Nr. 108. Abonnements- Bedingungen: Abonnements Preis pränunierando: Bierteljährl. 3,30 Mt., monatl. 1,10 Mt., wöchentlich 28 Pfg. fret ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags= Nummer mit illustrierter Sonntagss Beilage ,, Die Neue Welt" 10 Pfg. PoftAbonnement: 3,30 Mart pro Quartal. Eingetragen in der Poft BettungsPreisliste für 1899 unter Mr. 7820. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich- Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mart pro Monat. = Erscheint täglich außer Montage. Vorwärts Berliner Volksblaff. 16. Jahrg. Die Insertions- Gebühr beträgt für die fechsgespaltene Kolonelzeile oder deren Raum 40 Pfg., für politische und gewertschaftliche Vereinsund Versammlungs- Anzeigen, forte Arbeitsmarkt 20 Pfg. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr vormittags geöffnet. Fernsprecher: Bmt I, Mr. 1508. Telegramm- Adresse: " Socialdemokrat Berlin". Centralorgan der socialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Nord 10,-. Quikkung. Mittwoch, den 10. Mai 1899. Sehr fruchtbringend war die Thätigkeit unserer Abgeordneten im Interesse einer Besserstellung der Staatsarbeiter; Im Monat April gingen bei dem Unterzeichneten folgende aller Kategorien derselben nahm sich unsere Fraktion an, sowohl der Arbeiter in den Eisenbahn- und Militärwerkstätten, wie der Arbeiter Parteibeiträge ein: Augsburg, U. d. G. 1. i. St. 20,-. Apolda- Eisenach, von im Eisenbahndienst und auch der staatlichen Waldarbeiter. Einige 2 roten Hochzeiten 3,50. Berlin, Beiträge der Wahlkreise: 3. Kreis Verbesserungen bez. der Arbeitszeit und der Löhne und Gehälter 1370,-( darunter aus Stephans Kreisen 45, wurden erzielt. Dagegen blieb unser Eintreten für das Gesinde Dr. F. 25,-). 4. Atreis Südost 1520,-( darunter Kranz- Ueberschuß der Fabrit von leider erfolglos. Erfolg zu versprechen scheinen die Anregungen Beermann 20,-). 6. Kreis Moabit 446,21( darunter Sangesbrüder unserer Genossen im Interesse einer Reform der Berggeset Moabit 50,-, Geburtstagsf. b. D. Fischer 1,10). 6. Streis Wedding u. gebung. Oranienburger Vorstadt 1800,-( darunter Kranz- Ueberschuß der Entsprechend den vielfachen landwirtschaftlichen Fragen, die den bayrischen Landtag beschäftigen, war auch die A. G. G. 216,70, C. Boscht 2,-, Mai- Beitrag von Rieder 3,-). 6. Kreis Rosenth. Vorstadt und Gesundbrunnen 1200,-( darunter Thätigkeit unserer Fraktion auf diesem schwierigen Gebiete Es bedarf mit Rücksicht Arbeiter von Scharnekow u. Co., Oranienstraße 7,10, Liste 4504 für praktischer Politik eine intensive. Löbtau gesammelt bei Arnheim u. Fabian 24,15). 6. Streis Schön auf die Behandlung der Agrarfrage innerhalb der Gesamtfeines Hinweises hauser Borstadt 1600,-( darunter alter Parteigenosse, Buchholzerstr. partei über daß die Stellungnahme 2, von den Musikern der Maifeier durch M. Behnfeld 8,-). der bayrischen Landtags- Fraktion zu diesen Fragen keine einheitliche Berlin, diverse Beiträge: 2. B. abgelehntes Honorar für meinen Meinung herrschen kann. Jedenfalls ist aber die Art der praktischen Beitr. 3. Maizeitung 30,-. Quast, Boechstr., nachträgl. z. Wahl 1,-. Bethätigung socialdemokratischer Parlamentarier im zweitgrößten Rote Buchbinder, Grünstraße 5,-. Cigarrenfabrik von Nt. Schulz, Bundesstaate schon um deswillen sehr lehrreich, da uns in Preußen Friedrichsfelderstr. 21 8.- Gesammelt bei Schaper 1,65. Stereo- noch immer eine praktische Wirksamkeit im Landtage versagt ist. In thpeure des Vorwärts" 10,-. Kassenbote 1,- J. M. 1, erster Linie erforderte die Lage der eigentlichen LandKlavierspieler bei Bourgeois 7,-. Maisaldo 1,-. Bierprozente der arbeiter, der Dienstboten und der Tagelöhner das thatkräftige Geschäftsbücherfabrit von A. Bumpe 10,-. Tonblüte 6,15." Humor" aber auch in hohem Maße ihre Aufmerksamkeit durch die Lage und Eingreifen unserer bayrischen Landtags- Abgeordneten, daneben wurde M. B. 75,- J. B. 25,- P. S. 50,-. A. B. 50,-. Bamberg, Jädklein Rohrbach 5,-. Beuthen( Oberscht.), die Bedürfnisse der bäuerlichen Bevölkerung in Anbon einem ehemaligen Reichstagswähler in Berlin II 2,-. spruch genommen. Sobald aber die Interessen dieser beiden Bern 50,- Bant- Wilhelmshaven, durch R. S. 135,-. Breslau, Schichten der ländlichen Bevölkerung in Widerspruch kamen, 2. Quartalsbeitr. v. einem geweſenen Gewerkschaftler 3,-. Bern die bäuerlichen Interessen lediglich vom Unternehmerstandpunkt aus burg 10, Crimmitschau 150,-( darunter Nich. Th. 1,80., 2. G. behandelt wurden, hat es an fräftiger Zurückweisung, seitens unserer durch G. 1, B. D. durch P. 1,-, K. in 2. 1,50.) Faltenberg Vertreter nicht gefehlt. Ueber ihre Auffassung, wie man sich zu ( Oberschl.) 2, Gera, Wahltr. Reuß i. 2. 50,-. Göppingen, den Bauernfragen" zu stellen habe, äußert sich das Handbuch 6. M. Sch. 88,-. Greiz, v. d. Parteigenossen v. Neuß ä. 2. 50,-. folgendermaßen: Gießen, E. R. 10,-. Hebbernheim, 1. naffauischer Wahltr. HöchftUfingen- Homburg 50,-. Höchst a. M., durch M. A. 4,37. Har burg a. E., ges. durch den Vertr. der Gewerksch. d. Buchdr. auf einer Buchdruckerhochzeit 4,40, Stempelfr. 0,50, Summa 4,90. Hamburg, 2. Wahltr. 1000,-. Hastedt b. Bremen 10,-. Hamburg, 3. Wahltr. 2000,-. Hamburg, im„ Echo" eingegangen 68,50. Königsberg i. P., Beitrag der Parteigenossen 100,-. Kreischa, Reinertrag der Wasserleitung 9,-. Königsberg i. P., P. S. 110.- Leubniz bei Werdau, gesammelt in Döhlers Restaurant 1,50. München, Waldläufer 5,-. Magdeb.Buckau, W. D. 5,-. Memel, v. d. Parteigenoffen 20,-. Minden, Wahlkreis Minden- Lübbecke 80,-. Niederbarnimer Wahlkreis 400,-. New- York, d. Expedition d.„ New- Yorker Volksztg." 146,55. Rostock, Rozhl. 455,-. Ronsdorf, d. d. Bertr. 10,-. Stuttgart, G. U. 10,-. Spremberg, von den Parteigenossen 50,-( darunter Heinrichsfeld 10,-). Triberg, v. d. Parteigenossen d. d. Vertr. 6,05. Torgau, Wahltr. Torgau- Liebenwerda 20,30. Vorwärts", 1. Quartal 1899 15 153,60. Württemberg 100,-. Werdau, rothe Hochzeit 1,50. Witten, B. amerik. Auktion bei einer Hochzeit 2,50. Wesel, J. D. 1,15. X. 9. 8. 2000,-. Berlin, den 8. Mai 1899. Für den Parteivorstand: A. Gerisch, Razzbachstr. 9. Die Socialdemokratie im bayrischen Landtage. Mit voller Befriedigung kann die kleine, aber desto eifrigere bayrische Landtagsfraktion auf ihre Thätigkeit in der sich nun dem Abschlusse nähernden Legislaturperiode zurückblicken. Die Legis Taturperiode 1893/99 hat gezeigt, wie viel auch eine fleine, stets auf dem Posten sich befindende Parlamentsfraktion zu leisten im stande ist. " Wir wollen alles irgendwie Zulässige thun, um das Los der Bauern erträglicher zu machen und der größtmöglichen Zahl derselben den drohenden Absturz in das Proletariat zu ersparen. Wir wollen ihnen in dem Kampfe gegen das Kapital und mit dem Fiskus thatkräftig beistehen, sie als Steuerzahler, als Schuldner, als Wald- und Weideberechtigte, als Erzeuger der zur Volksernährung nötigen Bodenprodukte vor Nachteil bewahren. Endlich bringen wir, wie wir für die kulturellen Entwicklungen auf allen Gebieten eintreten, auch der Landeskultur, an der das ganze Volt intereffiert ist, unser lebhaftes Interesse entgegen und unterstützen alle dieselbe fördernden Maßnahmen. So find wir denn principiell geneigt, für gefeggeberische und budgetmäßige Maßregeln zu Gunsten der Bauernschaft einzutreten. Aber freilich kann und darf dies nicht um jeden Preis geschehen, sondern ist an notwendige Voraussetzungen gebunden. Es darf sich nicht um einseitige Interessen beschränkter Kreise von Begüterten Handeln. Die vorgeschlagenen Mittel müssen, wenn auch fleine, so doch wirkliche Verbesserungen enthalten, nicht bloßes Phantom oder Pfuscherei sein. Sie müssen sich auf der Linie der wirtschaftlichen Entwicklung bewegen und wie z. B. das Genossenschaftswesen Seime zur Ausgestaltung zu wirklich socialen Maßnahmen enthalten. Die mögliche Wirkung muß im Verhältnis zu den aufgewendeten öffentlichen Mitteln stehen. Und endlich dürfen selbstverständlich nicht die Interessen der Masse der übrigen Bevölkerung geschädigt werden." Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. für diese Zwecke etwa zu hoch zu finden, werden wir vielmehr dahin drängen, daß der Staat vor allem den Volksunterricht und ebenso Wissenschaft und Kunst in noch weit höherem Maße fördeve, und zwar um so mehr, je mehr es durch unseren Einfluß gelingen wird, in anderen Teilen des Reichs- und Staatshaushaltes kräftige Abstriche herbeizuführen." Ueber die Stellung zur Kunst äußert sich das Handbuch folgendermaßen: ,, Wir sehen in ihr ein hohes, ideales Gut, das wir in jeder Weise hegen und fördern wollen. Wir stehen auf dem Standpunkt, daß die Pflege der Kunst vor allem eine Aufgabe des Staates sein muß, und daß man sie nicht lediglich auf die Brofamen verweisen darf, welche vom Tische reicher Privaten fallen. Wenn der Kapitalismus heute auf alle Gebiete unseres Gesellschaftsund Staatslebens eine schlimme Wirkung übt, so thut er es nicht zuletzt auch auf diesem Gebiete. Denn die Kunst kann heute nicht frei schaffen, sondern muß nach dem Willen des Geldsackes Handeln, ihre Ideale der Bezahlung unterordnen. Nun geht ja wohl unser Land in der Kunstpflege manchem anderen voran, und vir bewilligen gern die in unserem StaatsHaushalt für diese Zwecke ausgeworfenen Beträge. Aber wir sind der Meinung, daß der Staat hier noch viel mehr thun muß, wobei wir uns allerdings in Bezug auf die Art, wie Staatsfonds am erfolgreichsten für die Kunst verwendet werden, unsere Kritik vorbehalten. Vor allem aber muß ausgeschlossen sein, daß sich der Staat irgendwie in die Ausübung der Kunst einmischt, indem er seine Machtmittel zu Gunsten dieser oder jener Richtung verwendet. Solche Versuche sind aber wiederholt unternommen worden. Insbesondere haben die Ultramontanen mit ihrer urreaktionären Auffassung vom Wesen der Kunst und ihren einfältigen Angriffen auf die„ materialistische" und" fittenlose" d. h. die von ihnen unverstandene naturwahre und schönheitsideale Dar stellung in Malerei und Plastik höchst blamable und widerliche Scenen herbeigeführt und uns Veranlassung gegeben, für die Freiheit der Kunst einzutreten, die ihr Lebenselement ist." Der Volksschule, die in Bayern vielfach hinter anderen Bundesstaaten zurückgeblieben ist, durch Rücksichtnahme der Regierung auf die klerifalen Wünsche geschädigt und durch die offeneir und versteckten Wünsche des Centrums bedroht ist, widmeten unsere Abgeordneten bei jeder Gelegenheit ihre Aufmerksamkeit, leider ohne praktische Erfolge zu erzielen. Sie forderten die Einführung der achtjährigen Schulzeit, die völlige unentgeltlichfeit, Berstaatlichung und Weltlichkeit der Schule, die" völlige Trennung von Schule und Kirche, die Sicherung der Stellung der Lehrer vor Willkür der Vorgesetzten, Berbesserung des Gehalts und der Pensionsbezüge der Lehrer. Die Haltung unserer Fraktion hatte zur Folge, daß heute auch in pädagogischen Fachkreisen Bayerns schon erkannt wird, daß es keine aufrichtigeren und entschiedeneren Freunde der Volksschule und der Lehrer giebt, als die Soeialdemokraten, und daß beiden in der socialistischen Gesellschaft eine weit höhere Würdigung zu teil werden wird, als dies im heutigen Klassenstaat der Fall ist. Die Trennung von Staat und Kirche wurde von den bahrischen Abgeordneten unserer Partei bei jeder Gelegenheit vertreten, den Fragen der Religion gegenüber wurde stets, auch bei Beratung des Kultusetats, die strengste Neutralität und Zurückhaltung eingehalten; dabei trat man aber immer für völlige Glaubens- und Gewissensfreiheit ein. Politische Nebersicht. Berlin, den 9. Mat. Gegenüber der Berteuerung der Lebensmittel, den Das Handbuch behandelt weiter den Militarismus, die Stellung Getreidezöllen und dem Unfug der Grenzsperren zum Zwecke der Bayerns zu Preußen, sowie auch parteitaktische Fragen( veränderte Preissteigerung, wurde von unserer Seite im bayrischen Landtag mit den Tattit"," praktische Politit"). Das Handbuch hat bedeutendes aus den Reichstags- Verhandlungen bekannten Argumenten angekämpft. Interesse auch über die bayrische Grenze hinaus. Wir wünschen, Aus der prattischen Thätigkeit auf dem Gebiete der Agrarfrage daß es unsern bayrischen Genossen bei den kommenden Wahlen Erist besonders zu erwähnen die Verteidigung der uralten Holz, folge gewinne. Streus, Weide und sonstigen Forstrechte, der Kampf gegen die die Landwirtschaft schwer schädigenden Uebergriffe des Jagdsports, das Eintreten für die staatliche Vieh- und Mobiliarversicherung, für VerUnd nun, wo uns noch sechs Wochen vom Schluß der Session staatlichung des Hypothekenwesens mit ausgiebiger Schuldentlastung und von der Ausschreibung der Neuwahlen trennen, ist die Social- auf Kosten des Kapitals. Treffend war die Kritik der staatlich demokratie die erste zur Stelle bei der Vorbereitung des Wahl- fubventionierten genossenschaftlichen Landwirtschafts- Bank, welche den tampfes. Soeben erschien im Formate des Handbuches für social- Kleinen gar nichts, den Mittleren etwas, den Großen und Größten demokratische Wähler eine 128 Seiten starte Schrift: Die Social- aber den Löwenanteil ihrer Mittel zuwendet und trotzdem die staatdemokratie im bayrischen Landtage 1898/99. Handbuch für Landtags- liche Subvention erhöht bekommt. Gegen die Ablösung der Bodenwähler. Herausgegeben vom Landesvorstand der socialdemokratischen zinje, die sich im wesentlichen als Riefengeschenke an die Reichen und Partei Bayerns."( Nürnberg 1899, Verlag von Wörlein u. Co., Reichsten darstellte, haben unsere Genossen entschieden Stellung ge Preis 75 Pf.). In dieser Arbeit wird die Thätigkeit der Fraktion nommen. Dem Gedanken einer berufsgenossenschaftlichen Organiauf Grund der Neden und Abstimmungen dargestellt; wie intensiv fation der Landwirtschaft stellte sich unsere Frattion sympathisch gedie Thätigkeit unserer Abgeordneten war, geht schon aus dem Um genüber. stande hervor, daß sie allein im Plenum rund 600 mal das Wort Mit Energie wurde anläßlich der Steuerreform für die Der deutsche Reichstag fonnte Dienstag mit dem römischen Staiser ausrufen: ich habe einen Tag verloren. Oder richtiger: einen Tag totgeschlagen. Fünf Stunden antisemitischer Schächtantrag, mit zwei einer langen und einer sehr langen- Reden Liebermanns von Sonnenberg. Der Rest ist Schweigen für uns. Und natürlich Ablehnung für den Reichstag, der übrigens durch Liebermann zum Geständnis seiner Beschlußunfähigkeit genötigt wurde. Morgen: Gewerbe Ordnungs Novelle, wenn der Reichstag sich diese Vergewaltigung bieten läßt. 1 Wirtschaftliche Gegensätze. ergriffen und circa 40 Anträge und Interpellationen gestellt haben. allgemeine Einkommensteuer, für die Erhöhung des steuerfreien So schwer es auch ist, über eine so vielseitige Thätigkeit im Existenzminimums auf 700 ftatt auf 500 m., gegen die indiretten Rahmen eines Artikels Rechenschaft zu geben, so wollen wir doch, Steuern, gegen die Versuche, durch maßlose und ungleichmäßige Be- no lon dem Handbuche folgend, das wichtigste hervorheben. Mehrfach haben steuerung einzelner Großbetriebe das Handwerk zu retten und für unsere Abgeordneten den zuerst ganz aussichtslos erscheinenden gründliche Schuldenkonversion eingetreten. Gegen die Entschädigung Kampf für ein besseres Bahlrecht, vor allem für Ab- für die Steuerfreiheit der Standesherrn werden unsere Abgeordneten uns noch geschrieben: schaffung des indirekten Wahlsystems und für Berücksichtigung des natürlich mit Entschiedenheit kämpfen. Bevölkerungszuwachses bei der Einteilung der Wahlkreise geführt; zuerst verschanzten sich die Gegner hinter der Ausflucht, daß, 10 lange die Regentschaft dauere, eine Verfassungsänderung nicht angängig sei. Schon daß diefer Vorwand endgiltig abgethan wurde, ist ein großer Verdienst der bayrischen Socialdemokratie. In der ersten Session des Landtages wurden die socialdemokratischen Wahlrechts- Anträge mit allen gegen 17 Stimmen abgelehnt, in der zweiten Session erhoben sich schon 53 Stimmen für uns und in der dritten Session, an dem Tage, der uns wegen des Todes unseres Grillenberger schmerzlich im Gedächtnis haftet, wurden unsere Anträge angenommen. Die reaktionäre Reichsratskammer verhinderte aber vorerst noch, daß ein dringlicher Wunsch des bayrischen Volkes Gesetz wurde. Die Kritik unserer Genossen an der Handhabung des bayrischen Vereins- und Versammlungsgesetes hat in erster Linie dazu beigetragen, daß Bayern heute ein wesentlich verbeffertes Vereinsgesetz befigt. Auch die entschiedene Besserung der bahrischen Fabrit aufsicht und der Berichte der Aufsichtsbeamten sowie deren Entgegenkommen den Beschwerden der Arbeiter gegenüber muß auf die parlamentarische Thätigkeit unserer Genossen zurückgeführt werden. Bayern befigt nun auch einen wenn auch bescheidenen Anfang einer Beteiligung der Arbeiter und der Frauen an der Fabrikaufsicht, woran ohne Anregung unserer Abgeordneten niemand gedacht hätte. Ueber die Ursachen des Zwistes Heyl- Stumm wird Es giebt zwischen den nationalliberalen Industriellen Die zahlreichen Mißstände in der Rechtspflege wurden öfters gebührend gewürdigt, dabei die Unvereinbarkeit des Juristenrechts Süd- und Mitteldeutschlands und den nationalliberalen bezw. mit dem Rechtsbewußtsein des Volkes betont, manch träftiges Wort reichsparteilichen Schlotbaronen der rheinisch- westfälischen über die Anwendung des groben Unfugparagraphen, über die An- Induſtriebezirke mancherlei Differenzen, nicht nur bezüglich wendung des ambulanten Gerichtsstandes, über die Untergrabung ihrer Anschauungen über die Arbeiterbewegung, sondern auch der Schwurgerichte gesprochen, und die argen Mißstände in bayrischen in manchen rein wirtschaftlichen Fragen. Der Einfluß des Gefängnissen nach Gebühr beleuchtet. ostelbischen preußischen Junkertums auf die Reichspolitik, Das in seinen meisten Bestimmungen durchaus veraltete bayrische seine ablehnende Haltung gegen so manche den Handel und Gemeinde, Heimat- und Armenrecht gab unserer Verkehr fördernde Unternehmungen, wie jest gegen das Frattion vielfach Anlaß zur Kritik und zu Besserungsvorschlägen. Mittellandfanal- Projekt, dann die den Bedürfnissen der Leider wurden dank der reaktionären Haltung des Centrums bloß geringfügige Erleichterungen beim Erwerb des Heimatsrechts durch- füddeutschen Staaten nicht weniger als entgegenkommende gesetzt und selbst die kleinste Besserung der Armenpflege abgelehnt. preußische Eisenbahnpolitik: das alles sind Dinge, die in Gegenüber der Feigheit der Liberalen und den schwarzen Plänen füddeutschen industriellen Kreisen vielfach recht verschnupft, der Klerikalen traten die Socialdemokraten mit doppelter Kraft für haben. die Freiheit der Wissenschaft und Kunst ein. Der Die wirtschaftlichen Verhältnisse jener slidlicheren IndustrieStandpunkt in diesen Fragen wird durch die folgenden Stellen im gebiete sind andere, wie die Schlesiens und selbst RheinlandHandbuche gekennzeichnet: Westfalens. Während sich im Süden zumeist eine zwar ausSo wird man uns denn stets bereit finden, unabhängig von der im übrigen von der Regierung gegen uns beobachteten gedehnte, aber nicht von großen Riesenbetrieben beherrschte Stellung, für Zwecke des Unterrichtes und der Industrie, eine mannigfaltig abgestufte städtische Entwickelung Bildung gern und reichlich zu geben. Ja, weit ent- neben einer fast ausschließlich für die städtischen Märkte fernt, die jetzigen bescheidenen Leistungen des Staatshaushaltes produzierenden, aus Klein- und Mittelbetrieben bestehenden bau vor. d Landwirtschaft vorfindet, herrscht in den rheinisch- westfälischen befizenden Klaffen gegen die freie Entwickelung der focias| Begeisterung in Altdeutschland bei ähnlichen Veranlassungen. Was Industriegegenden meist die in größtem Maßstabe listischen auf Interessen Homogenität zwischen Völkern und aber hier zu Lande besonders auffällig zu Tage trat, das war der betriebene Eisen- und Stahlindustrie, sowie der Berg- Individnen beruhenden Gesellschaft gebrochen werden soll. Sie Eifer einzelner Behörden, innerhalb ihres Verwaltungsbereiches die Die Klassenunterschiede treten hier demnach beschließen, aus allen diesen Gründen ihre Stimmen der Vorlage Bevölkerung zu ganz besonderen Kundgebungen und festlichen Vervorzuenthalten." anstaltungen zu veranlassen. schärfer hervor; die kleinstädtischen bürgerlichen Mittelschichten Der Minister des Aeußern, Junker de Beaufort, be- Am grellsten machten sich diese Bestrebungen bei den beiden mit überlieferten liberalen Anschauungen fehlen oder stehen schränkte sich auf einen furzen Proteft gegen die Erklärung. Der Ausflügen bemerkbar, die das Kaiserpaar von hier aus nach muter dem Einfluß der Großindustrie. Der Gegensatz zwischen Vorsitzende der Kommission, van Byland, protestierte und bat dem Bergkloster St. Odilien und nach der Ruine Hochkönigsburg Die Kreisdirettoren von Molsheim und Erstein dem„ Arbeitgeber" und dem Arbeiter ist schärfer und auf um Gottes Segen für die Friedenstonferenz, die er ein großes Er- unternahm. beiden Seiten ein bewußterer. Dieses Bewußtsein eines eignis naunte. hatten alles auf einen Empfang ersten Ranges vorbereitet. Da wurde tief in den Beutel der Gemeinden und in den jungen scharfen vorhandenen Klassengegensatzes aber hat wiederum zur Folge gehabt, daß das rheinisch westfälische Schlotjunker Tannenbestand der Wälder gegriffen, um die vom Kaiserpaar bes rührten Ortschaften in ein pompöses Festgetand zu fleiden. tum sich gegenüber den Bestrebungen seiner Arbeiterschaft an Junge Mädchen wurden zu Hunderten aus der ganzen Um und zusammengerufen in ihrer Landestracht zu jene Stonservativen anlehnt, welche die rücksichtslose Untergegentb Haufen drückung jeder selbständigen Arbeiterbewegung auf ihre Fahne auf den der den Plägen Dorfgemeinden aufgesteйt, geschrieben haben. des die gesamte Schuljugend, die Geistlichkeit, die Bürgermeister und Gemeindevertreter der beteiligten Streise aufgeboten, die Gen darmerie von weit her zusammengezogen: alles dies um des kurzen Augenblickes willen, während dessen das Kaiserpaar in rascher Fahrt durch die Dörfer fuhr, ohne dem Aufwand auch nur die geringste Aufmerksamkeit schenken zu können. Zu dieser Verschiedenheit zwischen den süddeutschen und rheinisch- westfälischen Industriellen trägt noch ein Zweites bei. So lange die deutsche Industrie in ihren meisten Zweigen sich noch nicht stark genug zum Export fühlte, so lange fie als nächstes Ziel noch die Aufgabe hatte, fich den einheimischen deutschen Markt zu sichern, begehrte sie nach Schutzöllen. Und in diesem Verlangen traf sie mit der oftelbischen Landwirtschaft zusammen, die auch unbedingten Schutz ihrer Produfte auf dem einheimischen Markt forderte. So fam jene bekannte Koalition zu stande, durch welche Schlot und Landjunker sich gegenseitig auf Kosten Nadau- Organ, die„ Neuesten Nachrichten", schreibt: Eine Frage und eine Antwort.. Das GroßindustriellenNadau- Organ, die„ Neuesten Nachrichten", schreibt: Der Vorwärts" veröffentlicht einen wutschnaubenden Artikel gegen Rußland wegen der Maßnahmen gegenüber Finnland. Es heißt darin: Neben der Leiche Polens die Leiche von Cirkassien freiheitglühenden Tscherkessenvoltes, die Leichen der deutschen Ostseeprovinzen, die Leichen Duzender von kleinen Rationalitäten. Staun Europa ruhig zuschauen?... Werden die Völker die Regierungen nicht drängen? Soll das Attentat des Zaren gelingen?" Das socialdemokratische Centralorgan fordert ein Einschreiten gegen Rußland. Wir nageln nur das Princip fest und dürfen, da felbstverständlich ein solches Interventionsprincip nur Sinn hat, wenn eine Jutervention auch mit starker Hand durchgeführt werden fanm, mum wohl erivarten, daß die Socialdemokratie fünftig statt gegen den Militarismus zu donnern, überall für träftige VerStärkung von Heer und Flotte eintreten wird. Deutsches Reich. Deutsches Gerlach und Göhre. Das Höchste leistete sich dabei der Kreisdirektor von Molsheim, Herr Swierssen; er ließ, wie uns zuverlässig mitgeteilt wurde, in den vom Kaiserpaar berührten Ortschaften seines Kreises bekannt machen, daß am Tage des Kaiserbesuches den Bauersleuten alle Arbeit auf dem Felde verboten sei und die Ortsbewohner sich in sonntäglicher Kleidung auf der Dorfstraße einzufinden hätten, unt dort bei der Durchfahrt des Kaiserpaares Spalier zu bilden. Die Antwort ist furz: ein Einschreiten gegen Rußland haben Wie Herr Swierssen seine Pflichten als Repräsentant der civilen der Konsumenten den Schutz ihrer besonderen Inter- wir nicht gefordert. Wenn man den Teufel am Kragen faffen will, Verwaltungsbehörde auffaßte, zeigte sich darin, daß er beim Eineffen garantierten. Die Entfaltung der Die Entfaltung der deutschen InBe- wendet man fich nicht an feine Großmutter. Was wir durch unseren treffen des kaiserlichen Ertrazuges auf Station Rosheim( der Herr dustrie in den letzten Jahren und das damit gestiegene Be- Protest erreichen und wofür wir die öffentliche Meinung gewinnen Kreisdirektor genießt den Borzug, Reserve- Offizier zu fein) dürfnis nach neuen Absahmärkten hat jedoch dieses wollen, ist, daß der deutschen Regierung tundgegeben in Stüraffieruniform sein Pferd bestieg und sich an die Spitze der zarte Verhältnis für einen Teil der Industriellen zu einer wird, nichfim Fahrwasser der russischen zu segeln Gendarmerie- Estorte jegte, die den Wagen des Kaiferpaares auf Bürde gemacht. Die vorwiegend landwirtschaftliche Produkte oder ihr gar einen moralischen Stidhalt zu geben. dem Wege nach dem Kloster St. Odilien begleitete. Daß der Geausführenden Länder, die deutsche Industriewaren aufnehmen Und nun eine Gegenfrage: will die Sippe der Neuesten meinderat des Städtchens Schlettstadt dem Kaiser die herrlich tönnten, haben sich natürlich die Verschließung des deutschen Nachrichten" eine Verstärkung des Heeres und der Flotte, um der gelegene Schloßruine Hochtönigsburg, die vor einigen JahrMarties nicht ruhig gefallen lassen. Sie haben mit Repressalienuifischen Vergewaltigungs- und Erobererpolitit zehnten von der Gemeinde um den Preis von 150 000 Frs. angefauft worden war, zum Geschenke machte, ist unterdessen wohl befannt geantwortet, indem sie für die deutschen Industrie- einen Damm zu jezen? – Oder um felber geworden. Nicht ebenso dürfte dies bezliglich der Ansprache der Fall waren höhere Zölle festsetzten und so diesen die Kon- russische Politit treiben zu können? istoilla's fein, welche der Bürgermeister der Gemeinde bei diesem Anlaß an furrenz auf ihren Märkten erschwerten. Gerade die Jilted as brinden Kaiser richtete und in welcher er diesen bat, die Burg als die füd- und mitteldeutschen Industrien werden aber von drops sid min mächtigste Zeugin alter Ritterherrlichkeit im Wasgenwalde allerdiefent Vorgehen ain schwersten betroffen; während guädigst aus den Händen der Stadt als 8 ei heu treuer Unterdie rheinisch- westfälische Eisen- und Stahlindustrie zur FernDie Seifische Landeszeitung", das in Marburg er- hänigteit anzunehmen, auf daß die Burg wieder werde, was haltung der englischen und amerikanischen Konkurrenz und scheinende und von Herrn v. Gerlach herausgegebene Organ bere, war in der Zeit, aus der die erste Stunde über sie aus der Gefchichte zu uns dringt: Eigentum des Landgrafen von zur Durchführung ihrer Syndikatspolitik des Zollschutes nicht National- Socialen findet auf unseren Artikel über Pfarrer Naumann Elsaß, der Gott sei Dant nun auch unser Kaiser ift." entbehren zu können vermeint, und also trop mancher Ver- und den Austritt Göhres folgende Antwort: Kaiser Wilhelm hat nicht verfehlt, bei seinem Scheiden aus dem stimmungen über die Ansprüche des ostelbischen Junkertums" Der„ Vorwärts" bemängelt insbesondere folgenden, durch- Elsaß der Bevölkerung seinen Dant für die zahlreich bethätigten an der Soalition festhält. So erklärt sich, daß gerade in den aus zutreffenden Satz Naumauns:„ Es giebt teinen einzigen Fall, herzlichen Kundgebungen und Begrüßungen" aussprechen zu lassen. füddeutschen Handelsblättern und Handelskammer- Berichten wo wir ein praktisches Arbeiterinteresse nicht mit Es wäre au der Zeit, diese Anerkennung des gefeglichen Sinnes der allen uns verfügbaren Mitteln vertreten hätten". Demgegenüber fich eine gewisse Abneigung gegen den Einfluß der Agrarier auf die Reichsregierung geltend macht. Allerdings sprechen die noch immer auf dem Lande lastenden Ausnahmegesege, spielt der Vorwärts" einige Reichstagswahlkreise aus, wo die reichsländischen Bevölkerung dadurch in Thaten umzusetzen, daß man National- Socialen in der Stichwahl nicht den Socialdemokraten, zuvörderst die außerordentlichen Gewaltbefugnisse des Diktaturja neben diesen Motiven noch allerlei partikularistische sondern den Nationalliberalen gewählt hätten. Sie hätten Strömungen und Verkehrsfragen mit. also gegen die praktischen Arbeiterinteressen" gehandelt. Hier- paragraphen, aufhebt. gegen ist zu sagen: erstens müssen wir National- Socialen Mit dem Erdrosselungsgesetz für Großbazare ist es also bestreiten, daß das praktische Arbeiterinteresse" allein oder vorläufig noch nichts. Die Nordd. Allg. 8tg." schreibt:„ Die Not auch nur am besten von den Socialdemokraten vertreten wird; wendigkeit der sorgfältigsten Prüfung aller bei dem Erlaß eines im Gegenteil sind ihre oft maßlos einseitigen Forderungen mur Geseges über die Besteuerung der großen Warenhäuser, Bazare usw. zu ſehr geeignet, das Interesse der Arbeiterschaft zu beeinträchtigen. in Betracht kommenden Verhältnisse, wie sie unter anderem durch Zweitens aber können wir nicht anerkennen, daß die Wahr die Einholung von Gutachten kaufmännischer und anderer Korpora nehmung der Arbeiterinteressen, so wichtig und bedeutungsvoll fie tionen in die Wege geleitet ist, läßt es als ausgeschloffen erscheinen, allezeit für uns gewesen sind und sein werden, der einzige Zweck, daß dem Landtage noch in der gegenwärtigen Tagung ein entdie einzige Aufgabe unserer Politit sein könnten. Neben dem fprechender Gesezentwurf vorgelegt wird." Socialen steht uns das Nationale, und hier scheiden wir 11118 von der Socialdemokratie principiell. Da letztere das weiß, so ist es von ihr zum mindesten naiv, anzunehmen, daß wir bei Stichwahlen nichts anderes zu thun hätten, als ihr den Steigbügel zu halten. Vielmehr entscheidet sich unsere Stellung nahme von all zu Fall. Das logischte ist, wennt man durch das Ergebnis der Hauptwahl ausgefallen ist, sich der weiteren Wahl zu enthalten. Will man aber doch wählen, so befindet man sich unter allen Umständen in einer 3wangslage, die für politische Zwecke auszubeuten nicht gerade sehr ehrlich ist. Dann fommt die Theorie vom tleineren lebel zur Anwendung, und für den National- Socialen tann dies unter Umständen ein Nationalliberaler sein, der sich auf freiheitliche Grundsätze verpflichtet, gegenüber einem radikalen, politisch unfruchtbaren Socialdemokraten. Haben die National- Socialen demnach so gehandelt, wie der Vorwärts" schrieb, so haben sie nicht das mindeste Arbeiterinteresse" preisgegeben, fie haben aber gezeigt, daß fie feineswegs gesonnen sind, sich in irgend ein Trabantenverhältnis zur Socialdemokratie hineinpressen zu Taffen. Das hat es bisher nicht gegeben und wird es auch in Zukunft nicht. Der Vorwärts" möge sich das gesagt sein lassen." d Immerhin haben sich dort wirtschaftliche Interessengegensäke herausgebildet, die mit dem Anwachsen der deutschen Exportindustrie stetig steigen müssen und die-- so verfrüht es heute auch noch sein mag, von ihnen eine baldige Auflösung der Zollschus Koalition zu erwarten für unsere für unsere zukünftige deutsche Wirtschaftspolitik von schwerwiegender Bedeutung sind. Wie weit diese Gegenfäße bereits gediehen sind, müssen die nächsten Handels- und Zollvertrags- Verhandlungen lehren. Selbst wenn die famose Stoalition zwischen Kraut- und Schlotjunkertum nur zum Teil in die Brüche ginge, wäre das für unser politisches Leben schon ein bedeutender Gewinn. Herrenhaus. Das Herrenhaus trat Dienstag nach mehrwöchentlicher Bauje wieder zusammen, um den Bericht der Kommission zur Borberatung des Gesezentwurfs betreffend die Anstellung und Ver= forgung der Sommunalbeamten entgegenzunehmen. In höchst einförmiger und langweiliger Debatte pflichtete das Haus unter Ablehnung aller Abänderungsanträge durchweg den Kommissionsbeschlüssen bei. Morgen stehen Nachweise mud Petitionen auf der Tagesordnung.Socialdemokratie und Friedenskongreß. Kimmst Die Erklärung van Kols in der Niederländischen Kammer, die er im Namen der Vertreter der Socialdemokratischen Arbeiterpartei in Bezug auf die Friedenskonferenz abgab, hatte nach dem Hamburger„ Echo" folgenden Wortlaut: 1100 in Erwägung, daß die hier abzuhaltende Abrüstungsfonferenz einberufen ist infolge Initiative des russischen Kaisers, des Trägers des strammst en Absolutismus in Europa, in dessen Namen tausende Kämpfer für die geistige und ökonomische Erhebung seines Voltes verfolgt, gemartert und ermordet worden find; a in Erwägung, daß der Zar, nach der Versendung des Cirkulars für diese Konferenz, rajtlos hat fortarbeiten lassen an der Vergrößerung Weltmachtpolitit. seiner Armee und seiner Flotte, wodurch er die anderen Mächte berpflichtete, auch ihre Bewaffnung zu erweitern, und nebenbei unter Schändung geschworener Eide Finland zwang, seine Armee zu verfünffachen; n Miquel'sche Sammelpolitik versuchen die Berliner Politi schen Nachr." zu treiben. Sie werfen es der Kölnischen Beitung" hart vor, daß sie in der Kolonialfrage die Industrie gegen die Landwirtschaft ausspiele: Es liegt doch klar auf der Hand, daß, wenn man die agrarischen Gegner der Kanalvorlage als hungrige Junker" bezeichnet, als Antwort der Hinweis auf die an der Berlage beteiligten Interessen des rheinisch- westfälischen Industriereviers erfolgt. Mit einer solchen Art der Polemik fördert man die Kanalvorlage nicht, man bereitet ihrem Zustandekommen so ernste Hindernisse, daß man auf den Gedanken kommen könnte, der Artikelschreiber der Köln, 8tg." wolle der Vorlage hinterrüds ein Bein stellen. 4 Vor allem aber bedenklich und direkt den Interessen der Industrie im höchsten Grade schädlich erscheint es, wenn in der Köln. 3tg." angeblich namens der Industrie eine Kampfstellung eindie Vertretung landwirtschaftlicher Juteressen gegen genommen wird. Mit wem anders als mit den Vertretern solcher Interessen könnte die Industrie hoffen, eine Wirtschafts- und 8ollpolitit durchzuführen, bei welcher ihr der notwendige Schutz gegen die ausländische Konkurrenz zu teil wird? Jene Frontstellung gegenüber den Vertretern landwirtschaftlicher Interessen ist daher durchaus nicht mit den wirklichen Interessen der Industrie zu vereinbaren." Miquels Organ ist zwar für den Kanal, aber es tämpft gegen die Kanal freunde für die Kanal gegner. Weiß man immer noch nicht, auf welche Seite man zu fallen hat? er Die Interzeichneten, Bertreter der Socialdemokratischen ArbeiterDie Landeszeitung" erflärt es für das logischte", daß partei in der Zweiten Kammer der Niederländischen General Staaten: Rational- Sociale fich bei Stichwahlen zwischen Socialdemokraten Ueberzeugt, daß die stets steigenden Ausgaben für Militär. und Nationalliberalen der Abstimmung enthalten. Sie erklärt beide Sie kommt zu dieser Erzwecke die Volkswohlfahrt in ihrer 23urze L treffen und Parteien für gleich ablehnungswürdig. die intellektuellen und ökonomischen Kräfte der Bevölkerung auf flärung, indem sie einerseits der Socialdemokratie, ganz nach Art Die Socialpolitik der Herrenhändler. Die Kommission umproduktive Weise aufgehren, aus welcher Urfache fie denn auch der rüdsichtslosesten Feinde jeglicher Socialreform, Maßlofigkeit" in stets in dieser Kammer der Vermehrung der Militärlasten entgegen der Vertretung der Arbeiterinteressen vorwirft, während jeder anständige bes Herrenhauses hat sich Montag mit den Anträgen getreten und ihre Stimmen den Kriegs- und Marinebudgets versagt nichtsocialdemokratische Politiker zugesteht, daß ohne das von Below Saleste und Graf Pfeil betr. die sogenannte zahmer Zimperlichkeit freie Fordern der Socialdemokratie überhaupt Fürsorge für die schulentlassene Jugend beschäftigt haben; nichts auf dem Gebiete der socialen Reform erreicht worden wäre; und sich auf folgenden Beschluß geeinigt: Die Regierung auf andererseits beweist die Landesztg." die Logit ihres Verhaltens mit zufordern, dahin zu wirken, daß 1. für die schulentlassene männliche dem Lobgesang auf das Rationale", das jie der Socialdemokratie und weibliche Jugend bis zum Alter von 17 Jahren der Aufenthalt abspricht, weil sie darunter ein kulturwidriges Fördern eines völker in Schantstätten, namentlich in denjenigen, in denen Branntwein Das national- sociale Blatt verschänkt wird, verboten werde, 2. an die engeren und weiteren verwüstenden Militarismus versteht. hält für das logischte" die Zusammenschweißung des Unverein Kommumal- Verbände eine Anregung ergehe, daß sie Eins baren", der socialen Wirtschaftspolitik und der raffentrieg schürenden richtungen treffen oder mit öffentlichen Mitteln unterſtüßen, welche den genannten jungen Leuten die Möglichkeit bieten, an Sonn- und So groß aber der Unsinn dieses Logischten die National Festtagen in anregender Weise eine erfrischende und veredelnde Socialen haben nicht einmal das gethan, was zu thun ihre Logit Unterhaltung zu erlangen. Der ursprüngliche Antrag befaßt sich von ihnen verlangt. Sie haben sich nicht einmal der Abstimmung ad 1 nur mit der männlichen Jugend bis zum 18. Jahre und ententhalten. Sie haben auch nicht von Fall zu Fall" ihre Ab- hielt keinen besonderen Hinweis auf Branntweinschänken; Sie find mit fliegenden beanspruchte ferner ad 2 die Hergabe von Staatsmitteln. als Nachfömmlinge des Volfes, das einmal achtzig Jahre lang Stimmung verschieden fallen lassen. Da Am 12. Mai werden die Herrschaften geruhen, ihr warmes Herz das nationalliberale Lager übergegangen. den Kampf für seine Rechte und Freiheiten gegen einen wortbrüchigen Fahnen in Fürsten führte, sprechen wir dem Volt Finnlands unsere ihnen niemand ein" Trabantenverhältnis zur Socialdemokratie" für die ländliche Jugend zu offenbaren, die in Klubs der Harmlofen Sympathie aus und erheben Protest gegen die Rechts- und zumutete, begaben sie sich freiwillig und mit deutsch- studentischem faserniert werden sollen. Wir können uns also auf eine ebenso Hurrageschrei in das Trabantenverhältnis zum Nationalliberalismus, erfrischende wie veredelnde parlamentarische Unterhaltung gefaßt Freiheitsverletzung, die gegen dasselbe begangen worden; in Erwägung, daß die meisten Mächte, die an dieser Konferenz der zweideutigsten, ideallosesten aller deutschen Parteien. In Leipzig machen. Auf nene Marinevorlagen richtet sich die Kruppsche teilnehmen sollen, fortschreiten auf dem Wege der imperialisti 3. B., wo als jocialdemokratischer Kandidat Dr. C. Schmidt auftrat, Sie soll durch weitere Grundfchen Politik und dadurch der Kriegsgefahr immer neue Nahrung der als ruhiger Politiker gilt, gingen die Mannen des Pfarrer Germaniawerft in Kiel ein. Naumann mit fliegenden Fahnen zu dem nationalliberal- ftidsankäufe in dem Maße vergrößert werden, daß mindestens zuführen; tonstatirend, daß der Krieg eine notwendige Folge des antisemitischen Wählergemisch des Professor Hasse über, dessen Partei 7000 Arbeiter, etwa die dreifache Zahl der gegenwärtig dort ökonomischen und politischen Intereifentampfes so oft gegen das Reichstagswahlrecht geifert, dessen politische Arbeitenden, beschäftigt werden können. ist, der unter dem heutigen Produktionssystem Mensch gegen Mensch Freunde das voltsentrechtende Dreitlassen- Wahlsystem in Sachsen und in Leipzig geschaffen haben. und Volt gegen Volt in Harnisch setzt; Wenn die Landesztg." in dieser Abstimmung ein Vertreten fönnen die Unterzeichner von dieser DiplomatenIonferenz, wo weder über politische noch ökonomische Verhält- eines praktischen Arbeiterinteresses mit allen verfügbaren Mitteln" nisse beraten werden, und die hinter verschlossenen Thüren ab- sieht, so zeigt sie, daß sie praktische Arbeiterinteressen vertreten" gehalten werden soll, weder unmittelbare noch spätere das Verraten der Arbeiterklasse an ihre ärgsten Feinde nennt. Wir danken dem Blatt des Herrn v. Gerlach für diese Selbstzeichnung. Erfolge erwarten. Die Verteidigung der national- socialen Partei durch die Der Bochumer Knappenbund- Impreffario Pfarrer Weber Sie erachten es selbst für nicht unmöglich, daß im Verein mit dem ausgesprochenen Zweck, die Kriegsrüstungen auf der gegen- effische Landesztg." ist die schärfste Anklage gegen die national- trat unter den geistigen Einfluß des Bergmannes Fürtötter, der in svärtigen Höhe zu halten, die Konferenz dienstbar gemacht werden sociale Bartei. Wir wissen nicht, ob Herr v. Gerlach in Berlin an der tonstituierenden Bersammlung von sich erzählte, er sei früher jocial emotratischer Agitator gewesen. Als ihm aber soll, um durch Einschränkung der Anwendung der neuesten Mord- dieser Marburger Auflageschrift beteiligt ist. einer er hervorragendsten socialdemokratischen technit dem zuvorzukommen, daß durch die Entwickelung dieser FiFcer einmal fagte: Wenn es zur Umwälzung kommt, dann Technik selbst der Krieg numöglich wird. Sie erklären, ketu wirkAus Straßburg wird uns unterm 8. Mat geschrieben: müs en fich zunächst die jüngeren Genoffen gegenseitig aba fameres Mittel zur Bekämpfung von Krieg und Milita rismus zu kennen, als die Organisation der Arbeiter Kaiser Wilhelm hat gestern nach dreitägigem Aufenthalt die Stadt murksen, damit die alten Genossen das Heft in den Händen bes Die Haltung der elsässischen Bevölkerung halten," da habe er fich gesagt: solche Bestialität tannst Flaffe im Klassenkampf, zur Eroberung der politischen Straßburg verlassen. Macht des Proletariats, wodurch der Widerstand der gegenüber dem kaiserlichen Gaste unterschied sich durch nichts von der du nicht mitmachen. " Der Kaiser in Elfak- Lothringen. " 1 ,, Oberster Bergherr." Der„ evangelische Knappenbund", der sich am Sonntag in Bochum gründete, hat mit einem Hoch auf den Staiser, als den„ obersten Bergherrn" geschlossen. Wenn die staatsrechtlichen Anschauungen der Frankfurter Straf tammer maßgebend werden sollten, so wird fünftig die Kritik eines Bergwerksbetriebes möglicherweise als Majestätsbeleidigung aufgefaßt werden. Wir können das dem evangelischen Knappenbündler nicht vers denken. Wir verstehen es, daß er schleunigst aus der Socialdemotratie ausgetreten ist, um nicht in die Verlegenheit zu kommen, sich gegenseitig abmurksen zu müssen. England. Rußland. letzten Tagen in Petersburg, wie man uns berichtet, vorNeue Verhaftungen aus politischen Gründen sind in den Neue Verhaftungen aus politischen Gründen sind in den genommen worden, doch ist zur Zeit noch nichts Näheres weder über den Umfang, noch den Anlaß bekannt. Ferner wird uns mitgeteilt, daß in Wilna( Westrußland) am " der Kommission im verneinenden Sinne entschieden. Ueber die im Zur Krise in der liberalen Partet. Wie nachträglich be- Gegenproteft angeführten Punkte hat die Kommission bereits Errichtet wird, hat Harcourt auf einem Bankett der wallisischen hebungen beschlossen und zwar durch eidliche Vernehmung der im Parlamentspartei die Stede, welche Lord Rosebery am 5. d. w. Brotest benannten Zeugen und informatorische Vernehmung der Ein Zwischenfall wurde am Dienstag im Reichstag durch im City Liberal Klub gehalten hat, scharf fritisiert. Er sagte, die Befchuldigten. Die Kommission war der Ansicht, daß es sich erübrige einen Tribünenbesucher herbeigeführt. Wir berichten darüber im Rede sei eine Aufforderung, das ganze von Gladstone der liberalen noch weitere Zeugen zu vernehmen. Barlamentsbericht. Der Tribünenbesucher wurde als der 23 Jahre Partei hinterlassene Erbe aufzugeben; die Partei würde verdienen, alte Adolf Brand aus Neu- Rahnsdorf bei Berlin dem Untergange anheimzufallen, wenn sie auf solche Ratgeber Gewerbe- Ordnung. In der Neichstags- Kommission für die festgestellt. Die Papiere, die er in den Saal hinabschleuderte, be- höre. Gewerbe- Ordnungs- Novelle wurde Dienstag der neu standen aus Exemplaren einer von ihm verfaßten Broschüre„ Ein beantragte§ 139e( Ladenschlußstunde) beraten und in folgender Fall Dreyfus in Deutschland", worin der Fall des Stabsarztes Dr. Sternberg behandelt wird in Form von Eingaben an verschiedene beteiligten Geschäftsinhaber durch ortsübliche Bekanntmachung oder beteiligten Geschäftsinhaber hat die höhere Verwaltungsbehörde die Form angenommen:„ Auf Antrag von mindestens einem Drittel der Behörden. Der Verfasser sucht durch diese Eingabe eine Anklage gegen sich selbst herbeizuführen, um mittels Wahrheitsbeweises für besondere Mitteilung zu einer Aeußerung für Aeußerung für oder gegen feine Behauptungen festzustellen, daß die Entmündigung des Stabsdie Einführung des Ladenschlusses aufzufordern. Erklären sich arztes Dr. Sternberg 1. 8. zu Unrecht erfolgt sei. 1. Mal eine Arbeiterversammlung im Balbe von der Polizei über kann die höhere Verwaltungsbehörde die en morgens givei Drittel der Abstimmenden für die Einführung, so Bismarck und Bötticher. In Caprivi Erinnerungen, die entsprechende Professor v. Schulte veröffentlicht, erzählt der Gelehrte, er habe rascht worden ist, wobei gegen 200 Personen, zum größten Teil ordnung treffen. Von 9 Uhr abends bis 5 Uhr morgens müssen Verkaufsstellen für den geschäftlichen Verkehr gezu Caprivi feine Verwunderung darüber geäußert, daß dieser die rauen, berhaftet worden sind. schlossen sein. Der Bundesrat ist befugt, Bestimmungen darüber Entlassung Bismards gegengezeichnet habe, weil dadurch das Eigene Amerika. zu erlassen, in welchem Verfahren die erforderlichen zwei Drittel der tümliche feſtgeſtellt worden, daß es gleichzeitig zwei Reichskanzler Die Friedensvorschläge der Amerikaner den Philippinos Geschäftsinhaber zu ermitteln find." Die folgenden neuen§§ 189 gegeben habe. Caprivi erwiderte:" Ich habe die Entlassung auf ausdrücklichen Wunsch Bismarcks unterzeichnet, weil mir Bismard gegenüber gehen dahin, daß Amerika einen Generalgouverneur er f, g, h, i( Befugnisse des Bundesrats und der Polizeibehörden zum erklärte, er möge v. Böttichers Unterschrift nicht darauf haben." nennt, dieser ein aus Amerikanern und Philippinos gemischtes Mi Erlaß von Durchführungsverordnungen) wurden nach der Vorlage Herr v. Bötticher aber hat, wie es scheint, auch diese Alechtung misterium beruft und daß das Ministerium bem Philippinenparlament angenommen und zu§ 189 i ein Busay, wonach in Fabriken die unbeschädigt überstanden. verantwortlich ist. Das aktive Wahlrecht soll jedem des Lesens und regelmäßige Lohnzählung nicht am Sonnabend oder Sonntag stattSchreibenskundigen majorennen Bürger zustehen, das passive finden darf. Die Beratungen werden Mittwoch fortgesetzt. Für eine Verdoppelung der Flotte über die durch die von einer noch zu bestimmenden höheren Altersgrenze ab Die Kanalkommission verhandelte am Dienstag über den Flottenvorlage bewilligten Schiffe hinaus treten die Berl. Neueft. hängig sein. Der Generalgouverneur empfängt das Betorecht gegen Wert der Kanäle für die Landesverteidigung. KriegsNachr." energisch ein. alle Barlamentsbeschlüsse, welche die Beziehungen des Landes zu minister v. Goßler mit drei Offizieren vom Generalstab war erSteckt hinter diesen Artikeln, fragt die Freis. 8tg.", auch wieder Amerika berühren. Die Vorschläge sind im wesentlichen auf ein schienen. Auf die Frage, ob die Wasserstraßen im deutsch- französider bekannte Admiralitätsrat, oder sind hierbei bloß die Geschäfts- amerikanisches Protettorat über die autonome Verwaltung des schen Kriege für Transporte nach Frankreich hinein benigt worden interessen der Befizerin der Berl. Neuest. Nachr.", der Firma Tagalenreiches zugeschnitten. Auf sie eingehen dürften die Philippinos feien, erividerte Kriegsminister v. Gozler, daß damals noch keine Krupp, für die Lieferung von Panzerplatten und Schiffsgeschützen aber nur, wenn ihnen im Ministerium die Mehrheit gesichert wird. einheitliche Organisation der Wasserstraßen bestanden habe. Es maßgebend? Vorläufig haben sie, von argem Mißtrauen erfüllt, auf den Vorschlag der sei fein Zweifel, daß eine bessere Ausmuzung der Wasserstraßen Nationalliberale und Reichstage Wahlrecht. Zu dem amerikanischen Philippinen- Kommission noch gar nicht geantwortet. für uns sehr nüglich gewesen wäre; auf den Eisenbahnen gestern gewürdigten Vorschlag, miter dem Dedblatt eines Drei Mac Kinley aber trifft alle Borbereitungen, um die Ungelegenheit rasch sei eine Menge Getreide einfach verfault. Bei Benutzung des Rheinalter- Wahlrechts das Drei klassen Wahlrecht für den Reichstag zu beendigen, wenn sich eine Geneigtheit bei den Philippinos Marne- Kanals hätte die Belagerung von Paris einige Monate früher einzuführen, bemerkt die nationalliberale„ National- Beitung": zeigen sollte. Zu diesem Zwecke ist schon jetzt ein außerordentliche beginnen können. Man habe aus den Fehlern gelernt und eine neue Es liegt kein Anlaß vor, jetzt, wo eine Abänderung des Session des Kongresses für den Frühherbst in Aussicht genommen. Organisation geschaffen. Der Generalstab habe sich eingehend mit Wahlsystems praktisch ausgeschloſſen ist, in eine nähere Erörterung Bis dahin hofft man mit Aguinaldo und seiner Regierung zu einer der Frage in jahrelangem Studium beschäftigt und die Gefichtsdes Hecklerschen Vorschlags einzutreten; er ist aber jedenfalls Berständigung zu gelangen. Man hofft, aber irgend welche Gewähr pimitte für die militärische Benutzung der Wasserstraße in einem interessant, und sollte die Frage der Wahlrechts- Steformt für Erfüllung der Hoffnungen liegt in dem gegenwärtigen Stande Werke zusammengestellt. Man werde bestrebt sein, im nächsten wieder einmal in den Vordergrund treten, so wird er nicht un der Dinge nicht. beachtet bleiben." Man hört aus dem Satz deutlich die nationalliberale Sehnsucht, daß der„ interessante" Vorschlag baldigst in den Vordergrund" treten möchte. Der Diskont der Reichsbank ist von 41/2 auf 4 Proz., der Lombard Bins fuß für Darlehne gegen Verpfändung von Effekten und Waren auf 5 Broz. ermäßigt worden. Eine bekehrte Prinzeffin. Die Herzogin Jutta von Medlenburg- Strelik beab fichtigt auf Anregung ihres Bräutigams, des Erbprinzen Danilo von Montenegro, zur griechisch- katholischen Kirche überzutreten. Seine jüngste turze Anwesenheit in Berlin benuzte der Erbprinz, um mit dem Probst Malzew hierüber das nötige zu vereinbaren. Der Uebertritt soll in Berlin erfolgen und an ihn sich die Bermählung Inüpfen, die aber nicht in Berlin, sondern in Cetinje im Herbst stattfinden soll. In jenen Kreisen nimmt man es eben peinlich ernst mit religiösen Fragen. Man ist bemüht, dem Volte die Religion zu erhalten. Deswegen prüfen Prinzessinnen unablässig ihr Gewissen, und sowie sie entdecken, daß sie nicht mehr auf dem Boden des evangelischen Glaubens stehen, sondern sich von der Richtigkeit einer anderen Religion überzeugt haben, so treten sie unverzüglich zu dieser über. Ein glücklicher Zufall will es, daß sie immer im Stadium dieser Gewissenstrise einen Lebensgefährten aus der eben erforenen Religionsgemeinschaft bekommen. " Chronik der Majestätsbeleidigungs- Prozesse. Washington, 8. Mai. Die chinesische Regierung hat dagegen Einspruch erhoben, daß das Gesetz betreffend das Verbot der Ein wanderung von Chinesen auch auf Kuba angewendet wird. Parlamentarisches. Kriege vielen Nutzen aus den Wasserstraßen zu ziehen. Für den Truppentransport könnten die Kanäle nicht in Frage kommen, aber eine Reihe von Kriegsbedürfnissen sei auf die Benutzung der Wasserstraßen angewiefen. Das großartigste Beispiel für die Benutzung der Wasserstraßen im Kriegsfalle sei der Feldzug der Engländer im Sudan. Für den Transport von Kranken und Verwundeten seien die Wasserstraßen geradezu unentbehrlich. Oberst Bud de erinnerte daran, daß 1883 Feldmarschall Graf motte auf den militärischen Nutzen einer Verbindung der Wasserwärtigen Chefs des Generalstabes die Erklärung ab, daß, wenn der Kanal gebaut würde, die Landesverteidigung davon großen Nutzen haben würde. Auf den Einwand des freikonservativen Abg. Stengel, müsse das Reich zu den Kosten herangezogen werden, erwiderte wenn der Kanal wirklich eine so hohe militärische Bedeutung habe, Minister v. Miquel, er glaube nicht, das es gelingen würde, das müsse das Reich zu den Kosten herangezogen werden, erwiderte eich heranzuziehen. Die Hauptbedeutung des Kanals liege auf wirtschaftlichem Gebiete, wenn der Kanal auch eine hohe militärische Bedeutung habe. Postgesetze. In der Postkommission des Reichstags wurde Dienstag die Beratung der Novelle zum Poft gefe fort gefeßt. In der ersten Lesung war im Artikel 2 der Abjat, betreffendstraßen hingewiesen habe, und gab schließlich im Auftrage des gegen die Einschränkung der Beförderung durch Expreßboten gestrichen worden. In der Regierungsvorlage ist die Expreßbeförderung mur wie folgt zugelassen:„ Ein Expresser darf nur von einem Absender abgeschickt sein, postzwangspflichtige Gegenstände nur bis zum Gesamtgewicht von 5 Kilogramm befördern und dem Postzwang unterliegende Gegenstände weder von anderen mitnehmen, noch für andere zurückbringen." Abg. Dr. Oertel( f.) beantragte nun die Wiederherstellung der Bestimmung, doch fügte er die Einschränkung hinzu, daß ein Erpresser nur über 30 kilo. meter vom Absendungsorte hinaus" Gegenstände befördern darf; jedoch bis zum Gesamtgewicht von 15 Ai Lo gramm. Für den Antrag Oertel treten nur v. Staudy und Böckel ein. Bei der Abstimmung fällt der Antrag mit 6 Stimmen, die Regierungsvorlage wird einstimmig abgelehnt, es bleibt also bei dem Beschluß erster Lesung, daß die Expreßbestellung wie bisher gestattet ist. Geheimer Nat Abg. Graf Limburg Stirum verkennt nicht, daß der Mittellandkanal eine gewiffe Bequemlichkeit für die Landesverteidigung biete, aber durchschlagende Bedeutung habe der Kanal nicht für den Kriegsschauplatz im Often oder im Westen. Hierauf wurde die Beratung auf Freitag vertagt. Partei- Nachrichten. Polizeiliches, Gerichtliches usw. Strafbefehle über je 10 M. haben die Genossen Pistorius und Bater in Magdeburg bekommen, weil sie dadurch zu unbefugten Sammlungen aufgefordert haben sollen, daß sie Quittungen über Gelder veröffentlichten, die ihnen ohne Aufforderung übergeben worden waren. Das Schöffengericht, dessen Entscheidung sie angerufen hatten, bestätigte die Strafbefehle. Art. 3 untersagt den Betrieb der Privatposten vom 1. April 1900 ab. Hierzu liegen die in voriger Sigung von den Vertretern Bayerns und Württembergs abgegebenen Erklärungen vor, daß sie in der Totenliste der Partei. In Dresden starb der ParteiFaffung des Artikels feinen Eingriff in die verfassungsmäßigen genosse Emil Matthes, in dem die Partei einen treuen MitIn Danzig war ein Kasernenwärter Zuka von den Soldaten Reservatrechte erblicken und auch in sachlicher Beziehung mit den fämpfer verliert. Er war stets bereit, sich in den Dienst der Partei scherzweise, We on arch" genannt worden; er hatte sich gegen diese Die Abgg. Mii Iler Sagan, Dr. Hasse und Dies treten für Kommissionsbeschlüssen der ersten Lesung einverstanden sind. zu stellen. Bezeichnung gewehrt, weil er meinte, das Wort„ Monarch" bezeichne die Buchhändler Bestellanstalten ein. in bestimmten Gegenden eine besonders schlechte Art Arbeiter, die im Leben Schiffbruch gelitten haben. Thatsächlich ist der Ausdruck„ Monarch" Aschenborn setzt auseinander, daß für die Buchhändler- Bestellin vielen Gegenden die landläufige Bezeichnung für Wanderarbeiter; anstalten kein Grund zu Befürchtungen vorliege. Die bisherige Art namentlich werden in Schleswig- Holstein die Chauffeearbeiter so ge- der Bücherbeförderung werde ihnen auch in Zukunft gestattet sein. nannt. Hier wurde mum aber die Sache ernsthaft aufgefaßt. Der Art. 3 wird mit einer redactionellen Abänderung gegen 3 Stimmen Kasernenwärter verlor sein Amt und wurde wegen„ Majestäts- in der Fassung erster Lesung bestätigt. Zu Artikel 4 A, Ent beleidigung" angeklagt. Der Staatsanwalt beantragte sechs schädigung der Privatpoftanstalten, der in erster Lesung unverMonate Gefängnis und ein Jahr Ehrverlust! Der Gerichtshof sprach ändert nach der Vorlage angenommen war, beantragt Prinz Vier Beleidigungsklagen auf einmal wurden am Diensden Mann vernünftigerweise frei. Selbst ein so gutgejinntes" Blatt renberg( C.), bei der Feststellung des entgangenen Gewinns tag dem verantwortlichen Redacteur des Sächsischen Voltsblattes", wie die Tägl. Rundschau", hält die Auflage für ganz verfehlt. den Reingewinn des ersten Geschäftsjahres nach Errichtung der An Genossen Trognig in Zwickau, zugestellt. Er soll einen Gendarmen, " Denn wenn überhaupt irgend eine Majestätsbeleidigung in Frage ſtalt nicht in Betracht zu ziehen. Abg. Singer beantragt, den Rein- einen Fabrikanten, die Kreishauptmannschaft Zwickau und einen tommen fonnte, so wurde sie erst dadurch hergestellt, daß zwischen gewinn nach dem Durchschnitt der vor dem 1. April 1899 liegenden Polizei- Stadtrat beleidigt haben. einer, wenn auch noch so seltsamen vollstümlichen Bezeichnung, die Geschäftsjahre zu berechnen, während die Vorlage von 1898 ab-Wegen unbefugten Sammelus wurde vom Amtsgericht auf ein mißverstandenes Fremdwort hinausläuft, und der Person zurückrechnen will. Dr. Müller Sagan schlägt vor, die Ent- 8 widau der Maurer Ernst Vogel zu 10 M. Geldstrafe verurteilt. eines regierenden Herrn überhaupt ein Zusammenhang gedacht ichädigung für den entgangenen Gewinn, der nach der Vorlage in Er hatte unter seinen Kollegen zum Streitfonds der Maurer gefeinem Fall das Achtfache des jährlichen Neingewinns der letzten sammelt. Ein Kollege, namens Hillmann, hat ihn dem Unternehmer Wegen Majestätsbeleidigung hatte in Brzezinta bei rei Geschäftsjahre übersteigen darf, auf das Behnfache der und dieser ihn der Polizei denunziert. Myslowig ein Arbeiter Mikuda ſeinen persönlichen Feind, einen bielsti: Daß er richtig gerechnet habe, beweisen beispielsweise einberufene Boltsversammlung, in der Schoenlant über:" Der Dres legten zwei Geschäftsjahre zu bemeffen. Staatssekretär v. Pod- Verboten wurde in Leipzig eine für den 7. Mai nach der„ Flora" Bauergutsbefizer Karl Boschat, denunziert. In der Straffanmerverhandlung in Gleiwig beantragte der Staatsanwalt ein die Kursnotierungen der Aktien der Berliner Packetfahrt- Aktien- dener Mai- Aufstand im Jahre 1849" sprechen sollte. Originell ist, Jahr Gefängnis, der Gerichtshof sprach jedoch den Angeklagten frei, gesellschaft. Eine Erhöhung des Entschädigungssages würde ein daß die Verbotsgründe des Polizei- Amts Leipzig sich wörtlich decken da es dem Zeugen, der aus Nache handle, keinen Glauben schenkte. Steigen diefer Papiere an der Börse zur Folge haben. Den An- mit der Begründung, durch die die Märzfeier Bersammlungen verstalten solle kein Unrecht geschehen, aber man dürfe auch nicht über boten wurden. Natürlich muß wieder§ 5 des Vereinsgesezes herbas berechtigte Maß der Entschädigung hinausgehen. Das Reichs halten, das Berbot zu begründen. Ausland. schazzamt werde zur Prüfung der Bilanzen der Gesellschaften mit Deftreich Ungarn. herangezogen werden. Der Vorschlag des Abg. Müller- Sagan wäre Im böhmischen Landtag führt die Obstruktion der Deutschen finanziell höchſt bedenklich. Die Beratung wird Mittwoch fortwurde." gesetzt. Graz, 9. Mai. Der verantwortliche Redacteur der Zeitschrift Arbeiterwille". Rudolf Bichl, welcher wegen Aufwiegelung und Beleidigung der Behörden angeklagt worden war, " wurde von den Geschworenen freigesprochen. di Satou sis noch fortwährend zu Anträgen und Diskussionen. Am Dienstag teilte der Oberstlandmarschall mit, daß die deutschen Abgeordneten Ungültiges Mandat. Die Wahlprüfungs- Kommission seiner Auffordering, im Landtag zu erscheinen, nicht nachgetonmen des Reichstags hat am Dienstag die Wahl des Abg. Lozze feien. Das Haus möge also den bestehenden Borschriften gemäß( deutsch- sociale Refornpartei 8. Sachsen- Birna) für ungültig erklärt. Aus der Frauenbewegung. entscheiden, ob diese Abgeordneten ihrer Mandate ber 1898 wurden bei 30 442 Instig erflärt werden sollen oder nicht. Abg. Dr. Engel erklärt, ratische, 11 118 antisemitische, 652 freifinnige Stimmen abgegeben. hielt Montag, den 8. Wai, Dr. Conrad Schmidt einen Vortrag Wahlberechtigten 10007 focialdemo Im Verein für Frauen und Mädchen der Arbeiterklaffe auf Grund reiflicher, zwischen den Klubs der freifimigen Abgeordneten und der Großgrundbesizer gepflogener Erwägungen Der Antisemit siegte mit knapper Majorität im ersten Wahlgang. über:" Einige Fragen der Nationalökonomie". Mit großem Interstelle er den Antrag, die Verhandlung dieser Angelegenheit zu Lozze wurde gegen unseren Genossen Fräßdorf und den frei effe folgte die gut besuchte Versammlung den interessanten Ausvertagen, um die Deutschen nicht durch die Entziehung ihrer finnigen Gegenkandidaten mit 219 Stimmen Mehrheit gewählt. Bei führungen des Referenten. Derselbe gab in flarer und verständlicher Mandate der Möglichkeit einer Kontrolle zu berauben. Der Oberst der Wahl wurde in der bekannten sächsischen Manier das Versammlungs- Weise einen Ueberblick über die Entwickelung der verschiedenen Wirtlandmarschall erklärt den Antrag für zulässig. Abg. Dr. Baya recht für unsere Genossen einfach aufgehoben. So ließ der Bürger- schaftsformen von den Naturvölkern an. Er betonte, daß wir durch fegung einer zwölfgliedrigen Stommission, die bis zur nächsten kommen und legte demselben einen Revers zur Unterschrift Bei Erledigung der Vereinsangelegenheiten wurde zuerst die Broschüre spricht sich gegen den Antrag Engel aus und beantragt die Ein- meister in Hohnstein den Wirt des Schützenhauses zu sich die socialistische Kritik gelernt haben, die Dinge nicht als fest gegeben, sondern im Fluffe der geschichtlichen Entwickelung zu betrachten. Sigung über diese Angelegenheit berichten und Anträge stellen soll. Dieser Antrag wird nicht genügend unterstützt. Dr. Engel betont vor mit der Verpflichtung, ſeinen, Saal zu Versammlungen der von Frau Bepler verteilt und mitgeteilt, daß noch eine größere Annochmals, seine Bar ei handle gerecht und flug, wenn sie trachte, Socialdemokraten nicht mehr herzugeben. Diese Angelegenheit wurde zahl von Broschüren den Mitgliedern zur Verfügung stehe, um neue die zwischen den beiden Nationen bestehende Kluft nicht zu er- im fächsischen Landtag, infolge einer Interpellation des Abgeordneten Mitglieder damit zu werben. Dann wurde die Frage betreffs der weitern. Der Antrag Engel wird hierauf mit allen gegen 5 Stimmen Fräßdorf, eingehend erörtert. Als es aber zum 12. Juni doch noch auch in anderen Gegenden stattfindenden Versammlungen erörtert. angenommen. gelungen war, eine Versammlung für Hohnstein zu arrangieren, Der Vorstand erklärte, daß geplant sei, am 5. Juni im Norden eine wurde dieselbe im letzten Augenblicke auf telegraphische Anweisung Bersammlung zu veranstalten, ohne daß die regelmäßigen in den Zum Ministerwechsel. Paris, 9. Mai." Gaulois" behauptet, der Pirnaer Amtshauptmannschaft verboten. Dieses Verbot wurde Arminhallen" stattfindenden, dadurch unterbrochen werden sollen. daß zahllose Offiziere aus allen Teilen des Landes, vom General nun, auf die dagegen erhobene Beschwerde, von der Kreishauptmann- it der Mitteilung, daß am Montag, den 29. Mai, Herr Dr. Benzig bis zum Leutnant, Freycinet ihr Bedauern über schaft Dresden für ungerechtfertigt erklärt. Freilich erfolgte dieser hält, würde die Versammlung geschlossen. den„ Arminhallen" einen Vortrag über„ Strafe in der Erziehung" seinen Rüdtritt ausgedrückt haben. Dasselbe Blatt jammert: Es giebt fein Parlament, teine Regierung, nichts Entscheid erst am 26. Juli, war also für die Wahlagitation ohne mehr, alles ist dem Zufall anheimgegeben, und wenn das Staats- jeden Belang. Nachdem der Antrag auf weitere Erhebungen mit schiff nicht an ein Riff stößt und wie Blei untergeht, so ist es, weil Gott die verlassenen Barten behütet. Ah, wenn Dupuy zu wagen verstände!" Frankreich. Paris, 9. Mai. In einem Artikel des Figaro" beschuldigt Picquart den General Gonse, vor dem Kajsationshofe falsche Aeußerungen gemacht zu haben. Mehrheit abgelehnt worden war, beschloß die Kommission einstimmig, die Wahl für ungültig zu erklären. Der vom Plemum wieder in die Kommission zurüdverwiesene Bericht über die Wahl des Abg. v. Locbell( Brandenburg), um weiter zu prüfen, ob die in einem nachträglich eingegangenen Gegenprotest benannten Zeugen ebenfalls zu vernehmen seien, wurde von Der Frauen und Mädchen- Bildungsverein zu Rigdorf hielt am 4. d. M. seine Generalversammlung ab. Nach dem Bericht der Kassiererin betrugen die Einnahmen 129,40 M., die Ausgaben 94,80 M., sodaß ein Bestand von 34,60 m. verbleibt: Bei der Neuwahl des Vorstandes gingen folgende Personen als gewählt hervor: Fr. Jäger, Vorsitzende; Fr. Besser, Kassiererin; Fr. Rönsch, Schriftführerin; Fr. Hoffmann und Fr. Neumann, Beifizerinnen. Zu Revisorinnen wurden Fr. Harnisch und Fr. Jeeze gewählt. Weibliche Eisenbahnbeamte. Bezüglich der Dienst und Die Hoffnung der Fabrikanten, daß heute, Montag, früh ein| schlag gebrachte Erweiterung der Organisation, um den Wahlverein Einkommensverhältnisse der diätarisch beschäftigten Fahrtarten Teil der Arbeiter sich bei ihren Fabrifthoren einfinden und um aftionsfähiger zu machen, zur Anerkennung empfahl. In der hierauf Ausgeberinnen und voll beschäftigten Gehilfinnen hat der Arbeit betteln werde, hat sich nicht erfüllt. Die Arbeiter stehen einig folgenden längeren Diskussion wurde. darauf hingewiesen, daß die Minister der öffentlichen Arbeiten für den Bereich der preußisch- und fest wie ein Mann! Das ist nichts Kleines, wenn man bedenkt, geringe Zahl der Mitglieder durchaus in keinem Verhältnis zu der Hessischen Eisenbahngemeinschaft folgendes bestimmt: Für die Annahme daß die Leute bisher keinen Kreuzer Geld Unterstügung, sondern bei der Reichstagswahl für die Socialdemokratie abgegebenen tommen fünftig nur unverheiratete weibliche Personen oder kinderloje ausschließlich etwas Brot und Würste erhalten haben, und daß sie Stimmeszahl steht und die Notwendigkeit der Reorganisation, die Witwen im Alter von 20-30 Jahren in Betracht, sie müssen gute sehr wohl wissen, daß sie auch in Zukunft nur auf das Allernötigste auch durch die eigenartige geographische Lage dieses Kreises allen bon Rednern anerkannt. In der fittliche Führung und ausreichende Schulbildung nachweisen. Sie rechnen fönnen. Trotzdem sind sie in entschlossener, ja gehobener bedingt wird wurde bon mehreren Rednern die lediglich werden zunächst auf fechsmonatige Probe gegen eine Tagesvergütung Stimmung und vertrauen darauf, daß dieses Minimum ihnen durch Debatte Fassung des§ 4 bemängelt und von denselben gewünscht, bis zu 2 M. angenommen. Beim Ablauf des Probejahres muß die Solidarität der Arbeiterschaft gesichert werden würde. früh um 8 zu entlassen ist. Im ersteren Falle wird fie in das diätarische Staats- im„ Arbeiterheim" stat, fand eine Bersammlung der Streikenden daß aus verschiedenen Gründen an Stelle des Wortes„ Recht" das die maffenhaft besucht war. Namens des Wort Pflicht gesetzt wird, daß also die Abteilungsführer ver beamtenverhältnis übernommen und erhält ein Anwärterdienstalter Streiffomitees legte Genosse Hybesch die Situation dar und erörterte pflichtet sein sollen, an den Beratungen teilzunehmen. Diese vom Ablauf der Probezeit. Bei der Aufnahme in das Beamtenver- auch die Aufstellung weiterer Forderungen, insbesondere eine Lohn- Aenderung wurde anderseits aus tattischen Motiven sehr lebhaft hältnis wird für die verwaltungsseitige Lösung des Dienst- erhöhung betreffend. Es wurde einstimmig folgende Resolution bekämpft und schließlich in der hierauf folgenden Abstimmung das verhältnisses eine einmonatige Frist vorgesehen und ferner der beschlossen:„ Die heutige Versammlung beauftragt das Streitfomitee, Regulativ in der obigen Fassung mit großer Majorität Verbehalt, daß das Dienstverhältnis im Falle der Ver- alle Vorkehrungen zu treffen, um im gegebenen Augenblic neben angenommen. Heiratung der Gehilfin ohne daß Hierauf erstattete der Vorsitzende Mörschel den Geschäftsver der Forderung des Behnstundentages, die immer das oberste giel waltungsseitigen Kündigung bedarf mit dem Ablaufe des des Kampfes bleiben muß, Lohnforderungen an die Fabrikanten zu bericht vom letzten halben Jahre. Danach haben in dieser Zeit jenigen Monats aufgelöst wird, in welchem die Eheschließung stellen, und überläßt die Bestimmung des Beitpunktes dem Streiffomitee." 5 Versammlungen und 8 Vorstandssizungen stattgefunden. Wie der erfolgt. Die diätarische Jahresbesoldung der Gehilfinnen wird Nach Schluß der Versammlung, die in größter Ordnung verlief, Borsigende noch mitteilte, waren die verschiedenen Veranstaltungen monatlich voraus bezahlt und beträgt vom Beginn des Anwärter- wurden die Modalitäten der Unterstügung im einzelnen beraten und des Vereins leider nicht in der gehofften Weise besucht und wäre es Dienstalters ab 720 Mart, ein Jahr später 780 Mart und nach einem festgelegt. wünschenswert, daß in Zukunft bei derartigen Gelegenheiten eine weiteren Jahre 900 Mart. Neben den Sägen von 720 und 780 Mark Die Nachricht aus Reichenberg, daß die dortigen Genoffen der regere Beteiligung seitens der Parteigenossen stattfindet. fönnen wie bei den Diätaren Besoldungs( Orts-) Bulagen von Provofation widerstehen und die Besonnenheit haben, derzeit nicht Dem Kassenbericht des Kassierers Petermann ist zu ent jährlich 80 Mart gewährt werden. Soweit die Besoldung gegen- in Streit zu treten, hat hier große Befriedigung und Anerkennung nehmen, daß die Einnahmen inkl. des alten Bestandes von 267,78 M. wärtig höher ist, als es nach den vorstehenden Bestimmungen sein gefunden. insgesamt 480,63 M. betrugen. Die Ausgaben beliefen sich auf soll, wird sie den Gehilfinnen belassen. Künftige Zulagen richten sich 144,05 m., so daß ein Bestand von 336,58 m. verbleibt. Auf Anaber genau nach diesen Vorschriften. trag der Revisoren, die die Abrechnung als richtig bestätigten, wurde dem Staffierer einstimmig Entlastung erteilt. einer es Die Unternehmer scheinen es auf eine Kraftprobe abgesehen zu haben; fie drohen den Firmen, die bereits früher den Zehnstundentag bewilligt oder ihn infolge des Streits bewilligen wollen, mit Die hierauf vorgenommene Neuwahl des Vorstandes ergab folAusschließung aus dem Unternehmerverband und mit dem Boykott der Färbereien. gendes Resultat: Fellgentreff erfter, Strehl ziveiter Vor Die Bergarbeiter des Pilsener Kohlenreviers fordern fißender; Oppel erster, Glotte zweiter Kassierer; Sommer Reiß Beisiger; Arbeitskürzung und Lohnerhöhung, doch werden diese Forderungen erster, tudolf zweiter Schriftführer; Lehmann Als Revisoren. Abteilungs von den Bergwerksbefizern entschieden abgelehnt, so daß ein Streitu bath führer wurden vom Vorstande in Vorschlag gebracht und befürchtet wird. von der Versammlung bestätigt: Leping für den 1. bis 5. Bezirk. Wuttig für den 6. bis 9. Bezirk. Pollack für den 10. bis 18. Bezirk. Sommer für den 14. bis 16. Bezirk. Nehen für den 17. bis 20. Bezirk. Arndt für den 283 und 284 Bezirt. Erweiterung der Frauenrechte in der Schweiz. Im Kanton Zürich wird das Volksschulgesetz revidiert und unter den vorgeschlagenen verschiedenen Neuerungen befinden sich auch einige in bezug auf die Heranziehung der Frauen zur Mitwirkung im Schulwesen. Es handelt sich dabei speciell um den Handarbeitsunterricht für Mädchen, der obligatorisch ist, die fünf Jahresturse von der vierten bis zur achten Schulklasse bei vier bis sechs Stunden wöchent lichen Unterrichts umfaßt. Als Zweck dieses Unterrichts er- Zum belgischen Bergarbeiter- Streit liegen heute die folgenden flärt das Gesetz den Schülerinnen im Stricken, Nähen, Meldungen der Depeschenbureaus, die sich nicht weiter kontrollieren Ausbessern schadhafter und Verfertigen neuer einfacher Kleidungs- lassen, vor: stücke Anleitung zu geben und dieselben an Ordnung, Reinlichkeit Brüssel, 9. Mai.( B. H.) Aus La Louvière wird gemeldet: und haushälterischen Sinn zu gewöhnen." Für jede Arbeitsschule Im Mittelbeden nimmt der Ausstand jeden Tag ab, da nunmehr hat die örtliche Schulpflege eine Frauenkommission zu wählen, deren auch die socialistischen Ortsbehörden die Arbeiter zur Wiederaufnahme Aufgabe die Begutachtung und Antragstellung in allen die Arbeits- der Arbeit auffordern. schule betreffenden Angelegenheiten ist. Ueberdies obliegt ihr die Mons, 9. Mai.( W. T. B.) Der Ausstand der Grubennächste Aufsicht über den Arbeitsunterricht, sowie die Fürsorge für arbeiter nähert sich seinem Ende. Im Bassin du Centre und in den Anschaffung geeigneten und gleichartigen Arbeitsmaterials, das Becken von Mons und Charleroi nimmt die Zahl der Ausständigen übrigens den Schülerinnen unentgeltlich auf Kosten der Ge- bedeutend ab. meinde verabfolgt wird. Für jeden Bezirk werden von der Bezirksschulpflege eine oder mehrere Inspektorinnen bezeichnet, welche jede Schule jährlich mindestens zweimal zu besuchen und der Bezirksschulpflege zu Händen der Schulpflege Bericht zu erstatten haben. Außerdem ernennt der Erziehungsrat eine fantonale( staatliche) Inspektorin, welche die Schulen des Kantons je nach Bedürfnis zu besuchen hat. Für die Ausbildung der Arbeitslehrerinnen richtet der Erziehungsrat je nach Bedürfnis besondere Kurse ein, zu deren Beaufsichtigung eine Frauenfommission bestellt wird. Für die Wahl von Arbeitslehrerinnen steht der Frauenkommission das Recht zu, Vorschläge an die Schulpflege zu machen, die jedoch an dieselben nicht gebunden ist. Gewerkschaftliches. Berlin und Umgegend. des " Hamburger Echos" beendet. Der Seemannsstreik in Dänemark ist nach einer Meldung und Nachdem ein Vertreter der Treptower Sternwarte in längeren und interessanten Ausführungen die verschiedenartigen Einrichtungen und die Bedeutung dieses Instituts erläutert hatte, wurde vom Vorstande bekannt gegeben, daß in nächster Zeit ein gemeinsamer Besuch der Sternwarte von den Mitgliedern und deren Angehörigen geplant sei. Billets, die das ganze Jahr Gültigkeit haben und auch zum Einzelbesuch berechtigen, sind in allen Zahlstellen und bei den Vorstands mitgliedert, Abteilungsführern 2c. zu haben. Reger Vertrieb der Billets wurde empfohlen. In Wilna( Westrußland) hat in der letzten Zeit eine Reihe von Streits jüdischer Arbeiter stattgefunden, und zwar der Schuh- 6. macher, Schlosser, Tischler und Schneider. Der seinem Umfange und feiner Bedeutung nach hervorragendste Streit ist jedoch der der jüdischen Strumpfwirterinnen von Wilna und Umgebung. Seit drei Wochen streifen 1500 dieser Arbeiterinnen, welche eine Erhöhung ihrer Löhne erzielen wollen. Der Ausstand der Strumpfwirterinnen ist um so bemerkenswerter, als diese Arbeiterinnen in der Hausindustrie beschäftigt sind die meisten arbeiten zu je zwei oder drei, ja viele sind die einzigen Arbeiterinnen bei ihrem Meister. Sociales. Achtung, Zimmerer! Montag, den 8. d. M., haben bei dem Königl. Hofzimmermeister Krause, welcher zur Zeit wieder Arbeit Preissteigerung. Die 34. Delegierten Versammlung des nach Süd- West- Afrifa anfertigt, sieben unserer Mitglieder die Arbeit Centralvereins deutscher Wollwarenfabrikanten, niedergelegt, weil der Stundenlohn von 60 Pf. nicht gezahlt wurde. welche vom 7. bis 9. Mai in Kottbus ihre Tagung abhielt, hat Bemerkenswert ist noch die Zumutung die Zumutung von seiten des einstimmig den Beschluß gefaßt, die Warenpreise entsprechend der Herrn Krause, welche derselbe einem unserer Kameraden Preissteigerung von Wollen und Garnen zu erhöhen. bei der Verhandlung unterbreitete: die in Betracht kommenden Die Gründung einer Lungenheilstätte aus überschüssigen Zimmerer follten nur für 571/2 Pf. weiterarbeiten, nach Fertigs Mitteln wird von der Orts- Krankenkasse in Dresden erwogen. stellung der Arbeit würden sie dann die noch fehlenden 21/2 f. Ter Fachverein der Musikinstrumenten- Arbeiter hielt am Mai seine regelmäßige Mitgliederversammlung ab. Da der in Aussicht genommene Referent in legter Stunde- abgesagt hatte, mußte von dem angekündigten Vortrag Abstand genommen werden. Schröter gab die Abrechnung vom letzten Maskenball bekannt, diefelbe ergab einen Ueberschuß von 177 M. Wegen Aussperrung anläßlich der Maifeier wurde 2 Mitgliedern und wegen Entlassung infolge agitatorischer Thätigkeit einem Mitgliede, die für Gemaß regelte festgesetzte Unterstützung zugesprochen. Auf Antrag Arendt wurde, da die Holzindustrie- Gruppe der Gewerkschaftskommission" den Beschluß gefaßt hat, die im partiellen Streit sich befindenden Stockarbeiter mit 200 M. zu unterstüßen, der auf die Branche entfallende Teil bewilligt. Neu aufgenommen wurden 7 Kollegen. Vom Gewerkschafts- Kongreß. als Gratifitation nachbezahlt erhalten. So werden Jnnungsbeschlumenischen Gesellschaft ist unter Beteiligung der Zunftältesten eine Stom- liegen Anträge vor, der Generalfommission ein Thätigkeitsgebiet in umgangen. Wir ersuchen nun unsere Mitglieder, da seitens des Poliers Nagel nur Verbandsmitglieder eingestellt werden, dort unter obigen Verhältnissen keine Arbeit anzunehmen, sondern mur dann, wenn ein Stundenlohn von 60 Pf. gezahlt wird. Ueber die Verhandlungen am Dienstag liegt uns die folgende Privatdepesche vor: Zur Beratung stehen die Anträge, welche die Agitation, die Erweiterung der Thätigkeit der Generaltommission, die Gestaltung des Korrespondenzblatte 8" betreffen. Es mission gebildet worden, deren Arbeit zur Zeit dem Finanzministerium bezug auf gejeglichen Arbeiterschutz und staatlichen Arbeiterschutz zuzur Begutachtung vorliegt. Sie hat vorwiegend die Regelung des Ver- zuweisen und zu diesem Zweck noch einige Beamten anzustellen, die das haltnisses zwischen Meister und Lehrling zum Gegenstande. Das Material zu sammeln und für die Gewerkschaftspresse verarbeiten sollen. Recht, Lehrlinge aufzunehmen, soll ferner nur den des Lejens Das Referat hat Bringmann und die Diskussion füllt die Vormittag- und und Schreibens fundigen Meistern zustehen, welche die einen Teil der Nachmittagssigung aus. Die sämtlichen Anträge werden Die Firma Ehrich u. Grätz in Treptow erklärt, daß bei Werkstätte nicht weniger als zwei Jahre selbständig als zwei Jahre selbständig geführt einer Stommission überwiesen, der Antrag auf Aufnahme einer jähr. ihr am 1. Mai niemand gefeiert hat und niemand ausgesperrt haben. Die Aufnahme zur Lehre darf bei Minderjährigen Lichen Streit statistik wird angenommen. Ebenso wird worden ist. nur auf einen schriftlichen Kontrakt hin mit deren Eltern eine Resolution angenommen, welche den Gewerkschaften bessere Deutsches Reich. Verwandten oder Vormündern erfolgen. Dem Abschluß des LehrIn Ueckermünde befinden sich 450 3iegelei Arbeiter fontraftes muß eine Probezeit von drei bis sechs Monaten Bezahlung ihrer Beamten empfiehlt. im Ausstand. Die Unternehmer stellen sich den bescheidenen Forde- vorausgehen. Die Nachtarbeit ist für Lehrlinge bedingungs- einstimmig, den Streikenden in Brünn 25000 M. zu überrungen der Arbeiter, die allenfalls eine Erhöhung des Accordlohnes los unzulässig. Einer besonderen Inspektion, die dem Finanz- weisen. Hueber dankt im Namen der östreichischen Arbeiter. um 30 Pf. pro Tag bedeuten, ablehnend gegenüber. Es kommen ministerium direkt untersteht und deren Mitglieder Personen meist Familienväter mit ca. 650 Kindern in Betracht. Zuzug ist des Handwerkerstandes sein müssen, ist die Aufsicht und die Sorge ftreng fernzuhalten. für die Ausführung der Lehrlingsverordnungen anzuvertrauen und Der Kongreß beschließt ferner Die Sammetscherer in Krefeld waren wegen einer Lohn- die Klageführung vor Gericht in Fällen des Zuwiderhandelns Lehte Nachrichten und Depeschen. überweisen. Die Inspektoren sollen ferner für Einerhöhung vorstellig geworden. Die Fabrikanten hatten ihnen eine u Paris, 9. Mai.( B. H.) In der heutigen Stammerfizung wurde folche von 1-2 M. pro Woche zugestanden, die Scherer und auch führung von besonderen Lehrkursen für die Lehrlinge sorgen, deren die Hilfsarbeiter haben aber beschlossen, das Angebot nicht an- Besuch obligatorisch werden muß. Es steht ihnen auch die Leitung der Antrag betreffend die Revision der französischen Der Kommission ist endlich die Ver Verfassung mit den beiden Unteranträgen: Verminderung der zunehmen, fie fordern vielmehr eine 18prozentige Lohnerhöhung, der Gesellenprüfung zu. Bezahlung der gefeßlichen Feiertage und einen erhöhten Sag für pflichtung übertragen, in Jahresfrist eine Norm der Arbeits- und Anzahl der Abgeordneten und Einschränkung des Einspruchsrechtes Ueberstunden. Falls die Fabrikanten diese Forderungen nicht ge- Unterrichtsstunden für die Lehrlinge eines jeden einzelnen Hand- des Senats, an eine Kommission verwiesen. Von den Mitgliedern nehmigen sollten, soll eine allgemeine Sündigung erfolgen. Es werts- dejsen Charakter entsprechend auszuarbeiten. Auf das dieser Kommiffion sind zehn für und zwei gegen eine Stevision der handelt sich um 350 Arbeiter und Arbeiterinnen. von der Gesellschaft russischer Aerzte an das Finanzministerium ge- Verfassung. London, 9. Mai.( W. T. B.) Unterhaus. Henry Fowler richtete Schreiben, daß in den vom sanitären Standpunkte aus gefährlichsten Industriezweigen eine Abkürzung des Maximal- Arbeits- fündigte an, er werde den Antrag stellen, daß die Königin das tages notwendig sei, erividerte das Departement für Handel und indische Gesez, betreffend die Einführung von RetorsionsIndustrie, daß die angeregte Frage, welche eine sehr ernste Beauderzöllen ablehnen möge, worauf Balfour erklärte, er werde achtung verdiene, unverzüglich vom Finanzminister bei der derzeitigen den Tag für die Debatte hierüber mit der Opposition vereinbaren Revision des Gesezes über die Arbeitszeit von 1897 geregelt 2ambert wünscht zu wissen, ob in den zwischen England und werden wird. Die Holzbildhauer der Firma Rocstroh in Nürnberg find wegen Nichtbewilligung der verlangten Lohnerhöhung und Abschaffung der Accordarbeit in den Ausstand getreten. Zuzug ist fernzuhalten, ebenso nach der Arnoldschen Holzwarenfabrit, Holzschusterstraße. Die Bewegung der Schmiede in Erlangen ist beendet, da die Arbeiter ihre Forderungen- achtstündige Arbeitszeit und eine geringe Lohnerhöhung durchgesetzt haben. Die Stuccateure Dresdens stehen in einer Lohnbewegung. Buzug ist streng fernzuhalten. Achtung, Textilarbeiter! In der Filiale der Dresdener 4 Versammlungen. Rußland gewechselten identischen Noten betreffend China die Bezeichnung Yangtse- Becken definiert worden sei, ob andernfalls die Regierung dieselbe zu definieren beabsichtige, ob die Regierung dieselben Rechte im Yangtse Becken beanspruche, wie Rußland fie nördlich der großen Mauer verlange und ob die Der socialdemokratische Wahlverein für den 1. Berliner britischen Vertragsrechte nördlich der großen Mauer durch Gardinen- und Spizen- Manufaktur zu Groß- Dobriz, ist es infolge Reichstage. Wahlkreis hielt am Montag feine Generalversamm den Tientsiner Bertrag irgendwie aufgehoben seien. Der einer Maßregelung zu einem Streit gekommen. Die Kollegen lung in den„ Arminhallen" ab. Vor Eintritt in die Tagesordnung Barlamentsuntersekretär des Aeußeren Brodrick erwiderte, unter dem werden ersucht, diese Fabrit bis auf weiteres zu meiden. Nähere ehrte die Versammlung das Andenken des verstorbenen Genossen Hangtse- Becken feien nach der bisherigen Definierung die an den Auskunft erteilt: Jos. Stalinski, Dresden, Pfotenhauerstr. 68. Stabernad in der üblichen Weise. Als Hauptpunkt stand Hangtse- Fluß grenzenden Provinzen Honan und Tschefiang zu verDer Streit bei der Firma Hüttig u. Sohn in Dresden, auf der Tagesordnung: Die Erweiterung der Organisation des stehen. Er sei außer stande, genau zu sagen, welche Ansprüche Fabrit photographischer Apparate, ist für beeudet erklärt worden. Wahlvereins. Vom Vorstande war hierzu folgendes Regulativ in Rußland betreffs der Mantschurei haben könnte; die britische RegieEs haben sich Streitbrecher gefunden, darunter 15 Mitglieder des Vorschlag gebracht: rung verlange hinsichtlich des Yangtse- Thales, daß kein Gebiets: Holzarbeiter Verbandes, die infolgedessen aus dem Verbande aus-" Organisationsplan des socialdemokratischen Wahlvereins im teil an eine andere Macht verpachtet, verpfändet oder in irgend geschlossen worden sind. 1. Berliner Reichstags- Wahlkreis.§ 1. Der 1. Berliner Reichstags- einer Weise veräußert werde. Die britischen Vertragsrechte nördlich Wahlkreis wird in 6 Abteilungen eingeteilt, geordnet nach den Stadt der chinesischen Mauer seien durch den Tientsiner Vertrag nicht aufbezirken 1-5, Stadtb. 6-9 usw. Für jede Abteilung wird ein Abteilungs- gehoben. Im weiteren Verlauf der Sigung erflärte auf eine Anführer vom Vorstande vorgeschlagen, deren Wahl jedoch die Ver- frage der General Postmeister, Herzog von Norfolk, es seien die sammlung erst definitiv zu bestätigen hat.§ 2. Jeder Abteilungs- Bedingungen vereinbart, unter denen, wie er hoffe, bald ein führer ernennt nach den in seiner Abteilung vorhandenen Wahl- britisches Bostamt in Saloni di errichtet werden wird. bezirken die Bezirksführer; jedoch bedürfen auch diese der Bestätigung Lüttich, 9. Mai.( W. T. B.) Heute nahmen 1500 Grubens der Versammlung.§ 3. Die Bezirksführer haben sich den An- arbeiter die Arbeit wieder auf. Der Gemeinderat von Seraing beordnungen der Abteilungsführer zu fügen.§ 4. Die Abteilungs- willigte 5000 Frants zur Unterstützung der Streifenden, führer haben das Recht, an den Vorstandssigungen teilzunehmen. der Gouverneur der Provinz hat sich jedoch an die Regierung ge= § 5. Die Abteilungsführer sind verpflichtet, alle 4 Wochen einen wandt, um diesen Beschluß zu annullieren. Zahlabend in den ihnen überwiesenen Stadtbezirken abzuhalten, um Rom, 9. Mai.( B. H.) Als Nachfolger Zanardellis. die Mitglieder in ihren Bezirken kennen zu lernen.§ 6. Die Gefamtorganisation steht unter der Leitung des Vorstandes und ist entschlossen ist, sein Amt als Kammerpräsident niederzulegen, wird Nudini genannt. diesem über alle vorkommende Arbeit Bericht zu erstatten." Das einleitende Referat zu diesem Punkte hatte der Genosse Warschau, 9. Mai.( B. H.) Lankulics, der Chef der Täterow übernommen, der in seinen Ausführungen auf die gegen hiesigen Benjurbehörde, hat, wie verlautet, seine De mission Ueber den Textilarbeiter: Streik in Brünn wird von dort wärtige, vielfach beschränkende Vereinsgesetzgebung hinvies, die gegeben. Sein Nachfolger wird wahrscheinlich sein bisheriger unterm 8. Mai berichtet: jezige Parteiorganisation erläuterte und die vom Vorstande in Vor- Stellvertreter Anansti werden. Hierzu 2 Beilagen u. Unterhaltungsblatt. Werantwortlicher Redacteur: August Jacobey in Berlin. Für den Inseratenteil verantwortlich: Tb. Glocke in Berlin. Druck und Verlag von Mar Bading in Berlin. Streit. Die Zahl der streikenden Möbelschreiner in Stuttgart beträgt gegen 1200. Zuzug ist fernzuhalten. Die Schreiner in Neustadt in der Pfalz befinden sich im Vom Bergarbeiterstreit im Saarrevier meldet der offiziöse Telegraph unterm 9. Mai: Der Ausstand der Bergarbeiter in KleinRossel hat sich nunmehr auf alle Schächte ausgedehnt. Die von den Vertrauensmännern angenommene Vermittelung des Kreisdirektors und des kaiserlichen Bergamts wurde von den Arbeitern abgelehnt. Die Ruhe ist nicht gestört worden. Der nene ,, evangelische Knappenbund" der Herren Weber und Fürköller wurde von ganzen 13 Mann gegründet, die von den pfäffischen Vorständen evangelischer Arbeitervereine" Delegierte waren. Ausland. der nudi drs sad Nr. 108. 16. Jahrgang. 1. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Sid 20. Reichstag. 78. Sigung, Dienstag, 9. Mai 1899. 1 Uhr. Am Tisch des Bundesrats: Niemand. tieren. 1914 Auf der Tagesordnung steht zunächst die zweite Beratung des bon den Abg. Liebermann v. Sonnenberg und Genossen eingebrachten Gefeßentwurfs betreffend das Betänben von Schlacht Nach§ 1 soll beim Schlachten aller Tiere mit Ausnahme des Federviehs der Blutentziehung die Betäubung vorausgehen; ausgenommen sollen bleiben die Notschlachtungen infolge von Unglücksfällen und plötzlichen Erkrankungen, insofern die Betäubung sich nicht mehr ausführen läßt. Abg. Liebermann v. Sonnenberg( Ant.): ( Ant.) Halam Mittwoch, 10. Mai 1899. getragen, das haben nur die Gegner gethan. Die Neligion schreibt Schwanennest Hermacht, von den weichen Federn zusammenrafft, ben Juden das Schächten nicht vor, das thut nur der Talmud. soviel der kleine Schnabel zu fassen vermag, und mit der kostbaren ( Heiterkeit.) Das Schächten stellt für die Juden mur einen Vorwand Bente davonfliegt, um die eigenen Nester damit auszupolstern. dar, ihren Arm noch etwas weiter auszuftreden, als ihnen das von Von den Kindern läßt sich im großen und ganzen sagen, daß sie sich Gottes- und Rechtswegen zukommt. Wir wollen nicht die Gleich den Tieren gegenüber anständig benehmen und teine Ausschreitungen berechtigung der Juden angreifen, sondern nur die Gleichberechtigung der begehen. Wer die viel geschmähte Berliner Jugend hier steht und Deutschen mit den Juden wiederherstellen. Man hat das Schächten längere Zeit beobachtet, der wird vielleicht doch einen anderen Einmit dem Hinweis auf die Vivisettion verteidigt. Nun, bei der Vivi- brud von ihr empfangen, als wenn er ihr in den Straßen zuſchaut, sektion handelt es sich doch wenigstens um wissenschaftliche For- wo den Kindern bei dem Mangel an geeigneten Stätten der Erschungen, aber trotzdem halten wir auch die Vivisektion für eine holung und Anregung oft wirklich nur übrig bleibt, sich die Langes Grausamkeit, die beseitigt werden muß. Man hat wohl erwartet, weile durch ungezogenheiten zu vertreiben. daß die Verhandlung über diese Anträge zu einem antisemitischen Standal führen würde.( Seiterfeit links.) Das war von uns nicht Die Augelegenheit der Kindermishandlung im katholischen beabsichtigt. Wir werden uns durch die Behandlung unseres Anstrages nicht abhalten lassen, mit unserem Antrag so lange wieder zu Josefs- Stift zu Potsdam soll bekanntlich heute abend abermals in der Stadtverordneten Beramifernung ber Berliner Wir können mit dem Verlauf der ersten Beratung durchaus zu kommen, bis er angenommen ist, ganz unbekümmert darum, ob hier nachdem der zuständige Ausschuß frieden sein. Jezt wird es darauf ankommen, den Nachweis zu führen, im Hause noch zehn Judenschutzredner gegen uns auftreten werden. Waisentinder aus der Anstalt empfohlen hat. Je mehr es den Andaß das Schächten in der That einen Akt der Tierquälerei darstellt.( Bravo bei den Antisemiten; Lachen links.) jordbot milfchein gewinnt, daß es der Erziehungsanstalt an den Kragen Die Verrohung der Jugend ist nicht zum wenigsten auf die Prozedurid Abg. Schrader( frs. Vgg.): geht, je eifriger arbeitet sich die Germania" in Schweiß, um bes Tierschlachtens zurückzuführen. Der Antrag hat keineswegs eine Es liegt mir ferne, nach dem Gange der Verhandlungen noch zu beweisen, daß eine rohe Kindererziehung auch eine christ antisemitische Tendenz. Die Beseitigung der Schächtmethode hat auf die Sache selber ausführlich einzugehen. Für uns genügt es, liche Kindererziehung fet. Welche Mittel das Blatt in seinem uns Sympathien in allen Parteien. Es muß auch eine merkwürdige daß den Antragstellern der Beweis nicht gelungen ist, daß das Schächten würdigen Stampfe anwendet, möge folgende Stelle aus dem Leits Religion sein, die steht und fällt mit einer solchen Kleinigkeit. Es mit besonderer Tierquälerei verbunden ist.( Widerspruch dei den artikel seiner letzten Abendnummer zeigen: handelt sich nämlich nur um eine Kleinigkeit, um einen veralteten Antisemiten.) Gegen die Tierquälerei werden wir jederzeit mit der= Aberglauben. Die Gutachten, die der Abg. Lieber anführte, find selben Entschiedenheit auftreten, wie die Antisemiten. nicht stichhaltig. Bei dem Zeugnis des holländischen Kriegsministers ist eine Schiebung von jüdischer Seite sehr 20002 Abg. Dr. Kruse( natl.): 9 1 " erörtert werden, Was würde Herr Singer wohl sagen, wenn man nicht etwa einen Einzelfall, sondern die oft wiederholten Fälle, in denen ein socialdemokratischer Kassierer Unterschlagungen verübt hat und mit der socialdemokratischen Kasse durch gebrannt ist, in gleicher Weise verallgemeinern und daraus ein System" machen wollte? Und selbst wenn es wahr wäre, daß bisher in dem Prügeln ein gewisses System gelegen"- ist denn nicht durch die neueren Abmachungen zwischen der Waisenverwaltung der Stadt Berlin und der Verwaltung des Potsdamer Waisen Abg. Liebermann v. Sonnenberg( Reform- B.) hauses diesem System" ein Ende gemacht und eine Garantie behauptet gegenüber dem Abg. Schrader, daß der Beweis für die gegen die Wiederaufnahme gegen die Wiederaufnahme desselben geschaffen worden?" Hierauf wäre furz zu erwidern, daß Betrügereien der von der daß Betrügereien der von der Tierquälerei beim Schächten sehr wohl gelungen sei und zwar durch Germania" an den Haaren herbeigezogenen Art von socialdemo die Gutachten der sächsischen Behörden. Ebenso haben wir den Beweis geliefert, daß sehr wohl eine Methode existiert, die alle fratischen Blättern stets auf das schärfste verurteilt worden sind. Nachteile des Schächtens vermeidet, nämlich die Tötung mit der Hätten unsere Parteiblätter nach den Moralanschauungen Schußmaske, bei deren Anwendung das Bewußtsein augenblicklich gehandelt, mit denen die Germania" in der Prügelaffaire schwindet. Wenn Sie der Ansicht sind, daß unser Antrag antisemitische brilliert, so hätten sie die Betrügereien als Inbegriff aller üssen. Weil Seidenz hat, dann lehnen fie ihn gb, nehmen ſie aber wenigstens eine offcubation Resolution an, in der der Reichstanzler zu Erhebungen in diefer eben die katholische Presse offenbar im Interesse des JosefsFrage aufgefordert wird. Da dies aber wohl heute nicht mehr stifts die dort begangenen Roheiten geradezu als den Gipfel christ möglich ist, so beantrage ich, die Abstimmung über meinen Antrag licher Erziehungsfunft hinstellt, ist, um zum Fall 2 zu tommen, cben nicht zu erwarten, daß jezt plöglich in diesem christ für heute auszusehen.( Lachen lints.) lichen" Juftitut eine Garantie gegen die Wiederaufnahme der Prügelpädagogik gegeben ist. wohl möglich. Alle übrigen Gutachten find von der Ent- Die ganze heutige Debatte war überflüssig, nachdem sich schon wicklung überholt. Es giebt heute eine absolut voll- in der ersten Lesung gezeigt hatte, daß es sich lediglich um antis tommene Schlachtmethode, vermittelst der Schußmaske. Der semitische Bestrebungen bei diesem Antrag handelt. Andererseits ist große Einfluß, den die Judengemeinden in den großen Städten festgestellt, daß das Schächten keineswegs mit größeren Grausam üben, habt bei dem Zustandekommen der Gutachten ohne Zweifel teiten verknüpft ist, als andere Schlachtmethoden. eine bedeutsame Rolle gespielt. Weder das Ober- Medizinalkollegium noch die Physiologen, noch selbst einzelne Großschächter können da ein begründetes Urteil abgeben. Das können mur Leute wie ich, die dem Schächten in Heinen Städten beigewohnt haben. Die Vorbereitungen zum Schächten sind etwas unerhört Grausames. Und nach dem Schächtschnitt tritt feineswegs Blutleere im Gehirn, also auch keine Bewußtlosigkeit ein. Vielmehr müssen da noch erst Schlächtergesellen durch Wühlen in den Adern nachhelfen. Die Tötung durch die Schußmaske ist dagegen eine absolut fichere und momentane. Auch geſchicht da das Ausbluten in viel vollständigerer Weise. Da das Ausbluten der eigentliche Zwed der jüdischen Religionsvorschrift ist im Blut soll nämlich die Seele sigen so stellt die neue Schlachtart thatsächlich noch ein Entgegen kommen gegenüber dem Judentum dar. Die Agitation gegenüber dem Schächtverbot kommit nur daher, daß die Juden Reifen und Nach einigen weiteren Bemerkungen der Abgg. Dr. Lieber, Klammern brauchen, um einen Staat im Staate bilden zu können. v. Tiedemann und Bindewald wird die Diskussion geschlossen. Solche Reifen und Klammern sind die Speisegeseze und der Der Antrag des Abg. Liebermann v. Sonnenberg auf Schabbes. Deshalb das Widerstreben gegen die Forderungen der Ausfegung der Abstimmung über feinen Antrag wird gegen die Humanität. Ich aber richte den Appell an alle guten Menschen hier Stimmen der Antisemiten und Konservativen abgelehnt. in Hause, dafür zu sorgen, daß Deutschland auch in dieser Frage an der Spitze der Civilisation marschiere.( Beifall rechts.) Abg. Lieber( C.) ver Abg. Liebermann v. Sonnenberg: Dann bezweifle ich die " " Ebenso hiufällig ist ein zweiter Kniff, den die Germania" zur höheren Ehre flerifaler Prügelpädagogik zum besten giebt. Die Zeitung spielt den Trumpf aus, daß der Stadtverordneten- Ausschuß bei seinem Antrag auf Entfernung der Berliner Kinder aus dem Braf. Graf Ballestrem: Querleiber biejem itt genommen habe. Den in Berlin Feine SüdEnde erreicht.( Seiterfeit.) Ich seße die nächste Sigung an auf Zweifel anschließen. Unsere Beratungen haben daher für heute ein Mittwoch 1 hr mit der Tagesordnung: 3 weite Beratung der Novelle zum Invalidenversicherungs- Gejen. Obwohl die Sigung geschlossen ist, wünscht Abg. Singer noch das Wort. Wesentlich Neues hat der Vorredner nicht vorgebracht. Er hat gemeint, es sei festgestellt worden, daß das Schächten eine Tier quälerei ist. Darauf begründete er seine Forderung: ohne Rücksicht birgendwelchen Aberglauben das Schächten zu Herr Borredner irrt aber, wenn er bas bereits als erwiesen ansicht, was erst zu beweisen ist, und Abg. Singer( Soc.): Ich wollte mir die Mitteilung erlauben, wofür er auch heute einen Beweis nicht erbracht hat. Gewiß laufen in den kleinen Städten beim Schächten Grausamkeiten mit unter; diese verurteilen auch wir. Aber diese schließen sich auch an Abg. Oertel( f.): diesem Falle überhaupt auf den Zufall ihrer Religionsangehörigkeit bes werden sich unseres Erachtens höflich, aber entschieden vor der„ Gers mania" als ihrer Sachwalteriu bedanken, und, soweit sie sich in fimmen, gerade dem Stadtverordneten Ausschuß als eifrigen und entschiedenen Förderer ihrer Interessen verpflichtet fühlen. Es heißt doch alle Begriffe von Logik und Recht auf den Kopf stellen, wenn man als Katholikenfeinde die Leute hinstellt, die sich daß ich morgen vor Eintritt in die Tagesordnung den Antrag stellen um das Wohlergehen der katholischen Waisenkinder mühen, die dafür werde, den zur Beratung angefeßten Gegenstand von der Tages- sorgen, daß eine fatholische Mutter ihre Augen ruhig schließen kann, ordnung abzuseßen. Morgen werde ich diesen Antrag auch be- ohne daß sie in ihrer letzten Stunde befürchten muß, ihre Lieben der Pädagogik der 59 Stockhiebe überantwortet zu sehen. Wenn irgendwo auf der Welt von Katholikenfeindschaft zu reden no into aut war, so bei der klerikalen, Germania", die in den letzten Wochen diabet und niti stagtäglich die Weißhandlung der armen Waisenkinder katholischer tistpits surinoti gand me Religion verherrlicht und damit sowohl der katholischen als 256 mmol Lokales. weligion als auch der katholischen Bevölkerung den gröbLokales.istr lichsten Schimpf angethan hat. gründen. 1901 = Wer heute abend in der Stadtverordneten- Versammlung das allgemein menschliche Interesse und das Interesse der katholischen Einwohner Berlins wahrnehmen will, der hat dafür zu sorgen, daß jede Verbindung zwischen der Stadtverwaltung und dem Potsdamer Institut aufhöre! alle übrigen Schlachtmethoden an. Wir sind auch dafür, daß dieser verrohende Akt ich meine damit nicht eine bestimmte SchlachtSchluß der Sizung 51/2 Uhr. methode, sondern das Schlachten überhaupt mur unter strengstem Ausschluß der Oeffentlichkeit vor sich geht. Aber die Herren Antrag steller richten sich nur gegen eine bestimmte Schlachtart und wollen doo dum eting eine andere bestimmte Schlachtart zwangsweise festsetzen. Sie berufen sich dabei auf die Tierschutzvereine. Aber deren Stellung ist eine ganz andere. Der XI. Internationale Tierschustongreß Der Wahlverein des 3. Berliner Reichstags- Wahlkreises hat es ausdrücklich abgelehnt, für oder gegen das Schächten unternimmt am Himmelfahrtstag einen Familienausflug nach dem Bartei zu ergreifen.( hört! hört!) Dadurch allein wäre schon be- Restaurant Pferdebucht" bei Cöpenick. Abfahrt 9,10 Uhr vom wiesen, daß das Schächtverbot mit Tierschutz nichts zu thun hat. Schlesischen Bahnhof. Rege Beteiligung erwartet Wir haben also keine Veranlassung, von unserem principiellen StandDer Vorstand. punkte abzugehen, der uns jeden Eingriff in die Nechte einer Arbeiter Bildungsschule. Wir machen die Arbeiterschaft nochstaatlich anerkannten Religionsgemeinschaft verbietet. Für uns ist das Das Programm des Kongreffes zur Bekämpfung der Gutachten der wissenschaftlichen Deputation für das Medizinalwesen, durchmals auf den heute Abend stattfindenden Unterricht in Tuberkulose als Volkskrankheit, der bekanntlich vom 24. bis 27. Mai die der preußische Kriegsminister bestimmt worden ist, nationalökonomie aufmerkſant. Schriftsteller Paul Hirsch hier tagt, ist soeben herausgegeben worden. Es weist fünf Vorträge den Schächtschnitt in der Mainzer Ronfervenfabrii wird über Arbeiterschutz- Gesetzgebung und Arbeiterversicherung in den und daneben eine Reihe Ausflüge und geselliger Veranstaltungen auf, einzuführen, maßgebender als das sächsische Gutachten, von europäischen Ländern sprechen. Bei der großen Wichtigkeit dieses die zum Teil, wie die Besuche der Heilstätten, mit dem Zweck des dem Herr Dertel gesprochen. Jenes Gutachten war unterzeichnet Themas ist es notwendig, daß sich die Arbeiterschaft von den Koryphäen der Wissenschaft, von den Professoren Barbeleben, an diesen Vorträgen beteiligt. Besonders den Gewertschafts- guigen dienen. Hiergegen läßt sich gewiß nichts einwenden. Bedent von de bisher Stongreſſes im Zuſammenhang ſtehen, zum Teil aber nur dem VerJolly, Virchow, Bergmann, Leyden, Olshausen, Gerlach, Rubner und mitgliedern sei geraten, diese Gelegenheit nicht unbenugt lich aber erscheint das aufgehäufte Maß von Förmlichkeiten, mit anderen; all' diefe Männer haben das Schächten empfohlen, und mit vorübergehen zu lassen, um sich mit den Fragen der Arbeiter dem der Ausschuß des Kongresses au glänzen suchte. Sowohl für ihrem Namen empfohlen. Das bedeutet doch etwas anderes, als die ich uz Gefeßgebung und Arbeiterversicherung ein- die Gröffnung des Kongresses im Reichstagssaale als auch für die Empfangsfeierlichkeit im Rathause ist Frad unb Rundgebungen tierärztlicher Vereine. Redner schließt mit einer Aufgehend bekannt zu machen. Zahlreiche Beteiligung erwartet Der Vorstand. weiße Binde vorgeschrieben. Damit ist den Kranken. forderung zur christlichen Nächstenliebe.( Beifall.) tassen vorständen, von denen kaum einer im Besiz eines sjonsproke g ( Bevor Redner zu sprechen beginnt, ruft ein Zuschauer in der ,, Anschauungsunterricht im Freien" upline Gesellschaftsanzuges sein dürfte, die Beteiligung an einem Teil der Veranstaltungen unmöglich gemacht. Dieser strenge Ausschluß prole ersten Reihe der Tribüne: Nicht Ochsen, sondern Menschen- fann unsere Jugend im Friedrichshain genießen. Die beiden tarischer Teilnehmer würde von diesen am Ende mit Gleichmut hinrechte!" und wirft eine Menge Flugschriften in den Saal. Teiche dieses Partes sind von zahlreichen Enten und Gänsen und genommen werden, wenn es sich nur um gehaltlose Feierlichkeiten Allgemeines Erstaunen und minutenlange Stille. Bizepräsident auch von einem Schwanenpaar bevölkert. Die Schwäne sind Eigen- mit patriotischen Hochrufen handelte. Ausdrücklich ist aber an von Frege droht nach einigen Minuten, die Tribüne räumen zu fum der Stadtgemeinde, die Gänse und Enten gehören dem Ober- die Eröffnungsfeier mit Frack und weißer Binde der laffen, wenn die Unruhe daselbst sich wiederholen sollte. Der Rufer, gärtner, der sich aus ihnen wahrscheinlich seine Sonntagsbraten anscheinend wichtigste Vortrag angeschlossen worden, nämlich der über ein junger Mann, wird durch einen Reichstagsdiener von der heranfüttert. Für die Schaaren von Kindern, die sich an schönen die Ausbreitung der Tuberkulose. Somit müssen die Tribüne geschafft. Das allgemeine Staunen löst sich allmählich, der Nachmittagen im Friedrichshain tummeln, sind die Wasservögel Arbeiter Teilnehmer auf die Beteiligung an einem für fie Vorfall wird nachher noch lange besprochen,) die natürlich ein Gegenstand des lebhaftesten Intereffes. Zu Hunderten wahrlich recht bedeutsamen Teil des Kongresses verzichten. Man muß diese Frage nicht vom religiösen, sondern vom umlagern die seleinen und auch viele Erwachsene die Teiche Unseres Erachtens ist aber durch diese Förmlichkeit auch den übrigen menschlichen Standpunkt beurteilen. Die Gutachten für das Schächten und sehen dem belustigenden Treiben der Tiere zit. Die Besuchern ein völlig unnützer 8wang auferlegt worden. Es wird beweisen nichts. Es stehen eben Gutachten gegen Gutachten. Die Beobachtungen, die die Jugend hier macht, find ungemein den Auswärtigen zugemutet, ein auf Reisen ziemlich überflüffiges tönigliche sächsische Regierung ist der königlichen preußischen durch wertvoll. Sie bereichern den Vorstellungskreis der Kinder, Möbel mitzuschleppen, und das einzig um einem Verlangen zu geans gleichwertig. Das sächsische Gutachten steht hinter dem und biele Kinder namentlich die die noch nicht schul- nügen, das dem Ceremonienmeister irgend eines Serenissimi alle preußischen nicht zurück, das erfordert das föderative Prinzip pflichtigen fchen hier überhaupt zum erstenmal lebende Gänse Ghre machen würde, das aber auf einer ernsten Veranstaltung, wie Die jüdischen Bewohner Sachsens haben sich mit dem Schächtverbot und Enten in ihrem Element. Wer den Gesprächen lauſchen will, dem Kongreß zur Bekämpfung der Tuberkulose, kaum einen ver ausgeföhnt. Au einer Table d'hote hat noch nie ein jüdischer Gast die die Kleinsten und Kleinen und selbst größere Kinder hier mit nünftigen Zwed hat. gefragt, ob das ihm vorgesezte Fleisch geschächtet ist oder nicht. einander führen, der kann manches naive Wort auffangen. Den ( Heiterkeit.) Ich bitte Sie, den§ 1 anzunehmen, da sich jede religiöse Höhepunkt erreicht das Interesse, das die Kinder den beiden Teichen Die Wohlfahrtseinrichtungen Berlins und seiner Vororte" Vorschrift der Humanität unterordnen muß. und ihren gefiederten Bewohnern entgegenbringen, allemal im Früh heißt ein von der Auskunftsstelle der Deutschen Gesellschaft für Abg. v. Tiedemann( Sp.): site bjahr, wenn junge Schwäne, Gänse und Enten austommen. Das ist Ethische Kultur herausgegebenes Auskunftsbuch, das jetzt in zweiter Auch ich werde jeder Tierschußmaßregel zustimmen. Aber die gerade jest wieder der Fall. Besonders lebhaft geht es auf und an Auflage vorliegt. Dies zuerst vor sechs Jahren erschienene Werk ist Antragsteller haben gerade die grausamsten Todesarten in ihren dem Schwanenteich zu, wo das Schwanenpaar einen Teil seines unzweifelhaft vielen im öffentlichen Leben stehenden Bersonen und Antrag nicht einbezogen. Sie haben sich auf die Forderung der Gebietes an etliche Gänse hat abtreten müſſen. Die Nester, namentlich allen, die im Dienst der Kommune ein Ehrenamt vers die dem Schwanenweibchen und den Gänsen zum Brüten sehen, eine willkommene Gabe. Es enthält in übersichtlicher Orda Betäubung beschränkt, und gerade diese Frage ist im höchsten Maße befinden sich nebeneinander auf mung man kann fast sagen sämtliche Wohlthätigkeits- Organisationen, zweifelhafter Natur. Eine allgemeine Einführung der Schußmaste ist unmöglich; das verbietet sich schon durch die ländlichen Berhält aber von einander getrennt durch einen Drahtzaun, der den den auch ihrer Vororte mit Angabe ihrer Zweckbestimmung usw. aufgezählt, niffe. Das Sachliche in den Reden der Antragsteller ist hinfällig, und Gänsen überwiesenen Teil der Insel und ein Stück des Teiches sowie Außerdem verbreitet es sich über die Grundfäße der städtischen Armen mehr oder weniger versteckt antisemitischen Bestrebungen werde ich des gegenüber liegenden Ufers umgrenzt. Die Gänschen sind bereits verwaltung und die Thätigkeit ihrer Organe und führt ingleichen aie Vorschub leisten. ausgekommten und machen unter der Obhut der Mütter die ersten die socialen Institutionen im weiteren Sinne, so die Bildungsanstalten, Abg. Bindewald( Ant.): Schwimmversuche. Aber den Schwänen nebenan sind sie ein Dorn Heilanstalten, Bäder usw. auf. Wenn das Buch unter den Wohla im Auge. Unermüdlich schwimmt oder schreitet der Schwan an der fahrtseinrichtungen die Berufsorganisationen nicht verzeichnet ents Grenze auf und ab, jede Bewegung seiner Nachbarschaft beobachtend. hält, so glaubten die Herausgeber, wie schon in der ersten Auflage von Zeit zu Zeit arbeitet er wütend mit der Brust gegen das bemerkt, daß erst ein auf breiterer Grundlage anzulegendes Werk trennende Gitter, als ob er es eindrücken möchte, oder versucht, den auch sie in seinem Rahmen aufnehmen dürfte. In der neuen AufHals weit ausreckend, mit dem Schnabel hinüber zu langen. lage finden sich manche praktische Wenderungen; u. a. find, wie der auch das Ich nehme an, daß der Herr Redner nicht von Mitgliedern dieses Manchmal verläßt Schwanenweibchen das Nest neue Titel schon besagt, die Vororte Berlins entsprechend mit Hauses spricht. beteiligt sich an den vergeblichen Bemühungen, in berücksichtigt worden. Das im Verlage von Julius Springer ers Abg. Bindewald( fortfahrend): mia das Nachbarreich einzudringen. Ein Freudengeschret erhebt schienene Wert, um dessen Herstellung sich neuerdings Frau Mathilde Selbstverständlich sind diese davon ausgeschlossen.( Heiterkeit.) sich dann unter den jugendlichen Zuschauern, wenn das freche Küstermann und Herr Dr. phil. Albert Levy besonders verdient geNicht wir haben in den Antrag eine antisemitische Tendenz hinein- l Bolt der Spaßen, den günstigen Augenblick benutzend, sich über das macht haben, wird gewiß die ihm gebührende Beachtung finden. Es ist als unbedingte Wahrheit anzusehen, daß das Schächten eine Tierquälerei ist. Wer überhaupt etwas einsehen will, muß das einsehen. Es ist geradezu Böswilligkeit, wenn jemand noch daran zweifelt. Vicepräsident v. Frege: " hergerichtet worden find der fleinen Insel, die in dem Teiche Tiegt; fie find Stiftungen, Wohlfahrtseinrichtungen der Reichshauptstadt sowohl als 1 haben: Postillone vom Poſtfuhramt durften aber in Galauniform an den Eingängen die Ehrenwache halten. Das fünzigjährige Bestehen der Bahnposten ist am Montag| trag in fleinen Münzen bei ihm fand, legte er ein Geständnis ab.| Polizeiverordnung für Budow betreffend das Berbot der Zulassung Bet Kroll im Beisein des Herrn v. Podbielski zu einer Feier, ver- Er wurde zu fünf Monaten Gefängnis, Degradation und Versetzung jugendlicher Personen zu Tanzlustbarkeiten anlangend, zu befassen, bunden mit den üblichen patriotischen Huldigungen, bemußt worden. in die 2. Klasse des Soldatenstandes verurteilt. nachdem die Beschlußfassung in dieser Angelegenheit in der vorhers Es scheint, daß an der Veranstaltung nur höhere Beamte teilgenommen Gefunden wurde am 1. Mai im Lokale von Zimmermann gegangenen Sigung bis nach Anhörung der Vertreter Bucows vers in der Babitrage ein Kinderfragen. Bertherm beitagt worden war. Amtsvorsteher Regling vertrat wiederum den Standpunkt, daß Eltern und Dienstherrschaften weit besser H. Raschte, och str. 32 b, in Empfang genommen werden. in der Lage wären, in dem gewünschten Sinne auf Interessenkampf. Der Innungsverband deutscher BangewerksUnglücksfälle im Straßenverkehr. In der Fehrbellinerstraße jugendliche Personen Einfluß auszuüben, als dies durch eine meister hat an Bundesrat und Reichstag eine Eingabe gerichtet, in überfuhr ein Flaschenbierwagen eine 65 Jahre alte Frau. Der Polizeiverordnung zu ermöglichen sein würde. Auch hätte eine welcher darum gebeten wird, bei der in Aussicht genommenen ge- Sutscher war nach Angabe von Augenzeugen trotz des lebhaften, auf derartige lokale Berordnung keinen großen Zwed. Gemeindevorsteher feßlichen Regelung der Stellung der Grundstücks- und Hypotheken- Ser Straße herrschenden Verkehrs im Galopp gefahren und ver- Höft- Buckow gab dagegen seiner Meinung dahin Ausdruck, daß die makler darauf Rücksicht zu nehmen, daß zu dem Geschäft eines Grundstückmaklers nur solche Personen zugelaffen werden, welche die suchte, als er das von ihm angerichtete Unglück sah, in derselben Eltern sich um ihre Kinder, wenn diefelben eingesegnet wären, gar hierzu erforderlichen Geschäfts- und Rechtskenntnisse und die dazu Gangart zu flüchten, wurde aber aufgehalten und als der Kutscher nicht mehr fümmerten und auch nichts dagegen hätten, wenn sich Stelling festgestellt. Die anfänglich zwar ohnmächtig gewordene, dieselben auf den Tanzböden herumtrieben. Die Dienstherrschaften unentbehrliche Lauterkeit des Charakters, Rechtschaffenheit und zu- glücklicherweise aber anscheinend nicht schwer verlette Frau wurde feien demgegenüber völlig machtlo3. Hier könne nur ein polizeiberlässigkeit befizen." Daraufhin hat der Verein der nach dem Krankenhause am Friedrichshain gebracht. Die( auch liches Verbot die ersehnte Hilfe bringen. Der Amtsausschuß bes Berliner Grundstücks- und Hypothekenmaller von uns wiedergegebene) Mitteilung eines hiesigen Blattes, wonach schloß denn auch, die gewünschte Polizeiverordnung, betreffend das zum 27. und 28. Mai eine Konferenz nach Berlin einberufen, welche auf dem Kottbuser Damm ein Mann von der elektrischen Straßen- Verbot der Teilnahme an öffentlichen Tanzluſtbarkeiten von Perſonen eine Denkschrift an Reichstag und Bundesrat beraten, zu derselben bahn erfaßt und dergestalt überfahren worden sei, daß ihm der Kopf unter 16 Jahren für Buckow zu erlassen. Frage Stellung nehmen und die nach Ansicht des Vereins unrichtigen glatt vom Rumpf getrennt wurde, wird von dem Polizeibericht für Behauptungen des genannten Jnnungsverbandes widerlegen soll. Im Zeichen des Verkehrs. Große Aufregung herrscht unter den Telephonteilnehmern in den Vororten Berlins infolge einer Die Eröffnung des Vollringes im Stadtbahn Betriebe, Wegen Unterschlagung wird der 30 Jahre alte Civilingenieur neuen Maßregel der Ober- Postdirettion, wodurch dessen projektierte Aenderungen wir bereits mitteilten, wird schon im Friedrich Wilhelm F. aus Alt- Moabit 46 von der Staatsanwaltschaft die Teilnehmer, namentlich soweit sie Geschäftsleute sind, empfindlich nächsten Jahre erfolgen, nachdem die Verbindung an der Westseite Berlin I steckbrieflich verfolgt. F., der aus Warschau gebürtig ist, geschädigt werden. Am Sonnabend sind nämlich in sämtlichen der Ringbahn fertiggestellt ist. Um jedoch einen ununterbrochenen wohnte seit 2/2 Jahren in dem genannten Hause und hatte seit dem Berliner Vororten diejenigen Personen, welche Fernſprechanschluß Anschluß des Ringverkehrs mit dem Stadtbetriebe zu unterhalten, 1. Oktober v. J. in der Spenerstr. 18 eine Fahrradhandlung. Von haben, von der Postbehörde aufgefordert worden, für jedes Gespräch, wird, wie wir in Ergänzung unserer früheren Nachrichten hinzufügen mehreren Fabrikanten bezog er große Posten zum Kommissions- welches Fremde oder Gäste durch den Apparat führen, einen fönnen, der Stadtverkehr auf der Westseite eine Ausdehnung erfahren, vertrieb, schlug die Räder los und lieferte den Erlös nicht ab. Den Betrag von 25 Pfennigen zu erheben und diese Summe indem die Trains, die jetzt auf Station Charlottenburg tot aus- größten Teil des unterschlagenen Geldes hat er wohl durchgebracht, dem mit der Eintassierung beauftragten Beamten einzuhändigen. laufen, bis Halensee geleitet werden. Der Stadtverkehr wird dem- da er ein sehr lockeres Leben führte. Als sich sein Treiben nicht Durch diese Maßregel fühlen sich namentlich die kleineren und nach vom 1. Mai 1900 ab zwischen Lichtenberg einerseits und länger verbergen ließ. brannte er bei Nacht und Nebel durch und mittleren Gastwirte und Geschäftsleute schwer getroffen, da sie das Westend resp. Halensee andererseits sich ausdehnen. ließ seine Frau mittellos zurüd. Ein Bekannter von ihm, der sich Telephon hauptsächlich nur ihrer Kunden wegen halten. für ihn an einer Stelle verbürgte, büßt gegen 2000 m. ein. 1 In der Singerschen Mordaffaire hat jezt eine neue Verhaftung stattgefunden. Ju Krimmitschau ist der Kupferschmied Johannes Oskar Mufche in Haft genommen worden, weil er sich durch allerhand Aeußerungen über die Mordaffaire verdächtig gemacht haben soll. Was an der Geschichte ist, bleibt abzuwarten. Vielleicht handelt es sich um nichts anderes als um Redensarten, die ein roher Patron am Biertisch gemacht hat. Der hundertste Geburtstag von Wilhelm Adolf Lette, der in Gemeinschaft mit Gneist und Friedrich v. Raumer den" Centralverein für das Wohl der arbeitenden Klasse", ferner den„ Handwerkerberein", den Verein zur Förderung der Erwerbsthätigkeit des weiblichen Geschlechtes" und die Pestalozzistiftung" begründet hat, wird Heute von mehreren Vereinen festlich begangen. " erfunden erklärt. Wort kommen. Bei dem Brande auf dem Riefelgute Klein- Ziethen ist das dortige Arbeiterwohnhaus, in welchem drei Familien untergebracht waren, vernichtet worden. Die Gemeindevertretung von Stegliz hat daraufhin beschlossen, einen Neubau mit vier Arbeiterwohnungen errichten und die noch vorhandenen zwei Arbeiterwohnungen, welche sich in einem nicht menschenwürdigen Zustande befinden, in Ordnung bringen zu lassen. Auch an Stelle der abgebrannten Scheune und eines Schuppens sollen massive Neubauten errichtet werden. Herr Max Laurence vom Schiller- Theater veranstaltet zum 17. Mai einen Vortragsabend im Bürgerfaale des Rathauses. In einer Rethe cyklischer Dichtungen, a) moderne Soldatenlieder, b) moderne Arbeiterlieder, c) moderne Natur- Lyrit), werden die ersten Lyrifer der Gegenwart zum Theater. Das Schiller Theater bringt heute die erste Auf führung des Schwantes Zwei glückliche Tage" von Schönthan und Kadet: burg. Die Hauptrollen sind folgendermaßen besetzt: Friedrich Weinholz: Karl Dahlen; Bertha: Louisabeth Röckel; Elſe: Elsa Seiz; Hugo Witte: Hochwassergefahr. Auch die Spree ist infolge der starken Otto Pahlau; Gertrud: Paula Levermann; Christine Hollwig: Agnes Werner; Lüttchen: Alfred Schmasow; Joseph Freisinger: August Weigert; Morawes: Julius Eyben; Ruschte: Ernst Wehlau. Feuerbericht. Aus geringfügiger Ursache erfolgte Dienstag abend 8 Uhr ein Alarm nach Friedrichstraße 78. Gegen Mittag Trauriges Schicksal. Der Lebensmüde, der sich vor einigen wurde die Wehr nach Bülow straße 67 gerufen, wo in der elettroTagen auf dem Stettiner Bahnhof eine Kugel in den Kopf schoß technischen Fabrik von Mix und Genest durch Ueberkochen von Wachs und schwer verwundet nach der Charité gebracht wurde, ist noch ein Brand entstanden war, der den Fabrikraum start gefährdete und immer nicht festgestellt. verlegung sein Augenlicht verloren und ist infolge deffen geistes- übrigen sind aus den letzten Tagen nur ganz unbedentende Brände gestört geworden. Der Lehrer Kynast aus Bankow, der vor zu verzeichnen. Denne wigstr. 19 brannten Papierabfälle und längerer Zeit bei einem Selbstmordversuch infolge einer Schußwunde Weidenförbe. Marigrafenstr. 66 war ein fleiner Zimmerbrand ebenfalls auf beiden Augen erblindete, ist aus dem Krankenhaus in abzulöschen, während Link str. 10 die Schaldecke und Balkenlage eine Blindenanstalt übergeführt worden. Feuer gefangen hatten. Rüdersdorferstraße 63 mußte ein Schornsteinbrand beseitigt werden. Kleinere Zimmerbrände verursachten Alarm nach Köpeniderstraße 75, Wilhelm it raße 141, Raiserstraße 14, Buttbuserstraße 41 und Cubrystraße 34. Die gefürchtete Maikäferplage scheint in diesem Jahre ausbleiben zu sollen. Die Ursache ist wohl in dem ungewöhnlich falten Mai zu suchen. Nur ganz vereinzelt haben sich bisher die Maitäfer an die Oberfläche gewagt. " nominiert. " Aus den Nachbarorten. Niederschläge der letzten Tage gewaltig angeschwollen. Von mehreren an der Spree belegenen Orten wird bereits Hochwasser gemeldet; bei Kottbus hat die Wasserhöhe bald den Hochwasserstand vom August 1897 erreicht. Im Spreewald, wo das Hochwasser erst in einigen Tagen seinen höchsten Stand erreichen wird, sieht man die gewaltigen in die Niederurg hereinslutenden Wassermengen mit Bes sorgnis erscheinen. Viele Bejizer, besonders in Burg, haben schon nach Kräften Vorsorge getroffen, um den unwillkommenen Gast, das Hochwasser, von ihrem Besitztum fernzuhalten. Ein grauenhafter Fund ist am Sonntag bei Bichels. Die Havel trieb das mit Schnürschuh werder gemacht worden. und Strumpf bekleidete Bein einer weiblichen Person ans Ufer der Jusel. Der Körperteil war vom Rumpf glatt abgetrennt. Hiermit in Zusammenhang steht offenbar ein vor kurzem bei Schildhorn vorgekommener Fund; da ist der fast unbekleidete Oberkörper einer Es ist unaufgeklärt, wie Frauensperson ans Ufer gespült worden. Indeß ist der Körper in solcher Weise zerstückelt werden konnte. nicht ausgeschlossen, daß eine Schiffsschraube den im Wasser schwimmenden Leichnam in der Mitte auseinander geschnitten hat. Gerichts- Beitung. In der Zeugenaufruf. Am Donnerstag, den 27. April, mittags 11/2 Uhr, ist die 75 Jahre alte Handarbeitlehrerin Wilhelmine Kaifer An die Parteigenossen von Groß- Lichterfelde. Am 12. Mai in der Alten Schönhauserstraße beim Ueberschreiten des Dammes von der Steinstraße her von einem Wagen der elektrischen Straßen- findet die Gemeinde- Ersazwahl für die III. Wählerklasse des 2. BeDie am 8. d. M. stattgefundene zirks westlich der Bäte statt. bahn überfahren und tötlich verlegt worden. Die Personen, welche se ommunal wähler- Versammlung hat sich einstimmig Versuchte Nötigung war den Steinträgern Schulz und Hold Zeugen dieses Vorganges gewesen sind, werden dringend gebeten, für die Beteiligung an der Wahl ausgesprochen und den Genossen sich mündlich oder schriftlich bei der Pflegetochter der Verstorbenen, der städtischen Lehrerin Frl. Manthey, Berneuchenerstraße 11, Gin- Beitungsexpedienten St. Wenzel, Lankwizerstr. 6, als Kandidaten fiebenten Straffammer des Landgerichts I als Angeklagte standen. N. mann zur Last gelegt worden, die deshalb am 8. Mai vor der Der Fall beweist, wie leicht Arbeiter auf die Anklage> gang Bardelebenerstraße, zu melden. Besonders wird der Arbeiter mit dem Steinhammer, der zu dem Führer auf den Perron stieg, Fichtel, Kyllmannstraße( Victoriaplay), statt. Die Wahl findet von nachmittags 4-8 Uhr in Restaurant bant fommen können, wenn sie in den Verdacht geraten, Es ist Pflicht der um Angabe seiner Adresse gebeten. Arbeiter, Mann für Mann an der Wahlurne zu erscheinen und ihre sich an irgend welchen Ausschreitungen beteiligt zu haben, die im Zusammenhange mit der gewertschaftlichen Bewegung Nach Veruntreuungen verschwunden ist der 38 Jahre alte Stimme für den socialdemokratischen Kandidaten abzugeben. Auf einem Neubau in der Bergstraße 37 Bureauvorsteher Heinrich Müller, der bei dem Rechtsanwalt und Nur durch intensive Thätigkeit unsererseits und Aufrüttelung der stehen sollen. war es zwischen Weihnachten und Neujahr zu Differenzen Notar Groffe in der Reinickendorferstraße 2c angestellt war. Als Säumigen kann der Sieg unseres Kandidaten herbeigeführt werden. gekommen, weil der Polier am weil der Polier am dritten Feiertage von den Müller nach Entdeckung der Unterschleife vor acht Tagen entlassen Die Parteigenossen werden ersucht, am Donnerstag früh gekommen, wurde, ging er nach seiner Wohnung in der Schumannstraße 33, 8 Uhr zahlreich im Restaurant Bagel zur Flugblatt Steinträgern verlangt hatte, sie sollten bis abends 8 Uhr entfernte sich aber bald wieder unter dem Vorgeben, daß er wieder verteilung zu erscheinen. Der Vertrauensmann. arbeiten, sie weigerten sich und darauf wurde der Steinträger Schulz entiassen; sein Kollege Holdmann legte selbst die Arbeit nieder. Sie zum Rechtsanwalt gehe. Am selben Tage noch teilte er seiner Frau, Zur Lokalliste. In Fichtenau ist das Lokal C. Koch s fanden schnell eine andere Stelle und tamen am Tage darauf in die von der Entlassung keine Kenntnis hatte, durch einen Rohrpost- Kurpart" frei. In Schöneiche steht das Lokal von die Restauration von Schramm, wo sie ihr Arbeitszeug niedergelegt brief mit, daß er sich das Leben nehmen werde. Dieser Brief ish. Hüpenbeder der Arbeiterschaft ebenfalls zur Verfügung. hatten. Dort befanden sich auch die Arbeiter Grupka und aber wahrscheinlich nur auf Irreführung berechnet. Man glaubt, daß Die Lokalkommission. J. A.: E. Mertens, Friedrichshagen. Das Effenberger, die weitergearbeitet hatten. Infolge einer Bemerkung Müller mit dem unterschlagenen Gelde durchgebrannt ist. Grupka rein aus MißLolal Wirtshaus zum Broden", Inhaber Münche berg von Schulz, die. wie dieser meint In der Angelegenheit der Versammlung, welche die u. Leo, in der Scharnweberstr. 120 zu Reinidendorf, steht verständnis auf sich bezog, kam es zu einer furzen wörtlichen AusGarantiefonds zeichner am vorigen Freitag abgehalten der Arbeiterschaft unter den bekannten Bedingungen zur Verfügung. einandersetzung, bei der aber, wie Grupta und Effenberger selbst sagen, ihnen Schulz in keiner Weise zu nahe getreten ist. Gleich haben, sendet uns Herr Rechtsanwalt Sa ch 3 folgende Zuschrift: Die Lokalkommission von Reinickendorf. In Ihrer Nummer vom 7. Mai veröffentlichen Sie einen Bericht Schöneberg. Mit einer sehr reichhaltigen Tagesordnung be- zeitig war im 2okal der Arbeiter Scheinemann, der start betrunken war; dieser schimpfte den Effenberger und schlug den Grupka. Der über eine am Freitag stattgehabte Versammlung von Garantiefonds schäftigte sich die Stadtverordneten- Versammlung am Montag. Der Steinträger Schulz bemühte sich selbst mit Erfolg, den Scheinemann zeichnern der Berliner Gewerbe- Ausstellung 1896. Dieser Bericht Magistrat verlangt eine Beschlußfassung über verschiedene Borlagen von weiteren Ausschreitungen zurückzuhalten. Scheinemann, bejagt unter anderem: In den Büchern der Lotteriekommission be betreffend Genehmigung der Asphaltierung respektive fänden sich Gewinnloſe, welche gefälscht seien, und zwar zu dem Pflasterung einer Reihe von Straßen. So werden und merkwürdigerweise auch Schulz und holdmann, wurden deshalb angetlagt, die beiden legteren offenbar nur, Zwecke, um die darauf entfallenden Gewinne, welche nicht abgeholt für die Wielandstraße 50 000 Mark, Hedwigstraße weil im Vorverfahren die Belastungszeugen sich etwas allgemein werden konnten, bei ſeite zu schaffen. Die Staatsanwaltschaft habe 20 400 Mart und für die Bahnhofstraße 4600 Mark für dahin ausgedrückt hatten, sie wären beschimpft worden. inzwischen die Bücher beschlagnahmt." Demgegenüber teile ich Ihnen Asphaltierung verlangt. Genosse Masuch wendet sich gegen diese dahin ausgedrückt hatten, sie wären beschimpft worden. namens der Ausstellungsleitung ergebenst zur Aufklärung mit: Bewilligung, da in Schöneberg sich Straßen befinden, bei denen Hauptverhandlung stellte sich heraus, daß Holdmann überhaupt nichts 1. daß bei dem ganzen Vorgange es sich nicht etwa um die Lotterie- eine Aendering viel eher am Plaze sei. Auch die Herstellung der gesagt hatte, so daß seine Freisprechung selbst vom Staats. anwalt beantragt wurde. Schulz sollte, als sich der Wirt Schramm tommission als solche gehandelt hat, sondern um Erhebungen, die gegen verlängerten Eisenacherstraße mit Asphalt sei unein oder zwei frühere Angestellte der Ausstellung vorgenommen worden thunlich, da diese Straße erst vor wenigen Monaten neu auf zwischen die Streitenden warf, um sie auseinander zu bringen, ge sind; 2. daß damals einige Mappen, die Gewinnlose enthielten, mit Be- geschüttet und daher Senkungen ausgesetzt sei, die eine sehr rufen haben:" Werden Sie bloß nicht gemein, dann werden wir's fchlag belegt worden sind, und daß außerdem da der Ausstellungs- baldige Reparatur notwendig machten. Er beantrage eine auch. leitung an der Klarstellung des Sachverhalts in höchstem Maße ge- provisorische Pflasterung, der auch nach längerer Debatte zugestimmt der Mißhandlung( 1), die Scheinemann gegen Grupka ver Tegen war weitere Bücher der Behörde freiwillig zur Verfügung wurde. Ohne erheblichen Widerspruch wird die Asphaltierung der Worte Grupka und Scheinemann gegolten hätten. Der Vergestellt worden sind; 3. daß nach gewordenen Mitteilungen das Ver- Eisenbahnstraße, zwischen Motz- und Neue Winterfeldtstraße teidiger von Schulz und Holdmann, Rechtsanwalt Heine, wies fahren gegen jene früheren Angestellten eingestellt ist; 4. daß endlich mit einem Kostenaufwand von 33 500 M., die Pflasterung der He Im- darauf hin, daß diese Erklärung viel besser im Einklange mit der Im- teidiger von Schulz und Holdmann, Rechtsanwalt Heine, wies die oben erwähnten Mappen und Bücher dem Ausstellungsbureau straße mit 32 000 m. und der Koburgstraße mit 48 000 m., darauf hin, daß diese Erklärung viel besser im Einklange mit der längst zurückgegeben worden sind. Auch die fernere Behauptung des beide mit Reihensteine 3. Klasse mit Bitumenausguß, beschlossen. Bei Handlungsweise des Schulz stünde, als die Auffassung des Staatsanwalts. Das Gericht faßte die Sache auch so auf und sprach Berichts, daß Lieferanten veranlaßt worden seien, falsche Rechnungen dem Bericht des Ausschusses für die Beschaffung eines Schulz und Holdmann frei. aufzustellen, ist unwahr. Daß Einnahmen des Ausstellungs- Unter- Elettricitätswertes fam es zu heftigen Auseinandersetzungen. Bei der Zeugenvernehmung entwickelte sich noch eine charakte nehmens unterschlagen worden, ist der Ausstellungsleitung nicht be- Der Magistrat hatte bekanntlich unterm 4. April den Stadtverordneten ristische Diskussion zwischen dem Angeklagten Scheinemann und fannt." Demnach scheint man in der Versammlung ganz gehörig mitgeteilt, daß er zur Beschaffung des Werkes nur zwei Wege dem Zeugen Grupta, Scheinemann hielt wohl zu seiner Ent geflunkert zu haben. empfehlen könne, entweder wie in Berlin die Erteilung einer Kon sation der Arbeiter nichts wissen wolle, und machte Haase ist der am 21. September 1875 in Danzig geborene Haus- Errichtung eines Werkes auf eigene Rechnung und dessen Verpachtung dem Beugen Grupta, den er in der Trunkenheit gemißhandelt hatte, Gleichzeitig mit dem durchgebrannten Lehrling Frik zession auf 15 Jahre, oder nach dem Vorgange Charlottenburgs die astung für nötig, hervorzuheben, daß er von der Organi Diener im Friedrich Wilhelms- Hospital Hermann Kuhn verschwunden. auf 10 Jahre. Diejen Standpunkt nahm der Magistrat so lange ein, zum Vorwurf, daß dieser ihn einmal habe bewegen wollen, der Kuhn ist von Profession Maler und erst vor kurzem aus der als die Gesellschaft für elettrische Unternehmungen, Fremdenlegion zurückgekehrt; er spricht französisch, englisch und welche das erstere Angebot abgab, nicht weitere Zugeständnisse machte. Organisation beizutreten. Scheinemann wurde trotzdem zu spanisch. Vor drei Wochen trat er seine letzte Stelle an und lernte Diese Bergünstigungen find nunmehr erfolgt und ersucht der Magi- 4 Wochen Gefängnis verurteilt. dort den Haase tennen. Es unterliegt teinem Zweifel, daß Kuhn strat die Stadtverordneten, daher dem Vertrage auf dieser neuen In der Privatklage des Fabrikanten D. Weigert gegen den Haase zu der Unterschlagung verleitet hat, zumal legterer fehr Grundlage die Zustimmung zu geben. Der Ausschuß ist mit diesen den Stadtverordneten ta ft, bei welcher es sich um Vorgänge bei Forderungen des Magistrats einverstanden, fordert jedoch im Jnteresse einer Kommunalwahl Agitation handelt, stand gestern abermals Leichtgläubig ist. mehrerer größerer Betriebe, die die Einführung von Elektricität bis Termin vor dem Schöffengericht an. Herr Weigert, welcher beBeim Absteigen von einem elektrischen Straßenbahnwagen der spätestens zum 1. November beanspruchen, eine sofortige provi- absichtigte, für die Stadtverordneten- Bersammlung zu kandidieren, Linie Gesundbrunnen- Kreuzberg während der Fahrt ist gestern forische Sabellegung. Gegen diese eigentümliche Abweichung hatte mit der Gegnerschaft des Stadtv. Na st zu kämpfen, der u. a. nachmittag( Dienstag) der 50 Jahre alte Droschkentutscher Emil vom früheren Standpunkte wendet sich in der energischsten Weise auch eine im Juni 1875 erschienene, gegen Herrn Weigert gerichtete Bander aus der Gleimstraße 14 schiver verunglückt. Er ließ den Genosse Obst. Es sei ihm unverständlich, wie man innerhalb eines Broschüre mehreren Bezirksgenossen zur Kenntnisnahme unterbreitete. Bagen nicht los, fam zu Falle, wurde eine ganze Strede mit Beitraumes von vier Wochen zu einem so von der früheren Vorlage Die von dem früheren Redacteur der Allgemeinen Börsenzeitung". geschleift und zog sich außer inneren Verlegungen und Haut- verschiedenen Antrag kommen könnte. Man komme zu dem Gedanken, daß 3. Hollander, verfaßte Broschüre behandelte die Verhältnisse abschürfungen am Stopf einen doppelten Bruch des rechten Beines solches nicht auf natürlichem" Wege zugegangen sei. Die Bürgerschaft der Herzfelder Dampfziegelei- Aktiengesellschaft und stellte über die Ein Ärzt von der Rettungswache in der Kastanien- Allee legte würde es nicht verstehen, wenn man jetzt, nach den traurigen Er- angebliche Thätigkeit des Herrn Weigert bei dieser Gesellschaft, die eine Reihe Sem Verunglückten in einer Gastwirtschaft der Brumenstraße 103, fahrungen der Stadt Berlin mit solchen Gesellschaften, hier mit ein zu Ungunsten der zu Ungunsten der Aktionäre ausgefallen sei, Der Anwalt des wo der Unfall sich zutrug, einen Verband an und ließ ihn dann mit mal von der Errichtung eines eigenen Werkes Abstand nehmen wolle, fchwer beleidigender Behauptungen auf. einem Lückschen Wagen in das Lazarus- Krankenhaus bringen. um für irgend eine Privatgesellschaft ein Monopol zu schaffen. In Klägers Justizrat Adel warnte darauf brieflich Herrn Rast, Nach Spandau gebracht worden ist gestern der Unteroffizier erregter Weise wendet sich der Stadtv. Richter gegen Obst. Die die Behauptungen der Broschüre weiter zu verbreiten, da seiner Zeit Hollander wegen derselben zu harten Strafen verurteilt worden sei. Buß von der 1. Compagnie des 17. Pionier- Bataillons in Stettin. Ausschußvorlage wurde angenommen. Buß entwendete nachts aus der Compagniekasse, zu der er einen Schlüssel hatte, 20 Mart. Als man bei einer Durchsuchung den Bes 31. übte. " Der Staatsanwalt sah darin eine Beihilfe zu flärte aber Schulz dies dahin auf, daß die Vom Verfrommungsstreben. Der Amtsausschuß zu Brik Der Vorsigende, Amtsgerichtsrat von Krofigt, stellte aus den hatte sich nochmals mit dem Antrage Budow, den Erlaß einer gegen Hollander ergangenen Urteilen, die bis zu 1000 m. Geldstrafe geben, fest, daß die gegen Herrn Weigert erhobenen Beschuldigungen noch sieben andere Personen, darunter der frühere Bürgermeister| trümmert und etwa 10 Personen wenig erheblich verletzt. Der fich als völlig unwahr und gegenstandslos erwiesen haben. In dem Reiche, ist die Anklage fallen gelassen worden. Die Seele" von Materialschaden ist beträchtlich. gestrigen Termine, zu welchem eine große Anzahl Zeugen geladen dem ganzen Treiben ist Simon gewesen, der es verstanden hat, sich Eine Massenmörderin. Aus Best, 8. Mai, wird gemeldet: war, gelang es den Bemühungen des Vorsitzenden und des Justizrats auf alle Art und Weise Vorteile zu verschaffen. Für Bargeld und In Szentegyhaza Olafalu- Udvar, im Helyer Komitat, gab die Adel und Rechtsanwalts Dr. Werthauer auf der einen, sowie Waren versprach er allen, die ihm etwas brachten, Lieferungen für Müllerin Marie Simo in gemahlenem Weizen ihrer Feindin Lörincz des Justizrats Kleinholz und Rechtsanwalts Cassel auf der die Stadtverwaltung. Der Prozeß wird mehrere Tage dauern. Gift, infolgedessen die ganze Familie, die Arbeiter und die Verandern Seite, den Streit durch einen Vergleich folgenden Inhalts aus Zur Richtigstellung des gestern gebrachten Berichtes über den wandten der Lörincz, zusammen 19 Personen, im Sterben liegen. der Welt zu schaffen: Herr Rast erklärt, daß er sich auf Grund der vom Prozeß Schlesinger- Joachim teilt uns Herr Dr. Heinrich Die Müllerin ist verhaftet. 281 Kläger vorgelegten Erkenntnisse davon überzeugt habe, daß die in der Joachim in einer Zuschrift folgendes mit:" Ich habe vor Gericht die Broschüre des J. Hollander aus dem Juni 1875 in Bezug auf den Erklärung abgegeben, daß ich in dem unter der Ueberschrift Aerzte 24. v. M. ist die Bart„ Lochsloy" an der Känguru- Insel gescheitert. Schiffskatastrophen. Aus Adelaide wird berichtet: Am Kläger aufgestellten ehrkränkenden Behauptungen unwahr sind. Er und Krantentassen" veröffentlichten Artikel, der nicht von mir 5 Baffagiere und 25 Mann der Besatzung sind ertrunken. Eine erklärt ferner, daß er alsbald nach der Mitteilung des Justizrats herrührt, den Ausdruck schwindelhaft" nicht hätte durchgehen Araberbhau mit 50 jungen Sllaven an Bord ist, wie aus Sansibar Adel sich jeder weiteren Mitteilung der Broschüre an Dritte entlassen, wenn er mir nicht entgangen wäre. halten hat; er spricht sein Bedauern aus, daß er ohne Kenntnis daß ich mich vor Gericht zur Abgabe nur dieser Erklärung mit ertrunken. Ich bemerke hierzu, gemeldet wird, an der Wasin Jnsel gescheitert. Dreißig sind. von der Verurteilung des Hollander früher die Broschüre dritten dem ausdrücklichen Vorbehalt verstanden habe, daß ich nach wie vor Personen mitgeteilt hat." Etwaige, in der Wahlversammlung vom die Monatsberichte für unrichtig halte." Dr. Heinrich Joachim, 19. November v. J. von beiden Seiten gefallene Beleidigungen Nedacteur der Berliner Aerzte- Korrespondenz". wurden gegenseitig zurüdgenommen. Der Angeklag te übernahm 2/3, der Kläger 1/3 der gerichtlichen Kosten. Klage und Widerklage wurden hierauf zurückgenommen. Versammlungen. Für Droguisten. Nach§ 12 der Polizeiverordnung vom 24. August 1895 darf Gift von den Geschäftsleuten mit Gift- Die in der Schraubenfabrikation beschäftigten Arbeiter fonzession nur an solche Personen abgegeben werden, welche als nahmen in der Versammlung am 3. Mai den Bericht des Verzuverlässig bekannt sind und die das Gift zu einem erlaubten trauensmannes über den Zeitraum vom 5. Oftober 1898 bis gewerblichen, wirtschaftlichen, wissenschaftlichen oder künstlerischen 3. Mai 1899 entgegen. Während dieser Zeit haben 6 Werkstatt Zwede benuken wollen. Sofern die Giftverkäufer von sigungen, 5 Vertrauensmänner- und 3 öffentliche Versammlungen dem Vorhandensein dieser Voraussetzungen sichere Kenntnis stattgefunden. Ferner wurden 200 Mitglieder für den Metallarbeiter nicht haben, dürfen sie Gifte nur gegen einen be- Verband aufgenommen. Die Sammlungen für die Torgelower Arsonderen Erlaubnisschein des Käufers abgeben. Wegen Bergehens beiter wiesen eine Einnahme von 197,20 M. auf, durch Zellerfammgegen diese Bestimmungen der Verordnung vom 24. August 1895 lungen gingen gingen 55,86- M. und durch Marken 68,20 M. war der Droguist N. angeklagt worden, weil er an eine Frau Menge ein. Der Verkauf bon Broschüren ergab 20 M. und chlorsaures Kalium verkauft hatte, ohne von der Frau einen Er- für die Krefelder Weber wurden 58,85 M. gesammelt. Die sich laubnisschein zu fordern. Das Schöffengericht sprach ihn frei, indem hieranschließende Debatte drehte sich um die Organisationsform, in es annahm und für ausschlaggebend erachtete, daß die Frau Menge der von der einen Seite zum festen Anschluß an den Metallarbeiterdem Angeklagten als zuverlässig bekannt gewesen sei. Das Land- Verband aufgefordert wurde, während Morite für die Lokalorganisation gericht als Berufungsinstanz verurteilte jedoch N. zu einer Geldstrafe agitierte. Es gelangte sodann folgende Resolution zur Annahme: und führte aus: Das Schöffengericht irre, wenn es schon für ausschlag- Die Versammlung mißbilligt diejenigen Bestrebungen, welche eine gebend erachte, daß N. die Menge als zuverlässig gekannt habe. Beriplitterung der Schraubendreher herbeizuführen geeignet sind und Nach dem Wortlaut des§ 12 der rechtsgültigen Verordnung vom beschließt, mit aller Energie für den Ausbau und die Stärkung des 24. August 1895 sei der Erlaubnißschein nur dann entbehrlich, wenn deutschen Metallarbeiter- Verbandes einzutreten. zugleich auch die Bedingung zutreffe, daß der als zuverlässig beTelegrammt aus Hongkong, nach welchem in der vergangenen Woche Die Peft in Hongkong. Das englische Kolonialamt erhielt ein 52 Personen an der Pest verstorben und 64 Personen erkrankt sind. Ein Riesenviadukt. Die„ Philadelphia Steel Company" hat von der indischen Regierung den Kontrakt zum Bau des Viadukts über die Gottielt- Schlucht auf der birmanischen Eisenbahn erhalten. Die Gesellschaft hat nur 700 000 Dollars für den Bau des Viadukts gefordert und mit diesem Angebot alle britischen Konkurrenten aus dem Felde geschlagen. Der Viadukt wird einer der größten auf der Erde sein. In einer Höhe von 320 Fuß wird er 2260 Fuß lang werden. 5000 Tons Stahl werden zu seinem Bau nötig sein. Mit der Fabrikation ist schon begonnen worden. Im August geht das erste Schiff mit Brückenmaterial nach Birma. Briefkasten der Redaktion. Die juristische Sprechstunde wird Dienstags, Donnerstags unb Freitags abends von 7 bis 8 1hr abgehalten. Maifeier. Es gehen uns jetzt noch immer vereinzelte Berichte über Maifeiern in dem und jenem Orte zu. Wir können davon, soweit sie nicht besondere, allgemein interessierende Borkommnisse berichten, keinen Gebrauch mehr machen, da es für uns nur darauf ankam, ein allgemeines Bild der Waifeier zu geben. Berlins, so im Grunewald, Schlachtensee 2c. in großer Anzahl vorhanden. C. M., Kastanien- Allee. Luftkurorte sind in der näheren Umgebung Ohne nähere Angaben läßt sich ihre Frage nicht beantworten. kannte Käufer das Gift zu erlaubten gewerblichen, wirtschaftlichen, öffentliche Versammlung ab, die ich mit den Lohnbewegungen in welchem 3wed Sie mit dem Herrn in Verbindung treten wollen. wissenschaftlichen oder künstlerischen Zweden benußen wolle. Das sei hier nicht der Fall getvesen, denn Frau M. habe beim Kauf angegeben, daß fie mit dem chlorjauren Kalium fie habe es gurgeln wolle also zu einem Heilzwede getauft. Somit sei N. strafbar. Der Angeklagte legte Revision ein und machte geltend, die Verordnung von 1895 sei un gültig, weil fie gegen die kaiserliche Verordnung vom 27. Januar 1890 verstoße. Das Kammergericht wies indessen gestern die Revision als unbegründet zurück, indem es die Polizeiverordnung bom 24. August 1895 für rechtsgültig erklärte. Sie habe ihre Grundlage im§ 34 Absatz 3 der Gewerbe- Ordnung und widerspreche nicht der kaiserlichen Verordnung von 1890. Auch sei hier ihr§ 12 richtig angewendet worden. Die Maler hielten am Montag, eine nur schwach besuchte der Provinz beschäftigte. Luckenwalde seit dem 1. Mai ausgesperrt sind. Dieselben hatten seit Es wurde berichtet, daß die Maler in Jahren ohne Widerspruch seitens der Arbeitgeber den 1. Mai gefeiert. In diesem Jahre haben sie jedoch zum 1. Mai die Einführung der 10 stündigen anstatt der 11 stündigen Arbeitszeit unter Beibehaltung des gegenwärtigen Tagelohns gefordert. Die Arbeitgeber haben zwar den Zehnstundentag zugestanden, wollen aber den gegenwärtigen Stundenlohn beibehalten, so daß also der Tagelohn um den Lohn einer Stunde gekürzt werden würde. Die Feier des 1. Mai wurde auch nicht zugestanden. verstanden, Verhandlungen hatten keinen Erfolg, und die Luden Damit waren die Gehilfen nicht einwalder Maler befinden sich seit dem 1. Mai im Ausstand. Da die Anwerbung von Arbeitswilligen nicht gelungen ist, so ist Aussicht Ein Zuständigkeitsstreit. Dem Hilfsbremser Martini zu vorhanden, daß daß die Bewegung zu Gunsten der Gehilfen St. Lazarus hatte ein Arzt erklärt, daß sein Sohn eines Stügapparates verläuft. In Brandenburg a. H., wo die Maler die zehn40 Pfennige Stundenlohn fordern bedürfe, wenn er nicht bucklig werden solle. M. verlangte darauf von stündige Arbeitszeit und der zuständigen Krankenkasse 40 M. zur Beschaffung eines solchen Apparats. wollen, steht ein voraussichtlich schwerer Kampf bevor, auch Die Kaffe erklärte, sie wäre hierzu nicht verpflichtet, worauf M. beim in Nowawes dürfte sich im Laufe des Sommers eine Lohnbewegung Amtsgericht gegen fie flagbar wurde. Das Amtsgericht verurteilte auch die entspinnen. Die Kollegen wurden daher ersucht, für Fernhaltung Kasse, das Landgericht hob jedoch die Entscheidung wieder auf und des Zuzuges nach diesen Orten beizeiten Sorge zu tragen. Weiter wies die Klage wegen Unzuständigkeit der ordentlichen Gerichte ab. wurde mitgeteilt, daß in nächster Zeit eine Kontrolle der Bauten 23. flagte nunmehr im Verwaltungs- Streitverfahren. Bezirksausschuß zwecks Feststellung von Mißständen und Erhebungen über Lohn- und und Ober- Verwaltungsgericht wiesen ihn indessen ebenfalls Arbeitsverhältnisse vorgenommen und die Werkstättorganisation auswegen Unzuständigkeit ab. Das Ober- Verwaltungsgericht gebaut werden soll. führte aus, daß die ordentlichen Gerichte doch zu= ständig gewesen wären. Der Kläger erhielt vom OberVerwaltungsgerichtsrat Kunze in Gestalt eines Goldstückes ein Hleines Schmerzensgeld. R., Spremberg. Sie müssen uns zunächst auseinandersetzen, zu Lademann. Wir sind nicht im stande, Karten zur Reichstagstribüne Gerlach Krause. Ja. zu besorgen. Offenbach 48. Vorsitzender: C. Hedel, Oranienstraße 180, III, Berlin SO. H. S. Sie finden Adressen von Militär- Put Effektenfabriken im Berliner Adreßbuch, Band II( Abteilung Handel- und Gewerbetreibenbe), Seite 180. Marktpreise von Berlin am 8. Mai 1899 nach Ermittelungen des tgl. Polizeipräsidiums. D.- Ctr. 16,05 15,- Schweinefleisch 1 kg Roggen Weizen Futter- Gerste Hafer gut " 14,40 14,- Karpfen Sta 1,60 1,10 1,80 " " 13,50 12,50 Sammelfleisch # 1 " 1,60 90 " 15,60 15,10 Butter 2,60 2, " mittel gering. Richtstroh " 15,- 14,50 Gier 60 Stüd 3,60 2,20 1 kg 2,20 1,20 4,32 3,50 Aale 6,70 4,50 Bander 3, 1,40 " 2,60 1, " 40, 25, Hechte 2, 1,20 " 50, 25, Barsche " " 1,60 0,80 " 70, 30, 6, Schleie 4,- Bleie 3, 1,20 " 1,40 0,80 12, 2,50 Heu Erbien Speisebohnen Linsen Kartoffeln, neue Rindfleisch, Steule 1 kg do. Bauch " 223 1,60 1,20 Krebse per Schock 1,20 1, Witterungsübersicht vom 9. Mai 1899, morgens 8 Uhr. Stationen Barometer stand mm Windrichtung Windstärke Wetter Temp. n. 6. 5° C. 4° R. Stationen Barometer Wind richtung Windstärke Wetter Temp. n.. 16° C.= 4° 9. *) Ermittelt pro Tonne von der Centralstelle der Preuß. Landwirtschaftskammer Notierungsstelle und umgerechnet vom Polizeipräsidium für den Doppel- Centner. Mit der Aussperrung der Kistenmacher bei den Firmen †) Kleinhandelspreise. Fuhg, Franzte u. Thurow und Pflugrath, die aus Produttenmarkt vom 9. Mai 1899. Die schwimmenden Getreides Anlaß der Maifeier erfolgte, beschäftigte sich eine gut besuchte Ver- mengen haben um 250 000 Qutre. zugenommen. Dies veranlaßte am sammlung dieser Brauche, die am Montag in den Arminhallen tagte. hiesigen Warfte Realisierungsluft, die durch die dauernd günstige Witterung Reichliche und erheblich Der Leutnant und der ,, Kert". Ein Vorfall, der sich am Nach- Beschlossen wurde, jedem Kollegen zu überlassen, dort, wo er seine und mattes Nordamerika noch verstärkt wurde. mittage des 2. Dezember in der Karlstraße abspielte, gelangte gestern Rechte als Organisierter nicht aufzugeben brauche, in Arbeit zu einen erheblichen Preisbruck aus. Weizen und Roggen waren namentlich billigere Offerten Südrußlands übten besonders auf dem Roggenmarkte vor der neunten Strafkammer des Landgerichts I zur Erörterung. treten. Zu diesem Beschluß, den wir bereits in der gestrigen für spätere Fristen start angeboten und gaben bis 1 M. im Preise nach. Als an dem genannten Tage eine Abtheilung des zweiten Garde- Nummer kurz erwähnten, kam man nach reiflicher Erwägung, Safer lag unverändert, Rüböl behauptet. Spiritus lag schwächer. regiments den Kasernenhof in geschlossenem Zuge verließ, mußten indem, wie ausgeführt wurde, die gegenwärtige Geschäftstonjunktur Loco 70er stellte sich auf 39,90 W.(-0,10); Termine waren 0,20 m. billiger einige der Soldaten schleunigst zur Seite springen, um nicht von für die Aufnahme eines energischen und erfolgreichen Kampfes angeboten. einem vorüber fahrenden Arbeitswagen überfahren zu werden. Der nicht geeignet sei und die Unternehmer in Erkenntnis dessen eine Führer des Wagens, der Kutscher Albert 8ohm, war von dem Vernichtung der Vereinigung der Arbeiter in Aussicht genommen Beutnant v. Padizewski wiederholt aufgefordert worden, anzuhalten, hätten. Diesem Plane müsse rechtzeitig vorgebeugt werden. Bezüger leistete dem Gebote aber keine Folge und sein Fuhrwerk wurde erst lich des Streits bei der Firma Fehse beschloß nach kurzer Debatte zum Stehen gebracht, nachdem der Leutnannt den Pferden in die die Versammlung einstimmig, denselben ebenfalls für beendet zu erBügel gefallen war. Der Offizier beauftragte einige feiner Leute, flären. Den verbleibenden Ausgesperrten soll auf alle Fälle die bent Sterl" zur Wache zu bringen, er gebrauchte den„ Kert" noch nötige Unterſtügung zu teil werden. Die Anwesenden verpflichteten wiederholt und ein neben ihm stehender Sergeant sekundierte ihm sich für die größtmöglichste finanzielle Beihilfe. durch die Aeußerung:„ Der Kerl ist ja besoffen!" Der Kutscher wurde In Groß Lichterfelde fand am 8. d3. Mts. eine gut besuchte Hamburg nun auch ärgerlich, er rief dem Offizier zu:„ Wenn Sie nicht geöffentliche Stommunalwähler- Versammlung statt, die sich nach einem Berlin 759 fchen haben, daß mir die Pferde durchgingen, dann sind Sie ein vorangegangenen vortrefflichen Referat des Reichstags- Abgeordneten Wiesbaden 757 schöner Leutnant, glauben Sie nicht, daß Sie einen Ihrer Rekruten Frizz 3 u beil für die Beteiligung der socialdemokratischen Partei München por sich haben!" Wegen diefer( 1) Aeußerung erhielt Bohm eine An- an der am 12. Mai cr. stattfindenden Ersatzwahl im 2. Bezirk flage wegen Beleidigung. Im Termin wurde festgestellt, daß der An-( westlich der Bäke) ausfprach. Als Kandidat wurde ein= getlagte sich alle erdenkliche Mühe gegeben hatte, seine Pferde, welche durch stimmig Genosse Wenzel proklamiert. Derselbe unterzog Ziemlich warm, zeitweise aufklarend, vorwiegend trübe mit Regenfällen einen turz vorher vorübergefahrenen Wagen der elektrischen Bahn scheu die Thätigkeit der Gemeinde Vertretung auf fommunal und mäßigen östlichen Winden. geworden waren, zum Stehen zu bringen. Der Offizier gab zu, politischem Gebiete einer durchaus sachlichen und treffenden Kritik wiederholt den Ausdrud Kerl" gebraucht zu haben. Dennoch hielt der Gerichtshof es nicht für angezeigt, nach dem Wunsche des Angeklagten einen Ausgleich der gegenseitigen Beleidigungen eintreten zu lassen. Wenn man dem Angeklagten auch zugeben könne, daß er fich durch den Ausdruck Kerl" wohl beleidigt fühlen fonnte, so sei feine Erwiderung doch in höherem Grade beleidigend und fei er Deshalb mit einer Geldstrafe in Höhe von zehn Mart belegt worden. Swinemde. 7600 Wien 2wolfig 13 Haparanda 763 WSM 2bedeckt 762 NO 766 NO 760 203 760 NNO 1 Nebel 11 Petersburg 770 N 1 bedeckt 14 Cort 3hlb.bed. 12 Aberdeen 756 NM 2 bedeckt 10 Paris 755 ONO 2Regen 13 68114 1 wolfent 2 heiter 11 3 woltig 11 2wolfen! 14 Wetter Prognose für Mittwoch, den 10. Mai 1899. und wies insbesondere noch auf die der Gemeinde harrenden großen Verein socialdemokratischer Aufgaben: die Einführung elektrischer Straft insbesondere Beleuchtung und die Kanalisation des Ortes, hin. Mit einem Appell an die An- Gast- u. Schankwirte Berlins wesenden, am Tage der Wahl Mann für Mann für den socialdemofratischen Kandidaten zu stimmen, und am Donnerstag früh 8 Uhr sich recht zahlreich zur Flugblattverteilung im Restaurant Bagel einzufinden, schloß der Vorsitzende die Versammlung. und Umgegend. Am Sonnabend, den 6. Mai, starb nach furzem Krantenlager unser lang= jähriges Mitglied Freie Vereinigung der Bauarbeiter Berlins und der Umgegen Benno Stabernack. Sonntag, den 14. Mai, vormittags 10 Uhr, Mitgliederversammlung bei Wille, Andreasstr. 26. Vermischtes. Die Beerdigung findet am Donners: tag, den 11. Mai, nachm. 3/3 Uhr, von der Leichenhalle des Krankenhauses am Friedrichshain aus statt. 69/7 Der Vorstand. Statt besonderer Anzeige. Montag früh 12 Uhr starb nach langem schwerem Leiden im 62. Lebensjahre mein lieber Mann, unser guter Vater und Großvater, der Restaurateur Adolph Schwan. Dies zeigen tiefbetrübt an Die trauernden Hinterbliebenen. Beerdigung: Donnerstagnach: mittag 3 Uhr von der Charité nach dem Charitéfirchhof.[ 31486 Danksagung. 111 Vereinsgesetzliches. Der Vorstand des Verbandes der Fabrik, Land und Hilfsarbeiter Deutschlands hat das Thätigkeitsgebiet dieses Verbandes in Gaue eingeteilt. Ein solcher Gau umfaßt die Provinzen Brandenburg und Pommern. Die Leitung der Verbandsthätigkeit des Gaues liegt einem besonderen Vorstand ob. Der Gauvorstand für Pommern und Der wegen Verdachts des Raubmordes verhaftete Arbeiter Brandenburg ging aus der Berliner Filiale des Verbandes hervor. Das Grogorzewski aus Gethlingen in der Altmart hat gestanden, hiefige Polizeipräsidium verlangte von dem Gauvorfizenden Schumann den Arbeiter Witte aus Osterholz ermordet zu haben.. Er erklärte, Stranken- Unterstützungsbund der Beerdigung meines lieben Mannes, = ein Verzeichnis der Mitglieder des Gauvorstandes und dem Witte von hinten ein Tuch über den Kopf geworfen zu haben, eine Mitteilung darüber, we I che 8ahlstellen dem Gau worauf er es zudrehte und so sein Opfer erdroffelte. Sodann habe Pommern Brandenburg angehörten. Schumann tam er den Toten nach einem Baume geschleift und ihn an einem Lederder Aufforderung nicht nach, was ihm ein Strafmandat wegen gürtel aufgehängt, der Gürtel sei aber geriffen und so blieb die Leiche Uebertretung des§ 2 des Vereinsgesetzes eintrug. Für ihn beantragte liegen. Bei der Haussuchung fand die Gerichtskommission, durch das Rechtsanwalt Freudenthal richterliche Entscheidung. Der An- sechsjährige Söhnchen des Mörders dorthin geführt, auf dem Dachwalt beantragte Freisprechung und führte aus, daß das Vereins- boden in dem Astloch eines Balkens, das mit einer Klappe vergesez hier überhaupt nicht angewendet werden könne. Der schlossen war, einen Beutel mit 2000 m. Daraus schließt man, daß 2 schaffe für die Vorsteher bestimmter Vereine lediglich G., der als einfacher Arbeiter unmöglich so viel hat ersparen können, eine Verpflichtung, die Statuten und das Mitgliederverzeichnis des noch mehr Räubereien auf dem Gewissen hat. Vereins der Polizei einzureichen und dieser Mitteilungen über Attentat. Als fürzlich zu Wongrowiß nachts der Nachtwächter Henderungen des Statuts und der Mitglieder zu machen. Bei den Kühn das Dienstmädchen Switalska, eine Verwandte von ihm, nach Gauen handele es sich jedoch um eine Errichtung und Thätigkeit Hause begleitete, erhielten beide auf der Straße einen Schuß in die innerhalb des Verbandes, die durch den§ 2 nicht berührt werde. Beine. Der Nachtwächter erhielt nur einen Streifschuß, und die Das Schöffengericht schloß sich den Ausführungen des Rechtsanwalts Verwundung des Mädchens soll auch nur leicht sein. Der Attentäter Freudenthal an und sprach den Angeklagten frei. soll ein Gehilfe sein, der im Bureau der Oberförsterei Durowo beschäftigt wird. Vor dem Schwurgericht in Halle begann gestern der Prozeß Ueber eine neuerliche Erdbewegung in Klappai bei Libochowit gegen den früheren Magistratsassessor, stellvertretenden Amtsanwalt und Vertreter des Bürgermeisters Franz Simon, über dessen wird aus Prag berichtet: Infolge der heftigen Regengüsse der Treiben in der Stadtverwaltung zu Delisch wiederholt berichtet letzten Tage geriet ein kleiner Teil des Terrains, in dem schon im worden ist. Simon wird des Amtsverbrechens, des Betruges, der vorigen Jahre Erdrutschungen stattgefunden hatten, von der Spize Unterschlagung, der Urkundenfälschung bezw. Urkundenvernichtung der Hafenburg bis gegen die Mitte des Dorfes und die Kirche hin und der Verleitung zum Meineide beschuldigt, und mit ihm in Bewegung. Vorsichtsmaßregeln und Schuzarbeiten wurden sofort erscheinen als Angeklagte wegen Bestechung, Betrugs 2c., 2c., angeordnet. der Kaufmann Wehll, der Landwirt Spott, Bäcker Eisenbahnunglück in Belgien. Auf dem Bahnhofe von meister Wintelmann, Maurermeister Berger, Bau- Jamioulr fuhr ein Güterzug einem nach Couillet abgehenden Gegen Personenzug in die Flante; zwei Wagen des letzteren wurden zertechnifer Domgall und Kaufmann Wiesinger. der Schneider. Unser Mitglied J. Gütschow ist am 5. d. M. verstorben. Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 11. 6. M., nachm. unt 4 Uhr, auf dem Friedens- Gemeinde- Kirchhof in NiederSchönhausen statt. 166/13 Die Ortsverwaltung. des Schriftseters Fritz König, spreche ich allen, insbesondere den Kollegen der National Zeitung", meinen herzlichsten Dank aus. 31556 Wwe. König. Danksagung. Für die vielen Beweise der Liebe und Teilnahme und für die zahlreichen Kranzspenden bei der Beerdigung meines lieben Mannes sage ich allen Freunden und Bekannten, insbesondere der Firma Broßen u. Sohn, sowie Allen Freunden und Bekannten für den Arbeitern und Arbeiterinnen dieser die Teilnahme bei der Beerdigung Fabrik und den Genossen aller Ortmeiner lieben Frau Marie Arandt schaften, sowie den Gesangvereinen sowie dem Gesangverein der Buzer Borwärts" und" Frohsinn" meinen Berlins" fage ich meinen innigften herzlichsten Dank. 31626 3m Namen der Hinterbliebenen: Frik Arandt nebst Kindern. Die trauernde Witwe Pauline Forgbert, geb. Werschat. Dant. 14799* Für die vielfachen Beweise herz 17570! licher Teilnahme an dem uns fo schmerzlich betroffenen Verlust meines Woll- und Baumwoll- Abfälle lieben Mannes, unseres lieben Vaters ieder Art kauft Broderick, Oppelner u. Schwiegervaters, des Restaurateurs straße 16 part. Ferd. Oelschläger, sagen wir allen Freunden und Bekannten, sowie den Gehilfen der Firma Rinom u. Kaps für das Geleit zu seiner letzten Ruhestätte unseren innigsten Dant.[ 31636 Die trauernden Hinterbliebenen. Fahrräder- Teilzahlung direkt aus der Fabrik mäßige Anzahlung, coul. Teilzahlung. 1 Jahr schriftl. Garantie. 38. Oranienftr. 33.[ 16363 Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Bublikum gegenüber keinerlei Verantwortung. Theater. Mittwoch, den 10. Mat. Opernhaus. Die Fledermaus. Anf, 71 Uhr. Schauspielhaus. Faust. Anfang 7 Uhr. Deutsches. Sans. Vorher: Mutter: herz. Anfang 7 Uhr. Alcazar- Theater Achtung! Volksversammlung Achtung! Urania Alcazar- Theater Tanbenstrasse 48/49, Um 8 Uhr: Im Theater: Das Land der Fjorde. Invalidenstr. 57/62: Tägl. Sternwarte. Nachmittags täglich 5-10 Uhr. Lessing. Im weißen Röß't. Anfang Passage- Panopticum. 7 Uhr. Berliner. Die Badesaison. Anfang 72 Uhr. Mesidenz. Der Schlafwagen: Con troleur. Borher: Zum Einsiedler. Anfang 72 Uhr, Schiller. Zwei glückliche Tage. Anfang 8 Uhr. Neues. Hofgunst. Anfang 72 Uhr. 2Deften. Lucia von Lammermoor. Alufang 7 Uhr. Central. Die Puppe. Anf. 7½ hr. Thalia. Geschlossen. Luisen. Maria Stuart. Anfang 8 11hr. Belle Alliance. Bech- Schulze. Anfang 8 Uhr. Oftend. Vom Wege ab!( 5 Jahre Buchthaus.) Anfang 8 Uhr. Friedrich Wilhelmstädtisches. S Unt ein Weib. Anfang 8 Uhr. Alexanderplat. Wer ist der Mörder? Anfang 8 Uhr. Wiener Volks: Theater. Das Ver sprechen hinter'm Herd. Cousin. Anfang 7 Uhr. Geöffn. 9 Uhr früh bis 10 Uhr abds. Der unverwundbare Fakir Aratas. Das 6jährige Wunderkind Marietta ( kann nur im Finstern sehen). Von 62 Uhr: Specialitäten: Vorstellung. Castan's Panopticum. Ecke Friedrich- u. Behrenstrasse. Neu umgestaltet und verschönert!! Rumänische Metropol. Specialitäten- Borstellung Neu!! Original- ZigeunerAnfang 7 Uhr. Apollo. Specialitäten-Vorstellung Anfang 7 1hr. Meichshallen. Stettiner Sänger. Anfang 8 Uhr. Kapelle im Konzertsaal. Feen: Palast. Specialitäten Bor Victoria- Brauerei stellung. Paffage Panoptikum. Speciali$ täten- Borstellung. Urania. Taubenstraße 48-49. Lützowstraße 111/112. Jeden Sonntag, Montag u. Freitag Humoristische Soiree der Naturkundliche Ausstellung. Eg Norddeutschen Sänger lich geöffnet von 10 Uhr vor: mittags ab. Eintritt 50 Pf. Abends 8 Uhr:„ Das Band der Fjorde". Operntelephon. Juvalidenstraße 57/62. Täglich abends von 5-10 11hr: Stern: warte. Schiller Theater ( Wallner Theater). Mittwoch, abends 8 Uhr: Zum erstenmale: Zwei glückliche Tage. Schwant in 4 Atten von F. v. Schönthan und Gustav Kadelburg. Donnerstag, abends 8 Uhr: Zwei glückliche Tage. Freitag, abends 8 Uhr: Zwei glückliche Tage. Central Theater Direktion: José Ferenczy. Die Puppe( La Poupée) Operette in 3 Atten und einem Vorspiel von Ordonneau u. Sturges. Musik von Ed. Audran. Morgen und folgende Tage: Die Puppe( La Poupée). Sonntag nachmittags zu halben Preisen: Zum erstenmale in dieser Saison: Der Waldmeister. Operette in 3 Atten von Joh. Strauß. Ostend Carl Weiß- Theater. Gr. Frankfurterstraße 132. Novität! Bum 1. Male: Novität! Vom Wege ab! ( 5 Jahre Zuchthaus.) Drama in 4 Atten von V. Laverrenz. In Scene gesetzt von Nob. Wach. Anfang 8 Uhr. Vorzugsbillets haben Gültigkeit. Jm Tunnel von 7 Uhr an Freifonzert. Morgen und folgende Tage: Die selbe Vorstellung. Donnerstag im Garten: Gr. Konzert, Theater u. Specialitäten- Vorstellung. Anfang 4 Uhr. Metropol- Theater. Behrenstr. 55/57. Dir. Rich. Schultz, Sensationelles Specialitäten Programm. Mlle. Lidia. José Hùrgini, Meisterschafts- Jongleur i. Billardsalon. Lui- Lui mit dem ballspielenden Hund. 4 Noisset, 6 Glinzeretti, Akrobaten. Kunstradfahrer. Frid- Frid, Berliner Soubrette. Mariot, Humorist. Gregory, ikar. Spiele. 2 grosse Balletts. 60 Damen. Anfang 28 Uhr. Apollo- Theater. Täglich um 9 Uhr: Frau Luna. Burlesk- phantastische Ausstattungs- Operette in 1 Akt mit 4 Bildern u. Apotheose von BoltenBäckers. Musik von Paul Lincke. In Scene gesetzt vom Direktor E. Waldmann. Im 4. Bilde: Das sensationelle ,, Luft- Ballett", ausgef. von den Grigolatis. Ferner: Zehn Specialitäten ersten Ranges. Me.u. Mr. Bianca- Desroches, Maria la Bella, Hella Collier. Kasseneröffnung 7 Uhr. Anfang des Konzerts 7 Uhr. Anfang der Vorstellung 8 Uhr. Billet- Vorverkauf täglich im Theater und beim Künstlerdank", Unter den Linden 69. ( Führmann, Horst, Walde). Anfang: wochentags präc. 8 Uhr, Sonntags 7. Uhr. Entree 50 Pf. Geschäfts- Eröffnung. Meinen Arbeitskollegen, Freunden und Gönnern zur Nachricht, daß ich Schulftr. 117, Ecke Marstraße, eine Bier- u. Imbiss Halle eröffnet habe, und bitte, mich auch in meinem neuen Unternehmen unterstüßen zu wollen. Achtungsvoll 31586* Wochentags bis 10 Uhr abends geöffnet. Dresdenerstr.52/ 53.City- Passage. Direktion: Richard Winkler. Täglich mit jubelndem Beifall: Das neue Mädchen. Posse mit Gesang v. D. Richter. Nen! Unerwartet, Neu! oder: So muß es kommen. Posse mit Ges, v. C. Helmerding. Wochentags Entree frei! Sonntags 30 Pf. Reichshallen. Täglich: am Mittwoch, den 10. Mai, abends 8 Uhr, im„ ,, Prater", Kastanien- Allee 7. Tagesordnung: 1. Vortrag des Reichstags- Abgeordneten Arthur Stadthagen über: Die Lex Heinze ein Feigenblatt für Unzucht? 2. Diskussion. Um zahlreiches Erscheinen, besonders der Frauen, ersucht 1/15 Achtung! Maurer. Die Vertrauensperson. Achtung! Mittwoch, den 10. Mat, abends 8 Uhr: Stettiner Zänger. 2 Mitglieder- Versammlungen ( Meyset. Pietro, Britton, Steidl, Krone, Schneider und Schrader.) Britton als Paufen Schulze. Anfang 8 Uhr. Entree 50 Pf. Vorverkauf 40 Pf. Numerierter Balkon 75 Pf., BalkonLoge 1 Mk., Orchester- Loge 1,50 Mk. Fremdenloge 2 Mk. Tagesfaffe 11-1. Donnerstag( Himmelfahrt): Fest- Soiree. Anfang 7 Uhr. !! Achtung!! Waldkater Friedrichshagen. Nahe an der Bahn, herrlich im Walde gelegen. Neu renoviert. Jeben Sonntag: Frei- Tanz! Kaffeeküche. Ausspannung. Gute Kegelbahnen. Allen Genossen und Vereinen em: pfohlen. Ergebenst Frick. 31506] Fahrräder ges verpfändet gewesene, brauchte u. neue erstklassige Damen- u. Herrenräder verkauft spottbillig 72/ 19* Konzess. 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Zur Deckung der Unkosten findet eine Tellersammlung statt. Stuccateure! Mittwoch, den 10. Mai, abends 6 Uhr, in den Arminhallen, Kommandantenstraße 20: Oeffentl. Versammlung. Tages Ordnung: 1. Verkündung der eingelaufenen Unterschriften. 2. Bericht über den Stand der Bewegung. 3. Regelung der Unterstützungsfrage. 173/10 Die Lohnkommission. Deutsch. Metallarbeiter- Verband ( Verwaltungsstelle Berlin.) Heute, Mittwoch, den 10. Mai 1899, abends 8 Uhr, in Gründels Salon, Brunnenstr. 188: Branchen Versammlung aller in der Der Einberufer. * 16902* Hans Kayser Görlitzer Bahnhof, Plak 6. Billigste Bezugsquelle für Press- u. Steinkohlen. Dr. Pinkus, Specialarzt für Lungenkrankheiten und Tuberkulose im allgemeinen. Friedrichstr. 211, II. Sprechstund. 9-11, 4-5, für Unbemittelte 8-9, Vermietungen. Schlafstellen. Freundl. Schlafstelle, sep. Eingang, chirurgischen Industrie beschäftigten Arbeiter u. Arbeiterinnen. Wienerftr. 31, Sof, Quergeb. 2 Tr. 1 Tages Ordnung: 1. Vortrag des Herrn Dr. Paul Bernstein:" Der Alkoholismus eine Kulturgefahr." 2. Berichterstattung von der Generalversammlung in Halle a. d. Saale. 3. Diskussion. 4. Verschiedenes und Verbands: Angelegenheiten. Die Kollegen und Kolleginnen werden ersucht, zahlreich und pünktlich zu erscheinen. Gäfte haben Zutritt. Die Bibliothek, welche durch umfangreiche Neuerwerbungen jezt mehr als 2000 Bände zählt, befindet sich im Verbandsbureau, Annenstr. 39, pt., und ist geöffnet täglich in den Bureaustunden von 9-1 Uhr vormittags und von 4-7 Uhr nachmittags; außerdem Dienstags und Donnerstags und 7-9 Uhr abends. 111/19 Die Ortsverwaltung. Deutscher Holzarbeiter- Verband. Bahlfelle Charlottenburg. Montag, den 15. Mai 1899, abends 8 Uhr, im Lokale von Leder, Bismarckstraße 74: Mitglieder- Versammlung. Tagesordnung: 1. Vortrag. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Donnerstag, den 11. Mai( Simmelfahrt): Herrenpartie nach Schulzendorf über Saatwinkel. 81/1 Abgang früh 6 Uhr vom Genossen Leder. Die Ortsverwaltung. Arbeiter- Radfahrer- Verein 11/14] 95 Berlin". Morgen 6 Uhr Ar Anzüge Arbeitsmarkt. Achtung, Holzarbeiter! Bet Elsholz, Krautir. 252, stehen die Kollegen im Streit. Bei der Firma Seberler, Blumenstr. 79, haben sämtliche Tischler wegen Differenzen die Arbeit niedergelegt. In der Sitzmöbelfabrit von Stehmann, Reichenbergerstr. 142, und in der Fabrit für elektrotechnische Werkzeuge von Hirschmann, Johannisstr. 14-15, fowie in der Fabrik von Otto Weiss& Co. find sämtliche Tischler wegen Feterns des 1. Mai entlassent. 80/20 Zuzug ist fernzuhalten. Achtung! Metallarbeiter! Bei Hirschmann, Johanniss straße 14-15, und bei Schnchhardt& Cie., Köpnickerstr. 145, sind infolge der Maifeier jämt ift streng fernzuhalten. Die Ortsverwaltung des deutsch. Metallarbeiter- Verbandes, 111/20 nach Maß für iche Arbeiter ausgesperrt. Zuzug Herren Knaben 11. Größte Auswahl in in- und aus: Steuerhaus Tempel- ländischen Stoffen für Baletots. Achtung, Drechsler! hofer Feld: Tour nach Baruth. 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Legien Hamburg. Beratung der Anträge betreffend: a) Agitation. b) Erweiterung der Thätigkeit der Generalfommission. Berichterstatter: A. Bringmann Hamburg. c) Streitunterstützung und Streifstatistik. d) Korrespondenzblatt. # 3. Das Koalitionsrecht der deutschen Arbeiter. Referent: C. Legien Hamburg. 4. Die Gewerbe Inspektion. Referent: Dr. M. Quard Frankfurt. a) Bau- Inspektion. Referent: F. Paplow- Hamburg. b) Bergwerk- Inspektion. Referent: O. Hu é- Essen. c) Hafen- Inspektion. Referent: J. Döring Hamburg. Inspektion in Hausindustrie und Kleingewerbe. Referentin: Frau W. Köhler- Wandsbeck. 5. Tarife und Tarifgemeinschaften im gewerkschaftlichen Kampfe. Ref. E. Döblin Berlin. 6. Die Arbeitsvermittelung. Ref.: Th. Leipart- Stuttg art; Korreferent: H. Pötsch- Berlin. 7. Arbeitersekretariate. Ref.: M. Segis Nürnberg. D 聲 aber nachdem Döblin Berlin unter lautem Widerspruch erklärt schaften die Delegierten und dankt ihnen für die Unterstüßung in hat, daß er und seine Freunde eine Wahl Pollenders zum Kor- barem Gelde, die der östreichischen Bewegung von der deutschen zu referenten als gegen den Buchdruckerverband gerichtet ansehen teil geworden ist( 600 m.). Er sei bestrebt gewesen, mit den müßten, auf Antrag Leipart- Stuttgart die Bestellung Pollenders zum italienischen Organisationen in Fühlung zu kommen, zuerst habe er Korreferenten ausgesetzt, bis über die Zulassung der Sonder mit Turati verhandelt. Es sei eine Organisation zur Aufklärung Frankfurt a. M., 8. Mai. organisation der Buchdrucker beschlossen ist. der auf den Sllavenmärkten verkauften italienischen Lohnbrücker In dem sehr reich mit Fahnen und Emblemen der einzelnen Gewerkschaften geschmückten Saale des Pfälzer Hofes in Bockenheim Generalfommission ein. Legien Hamburg führt aus: Der Kongreß tritt in die Beratung des Rechenschaftsberichts der fertig gewesen, als die Mailänder Unruhen diese Rechnung wieder Die über den Haufen geworfen hätten. In Trient ſei jetzt hat heute der dritte Kongreß der Gewerkschaften Deutschlands seinen Generalfommission blickt auf eine erfolgreiche Thätigkeit zurück und sie ein von östreichischen und deutschen Arbeitern bezahlter GeAnfang genommen. Vertreten find 53 gewerkschaftliche Organi- verdankt ihre Erfolge dem Zusammenschluß der Gewerkschaften. Alle noffe angestellt, der die durchziehenden Arbeiter aufzuklären sationen mit über 130 Delegierten. Gewerkschaften von nennenswerter Bedeutung sind in der General- und schon manchen Erfolg zu verzeichnen habe. In Destreich giebt Als Gäste sind der Vertreter der Gewerkschaften Dänemarks, kommission vereinigt. Aus den Quartalsbeiträgen stand der es 150 000 organisierte Arbeiter, und trotz der geringen Zahl stellen I. Jensen Kopenhagen, der Vertreter der Gewerkschaften Cest- Kommission beinahe die doppelte Einnahme zur Verfügung, wie zur fie eine Macht dar. Die östreichischen Arbeiter sehen immer noch reichs, Hueber- Wien, der schweizerische Arbeitersekretär Hermann Beit des letzten Kongresses. Bu berücksichtigen ist dabei, daß die nach Deutschland hinüber, namentlich bei dem jetzt eben ausGreulich Zürich, der Vorsitzende des Verbandes der Schuhmacher, Beitragsquoten auf dem legten Kongreß fast auf die Hälfte gebrochenen Tertilarbeiterstreit in Brünn wegen Verkürzung der ArJ. Siebert Nürnberg und der Redakteur des in Deutschland für reduziert worden sind. Die Gelder sind teilweise italienische Arbeiter herausgegebenen Gewerkschaftsblattes L'Operecio Agitation durch Berufsorganisationen, teilweise zur diretten licher Textilarbeiter Oestreichs zur Folge haben. Auch für diesen Fall zur beitszeit. Dieser Kampf fann leicht noch einen Generalstreit sämt IS Agitation burch die Generalfommission selbst( Flugblätter, appellieren wir an Ihr Solidaritätsgefühl.( Beifall.) Die Tagesordnung lautet: Redner) verwendet worden. Die Kommission hat bei der Zu- Nach weiteren Bemerkungen von Paplow Hamburg und wendung von Unterstützungen Vorsicht walten lassen. Erfahrungen bei dem gleich nach der Gründung eingegangenen Die Busse Berlin wird die Diskussion geschlossen. In seinem Schlußwort geht egien auf die Frage der Schlächterverband nötigten dazu. Organisationen sollen zunächst restierenden Beiträge ein. Bei einzelnen Organisationen sei die Einaus eigener Straft ihre Eristenzberechtigung erweisen. Die wirtschaft- treibung der Neste unmöglich, es handle sich auch meist gerade um liche Konjunktur mit der Agitation in den einzelnen Verbänden und solche Organisationen, die von der Generalfommission unterstützt nicht zum wenigsten mit dem Vorgehen unserer Gegner haben werden mußten. Es habe also gar keinen Zwed, rigoros vorzugehen. tüchtig geholfen. Auch das geheime Rundschreiben des Grafen Dietrich habe die Erhebung im graphischen Gewerbe bemängelt, Bosadowsky hat Wunder gewirkt. Es hat den Glauben an die die Enquete habe aber ergeben, daß in diesem angeblich am Arbeiterfürsorge seitens der Regierung zerstört. In Oberschlesien günstigsten gestellten Gewerbe namentlich in Berlin ganz unheim ist ein Arbeitersekretariat eingerichtet worden. Es liegen dort die liche Zustände bestehen. Verhältnisse sehr eigenartig. Bei hochentwickelter Industrie großer nächst veröffentlicht werden. Der Gewerkschaftsausschuß habe sich Die Ergebnisse der Enquete würden dems Tiefstand des geistigen Niveaus der Arbeiter. Die Zwei durchaus bewährt, er bitte, ihn zu behalten, vorausgesetzt, daß er sprachigkeit erschwerte dort die Agitation sehr. Wir versuchten wie bisher nur beratende Stimme beansprucht. Die Zahl der es erst mit Zuschüssen für polnische Agitatoren, mußten aber die Mitglieder der Generalfommission möge auf sieben Personen erhöht Erfahrung machen, daß diese mehr die großpolnische, als die gewerk werden. schaftliche Agitation betrieben. Es besteht der Plan, auch das schon Der Generalfommission wird hierauf einstimmig Entlastung ers vorhandene polnische Gewerkschaftsblatt" Gornit" auf die General- teilt. Das Weiterbestehen der Generalfommission wird ebenfalls eins tommission zu übernehmen. Die Mitglieder und Streifstatistiken stimmig beschlossen. Die Mitglieder- und Streikstatistiken stimmig beschlossen. Der Gewerkschaftsausschuß soll weiter bestehen der Generalkommission haben sich glänzend bewährt, sie sind eine bleiben. Die Generalfommission soll fünftig aus sieben Mitgliedern treffliche Waffe für den Koalitionskampf, der uns aufgezwungen bestehen und auch weiter das Recht haben, Vertreter auf die General wird, und diese Ansicht hat fich auch jezt allgemein versammlungen der Einzelverbände zu senden. Die Beitragsreste, Bahn gebrochen, während man noch auf dem Kölner Partei- auch die vor dem 1. Juli 1896 liegenden, werden nicht gestrichen. Die 8. Die Stellung der Gewerkschaftskartelle in der Gewerkschafts- tage anderer Ansicht war. Hätten sich die Gewerkschaften im Rückstande befindlichen Organisationen werden verpflichtet, ihre organisation Deutschlands. Ref.: H. Stühmer Hamburg. nur noch besser an dieser Statistik beteiligt, wir würden konsta- Neste binnen drei Jahren zu bezahlen. Die im Jahre 1889 von 9. Beratung der nicht unter den vorstehenden Punkten erledigten tieren können, daß auf 1000 Streifende nicht drei, sondern nur zwei der Generalfommission kontrahierten Schulden in Höhe von 15 220 M. Anträge. kommen, die sich eines Bergehens schuldig gemacht haben. Die Er- sollen munmehr zurückgezahlt werden. Eine Anregung, die Gläubiger Im Auftrage der Generalfommission der deutschen Gewerk- hebungen über die Verhältnisse der Hausindustrie und des Schwitz- zu ersuchen, das Geld den Brünner Tertilarbeitern zu überweisen, schaften eröffnet der Vorsitzende der Generalfommiſſionn. Er giebt tyre sträfte. Dagegen ist die Darstellung der Mißstände im Bau- laffen. Um alle auf die Generalkommission bezüglichen Anträge zu C. Legien systems konnte die Generalfommission nicht anstellen, das überstieg stößt auf Widerspruch und wird deshalb vom Vorsitzenden fallen geden Kongreß und heißt die Delegierten zunächst einen kurzen Rückblick über die Geschichte der deutschen getverbe selbst vom Bundesratstisch aus anerkannt worden. Weiter einer Resolution zusammenzufassen, wird eine Kommission von 7 MitGewerkschaftskonferenzen und tongresse. Seit dem Fall des find Erhebungen über die Arbeiterinnen im graphischen Gewerbe gliedern zu wählen beschlossen. Sozialistengesetes ist ein stetiges Wachsen der Bewegung zu veranstaltet worden, die aber auch nicht ganz zum Abschluß gelangt Für die Mandatsprüfungs- Kommission erstattet Dupont. fonstatieren, sie hat heute einen höheren Stand als jemals erreicht. find. Als Darlehen sind im ganzen 17 660 M. an einzelne Central- Berlin Bericht. Es sind 127 Delegierte anwesend, die 493 638 MitWenn sie auch nicht ausreicht und allen Wünschen entspricht, so wird sie doch respektiert von den staatlichen Gewalten wie vom Unternehmertum. Heute giebt es teine trennenden Momente in der Gewerkschaftsbewegung mehr; die Sonder- Organisationen spielen so gut wie teine Rolle. Die drohende Zuchthausvorlage wird ja auch unsere Verhandlungen beeinflussen, wir werden uns aber in unserer ruhigen praktischen Arbeit nicht stören lassen. Sprengt man schlimmstenfalls unsere Organisationen, so wird man die Gewerkschaftsbewegung doch nicht beseitigen können; sie wird auch so dem Unternehmertum Paroli bieten tönnen. Wir werden vorläufig weiter thun, was wir für recht halten und die Schläge unserer Gegner er warten. Wir werden dann so gefestigt dastehen, daß wir die Schläge unserer Gegner parieren können. Ich begrüße die Vertreter der aus- Leipart Stuttgart und Schrader Hamburg auf die rüdländischen Gewerkschaften; sie tommen aus Ländern, in denen Bor- ständigen Beiträge hingewiesen, es müssen die Organisationen zur fchläge wie die Buchthausvorlage nicht gemacht worden find. Zu Beitragsleistung statutarisch gezivungen werden. Borfizenden mit gleichen Rechten werden Regien- Hamburg und Drunsel Dresden befürwortet, daß unter den Zieglern Bömelburg Hamburg gewählt. Als Schriftführer werden Brey- energischer agitiert werden möge und zwar müsse ein Agitator aus Hannover, Starte Dresden, Seger- Leipzig und Müllerden Bieglern selbst ausgesucht werden. Hamburg ernannt. Bömelburg übernimmt für heute die Dietrich Stuttgart hätte gewünscht, daß statt im graphischen Leitung. Es wird eine aus sieben Personen bestehende Mandats-| Gewerbe in einem anderen Gewerbe die Enquete von der Generalprüfungs- Kommission gewählt. Diese Kommission soll auch ent-| fommission veranstaltet worden wäre. Zunächst müßten die Gewerbe fcheiden, ob die von den Gegnern der Tarifgemeinschaft berücksichtigt werden, in denen die Lage der Arbeiter am ungünstigsten gebildete Sonder Organisation der Buchdrucker auf dem sei. Das sei aber im graphischen Gewerbe nicht der Fall. Wie er Kongreß zugelassen werden soll. Döblin, der Vorsitzende des höre, habe die Enquete nicht einmal den gewünschten Erfolg gehabt, Buchdruckerverbandes, erklärt, daß die Delegierten des Verbandes das Material werde faum veröffentlicht werden können. Er stimme vor der Kommission teine Erklärung zur Sache abgeben werden. dem Antrag zu, daß die Generalfommission nicht alle General- Ver- Die Mandate der Bergarbeiter, Steinfeger, die wegen fleiner Von der Leipziger Sonderorganisation ist ein schriftlicher Protest ein- fammlungen beschicken solle. Es könne da viel Geld erspart werden. Formfehler zweifelhaft waren, sowie diejenigen der Tabatarbeiter gelaufen, der sich darüber beschwert, daß die Generalkommission keine Nachficht bei rückständigen Beiträgen sei nicht am Plaze, die Institution und Cigarrenfortierer werden zunächst für gültig erklärt. Beiträge von ihr annahm und daß sie die Zulassung eines Dele- des Gewerkschaftsausschusses bitte er beizubehalten, da er sich begierten dieser Richtung zum Kongreß mit der Begründung ber- währt habe. weigerte, die Angelegenheit sei diejenige eines einzelnen Berufes und von diesem erledigt. Die Buchdruckergewerkschaft bezeichnet diese Entscheidung als unhaltbar, da die Leipziger Gewerkschaft auch Zentralorganisation sei und doch wenigstens zur Frage der Tarife gemeinschaft ein Delegierter zum Worte gelassen werden sollte. Man überläßt die Sache der Mandatsprüfungs- Kommission nnd wählt diese aus sieben Delegierten. B Die Verhandlungen des Kongresses werden früh um 8 Uhr be= ginnen und unter Einrechnung einer einstündigen Mittagspause bis 5 Uhr dauern. Ueber die Tagungszeit am Himmelsfahrtstage wird die Entscheidung ausgesetzt. Auf Antrag Boesch Berlin wird der Punkt 6 der Tages ordnung„ Die Arbeitsvermittlung" an vierte Stelle und der Punkt „ Gewerbe- Inspektion" an sechste Stelle gerückt. verbände gewährt worden. Die Aufsichtsbehörde der Generalfommission, der Gewerkschaftsausschuß. hat die Verantwortung für diese Darlehen nicht übernehmen wollen, und der Kongreß hat zu entscheiden. Wir hoffen, daß der Kongreß den Beschlüssen der Generalkommission beitreten wird, ein Beschluß, der ja auch von dem Gewerkschaftsausschuß dem Kongreß empfohlen wird. Die Generalfommission legt ihr Mandat in die Hände ihrer Auftraggeber zurück in dem Bewußtsein, daß sie nicht ganz umsonst gearbeitet hat.( Beifall.) Die Revisoren beantragen Decharge für den Kassierer, die auch erfolgt. In der Diskussion wird von Sendler Düsseldorf befürwortet eine größere Berücksichtigung des Westens Deutschlands bei der von der Generalkommission ausgehenden Agitation. Nach einer Sympathie Erklärung für die im Lohntampf stehenden Brauerei- Arbeiter Frankfurts läßt der Kongreß eine Mittagspause eintreten. Nachmittags Sigung. In der von Bömelburg geleiteten Nachmittags- Sigung wird die Diskussion über den Rechenschaftsbericht der Generalfommission fortgesetzt. Die Diskussion dreht sich in der Hauptsache um die restierenden Beiträge, um die Beibehaltung des Gewerkschaftsausschusses, um die Agitation unter Italienern und Polen. Sassenbach Berlin befürwortet stärkere Agitation unter den Bolen. glieder vertreten. Größerer Beitragsreste wegen will die Kommission die Mandate der Cigarrenfortierer und Tabatarbeiter nicht ans erkennen. Die Kommission hat ferner auch das Mandat des Vertreters der Gewerkschaft der Buchdrucker" mit 4 gegen 3 Stimmen nicht anerkannt und schlägt folgende Resolution vor: Die Kommission hält es nicht für die Aufgabe des Kongreffes, sich in die tariflichen Streitigkeiten zwischen dem Verbande der Buchdrucker und der Gewerkschaft der Buchdrucker zu mischen. Der Kongreß weist es ab, Schiedsrichter zu sein in diesen Differenzen bei der einseitigen Darstellung des Sachverhalts seitens der Ge werkschaft der Buchdrucker in dem vorliegenden gedruckten Cirkular. Der Kongreß erkennt den Verband der Buchdrucker als die einzig rechtmäßige Organisation an und sind darum nur deren Vertreter zum Kongresse zuzulassen, das vom Centralfomitee der Gewerkschaft der Buchdrucker ausgestellte Mandat Otto Pollender aber als ungültig zurückzuweisen." = Meister Hannover und von Im ersuchen um Zulassung der Cigarrensortierer und Tabakarbeiter, da die Beiträge bezahlt werden würden. Ueber die Zulassung Bollenders entspinnt sich eine erregte Dea batte, in der Sloth Leipzig, Hoyer Leipzig, Haad- Dresden und Beder- Hannover für Zulassung eintreten und auch Pollender fein Mandat sehr entschieden verteidigt, während Döblin- Berlin, eipart- Stuttgart und Weinheber- Hamburg für Ausschließung sprechen. Ueber die Zulassung des Mandates Pollender wird in namentlicher Abstimmung entschieden. Die große Mehrheit der Delegierten stimmt gegen die Zulassung. Das genaue Resultat der Abstimmung wird erst morgen bekannt gemacht werden.( Die Leipziger Delegierten aus fast allen Berufen stimmten für die Zulassung Bollenders.) Es entspinnt sich noch eine Debatte, ob nun Bollender als Korreferent für den Punkt der Tagesordnung Tarifgemeinschaft" bestellt werden soll. Namentlich die Buchdrucker wenden sich energisch gegen den Korreferenten" Pollender, sie würden eine solche Bestellung als einen Schlag mit der Faust ins Gesicht der Buchdruckerorganisation betrachten. Döblin erklärt, er würde gern auf das Referat vers zichten. Kloth bittet, Pollender als Korreferent zu bestellen. Pollender sei ein so guter Genosse, daß man von ihm ein Referat erwarten fönne, das frei sei von persönlichen Momenten. Te Nach längerer Debatte beschließt der Kongreß, zum Punkt Tarif. gemeinschaft einen Storreferenten überhaupt nicht zu bestellen. Damit Hierauf wurden die weiteren Verhandlungen auf Dienstag 9 Uhr Bon Bollender Leipzig wird beantragt, zum Punkt Tarif gemeinschaft einen Rorreferenten zu bestellen, er erbietet sich selbst, Knoll Berlin wendet sich gegen den Vorschlag, die Generalbas Korreferat zu halten. Nach längerer Debatte, die sich namentlich kommission von den Generalversammlungen der Einzelverbände ausum die Befürchtung dreht, daß die Bnchdrucker statt die grundsäß zuschließen. Die Generalfommission müsse mit den Einzelorganisationen ist die strittige Frage erledigt. liche Seite der Frage zu erörtern, ihre Berufsstreitigkeiten vortragen in lebendiger Fühlung bleiben. würden, wird wohl die Aufstellung eines Korreferenten beschlossen, Hueber Wien begrüßt namens der östreichischen Gewerk- vertagt. Detail- Verkauf der Deutsch- Amerikanischen Schuhfabrik ( G. m. b. 5.) [ 17420* Gr. Frankfurterstr. 103 am Straußberger Plah. Oranienstrasse 162 am Oranien Platz. Rosenthalerstr. 42 am Hackeschen Markt. Friedrichstrasse 131 vis- à- vis Oranienburgerstraße. mb Blücherstrasse 13 vis- à- vis der Kirche. Müllerstrasse 3 vis- à- vis der Gasanstalt. Wilsnackerstrasse 10 nahe Turmstraße. Spittelmarkt 12 zw. Kur u. Niederwallstraße. Müggelschlösschen Friedrichshagen. Alter Park mit anstoßendem Wald. Schöne Spielplätze. Bade- Austalten. Herrliche Aussicht auf den See. Für größere Feste besonders geeignet. 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983 173057 241 367 440 49 743 805[ 300] 174016 4t 91 270 340 53 71 510 41 175111 37 412 587 78 704 43 81 176024 228 465 532 49 79 91 648 54 78 724 96 900 177025 192 252 338 44[ 300] 555 642 706 178145 259 345 488 51 787 896 918 54 179181 390 471 000 709 42 88[ 500] 130079 112 38 84 91 665 994 181209 557 601 88 733 55 [ 500] 817 95[ 500] 969 182111 51 290 96 866 956 183051 [ 300] 54 63 64 149 232 393 88 462 526 676 94[ 3000] 762 822 52 184130 351 725 185088 154 86 253 516 35[ 1000] 52 60 750 889 980 186178 329 44 58 432[ 300] 87 530 751 187059 [ 800] 122 234 60 528 72 745 886 188231 33 369 666 768 813 63 189060 186 228 94 373 474 529[ 500] 47 701 25 869 914 190062 114 95 277 328 437 40 631 771[ 500] 847 986 191015 439 50 502 18[ 500] 84 711 932 192154 317 74 449 525 894 193025 404 709 45 194002 14 187 307 394 674 708 835 995 105102 254 78 83 411 509 93 699 715 98 818 196042 153[ 300] 235 321 46 69 475 571 685 78[ 8000] 756 822 197160 [ 300] 426 598 650 764 870 80[ 500] 912 198030 47 80 212 64 414 91 543 606 66 928 100028 244 431 44[ 300] 571 97[ 500] 821 986 200124 211 45 95 318 458 79 98 201126 75 238 446 79 [ 1000] 722 818 919[ 300] 59 202088 78 352 619[ 500] 733 65 90 866 77 908 203066 114 27 279 395 572 620 92 804 44 50 204018 52 874 496 693 995[ 3000] 205037 69 165[ 500] 381 446 76 783 53 826 206015 222 65 554 800 847 52 207062 [ 3000] 232 823 32 38 84 580 656 75 957 208336 461 62 555 59 748[ 300] 61 828 96[ 500] 984 36 209060[ 300] 249 654 739 810 52 987 96( 500) 946 746 315 210158[ 300] 331 46 436 646 746 815 62[ 1000] 955 211010 212018 56 125 240 181 86 96 204 384 507[ 800] 650 764 979213062 240 75 303 57 336 408 81 559[ 3000] 660 806 96 962 948 68 214033 255 67 391 484 513 45 687 830 944 215046 118 272 91 313 51 441 916 216036[ 300] 182 227 774 217000 2+ 184 215 400 12[ 300] 28 507 52 882[ 3000] 750 75 850 218031 195 94 97 250 425 52 522 832 86 920 30 42 219019[ 3000] 54 59 64[ 500] 248 330 431[ 500] 559 806 93 220090 119 26 428 793 896 221164 385 430 35 646 89 952 62 222049 374[ 3000] 416 72[ 500] 756 815 924 62 223044 171 287 450 523 695 778 980 224081 102[ 300] 226 93 365 480 [ 300] 82,892 910 225000 82[ 800] 105 288 78 97 377 419 89 580[ 300] 81 97 Im Gewinnrabe verblieben: 1 Gewinn gn 75 000 2, 60 000 D., 1 gu 80 000 t., 4 zu 15 000., 14 zu 10 000 3, 21 au 6000 W, 267 au 3000 t, 336 au 1000 1, 305& 500 1. 1 16.8iehung d. 4. Klaffe 200.Kgl. Preuß. Lotterie. 442[ 1000] 84 91 589[ 500] 628 52 114157 72 228 79 378 447 Biegung vom 9. Mai 1899, nachmittags. Stur die Gewinne über 220 Mart ftud ben cetreffendes Summern in Barenthese beigefügt. ( Ohne Gewähr.) 64 67 105 95 310 66 469 612 38 62 781 898 927 80 98 1011 242 2239 438 588 619 30 824 81 925 52 99 3529 760[ 500] 939 61 90 4102 5 31 488 97 850 93 5094 95 265 346 402 39 604 837[ 800] 6164 223 52 367 514[ 1000] 709 93[ 1000] 810 009 102 214 24 313[ 3000] 446 516[ 3000] 662 722 35 815 ( 500] 37 8124 801[ 300] 442 510 44 661 66 977 97 9075 108 815[ 800] 34[ 1000] 66 69 98 99 407 9 607 801[ 3000] 986 94 11809 34 10008 331 35 407 628[ 300] 93 742[ 500] 12177 210 94 347[ 300] 81 423 575 792 815 23 13010 102 258 74 77 96 97[ 3000] 354 459 501 96 832 908 14058 148 209 514 57 850 99 15088 211[ 300] 315 38 753 90 934[ 500] 16052 123 253 480[ 3000] 86 892 17154 89 202 90 312 17 428[ 300] 647 911 18000 91 200 92 400 93 741 19030 126 226 87 92 95 357[ 3000] 569 668 914 20259 306 69 71 74 77 588[ 1000] 621 72 713 40 875 21058 101 63 266 308 537 22058 123 206[ 3000] 493 528 87 600 55 94 23053 167 205 686 772 80 94 927[ 3000] 24195 438 589 763 868[ 500] 506 22 25028 61 188 272 349 723 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Für den Inseratenteil verantwortlich: Tb. Glocke in Berlin. Drud und Berlag von Max Bading in Berlin.