1ENTRALORGAN DER DEUTSCHEN SOZIALDEMOKRATISCHEN ARBEITERPARTEI IN DER TSCHECHOSLOWAKISCHEN REPUBLIK ERSCHEINT MIT AUSNAHME DES MONTAG TÄGLICH FRÜH. Redaktion und Verwaltung präg XH..FOCHOVA«r. Telefon 53077, HERAUSGEBER! SIEGFRIED TAUB. CHEFREDAKTEUR: WILHELM NIESSNER. VERANTWORTLICHBt REDAKTEUR: DR. EMIL STRAUSS, PRAG. Einzelpreis 70 Heller (eiiuchlieflllch 5 Heller Porto) 15. Jahrgang Donnerstag, 7. März 1935 Nr. 56 demokratische Präsident f Zu Thomas Masaryks 85. Geburtstag „Tie Demokratie Hal das Recht, sich srlbst und ihren Staat z« schützen." (Masaryk in den Gesprächen mit Emil Ludwig.) Das Fest des 85. Geburtstages des Präsidenten Masaryk wird von der demokratischen deutschen Bevölkerung im allgemeinen, von den deutschen Arbeitern im besonder», mit Freude Und Erhebung begangen. So kalt uns in der alten Monarchie Kaisergeburtstage gelassen haben, so sehr freuen wir uns, daß der Präsident, den wir gewählt haben, an seinem Festtage wieder körperlich gesund und geistig agil und lebhaft ist, so sehr freuen wir uns thm heute zu sagen, von welcher Liebe und Verehrung wir zu ihm er- füllt find. Die deutschen Sozialisten dieses Landes haben allen Grund mit dem erwählten Staatsoberhaupt zufrieden zu sein. Seit seinem Eintritt in das politische Leben ist Masaryk Demokrat und Freund der Arbeiterschaft gewesen und er ist sich darin treu geblieben in all "den groben Veränderungen und Unuvälzungen, die das politische Leben Europas seit einem Hal- ben Jahrhundert erfahren hat. Ihm kommt ein Teil des großen Verdienstes zu, wenn die tsche- chische Intelligenz, die er als Universitätslehrer erzogen hat, sozialen Fragen gegenüber größeres Verständnis bekundet als die deutsche, die ihre Weltanschauung aus der Pseudowissenschast des Ständetheoretikers Spann oder des Rassisten ' Günther schöpft. Masaryk ist in allen großen Kämpfen der Arbeiterschaft der alten Monarchie an ihrer Seite gestanden, er hat im Wahlrechts- kampf 1905 ebenso mutig seine Stimme erhoben wie beim Bergarbeiterstreik in Kladno 1900 oder in den Schlachten, welche wir gegen den Kleri- kalismus für die Freiheit des Geistes geschlagen haben. Masaryk gehört zu jenen großen Ideologen, welche über die Schrankender herrschenden Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung hinaus- s e h e n, die schwere Krise des Kapitalismus er- kennen und vom Kommen einer anderen Gesellschaftsordnung überzeugt sind. Als unmittelbar Nach dem Weltkriege das Problem der Sozialisierung aktuell wurde, hat Masaryk als Präsi- dent der Republik ausdrücklich erklärt, daß er kein Gegner der Sozialisierung sei und daß„der Krieg und die aus dem Kriege hervorgegangcne soziale Revolution... nirgends ein ungestörtes Weiterbestehen der sozialen Ordnung der Vorkriegszeit erlaüben" werden. Während in der Vorkriegszeit jeder deutsche Privatdozent sich mit Angriffen auf den wissenschaftlichen Sozialis- nius seine Sporen zu verdienen glaubte, hat zwar Masaryk die marxistische Lehre(und dies sachlich) kritisiert, aber den Sozialismus als Notwendigkeit erkannt. Nicht der dem deutschen Bürger- und Kleinbürgertum zur zweiten Natur gewordene kleinliche Haß gegen alles Sozialistische, sondern liefes Verstehen der sozialen Probleme unserer Zeit, der Not der Aermsten— das war für den Professor Masaryk ebenso charakteristisch wie für hen Präsidenten. Was wir Deutschen gerade jetzt vom Präsi- denten lernen können, ist nicht nur sein tiefes soziales Empfinden, sondern seine Wahrheitsliebe und sein Mut, seine„Zivil- wurage" wie Bismarck, diese schöne menschliche Eigenschaft genannt hat. Im Kampfe um die Königinhofer Handschrift, im Prozeß Hissner, in hon Schlachten um die Demokratisierung, der Monarchie, im Kampfe gegen Ächrenthal und hm Historiker Friedjung hat er ost um den Preis her eigenen Volkstümlichkeit die Wahrheit über all die taktischen Envkigungen von Kleingeistern gestellt und hat mit großem, selbst körperlichem Mut die Fahne der Wahrheit in seinen Händen gehalten, als sie ihm wütende Fanatiker zu entreißen drohten. Seine Wahrheitsliebe und sein Mut haben ihn auch davon abgehaften, je in seinem Leben ein Nationalist zu sein. Ebenso ftemd wie kleinbürgerliches Festhalten an gesellschaftlichen Zu- ständen bloß deshalb, weil sie ein paar Jahre existieren, ist ihm eine engstirnige Betrachtung des nationalen"Problems. Er ist stets ein güter Tscheche und dä tu M m e h r als ein Tscheche ge wese n. Schon in der Mittelschule Kat er außer seiner Mutter-' spräche und dem Deutschen, Französisch, Eng lisch, Polnisch und Russisch gekonnt, später hat er noch Italienisch gelernt. Von Anbeginn seiner Prager Wirksamkeit war es sein Bestreben, den Tschechen die Kenntnis der Philosophie, Soziologie Und Literatur der großen Kulturnationen zu vermitteln, er gehört zu jenen großen Söhnen seines Volkes, diedenTschechendieFen- ster nach Europa aufgerissen haben. Allen nationalistischen Phrasen hat er die posi- tive-Arböü für die Nation entgegengestelst und gegenüber dein altrömischen Grundsatz, es fei süß und ehrenvoll fiir das Vaterland zu leben, sagte er mit Havlikek, man müsse für Nation und Va- terlarid leben. Wie sein großer Landsmann Ko- menskh Und wie überhaupt alle wirklich großen Geister, wie Goethe und. Schiller, Beethoven und Wagner, Victor Hugo und Zola, Bebel und Jaures sieht Masaryk in der Allmenschlichkeit keinen Gegensatz zur Liebe zum eigenen Volke. Wie Jaures so schön gesagt hat, daß wenig Liebe zur Nation von der Jnternationalstät ablenke, viel Liebe zur Nation aber zur Fnternationalitöt führe, fo stammt von Masaryk das Wort:„Die Nation ist nicht außerhalb und neben der Menschlichkeit und deswegen tun wir. alles, das Gute und das Schlechte, das wir für die Nation tun, auch für die Menschheit." Die allmenschlichen Ideale, die im demokratischen Sozialismus blühen und gedeihen, waren und sind stets auch die seinen und in der Humanität hat er, der gern an die Tradition der böhmischen Brüder anknüpfte, geradezu den Sinn der tschechischen Geschichte gesehen. Was wir aber in den letzten Jahren an unserem Präsidenten so sehr geschätzt haben, war sein entschiedenes, durch nichts zu erschütterndes Bekenntnis zur Demokratie. Während sich rings um uns eine ihren Aufgaben und Idealen untreue Wissenschaft zur Begründung der Lrg- stm Barbarei mißbrauchen ließ, während der nationale Befreier Polens sich zum Dittator aufschwang und seine früheren Freunde in den Kerker schickte, ist Masaryk feiner demokratischmenschlichen Ueberzeugung treu geblieben— er hatte den Ehrgeiz, nicht nur der nationale Be- freier, sondern auch der politische Erzieher seines Volkes zu sein, er sollte keine Untertanen, sondern Mitbürger. Er war stets Demokrat, well er sein Volk reif machen wollte, sich selbst zu regieren. Das Revolutionäre der Demokratie besteht seiner Auffassung nach darin,„daß das Volk vorbereitet wird, die Zügel der Administration zu übernehmen". Er hat sich auch niemals mü der Demokratie als einer politischen Staatsform begnügt, sondern immer den A u s- bau der politischen zur wirtschaftlichen und sozialen Demokratie gefordert, ohne die ihm die Demokratie nicht„echt" erscheint. Auch die Demokratie bedeu- tet ihm Humanität, kulturelle und soziale Fort- entwicklung und eines der schönsten Worte, das je von der Demokratie gesagt wurde, stammt von Masaryk. daß sie nämlich diepolitische F o r m d e r M e n s ch l i ch k e i t sei. Wäh. rend die Diktatoren Europas jeden Augenblick nist dem Schwerte rasseln und in die Kriegstrom. Pete blasen, geht Masaryks, des großen Europäers Sehnen nach der Menschlichkeit, die ganze Blüte einer jahrhundertealten Kultur scheint in dem Weisen von LaNa zur Entfaltung gekommen zu sein. Aber Masaryks Realismus hat ihn nie dazu verleitet, ein Schwärmer zu werden, der den Boden unter den Füßen verliert und den Himmel voller Geigen sieht. Er hat es stets betont, daß man das Gute auch verteidigen müsse, wenn man es bewahren, und erhalten wolle. Die Entwicklung der letzten Jahre hat Masaryks Auffassung von einer starkenundwehrhaftenDe» mokratie bestätigt, einer Demokratie, welche ihre Segnungen nur denjenigen zuteil werden läßt, die sich zu ihr bekennen und ihre Freiheiten nur jenem gibt, der sie nicht Mißbraucht. In der kraftvollen Verteidigung der Demokratie wird Masaryk im tschechischen und deutschen sozialistischen Proletariat treue und tatbereite Bundesgenossen finden. Möge uns der Präsident noch lange Jahre erhalten bleiben, kamst wir an seiner Seite für den Frieden und die Menschlichkeit, fiir den sozialen und kulturellen Fortschritt und für eine Ordnung der Gesellschaft kämpfen, welche die Verwirklichung unserer gemeinsamen großen Ideale ist. Seit« L Donnerstag, 7. März 1938 Ur. M 1(6 Feierliches Bekenntnis der Nationalversammlung zu Masaryks Programm »•• Sinnes jedes Menschen, jedes Boltes und der ganzen Menschheit ist. Dnrch unsere Demokratie sind wir im Mittel- alter in die europäische Geschichte einartretm. durch unsere Demokratie sind wir im Moraenschein der Neuzeit zu neuem Lede» erstanden, durch unsere Demokratie Haden wir unsere Selbständia- keit erobert— in dieser nnS nreiaenen Demokratie, so wie wir sie in der tausendjährigen EntwiSluna unserer Geschichte sehen und wie wir ste im Alltagsleben anwcndcn, liegt die Garantie des (Eigenlebens, der Selbständigkeit, aber auch der Zukunft des Staates. Demokratie ist freilich kein Zeichen von Schwäche, kein Ebnes und kein böser Wille— Demokratie ist vor allem auch Ordnung und Selbstzucht und eine Diskussion über die Demokratie gibt und wird eS niemals mit jenen geben, für die die Demokratie nichts anderes ist als ein Werkzeug zu ihrer Vernichtung. Wir find überzeugt, daß wir fest und ohne Einbuße auch die heutige schwere Zeit der verschiedensten außenpolitischen Experimente überdauern werden. Weit entfernt, uns in fremde Verhältnisse zu mischen. Sohn einer Arbeiterfamilie gefeiert, der zu ganzen Generationen der akademischen Jugend sprach, der geistiger Lehrer und Organisator.feine- Volkes und schließlich mit 6f>‘ Kahren der Fahrer der ehrenvollsten Revolution wurde, die es je gegeben. Der Derr Präsident, heißt eS weiter, kann ver- sichert sein und weiß es selbst am besten, daß unsere Freiheit fest steht. Wir sind vorbereitet. Wir wollen von niemand»"! nichts, von dem unseren werden wir niemandem etwas aeben. Unser Staat war und bleibt daS Produkt eines jahrhundertelangen aeschicht» lichen Prozesses und beute ist er in seiner jetzigen Konstellation«ine europäische Notwendigkeit als verläßliche Brücke zwischen West und Ost und als Garant der Entwicklung zur Demokratie, zur Freiheit. zum Frieden und zur wirtschaftlichen Erneuerung ganz Mitteleuropas. Unser Prästdent ist ein großer demokratischer Lehrer nnd Führer, dem die Demokratie dir grundlegende Voraussetzung alles Denkens nnd< aller Arbeit, deS gesamten LrbenSprogrammrS und des Der Sitzungssaal des Abgeordnetenhauses wie des Senates waren festlich beleuchtet, die Büsten des Präsidenten, an der Stirn des Saales mit Blattgrün geschmückt. Da die Sitzungen gleich-' zeitig stattfanden, nahm der Ministerpräsident Malypetr mit einem Teil des Kabinetts an der Kundgebung im Abgeordnetenhaus teil, während sein Stellvertreter Bechyni mit fünf Mr» nistern die Regierung im Senat vertrat. Die Abgeordneten und Senatoren hatten sich fast vollzählig eingefunden. Nur die Kommunisten und auch die Leute Sttibrnhs blieben fern; di« Nationaldemokraten waren jedoch erschienen. * In den gleichlautenden Festreden der beiden Vorsitzenden, die von allen Anwesenden stehend angehört wurden, wird das Jubiläum des Präsidenten als Tatsache von historischer Bedeutung für Volks und Staat gewürdigt und Masaryk als der sind wir aber entschlossen, in jedem Augenblick unser eigenes Haus zu verteidigen, und glücklich, daß wir für uns selbst den Weg gefunden haben, der gut ist, in dem Bewußtsein, baß jede Diktatur Gewalt ist»ab immer nur für eine gewisse Zeit bestehen wird, daß aber die Demokratie der Freiheit und der Menschlichkeit für alle siegreich ist und siegreich bleiben wird immerdar. Die Nationalversammlung kann dem Präsidenten nicht besser den Dank aussprechen als dadurch, daß sie auf seinem bisherigen Wege fortfahren wird: die Angelegenheiten der Republik nach unseren Verhältnissen und Bedürfnissen zu regeln, ohne Nachahmung von fremden, für uns unmöglichen Beispielen, dem Volke Arbeit und Brot zu verschaffen, an der Erneuerung der Produktion zu arbeiten, den Frieden zu schützen und mit allen Mitteln den Staat vorgewaltsamen Umwälzungen zu schützen, die bei uns nur geschworene Gegner von Volk und Staat anstreben könnten. Wir sind unendlich glücklich. daß unsere Republik und unsere Demokratie die Zeit bis heute ohne wirtschaftliche Erschütterungen, soziale Katastrophen und Bürgerkriege überstanden hat, daß unser parlamentarisch-demokratisches, republikanisches Regime sich voll bewährt hat und damit auch die Solidarität aller unserer staatserhaltenden Parteien. stellten den Betrag von 800.000 Kt für die ständigen sozialen Maßnahmen zugunsten der Postangestellten. Der soziale Fürsorgefonds der Postangestellten spendete zur Unterstützung tatsächlich unbemittelter und bedürftiger Postangestellter de» Betrag von 100.000 Xö. Die Direktion der Landesbank hat 100.000 Kronen dem Fonds für Widmungen beim Ministerratspräsidium zur Verfügung gestellt., Eine Festsitzung hielt die Zentralsozialversicherungsanstalt ab, welche anläßlich des Geburtstages des Präsidenten ein großes Sanatorium für an Tuberkulose erkrankte Arbeiter in der Hohen Tatra errichten wird. DaS Sanatorium wird nach dem Präsidenten benannt werden; der Ban wird noch heuer beginnen. Der Vorstand der Zentralsozialversicherungsanstatt bewilligte ferner eine Million Kronen zur Erhöhnn» der Mittel des JutiläumSfondS zur Unterstütz««- bedürftiger Versicherter de.' Anstalt» welche keinen gesetzlichen Anspruch auf Leistungen der Jnvali- ditäts- und Altersversicherung haben. In zahlreichen Orten wurden bereitsEs wäre nicht nur billig, daß auch der andere Teil Schutz erhielte und daß die Bestimmungen über offene Fenster nicht einseitig für die Antihygienller Partei nehmen, sondern es wäre auch im höchsten Interesse der Volksgesundheit, daß Maximaltemperaturen von 14 bis 18 Grad festgesetzt und periodische Lüftungen angeordnet würden. Wenn weder die E i s e n b a h n Verwaltung noch die Gesundheitsbe- h ö r d e n in Bewegung zu, setzen sind, sei an das He er e s min i st er ru m appelllertldas doch ein Interesse an der Abhärtung der Bevölkerung haben müßte, denn die Herren Reisenden, die bei jedem Lufthauch wütend„'s zieht!" schreien und noch bei 25 Grad im Mantel dasitzen, werden schlechte Figuren in der Armeereserve abgebenl Masaryk-Erholungsheim des Einheitsverbandes der Privatangestellten. Die Verwaltungsorgane des Einheitsverbandes der Privatangestellten in Brünn und Prag haben beschlossen, zur Erinnerung an den 85. Geburtstag des Präsidenten der Republik T. G. Masaryk in Roznäu a. Radh. ein„Masaryk-Erholungsheim für Privatangestellte" zu erbauen. In den ausgedehnten Parkanlagen, die von der Stadtgememde RoZnau an- gekauft wurden, wird eine künstlerisch ausgefertigte Plakette an diesen Tag erinnern. Der verräterische Dialekt. Am Montag wurde in A u s s i g a. E. der 37jährige gefährliche Einbrecher Karl Frieser verhaftet, der in der Nacht einen Eisenbahner in dessen Wohnung ckngefallen hat. Der Eisenbahner konnte sich seiner ckber erwehren und erkannte auch den Täter an seinem Dialekt. Die Polizei forschte Frieser nach der Beschreibung aus und verhaftete ihn. Gin Flugzeug stürzt in ein Schulzimmer Madrid.(Tsch. P. B.) Ueber einer belebten Straße stürzte Mittwoch nachmittags ein mit zwei Mann besetztes sehr stef fliegendes Sportflugzeug ab. Es durchschlug das Dach eines Schulgebäudes und fiel in den Schulraum. Einer der Flieger wurde auf der Stelle getötet, sein Begleiter schwer verletzt. Von den Schulkindern liegt eines im Sterben. Die Lehrerin und zwölf weitere Kinder wurden schwer verletzt. Hitler als Bruder. Zu einer Londoner Blättermeldung, daß eine Schwester Adolf Hitlers in Wien als Nazisse verhaftet worden sei» meldet der Wiener Berichterstatter des„Daily Herald", daß diese Meldung unrichtig ist. Er fügt hinzu, daß eine Schwester des Erlösers, Paula Hitler, in einer sehr bescheidenen Wohnung in Wien lebt und von ihrem(millionenreichen) Bruder eine monatliche Unterstützung von ganzen 75— fünfundsiebzig— Mast erhält! Die andere Schwester, Frau Roubal, kochte früher in einem jüdischen Studentenheim in Wien und versieht jetzt die Hauswirtschaft in des Ob'erosafs Bergheim oberhalb Berchtesgaden. 36 Züge im Schnee stecken geblieben. Nach einer Moskauer Meldung aus Kursk herrsche» dort außerordentlich starke Schneestürme, die den gesamten Verkehr lahmgelegt haben. 36 Züge sind auf offener Strecke in den Schneewehen stecken geblieben. Die Reisenden sind sehr knapp mü Lebensmitteln versehen. Auf Veranlassung der Negierung sind zahlreiche Truppen aufgeboren worden, um den Eisenbahnverkehr wenigstens zu einem lleinen Teil auftechtzuerhalten und die Reisenden mit Lebensmitteln und Brennstoff zu versehen. Ziehung der Reichenberger Messelotterie. Gestern fand unter dem Vorsitze des Präsidiums der Reichenberger Messe im Beisein eines Finanzrates die öffentliche Ziehung der Reichenberger Messelotterie statt. Es gewann den Haupttreffer im Werte von 100.000 KL die Nummer 1087, 30.000 KL die Nummer 204.755, 10.000 KL die Nummer 201.429, 5000 KL die Nummer 126.038 und 3000 KL die Nummer 119.205. Die deutschen Musikstaatsprüfungen für de» Pürvatunterricht finden vom 29. April an im Gebäude der Deutschen Musikakademie, Prag II., Vla- diflavobä 23, statt. Anmeldeformulare gegen Einsendung der Einschreibegebühr von 20 KL erhältlich. Ende der Einreichungsfrist: 13. April 1935. Wahrscheinliches Wetter Donnerstag: Wechselnd bis vorwiegend bewölkt, stellenweise leichter Niederschlag, wärmer, im Karpathengebiet jedoch stellenweise noch ziemlich starker Nachtfrost.— Wetteraussichten für Freitag: Weitere Erwärmung. Vom Rundfunk iMpfeHMiwerlu aus den PrognannM Freitag: Prag, Sender L: 10.05: Deutsche Nachrichten, 10.45: Schulfunk, 11: Schallplatte», 12.15: Leichte Musik auf Schallplatten, 13.45: Unterhaltungsmusik, 16.45: Tschechischkurs für deutsche Hörer, 18.20: Deutsche Sendung: Landwirtschaft, 19.30: Bunte halbe Stünde, 18.45: Arbeit« rsendu»g: Aktuelle zehn Minuten, 18.55: Deutsche Presse. Sender S: 14.20: Schallplatten, 14.85: Volkslieder, 15: Deutsche Sendung: Für die Frau.— Brünn 12.10: Arbeitsmarkt und soziale Informa« ttonen, 12.35: Mittagskonzert des JazzorchesterS, 18.20: Deutsche Sendung: Sportbericht, 19.10: Schallplatten, 19.30: Militärkonzert.— Mährisch» Ostra« 18: Deutsche Sendung: Einakter-Abend.— Preßburg 19.10: Tanzmusik.— Kascha« 20: Militärkonzert.— Die gestrige deutsche Arbeitersendung am Prager Sender dürfte für viele eine Enttäuschung gewesen sein, da der angekündigte Vortrag des Genossen Ernst Paul über Koloman Walli sch entfiel. Er war von der Radiozensur nicht zugelaffen worden, obwohl er sich jeder politischen Stellungnahme enthielt. Aber die vielgerühmte „Neutralität" schei t eben selbst an der menschlichen Würdigung.'.nes Mannes, dessen Leben und Tod bereits der Geschichte angehört, nicht vorbeikommen zu können, obzwar man doch schon genügend durch jene„Neutralität" belehrt sein könnte, die vor allem der reichsdeutsche Rundfunk vflegt.— Zum Ersatz für den ausgefallenen Vortrag wurde ein Vortrag des Aussiger Genossen Tejessi über«Die Utopia des Thomas Morus" gelesen. ihrem Leben selbst ein Ende gesetzt, wenn Selbstmord nicht ein Privilegium der Menschen wäre. Mit diesem Vorrecht liebäugelte indessen Arabellas Herrin. Erstens, weil liebäugeln eine weibliche Lieblingsbeschäftigung ist, zweitens, drtttens usw., weil ein Hund, der seinen Glanz verliert, einen schlechten Schimmer auf seine Herrin werfe, weil ein nichtglänzender Hund schwer krank sein und bald sterben müsse, und weil sie daran schuld sei, weil sie seine Pflege, seine Ernährung oder sonst irgend etwas versäumt haben müsse, und weil kein Tierarzt sagen konnte, was eigentlich los sei. Bis Herrin und Hund endlich auf den psychoanalytisch gebildeten Tierarzt kamen, der in langwieriger und kostspieliger Behandlung den Minderwertigkeitskomplex Arabellas feststellen konnte... Nun ging die Heilung verhältnismäßig rasch und einfach vonstatten. Arabella erhielt einen elektrischen Hasen, mit dem, langsam beginnend, systematisch bis zur höchsten Leistungsfähigkeit trainiert wurde, so daß Hund und Herrin wieder im alten Glanz: strahlen. Nur dem armen Hasen ist nicht zu helfen. Als Tier der Wildnis ausgeschlossen von den Fortschritten der Kultur, muß er weiter das Unglück tragen, in eine Fabel hineingeraten zu sein. Richard Rax. Nr. 56 Donnerstag, 7. März 1935 Sette 7 Beethoven und die Nazis .Keinem Musikforscher außer Heuß ist es gegeben, dem Geheimnis dieser schöpferischen Synthese bis auf den innersten Grund nachzuspüren. Was er dabei entdeckt, sind wahre Offenbarungen, die znn» echten Beethoven- Verständnis erst hinführen. Daß die >,Eroica" als prophetische Vorahnung des Volkskanzlers Adolf Hit- l e r aufzufaffen ist— diese Erkenntnis fand Alfred Heuß nicht etwa erst heute, sondern schon vor dreizehn Jahren." AuS einem Prospekt des Verlages Litolf, Braunschweig, über das Buch.Beethoven, eine Charakterstudie" von Alfred Heuß. Rekord-Weltproduktion in Erdöl Nach den auf amtlichen Statistiken beruhenden Schätzungen der Internationalen Petroleum-Korrespondenz wurden 1984 insgesamt 207,7 Millionen Tonnen Rohöl gefördert gegen 196,13 Millionen Tonnen im Jahre 1933. Das entspricht einer Zunahme um 10.94 Millionen Tonnen oder 8,6 Prozent. Wenn man die in den Bereinigten Staaten von Nordamerika dem gesetzlichen Verbot zuwider gewonnenen Rohölmengen berücksichtigt, ist damit der Höchststand der Weltproduktion von 1929 wieder erreicht. Die Weltproduktion betrug damals 211,08 Millionen Tonnen. Verglichen mit dem Krisentief der Weltförderung, das 1932 mit 197,84 Millionen Tonnen zu verzeichnen war, stellt die Rohölausbeute von 1934 einen Zuwachs von 27,23 Millionen Tonnen, d. h. 18,1 Prozent dar. Auf die einzelnen Länder verteilen sich die Roh- ölmengen in den letzten zwei Jahren wie folgt: 1934 1933 in 1000 t in% in 10001 in% Vereinigte Staaten 122.825 59,1 121.428 61,9 Rußland 24.000 11,6 21.440 10,9 Venezuela 20.300 9,8 17.293 8,8 Rumänien 8.500 4.1 7.887 8,8 Persien. 7.587 8,6 7.087 8,6 Niederländisch- Jndien 5.765 2,8 5.527 2,8 Mexiko 5.535 2,7 5.076 2,6 Columbien 2.448 1,2 1.848 0,9 Argentinien 2.049 1,0 1.987 1,0 Pern 1.998 0,9 1.782 0,9 Trinidad 1.507 0,7 1.888 0.7 Brittsch- Indien . 1.216 0,6 1.085 0,6 Irak . 1.000 0,5 115 0,1 Eine Reihe weiterer Länder, darunter Polen, Frankreich, Deutschland, Japan, Aegypten, haben an der Erdöl-Weltproduktion im Jahre 1934 einen Anteil von 0,3% und weniger. Es ist im Verhältnis zu 1933 bei ihnen keine Veränderung eingetreten. An der Produktionserhöhung des Jahre- 1934 waren, wie sich aus der vorstehenden Uebersicht ergibt, fast alle Länder beteiligt. Der Großteil der Zunahme entfällt auf die außeramerikanischen Länder, und nur ein geringer Prozentsatz auf die Bereinigten Staaten selbst. Italien bricht den Handelsvertrag Die Regierung Mussolinis versucht die wachsenden wirtschaftlichen und finanziellen Schwierigkeiten mst ähnlichen Mitteln zu bezwingen, wie sie die Hitlerregierung zur Anwendung bringt. Sie hat in neuester Zeit eine außerordentlich scharfe Einfuhrdroffelung vorgenommen, die sich für eine große Anzahl von Waren als direkte Einfuhrsperre auswirkt. Bon diesen Maßnahmen wird auch die tschechoftowakische Ausfuhr nach Italien betroffen. Obwohl für die tschecho- slopxlkisch-italienischen Handelsbeziehungen noch immer der ungekündigte Handelsvertrag aus dem Jahre 1921 in Kraft ist, wendet die italienische Regierung die Einfuhrsperre gegen die tschecho« slowakischen Waren an. Dabei sieht dieser Handelsvertrag ausdrücklich die gegenseitige fteie Einfuhr genau bezeichneter Waren vor, während für andere Erzeugnisse feste Kontingente vereinbart find. Die beiden Länder sagen in dem Vertrag zu, daß bei Beschränkungen des Warenaustausches in der liberalsten Weise vorgegangen werden und etwaige Aenderungen drei Monate vorher angezegt werden sollen. Trotz dieser Be- stimmungen werden die tschechoflowakischen Warm ohne vorherige Verständigung von den italienischen Zollbehörden zurückgehalten. Bon tschechoftowakscher Sete sind sofort Verhandlungen eingeleitet worden. Die Tschechoslowakei befindet sich bei den Verhandlungen insofem in einer günstigen Position, als sowohl die Handels- als auch die Zahlungsbilanz zugunsten Italiens aktiv ist. Es ist daher anzunehmen, daß Italien zu einer Lockerung seiner Maßnahmen gegen die tschechoslowakische Wareneinfuhr breit fein wird. Aber gleichviel, wie das Ergebnis ieser Verhandlungen sein wird, so zeigt das lorgehen der italienischen Regierung doch wieder, aß anerkannte Verträge von den Fascisten jederzeit gebrochen werden. Das werden sich die Völker, vor allem auch bei dem Abschluß von politischen Verträgen mit fascistischen Regierungen, stets merken müssen. Puftfräu Sauberkeit in allen Ecken Putzfrau VIM putzt Grobes gründlich. Feines schonend. Das Besondere an VIM? Es erweicht und löst den Schmutz. Aus allen Ecken holt es ihn heraus— ist wie geschaffen zum Großreinemachen! Andere Länder— andere Sitten! Interesse der bürgerlichen Presse— Unvoreingenommenheit von Richtsozialisten— Kirchen als Tribüne— Gegner aller Schattierungen diskutieren miteinander! T. S. In den mehr als vier Wochen amerikanischen Aufenthalts sind alle Zeitungen, auch die ernstesten, voll von den Berichten über den Prozeß gegen Bruno Hauptmann, den vermutlichen Kidnapper und Mörder des Lindbergh- Babys. Vier, fünf und sechs volle Blattseiten wid- men sie allen Einzelheiten des Sensationsprozesses und selbst der Präsident Roosevelt muß trotz seiner noch andauernden Popularität dahinter zurücktre- tenl Als er nämlich kürzlich seine neue programmatische Rede vor der Volksvertretung hielt, konnte er die Konkurrenz des Hauptmann-Falls deutlich wahrnehmen: Die großen Ueberschriftm in allen Zeitungen auf der ersten Seite galtm nicht dem Präsidenten, sondern dem toten Kind. Umso mehr ist anzuerkennen, daß die bürgerliche Presse in allen Städten, die ich bisher auf, suchte, unseren Veranstaltungen und dem Problem des europäischen AntifasciSmus ein« weitgehende Publizität gab. So fern die neue Welt noch immer dem europäischen Kontinent zu liegen scheint, ■— der durch den Fascismus und insbesondere durch dasMnzitum bewirkte Umsturz hat doch aus viele Gemüter hier stark gewirkt. Und ich darf nach meinen bisherigen Erfahrungen wohl schon feststellen, daß die Mehrheit des Landes eine stark ablehnende Haltung gegenüber dem Gedanken der fascistischen Diktatur einnimmt. Was freilich nicht ausschließt, daß auch in den U. S. A. sich bereits Figuren melden, die als Anwärter auf eine amerikanische Auflage des»Führers" betrachtet werden können. Doch darüber soll noch besonders und ausführlich in späteren Berichten gesprochen werden. Immer wieder stößt man im täglichen und im politischen Leben hier auf Erscheinungen, die einem deutlich machen, daß es in diesem Lande noch keine lange Tradition der scharfen Klassenunterscheidung gibt. Es sind noch zu viele lebende Beispiele dafür vorhanden, daß man es vom kleinen Zeitungsjungen zum berühmten Multimiflionär einmal bringen konnte. Gewiß— auch für U. S. A. Zeiten, die nun endgültig der Vergangenheit ange- horen dürsten I Aber eö bleiben noch Spuren davon sichtbar. So war es nichts Ungewöhnliches, daß bürgerliche Menschen mir Gastfreundschaft boten und in der vorurteilslosesten Weise walten ließen. Ich hatte nichts von meiner sozialistischen Gesinnung noch von meinen Gewohnheiten zu verbergen— man stand sich offen und interessiert gegenüber. In der Hauptstadt Washington machte ich eine der merkwürdigsten Erfahrungen. Ich habe schon erwähnt, daß die Bewohner der Hauptstadt kein Stimmrecht haben, so daß man sich nicht wundern wird, daß es keine starken Orgqnisationen der politischen Parteien dort gibt. Auch die sozialistische Bewegung ist dort relativ schwach. Doch wurde Wert darauf gelegt, daß ich gerade in der «, bei Schmerzen ( Gelenken, Glie- dem, bei Kopfschmerzen und Erkältungen MicUn Si, hk#'/mudt mit" Sie können eich viele qualvolle Stunden-nperen.'ogal bringt Ihner Linderung selbst Sn veralteten!n eilen Apotheker Preis K< 12'-. Dr. Rieht«*, Apotheke, Prag h Revoluönf, Hauptstadt zu Worte komme. Man fand Rat. Als ich ankomme, erfahre ich, daß man für mich ein Dinner Meeting arrangierte und sich für diesen Zweck ein speziefles Komitee, mit einem linksbürgerlichen Senator und dessen Gattin an der Spitze (von der La Folette Richtung) und anderen angesehenen Menschen der Hauptstadt gebildet hatte. Eines der bekanntesten Hotels war dafür vorgesehen; und der Erfolg sprach durchaus dafür, daß man das amerikanische Publikum richtig beurteilte. Etwa 280 Menschen fanden sich zum Dinner«in und zeigten ein ungewöhnlich starkes Interesse für die Diskussion der fascistischen Gefahren. Dafür zeugte die lange Reihe zum großen Teil intefligenter Fragen nach dem Referat. Amerikaner können nämlich schrecklich viel fragen und es ist schlechthin nicht denkbar, daß an einen Vortrag sich nicht eine längere Periode von Fragen anschließt. Allerdings verhält sich dabei das Publikum im aflgemeinen sehr diszipliniert, ebenso wie bei der meist auch zugelassenen kurzen Diskussion. Der Vorsitzende bestimmt, wer das Wort erhält yyd auch M.VkMste Zeit, die dafür,zur Verfügung gestellt wird. Meist sind im Publikum alle nur möglichen Tendenzen, von Konservativen bis zu Komrnunisten, vertreten. Und noch niemals ist eS vorgekommen, daß irgend jemand sich den Anordnungen des Vorsitzenden nicht gefügt hätte. Noch überraschender ist für den Europäer das Verhältnis zur Kirche allerdings zur protestantischen Kirche. Ein sozialistischer Geistlicher ist schon lange keine Seltenheit mehr. Aber das gab es schließlich auch in Europa. Daß man jedoch die kirchliche Kanzel benutzen darf zur Vertretung sozialistischer Ueberzeugungen ist schon eine amerikanische Merkwürdigkeit. So konnte ich am vergangenen Sonntag abend in einer der hübschesten New Docker Krochen, der Community Church, vor dichtgefüflten Saal und Galerien ein Thema behandeln, in dem ich meinen sozialistischen Ueberzeugungen und Hoffnungen vollen Ausdruck zu geben vermochte. Der Geistliche der Kirche, eine sehr angesehene Persönlichkeit» war der Leiter auch der nachfolgenden Diskussion. Es waren recht revolutionäre Klänge in kirchlichen Räumen. Das aber zeigt auch, welch ganz andere Rolle die kirchliche Institution im Leben des amerikanischen Volkes spiest. Sie ist nicht nur eine religiöse, sondern auch eine gesellschaftliche Einrichtung. Und so herrscht denn in vielen Kongregationen ein recht fortschrittlicher Geist, wodurch die Kirche dem BollSleben näher geblieben ist. Dafür bekam ich dann kurz darauf noch einen interessanten Beweis. In Buffalo, der letzten amerikanischen Stadt an der Ostküste gegenüber Kanada, an den Niagara-Fällen(die in der furchtbaren Kälte gefroren waren!) hatte eine angesehene Genossin ein Lucheon arrangiert, in dem ich zusammenkam mit den angesehensten Geistlichen der Stadt. Nach einem allgemeinen Gedankenaustausch wurde ich aufgefordert, über die geistige und geistliche Situation im Nazi-Fascismus eine kurze Darstellung zu geben, woran sich dann eine besondere Konferenz anschloß. Es waren etwa zwei Dutzend Geistliche anwesend, sie repräsentierten dje wichtigsten Gemeinden der Stadt und zeigten ganz allgemein große Geneigtheit, den Kampf gegen die Barbarei tätig zu unterstützen. Zum Schluß aber Möchte ich noch mit einer amerikanischen Besonderheit neueren Stils bekanntmachen, die in der letzten Zeit sich stark einbürgert. Ich rnöchte sprechen von der Einrichtung des»panel" oder Symposium, die zum Zweck hat, eine möglichst objektive Darstellung aller verschiedenen Auffassungen zu aktuellen Problemen durch borher bestimmte Redner und eine Gegenüberstellung dieser Meinungen durch Diskussion zwischen den Redner» zu geben. Welßejohne machen jedes Antlitz ansprechend und schön. Zur Erlangung schöner weißer Zähne putze man früh una abends die Zähne mit der herrlich erfrischend schmeckenden Chlorodont-Zahn- paste. Schon nach kurzem Gebrauch erhalten die Zähne einen wundervollen Elfenbeinglanz. Tube Kc 4'—. Inland Erzeugnis. Man hatte mir die einleitende Rede über das Thema»Ist das Profit-Motiv vereinbar mst der Sicherung des Friedens" übertragen und ich entwickelte die grundsätzliche Einstellung des internationalen Sozialismus zu dieser Frage von höchster Aktualität. Zeigte vor allem, wie ungenügend der anterikanische Vorschlag sei» nur eine gewisse Verminderung der Profite der Kriegsindustrie vorzunehmen» sondern machte das Profitmotiv in der Gesamtwirtschaft des Kapitalismus dafür verantwortlich, daß in der herrschenden Ordnung eine dauernde Friedenssicherung nicht möglich sei. Und nun kamen meine Gegner an die Reihe: Großfinanziers, Fabrikanten, Professoren, Geistliche, Sozialisten, Kommunisten, ein Arbeitsloser .... kurz alle Schattierungen kamen zum Wort. Ein sehr zahlreiches Publikum füllte die Halle, zeigte sich ebenso interessiert wie diszipliniert und erhielt auch eine kurze Spanne Zeit zur Teilnahme an der Aussprache. Eine interessante Nebensächlichkeit: Die Leitung^ lag in den Händen gewandter Frauen und trotz sehr weitgehender Meinungsverschiedenheiten blieb die Diskussion in den vornehmsten Formen. Man war sogar so larg, mir ein Schlußwort ein- zuräumen. In mancher Beziehung dürsten die Amerikaner in der Tat sagen:„Wir Wilden sind doch bessre Menschen.. Landgerichtsdirektor Hartmann reagiert ab Ein gewisser Dr. Fritz Hartmann in Berlin hat soeben in der Zeitschrift»Deutsches Recht" Vür- schläge für ein»Gesetz zur Reinhaltung des deutschen Blutes" veröffentlicht. Abgesehen davon, daß seine Borschläge Julius Streicher, dem pathologischen Häuptling des deutschen Rassewahns, noch immer nicht radikal genug sind, zeichnen sich die Hartmannschen Forderungen dennoch durch besondere Niedertracht und Dummheit aus. Hartmann verlangt u. a.: Verbot der Eheschließung zwischen deutschen Staatsangehörigen arischer Abstammung und deutschen Staatsangehörigen oder Ausländern nichtarischer Abstammung. Bei Zuwiderhandlung soll der.Tater" und zwar der deutsche arische Staatsbürger, sei es äSesfcHf das MalHscft-ÜBucft Mann oder Frau, mit Freiheitsstrafen belegt werden. Auch Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte können erfolgen, und zwar wegen»verächtlicher Gesinnung". Weiter rät Hartmann zur^öffentlichen Anprangerung" bei stattgefundenem Delitt ustv. usw. Bei dieser Gelegenheit ist es nicht uninteressant zu erwähnen, wer dieser Dr. Fritz Hartmann eigentlich ist. Herr Hartmann war bis zum Antritt des Hitler-Regimes— und ist es heute noch— Landgerichtsdirektor in Berlin, Vorsitzender der Schwurgerichs II im Moabiter Kriminalgericht. Sowohl bei seinen Kollegen wie bei allen anderen an einer Gerichtsverhandlung beteiligten Perspnen erfreute er sich größter Unbeliebtheit. Grundsätzlich versuchte er in seiner Rechtsprechung die Prinzipien des modernen SttaftechtS zu umgehen, ein Angeklagter vor der Hartmann-Kammer oder— wie si: in Moabit hieß— vor der»Kammer des harten Mannes" hatte nichts zu lachen. Der Landgerichtsdirektor Hartmann war ein typischer Choleriker. Leicht aufbrausend, eigenwillig bis zum Starrsinn, unduldsam, inhuman. Während der Vernehmung eines Angeklagten, fühlte man förmlich, mit welchem Mißtrauen Hartmann diesem begegnete. Er nahm keine Rücksicht auf den physischen oder psychischen Zustand seines Opfers, dje Verteidigung hatte es bitter schwer, wenn Hartmann den Vorsitz führte. Dieser Richter verurteilte u. a. den Maurer Ernst Reins zum Tode, einen schweren Psychopathen und Luetiker. DaS Urteil wurde allerdings erst unter Hitler vollstreckt. Hartmann unterschied sich sehr von den meisten seiner Moabiter Kollegen, die in der Mehrzahl auS klugen, menschlichen, dem Fortschritt geneigten Richtern bestanden. Bei einem Gespräch, das die Schreiberin dieser Zeilen vor Jahren mit einenr der angesehensten Berliner Strafrichter führte, kam die Rede auch auf Hartmann. Sie ftagte, warum denn dieser Mann, der rein äußerlich doch gut wirke— Hartmann war groß, schlank und weißhaarig, ungefähr Anfang der fiinfzig— gar so rabiat und unerträglich sei. Auf diese Frage erhielt sie lachend die Antwort: ,DaS wissen Sie nicht? Aber das weiß doch ganz Moabit. Hartmann ist solch Ekel, weil er furchtbar unglücklich verheiratet ist und zu allem acht Kinder hak, acht Töchter, von denen er bis heute noch keine verheiraten konnte. Zu Hause wagt er überhaupt nicht den Mund aufzumachen, da ist er»ganz klein und häßlich". Darum braucht er«in Ventil für seine Minderwertigkeits-Komplexe und seine unterdrückten Machtgelüste. All das reagiert er an den wehrlosen Angeklagten ab. DaS ist der»Fall H'.rtmanN". Damit war allerlsinaS der»Fall Hartmnn" vollkommen analysiert. Und erklärt auch heut« noch, warum gerade dieser Richter es ist. der das Sein« in Form von Gesetzesvorschlägen zur Krönung des deutschen Raffenwahnsinns beiträgt. LandgerichtS- drrektor Hartmaua reagiert wieder mal abl Kl, Sette 8 PRAGER ZEITUNG ES Sport• Spiel• Körperpflege Vcrclnsnadirlditen PRAG I » 2871 Welt bHvpk>rMMsiMMMtukt Die ÜHkctuf^uettc dec CSU» Gestern früh erlag in Jilovc bei Prag Dr. Karl Hogo Hilar, der bis zu seinem Tode der Schau- Tanfende essen Diana-Schokolade, warum nicht auch Sie? sum spielte mit Soestdijk 2:2. Kreis Limburg: Tree« beek gegen Steets Hoger 4:3, Rode Duwels gegen Rood-Wit 0:8, Voorwaarts gegen Volharding 4:0. Im Kreis Twente wurde Goor von Enschede mir 2:3 geschlagen, Haaksbergen verlor gegen Reede 4:6 und mit 2:1 gewann Almelo über Winterswtik. Kreis Roord: Groningen gegen Stadskanaal 5:3. Kreis Süd-Holland: JVC gegen SNA 8:3, Voorwaarts gegen DRZ 3:4. ' DonnerStag, 7. März 1935? Nr. 56 Holländischer Arbeitersnßball. Im Amsterdamer Kreis gewann Voorwaarts gegen Sport Vereent mit 6:1 und ist nun definitiv Meister. Eine klieine Ueberraschung gabs im Kreis Utrecht, wo Hilversum gegen Amersfoort mit 5:3 gewinnen konnte. Volharding siegte knapp über Den Dolder und Bus- die Vitriolflasche entrissen, und zwar so unvorsichtig, dass er sich deren Inhalt selbst ins Gesicht gespritzt habe. Der Gerichtshof vertagte fchlicssttch die Verhandlung, um den Fähnrich vorzuladen, der sich zur ersten Verhandlung hatte nicht einstellen können, rb. Greta Garbo in„Menschen im Hotel' tär gekommen und wurde dort später Dramaturg. Im Jahre 1013 wurde er der künstlerische Leiter des Theaters, das sich/im Jahre 1910 unter seiner Leitung in ein ausschliesslich dem Sprechstück gewidmetes Theater umwandelte. Im Jahre 1921 trat Dr. Hilar zum Nationaltheater über, wurde Schauspielchef und Direktor-Stellvertreter. Der Verstorbene hat eine ganze Schauspielergeneration herangebildet. Hilars Name ist auch in der tschechoslowakischen Literatur bekannt. „Sozialdemokrat" Spielplan des Reuen Deutschen TheaterS. Donnerstag halb 8: I e n u f a, Festvorstellung CI.— Freitag halb 8: Der Troubadour. Gastspiel Franeesko P a t t a g l i a, VerdizhfluS, D 2.— Samstag halb 8: Eine Frau lügt. C 1.— Spielplan der Klemen Bühne. Donnerstag 8: Teufelsmädel.—• Freitag 8: Teufelsmädel, Kulturverbandsfreunde und freier Verkauf.— Samstag halb 8: Mädchen für A l l t s, Erstaufführung. Freitag„Troubadur" mit FranzescoBak- t a g l i a(von der Mailänder Scala) als Gast in der Titelpartie;. Leonor: Fine Reich-Dörich a. G., Azueena Kindermann, Graf Luna Hagen. Ferrando Andersen, Dirigent: Schick, Regie: Mordo. Preise nur ganz wenig erhöht: XL 6.— bis 64.— Vevdi-Zhllus VII.(D 2). Arbeiten»orstellung„Die Beiten sind schwer!", ein Schauspiel von Bourdet, das mit grösstem Erfolg erstaufgeführt wurde und ein Theatererlebnis bedeutet. am Sonntag, dem 17. März, um halb 3 Uhr nachmittags im Reuen Deutschen Theater. Karten ab Dienstag täglich von 8 bis 2 und von 4 bis 6 Uhr bei Optiker Deutsch, Koruna. DTI-Turner in Budapest Vergangenen Sonntag fand in Budapestim Rahmen der Jubiläumsfeierlichkeiten der ungarischen Arbeitersportler im grössten Theater eine Festakademie statt, die überaus gelungen war. Als Gäste nahmen Turnerinnen und Turner der DTJC teil, die mit ihren Vorführungen(Rhythmik, Tanz und Geräteturnen) grossen Beifall ernteten. DaS Programm der ungarischen Genossen wies aber ebenfalls schöne Sachen auf. Das Theater, das über 2600 Personen fasst, war vollkommen ausverkauft. iSege« de« Rekordgeist im bürgerliche« Sport Die durch den alpinen Abfahrtssport hervorgerufenen zahlreichen Sturzverletzungen nicht nur bei Wintersport-Wettkämpfen in der Schweiz veranlassten den Schweizer Major Erb, der als Skilehrer des Schweizer Militärs tätig ist, zu Worten der M a h n u n g. Er sagt u. a.: „Wir wollen die Namen derer, die im letzten und in diesem Winter ein Opfer der vertriebenen Steigerung der Schwierigkeiten geworden sind, nicht aufzählen, aber es sind viele. Der Ausspruch eines Rennchefs, fehle Mission sei erfüllt, weil er den Fahrern nichts Schwierigeres mehr auszuhecken imstande sei, ist symptomatisch für den gegenwärtigen Zustand eines überspannten Rekordgei- st e s, der dazu angetan ist, den schönen Skisport au' Abwege zu führen. Gegen ein massvoll betriebenes Abfahrtsrennen ist so wenig etwas einzuwenden wie gegen die Bestreitung eines Skidaueklaufes. Aber eine weitere Steigerung der Schwierigkeiten und das ungesunde Bestreben gewisser Organisatoren, die steilste, schwierigste und schnellste Strecke erfunden zu haben, verdient absolut eine im Interesse ivnger, nicht immer vernünftig denkender Menschen st egende Einschränkung, bevor es zu ipä: ist. Die Lösung dieses Problems scheint ebenso dringlich wie des alten„Zankapfels" um die Amateurfrage im Skisport."- Borturner-Kursk Wir setzen am Samstag, dem 9. März, von 5 bis 8 Uhr und Sonntag, den 10. März, von halb 9 bis : unseren Vorturnerkurs Wir lernen Hebungen für das am 6. Avril 1935 statt- sindende Schauturnen.— Gymnastik mit Klavierbegleitung. Für Vorturner Pflichtveranstaltuna. Auch alle übrigen Mitglieder laden wir zur Teilnahme ein.„Frei Hell!" 10. bis 17. März 33°/. Fahrpreisermäßigung. Auskünfte: Messeamt, Prag VII., Messepalast Fünf Nationen kämpfen nm den Atlantik-Luftdienst Hinter den Kulissen haben englische Luftexpertett die einzige finanziell mögliche Methode der lieber» spannung des Atlantik auf dem Luftwege ausgearbeitet. Fünf Länder werden in diesem Sommer versuchsweise Postflüge über den Ozean unternehmen; vier davon wählen den Weg über den Süd-Atlanttk, den leichteren Weg. Die Engländer planen jedoch die Route über den Nord-Atlantik und bringen so den äussersten Empire- Vorposten— Kanada— in den Flugbereich Englands. Die Flugzeugkonstrukteure Englands arbeiten an der Vollendung einer Dual-Maschine, die mit Leichtigkeit 3000 englische Meilen bewälttgen wird und in ihrer Sicherheit 50 Prozent über allen ausländischen Konstruktionen stehen soll. Deutschland verspricht' sich am meisten Erfolg von Flugbooten, denen über den Ozean verteilte schwimmende Stützpunkte zur Berfiigung stehen werden. Zwei umgebaute Schiffe sind als Stützpunkte bei der kurzen Ueberquerung les Süd-Atlanttk ausersehen. Wasserflugzeuge verlassen die Nordwestküste Afrikas und bleiben in ständiger Radioverbindung mit den schwimmenden Flugzeugstützpunkten. Wenn sie das Schiff erreichen,„landen" sie auf dem Wasser und werden per Kran auf das Schiff gehoben, tanken dort, werden überholt und mittels Katapultstart weiter ihrem nächsten Besttmmungsort entgegen abge« lassen. Besonder kühn und grosszügig find die französischen Anstrengungen in diesem Wettstreit. Eine Ver» suchSgesellschast, Air France, hält ein hochwerttgeS Langstreckenflugboot für das zweckmässigste Mittel zur Ozeanüberquerung. DaS letzte Jahr hat die Gesellschaft dazu benutzt, um unter zwölf verschiedene« eigens konstruierten Flugbooten, die geeignetste Type herauSzukinden. Von diesen Flugzeugen werden einige davon in diesem Sommer den Ozean überfliegen. Portugals erster Versuch wird mit einer Havi» land Comet-Maschine auSgeführt werden. Mit dieser Type wurde das London—Melbourne-Rennen gewonnen. Die portugiesische Regierung hat daS Flugzeug, das die MollisonS geflogen haben, übernommen. Es wird den Dienst nach Rio de Janeiro bestteiten. Ebenfalls mit Langstreckenflugbooten will Jtafien in den Wettstreit treten. Seine Aussichten stehen nicht hinter dpn deutschen und französischen zurück. Ungeachtet der Anstrengungen der Länder hat England mit Hilfe der Pan-American-AirwayS, der grössten Versuchsanstalt der Vereinigten Staaten, seine Nord-Atlantikroute so sorgfältig studiert, dass er gewiss in 18 Monaten gelingen wird, die Verbindung sicher zu gestalten. Gcrlchtssaal Mit Verleumdung und Vitriolflasche Skrupellose LiebeSrache einer Enttäuschten. Prag. Die 30jährige Beamtin Franziska S. verliebte sich in einen Fähnrich der hiesigen Garnison und die beiden lebten einige Monate zusammen. Es mag wohl in diesem Verhältnis verschiedenes nicht geklappt haben. Jedenfalls endete es plötzlich und auf dramatische Weise. Denn eines Tages erschien Franziska bei der Militärprokuratur und erstattete gegen ihren Freund eine schwerwiegende Anzeige. Sie beschuldigte ihn nicht bloss der Verführung unterZusage der Ehe, sondern behauptete auch, er habe sie ausserordentlich roh behandelt, ganz besonders, nachdem sie von ihm fchwanger geworden sei. Als sie im vierten Monat war, habe er sie durch einen Fusstritt so schwer verletzt, dass sie eine Fehlgeburt erlitten habe. Bei so schweren Beschuldigungen musste die militärische Anklaoebehörde natürlich die Untersuchung gegen den beschuldigten Offizier einleiten. Aber das Verfahren ging nach Ansicht der Anzeigerin viel zu langsam vonstatten. So hellte sie sich eines TageS beim Divisionsgericht«in, obwohl sie keine Vorladung erhalten hatte und bestand darauf, sofort als Zeugin einvernommen zu werden. Man tat ihr schliesslich den Willen und nun gab sie eine Menge haarsträubendster Dinge zu Protokoll, die ihre ursprüngliche Anzeige bei weitem überttafen. So beschuldigte sie ihren gewesenen Geliebten, dass dieser mit Absicht durch den Fusstritt die Fehlgeburt herbeigeführt habe u. dgl. m. Aber der Fähnrich, der um seine Existenz zu kämpfen hatte, vermochte nachzuweisen, dass die Beschuldigungen glatt erfunden waren. Es mag fein, dass er ihrer überdrüssig wurde und sie verliess. Was aber die„Verführung unter Zusage d er Ehe" betrifft, fo ergab sich nicht der mindeste Anhaltspunkt für diefe Uebertretung. die ohnehin heute ziemlich selten geworden ist. Der Beschuldigte vermochte weiter nachzuweisen, dass Franziska überhaupt nicht.schanger war und dass sie sich zwar einmal ins Spital hegeben musste, aber keineswegs wegen einer Fehlgeburt, stndern wegen einer ganz gewöhnlichen Blinddarmentzündung. Run wendet« sich das Blatt und die Staatsanwaltschaft leitete gegen Franziska das Verfahren wegen des Verbrechens der fälschlichen Bezichtigung und der falschen Zeugenaussage ein. Als sie sah, dass ihr Racheplan gescheitert war, griff die enttäuschte Geliebte zu radikaleren Mitteln. Sie besorgte sich in einer Drogerie ein Fläschchen Vitriol und lauerte dem treulosen Liebhaber auf. Das Attentat glückte nur zu gut. Franziska goss dem Fähnrich den Inhalt der Flasche ins Gesicht. Er erlitt schwere Verätzungen zweiten und dritten Grades und musste lange Zeit im Spital liegen, ehe er geheilt war. Die Verunstaltung ist freilich nicht wieder gut- zumachen. So befand sich nun Franziska unter dreifacher schwerer Anklage vor dem Strafsenat Novotny. Die Auflage des- Staatsanwaltes Dr.§ e s& l beschuldigte sie nebst der fälschlichen Bezichtigung und der falschen Zeugenaussage auch noch des Verbrechens der schweren Körperverletzung. Die Angeklagte leugn te die böse Absicht.. Sie erflärte, sie habe si.h vergiften wollen und der Verletzte habe ihr Hollands Bürgermeister erhalten eine Zivil-Garde In den holländischen Städten und Dörfern wird jetzt eine sogenannte Zivil-Garde eingeführt, die sich aus bekannten und ehrenhaften Bürgern zusammensetzt. Die Mitglieder der Zivil-Garde müssen jederzeit bereit sein, di« Regierung im Notfälle mit der Waffe in der Hand zu verteidigen. Auf unserem Bild sieht man den Einzug eines neuen Bürgermeisters in das klein« Dorf Noord- beek(Südholland). An der Grenze der Gemeinde wurden der Bürgermeister und seine Frau von den Mitgliedern der Zivil-Garde empfangen und unter diesem Schutz ins Dorf geleitet.; Kunst und wissen Dr. Hilar gestorben Bezugsbedingungen: Bei Zustellung ins Hans ode«. bei Bezug durch die Post monatlich KC 16—, vierteljährig KO 48.—, halbjährig KC 96—, ganzjährig KC 192—— Inserate werden laut Tarif billigst berechnet. Bei öfteren Einschaltungen Preisnachlass.— Rückstellung von Manuskripten erfolgt nur bei Einsendung der Netourmarken.— Die Zeitungsfrankatur wurde von der Post» und Tele- graphendirektion mit Erlass Nr. 13.800/VII/1930 be willigt.— Druckerei:„Orbis" Druck-. Verlags- und ZeitungS-A.-G.. Prag. Die öffentliche Universitätsbibliothek in Prag I., Klementinum, bleibt am 7. März, dem Tage des 85. Geburtstages des Präsidenten der Repu blik, geschlossen. Kostenlose Nadiumbehandlnng für zehn Be dürftige. Zur Ehrung des 35. Geburtstages oes Präsidenten der Republik widmet- der Radiologe MUDr. Jiri Frühauf wiederum die kostenlose Radiumbehandlung von zehn unbemittelten Pa tienten, die an perniziösen Geschwülsten leiden. >— Anmeldungen mögen dem Tschechoslowakischen Roten Kreuze übermittelt werden, welches die Pa tienten an die Heilanstalt Dr. Frühaufs verweisen wird. Autos auf Glatteis. Mitstvoch vormittags fuhr der Chauffeur Vaclav Langer mit seinem schweren Lastauto P—1027 den Riegerkai entlang. Vor dem CafC„Manes" geriet das Auto ins Ruttchen und stiess mit dem rückwärtigen Teil in die linke Flanke eines Motorwagens der Viererstrecke, der vom Rational theater zur Brücke fuhr. Unter der ausserordentlichen Wucht des Zusammenstosses fiel die Seitenwand des Strassenbahnwagens zertrümmert nach innen, das Hintere Trittbrett wurde abgerissen, einige Fenster scheiben zerschlagen und die Bänke im Innern beschä digt. Die 32jährige Maria Pecinovd. die Frau eines Arbeiters aus Branik. die im Wagen fass, erlitt Quetschungen an der Hüfte und wurde, nachdem sie auf der Klnik Schlosser untersucht worden war. in häus liche Pflege entlassen.—- Um halb 12 Uhr mittags fuhr der Chauffeur Antonin I a h o d a aus Prag I V, Na batericich, mit seinem schweren Lastauto P-17.011 durch die Jtalskä aus Prag XII nach Zifstov, wobei in der Gegend des Riegerkparkes das Auto auf dem gefrorenen Asphalt ins Ruttchen kam. Es fuhr aufs Trottoir und stiess an einen Zaun. Die 38jährige__. ,, in der Gegend des Niegerparkes das Auto auf dem spielchef und Direflorstellvertreter desNational- Trottoir stand, wurde hiebei vom Auto erfasst und mit theaters in Prag war, fünfzigjährig einem solcher Wucht gegen den Zaun gequetscht, dass sie mit Schlaganfall. Hilar war im Jahre 1910 in das «=«'»-«•**---«*-. rechten Handwirbels auf die Klinik Schlaffer geschafft werden musste. Dem Chauffeur wurde der Führer schein entzogen, das Verfahren gegen ihn eingeleitet. Ein Ski-Sonderzug wird Donnerstag, den 7. März, von Vrag-Wilsonbahnhof um 7.25 Uhr nach Sudomekice abgefertigt, Ankunft 9.32 Uhr; Rückfahrt ab Sudomekice um 17.25 Uhr, An kunft in Prag um 19.44 Uhr.