Samstag, 2. März 1935 15. Jahrgang Einzelpreis 70 Hellu (einschließlich S Heiler Porto) IENTRALORGAN DER DEUTSCHEN SOZIALDEMOKRATISCHEN ARBEITERPARTEI IM DER TSCHECHOSLOWAKISCHEN REPUBLIK ERSCHEINT MIT AUSNAHME DES MONTAG TÄGLICH FRÜH.»Aktion und Verwaltung nag xiufochova rr. Kupon ssan. aominntratior Telefon 5307t. HERAUSGEBER: SIEGFRIED TAUB. CHEFREDAKTEUR: WILHELM NIESSNER. VERANTWORTLICHER REDAKTEUR. DR. EMM. STRAUSS. FRAG., Einheitsfront Fascistische Internationale in Aktion Adolf Borstendörfer-MiloS Maixner >. Die Prager politische Polizei gab gestern diese Meldung aus:. „Am 23. Feber wurde der reichsdeutsche Staatsbürger Ado Ts Borst endörfe r^ Korrespondent des„Völkischen Beobachters", verhaftet, da er im Sinne des 8 2 des Gesetzes zum Schutze der Republik(Vorbereitung von Anschlägen gegen die Republik) begründet verdächtigt erscheint, in direkten Beziehungen zu Persönlichkeiten fremder Mächte gestanden habe. Da bei der Durchführung der amtlichen Nachprüfung der Tätigkeit Dor- stendörfers sichergestellt wurde, daß er in Verbindung mit dem Hera«sgeberderZeitschrift„Nä^od«i st ä t" Der Nationalstaat) Milos Maixner, stand, wurde am 25. Feber auchdieserver» haftet. Die Art dieser Bindung ist Gegenstand der amtlichen Untersuchung. Borstendörfer und Maixner wurden in die Haft des Prager Kreisgerichts eingeliefert." Milos Meixner ist einer der geistigen Führer der tschechischen Fascisten. Er gab außer der Zeitschrift„Närodni ftdt" auch den„Prülom"(Durchbruch) heraus. Beide Zeitschriften sind bereits eingestellt worden. Die Zusammenarbeit zwischen Maixner und einem Hakenkreuzler-beweist, wie gefährlichauchdertschechischeFascismus der Existenz der unabhängigen Republik ist. Dte tschechischen Fascisten wissen sehr gut, daß sie ihr Ziel nur mit Hitler erreichen können und opfern skrupellos die Staatsinteressen ihren Parteizielen auf. Wenn der demokratische Staat die Hyrda des Faseismus vernichten will, wird er ihr alle Köpfe abschlagen muffen. Allgemeines Versammlungsverbot in Ungarn Budapest.(Tsch. P.-B.) Der Berichterstatter der Agence Havas erfährt, daß durch ei« soeben veröffent- Uchtes Dekret in Ungarn sämtliche öffentlichen Versammlungen und politischen Manifestationen Verbote« Ivurden. K Jeder Versuch zur Abhaltung von Versammlungen, Umzügen, Aufmärschen soll mit Gewalt verhindert werden. In politischen Kreisen wird angenommen, daß das uneingeschränkte Versammlungsverbot der Regierung auf bestimmte Be- lürchtungen zurückzuführen ist, die im Zusammenhang mit der kürzlich ins Leben gerufenen Massenbewegung der,.Reformgeneration" und dem Konflikt zwischen der Führung der Regierungs- partei und der Kleinlandwirtepartei stehen. Die Saarübergabe vollzogen Um den Ostpakt Wieder Kompromiß su Hitlers dunsten? Saarbrücken. Im Kreisständehans in Saarbrücken wurde Freitag um halb zehn Uhr die 'seierliche Uebergabe des SaargrbieteS an Deutschland durch den Dreieransschuß de^Bölkerbundrs «n den Reichsminister Dr. Frick vollzogen. Damit tb die Rückgliederung des tzaargebietes an «rutschland offiziell vollzogen. Rach gegenseitiger Begrüßung wurde das Protokoll, durch welches im Namen des Völker- tundes Deutschland in die Regierung des Saar- lkckcngebirtes eingesetzt wird, von den Mitgliedern DreierauSschuffes und dem Reichsminister *t. Frick unterfertigt. Stürmische Hitler-Modenschau Berlin. Das„Berliner Tageblatt" meldet! M London: Anläßlich einer deutschen Modeschau ’n London kam es zu Lärmszenen, und zwar gab "as Signal dazu die Angehörige der Arbeiter- l’l’rtei Miß Monica Whahely» die plötzlich auf- aand und eine Rede gegen Hitler-Deutschland Wt. Es sei die Pflicht jeder englischen Frau, Mische Waren zu boykottieren. Anschließend an, Ke Rede kam es zu einem hestiaen Wortgefecht, N dem man wiederholt den Ruf„Nieder mit Jjn deutschen Waren" hörte. Einem weiblichen Polizisten gelang es schließlich, die Ruhe wieder Krzustellen, worauf zwölf Demonstrantinnen-das Notel verließen. Nach diesem Zwischenfall erklärte "liß Monica Whahely, daß ihr Protest nicht ge- M das deutsche Volk, sondern gegen die natioal- Wialistische Regierung gerichtet war. Stinkbomben und Tränengar Paris.(Tsch. P.-B.) Außenminister Laval hatte Donnerstag nachmittags eine zweite Unterredung mit dem sowjetrussischen Botschafter. Laval» so erklärt„L'Oeuvre", habe den Botschafter über seine Besprechungen mit Simon unterrichtet und ihm die Bersicherung abgegeben, daß derOstPaktaufkeinenFallvernach- l ä s s i g t werde. Sollten Deutschland und Polen ihren bisherigen ablehnenden Standpunkt aufrechterhalten» so werde man nach Ansicht des ,,L' Oeuvre" die Verhandlungen über den Ostpakt ohne die beiden Mächte fortsetzen und ihnen dann rin Haridemonstrationen In Vien Wien.(Tsch. P.-B.) Die Nationalsozialisten haben Freitag in der Nähe des Gewert- schaftshauses im 8. Bezirke eine Rauchbombe geworfen und gleichzeitig eine HakenkreuzfaPie auf dem Hause gehißt. Im 2.» 13.» 14.» 15. und 16. Bezirke haben die Nationalsozialisten im Laufe der Mittagsstunden Hakenkreuze und Flugschriften in Massen ausgestreut. Einige Personen wurden dabei verhaftet. Abends versuchten einige fertiges Abkommen unterbreiten. Der Außenpo- litikrr des„Echo de Paris"» Pertinax, ist dagegen der Auffassung, daß man bereits jetzt an eine Kompromißlösung denke, den Ostpakt in zwei Teile zu teilen und ihn aus einem inneren und einem äußeren Ring zusammenzusehen. Der äußere Ring enthalte nur Konsultativ- und Richt- angrifls-Berpflichtungen, während der innere Ring die gegenseitigen Beistandsklauseln enthalte. Diesem inneren Ring würden Deutschland und Polen nicht angehören, wenn sie auf ihrem bisherigen Standpunkt beharren würden. Gruppen zusammen ein i g e tausend P e r s o n e n, in die innere Stadt vorzudringen. Segen des christlichen Ständestaats Wien.(Tsch. P.-B.) Während im Jahre 1933 rund 90.000 Ausgesteuerte in Oesterreich gezählt worden waren, werden gegenwärtig etwa 11 0.000 ausgesteuerte Arbeitslosem Evidenz geführt» diekeineArbeitS- losenunterstützung erhalten. Nazi-„Argumente“ im Danziger Wahlkampf fe',. Im Gebiete des Freistaates Danzig ist M Wa h l k a m p f bereits in vollem Gange. Die Zahlen zum„Volkstag" sind für Anfang April Mesetzt. Der nationalsozialistische Terror gegen M oppositionellen Parteien nimmt täglich zu und Mrafterisiert die. Linie, auf der die Regierungs- Mtei den Wahlkampf zu führen gedenkt. Mit be- Mderer Brutalität gehen den Exzedenten gegen sozialdemokratische Wahlversammlun- M vor, wobei sie in ihrem Treiben durch demon- Mtive Passivität tzer Polizeiorgane unterstützt ^irden. In einer sozialdemokratischen Wahlver- Mimlung im-Stadtzentrum überfielen 200 mit ? u m m i k n ü p p e l n bewaffnete Nazis die ?irsammlungsbesucher. Es kam zu einer h a l b- " ü n d i g e n Schlacht, in deren Verlauf die lonze Saaleinrichtung in Trümmer ging. In s’Nem Danziger Vorort wurde am Mittwoch eine Maldemokratische Wahlversammlung mit Trä- '.* n g a§, Böllern und Stinkbomben ?”seinandergesprengt. Ueberfälle auf als Sozial» Demokraten bekannte Einwohner sind an der Ta» Wordmmg. Das Verhalten der völlig vernaziten Mizei ist skandalös. Wenn sie eingreift, verhaftet W. stets die Angegriffenen. Das afles geschieht Wer den Augen des Völkerbunds- "wmissars... Oie„freiwillige" Auflösung aus Angst von Defraudanten herbeigeführt Linz. Aus sicherer Quelle wird Mitteilung über die Umstände gemacht, welche zur Auflösung der illegalen nationalsozialistischen Organisationen in Oberösterreich geführt haben. Der Führer der oberösterreichischrn Rationalsoziali- stenKlaushoferveruntrrute 13.000 Schilling, welche er für einen bestimmten Zweck aus Deutschland erhalten hatte. Als gegen ihn von den deutschen Behörden ein Steckbrief erlassen würde und die deutschen Behörden seine Auslieferung«erlangten, wandte sich Klaushofer an die Polizei und übergab ihr den gesamten nationalsozialistischen illegalen Apparat mit alle« Namen der Führer und Unterführer sowie alle richtigen und falschen Namen der Mitglieder. In einem etwa 47 Bogen starken Protokoll schilderte er die gesamte Tätigkeit der Nationalsozialisten in Oberösterreich in"der letzten Zeft und die Beziehungen dieser Partei zu Deutschland. Zugleich teilte er auch mit, daß seine Unterführer 8 a h o- ver, Novotny und Santollzusammen etwa 25.000 bis 30.000 Schilling veruntreuthabe».Die Behörden lefteten sofort die Untersuchung ein. Zahlreiche Führer und Unterführer erhielten Vorladungen. Anfangs leug- nrten sie» kapitulierten aber unter der Wucht der Beweise und insbesondere, als sie sahen, daß sie verraten worden seien. Etwa löONational- sozialisten weigerten sich zu kapitulieren «nd flücht eien nachDeütsch land. Ein Führer namenS Heinrich Pöflel begab sich nach Wien und-beging dort Selbstmord. Klaushofer und seine Genossen erhalten seit dieser Zett eine Menge von Drohbriefen«nd müssen bewacht werden. Die übrigen Parteianhänger erklären, daß sie ohne Rücksicht auf diese Affäre unter der neuen Leitung wetterarbetten werde«. ver falsche weg Dom, London und die wirtschaft In allen Betrachtungen, die über die weltwirtschaftliche Lage niedergeschrieben werden, fehlt kaum jemals der Hinweis, daß eine mit Kriegsmöglichkeiten und Kriegsfurcht geschwängerte internationale Atmosphäre der Wiederherstellung innigster wirtschaftlicher Beziehungen zwischen den einzelnen Ländern und der Rückkehr normaler Verhältnisse auf dem Weltkapitalsmarkt nicht günstig ist. Diese Erkenntnis ist nicht neu. Wie aber steht es um die Folgerungen, die sich aus ihr ergeben müßten? Es gibt kein Land von Bedeutung auf der Erde, dessen Volk und dessen Wirtschaft von den Wirkungen der Weltwirtschaftskrise völlig verschont geblieben ist. Gewiß trifft die Krise nicht alle Länder mit gleich schwerer Wucht. Sie läßt in dem einen Lande die Besserungstendenzen früher zum Durchbruch kommen als in dem anderen. Sie vernichtete dort mehr Produktionskräfte als hier. Und dennoch, selbst in den Ländern, die einen kon- junfturellen Aufschwung nicht nur vortäuschen» sondern, wirklich ausweisen können, sind sich die verantwortlichen Stellen klar, daß ein Rückschlag' in der wirtschaftlichen Entwicklung ihres Landes recht wahrscheinlich ist, wenn es nicht gelingt, dir hemmenden Einflüsse, die von der politischen Weltlage ausgehen, auszuschalten. An jede diplomatische Besprechung, an. jede Ministerkonferenz knüpfen sich in allen Ländern die Hoffnungen: Was wird ihr Ergebnis sein? Wird fik die überall schwelenden politischen Konflikte bereinigen? Wird sie einer ruhigen Gestaltung der weltpolitischen Lage die Bahn frei machen? Dürfte man die diplomatischen Konferenzen nach den offiziellen Erklärungen beurteilen, die jeweils an ihrem Eide veröffentlicht werden, so hat es noch nie eine unbefriedigend verlaufene Konferenz gegeben, noch nie eine, auf der nicht vollständige Uebereinstimmung unter den Konferenzteilnehmern bestanden hat, noch nie eine, die nicht mindestens mit der Schaffung von Voraussetzungen für eine friedliche Entwicklung in Europa und der Welt geendet hat. Und trotzdem haben überall die vorhandenen Gegensätze zwischen den Staaten eine schärfere Zuspitzung erfahren, sind an allen Ecken der Welt neue Konflikte entstanden. Niemand kann heute bestreiten, daß zur Verschärfung der Konflikte, zur Zerstörung der bestehenden Verbindungen und zur Vertiefung der Gegensätze zwischen den Staaten die wirtschaftlichen Maßnahmen sehr viel beigetragen haben. In diesem Jahre hat es bisher zwei diploma» tische Aktionen von europäischer, ja von internationaler Bedeutung gegeben: im Jänner den fran- zösischen Ministerbesuch in Rom und in den ersten Tagen des Feber die britisch-französischen Ministerbesprechungen in London. In Rom wurde im Anschluß an den Besuch des ftanzösischen Außenministers ein regelrechter Pakt zwischen Italien und Frankreich unterzeichnet, der ein Zusammen- arbetten der beiden Mächte in den wichtigsten Fragen der europäischen Politik vorsieht. In London wurden nur Vorschläge vereinbart, auf deren Grundlage Deutschland zur Mitarbeit an der Abrüstung und an der Sicherung des Friedens gewonnen werden soll. Dar war die politische Aufgabe, die sich besonders die englische nationale Regierung gestellt hatte. Aber im Hintergrund st and b eide Male die Sorge um die fernere wirtschaftliche Entwicklung. Für Italien» Frankreich und England. Die fasci- stischen Herren über Italien haben nach mehr als zwölfjähriger Herrschaft noch immer mehr als einer Million Männern und Frauen keine Arbeit geben können, sie beschleunigen mit ihrer Wirtschafts- und reaktionären Sozialpolitik das Tempo der Verarmung der Volksmaffen und sie würden es gern sehen, wenn sie die auch durch das unheimliche Anwachsen der Staatsschulden vermehrten finanziellen Schwierigkeiten durch eine franzö- sische Anleihe wenigstens vorübergehend meistern könnten. In Frankreich brach'die volle Schärfe der Wirtschaftskrise erst einige'Jahre später durch als in anderen Ländern. Eben jetzt führen ihre Folgen von Zett zu Zeit zu ernsteren innerpolitischen Erschütterungen. Auch um neue sichere Kapitalanlagen für seine breite Rentnerschicht zu schaffen, iß Frankreichs Regierung vor- Leite 2 Samsta». 2. Mörz 1935 Nr. 52 dringlich an einer ruhigen Entwicklung der Weltpolitik interessiert. Und die nationale Regierung Englands möchte die wirtschaftliche Erholung, die in den letzten zwei Jahren ein gutes Stück vorgeschritten ist, nicht vor den nächsten Wahlen durch einen Rückschlag unterbrochen sehen. Die zwei Millionen Arbeitslosen, die immer noch vorhanden sind, können nur erheblich vermindert werden, wenn die industrielle Produktton zu einem noch größeren Aufschwung gebracht wird. Darum gehen von England die nachdrücklichen Bestrebungen aus, die eine Verständigung Wer die Währungsfrage und einen Abbau der zahllosen Hemmungen des Außenhandels zum Ziele haben. Deshalb ist in London auch nicht nur über politische Angelegenheiten, sondern sehr eingehend über die wirtschaftlichen Probleme beraten worden. Schon heute läßt sich übersehen, daß weder Im„Populaire", dem Hauptorgan der französischen Sozialdemokraten, veröffentlicht jetzt deren Führer, Leon Blum,«ine Reihe von Artikeln, aus denen die schwierige Lage innerhalb der Einheitsfront zwischen den französischen Sozialisten und Kommunisten hervorgeht. »Wir Sozialisten", so wird gesagt,»sind aufrichtig, loyal und zuverlässig. Wir sind eS gewesen und wir wollen es sein. Wird«ns «der GleüheS mit Gleichem vergolten? Finden wir bei unseren Verbündeten, bei denen, dir unsere Kameraden geworden sind, dieselbe Aufrichtigkeit, dieselbe Loyalität, dieselbe Zuverlässigkeit? Sind wir nicht ihre Betrogene«? Ist's nicht so, daß sie gegen uns die Einheit der Aktion vorgcschlagen habm und daß sie sie gegen«ns ausnützen? Ist für die Kommunisten da-, was wir alS ein Mittel zur Annäherung der beiden Partei« und zur Vorbereitung ihrer notwendigen Bereinigung ansehen» nicht ein Manöver, um unsere Partei zum Nutzen der Kommunisten zu zerstören?" Lkon Blum erwähnt sodann etliche Vorfälle von kommunistischer Seite, die alte Erinnerungen an den Kampf zwischen den beiden Patteien wachrufen, nennt ktliche Artikel kommunistischer Zeitschriften und auch des kommunistischen Tagblatts »Humanitt", die auf die Sozialisten beunruhigend wirken.' ES mache den Eindruck, daß die Kommunisten wieder mit dem Hintergedanken operieren, die Einheitsfront nur dazu zu benützen, um-«in Loch in die Sozialistische Jnternattonal« und ihre framzöpsche SMton zu schlagen, Weiter, zittert Blüm gewisse''DMMen direkter Aktion- der Kommunisten gebest die Sozialisten in ver- schiedenen französischen Departements und neue Anzeichen des kommunistischen anttsozialistischen Kampfes auf dem Gebiete der Gewerkschaftsbewegung. Zum Schluffe gibt Blunt seiner Ueberzeu« gung Ausdruck, daß solche»unendlich bedauerliche Zwischenfälle", die man nicht bemänteln dürfe, für die Arbeiterklasse und für die sozialistische Partei Frankreichs von ernster Bedeutung sind./ Ein« zerbrochene oder unterbrochene Aktionseinheit würde die schwersten Folgen haben. Blum ist zwar nach wie vor davon überzeugt, daß die Einheitsfront ihre Garantie in dem Cinheitsbedürfnis der Bolksmasien besitzt, von Rom noch von London die wirtschaftliche Entwicklung einen Antrieb erhalten wird. Nach einer fünfjährigen furchtbaren Krise braucht die Weltwirtschaft mehr als nur scheinbare Erfolge an der politischen Oberfläche. Aber mehr vermag ihr die kapitalistische Politik nicht zu geben. Wie weit ist das Paktsystem, das heute angestrebt wird, entfernt von jenen Versuchen, die vor elf Jahren unter der Führung der englischen Arbeiterregierung unternommen wurden und die den Frieden der Welt durch ein genau geregeltes Schiedsverfahren und durch andere- Garantien sichern wollten. Die Politik der kapitalistischen Staaten ist andere Wege gegangen; di« Wirtschaft blutet andenFolgenund der Friede der Welt ist in Höch st er Gefahr! immerhin aber lassen Inhalt und Ton seiner Artikel deutlich erkennen, daß sich die sozialistisch- kommunistische Einheitsfront in Frankreich durch die Schuld der Kommunisten in einer örnsten Kris« befindet. * Beratungen der Sport-Internationale Gemeinsames Kommunlquee Prag. Gestern traten hier die bevollmächtigten Vertreter der Sozialistischen Arbeiter-Spart- internationale und der Roten Sportinternationale zu einer gemeinsamen Beratung zusammen. Namens der Sozialistischen Sportinternationale begrüßte Dr. Deutsch die Vertreter der Roten Sporttnternationale und legte dann die Grundlinien dar, nach denen sich nach der Meinung der Sozialistischen Sportinternationale eine Zusammenarbeit der beiden Sportinternattonalen aufbauen ließe. Namens der Roten Sportinternatio« nale führte Aksamit aus, daß eine Einigung der Arbeitersportler möglich sei, ohne erst die Bereinigungsbestrebungen der politischen Internationalen abzuwarten. Auch er sei der Meinung, daß die heutigen Verhandlungen nur ein Beginn sein können und daß man zu einem späteren Zeitpunkt zusammenkommen solle, um die Ansichten vollständig zu kläre«. Es sprachen ferner die Delegierten Müller und Silaba für die Sozialistische Sportinternationale und D e l a u m e für die Rotg-Hportintemationate., 'UkMchlieMch kam man überein, daß die von den beiden Gruppen borgelegten Verträg-enttvürseden für die beiden Internationalen zuständigen Instanzen vorgelegt werden. Bon beiden Seiten wurde die Bereitwilligkeit ausgesprochen, die gemeinsamen Beziehungen zu festigen und schon jetzt alle gegenseitigen Angriffe zu unterlassen, damtt eine Atmosphäre des Ver. trauens geschaffen wird. Bon den Vertretern beider Gruppen wurde dargelegt, daß die Arbeiter- Sportbewegung eines der wichtigsten Mittel«n Kampfe gegen den Fascismus ist. Dieser Geist müsse in der Arbeitersportbewegung lebendig gehalten werden. Ebenso sei es eine Aufgabe der Arbeitersportler, die internationalen Kriegsgefahren mit Nachdruck zu bekämpfen. Vie Regierung zum85.GeburtftagMasarykt Prag. In der Freitag vormittags stattgefundenen Sitzung des Ministerrates wurden die end« gültigen Beschlüsse über die Feiern des 85. Geburtstages des Präsidenten der Republik getroffen. Es wurde entschieden, daß Mittwoch, den 8. März, eine außerordentliche Sitzung des Ministerrates stattfindet, die die Grätulationskundgebung der Regierung zum Geburtstage des Präsidenten der Republik beschließen wird. N. a. wurde der Antrag auf Errichtung einer Masaryk-Studenten st spendier».- St iftung genehmigt. Gleichzeitig billigte der Minlsterrat auf dem Gebiete der Wirksamkeit des Innenministeriums den Antrag auf Errichtung der Masaryk-WohltätigkeitSstiftung für die Gewährung von Unterstützungen an unbemittelte tschechoslowakische Bürger. Die Texte der diesbezüglichen Grünldungsdokumente werden veröffentlicht werden. Genehmigt würbe der Regierungs-Gesetzentwurf über di« Befreiung von Widmungen und Geschenken zur Gründung und Vermehrung des Stammvermögens der Sttftung„Ustav T. G. Ma- sarhka"(,A. G. Masarhk-Jnstttut") wie auch anderer Widmungen zur Feier des 85. Geburtstages des ersten Präsidenten der Republik von Steuern und Abgaben. Gleichzeittg wurde beschlossen, diese Geldgeschenke und Widmungen auf ein Sonderkonto des Präsidiums des Ministerrates bei der Zemksä banka zu konzentrieren. Ueber die Att der Anlegung und Verwendung dieser Widmungen wird eine besondere Kundmachung in der Presse erscheinen. * Material für die kommende Parlamentssession Vom Ministerrat wurden u. a. gebilligt: die Regierungsvorlagen über die neue Festsetzung der Höhe der staatlichen Garantie für Exportkredite nach dem Gesetze über die Unterstützung des Außenhandels, über den Verkehr mit Motorfahrzeugen und deren Besteuerung und schließlich über die Abänderung einiger Bestimmungen betreffend Rom. Im Gegensatz zu den sonstigm Gepflogenheiten hat der Oberste Rat für Landesverteidigung über seine diesjährige, eben abgeschlossene Tagung eine ausführliche Meldung veröffentlicht, in der eS heißt: Der Oberste Rat für die Landesverteidigung hält«s für notwendig, derNationdarüber M# t v> n',"daß er"in dtzsi tzksten zwölf Jahren seines Bestehens seine Aufgabe gelöst hat, die darin besteht, rechtzeitig die unerläßlich notwendigen Mittel bereitzustellen, damit eine etwaige kriegerische Aktion sich unter Voraussetzungen entfalten kann, die den Sieg ermöglichen. Nach Prüfung aller Bedürfnisse hat der Oberste Rat systematisch alle ursprünglich gegebenen Hilfsquellen des Landes organisiert und Vorkehrungen für den Uebergang zu den letzten Formen von Verwendung und Gebrauch getroffen. Insbesondere ist die Gewinnung und Verarbeitung der einzelnen Erzeugnisse in der von den Militärbehörden verlangten Art und Zahl bi» ine Kleinste vorbereitet. Sofern dabei Lieferungen und Güteraustausch die Verbrauchssteuer bei Mineralölen. Ge« nehmigt wurde der Entwurf der Regierungs-Verordnung über den Handel in gepacktem Tee. Auf dem Gebiete des staatlichen BaudiensteS in der Slowakei wurden die Anträge betreffend die beschleunigte Durchführung der außerordentlichen Aktion für den Bau gesamtstaatlich wichtiger Straßen undBrük- ken in derSlowakei erledigt. Genehmigt wurden die Anträge über die Bereitstellung weiterer Mittel zur Durchführung der produktiven Arieitslosenfürsorg« wie auch der Zuteilung von BrotanErwets- lo s e. Die Berichte der Komitees der politischen und wirffchaftlichen Minister über das Arbeitsprogramm der Nattonalversammlung und der Regierung in der bevorstehenden Periode wurde zur Kenntnis genommen. üBestelttdos W r alHscft>üBucft Wie es Kleingewerbetreibenden ergeht. Ein Kleingewerbetreibender aus Kulan bei Gablonz wurde vor kurzem von einer sozialdemokratischen Organisation zur Offertstellung für eine größere Lieferung aufgefordert. Er hatte Aussicht, den Auftrag zu bekommen, konnte ihn jedoch dann nicht durchführen. Hören wir die tragische Klage, di« er erhebt:.... noch ein Umstand macht mir viel Sorge, das ist die Beschaffung der Geldmittel. Ich war bei den Sparkassen, dort war nichts zu machen, denn sie zahlen ihren Einlegern höchstens 20V sie aus. Die Privatleute, an die ich mich wandte, haben ihr Geld auch in diesen Kassen und konnten mir nicht helfen. Die Werkzeuge, Stanzen und Schneidezeuge und das Brennen mußte ich gleich bezahlen. Aber ich habe das Geld nicht. ES tut mir um den Auftrag recht leid." Die betreffende Organisation konnte leider nicht vorausbezahlen, sondern muß erst das Geld beim Verlauf des Artt« kels lösen. So kam der kleine Gewerbetreibende um einen schönen Auftrag.— Das ganze ist wieder ein bezeichnendes Beispiel für die.Notlage unseres Gewerbestandes und deren Ursachen. mit dem Auslande in Betracht kommen, könnt das allzuoft wiederholte Schlagwort von der «Rohstoffarmut" Italiens, die seine Handlungsfreiheit in Sachen der Außenpolitik behindere, mit Bestimmtheit als unrichtig bezeichnet werden; da» Land sei öon der»Kriegsknechtschaft" befreit. Der Vertretet der»Times" in Rom erkläkt h!?W,"Abessinienf'bMe- kaum eint Rechlfertigütig für eine so ausführliche Aufzählung aller Maßnahmen zur Vervollkommnung tzek italienischen Kriegsorganisation. Die Erklärung werd« daher als Mitteilung an di< Freunde und möglicher Weise a" die Feinde Italiens in der ganze» Welt, und besonders in Europa, betrachtet, daß Italien auf alle Möglichkeiten vorbereitet sei und daß eS im Falle eines Feldzuges dadurch nicht an der Fortsetzung seiner europäische» Politik verhindert werden würde. Hierauf deute auch der überraschende Beschluß hin, bei Bozen ein«»Industrielle Zone" mit chemischen, Kraftwagen-, Eisen- und sonstigen Fabriken zu schaffen. Schwierigkeiten der Einheitsfront in Frankreich Ernste Besorgnisse der Sozialisten An wessen Adresse? Mussolini ISBt erklären: Italien ist erzbereitI Roman von Frits Rosenfeld Und diese ahnungslosen dummen Dinge, die gar nicht wissen, wie das Leben ist, rebellieren, tvoil draußen geschossen wirbt Irgendwo geht ein Gewehr los, und hier bricht für eine alte, müde Frau, die Welt zusammen. Nein. J«h bin keine alte, müde Frau, und die Welt bricht nicht zusammen. Ich werde es ihnen zeigen. Sie sollen ganz klein werden. Sie sollen mir aus der Hand fressen. Sie sollen mir Danke schönt sagen, wenn ich sie in Upsilon an die schmutzigsten Krämer verkaufe. Wer sind sie denn? Was wären sie denn, hätte ich sie nicht aus den Kaschemmen, in denen sie Bier trugen, aus den Hotels, in denen sie Zimmer aufräumten, geholt und ihnen Tanzstunden gegeben und Gesangsunterricht und Künstlerinnen aus ihnen gemacht? Sie rüttelte den Kunstschühen aus dem Schlaf. Der streckte die Arme aus, gähnte, blinzelte sie an. »Was willst du denn?" »Komm mit", sagte sie. Er tappte hinter ihr her, beugte sich im Bor» Wergehen über den Tisch, an dem Kilmek und Labrolle spielten, deute in da» Blatt KtlmekS und zeigte auf eine Karte. »Die spielen sie auS", sagte er. Cabrolle warf ihm einen wütenden Blick zu, Frau Avoxy packte den Kunftschützcn am Rockärmel und zerrte ihn weiter. „Xenia, Livia, Grit," schrie sie.„Antretenl Die Probe geht Wetter! Carlotta, Marcel, ihr macht euer Solo. Wie auf der Bühne." „Aber Frau Avory! Wir haben doch hundertmal geprobt. ES klappt alles." »Nichts floppt. Wenn ihr in Apsilon die Nummer schmeißt, wer ist dann blamiert, ihr oder ich? Wem zeigen dann die Agenten die kalte Schulter? Wer ist dann ruiniert? ES wird geprobt, ich will es". Der Kunstschütz« stand neben ihr, sie holte sich Hilfe bei ihm, da war ein Mensch, der ihr gehörte, mit Leib und Seele, ein Mann, und wenn sie diesen lenken konnte— sollte sie nicht auch di« sechs feigen, frechen GirlS, da» Tanzpaar, Marcel, den eitlen Narren lenken können?» Der Kunsffchütze bediente das Grammophon, er legte eine falsche Platte auf, dann fand er die richtige, Marcel schob den Arm um Carlotta, sie tanzten nicht, sie gingen nur mit schleifenden Schritten über den holprigen, knarrenden Bretterboden. Dann schlug der Kunstschütze den Gong, die Girls hüpften auS dem Winkel, eine Reihe grüner, brauner, dunkelblauer Kleider, eine Reihe fahler Gesichter, eine Reihe stampfender Beine. Leise sprach Mareell an CarlottaS Ohr: „Wir müssen von hier wegkommen. Wir müssen einen Wagen austreiben. Ich habe kein Geld. Du mußt das kGeld beschaffen". »Woher soll ich eS denn nehmen?" „Falsch", schrie Frau Avory.»Nbch einmal!" Der Kunstschütze hob die Nadel ab, setzte sie zurück, in eine ändere Rille. Wieder rollte der Gong. Wieder schob die Reihe der Kleider, der Gesichter, der Beine sich au» dem Winkel in die Mitte des Raums vor. »Der Dicke drüben hat«ine gefüllte Brieftasche". Carlotta sah stumm an Marcell vorbei. Das Grammophon hatte in ihrem Ohr gedröhnt. Es war kein« Menschenstimme. Es war nicht die Stimme Marcels. »Sei freundlich zu ihm. Ein paar nette Worte, und er macht die Bxieftäsche auf". ES war nicht die Stimme Marcels, es konnte nicht die Stimme Marcels sei». Sie sah das Gesicht Kenias nahe neben sich, Xenia starrte geradeaus» aber das Bild Marcels schien sich in ihren Augen zu spiegeln. »Schick doch Xenia zu ihm". »Eifersüchtig?" sagte Marcel. »Sie paßt gut zu dir. Ich habe euch früher zugeschaut. Sie tanzt nicht schlecht". »Xenia ist zu dumm dazu." Die Girls tanzten ab, die letzten Takte gehörten Carlotta und Marcel, noch eine Schleife, noch ein Aufrauschen der Musik, dann kam das Finale, Front gegen die Zuschauer, nun sollte der Vorhang fallen. »Endlich", jammert Frau Avory,»endlich hat es gefloppt". Sie ging zu dem Kunstschühen, der, den Gong in der schlaffen Hand, mit offenem Munde schlief. Sie rüttelte ihn wach. Er zog das Grammophon auf, es heulte von neuem los. „Xenia, Livia, Grit, auf die Plätze", rief Frau Avory.„Wir wiederholen die Nummer". »Schluß", brüllte Xenia.»Wir wollen nicht mehr". »Ihr werdet gehorchen", schrie Frau Avory. „Auf eure Plätze." ' Xenia lief zum Grammophon, riß die Platte harunter, zerbrach sie über, dem Knie, schleuderte sie in die Mitte des Zimmers. »Schluß", schrie sie,„wir sind fertig, wir können nicht weiter, tanzen Sie selbst, wenn sie noch nicht genug haben". Die Girls stoben auseinander, Frau Avory ballte die Fäuste, fuhr auf Xenia los. „Wie kannst du dich unterstehen—" „Schluß", schrie Xenia, und immer wieder: „Schluß, Schluß, Schluß". Sie trampelte auf den Trümmern der Platte herum, sie fuchtelte mit den Fäusten in der Lust, sie hatte die Augen geschlossen und stampfte, bis die grausame schwarze Scheibe vollkommen zersplittert war. Frau Avory packt« sie am- Arm, riß sie zu sich, zerrte sie hin und her. »Da? wirst du mir büßen—" »Lassen Sie mich los". Enger wurde der Griff, immer härter dec Blick, mit dem Frau Avory Xenia gepackt hatte! »Sofort bittest du um Entschuldigung". '»Ich bin kein Schulmädchen mehr—" Die Girls kamen näher, standen im Kreis um Xenia, ließen kein Auge von Frau Avory. Run mußte eS sich entscheiden: siegte Frau Avory- mußten sie wieder in daS alte Joch kriechen, siegte Xenia, konnte sich alles wandeln: „Du bittest um Verzeihung, oder—" „Was denn: Was können Sie mir den» tun? Was können Sie mir denn Schlimmeres antun, als mich jeden Abend an irgendeinen alten dicken Schuft verkaufen? Ich habe es satt. Wen» Sie mir drohen, zeige ich Sie an. Wir laufe» Ihnen davon, alle". Carlotta wollte vermitteln. Sie schob Fra» Avory zur Sette, nahm die Hand XeniaS. „Beruhige dich. Sie meint es nicht so schlecht—" „Ach was, lassen Eie mich. Sie sind die letzt«, von der ich mir dreinreden ließe. Sie sind genau so schlecht wie sie. Sie streichen jede» Abend Ihr Geld ein und gehxn nach Hause, was aus unS wird, kümmert Sie nicht". „Marcel, sprich du mit ihr", sagte Carlotta. Marcel zog Xenia in einen Winkel, strich ihr dos Haar aus der Stirn, redete ihr zu. Sie murrte, brummte ein paar unverständliche Worte". »Bist doch ein vernünftiges Mädel", sagte er.»Die Alte ist verrückt. Der Schrecken hat sie toll gemacht. Morgen ist alles wieder gut". »Nichts ist gut. Ich halte dieses Leben nicht länger aus. Ich will fort von hier". Xenia begann zu weinen, ihr Trotz ging>» Tränen über, die Schminke zerrann auf ibre» Wangen. Marcel hieü ihr den Taschenspiegel vor die Lugen. (Fortsetzung folgt.). Nr. 52 TamStas, 2. März 1S35 «efteO fudetendeutscfier£eitspicf£ct Nur echt mit• // dem Namenszug Jn Jiiirze Q Hitlers Freund" bedeute, hat die Henleinsche Agitation als ernste Parole gebraucht, wodurch sie insbesondere auf die Bauern wirkt. Gerade seit dem Saar-Plebiszit hat die Heimatfront eine starke Tätigkeit in den Dörfern entfaltet und hat dies« mit ihren Organisationen, welche die deutschen Agrarier an die Wand drücken, überschwemmt. Die von der Heimatfront entfesselte nationalistische Demagogie, in der die Angehörigen der verbotenen deutschen Parteien arbeiten, führt zur Belebung der vergeblichen irredenti- stischen Hoffnungen, welche seit dem Jahr« 1919/20 ausgelöscht waren. der wußte und weiß es heute noch besser; man sammelt für den Wahlkampf! Man sammelt für den Kampf oder richtiger für die Niederringung der„Marxisten"! Ganz gleich, ob das Geld, das da den Menschen abgenommen wird, in Form von Lebensmittelpaketen oder Zehnkronennoten zum Ankauf der Stimmen der Arbeitslosen verwendet wird oder direkt in den Wahlfonds dieser verkappten Hakenkreuzler fließt. Es sind, wie immer das Geld von den Leuten verwendet wird, Sammlungen für die Stärkung der SHF. Diese Sammlungen werden nun, nachdem sie von der Behörde, die damit eine erstaunliche Naivität bekundet, bewilligt wurden, Sonntag, den 3. März offiziell wiederholt. Sie werden wahrscheinlich mit noch größerem Nachdruck als das bisher festgestellt werden konnte, durchgeführt werden. Ost genug werden Lügen, Drohungen und Frechheit angewandt werden, um den Erfolg der Sammlung zu steigern. Die Bekanntgabe der Sammlung in letzter Minute, verhindert die notwendige Aufilärung über die Sammlung unter den Gegnern des Fascismus. Es bleibt uns nur der kurze Hinweis, um unsere Genossen und Freunde zu warnen, in falscher Solidaritätsduselei Geld für den Wahlkampf der Feinde der Arbeiterklasse, der Feinde der Demokratie, herzugebem Sonntag wird für dieVorbereitung d er Konz entra- tionslager, für die Henker der Sozialdemokraten gesammelt! Wer für die Arbeitslosen und ihre Kinder opfern will, gebe der Arbeiterfürsorge, der Demokratie für das Kind, keinen Heller aber für die Fasristen mit dem Kennzeichen SBH.,> London.(Tfch. P.-B.) Der Sowjetbotschafter in London hat jetzt bestätigt, daß von seiner Regiernng eine förmliche Einladung an Sir John Simon ergangen ist, Maska« einen Besuch abzustatten. Pari«.(Tsch. P.-B.) Di« abessinische Regie- rung sandte 800.000 Franken an die französische Regierung, als Entschädigung für den kürzlichen Einfall einer abessinischen Nomaden-Truppe in das Gebiet von Französisch-Somaliland, bei dem der Ko- lonialbeamte Bernavd und 17 Eingeborene Soldaten getötet wurden. Moskau.(Tsch. P.-B.) Im Zentralkomitee der kommunistischen Partei unter Vorsitz Stalins wurde u. a. beschlossen, das Mitglied des Zentrakomiiees Kaganowitßch von seinem Poften als Ver- kehrskommifsar zu entbinden und an Stelle Andrejews zum ersten Gehilfen des Generalsekretärs der Partei zu ernennen. Kaganowitsch wurde von seinen Aemtern als Vorsitzender der kommunistischen Parteikontrolle und des Sekretärs der Moskauer Parteiorganisation entbunden und tritt nunmehr an Stelle Andrejews in das Verkehrskommissariat«in. Die Beschlüsse sind von Stalin gezeichnet. Außerdem ist heut« Jeschow zum Sekretär der Moskauer Parteiorganisation und^um Vorsitzenden der Kommiffion der Parteikontrolle an Stelle des zurückgetretenen Kaganowitsch ernannt worden. Korruption Im chrlstllchsozlalen Ständestaat Die Gemeinde Wien baut der„Reichspost“ ein Haus Unter dem Vorsitz des Bürgermeisters Schmitz wurden kürzlich 3,000.000 Schilling für sechs Ässanierungsbauten bewilligt. Eines der Häuser, das auf Gemeindekosten hergerichtet werden soll, ist Strozzigasse 6, ein Haus neben der „Reichspost", dem Verlagsgebäude der christlichsozialen Partei. Auf Gemeindekosten wird nämlich ein zweites Gebäude für den christlichsozialen Parteiverlag gebaut. Bürgermeister Schmitz gehört dem Verlagsrat des christlichsozialen Parteiverlages an. Lin Abendblatt-Monopol Seit dem Feber 1934 gibt es in Wien nur mehr ein Abendblatt, das in Straßenkolportage verkauft wird. Andere Abendblätter läßt die Regierung nicht zu. Der Pressechef der Regierung» Gesandter L u d w i g, verschafft durch diese Handhabung des Pressekonzessionsgesetzes, dem Eigentümer des„Telegraf", B o ndy, einem Kompagnon des Zionistenführers Stricker, ein Monopol, aus dem ein Tagesgewinn' von mindestens 3000 Schilling fließt. Als Grund für diese Haltung des Pressechefs Ludwig wird gut unterrichteten Journalistenkreisen angegeben, daß Minister Ludwig an den Gewinnen des„Telegraf" beteiligt ist. Altes Stroh und eine lebende Katze Berlin. Das„Berliner Tageblatt" berichtet jetzt über seltsame Weihnachtsgaben, die zwei Landwirt e ins Konzentrationslager brachten. In dem einen Fall handelt es sich um einen Landwirt aus Bärl bei Mörs, der von dem Winterhilfswerk um eine Spende angegangen wurde. Er schickte den ihm zugegangenen Karton zurück mit der Erklärung, nichts geben zu wollen. Auf dringliche Vorhaltungen hin packte er dann ein Reines Schwarzbrot im Werte von 30 bis 40 Pfennige in altes Stroh und sandte es der Volkswohlfahrt. Er wurde dann von Volksgenossen aufgesucht und g'e- stagt, wie er diesen Fehler gutmachen wolle/ Daraufhin erging sich der Landwirt in B e s chi m p- fungen gegen das Winterhilfswerk und die national sozialistische Bewegung. Im zweiten Falle handelt es sich um einen Landwirt, der als Spende für das Winterhilfswerk estr Paket abgab, das eine l e- bendeKatz e.und ein le b e nde s Kaninchen enthielt. In diesem Vorgehen erblickte man die Absicht, das Winterhilfswerk verächtlich zu. machen, und die Bevölkerung sei darüber sehr erregt gewesen. Jetzt hat der preußische Ministerpräsident eingegriffen und die Verhaftung der beiden Landwirte durch die geheime Staatspolizei veranlaßt. Kemal wledergewähit Ankara.(Agentolie.) Der bisherige Präsident der türkischen Republik Kemal Atatürk (früher Mustafa Kemal Pascha) wurde mit 386 Stimmen, also durch einmütigen Beschluß der versammelten Abgeordneten der Nationalversammlung neuerlich zum Präsidenten der Republik g e- wählt. Kemal Atatürk hat darauf vor dem Abgeordnetenhaus den Eid abgelegt. In Deutschland standen die SA-Leute in den Tagen vor den Wahlen 1932 und 1933 auf allen Straßenecken, klapperten mit ihren Sammelbüchsen jedem Passanten unter der Nase herum und die Durchschnittsmenschen, die sich vor dem Terror dieser Galgengesichter fürchteten, gaben willig ihre Pfennige in die Büchsen, um ungeschoren ihres Weges ziehen zu können. Dabei brüllten die Sammler ihre Sprüchlein wie: Volksgenossen spendet für die Wahlhilfe der NSDAP! oder: Gebt für Hitler! usw. Diese Art der Schnorrerei war nicht gerade angenehm und sie wird auch heute noch nicht zu den groß-, ten Errungenschaften des Dritten Reiches gezählt, Immerhin; man wußte wem man— und lyofür man gab. WZ In der Tschechoslowakei— oder besser gesagt, in den deutschen Gemeinden der Republik — wird von den Artgenossen der SA-Leute seit Monaten ununterbrochen gesammelt. Hier sagt man nicht: für die Wahlhilfe und auch nicht für Hitler! Hier sagt man für die hungernden deutschen Volksgenossen! oder für die Arbeitslosen udgl., aber man denkt das gleiche, was man im Reiche sagte. Man wendet zum mindesten die gleichen Methoden bei den Sammlungen an wie sie„drüben" üblich sind, d. h. jeder Passant wird .angeschnorrt und selbst der ärmste Teufel ist vor der Aufdringlichkeit der Henleinleute nicht sicher. Wer sich weigert, etwas zu spenden, läuft Gefahr, höhnisch verabschiedet oder aber beschimpft zu werden. Bei den Sammlungen im Dezember kam es vielfach zu körperlichen Drohungen und großen Anläufen, wenn sich ein Passant gegen ,diese Art der Sammelnden zur Wehr setzte. Je- Die Volksgemeinschaft— eine Phrase Stellungnahme eines bürgerlichen Blattes Der„Neue Morgen", in dem für gewöhnlich des Bundes der Landwirte vertreten wirb, befaßt sich mit den letzten politischen Vorfällen im sude- •, tendeutschen, Lager und charakterisierte insbesondere die Agitation der SHF für die Volksgemeinschaft wie folgt: Das Rezept des Zusammenschlusses als allein seligmachendes Heilmittel der sudctendeutschen Politik ist nicht neu. Es wurde schon von Lodgman Und der Nationalpartei, später von den Nationalsozialisten verfochten und heute wäre vielleicht das ganze Sudetendeutschtum dort, wo die beiden Parteien sind, hätten sich die anderen Gruppen Untergeordnet und darauf verzichtet, Politik aus Eigene Faust, aber auch auf eigene Verantwortung zu machen. Das Chaos wäre viel schlimmer Lügenpropaganda der„Volkshilfe“ ( Das Arbeitslosen-Bezirks- hilfskomitee B.- K r u m a u hat -über Antrag unseres Genossen Denk beschlossen, bedürftigen Arbeitslosen des Bezirkes B- Krumau unentgeltlich Schuhe zur Verfügung zu stellen. Tatsächlich wurden Ende Jiin- uer 160 Paar Schuhe an die Arbeitslosen des jPrzirkrs ausgegeben. Die Henleinleute haben ,vun nichts,KfligerH,.z^,tuv„ glsdeq» ,8-rchtj ,zraußen zu erklären, daß diese Schuhe von der -»Sudetrndeutschen Volkshilfe"«kommen. Also, Man ist in der Propaganda nicht besonders wählerisch. Wir machen die Arbeitslosen auf diese Tatsache aufmerksam, damit sie erkennen, daß die,„Volkshilfe" tatsächlich nur ein Wahlmanö- drr ist. I gewesen, als es ohnedies war, und jedenfalls wäre I dann kaum jemand hier gewesen, der einem Neuling hätte die rettende Hand bieten können. Dabei warderRuf nach derEinig- k e i t, der immer wieder aus dem rechtsnationalen Lager erschallte, meist nichts anderes als eine a g itatorische Phrase und er scheint es auch heute wieder zu sein, wenn man ihn nicht als einen Ausfluß jugendlichen'Heißsporns betrachten will. Sinn mehr haben. Neben Texten, in denen die „alten Kämpfer" als unfähig.glossiert werden, findet sich die Anzeige einer„Ehrab-Schneiderei", die auf Julius Streicher gemünzt ist, neben einem ironischen Dementi der Gerüchte, daß am nächsten Sonntag nicht gesammelt werde, steht die Vortragsnotiz:„Arische Großmutter spricht über das Thema: Wie mache ich mich auch im hohen Alter unentbehrlich?" und die Bemerkung, daß der gleichgeschaltete reichsdeutsche Rundfunk statt „Abwechselstrom"„Gleichstrom" benütze. Auch vom Elend der deutschen Zeitungen, die gezwungen werden, dauernd die Machwerke des Präsidenten der Reichsschrifttumskammer Hans Friedrich Blunck zu veröffentlichen und von Hitlers Privatverlag Eher„je eher, je besser" geschluckt werden sollen, erfährt man aus dieser Narrenzeitung. Und was die wirtschaftliche Lage des Volkes betrifft, so deutet auf sie ein„Versicherungsinserat", in des es heißt:„Kleinlebensfachleute sind wir alle infolge Gehaltsabbaus. Aber wir haben die Versicherung, daß es endlich wieder aufwärts gehen soll". Als Krönung der Zweideu- tigkeiten schließlich der Bericht:„Das Schacht- Turnier.um die Deutsche Meisterschaft, das gegen-^ wärtig in Berlin ausgetragen wird, ist noch immer unentschieden... Der schwarze König soll wieder Die braune Grenzpropaganda Die„Prager Presse" meldet aus Berlin, daß sich die Korrespondenz der Arbeitsfront mit der Grenzlandarbeit befaßt und u. a. schreibt: „Äuf politischem Gebiet besteht die Aufgabe darin, derdeutschstämmischen Arbeiterschaft jenseits der Grenzen lebendigen Nationalsozialismus zu d e m o n st r i e r e n, d. h., ihr die wiedergefundene Volksgemeinschaft der deutschen Arbeiterschaft vorzuleben und ihr den Irrsinn der marxistischen Weltproletariatideologie zum Bewußtsein zu bringen. Nichts vermag gerade in dieser Hinsicht erfahrungsgemäß die politisch verführte und Nassenkämpferisch verhetzte Arbeiterschaft außerhalb des Reiches mehr vom Nationalsozialismus zu überzeugen, als dieses lebendige Beispiel deutscher Arbeitsbrüder im Grenzland, die sich nicht nur äußerlich zum Nationalsozialismus bekennen, sondern ihn wirNich leben und Vorleben und nationalsozialistisch in ihrem Handeln sind. Es ist eine Tatsache, daß gerade dort, wo politisch e^V ergewaltigung mit allen Mitteln versuch t, der deutschstämmischen Bevölkerung jenseits der Grenzen das nationalsozialistische Ideengut in Buch und Z e i t u n g unzugänglich zu machen, die überzeugte nationalsozialistische Haltung der grenzlanddeutschen Arbeiterschaft um so überzeugender wirkt und wertvollste politische Kulturarbeit bedeutet. Zum Schluß wird noch bemerft, welche Bedeutung die Einrichtung„Kraft durch Freude" für die deutsche Propaganda jenseits der Grenzen hwbe. Älle im Dienste der NS-Gemeinschaft „Kraft durch Freude". Stehenden hätten im Grenzland erhöhte Verpflichtungen." SHF~ Sei Hitlers Freund! „Lidovö Noviny" schreiben: Das Ergebnis des SaarplebiszitS hat manchen deutschen Politiker, darunter auch dem Senator Hilgenreiner, den Kopf verdreht. Am messten schlachten dies die Agitatoren der Henleinschen Heimatftont aus. Oeffentlich haben sie diesen großen deutschen Sieg begrüßt. In der privaten Agitation überzeugen sie das politisch naive Voll, ebenso in den Städten wie auf dem Lande, daß der Wahlsieg der Heimatfront die geeignete Grundlage dafür schaffen wird, daß man auch in den sudetendeutschen Gebieten ein Plebiszit erzwingen werde. Die Stimmen, welche für die Heimatfront abgegeben werden, werden die erste Prüfung und Vorbereitung zu einem solchen Plebiszit sein. Der so bearbeiteten Leute hat sich eine fertige Psychose bemächtigt. Die Loyalitätskundgebungen dem Staate gegenüber, welche di« Funktionäre der Heimatftont in der Presse zum Ausdruck bringen, versteht das Voll so, daß dies notwendig sei, um die Behörden zu täuschen uiw das Verbot und die Auslösung der Partei zu verhindern. In der Heimatftont sieht man eine Analogie mit der Deutschen Front in der Saar und das Volk ist überzeugt, daß genau so wie dort im Einvernehmen mit dem reichsdeutschen Hitlerismus gearbeitet wird, dessen Agenten öfters als man glaubt, in den Grenzstädten und Dörfern erscheinen. Den Witz von der SHF., daß dies nicht„Sudetendeutsche Heimatftont", sondern„Sei Der Frauentag ist eine Heerschau aller arbeitenden Frauen und Männer. Humor der Sklaven Im Dritten Reich wird Fasching gefeiert. llnd wenn auch zur Fröhlichkeit nicht der geringste Anlaß ist in einem Lande, das vom Stöhnen Miß handelter, vom Schweigen Unterdrückter, von der Verzweiflung Hungernder und von der Furcht vor Wirtschaftlichen und kriegerischen Katastrophen er füllt ist, man nimmt die Gelegenheit doch wahr. Um sich in der Narrenmaske mit Witzen an die Deffentlichkeit zu wagen, die sonst nur für Füh- terreden reserviert ist. Auf ein denkwürdiges Do kument dieses hitlerdeutschen Faschings macht der Münchener Korrespondent der„Neuen Züricher Zeitung" aufmerksam: die„Münchener Neuesten Nachrichten" haben eine„Faschingszeitung" her- äusgegeben, deren erster Witz gleich unter dem Eitelkopf zu finden ist, wo nämlich zu lesen steht: -Nächste Briefadreffe: Dachau". Und dann kommt, in Gestalt närrischer Inserate und Berichte, die ganze Not und Schande des Dritten Reiches ans Tageslicht. Da wird„Antibyzantinol" angeboten, »das leider nicht überall im Hairdel, geschweige denn sonstwo anzutreffen" ist. Oder:„Jüdischer Fakir mit dauernd erhobenem rechtem Arm erteilt Unterricht und erbittet Offerten unter: Freie Bahn dem Tüchtigen." Und ein weiteres Inserat luumijujicvcui...«l|upvu<. 3 c. empfiehlt.Schweigekurse", da Redekurse keinen j in besonders starker Posftion stehen. SVH sammelt Sonntag auf den Strassen für den Wahlkampf der SHF Wem verdanken Köche ihren Ruf? Nicht nur in der Kunst der Zuberel« tung liegt ihr Geheimnis, sondern auchinderWahl des richtigen Fettes: Ceres. Das Essen soll Ja nicht nur vor» züglich schmecken, auch ein schwacher Magen muß es vertragen. Ceres aber macht alles leicht verdaulich- und dadurch bekommt es doppelt gut! ! Wahrhaftig: diese Münchener Faschingszei- , tung ist ein bemerkenswertes Dokument. Sie be- , stätigt nicht nur das, was die„Emigrantenpresse" i über die Zustände im Dritten Reich„zusammen- i lügt",— sie ist darüber hinaus selbst ein Symptom dieses Zustandes, in dem die Pressefteiheit ! sich in die Spalten einer Karnevalsbeilage flüchten muß, wo die gleichgeschalteten Zeitungsschrei- : ber ihre Leser wissen lassen, daß sie die Wahrheit ; kennen, die sie das ganze Jahr verleugnet, ver- i fälscht und auf den Kopf gestellt haben. Wie an mittelalterlichen Höfen, wo der Narr das Recht hatte, dem Despoten die Wahrheit ins Gesicht zu lachen, tote 1 im alten Rom beim Saturns-Feste die ! Sklaven einmal im Jahre ihren Herren die Meinung sagen durften, so entlädt sich der gequälte Witz des deutschen Volkes im Fasching des Dritten Reiches,— nur mit dem Unterschied, daß er nicht einmal zum Karneval als erlaubt empfunden wird, so daß diese Münchener Narrenzeitung überall als unerhörte Kühnheit bestaunt wird. Auch der schweizerische Korrespondent ftagt, ob der Verantwortliche nicht tatsächlich Dachau als „nächste Briefadresse" haben wird— oder ob der *„schwarze König" in Bayern wirklich eine so „starke Position" hat, daß er das katholische Blatt vor der Rache der deutschen Sklavenhalter werde j 1 bewahren können. Seite 4 Samstag. 2. März 1935 Nr. 52 Tragödie eines spanischen Fischkutters und eines französischen Rettungsbootes Casablanca. Die Katastrophe des spanischen Fischkutters„N r s u l a" auf der Höhe von Casablanca(Marokko) hat 14 Todesopfer gefordert. Bon der Mannschaft des gekenterten französischen Rettungsbootes, das der„Ursula" zu Hilfe eilen wollte, sind der K a p i t 8 n und vier Mann in den Wellen umgekommen. Der spanische Fischkutter ging ebenfalls unter, da ihm von keiner anderen Seite Hilfe gebracht werden konnte. Bier Leichen wurden bereits an den Strand gespült. Fünf Mann der Besatzung werden noch vermißt. Der Rest konnte sich auf eine kleine Insel retten, von wo sie aber wegen des schweren Sturmes noch nicht geborgen werden konnten. Ein Flugzeug der Militärstation von Casablanca hat den Schiffbrüchigen Lebensmittel und Decken abgeworfen, damit sie die Rächt auf der Insel verbringen können. Ein Mitglied der Besatzung rettete sich auf einen kleinen Felsen unweit Tagcsncuighciicn Mysteriöses Verbrechen eines Feldhüters Tod zweier Kinder beim Weidenkätzchen-Pflücken Söllingen. Ein Verbrechen an zwei zehnjährigen Mädchen in Söllingen ist nunmehr aufgeklärt worden. Der Feldhüter Fe uerhahn sagte bei einem Verhör keineswegs klar aus, er habe am Mittwoch Nachmittag die beiden Kinder bemerkt, die am Damm der Aue Weidenkätzchen pflückten. Er schlich sich von hinten an sie heran, um sie zu züchtigen. Als ihn die Mädchen bemerkten, flüchteten sie. Sie liefen über ein Wehr. Dabei'sei die kleine Eberhardt ins Wasser gestürzt und darauf soll nun angeblich- die kleine Wafleben in ihrer Angst indieAuege- s p r u n g e n und untergegangen sein. Die kleine Eberhardt sei sofort untergegangen, während die Wafleben nochmals an die Oberfläche gekommen sei. Feuerhahn will in diesem Augenblick n a ch- gesprungen sein, um wenigstens dieses Mädchen zu retten. Er habe es aber nicht mehr fassen können, da es vom Strom weggetragen worden sei. Feuerhahn, der nach dem Geständnis zusammenbrach, wurde verhaftet und dem Braunschweiger Kreisgericht zugeführt. Während die Leiche de: Wafleben geborgen werden konnte, wird die Leiche der Eberhardt noch im Flußlauf der Aue gesucht. Ein Militärflieger schwer verunglückt Prag. Freitag,«m 9 Uhr 40 Minuten wurde auf dem Prager Militärflugplatz der Stabskapitän-Feldpilot BojtichSrom, Kommandant der 43. Flugabteilung des Flieger-Regimentes Nr. 1.„T. G. Masaryk" schwer verwundet. Bei der Durchführung eines Uebungsflugrs auf einem Jagdflugzeug der Type„Ba—33" geriet der Stabskapitän infolge der Rebel-Atmo- sphäre zu nahe an den Erdboden heran, gegen den er aufstieß. Er erlitt eine Zertrümmerung des rechten Dchenkelbeines im unteren Teile, sowie eine Rißwunde an der rechten Wange mit einem wahrscheinlichen Bruche des Unterkiefers. Er wurde sofort ins Divisionsspital auf dem Karls- Platz gebracht. Geschwisterpaar sucht gemeinsam den Tod Brünn.(Tsch. P.-B.) Der 74jahrige Spe- zialarzt Dr. Ernst LandeSmann und dessen 77jäh- rige Schwester Marie haben sich hier in selbstmörderischer^ Absicht durch Einatmen von Leuchtgas vergiftet. Die beiden wurden bewusstlos aufgefunden und ins Krankenhaus überführt. Dr. Landesmann ist heute gestorben, während seine Schwester mit dem Tode ringt. Den Beweggrund zur Tat bildete die Furcht vor Mot.— Der Vater der beiden war der bekannte deutsche Schriftsteller Hieronymus Lorm(mit eigentlichem Namen Heinrich Landesmann). Die Lawine« Lyon. Ein Lawinenunglück, von dem eine Abtellung Alpenjäger betroffen wurde, ereignete sich auf dem Berg Thurra bei Saint Jean Maurienne. Acht Soldaten wurden von der Lawine verschüttet. Der Rettungsexpedition gelang es nur, drei von ihnen zu befreien und zu retten. Auch eine aus Modena kommende militä- rische Hilfsexpedition wuü>e von einer Lawine betroffen, die zwei Soldaten verschüttete. Ratai—Pari» in 53 Stunde« Paris. Das Postflugzeug auf. der Strecke Südamerika—Frankreich, die zum erstenmal in ihrer ganzen Länge beflogen wurde, traf Mittwoch in Paris ein, wobei es alle bisherigen Schnellig- keitsrekorde brach. Die Strecke Natal—Paris legte, das Flugzeug in 53 Stunden zurück. des Strandes. Alle Versuche, ihm am Donnerstag Nachmittag Hilfe zu bringen, mußten aber wegen des Sturmes und der hereinbrechendrn Dunkelheit abgebrochen werden. Man bezweifelt, daß der Unglückliche die Nacht überleben wird. Die Rettungsversuche werden jedoch fortgesetzt. Jugoslawischer Dampfer in Not New N» r k. Der Dampfer„City of Hamburg" teilte der Radiomarine Co. durch Funkspruch mit, daß er den SOS-Ruf des jugoslawischen Frachtdampfers„B o s a n k a" aufgefangen habe, der sich etwa 250 Seemeilen von der französischen Küste entfernt im nördlichen Atlantischen Ozean in Seenot befindet. Es wird angenommen, daß sich dreitzigPersonenan Bord der„Bosanka" befinden. Die„City of Hamburg" und zwei weitere Dampfer eilen dem in Seenot befindlichen Schiff z« Hilfe. 1 Unglücksserie im polnischen Bergbau Kattowitz.(Tsch. P.-B.) Auf der Kohlengrube„Modrzejow" in Sosnovice wurden in einem Schacht durch herabstürzende Kohlenwände mehrere Arbeiter verschüttet. Zwei Arbeiter fanden hiebei den Tod, zwei andere erlitten schwere Verletzungen. Auch in zwei oberschlesischen Kohlengruben, u. zw. auf der Grube„Ferdinand" bei Kattowitz und auf der Grube„Wolfganz- Wawel" in Ruda ereigneten sich im Laufe des Freitags schwere Unfälle, die drei Todesopfer forderten. Die Heiligkeit der Ehe im Dritte« Reich wird durch folgeneds unter Beweis gestellt: „Der Gau Berlin der NS-Gemeinschäft .straft durch' Freude" veranstaltete kürzlich eine sogenannt« Verlobungsfahrt nach Marburg, an der 700 Junggesellen beiderlei Geschlechts beteiligt waren. Die Stadt Marburg stellte denen, die sich beim Besteigen des Zuges noch nicht kannten, und während der Fahrt Verlobten, eine kostenfreie 14tägige Hochzeitsreise nach Marburg in Aussicht. Deutsche Zeitungsnotiz, zitiert in„Soziale Erneuerung", 3. Jg., Nr. 26 vom 31. 1. 1935. So also wahren sie die oft beschworene„Heilig, keit der deutschen Ehe" I Wer sich noch nicht kannte, aber im Laufe von acht Stunden beschloß, den «Bund fürs ganze Leben" zu schliessen, durste 14 Tage umsonst in Marburg leben. Wenn diese Ehen totunglücklich werden, schon nach Wochen zur Scheidung drängen und Unglück über Unglück erzeugen— was liegt schon daran? Die Gratisvierzehntage genügen, um militärischen Nachwuchs zu zeugen. Und milstäri- scher Nachwuchs ist Adolf und den Seinen jedes individuelle Unglück wert. Ein Masaryk-Krankenhaus in Kuttenberg. In Kuttenberg findet am 7. März eine Festsitzung der Stadtvertretung statt, in der der Präsident zum Ehrenbürger der Stadt ernannt werden wird. Das neue Krankenhaus, das an Stelle des jetzigen, vor 80 Jahren erbauten errichtet werden wird, wird den Namen„Allgemeines öffentliches Jubiläumskrankenhaus T. G. Masaryk" führen. Man glaubt, dass die Arbeiten für den Bau des neuen Krankenhauses bereits heuer in Angriff genommen werden. Späte Aufdeckung eines BerVrechens. Ein Vor zwölf Jahren begangener Mord sieht jetzt der Aufklärung entgegen. IM Jahre 1923 verließ der Landwirt Josef Duska in Jasennä bei Königinhos in Begleitung seiner Gattin Marie und ihres Geliebten, des ehemaligen russischen Kriegsgefangenen Tychon Blasenko, seinen Wohnort, um nach Berlin zu übersiedeln. Er hatte damals einen größeren Geldbetrag von insgesamt 80.000 XL in drei Sparkassenbücheln bei sich. Von dieser Reise kehrten die Marie Duskovä und Blasenko zurück, Josef Duska blieb berschwunden. Im Jahre 1931 wurde von Pilzesuchern in einem Walde bei Warnsdorf in einer Mulde ein männliches Skelett gefunden, welches mit Steinen bedeckt war. Die Schädeldecke war zertrümmert. Am 15. September vorigen Jahres wurde Blasenko in Deutsch-Gabel bei einem Fahrraddiebstahl ertappt und dem Gerichte eingeliefert. Man erinnerte sich wieder an das geheimnisvolle Verschwinden Duskas und an den Zusammenhang, in dem Vla- senko damals damit stand. Cs wurden außerdem Marie Dukovskova und ihre Mutter Franziska Kubicek verhaftet. Man nimmt an, daß Blasenko die Leiche später noch einmal ausgegraben hat und den Schädel der Leiche zertrümmerte. Duska hatte sich nämlich nach einer Kopfverletzung einer Operation unterziehen müssen, wobei ihm in die Schädeldecke eine künstliche Platte eingesetzt wurde. Die Gendarmerie nimmt an, daß Blasenko den Schädel zertrümmerte, um die Platte verschwinden zu lassen. DaS deutsche Konsulat in den Fall Lindbergh verwickelt? Die„Boston Post" bringt eine ihr vom deutschen Generalkonsulat gemachte Mitteilung, daß die Vorbereitungen zur Entführung des Lin- bergh-Baby in einem Bostoner Hotel unter Beteiligung von vier Personen vereinbart wurden. Als der Konsul über diese Angelegenheit eingehender befragt wurde, erwiderte er, daß es sich um eine allzuheikle Sache handle, als daß sie Gegenstand einer öffentlichen Erklärung sein könnte. In weiteren Informationen wird festgestellt, daß gestern zwei Personen, deren Namen nicht angeführt werden, um eine Audienz beim deutschen Generalkonsul ansuchten und ihm mitteillen, daß das Motiv der Entführung Rache war. Das Blatt führt weiters aus, daß zwei Goldzertifikate von dem Lösegeld am 22. Feber zur Bezahlung einer Reise mit dem Flugzeug für zwei Personen verwendet wurden. Entgleist. Am 1. März um 15.45 Uhr entgleiste im Kilometer 3.4 bis 5 auf der Streck« Böhm.-Leipa — Böhm.-Kamnitz zwischen den Güterzug-Halte- stellen Pärchen— Stein-Schönau— Ober-Presch- kau beim Zuge Nr. 6145 die Lokomotive und der am Ende des Zuges befindliche Dienstwagen, jeder mit einer Achse. Die Strecke wurde um 19.30 Uhr freigemacht, ist aber noch nicht befahrbar. Der Verkehr wird durch Umsteigen aufrechterhalten. Die Ursache wird untersucht. Die neue Selbstmord-Methode. In Lausen verübten ein dortiger Lehrer und ein junges Mädchen in ungewöhnlicher Weise Selbstmord, indem sie sich aus einem Flugzeug, das einen Rundflug unternahm, in die Tiefe stürzten. Verschüttet. In den Kohlengruben von MonS (Belgien) wurden durch zu Bruch gegangenes Er' reich drei Bergarbeiter verschüttet. Zwei der Ver-- schütteten wurden verletzt geborgen, von dem dritten Bergarbeiter fehlt jede Spur. Während der japanischen Nachtmanöver im Golf von Ariaka kam es zu zwei Zusammenstößen von Torpedobootzerstörern. Bier Schiffe wurden leicht beschädigt und drei Marinesoldaten verletzt. Explosion. In Edwardsvillebei Wilkes- barre in Pennshlvanien wurde ein zweistöckiges Wohnhaus durch zwei aus unbekannter Ursache nacheinander erfolgender Explosionen völlig zerstört. Mehrere Nachbarhäuser erlitten erheblich« Beschädigungen. Ein neugeborenes K i nd und ein Mann wurden getötet, während zahlreiche andere Personen mehr oder weniger erheblich verletz' wurden Das plastische Filmbild erfunden Der hervorragende Pariser Physiker Louis L um i ö r e mit seinem neuen Filmprojektionsapparat, der das Filmbild plastisch erscheinen läßt. Mr. Lumiere hat vor wenigen Tagen seinen Apparat in der Pariser Akademie der Wissenschaften vorgeführt, wo die Lösung des bekanntlich lange umkämpften Problems ungeheures Aufsehen erregte. ALPA Der Grippe rekonvaleszent verspürt allgemeine Schwäche und Ermüdung. Die Muskeln sind schlaff, die Nerven abgespannt Massieren Sie, Uber ärztliche Vorschrift, mit Franzbranntwein Diese Massage erhöht den Blutkreislauf, stärkt die Muskeln, erfrischt die Nerven und hebt die Tatkraft Zerstäuben Sie Alpa in,Wohn- u. Gesellschaftsräumen I Hiedurch gründliche Luftdesinfektion. Fragen Sie Ihren Arzt! Meistbegünstigungen zur Prager Messe. Zur diesjährigen Prager Frühjahrsmesse(vom 10. bis 17. Mirz) werden den Meffeteilneh: ern wieder in den meisten Ländern auf Eisenbahn-, Flug- und Schiffahrtslimen Fahrpreisermäßigungen zugestanden. Di« tschechoflowakischen Staatsbahnen gewähren inländischen Messebesuchern 83 Prozent, ausländischen 50 Prozent Fahrpreisermäßigung. Ausländische Bahnen bewilligen nachstehende Nachlässe: Belgien, Bulgarien, Deutschland, Estland, Frankreich, Holland, Jugoflawien, Litauen, Oesterreich, Rumänien, die Schweiz, die Türkei 25 Prozent, Italien 30 Prozent, Polen und England 33 Prozent, Griechenland 50 Prozent, Ungarn Klaffe für Klasse. Die Ermäßigungen der See- und Flußschiffahrtslinien bewegen sich zwischen 25 und 50 Prozent- Die Fluggesellschaften gewähren 10 Prozent auf ReisebillettS nach Prag und 30 und 10 Prozent auf Rückfahrkarten. Auskünfte erteilt das Messeamt in Prag Vit AlS Opfer der Gewitterstürme«nd Ueber- fchwemmungen auf den Hawai« Inseln wurden bisher sechs Leichen geborgen. Weitere sechs Personen werden noch vermißt. Zahlreiche Personen wurden durch die ungewöhnlich großen Hagelkörner verletzt. Neue' anzöstschr Banknoten. Die Bank von Frankreich teilt mit, daß sie in den nächsten Tagen neue 50-Franknoten in Verkehr setzen wird, di« kleiner als die bisherigen Banknoten sein werden und auf deren Vorderseite der Lersaill«r Park dargestellt sein wird. Die bisherigen Banknoten werden bis auf weiteres in Geltung bleiben. Im Frühjahr werden auch 100-, 500« und 1000-Franknoten ausgegeben werden. Die Auswanderung im Jänner 1935. Rach den vorläufigen Vormerkungen des Statistischen Staatsamtes, wurden im Monate Jänner für 346 (im Monate Dezember 1934 für 211 Personen Auswandererpäffe ausgestellt, u. zw. in Böhmen für 79(33) Personen, in Mähren-Schlesien für 54(27), in der Slowakei für 158(114), in Karpathorußland. für 55(37) Personen. Bon der Gesamtzahl der Personen, für die Auswandererpässe ausgestellt wurden, gaben im Jänner im ganzen 131(66) Personen als Reiseziel europäische Staaten an, und zwar: Frankreich 39 (34), die Union der Soz.-Sowjet-Republiken 6 (13), Oesterreich 10(2), Deutschland 27(5), Belgien 6(3), Jugoflawien 22(1), Rumänien 4(1), die Niederlande 4(1), die Schweiz 9 (3), sonstige europäische Staaten 10(3); Ueberseestaaten im ganzen 215(145) Personen, und zwar: Kanada 32(27), die Bereinigten Staaten von Amerika 83(44), Argentinien 25 (21), Paraguay 8(13), Palästina 51(29), sonstige Ueberseestaaten 16(11). Wahrscheinliches Wetter SamStag. In Böhmen vorwiegend bis wechselnd bewölkt, strichweise Schauer, Temperatur ohne erhebliche Aenderung. Im übrigen Gebiet meist umzogen, vielfach Niederschläge, mäßig warm, im Osten Erwärmung. Wetterausfichten für Sonntag: Noch keine durchgreifende Aenderung. Vom Rundfunk ImpfeMenswertes au* den Programmen! Sonntag Prag. Sender L.: 6.45 Gymnastik. 7.30 Heber« tragung aus Karlsbad. 9.15 Schallplatten: Wagner. 9.45 Volkslieder. 1&80 Uebertragung aus Helsinki. Konzert. 17.55 Deutsche Sendung: Der goldene Klang, Traumspiel von Mühlberger 18.5" Deutsche Preffe. 19.05 Gesangskonzert. 20.55 Blasorchesterkonzert. 22.20 Schallplatten: Wagner. 22.80 Konzert des Salonorchesters.— Sender S.: 14.30 Deutsche Sendung: Arbeiterfunk: Heinrich Herget: Jugendschulung in der Krise. 14.45 Populäre heimische Komponisten.— Brünn: 10.15 Opernpotpurris. 18.45 Deutscher Landwirtschaftsfunk. 16.00 Orchefterkonzert. 17.55 Deutsche Sendung: Konzertstunde: I. Seb. Bach.— Mährisch.Ostrau: 10.00 Beethoven: Es-dur Quintett für Flöte 10.40 Lieder von Dvokak. Nr. 52 SamStag, S. März 1935 Seite 5 Bürgerliche und sozialistische Revolution Dramatisch, sich selbst in ihrem Pathos im-' mer wieder übertreffend, ihre eigenen Effekte ständig überbietend, vollzog sich die bürgerliche Revolution in Spanien. Zn ihrem Ausgang war sie von einem buchstäblichen Feuergeist beseelt, die Flammen der Empörung griffen auf die Klöster über, die Herzen entzündeten sich und den alten Mächten wurde ein höllisches Feuer gemacht. Spanien stand in Flammen.' Der Antiklerikalismus, das legitime Kind des allmächtigen Katholizisnuw in Spanien, der nach Verweltlichung strebende Geist des revolutionären Bürgertums und Proletariats, sah in den Klostern Symbole der aus Unterdrückung beruhenden.Ordnung". Der Mensch entdeckte wieder ein Stück seiner selbst— und das kann immer nur auf Kosten der Götter geschehen. Aber die spanische bürgerliche Revolution war noch kurzlebiger al« die bürgerlichen Revolutionen eS ohnehin sind. Ihr Pathos verflog rasch, Halbheiten, Feigheiten und Schwächen zeigten sich viel früher als in den vergangenen bürgerlichen Revolutionen, und schon nach drei Jahren war das Feuer erlöschen— das der Herzen und das der Klöster. Mit einer großen Mehrheit ging die katholische BolkSaktion aus den Wahlen hervor. Der Höhepunkt der Revolution war erschreckend schnell erreicht, ein jäher Umschlag erfolgte, und nun ist daS Land in einen schrecklichen Katzenjammer verfallen. Ungeheurer Wandlungen sind die Massen in bewegten Tagen fähig, der phantastisch schnelle Wechsel der Szenerie hält uns in atemloser Spannung. In Jahren läuft vor uns ein Kampf ab, der früher mehrere Jahrzehnte währte. War die französische Revolution wegen ihrer Gründlichkeit die klassisch« politische Revolution des revolutionären Bürgertums, so ist die spanische Revolution klassisch in dem Sinne, daß sie ganz klar erkennen läßt, warum die bürgerlichen Revolutionen in unserer Gegenwart in der Gründlichkeit zugleich ihren Untergang erblicken, und in Halbheiten steckenbleibend, anderen Kräften di« Führung überlassen müssen. Das Bürgertum sieht sich von vielen Seiten her bedroht, von der jungen Arbeiterschaft, von entscheidenden Teilen der Armee, von der radikalen Intelligenz, die bestrebt ist, ihre Vision von der neuen bürgerlichen Welt radikal zu verwirklichen, und nicht zuletzt von den stärkeren Wirtschaftskräften der Well. Die heutigen verspäteten bürgerlichen Revolutionen vollziehen sich aus all diesen noch näher zu erörternden Gründen sehr viel anders als die früheren. Schon Deutschland beschritt andere Wege als Frankreich und England zuvor. Marx und Engels glaubten seinerzeit sogar, daß daS deutsche Bürgertum überhaupt nicht in der Lag« sein werde, seine eigene Revolution zu machen, und daß dies nur die Aufgabe der Arbeiterklasse sein könne. Die bürgerliche Revolution vollzog sich in Deutschland trotzdem, aber in der Weise, daß das Bürgertum allmählich in seinen Staat hineinwuchs und seine Interessen nur schrittweise durchsetzte. Allerdings ist das deutsche Bürgertum bis auf den heutigen Tag nicht von den Resten des Feudalismus befreit, was eine der Hauptursachen des nationalsozialistischen Sieges ist. AuS seiner Lage heraus war es aber gezwungen, mit den alten Mächten zu paktieren. Seine geringe revolutionäre Durchschlagskraft hat andererseits die Folg« gehabt, daß der preußische Militarismus neben dem Bürgertum stets eine bedeutende Macht war. die von jenem nicht immer wohltuend ge- spü-t wurde. Es ist nun ungeheuer interessant, daß sich heute in Spanien in mancher Hinsicht verblüffend ähnliche Dinge abspielen. Die Armee beginnt mehr und mehr auch in Spanien die Rolle eines Staates im Staate zu spielen.,Solange das Bürgertum aber revolutionär kämpfte, stand an der Sp'tze des Kampfes das Proletariat, das sich jedoch nickst mit den bürgerlichen Zielen begnügen konnte; darum wurde der Block von Sozialisten und Republikanern überraschend schnell gesprengt. Der größte Teil des Bürgertums ging mit dem Katholizismus, paktierte mit dem Feudalismus und den alten Mächten, um dem Ansturm derjenigen ge-c wachsen zu sein, die den revolutionären Prinzipien treugeblieben waren. JerrouS, seit 40 Jahren Borkämpfer der bürgerlichen Revolution, von HauS aus antiklerikal» Führer der größten bürgerlichen Partei, geht mit Gil Nobles, dem Führer der Katholiken, ja, selbst mit Monarchisten» verzichtet auf entscheidende Prinzipien und entschließt sich gegen die in Opposition verharrende linke Gruppe deS Bürgertums, in erster Linse von der Intelligenz um A z a ü a, dem ehemaligen Ministerpräsidenten geführt, vorzugehen. Diese linken Republikaner waren mit den Sozialisten verbündet. Kein Zufall, daß sie so radikal waren: sie haben sich an der Literatur des aufstrebenden Bürgertums Deutschlands und Frankreichs berauscht, sie haben sich dieselbe Harmonie ersehnt, wie einst die anderen— und wurden noch bitterer enttäuscht. Der Staat wurde so ganz anders als sie dachten, schon im dritten Jahr der Republik war diese—■ selbst diese noch!— tödlich bedroht. Bürger nehmen Kurs auf Reaktion! Warum? Nun, ein großer Teil des spanischen Bürgertums, das nicht von der Literatur der anderen, sondern in erster Linie durch sein soziales und ökonomisches Bedürfnis in die Reihen der Gegner der alten Mächte getrieben wurde, und ökonomisch verwurzelt war, hat die Wirklichkeit bester gekannt als die Intelligenz. Die wirklichen Unternehmer hatten mehr zu verlieren als die Intelligenz, und sie waren vielfach auch schon eng mit alten Mächten verbunden. Die Intelligenz klagt die Gruppe Ler- roux, klagt also den größten Teil des spanischen Bürgertums an, weil dieses mit den alten Mächten pakttert und»die Revolution feige verrät". Sympathisch diese Töne! Aber klüger sind dennoch die anderen! Hat die deutsche Intelligenz, einschließlich Marx und Engels damals nicht ähnlich gesprochen? Ist eS nicht noch heut« die Auf- faffung des Sozialismus, daß die deutsch? Bourgeoisie feige war und darum nicht ihre Revolution zu Ende führte? Doch in Wirklichkeit erheischte das ihr wohlverstandenes Klaffenintereste. Bebtl sagte einmal, was muß ich für eine Dummheit gemacht haben, wenn mich meine Gegirer so loben! Drehen wir das um: was für eine Klugheit muß daß deutsche Bürgertum begangen haben, wtnU wir heute darüber entsetzt sind! Ehe wir in detaillierte Betrachtungen eintreten, stellen wir zum befferen Verständnis zunächst ganz grob folgende Thesen auf: 1. In Spanien vollzieht sich die bürgerliche Revolution. 2. Sie vollzieht sich auf einer sehr hohen Stufe der kapitalistischen Entwicklung und ist daher schon in ihren Anfängen halb und schwächlich. 3. Die bürgerlichen Kräfte fürchten die Bundesgenoffen links von sich, und sind sehr schnell gezwungen, auf die alten Kräfte zurückzugreifen, deren Ueberwindung zugleich ihr Bestreben ist.■ 4. Während z. B. das Bürgertum in Frankreich aus eigenen Kräften eine neue Armee zu entwickeln in der Lage war, ist das spanische Bürgertum nicht nur unfähig dazu, sondern muß obendrein noch die bestehende Armee der alten Gesellschaft zu Hilfe rufen und dafür freilich eine Pro- i Vision in Gestalt wichttger Programmpunkte zahlen. ö. Wenn Ärch im nationalen Maße sehr schwach und rückständig, so ist das Proletariat lokal jedoch ein bedeutender Faktor.(Asturien, Katalonien usw.) und teilweise sehr modern organisiert. (Durch die Produktionsform.) Im revolutionären Kampf des Bürgertums ist«S einerseits eine unentbehrliche Kraft, andererseits aber auch der Widerspruch zum Bürgertum und als solcher von eigener Gesetzmäßigkeit. 6. Dadurch, daß ein großer Teil der spanischen Industrie in ausländischen Händen liegt, ent- Prag. Die Schwurgerichtsverhandlung vom Freitag—«S ist die letzte dieser Schwurgerichtsperiode— betraf einen besonders tragischen Fall. Angeklagt war der 21jährige Drechsler Karl F. aus Dubi bei Kladno und die Anklage beschuldigt den jugendlichen Angeklagten, den eigenen Vater g e t.ö t e t zu haben» Auch die Anklage unterstellt aber dem Angeklagten kein« Mürdabsicht, sondern lautet nur auf das Verbrechen deS Totschlages. Der Angeklagte Karl tz. ist der Sohn de» Schlossers Anton F., der in den Kladnoer Betrieben der Poldjhütte angestellt war. Die Familie zählt« sechs Personen und das Familienleben wäre ganz geordnet gewesen, wenn nicht der Vater sich allwöchentlich betrunken hätte, „Ich hab« meinen Vater lieb gehabt, aber wenn er sich betrank, dann kannte er fich sticht., ,* Diese unter aufrichtigen Tränen abgegebene Erklärung des, Angeklagten bietet den Schlüssel zu diesem traurigen Fall. Das Beweisverfahren ergänzte das Bild. Der Vater verwandelte sich in angetrunkenem Zustand wirllich in, einen gefährlichen Menschen. In dieser Verfassung provozierte er Streitigkeiten, mißhandelte und bedrohte seine Frau und seine Kinder und e» war nicht ratsam, ihm zu solchen Zeiten zu begegnen. Unter diesem Gesichtspunkt ist auch die Tra« gödi« zu beurteilen, die sich am 6. Jänner d. I. in der'Familie abspielte. Der Angeklagte kam von seiner Aicheitsschicht um 10 Uhr ahendS nach Haus?. Sein Vater., der in- der Frühschicht arbeitete, hatte den Nachmittag über stark getrunken und befand sich in der bekannten gefährlichen Verfastung. Als der Sohn heimkehrie, saß er beim Radio, das er trotz der späten Stunde laut ertönen ließ. Der Angeklagte machte den Vater aufmerksam, daß die Nachbarn sich durch die laute Rundfunkmusik gestört fühlen würden. DieS war auch schon das Signal zu einem heftigen Streit, der alsbald in maßloser Weise ausartete. Der-Väter schleuderte zu erst| Kreditanstalt der Deutschen r. g. m. b. H., Prag. Durchführung aller - Geldgeschäfte. Verwaltungs-Kapital 800 Millionen Ai. Haftungs-Kapital 80 Millionen K6. 81 Rirderlaffungeu. spricht die Reife der spanischen Industrie nicht der Stärke des spanischen Bürgertums, Wohl aber der des spanischen Proletariats. 7. Weder die Diktatur Primo de Riveras war fascistisch, noch ist es das gegenwärtige Regime. Solcherlei Reaktionen haben sich— wenn auch in anderen Formen— nach allen bürgerlichen Revolutionen abgespielt. Der FascismuS wäre dann so alt wie die Reaktionen schlechthin sind und also nichts Neues. (Weitere Artikel folgen.) F. War. einen Sestel und dann den Radioapparat gegen seinen Sohn, doch gelang eS der Mutter, die sich zwischen' die beiden warf, vorerst der Auseinandersetzung ein Ende zu machen, da der Sohn auf ihre flehentlichen Bitten dar Haus verließ und bei Nachbarn ein Nachtlager suchte, um dem tobenden Vater nicht in den Weg zu laufen» Eine böse Fügung führte gl«ichwohl die Katastrophe herbei. Der Sohn hatte Hunger und benützte einen Augenblick, als sein' Vater sich auf den Hof begab, um sich sein Abendessen zu holen. Gerade als er sich eine Scheibe Brot abgeschnitten hatte, hörte er den Vater zurückkommen. Er steckte instinktiv alles ein, was er in den Händen hielt: ?ine Portion Hackfleisch, da- Stück Brot und— das Brotmesser. Als der Vater nach, seiner Rückkehr den Angeklagten erblickte, kam es zu einem neuen schweren Auftritt. Der Sohn wollte sich zurückziehen, der Baier folgte ihm und die Auseinandersetzung setzte sich im Hofe fort. Der Nachbar I i r o t k a wollte begütigend eingreifen,«wer da war das Unheil schon unabwendbar. Der angetrunkene Vater packte den Angeklagten im Genick und drückte ihm das Gesicht gegen den Drahtzaun, der den Hof einfriedet. Der Angeklagte wehrte sich und hieb blind um sich. In der Hand hielt er das Brotmesser. Der Nachbar Jirotka bekam dabei Stiche in den Schenkel ab, der Vater des Angeklagten aber wurde durch vier Stiche in Brust und Unterleib so schwer verletzt, daß er in kurzer Zeit verblutet«. Der Angeklagte machte den besten Eindruck und sämtliche Zeugen, einschließlich d«S verwundeten Nachbars, sagten entlastend aus. Entlastend lautete auch die Aussage der Mutter deS Angeklagten, die bestätigte, daß sie von ihrem Gatten, wenn ex betrunken war, regelmäßig mißhandelt wurde. Die Geschworenen verneinten die Schuldfragen auf Totschlag und leichte Körperverletzung(am Nachbar Jirotta): mit elf bzw- zehn Stimmen. Der Vorsitzende OGR. No sek verkündete hierauf den F r e i s p»r u ch. rb. Opfer des Attkohols De« Ortranfenen Datee in DvweHe eeftosHen Seite Ballös Bon HermannWendel. Bor fünfzig Jahren, am 14. Feber 1885 starb, noch nicht dreiundfünfzigjährig, Jules Balles. Seine Beisetzung, zwei Tage später, wurde zur ersten gewaltigen Heerschau des revo- luttonären Paris seit Niederschlagung der Kommune. Zehntausende von Arbeitern schritten hinter entfalteten roten Fahnen im Zuge, Hunderttausend säumten die Straßen zum Friedhof Ptzre Lachaise. Dem Sarge folgten, soweit sie noch unter den Lebenden weiften, fast alle Mitglieder der Kommune von 1871, darunter der Voltssänger I. B. Element, Jean Longuet, Schwiegersohn von Marx, Eugine Pottier, der Dichter der.Internationale", Edouard V a i I» laut und Jules G u e s d e, auch Henri R o ch e- fort, Clemenceau sind viele andere. Aber daß eine Delegation in Paris wohnender deutscher Sozialisten mit einem Riesenkranz aus roten Immortellen in den Reihen marschierte, erbitterte die Chauvinisten der»Patriotenliga"; da sie zu verschiedenen Malen den.deutschen" Kranz den Trägern mit Gewalt zu entreißen suchten, setzte es in der Abwehr Hiebe und blutige Köpfe, und um ein Haar wäre die Straßenschlacht entbrannt. Dieses turbulente Begräbnis entsprach dem stürmischen Leben dessen, der am ll, Juni 1832 in Puy-en-Velay zur Welt kain, denn von den allerersten Jahren in der Wiege und am mütterlichen Schürzenband abgesehen, war eS eine einzige Revolte. Nach Beendigung seiner Gymnasialstudien nahm der ungebärdige Auvergnate zwar mehrfach einen Anlauf zu einer bürgerlichen Existenz; er war nacheinander Hilfslehrer in Caen. Gemeindesekretär in Paris, glänzend hono- rierter Wochenplauderer eines Boulevardblattes, aber er verstgnd«s nicht, sich einer Gesellschaft anzupaffen, die er verachtete; er lag immer wieder gleich auf der Straße, und der einzige Beruf, dem er zeitlebens treu blieb, war: Insurgent. Er rebellierte jederzeit. Er rebellierte als Kind gegen di« Zucht der Familie, als Schüler gegen den Stumpfsinn des Unterrichts, als Student gegen den Staatsstreich Louis Bonapartes, als Republikaner gegen das Zweite Kaiserreich, ab» Bohemien gegen die satte Tugend und zahlungsfähige Moral, als Künstler gegen die erstarrte Ueberlieferung, als Kommunekämpfer gegen die.Ordnung" von B?r- sailles, als Flüchtling und Emigrant gegen Gott und die Welt. Diese Revolte war bei ihm individuell bedingt, weil er unter der Tyrannei der El, tern, der Lehrer, der Spießer, der Reichen gelitten hatte, schqxfte sich sein Blick für die Leiden der anderen, und weil er von seinen dörflichen Altvordern her heißes, unverwäfferteS Bauernblut in den Adern hatte, lehnte er sich gegen die Despotie der Gesellschaft auf. Mit Recht durfte er unter sein Photo die bitteren Verse schreiben: Jawohl, da» ist das Groll- und Gramgesicht, Das sie erschreckt: Salon und Stutzerwelt, Doch wenn das Boll die alten Ketten bricht, Vielleicht der Straße gut gefällt. Des armen Teufels Freund war ich seit je. Der Dunkel kennt und Frost und Hungerwachen. Wie war'» nur möglich, dieses mein Porttät Mit Sonnenlicht zu machen! Das Herz dessen, der In den langen Jahren des Kunstzigeunertums- das harte Brot des Elends hatte brechen müssen, hing leidenschaftlich an allen Unterdrückten, allen Getretenen, allen Zaungästen bei den prunkenden Gastmählern des Lebens, und von der Tiefe und Echtheit seiner Sehnsucht, es der Welt einmal mit Flintenschüssen zu sagen, wie miserabel gefügt sie sei, zeugte seine Teilnahme an d?r Kommuneregierung, derentwegen ihm die Kriegsgerichte ein Todesurteil in die Verbannung nach London nachsandten. Er nannte sich Sozialist, und war eS in seiner Art, als Freischärler, mit dem Widerwillen gegen daS Marschieren in Reih' und Glied und ohne die Ahnung einer Theorie. »Er legte sich nicht Rechenschaft ab", sagte Alexandre Zövaös in seiner kleinen packenden Studie über VallöS,.daß der Staats gegen den er seine Donnerkeile schleuderte, die Politik und die Moral, die er mit seinen Schmähungen brandmarkte, ein Klaffenstaat, eine Kläffenpolitik und«ine Klassenmoral waren und das natürliche Ergebnis einer bestimmten Wirtschaftsordnung darstellten". Zur Not begeisterte er sich für Proudhon, den Ideologen des rebellischen Kleinbürgertums, und für B l a n q u i, den ewigen Verschwörer und Putschisten. Aber da derart sein Sozialismus als reine Temperamentssache einigermaßen in der Luft hing, konnte eS nicht au-Sbleiben, daß Valles sich manchmal an Paradoxen berauschte und in Purzelbäumen überschlug. Sein Haß gegen die Ueberlieferung stürzte nicht nur die Götzen, sondern auch die Götter von ihren Altären. Er predigte Auflehnung.gegen jede Aristokratie, selbst gegen die des Genies". Homer? JnS Blindenheim mit ihm! Möllere? Ein Tepp! Robespierre und Saint-Just? Hanswurste der Demokratie! Nieder die Toten! Und falls bei der kommenden Abrechnung der Enterbten mit den lachenden Erben alle Museen» alle Bibliotheken, alle Gymnasien in Flammen aufloderten, war eS nicht weiter schade drum. Während seines Londoner Exils vermied Ballis mit Bedacht eine Begegnung mit Karl Marx, für dessen Wesen, Wert und Werk er keinen Nerv hatte; er nannte ihn.verdächtig" und gab sogar die törichte Meinung derer wieder, die den Schöpfer des.Kapital" für einen verkappten Alldeutschen hielten. Aber ebensoweit schoß Friedrich Engels mit der Ungerechtigkeit überS Ziel hinaus, wenn er ValläS einen.elenden literarischen Phrasenmacher" schalt, der«aus Mangel an Talent unter die Aeußersten gegangen" sei,,»uni in Tendenz zu machen und damit seine schlechten Belletristereien an den Mann zu bringen". Denn trotz seiner Schrullen, die manchmal nur auf die Verblüffung des Pfahlbürgers abzielten, war Valles ein ganzer Kerl, mit dem Herzen auf dem' rechten Flech, und ein Meister des geschriebenen Worts. Sein Stil ist voll Wucht und Schmiß, voll Farbe und Bewegung, seine Darstellungsart naturalistisch, ehe es einen Naturalismus, impressionistisch, ehe es einen Impressionismus gab.»D i e Refraktäre" heißt seine berühmteste Skizzensammlung; Refraktäre waren in den Kriegen des ersten Napoleoy die Bauernburschen, dje sich, um der Aushebung zu entgehn, in die Wälder schlugen; Valles schildert die Refraktäre der Großstadt, die Außenseiter der Gesellschaft, die Deklassierten der Bohöme, deren trotziges und verzweifeltes Leben er selbst geführt hatte. Sein Unsterblichstes aber gab er in dem dreibändigen Entwicklungsroman»Jacques BingtraS", der mit einer Eindringlichkeit Und Anschaulichkeit sondergleichen die Etappen seines eigenen Erdenganges in Wahrheit und Dichtung festhält; der erste Band umfaßt das Martyrium der Kindheit und Jugend im Elternhaus, der zweite die Jahre auf dem Pariser Pflaster in Süß und Sauer, der dritte die Kommune,»die große Konföderation der Leiden", die er ersehnt und erwartet hatte»seü der ersten Grausamkeit des Vaters, seit der ersten Ohrfeige des Paukers, feit dem ersten Tage ohne Brot und der ersten Nacht ohne Obdach". Aber wo immer Valles sein« revoluttonäre Löwenmähne schüttelte, ob am Redaktionspult des »Cri du Peuple", ob. auf der Rednertribüne der Vplksversammlung in jeden der Sätze, die er sprach, in jede der Zeilen, die er schrieb, floß sein heißes, rotes Herzblut. Für das ganze Wirken dessen, der keine Unterwerfung, keine Anpassung, kein Zugeständnis kannte, gilt das Bekenntnis seines Aufrufs zu den Kammerwahlen von 1860:»Ich war immer der ANwqlt der Armen, ich treten als der Kandidat der Arbeit auf, ich werde der Abgeordnete des Elends sein". Damals stimmten von fast 40.000 Wählern noch nicht 800 für ihn, aber am Tage seiner Beisetzung stattete daS arbeitende, das revolutionäre Paris Jules Ballis seinen Dank dafür ab, daß er stets sonder Zagen»auf der richtigen Sette der Barrikade".gestanden hatte. Seite 6 „Sozialdemokrat" Samstag, 2. Feder 1935. Rr. 52 PRAGER ZEITUNG Blockierte Haltestellen Man schreibt uns: Weshalb ist es den K r a f t« wagen gestattet, in schnellem und schnellstem Tempo an den Haltestellen der Straßenbahnen auch dann vorüberzufahren, wenn die Fahr- gäste in die Bahnen einsteigen? Nicht all« Wartenden stehen bereits auf den Verkehrsinseln, viele Passanten, die, vom Gehsteig her, die Bahn noch im letzten Augenblick zu erreichen versuchen, gelangen nicht zum Ziel, weil ihnen die rücksichtslos durchfahrenden Autos den Weg versperren. Wäre die in zahlreichen europäischen Hauptstädten geltende Regelung, nach der die Autos an den Haltestellen solange halten oder Schritt fahren muffen, bis die Bahnen ihr Publikum ausgenommen haben, nicht auch für Prag wünschenswert? Zur Erhöhung der Verkehrssicherheit würde diese Regelung jedenfalls ix hohem Maste beitragen. Zum 85. Geburtstage des Präsidenten Masarhk wird auf dem ersten Burghof am 6. März von 15 bis 16 Uhr ein Konzert der Militär-Musikschul« stattfinden. Auf dem Wenzelsplatz auf der Museumsrampe wird die Musikkapelle des Infanterie-Regimentes Mr. 28 und auf dem Altstädter Ring die Musikkapelle des Infanterie-Regimentes Nr. 5 kon- zertieren. Am 7. März findet von 15 bis 16 Uhr auf dem ersten Burghof ein Konzert der Musikkapelle des Infanterie-Regimentes Nr. 5 statt, auf dem Wenzelsplatz auf dem Rampe des Nationalmuseums wird die Musikkapelle des Infanterie-Regimentes Nr. 28 und auf dem Altstädter Ring di« Militär- Musikschule spielen. Glückwünsche für den Prästdrnten der Republik. In den Tagen vom 5. bis 6. März von 8 bis 13 Uhr und von 14 bis 18 Uhr werden im neuen Entreesaal auf der Prager Burger Regiebeitrag ist mit etwa zwei Kronen für eine Stunde festgesetzt. Genoffen, die an einer Auffrischung ihrer Kenntnisse der deutschen Grammatik Interesse haben, wollen sich zwecks Besprechung und Festlegung der Stunden beim genannten Verein melden. Mitteilungen aus dem Publikum. Kampf gegen die Grippe! Bester Grippeschutz durch gründliche Desinfektion der Mund- und Nasenhöhle, der Kehle, sowie aller Atmungsorgane durch Mentholftanzbranntwein Alpa. Gurgeln Sie und spülen Sie den Mund mit verdünntem Alpa. Einige Tropfen genügen für«in Wafferglas. Das Einatmen des unverdünntste Alpa.wirft«^gezeichnete Zerstäuben Sie Alpa m WoHn- und 8eseöschafts- räumen. Hiedurch gründliche Luftdesinfektion. Kunst und Wissen Zehnte Arbeitervorstellung Sonntag, den 17. März, um halb 3 Uhr nachmittags Die Zeiten sind schwer! Schauspiel, in vier Akten von Edouard Bourdet.— Der allgemeine V o r v e r k a u f beginnt Dienstag, den 5. März, bei Optiker Deutsch, Graben. Koruna, Telefon 25920. Wochenspielplan der Kleinen Bühne. Samstag halb 8: Ein T e u f e l s m ä d e l, Erstaufführung.— Sonntag 2: Nacht vor demUlti- m o, halb 6. S a s ch a Leontiew mit seinem Bewegungschor, 8: Gastspiel Maria Andergast: Teufelsmädel.— Montag 8: Teufels- m ä del.— Dienstag 8:Teufelsmädel. Mittwoch 8: Teuf elsmäd el.— Mittwoch 8 Uhr: Teuf e lsmädel.— Donnerstag 8: Teufkrsmädel.— Freitag 8: Teufels» m ä d e l, Kulturverbandsfreunde und freier Verkauf.— Samstag halb 8: M ä d ch e n für Alles, Erstaufführung.• Franziska Gäal als Junge in„Eva oder Peter?" Spart• Spiel• Körperpflege Reinigung im englischen Eishockey. Im englischen Eishockey-Verband ist man wahrscheinlich daraufgekommen, daß es mit dem Amateuris- m u s in dieser Sportart nicht weit her sei. Die diesbezüglichen, Untersuchungen haben bereits zum Ausschluß eines Spielers der Richmond Hawks geführt und bei anderen Klubs wird es Wohl zu gleichen Maßnahmen kommen. In Verbandskreisen ist" man nicht gewillt, eine Umgehung der Amareür- regeln zu dulden. j— Bei uns in der Tschechoslowa- kei- ist man in bezug der.Amateurfrage" nicht so zimperlich.,. Der„Retter". Bei einer Prager Dersmmn- lung der bürgerlichen Fußballfchiedsrichter trug ei« „Herr vom Vorstand" auf seinem Rock das Abzeichen der DTJ, welches es jedoch vor Beginn abnahm und auf der Galerie des Lokales hinterlegte ... und dadurch den bürgerlichen unpolitischen Sport rettete... „Amateur"'Fußball auf der Nazi-Olympiade. In Oslo tagt derzeit.das Internationale Olympische Comitt(IOC)',' das u. a. die Abhaltung eines Fußballturniers«uf der Berliner Nazi-Olympiade bewilligte unter der Bedingung, daß daran nur reine Amateure, welche'weder Lohn- noch sonstige geldliche Entschädigungen erhalten, teilnehmen dürfen. — Solche Spieler muß sich das IOC in der ganzen Welt am hellem Mittag mit der Laterne suchen... Winnipeg Monarchs trugen in London ein Spiel gegen Streatham aus, das sie hoch mit 13:4 gewannen. Der Boxkampf Warschau—Berlin endete, trotzdem die Berliner ihr bestes Team aufgestellt hatten, mit 9:7 für Warschau. Bei den Polen waren nämlich auch zwei jüdische Boxer(Makkabi) mit von der Partte, die gerade die besten Arier schlugen. Ob das das Dritte Reich wird verschmerzen können? Ans der Partei Ausweis für de« Monat Feber (Die erste Zahl bedeutet Parteifonds, die eingeklammerte Wahlfonds:) Bodenbach 5600(1400) K5, Brünn 1470(280), Karlsbad 3200(800), Lands- kr o n 400(100), Pilsen- Bu dw ei s 1000 (250), Prag 327(80), Pr eßdurg 179(36), Sternberg 1374(340), Teplitz-Saaz 3950(900), Trautenau 2800(700), Troppa u 2600(650) Kö. Fest-Akademie am 6. April 1935, 8 Uhr abends, großer Radiosaal Gymnastik, Turnen, Gesang, Orchester• Nachher Tana Vereinsnadiriditcn Allgemeiner Angestellten- Verband Prag II. AmtSstunden Mittwoch von 6 bis 8 Uhr Närodni 4, 3. Stock.„Die Gewerkschaft im Wandel der Zeit" Vorttag Zent. Scht. Macoun am Mittwoch, dem 6. März abends, in der Mitgliederversammlung. Großer Saal. Perstyner Gewerkschaftshaus. Gäste mit Ausweis ihrer Organisatton willkommen. Ortsgruppe Prag. Sonntag, den 3. März, Zusammenkunft um 9 Uhr bei der Endstation der Siebener, nach Podbaba, Suchdol, Levy, Hradec, Zä- lov, Roztoky, Troja. Führt Winternitz. SPD-Flüchtlinge Prag. Dienstag, den 3. März, 19.30 Uhr Zusammenkunft im großen Saal des Gewerkschaftshauses(Odborovy düm) Prag II, na Perstyn 11, aus Anlaß des 85jährigen Geburtstages des Herrn Präsidenten der Tschechoslowakischen Republik Thomas G. M a s a r h k, mit Vorttag des Generalsekretärs der Liga für Menschenrechte in der ESP, Michael Panek. Als Ausweis gilt der Evidenzbogen. Ueoer das Stattfinden der nächsten Versammlung erfolgt rechtzeitig an diefer Stelle eine Mitteilung. Rat und Belehrung finden unsere Gemeindevertreter in reichem Matze in der „Freien Gemeinde“ Redaktion und Verwaltung. Prag XII.. Fochova 62/V. Gastspiel FranceSco Battaglia vom Teatro Reale di Roma als Manrico im„Troubadour" Freitag, den 8. März. Verdi-Zyklus VII.(D 2) ZyklUs- Abonnement. Preise: Kö 6.— bis 64.— Weihnachtsabonnement gültig. Festvorstellung anläßlich des Geburtsfestes deS Herrn Präsidenten der Republik. Donnerstag„Je- nufa". Dirigent: Szell.(CI). Wochenspielplan des Reue» Deutschen Theaters. Samstag halb 8: D i e Jüdin, neuinszeniert, D 2. — Sonntag halb 3: G i u d i t t a, halb 8: Eine Frau lügt, Erstaufführung, A 2.— Montag 8: Arien- urch Liederabend Joseph S ch m i d t, Abonnement aufgehoben.—Dienstag halb 8: Rigo- lett o, A 2.— Mittwoch halb 8: I ü d i n, B 1. ■— Donnerstag halb 8: I e n u f a, Festvorstellung C 1.— Freitag halb 8: Der Troubadour, Gastspiel Francesko P a t t a a l i a, Verdizhklus, D 2.—- Samstag halb 8: Eine Frau lügt, El.— Abonnements- Bestellschein. Abonniere ab-.-...>. 1935 das täglich erscheinende Zenttalorgan der deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei „Goäial&emotrat" Verwaltung Prag XU., Fochova tt. 62, zum Preise von 16 Kä monatlich, und sende diesen Bettag nach Erhalt deS Erlagscheines ein. Name: Genaue Adresse:, Letzte Post:...•.■•,,,■•■> Unterschrift:. Vagabundierende Jugend in Amerika Die Weltwirtschaftskrise hat in Amerika auf allen Lebensgebieten die schwersten Folgen nach sich gezogen. Besonders schlimm ist es jedoch, daß die Jugend durch die Depression aus dem Gleise einer ruhigen Entwicklung geschleudert wurde. Man hat errechnet, daß im Jahre 1933 200.000 bis 500.000 B a g a b u n di e r e n d e im Alter von 14 bis 20 Jahren durchs Land zogen. Obwohl jetzt einige öffentliche Arbeitslager eingerichtet wurden, ist doch kaum eine wesentliche Besserung feftzustellen. Auf unserem Bild sieht man ein Ruhequartier vagabundierender Jugend in Amerika. Das Elend und die Verwahrlosung dieser Jugendlichen macht der amerikanischen Regierung große Sorgen. Gozialdemokruttsche Frauenorganifatio«, Prag Montag, den 4. März, abends 8 Uhr, im Hotel„Monopol" Frauen-Aberrd mit Vorttag des Gen. Dr. Robert Wiener: „Die Politische Entscheidung der Frau" Das Bezirksfraueukomitee. Literatur Die Aufgaben der deutschen Schulaufsicht werden in der eben erschienenen Folge 2 der„Neuen Erziehung" mit sehr offenen Worten umschrieben. Das Ziel ist, mitzuhelfen, unsere Schule als eine Stätte fortschrittlicher und freiheitlicher Gesinnung zu erhalten und sie von der stupiden fascistischen Unterdrückung zu bewahren. Ein Brief aus Oestetteich schildert ausführlich das Leiden der Schule unter dem Klerikalismus und schließt mit den erschütternden Worten:„Mögen die ausländischen Lehrer am österreichischen Beispiel lernen, daß der Fascismus nicht vor völliger Zerstörung, der der humanisttschen Kultur zurückscheut und an die Stelle zerstörter Schulen und | vertriebener Lehrer im befferen Falle die Kaserne und den Feldwebel, im schlechteren den Kerker und den Henker setzt. Prof. Dr. Alfted Kleinberg beginnt eine tiefschürfende Studie über„Was ist Bildung?" Ueber die Stellung der verheirateten Frau im Lehrerberufe berichtet ein ausgezeichneter Beitrag. In der„Rundschau" werden eine ganze Reihe in- und ausländischer pädagogischer Ereigniffe besprochen, u. a. auch die Tagung des„Willmann- Bundes" in Leitmeritz. Die„Neue Erziehung" ist die beste und billigste sudetendeutsche Erziehungszeitschrift. Sie kostet jährlich 15 Xö. Bestellungen bei der Verwaltung, Auffig, Kleischer Straße 113/11. Neue Bücher. Im Laufe deS Frühjahrs 1935 erscheint im Querido-Verlag, Amsterdam, eine Reihe neuer Bücher: ein Gegenwattsroman von Alfred Döblin„Pardon wird nicht gegeben", der Roman eines jungen holländischen AutorsA. den Doolaard„Orient E x p r e ß", der das Thema der mazedonischen Freiheitskämpfe behandelt, die Erinnerungen Alfred Kerrs an seinen Freund„Walther Rathe- nau", Emil Ludwigs„Gespräche mit M a s a r y k", ein histottscher Roman von Heinrich Mann„Die Jugend des Königs Henri Quatre", ein Werk über„Ignatius von Loyal« von Ludwig Marcuse, ein Roman von Robert Neumann Aber das Leben des dänischen Diktators„S t r u e n s e e", ein histottscher Roman von Wilhelm Speyer aus der Zeit Napoleons„D e r Hofder schönen Mädchen", em sstoman vM Jakob Lasser* mann„M elusin e", der in sich abgeschlossen« dritte Teil des Grischa-Werkes von Arnold Zweig„Erziehung vor Verdun", ein Roman von Vicky Baum„Das große Einmal« i n s". Filme In Prager Lichtspielhäusern Atta:„Eine von Millionen". Tsch.— Alfa: „Menschen im Hotel". Greta Garbo. E.—• Avion:„Nana". Anna Sten. E.— Beranek:„Stürmische Jugend". Fr.— Fenix:„Cävalcade". Am.— Gaumont:„Eine von Millionen". Tsch.— Hollywood:„Die verkaufte Stimme". D.— Hvczda: „Eine von Millionen". Tsch.— Julis:„Nell Gwyn, das Königsliebchen". E.— Kinema, B.'Th.: Journale, Groteske, Reportage.— Kotva: Laurel und Hardy in der Groteske„Wir übersiedeln ein Klavier". E.— Lucerua: Laurel und Hardy in der Groteske„Wir übersiedeln ein Klavier". E.—• Metro:„Die ganze Welt lacht". Ruff.—• Olyinpic:„Hej rup!" Voskovec u. Werich.— Passage:„Eva oder Peter?" D.— Radio:„Stürmische Jugend". Fr.— Svötozor:„Eva oder Peter?" D.— Alma:„Polenblut". Tsch.— Bajral: „Die verloren: Patrouille". Am.— Belvedere: „Ein Sohn Indiens". E.— Favorit:„Polarjäger". — Illusion:„Stürmische Jugend". Fr.— Louvre: „D'e beiden Seehunde". D.— Sport'Smichov: „Auf Rosen gebettet". Tsch. Drehbänke, Fräsmaschinen, Horizontal-Bohr- und Fräswerke, Radialbohrmaschinen, Shaplns* und Hobelmaschinen sowie Universalspannfutter für höchste Leistung in modernster Ausführung erzeugt: Werkzeugmaschlnenfabrik Arno mauert Warnsdorf, CSR. M Musikakademiker-Maskenball Faschingdienstag, 5. März, 9Uhr,Lucerna K'.rtenvorverkauf tägl. 11-13 Uhr Deutsches Haus OPTIK u. FOTO DEUTSCH PNkopy Bezugsbedingungen: Bei Zustellung inS Haus oder bei Bezug durch die Post monatlich Ki 16.—. vierteljährig Kö 48.—, halbjährig Kd 96.—. ganzjährig KC 192.—.— Inserate werden laut Tattf billigst berechnet. Bei öfteren Einschaltungen Preisnachlaß.— Rückstellung von Manuskripten erfolgt nur bei Einsendung der Retourmatten.— Die Zeitungsfrankatur wurde von der Post» und Tele« graphendireüion mit Erlaß Nr. 13.800/VI1/1930 bewilligt.— Druckerei:„Orbis". Druck-. Verlags- und Zeitungs-Ä.-G.. Prag.