Mittwoch, 13. März 1935 15. Jahrgang ZE NTRALORGAN DER DEUTSCHEN SOZIALDEMOKRATISCHEN ARBEITERPARTEI IN DER TSCHECHOSLOWAKISCHEN REPUBLIK ERSCHEINT MIT AUSNAHME DES MONTAG TÄGLICH FRÜH. Redaktion und Verwaltung frag xu., fochova a. Telefon 53077. HERAUSGEBER) SIEGFRIED TAUB. CHEFREDAKTEUR: WILHELM NIESSNER. VERANTWORTLICHER REDAKTEUR: DR. EMIL STRAUSS, FRAG. Einzelpreis 70 Hbübt (eimcMieSlkb 3 H«IIk Fortof Spina zezen die Kapitulation von Tuschkau So arbeiten Sozialisten! Eine soziale Großtat der Schwedenresierung Wir haben vor wenige« Tagen auf den triumphalen Sieg des roten Lausanne hingewiesen, das das riesige Defizit der früheren bürgerlichen Stadtverwgltung fast ganz ausgeglichen und dabei die Sozialausgaben mehr als verdoppelt hat. Jetzt legt die schwedische Arbeiterregierung ein sozial überaus verdienstvolles Gesetz voik, das die Frage der B o l k s Pensionen neu regelt. Das Gesetz sieht eine bedeutende Erhöhung der bisher geltenden Pensionssätze vor, die sehr niedrig gehal- tm waren. Die Verbesserung der Pensionen geht bis zu einer Summe von 300 schwedischen Kronen(ea. 1825 Kd) und ist nach den verschiedene» Lebensverhältnissen, sowie nach den Preissätzen in den einzelnen Orte» gestaffelt. Die Kosten für die Durchführung des Gesetzes beziffern sich auf rund 90 Millionen Schwedenkronen, und sollen durch Monopolein- tünfte, Steuererhöhungen und Beitragseingänge gedeckt werden. Der Gesetzentwurf hat bei den tief im Elend steckenden Pensionisten Hellen Jubel ausgelöst und z« spontanen Kundgebungen für die sozialistische Bolksregierung geführt. Der Kommunist Stötka verhaftet In den Couloirs des Abgeordnetenhauses er» ' regte es einiges Aufsehen, als am Dienstag plötzlich der Kommunist Stetka auftauchte, gegen den seit dem Vorjahr ein Steckbrief läuft, ohne daß es der Polizei bisher gelungen toäre, seiner habhaft zu werden.. Bekanntlich hatten die Kommunisten vor i'er letzten Wiederwahl MasarytS im Diai des Vorjahres ein Flugblatt.^Lenin, nicht M a s a r y k" herausgegeben, das neben Schmähungen des Staatsoberhauptes auch Dinge enthielt, in denen der Staatsanwalt Hochverrat erblickte. Ein solcher Flugzettel wurde bei einer Haussuchung im kommunistischen Klub gefunden, worauf Stetka und noch drei seiner Kollegen zur gerichtlichen Verfolgung ausgeliefert wurden. Von diesen wurde bisher nur KroZnai— er ist überdies bereits auf freiem Fuß— verhaftet, während, die anderen drei sich vor der Polizei verborgen hielten. Stetka, der sich bei diesem„illegalen" Leben anscheinend sehr wohl gefühlt hat— er sieht zumindest brillant aus— meldete sich bei der Verhandlung der Steuerfreiheit von Masaryk-Stif- tungen sofort zu Wort. Seine Klubkollegen waren aus diesem Anlaß in ungewöhnlicher Stärke erschienen, was darauf schließen läßt, daß alles längst vorbereitet war. Stetka sprach natürlich nicht zur Sache, sondern hielt eine große Rede, in her er u. a. die KP-E als den besten Vorkämpfer -egen den Fascismus hinstellte und seine Klub- lollegen zu demonstrativem Beifall„hinriß", als er S t a l i n erwähnte. Dann befaßte er sich mit seiner eigenen causa und behauptete u. a., daß in seinem Klub überhaupt kein Flugzettel gefunden ivorden sei. Der Vorsitzende S t a n e k rief ihn dreimal Kir Sache und entzog ihm schließlich das Wort, «tetka kümmerte sich darum nicht und sprach ruhig weiter, obschon ein solches Verhalten mit Diätenentzug für einen Monat verbunden ist. Stanek schloß ihn daraufhin von der Sitzung aus und unterbrach schließlich die Sitzung, um die Drdner in Funktion treten zu lassen. E, Im selben Moment beendete auch Stetka seine Ausführungen und zog dann mit seinen Klubkollegen in geschloffenem Zuge unter Gesang durch die Couloirs in ihren Klub, wohin der Klubdiener gleich eine ganze Reihe von Bieren «rächte, die anscheinend zu einer Art Abschiedsfeier Verwendung fanden,.. gL* In der Zwischenzeit hatte die Polizei alle «usgänge des Hauses umstellt. Als Stetka das Haus verließ, wurde er verhaftet und im Auto in die Untersuchungshaft cingeliefert. / Das Plenum des Hauses erledigte in beiden Lesungen die Vorlage über die M a s a r y k- «idmungen und zwei Zusatzprotokolle zu de» Wirtschaftsabkommen mit Frankreich und Deutschland, wobei Dr. H a s s o l d eine Neu-• Regelung des Exekutionsschutzes forderte. In der„Deutschen Landpost" meldet sich Minister D r. S p i n a zu den Beschlüssen der sonntägigen Tuschkauer Kreistagung des Bundes der Landwirte für eine enge Zusammenarbeit mit der SHF unter dem Titel„Soll der sudetendeutsche Bauer wieder Untermieter werden?" zu Wort. Nach einem Hinweis auf die politische Enmnzipation des Bauernstandes, wodurch dem früheren unwürdigen Zustand ein Ende gesetzt wurde, sagt Dr. Spina, dpß das Beispiel der selbständigen politischen Organisierung der Bauernschaft in den böhmischen Ländern auch auf die Bauernschaft der übrigen Staaten sich beispielgebend auswirkte. So wurde unsere Republik nicht nur zu einer Insel der Deinokratie, sondern, was für die Bauern ebenso wesentlich sei, eine Demokratie, in der das politische Gewicht des Bauerntums entscheidend in die Waagschale fällt. Alle sogenannten„Bolksparteie n", die sich in der Bauernschaft hier und dort einzunisten verstanden, haben bei der Vertretung der bäuerlichen Forderungen kläglich versagt. Umso bedauerlicher sei es darum, wenn ein Teil der Bauernschaft in den Chor jener einzustimmen scheint, die eine politische Rück- Zweijährise Dienstzeit in Frankreich Paris.(Tsch. P.-B.) Die Dienstag- Sitzung des Ministerrates unter dem Vorsitze des Staatspräsidenten Lebrun hatte eine außerordentliche Bedeutung, da in derselben,— wie wir bereits kurz gemeldet haben— über den Antrag auf Verlängerung der Militärdicustzeit von 12 auf 24 Monate verhandelt würde. Die Sitzung hatte einen sehr bewegten Verlauf und zeitigte noch kein definitives Ergebnis. Die Minister einigten sich zwar grundsätzlich über dir Notwendig- keit der Verlängerung der Militärdienstzrit, keineswegs aber über die Einzelheiten ihrer Durchführung. Es wurde beschlossen, daß Ministerpräsident Flandin am Freitag der Kammer in dieser Sache berichten wird, bis zu welcher Zeit es, wie man annimmt, zu einer Vereinheitlichung der Ansichten der einzelnen Regierungsmitglieder und auch der Parlamentsklubs kommen wird. Kriegsminister General M a« r i n ist der Verfasser des Entwurfes, der für die Zeit der sogenannten„mageren Jahre" eine Verlängerung der Militärdirnstzeit ab April dieses Jahres aus 18 und beginnend mit dem Herbst dieses Jahres bis Ende 1939 auf 24 Monate vorsieht. vildung des bäuerliche« Elements seit Jahr und Tag n>icht erwarten können. Wir sagen es gerade heraus: Wir werden eS unter keinen Umständen dulden, daß, von welcher Seite immer, ein politisches Bauernwerk von Jahrzehnten angetastet oder ins Wanken gebracht wird. Wir wollen niemandem dem politischen Kredit versagen, solange er sich nicht selbst um ihn bringt. Wir wollen als deutsche Partei alles tun, um mitzuhelfen, daß die Gegensätze in unserem Volke gemildert oder beseifigt werden, aber wir werden es nicht zulaffen, daß dieser Prozeß wiederum, wie so oft in der Geschichte, auf dem Rücken und auf der Haut des politisch-mündigen Bauerntums ausgrtragen wird. Der deutsche Landstand weiß den Wert seiner selbständigen politischen Partei zu schätzen! Wir bleiben dabei— und die Geschichte des Ban- krrotts der sogenannten städtischen nationalen Parteien bei uns hat es zur Genüge bewiesen, daß ein selbständiges politisches Bauerntum die einzige Gewähr für die Wahrung seiner schwer errungenen Levpns-«nd Standcsrechte und darüber hinaus auch für die allgemeinen nationalen Rechte darstellt. Generalstreik auf Kuba H a v a n N u.(Tsch. P.-B.) Infolge der writeretr Ausdehnung des gegen die Regierung des Präsidenten Mendieta gerichteten Streiks ist nahezu das gesamte Wirtschaftsleben Kubas lahm gelegt. Die gesamte Arbeiterschaft der Tabakindustrie sowie die Zollbeamten und die Angestellten in den großen Geschäftshäusern haben sich dem Streik angeschlossen. Arbeitsmmistcr Rodriguez hat als Gegenmaßnahme die Auflösung aller am Streik beteiligten Gewerkschaften angeordnct. „Man findet überall Leichen** Miami(Florida). Carlos Hevia, der im Jahre 1934 drei Tage lang Präsident von Kuba war, ist von Havanna im Flugzeug hier ange- kcmmen. Wie er erzählte, sei sein Leben in Havanna jn Gefahr gewesen. Er teilte ferner mit, gegen 200 Menschen seien am Samstag in Kuba getötet worden. Es herrsche dort die größte Verwirrung. Man finde überall Leichen. Er versicherte, weder Mendieta noch Batist« hätten die Befehlsgewalt. Er wisse nicht, wer Befehle erteile. B.d.L.-wohlnl Gemeinhin erscheint es als die selbstverständliche Pflicht aller Mitglieder einer politischen Partei, deren Vorzüge herauszustreichen und für ihre Mehrung zu werben. Eine Ausnahme macht der Bund der Landwirte, von dem ein nicht unbeträchtlicher Mitgliederteil den Bestand dieser Partei für überflüssig hält und offen für ihre Auflösung zum Vorteile einer anderen Partei eintritt. Den schreiendsten Beweis für diese unglaubwürdige Behauptung hat der westböhmische Kreispartettag des Bundes der Landwirte in Tuschkau am Sonntag geliefert. Ein großer Sieg des B. d. L. hätte bei der Mehrheit der Kreistagsteilnehmer schwerlich eine solche Begeisterung hervorgerufen, wie es der von dem Direktor Pfrägner gestellte Antrag tat. der auf die restlose Kapitulation des B. d. L. vor der SHF hinausläust. Begraben wir den B. d. L. so rasch als möglich, machen wir Schluß mit der bisherigen Leitung und ihrer Koalittonspolitik—< das war Geist und Stimmung auf dieser Tagung. Der B. d. L. zählte früher zu den festgefügtesten und gut verankerten Parteien, seine Politik fand kaum jemals nennenswerten Widerspruch in seinen Reihen und die chm angegliederten wirtschaftlichen Organisationen steigerten unter den deutschen Landwirten seine Anziehungskraft in nicht geringem Maße. Das ist so gewesen— heute ringt der B. d. L. um sein nacktes Leben und in seinen Reihen herrscht eine Verwirrung, die kaum ein Vorbild hat. Es sei zugegeben, daß die endlose Wirtschaftskrise, die auch in der Landwirtq schäft fühlbar ist, dem politischen Besitz des B. d. L. nicht zuträglich ist«nd daß auch di« acht Jahre Koalitionspolitik in dieser Zeit des vom Hitleris-- mus und Henleinismus aufgepeitschten Nationa- lismus nicht die Beliebtheit des B. d. L. bei der jüngeren Generation gesteigert haben— am verhängnisvollsten aber für das gegenwärtig im B. d. L. herrschende Chaos hat sichdaseigene Verschulden erwiesen. Wer mit dem Hcn- lein-Fascismus sich einläßt, wer ihn protegiert und grotzzieht, der darf sich nicht wundern, wenn er das Schicksal erleidet, dem noch überall die alten politischen Parteien zum Opfer gefallen sind, die anstatt sich gegen den Fascismus aus Leibeskräften zur Wehre zu setzen, mit ihm packelten, weil sie sich dem Wahne Hingaben, ihn für ihre Zwecke sich dienstbar machen zu können. Wie die anderen bürgerlichen Parteien, so hafte auch der B. d. L. beim ersten Auftreten her SHF sich dem seligen Traum hingegeben, endlich sei das Mittel erfunden, um dem„Marxismus" das Lebenslicht auszublasen. Um dieses dem Anti- marxisten-Koller berauschend schön erscheinende Ziel zu erreichen, bemühte sich der B. d. L. seinen Rücken schützend vor die neugegründete SHF zu stellen, das in tschechischen Kreisen gegen sie bestehende Mißtrauen zu zerstreuen und sie nach Möglichkeit zu fördern. Natürlich rechnete der B. d. L. nicht damtt, daß die von ihm kamn auf- gepäpelte Henleinfront sich für die aufgewendete Liebesmühe dadurch erkenntlich zeigen werde, daß sie an den Protektor die höfliche aber bestimmte Aufforderung richten werde, der sagenhaften „Volksgemeinschaft" zuliebe schleunigst, und zwar noch vor den Wahlen Selbstmord zu begehen, sich aufzulösen und künftighin nur einem Willen, einem Kommando untertan zu sein, jenem Henleins.„Volksgemeinschaft", das erschien dem B. d. L. als etwas ganz anderes, als die SHF in ihren Totalitätsansprüchen, auf die sie nicht im geringsten verzichtet hat, sich vorstellt, nämlich als eine Wahlgemeinschaft und sonst nichts. Nein, ließ die SHF durch Henlein den Landbündlern antworten:„Ein Wahlbündnis kommt weder mit dem Bund der Landwirte noch mit einer anderen Partei en Frage", denn das Volk verlange„klare Entscheidungen" und verstehe„solche Wahlmanöver" nicht mehr, denn Wahlkomprorgisie seien Mandatsversicherungen, die dem Volke eine scheinbare Einheit vortäuschen, eine„Einheit", die sofort wieder zerfalle, wen» die Wahlen vorüber sinh und zu solchen„unmoralischen Methoden" gebe sich die SHF nicht her. Zur Herstellung der„Volksgemeinschaft" blieb nach der SHF nur der Weg des Selbstmordes aller anderen Parteien. Der B. d. L. beantwortete diese Zumutung nicht mit dem schärfsten Kampf, auch nicht mit einem milden, immerhin bewies er noch soviel Lebenswillen und Selbsterhaltungstrieb, daß er die Einladung, Harikiri an sich zu vollziehen, ablehnte. Göring bekennt sich zur Verletzung des Friedensvertrages Deutschland besitzt eine Luftflotte! Zn einem Interview mit dem englischen Journalisten Ward Priee hat Göring erklärt, daß Deutschland nicht nnr, wie er seinerzeit zugegeben hat, Versuchsmaschinen, sondern neben der Zivilluftflotte auch militärische Flugzeuge habe.Demnächst würden diese aus der Zivilflotte ausgeschieden und selbständig organisiert werden. Sie unterstehen nicht dem Reichswehrmini st er, sondern ihm, Göring, der am 1. April— ein sinniger Termin übrigens— zum General der Flieger ernannt werden wird. Göring begründete die Verletzung des Friedensvertrages mtt den üblichen Reden von der Bedrohung Deutschlands. Görings Mitteilung soll offenbar die Antwort auf das britische Weißbuch und eine Provokation sein. Man WM versuchen, was sich das Ausland bieten läßt. Wahrscheinlich handelt es sich auch um ein Fortspinnen des letzten Konflikts zwischen der Reichswehrleitung und Göring, in dem Hitler für diesen optiert hat. Die Erklärung Deutschlands, die der faktischen Zerreißung der Verträge gleichkommt, ist das konsequenteErgebnis der schwächlichen Politik, die Laval und der ausgesprochen deutschfreundlichen, die England in de« letzten Monaten gemacht habe«. Vielleicht erkennt Europa in letzter Stunde doch noch, wohin die Sicherung des Friedens im Bunde mtt Mussolini und im Einvernehmen mit Hitler führt! Seite 2 Mittwoch, 13. März 1933 «r.« Bei aller politischen Gegnerschaft sei zugegeben, baß der B. d. L. nicht unser gehässigster und niedrigster Gegner gewesen ist, es fällt uns daher nicht ein, über den Zustand, in dem er sich gegenwärtig befindet, Schadenfreude zu empfinden. Dieser Zustand ist jedenfalls ein trauriger. Was sich in Tuschkau zutrug, das Ivar offene Palastrevolution, aber schlimmer noch ist, daß die Autorität der Führung so geschwunden ist, daß man Prag. Am Dienstag hat die Regierung im Abgeordnetenhause zwei Gesetzentwürfe vorgelegt, von denen der eine die Bestimmungen über die M e l d e p f l i ch t überhaupt für das ganze Gebiet der Republik einheitlich regelt, während die zweite Borlage stch speziell mit der Aufenthaltsbewilligung fürAuslän- d e r befaßt. Beide Vorlagen beinhalten nur Richtlinien und überlassen die Regelung der Einzelheiten zumeist der BerordnungSgewalt der Regierung. Diese geht so weit, daß die Vorschriften über die Ausländer von der Regierung auch auf unbestimmte Zeit sistiert, in Fällen von Krieg, Kriegsgefahr und inneren Unruhen auch durch a b- weichende Bestimmungen ersetzt werden lännen. Die Vorlagen stehen bereits auf der Tagesordnung der nächsten Sitzung am Donnerstag, in der auch die Exportkredite erledigt werden sollen. Die Meldepflicht wird durch die erste Vorlage(für Inländer) nach drei Richtungen statuiert: Die Inhaber von Gast- und Schankkonzessionen haben die Personen, die sie in ihrem Betrieb einquartieren, zu melden, gleichgültig, um welchen Ort es sich handelt. Für andere Quartiergeber(Hausherren gegenüber den Mietern, Wohnungsinhaber gegenüber Aftermietern etc.) gilt die Meldepflicht nur dort, wo ein StaatSpolizqiamt besteht, oder in Orten(Kurorte etc:), die das Landesamt ausdrücklich bestinnnt. Andere Personen(Hausherren im eigenen Hause) haben sich in diesen Fällen selbst zu melden. Die für die Meldung vorgeschriebenen Personaldaten find vollständig und wahrheitsgetreu anzugeben. Die Meldung erfolgt bei der Staatspolizei, bzw. bei den Gemeinden, die zur Mitwirkung ausdrücklich verpflichtet werden. Durch Regierungsverordnung wird insbesondere bestimmt werden, welche Aufenthaltsdauer die Meldepflicht begründet und innerhalb welcher Fristen sie erfüllt werden muß, welche Personaldaten anzugeben sind, endlich, in welchem Aüsmaß'e Persönenzu niMen sind,'tvelche ist öffentlichen Anstalten, Klöstern, Orden etc. sich aufhalten. Sofern über die Meldepflicht in internationalen Verträgen anderweitige Bestimmungen getroffen sind, bleiben diese in Geltung. Die Meldepflicht bezieht sich überhaupt nicht auf exterritoriale Personen, auf fremde Konsuln und ihre Begleitung, sofern sie nicht tschechoslowakische Staatsbürger find. Uebertretungen werden mit Geldstrafen bis zu 500 Kronen oder Arrest bis zu acht Tagen, im Wiederholungsfälle bis zu 5000 Kronen oder Gefängnis bis zu 14 Tagen bestraft. Zuständig ist die Staatspolizei, bzw. das Bezirksamt. Die Vorlage über den Aufenthaltvon Ausländern ist auf fotzenden Grundsätzen aufgebaut: führe, was einer schwer zu lösenden Rätselaufgabe gleichkommt. Dabei hat man Herrn Minister Spina vor nicht langer Zeit mit geradezu diktatorischen Vollmachten ausgestattet, nur eben daß seither erst recht jeder tut, was er will. Der B. d. L. hat dadurch, daß er der Befürworter der SHF wurde, in seinen Reihen nicht nur Verwirrung gestiftet, sondern auch seine eigenen Fundamente untergraben. Er wird, wenn er nicht noch im allerletzten Augenblicke sich aufrafft und zur Wehre setzt, an seinem unnatürlichen Tode niemanden anderen die Schuld geben können als Jeder Ausländer, der älter als 14 Jahre ist und sich im Staatsgebiet länger als.zwei Monate aufhalten will oder bereits aufhält, muß um eine Aufenthaltsbewilligung qn- suchen, welche das zuständige Landesamt erteilt. Ein Ausländer, der auf dem Gebiet« der Republik eine Erwerbstätigkeit auSAen will, gleichgültig ob selbständig oder als Angestellter, benötjgt die Aufenthaltsbewilligung ohne Rücksicht auf die Dauer. Der Abschluß von Geschäften auf einer Geschäftsreise oder nur gelegentlich gilt n i ch t als Erwerbs- tätigkeit in diesem Sinne. In dem Gesuch um AufenihaltSbewilligung muß der Zweck und der Ort des Aufenthaltes angeführt und auch angegeben werden, ob sich die Aufenthaltsbewilligung auf das ganze Gebiet der Republik oder nur auf einen Teil beziehen soll- Ferner müssen all« Ausländer angegeben werden, welch« mit dem Gesuchsteller hier in gemeinsemen Haushalt« leben wollen. Das Gesuch ist bei der Bezirksbehörde(Staatspolizei) zu überreichen, welche darüber eine Bestätigung ausstellt, die bis zur Entscheidung über das Gesuch zum Aufenthalt berechtigt. Uckber das Gesuch entscheidet das Landes- a m t, welches die Aufenthaltsbewilligung nur erteilen darf, wenn a) da? Gesuch den vorgeschriebenen Bedingungen entspricht und b)»wenn cs sich nicht um Personen handelt, durch deren Aufenthalt die öffentliche Ruhe. Ordnung oder die Sicherheit des Staates oder andere wichtig« öffentliche Jntereffen, vor allem auch wirtschaftlicher Natur, bedroht werden können". Das Landesamt kann die Aufenthaltsbewilligung auch°an gewisse Bedingungen hinsichtlich der Dauer und des Ortes des Aufenthalter knüpfen. Solche Bedingungen können auch nachträglich festgesetzt werden. Das LandeSamt entzieht die AufenthaltSbewil- ligung, wenn der für den Aufenthalt angeführte Grund wegfällt, wenn der Ausländer wiederholt die Meldepflicht nicht erfüllt oder wenn nachträglich die oben unter b) angeführten Umstände eintreten. ES kann dir Aufenthaltsbewilligung entziehen, wenn der betreffende Ausländer die auferlegten Bedingungen oder Beschränkungen nicht einhält. Jede spätere Aenderung deS Aufenthaltes mich der zuständigen Gendarmeriestation bzw. der Staatspolizei gemeldet werden, und zwar am früheren Aufenthaltsort noch vor dem Abgang, am neuen spätestens sechs Tage nach der Ankunft. DaS Innenministerium kann aus Gründen der Gegenseitigkeit und im Interesse deS Bäder- und Touristenverkehrs Erleichterungen der Meldepflicht bewilligen, sie andererseits aber auch verschärfen und im MobilifierungS- und Kriegsfälle ustv. abweichende Bestimmungen treffen. Die Aufenthaltsbewilligung benötigen nicht jene Ausländer, denen schon ftüher ein Ausweis nach§ dos Gesetzes 55/1928 ausgestellt wurde oder di« schon früher die Bewilligung zum Aufenthalt ohne Reisepaß erhielten, solange ihnen diese Bewilligung verlängert wird, und schließlich jene, welche vor dem 1. Mai 1928 in die Republik kamen und sich seither ununterbrochen hier aufhalten, insoweit die Bescheinigung nach dem Gesetz 89/28 über den Schutz des heimischen ArheitsmarkteS nicht ihre Gültigkeit verliert. Ein Ausländer, dem die Aufenthaltsbewilligung abgelehnt oder später aberkannt wurde, mutz das Gckiet der Republik bzw. jenes Gebiet, für welches die Aufenthaltsbewilligung nicht erteilt oder aberkannt wurde, verlassen. Die Strafbestimmungen sehen Geldstrafen bis 5000 Kc oder Gefängnis bis zu 14 Tagen vor. Einwendungen gegen das Automobilgesetz Im Technischen und BerkehrsauSschuß kam das vom Senat bereits verabschiedete deftnftive Automobilgesetz zur Verhandlung, über das Brodeckh referierte. In der Debatte verwies u. a. Genosse Häusler darauf, da ßes notwendig ist, die Frage der Versicherung der Chauffeure klarzustellen, die Anspruch auf die Ausnahme in die Pen sionsver sichern n g erheben. Diese Forderung erscheint nicht unberechtigt. ES ist schon aus dem Gesetzestext zu«resehn, daß an den Lenker, dessen Dienst gewiß verantwortungsvoller als der in der Garage oder bei Reinigungsarbeiten ist, besondere An f o r- derungen gestellt werden. Er hat eine besondere Verantwortung für die Fahrgäste, deren Leben und Gesundheft ihm anvertraut ist. Durch verschärfte Bestimmungen bei der Regelung deS Verkehr- werden auch immer mehr erhöhte Anforderungen an die Wagenlenker gestellt. Wenn durch das vorliegende Gesetz das Pensions- und Sozialversicherungsgesetz nicht abgeändert werden kann, so ist eS notwendig, zumindest eine Resolution anzunehmen, wonach das Fürsorgeministerium aufgefordert wird, in kürzester Frist einen entsprechenden Entwurf im Einvernehmen der Fachorganisationen auszuarbeiten, damir den berechtigten Forderungen der Chauffeure Rechnung getragen wird. Nach Abschluß der Generaldebatte wurde konstatiert, daß der Senatsbeschluß gewisse Lücken aufweist, die sich auf die Erhöhung der Verkehrssicherheit und auf die Sozialversicherung der daß Chauffeure beziehen. Es wurde beschlossen, daß bei den weiteren Verhandlungen Vertreter der Regierung sich zu den Einwänden äußtrn sollen, die der Ausschuß bei der Verhandlung dieser angedeuteten Fragen in der Spezialdebatte Vorbringen will. Die Frage der Zentralbank wurde Dienstag von einer Abordnung der Schutzverbände der Einleger in Anwesenheit einiger deutscher Parlamentarier, darunter des Genossen Kremser mit dem Finanzminister Dr. Trapl besprochen. Der Minister erklärt«, er könn« kein« Versprechungen abze- ben, aber er könne versichern, daß alles geschehen werde, was möglich sei, um die Einleger zu befriedigen. Ein Teil der Einlagen werde wahrscheinlich in bar, ein Teil in Wertpapieren ausbezahlt werden. Das Moratorium wurde wohl über den 31. März d. I. verlängert werden müssen. Die Mitwirkung des Reeskomptinstitutes und des Sparkassenverbandes wird erforderlich sein, da der Staat jetzt keine neuen Teilschuldverschreibungen herausgeben könne. Das betreffende Emissionsinstitut braucht eine Anlehnung an ein großes bereits bestehendes Institut. Er sei bereit, mit den Parteien— in erster Linie mit den deutschen-— die Sache zu bearbeiten. Schon in der nächsten Zeit werden die konkreten Vorschläge bekanntgegeben werden. Ma as kam... Der Kapp-Putsch vor 15 Jahren Am frühen Morgen des 13. März 1926 rückten in Berlin wieder einmal Truppen ein. Das hafte man seft Kriegsende wiederholt erlebt, aber diesmal waren die Stahlhelme mft dem Hakenkreuz bemalt und die Fahnen waren schwarzweißrot ohne die bescheidene schwarzrotgoldene Gösch, durch die der republikanische Charakter der Wehrmacht bezeichnet werden sollte. Waren früher, Ende 1918 und während des Jahres 1919, Truppen von auswärts nach Berlin gekommen, so geschah es, um gewaltsame Aktiv« nen der Linksradikalen, besonders des Sparta« kuSbundes, niederzuwerfen und die verfassungsmäßige Regierung aufrechtzuerhalten. Am 13. März 1920 aber marschierte das Militär gegen die Regierung B a u e r, die bereits in der Nächt vorher von Berlin nach Dresden aügereist war. Ein neues Gebot der Entente auf Grund des Versailler Friedens hafte die Durchführung des vorgeschriebenen Abbaues der Wehrmacht gefordert. Dem widersetzten sich die Kommandanten der Marinebrigaden Ehrhardt und Löwe n f e l d, die mft anderen Truppen zusammen im Lager Döberitz standen. Ihnen schloß sich der Wehrkreiskommandrut General von Lüttwitz an, der wegen seiner Forderungen— Nichterül- lung des Ententediktates, Ersetzung der parlamentarischen Regierung durch Fachminister, Neuwahl des Reichspräsidenten und des Reichstag-—■ abgesetzt wprden war. Die gleichzeftig erfolgte Verhaftung des Hauptmanns Pabst vom Generalkommando Berlin schüchterte die Putschisten nicht ein, zu denen auch Oberst Bauer und sei» bereits pensionierter Chef Ludendorff gehörte, der den einmarschierenden Truppen, wje er später vor Gericht erfolgreich erklärte, bei eine« »ganz zufälligen" Spaziergang um 6 Uhr früh vor dem Brandenburger Tor begegnet war. Wer Tage hielt sich die Putschregierung des ostpreutzi- schen Generallandschaftsdirektors Kapp. Der lückenlose Generalstreik der Arbeiter, die mindestens passive Resistenz gerade der höchste» Beamten und die unzweideutige Ablehnung durch die Entente machten dem Putsch ein Ende. Bei« Abmarsch aus der Hauptstadt erschossen die Putschtruppen Und die überall sofort ausgestellte» „Bürgerwehren" eine ganze Anzahl Menschen. Die Tarnung durch den Zivilisten Kapp kann ebenso wenig wie das gleiche Manöver mit Hitser dreizehn Jahre später den Charakter dieser Unternehmungen beseitigen. Beide- waren, wen» auch mft grundverschiedenem Erfolg, Vorstöße dec Offizierskaste zur Wiedergewinnung, ihrer beherrschende» Position. Von der Monarchie als ihre getreueste Stütze hoch über alles Volk erhüben, gab sich die Offizierskaste durch die Niederlage im Weltkrieg nicht geschlagen. Wenn auch in der ersten Nachkriegszeit ihre Stellung stark erschüttert war, erholte sie sich sehr rasch wieder. Die gewaltsamen Aktionen der Linksradikalen trafen kaum auf Widerstand. Ohne schwere Opfer konnten qm 5. Januar 1919 das Polizeipräsidium und mehrere Zeitungsgebäude, besonders das des„Vorwärts", erobert und besetzt werden. Die neuerrichtete»Mepublikanische Sicherheitswehr" als Schutzwache dieser Gebärde versagte vollkommen. Die mehrheits-sozialdemo- tischen Arbeiter begrüßten die Demokratie, vo» der sie nicht nur Reformen, sondern entschiede» sozialistische Maßnahmen erwarteten— aber bis .■!!■ I■ I■».111'.'.—IL.. BBSS^a sich fragt, ob sie denn überhaupt noch die Kraft ausbringen wird, den notwendigen Reinigungsprozeß an ihrem Parteikörper zu vollziehen. Auch fragt man sich, wer denn im Bunde der Landwirte heute in Wirklichkeit!sich selbst. Neuregelung der Meldepflicht Die Aufenthaltsbewilligung der Ausländer 29 Boman von Frttx Rosenfeld Herr von Ebel blickte stumpf und beseligt an Livias schmalem, braunem Kopf vorüber ins Nichts. Das Monokel saß fest in seinem Aug, Livia hatte sich schon gefürchtet, es zu zertreten, wenn es zu Boden fiel; er tanzte korreft, beinahe steif, und ohne jede Anteilnahme; aber wer ihn lange betrachtete, sah, daß er wie alle in diesem Tanz Betäubung suchte und den Augenblick fürchtete, an dem die Musik abbrechen und für immer verstummen könnte. Einmal bat Halling um Ruhe, er legte eine Walzerplatte auf und tanzte eine Runde mft Frau Avory; sie lächelte beglückt und beglückend, in großen Schleifen glitt sie durch den Raum, und wenn die Geigen im Orchester aufglitzerten, trällerte sie los, daß die Girls einander ansahen und erschraken. Dann knallte der Pfropfen einer neuen Flasche, zwei Gläser klangen gegeneinander, und eine andere Platte kreischte das Gesetz einer anderen Zeit in den Saal. Nebenan liegt einer und stirbt» dachte der Arzt. Und ich sitze da und trinke, weil ich ihm nicht helfen kann. Wäre ich menschenfreundlicher, als mein Gewissen es mir zu sein gestattet, ich holte ihn hierher und gäbe ihm ein Glas Champagner, er sollte tanzen, bis er zusammensinkt; er stirbt nicht leichter, wenn er bis zum Kinn mit dicken Decken überhäuft ist und zwei alte Frauen neben ihm die Totenwache halten, ehe er die Augen geschlossen hat. Aber ich darf es nicht tun, es hieße, ich hätte ihn umgebracht, und er wäre mein letzter Patient. Und irgendwo feilscht einer um einen Wagen und Pferde; und legt dreitausend auf den Tisch für einen Totenkarren. Ja lebt denn überhaupt noch ein einziger Mensch, der diese alberne, abgründig lächerliche Komödie ernst nimmt und sich den Kopf zerbricht über ihren Sinn und Nächte darüber, vergrübelt, wie man das Leben verbessern könnte? Und da gibt es Menschen, die sich daran klammern und darum kämpfen, anstatt aufzujubeln, wenn sie es hinter sich werfen können wie einen allen, zerfetzten, schmutzigen Rock, der nicht gegen Kälte schützt und nicht gegen Regen, der das Herz und die Seele dem Sturm und der Sonne aussetzt und immer schlissiger wird und immer dünner, bis er von selbst in Nichts zerfällt? Der Heizer, die Schaffner, der Lokomotiv- führer, die Passagiere aus den anderen Wagen sahen zu und schüttelten die Köpfe. Rach und nach wurden sie hineingeriffen; dem Heizer, den Schaffnern, dem Lokomotivführer bot Halling Wein an, eine Dame aus der ersten Klasse lud Herr von Ebel ein, Grit angelte einen Reisenden in Damenwäsche, der sie in den dunklen Zug locken wollte, um ihr seine Musterkollektionen zu zeigen, und ein älteres Fräulein in hochgeschlps- senem Kleid, mit strengen Mienen und Augen, in denen eine Schlammflut unerfüllter Wünsche brodelte, ging dem Kunstschützen nicht von der Seit«; es stammte aus der Zeit, in der man noch für wehendes Haar und fliegende Krawatten geschwärmt hatte. Olavsen kam zurück, er bllckte umher, stumm, packte den Arzt» stumm, riß ihn in das Zimmer de- Stationsvorstandes hinüber, stumm, schüttelte ihn, bis er nüchtern wupde, und fuhr ihn an; „Da jagen Sie mich hinaus, in das ftemde Dorf, ich muß mit Bauern um«inen Magen feilschen, und Sie sitzen da und saufen und kümmern sich nicht um den Kranken?" Der Arzt kaute sein« erloschene Zigarre. „Ich weiß, was ich tue, mein Freund. Ich bin nicht betrunken. Ich kann ihm nicht mehr helfen, und auch Ihr Wagen hilft ihm nicht mehr. Ich kann die drüben nicht zum Schweigen bringen. Sie können es auch nicht. Wenn Sie es mft dem armen Teufel da gut meinen, verbittern Sie ihm nicht die letzten Augenblicke, indem Sie ihn durch den Saal mit den fremden Gesichtern schleppen und auf den Totenkarren werfen, solange er noch atmet. Ich hab ihm ein Pulver gegeben. Vielleicht schläft er hinüber. Und wenn er noch einmal aufwacht— dann soll er niemanden sehen, nur das Mädel. Begreifen Sie das nicht, Olav- sen? Wenn er mich alten Ziegenbock sieht, weiß er doch, wieviel es geschlagen hat!" Olavsen schwieg. Der Arzt ging in den Wartesaal hinüber, stürzte ein Glas Wein hinunter. Olavsen trat zu Gregor. Sein Gesicht war elfenbeinern und schmal, die Augen lagen in tiefen, dunflen Höhlen, die Hände zuckten, die Brust hob sich und senkte sich unter schweren, heißen Atemstößen. Georgia saß da, ihre Finger, kreideweiß unh knöchern, gefaltet; Raymonde hockte neben ihr, den Kopf zwischen die Schultern gezogen, als erwartete sie einen Hieb, dem sie entgehen wollte. Carlotta stand am Fenster, die Sttrn gegen die Scheiben gepreßt, di« Augen geschlossen. Der Himmel» den sie hinter ihren Lidern sah, weit und nachffchwarz, hatte Millionen Sterne und eine silberne Pforte, dir offen stand; st« war von einem schmalen Reifen überspannt, der wie die Mondstchel aussah. Stern« tropften unaufhörlich nieder, ein funkelnder Regen, und ein Herz, eine winzige rote Flamme, stieg in einer goldenen Schale aufwärts. Aus der grenzenlosen Dunkel- heit tönte eine Stimme, leise und weich, und es war kein Befehl in ihr, sondern eine Bitte, und es war kein Haß in ihr, sondern eine große Zärtlichkeit. Ihren Namen rief dft Stimme, ganz still und behutsam. Da drehte Carlotta sich um, sie schlang beide Arme um Olavsen, sie legte den Kopf an seine Brust und weinte, und der funkelnde Sternregen sank unaufhörlich nieder mft einem gewaltigen Rauschen, das die Himmelsräume wie Musik erfüllte. XU. Sie spielten längst nicht mehr um Geld, Käme! und Cabrolle; sie spielten gegen den gewaltigen unsichtbaren Gegner, der sie qerausgefordcrt hatte, gegen das Schicksal. Kilmek häufte die Banknoten vor sich auf, schon lagen Wechsel n^ben ihnen, das Haus Cabrolles, sein Vieh, seine Weiden. Aber Kilmek hatte nöch lange nicht genug. Da, sieh her, dies alles habe ich an einem Tag, an einem Abenll zusammengerafft, tausendmal mehr als ich in den Jahren erwarb, in denen ich mich von dir um die Erde hetzen ließ, Wochen in grauen Eisenbahnzügen, Tage in kotigen Dörfern, Nächte in verwanzten Hotelbetten, und kein Zuhause und keine» Menschen, der Aich liebte. Da liegt es nun, d» hast es mir vorenthalten wollen, mein Geld, mein Glück, mein Leben— aber ich habe es mir genommen, ich habe es dir abgewonnen, und mA gehe ich den Weg, den ich bestimme, und fahre in die Städte, di« mir gefallen, und wohne in den Hotel», die ich mir aussuche und bin ich, ich selbst, und d» hast keine Gewalt mehr Wer mich. Ich kann ja Geld aus dem Nichts hervorzaubern— warm» blieb ich denn dem Sklave, all die Jahre meines Lebens? Die Jahre meines Lebens— wieviel« habe ich noch vor mir? Und wenn es nur fünf sind, nur drei, nur einer— ich will es ausschöpsen bis auf den Grund. Ich fahre nach Hause, zu Epstein und Co., ich werfe dem Chef mein Auftragsbuch hi» und die Musterkollektion, da, nehmen sie, fahren sie selbst, versuchen sie es doch einmal, den Bäuerinven den bedruckten Schund anzutzrehen, den fit fabrizieren, ich hqb das nicht mehr notwendig, hier, meine Brieftasche, Tausend und noch Tchusdnd sind sv oft sie wollen: immer wieder Tausend. Ich fahr« morgen ans Meer» und ich komme nie wieder. Schönen Dank für all die groben Worte, die ich einstecken mußte, und einen herzlichen Gruß an die Frau Gemahlin! .(Fortsetzung folgt.)' Nr. 61 Mittwoch, 13. März 1936 Sette 3 zur Verteidigung des neuen Staates mit der Waffe gegen die eigenen Klassengenofsen gingen sie nicht. So nahm die Regierung ihre Zuflucht .zu den Resten der kaiserlichen Armee und den von Offizieren gesammelten Freikorps, die zumeist .aus überzeugten Milttaristen, Chauvinisten und Monarchisten bestanden, zumal die.Demokraten chen dem Kampf gegen andersdenkende Arbeiter sich versagten. So wurden die kaiserlichen Offiziere— die Retter der Demokratie. Nun forder- ien sie Dank, vor allem Erhaltung ihrer Stellung und Existenz. Das aber war unvereinbar »>it den Abrüstungs- und Entwaffnungsgeboten' der Entente. v- Auf die Verängstigung des Bürgertums und auch materiell ungünstiger gestellten Volksschichten .durch die Aktionen der Linksradikalen und— 'Nicht zu vergessen—' einer ungeheuer übertreibenden Presseberichterstattung darüber setzten die «appisten ihre Hoffnung. Daraus erklärt sich auch, chre Forderung, daß die Wahl des Reichspräsidenten durch das gesamte Volk und die Neuwahl der Volksvertretung sofort ausgeschrieben werde. M kam zunächst nicht dazu, aber auch d i e scharfen Forderungen derGe- derkschaften und der beiden sozialistischen Mlrlamentsfraktionen zur Sicherung der Demo- llatie blieben zum grössten Teil u st erfüllt, ^ie Strafverfolgung der Putschisten wurde auf die„Führer" eingeschränkt und erschöpfte sich in taz wenigen Bestrafungen mit Festungs-, d. h. Ehrenhaft und nur noch in einigen Aberkennungen d»n Pensionen, die übrigens nach einigen Jahren don der einzigartigen Justiz der gewesenen De- Mokratie aufgehoben wurden. Am 6. Juni 1920 wählte das deutsche Volk tat zweiten Male in der Republik das Reichs- Mstlament. Während die Wahl der Nationalver- Mnnlung am 19. Januar 1919 für die sozial- Wmokratische Partei, 11,8 Millionen Stimmen, M die Unabhängige sozialdemokratische Partei 2,3 Millionen ergeben hatte(die KPD. bestand noch MO ging bei der Reichstagswahl am 6. Juni .w20 die SPD auf 6,1 Million zurück, während die USPD auf 8 Millionen stieg und die KPD Wt 600.000 Stimmen bekam. Dieser Vergleich ffigt die Wirkung des Kapp-Putsches und dessen, M ihm folgte, auf die' sozialistischen Massen, stas aber den Kampf der Reattion gegen die De- Wkratie bettifst, so hatte er mit, der Wahl ki n d e n b u r g s zum Reichspräsidenten 1928 pine heimlichen Erfolge öffentlich gemacht. Spä- waren das Kabinett der Frontsoldaten" unter Brünings Leitung und recht die P a p e n- Regierung die letzten Mappen zu dem Endsieg der Offizierskaste im Zei- M des Hakenkreuzes. Nachfolger Leon Noels der bisherige Belgrader Gesandte Naggiar Patts. Durch ein amtliches Dekret mit dem piutn vom 12. März wurde der bisherige fran» Mche Gesandte in Prag Leon Noel zum Mtschafter in Warschau ernannt. Der bisherige Warschauer Botschafter Laroche geht in gleicher Me'stschast nach Brüssel. R An informierten Stellen erfährt das Tsch. ^B., dass die französische Regierung an die tsche- Msiowakische Regierung das Ersuchen um Ertei- des Agrkments zur Ernennung ihres bissigen Gesandten in Belgrad Naggiar zum Indien in Prag abgesandt hat. Es gilt als sehr ^rscheinlich, dass zum Nachfolger Naygiars in Pigrad der Botschaftsrat in Rom de D o m- ^erre ernannt werden wird. i Subkomitee für die Sanierungsvorlage. Der ^getausschuh des Abgeordnetenhauses hat zur Mtung der Vorlage über die Sanierung der I Möstverwaltungskörper ein Subkomitee gewählt, I M die Vorlage im Detail durchberaten und für II Ausschutzplenum vorbereiten soll. Referent ist I 8 Agrarier B e ö e k. Das Subkomitee beginnt Arbeit Mittwoch früh. tat und Belehrung £ e n unsere Gemeindevertreter in sSön Masse in der „Freien Gemeinde** Redaktion und Verwaltung. XII., Fochova 62/V. ' Die Russen sind gute Zahler R. Im Außenausschutz des Abgeordnetenhauses ^rde am Dienstag im Zusammeichang mit den Wiest Exportkrediten die Frage des Russen- ^schäftes angeschnitten. In einer Antwort F den Nationaldemokraten Dr. Hajn erklärte der Wrllmächtigte Minister Dr. Friedmann, W unsere Wirtschaftsverhandlungen mit Rutzöd vor dem Abschluss stehen. Sie betreffen einen Maien-Handelsvertrag. Daneben werden pon Wtamtlichen Kreisen Verhandlungen über Kre- kKewährung geführt. Der Minister konstatiert, >6 Sowjetruhland selbst um keinen Kredit und Bi um keine Anleihe angesucht hat. Während Wexer Handelsbeziehungen zu Russland sind wir Wl keinen Heller gekommen W, alle Zahlungen wurden zeitgerecht geleistet. fudctendeutscfm ■HIIIBIHI■ II Illi—IM■ mmII!■! I»IW«»M^»»l»«l»»»l lllll—I IWW«»I»IW 1,^1»,»^»»1,1»,II^WWI^»I»I^^^»» Deutschland liefert der LNF Lchlagringe SNsi-siunsttionLr«egen Schmuggel verhaktet Seit langer Zeit scheinen sich die Nazis mit dem Waffenschmuggel aus Deutschland zu befassen und durch die fast offen betriebene Pascherci von Schlagttngcn, die in Rucksäcken auf Skiern über die Grenze im Erzgebirge gebracht wurden, war es nurmehr möglich, eine dieser Schlagringtransporteure zu fassen. Es ist unter den Leuten die von den Grenzorganen des verbotenen Waffenschmuggels überführt und verhaftet wurden, nur ein Berufsschmuggler, aber auch dieser ist ein Hrnleinmann, die andern Samstag und Montag in Neuhammer und Eibenterg in Haft genommenen Personen sind durchwegs Funktionäre der SHF. Einer von den Verhafteten, Isidor Weikert aus Eibcnberg, ist sogar Obmann der SHF. Die andern Alfred Möschl, Beamter der NWK in Nruhammer, Heinrich Soff, Eibenberg, und Lander, Eibenbcrg, scheinen nur untergeordnete Funk- ttonen in der SHF zu bekleiden. Jedenfalls aber haben die Leute jetzt Gelegenheit im Egerer Kreisgericht darüber nachzudenkcn, daß die von Deutschland bereitgestellten und über die Grenze in der ESR geschmuggelten„Argnmentr" zur „Bearbeitung" der deutschen Volksgenossen» noch nicht zollfrei eingeführt werden können. Oer Frauentag Einen sehr guten Verlauf nahm der Frauentag in den deutschen Vororten Wcstmährens, in Z w i t t a u und Mährisch-Trübau. In beidetr Orten sprach Genosse Ernst P a u l, der die Bedeutung des Frauentags in dem schicksalsschweren Jahr unserer Bewegung und der Repu- blik würdigte und unter stürmischem Beifall auf die Aufgaben verwies, die den sozialdemokratischen Frauen in diesen Kämpfen zufallen. In Mährisch-Trübau nahmen 600 Genossinnen und Genossen an der Kundgebung teil. Der Verband deuffcher Bühnenleiter in der Tschechoflowakei und der Bühnenbund in der Tschechoslowakischen Republik geben bekannt, dass die zwischen beiden Verbänden vereinbarten Prüfungsstellen am 28. März 1938 die Prüfungen für Bühnenanwärter in Prag und Brünn abhalten. Alle Bühnenanwärter werden aufgefordert,- sich bis spätestens 18. März 1938 beim Bühnenbund in der Tschechoslowakischen Republik, Brünn, Ja- näcekplatz 2a, zu den Prüfungen anzumelden. Später einlangende Anmeldungen können nicht berücksichtigt werden. Den angemeldeten Bühnenanwärtern werden die notwendigen Unterlagen eingesandt. Den gegenseitigen Vereinbarungen zufolge können nur jene Bühnenanwärter ein Engagement an einem deutschen Theater in der Tschechosiowakischen Republik erhalten, die sich mit einem Prüfungszeugnis einer Prüsungsstelle ihres Heimatlandes ausweisen können. Diese Vereinbarung gilt sowohl für tschechosiowakische, als auch für ausländische Staatsbürger. Zur Brünner Theaterkrise. In einigen Blättern erschien gestern die Mitteilung, die sozialdemokratische Partei hätte ihre in der Generalversammlung des Brünner Deutschen Theatervereines gewählten Vertreter im Sanierungskomitee abberufen. Wir teilen hitzu mit, daß die Brunner Parteileitung bisher zu dieser Angelegenheit nach keine Stellung genommen hat und daher auch noch keine wie immer gearteten Beschlüsse fassen konnte. Ein Greis findet den Feuertod. Montag gegen^2 Uhr wurde die Freiwillige Feuerwehr Aussig nach Lerchenfeld alarmiert, wo in einer Wohnbude ein Brand ausgebrochen war. Der Löschzug der Feuerwehr, der sofort ausrückte, konnte die Wohnbude nicht mehr retten und muhte sich darauf beschränken, das Weitergreifen des Feuers zu verhüten. Nach Ablöschen des Brandes fand man die beinahe verkohlte Leiche des Besitzers der Wohnbude, Püschels. Beide Beine und der rechte Arm waren vom Feuer zerstört und auch am Körper und Kopf wies die Leiche furchtbare Brandwunden auf. Die eigentliche Todesursache wird erst die Obduktion ergeben, da in der Nähe der Leiche ein Revolver gefunden wurde, aus dem ein Schuh abgegeben war. Das verhängnisvolle Feuer dürfte dadurch entstanden sein. dah der Greis Püschel, der eine Altersrente bezieht und vön seinem Sohn unterstützt wird, das Mittagessen kochen wollte und dabei vom Schlaf überrascht wurde. Aus dem Ofen dürfte Asche herausgefallen sein und das neben dem Herd liegende Holz und den Strohsack in Brand gesetzt haben. Preffeberichtignng. Die in der„Freiheit" vom 6. März l. I. auf Seite 3 unter der Ueberschrift „Ein Verwandter des Präsidenten Schicht. verhaftet" abgedruckte Nachricht ist folgend richtigzustellen: Es ist unrichtig, daß Herr Kurt Endisch, Loosch, Vorsitzender der Ottsgruppe der SHF ist. Richttg ist vielmehr, daß Herr Kurt Endisch weder Vorsitzender, noch Mitglied der SHF ist und es auch niemals war.— Anmerkung der Redaktion: Die Berge kreisten und ein Mäuschen wurde geboren. Bei Gott, wir haben uns geirrt und nur deshalb, weil die Buchstaben SHF mit SVH verwechselt wurden. Herr Endisch ist nämlich Macher der Volkshilfe....... Kreisturnfest 1935 Venizelos auf italienischem Gebiet Der Aufstand beendet Rach der Niederlage der Aufständischen in Thrazien hat sich die Liquidation des Aufftan- des auf den Inseln in wenigen Stunden und anscheinend ohne Blutvergießen vollzogen. Der rasche Sieg der Regierungstruppen in Thrazien ist dem Umstand z« danken, daß die Flotte der Aufftändischen in der Sudabay von Kreta verblieb, so daß die schwachen Seestreitträfte der Regierung die thrazischen Häfen Kawalla, Alexandropolis und Dedeagatfch einzunehmen vermochten. Von dort aus drangen Truppen in die Flanke der Aufständischen vor, bei denen eine Panik entstand. Als die Nachricht von der Niederlage in Thrazien auf Kreta einlangte, verließen die aufständischen Offiziere ihre Schiffe und begaben sich alle an Bord der„A w e r o f f", der sie samt der Famil ie Venizelos nach dem Dodekanesos, der Zwölf-Jnsel-Gruppe, brachte, die seit dem lybischen Krieg(1911-12) italienischer Besitz ist. Dort gingen die Aufständischen mit Venizelos an Land, während der Kreuzer nach der Heimat zurückdawttste, um sich der Negierung zur Verfügung zu stellen. Es scheint, daß nur die Offiziere venizelistifch, die Mann- schaft aber regierungstreu waren. Nach amtlichen Meldungen haben die Rebellen sowohl in Thrazien als auch auf den Inseln die Nationalbank-Filialen geplündert und das Geld— Millionen- betrüge— mit sich genommen. Die Regierung fordert von Bulgarien, daß man den internierten Flüchtlingen das Geld abnehme und es ebenfo wie die Aufständischen selbst ausliefere. Der Zusammenbruch des Aufstandes darf wohl als eine schwere Niederlage Mussolinis angesehen werden» vielleicht die erste ern st hafte Niederlage, die er auf außenpolitischen Gebiet erlitten hat. Rom. Amtlich wird mitgeteilt, daß Benize- los und seine Gattin mit dem Kreuzer„Aweroff" auf der italienischen Insel Kasos im Dodekanes eingetroffen sind, wo sie interniert und als politische Flüchtlinge behandelt (d. h. nicht ausgeliefert) werden sollen. Der Kreuzer„Aweroff" setzte sodann seine Fahrt in Richtung auf die griechischen Gewässer fort. Oer Grenzübertritt des Generalstabes Sofia.(Tsch. P.-B.) Nach weiteren Mitteilungen aus der Grenzstadt Mastanli hat sich der Grenzübertritt des Generalstabes des revolutionär ren vierten Armeekorps wefentlich tragischer vollzogen als ursprünglich gemeldet wurde. Als die vier Auwmobile der Flüchtlinge in unmittelbarer Nähe der bulgarischen Grenze in der aufgeweichten Stratze stecken blieben, näherte sich ihnen eine regierungstreue Grenzwache. Als die Offiziere die Wache bemerkten, flüchteten sie unter Mitnahme ihres Gepäcks in wilder Hast der bulgarischen Grenze zu. Nur drei von ihnen blieben auf den Kraftwagen zurück und ergaben sich, als die Wache sie entwaffnen wollte, verübte einer von ihnen, ein Hauptmann, Selbstmord durch Erschiessen. Die griechischen Soldaten setzten nunmehr den flüchtenden Offizieren nach, die bereits das bulgarische Gebiet erreicht hatten und bei den bulgarischen Grenzposten standen. Als die Verfolger Anstalten machten, auf die Offiziere zu schiessen, erklärte einer der Befehlshaber der bulgarischen Wache, datz das Feuer der Griechen erwidert wurde. Die griechischen Soldaten zogen sich hierauf zurück. Erst nach diesem Zwischenfall erklärten General Kamenos und seine Offiziere, die sich zunächst als Regierungskommissionäre ausgegeben hatten, den bulgarischen Grenzoffizieren, wer sie eigentlich seien. Venizelos hat die Politik satt Lin frivoler Brandstifter Athen.(Tsch. P.-B.) In der Nacht zmn Dienstag kam es im Hauptquartier der Aufständischen in Kanea auf Kreta noch zu einem überraschenden Zwischenfall. Es erschien plötzlich ein Flugzeug, das von den Aufständischen für ein Regierungsflugzeug gehalten und heftig beschossen wurde. Das Flugzeug landete darauf und nun stellte man fest, dass sich an Bord einige französi- sche Journalisten befanden, die Venizelos um eine Unterredung ersuchen wollte. Venizelos empfing die Journalisten und erklärte ihnen, datz er sich nach dem Fehlschlag des Aufstandes endgültig von der Politik zurückziehen wolle. Auf den Inseln Chios, Samos und Myti- lcne wurden im Laufe des Dienstag die von den Aufftändischen vertriebenen Regierungsbehörden wieder in ihre Aemter eingesetzt. Ein beiselester Zwischenfall Rom. Im Zusammenhang mit der Beschießung des iwlienischen Konsulats in Kawalla hat der italienische Gesandte in Athen bei Ministerpräsident Tsaldaris Vorstellungen erhoben. Tsal- daris gab seinem lebhaften Bedauern über das Ereignis Ausdruck und erklärw, daß sein Bedauern um so tiefer sei, als italienische Staatsangehörige dabei ungewollt zu Schaden gekommen seien. In der Stunde der Gefahr habe sich die Freundschaft Italiens gegenüber Griechenland in ihrer ganzen Auftichtigkeit und Loyalität gezeigt. Die griechische Regierung werde für den Schaden voll aufkommen. Fascisten untereinander Fünf Jahre Gefängnis für eine Weihnachtsbescherung in Südtirol Innsbruck.(Tsch. P.-B.) Bei einer Gerichtsverhandlung in Bozen kam zutage, datz an einigen Stellen, in der Umgebung von Bozen nach dem Saarplebiszit Siegesfeuer abgebrannt wurden. Die italienischen Behörden forschten zwölf Südtiroler Nattonalsozialisten als Täter aus. Alle wurden nun in Bozen zu insgesamt 27 Jahren Verbannung verurteilt. Ihr Führer, der Landwirt Alois Lobis aus der Gemeinde Untettnn, wurde zu drei Jahren Verbannung verurteilt. In der Gemeinde Kaltern wurden aus dem gleichen Grunde fünf Nattonalsozialisten auf zwei bis vier Jahre Verbannung verurteilt. In der Gemeinde Unterinn wurde zu Weihnachten eine Bescherung für die deutschen Kinder veranstaltet, die nicht Mitglieder der Balilla sind. Die Veranstalter wurden ausgeforscht, verhaftet und dieser Tage abgeurteilt. Der erste von ihnen, K. Schorn, wurde zu drei Jahren, der zweite, K. Paregger» zuzweiJahren und der dritte, G. Weber, ein Sohn des bekannten Schriftstellers Silvester Weber aus Bozen, zu einem Jahr Verbannung verurteflt. In der Gemeinde Sulden wurde der Pfarrer Wolff zu mehrmonati- ger Verbannung verurteilt, weil er an arme Deutsche Geld verteille, das ihm vom österreichischen und deutschen Alpenverein angewiesen wurde. Ebenso sollen auch einige Lehrer wegen deutschen Hausumerrichtes verurteflt worden sein. Deutschlands Vorbereitungen für den Luftkries Berlin. Auf einer Tagung der Hausbesitzer in Berlin berichtete u. a. der Landesgruppenfüh- rer von Groß-Berlin des Reichslustschutzbundes Major von Loeper über die Bedeutung des deutschen Luftschutzes und erklärte, datz in Berlin nicht weniger als 60 Lustschutzschulen bestehen, deren Aufgabe es ist, die„Luftschutzhelfer" nicht nur theoretisch, sondern auch praktisch auszubilden. Die Aktion zur Beseitigung des alten Gerümpels aus den Dachböden habe grossen Erfolg gehabt. «ette« Mittwoch, 13. März 1935 61 Bekenntniskirche gegen Totalität Bern«. lTsch. P.-B.) Di- Bekenntnis- synode der evangelischen Kirche der altpreußischen Union wendet sich in einer Kundgebung au die Gemeinden, in der es u. a. heißt: Wir sehen unser Bolk von einer tödlichen Gefahr bedroht. Die Ge- fahr besteht in einer neuen Religion, in welcher die rassisch-völkische Weltanschauung zum Mythos wird. In ihr wird Blut und Rasse, Volkstum, Ehre und Freiheitzum Abgott. Der in dieser neuen Religion geforderte Glauben an das „ewige Deutschland" setzt sich an Stelle des Glaubens an das ewige Reich unseres Herrn und Heilandes Jesus Christus. Solche Abgötterei hat mit positivem Christentum nichts zu tun, sie ist Autichristentum. Wer Blut, Raffe und Volkstum an Stelle Gottes zum Schöpfer und Herrn der staatlichen Autorität macht, untergräbt den Staat. Der Staat verliert seine Bollmacht, wenn er sich mit der Würde eines ewigen Reiches bekleiden läßt und seine Autorität zum obersten und letzten Prinzip auf allen Gebieten des Lebens macht. Gehorsam erkennt die Kirche die durch Gottes Wort begründete und begrenzte Autorität des Staates an. Darum darf sie sich«i ch t d e m Totali- tätsanspruch beugen, de« die neue Religion dem Staate zuschrribt. Dir Kirche darf auch der Gewalt gegenüber nicht aufhörrn, das Evangelium zu verkünden. Dir Kirche mutz ihre Glieder vor einem Wrltanschauungs- und Religionsunterricht bewahren, der unter Verstümmelung und Beiseileschiebung der Hl. Schrift zum Glauben an den neuen Mythos erzieht. Schließlich wird in der Kundgebung davor gewarnt, sich Abgötterei zu überantworten, durch die Gottes Zorn und Gericht heraufbeschworen werde. vescklsgnskmt Berlin. Die gestern von den Kanzeln verlesene Kundgebung der Bekenntnissynode der Evangelischen Kirche, in welcher u. a. erklärt wurde, daß Deutschland von einer tödlichen Gefahr bedroht sei, ist beschlagnahmt und ihre Weiterverbreitung verboten worden. Verurteilte Pfarrer Berlin- Der Pastor Wanderleb in Langelsheim(Harz) wurde zu 206 Mark Geldstrafe verurteilt, weil tt am Bußtag gegen den nationalsozialistischen Bauerntag in Goslar gewettert hatte und ihn als eine Veranstaltung des Neuheidentums bezeichnete, wobei er sagt«, der Plitz müsse dir WomnSsäuke in Goslar'zertrümmern. Der Staatsanwalt hatte sechs Wochen Gefängnis beantragt. Der katholische Pfarrer von Pfauhausen ^Württemberg) wurde zu einem Jahr Gefängnis verurteilt. Er hatte den Besuch eines Werbers für eine katholische Wochenschrift empfangen und dem Unbekannten gegenüber verschiedene politische Aeußerungen getan, die dieser den Behörden zur Anzeige brachte. Der Pfarrer gab die betreffenden Aeußerungen auch zu und erklärte, er habe gemeint«inen Glaubensgenoffen vor sich zu haben, von dem er sich die Richtigkeit verschiedener Nachrichten aus dem Straßburger Sender bestätigen lassen wollte. Das Experiment des Dr. Holeen Bon Robert Peiper. Dir in jahrelanger Arbeit geschaffenen Versuche führten endlich zum Ziel. Dozent Dr. Holeen hatte es zuwege gebracht, die Mumifizierungskunst der alten Aegypter um ein ungeheures Stück vorwärts zu bringen. Wohl hatte er bis jetzt nur Tierversuche anstellen können, da ihm menschliche Leichen nicht zur Verfügung standen, aber die van ihm präparierten Kadaver, von denen etwelche schon älter als drei Jahre waren, bewiesen, daß die Methode des Dr. Holeen wunderbare Resultate erzielte. Die Tierleichen hatten nicht das geringste im Aussehen geändert und waren, auf wenig Distanz schon, vott lebenden Tieren nicht zu unterscheiden. Dr. Holeen hafte in unermüdlichem Eifer dieses große Werk geschaffen. Niemand, außer seiner Braut, die im Laboratorium, einem Teil seiner Wohnung mitarbeitete, wußte um seine Forschungen. Wenige Tage, ehe Dr. Holeen die Veröffentlichung seiner wissenschaftlichen Arbeiten in Fachkreisen vornehmen wollte, geschah das Unglück. Das Mädchen war mit dem Mischen verschiedener schwerer Gifte beschäftigt, als das Reagenzglas brach und ein Splitter ihr tief in die Hand eindrang. Mit leisem Aufschrei lief sie ins Reben- zimmer zu Dr. Holeen. Aber ehe sie ihn erreichte, hatte das Gift seine Wirkung getan. Sie brach zusammen, der Körper streckte sich» sie war tot. Dr. Holeen erfaßte erst nach Sekunden daS Furchtbar«. Stundenlang saß er vor der Leiche, stunden- lang hielt er ihre Hand und sah nichts als die rosige Schönheit des Mädchens. Und wieder vergingen Stunden um Stunden, da bemerkte Dr. Holeen am Körper d«S Mädchens die ersten Anzeichen, daß der Tod seine Rechte geltend machte. tun Mm non einer»int getötet Bei einem Ski-Kurs in den Niedern Tauer» Graz. I« den Schladminger Taner« ereignete sich Montag um 17 Ahr eine ungewöhnlich schwere Lawinenkatastrophe, der neu« Menschenleben zum Opfer gefalle« find. ES fand dort ei« Skikurs der Wiener Zweigstelle deS SchulvereinS ffir die Südmark im Rayon Pichl-Preunegg unter Beteiligung von 25 Personen statt. In der Rühe der Arsulla-Alm wurde» 13 Personen, darunter auch Frauen, von einer mächtigen Schneelawine erfaßt und in die Tiefe geriffen. Während eS vier Teilnehmern gelang, fich zu rette«, kamen neu» Teilnehmer, alle auS Wien, in den Schneemaffen umS Leben. Die Gendarmerie hat bereits die Ramen der bei dem furchtbaren Lawinenunglück in Steiermark umS Leben gekommenen Personen festgestellt, unter denen fich vierFrauenbefinde«.EShandett fich durckwegs um Wiener. Drei Leichen konnte« bisher geborgen werden. Alle jüngeren Männer der Orte Schladming und Pichl im Ennstal find zur AnglückSstütte aufgebrochen, um an den DergungSarbette« teilzunehmen. Aeber den Hergang deS Anglückes konnte noch kein genaues Bild gewonnen werden. Den Leiter deS Skilehrganges scheint keine Schuld zu treffen, es sei den«, daß er die Aebunge« abhielt, obwohl zu der Zeit, als er mit seinen Leuten zu den Aebungen ging, ein furchtbarer Sturm herrschte. Die niederen Tauern gelten al- ei» ideales Skigelünde und als verhältnismäßig lawinensicher. DaS Lawinenunglück ist das größte, daS fich fest Jahren in Oesterreich ereignet hat. Die Angehörige« der Verunglückten wurden gestern vormittag durch die Behörden von dem furchtbare« Ereignis verständigt. ssöesncnlSücilcn 12V von der Eisscholle gerettet Räch einet Meldung aus Astrachan ist es bis jetzt gelungen, von den 242 Fischern, die Montag auf einer Eisscholle abgetrieben wurden, 120 zu retten. Ucker das Schicksal der übrigen 130 oder 140 Fischer konnte bis jetzt noch niMs in Erfahrung gebracht werden. Die sowjetrussischen Flugzeuge haben eine neue Eisscholle mit 48 Fischern entdeckt. Pie Rettungsaktion geht wegen des schlechten Wetters seht langsam vorwärts. Die Bandsten Mulden. Japanische und mandschurische Tpuppen haben di« Stadt Fangtschong, 130 Kilometer nordöstlich von Chardin, besetzt. Am Sonntag war diese Stadt von einer Gruppe chinesischer Banditen überfallen worden, die die ganze Stadt ausplünderten, zahlreiche Bürger entführten und viele Brände legten. Rach den bisherigen Mitteilungen sind bei der Besetzung der Stadt über dreißig japanische und mandschurische Soldaten getötet und eine größere Anzahl verletzt worden. Rur 62 Kanditen fielen in die Hände der mandschurischen und japanischen Truppen; die übrigen waren entkommen. Schützengraben für die Ewigkeit. Der Welt, krieg hat nicht umsonst gewütet I Nicht nur die Kriegsgewinnler, die Millionen daran verdienten, daß Millianen in den Tod gingen, nicht nur die Sargfabrikanten und die Firma Cook, die be- kanntlich für sie höchst lukrative»Gesellschafts-1 reisen auf die Schlachtfelder" veranstaltet, haben I Entsetzt— und doch mit unendlicher Freude ■— springt er auf. Rein, er, Dr. Holeen, laßt fich nicht von einem blinden, herzlosen, tauben Schicksal sein Liebstes rauben. Er nimmt den Kampf mit der Verwesung auf. Er wird seine Braut immer bei sich behalten. Niemand wird wissen, daß sie tot ist, alle werden glauben, daß sie nur schläft. Nicht nur die Menschen werden daran glauben, er zwingt auch die Natur dazu. Dr. Holeen mumifiziert seine Braut, Mit fieberhafter Eile trifft er alle Vorkehrungen, stellt dje Apparate bereit. Dr., Holeen, kämpft sein Grauen nieder, als er das Messer an den Körper des Mädchens setzt, um die Ader, zu öffnen. Ihm ist» als spüre er den Schnitt am eigenen Leib. Aber er überwindet das alles. Ihn treibt der Wunsch des Menschen—- aber auch die Neugier des Forschers. Er führt di« Kanäle der Pumpe in die geöffnete Ader, saugt langsam das Blut aus, drückt gleichzeitig mittels eines zweiten Instrumentes pie konservierende Flüssigkeit in die Blutbahn. Von hort aus soll sie den ganzen Körper durchquellen und präparieren. Die Arbeit gelingt. Holeen legt den Körper auf dem großen Arbeitstisch zurecht und geht ins Nebenzimmer, ein Tuch zu suchen. Wie er an der spiegelnden Scheibe des Jnstrumentenkastens vorbeigeht, dreht er sich jäh um. Aus dem Glas hat ihn soeben ein fremdes Gesicht angestarrt. Aber Niemand ist im Raum. Holeen blickt nochmals auf die spiegelnde Fläche, wieder ist daS Gesicht dg. Holten läuft auS dem Zimmer. Da kommt er bei einem Spiegel vorbei, sieht hinein und bleibt entsetzt stehen— s«in Haar ist schneeweiß. Jetzt«re kennt er auch das fremde Gesicht. ES war sein eigenes.... Dr. Holeen sitzt tagelang an der Leiche seiner Braut, sieht sie an. spricht mit ihr; manchmal scherzt er. So vollendet ist seine Mumifizierungskunst, daß sogar er zuweilen vergißt, daß sie tot list. Die Farben im Gesicht des Mädchens sind qn ihnen profitiert, sondern auch die griechischen Revolutionstruppen des Rehellen DenizeloS. Nach einer Meldung der französischen Preffe haben die in den Jahren 1814—1918 zwischen dem Doiran- und Butkowo-See in Mazedonien gebauten Schützengräben den Revolutionären eine Zeitlang gute Deckung gegen den mit schwerer Artillerie und Bombenfliegern angreifenden Regierungsfeind gegeben. Erst nach acht Stunden konnten sie durch massiertes Trommel- feuer aus ihnen verjagt werden. Die Schützengräben, so meldet die Pariser Preffe, waren noch so gut erhalten, daß sie.ohne Ilmschweife be- nützungsfertig" waren.— Eiy grausiges Bild. Der Boden, der bereits vor Jahrzehnten das Blick vön Zehntausenden Soldaten getrunken hat, Wick noch einmal mit Menschenblut gedüngt—. Mit Menschen wird nicht gespart. Aber mit Schützengräben. Und da man das rationelle Wirtschaften gelernt hat, steigen die Opfer von 1935 in die Gräben, die auch schon den Opfern von 1914 zum Grab geworden find. Sie sind — phne Umschweife—-benutzungssertig... Der Frühling kommt. Gestern war es bereits über dem Binnenlande, unter dem Einflüsse hohen Luftdruckes, nahezu überall heiter. Bei ungestörtem Sonnenschein war die Temperatur gestern nachmittags in den Niederungen der Republik beinahe durchwegs über plus 5 Grad Celsius, in der Slowakei bis auf plus 10 Grad Celsius angestiegen. Für heute und morgen ist mit Andauern des schönen, milden Wetters■— bei bedeutender Temperaturschwankung zwischen Tag und Nacht— zu rechnen. Selbstmord eines Studenten. Im Brünner Hotel„Zentral" verübte Sonntag ein ISjähriger Student Selbstmord, der sich unter dem Namen unverändert. Die Haut des Körpers rosig wie ehedem. Nur ein bläuliches Fleckchen in der Herzgegend, das schon vor der Mumifizierung auftrat, ist da, aber es stört nicht. Dr. Holeen, der ein genaues, wissenschaftliches Tagebuch führt, erlaubt sich, allerdings in Klammern, die Bemerkung: Es sieht beinahe kokett auS. Es ist, als hätte der Tod dort seinen Finger hingelegt. Dr. Holeen ißt nur sehr wenig, manchen Tag auch gar nichts. Oft hält er ein Stück vertrocknetes Brot, das er in der Küche vorgefunden, in seinen Fingern, steckt es zwischen die Zähne, aber es ist zu hart, er kann yicht abbeißen, so läßt er denn die Hand wieder sinken und kaut mit leerem Munde. Dr. Holeen merkt das alles nicht. Dr. Holeen sieht nur sein Werk.... Fünf Wochen sind vergangen, da glaubt er, während er wieder stundenlang mit ihr gesprochen hat, eine kleine Veränderung in ihrem Gesichtsausdruck wahrzunehmen. ES ist, als ob ein schüchternes Mädchen ein leises Lächeln wagen wollte. Irgend ein Zug um den Mund ist da, den er früher nicht sah. Und nicht daS allein, die Hautfarbe hat sich geändert- Dr. Holeen notiert eifrig in seinem Tagebuch. Dann starrt er sie wieder an. Der Zug um den Mund verstärkt sich. Vielleicht—- schießt es ihm durch den Kopf und die Wucht des Gedankens verschiebt auf Augenblicke alles— vielleicht wird sie zum Leben erwachen. Vielleicht hat er die Lösung so angesetzt, daß sie dieses Wunder zu- standebringt. Warum auch nicht? Er, Dr. Holeen, kann alles. Gewiß wird eS so sein. Dr. Holeen steht vor dem Körper. Da sieht er ganz deutlich, daß sich der Mund bewegt. Er öffnet sich um Spaltesbreite. „Sie will mir etwas sagen", flüstert er hauchleise und hält gleich daraus den Finger vor den eigenen Mund, fich selbst Stille gebietend. „Sie will mir etwas sagen", denkt er nur mehr. Und horcht angestrengt. Der Mund öffnet Vratiflav Kaäirek aus Prag gemeldet hatte. A3 die Polizei zu den Eltern des einzigen, an de» Hochschulen in Prag studierenden KaArek käme» um die Ursachen der Tat festzustellen, hörte» st zu ihrer Ueberraschung, daß der Sohn wohlauf und zu Hause ist. Erst Montag führten Briefe a> Bekannte des Selbstmörders auf die richtige SM Der angebliche Kaäirek ist ein Mitschüler d6 echten und heißt Jaroflav Jiräk. Die falsche Ein» tragung im Hotelbuch hat er wahrscheinlich des» halb vorgenommen, um Nachforschungen btf Eltern und Behörden zu entgehen. Jnsull wiederum freigesprochen. Der Finav- zier Samuel Jnsull,. welcher durch seine Fluch nach Europa vor der Verhaftung Erregung verur- sachte, wurde nunmehr zum zweiten Male»o» dem amerikanischen Gerichtshof von der auf Veruntreuung lautenden Anklage sreigesprochen. Boüntz flüchtig. Der Pariser Untersuchung^ richter gab Montag abends den Auftrag, den ehe- maligen Polizeiinspektor Bonn! neuerdings zu verhaften, und zwar wege» der Erpressung, deren er sich gegenüber dem Frl Cotillon schuldig gemacht hat. Bonny hat aW vor der Verhaftung die Flucht ergriffen. Brief an eine« Reger. Der Deputierte Phi' libert Besson, welchem in der vergangen« Woche das Mandat in der französischen Kamms aberkannt wurde und der sich seit dieser Zeit vor der Verhaftung veckorgen hält, wird von del Gendarmerie noch immer erfolglos gesucht. Montag teilte er in einem Schreiben dem Neger- Depptierten mit, daß er sich freiwillig werde verhaften lassen und die Wiederaufnahme seines Prozesses fordern werde. Er habe den Neger-DeM tierten deshalb zu seinem Vertrauensmann gewählt, weil er„eine cklere Seele besitze als sein* weihen Kollegen". Morgenschnee. Ja Kinel(Frankreich! herrscht bereits drei Tage lang ohne Unterbrech«^ Schneefall. All« telegraphischen uck telephonische Verbindungen sind unterbrochen. Einige Ort« su" vollkommen von der Umwelt abgeschnitten. Telephon Berlin— Tokio. Gestern ist der FeM- sprechverkehr zwischen Berlin unb Tokio durch dv Vertreter der deutschen und der japanischen Regierung eröffnet worden. Betrügerischer Anwalt. Der bekannte D i e«ek Rechtsanwalt Dr. H. Reiterist unter dem Verdachte, seiner Klientel gegenüber die ihm anvertra^ ten Gelder nicht ordnungsgemäß verwaltet zu V 6en, verhaftet worden. Vom Rundfunk iMpfaMuawarlu«ms dm Programm«* 1 Donnerstag: Prag, Sender L: 10.05: Deutsche Pr^ 10,15: Konzert des Salonorchesters, 12.10:&& sonS auf Schallplatten, 12.85: MittagskonzJ 17.20: Volkslicker, 17.50: Deutsche Sendung: Ä' gendstunde mit Musik, 18.50: Deutsche Prck^ 10.80: Violinkonzert, 21: Orchesterkonzert der Pl«- gcr Sendestation, 22.15: Tanzmusik. Sender S: i*j Deutsche Sendung: Abg. Prauß: Die Krankens sicherung der Gewerbetreibenden und Kaufle^l 10.15: Aus der Oper„Don Juan".— BriiP 13.85:Deutscher Arbeitsmarkt, 15esemher 1934. Aktiva Passiva: xe a) Barbestände in tschechoslowakischer Währung 30,889.981 Betriebsgrundfonds 56,000.000 b) Valuten und Münzen 140.246 Allgemeiner Reservefonds XL 22,311.205 Guthaben bei Bankanstalten 95,286.552 Spezialreservefonds der Filiale in Wechsel und kaufmännische Anweisungen 726,121.358 Bratislava „ 5,404.638 Wertpapiere 1.323,434.558 Reservefonds vom Jahre 1926 14,019.706 Wertpapiere des allgemeinen Reservefondes 11,852.367 Reservefonds für Kursverluste an Realitäten des allgemeinen Reservefondes 10,454.449 Wertpapieren eigener Emission „ 500.000 Wertpapiere des Spezialreservefondes der Filiale in Außerordentliche Reserven „ 14,623.657 56,859.206 Bratistava\ 5,262.027 Wertpapiere des allgemeinen und speziellen Pen- Allgemeiner und spezieller Penfionssonds 125,321.543 sionsfondes 125,207.014 Einlagen auf Emlagsbüchel 1.366,401.247 Wertpapiere des Kurhauses der Zemskä banka in Einlagen gegen Kassascheine / 91,683.400 Karlsbad 985.925 a) Einlagen im Kontokorrente 2.672,476.452 Vorschüsse und Kredite in laufender Rechnung 1.568.973.293 b) Vorübergehendes Guthaben der Kreditoren in Sichergestellte Kredite 226,086.369 Girokonti 132,570.373 Kommunaldarlehen 2.162,034.942 Einlagen aus Darlehensgeschäfte!». 13,929.038 Meliorationsdarlehen 130,040.707 Kommunalschuldscheine 1.884,909.600 Eisenbahndarlehen 110,107.913 Meliorationsscheine 33,432.000 Realitäten 32,696.705 Eisenbahnschuldscheine 109,932.60« Inventar 1,925.303 Verloste Schuldscheine und fällige Zinsscheine 2,050.975 Rückstände aus Darlehen und Krediten 22,252.525 . Uebergangs-Posten 43,693.346 Uebergangs-Postan 7,052.908 Ueberschuß 1,545.362 Effekten der bankmäßigen Depositen 9.582,944.595 Bankmäßige Depositen 9.582,944.595 Effekten der gerichtsmäßigen Depositen 328,129.923 Gerichtsmäßige Depositen 328,129.923 Zusammen 16.501,879.660 Zusammen 16.501,879.660 Gewinn- nnv Verwfttonio per 31. Dezember 1934. Einnahmen: XL Ausgaben: XL Zinsen 264,061.954 Zinsen 248,320.658 Provisionen und Courtage 5,307."050 Provisionen und Courtage 294.872 Regiebeiträge 9,851.647 Steuern, Gebühren und Beiträge 4,243.468 Kursdifferenz bei Schuldscheinen eigener Emission 3,128.488 Regieauslagen 26,407.057 Kursertrag an Wertpapieren fremder Emission 1,088.813 Abschreibung von Realitäten 484.348 Ertrag der Realitäten 912.478 Abschreibung vom Inventare 377.496 Diverse Erträgnisse 522.831 Kursverlust an Wertpapieren der Filiale in Bratislava Zuteilung dem allgemeinen Pensionsfonds Ueberschuß 3,200.000 1,545.362 Zusammen 284,873.261 Zusammen 284,873.261 Bezugsbedingungen: Bei Zustellung ins Haus oder bei Bezug durch die Post monatlich XL 16.—. vierteljährig XL 48.—. halbjährig XL 96— ganziährig XL 192.—.— Inserate werden laut Laris billigst berechnet. Bei öfteren Einschaltungen Preisnachlaß.— Rückstellung von Manuskripten erfolgt nur bei Einsendung der Retourmarken.— Die Zeitungssrankatur wurde von der Post- und Leie« grapüendirektion mst Erlaß Nr. 13.800/VH/1930 bewilligt.— Druckerei:„Orbis" Druck-. Verlags- und Zeitungs-A.-G.. Prag.