befreit werden sollten. Wie Moses die Juden ins gelobte Land geführt hat, wollte Konrad Henlein die Arbeitslosen in das Paradies bringen, wo jeder, der arbeiten will, auch Arbeit erhält. Hitler sagte, er werde dazu fünf Jahre brauchen, Henlein wollte das, Wunder im Handumdrehen vollbringen. Tatsächlich erschien noch vor Jahresschluß (vor Silvester!) ein Büchlein, das den stolzen Titel trägt,„Arbeit für 300.000", in welchem sich der Zauberkünstler vor einem erstaunten Publikum produzierte. Aber die Zuschauer waren ungläubig. In einer Reihe von Kritiken wurde dem Verfasser des Wunderplanes nachgewiesen, daß er ein elender Stümper ist und von volkswirtschaftlichen Din- gen so viel versteht wie— ein Turnlehrer. So ist es, kaum zwei Monate nach der Entdeckung des Steins der Weisen durch die politischen Alchimisten von Asch, um den großen Plan der SHF stillgeworden-— was aber gerade ein Anlaß sein muß, . der-sudetendeutschen.Oeffentlichkeit zu zeigen, was für Kurpfuscher an ihr Wunderkuren vornehmen wollen, Der oder die Wirischasistheoreiiler des Turn-, lehrers Henlein wollen die 300.000 Arbeitslosen in den Wirtschaftsprozeß auf die Weise einreihen, daß sie diesem Kapitalien zuführen und zwar in der Höhe von einer Milliarde KL. Man hat, dafür zwei Quellen entdeckt: 1. Die„Redeflationsreserve" der Nationalbank in der Höhe von 400 Millionen KL und 2. die„Thesaurierungsgelder" der Geldinstitute in der Höhe von mehr als 700 Millionen KL. Die Verfasser dieses„großartigen" Arbeitsbeschaffungsprogramms sind darauf gekommen, daß der Notenumlauf der Nationalbank im Vergleiche mit den früheren Jahren derart, zusam- mengeschrumpft ist, daß sich-ein Manko von zirka 400 Millionen KL ergibt, die der Wirtschaft entzogen sind und die, wenn sie ihr zur Verfügung , stünden, in Form von wiederholten Tauschakten in der Wirtschaft zirkulieren würden, um so eine gewisse Spannung zwischen Unterkonsum uud Arbeitslosigkeit zu beseitigen. Diese erwähnten 400 Millionen werden als„Redeflationsreserve" der Nationalbank bezeichnet, sie seien der Wirtschaft durch Selbstdeflation entzogen worden. Es ist ungeheuer schwer, in der Vollswirt- schaft mit dem Begriff eines„Normalumlau f e s" der Banknoten zu operieren. Es ist ein Pech der Henleinvolkswirtschaftler, daß sie als Stichjahr für ihre volkswirtschaftlichen Betrachtungen gerade das Jahr 1931, dasJahr der allgemeinen Bank en k. a ch s gewählt haben. Denn damals brach in Oesterreich die Kreditanstalt zusammen, kurze Zeit darauf folgten einige deutsche Großbanken. Die amerikanischen und westeuropäischen Gläubiger wurden unruhig und so kam es auch im Jahre 1931 bei uns zu Kreditaufkündigungen, die bei der Nationalbank einen scharfen Rückgang des Devisenportefeuilles zur Folge hatten. Dazu kommt aber noch, daß im Jahre 1932 ein n e u e s S ch e idemünzen- gesetz zustande kam, durch das die Ausgabe von Zehn- und Zwanzig-Kronenstücken ermöglicht wurde, deren Menge in den Banknotenausweisen der Nationalbank nicht zu finden ist. Der Banknotenumlauf hat sich durch diese Scheidemünzen allerdings verringert, aber diese rein technische finanzpolitische Maßnahme darf doch, über den wirklichen Stand der Dinge nicht Hinwegtäuschen. Dabei muß noch berücksichtigt werden, daß die jetzigen Bankausweise der Nationalbank auch noch durch den Umstand beeinfiußt sind, daß die Gehaltsauszahlungstermine der Staatsbeamten und -Angestellten verschoben wurden; Während früher die hiezu notwendigen Gelder im Lombardwege am Monatsende bei der Nationalbank verschafft wurden, geschieht dies sowie die Rückzahlung der Lombardkredite nunmehr innerhalb des Monates und dieses Arrangement ist in den Ultimoausweisen der Nationalbank nicht ersichtlich. Aus all dem Gesagten geht hervor, daß von einer„Re- deslationsreserpe" der Nätimialoank nicht die Rede (Seite 2 Freitag, 22. Fever 1935 Ne.!5 Arbeit für die Jugend Christliche Jugend und Gewerkschaften anerkennen die Arbeit unserer Partei und Jugend und schnellen sich Ihren Forderunsen an fein kann, daß also die Beschaffung der von den Henleinvolkswirtschaftlern gefundenen 400 Millionen bei der Nationalbank sehr in Frage gestellt ist. Mit den sogenannten«Thesaurierungsgeldern" der Geldinstitute ist es nicht besser bestellt. Es handelt sich hier um 700 Millionen, die die Banken auf ihren Giroguthaben bei der Nationalbank unverzinst liegen haben und die, so heißt es im Henleinplan, der Wirtschaft auf diese Weise verloren sind. Henleins Fachleute errechnen für die Banken einen notwendigen Liquiditätssatz von sieben Prozent der Einlagen. Wieder werden die Daten des Jahres 1931 diesen Gedankengänge zu- grunde gelegt, also wieder jenes Jahr, das für die Geldinstitute Mitteleuropas auf keinen Fall als Normaljähr angesehen werden kann, ganz abgesehen davon, daß es nicht möglich ist, die Liquiditätsquote mit einem bestimmten Prozentsatz zu normalisieren, bzw. zu maxi Malis ieren. Wir sehen also, daß auch die zweite, so marktschreierisch verkündete Geldquelle des Heinleinschen Arbeitsbeschaffungsprogramms in Nichts zerrinnt. Es wäre aber auch wirklich zum Staunen gewesen, wenn die tschechoslowakischen Bolkswirt- schaftler bisher nicht auf diese leichte Art der Arbeitslosigkeitsbekämpfung gekommen wären, und daß man ausgerechnet auf Henlein und seine Heimatfront hätte warten müssen, bis dieser uns das Erlöserwerk bringt. Die letzten volkswirtschaftlichen Maßnahmen unserer Regierung haben auf dem Gebiete der Krisenbekämpfung fühlbar gewirkt und einer Thesaurierung von Geldmitteln bei den Geldinstituten ist man bereits gesetzlich entgegen getreten, lange bevor Henlein darauf gekommen ist, nur in einer etwas anderen, in einer realeren Form. Da jedoch die Durchführbarkeit des Henlein- planes auf die Mittel aus den beiden genannten Geldquellen aufgebaut ist und da diese nach dem bisher Gesagten gar nicht bestehen, fällt natürlichauchderganzePlan und es ist um ihn herum— schon ganz kurze Zeit nach seiner Veröffentlichung— merklich still geworden. Der große Wahlschlager, mit dem mag die Arbeitslosen ködern wollte, hat ganz und gar versagt. Im Gegensatz hiezu hat die Sozialdemokratie bisher nicht nur Vorschläge gemacht, sondern sie hat für die Arbeitslosen seit dem Einbruch der großen Krise ganz Außerordentliches geleistet. Der Tätigkeit dds Genoffen Dr. Czech im Fürsorgeministerium, die unvergessen bleiben wird, verdanken die Arbeitslosen eine Erhöhung der Unterstützung nach dem Genter System, die Ernäh- rungs- und andere Aktionen, welche der Belieferung der Arbeitslosen mit Naturalien(Kartoffeln, Zucker, Kohle) dienen, prÄmktive Arbeitslosenfürsorge ustd anderes mehr. Wenn nicht alles durchgesetzt werden konnte, was wir wollten, so sind die Klaffengenoffen des Herrn Henlein schuld, die schon wissen, warum sie die SHF, die nichts anderes ist als eine Waffe jenes deutschen Bürgertums gegen die Sozialdemokratie, das an sozialem Unverständnis das Bürgertum der anderen Nationen weit überragt. Wir werden den schweren.Kampf gegen die deutsche Bourgeoisie weiterführen, die historische Aufgabe, die uns gesetzt ist, weiter verfolgen. Und wir werden der deutschen Arbeiterklaffe durch Taten und nicht durch Phrasen helfen. Große öffentliche Arbeiten und Arbeitszeitverkürzung lautet das Gebot der Stunde, das ist das Heilmittel gegen die Arbeitslosigkeit, die helfende soziale Medizin, während das braune Pulver der Henleinschen»Arbeitsbeschaffung" das Mittel eines Kurpfuschers ist, der auf Wählerfang ausgeht. Auf einer Konferenz, zu welcher die christ- lichen Gewerkschaften und einige Jugendverbände Mittwoch die Vertreter der bürgerlichen Preffe eingeladen hatten, gaben die Einberufer, wie aus der„Deutschen Presse" hervorgeht, Informationen über eine Petitionsaktion, welche anläßlich der im Juni stattfindenden Tagung des Internationalen Arbeitsamtes durchgeführt werden soll. Wie wir bereits einigemal berichtet haben, ruft die Sozialistssche Jugendinternationale gemeinsam mit der Gewerkschaftsjugend alle jungen Arbeiter und Arbeitslosen im Alter bis zu 24 Jahren, ohne Unterschied der Nation, Religion und politischen Zugehörigkeit, auf, in einer gemeinsamen Petition ihre Forderungen der Internationalen Arbeitskonferenz vorzulegen. In der Tschechosiowakei haben auf deutscher Seite der Sozialistische In- gendverband und die Gewerkschaftsjugend dir Vorbereitungen zur Sammlung der Unterschriften bereits getroffen. Auch ihre Aufrufe sind bereits vor einigen Tagen erschienen. Eine parallele Aktion führen die christlichen Gewerkschaften durch. Nach dem Bericht der»Deutschen Presse" wurde auf der Konferenz auch ein Referat darüber erstattet, was in unseren Verhältnissen zur Linderung der Not geschehen kann. Der Bericht hebt einige Punkte hervor. Es sind dies Forderungen, welche der Sozialissische Jugendverband vertritt und welchen er mit Untersttitzung der so- zialdemokratischen Partei und ihres Vertreter in der Regierung zum Durchbruch verhalfen hat. In dem erwähnten Referat wurde als Punkt 1. der Ausbau der Heimstätten-Jnstitution verlangt. Die Heimfiätte« wurden vom Genossen Dr. E z e ch ein geführt, als dieser Minister für soziale Fürsorge war. Ihre Zahl wurde von Kurs zu Kur» vermehrt, so daß jetzt 32 deutsche Heimstätten bestehen, die einigen tausend Jugendliche« Unterkunft, Verpflegung und Bildungsmöglichkeiten biete«. Aus Verlangen de» Sozialistische« JugendverbandeS hat daS Ministerium sür soziale Fürsorge um Bereitstellung weiterer Mittel für den AnSba« der Attiou noch im heurige« Frühjahr angesucht.. 2. wird die Förderung der Arbeitsgemeinschaften von Jugendlichen durch Staat und Selbstverwaltungskörper verlangt. Vom Staate wurden auf Initiative der Sozialistische« Jugend im Vorjahr versuchsweise Arbeitsgemeinschaften eingerichtet. Sie waren auf dm Grundsätzen der Freiwilligkeit, einer weitgehenden Selbstverwaltung und des Schutzes aller sozialpolittschm Rechte der Arbeiter avfgebaut und unterschieden fich dadurch wohltuend von den Arbeitslagern in anderen Staaten. Da die Versuche «U Erfolg abgeschlossen wurde«, konnten die Ju- gmdverbände die Verbreiterung der Aktion fordern. Tatsächlich wurde« bereits vo« de« zuständigen staatlichm Stellen Borarbeitm geleistet, welche erhofft« lassen, daß im heurigen Jahr eine grössere Zahl arbeitslos« Jugendlich« in Form von ArbeitSgemrinschastm Beschäftigung finden wird. In dm Gemeinden und Bezirk», die iw Vorjahr Arbeitsgemeinschaften errichtete«, war e» vor allem d« Einfluß sozialdemokratischer Funktionäre, der die HUfSakttone« zustandeb rächte. S» vor allem'n Aussig, in Bodenbach und im Bezirk Tetschen-Bodmbach, derm Arbeitsgemeinschaften mustergültig find. Diesem sozialdemokratische» Einfluß ist eS zu verdanken, daß die ArdeitS- gemriNschaften eine wirkliche soziale Einrichtung geworden find. Zur Durchsetzung der 3. Forderung nach Einführung der Behaltspflicht für Lehrlinge nach der.Auslehre wird die Sudetendeutsche Jugendgemeinschaft sicher sehr viel beitragen können, wenn sie die hinter ihr stehenden Parteien veranlaßt, statt für vage Phrasen und Status-quo-Abstimmungen für diese konkreten Forderungen einzukreten. 4. Beschäftigung von 15 Prozent Jugendlicher bei allen Arbeiten des Staates und der Selbstverwaltung. Diese neue Form der Einreihung jung« Arbeiter in den Arbeitsprozeß ist eine Ermngmschaft der Sozialistischen Jugend, die daS Ministerium für soziale Fürsorge bewogen hat, bei Arbeite« aus der produktiven Arbeitslosenfürsorge den junge« Arbeitslosen einm Anteil zu sichern. Auch in der böhmischm LandeSvertre- tnng wurde ein mtsprechmder Beschluß von dm Sozialdemokratm ausgelöst. Außer diesen vier hervorgehobenen, enthält das Programm noch einige kurz behandelte Forderungen, von welchen die Einführung der 40- Stunden-Woche und die Hebung der Kaufkraft durch eine Lohn- und Gehaltserhöhung die hervorstechendsten sind. Punkt für Punkt decken sich die auf der Konferenz vorgetragenen Wünsche der Sudetendeutschen Jugendgemeinschast mit dem Arbeitsprogramm, welches die Sozialdemokraten in mühevoller Anstrengung auskämpfen, zum Teil jedoch schon verwirklicht haben. Entspricht aber das Verhalten der bürgerlichen Parteien diesen Wünschen ihrer Jugendverbände? Die sozialdemokratische Partei hat sich stets tatbereit für die sozialen Erfordernisse der arbeitenden und arbeitslosen Jugend gestellt. Wann werden sich die bürgerlichen Parteien zum Beispiel klar und eindeutig. für die».k4.0-- S tun d e n- W o ch e aussprechen? Welche sozialen Gesetze und Einrichtungen hat die Jugend den bür g e r l i ch e n Parteien zu verdanken? Und wer stellt sich jetzt wieder ihrem Ausbau in den Weg? Die arbeitende und arbestslose Jugend, und im besonderen die christliche Jugend, wird sich, wenn es ihr ernst ist um ihr soziales Begehren, genau überlegen müssen, an wessen Seite sie treten muß, um ihr Ziel zu erreichen. Diese Entscheidung wird nicht zweideutig bleiben können. Kohleufiefentngen für StaatSimter. Arbeitenminister Genosse Dr. Czech war in der Sitzung des Parlamentspräsidiums anwesend und beteiligte sich an der Debatte Wer die Oekonomisierung der Koh- lcnlieferungen für staatliche Aemter. 0er Schuldenstand der Selbstverwaltung 400.000.000 K{ Annuitätenrückstände Nach einer Darstellung des Finanzreferenten des Verbandes deutscher Selbstverwaltungskörper, Dr. Viktor Frank über den Schuldenstand der Gemeinden und Bezirke betragen nach einer amtlichen Statistik die Darlehen aller Selbst- verwaltungskörper zum 31. Dezember 1933: Landesdarlehen. Bezirksdarlehen. Gemeinde darlehen XL 1.212,000.000.— XL 1.664,000.000.— XL 9.527,000.000.— Summe der Seldstverwaltnngsschulden XL 12.403,000.000.—. Das Erfordernis für Zinsen und Tilgung betrug für diese Schuldensumme XL 1.033,000.000.—, die eigene Bedeckung XL 316,000.000.—, so daß also XL 717,000.000.— aus eigenen Mitteln aufgebracht werden mußten. Der Stand der Gemeinde- und Bezirksdarlehen ist folgender: Böhmen—- Schuldenstand,■.■■ Mähren-Schlesien—«Vchmldssnstand ,, Zusammen:.... Gemeinden: Bezirke: XL 6.300,000.000.— XL 1.380,000.000,— XL 2,435,000.000.— XL 256,000.000.— XL 8.735,000.000.— XL 1.636,000.000.— Der Schuldendienst der Gemeinden in Böhmen betrug.XL 509.000.000.—, in Mähren-Schlesien XL 202,000.000.—, die durchschnittliche Annuität 8.18 Prozent. Bei den Bezirken betrug der Schuldendienst XL 135,000.000.—, in Mähren- Schlesien XL 6,300.000.—, die durchschnittliche Annuität 8.6 Prozent. Die Verelendung der Gemeindefinanzen hat dazu geführt, daß Bezirke und Gemeinden mit ihrem Schuldendienst stark in den Rückstand gekommen sind. Bei allen Kommunalgläubigern kann wohl mit einem» Annnitätenrückstand von XL 3 bis 400,000.000 gerechnet werden. Hätte man XL 200,000.000.— zur Verfügung, dann könnten mit Hilfe dieses Betrages bei einer durchschnittlichen dreißigjährigen Laufzeit und bei einer fünfprvzentigen Verzinsung also bei ein« 6.4 prozentigen Annuität r«nd XL 3.000,000.000.— Schulden geregelt werden. Nach den eingangs gemachten Mitteilungen kann beidensudetendeutschenGe- meinde« mit einem Sch«ldenstand v» n 1.5 b i» 2.5 Milliarde« Kronen gerechnet werde«. Roman von Fritz Rosenfeld Frau Avory folgte ihm, ihr Mißtrauen wuchs. Wollte Olavsen, der mit der Sicherheit eines Filmhelden auftrat, Gregor aus dem Zug schaffen, um ihn hier irgendwo, in einem Winkel —. Es gab schlechte Menschen, man mußte auf der Hut sein. Sie war schließlich für das Wohl und Wehe ihrer Angestellten verantwortlich. Als sie zum Zug kamen, hatten Olavsen und der Zeichner den Kranken bereits aus dem Abteil gehoben. Sie trugen ihn vorsichttg die Stufen des Wagens herab, Carlotta ging hinter ihnen, das Buch in der Hand, Marcel stand neben ihr, hatte ihren Mantel über dem Arm, ihre Handtasche unter die Schulter gellemmt. »So fassen sie doch an" schrie Olavsen. Da gab er den Mantel Carlotta, warf die Zigarette fort, half Gregor in den Wartesaal tragen.' Marinka hatte Kissen gebracht, eine Decke, blaugeblümt und geflickt. Auf dem Tisch stand eine dicke, gesprungene Taffe, deren Rand ausgebrochen war, daneben ein lleines Branntweinglas mit Rum, auf einem Teller lagen ein paar Würfel Zucker.„Wie im Claridge wird hier nicht serviert", sagte Marcel, er wollte Olavsen versöhnen. Der beachtete ihn nicht, bettete Gregor auf der Bank, nahm.seinen Kops in den Arm, gab ihm den Tee zu trinken. Gregor trank, schnell und gierig, dann sank sein Kopf zurück, Schweiß stand auf seiner Stirn, ein dunkler Klumpen, wie geronnenes Blut, lastete auf seiner Lunge, er griff mit den Händen an die Brust, als wollte er das Gewicht wegwälzen, das ihm den Atem raubte. Die Girls stürzten herein, Senia an der Spitze, sie schwenkten ihre kleinen Schminkköffer chen in der Hand, aus Angst flohen sie in gezwungene, gekrampfte Lustigkeit. »Wo sind denn die Revolutionäre? Wan« werden wir hingerichtet?" rief Senia. Und Cla- rissa:»Ich laß mich nur von einem Blonden erschießen." „Ruhe", fuhr Olavsen sie an.»Setzt euch dort in den Winkel und bittet Marinka um Tee." »Wir haben Hunger". »Es wird sich auch etwas zu Essen finden." Sie traten zu Gregor, betrachteten ihn wie einen Fremden. Da lag ein Mann auf der Bank und war krank. Seit Wochen standen sie mit ihm auf der Bühne, jeden Abend, aber er war ihnen nicht näher, als irgendein Unbekannter, der auf der Straße an ihnen vorüberging. Carlotta nahm Senta am Arm, ging mtt ihr zum Büfett, verhandelte mit Marinka. Es gab Brot, Bptter, Schinken, auch einige Eier wollte sie auftreiben und im Eisschrank lag nach ein Stück Käse.»Sie sind wie die Kinder", sagte Carlotta zu Olavsen.„Man muß ihnen den Mund mit Essen stopfen, dann schweigen sie". „Wenn nur der Arzt käme! Der Arme ist schlimm dran". „Lassen sie mich los", schrie Gregor, als er die Augen aufschlug.„Sie sind es! Sie sollen heute den König erschießen". Olavsen sah Carlotta an, sie legte die Hand auf Gregors Stirn. „Sie kommen aus Budapest—" „Ich komme aus Kopenhagen—" •„Sie lügen. Sie kommen aus Budapest. Es ist alles verabredet. Sie werden eine schwarze Mcktzke tragen." „Sie haben Fieber. Gleich wird der Arzt da sein, er wird ihnen ein Pulver geben, dann wird alles gut:" „Ausreden, Lügen! Sie wollen meinen Kollegen im Hotel fesseln und einsperren, und dann wollen sie an seiner Stelle auf die Bühne gehen. Ich war doch dabei, wie es verabredet wurde". Schweigen. Carlottas Hand fuhr über die Schläfen Gregors. Er faßte sie, führte sie an die Lippen. „Bleib bei mir, Carlotta. Er will mich ermorden. Sie haben alles vorbereitet. Die Brücke wird gesprengt, wenn Militär anrollt. Der Plan ist aufgeflogen. Das Flugzeug—“ Das Wort flattert zu den Girls. »Wo ist ein Flugzeug—?" Sie liefen zum Fenster. Drängten vor den Scheiben. Starrten in die uferlose Dunkelheit. „Dort— nein, hier—“ „Ist denn Krieg?" „Revolution ist, daS ist noch viel schlimmer." »Wer macht denn Revolution?" »Der Pöbel, immer der Pöbel, hat Herr von Ebel gesagt." „Quatsch. Die Arbeiter machen Revolution." „Die armen Leute." „Das ist doch der Pöbel." »Und du bist eine geborene Komtesse?"»Dein Vater ist Millionär?" „Deiner war Schuster." «Deiner saß im Zuchthaus." „Ruhe", donnerte Olavsen dazwischen. „Das Flugzeug! Es wird Bomben abwerfen." Olavsen blickte gegen den dunllen Himmel, Schneeflocken stoben nieder, vom Wind gejagt, zergingen an der Scheibe. „Sie werden die Station bombardieren." „Setzt euch dort ruhig in den Winkel und trinkt euren Tee." Wie eine Herde Schafe sind sie, dachte Olavsen. Sie haben alle' zusammen nicht für einen Groschen Gehirn. Er schob sie vor sich her.»Dort kommt der Käse. Eßt und geht schlafen." Da mischte sich Frau Avory drein. „Ich werde mit dem Herrn Stattonsvorstand sprechen, ob wir nicht in dem großen Wartesaal proben dürfen." „Wir sind wdmüd. Es ist stockfinster nebenan. Wir fürchten un»." „Wir werden Kerzen bekommen. Senia, hol das Grammophon aus dem Wagen." Senia ging bis zur Tür, dort blieb sie stehen, ihr Gesicht wurde ganz lang, sie schämte sich, einzugestehen, daß sie Angst hatte. Marel nahm ihren Arm, ging mit ihr. Der Zug war noch beleuchtet, die Schaffner gingen durch die Wagen und verständigten die Ressenden; an Weiterfahrt sei nicht zu denken, im Warteraum gäbe es Tee und etwas zu essen. Das Abteil der Girls sah wie eine Garderobe nach der Premiere aus, hier lag ein einzelner Handschuh, dort ein Taschentuch, hier eine leere Kölnerwafferslasche, dort der Deckel einer Schachtel. Das Grammophon war unter Mänteln und Kleidern begraben, ein Kofter war aufgesprungen, sein Inhalt floß in einem bunten Strom aus dem Gepäcknetz auf den Boden. Marcel half'Senia, die Kostüme wieder in den Koffer verstauen, er legte den Arm um ihre Schulter, küßte sie. »Latz mich," sagte sie nachher.„Wenn es Carlotta steht."„Die sitzt drin und spiell Krankenschwester." Sie gingen durch den Wagen— alle Coupös waren leer, nur Morvilius saß noch immer über seinem Heft und schrieb Ziffern. »Wollen Sie nicht zu uns herüberkommen, in den Wartesaal?"- „Wozu?" ftagte Morvilius.„Hier ist es jetzt still. Eine halbe Stunde noch, dann bin iä fertig." Aber et kam früher, denn das Licht im Zug erlosch. Nun waren sie alle im Wartesaal versammelt, ein Häuflein Menschen aus allen Ländern, vom Zufall in eine rollende Wagenreihe gesperrt, vom Zufall an einer gesprengten Brücke aufgehalten, vom Zufall in diesen öden, kahle" Wartesaal geworfen' und auf die Freundlichkeit MarinkaS angewiesen, die ihnen Tee, Brot, Butter brachte. (Forffetzung folgt.) Nr. 45 Freitag. 22. Feier 1925 Seite 3 fudetendcMtedier Zcitspie^et Ernstlich aufeinander böse? Scharfer Kommentar der„Landpost“ Prag. Die Freitagausgabe der„Land- p o st" kommentiert. das Anbot Henleins auf Fusionierung und dessen sofortige Ablehnung durch den Bund der Landwirte in einem sehr entschiedenen Ton. Sie schreibt: „Wir Haien heute keinerlei Rckriminationc» Lier die Vorgänge der letzten Monate zu erheben, noch den Gründe» nachzngehen, die dir SHF zu ihrem überraschenden Schritte bewogen haben. Wir haben«nS heute auch nicht über die volitischr» Auswirkungen dieses für die Politik des Staates und für die sudetendeutsche Politik im besonderen nicht unbedeutenden Ereignisses anSzushrrchen. Wir stellen nur fest, dass da- verlangen, eine seit Jahren bestehende politische Partei, dir rinrn der hervorragendsten Stünde unseres BolkeS vertritt, möge sich auflöse« und in einer politische« Formation aufgehen, die sich bisher wohl agitatorisch in einer Bewegung, doch noch mit keinem Schritt« politisch auf parlamentarischem Boden betätigt und bewährt hat, wohl dir äußerste Zumutung darstellt, die an eine politische Partei gestellt werden kann." Eine„führende Persönlichkeit" des B. d. L. schreibt in der„Land^ost": Der B, d. L. soll liauidieren, wobei die SHF den Liquidator spielen will. Das besagt, in einfachen und unverbrämten Worten auS- qrdrückt, der Vorschlag der SHF. Ein derartiger Vorschlag mußte natürlich eine entschiedene . Zurückweisung von feiten des B. d. L. erfahren, um so mehr, als dieser Vorschlag nicht ohne eine Von der tschechischen Presse drucken nur „B e n k o v" und„R ä r. L i st y" die Kom- Muniquees ohne Kommentar ab. Die Linkspresse dagegen nimmt in teilweise austerordentlich scharfer Form gegen Henlein Stellung und fordert, dah die Regierung endlich einmal eine klare und entschiedene Haltung zu Henlein einnehme. Das„Prüvo Ltdu" bringt die Meldung unter dem Titel.Die Heimatfront sucht Del» ku n g" und bemerkt, die klare Ablehnung jedweden Paktes mit Henlein sei ein Beweis für die gesund« politische Orientierung der deutschen Ländbündlkrl Wer es mit der Tschechoslowakischen Republik wirklich gut meint und nicht über die Grenzen zum Nachbar schielt, der wird niemals mit einer Bewegung gehen, deren Bezeichnung.SHF" die Leute im Grenzgebiet schon lange mit.Sei Hitlers Freund!" auSlegen. „Eeskt Dlovo": Dieser politische Schachzug ist der Ausdruck des schlechten Gewissensder Heimatfront, welch« weist, wie viel kompromittierendes Material die staatlichen Behörden über ihre Tätigkeit und ihre Verbindungen mit dem Ausland haben. Namentlich in Verbindung mit der Enthüllung der»Petit Journal" erweist sich daS Angebot der Heimatfront an di« Agrarier als letzter Rettungsversuch vor dem Schicksal der Hakenkreuzpartei, da das stille Protektorat der größten tschechischen Partei der SHF nicht mehr sicher genug erscheint. Die Ablehnung durch die deutschen Agrarier ist schon die dritte große Blamage, die di« Heimatfront in der letzten Zeit erlitten hat. Auch die„Lidovö Rovinv" sprechen di« Meinung auS, daß Henlein sich durch die Fusion mit den Agrariern retten will. Auch diejenigen Land- bündler, welche bisher für eine Zusammenarbeit mit Henlein eintraten, hätten die Gefahr erkannt, welche ihnen aus der Fusion droht: Die deutschen Agrarier fürchten sich nicht so sehr davor, daß sie von der Henleinpartei verschlungen werden, sondern Hgvor. daß sie dadurch die direkte Verantwortung mr eine Bewegung übernähmen, aus der einzeln« Mitglieder, ja ganze Gruppen antistaatlicher Umtriebe beschuldigt werden. Den Agrariern, war nicht unbekannt, daß einige Mitglieder der Heimatfront von einer Strafverfolgung wegen hochverräterischer Beziehungen zu österreichischen und reichsdeutschen Hakenkreuzlern bedroht sind, und sie wollen sich naturgemäß nicht mit einer Partei verbinden, welche ebenfalls verboten werden könnte. Es| ist notwendig, daß sich die Regierung entweder für die Bewilligung oder für das Verbot der Tätigkeit der Heimatfront entscheidet. Die Aufrechterbalstma der bisherigen Unsicherheit dient der Staatspolitik keineswegs. „Rär. Osvoi." erklärt, daß«S Henlein dann» gehe, die Wahlagitation mit einem starken Angriff einzuleiten und eine AgitationSbasiS gegen den Landbund zu gewinnen. DaS Fusionsangebot geht offenbar auf das alte Sprichwort zurück, daß der Hieb die beste Parade sei. Am schärfsten geht daS morgige„A—Zet" ins Zeug: Die hakenkreuzlerische und antistaatliche Tätigkeit der Henleinbewegung ist heute schon allgemein bekannt, und zwar nicht nur bei unS, sondern auch im Ausland, und di« Regierung hat sehr viele Gründe, um die Unglück von 78 Mädchen Tokio. In der Mädchenschule in Okayama, westlich von Osaka, brach der Fußboden der Aula durch. 73 Schülerinnen wurden mit in die Tiefe gerissen und erlitten mehr oder weniger schwere Verletzungen. Die Provinzialbehörden haben eine eingehende Untersuchung des Unglücksfalles eingeleitet. Doppel-Ehrung für Ernst Lubitsch. Der be- rühmte, in Berlin geborene Filmregisseur Ernst Lubitsch(der Schöpfer der„Madame Dubarry", der„Ehe im Kreise", der„Liebesparade" und des„Patriot") ist vor kurzem von der Nazi- Regierung auf die Liste der aus Deutschland Ausgebürgerten gesetzt worden. Nun kommt auS Hollywood die Nachricht, daß man Ernst Lubitsch zum künstlerischen Direktor der„Paramount", der größten amerikanischen Filmgesellschaft, er- nannt hat. Eine Masaryk-Siedlung in Palästina. Die zionsstische Organisation in B r ü n n veranstaltete am Mittwoch unter großer Teilnahme eine öffentliche Kundgebung der Brünner Judenschaft, um aus Anlaß des 85. Geburtstages des Präsidenten der Republik diesem ihre Huldigung darzubringen. Gleichzeitig wurde mitgeteilt, daß zu Ehren des Präsidenten Masaryk in Palästina ein dauerndes Denkmal durch die Gründung der Siedlung „Kfar Masaryk" für tschechoslowakische Juden geschaffen werden wird. Durch einen Autowildling drei Kinder ver- lorent In Nebringen(Württemberg) wurden die drei Kinder eines Bahnwärters, zwei Mädchen im Alter von zwölf und zehn Jahren und ein Junge von sieben Jahren, von einem Personenauto überfahren und getötet. Der Täter suchte, ohne sich um die Kinder zu kümmern, das Weite und täuschte im späteren Verlauf seiner Tat einen eigenen Unfall vor. Unter der erdrückenden Beweislaft hat sich der Festgenommene zum Teilgeständnis herabgelassen, da an dem Auto Blutspuren und Haare des Knaben gefunden wurden. Die Suche nach dem Gefährten Goljubews. Aus Archangelsk sind vier Flugzeuge äufgestiegen, um den Gefährten des Fliegers Goljubews, G u z- n« z e w s, der das zertrümmerte Flugzeug Goljubews bewacht, zu retten. Auch eine aus 15 Skifahrern bestehende Rettungsmannschaft hat sich nach dem Standorte Guznezews begeben. Von den Flugmaschinen kehrten drei wegen eines beginnenden Schneesturmes< um. Dem l vierten Flugzeug gelang es, in der Nähe der Stelle nfe- derzugehen, wo das Flugzeug Goljubews den Unfall erlitt. Infolge des herrschenden Schneesturmes überschlug sich die Maschine, wobei das Flugzeug allerdings keinen großen Schaden davon- trug. Der Flieger wurde nicht verletzt. Admiral Byrd erklärte nach seiner Rückkehr von der zwölf Monate dauernden arktischen Expedition einem Berichterstatter des Reuter-Büros gegenüber:„Ich werde in den Vereinigten Staaten zumindest ein Jahr, wahrscheinlich aber zwei Jahre, Vorträge halten„ müssen, um meine zehntausend Pfund Sterling betragenden Schulden bezahlen zu können. Die Arktisexpedition erforderte zwei Jahre dauernde Vorbereitungen." Admiral Byrd erklärte weiter, daß seine Entdeckungen eine, rein wissenschaftliche und keineswegs, praktische Bedeutung besitzen. Seine beiden Schiffe werden etwa Ende Aprfl nach New Dork abdampfen. Vorzeitige Sprengung— zwei Tote. In Datteln(Westfalen) kamen in einem Querschlag der Zeche„Emscher-Lippe" zwei Gesteinshauer durch vorzeisige Entzündung einer Sprengpatrone zu Tode. Ein weiterer Gesteinshauer erlitt leichte Verletzungen. Tod im AnfzugSschacht. In Selb(Bayern) fiel der 1 5jährige Lehrling Johann Pieh- ler in einem Betrieb in den AnfzugSschacht. Er stürzte nahezu neun Meter in die Tief«. Der Unfall blieb unbemerkt. Erft einen ganzen Tag nachher wurde der Lehrling nach langem Suchen wt im Schacht aufgefunden.> Pässe mit Fingerabdrücken. Mit Rücksicht auf das MarseillerAttentat hat der franzö- siscke Innenminister den Dr. Locard mit der Prüfung der Maßnahmen betraut, durch welche die illegale Einwanderung von Personen mit gefälschten Pässen unmöglich gemacht werden soll. In einem Interview legte Dr. Locard dar, daß e> die Einführung von Pässen als geeignet ansehe, in denen der Inhaber des Passes vurch zwei P H o t o g r a p h i e n kenntlich gemacht würde» und zwar einer en face und einer zweiten im Profil und bei denen auch das nicht durch die Haare verdeckte Ohr zu erkennen sei. Außerdem wurde der Paß auch den A b d r u ck sämtlicher zehn Finger wufzrttveisen haben» Locard ist Direktor des polizeilichen technischen Laboratoriums in Lyon. Rettende Fallschirme. Zwei Militärballons, die am Mittwoch in Rochefort(Frankreich) aufgestiegen Warin, wurden vom Sturm mit einer Geschwindigkeit von 110 Stundenkilometern abgetrieben.' Schließlich konnten sie bei Lille notland en. Hierbei stieß ein Ballon gegen ein« Hochspannungsleitung und'geriet in Brand. Seine drei- Insassen konnten sich mit Fallschirmen retten. Der andere Ballon landete wohlbehalten, jedoch trugen seine beiden Insassen bei dem starken Aufprall auf dem Boden Verstauchungen davon. Untergrundbahn in Maska». In nächster Zeit wird in Moskau auf der ersten Untergrundbahnstrecke der Verkehr aufgenommen werden. Di« Strecke ist 11.5 Kilometer lang, sie besitzt 13 Untergrund-Bahnhöfe und 17 Wartehallen auf den Stra- ßen. Die Moskauer Untergrundbahn wurde fast zur Gänze aus sowjetrusiischem Material und in Sowjet-Werken hergestellt. Am 4. Feber befuhr ein Zug das erste Mal diese Strecke. Gegen Ende des Monats soll der regelmäßige Verkehr ausgenommen werden. Der Bahnbau wurde in einer Rekordzeit durchgeführt, denn 85 bis 90 Prozent aller Hauptarbeiten wurden im Jahre 1934 vorgenommen. Die Leitung der Moskauer Untergrundbahn begann bereits jetzt mit den Vorarbeiten zum Bau einer zweiten Strecke, die eine Länge von 20.2 Kilometer haben soll. Kein Privawerkauf von denaturiertem Spiritus in Karpathorutzland. Die Finanzhauptdirektion in llzhorod führt nunmehr auf Grund der mit den ein-. zeigen Verkaufsstellen für denaturierten Spiritus in Karpathorutzland gewonnenen Erfahrungen diese Einheitsverkaufsstellen fast überall in den größeren Zentten ein und übernimmt den ausschließlichen Verkauf des Denaturates aus den Händen der Pri- vaigeschäftsleute..— Der erste diesbezügliche Versuch wurde in Mukakevo unternommen, wo bisher denaturierter Spiritus in 40 Verkaufsstellen zum Verkaufe gelangte. Es wurde vor drei Jahren eine einzige, unter ständiger Konttolle stehende Verkaufsstelle ins Leben gerufen, wodurch die Ausgabe des Denaturates in die Hände der Bevölkerung, insbesondere zum Trinken, bedeutend erschwert und beschränkt war. Nach und nach schritten die Finanzbehörden an die Aufhebung der privaten Verkaufsstellen in weiteren Bezirken. Verteilungsstellen für denaturierten Spiritus wurden vorerst in Berehovo, dann in Sevljus, Chust, Taöovo, Rachovo und nunmehr auch in Bockov errichtet. Dies« Attion hat fich führ gut bewährt und weist beftiedigende Ergebnisse auf. Die Geschäftsreisenden beim Eisenbahnministrr. Unter Führung des Abgeordneten Robert Klein trug gestern«ine Abordnung der„Union der Ge- schästsressenden und Bertteter" dem Eifenbahnminister eine Reihe von Wünschen vor. Die Abordnung verwies darauf, daß die Geschäftsreisenden durch ihre Täsigkeit dazu berufen und in der Lage seien, den Warenumsatz ständig zu erhöhen und so die günstige Entwicklung der heimischen Industrie und des heimischen Handels in nicht geringem Matze zu fördern. Es wäre darum billig, daß den Geschäftsreisenden eine weitere Ermäßigung des Preifes der Halbjahrskart« gewährt werde. Wahrscheinliches Wetter von heut«: In den böhmischen Ländern veränderlich, zeitweise Schauer, nachts warm, dann etwas kühler. Auf den Bergen Südweststurm und wieder Frost. Im Karpathengebiet untertags wärmer, allmählich« Bewölkungszunahme, windig, vorwiegend trocken.— Wetteraussichten für Samstag: Veränderlich, Südwestwind, auch im Osten ein wenig kühler. Vom Rundfunk empfehlenswertes aus den ProflramnMnt SamStag:* Prag, Sender L.: 10.05Deutsche Nachrichten, 10.15: Konzert des Salonorchesters, 12.10: Blasmusik, 12.85: Konzert: Salonquartett Muzik, 15.55: Dvorskh und seine Melody boys, 17.05: Liederkonzert, 17.35: BiolinsoloS auf Schallplatte», 18.05: Deutsche Sendung: Red. Seemann: AuS dem sudetendeutschen Kulturleben, 18.15: 800 Jahre Klaviergeschichte, 22.15: Tanzmusik. Sender S.: 14.80: Lieder, 15: Deutsche Sendung: Zwei berühmte Geiger und Komponisten aus Böhmen, 15.50: Deutsche Presse.— Brün» 17.05: Französische Chansons, 17.50: Deutsche Sendung: Fritzchen und Lieschen, Komische Idylle, 20.30: Es lebe der Karneval.—• Mährisch-Ostrau 17.05: Harmonikakonzert, 22.80: Orchesterkonzert.— Preßburg: 19.15: Orchesterkonzert. Der tschechoslowakische Rundfunk im Jahre 1934. Ende 1933 waren in der Tschechoslowakei 573.109 ordentlich registrierte Rundfunkhörer, wovon 3654 von der Rundfunkgebühr befreit waren. Die Jahreszunahme beträgt 120.585 Rundfunkteilnehmer.(PR) Sapanisehe Mädchen lernen die Beschießung von Flugzeugen Große Vereinigungen haben sich in Japan gebildet, um die Frauen und Mädchen im Abwehrkampf gegen die Lustgefahr zu schulen. Hier sieht man noch ganz junge japanische Mädchen, die mit Gewehren im Abschießen von Flugzeugen ausgebildet werden fff. 45 Freitag, 22. Feier 1335 Seite 5 Sinken des Reallohnes in Deutschland Bei Siemens von 1932 bis 1934 22 Prozent Der Siemens-Konzern hat soeben seine Bilanz für das Jahr 1333/34 veröffentlicht, die sehr lehrreich ist und interessante Aufschlüsse darüber gibt, was von den Behauptungen der Nazis von unveränderten Löhnen und steigenden Arbeitseinkommen zu halten ist. Der Siemens-Konzern ist einer der wenigen Großbetriebe, die in ihrer Bilanz sowohl die Belegschastsziffern als auch die Lohnsuminen ausweisen, so daß die Möglichkeit gegeben ist, Berechnungen Wer die im Konzern gezahlten Löhne anzustellen. Der Siemens- Konzern, der sich aus den beiden großen Betrieben Siemens u. Schuckert und Siemens u. Halske zusammensetzt, beschäftigte nach seinen Bilanzausweisen im Jahre 1932 eine Belegschaft von 75.000, im Jahre 1933 von 79.000 und im Jahre 1934 von 110.000 Menschen. Aufgrund der von den beiden Hauptgesellschaften getrennt ausgewiesenen Lohnsummen ergibt sich, daß der Durchschnittsverdienst jedes Beschäftigten, der im Jahre 1932 1753 RM. ausmachte, 1933 auf 1428 RM. gesunken war und 1934 14364- RM. pro Kopf betrug. Dabei ist zu beachten, daß in diesen Lohnsummen die Beamten«, Prokuristen« und Direktorengehälter enthalten sind, so daß der Lohn, der auf den einzelnen Arbeiter und kleinen Angestellten entfällt, im Durchschnstt noch niedriger liegt. Hinzu kommt, daß der Lebenshaltungskostenindex seit der Machtergreifung Hitlers vom April 1933 bis Dezember 1934 um 5.1 Prozent gestiegen ist. Wenn die Siemensarbeiter im Jahre 1934 den gleichen Reallohn bekommen hätten, den sie im Jahre 1932 gehabt haben, so hätten sie jm Jahre 1934 1842 RM. pro Kopf bekommen müssen. Der Durchschnittslohn in 1934 betrug jedoch nur 1436 RM. pro Kopf, also 406 RM. weniger. Daraus ergibt sich einwandfrei und unanfechtbar für die durchaus repräsentative Zahl von 110.000 Beschäftigten im größten Elektrokonzern Deutschlands ein Reallohnverlust von 22 Prozent seit der Machtergreifung Hitlers bis zum Jahresende 1934! Der Siemens-Konzern hat für jeden neu beschäftigten Arbeiter 1934 nur 645 RM. zu zahlen brauchen. Aus diesem Beispiel kann ersehen werde», wie sich die„Arbeiterpolitik" des Dritten Reiches auswirkt. Dieses praktische Beispiel der Lohnpolftik des Siemens-Konzerns zeigt eindrucksvoll, was von den„amtlichen Lohnstatistiken" des Hitler-Regimes zu halten' ist. Der braune Henker Wir sind der nordische Staat Wir Haden Format Nnd mache» keinen Unterschied, Wie man sieht. Wir kiipfe» auch Frauen, Wir kennen kein Graue«, Keine falsche« Sentimentalitäten. Wir kennen nur echte Brutalitäten. Wir kennen nur ein Prinzip: UnS sind alle Kiipfe lieb. Sind Frauen andre Geschöpfe? Haden sie andere Köpfe? Di« Welt ist entsetzt? Erschüttert? Ader das ist doch der Uedung Zweck! Kulturmenschen, zittert! Wir sind der Völkerschreck! Wir kennen kein Grane«— Wir köpfen Männer wir Frauen; Ten« erstens: Die alte« Germane« Sind unsere Ahne« Nnd daS verpflichtet' Alles wird hingerichtet. Und zweitens: Wir schöpfen Aus solche« Frauenköpfen Ganz realistisch Hauptsächlich propagandistisch. Und drittens: Wen gebt's was an?. Bei»ns ist der Henker der erste Mann Jm aufgenordetcn Staate. Jm Frack und weißer Krawatte, Ganz traditionell— Und außerdem macht er e- schnell. In dieser Beziehung find wir human, Da kann krener an«nS ran. Bei«ns macht'S eben die Masie, Jm Köpfen... da sind wir Klaffe. Wir köpfen eben ans Prinzip Und alle Köpfe find«ns lieb. Nur fremde Köpfe.. mutz man schone«— Wegen der Kompensationen. Kling. Tat am Volant. Am Mittwoch, dem 20. d. M., gegen 4 Uhr nachmittags fuhr der Mict- autobesitzer Franz Friedrich aus Tetschen einen Fahrgast mit seinem Mietauto von Rosakitz zum Bodenbacher Bahnhofe. Bei der Einfahrt Graben—Bahnhofstraße verlor Friedrich die Herrschaft über den Wagen und dieser geriet auf den Gehsteig. Der Fahrgast, der bemerkte, daß Friedrich offenbar die Besinnung verloren hatte, brachte den Wagen zum Stehen und ver- hinderte ein Unglück. Friedrich wurde zu Dr. Krahl gebracht, woselbst er verschied. Die Todes- Ursache bildet Herzschlag'. Der neue Komet. Das Observatorium in Sim- weiz setzt die Beobachtung des neuen, von dem Astronomen Johnson entdeckte« Kometen fort. DaS Observatorium stellte fest, daß der Komet einen Durchmesser von mehr als 8 0.0 0 0 Kilometer «ustveist. TodeSsprung vom Frankfurter Dom. Eine 39jährige Frau sprang Donnerstag mittags in selbstmörderischer Absicht von der ersten Galerie des Domes in den Domgarten. Die Frau war sofort tot. Die Beweggründe sind unbekannt. Es ist dies innerhalb kurzer Zeit der zweite Fall, daß«ine Frau auf diese Weise ihrem Leben ein End« setzte. Auch die Südsee wandelt sich. Reisende, die vor acht bis zehn Jahren an der Südsee waren und jetzt zum zweitenmal dorthin kommen, find verblüfft über die Wandlung, die sich in dieser Zeit dort vollzogen hat. Auf Tahiti, der weltbekannten, in franzö- sischem Besitz befindlichen Insel, gab es seinerzeit nur zwei Autos. Jetzt durchqueren zahlreiche Autobuslinien die Insel und kommen fast in jeden Winkel, höchstens ein ganz kleines Gebiet tief im Innern unberührt lassend. Fremde berichten, daß ihnen bei der Ankunft bereits von den Eingeborenen Bananen und andere Früchte gebracht wurden. Jetzt muß man sie— bezahlen. Der Preis ist zwar nicht hoch. Aber die paradiesische Idylle hat eben aufgehört, der.Kommerz" hat seinen Einzug gehalten! Die weiblichen Eingeborenen trugen damals Wickeltücher. Jetzt sind ihnen bereits di« Büstenhalter nichts Unbekanntes mehr. Versteht sich, daß sie auch Hüte,tragen. Ja sogar, die—Bata-Schuhe haben bereits ihren Einzug auf Tahwi-gehaltene ES^sibt, nur noch ganz wenige Stämme tief'iur Jnnern.bi« sich bi» jetzt dem europäisierenden Einfluß entziehen konnten, aber auch dar wird nicht mehr lange dauern. Die Südseesilme, die überall jetzt gespielt werden, werden bald nicht mehr eine noch vorhandene Wirklichkeit wiederspisgelu, sorwern nur noch ein Märchen aus vergangenen Zeiten. Volkswirtschaft und Sozialpolitik Ein dänischer Arbeitsbeschaffungsplan Kopenhagen.(A. P.) Die sozialistische Regierung Stauning hat einen Arbeitsbeschaffungsplan qusgearbeitet, durch den von 137.000 Ar« beftslosen zirka 30 bis 40.000 wieder in die Produktion eingereiht werden sollen. In erster Linie handelt eS sich um Wegearbeiten. Einige der wichtigsten Landstraßen sollen mit doppelter Fahrbahn und Fußgängersteig versehen werden. Mehrere kleine Häfen erhalten neue Molen. Dazu kommen Siedlungen auf dem Lande, Brückenbauten und eventuell die Urbarmachung der mitteljütischen Klosterheide. Vorgesehen sind 30 bis 40 Millionen dänische Kronen. „Politiken" schlägt außerdem den Bau eines dänischen Nordostsee-Ka na I s vor, der dem deutschen Kaiser Wilhelm-Kanal Konkurrenz machen und von Hoyer an der Nordsee bis zur Flensburger Förde führen soll. Er löfrntL gegen billigere Abgaben von.asten kleineren Fahrzeugen benutzt., werden, die bisher aus den'dtztüschen K-rnal"oder die Skrrgenfahrt angewiesen waren, denn er soll nur 50 Kilometer lang werden,, während der Kaiser Wilhelm-Kanal, der aus strategischen Gründen breit gebaut wurde, 90 Kilometer mißt. Dies Projekt, wird von der deutschen Presie naturgemäß mit wenig freundlichen Bemerkungen bedacht. Kakteen mit begossen, werden zauberhaft schön. Senden Sie uns KL 5.60 in Briefmarken, wir liefern Ihnen dafür den ' guten Blumenzauberdung, den besten Dungguß für Ihre Blumen. Sie werden staunen, wie herrlich dann Ihre Blumen gedeihen. Benoaktung„Frauenwelt", Prag XU., Fvchvva tf. 62, nnd durch alle Kolporteure erhältlich. Internationales Arbeitsamt und 40-Stnn- den-Woche. Der Verwaltungsrat des Internationalen Arbeitsamtes hatte in seiner letzten Sitzung die Industrien zu bezeichnen, in denen die 40- Stunden-Woche zunächst zur Anwendung gelan-- gen soll, falls die zu Beginn des Monats Juni anberaumte Internationale Arbeitskonferenz zum Abschluß einer Konvention führt. Es sind nachstehende fünf Industrien: öffentliche Arbeiten, die von der Regierung unternommen oder subventioniert werden, Eisen- und Stahl-Industrie, Baugewerbe und private Konstruftionsarbeiten, Flaschenglasindustrie und Kohlengruben. Die Unternehmer sprachen sich erneut gegen irgendwelche Arbeitszeitverkürzung aus. Dänemark und die Arbeitszeitftage. Der in den beiden vorangegangenen Reichstagssitzungen nicht fertig behandelte Entwurf betr. die Einführung der 40-Stunden-Woche bei öffentlichen Arbeiten, die zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit unternommen werden, ist in der jetzigen Session neuerdings unterbreitet worden. Ueber einen Entwurf betr. die allgemeine Einführung der 40- Stunden-Woche wird zur Zeit zwischen Regierung und Gewerkschaften verhandelt. Die Gewerkschaften können sich dem Entwurf der Regierung nicht anschließen, weil er nicht für alle Arbeiterkategorien Geltung haben soll, d. h. z. B. die öffentlichen Angestellten ausschließt und nicht alle Industrien umfaßt. Ferner besteht keine Einigkeit über den Lohnausgleich. Belgien: Die Kommission der Arbeit. Die im Zusammenhang mft der scharfen Kampagne der Arbeiterschaft von der Regierung eingesetzte Kommission der Arbeit hat ihre Arbeiten sofort ausgenommen und sich zu diesem Zweck in sieben Unterkommissionen aüfgeteill(Bergarbeiterpensionen, Beschäftigung der. Arbeitslosen, Jugendliche Arbeitslose, Arbeitslosenunterstützung, Arbeitslosigkeit, Arbeiten in Antwerpen und Arbeiten in Mons). In den verschiedenen Kommisstdnen Sitzen insgesamt 21 Delegierte» wovon' auf die_ sozialdemokratische Arbeiterbewegimgs^ueun, die!''-' katholische neun und die Liberalen drei entfallen. Den Kommissionen gehören Vandervelde, Delattre (Bergarbeiter), Hauwaert(Bau- und Holzarb.), Duchesne(Textil), Delvigne(Metall), De Brouckäre, Mertens, Generalsekretär des Gowerk- schastsbundeS, Eekelers und Van Acker an. Lierversammlrrrrgen Bon E. Aldt Der Mensch ist ein Herdenwesen.— Leider, Muß man wohl sagen, wenn man sieht, in welcher Reise sich heutzutage dies« Errungenschaft unserer Ahnen aus dem Tierreich in unserer menschlichen Gesellschaft auswirkt. Es ist gerade kein erhebender Anblick, zu sehen, wie der einzelne, der sich dom Durchschnitt unterscheidet, der es wagt, sich über das Niveau der Menge zu erheben, ange- siindet, bekrittelt wird. Der Weiße Rabe wird «usgepfiffen unter seinesgleichen; der Spatz, der einmal in Gefangenschaft geriet und fremde Sit- ten und Gewohnheiten mitbringt, wird von den Gpatzen der Straße unbarmherzig verfolgt, gehackt, gebissen. Und der menschliche Sonderling, der sich seine Gedanken nicht von einer»Autorität" vorschreiben läßt, wird verhöhnt und verlacht, selbst dann noch, wenn er Dinge leistet, wie kein anderer in der großen Masse. Oder vielleicht ge» fade darum. So treulich haben die Menschen lie- sen alten Instinkt bewahrt. Leider! Denn schließlich ist der Mensch zwar ein Herden Wesen, aber kein Herdentier mehr. Und er ist zum Menschen geworden eben dadurch, daß er sich erhoben hat iwer den Durchschnitt, über das Tiereich; daß er anders geworden ist, ein»Eigen- drödler" im wahrsten Sinne. Aber ein geselliges Mesen ist er darum doch geblieben, und es ist gut so; denn nur das Gemeinschaftsleben zeitigt die Errungenschaften, die uns Menschen das Leben lebenswert machen, ist die Grundlage unserer gan- ien geistigen Entwicklung. . Es ist Wohl kein Zufall, daß gerade jene Tiere, welche der Mensch am leichtesten zu zähmen bermag, jene Tier«, mit denen wir uns verständi- ken können wie mit Freunden und Gefährten, die Mit unseren Worten Begriffe zu verbinden lernen, ihrem Ursprung nach Herdentiere sind.' Der Hund allen voran ist seiner Abstammung nach ein echtes Herdentier, wie«S der Wolf heute noch ist. Nicht "ur ftin ererbter Instinkt, sich einer Lebens» Gemeinschaft einzugliedern und sich einem ihm überlegenen W«sen unterzuordnen, ist es, die ihn Rr einem wertvollen Gefährten des Menschen Macht; er wird«S vor allem dadurch, daß er vergehen lernt, was der Mensch ihm sagen will. Und dur Herdentiere, wie Hunde, Pferde, Affen haben die Möglichkeit, gesprochene Worte aufzufassen. Di« Fähigkeit zum Berstehenlernen einer Sprache haben nur Tiere, die selbst eine»Sprache" besitzen, die selbst imstande find, Mitteilungen zu machen» durch Laute Empfindungen und Wünsche auszudrücken. Nur gesellig lebend« Tiere brauchen freilich Berständigungsmittel. Der einsam jagende Tiger braucht seinesgleichen kein« Mit- teilungen zu machen. Katzenartige Raubtiere lassen sich schwer abrichten. Tiger, Löwen, Leoparden, ja selbst die seit Jahrtausenden an den Umgang mit Menschen gewöhnten Hauskatzen lassen sich nur schwer etwas beibringen. Nicht, als ob sie zu unintelligeni dazu wären; im Gegenteil, aber sie bringen andere Fähigkeiten mit, als gerade die Auffassungsgabe für das gesprochen« Wort. Es liegt auch nicht in ihrer Ngtur, zu folgen. Befehle auszuführen, denn sie kennen keinen Herdenführer, keinen Stärkeren, dem sie sich zu unterordnen hätten. Für sie gibt es keine Befehle, als die ihres Blutes. Sie sind eigenwillige, freie Geschöpfe, unzugänglich unseren Versuchen, mit ihnen zu sprechen.. Sie geben keine Antwort. Ja, wären wir keine Herdenwesen, die Sprache hätten wir nie erfunden, auch Schreibe» nicht, und Lesen. Und alle Errun^nschaften des menschlichen Geistes haben nur Sinn und Bedeutung im Hinblick auf die Gemeinschaft. Es ist also doch gut, daß wir Herdenwesen sind. Wir sollten uns nur öfter darauf besinnen, daß wir keine Herden t i e r« mehr sind. Etwas wie eine Sprache, jedenfalls ein Ber- ständigungsmittel, wie es eben das Gemeinschaftsleben erfordert, dürften selbst die staatenbildenden Insekten hocken. Die»Sprache" hat die sozialen Beziehungen im Tierreich auf eine höhere Stufe gehoben. Ja, es scheint fast, als wäre die Möglichkeit einer'Verständigung die erste Vorbedingung zur Bildung sozialer Gemeinschaften überhaupt. Reben den gesellig lebenden Tieren gibt es zahlreiche andere, welche nur zeitweilig i und vorübergehend in großen Gesellschaften auftreten. Es gibt Tiere, die richtige, große Versammlungen abhalten. Welchen Sinn dürfen wir wohl solchem Tierireffen zugrunde legen? Werden da gemeinsame Interessen besprochen, Be- scklüsse gefaßt? Sind eS politisch« Aussprachen, oder Wählerversammlungen? Wir wissen nichts darüber, was etwa in einer Spatzenversammlunz besprochen wird, aber wir wissen sehr wohl, daß es sehr laut und erregt zugeht, daß sehr viel, und zwar nicht der Reihe nach, sondern wild durcheinander gesprochen wird, und daß— wenigstens für menschliche Ohren— ein und dieselbe Behauptung unermüdlich wiederholt wird, solange, bis sie anscheinend alle überzeugt hat. Man kann sehr wohl zuweilen den Grund der allgemeinen Aufregung feststellen. Irgendeine gemeinsame Ursache erregt die Gemüter; und irgendetwas wird eifrig besprochen. Ob wohl auch Beschlüsse gefaßt werden? Die Methoden sind den unseren allzu fremd, als daß wir das beurteilen könnten. Jm Herbst kann man zuweilen riesige Massenversammlungen von Staren beobachten» an denen Tausende und aber Tausende von Tieren teilnehmen. Die Beratung scheint sich auf den Zug nach dem Süden zu beziehen, dem sie allerdings um viele Wochen voran geht. Auch unsere Schwalben sammeln sich ja bekanntlich vor ihrem Flug nach Afrika und auch die übrigen Zugvögel treten ihre Flüge meist in größeren oder kleineren Schwärmen an. Bei vielen Tieren tritt die Neigung zur Geselligkeit nur zur Brutzeit auf, während sie die übrige Zeit des Jahres einsam verbringen. Es sei erinnert an die ungeheueren Mengen von Vögeln, die sich alljährlich auf den sogenannten»Vogelinseln" und auf den„Bogelbergen" sammeln. Ungeheuer sind die Brutkolonien der Kraniche und Reiher, der Pinguine und Möven, der Flamingos und der Kormorane. Wieder andere Vögel leben zur Brutzeit paarweise abgesondert, während sie sonst, auf der Suche nach Nahrung zu Scharen vereinigt jagen. Mövenkolonien gibt es auch hierzulande. Auf Inseln in Seen und großen Teichen brüten sie oft zu Hunderten. Der Gemeinschaftssinn dieser Tiere geht so weit, daß die Sorge um die Jungvögel von allen Bewohnern der Kolonie gemeinsam sam getragen wird. Beringungsversuche, die über den Vogelslug Aufschlüsse bringen sollen, machen es oft notwendig, die Fungvögel aus dem Nest zu nehmen. Man setzt sie nach erfolgter Beringung wieder aus und braucht sich dabei gar nicht darum zu sorgen, sie wieder in das richtige Nest zu setzen. Die Kinder einer solchen Kolonie sind Gemeingut und jede alt« Möve ist bereit, jedem beliebigen Jungvogel den eben erbeuteten Leckerbissen in den aufgesperrten Schnabel zu stopfen. Bei Säugetieren sind es meist Nahrungssorgen, die sie zusammenschließen. So ist für di« Wölfe sicher vorteilhaft, im Rudel zu jagen. Oder es vereinigt sie die Furcht vor dem Feind. Einige Nagetiere, wie die Biber, die Murmeltiere oder die Bobaks der russischen Steppen leben gesellig im Interesse der Sicherheit. Ein Warnungspfifj eines der Tiere scheucht sie alle in ihre Höhlen. Beim Biber kommt es sogar zu einer regelrechten Arbeitsteilung zwischen den Mitgliedern einer Kolonie. Schwerer zu verstehen ist der zuweilen zu beobachtende Zusammenschluß von Insekten, di« sich sonst in der Regel nicht weiter umeinander bekümmern; die Massenwanderungen der Heuschrecken, oder die großen Heerzüge von Raupen. Sie gelten Wohl dem Aufsuchen günstiger Futterplätze. Was sie aber auslöst, was ihnen die Richtung gibt und was die Tier« veranlaßt, gemeinsam zu wandern, wo doch das Einzeltier leichter genügend Nahrung finden könnte, darüber ist nichts bekannt. Eines merkwürdigen Falles, sei hier noch gedacht, für den wir die Erklärung besitzen. Es ist das»Wipfeln" der Nonnenraupen. Jedem Förster ist diese Erscheinung wohlbekannt. Eines Tages beginnen die Nonnenraupen, jene Berheerer des Waldes, die bis dahin über all- Aeste und Zweige der Bäume verteiü ihrer Freßtätigkeit hingegeben waren, zu wandern. Sie wandern alle in derselben Richtung, nämlich aufwärts zu den Baumwipfeln, hinauf, zu den äußersten Spitzen. Täglich werden ihrer mehr, dort oben. Sie bekümmern sich anscheinend gar nicht umeinander. Sie steigen rücksichtslos über einander weg, drängen sich in dichten Massen zusammen. Sie finden dort oben keine Nahrung und müssen zugrunde gehen an ihrem Streben nach aufwärts. Der Förster kennt dies Anzeichen und weiß: nun wird der Wald bald befreit sein von der Nonnenplage. Die Raupen sind nicht hinaufgestiegen, um sich zu versammeln, um gemeinsam weiter zu wandern zu neuen Futterquellen, oder um sich gemeinsam zu verpuppen. Sie sind hier zusammengckommen, um zu— sterben. Die Wipfelkrankheit ist eine tödliche Infektionskrankheit der Raupen, der die meisten Tiere verfallen, eine Epidemie, di« mit groß?« Schnelligkeit um sich greift. Sie steigert in merkwürdiger Weise das Lichtbedürfnis der Tiere, so daß sie lichtwärts wandern müssen, unermüdlich, bis zu den höchsten Höhen, um hier elend zugrunde zu gehen, genarrt von einem krankhaften Instinkt. Sette 6 »Sozialdemokrat Freitag, 22. Feder 1935. Nr. 15 PIIAGBR ZE1TBMG Protestkundgebung der Prager Bankangestellte« In der Produktenbörse fand gestern eine Versammlung der Bankangestellten statt, welche vor allem, dem Vorgehen der Leitung der Anglo- tschechoslowakischen und Prager Creditbank galt. Die Versammlung nahm nach den Referaten einstimmig folgende Entschließung an: Nach drei Jahren, in denen wir Bankangestellte weitgehende Opfer sowohl an den Existenzen unserer Kollegen als auch an unseren Bezügen gebracht haben, fordern wir nunmehr, da sich die Verhältnisse im Bankwesen bessern, eine wenigstens teilweise Wiedergutmachung. Unter die durch diese Opfer Wohl am meisten getroffenen Angestellten gehören die Beamten und Skontisten der Anglo-tschechoslowakischcn und Prager Eredit- bank. Die heutige Protestkundgebung gegen die Direktion dieser Bank, welche die Minimalforderung ihrer Angestelltenschaft, die regelmäßige und generelle Gehaltsvorrückung für das Jahr 1935 ablehnt, ist daher voll begründet. Trotzdem sich die Situation des Instituts wesentlich gebessert hat, bietet die Bankleitung eine ganz unzulängliche Regelung an, da ein wesentlicher Teil unserer Kollegen von jedweder Verbesserung ausgeschlossen wäre und überdies die angebotenen Beträge nur geringfügig sind. Die Bank hat den Abbau der Gehalte allgemein durchgeführt, die Angestellten verlangen daher mit vollem Rechte, daß auch die Verbesserung der Gehalte generell durchgeführt wird. Der Ablehnende Standpunkt der Direktion erbittert die Angestellten um so mehr, als die Bank kurz vorher die Gehalte einiger ihrer Funktionäre erhöht hat. Die versammelten Angestellten der Prager Geldinstitute fordern die Leitung aller drei Orga- nisationen auf, alles für die Erfüllung der berechtigten Forderungen der Angestellten zu veranlassen. Auf dem Obstmarkt Fünf Minuten vom Graben entfernt, benachbart jenem Karolinum, in und vor dem der Kantpf um die sogenannten„Insignien" wbte, befindet sich der Obstmarkt. Stand reiht sich an Stand, und ein jeder scheint vom Nebenfluß über- zulaufen—. Aepfel, goldgelb, dunkelgebräunt, kn feder Züchtungsart, zu Bergen. Mandarinen und Apfelsinen schimmern Hunderte, tausende, Zehntausende...üäu’ In digem Milieu des Ueberflusses ist es doppelt unheimlich, wenn, dicht vor den Ständen, am Hellen Mittag ein älterer, ausgezehrter Mann an Entkräftung zusanunenbricht. Erschreckte Passanten eilen herzu, richten den völlig Erschöpften auf; eine mitleidige Marktfrau gibt ihm ein paar Aepfel, in die er mit der unmäßigen Gier des Ausgehungerten hineinbeißt. Dann schleppt ihn ein Polizeibeamter in einem Torbogen, wo er sich ausruhen kann. Das Marktgeschäft geht weiter. Der alte Mann ist längst vergessen. Aber dieser Verhungernde auf dem Prager Obstmarkt, einen Meter vom Ueberfluß entfernt, ist er nicht eine erschöpfende Charakteristik des kapitalistischen Systems überhaupt?! Hansl and Wissen Sergej Rachmaninow, der weltbekannte P i a- nist und Komponist, spielte vorgestern im vollbesetzten großen Luzernasaale. Er repräsentiert künstlerisch und der äußeren Erscheinung nach das bürgerliche und aristokratische Rußland der Vorkriegszeit. Sein Klavierstil ist ähnlich seinem Kompositionsstil, zeigt also brillante Technik und formale Glatte, ohne in die Tiefe zu dringen und besonderen oder neuen Ausdruck zu suchen; Salonstil in höchster technischer Vollendung und Gefälligkeit. So kommt es, daß Bach in der künstlerischen Ausdeutung Rachmaninows etwas zu wohlfrisiort klingt, Beethoven parfümiert. Dem persönlichen Wesen Rachmaninows entspricht vor allem der Stil Friedrich Chopins, dessen Klavierstücke er mit wundervoller Klangdelikatesse spielt und ganz im Sinne eines aristokratischen Damenkreises. Als Klavier-Techniker allerdings ist Sergej Rachmaninow von imponierender und zwingender Größe; denn in seinem Spiel verbindet sich differenziertest« Anschlagskunst mit blendender Fingerfertigkeit und unbegrenztem dynamischen Ausdrucksvermögen. E. I. Arbeitervorstellung„Ich hav's getan", Schauspiel von Martin Gläser, über das die Kritik einstimmig als über ein großes Theatererlebnis berichtete, am Sonntag, den 24. Feber, um halb 3 Uhr nachmittags, im Neuen Deutschen Theater. Karten täglich von 8 bis 2 und 4 bis 6 Uhr bei Optiker Deutsch, Koruna. Spielplan deS Neuen Deutschen Theaters. Heute Freitag, abends halb 8 Uhr: S o m- mernachtstraum, D2.— Samstag, halb 8: Die schyue Helena, Abonnement aufgehoben. Spielplan der Kleine» Bühne. Freitag, 8: Ich Habs getan.— Samstag, 8 Uhr: Ehe in Dose n. Sport• Spiel• Körperpflege Ein origineller Ski-Wettkampf wird am Sonntag, dem 24. d. M-, von dem Verband der tschechischen Arbeitertouristen auf der Königshöhe im Jser- gebirge veranstaltet. Ein lustiger Skifahrer-Wettkampf, der erste seiner Art und„E man-Pokal" benannt. Es ist ein spezieller Hindernislauf, welcher jedes Jahr wiederholt werden wird. In diesem ersten Jähre ist die Strecke bei den Männern zirka sechs Kilometer, bei den Frauen zirka drei Kilchneter lang. Das Hauptmerkmal dieser Veranstaltung find die maskierten Wettkämpfer, und zwar ist es bei den Männern«in langer weißer Bart, während es bei den Frauen eine besondere U e b e r r a.s ch u n g gibt,! Prag. Der Prozeß gegen den 25jährigen Georg Bekka, über den wir bereits ausführlich berichtet haben, wurde nach dreitägiger Dauer am Donnerstag zu Ende geführt. Dieser Fall ist nicht npr durch den Sachverhalt bemerkenswert, sondern, auch durch seine Begleitumstände und Voraussetzungen. Da ist eine reiche Familie, ein Ecke von zwei Millionen, um welches acht nah verwandte Erben in ständigem Kampf stehen, der schließlich zu der blutigen Auseinandersetzung führt, die Anlaß ztt diesem Prozeß gab. Dann die Person des Angeklagten: ein»unbändiger, haltloser und gewalttätiger Mensch, der als halbwüchsiger Bursche in die Besserungsanstalt gesteckt werden mutz, sein Erbteil verschleudert, als Vagabund im Lande herumzieht und schließlich, zu seiner Familie zurückgekehrt, seine Brüder bedroht und tätlich angreift und schließlich mit dem Revolver in der Hand seinen wehrlosen Bruder Ladislav beschießt und der Polizei ein regelrechtes Feuergefecht liefert, wobei er sechsmal verwundet wird. Zum Glück ist sonst niemand zu Schaden gekommen. Die psychiatrischen Sachverständigen bezeichnen Georg B e c k a als zurechnungsfähig, räumen ihm aber erbliche Belastung und getrübte Vernunft zu. Bei seiner Vernehmung und im Zuge des Beweisverfahrens benahm sich der Angeklagte zunächst so brutal, widerspenstig und herausfordernd, daß der Gerichtshof Wer ihn wegen unziemlichen Benehmens im Gerichtssaal eine Disziplinarstrafe von zwei Tagen Dunkelarrest verhängte. Im Lauf« der weiteren Verhandlung ließ aber seine Angriffslust sehr nach und er benahm sich, bis auf gelegentliche temperamentvolle Ausbrüche, vernünftig. Als wichtigster konkreter Punkt des Be- weisversahrens ist die Frage zu betrachten, auf welche Distanz der Angeklagte geschossen hat. Sein« Waffe ist nach dem Gutachten der Was- I fensachverständigen geeignet, auf eine Entfernung von etwa 20 Schritten tödliche Verletzungen hervorzurufen und bis zu 50 Schritten immer noch schwere Verletzungen. Der Angeklagte bemühte sich nun nachzuweisen, daß er auf mehr als 50 Schritte Distanz geschossen habe, was natürlich für die Qualifikation seiner Handlung von Bedeutmtg ist. Ferner erklärte er, daß die Polizei das Feuer eröffnet habe und er habe bloß in die Luft geschossen, um die Wachleute zu erschrecken und bei der Verfolgung aufzuhalten. Auch leugnet er, eine ganze Schachtel Munition verschossen zu haben und erklärt, er könne höchstens sechs bis ficken Schüsse abgefeuert haben. Seine Verteidigung, die in wenigen Punkten durch die Aussage einer zufällsgen Zeugin gestützt wird, steht freilich im Gegensatz zu den Aussagen der Hauptzeugen, nämlich der beteiligten Polizisten, welche bei der Hauptverhandlung die bekannten Ausführungen der Anklage bestätigten. Die Feststellung der Schußdistanzen ist heute dadurch, er-: ichwert, daß das Terrain des Tatortes sich seither durch den weiteren Abbau der Sandgrube sehr verändert hat. Wie bereits berichtet, haben sich die Brüder j der Zeugenschaft entschlagen und auch die Mutter i erklärte, nicht aussagen zu wollen. Die G e s ch w o-, r e n e n. unter denen sich diesmal k e i n e F r an be-| fand, haben vor Fällung ihres Wahrspruches em j sehr umfangreiches Material zu prüfen gehabt, um die ihren aber erst am Abend vor dem Start mitgeteilt wird. Die Bärte bilden für jcken Wettkämpfer die Teilnahmsberechtigung und ihr Verlust bedeutet volle.Disqualifikation. Somit ist der„Eman-Pokal" in dieser Form und mit seinen verschiedenen„Hindernissen" ein origineller Wettkampf, welcher noch nirgends durchgeführt wurde und durchaus geeignet ist, für den Skisport in der Oesfentlichkeit zu wecken. Er geht in seinem ersten Jahr in zwei Kategorien vor sich, und zwar: 1. Für Mitglieder des Veckandes der tschechischen Arbeitertouristen(Männer und Frauen); 2. für die Freunde der Bewegung und des Skisports(Männer und Frauen). Der Sieger des Wettkampfes, welcher in Bestzeit die Strecke mit allen ihren Hindernissen ohne Verlust des Bartes absolviert, erhält den Titel„Meister des Eman-Pokals für 1935" und gelangt in den Besitz eine? schönen Kristallglas- Pokals, welcher in seinen vollständigen Besitz übergeht, wenn er ihn zweimal hintereinander oder dreimal überhaupt gewann. Der Pokalbewerb ist aber vorläufig nur für Mitglieder der SCDT offen. Di« Siegerin in der Frauenkategorie gewinnt eine große Silber^SkifahrerStatuette(auch nur für Mitglieder). In der Kategorie der Freunde der Bewegung erhalten di« Sieger eine von Prof. I. B r y ch t a von der staatlichen Glasgewerbeschule in Eisenbrod entworfene und der Veranstaltung gewidmete Glasfigur„Eman", die unser Bild darstellt. Alle übrigen Teilnehmer eckalten, falls sie die Strecke ohne Barwerlnst absolvieren, zum Andenken eine künstlerische Plakette. Anmeldungen und Auskünfte an SCDT, Prag II., Hhbernskä 7. Der Prager jüdisch« Schwimmklub„Hagibor" wird, wi« die Matter melden, am Sonntag in Berlin bei einem Schwimmeeting an den Start gehen. Wir wissen zwar nicht, was„Hagibor" bewog, von seinem, auch von uns seinerzeit gemeldeten Standpunkt abzugehen, nehmen aber an, daß die Herrschaften im Dritten Reich ihnen großes Entgegenkommen bewiesen haben müssen. In dieser Beziebunge wäre jedoch von feiten„Hagibirs" eine Aufklärung zu erwarten. Gagen'Abban bei den Wiener Prosifnüballern. Eine Versammlung der Wiener Profifußballer, di« dieser Tage stattfand, befaßte sich u. a. mit der mißlichen Lage der Spieler und der Verein« und mit der angekündigten Herabsetzung der Gagen u m d i e Hälft«. Dabei wurde mich bekanntgeacken, daß es in Wien rr.nd 300 Profis gibt, von denen aber nur 35 die Höchstgage von 300 Schilling im Monat erhalten. Das Ende dieser Versammlung war, da sich Wer verschiedene schwierige Punkte schlüssig zu werden. Bor dem Plädoyer des Verteidigers erbat sich der Angeklagte zu einer eigenen Rede, das Wort, in welcher er seine unerfreuliche Kindheit und«ine fehlerhafte Erziehung als^auvtursachen seiner späteren Fehltritte bezeichnete. Er erklärte nochmals, in keinem Fall sich mit Mordabsichten getragen zu haben. Staatsanwalt Dr. TrZieky begründete die Anklage und forderte die Schuldigsprechung des Angeklagten, den er als„gerickenen Burschen" bezeichnet, dessen skrupellose Gewalttätigkeit exemplarische Strafe verdien«. Nach bett Rede des Verteidigers und dem Resümee des Vorsitzenden zogen sich die Geschworenen zur Beratung zurück, die länger« Zeit dauerte. Die Schuldfragen lauteten auf das Veckrechen des fünffachen versuchten Mordes, der öffentlichen Gewalt tätigkeit gegen eine Amtsperson, der gefährlichen Drohung, ferner auf die Uckertretungen der Amtsehrenbeleidigung und des Waffenpa te nie S. Der mit begreiflichem Interesse erwartet« Wahrspruch der Geschworenenbank erkannte den Angeflagten mit neun Stimmen schuldig des nicht vollendeten Mordes in vier Fällen, ferner mit Einstimmigkeit aller weiteren eingeklagten Delikte. Die Zusahfrage auf Niedrigkeit und U n e hr enhaftigkeit der Beweggründe wurden dagegen, gleichfalls einstimmig, verneint. Der Schwurgerichtshof fällte hierauf das Urtefl, wodurch Georg B e k k a unter Zubilligung mildernder Umstände zu dreieinhalb Jahren schweren und verschärften Kerkers verurteilt wurde. rb. Bezirksorganisatiou Prag der Deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei. Sozialistische Jugend— Kreis Prag Sonntag, den 24. Feber, 20 Uhr kleiner Saal„Unitaria" Karlova— Annenskä. Feierstunde zum Gedenken nn die Wiener Feberkämpse Beweist durch Euer Kommen, daß di« Kämpfe des österreichischen Proletariats unvergessen sind! Einladungen bei den Jugendfnnktionären und im Parteiheim. die„Union" der Spieler nie di« richfige Vertretung darstellte, daß die Reduzierung der Gagen angenommen wurde. Naturfreunde-Bewegung. Arbeitsgemeinschaft für Natur- und Volkskunde. Sonntag, den 24. Feber, vormittags 9 Uhr, findet in der Turnhalle in Sobrusan bei Dux eine Sitzung der Leitung der Arbeitsgemeinschaft statt. Mft dem bestimmten Erscheinen aller Leitungsmitglicker wirb gerechnet. Ber Film Blanca Waleskä, Plachh und Peöek in dem Slavinflh-Film„Eine v o'u Millionen". Wie Walt Disney arbeitet. Die Londoner Lei» cester-Galerie veranstaltet gegenwärtig eine Aus' stellung von Filmzeichnungen Walt Disneys, d" durch seine„Micky-Maus" weltberühmt geworbt» ist. Die Ausstellung gewährt einen Einblick in di« Entstehung der Disnehschen Groteskfilm«, deren jeher aus 7000 bis 10.000 einzelnen Zeichnungen zusammengesetzt ist. Disney, der heute Chef einer eigenen Filmfirma ist, zeichnet noch immer all» Szenen- und Figurenentwürfe selbst, während die Fertigstellung seiner Filme von 300 Assistenten besorgt Wick. Urania Kino, Klimentshä 4. ■■ Fernsprecher 61623. Premiere der deutschen Fassung des derühmten amerikanischen Films „Helden der Luft** ab Freilaq. den 22, Feber 1935. 2976 Danksagung Anläßlich des Ablebens meines innigstgeliebten und unvergeßlichen Gatten Hans Jokl wurden mir zahlreiche Beileidskundgebungen übermittelt. Für diese und die schönen Kranzspenden, sowie die überaus zahlreiche Beteiligung an dem Trauerzuge, sage ich allen Verwandten, Freunden und Bekannten, den öffentlichen Körperschaften und den Genossen und Genossinnen meinen innigsten Dank. Ich danke allen Organisationen für die unserem unvergeßlichen Toten erwiesene letzte Ehre. Jnsbesönderen Dank Gen. Senatspräsident Soukup, Sen. Heller, Abg. Heeger, Titz; Schee, Dr. Haas, Abg. Katz, Abg. Prokes, Abg. Choboth, dem Vertreter der Poale Zion und Gen. Vesely für die überaus trostreichen und anerkennenden Worte bei den Trauerfeierlichkeiten. Ich danke auch den vielen auswärtigen Freunden und Bekannten, insbesondere den Mitgliedern des Parteivorstandes, dem Klub der Abgeordneten und Senatoren und dem Frauenreichskomitee für die Überaus starke Beteiligung und innige Anteilnahme: Troppa«, im Feber 1935. Für die Hinterbliebenen: TRarie 3öfl< Das Urteil gegen Georg Beöka Dreieinhalb Jahre für den Revolverhelden Bezugsbedingungen:. Bei Zustellung ins Hans oder bei Bezugckurch die Post monatlich Kd 16.—, vierteljährig Kd 48.—, halbjährig Kd 96.—. ganzjährig Kd 192.—.— Inserate werden laut Taris billigst berechnet. Bei öfteren Einschaltungen Preisnachlaß.— RLastellung von Manuskripten erfolgt nur bei Einsendung der Retourmarken.— Die ZeitungSfrankatur wurde von der Post- und Telegraphendirektton mit Erlaß Nr. 13.800/VI1/1930 bewilligt.— Druckerei:.Orbis". Druck-, Verlags, und ZeitungS-A.-G.. Prag.