Sonntag, 24. Feber 1935 15. Jahrgang 1ENTRALORGAN DER DEUTSCHEN SOZIALDEMOKRATISCHEN ARBEITERPARTEI IN DER TSCHECHOSLOWAKISCHEN REPUBLIK ERSCHEINT MIT AUSNAHME DES MONTAG TÄGLICH FRÜH. Redaktion uno Verwaltung frag xiu fochoma«l thefon swr. ammnwtraton Telefon sxst, HERAUSGEBER: SIEGFRIED TAUB. CHEFREDAKTEUR: WILHELM NIESSNER. VERANTWOR1UCMR REDAKTEUR: DR. EMIL STRAUSS, PRAG. Etonlprete 70 Heiter (•mrchli.Blich 5 Haller Ports) Heftige Angriffe des B. d. L. gegen die SHF Dancrndcmokratlc undFasclsmus Erkenntnis oder Taktik im sudetendeutschen Landstand? Vollzugsausschuß der SASI Vor Verhandlungen mit Moskau Prag. Unter dem Borsitz des Präsidenten Deutsch und in Anwesenheit des belgischen Delegierten D e v l i e g, des Sekretärs S i- a b a und des technischen Leiters Bühren owie des Abgeordneten Müller tagte Samstag nach sieben Uhr im Prager Volkshause der Voll- Wgsausschuß der Sozialistischen Arbeiter-Sport- Änternationale. Aus den Berichten der einzelnen Referenten ergab sich ein Bild reicher Tätigkeit der 20 Verbände, die in der Internationale vereint sind. Diese Verbände haben für das heurige Jahr eine Reihe großer Veranstaltungen und Feierlichkeiten angekündigt. Dr. Deutsch erstattete Bericht über seine Amerikareise, auf der er politische Vorträge hielt und außerdem auch für eine Verbreitung des Arbeitersports gearbeitet hat. Er betonte die Bereitschaft der tschechoslowakischen Arbeiterturnvereine und des amerikanischen Arbeiter-Sokol in der Frage eines Zentralverbandes.' Für de« 1. März wurde eine Zusammenkunft mit den Delegierten der Roten Spvrtinter nationale(kommunistisch) festgesetzt und die Richtlinien für die Verhandlungen ausgearbeitet, wobei betont wurde, daß für die sportliche Zusammenarbeit der beide« Internationalen daS Gutachten und ' die Zustimmung der politische» Parteien in den einzelne« Ländern maßgebend sei« wird. Für die Verhandlungen wurden delegiert: Doktor Deutsch, Silaba und Müll er. Schließlich wurde Bericht über die ausgedehnten Borbereitungsarbeiten für die im Jahre 1937 in Antwerpen stattfindende 3. Arbeiterolympiade erstattet.— Zum Vorsitzenden des Erziehungsausschusses wurde Redakteur Vaverka (Prag), zum Vorsitzenden des Schachausschuffes Sjka(Prag) gewählt. Senat contra Roosevelt Washington. Im Augenblick herrscht zwischen hem Präsidenten Roosevelt und dem Kongreß eine gewisse Konfliktsstimmung. Den Wünschen der Gewerkschaften entsprechend, nahm Freitag der Senat in einer hitzigen Aussprache mit 44 gegen 43 Stimmen eine Klausel in die Arbeitshilfevorlage hinein, der zufolge ortsübliche Löhne gezahlt werden sollten, während die Regierung die Absicht hatte, etwas niedrigere Löhne zu zahlen, um nicht mit der Privatindustrie in Wettbewerb zu treten. Die Gerüchte, als ob Roosevelt deshalb die ganze Arbeitslosenhilfevorlage in Höhe von vier Milliarden Dollars fallen lassen wollte, find stark übertrieben. Das Repräsentantenhaus hat seinerzeit den Plan mit großer Mehrheit angenommen und der Senat wird auf den Druck der Wähler hin sich wohl zu einem Kompromiß bereit finden, so daß ein Veto Roosevelts nicht erforderlich werden dürste. Sejm-Vizemarschall aas dem Regierungsblock ausgeschlossen Warschau. Im Pilsudski-Lager erregt der Ausschluß des bisherigen Vizemarschalls des Sejm, Dr. Polakiewicz, aus dem Regierungsblock nicht geringes Aufsehen. Der Ausschluß ist als Maßregelung dafür anzusehen, daß er den von ihm geleiteten Verband der Bauernjugend, den Dr. Polakiewicz seinerzeit aus dem Lager der Volks- ''artei Piast auf Seite des Rcgierungslagers iihrte, entgegen dem Wunsche des Regierungsblockes als eme selbständige Organisafion wirken ließ und ihre Fusion mit den anderen regierungsfreundlichen Jugend-Organisationen nicht gestattete.. Dr. Polakiewicz gehört zu. den ältesten Anhängern des Marschalls Pilsudski und den Mitbegründern des Regierungsblocks. Japan—China Tokio. Der Sprecher des Außemninisterrums erklärte, daß die Verhandlungen mit dem chinesischen Delegierten Wangtschunghui die unfreundliche Atmosphäre, die zwischen den beiden Ländern herrschte, beseitigt haben. I Emma Adler gestorben In Zürich ist am Samstag die Witwe Viktor Adlers und Mutter des Sekretärs der Sozialistischen Arbeiter-Internationale Friedrich Adler gestorben. Emma Adler war von Geburt Wienerin und hieß mit ihrem Mädchennamen Braun. Sie war die Schwester des bedeutenden Sozialpolitikers Heinrich Braun(des Gatten der Lilli Braun) und von Adolf Braun, dem langjährigen Redakteur der»Arbeiter Zeitung" und späteren deutschen Reichstagsabgeordneten. In jungen Jahren heiratete sie Viktor Adler, dessen Lebensschicksale sie dann geteilt hat. Trotz ihrer bedeutenden Intelligenz war sie eine sehr bescheidene Frau, die nie gern hervortreten wollte. Ne hat insbesondere als Schriftstellerin viele Jahre fleißig gearbeitet, .war Mitarbeiterin der„Arbeiterinnen-Zeitung", deren Kinderblätt sie lange redigierte. Auch kulturell hat sie sich in der Arbeiterbewegung immer eifrig betätigt. Von ihren größeren schriftstellerischen Arbeiten erwähnen wir ihr schönes Buch über »Die Frauen in der stanzösischen Revolution". Emma Adler war schon lange Jahre krank und lebte zuletzt bei ihrem Sohne in Zürich. Das„Prävo Lidu" berichtet über eine Aktion des Minisieriums^sür soziale Fürsorge», von der man sich in der Tat etwas versprechen kann, wenn sie rasch und ohne alle bürokratischen Schwierigkeiten durchgeführt, werden wird. Es handelt sich hiebei um die produktive Fürsorge, für die von 1930,bis zum.März des heurigen Jahres. Kc: 206,743.400 aufgeivandt wurden und auf Gründ deren etwa 100.000 Arbeitslose direkt Arbeit bekamen, während zehntausende von Arbeitern indirekt(bei der Herstellung des Materials und beim Transport) Arbeit erhielten. Bei dieser produktiven Arbeitslosenfürsorge ist in der letzten Zeit die größte Schwierigkeit jene gewesen, daß die Selbswerwaltungskörper den auf sie entfallenden Anteil nicht aufbringen konnten. Es wurden zwar öffentliche Arbeiten der Selbstverwaltungskörper genehmigt, aber sie konnten nicht durchgeführt und die Landes- und die Staatssubvention konnte nicht ausgezahlt werden, weil eben die Gemeinden und Bezirke die auf sie entfallenden Beiträge sticht aufbrachten. Durch Untersuchungen der Landesbehör- den wurde festgestellt, daß es solcher Arbeiten für ungefähr eins Viertelmilliarde XL gäbe. Um nun diese Arbeiten möglich zu machen, hat der Für- 'PariS. Die offiziellen französisch-österreichischen Beratungen wurden Samstag abends abgeschlossen, Das offizielle Schlußkommunique ist sehr allgemein gehalten und sagt u. a.: Die franzöfischen und Ssterreichische« Minister erkannten einmütig die Vorteile, die alle intrreffierte« Länder auS dem Abschluß eines Mitteleuropa-Paktes im Geiste völliger Gleichberechtigung ziehe« würden, eines Paktes, dessen Grundsätze bei den französtsch- italienischen Verhandlungen in R» m festgelegt worden find. Sie begrüßen das Einvernehmen zwischen der franzöfische» und englischen Regierung, die den Plan eines solchen Paktes als ei« Sicherheitselement ansehen, daS mit den anderen Pakten regionale« Charakters ein«ntrilbareS Ganzes von Friedensgarantien bildet und daS geeignet ist, die Lösung der noch offenstehende« allgemeinen Problem« zu erleichtern. Abgesehen von der glücklichen Rückwirkung, die eine solche Lösung unfehlbar auf die Wirtschaftslage der Welt haben wird, habe« fir die bereits durch Verhandlungen auf diesem Gebiet zwischen Oesterreich und verschiedenen europäische« Staaten, darunter Frankreich, erzielten Ergebnisse znr Kenntnis genommen. Der Korrespondent deS Tsch. P.-B. erfährt, daß der Meinungsaustausch alle mit den römischen Abkommen in Zusammenhang stehenden altu- Nach der Herausforderung, die sich Henlein gegen den B. d. L. geleistet hat! indem er ihn kühner Weise zum Selbstmord aufforderte, um dann zu versuchen, mit der selbstverständlichen Ablehnung des Angebots nationalistische Stimmung gegen die Agrarier zu machen, beginnt sich die „Deutsche L a n d p o st" gründlicher und heftiger als jemals von Henlein zu distanzieren, vor allem- aber auch, ihrerseüs Henlein anzugreifen. Was die„Deutsche Landpost" in ihrer Frei- tag-Ausgäbe über die SHF schreibt, steht in schärfstem Gegensatz zu allen Aeußerungen der H a ck e r- H e tz- G r u p p e des B. d. L. und es könnte, wenn es ernst gemeint ist, wirklich der Anfang der geistigen und politischen Klärung unter den sudetendeutschen Bauern sein. Unter dem sorgeminister bei der Regierung die Errichtung eines besonderen Fonds in der Höhe von 45 Millionen XL erwirkt, aus welchem die Selbswerwaltungskörper Anleihen erhalten zu dem Zwecke, damit sie ihre Beiträge zu den öffentlichen Arbeiten leisten können. Insgesamt wurden aus diesem Fonds bisher 40 Millionen XL für die Selbstverwaltungskörper bewilligt, wodurch Investitionsarbeiten für 450 Millionen XL durchgeführt werden können. Die meisten dieser Arbeiten werden in der nächsten Zeit in Angriff genommen ustd die ganze Aktion wird ungefähr hunderttausend weiteren Arbeitslosen Arbeit bringen. Das Ministerium für soziale Fürsorge will den erwähnten Fonds aber noch um 25 Millionen XL vergrößern, wodurch Jnvestitionsarbeiten im weiteren Betrag von 250 Millionen XL zur Durchführung gelangen könnten. Dadurch könnten im heurigen Jahre insgesamt für 700 Millionen XL Investitionen vorgenommen werden, wobei 150.000 Arbeitslose beschäftigt werden könnten. So schaut die reale Arbeit der Sozialdemo- krafie für die Arbeitslosen auß und damit vergleiche man das Schwindelprogrmnm Konrad Henleins. ellen Fragen betraf, daß aber in Paris kein Grundsatz oder Text irgendeines Abkommens oder eines bestimmten Vorgehens der französischen und österreichischen Minister in der.Zukunft vereinbart wurde. Hitler will mit sich reden lassen... Nicht nur Uber den Luftpakt London. Zu den geplanteir englisch- deutsihcn Besprechungen in Berlin melden die „Time s", der dentsche Außenminister von Rrn- rath habe Freitag dem englischen Botschafter in Berlin Sir Eric Phipps mitgeteilt» daß Adolf Hitler dem Umfang der Besprechungen über die europäische Lage keine Grenzen im voraus setzt. Das Blatt bestätigt, es sei jetzt wahrscheinlich, daß Anfang März rin britischer Besuch in Berlin stattfindrn werde, es sei jedoch in allererster Linie notwendig, daß sich beide Parteien über die Natur der Besprechungen im Narr» sind.- Mr einen er-, folgreichen Ausgang sei eine sorgfältige diplomatische Borbereitung-notwendig. Ein formelles Abkommen als unmittelbares Ergebnis des Berliner Besuches sei nicht z« erwarten. Titel„V o lk s g e m e ins ch a ft; W i e s? t dieBauerndemokratie sieht, will und erkämpfenwird", rückt das Blatt Spinas der Totalitätslehre Henlein-Hitlers energisch zu Leibe. Es wiederholl zunächst, daß Bollsgemeinschast nur unfrei" willigen Zusammenschluß der natürlichen Teile des Vokks- körpers bestehen kann, daß Volksgemeinschaft daher nicht Totalität sein kann. Die Totalität sei künstlich, starr, sie müsse gleichschalten. Unter unseren Verhältnissen sei die Schaffung einer Volksgemeinschaft durch den Totalitätsanspruch ein Versuch mit untauglichen Mitteln. Man würde sich hinterdrein Verhältnissen anpassen müssen, die zu ändern man dann nicht mehr die Macht hätte. Die Idee der Volksgemeinschaft durch Totalität stehe in schärfstem Widerspruch zu den Ideell der Bauer ndemokratie. Den Unterschied zwischen beiden Idealen, dem He-leins und dem der Bauerndemokratie, erklärt die Land Po st wie folgt: Wer ein D e M o k r a t sein will(und wer beteuert in diesem Lande heute nicht,«8 zu sein?) muß den Menschen in den Mittelpunkt des p o l t t i s ch. n, w i rtschaft- liche n und g e s« lls ch ast l i che n Geschehens stellen. Tut er das nicht, geht er in der politischen und gesellschaftlichen Gestaltung und Willensbildung nicht vom Menschen, sondern von einer Vielheit, der Ganzheit oder, um ein heute ost gebrauchtes Wort zu gebrauchen, von der Totalität aus,— strebt also eine politische Gruppe die Willensbildung in der Weise an, daß sie von oben nach unten, von außen nach innen, vom Ganzen zu den Teilen Vordringen will, dann ist eine solche politische Arbeitsmethode nicht nur unorganisch, sondern auch durch und durch undemokratisch. Sir ist reiner, waschechter FasciSmns, Sie ist es auch, wenn die Propagawren einer solchen politischen Zielgebung hundertmal beteuern, daß sie Demokraten seien. Sie sind es innerlich nicht. Sie find eS nur, solange fie die Demokratie brauche«, um ihr fafristisches Ziel zu erreichen. Ebenso wenig wie politische Gruppen dieser Art demokratisch sind, ist eS von ihnen wtal falsch, wenn sie vorgeben, sich von einer organischen Ge- sellschastsauffassung leiten zu lassen. Sie sind ick ihrer GesellschastSauftassung anorganisch wse fie undemokratisch sind. Das gilt auch b o« der Spann-Heinrichs chen Ge- sellschaftsausfassung. Zum ersten Male findet sich in der Landbundpresse die Erkenntnis,, daß die Ideologie zier SHF f a s c i st i s ch ist, zum ersten Dkale ivird die volle Wahrheit rundheraus ge- agt. Was die»Ablehnung der S pa nn- H e i n- r i ch s ch e n Lehren betrifft, so hat leider der B. d. L. allzulange geduldet, daß fascistisch insi-' zierte und geistig unreife Leute in seinen Reihen diese Tollheiten und Torheiten verbreitet haben/ Brachten doch landbündlerische Blätter vor wenigen Tagen erst einen Bericht über die sachliche Aussprache zwischen unserem Genossen Fak sch und dem Landstand-Theoretiker Hetz unter dem in jeder Weis« irreführenden Titel:„Spann' überwindet Marx". Das Kolleg, das bie^ „Landpost" mit Recht Henlein liest, wäre also auch den Hacker, Hetz und Köhler zu eifrigstem Studium zu empfehlen! Die„Landpost" fordert dann— und wir können ihr hier nur vollauf zustimmen.— von, einer wahren Volksgeme in sch a f t' folgende Zielsetzung: 1. Eine konkrete Regelung, das heißt Verbesserung der Beziehungen der ■ M e n sch en z u d e n Menschen, sowohl innerhalb des eigenen Volkes wie zur Rachbar- nation und 2. eine konkrete A u i einande rset- zung mit dem liberalen K,apita-> l i s m u L, Arbeit für 150.000 Menschen Eine Aktion des FQrsorsemlnlsters Genossen Dr. MelBner Mageres Ergebnis In Paris Ein sanz allgemein gehaltenes Kommunlquee Leite L Sonntag, 24. Feier 1938» «r. rr Sie schreibt weiter: „Volksgemeinschaften", die diesen beiden Kardinalforderungen ausweichen, verdienen nur unser Anführungszeichen genannt zu werden. Sie sind verstärkte finanzkapitalistische Macht-Exposi- turen, durch die der Hochkapitalismus verhüllt, aber dafür um so verheerender seine politischen Geschäfte betreibt. Der FaseiSmuS ist die moderne.Herrschaftsform deS HochkapitaliSmuS, der stch durch eine „Volksgemeinschaft", wie er sie braucht, die machtpolittsche, in die Breite gehende Unterlage schafft- Das ist geradezu eine„marxistische" Er- kenntnis und es wäre im Interesse der deutschen Bauern und Arbeiter dieses Staates wie im Interesse der Demokratie und des Staates selbst, daß die Landbündler. auch weiterhin in ihrer Politik von dieser klaren und richtigen These ausgehen I Die.Landpost" zitierti8 in der Roten Armee. Im Jahre 1927 absolvierte er die Militär-Akademie und erlangte den Rang des Stabschefs eines Armeekorps. Die mexikanischen Regirrungstruppen verfolgen 500 Indianer, die die Stadt Cancu überfallen, alle Häuser ausgeplündert und das Rathaus in Brand gesteckt haben. Die Drmkstörnng, welche die Grenze, zwischen der wärmeren, vom Mittelmeer gegen die Karpathen strömenden Lust und einer von Westen gegen Mitteleuropa vordringenden Abkühlung bildet, ist Nunmehr bis zum Gebiete d«S Erzgebirges gelangt. Tn Prag sank der Luftdruck SamStag nachmittags 28 Millimeter unter dem Normalwert, was seit November 1928 nicht mehr der Fall war. Nach Bayern ist bereits kühler« Lust unter Schauern und starken Windböen eingedrungen. München meldete vm 14 Uhr Westwind von Orkanstärke. Di« allgemeine Wetterlage erfährt ein« weitere Verschlechterung.— Wahrscheinliches Wetter von heute: Vorwiegend bewölst, zeitweise Niederschlag. In den böhmischen Ländern Winddrehung gegen Westen bis Nordwesten, kühler. Im Karpathengebiet mild«, vorwiegend südlicher Wind. --Wetteraussichten für Montag: Vorwiegend bedeckt, vielfach Niederschläge, auch im tjten-es Staates wieder kühler. Sonderzüze zur Prager Messe. Zur diesjährigen Prager Messe werden, diesmal eine Reihe von Sonderzügen abgefertigt werden, so am 10. März zu besonders günstige« Bedingungen einer aus A u s s i g und Reichenberg. Der Fahrplan der beiden Züge ist: M Aussig Stadt 7.50, ab Reichenberg zirka 6.15, an Prag 9.38 bzw. zirka 9 Uhr. Die Abfahrt von Prag erfolgt nach Aussig um 19.08, nach Reichenberg um zirka 20 Uhr. Die Ankunftszeit sind 2.0.52 für Aussig und 22.45 für Reichenberg. Der Reichenberger Sonderzug wird auch Anschlüsse nach Gablonz, Deutsch-Gabel, Friedland und Grottau haben. Fünfföpfig« Familie aus Lebensgefahr gerettet. Im Wächterhaus Nr. 193 in R a- ch o v o(Karpathbrußland) wurde der Chauffeur des Autobus der tschechoslowakischen Staatsbahnen Franz H a p ä k und dessen fünfköpfige Familie durch Rauchgase vergiftet aufgefunden. Ha- päk hatte vor dem Schlafengehen stark eingeheizi und dadurch, ohne es zu wollen, den Kami« verstopft. Am frühen Morgen rief die Schwägerin HapäkS telephonisch aus dem Wächterhaus Hilfe herbei. Die von einem Arzt begleitete Rettungsstation brachte die fünfköpsige Familie zum Bewußtsein. Sie konnte auch die Schwägerin Hapäks, welche bewußtlos unter dem Telephonapparat lag, ins Leben zurückrufen. Freigelasse«. JnTharbin wurden 30 Sowjetbürger, Angestellte der ostchinesischen Bahn, fteigelassen, die im August und September des Jahres 1934 verhaftet worden waren. Unter den Freigelassenen befinden sich Vorsteher und Gehilfen von Stationen, Streckenaufseher, Zugsführer, Weichensteller und andere. Eine zehn Millionen-Prämie. Der französische Luftfahrtminister General Denain hat eine Prämie von 10 Millionen Franken für den Erbauer eines französischen Schwerölmotors ausgeschrieben, der es einem Flugzeug oder Wasserflugzeug französischer Konstruktion gestatten würde, als erstes den internationalen Geschwin- digkettsrekord über 10.000 Kilometer in geschlossenem Rundflug ohne Zwischenlandung zu verbessern. Die Ausschreibung gilt bis zum 30. Dezember 1938. Filmvorftellung in der Comldie Franca ise. In Anwesenheit des Präsidenten der Republik, Lebrun, fand Freitag in der Comödie Francaise in Paris eine Kino-F«stvorstellung statt. I« der letzten Zeit war ein Film über die Geschichte des Theaters seit der Zeit Moliires gedreht und auch zwei Stücke verfilmt worden: und zwar ein klassisches von Mo- liöre(Pröcieuses ridiculeS") mü>«in modernes von Sascha Güttry. Die freitägig« Vorstellung hatte großen Erfolg. bandsleitung habe eine vshchosogisch bedingte gewiss« Verzagtheit der Mitglieder durch erhöhte Tätigkeit ausgleicheu müssen. • Der Redner der Opposition forderte das au io-, malische, generelle Avancement und sprach die Befürchtung aus. daß die Verminderung der Arbeitszeit zu Gehaltskürzungen führen werde. Im übrigen versuchte er die positiven Leistungen der Leitung anzuzweifeln. ohne jedoch sein« Kritik durch Tatsachen erhärten zu können. Die Redner des Zentralvorständes wiesen ihm in materialreichen Darlegungen die Unfruchtbarkeit seiner.oppositionellen Haltung nach. Einige Unruhe gab es, als während der Abstimmung die Opposition noch einmal zu Worte kommen wollte. Der Tätigkeitsbericht wurde sodann bei Nur drei Stimmenthaltungen genehmigt. Den Kassier und der Verbandsleitung wurde sodann nach Kenntnisnahme des Kassa- und Revi- fionsberichtes einstimmig Entlastung erteilt. Die Wahl des neuen Zentralvorstandes erfolgte nach den Vorschlägen der alten Leftung. Die Gewählten erzielten imponierende Mehrheiten und hatten, von Stimmenthaltungen von einem bis drei Delegierten abgesehen, den Berbandstag einmütig hinter sich. Obmann des Verbandes ist, wie bisher, Gottlieb Mel l e r, zu Obmannstellvertretern tvurden Frantisek A n- d r s t, Franz R e h y b a, Dr. Friedrich Repp, Karl T e i m e r, Wilhelm Fort und Franz K ö ni g gewählt. Den Experten für Sparkassen- beamtenfragen, den Genossen R e i n.i s ch, der fteiwillig aus dem Zentralvorstand ausschied, ehrte der. Verbandstag durch Worte des Dankes. Die Verhandlungen werden^am>Sonntag zu Ende geführt.'•'• ticrlchtssaal Zum vierten Male wegen derselbe« Sache vor Gericht In Preßburg hatte sich der ehemalige Wachmann Matthias Ern eg er bisher bereits dreimal wegen der Ermordung der Katharina Kozdickä zu verantworten. Er stand ursprünglich im Jahre 1920 vor dem Divisionsgericht, wurde aber wegen Mangels an Beweisen freigesptochen. Auf eine neue Anzeige hin wurde er im Jahr« 1934 wegen dieses Mordes zu zwölf Jahren Zuchthaus verurteilt. Das Oberste Gericht hob aber später dieses Urteil auf und ordnete eine neuerliche Verhandlung des Falles an. Erneger wurde von dem Schwurgericht zum zweitenmal zu sechs Jahren Zuchthaus verurteilt. Am Samstag hob das Oberste Gericht auch dieses Urteil auf und ordnete eine neuerliche Verhandlung an, wobei es bestimmte. daß der Prozeß vor andere: Richtern unanderen Geschworenen stattzufinden habe Kampstagimg der Bankbeamte« Der 10. Berbandstag im Zeichen wichtiger Aktionsentschlüsse Prag. Im großen Saal des Gewerkschaftshauses am Perstyn begann am Samstag nachmittags der zehnt« ordentliche Berbandstag des.Verbandes der Bank» und SparkassenbeamteSchon der Verlauf des ersten Berhandlungstages bewies aufs eindeutigste die innere Geschlossenheit der Organisation, die eS ermöglichte, die technischen Details der Tagung in einem Minimum an Zeit zu erledigen und damit um so mehr Raum für die positiven Aufgaben der Arbeitstagung zu gewinnen. Eine zaghafte, innerhalb der Delegierten isolierte Opposition kam über einige propagandistische Vorstöße nicht hinaus, sie resignierte schließlich bei den Abstimmungen, so daß den leitenden Funktionären fast einmütig Vertrauensvoten ausgesprochen wurden. Der Verbandsobmann Meller eröffnete die Verhandlungen mit einer Begrüßungsansprache, in der er ein Fazit der geleisteten Arbeit zog und die Ausgaben umriß, die die Zukunft verlangt. Aufgabe deS VerbNndstageS wird es sein, dieses A k- tionSProgramm zu diAutieren und in jeder Hinsicht hieb-,.und stichf-L zu machen. Zpei weiter« -harte Kpjscgjahr«, so führrc Meller KuS.. Imfä histwr in