Samstag, 23. Feber 1935 15. Jahrgang Einzelpreis 70 Heiter (einschließlich 5 Heller Forle) IENTRALORGAN DER DEUTSCHEN SOZIALDEMOKRATISCHEN ARBEITERPARTEI IN DER TSCHECHOSIOWAKISCHEN REPUBLIK ERSCHEINT MIT AUSNAHME DES MONTAG TÄGLICH FRÜH. REDAKTION UNO VERWALTUNG PRAG Xll_ FOCHOVA«2. TELEFON SX07. ADMINISTRATION TELEFON 53074. HERAUSGEBER: SIEGFRIED TAUB. CHEFREDAKTEUR: WILHELM NIESSNER. VERANTWORTLICHER REDAKTEUR: DR. EMIL STRAUSS, PRAG. Die Aktion Krebs^Dr.Viererbl Die Emigrantenpolitik der Sudetennazis Englische Besorgnisse wegen Ostafrikas Mussolinis Kriegszug in Ostafrika macht den Kabinetten von Paris und London einiges Kopfzerbrechen. Es ist ihnen peinlich, daß der„Garant des europäischen Friedens", als den man den Stifter allen Unfriedens f:it 13 Jahren gern anspricht, in Ostafrika einen Krieg vom Zann bricht. Es wird offen ausgesprochen, daß man weder mit Italien brechen, noch auch den Völkerbund durch die Preisgabe Abessiniens neuerlich blamieren möchte. England hat den Italienern den Weg nach Mtafrifa gebahnt und sie vor dem Weltkrieg gern dort gesehen, wo sonst leicht die Franzosen oder Deutschen hinfinden konnten. Auch nach dem Kriege degünstigte England die italienische Afrikapolitik, sofern sie antifranzösisch und am Roten Meer auch vitijapanisch war. Zuerst stieß Mussolini aus knglisches Mißtrauen, als im Zusammenhang mit dem Araberaufstand am Ostufer des Roten Merkes sein Namen genannt wurde. Die offenbare Absicht Italiens, im Anschluß an eine— durch provozierte Urberfälle heraufbeschworene— Brenzaffäre sich ein Handelsmonopol • it Ostafrika und die militärische Beherrschung der Rilguellen zu sichern, erregt in London Berger und Sorgen. Das britische Kabinett hat sich in dieser Woche zweimal mit dem abessinischitalienischen Streit befaßt und ist bei der italienischen Regierung in mäßigendem Sinne vorstellig Onuordcu. Truppentransporte im Gans Neapel.(Havas.) Freitag abends ging dvn hier der Damvfer„Bulranio" ab, welcher »ach Ostafrika 400 Svezialarbeiter und 700 Soldaten des Genie- und Sanitätsdienstes bringen diird. Der Dampfer wird in Messina ein Batail- J°it von 1000 Mann an Bord nehmen. Auf diesem Damvfer begibt sich auch General Graziani, Kommandant des Expeditionskorps, nach Jtalienisch- Dstaftika. General Graziani hat bekanntlich die Ehrrnira„pazifizert", die militärischen Operationen in Sazzan geleitet und die Oase Kufra desrtzt. * U Genua.(Tsch. P.-B.) Freitag wurden dier 1300 Arbeiter zur Fahrt nach der italienischen Kolonie Erythräa ringeschifft, wo sie dei Erdarbeiten werden beschäftigt werden. Sir John als Weltreisender Berlin—Moskau—Prag? In den englischen Blättern verdichten sich die Meldungen über dir bevorstehende Reise Sir «ahn Simons nach Berlin. Zugleich wird das spä- tkr aufgetauchte Projekt einer Reise Simons nach Moskau eifrig diskutiert. Die Reise nach Moskau scheint allerdings noch nicht frstzustehen. Als Neuester Reisevorschlag taucht aber die Meinung n»f, der englische Außenminister werde von Berlin einen Abstecher hach Prag machen, um Doktor Benes zu besuchen. Europa könnte ruhiger schla- s«n, wenn sich der reiselustige Sir John mit Mos- >°u nnd Prag begnügte, aber seinen Eifer, in der Blilhelmstraße zu frühstücken, bezähmte! Unter Bedeckung Paris.(Tsch. P. B.) Die österreichischen Minister werden bei ihren Besuchen in Paris vom Hotel im Ministerium in das Palais Elysee usw. m gedeckten Autos von Polizisten zu Rad beglei- M Vor den-Autos, ihnen zur Seite und hinter chncn fahren in unmittelbarer Nähe Polizei- ° u t o s. Bis in die Abendstunden ist es zu keinen Ausschreitungen gekommen. ■.Ehren“-Legion? Paris.(Havas.) Vor dem Dejeuner, das der Präsident der Republik Lebrun zu Ehren der Österreichischen Minister gab, dekorierte er den Kanzler Schuschnigg und den Minister Berger- Naldenegg mit dem Großkreuz des Ordens der Ehrenlegion. Unsere Hakenkreuzler haben eine doppelte Moral: eine fürs Inland, eine andere für Deutschland. Käme es auf ihre Gesinnung an, dann würden alle reichsdeutschen Volksgenossen, die der Hölle der Konzentrationslager und der braunen Folterkammern durch, glücklichen Zufall entronnen sind, wieder über die Grenze gepeitscht und geradewegs ihren Henkern ausgeliefert. Die sudetendeutsche Schriftleiterpresse schwelgt unermüdlich in Emigrantenhetze, die sich nicht nur gegen Marxisten und Juden, sondern auch gegen die Anhänger Dr. Strassers richtet. Dabei schämt sie sich gar nicht, die haßvollen Ausbrüche der tschechischen Fäscistenblätter nachzudrucken, also Arm in Arm mit dem nationalen„Erbfeind" und mit wirklichen Deutschenhassern gegen heimatlose Deutsche zu streiten, die des Verbrechens schuldig sind, daß sie sich nicht widerstandslos foltern und morden lassen wollen. Einträgliches Maulheldentum Dabei wimmelt es in Deutschland von haken- kreuzlerischen Emigranten. Viele tausende österreichischer Nationalsozialisten sind ins Dritte Reich geflüchtet. Dort begegnen sie sich mit sudetendeut- schen Gesinnungsfreunden, die Wohl an Zahl geringer, aber auch an Heldenmut kleiner sind. Denn die Krebs, Biererbl, Langhans und Konsorten können wahrlich nicht behaupten, daß sie vor dem Zugriff des Henkers entfliehen muß ten. Ihnen drohte weder Galgen noch Konzentrationslager, sondern schlimmstenfalls einige Monate Arrest, die zeyntausende österreichischer und reichsdeutscher Sozialdemokraten in Kauf nehmen, ohne mit einer Wimper zu zucken. Je bescheidener die Heldentaten dieser Nazi- Emigranten, desto frecher gebärden sie sich aber. Es ist ein offenes Geheimnis, daß die Herren Krebs und Viererbl die Träger der in letzter Zeit mit steigender Schärfe gegen die Tschechoslowakei gerichteten Propaganda sind. Auch Herr Langhans reist im Lande der Fememorde, der Bartholomäusnächte und des allgemeinen Maulkorbzwanges herum und beklagt die Unterdrückung— des Sudetendeutschtums. Von Krebs weiß man, daß er, nattonaler Revolutionär und^wohlbestallter Ministerialdirektor, die Haß- prcWganda des Leipziger Senders gegen unsere Republik dirigiert. Vsererbl hat seinen Sitz in München aufgeschlagen und verspritzt in einer Preffekanzlei viel Tinte für die„Rettung" der sudetendeutschen Brüder. Darin liegt die Erklärung, daß auch bayerische Provinzblätter, die früher den Sudetendeutschen nicht auf den Namen kommen konnten oder fie. schlechtweg den Tschechen zuzählten, in letzter Zeit mit Angriffen auf die Tschechoslowakei gespickt stüd. Aus einem dieser gleichgeschalteten Organe, der in Weiden(Oberpfalz) erscheinenden„Bayerischen Ostmark" seien hier einige Beispiele dieser zielbewußten Hetze angeführt, die nur den Zewck verfolgt, die Enttäuschung und Verbitterung der Untertanen Hitlers abzulenken und gegen das Nachbarland die gewünschte Stimmung zu erzeugen. Maltet den Dieb! Die ganze Presse des Dritten Reiches darf natürlich über die zum Himmel sttnkende Korruptton der braunen Bonzen kein Sterbenswörtchen berichten. Dafür aber war in der Ostmark vom 22. Jänner zu lesen: Stavisky II. Was wir im großen im Sta- visly-Skandal und in den anderen Skandalfällen, die im letzten Jahre das französische Volk beunruhigten, erleben konnten, findet in der Tschecho- slowakei ein getteues Abbild. Auch hier kann man seit einem Jahr eine Kette von unerhötten Korrupttonsfällen beobachten, die bis jetzt noch lange nicht ihre Erledigung gesunden haben. Dann folgt ein Hinweis auf tie Bahnschwel- len-Affären und auf die Bestechungen beim Frai- ner Talsperrenbau. Der deutsche Leser darf natürlich kein Wort darüber erfahren, daß in der demo- katischen Republik die Korruptionisten eingesperrt wurden, nicht zuletzr durch den energischen Zugriff sozialdemokratischer Minister, während in Deutschland die Korruptionisten ihre Kritiker nach Dachau oder in ein anderes Konzentrationslager schickest. „Brot r- ein Vorrecht der Tschechen!“ Unter dieser Ueberschrift berichtet der Sonderdienst der„Bayerischen Ostmark" am 24. Jänner- Tie neuesten Nachrichten aus der Tschecho- flowakri müßten die Aufmerksamkeit der ganzen Welt auf den grausamen Bernichtungskamps lenken, den eine kurzsichtige und jeder Verständigung entgegenarbeitend« tschechische Politik ‘ gegen das SudetcndeUtschtum betreibt: Wie dir tschechisch« Zeitung„Pravo Lidu" meldet, hat das tschechoslowakische Sozialministerium über die Beträge für die produktive Arbeitsloscnfür- sorge(Notstandsarbeiten) verfügt, ohne daß dir deutschen Gebiete Böhmens bei den vorgesehcnen großen Projekten berücksichtigt worden wäre«. Hier liegt eine glatte Fälschung vor. Natürlich hat das„Prävo Lidu" niemals einen solchen Bericht gebracht. Wahr ist pudern, daß auch unter der Ministerschaft Dr. Meißners gerade im Fürsorgeministerium bisher noch kein ordentlich belegtes Ansuchen deutscher Gemeinden oder Bezirke um Beiträge aus der produttiven Arbeitslosenfürsorge abgewiesen wurde. Daß Notstandsarbeiten nicht in genügendem Umfange durchgeführt werden, liegt nicht selten an den Schwierigkeiten, die von deutschbürgerlicher Seite gemacht werden. Jedenfalls ist unseren Arbeitslosen nicht mit solchen Meldungen geholfen, die aus einem Lande kommen, wo Broterwerb ein Vorrecht der braunen Futterkrippenjäger geworden ist.' Die Sozialdemokraten dürfen nicht genannt werden Rot unterstrichen über die Titesseite knallt in der„Ostmark" vom 8. Feber die Ueberschrift: «Die Deutschen sollen verhungern". Dann folgen einige Meldungen aus der Tschechoslowakei, darunter die über den Besuch einer Gruppe von Parlamentariern im Notstandsgebiet Kratzau. Es werden folgend die Zahlen angeführt, die Abgeordneter Genosse N e L a s über den Umfang der Ar- beitslosigkeit im deutschen Randgebiet veröffentlicht hat. Verschwiegen wird, daß Neöas ein tschechischer Sozialde m-o trat ist) der damit seine internationale Solidarität bekundet. Unterschlagen wird, daß die Vergleichsziffern über das Ausmaß der Arbeitslosigkett in Frankreich ustd im sudetendeutschen Gebiet zuerst in der Presse der deutschen Sozialdemokrat en veröffentlicht wurden. Dir Wahrheit ist ja im Dritten Reich verboten. Die armen Millionäre Läppisch wird diese Propaganda, wenn sie unter dem gleichen Gesamttitel: die„Deutschen sollen verhungern" nachstehenden Bericht anreiht: Drei Millionäre wollen ins Armenhaus Im Bezirk Mährisch-Osttau in der Tschecho- ssowakei haben drei Männer um die Aufnahme ins Armenhaus angesucht. Einer will in das Städttsche Versorgungshaus von Witkowitz kommen, der zweite in das Armenhaus von Hohenstadt und der dritte in das von Mährisch-Ostrau. Alle drei Männer waren noch vor wenigen Jahren Millionäre, besaßen Fabriken und gaben Hunderten von Arbeitern Brot- Wieder ein krasses Beispiel der Verelendung in der Tschechoslowakei, die i" letzter Zeit durch dke Nachrichten von dgr schweren Not in,den deutsch-böhmischen Industriegebieten besonders llar in Erscheinung tritt. Es sei dahingestellt, wie in diesem Falle Wahrheit und Dichtung vermengt sind. Im brau« nen Paradies kann natürlich so was nicht Vorkommen. Dort wird für die Millwnäre standesgemäß gesorgt. Von der Pressehetze zur Rundfunkhetze Nicht ohne Zusammenhang mit einer Bemerkung des zitierten Blattts, worin das deutsche Böhmerwaldgebiet als„Vorfeld der bayerischen O st m a r k" bezeichnet wird, steht eine weitere Meldung vom 6. Feber: „Die Bayerische Ostmark erhält zwei Gleichwellensender!!!" Man erfährt aus der Darstellung, daß die Zustimmung der maßgebenden Stellen zu diesem Projekt bereits vorliege.„Aller Voraussicht nach kommen für die Aufstellung der beiden Sender das Fichtelgebirge und der Bayer. Wald in Frage." Technisch sei man in der Lage, sie üuf erhöhten Punkten aufzustellen,„und damit eine größere Reichtveite zu erzielen". Wohin? Darüber gibt der am Schluß der Darsttllung zitierte Befehl des Gauleiters Ausschluß:' „Macht mir die Ostmark auch auf dem Gebiet« l des Rundfunks stark!" Der Hintergrund der Aktion Viererbl In einem Bericht, der von Gegnern des Hitlerregimes regelmäßig über die, Lage ist Deutschland erstattet wird, war kürzlich zu lesen: „Von den Amtswaltern der NSDAP wird der Krieg als unvermeidlich betrachtet. Dem Erbfeind die Niederlage von 1918 heimzuzahlen, ist ihr Welle. Dabei wird natürlich keinesfalls nur an den Westen Deutschlands gedacht. Hierfür sind als Beweise die Schulungskurse der NSDAP anzuführen. Unter dem Titel:„D i e B e d r o- h un g d e r J&a t) e t t'f dj e n Ostmark" werden Schulungsabende veranstaltet, in denen gegen die Tschechoslowakei gehetzt wird. An Hand von General st ab s karten und Photographien werben auf das genaueste die Grenze, die wichtigsten militärischen und wirtschaftlichen Stützpunkte der ESR. studiert und alles militärisch und strategisch Wichtige erörtert. Im„Freiheitskampf", dem sächsischen nationalsozialistischen Organ, war zu lesen: „Der opferreiche, schwere Selbstbe- hauptungskampf, den die Bevölkerung gegen daS immer mehr vordringendr Tschrchentum führt, muß auf das stärkste unterstützt worden. Die volkspolitische, wirtschaftliche und kulturelle Rot, die seit der grundlegende« Veränderung des Grenzcharakters im Jahre 1918 erfolgte, stellt dem gesamten deusschen Volke die unabweisbare Pflicht,»inen tragischen Ausgang des zähen Volkstums- nnd Grenzlandkampfrs abzuwehren und zu verhindern." * Wir haben uns mit diesen Erscheinungen vor allem vom Standpunkte unserer Grenzarbeiterschaft auseinanderzusetzen.Da ist zurKennzeich- nung ber Unehrlichkeit und Hinterhältigkeit dieser Propaganda zu sagen: ein großer Teil der sutzetendeutschen Arbeiternot fällt auf das Schuldkonto der Wirtschaftspolitik Hitlerdeutschlands. Gerade aus den südwestböhmischen Bezirken, die an Bayern grenzen, sind vor und nach dem Kriege Tausende von Menschen nach Deutschland als Saisonarbeiter gegangen. Auch in den letzten Jahren ber Weimarer Republik wurde gegen diese Einwanderer und Grenzarbeiter noch liberal vor- gegängen. Erst seitdem Hitler regiert, ist bie Grenze fast hermetisch verschlossen. Die Zehnmarksperre ist ein weiterer Beitrag zur Verelendung der Kurorte zum Niedergang des Fremdenverkehrs diesseits der Grenze., Wenn es in Deutschland keine Not mehr gibt und wenn das braune Regime die Arbeitslosig- Seite 2 Sam-tag, 23. Fever 1935 Nr. 4« - keit überwunden hat, dann löge es in Hitlers Hand, morgen schon dieses Paradies auch den sudttrndeutschen Arbeitslosen zu offnen. Man möge die alten Bayern» und Sachsengänger wenigstens in jenem Ausmaße zulassen, wie zu Kaiser Wilhelms oder Hermann Müller Zeiten. Bisher sind Arbeitslose aus den Grenzbezirken, die den verlockenden Schilderungen der Nazis glaubten und an der hakenkreuzlerischen Arbeitsschlacht teilnehmen wollten, nur im Arrest des Prag.(Tsch. P.-B-) In der am Freitag, dem 22. Feber, nachmittags stattgefundenen Sitzung des Ministerrates wurden die Berichte der interministeriellen Sonderkommission über die Vorschläge aller Ressorts betreffend die Feiern des 8 5. Geburtstag, es des Präsidenten der Republik behandelt und das voygelegte Programm in voll«« Umfange g e n e h m i g t. In diesem genehmigten Rahmen werden die einzelnen Maßnahmen mit den zuftäNdigvn Ressorrs in die Tat urngesetzt wnd öffentlich kundgemacht werden. Das Finanzministerium wird einen Gesetzent« wurf über die Gebührenerleichterungen der Jubi« läumStoidmungeu zur verfassungsmäßigen Behänd, lung vorlegen. Im Zusammenhang mit dem'Programm der Feiern wurde im Nachtrag zu dem Beschluß des Mi- nifterrates vom 22. Dezember 1984 das Ergebnis der Verhandlungen der zuständigen Refforts mit der Gemeinde Prag über die endgültige Bestimmung derBauplätze für die StaatSga- l e r i e und für das T. G. Masarhk-Jnsti- tut genehmigt und beschlossen, daß das erforderliche Grundstück, für den Bau des erwähnten Institutes, in dem insbesondere di« Bibliothek und das Archiv des Präsidenten der Republik untergebracht sein werden, vom Staate gewidmet werde. Im Rahmen der Disposittonen mit den Grundstücken auf der Letnä wurde auch der Antrag auf Zuteilung des Bauplatzes für das gemeinsame Gebäude des Landwirtschaftlichen und des Technischen Museums geitehmigt. Genehmigt wurde das Abkommen mit Rumänien über die Teilung deS Besitzer der Gemeinden und Gaue, deren Gebiet von der tschechoslowakischrumänischen Staatsgrenze durchschnitten werde. Zur Kenntnis genommen wurde der Bericht über die Grundsätze, nach denen die tschechoslowakische Delegation bei der soeben in Prag stattfindenden I V. Tagung des WirtschaftSrateS der Kleinen Entente vorgeht, insbesondere hinsichtlich deS Wirtschaftspla- neS für die Zukunft und der gegenseitigen handelS- polittschen Beziehungen. Ausgesprochen wurde die Zustimmung zu den Maßnahmen, in Angelegenheit hes Beitrittes der Tschechoslowakei zu dem intermt^‘ tionalen Veterinärabkommen. Genehmigt wurdes das Luftabkommen mit Jugoslawien betreffend di« Errichtung und den Betrieb regelmäßiger Linien und die zuständigen Ministerien wurden mit der Turchfichrung aller erforderlichen Maßnahmen betragt. Genehmigt, wurden die Regkerpngsgesetzentwurfe über diefinanzsellen Maßnahmen auf dem Gebiete der territorialen Selbstverwaltung, weiters über die Zuständigkeit. und Organisierung der Obergerichte als Staatsgerichte und über das Verfahren vor ihnen, sowie schließlich über.die Enteignung zu Zwecken der Verteidigung des Staates. nächsten Bezirksamtes gelandet und nach längerer oder kürzerer Zeit wieder heimschubiert worden. Dies« Tatsachen sprechen gegen die Flunkereien der Viererbl und Konsorten. Mögest die Anhänger Henleins für diese Politik von Salon-Emigranten, die in Wahrheit Stipendiaten der Henker des deutschen Volkes sind, begeistert sein, die deutsche Arbeiterschaft verzichtet auf solche Schützenhilfe, die ihr nicht Brot und Freiheit, sondern fascistische Knechtschaft und Krieg bringt. Genehmigt wurden die Regierungsverordnungsentwürfe über die Verlängerung des Rechtes der Regierung, im Berovdnungswege die Höchstzinssätze von Geldeinlagen oder.Anleihen, und zwar für die Zeit bis Ende des Jahres 1936 festzusetzen, weitets über die Ergänzung und Aenderung einiger Bestimmungen betreffend das tschechoslowakische Rees-, kompte» und Lombardinstitut und schließlich über detaillierte Durchführung einiger Bestimmungen des neuen Gesetzes über die Amortisierung von Urkunden. Genehmigt wurde die Regelung einiger Fragen betreffend das Schulwesen im tschechoslowakischZosu wieder im Fahrwasser Italiens Nachdem er eine neue Anleihe herausgeschlagen hat Rom. Die Gewährung einer neuen italienischen Anleihe an Albanien dürfte nach Ansicht römischer Blätter eine entscheidende Wendung in der albanischen Politik zur Folge sächsischen Grenzgebiet. Ausgesprochen wurde die Zustimmung zu dem Plan auf dem Gebiet der Bauten und Arbeiten des staatlichen Wasser-Wirtschaftsfonds bei dem Ministerium für öffent- liche Arbeiten und zu dem Voranschläge ihres Aufwandes. Beschloffen wurde die weitere Verlängerung der Wirksamkeit des Syndikates für die Verwertung von Vieh und tierische» Prunkten ohne Aenderung noch für die Zeit vom 1. März bis 31. März 1935. Ausgesprochen wurde di« Zusttmmung zu der Kundmachung des Ministeriums für Landwirtschaft betreffend die Verkaufspreise und die Bedingungen für Oelkuchen und einig« Futtermittel sowohl heimischen als auch ausländischen Ursprungs, und zwar in der Periode vom 1. März bis 31. Mai d. I. Genehmigt wurde auch der Aniwortentwurf der ffchechoslowakischen Regierung auf den Fragebogen des internationalen Arbeitsamtes über di« Beschäftigung der Frauen in den Gruben. Bewilligt wurden weitere finan- ziell« Mittrl für Asyle für die arbeitslos« Jugend. Berichte wurden erstattet von dem wirtschaft- liche»' und politischen Minisijerckomitee über die Vorbereitung dringender Entwürfe und Maßnahmen. Schließlich wurde die Tagesordnung der laufenden administrativen, wirtschaftlichen und personalen Angelegenheiten erledigt. haben. Man erwartet eine Umbildung deS albanischen Kabinette-, wodurch vor allem der Einfluß gewisser mohammedanischer Kreise, die sich zeitweise der albanisch-italienischen Freundschaftspolitik widersetzten, ausgeschaltet würde. Für die nächste Zukunft wird ferner in Rom eine albanische Wirtschaftsdelegation erwartet, die über den Abschluß eines italienisch-albanischen Wirtschaftsvertrages verhandeln würde. Beschlüsse des Ministerrats Abermals blutige Schießerei in Slavonisch-Brod Fünf Tote und drei Verletzte Belgrad.(Tsch. P.-B.) Neber die blutigen Ereignisse, die sich in den letzten Tagen in Slavonisch-Brod und Umgebung abspirlten, wurde jetzt rin amtliche- Kommunique ausgegeven, in welchem festgestellt wird, daß Donnerstag früh, nachdem am Vorabend sieben Tote und sechs Schwerverletzte einem Aufruhr zum Opfer gefallen waren, durch zwei Unter suchungSkommissionen, n. zw. durch eine seitens des ortszuständigen Gerichtes und durch eine Spezialkommission eine eingehende Untersuchung eingeleitet wurde. Die Mitglieder der Spezialkommiffion, die aus dem Gehilfen deS BanuS von Agram, Dr. Hodzi, dem Inspektor deS Ministerium- deS Innern Vclkovik und dem Gendarmerieinsprktor Trnopokovik bestand, trafen Donnerstag früh in Slavonisch-Brod ein. Eine Gruppe von 200 Bauern onS den Dörfer« Gorna Brba und Beprinja» die ebenfalls DonnrrStag früh in Slavonisch-Brod eingetroffen war, forderte di« sofortige Freilassung aller am Borabend verhafteten Personen. Als der Inspektor Belkovii vor die Bauern trat, um ihnen zu erklären, daß die Verhafteten ohne gerichtlichen Beschluß nicht freigelassen werden könnten und dir Volksmenge zum Auseinandergrhrn aufforderte, überfielen einige Bauern den Inspektor und e utfü hrten ihn. Gleichzeitig fielen aus der Masse Revolverschüsse, worauf sich die Gendarmen gezwungen sahen, von der Waffe Gebrauch zu machen. Dir Menge ergriff die Flucht und ließ Inspektor LrlkoviL frei. Auf dem Platz« blieben fünf Tote und drei Verletzte. Das Kommunique« gibt dem Bedauern über diese traurigen, sowohl in Bezug aus die Brrlevunq der iffeutlichrn Ruhe und Ordnung und sowie auf die Zahl der Opfer schweren Vorfälle Aus drmt und betont, daß die Behörden, welche die Freiheit, Sicherheit und die gleiche Anwendung der Gesetze jedem Bürger zu sichern haben, in keinem Augenblicke versagen dürfen. A L P A Beraten Sie sich mit Ihrem Antel den Sie In geringer Men« ge dem Waner beigeben. Alpe desinfiziert- Ansteckung wird verhindert Die Grippe tritt wieder epidemisch aufl Beugen Sie der Anstek- kung rechtzeitig vor. Die Grippe-Efreger gelangen In den Körper durch den Mund und die Atmungswege. Benutzen Sie deshalb zum Mund- ausspülen und Gurgeln den Menthol- Franzbranntwein Wieder eine Affäre um Papen Berlin.(Tsch. P. B.) Der deutsche Gesandte vonPapen ist nach Berlin gekommen und politische Kreise legen seinem Besuche große Be- deutung bei. Interessant ist, daß der Attache der Wiener Gesandschaft und langjährige Mitarbeiter Papen s, Herr von Tschirschky, vor 14 Tagen von der geheimen Staatspolizei nach Berlin berufen wurde, dieser Aufforderung jedoch keine Folge geleistet haben soll. Herr von Tschirschsky, der aus einer katholischen Familie Schlesiens stammt, war ein enger Freund des Ministerialrates Pose, der bekanntlich am 30. Juni vergangenen Jahres im Bureau Papens erschossen worden war. Tschirschky selbst wurde damals mehrere Tage von der geheimen Staatspolizei in Gewahrsam' genommen.' Es heißt, daß von Tschirschky auf die Aufforderung der geheimen Staatspolizei, nach Berlin zu kommen, seine Demission gegeben habe. Er soll sich gegenwärtig in Italien aufhqtten und auch gar nicht die A h's ich t'hüben,"siä ch D^e u t s ch l am d z u r,L ck z u k e h r e,y. Herr von Päpen selbst soll über dieses Berhalten seines Attaches zur Aufklärung aufgefordert worden sein. RuBiand hat die stärkste' Luftflotte der Welt Moskau.. Der Stabschef der Luftstreitkräne der Sowjetunion erklärte in einer Rundfunkansprache, daß die Sowjetunion derzeit dir stärkste Luftmacht der Welt besitze und daß sie diese Macht noch Wetter verstärken wolle. Roman von Fritz Rosenfeld - Der Kellner hatte sich den Schlaf aus den Augen gewischt und wollte Marinka helfen. Sie schickte ihn ins Dorf hinunter, er mußte Geschirr holen; es waren zu wenig Tassen, zu wenig Teller, zü wenig Löffel da. Der Zucker ging aus, und wenn der Wirt frische Wurst hatte, ein paar Flaschen Bier—der Vorrat ging zu Ende. In der Küche hinter dem kleinen Glasfenster flackerte das Feuer, Wasserwolken dampften zur Decke, ehe ein Kessel kochte, rief Marinka der Köchin schon eine neue Bestellung zu. DaS Licht der Kerzen lief über chr« Finger, die Butterbrote strichen und Teetassen füllten. Sonst saßen ein paar Bauern, die in die Stadt -führen, auf den hölzernen Bänken, stundenlang bei einem Glas Bier, der Förster kam vorüber, das Streckenpersonal stärkte sich mit einem Brannt- Ivcin, ehe es in die Winternacht hinauSging. Heute war alles ganz anders. Nur fremde Gesichter waren da, viele, viele Menschen, die der Fernzug gebracht hatte, der nie in dem kleinen Dorf hielt. Die Gestatten in den großen, breiten, braungraugelben Reisemänteln, die sons immer nur vorüberhuschten unter dem Donnergetöse des blindwütig vorwärtsstür-en-en Schnellzugs, wurden heute von einer Schicksalshand angehalten und mußten auS- steigen und in den Wartesaal gehen, zu Marinka, und sie bitten. Jawohl: bitten. Da standen sie und sahen ihr zu und warteten, bis sie an die Reihe kamen, und nahmen ihre Tasse-und ihr Brot und setzten sich in einen Winkel, ganz bescheiden und still. Die am stillsten waren, die die traurigsten Augen hat- lxn, bekamen von Marinka das größte Butterbrot. Wenn sie es erzählt hätte, man hätte sie auSge- lacht. Marinka, du dumme- Mädel, du kleine Häuslerstochter aus den Bergen, die vor dem Stiefvater davonsief und hier in dieser vergessenen Station Kellnerin und Büfettdame und Wirtin war in einer Person— Marinka, du hattest plötzlich Macht. Es war nur eine winzige, unscheinbare Macht, aber es war doch eine Macht, und du wußtest, daß du sie gut nützen müßtest. Zu Aschenbrödel war nur ein Prinz gekommen, zu dir kamen zwanzig Prinzen, ein Dutzend tanzender Prinzessinnen in goldenem Haar und mit großen blauen und dunklen blitzenden Augen. Sie waren da, und sie blieben, denn das saufende Ungetüm draußen Ivar erloschen, eS war stumm, es war blind» heute konnte es sich nicht mehr in den Schlund der großen Stadt stürzen, die dort irgendwo, hinter den Hügeln, hinter dem Strom, die steinernen Kiefer ihrer Straßen aufriß. Jakob Halling stand neben Marinka. Am Mittelfinger ihrer rechten Hand, an einem dünnen, schmalen Kinderfinger, flimmerte ein Ring mit einem billigen Stein. Marinka blickte oft auf den Ring, als wollte sie die Augen der Fremden lenken und ihnen sagen: ich bin nicht so arm, wie ihr wähnt, ich habe einen Ring, vielleicht habe ich auch einen Prinzen, der mir dereinst tausend Ringe schenken wird. Man müßte diese kleine Hand aufhalten in ihrer eilenden Geschäftigkeit, dachte Halling, und man müßte sie streicheln. Es liegt viel Güte in ihr, viel geheime Kraft der Zärtlichkeit. Aber man dürfte nie diesen armen, billigen Ring gegen einen goldenen Reifen mit einem großen Diamanten vertauschen. Dann verflöge der Zauber, und Marinka wäre nur wie eine von den Unzähligen in den Städten, die er gekannt hatte, denen aus Gold immer der Hunger nach Gold erwuchs und aus Liebe immer wieder, immer wieder die Gier nach seinem Geld. Carlotta stand neben ihm. Marinka reichte ihr eine Taffe Tee, ein Butterbrot, das'dick mit Schinken belogt war. Carlotta sah den kleinen, .schmalen Ring, und sie lächelte. Marinka blickte ihr einen Herzschlag lang in die Augen, in diese tiefen, blauen, stummen Augen. Die wird nicht, wie jene Alte mit dem rosigen, fleischigen Gesicht, hochmütig sagen:«Nett, die Kleine." Die wähnt sich nicht so groß, daß ich neben ihr winzig bin, ein« »nette Kleine". Die verdient, daß man gut zu ihr ist. Und Halling? Er war ein behäbiger Mann und nicht mehr jung. Er hatte einen müdemZug um die Lippen, und das Lächeln, das auf seinem Gesicht lag. schien nur eine Maske zu sein. In seinen Augen dämmerte tief, ttef hinter den Blicken, dort wo die Welt sich zu spiegeln aufhört und der Mensch beginnt, ein verborgenes Verlangen nach ein wenig Zärtlichkeit, nach der Nähe eines Menschen. Marinka dachte zurück: wann hatte sie diesen geheimen Blick zuerst gesehen? Nicht bei den Menschen, bei ihrer Mutter nicht und nicht bei ihren Geschwistern. Bei den Tieren hatte sie ihn gesehen, bei dem Hund im Hof, bei der Katze, die eines morgens bluten-, zerkratzt, hinkend nach Hause schlich, bei einem Vogel, der im Winter an ihr Fenster flog. Als der Vater starb, und alle schwarze Kleider anlegten, hatte Marinka sich geweigert, die Farbe der Trauer wie eine Fahne zu tragen. Die Mutter hatte sie geschlagen, als sie sagte: sie trüge die Trauer in den Augen, und wer die Trauer nicht in den Augen trage, trauere gar nicht. Bon diesem Tag an gatt sie im Dorf als irr, man verlachte sie und die Jungen erzählten, wenn sie alterte, würde sie bestimmt eine Hexe werden. Die Mutter trug die schwarze Fahne der Trauer, aber ehe«in Jahr verflossen war, heiratete sie und der Vater war vergessen. Nebenan, die Tür stand offen, lang« Schatten tanzten über die Wand, knarrte das Grammophon. Frau Avory stellte die Girls in eine Reihe, sie hatten verweinte Augen und murrten, aber Frau Avory verschaffte sich Gehorsam. Dumpf stampfte der Takt ihrer Beine den Veden, es war, als arbeitete eine Maschine im Nebenzimmer, und ein i kleines, schwaches Grammophon bemühte sich, ihren Kolbenschlag zu übertönen. Der Stationsvorstand kam, warf ein neue- Paket Kerzen auf das Büfett, Marinka hoste leere Bierflaschen hervor, sie verwandelten sich in Leuchter. Nun wurde eS heller, die Schatten verblaßten, und das Klappern der Tassen, klang nicht mehr so hohl. Kilmek und Cabrolle spielten. Karten lagen vor ihnen, eine offene Brieftasche, Banknoten in allen Farben. Der Zeichner stand hinter ihnen, den Stift in der Hand. Cabrolles feiste-, sattes Gesicht, ein Kreis mit wenigen Punkten, saß auf einem hageren Körper, ein paar Striche, ein paar Schatten. Da ging die Hand des Zeichners durch, und ehe er wußte, warum er xs tat, zeichnete. er ein Geloehr, da? sich auf die Brust Cabtolles richtete. KilmekS Kopf aber hing in-ec Luft, er zeichnete keinen Körper, eS war, als hätte ein Schwert diese- Haupt abgeschlagen, off schwebte es schwerelos im Raum. Der Kunstschütze sah daS Blatt, riß es vom Block. Da erwachte der Zeichner, schlich in seinen Winkel, warf den Block auf die Bank. Wir wehren uns vergeben-, dachte er, eS frißt uns auf. Als die Tür ging, fuhren sie empor.® e sahen in ihren Schreckgesichtern Gewehrläufe. Handgranaten an einem dürren TotenarM. fremde Uniformen, da- rotverhüllte Gesicht Henkers. Aber eS war nur der Arzt, ein breiter, Picker Mann in einem abgetragenen Pelzmantel, eine Tasche unter dem Arm. Olavsen ging auf ihn zu, führte ihn zu Gregor. Carlotta holte Kerzen, der Arzt kramte in seinen Instrumenten, legte ein Hörrohr«n Gregor- Brust. Fühlte seinen Pul-, hob seine Augenlider, schob das Fieberthermometer in seinen Mund. ES zeigte neununddreißig vier. r (Fortsetzung folgt.) Kt. 4« Sa ms tast. 23. Feber 1935 Seite 3 Der sroBe Schlager der Henlelnleute, der immer und immer wieder von den Rednern der SHFin den Versammlungen zu hören ist, der in den-Zeitungsartikeln der gleichgeschalteten Presse immer wiederkehrt und welcher in der letzten Zeit auch für alle Flugblätter^der SHF Verwendung fand, lautet: Gegen die g e m e i n« s a m e Not die gemeinsame Tat! Merkwürdigerweise findet man diesen- Schlager nicht nur auf den Druckprodukten der SHF, sondern er hat auch auf den Flugblättern der '»Sudetendeutschen Dolkshilfe" Platz gefunden. Tie SDH hat aber nach allen Aeußerungen der führenden Menschen sowohl in der SHF als auch der SVH, mit der»Sudetendeutschen Volkshilfe" Nichts,zu tun, es scheint also der Schlager der SHF zu gleicher Zeit auch von einem Führer der SVH erfunden worden zu sein. Oder sollte da der Bund der Deutschen, der die SVH ins Leben gerufen hat, ganz unschuld.igerweise die Verfassung der Flugblätter für die SVH, dem gleichen Manne übertragen haben, der da in der Propagandaabteilung der SHF an der Mafsenerzeugung der Druckpro- dukte-für die SHF tätig ist? Das wäre allerdings rin sehr peinlicher Mißgriff l Was braucht der empfindliche Magen? Wenn Köche, die es wissen müssen, auf diese Frage hin immer wieder Ceres empfehlen, dann ist das wohl das beste Zeichen für leichte Verdaulichkeit 1 Alles, was man mit Ceres bereitet, verträgt selbst ein schwacher Magen. Nur echt mit dem Namenszug Wirtschaftselend im Bezirk Elbogen Hundeabgabe bringt mehr als Erwerbsteuer Donnerstag sprachen dir Vertreter der Deutschen sazialdemokratischen Arbeiterpartei, der freien Gewerkschaften, der Gemeinden ete. bei der BezirkSbehirde in Elbogen vor,«m auf den Notstand in den einzelnen Gemeinde« des Bezirkeaufmerksam zu machen und Hilfe zu verlangen. Dabei machten unsere Genosse« ein« Reih« für die katastrophale Lage der Wirtschaft im Bezirk« Elbogen sehr bezeichnend« Angaben, die mehr sage« als es der beste Redner imstande wäre. In der Glasfabrik Reusattl waren 1800 Menschen beschäftigt«nd gegenwärtig stehe« derer dort noch 200 in Arbeit. Di« Gemeind« Reusattl ist in einen solchen wirtschaftlichen Druck gekommen, daß sie nicht einmal mehr die ausgesetzten Armenrenten zu zahle« vermag. Im Bezirke find rund 1000 Arbeiter im Ge» nuffe der Unterstützung nach dem Genter System, -200. find sonst noch arbeitslos, 1800 find in Kurzarbeit beschäftigt. Der Bergbau stirbt völlig ans. I« der Das abgelehnte Prftvo Lldu: Henlein auf dem Rückzug Das„Prävo Lidu" beschäftigt sich an lei- tepder Stelle mit der Absage des Bunde- der Landwirte an die SHF und drückt zunächst seine Verwunderung darüber aus,„daß der Bund der Landwirte überhaupt einem solchen Elend verfallen konnte, daß ihn ein Antrag auf Bereinigung mit einer Bewegung vorgelegt werden konnte, welche erst vor eineinhalb Jahren entständen ist! Wir können die eine oder andere Entschuldigung für d ie /Wei ch h et, t u n- s e r er, deutschen Aktivisten anführen, welche sich in mehr als einem fühlbaren Nachteil befanden gegenüber der Psychose, von welcher das Gebiet unserer deutschen Bevölke- nmg erfaßt wurde, aber ein solches A b w i r t- s ch a f t e n, daß einer Partei von zwölf Abgeordneten— im Jahre 1925 hatte ihrer der Bund der Landwirte fünfzehn—— ein politischer Neuling von der Art Henleins ernstlich den Antrag auf Bereinigung vorlegen konnte, das Keramindustrie werden zum Teil derartige Elendslähnr verdient, daß Frauen während der Arbeit vor Hunger ohnmächtig werden. Die Steuerabschreibungen betragen eine halbe Million K£, und der Verlust, den damit dir Gemeinden an Umlagen erleiden, macht dies« völlig arbeitsunfähig. In Chodau ist die allgemeine Erwerbsteuer ziffernmäßig auf den Stand von 1913 zurückgegangen! Tas heißt, es ist gegenwärtig an allgemeiner Erwerbsteuer in tschechoslowakischen Krone« nicht mehr vorgeschrieben, als damals in Goldkrone« vorgrschrieben wurde. Die besondere Erwerbsteuer ist dort auf derselben Höhe, wie der Ertrag der Hundeabgabe-(!!) angelangt. In der Porzellanindustrie waren im Elbogener Bezirke 4400 Arbeiter in 13 Betrieben beschäftigt, und gegenwärtig stehen dort in 10 Betrieben 2800 Arbeiter»nd Arbeiterinnen unter den schon ange- deuteten furchtbaren Berhältniffen noch in Tätigkeit. Erschütternd waren die Mitteilungen über den wilden Bergbau«nd seine Folgen. Anbot der SHF konnte nur deswegen geschehen» weil stch der deutschen Agrarier ein ausgesprochener D e- f a rt i s m u s bemächtigt hat und weil von den Herren Dr. Spina, Zierhut, von Hacker gar nicht zu reden, Henlein direkt in die Hände gearbeitet wurde. Wir haben es hier mit einem ernsten allgemeinen Vorfall zu tun: Wir haben kleingläubige Demokraten, welche die Flinte ins Korn werfen, kaum daß der erste Feind der Demokratie auftaucht. Wir haben die Erfahrung an den bürgerlichen Parteien in Deutschland und Oesterreich gemacht und jetzt sehen wir dasselbe in unmittelbarer Nähe unter unseren Deutschen! Allmählich sieht man die Verteidigung der Demokratie als irgend eine Pflicht nur der Sozialisten und der Arbeiterschaft an und niemandes anderen! Wir sehen ja auch, daß unter unserer deutschen Bevölkerung der Heimatftont sich mit grundsätzlicher Entschiedenheit n ur die deutschen Sozialdemokraten entgegengestellt haben. Sie haben aber auch die geringsten Verluste und die Heimatfront hat vor ihnen seit der Antwort, welche ihr die deutschen Genoffen gleich nach Böhmisch Leipa gegeben haben, einen ordentlichen Respekt bekommen..... Trotz des Umstandes, daß die Heimatftont Erfolge vor allem gegenüber den deutschen Agrariern hatte, weil von Anbeginn an von diesen ihre kämpferische Jnitiattve geduldet wurde, haben wir den Eindruck, daß Henleins Angebot kein selbstbewußtes Ultimatum ist, sondern ängstlicher Rückzug und das Streben nach einem politischen Unterschlupf. Henlein mußte wissen, daß der Bund der Landwirte noch nicht so auf die Knie gezwungen ist, daß er den Antrag auf sein Verschlucken durch die Heimatftont annehmen mußte. Hat er dennoch den vorzeiti- gen Antrag gemacht, dann sicher deswegen, weil ihn dazu eine polittsche Beengtheit genötigt hat. Und diese Beengtheit ist der berechtigte Druck der tschechoslowakischen Oeffentlichkeit auf die Regierung, sie möge das eigentliche Wesen der Heimatftont feststellen und rasch handeln, sobald der antidemokratische Charakter dieses po- littschen Asyls der aufgelösten Hakenkreuzler sichergestellt ist... Hier hört jede Diskussion auf, denn nur die Demokratie ist Diskus- sion und die Hei!matfront ist keine Demokratie. Der An- ftag der Heimatftont an die deutschen Agrarier ist also alles Mögliche, nur kein Ultimatum. Er bedeutet nicht dick Offensive, sondern bereits die Defensive Henleins. Denn Konrad Henlein würde es notwendig brauchen unter seine Hakenkreuzler auch loyale Elemente der aktivisttschen Parteien zu mischen, damit man bei der Heimatftont wie bei einem schottischen Terrier nicht bemerke, wo eigentlich der Köpf und wo der Schwanz ist." Nftrodnf Osvobozenl: Ein Wahlschlager gegen den B. d. L Auch das„Närodnk Osvobozeni" befaßt sich mit der durch die Ablehnung, die dem Anbot der SHF durch den Bund der Landwirte zuteil geworden ist, geschaffenen Lage. Das Blatt hält dieses Angebot der Heimaffront für einen agi- tawrischen Trick, zu dem die SHF gegriffen hat, da sie bisher keinen politischen Erfolg erzielt hat.„Menschen, die mit Menschen und mit dem wirklichen Leben rechnen und nicht in den höheren Regionen leben, mußte klar sein, daß die führenden Leute des Landbundes einen solchen Antrag nicht annehmen können, besonders, wenn er so unerwartet gestellt wurde. Die Heimatftont hat sich dadurch aller schwierigen Verhand- Frauen Im Februar Verlangen Sie keinen Modebericht von mir. ^ch will nicht erzählen, was jetzt, da der Winter sich dem Ende zuneigt und manchmal, ganz verstohlen, die Sonne bereits Frühlingslust ahnen läßt. Stürme und Regenschauer den Schnee vertreiben, der ja doch noch wiederkommen wird, was jetzt von den eleganten Damen gettagen wird. Lbzwür ich da auch einiges aus der Schule plaudern könnte, von dem Luxus, dem erlefenen Geschmack, den wundervollen Toiletten, die zum Beispiel auf dem Wiener Opernball oder dem Ball der Stadt Wien gettagen worden sind. Ich könnte schildern,, daß Straußfedernbesätze, daß köstlich fallender Taffet, daß seidig weiche Samte,- daß Riesenschärpen und pompöse Maschen die Mode waren. Daß die Wiener Friseure einander Überboten,'daß lackierte Spitzen Aufsehen gemacht haben und nicht minder der Perlen- und Ame- ihystschmuck der Frau.Bürgermeister" Schmitzl Aber davon ist ja ohnedies so Vieles und Schönes in den Zeitungen des In- und Auslandes ge- standen. Könnte es da nicht wichtiger erscheinen, von anderen Frauen zu berichten? Den« von ihnen ist nichts in den Spalten der gleichgeschalteten österreichischen Presse zu lesen. Fangen wir also an: Letzte Jännertage. Eisig wehen Schauer über das Wien, dessen Arbeiter nicht mehr reden dürfen. Jeder Tag bringt das Datum, das furchtbare Datum näher, an dem sich die glorreiche Niederlage zum ersten Mal jährt. Solche Erinnerung lastet schwer, die Menschen, die einander auf der Straße begegnen, grüßen sich wissend, wie die Hinterbliebenen einer einzigen großen Trauerfamilie. Jeder wird den schwarzen Tag. die schwarze Woche auf seine Weise begehen. Die Regierung fühlt die stumme, die in ihrer Stille erschütternde Zusammengehörigkeit einer Masse, die sie vergebens durch Lockworte zu ködern versucht. Und sie hat es mit der Angst. Mit der tollen» der peitschenden Angst des schlechten Gewissens. Und so wird in wilder Willkür darauflos verhaftet. In einem einzigen Gemeindebau 160 Menschen. Im Polizeigefangenenhaus"auf der Rossauerlände werden an die hundert Genossinnen eingeliefert. Ihr Verbrechen ist es, der alten, der verbotenen Partei besondere Treue bewahrt zu haben. Sie werden der illegalen Arbeit beschuldigt. Sie sollen Zeitungen, Flugschriften verteilt, sic sollen Genossen bei stch ausgenommen haben. Oh, es ist ihnen nicht immer etwas Bestimmtes nachzuweisen. Aber der Verdacht allein genügt im heutigen Oesterreich, jeden Staatsbürger auf unbestimmte Zeit hinter Schloß und Riegel zu setzen. Da ist ein« junge Frau. Kerngesund, groß, stark, lebenslustig. Ihr Mann soll auch„so einer" sein. Vorsichtshalber schläft er schon nicht mehr zu Haus. Nächtigt immer wo anders, wie ein gehetztes Wild. Eines Morgens um sechs Uhr klopfen zwei Kriminalbeamte an der Tür der Einzimmerwohnung. Den sie suchen, finden sie nicht. Dafür soll die Frau büßen und kirre gemacht werden. Die beiden Männer weichen ihr nicht von der Fxrse. Sie ist nicht wohl und möchte eine Reinigung vornehmen. Die Männer verlassen das Zimmer nicht, drehen sich nur um. Kein Mensch darf den Raum betreten, die Frau ihn nicht verlassen. Nach einer Woche ist sie mit den Nerven fertig. Sie zittert an beiden Händen und schlägt ohnmächtig nieder. Da ziehen die beiden Wächter ab. Aber den Mund hat die Frau nicht aufgetan. Keine Silbe hat sie verraten. Eine andere. In ihrer Wohnung sollen „Illegale" verkehrt haben. Sie wird abgeführt und verhört. An einem einzigen Tag volle acht Stunden lang. Dann bekommt sie einen Schreikrampf und die Polizeiorgane den Schrecken. Schleunigst wird sie am nächsten Morgen heimexpediert. Denn„Scherereien" sind nicht erwünscht. Es soll alles in Ruhe und aus österreichisch-gemütliche Art erledigt werden. Zumal man im Ausland gute Figur zfu machen wünscht. Zwei Schwestern suchen die dritte im Polizeigefangenenhaus auf. Die eine bricht in bittere Tränen aus, als sie die fahl gewordene junge Frau, eine fanatische Genossin, so plötzlich und in so ungewohnter Umgebung für zehn Minuten zu Gesicht bekommt. Da sagt der„weibliche Häftling", und neben ihr steht der Polizeimann, der jedes Wort vernimmt:«Schäm Dich zu weinen. langen entledigt und hat einen Wahlschlager auch gegen die Agrarier gewonnen, denen gegenüber sie bisher gebundene Hände hatte» Das„I^irodni Osvobozeni" befaßt sich auch mit dem Verhältnis zwischen den Christlichsozialen und der SHF. Das Blatt glaubt in-den Ausführungen Hilgenreiners in der„Deutschen Presse" bereits einen Rückzug von dem nationä- len Radikalismus zu erblicken, den Herr Hilgenreiner in seiner Rede über den Status quo entwickelt hatte. Von den drei H ist also zuerst Herr Hacker weggelaufen und jetzt auch Herr Hilgenreiner. Wohin wird nun der Weg des letzten H, eben des Herrn Henlein führen? Deutsche Presse: SHF fühlt sich unsicher Selbst die„Derstsche Presse" ist der Meinung, daß der Schritt der SHF ein Zeichen nicht der Stärke, sondern der Schwäche dieser Bewegung ist. Wir nehmen an, so schreibt das Blatt, daß die SHF ihren Vorschlag.tatsächlich ernst gemeint hat, daß es ihr nicht darum ging, aus ihrem Angebot einen Wahlschlager zu machen. Wenn das aber so ist, dann ist es ganz unverständlich, daß die Heimatftont ein so weitgehendes Angebot machen konnte, ohne sich vorher zu vergewissern, daß dem Angebot eine entsprechende Aufnahme zugesichert scheint. Wohl beruft sich die Heimatftont bei ihrer Erklärung auf den„Willen der Wählerschaft", aber die Tatsache bleibt bestehen, daß sie ihre Selbstauslösung(Verzicht auf selbständige Parteigliederung!) angeboten hat. Da diese Selbstauslösung weder anerkannt noch angenommen wurde, entsteht der Eindruck, daß sich die Führung der Heimatftont— schwach fühlt, daß sie Anlehnung und Schutz sucht. Die Heimatftont hat dieses Bestreben auch gar nicht geleugnet. Als in Prag die ersten unglücklichen Verhandlungen mit dem Bund der. Landwirte stattfanden, erklärte die Ascher„Rundschau", das Organ Henleins, daß die Gegenleistung der maßgebenden Männer des B. d. L. für die Zustimmung der Heimatftont zu einer Abgrenzung der Jntereffensphären unter der Wählerschaft darin bestehen sollte, daß der B. d. L. die sührenden Staatsstellen über die eindeutige Politik der Heimatftont unterrichten werde. Das alles zeigt, daß sich die Führung der Heimatfront doch sehr unsicher fühlt." Brüssel.(Tsch. P. B.) Im Zusammenhang mit den gestern vom Kongreß der belgischen Arbeiterpartei getroffenen Entscheidungen legten dresozialiftischen'Mitgliederdes nationalen Arbetitsausschüsses ihre Funktionen nieder.\- S»fia.(Tsch. P. B.)) Die sozialdemokratischen Führer Sykazow und Nejkow haben beim Innenminister Oberst Kolow gegen die Internierung des Führers der ehemaligen sozialdemokratischen Pattei P a st u ch o w, der auf die Insel St. Anastasia in der Bucht von Burgas gebracht wurde, Protest eingelegt. Madrid.(HavaS.) Die Radikalen gaben bekannt, daß sie ebenfalls den Gesetzentwuff unterfer- tigen werden, durch welchen der ehemalige Ministerpräsident A z a n a und der ehemalige Minister Quiroga wegen schmugglettscher Waffenbfförderung in den Anklagezustand versetzt werden. Linz. Bor dem Militärgericht standen am Donnerstag der Eisenbahner und ehemalige Führer der Salzburger SA-Standarte Johann Günthe r aus Salzburg und der ehemalige Sturmbannführer der Franz Kalkner. Die Anklage beschuldigte die beiden, daß sie die blutigen Ereignisse in Matffee, Seekirchen und Lamprechtshausen im Juli des Vorjahres verschuldet hätten. Beide Angeklagte wurden des Verbrechens des Hochverrates für schuldig erkannt; Kalkner erhielt eine lebenslängliche Kerkerstrafe, Günther wurde zu 20 Jahren schweren Kerkers verurteilt. Was mir geschieht, geschieht heute jedem aufrechten Menschen in Oesterreich. Ich bin stolz darauf." Ein Mädchen wird gesucht. Sie ist mutig für zehn Männer, ebenso entschlossen und treu. Um sie herum ist ein Kreis von Menschen, die sie umhegen, bewirten, verbergen, pflegen, bemuttern. Könnte man Einzelheiten erzählen, die Welt würde erfahren, was wirkliche Solidarität der Verfolgten heißt. Die Frau eines Vertrauensmannes wird „abgeholt". Die Wohnung ist von Kriminalbeamten besetzt, die einfangen wollen, wer in die Falle läuft. Vergebens. Alles ist sofort gewarnt. Das funktioniert besser und exakter als drahtlose Telegraphie. Der Funke der Zusammengehörigkeit springt rascher und sicherer. Eine Verwandte kommt den Zins zahlen. Die Hausbesorgerin, eine alte Frau, von deren Gesinnung niemand im Haus etwas ahnte, sagt zu ihr:„Richten's der Frau S. aus, wenn's wieder z' Haus kommt, i bussl sie hinten und vorn ab..." Ins Hochdeutsche überttagen: Ich küsse Sie, weil sie Gesinnung bewahtt hat. So sind die Wiener Frauen im Feber. Ist es nicht schöner, von ihnen zu lesen, als von den „Damen" des Wiener Faschings? Sie tragen wohl keine Toiletten, sie tragen nur den Glauben an ihre Idee. Und das ist eine Last, die schwer drückt und die dennoch unendlich erhöht. So sind die Frauen im Feber. R e d d a. Seite 4 SamStag, 23. Fever 1935 » Nr. 43 keick§cleui5cke Flugzeuge Über unserm Gebiet In der letzten Zeit konnte man im deutschen Grenzgebiete öfter bemerken, daß deutsche Flugzeuge in sehr geringer Höhe über einer unserer Städte kreisen und rasch weiterfliegen. Das war am Mittwoch, dem 20. Feber, wieder in Schluckenau zu sehen. Gegen halb 3 Uhr nachmittags zeigte sich, aus der Richtung von der reichsdeutschen Grenze kommend, ein deutsches Flugzeug so niedrig, daß man dieBuch staben erkennen konnte. Es zog über Schluckenau zwei Schleifen, stieg dann wieder höher und verschwand in raschem Fluge in der Richtung gegen den Spitzberg zur reichsdeutschen Grenze. Es ist dies, wie bemerkt, nicht das erste Mal, daß man derartige Flüge feststellen konnte. Die Annahmen, daß es sich um Verkehrsflugzeug bandle, sind nicht zutreffend, da die Flugzeuge direkt von der reichsdeutschen Grenze kommen und sich sofort wieder dorthin begeben. Ein ähnlicher Vorfall konnte schon vor einigen Tagen inKreibitz-Teichstatt bemerkt werden, wo ebenfalls in äußerst geringer Höhe über dem Bahnhof ein Flugzeug kreuzte, bei dem man sogar die reichsdeutschen Farben bemerken konnte. Es muß gefragt werden, ob unsere Behörden diese ständige Beunruhigung so einfach hinnehmen, oder ob es nicht doch angebracht wäre, gegen diese, zu sehr dunklen Zwecken vollführten Flüge an der zuständigen Stelle schärffte Verwahrung einzulegen. Es braucht nicht erst besonders betont zu werden, daß die ehemaligen Nazis und jetzigen Henleiner mit freudigem Grinsen zusthen und jedesmal ganz unverhohlen ihrer Freude Ausdruck geben, wenn sie ein solches Flugzeug benierken. „Arbeiterinnen gesucht!« Henlein hat in Goebbels zweifellos einen sehr tüchtigen Wahlhelfer gefunden; man wirbt für ihfl durch den reichsdeutschen Rundfunk, die Hitlerpreffe, durch Lebensmittelpakete, die über die Grenze geschmuggelt werden, durch Kinderjäusen jenseits der Grenze und ersinnt ständig neue Methoden, um unsere Grenzlandbevölkerung gleichzuschalten. Kn diesen Tagen hat man— nach einem Berichte des»Trautenauer Echo"— bei der Arbeitsvermittlungsanstalt in Tcautenau das Ansuchen gestellt, 50 Spinnerinnen für einen Textilbetrieb, in einem reichsdeutl'chen Grenzort zu vermitteln. Man ließ die Arbeiterinnen, die für die Fabrik angeworben werden sollen, wissen, daß für ihre Unterbringung als auch ihpe sonstigen Wünsche aufs beste vorgesorgt werden wird und auch der Lohn weit über den in der Tschechoslowakei gezahlten Löhnen stehen wird. Wir würden zu der Anwerbung von Spinnerinnen, die früher einmal sehr gebräuchlich war, kein Wort verlieren, wenn wir nicht wüßten, daß es gegenwärtig in Deutschland selbst Zehntausende arbeitsloser Spinnerinnen gibt, die man sicher in erster Linie beschäftigen würde, wenn es nur um die Besetzung der Arbeitsplätze ginge. Darum geht cü aber offenbar nicht, Denn gerade in dem Gebiete der in Betracht kommenden Spinnerei selbst gibt es Hunderte von Spinnerinnen, die auf Arbeit toarten, für sie gibt es keine Arbeit! Man holt sich Spinnerinnen aus dem Trautenauer Gebiet! Warum wohl? WeU in diesem Gebiet die Zusammenarbeit zwischen den Nationalsozialisten — jetzt Henkeinleuten— und den Organen Hitlers, durch die deutsche Arbeiterschaft unmöglich gemacht, zumindest aber sehr erschwert wird. Weil im Trautenauer Gebiet Henlein unter den^Arbei« kern selbst keinen Boden gewinnen kann.— Deshalb di« SBH, deshalb Grenlandhilfe und nun der Schwindel mit der Anwerbung von Arbeiterinnen für die Zeit eines halben Kahres. Man hofft so 50 Agitatorinnen erziehen zu können. Ob es gelingt, hängt nicht zuletzt von der Staatsweisheit unserer Regierung und unserer Behörden ab. Neuer Gouverneur vo« Karpathorutzland. Der Präsident der Republik hat mit Entschließung vom 15. Feber den agrarischen Bürgermeister von UZHorod, Konstantin Hrabär, zum Gouverneur Karpathorußlands ernannt, welcher Posten seit dem im Juni 1833 erfolgten Ableben des Gouverneurs Dr. B e s k i d unbesetzt geblieben war. Der neue Gouverneur war ursprünglich griechisch- katholischer Pfarrer und nach dem Umsturz Mitglied des zentralen russischen Nationalrates, der den Anschluß an die Tschechoslowakei beschloß. Die Handelsingeuieure und die Staatsbahnen. Der Verband der Werkstudenten überreichte am 21. d. M. durch eine Abordnung dem Eisens bahnminister Bechyni eine Denkschrift, in der auf die Notwendigkeit hingewiesen wurde, im Rahmen des Betriebes der Staatsbahnen und des Dienstes des Eisenbahnministeriums Stellen für Handelsingenieure zu systemisiren.. Minister Bechyni bestätigte in seiner der Abordnung erteilten Antwort die Richtigkeit der in der Denkschrift gemachten Feststellung, daß die Handelsingenieure sich im Eiscnbahnvienst bexeits ausgezeichnet bewährten. Jetzt, da nach der Reorganisation der Handelshochschule alle Einwände von der Art, sie gebe ihren Hörern keine vollständige Hochschulbildung wegfielen, werde man auch bei den Staatsbahnen und im Eisenbahnministerium den HandelSinge- nieurcn die nötige Aufmerksamkeit zuwenden wüsten. Los Angeles. Der bekannte amerikanische einäugige Rekordflieger Wiley Post startete Donnerstag mit seinem Flugzeug« „W innie Mae", um an dir Grenze der Stratosphäre zu gelangen und in dieser Höhe den ganzen amerikanischen Kontinent in sirben Stunden zu überfliege«. Nachts wird aus Los Angelos gemeldet: Wiley Po st hatte eine Höhe von 7500 Metern erreicht, als er durch eine Störung in der Orlzuleitung gezwungen wurde, niederzugeheu. Der neue Propeller, der die Möglichkeit besitzt, daß der Anlauf seiner Treibschaufeln wäh- TagcsncuigkcMcn IMpfige Skimannschaft vermißt Archangelsk. Am 20. d. M. war aus Archan- gelfi eine 15köpfige Skimannschast zur Hilfeleistung für den Flieger Golubew und seine Begleiter aufgebrochen. Diese Mannschaft wird immer noch vermißt. Eine weitere Skimannschaft, die man zur Auffindung der Verschollenen ausgeschickt hatte, konnte wegen ungünstiger Witterung bisher noch nicht ausrücken. Inzwischen ist auch der letzte Begleiter Golubows, namens K j u d s n e z o w, der als Wache beim Flugzeug zurückgelassen worden war, geborgen worden. Er wird nach Archangelsk in ein Krankenhaus gebracht werden. Das Flugzeug Golu- belvs ist nach seiner Instandsetzung startbereit gemacht worden. Es wurde für gestern in Archan- gelft erwartet. An der Suche nach der'Maschine haben fich zehn bekannte Fliegern 200 Skiläufer und eine überaus große Zahl Truppen beteiligt. La»t«er»tod in de« Beskiden Warschau. Die Skifahrerabteilung, die nach- den vier Teilnehmern einer seit der Vorwoche vermißten Ski-Exkursion in den Polnischen Beskiden fahndet, fand unter dem Schnee auf der Babi Hora zwei Leichen auf. Di« beiden änderen vermißten Skifahrer sind wahrscheinlich ebenfalls bereits tot. Man nimmt an, daß alle vier Skiläufer von einer herabstürzenden Lawine überrascht worden find. Ak» Aeuge statt als Angeklagter... Wir«.(Tsch. P. B.) Minister Fey wurde Freitag zumUntersuchungsrichter berufen und als Zeutze in der Angekrgenheft Rintelen länger als eine Stunde einvernommen. Der Gesundheitszustand Rintelens wurde dieser Tage von den Aerzten untersucht, die den Angeklagten als verhandlungsfähig bezeichneten. Verurteilt und ausgewiefe» Die 31jährige polnische Staatsangehörige Mirjam Fried-Uleniz, die am 18. Mai 1934 in Trinec über über die Grenze kam, wo sie illegale deutsche kommunistische Flugblätter, die in polnischer Sprache geschrieben waren, verteilen wollte und dort verhaftet wurde, stand gestern vor einem Strafsenate des Kreisgerichtes in Mähr. Ostrau. Sie hatte bei ihrer Verhaftung außerdem den Gendarmen verleiten wollen ihr die Flucht zu ermöglichen. Die Angeklagte wurde zu 8 Monaten schweren Kerker und 2000 Kc Geldstrafe, im Nichteinbringungsfalle zu weiteren 20 Tagen Gefängnis verurteilt. Die Strafe wurde durch die Haft als verbüßt erklärt. Das Gericht stellte der Verurteilten anheim, wohin sie ausgewiesen werden will. Der Duce braucht Soldaten... Die italie- nrsche Agentur Stefani meldet wörtlich aus Cro- tona:»Die ersteStelleunterdenita- lienischen Frauen nimmt Frau Genoveva Lumare aus dem Städtchen Crotone ein, die kürzlich ihrem 23. S o h n das Leben geschenkt hat. Frau Lumare hatte unlängst an dem römischen Kongreß kinderreicher Mütter teilge- nommen und war mit einer Reihe anderer Mütter von Mussolini empfangen worden, der ihr ein namhaftes Geldgeschenk überreichte." Präsident Masaryk traf Freitag um 12 Uhr aus Lany in Prag ein. Seit dem 24. Mai, wo er nach seiner Wiederwahl Prag verließ, weht wieder zum e r sten Male die Präsidentenflagge auf der Prager Burg. Der Präsident empfing gleich nach seiner Ankunft den Ministerpräsidenten I. Malypetr und nach dem Mittagessen den Minister des Aeußern Dr. Benes. Um 4 Uhr ist der Präsident wieder nach Lany zurückgefahren. Ein Schwarzsender bei Pardubitz?»A—Zet" meldet, daß man in der Parduüitzer Gegend täglich zehn Minute«, lang einen schwachen Sender höre, der auf die Liblitzer und Berliner Sendungen störend einwirke. Es scheint sich, sofern die Äach- richt stimmt, nicht um einen Propagandasender in positivem Sinne, sondern höchstens um einen kleinen Störsender zu handeln. Eine irrrdcntistische Demonstration des Su« detendeutschen Heimaibundes hat, tschechischen Meldungen zufolge, in Berlin stattgefundcn. Unter anderem soll die Schauspielerin Maria rend des Fluges verändert werden könne, wurde tags vorher geliefett. Die Schraube besitzt eine Einrichtung, daß ihre Schaufeln auch in der Horizontaleben« fixiert werden könne«, weil der Pilot gleich nach dem Start das Fahrgestell abwirst, um die Aerodynamik des Flugzeugs zu verbessern. Deshalb muß der Pilot in New Mark durch»Rutschen auf dem Bauch"' landen, wobei ihn die Schraube, wenn sie in anderer Ebene gestellt wäre, behindern würde, sich am Boden zerschlüge oder auch bewirken würde, daß das Flugzeug umstürze, da diese Art des Landens durch Rutschen oder Gleiten ohne Fahrgestell große Gewandtheit erfordert. Paudler an dec Feier teilgenommcn haben. Der Festsaal sei mit den Wappen deutscher Städte geschmückt gewesen, unter denen sich auch das von Brün«(!) befand. Der Redner habe an Hitler appelliert, die Brüder jenseits der Grenze zu.befreien". Fonds für Elementarschäden in Böhmen erschöpft. Die Fonds-Kommission beim Landeskulturrat in Prag, der die Zuteilung von Unterstützungen für Elementarschäden obliegt, hielt am Freitag eine Sitzung ab und erledigte alle Gesuche, die noch aus den Bezirken um Zuteilung, bezw. Erhöhung der Schadens-Unterstützungen aus dem Jahre 1934 eingelangt waren. Der Rest der vorhandenen Mittel wurde v o l l st ä n d i g verteilt,, so daß die ganze Aktion bereits beendet ist. Es wäre daher zwecklos, wenn Gesuchsteller um weitere Unterstützungen ansuchen würden. Da- Spiel mft Schußwaffen. In F a l k e« nau-Kittlitz ereignete sich am Mittwoch v. W. ein schwerer Unglücksfall. Der in der Fabrik seines Schwagers beschäftigte 48jährige Rittmeister i. R. Rud. Knittel hantierte in der Wohnung mit einem Revolver. Plötzlich ging ein Schuß los, der die Frau Knittels, die 40 Fahre alte Adele Knittel, traf. Die Schwerverletzte wurde sofort nach B.-Kamnitz ins Krankenhaus gebracht, wo an ihr eine Operation vorgenommen werden mußte, da das Projektil in den Unterleib eingedrungen war. Die Aerzte hoffen, daß Frau Knittel mit dem Leben davonkommen wird. Knittel wurde verhaftet und dem Bezirksgerichte eingeliefert. Versteigerung der Sammlungen Zajiieks. Im Schwurgerichtssaal des Kreisgerichtes M ä hr. O st r a u findet demnächst eine Versteigerung von Büchern, Manuskripten und Landkarten aus den Sammlungen Karl ZajikekS, des gewesenen Zentraldirekwrs statt, der vor anderthalb Jahren im gleichen Saale nach mehrtägiger Verhandlung wegen Veruntreuung von 7 Millionen XLzu4^Jahren Kerkers verurteilt wurde, die er zurzeit in der Strafanstalt Bory verbüßt. Die Versteigerung findet vom 10. bis 13. April 1935 statt. Es gelangen insgesamt 1395 Gegenstände zum Verkauf. Zur Versteigerung wurde ein eigener Katalog von 98 Seiten Umfang herausgegeben. Unter den Versteigerungsobjekten befinden sich seltene Einzelstücke, so z. B. ein Aegidius RomanuS aus dem Beginn des 14. Jahrhunderts, französischer Herkunft, mit einem Einband aus dem 15. Jahrhundert. Unter den tschechischen Manuskripten ist als seltenstes Stück ein Missale aus dem 15. Jahrhundert zu nennen, aus dem seinerzett ein Teil konfisziert worden war; der Text des überstrichenen Teiles konnte jedoch auf photographischem Wege reproduziert werden. Erwähnenswert sind auch Büchersammlungen aus dem Gebiet des Bergbaus und Hüttenwesens, eine schöne Sammlung aus der Revoluttonszett des Jahres 1848, sowie seltene Landkarten. Vom Tod« auferstanden. Die Mailänder Zeitungen berichten von einem seltsamen, sehr interessanten Fall, der sich im Mailänder städtischen Krankenhaus zugetragen hat. Dort starb trotz allen ärztlichen Maßnahmen und Kunstgriffen ein schwer herzkranker Mann. Nachdem sein Tod einwandfrei festgestellt worden war, versuchte es dennoch der Arzt mit einer Jnjeftion von Adrenalin. Genau 30 Minuten später begann das Herz des Toten ganz schwach zu schlagen und nach mehreren Stunden funktionierte es wieder völlig normal, so daß eine Gefahr für den wieder zum Leben Erwachten nicht mehr zu bestehen scheint. Die Gattin ermordet und geviertelt. Donnerstag. wurde auf dem Bahnhofe einer P a- r i s e r Vorstadt der Leichnam einer jungen Mulattin aufgefunden, der geviertelt und in einem Koffer untergebracht war. Noch am Abend wurde der Mörder, ein Mulatte namens Ange S o l e i l, verhaftet, welcher seinerzeit wegen Bigamie verurteilt worden war. Er hatte seine erste Frau, deren Leichnam nunmehr aufgefunden wurde, vor acht Monaten ermordet und sie in einem Koffer verzementiert. Die ausländischen Studenten in Frankreich. In der ftanzäsischen Deputtertenkammer gab der Unterrichtsminister«ine Erklärung über die rechtliche Stellung der ausländischen Studierenden in Frankreich ab. Er befaßte sich mit den Protesten der ftanzäsischen Medizinstudenten gegen die große Zahl der ausländischen Hörer und erklärte, es werde notwendig sein, von den ausländischen Studenten dieselben Garantien, wie von den französischen Studierenden zu fordern, falls sie sich um das Beratungen des SASI in Prag • Die Exekutive der Sozialistischen Arbeiter- Spdrt-Jnternationale tritt heute in Prag in den Vormittagsstunden im„Lidovh dum", HybernM, zu einer Beratung zusammen. Auf dem Programm sichen u. a. Berichte über die Einheitsfront der sozialistischen und kommunistisch«« Ar- beitersporiler in Frankreich und über die Tätigkeit der SASJ seit dem Karlsbader Kongreß. Ferner werden die Propositionen bezüglich der Verhandlungen mit der Roten Sport-Internationale sowie einer eventuellen Zusammenarbeit durchberaten und schließlich die Vorbereitungen zur III. Internationalen Arbeiter-Olhmpiade, welche 1937 in Antwerpen stattfindet, behandelt. An den Beratungen nehmen teil der Präsident der SASI, Genosse Dr. Deutsch, der ehemalige langjähttge Sekretär Genosse Devlieger(Brüssel), Abg. Genosse Müller, der Vorsitzende des Technischen Hauptausschusses Genosse Bühren und Genosse Silaba als Sekretär der SASI. Ueber die Ergebnisse der Beratungen werden wir noch berichten. staatliche Diplom bewerben sollten, welches sic zur Ausübung der ärztlichen Praxis in Frankreich berechtigen würde. Nach Ansicht des Ministers sei es jedoch nicht nötig, zu einer Beschränkung in der Zulassung jener ausländischer Hörer zu schreiten, die. nur nach Frankreich kämen, um dort zu studieren, denn hier handle es sich um den Einfluß Frankreichs in der Welt;„wir wollen nicht den Nutzen schmälern, der aus der EirUvirkung unserer Universitäten auf das Ausland erfließt"; mit diesen Worten beendete der Minister seine Erklärung. Russischer Schlepper gesunken. Wie aus Mur- manks gemeldet wird, ist in der Nähe des Leuchtturmes Setjnawolsk während eines heftigen Sturmes der Schlepper Pokoi untergegangen. Bon der 23 Mann starken Besatzung konnten 11 gerettet werden. Wetterverschlechterung. Das Vordringen eines Ausläufers der tiefen Nordsee-Störung gegen das Binnenland ist in unseren Gegenden von einem Barometerfall begleitet. Ausgenommen den äußerstea Osten, dauert im übrigen Staatsgebiete das warme und hälbheiteren Wetter an. In Böhm.-BudweiS und in Linz wurden Freitag nachmittags über 14 Grad, in Prag und Preßburg plus 12 Grad verzeichnet. Chust dagegen hatte nur pluS 1 Grad. Aus Westeuropa dringt nun kühlere Luft gegen das Binnenland vor. Die Wetterverschlechterung dürfte bald auch unsere Gegenden erreichen.— Wahrscheinliches Wetter von heute: In den böhmischen Ländern veränderlich und windig, vorwiegend bewölk und Zunahme der Niederschlagsneigung, etwas kühler, Westwind; in Karpathorußland zunächst noch ohne wesentliche Aenderungen, später gleichfalls von Westen her Verschlechterung.—•• Wetteraussichten für Sonntag: Unbeständig, noch etwas kühler, Westwind. Vom Prager Rondlank Geburtstagsfeier für T. G. Masaryk Univ.-Prof. Dr. Heinrich Rauch- b e r g spricht in den Deutschen Nachrichten am Montag, den 4. März, 22.30 über das Thema»Autorität und Freiheit". »Reu« Literatur über den Präsidenten der Tschechoslowakischen Republik". Archivrat Dr. Anton M o u ch a bespricht in der Reihe»Neue Bücher" am Mittwoch, den 6. März, 18.15 Uhr folgende Werke: T. G. Masaryk »Wege der Demokrarie", Eapek»Gespräche mit Masaryk", Oskar Kraus„T. G. Masaryk", Atthur Werner»T. G. Masaryk".— Die Kinderstunde am gleichen Tage um 15.00 Uhr bttngt eine Hörfolge »Erzählungen und Lieder der Heimat." Am Tage des Geburtstages; Donnerstag, de« 7. März, ist um 15 Uhr eine Vorlesung angesetzt: »LdbenS- und StaatSphilosophie des Präsidenten der Tschechoslowakischen Republik",«ine Zusammenstellung von Werken von und über Masaryk. Die Hauptfeier bildet am gleichen Tage um 17.55 Uhr bis 18.55 Uhr die Ueberttagung vom Vollsbildungshaus Urania in Prag. Programm:»Die Himmel rühmen des Ewigen Ehre"(Beethoven), Gedicht« heimischer Autoren, eine Ansprache von Univ.-Prof. Dr. Oskar Kraus. Musikprogramm: Wally Horner singt Lieder heimischer Komponist««, das M a n z e r-Quartctt spielt dar dreisätzige Streichquartett von Josef Mraczek. Staats Hymne: Lehrerbildungsanstalts-Chor. Empfehlenswertes aus de« Programme«: S»untag: Prag, Sender L.: 7.80: llebettragung aus Karlsbad, 9.15: Mozart, 10: Humor in der Back- scheu Familie, zum 250. Geburtstag Bachs, 14.30: Sozialinformationen, 17.55: Deutsche Sendung: Konzett des Deutschen Theaterorchesters, 13.55: Deutsche Presse, 20.05: llebettragung aus dem Smetanasaal: Orchesterkonzett, 22.25: Presse und Spott, deutsch, 22.30: Schrammelkonzett. Sender S: 14.30: Deutsche Sendung: Nerad: Die Bauernstube, 14.45 Arbeitersendung: Rmb Körner: Der indische Fascismus, 15: Tiere singen dich an.— Brün» 9.15: Lieder und Zweigesänge, 19.05: Chankons.— Vreütura 11: Orchesterkonzert. Nr. 46 SamSkag, 23. Fever 1935 Sette 5 Moskau bekam eine Untergrundbahn Blick in einen Wagen der Moskauer Untergrundbahn, die— als erste in Rußland— kn vierjähriger Bauzeit vollendet und jetzt in Betrieb genommen wurde. Rekordbesuche der Ausfiger Bäder. DaS Natur w a r m b a d, das aus der Thermalquelle auf dem Strisöwitzer Berg in Aussig geschaffen wurde, zeigt seit dem Jahre 193Ü einen ständig steigenden Besuch. Während des Jahres 1834 wurde es von 140.000 Personen besucht. Das Bad wird von der Stadtverwaltung auch zu Ckholungszwecken für schwache Schulkinder, im Rahmen der Fürsorge um die Volksgesundheit und für die Ferienfürsorge verwendet. Das gedeckte städtische Bad wies im vergangenen Jahr einen Besuch von 133.000 Personen auf. Glick im Unglück. Der Radiohändler Ernst U h l i i kehrte in seinem Auto von einer Geschäftsreise aus Jaromck nach Trebitsch zurück. Auf einer abschüssigen Stelle bei' Bhknpy geriet der von Uhlit gelenkte Wagen infolge Glatteises^ ins Schleudern, überschlug sich, stieb gegen einen Baum und wurde zertrümmert. Hiebei wurden.auch alle Radio-Apparate, die Uhlit im Wagen atii» sich führte, zerschlagen. Der Händler selbst wurde aus dem Auw auf ein Feld geschleudert, kam jedoch, wie durch ein Wunder, ohne di« geringste Verletzung davon. - Vorsicht mit Kaninchen-Wolle. In letzter Zeit ist vielfach Kaninchenwolle verarbeitet worden. Man hat sie zUm Stricken, Häkeln und Weben genommen und ihrer wärmenden Eigenschaften wegen auch für Kleinkindersachen verarbeitet. In diesem Fall sollte man sehr vorsichtig sein, denn die Kaninchenwolle haart, wenn es sich nicht um erstklassige Qualitäten handelt, und die Kaninchenhaare sind außerordentlich schädlich. Sie sind besonders dünn und fein, fliegen umher und dringen in den Mund des Kindes, das sich nicht dagegen wehren kann. Die feinen Haare gelangen durch den Mund in den Hals und weiter und können hier schwereSchä- den anrichten. Wagendecken aus Kaninchenhaären, die in der kalten Jahreszeit gern verwendet werden, soll man mit größter Vorsicht prüfen und lieber durch andere- Wolldecken, die keine schädlichen Eigenschaften haben, ersetzen. Ein Tschintschitsn-Lehrrr, ein ehemallger Polizist in. Nagasaki, überfiel den Besitzer der Zeitung „Nomiuri Schimbun" und verwundete ihn durch einest Messerstich am Halse schwer. Als Grund seines Handelns gab er an, Shoriki habe bei einem Baseballspiel in Tokio durch die Amerikasier viel Geld verdient und sei schon früher in Bestechungsaffären verwickelt gewesen. DaS erste Film-Festival wurde gestern in M o S k a u in Anwesenheit von 80 Auslandsgästen und des Außenvolkskommissärs, sowie anderer Sowjetpersönlichkeiten in feierlicher Weise eröffnet. Der Direktor der Zentralleitung der Filmindustrie der Sowjetunion, Schumjackij, führte in seiner kurzen Ansprache aus, daß durch dieses Festival die Entwicklung der Sowjetkinematographie dargetan werden soll. Rach Vorführung von Aktualitäten—- darunter auch die Ankunft der Auslandsgäste in Moskau— wurden große Film« gezeigt. Am ersten Abend wurden der Sowjetfilm„Tschapajew" und der französische Film„M arte Chapp- d e l a i n e" vorgeführt. Kunstkritik im Dritten Reich. Im„Acht Nhr- Abendblatt" fand sich ein Gedicht von einem gewissen Thyl(offenbar ein Pseudonym), betitelt„Schwarzes Schicksal", in dem ein. Negerhäuptling besungen wird. Der Inhalt dieses Gedichtes, in dem der Häuptling mit zarten Umschreibungen als ein schwarzer Don Juan geschildert wird, interessiert uns hier nicht, sondern nur di« Art, wie man üb«r di« Autoren herzufallen pflegt. Der„Angriff" ist prompt in Harnisch geraten.- Humor gibt es im Dritten Reich sowieso nicht. Ob es ihm die schwarze Hautfarbe angetan hat oder der Inhalt oder beides, ist nicht wesentlich. Jedenfalls schreibt er, stumm schaue man im dritten Jahre nach der Machtergreifung diese Reimerei an. Dafür seien nun die Emigranten bei Nacht uw> Nebel über die Grenze. Vermutlich werde 8chyl, das Ferkels(wir zitieren wörtlichi), demnächst auch als Emigrant abschieben, denn es könne Wohl sein, daß er dem „Schwarzen Schicksal" in Gestalt einigerbaumlanger SS-Männer begegne.— Das Theater-Tageblatt erregt sich darüber, daß in einer Opernayfführung Aida und ihr Vater als Neger aufgemacht worden seien. Man solle dem deutschen Empfinden Rechnung tragen und nordische, heldische Menschen auf die Bühne stellen. „Jeder Falke gibt jede Woche eine Schnitte Brot(2Ö Helfer) für hungernde Kinder“ Der alte und der neue Friedensensei „Slovenec“ kontra Hitlers Geopolitik Am 5. Jänner 1935 wurde hier in einem Artikel„Zu Hitlers Italien-Kurs" ein Aufsatz Hans Stögers aus der hitleroffiziösen„Zeitschrift für Geopolitik" glossiert, der nicht mehr und nicht weniger als die möglichst bald vorzunehmende Revision der Grenzen Oesterreichs gegen Jugoslawien forderte. Der Zweck dieser Grenzregulierung(lies: Annexion von jugoslawischen Boden) ist ein wehrpolitischer. Begründet wurde das Ganze mit geopolitisch-historischem Geschwafel. Das„Neue Tagebuch" stellt nun in seiner Ausgabe vom 19. Jänner 1935 fest, daß dieser Artikel aus der Zettschrift für Geopolitik in Jugoslawien gewalttge Erbitterung hervorgerufen habe. Das große jugoslawische Blatt„Slovenec" in Ljubljana erhob demzufolge schärfsten Protest gegen diese Anmeldung von Ansprüchen des Dritten Reichs auf südslawische Erde.„Gott schütz« uns davor", schrieb es,„daß an den Karawanken das Hakenkreuz erscheint". Dieser Artikel, der offenbar in Jugoslawien beunruhigend gewirkt hat, stieg den Herren in der Wilhelmstraße in die Nase, so sehr, daß sich Goebbels und Rosenberg, die unmittelbaren Hintermänner der„Zeitschrift für Geopolitik" entschließen mußten» die Redaktion zu veranlassen, sich bei der Slovenec-Redaktion zu entschuldigen. Die Redaktion tat dies durch einen Brief, in dem sie schrieb, der Artikel Stögers sei ja rein„fach^ wissenschaftlich" und„theoretisch" gewesen.(Wir kennen diese Melodie I) Der Schwindel verfing nicht.„Slovenec" verwahrt sich gegen die lügenhafte Feststellung vost Tatsachen. Er schreibt: „lins Slowenen ist die deutsche Geistesverfassung bekannt; deshalb sind wir in der Frage, die Herr HanS Stöger so eifrig fachloissenschaft- lich behandelt hat, empfindlich und lesen mehr, heraus, als nur die nackten Zeilen verraten. Auch das augenblickliche Schweigen der deutschen Presse imponiert uns weder, noch nützt es uns, solange das neue nationalsozialistische Deutschland nicht erreicht hat, daß sich die deutsche Presse getraut, über unsere Nordgrenze die ganze Wahrheit zu sagen, nämlich, daß es slowenisches Land ist, das sich noch über die nördliche Staatsgrenze hinaus erstreckt, daß eS aller gewaltsamen Ger- manisierung im alten Oesterreich nicht gelungen ist, diesem Lande seinen slowenischen Charakter zu nehmen, und daß es böser Wille ist, wenn sich jemand in einem Fachartikel soweit vergißt, Marburg, Petiau und Cilli und das Mießtal deutsche Städte und deutsches Land zu nennen." „Sportlehrgänge" im Dritten Reich. Hitler erscheint gegenüber der Weltöffentlichkeit gerne als Friedensapostel. Die Vorgänge im Dritten Reiche reden aber eine andere Sprache. Jetzt mußten sich z. B. alle Jahrgänge bis 1895 melden, die Taugliche»wurden registriert; Für sie wird eine Ausrüstung bereitgestellt. Es wurde allen eingeschärft, von diesen Dingen nichts zu sagen, bei Androhung schwerster Strafen. Am 16. Feber hat z. B. in Niederseifenbach bei Neuhausen in Sachsen eine Versammlung stattgefunden, an der alle männlichen Personen von 20 bis 35 Jahren aus, den Orten Oberneuschönberg, Hirschberg, Niederseifenbach und Heidersdorf teilgenommen haben, die zu einem„sechswöchentlichen Sportlehrgang" einrücken müssen. An der Versammlung nahmen 180 Personen teil und Re ichswehroffizicre. Die Unteroffiziere haben gleich einzurücken und wurden um eine Charge befördert; ein Feldwebel wurde also Feldtvebelleutnant. Vie Schande des Völkerbundes In einer Zeit, in der eine gewisse Preffe, die jede Scham, jede Vernunft und jede Menschlichkeit verloren hat, sich daraus eine Hetz macht, tagtäglich auf die„schlemmenden Emigranten" loszuprügeln, in einer Zeit, da fascistische Skribenten den Ermordeten für schuldig, und die aus Deutschland hergesandten Mörder ftir unschuldig erklären, kommt eine erschütternde Meldung, von der Saargrenze. 5 0 Saaremigranten, so berichtet„Echo de Paris", die auf der Flucht vor den Hitler-Terroristen ein Asyl in Frankreich suchten, ivurde die Einreise verweigert. Die Ungliuklichen, denen in Deutschland Konzentrattonslager und Schlimmeres droht, ver- mm■■■■■■■—— !SJestellf das Mallisch-üSucfi suchten, noch vor Aufhebung der Zollgrenze, also vor Eintreffen der deutschen Zollbeamten, das Saargebiet zu verlassen. Als sie von den französischen Zöllnern aufgefordert wurden, Frankreich zu verlassen, warfen si« sich schreiend auf den Boden und riefen, daß sie lieber hier st erben wollten, als auf dem Boden der Heimat zu Tode gemartert zu werden.„Republikanische Garde" rückte an und trieb die Aermsten init gezogener Waffe über die Grenze zurück und ihren Peinigern in die Arm«. Einem 32jährigen Bergmann gelang es, in Frankreich zu bleiben, indem er sich die Pucksadern aufschnitt. In sterbendem Zustand wurde der Mann in das Saargemünder Krankenhaus gebracht. Dieses fürchterliche Vorkommnis ist nicht nur eine Schmach für die französischen Grenzorgane, sondern vor allem eine Schmach für den V ö l k e r- b u n dl Schläft er immer noch? Erschöpft sich sein Gewissen darin, den Nazi-Banditen Konzessionen über Konzessionen zu machen?! Auch diese 50, die man, wie Vieh der Schlachtbank, ihren Mördern zutrieb, haben für den Völkerbund gestimmt. Sie konnten nicht wissen, daß man in Genf die elementarsten Pflichtest der Ritterlichkeit und der menschlichen Verpflichtung niedriger stellt als die Irrwege einer Taktik, bei deren Befolgung alles zu verlieren und nichts zu gewinnen ist! Deingendste IBartinns! Vor mintcrmcrtiqrn Nachadmicnoe». Ein Berfa««« kann St» für» Leden unalückliK machen! Fordern Sic aütvrüNlich den modernste«, feinste« und »erlastlilNste» Volkswirtschaft und Sozialpolitik Der Außenhandel mit den Balkanstaaten Der Außenhandel der Tschechoslowakei mtt den Balkanstaaten zeigt im Jänner 1935 folgendes Bild: . Einfuhr aus Einfuhr nach in Millionen K<5 Jugoslawien 16.3 Rumänien 17.8 Bulgarien 1.5 Griechenland 1.3 Türkei 1.9 15.0 13.9 2.9 2.9 4.8 Der Außenhandel mit den beiden Staaten der Kleinen Entente hat gegenüber dem gleichen Monat des Vorjahres eine bedeutende Zunähme erfahren. Die Tschechoslowakei hat aus Jugoslawien und aus Rumänien über 100 Prozent mehr eingeführt als im Jänner 1934, während die Ausfuhr nach Jugoslawien um etlva 50 Prozent höher liegt. Die Ausfuhr nach Rumänien hingegen erreicht mit 13,9 Millionen KL nicht die Höhe der im Jänner des Vorjahres, wo sie 15.3 Millionen Kö betrug. Den größten Ausfuhrüberschuß im Handelsverkehr mtt den Balkanstaaten erziehe die Tschechoslowakei im Jänner 1935 im Außenhandel mtt der Türker. Sinkender Zuckerverbrauch Die hohen Zuckerpreise und das sinkende Einkommen der breiten Konsumentenmassen haben in den letzten Jahren ein andauerndes Sinken des inländischen Zuckerverbrauches bewirkt. In den letzten Jahren entwickelte sich der Zuckerverbrauch in der Tschechoslowakei., so: t 1931., 3,978.000 Meterzentner 1932 h, 8,891.000 Meterzentner 1933., 3,732.000 Meterzentner 1934.. 3,671.000 Meterzentner Es ist keine Frage, daß eine Herabsetzung der hohen Zuckerprxise angesichts der Einkommen schrumpfung der Bevölkerung eine dringliche Notwendigkeit ist. Eine solche Maßnahme könnte auch neue Anregungen für das Steigen des inländischen Zuckerderbrauches geben. EuropLisches Porzellankartell Seit dem Jahre 1931 ist der französische Markt für Porzellangeschirre unter der tschechoslowakischen, deutschen und französischen Porzellanindustrie aufgeteilt. Nunmehr ist ein ähnliches Abkommen für die Belieferung des italienischen Marktes zustande gekommen. An diesem kartellartigen Abschluß sind die Porzellangeschirr-Jndu- strien der Tschechoslowakei, Deutschlands und Italiens beteiligt. Die Vereinbarung bezieht sich auf die Preisregelung. Sie kann jedoch erst durchgeführt werden, wenn j die in Frage. kommenden Regierungen das erforderliche handelspolitische Entgegenkommen bekunden. Ihre Blumen dürsten nach dem gutem Blumen-Zauberdung 1 Paket mit Postzusendung kCS 5-60 durch Lerwaltnng„Frauenwelt", Prag XU, Fochova 62 Seite 6 Sozialdemokrat^ Samstag, 23. Fever 1935. Rr. 46 PRAfiEIt ZEITBMG Die deutsche Masaryk-Feier anläßlich des 85. Geburtstages des Herrn Präsidenten findet im Bühnensaal der Prager Ura nia(Masaryk-Volkshoch- schule) am 7. März pünttlich um 17.55 Uhr statt. Die gesamte Feier wird durch die Prager deutsche Sendung übertragen. Für die Rückkehr der Skifahrrr aus dem Riesen' gebirge verkehren Sonntag den 24. d. M. nachstehende Züge: Aus der Station Freiheit-Johannisbad um 18.02 und 18.25. Der erstte Zug fährt über Königgrätz, führt einen Buffetwagen und trifft in Prag Denisbahnhof um 21.45 ein; der. zweite, der über Turnov kommt, trifft in Prag Wilsonbahnhof um 22.48«in. Aus Hohenelbe geht«in Zug mit Buffetwagen um 17.50 über Turnov ab, der am Wilsonbahnhof um 21.27 eintrifft. Ein weiterer Zug aus Hohenelbe über Cblumec trifft am Denisbahnhof um 21.40 ein. Außerdem fährt aus Hohenelbe der geNuihnliche Sportzug um 18.58 über Turnov ab, Ankunft Prag Wilsonbahnhof 22.49. Nach Bedarf Verkehren aus Hohenelbe noch weitere Sportzüge mit früherer Abfahrtzeit als bei den oben angeführten. Aus Rochlitz a. Jser fährt der gewöhnliche Svortzug um 18.34, aus Polaun um 18.43.(Von der Staatsbahndirektion Königgrätz.) (ierlehtssaal Eine tödliche Ohrfeige Freispruch mit Hinderniffen.— Eine Geschworenen- beratung, die länger dauert als die Verhandlung. Prag. Der 24jährige Arbeiter Jaroslav Greif war Freitag vor dem hiesigen Schwurgericht ange- ktagt, gegen seinen Kameraden Karl K o v a k i k „zwar nicht in der Absicht, ihn zu töten, aber doch in sicherer feindlicher Absicht in einer Weise gehandelt zu haben, daß daraus dessen Tod erfolgte", wie das Gesetz das Verbrechen des Tods chlages definiert. Der Vorfall, der da zur Verhandlung stand, hat sich am 18. Oktober v. I. ereignet und die feindliche Handlungsweise, die den Tod des Karl Kovarik zur Folge hatte, bestand— in einer Ohrfeige! Den Anlaß dazu gab ein Streik zwischen den beiden Kameraden.die sich gerade in Gesellschaft weiterer Bekannter auf dem Heimweg aus dem Gasthaus befanden. Es war ziemlich spät geworden, denn die beiden hatten in einem Buffett unweit des Karls- Platzes bis zur Sperrstunde, d. h. bis 3 Uhr früh, ausgeharrt. KovaLik, der wenig Geld bei sich hatte, ließ sich ins Kartenspiel ein und verlor fein gesamtes Geld, so daß er schließlich seine Zeche— sie betrug 7.60 Kc— schuldig bleiben mußte. Der Kellner machte ihm Vorwürfe und.auch Jaroslav Greif, der nun auf der Anklagebank sitzt, hielt seinem Kameraden auf dem Heimwege vor, daß es unfinnig und unanständig sei, sein Geld zu verspielen und dann nicht zahlen zu können. Die Auseinandersetzung zwischen den beiden artete bald in Tätlichkeiten aüsl Sie wurden handgemein und Greif versetzte dem Kovarik eine Dhrf«ige, so daß dieser zurücktaumelte. zu Boden sank und sich nicht mehr erhob. Der ärztliche Befund lautete auf schwere Gehirnerschütterung und Schädelbruch, und der Verletzte starb, ohne das Bewußtsein wiedererlangt zu haben, am zweiten Tage. Die Obduktion ergab dann einen Bruch des Scheitel- und Schläfenbeins, verbunden mit einer starken Gehirnblutung. Das Beweisverfahren nahm einen raschen Verlauf. Der Angeklagte erklärte vor dem Schwurgericht (Bors. OGR. V ä v r a), er habe in N o t w e h r gehandelt, da sich Kovarik. der angetrunken war, sich auf ihn stürzte, ihm einen Zahn ausschlug, Fußtritte versetzte und das Hernd zerriß. Einige Zeugen wollen tatsächlich gesehen haben, daß Kovarik der Angreifer war, doch waren wie stets bei derartigen Fällen die Aussagen nicht eindeutig. Von Bedeutung war'das Gutachten der ärztlichen Sachverständigen Professor D i t t r L ch und Profeffor Marx, in welchem festgestellt wird, daß der Verstorbene ein kleines Gehirngeschwür hatte, das aber nicht als Todesursache in Betracht komme, als welche vielmehr die Gehirnblutung anzusehen sei. Die Sachverständigen erklärten weiter, daß die Schädelknochen des Getöteten schwächer waren, als bei normalen Menschen, weshalb nicht auszuschlicßen ist, daß die schweren Folgen der. Verletzung(ob nun Hieb, oder Fall aufs Pflaster).diesem Umstand« zuzuschreiben sind. Im übrigen ergab sich, daß der Angeklagte einen guten Leunnrnd besitzt(geringfügige Strafen sind durch Amnestie getilgt), und abstinent ist, wogegen Kovarik hinsichtlich seiner Leumundsnote wesentlich schlechter abschneidet. Wenn aber die Verhandlung einen raschen Verlauf genommen hatte, so zog sich der Schlußakt dieser Verhandlung, nämliche die Urteilsfällung auf unerwartete Weise in die Länge, so daß das Urteil erst in der fünften Nachmittagsstunde gefällt wurde, obwohl das Verfahren bereits am Vormittag abgeschlossen war. Den Geschworenen waren neben der Hauptfrage auf Totschlag noch die Zusatzfragen auf gerechte Notweh r und eventuelle U e b e r- sch re i t.u n g der gerechten Notwehr(Notwehvexzeß) vorgelegt worden. Die Beantwortung der Schuldfragen durch die Geschworenen enthielt aber solche Mängel, daß der Gerichtshof eine neuerliche Beratung der Geschworenen über den Wahrsprnch anordnete/Es scheint, daß die Belehrung der Geschworenen durch den Vorsitzenden von der Geschworenenbank nicht ganz verstanden wurde. Jedenfalls ersuchten sie nochmals während der neuerlichen Beratung um Belehrung und so vergingen mehrere Stunden, ehe das endgülfige Verdikt zustandekam, durch welches der Angeklagte zwar des Verbrechens des Totschlages schuldig erkannt, gleichzeitig aber ausgesprochen wurde, daß er in gerechter Notwehr gehandelt habe. Auf Grund dieses Wahrspruches verkündete der Schwurgerichtshof den Freispruch des Ang«?klagten. rb. Vorträge Arbeitende Frauen Ueber die wirtschaftliche Position der Frau in der heutigen Gesellschaft sprach am Donnerstag Frau Dr: Goder-Hermann in der„Urania". Der Abend, der in Form von Wechselgesprächen ftattfand, bot mancherlei Informatives und stati- stisch Wertvolles; er war jedoch auch charakteristisch dafür, wie sozialreformerisch-bürgerliche Kreise am Wesentlichen dieses Themas vorbeireden, vielleicht vorbeireden müffen! Es geht nicht an, die Differenz zwischen Frauenbund Männerlöhnen, auf die mangelnde Jnitiattve, di« Anpaffungsfähigkeit der Frau einerseits und den Konkurrenzneid der Männer andererseits zurückzuführen. Diesen Dingen kommt man nicht von der Peripherie her bei. Die Rednerin wandte sich gegen die AuSmer- zung des Doppelverdienertums; sie hält die Berufs- tätigkeit der Frau, deren Mann in Arbeit steht, auch heute noch für sozial tragbar. Frau Dr. Goder- Hermann glaubte, diesen Standpunkt mit einer statistischen Feststellung erhärten zu können, nach der bei größeren Entlastungen von Frauen eine doppelte Anzahl von Neuanmeldungen zur Arbeitslosenunterstützung zu verzeichnen waren(Hausangestellte, Waschftauen usw.). Diese Statistik scheint doch sehr willkürlich herausgegriffen. Noch einiges au? den Juformafionen. In der Tschechoflowakei gab es 1910(also im Territorium der heutigen Republik) einen Prozentsatz von 25.75 Prozent arbeitenden Frauen, im Jahre 1930 einen solchen von 24.74. Die Beschäftigung der Frauen im Arbeitsprozeß ist bei uns also fast stabil geblieben. Bei einer Enquete des Internationalen Arbeitsamtes in 18 Staaten wurde festgestellt, daß in vier Staaten die Zahl der arbeitenden Frauen zugenommen, in sechs Staaten abgenommen hat. In den acht übrigen sind sie stagnierend geblieben. Für den starken Einfluß der Frau auf Kunst und Literatur ist vielleicht die Feststellung bezeichnend. daß zurzeit auf fünf Prager Bühnen Stücke von Frauen gespielt werden. Pierre. Mitteilungen aus dem Publikum. Kampf gegen dir Grippe! Bester Grippeschuh durch gründliche Desinfektion dkr Mund- und Nasenhöhle, der Kehle, sowie aller Atmungsorgane durch Mentholftanzbranntwein Alpa. Gurgeln SR und spülen Sie den Mund mit verdünntem Alpa. Einige Tropfen genügen für ein Wafferglas. Das Einatmen des unverdünnten Alpa wirkt ausgezeichnet. Zerstäuben Sie Alpa in Wohn- und Gesellschaftsräumen. Hiedurch gründliche Lustdesinfektion. Kunst und Wissen „Othello", Verdi s vorletztes Opernschäpfungs- wunder.. wurde vorgestern als vierte Over des V erdi-Zt>klus aufgefichrt. Doch litt die Aufführung unter mancher Unzulänglichkeit, entsprach also keineswegs einer betont besieren Overnvorstellung im Rahmen eines ZvkluS. Schon die musikalisch« Leitung K a v e l l m e i st e r Mar Rudolfs ließ Sauberkeit. Schwung und Ambition vermisien. Das starke dynamische Aufträgen des Dirigenten aber in den Stretfis verdarb auch die gesanglichen Wirkungen des zweiten und dritten Finales. Den Othello sang als Gast Herr Otto Mach«, stärker im schauspielerischen als im gesanglichen Sinn«, auffallend matt im Ton der Lieferen Stimmlage, ohne richtigen Glanz in der Höhe. Unter den solistischen Neubesetzungen der Over ragre Theodor Scheidls Jago hervor, darstellerisch von stärkster persönlicher Eigenart. mehr pathalogisch beranlagter Neider als dämonischer Bösewicht, stimmlich von noch immer imponierender Kraft. Desdemona war Bern Mansinger, etwas befangen in den ersten Akten und namentlich in stimmlicher Hinsicht unfrei und gepreßt in den hohen Tönen, mehr lyrffch als dramatisch- im Gesangstil; aber in der großen Szene des lebten Aktes(Romanze und Gebet) zeigte sie sich von ihrer beste« Seite als tonkultivierte Sängerin und ausdrucksechte Darstellerin. Recht gut besetzt waren auch die kleineren Rollen der Over mit Frau Kintz e r m a n n sowie den Herren Göllnitz. Fuchs. L i b a l und G u tmann. Aber wo ist der Regisseur. der endlich einmal aus Caffio einen glaubwür-' bitten vermeintlichen Nebenbuhler Othellos formt? Der Besuch des Opernabends war kläglich, ließ aber erkennen, daß das Jntereffe des Publikums für einen Opernzyklus ohne besondere künstlerische'Darbietungen und Voraussetzungen sehr aering ist. E. I. Arbeitervorstellnng„Ich hab's getan",- Schauspiel von Martin Gläser,' über das die Kritik einstimmig als über«in große? Theatererlebnis berichtete, am Sonntag, den 24, Feber, um halb 3 Uhr nachmittags, im Neuen Deutschen Theater. Karten täglich von 8 bis 2 und 4 bis 6 Uhr bei Optiker Deutsch, Koruna. Konzert der Prager Ferienkolonien. 11. März in der Lucerna. Klassische und moderne Kunst. Mozart, moderne französische Klavierkompositionen und eine Uraufführung von Zemlinsky. Mitwirkende: Frau Rose Book. Profesior Eduard Steuermann. Dr. Heinrich Jaloweb und das Orchester des Deutschen Theaters. Deutsche Mnsikakadrmie. Oeffentlicher Abend. Samstag, den 2. März, 20 Uhr. im Saale■ des Lyzeums, Prag II., Cbarvätova. Werke von F. Finke, Hindemith. JanäLek, Kiiöka. Ridkü und Veidl. Wochenspirlplan des Reuen Deutschen Theaters. Samstag halb 8: Die schöne Helena, ohne Abonnement.— Sonntag halb 3: Ich Habs getan, Arbeitervorstellnng, halb 8: Ehe inDose n, C 2. .— Montag 6*4: D e reingebildeke Krank«, Theatergemeinde der Jugend..— Dienstag halb 8: Don Carlos, Verdizhklus V, A 1. — Mittwoch halb 8: Die Zeiten sind schwer, B 2.— Donnerstag halb 8: Hoffmanns Erzählungen, C 2.— Freitag 8 Uhr: Land des L ä ch e l n s, D 1.— Samstag halb 8: Die Jüdin, neuinszeniert, D 2. Wochenspielplan der Kleinen Bühn». Samstag 8 Uhr: Ehe in Dosen, Gastspiel Maria Ander- gast.— Sonntag 8: Ehe m. b. H., 8: I ch h ab s getan.— Montag 8: F r e m denverkehr, Bankbeamte unb freier Verkauf.— Dienstag 8: Ehe in Dosen.— Mittwoch 8: Ehe in Dosen.— Donnerstag 8: I ch Habs getan. — Freitag 8: Ehe in Dosen, Kulturverbands- frevnde und freier Verkauf.— Samstag halb 8: Ein Teufelsmädel, Erstaufführung. Bezirksorganisation Prag der Deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei. Sozialistische Zagend— Kreis Prag Sonntag, den 24. Heber, 20 Uhr kleiner Saal„Unitaria" Karlova— Annenskä. Feierstunde zum Gedenke« an die Wiener Feberkampse Beweist durch Euer Kommen, daß die Kämpfe des österreichischen Proletariats unvergessen sind! Einladungen bei den Jugendfunktionärrn und im Parteiheim. «ar kllm Victor Mar Laglen in dem Film„Die verlorene Patrouille". Eva oder Peter? Franziska Gaal hat es anfangs sin Film mit großem Aufwand von echt ungarischem Temperament versucht. Seit einiger Zeit versucht sie es mit Verwandlungskünsten, In dem Film „Esibi, der Fratz", unterhielt st« ein anspruchsloses Publikum damit, daß sie sich als Backfisch kostümierte. Und nun— in einem Budapester Film, der hier in deutscher Fassung gezeigt wird— beglückt sie dasselbe Publikum mit blondem Schopf und in Hosen, als fünfzehnjähriger Knabe, mit Schlosserschürze und im Krack,— bis schließlich aus Peter Eva und aus dem ulkenden Filmchen ein kitschig« küssendes happy end wird. Ueher die Komik einer solchen Veranstaltung soll nicht gestritten werden. Aber daß inmitten dieser Scherze mit Armeleute-Poesie, mit Grotzväterchen und Wohltäterchen Gefühlswirkungen herausgepreßt werden sollen(wobei jedesmal eine lyrische Begleitmusik zu tönen anfängt), das läßt sich doch nur als ärgerlich bezeichnen. An. der Regie des Herrn Kost e r l i tz ist nichts Besonderes— und an besagter Franziska Gaal nichts Neues zu entdecken. Erfreulich ist das Wiedersehen mit dem werwollen Komiker Felix B" r e s s a r t, der doppelt wertvoll ist, wenn er— wie hier— eine stille Rolle spielt. Während das Wiedersehen mit Otto Ball bürg weniger erfreulich ist..‘.—-eis— Spurt• Spiel• Körperpflege Der Brünner DTJ'KreiS hat die meisten Leichtathleten. Nach Berichten der einzelnen DTJ- Kreise, welche auf der Jahreskonferenz der Leichtathletik-Spartenleiter bekanntgegeben wurden, hat die größte Anzahl der registrierten Leichtathleten d«r II. D^J-Kreis(Brünn) mit 411, dann folgt d;r Prager Kreis mit 393, Proßnitz 248, Pilsen 214, Königgrätz 157. In den übrigen Kreisen würde bisher eine Registrierung noch nicht durchgeführt. doch soll diese im heurigen Jahre nachgehylt werden. Arbeiter'Eisschnellanfen in Oslo. Im Osloer Frogner-Städion wurde vor 17.000 Zuschauern ein lxjsschnellaüfen der Arbeitersportler ausgetragen/ Von. den Ergebnissen sind zu erwähnen, daß M el- niko v(Sowjettnßland) die 1500 Meter in 2:28 und die 10.000 Meter in-17:46.8 Min. gewann. Der ehemalige bürgerliche Weltmeister und nun zum Arbeitersport Lbergetretene Norweger Evensen erhielte über 10.000 Meter eine Zeit. von 17;58 Min. und besetzte den zweiten Platz.— Bemerkenswert ist, daß gleichzeittg die bürgerlichen Weltmeisterschaften in Oslo abgehalten wurden, die weniger Besucher zählten und die Norweger Bal- langrud über 1500 Meter 2:23.4 sowie Staksrud über 10.000 Meter 17:48.5 Min. benötigten.— Die Arbeitersportler zeigten demzufolge besseres Können. TSV. Saaz macht Ausverkauf. In der letzten Zeit kann man die Feststellung machen, daß die Leitung deS DSV. Saaz, welche vor Jahren sich aus mehr ausländischen wie heimischen Spielern eine Mannschaft zusammenkaperte, nun diese ausländischen Spieler wieder an andere Klubs verkauft. Bon den in den letzten Wochen bekanntgewordenen„Transfer"-Fällen sind Köllner und Schulze nach Aussig, Wana zur Piktoria Pilsen und jetzt der beste Stürmer, Hanke, für 30.000 Kä an den SK. Proßnitz(wo schon Strobl tätig ist) abgegeben worden. Anscheinend braucht Saaz das Geld nöttger als gute Fußballer. Keine Amateurfrage mehr gibt es nach einem Beschluß auf der Londoner Tagung im bürgerlichen Internationalen Tischtennis- Verband. Es wird in Hinkunft kein Unterschied zwischen Profi und Amateur gemacht werden und international wird es daher nur noch„Tischtennis-Spieler" geben. Den einzelnen Verbänden bleibt es jedoch ftei, für ihren internen Gebrauch die Amateurbestimmungen beliebig zu regeln.— Also gibt es auch in dieser Sportart schon Profis und so schließt sich der Ring im bürgerlichen Sport, dessen Stars alle verkappte „Amateure" in der Welt herumlaufen und sich—■ den Eingeweihten gegenüber— als die größten Nehmer erweisen. Los der Partei Bezirkskonferenz in Freudenthal. Sonntag, den 17. Feber fand im Arbeiterheim in Freudenthal die Bezirkskonferenz unserer Partei statt, die außerordentlich gut besucht war und einen erfreulichen Verlauf nahm. Aus dem Bericht des Sekretärs des Gen. Fischer konnte vor allem die große Regsamkeit der Bezirksorganisafion festgestellt werden! und eine Steigerung der Agenda. Im Markenabsatz hat sich eine Verschiebung zwischen Bollzahlern und Freimarken ergeben, davon aber ist der Parteiapparat an und für sich nicht beeinttächtigt worden. Das po- littsche Referat erstattete Gen. Z i s ch k a, der sich mit denk Fascismus auseinandersetzte und dabei auf die Polittk unserer Partei im Abwehrkampfe gegen das Hakenkreuzlertum hinwies. Nach einer wirtschaftlichen Bettachtung kam er auf die vor uns liegenden Aufgaben zu sprechen, die das Beste an Arbeit und Opfern von unfern Parteigenossen erfordern werden. Die groß« Zustimmung, die er mit seinen Ausfüh- rungen fand, ließ erkennen, daß die Verttauens- männer der Bewegung des Freudenthaler Gebietes zu höchster Kampfbereitschaft mobilisieren. Als Bezirksvertrauensmann wurde neuerdings Gen. Josef Gabriel, als Kassier Gen. Markus und Schriftführer Gen. Jüttcner gewählt. Deutsche Hausgehilfinnen Achtung! Zusammenkunft jeden Sonntag ab 4 Uhr im Parteiheim. Prag II, Närodni tr. 4. Dritter Stock. Ycrelnsnadiriditen Bolksfinggemeinde. Frauen- und Männerchor. Alle Sangesgenossinnen und Genossen werden ersucht,' am Dienstag, dein 26. Feber, ausnahmsweise um 3^8 Uhr abends zur ersten Probe des gemischten Chores zu erscheinen. Film« in Prager Lichtspielhäusern Urania-Kino, Klimentskä 4:„Held en der Luft". Premiere der deutschen Fassung.— Adria: „Eine von Millionen". Tsch.— Alfa:„Der rote Pimpernell." E.— Avion:„Nana." Ämer. A. Sten. — Beränek:.Polenblut." Tsch.— Fenix:„Caval- cade." Amerik.— Gaumont:„Eine von Millionen." Tsch.— Hollywood:„Die verkaufte Stimme." D- — Hvczda:„Eine von Millionen." Tsch.— Julis: „Nell Gwyn, das Königsliebchen." E.—. Kinema, B.-Th.: Journale, Grotefle, Report. Ab 1H2 bis 7. — Kawa:„W olkenstürmer." Amer.— Lu- eerna:„W olke n stLrm e r." Amer.— Metro: „Die ganze Welt lacht." Rufs.— Passage:„Eva oder Peter." D.— Praha:„Der unbesiegbare Kelly." Amerik.— Radio:.Polenblut." Tsch.— Skaut: „Polarjäger."— Svetozor:„Eva oder Peter?" D. — Alma:.Polenblut." Tsch.— Bajkal:„Polenblut." Tsch.— Belvedere:„Moskauer Nächte." Fr. OPTIK u. FOTO DEUTSCH PFIkopy Drehbänke, Fräsmaschinen, Horlzontal-Bohr- und Fräswerke, Radialbohrmaschinen, Shaplng- und Hobelmaschinen sowie Universalspannfutter für höchste Leistung. in modernster Ausführung erzeugt: Werkzeugmaschinenfabrik Arno Plauert Warnsdorf, CSR. Wo- Bezugsbedingungen: Bei Zustellung ins Haus oder bei Bezug durch die Post monatlich Kt 16.—. vierteljährig Kd 48.—. halbjährig KC VS.—, ganzjährig Kd 192.—.— Inserate werdenlaut Tarif billigst berechnet. Bei öfteren Einschaltungen Preisnachlaß.— Rückstellung von Manuskripten erfolgt nur bei Einsendung der Retourmarlen.— Die Zeitungsfrankatur wurde von der Post, und Tele- grapheMrätion mit Erlaß Nr. 18.800/VII/1930 bewilligt.— Druckerei:„Orbis" Druck-, Verlags- und ZeitungS-A.-G.. Prag.