15. Jahrgang Mittwoch. 20. März 1935 Nr. 67 ZENTRALORGAN DER DEUTSCHEN SOZIALDEMOKRATISCHEM ARBEITERPARTEI IN DER TSCHECHQSIOWAKISCHEN REPUBLIK ERSCHEINT MIT AUSNAHME DES MONTAG TÄGLICH FRÜH, Redaktion und Verwaltung frag xii., fochova a. telefon D077. HERAUSGEBER» SIEGFRIED TAUB. CHEFREDAKTEUR: WILHELM NIESSNER. VERANTWORTLICHER REDAKTEUR: DR. EMIL STRAUSS. FRAG. Einzelpreis 70 Heller (•inichlitSlich 5 Hailer Forte) Frankreich enttäuscht über die britische Kapitulation Gegenmaßnahmen: Ostpakt und Donaupakt Kein Frieden ohne Freiheit! Zur Wiedereinführung der allgemeinen Wehrpflicht übergibt der Borstand der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands der Oeffent- lichkeit die folgende Erklärung:' „Hitler hat di« allgemeine Wehrpflicht verkündet. Mafien, die durch die Propaganda des Rund' funks und der gleichgeschaltete« Preffe verblendet sind, jubeln ihm zu. Millionen Denkender stehe« in erzvmngrnrm Schweige« abseits. Für sie spreche» wir. Die deutsch« Sozialdemokratie hat stets fsir die Verständigung der Völker und die Gleichberechtigung Deutschlands gekämpft. Räumung d«S besetzten Gebietes fünf Jahre vor dem vertragsmäßige« Termin, Anerkennung Deutschlands als gleichberechtigte Großmacht dst Völkerbund, Herabsetzung und schließlich völlige Streichung der Reparationen waren Ergei- nifie der von ihr eingeleiteten und gestützte», aber voit Hitler fanatisch bekämpften Politik. Mit Hiller begann ei« Kur» machtpolitischer Abenteuer. Um das Volk Über den Perlust seiner Recht«, den Bankrott der nationalsozialistische« Wirtschaft, die zu« Himmel stinkende Korruption hin- wegzutäusche«, bedürfen die Machthaber deS Dritte« Reiches der Auspeitschung aller nationalistischen Instinkte, de» scheinpatriotischen Festgepränges, der militärische« Parademärsche. Um sich im Besitz ihrer Pfründe zu festigen, spiele» sie mit dem Krieg. Jetzt sagt Hitler, von den erste« Jahren der Republik sprechend, in seinem Aufruf vom 16. März: -„TaS deutsche Volk war sowohl in seine« Regierungen»«US auch in seinen Parteien damals von einer Gesinnung erfüllt, die den pazifistischdemokratischen Ideale« deS SölkkrbundeS und feiner Gründer rxstloS entsprach." Hitler hat vrrgeffen, hinzuzufbgen, daß di« Borkampfer dieser Ideale inseinemReichermor- d et und bis in fremde Länder hinein vonseinen Mördertanden verfolgt werden. Em Mann, der gegen die Friedensfreunde unter seinen eigene« BvlkSgenoffen einen so barbarischen Krieg führt, wird di« Welt vergebens von feiner Friedensliebe zu überzeugen versuchen. Was er will, ist nicht» andereS, als die Uebertragung»er im Innern geübten Gewaltmrthode« auf die auswärtig« Politik. Hitler bat aber noch ein anderes vergessen. Die allgemeine Wehrpflicht ist ei« Kind der französischen Revolution. Die allgemeine« Menschenrechte find ihr vnentbehrlicheS Gegenstück. Wehrpflicht ohne Freiheit ist Sklavcrei. Wehrpflicht ohne Entscheidung de» Volkes über Krieg und Frieden ist Zwangsdienst für die Despotie. Gegen ihn erhebt sich der R«f«ach gleiche« Recht und Freiheit: Freiheit der Person, der Wissenschaft, der Preffe, de» politische« und religiöse« Bekenntniffes, de» Verein»- und BersammlungSwesenS, Wiederherstellung der sozialen Recht« der Arbeiter— der Kampf um sie San« nicht anders enden, als mit der Rirder- wrrfung der Trspotie. Dir Welt aber muß endlich begreifen» um waS eS geht. ES ist sinnlos, Verträge mit einer Macht z» erstrebe«, di« alle Gesetze der Menschheit unter ihre Füße getreten hat. ES ist aber auch falsch und un- nerecht, da» ga«z r deutsche Volk für ei« Regime -«» verbrechens vrrantwertlich zu machen, unter dem kein bester Teil am schwerste« leidet. Siebe« Mll- livnen deutscher Männer und Frauen habe« noch tri de« Trrrorwahlm nach' dem Reichstagsbrand am 5. März 1933 ihre Treue zu de» demokratischen und sozialistische« Idealen der Sozialdemokratie bekundet. Hunderttausend« stehen heute in einem heroischr« Ringen gegen Späher, und Häscher de» braune« Polizeistaates. Tie Welt muß endlich begreifen» daß ihr eigene» Geschick mit dem jener Brave« untrennbar verbunden ist. Entweder sie siege«»der Europa versinkt in Mord und Brand. Der Weg zur Rett«»» des F r i r d r« s geht über den Stnrz der Despotie. Es gibt keine« anderen!", Unglaubwürdig... Wien. Der mit dem Urteile des Militärgerichtshofes vom, 14, März, wegen Verbrechens des Hochverrates zu lebenslänglichem schwerem Kerker Verurteilte ehemalige Minister Dr. Änton Ri nie len würde, nachdem ihn die Aerzte für haft- und transportfähig erklärt hatten, am Dienstag zum Strafvollzug in eine Strafanstalt überstellt. Paris.(Havas.) Die Dienstag-Prrffe konstatiert mit ziemlicher Erbitterung» daß der feierliche und kollektive Protest gegen die Verletzung des Versailler Vertrages durch Deutschland nicht verwirklicht werden wird, im Gegenteil, Großbritannien habe gegenüber dem Beschluß der deutschen Regierung Verträglichkeit bekundet.„Der Gedanke Frankreich» ging dahin", wie Journal" schreibt,„einen feierlichen Kollektivprotest z» erheben, und zwischen England, Frankreich und Italien dir weiteren Folgerungen eventuell auch die Rückkehr Deutschland» in de« Völkerbund in Erwägmig zu ziehen". „Petit Parisien" versichert, daß Frankreich sich nicht mit einem lauen Protest zufriedengeten werde. Der Protest, welcher in Berlin überreicht werden wird, wird sehr energisch sein.. In Besprechung des Vorgehens Englands schreibt da» Blatt: Man mutz dir Frage stellen, ob unsere und die englischen Freunde nicht Opfer ihrer Illusionen wurden, und man kann Vorhersagen, daß die Verhandlungen Simon» mit Berlin mit einem Mißerfolg enden werden. Tann wird nur die rin« zige Lösung übrigbleiben: Der rasche Abschluß dr» Lstpekte» und Tonaupakte» einstweilen auch ohne Teutswlanv, um auf vier» Weise die Sicherheit der Rationen zu stärken,^,« sich nach dem Friede» sehnen. Das Vaterland ist in Gefahr, ruft das„Echo dr Paris" und sagt: Dieeng lisch« Kapitulation wurde in Paris nicht erwartet. Sie hat dort Urberraschung und Verwirrung hervorgerufen und dies am so mehr, als die britischen Minister bereit» einige Wochen hindurch den Eindruck aufkommrn ließen, als ob ihnen bereit» die Augen vor der drohenden Gefahr geöffnet worden sind. Wir sehen jedoch, daß wir uns täuschten. Die deutsche Erpressung und dir deutsche Gewalttätigkeit wurden mit einem hervorragenden Preise ausgezeichnet.>-, i Das„O« v r e" spricht dir Urberzeugung ans, daß die britische Rote jede konzentrierte Aktion Paris, Londons und Rom» verhindere und Hitler eine moralische Satisfaktion gewähre. Der„F i g a r o" spricht die größte U Überraschung darüber aus, daß die Reise Simons nach Berlm verwirklicht werden soll, ohne daß Rücktritt der belgischen Danken Regierung Brüssel.(Tsch. P.-B.) Da««a- binett Theunisistzurückgetre- t e n. Der Ministerpräsident-ad Dienstag nachmittags zu Beginn der Kam» mersitzung eine kurze Erklärung ab, in der er den Rücktritt der Regierung damit begründete, daß sie bei der Durch» führung ihrer Aufgaben im Parlameitt und i« Lande nicht die Unterstützung gefunden habe, die fie bei Uebernahme der Geschäfte erwartet habe. Die Erklärung des Ministerpräsi» deuten wurde von der Kammer mit größtem Schweige«ausgenommen. Regierungsbereitschaft der Sozialisten? 'Brüssel.(Tsch. P») Den in de« Abendstunden rinlaufrndcn Meldungen zufolge scheint es, daß die parlamentarischen, Verhandlungen mit den Sozialisten über ihren Eintritt in das künftige Kabinett auf gutem Wege find. Als die voraussichtlichen sozialistischen Regie- rungsmitglieder werden Kamil Huhsman» und Brunel genannt. sich die britisch« Regierung vorher in Anbetracht der neuen Lerhältniffe, wie fie sich durch dir deut- sch« Aktion herausgebildet haben, mit Frankreich und Italien beraten hätte. Der„Populaire" sagt: SimonS Besuch in Berlin— bedeute die Legalisierung der drut- schen Rüstungen. Schwacher Trost Pari».(Tsch. P.-B.) AuS dem Inhalte der britischen Note betont man in Paris besonders den Pr o test,gegen die Entscheidung der deutschen Regierung.über die Einführung der Militärdienstpflicht und über die Errichtung deS Militärflugwesens. Die französische Regierung wird wahrscheinlich am Mittwoch eine ähnliche.Demarche beschließen. Das britische Kabinett, dessen Vertreter eigens nach Berlin eingeladen wurden, faxte seine Entschließung-vollkommen frei und man glaubt, dass es hauptsächlich deshalb auf der Reise seiner Vertreter nach Berlin beharrt, um Deutschland seine Verantwortlichkeit vor Augen zu führen und damit England eine definitive Antwort darauf erhält, was von der eiLglisch-französischen Erklä- rüstg bym 3, Feber übrig bleibt. Doch gemeinsames Vorgehen! Rom.(Tsch. P.-B.) Meldungen aus vertrauenswürdigen Quellen zufolge habe« die diplomatischen Verhandlungen zwischen Rom, Paris und London über eine eventuelle Kon- suttation der drei Großmächte-Regie- rungen vor der Abreise Simons «ach Berlin den ganzen Tag über ftattgefunden. Eine Entscheidung ist nicht gefalle«, doch ist es n i ch t a u s- geschlossen, daß das britische Kabinett eine gemeinsame Besprechung der Bertteter Großbritanniens mit den Vertretern Frankreichs und Italiens anregen werde. Oie norwegische Ministerliste Oslo.(Tsch. Pr.-B.) Der Führer der Arbeiterpartei, der Präsident de» Storting Rygaards- vold, hat Dienstag dem König di« Liste de» neuen Kabinett» vorgrlegt. Rhgaardsvold übernimmt äußer der Ministerpräsidentschaft auch da» A r- b e i t» m i n i st e r i n m, Außenminister wird K» h t, Finanzminister I n d e b o r, Handelsmi- D«r neu« MlnimFftrMdent von Norwegen nister Madson, Minister für soziale Fürsorge B e r,g. s v i k, Kulturministerium H j e l m t- Veit, Verteidigungsminister M o n s e n, Land- Wirtschaftsminister A st g a a r d und Justizmini- ster L i e. ! FaiditenprozeB gegen die österreichischen SchutzbundfUhrer Am 3. April soll in Wien ein politischer Monstreprozess beginnen, der an Verlogenheit und Erbärmlichkeit seinesgleichen in der Geschichte sucht. Angeklagt von einer Regierung, die durch Hochverrat, Verfassungsbruch und blutigen Terror an die Macht gekommen ist, werden 21 Führer des republikanischen Schutzbundes auf der Anklagebank sitzen, angekiagt— der Vorbereitung zum Hochverrat. Vor Wochen schon setzte ein Sturm des Weltgewissens gegen diesen dreisten Mistbrauch der Justiz ein. Aus allen Ländern der Erde erhielt Herr Schuschnigg empörte Protestkundgebungen von führenden Männern und Frauen des Geistes und der Wissenschaft, die ihn davor warnten, den blutigen Hohn so weit zu treiben, Männer vor ein Hochverratsgericht zu stellen, blost weil sie sich um die Verteidigung der gesetzmässigen Verfassung bemüht hatten., Herr Schuschnigg schlug all diese Warnungen in den Wind und hat nun den Beginn des Prozesses für den 3. April angesetzt. Gerade zeitgerecht zu diesen Vorbereitungen der Faseistenregieruag gibt eben die„Kommission zur Untersuchung der Lage der politischen Gefangenen" der Oeffentlichkeit eine wahrhaft sensationelle Dokumentensammlung in die Hand, durch welche besser als durch jede Polemik die wahren Hintergründe dieser frechen Anklage enthüllt werden. An Hand zahlreicher, bisher unbe- kauütu,»mütchrr Dokumente,.. deren photographische Reproduktion der Publikation beigcgeben ist, wird der unwiderlegliche Nachweis geführt, dass die österreichische Sozialdemokratie den republikanischen Schutzbund ausschliesslich zum Awecke der Verteidigung der Verfassung gegründet hat, als der Bestand der Republik infolge ungeheurer Maffendi'bstähle und Rüstungen der Heimwehr auf das ernsteste gefährdet war, uüd dass die Aufstellung und Ausrüstung des Schutzbundes, derentwegen seine Führer jetzt unter Hochverratsanklage stehen, m i t Wissen und unter ausdrücklicher Billigung der damaligen chcistlichsozialen Regierungen, der Herren Seipel,, Vaugoin und Schober vorgenommen wurde, ja dass die Regierung sich wiederholte Male mit der Bitte um militärische Unterstützung offiziell an den Schutzbund gewendet hat. Die Heimwehren, die als reaktionäre Fasci- stengarden schon im Jahre 1919 zum Kampf gegen di« verhasste Republik gegründet worden waren, setzten sich'schon in den ersten Monaten ihres Bestandes durch Waffe:diebstäh le und Plünderungen von Arsenalen in den Besitz grosser Waffen- und Münitionsmen- gen. Im Jahre 1919 stahlen sie aus staatlichen Waffenmagazinen in Tirol eine grosse Menge Gewehre, Maschinengewehre und die zugehörige Muhition. Allein aus dem staatlichen Arsenal in Kramsach(Tirol), wurden 22 Kanonen gestohlen und erwiesenermassen der Heimwehr übergeben I Selbstverständlich wurde nie eine gerichtliche Untersuchung gegen die fascistischen Kanonendiebe geführt oder gar eine Anklage erhoben! Wie weit die. Rüstungen(Gashandgranaten, Nebcltöpfe, Gasspritzen) im Jahre 1928 bereits fortgeschritten waren, zeigt ein reproduzierter Brief an die Ländesleitung der steirischen Heimwehren in Graz. Das Schreiben ist bezeichnender Weis« an die Adresse„G r a z, B u r t" gerichtet. Die Burg war nicht anderes als der Sitz des steirischen Landeshauptmannes und der Landesregierung. Unter solchen Umständen war es selbstverständlich, dass die österreichische Arbeiterschaft im Gefühl ihrer Verantwortung für den Bestand der Republik Ordner truppen organisierte, die im Notfall die Verfassung gegen die wohlqerüsteten fascistischen Putschgarden der Heimwehr verteidigen könnten. Aus diesen Erwägungen wurde im Jahre 1923 der republikanische Schittibund mit der ausdrücklichen Bestimmung eines republikanischen Schutzkorps der Verfassung in» Leben, gerufen. Die nötigen Waffen hatten die Arbeiter kurz vorher von der Regierung ausgefolgt erhalten, als man sie den ungarischen Banden,, die das Bürgenland überfielen, entgegengestellt hatte. Durch.di« von der Kommission zur Untersuchung der Läge der politischen Gefangenen veröffentlichten Dokumente wird aber überdies noch Stift 2 Mittwoch, 20. Mörz 193b Nr. 67 Forderungen der Ostrauer Bergarbeiter Mährisch-Ostrau. Die Arbeiterkontrahenten des Bergarbeiter-Kollektivvertrages für das Ostrau-Karwiner Revier einigten sich aus den Text eines Ersuchen-, das sie der Dtrektorenkonferenz vorgelegt haben. Sie verlangen die Verlängerung der vorjährigen Abmachung über die Wechselurlaube auf ein weiteres Jahr, das ist bis Ende März 1938 und ferner, das; im Laufe dieser Abmachung die Belegschaft auch einzeln nicht entlassen werde. der sensationelle Beweis erbracht, daß die Regierung den republikanischen Schutzbund, den sie heute als ein„Werkzeug des Hochverrates" anklagt, seinerzeit dringend um Hilfe gefleht und ihm ein Bündnisangebot gemacht hat. Al» im Spätherbst 1SSS— damals war Oesterreich noch keine Kolonie Mussolinis— Mussolini seine berüchtigte Drohrede hielt, in der er erklärte, er werde„die Trikolore über den Brenner tragen", und wirklich am Brennerpas, die italienischen Bataillone aufmarschieren lieh, wendete sich die Tiroler Landesregierung an den republikanischen Schutzbund mit der Frage, ob er bereit wäre, für den Fall deS Einbruches italienischer Banden nachOe st erreich diesen mit der Waffe in der Hand entgegenzutreten. B a u g o i n wandte sich persönlich an den Führer des Schutzbundes Dr. Julius Deutsch und schlug eine gemeinsame Beratung von Vertretern deS HeereS- ministeriumS und des Schutzbundes vor. Baugoin bat nur, dah diese Unterredungen nicht in den Räumen der Schutzbundleitung, sondern im StaatSamt für Heerwesen stattfinden sollen. Deutsch bestand aber darauf, dah die Vertreter des HeereSministeriums in das Büro des republikanischen Schutzbundes zu kommen hätten. Daraufhin fand Montag, den 21. Dezember 1928 in den Räumen des republikanischen Schutzbundes im ParteihauS, Wien V., Rechte Wienzeile 97, «ine Besprechung zwischen den vom Bundesminister für Heerwesen Baugoin entsendeten Offizieren und den Vertretern deS republikanischen Schutzbundes statt, bei der General W i t t a S für das HeereSmintsterium dem Gchutzbundführer Dr. Deutsch die ausdrückliche Zusicherung gab, daß die Heeresverwaltung in Tirol 1000 Schutzbündler auSrüsten und die Schutzbundleitung über die Vorkehrungen der Heeresverwaltung informieren werde.„S e l b st v erst ä n d l i ch," erklärte General Witta» wörtlich, „hat der Schutzbund seine eigenen Kommandanten und untersteht nur dem militärischen Oberbefehl..." Klarer als durch dies« Dokumente»flamm- ning rann oke Heuchelei'und Verwgenyet! der österreichischen Fasristenregierung kaum bewiesen werden. Dieselben Leute, die mit dem Schutzbund verhandelt haben, um seine Mitwirkung bei der Verteidigung des Landes zu erbitten, dieselben Leute, die in das sozialdemokratische ParteihauS gekommen sind, ptt dem Schutzbund Waffen und AusrüstuNgSgegenständ« anzubieten, machen heute den niederträchtigen Versuch, diesen Schutzbund als eine„hochverräterische Geheimorganisation" hinzustellen und seine Führer, mit denen sie selbst als militärischen Partner verhandelt haben, als Hochverräter anzuklagen. Erbärmlicher ist nur selten die Geschichte gefälscht und die Justiz mißbraucht worden! 88 Roman von Fritz Rosenfeld »Wenn ich mit einem vorüberginge» den ich lieb habe, Herr, würde ich es sehen und mich freuen und es in meinem Aug behalten. Ich nlüßte einen sehr liebhaben, Herr, dann ginge ich mit ihm bis an das Ende der Welt, und was immer meine Bugen dann sähen, sie würden eS behalten". „Und wenn einer dich lieb hat, Marinka?" »Ich muß ihn liebhaben und er mutz mich liebhaben. Go muh cS sein. Wenn ich ihn nicht liebhabe—- was nützen mir dann die Kleider und Pelze und Wasserfälle, und die Schiff« und Perlen und Paläste?" „Du hast recht, Marinka, auf deine Akt. Wie muß der aussehen, den du liebhaben willst? Muh er schwarze Haare haben oder blonde? Muh er klein sein oder groh?" »Er kann schwarze Haare haben oder blonde, er kann klein sein oder groß, Herr", sagte Marinka.»Aber er mutz das in den Augen haben, wofür ich keinen Namen weiß. Das die Tiere in den Augen haben. Da» mein Hund in den Augen hatte. Und die Vögel, die im Winter an mein Fenster kommen. Und die Katze, die am Morgen in mein Zimmer schleicht". »Haben eS viele Menschen, Marinka?" Marinka schüttelte den Kopf. „Wenige. Nur wenige haben eS".. »Da wirst du lange warten müssen, bis der kommt, den du ltebhaben kannst". »Ich werde warten". „Und wenn du alt wirst?" „Er wird kommen". „Was wird geschehen» wenn er kommt?" Nit dem Hut, mit der Mütze— je nach Belieben In den»Lidovs Noviny" vom Montag ist eine Betrachtung Peroutka» über die Tschechischklerikalen, der wir folgende köstliche Charak« teristik dieser Partei entnehmen: Rudolf Bechynk schrieb einst von Minister Srämek, dah die» ein Herr im Hut und in der Mütze ist. Er hat in seiner Partei bourgeoise und volkstümliche Elemente: wenn die Koalition«in Gesetz beschließt, das zugunsten der Herrenschichten ist, setzt sich Srämek den Hut auf und geht vor jenen Teil seiner Wähler, der gerade erfreut ist: das haben wir für euch erreicht.^ Wenn aber die Koalition unter dem Einfluß der Sozialisten irgendein Gesetz beschließt, welches den Arbeitern von Vorteil ist, hängt Dr. Srämek den Hut auf-en Nagel und erscheint vor seinen Arbeitern: da» haben wir für euch erreicht. In Wirklichkeit haben sie weder da» eine noch da» andere erreicht. Genau-dasselbe kann man von unseren Thristlichsozialen sagen. In der Zeit des Bürgerblocks haben sie die Steuerreform und eine Regelung der Selbstverwaltungsfinanzen gemacht, die den besitzenden Klassen zugute kamen. Aber sie spielen sich immer wieder als die Partei auf, die auch! ein Herz für die ärmeren Volktzschichen hat. DaS- s selbe tun sie in der nationalen Frage. In der Ber- waltungSreform war ihnen da» nationale Interesse der Deutschen gleichgültig, jetzt spielt sich Herr Senator Hilgenreiner al» der radikale Tschechenfresser auf. Er setzt sich abwechselnd den Jesuitenhut und die Zipfelmütze auf. Asylrecht bleibt unangetastet Im Berfaffungsausschutz des Senat» wurden am Dienstag die vom Abgeordnetenhaus bereits beschlossenen Gesetzentwürfe über di« Meldepflicht und den Aufenthalt von Ausländern unverändert genehmigt. Zu dem letzteren Gesetz sprach Genosse Dr. Heller, der sich mit der Emigrantrn- frage beschäftigte und ein« liberale Handhabung de» Gesetze» forderte, da» keinesfalls dazu mißbraucht werden dürfe, um sich der Emigranten zu entledigen. Dr. Heller verwies insbesondere auf die große Gefahr, di« aus einer fremdenfeindlichen Handhabung deS Gesetzes für unsere Staatsbürger, die Im Auslande wohnen, entstehen würde. Ferner besprach er dir Frage der Staatenlosen, für die er Ausnahmebestimmungen verlangte.— lieber seinen Antrag wurde auch eine Resolution angenommen, die den Schutz der jugendlichen Ausländer zum Inhalt hat. Eine zweite Resolution fordert di« Regierung auf, di« nn Paragraph 12 des Ausländergesetze» eingeräumte Möglichkeit zu Erleichterungen auch für die Staatenlosen anzuwenden. Der Minister de» Innern, Dr. Cerutz, erklärte, daß die Regierung in keiner Weise die Absicht habe, das Asylrecht anzutasten, daß sie vielmehr dieses Recht seinem vollen llm- fange nach aufrechterhalte und daß die Tschechoflowakei auch in Zukunft fremden Emigranten, soweit sie sich im Rahmen des Gesetzes betätigen, keine Schwierigkeiten /machen wird. Auch er verwies darauf, daß unseren Staatsbürgern im Auslande aus einer strengen Handhabung des Gesetzes große Unannehmlichkeiten erivachsen könnten» was die Regierung selbstverständlich vermeiden will. Sanierungsvorlage wird geändert? Prag. Am Dienstag sollte ein Koalitionskomitee im Beisein der Ressortminister die noch bestehenden Differenzen über die Sanierungsvorlage beseitigen. Diese Absicht konnte jedoch nicht auSgekührt werden, da der Referent Beta! ziemlich weitreichende Aenderungen im Artikel III der Vorlage beantragte, die die Konstruktion des Hilfsfonds und die Regelung deS Schuldendienstes überhaupt betreffen. Die Vorlage wird deshalb an dieRegierung zurückgehen müssen, was ihre Verhandlung im Plenum für diese Woche unwahrscheinlich macht. Berlin Im Dunkel „LuftschutxUbungen** Im allereröfiten Maßstab Berlin. Die Stabt»riebt« Dienotag nacht» zwischen 10 und 12 Uhr zum ersten Male eine große Luft» Schutz-Berdunkelungsübung in einem Ausmaß«, das bisher in Deutschland noch nirgend» erreicht wurde. Mit strenger Disziplin setzte Punkt 10 Uhr die Verdunkelung«in. An den wichtigsten Verkehrspunkte der Stadt hatten sich große Massen von Neugierigen angesammelt. Trotz der Finsternis nahmen die Autobusse, die sich mit elektrischen Taschenlampen behelfen mußten, sicher ihren Weg. Auch die Privatautomobile, Motorräder und die übrigen Verkehrsmittel fuhren trotz der Verdunkelung. Sämtlich« Berichterstatter betonen, wie vollkommen auS- gestorben die Stadt erscheint. An der Stadt selbst hörte man fast ununterbrochen die summenden Propeller der Flugzeuge. Gleichzeitig oder nicht? Warschau. Der Londoner Korrespondent der Polnischen Telegraphenagentur erfährt, baß die englisch« Regierung sich angeblich gegen den Besuch Laval» in Moskau mit dem gleichzeitigen Aufenthalt Eden» daselbst ausgesprochen. habe. Von der Sette SowfetrußlandS werde dagegen ein Druck dahin ausgeübt, daß diese Besuche gleichzeitig erfolgen. Die Entscheidung über den eventuellen Besuch Lavals in Moskau wird erst Mittwoch in Pari» getroffen werden. eine schwere Enttäuschung Wien. Durch di« neuen Einfuhrbeschränkungen Italiens haben sich bereits für«in« Anzahl österreichischer Industriezweige ziemliche Exportschwierigkeiten ergeben, die vor allem die Maschinen- und Stahlindustrie betreffen. Der Gesamthandelsverkehr nach Italien ist seit Beginn de» Monats st art zurückge» gangen. Auch JevtK an„Paktologie“ erkrankt? Pari«. sTsch. P.-B)„Echo de Paris" druckt die heutige Meldung des Belgrader Korrespondenten de»„Daily Telegraph" ab, derzufolge die italienisch-jugoslawische Annäherung auf vier konkrete Grundlagen zustande kommen soll: 1. Der Handelsvertrag, durch welchen Italien Jugoslawien ein bedeutend erhöhtes Vieh-Kontingent einräumt und hiefür eine erhöhte Einfuhr von Textilwaren und italienischen Maschinen nach Jugoflawien erhält. 2. Italien schlägt di« Anerkennung des su- goflawisch-albanischen Freundschaflsvertrages unter der Bedingung vor, daß Jugoflawien das gegenwärtige Statut Albaniens und dir Interessen Italiens in Albanien anerkennt. Al» Gegenleistung hiefür läßt Italien Jugoslawien in der Balkanpolitik freie Hand. 8. Italien fordert, daß Jugoflatoien die ge- gentvärtige Lage Oesterreichs anerkenne und garantier«. 4. Italien schlägt die Erneuerung de» ita- lienisch-jugoflawischen Freundschafts- und Gicher- heitsvertrage» vor. Di« diesbezüglichen diplomatischen Verhandlungen seien bereit» eingeleitet worden. Ministerpräsident Jevtiö soll sich im April zur Unterfertigung deS Handelsvertrages und zur Besiegelung vcr sugoflalvisch-italienischen Freundschaft nach Rom begebet. Griechische Regierungsumbildung Athen.(Tsch. P. B.) Der Minister ohne Portefeuille Metaxas hat wegen Meinungsverschiedenheiten mit dem Ministerpräsidenten Tsal- dariS seinen Rücktritt eingereicht. DaS Ereignis kommt insofern nicht überraschend, als bereit- sofort nach der geglückten Niederwerfung deS Aufstandes von diesen RücktrittSabsichten die Rede war. In politischen Kreisen wird angenommen, daß Metaxas in Zukunft mit ziemlichem Nachdruck als Gegner der Regierung Tsaldaris austreten wird. Die Korruption Im Dritten Reich Der Amtswalter der RGB Bäckermeister Vinken in Aachen, ein alter Nazi, ist wegen Unterschlagung verhaftet worden. Er hatte einer Frau Klük- Kers, mit der er ein DerhLltnis hatte, laufend Wertscheine der RGB in Höhe von 25.000 Mark ausgehLndigt, nachdem er diese gestohlen hatte. * Der Obersturmführer S ü d w e st- deutschlands, Otto Sutzmann, wurde von der Großen Strafkammer Hanau wegen schwerer Untreue und Unterschlagung zu zweieinhalb Jahren Zuchthaus und fünf Zähren Ehrverlust verurteilt. * Die Große Strafkammer in D e s- sau verurteitte den Kreisleiter der NSDAP für Dessau-Stadt, Sommer, und die Amtsleiter der Kreisleitung Templin und Czuratis wegen fortgesetzter Unterschlagung zu zweieinhalb bzw. einem Zahr Zuchthaus. * Die StrafkammerinZweibrük- k e n verurteitte den Finanzwalter der Reichsbettiebsgemeinschaft Leder und der Deutschen Arbeitsfront, Heinrich Bendel, der 2800 Mark einkassierte Arbeitsfrontbeiträge nicht abgeführt hatte, wegen fortgesetzter Untreue und erschwerter Unterschlagung zu einem Zahr sechs Monate Gefängnis unter Anrechnung von vier Monaten Untersuchungshaft. »Nichts wird geschehen, Herr, aber alle» wird ander» sein". Schweigen. Die Kerze flackerte, dicke weiße Wachsstriemen liefen über den dunkelgrünen Flaschenkörper. »Du bist ein gutes Mädel, Marinka. Kann ich dir helfen? Hast du einen Wunsch?" „Werden Sie mich nicht auslachen?" „Nein, Marinka!" ,„Dann schicken Sie mir, wenn Sie morgen weiterfahren, einen Brief. Einen richtigen Brief mit einer Mark« drauf. Ich hab noch nie in meinem Leben einen Brief bekommen". „Wirst du mir auch antworten?" „Gewiß, Herr". „Was wirst du schreiben?" Ich werde schreiben: Nichts ist geschehen, Herr. Aber alles ist anders geworden". »Wir proben morgen vormittag in Apsilon, und abends trittst du mit mir auf." »Ich freue mich, Marcel. Ich werde besser tanzen als Carlotta." Schweigen. Die Kerze flackerte, dicke, weihe Wachsstriemen liefen über den dunkelgrünen Flaschenkörper. „Hast du sie lieb gehabt, Marcel?" „Nein." Hast du mich lieb?" „Ja." „Sehr?" „Sehr." „Mehr als jemals eine andre Frau?" „Mehr." „Warum hast du mich so lieb, Marcel?" „Ich liebe deine Augen. Lenia, deinen Mund, dein Lachen, ich liebe dein Herz, Lenia." „Wirflich?" „Wirklich." „Und wirst du Mich immer lieben?" »Immer." „Wirst du mich betrügen?" „Ich werde dich nicht betrügen." „Und wenn ich dich betrüge?" „Erwürge ich dich." „Mein Vater wollt« einmal meine Mutter schlagen. Da bin ich dazwischengefahren und hab« ihm das Gesicht zerkratzt. Seither hat er keine Hand mehr erhoben, nicht gegen mich, nicht gegen die Mutter." „Ich werde dich nicht schlagen." „Carlotta hast du geschlagen?" „Sie hat es nicht anders verdient." „Und wenn ich es verdiene?" »Du quälst mich, Xenia." „Weil ich dich gern habe, Marcel." Schto«igen. „Ich muß dich quälen, weil ich dich lieb habe. Ich bin so kompliziert." „Wer hat dir da» erzählt?" „Ein Professor, in Breslau. Komm, küß mich." Sr küßte sie. Mit geschloffenen Augen. ES war Carlotta, die er küßt«. „Schade", sagte sie. „Worum ist schade?" „Daß es niemand gesehen hat. Sie wären zersprungen." „Wer?" „Alle. Clarissa ist in dich verschossen, und Ludovica auch. Du kannst sie haben, wenn du willst. Aber ich erlaube es nicht." Schweigen. „Clarissa hat gesagt, si« fing« jederzeit gern ein Verhältnis mit dir an, sie warte nur darauf, bis die Geschichte mit Carlotta in die Brüche ginge." Das war dumm, dacht« Tenia. Das hätte ich nicht sagen sollen. „Aber bei mir gibt es sowas nicht", sagte sie. Er sprang auf, machte ein paar Schritte, zwischen den Schlafenden. „Bei mir nicht", wiederholte sie. Ein Zündholz flammte auf. „Gib mir auch eine Zigarette." Zwei Funken glommen im Dunkeln, wie di« Wachtfeuer zweier feindlicher Heere, die einander gegenüber liegen, in der Nacht vor dem Kampf. XIV. Der Taschenspieler ertvachte als erster. Er hatte nicht viel getrunken, er halt« nicht viel getanzt, er hatte tief und traumlos geschlafen. Er richtete sich auf, rieb sich die Augen, blinzelte in das regengraue Schleiernetz der Dämmerung, in dem wie«in gefangener Schmetterling das Licht der Kerze hing. Auf dem Tssch lagen die Karten Kilmeks; er nahm sie, mischte sie, bog sie in der Hand, sie waren wie Wachs zwischen seinen Fingern. Er schichtete si« auf, er zählte sie wie Geldscheine auf den Tisch, dann nahm er sie wieder und warf sie lose hin, und sie zeigten alle dm Rücken, nur das Herzaß leuchtete mit seiner kleinen roten Wunde blank in da» Zwielicht. Jmm-r wieder mischte er sie, immer wieder warf er sie auf die Platte, immer wieder lag das Herzaß oben. Da» Knistern der Karten weckte Cabrolle. Er verriet nicht, daß er wach war, er blinzelte au» halbgeschlossrnen Augen auf die Karten. Sie wehten durch die Luft wie welke Blätter im Hxrbst, aber sie gehorchten all« einem Willen. Ter Taschenspieler, grau, übernächtig, ein zähes Gesicht, in dem zwei grüne, winzige Augen glommen, beherrschte sie. Seine Pläne konnten lie nicht durchkreuzen, seine Habe konnten sie nicht wegschwemmen, auf sein Geschick warfen die blinkenden Blätter mit dem blaugemusterten Rücken keinen Schatten. Da erst erinnerte sich Cabrolle, daß er heute als Bettler erwacht war. . lFortsetzung folgt.) Nr. 67 Mittwoch, 20. März 1935 Seit, 3 tfudetendeutscfier Zeitspiele t Wahlmanöver? I Die Henleinblättcr, voran der.T e p l i tz* Schönauer Anzeiger" bringen einen von der Pressestelle der SHF angeregten scheinheiligen Artikel»Durchsichtige Wahlmanöver", In diesem Artikel wird behauptet, das; es sich bei den Meldungen, in denen StoupalS Verhandlungen mitHenlein erwähnt werden, um böswillige Gerüchte, um Wahlmanüver und Brunnenvergiftung handle. Insbesondere sei es falsch, daß Henlein irgendwelche Bindungen eingegangen sei. Interessant ist dabei, in welcher Form der »Teplitz-Schönauer Anzeiger"^das zum Ausdruck bringt: Diese Meldung liegt selbstredend auf der gleichen Linie wie die vorhergrgangenen, d. h. man versucht nun neuerdings, Henleins Vertrauen bei seinen Anhängern zu untergraben, denn es ist doch ausgeschlossen, daß dieser Mann, der es verstanden hat, in so kurzer Zeit sö viele Männer, Frauen und Jugend um sich zu scharen, sich auf derartige bindende Zusagen einlafsen würde. Die Sudetendeutsche Heimatfront seht sich aus allen Schichten der Bevölkerung zusammen, die also auch erwarten, daß ihre Wünsche und Forderungen von den zukünftigen Mandataren unterstützt werden. Daß Henlein es verstand, in kurzer Zeit den Anhang der aufgelösten fascistischen Parteien um sich zu scharen, erscheint hier als zwingender Beweis dafür, daß ex Stoupal gegenüber keine Bindungen eingegangrn sei. Man könnte ebensogut folgern: daß dem Wolf im Schafspelz soviele Schafe nachlaufen, ist«in Beweis dafür, daß er ihnen nichts tun wird. Und was die aus allen Schichten zusammengesetzte Anhängerschaft erwartet, das wird Henlein in dem Augenblick, Wie denken die Landieute über die SHF? Ein Mödritzer Landwirt über die Henlein-Front Wie ein Großteil der deutschen Bauern über die Sudetendeutsche Heimatfront denkt, beweist eine Zuschrift, die der»Volks- freund" do» einem Mösiritzer Landmann erhielt, mit dem Ersuchen, sie zu veröffentlichen. Wir kommen diesem Ersuchen schon deshalb nach, weilwir damit.der Lerrcntlichkeit zeigen können, daß m^h Richt-Doztaldemokraten sich die richtig« Meinung über die SHF gebildet haben. Der Landwirt schreibt: .Als im Oktober des vergangenen Jahres nnsere Gemeinde durch eine SHF-Bersammlnng mit.Kamerad S ko m,o r o v s k y" beglückt wurde, da hatten Sie die Freundlichkeit, eine Zuschrift von mir zu veröffentlichen, in der ich m->n» Meinung über die Heimatfront sagte. Die G-i« ster treiben aber ihr Unwesen weiter. Bor einiger Zeit wurden in Mödritz die von der Behörde Verbotenen und beschlagnahmten Flugblätter ruf den Leitungsmasten aufgeklebt. Es ist sonst nicht meine Gewohnheit, sich um Bubenstreiche zu kümmern, da aber vor meinem Haus ebenfalls so ein Mast steht, auf dem gleich ein halbes Dutzend Ml- cher Plakate aufgeklebt war, interessierte ich mich für den Inhalt derselben. Auf den Flugblättern sicht man die.giftigen" drei Pfeile und ein wüstes Geschimpfe gegen die Sozialdemokratie und deren Funktionäre, übrigens dasselbe, was unö Herr Skomorovsky vorgeschwefelt hat. Da Mödritz heute zu 70 Prozents), o- letarisiertistund unsere Arbeiter fast durchwegs Bauernsöhne sind, w wäre den SHF-Leuten zu raten, bessere Umgangsformen anzunehmcn und nicht auf die eigenen Leute zu schimpfen. Mit dem Geschimpfe aus Funktionäre, die wirklich für die armen Teuf'! arbeiten, werden sie nicht weit kommen. Nicht nur in meiner, auch in vielen anderen Bauern- familien sind die Hälfte der Familienmitglieder Arbeiter und das kann auch ein Bauer mit ruhigem Gewiffen sagen, daß derjenige, der in der Heimat für die Arbeitslosen einsteht, bester arbeitet, als der, der als Feigling geflüchtet ist und aus gutem V-rsteck gegen die Leute loSzieht, weil sie sich vielleicht nicht freiwillig abschlachten lasten. fein: Tatsachen! da seine Partei glücklich im Parlament ist, Wurst sein. Es muß angesichts dieser scheinheilige nAbleugnu n g sver suche neuerlich auf die Erklärung Stoupals verwiesen werden, daß er mit Henlein verhandelt hat und zwar wie Stoupal unter Ehrenwort versichert, auf Ersuchen der anderen Seite. Henlein selbst hat die Vermittlung Stoupals gesucht und es ist sehr leicht möglich, daß er es war, der Angebote, nicht Stoupal, der Bedingungen stellte! Und warum hat Henlein sich an Stoupal, an einen bekannten Vertreter des rechten Flügels der Agrarpartei gewandt, an einen persönlich sehr reichen und mit guten Erfahrungen auf dem Gebiete der Bodenreform versehenen Mann? Henlein ist gescheiter als seine Ratgeber. Er weiß genau, daß er sich nur mit Hilfe der tschechischen Rechten, nur mit den Kapitalisten und Nationalisten durchsetzen kann, darum hat er sich sofort nach rechts gewandt. Daß die tschechische Rechte Henlein nicht wegen seiner schönen Augen unterstützt, ist klar. Er muß die Hilfe zahlen. Schließlich setzt die tschechische Rechte bei der riskanten Schiebung ja die demokratische Republik aufs Spiel und wenn man auch der Bourgeoisie im allgemeinen nachsagen kann, daß sie Staat und Nation für ihren Geldbeutel preiSgibt, so bleibt doch der Schluß bestehen» daß Henlein etwas bieten muß/ was dem Geldbeutel der Kapitalisten dimt. Was er bezahlt, womit und wie, das kann sich jeder an den Fingern auSrech- nen. Daß bei dem Geschäft der arme Teufel, der Arbeitslose, Arbeiter oder Kleinbauer gewinnen können, wird auch der naivste Zeitungsschreiber nicht zu behaupten wagen! Mödritzer Bauern und Arbeiter! Nehmt Euch kein Beispie la v der S u d e t e n d e u t s ch e n Volksgemeinschaft! Eine richtige Volksgemeinschaft müßte anders vorgehen als mit Geschimpfe und Anrempelungen gegen die eigenen Leute. Es kommen die Wahlen und die Heimatfront will ihre Mandate erheucheln. Nach den Wahlen gibt sie' aber dem Volk einen Fußtritt, wie dies Hitler, Dollfuß und Konsorten getan haben. Darum können auch die Bauern zur He i- matfront kein Vertrau en haben!" Konflikt Brand—Sandner in der SHF*Leltuns Die Sudetendeutsche Heimatfront, bekanntlich eine Bewegung, die den„Mandatsschacher" scheut wie der Teufel das Weihwaster und die sich um so kleine Angelegenheiten wie die Verteilung der Parlamentssitze nicht kümmert, da sie immer nur große„Volkspolitik" macht, soll in der jüngsten Zeit einen Konflikt zu verzeichnen haben, in dem es sich merkwürdigerweise doch plötzlich um Mandate dreht. Die Kandidatenlisten der SHF sind von Dr. Brand zusammengestellt worden, der als alter Führer des Kameradschaftsbundes derlei Dinge im Handumdrehen erledigt. Wer viel fragt, geht viel um. Hat der KB den Sudetendeutschen einen„Führer" erwählt und ihnen einreden können, er sei von Gott gesandt, so wird Herr Brand doch noch die paar Mandatare selbst ernennen dürfen! Da aber die Kreisleiter der SHF ihrerseits Vorschläge erstattet hatten, an die sich Brand nicht gebunden erachtete, kam es zu einem Krach, bei dem Sandner die Sache der Kreise gegen das Diktat Brand» verfocht;(bei Sandner liegen hier vermutlich alte demokratische Hemmungen vor, ein Uebel aus seiner sozialdemokratischen Periode, das er noch nicht durch den neuen autoritären Geist zu verscheuchen vermochte). In einer der letzten Führersitzimgen in Prag sollen die beiden Unterführer Brand und Sandner eng aneinander geraten sein. Uebrigens verlautet auch, daß in der Provinz, insbesondere in Nordböhmen, eine starke Opposition gegen Brand herrsche und ständig wachse. im kntickeidiinsrrtsdium B.d.L.-SHF Prag. Am Dienstag wurden in Prag die Verhandlungen zwischen der SHF und dem Bund der Landwirt« fortgesetzt. Di«„Sudetendeutschen Prestebriefe" sind wütend darüber, daß diese Besprechungen bereits am Sonntag in der Links- preste angekündigt waren, und sprechen von einer „groben Indiskretion", da die diesbezügliche Verabredung nur„einem engsten persönlichen Kreis" bekannt gewesen sei, der „durch*) strengste Vertraulichkeit gegenüber allen Außenstehenden verpflichtet wurde". Die SPB. drohen sogar, daß diese Indiskretion, die sie offenbar den Landbündlern in die Schuhe schieben, die Verhandlungen bestimmt nicht erleichtern werde. Interessant ist,, daß die Verhandlungen auf feiten des B. d. L. diesmal vom Senator S t ö h r geführt werden, der bisher gerade nicht als besonderer Freund der Herren um Henlein bekannt ist; die beiden anderen Unterhändler de» B. d. L. sind ziemlich unbekannte Leute aus der Provinz. Nach unseren Informationen waren die Verhandlungen, di« um 4 Uhr nachmittags begannen, am Abend gerade nicht sehr weit gediehen. Henlein ist an den Verhandlungen nicht direkt beteiligt, soll sich aber in Prag aufhalten. Seine Unterhändler wiederholen ihren bereits bekannten Antrag, wornach die Verschmelzung der beiden Parteien sofort nach den Wahlen schon jetzt vereinbart und durch«ine eigen« Orga- nisationSkommistion vorbereitet werden soll. Nur unter dieser Bedingung wollen sie auf die vom B. d. L. beantragte gemeinsame Kandidatenliste eingehen. Nachdem sie seinerzeit schon die sofortig« Verschmelzung gefordert hatten, ist eS j für sie natürlich sehr schwer, sich davon allzuviel herunterhandeln zu lasten, auch wenn sie noch so sehr unter Druck stehen. Die Landbündler wieder beharren auf ihrem Antrag vom Jänner d. I.: Gemeinsame Kandidatenlisten bei Wahrung dervollen Selbständigkeit der beiden Vertragspartner. Gegen Wend hatte es nicht den Anschein, als ob die Einigung schon auf, dem Wege sei. Man rechnet vielmehr damit, daß die Verhandlungen noch am Mittwoch weitergehen werden. Die Reichsparteivertretung des B. d. L„ die für Mittwoch einberufen wurde, wird also möglicherweise wieder unverrichteter Dinge nach Hause gehen und die engere Parteileitung ermächtigen müsten/,.die.Verhandlungen in absehbarer Zeit irgendwie zu beenden. •) Der Setzerlehrling ersucht uns ausdrücklich festzustellen, daß diese» schöne Deutsch nicht etwa von ihm verbrochen wurde, sondern wörtlich den „SPB." entnommen ist! D. Red. kln unberufener Kritiker In«inet SHF-Bersammlung in der Aussiger Turnhalle sprach auch ein Herr Leo Seidel, der sich als Vertreter der Berufsorganisation der Marktfieranten ausgab, obwohl er dazu keinen Auftrag hatte. Herr Seidel beendete seine Ausführungen mit groben Schmähungen gegen die sozialdemokratische Arbeiterpartei. Zu dem Vorgang teilt nun der Verband der BerufSorganisa tion der Marktfieranten mit: „Der MaMsierant Karl Le» Seidel au» Aussig, der in der letzten Versammlung dar SHF in der Turnhalle unrechtmäßig und ahne jeden Auftrag sich al» Vertreter der Berufsorganisation der Marktfieranten auSgad, wurde in der am 1». März siattgefundenrn Vorstandssitzung der Berufsorganisation Aussig»ns Grund seine» Auftreten» in der SHF-Bersammlnng durch ein- stimmigen Beschluß au» dem Vorstande, dem er bisher angrhörte, ausgeschieden. Wir beweisen durch diele strenge Maßnahme, daß wir al» rein virtsthastliche Organisation keinerlei Politik betreiben, sondern»ns streng an unsere Statuten halten. Wir bedauern diesen Vorfall und sählrn un» veranlaßt, bei dieser Gelegen- hrit darauf hinzuweisen, daß e» unser Bestrebe« ist, mft allen politischen Parteien m bestem Einvernehmen zu bleiben, besonder» aber mit denen die sich ssirnnsersJnteresseneinsetzen wie die» di» sozialdemokratische Partei nachweislich schon de» öfteren getan hat." Heinrichsdorf In der Arbeiterbewegung deS Bezirkes Ko- motau hat der Name dieses kleinen Erzgebirgsörtchens guten Klang. Früher herrschte dvrt emsiges Treiben. Feuer flackerten, Hämmer sangen ihre klingenden Weisen von Arbeit und Verdienst. Nagelschmiede sind da zu Hause. Sie formten das Eisen, die glühende Maste, nach ihrem Willen und sie lebten, wemi auch kärglich, doch zufrieden in ihrem HeimatSdorf. Bis nach dem Kriege und dem Einbruch der Wirtschaftskrise auch dieses Gebiet wirtschaftlich vollkommen verwüstet wurde. Arbeitslosigkeit und Hunger sind eingekehrt in die grauen Hütten der Bewohner. Wenn seit jeher das Leben der Erzgebirgler armselig und bescheiden war, jetzt ist es unbeschreiblich. Wenn nicht die freien Gewerkschaftsorganisationen durch ihre Unterstützungen helfend eingegriffen hätten, im Erzgebirge hätte sich manch bittere Tragödie abgespielt. Bezeichnend für die Lage dieser Erzgebirgsgemeinden ist eS, daß seit Kriegsbeginn fast ein Drittel der Bewohnerschaft abwanderte. Auch in HeinrichSdorf ist das der Fall. Die Zahl der Gemeindeinwohner geht immer mehr zurück. Die Erzgebirgler, die ihre Heimat über alles lieben, Verlässen sie, gezwungen durch den Druck der furchtbaren Wirtschaftslage. So aber, wie die Nagelschmiede früher das Eisen formten und schmiedeten, so wollen sie auch nach ihrem Willen die Zukunft gestalten. Seit jeher haben wir dort eine prächtige Arbeiterbewegung. Unsere Genosten haben die Zweidrittelmehrheitinder Gemeindestube; seit Jahren führt ein Genosse mustergültig die Gemeindegeschäfte. Nun haben unsere tapferen Erzgebirgler einen neuerlichen Beweis ihre» unerschütterlichen Zukunftsglaubens und ihrer unbeugsamen Zuversicht geliefert. Hart an der Grenz« des„Dritten Reiches" liegend, bedroht vom FasciSmus und Terror, haben unsere Genossen eine Werbeaktion für die Partei durchgeführt. Zwei Mann nur sind gegangen, um die Werbearbeit durchzuführen, die Genossen Schwanderlik und S i e g e r t, beide junge Menschen und Funktionäre; Sie haben infünfTagen büneueParteimit- glieder gewonnen. Wer findet Wort«, um diese Leistung gebührend anzuerkennen? Möge der Versuch der anderen Organisationen, eS diesen Genossen gleichzutun, der Dank für sie sein. Wir sind stolz darauf, daß die Erzgebirgler trotz Krisennot und fürchterlichem Elend zu uns gehören und mit uns gemeinsam kämpfen um«ine schönere und sonnigere Welt und ein menschenwürdiges Dasein. Bravo, tapfere, rote Erzgebirgler! Verbot von 2useden beim Visrenverksuk vis Vorlage vom, Senat angenommen Prag. Der Senat verhandelte am Dienstag in seiner Plenarsitzung die Vorlage“ über das Verbot von Zugaben beim Waren« verkauf. Wegen einer Detailfvage— ob nämlich die Zugabe von Kalendern zu Neujahr gestattet sei— wurde die Verhandlung dieses Punktes erst nach einer SitzungSunterbrechung ausgenommen und vorher nur eine Immunität erledigt. Ueber das Zugabenverbot referierte Senator Pastqtik. Er führte an, daß da» System der Zugaben heut« derartig eingewurzelt sei, daß nicht nur die Erzeuger, sondern auch di« Abnehmer geschädigt werden. Oft werden als Zugaben ziemlich werwolle Sachen angeboten. So werden bei der Lieferung von Kaffeeersatz nicht nur Käffeeserviee und Eßbestecke, sondern auch Speiseservice au» Porzellan, Wecker, Fußbälle und andere Gegenstände als Zugaben verteilt. Das geht natürlich auf Kosten der Qualität und auch aufKostende» Preises. Ein derartige- Vorgehen ist keinesfalls im Interesse de- Konsumenten. Auch in den Nachbarstaaten kämpft man mit gesetzlichen Vorschriften gegen diesen Unfug, weil man allgemein anerkennt, daß das Zugabensystem den reellen Handel untergräbt. Der Ausschuß hat einige Bestimmungen der Vorlage noch verschärft. Der zweite Referent Dr. Havelka erklärte, daß die Vorlage sich nicht auf Re» klamekleinigkeiten und zweckentsprechende Zugaben beziehe, sotveit sie nicht über den Rahmen des bei der betreffenden War« Ueblichen hinausgehen. Weiters gestattet da» Gesetz auch die Erteilung von Informationen und Beratungen sowie die Abhaltung von Kursen/ die mit dem Warenverkauf im Zusammenhang stehen. Die Vorlage wurde dann ohne Debatte in erster Lesung angenommen. Nächste Sitzung Donnerstag, den 21. März, um 10 Uhr früh. Tagesordnung: Gesetzentwurf über die Enteignung zum Zwecke der Verteidigung des Staates. Sine sndetendeutsche Geschichte in drei Bildern Im Senat hatten die Kommunisten den Antrag eingebracht, daß in der nächsten Sitzung ein Minister Aufklärungen über die Ereignisse in B e r t i j n L in der Ostslowakei gebe. Der Antrag wurde abgelehnt. Voraussichtlich wird jedoch der Jnnenminister nach Abschluß der Untersuchung diesen Bericht au» eigener Initiative erstatten. Geweriepartei und B. d. L. Die deutsche Ge« Weichepartei ersucht uns folgende parteiamtliche Verlautbarung zu veröffentlichen:„Sellens des Ständebundes für Handel und Gewerbe(d e u t- sch« Gewerbepartei) wird parteiamtlich verlautbart, daß der Bericht des„Prager Montagsblatt" bezüglich der Aufhebung de« Wab'> abkommenS mit dem Bund der Landwirte vollständig au» der Luft gegriften sei und den Tatlachen nicht entspreche." Stift 4 Mitttvvch, 20. März 193» «r.«7 Der letzte Start der Arbeiterwintersportler Blutbad in einer Stadt Britisch-Hn-iens Bezirk Karlsbad gewinnt den Mannschaftskampf im Skispringen mit 139 zu 125 Punkten— Ein- zelsteger(Held Abertham) mit Rote 19.083— 500 Zuschauer und herrliches Sportwettrr. Diesen-Wettkampf hat das hohe Können de: Arbekrersportjugend entschieden. Mit Freuden kann heute festgestellt werden, daß aus der Arbeiterjugend der Nachkriegszeit eine kampffrohe und leistungsfähige Generation wächst. Seit auch im Atus das Leistungsprinzip mehr in den Vordergrund gerückt wurde, ist eine allgemeine Belebung eingetreten. Die Fehlentwicklung der Nachkriegszeit, welche den Arbeitersport als Gesundheitssport und rhythmische Gymnastik formen wollte, ist als unzweckmäßig erkannt» Wir brauchen hart«, kampffrohe und lebendige' Menschen, da erst die Summe der wertvollen Mitglieder den Wert der Bewegung bestimmt. Der 17. März war in unserem schönen Erzge- lirge ein sonniger Wintertag. Auf der„Roten Schanze"• in Bärringen lag noch ein guter halber Meter Schnee, auf den geschlossenen Nordhängen fass ebensoviel. Nach Tausenden zählten die Anhänger des weißen Sports, welche Sonntag am Keilberg, in das Aschberggebiet und in das Bärringer Tal zwischen Peidl, Platten und Plehberg gekommen waren." Mit nacktem Oberkörper sah man am Vormittag unsere Wintersportfunktionäre auf der Schanze arbeiten, nachher wurden die Künste im Skilauf vorgeführt. Der Versuch, Mannschaftswettkämpfe auch im Skispringen durchzuführen, kann als sehr gut gelungen gelten. ES stellten sich 22 Springer, darunter vier Schüler, acht Jugendfportler und zwölf Sportler. Die acht besten Springer eines jeden Bezirkes galten als ein« Mannschaft. Die Gegen- iiberstevung der Mannschaften zeigt schon, daß den Kampf die Jugend des 1. Bezirkes, welche durch die Gruppe Neudek gestellt wurde, entschieden hat: 1. Bezirk(Karlsbad): 1. Emil Held (Sportler) 19.083, 2. Werner Eska(Jugend) 17.972, 8. Ernst Renner(Schüler) 17.833, 4. F Värreiter(Sportler) 17.333, 6. Willi Eska(Ju- s.end) 17.472, 6. Karl Enoch(Jugend) 17.000, 7. Johann Fladerer(Sportler) 16.750, 8. E. Purkart-(Sportler) 16.445. Summa: 139.888.- 3. Bezirk(Graslitz): 1. Alfred Hüller (Sportler) 17.222, 2. Franz Dotzauer(Sportler) 16.389, 3. Anton Sandner(Sportler) 16.334, 4. Karl Jllner(Jugend) 16.139, 5. Josef Riedl tJugend) 16.000, 6. Max Denk(Schüler) 15.832, 7. Rud. Spinnler(Jugend) 13.694, 8. Em. Laus» mann(Sportler) 13.944. Summa: 125.554. Bei dieser Berechnung wurden die Jugendspottier und Schüler nach der gleichen Wertung w e die Sportler berechnet. Die Überlegenheit des 1. Bezirkes geht vor allem aus der günstigen Lage der beteiligten Vereine hervor. Abertham, Bär» rrngen, JoachimSthal liegen zwischen 700 bis 900 Meter Seehöhe, wogegen Rothau, Pechbach und Eibenberg-Grüwberg nur 500 bis 700 Meter Höhen-, läge aufweisen. Dazu kommt noch die bessere UedungSmöglichkeft in der Neudcker Gruppe de?" 1. Bezirkes. Trotzdem läßt auch die Entwickluaz fcS Nachwuchses im Graslitzer Bezirk die besten Hoffnungen zu. Auch dort hcchen wir in den Höhenlagen von 800 bis 900 Meter Seehöhe(Silberbach," Aschberg) Neuland der Arbeitersportler. Bor 500 Zuschauern, wovon die Hälfte Schüler waren, ging das Springen am Nachmittag ohne Unfall vonstatten. Bon den 26 gemeldeten Springern absolvierten 22 je drei Sprünge in der Konkurrenz.» Den weitesten Sprung erreichte wieder Glnosse Held(Abertham), welcher zweimal 44 Meter' stand. Der Mberthamer Jugendspringer Sska sprang 40 und 42 Meter gestanden. Hüller(Rothau) sprang ebenfalls zweimäl 42 Meter weit, kam aber durch einen Sturz erst an die sechste Stell«, in der Gesamtwertung. DaS Springen wurde auch nach Klassen als Einzelwettkamps gewertet und hart« folgendes Ergebnis: "Sprunglauf der Schüler:!. Ernst R-.nner-(Bärringen) Note 19.277(37, 89, 89 Meter), 2. Max Denk"(Eibenberg-Grünberg) Nore 17.277<31, 34, 34), 3. Anton Schmidt(JoachimS- thal) Rote 14.278(27, 28, 25), 4. Franz Schmidt ,(JoachimSthal) Note 12.778(23, 25, 22). -Sprunglauf der Jugendklasse: 1- Werner Eska(Abertham) Note 18.694(40, 89, 42), 2., Willi Eska(Bärringen)'Note 18.105(39, 87, 37), 3. Karl Enoch(Joachimsthal) Note 17.723 (39, 89, 40), 4. Franz Dotzauer(Pechbach) Not 17.111(38, 35, 35), 5. Karl Jllner(Eibenberg- Grünberg) Rote 16.861(35, 37, 85), 6. Jose< Riedl.-(Pechbach) Note 16.722(35, 87, 38), 8. Jo'ef Holich(Joachimsthal) Not« 15.862(27, 26, 28)„ 8. Rudolf Spinnler(Pechbach) Note 14.41' (31, 29, 30).. Sprunglauf der Sportler:.!. Emil Held(Abertham) Note 19.083(42, 44, 42), 2. Franz. Bärreiter(Abertham). Note 17.333(40, 36, k8). Alfred Hüller(Unterrothau) Not« 17.222(38 41. 42), 4- Johann Fladerer(Bärringen) Note >6.750(37, 83, 41), 5. Ernst Purkart(Bärringen Note.16.445(38, 38, 35).'6. Anton> Sandner iEibenberg-Grünberg) Note 16.334(38, 40, 39), 7. Walter Häuser«"Abertham) Note 15.945(36. 85, 38), 8. Rudolf Baumgartl.(Neudek) Note 14.778(87, 30, 35), 9. Emil Lausmann(Unter» rrthau) Note 13.944(34, 81, 31), 10. Karl Rüdig (liuterrothau) Note 13.333(31, 29, 29). * Die Hälfte der Fußballserie Mit. den Nachtragsspielen am Sonntag wurde die Herbstserie. restlos abgeschlossen. Spitzenführel ist, wie erwartet, Meierhöfen geblieben," ganz knapp auf der Ferse liegt aber ASK. Altrohlau DoL erstemal seit vielen Jahren scheint-die Kreis- r-'.eistsrschaft eine Angelegenheit des 1. Bezirkes zu werden. Der zweite Teil der Serie beginnt bereits am 24. März,«S werden nurmehr 14 Vereine das Rei.nxn aufnehmen, der Verein Atus Theusau scheide: aus- Ueber die Punkte aus den Spielen mit Tüensau wird die KreiSfutzballspielleitung noch entf scheiden.. Am Sonntag werden folgende Spiele der erste" Klaffe, starten: FranzenSbad gegen Altrohlau, Gras- 200 Opfer der schießwüttgen Polizei Ä a r*« ch i(Brittsch-Indien). Infolge der Hinrichtung eine- Mohammedaner-, der eine« Hindu ermordet hatte, kam e- hier zu«rotzen Kundgebungen der mohammedanischen Bevölkerung. Die Dolk-menge hatte den Leichnam des Hingerichteten Mohammedaners au-gegraben und wollte mit ihm durch die Straßen der Stadt ziehen. Als die Bewilligung hiezu seitens der Polizei versagt wurde und der Zug von den Polizeibeam» te« zerstreut werden sollte, wurde« die Beamte« mit Steinen beworfen. Die Polizei machte von der Feuerwaffe Gebrauch. Aeber 200 Personen wurden getötet oder verwundet. An dem Zug hatten rund 200.000 Moslims tettgenommen, darunter einige hundertFraue« und Kinder. In dem Zuge wurde die Leiche des Hingerichteten Mohammedaners getragen, deren die Polizei sich dann wieder bemSchtigte, um sie«euerdings zu bestatten. Soldaten mit aufgepflanzten Bajonetten bewachen den Bezirk, in welchem die Unruhe« ausgebrochen sind. Lastautos voll Verwundete« transportieren die Opfer der Demonstratto« ins Kranken- Haus. Tagcsnculglfcltcn Strenge Warenpreis-Kontrolle in der Schweiz Bern. Die Schweizerische Depeschenagentur meldet: Der Bundesrat unterbreitete dem Parlament eine Vorlage betreffend die Ueberwachung der Preise in der Schweiz. Sie bestimmt im wesentlichen, daß die Preise der Waren, deren Einfuhr eingeschränkt, oder für welche ein stärkerer Zollschutz gewährt ist, einer Ueberwachung unterstehen. Diese Waren werden solchen gleichgestellt," für die zwischen Produzenten oder Wiederverkäufern Abreden über Preise oder preisbestimmende Faktoren bestehen. Der Bundesrat ist emächtigt, P r e i Sv o rschriften aufzustellen. Zur Durchführung dieser Kontrolle wird eine Preiskontroll st elle geschaffen, die ermächtigt ist, alle notwendigen Erhebungen durchzuführen. Die Vorlage» welche in der am 25. März l. I. beginnenden Frühjahrstagung des Parlamentes zur Behandlung gelangt, soll als dringlich erkannt und sofort in Kraft gesetzt werden. Die Vorlage soll, wie der Bundesrat in der begleitenden Botschaft'ausführt, in erster Linie den Zweck verfolgen, zu einer geregelteren Ausgleichung der heutigen Preislage zu führen, das heißt, zu einer V e r b i l l i g u n g der Lebenshaltung beitragen. Wenn berücksichtigt wird, daß der Staat auch überall dort, wo er durch Stützungsaktionen eingreift(z. B. bei Milchprodukten, Getreide usw.) einen Einfluß auf di« Preise geltend machen kann, so kann festgestellt werden, daß ein großer- Teil.der Preise nach der Annahme des vorliegenden Entwurfes der Kontrolle unterstellt sein wird, z. B. sämtlicher Waren, die für Nahrung und Beklei- d u n g in Betracht kommen, sowie ein großer Teil der übrigen lebensnotwendigen Artikel. Sieben Vermißte Paris. Ueber das Schicksal des Gouverneurs von französisch Aequatorial-Afrika, R e n a r d, der in Begleitung seiner Frau auf einem I n- s p ektions fluginBelgisch-Kongo verschollen ist, herrscht Ungewißheit, die sich nach und nach in größte Beunruhigung verwandelt. An Bord des Flugzeuges befanden sich einschließlich der Besatzung sieben Personen. Alle Nachforschungen, die im Lause des Montag in der Nähe des mutmaßlichen- Notlandungsortes Minongo angestellt wurden, waren ergebnislos. Inzwischen sind weitere Flugzeuge gestartet, um an den Nachforschungen teilzunehmen. Man weist jedoch auf den unwirtlichen Charakter der Gegend hin. Dichter Urwald erschwert die Suche nach den Verschollenen außerordentlich., Schrecklicher Geburtenrückgang in Oesterreich Wien. In der letzten Folge des österreichischen VerwaltüngsblättcS veröffentlicht der Leiter der VölkSzahlungSabteilung, Universitätsprofessor Dr. Winkler, neue Zahlen über die Bevölkerungslage Oesterreichs. Daraus wird der außer- rrdentliche.Geburtenrückgang in Oesterreich seit litz gegen Eibenberg, Neudek gegen Drahowih, Eger gegen- Fleihen, Meierhöfen gegen Chodau, Karlsbad gegen Fallenau, Unterreichenau gegen Fischern. Schlußtatelle der Herbstserie: Aberkannt wurden' dem Verein Falkenau vier Punkt«, welche zu je zwei Punkten den Bereinen Alt- rohlau und Atus Karlsbad zugesprochen wurden, weiter dem Verein GrasliheinPunkt, welcher dem Verein Fischern zuerkannt wurde. ASK. Meterhöfen. 14 12 1 1 25 72:24 ASB. Altrohlau. 14 9 4 1 24 64:30 Sorrtbr. Eibenberg 14 9 1 4 19 54:31 ASK. Eger... 14 7 8 4 17 82:21 FFK. Falkenau.. 14 9 1 4 15 54:86 A:uS Unterreichenau 14 6 3 5 15 43:33 ASR. GraSlitz. 14 6 4 4 15 38:41 AniS Fleißen-.» 14 6 2 6 14* 40:48 A:vS Ehcdau-. 14, ' 5 2 7 12 81:39 ASB. Neudek.. »14 4 2 8 10 43:54 AtuS Fischern-... . 14 8 3 8 10 25:46 Atus Tbeusau,. 14 4 2 8 10 24:51 SftuS Dtahowitz. 14 3 3 8 9 26:46 IT.uS Karlsbad. 7. 14 2 2 10 8 27:47 AtuS FranzenSbad. 14 2 3 9 7 35:62 dem Kriege in erschreckender Weise sichtbar. In oer Mehrzahl der Bezirke Oesterreichs lag der Geburtenrückgang zwischen 2 0 und 5 0 vom Hundert. Ein Lastauto— zwei Häusereinstürze, zwei Tote Mailand. Auf der Automobilstraße Fiume— Triest fuhr ein Lastkraftwagen infolge Versagens der Bremsen auf einer abschüsiigen Strecke mit voller Gewalt gegen ein Haus und zertrümmerte fast die ganze Vorderfront eines darin befindliches Casts. Etwa zehn Minuten später stürzte das ganze Haus zusammen. Die Besucher des Casts konnten sich noch rechtzeitig in Sicherheit bringen. Zwei Personen, die auf dem Lastwagen saßen, wurden getötet, eine Person schwer verletzt. Während der Aufräumungsarbei- ten stürzte auch das nebenliegende Haus ein. Es konnte noch nicht festgestellt werden, ob sich unter den Trümmern noch Opfer befinden. Der Fascistengruß ist das Zeichen der Unterworfene«. Es ist allgemein bekannt, daß so ziem- lich alle Symbole der diversen fascistischen Bewegungen von irgendwo gestohlen sind und daher keineswegs den Anspruch auf irgendeine Originalität oder gar nationale Eigenart erheben können. Der englische Professor Iahuda hat sich der Mühe unterzogen, den Ursprung des Fascistcn- grußes zu ergründen und veröffentlicht nun seine Beobachtungen in»The Daily Telegraph". Darnach haben die Fascisten ihren Gruß von. den alten Romern übernommen, aber auch diese- sind keineswegs seine Erfinder. Vielmehr übernahmen sie ihn von den Griechen, die ihn ihrerseits wieder als neue Mode aus Aegypten imporfierten. Aber Prof. Aahuda ging in seinen Forschungen noch weiter zurück und kam zu dem Ergebnis, daß der Fascistengruß ursprünglich das Zeichen des wehrlosen Unterworfenen war, der sich seinem Herrn mit erhobener offener Hand näherte, um ihm zu beweisen, daß er keine Waffe verberge. Wer erinnert sich da nicht des Befehls„Hände hoch!", wie ihn der Räuber und Einbrecher sei. nem Opfer erteilt? So auch hier und die Fascisten haben zweifellos gerade jenen Gruß gewählt, der ihrer Mentalität am besten entspricht. Es ist kein nordischer, rassischer oder arischer Gruß, sondern einfach das Zeichen, daß das ganze Volk von einer Handvoll Gewaltmenschen unter- drückt ist und ihnen mit der Ehrenbezeigung auch den Beweis lieferst muß, daß es wehrlos ist. Die Reinheit der öffentlichen Gewässer war Gegenstand einer Konferenz, die beim Landwirt- schaftsministeriüm am 19. d. M.» unter dem Vorsitze des Sektionschefs Dr. Jag. Jan Horäk und unter Beteiligung von Vertretern der Ministerien für Gesundheitswesen und körperliche Erziehung, der öffentlichen Arbeiten, für Händel und Gewerbe, für Unterricht» ferner der Landesbehörden, der staatlichen Institute für Hydrologie und Säni- tätswrsen, der staatlichen und Landes-Prüfungsinstitute für Landwirtschaft, der tschechischen und der deutschen Hochschulen und ihrer entsprechenden Institute, sowie zahlreicher»landwirtschaftlicher und industrieller Fachkorporationen stattsand. In der Konferenz wurde die Entschließung des Landwirtschaftsministeriums entgegengenommen, ein Beratungskol legi u m zu errichten, das der bei uns längst empfundenen und zur Zeit der katastrophalen Dürre der letzten Jahre besonders betonten Notwendigkeit- Rechnung tragen würde, der Reinheit unserer öffentlichen Gewässer durch Zentralisierung und Normalisierung erhöhte Fürsorge zu-widmen. Nach der Beratung wurde der Bereich der Wirksamkeit und die Zusammensetzung des Kollegiums prinzipiell verhandelt. Auf Grundlage der vorgebrachten Anregungen wird der definitive Text des Organisationsstatuts des Beratungskollegiums vorbereitet und seine erste Plenarsitzung zur Festsetzung eines eingehenden Tätigkeitsprogramms für die-nächste Zeit und zur Konstituierung der entsprechenden Arbeitsausschüsse einberuftn werden. Di« Tragödie des Prokurators Dr. BagäL. Wir haben Dienstag über die rätselhafte Tragödie berichtet, die sich in der Wohnung des Stellvertreters des Oberprokurators des Obersten Gerichtes in lyrünn, Dr. B a g ä l, abgespielt hat und der Von unseren Kinderfreunden Denffch'ffchechischer Kinderaustausch während der Schulferien 1935 und für das Schuljahr 1935/36. Der Arbeiterverein„Kinderfreunde" wir- auck in diesem Jahr Tauschplätze für einen deutschtschechischen Kinderaustausch' für die Zeft der dies- jutrigen Schulferien und für das kommende Schuljahr vermitteln. Bereits im Vorjahre konnten durch d:e Zentral« des Arbeitervereines„Kinderfrennde" 'ür eine große Anzahl von Familien geeignet'. T-cuschplätze vermittelt werden, welche Aktion in diesem Iaht weiter ausgebaut werden soll. Genossen und Genossinnen, die für ihre Kinder der» är-.ige Tauschplätze suchen, wollen sich an die Zentrale- des Arbeitervereines„Kinderfreunde" in B o» denbach, Poststraße 813, wenden. Vermittel» !r«' den Tauschplätze für die Zeit der Schulferien, Tauschplätzc für das ganze Schuljahr 1935/36, auck Tauschplähe gegen Bezahlung. der Wohnungsinhaber zum Opfer fiel. Die Identität der in der Wohnung bewußtlos aufgefundenen Frau konnte nunmehr festgestellt werden. Es handelt sich um die Profefforsgattin R y s ä n e k. Bisher konnte noch nicht festgestellt werden, wie es zu der Tragödie kam. Die Polizei wird Frau Rhsänek, die sich in der Brünner Landeskrankenanstalt befindet, einvernehmen. Wieder eine Verhaftung in der Schenker- Affäre. Die Brünner Polizei setzt die Untersuchung in der Affäre der Firma Schenker fort und verhaftete am Sonntag den Obersektionsrat des Eisenbahnministeriums Joses Bludovskh. Der Verhaftete wurde in die Haft des Brünner Kreisstrafgerichtes eingeliefert. Wieder wärmere Tage. Am Nordrand der Republik war es gestern etwas kühler als tagS- vorher, ansonsten hat es sich erwärmt. In Böhmen ist es vielfach nebelig. Dienstag um.1.4 Uhr meldeten Troppau 9, Prag.10, Brünn 11, Pilsen 13, Bratislava 14 und Luöenec 18 Grad. Gleichzeitig hatte die Schncekoppe—2 Grad. Wahrscheinliches Wetter heute: Im Westen des Staates a l l m ä h l i ch e A u f h e i.t e r u N g, in den» Niederungen ergiebige Morgennebel, verstärkte Temperaturschtvankungen zwischen Tag und Nacht. Tschechoflowakische Musik nach Sowjetrussland. Dieser Tage ist aus SSSR eine Studienexkursion der Union tschechoslowakischer Berufs- Musiker zurückgekehrt, die in der Sowjetunion die dortigen Verhältnisse studierte und Vorbereitungen für...die. Placierung unserei^SexufMusikxr i» Sowsttrußkänd-träf.-*Dtr GAttsM? Wkkde'Hf Sowjetrußland von den zuständigen Funktionären sehr freundschaftlich ausgenommen. Die Union besitzt hiedurch die Möglichkeit, s o s o r t mehrere Berufsmusiker- insbesondere aber M u s i k p rose s s o r e n, an sowjetrussischen Musiklehranstalten unterzubringen. Die MusikftaatSprüfungen in Brünn finden Mitte Mai 1935 statte Anmeldungen nimmt die Direktion der Staatlichen"Prüfungskommission in Brünn, Petrov Hr. 9, bis zum 15. April 1935 entgegen. Geänderte Postamts-Benennungen. Ab 1. Mai 1935 wird die Benennung folgender Postämter abgeändert: Weißkirch bei Jägerndorf auf Jägerndorf 3. Schönwald bei Znaim in Sumvald u Znojma und Skalice-Boskovice in Skalice nad Svitavou. Flugzeug-Absturz. Das belgische Kolonien- Ministerium wurde Dienstag abends.von dem Gouverneur von Beltzisch-Kongo telegraphisch verständigt, daß der französische Generalgouverneyr von Aequatorial-Afrika Renard, dessen Gattin und fünf weitere Mitreisende nachmittags tot aufge- furchen wurden. Das Flugzeug war m vollem Fluge abgestürzt, indem es wahrscheinlich vom Sturm zu Boden gesegt wurde. Das Flugzeug ist vollkommen zertrümmert. Ein Dieb erschießt den Dorfschulzen. In der ungarischen Gemeinde Okecske wurde ein unbekannter Mann ertappt, als er gerade in das Gebäude der dortigen Gemeindesparkasse einbrechen wollte. Der Dieb ergriff die Flucht, wurde aber von einigen Dorfbewohnern, darunter von dem Dorfschulzen, namens Toth» verfolgt. Als Toth den Dieb einholte, zog dieser einen Revolver hervor und feuerte mehrmals auf den Dorfschulzen, der, von- zwei Kugeln getroffen, tot zusammenbrach. Dem Mörder gelang es zu entkommen. Vom Rundfunk tapWilMiwarlu au* den Programmen t Donnerstag: Prag, Sender L: 19.05: Deutsche Nachrichten, 12.10: Opernszenen, 17.50: Deutsche Sendung: Zum 250. Geburtstag von Joh. Seb Bach, 19.15: Wir lernen russisch, 22.15 Konzert des Prager Salon- örchesters. Sender S: 14.30: Tanzlieder tschechischer Autoren, 15: Deutsche Sendung: Zum 250. Geburtstag von Bach, 18.20: Schrammeikonzert.— Brünn 17.50: Deutsche Sendung: A rbeiter- funk: Schuft.er: Die Stellung des unehelichen Kindes im neuen bürgerlichen Gesetzbuch». 19,30: AuS üalienischen u."französischen Opern- Mährisch- Ostrau 12.35: Orchesterkonzert, 17.50': Deutsche Sendung: Brandeis: Joh. Seb. Bach, zum 250. Geburtstage, 19.15: Dr. Fajta: Rheumatismus, eine Sozialkrankheit."—- Preßburg"17.20: Moderne slowakische Chansons. fe. 67 Seite 5 Mittwnih, 80. März 1035 -Es ist erreicht E« ist erreicht,.. Heil Führer Dir? VH ftarrt M B»lk in Wette«, Jetzt sintz wir endlich«nieder wir. Jetzt können wir et schatten. Hnrratz,.. Hnrrnh... es geht um Macht— Dns deutsche Kalk ist«nfgewacht— Jetzt können wir es schnffen. Es wird nicht weiter kanferiert, WaS brauchen wir vertrüge. Jetzt wird die Welt nicht pardoniert, Es gibt nur scharfe Schläge. DaS Kalk, daS Kalk ist aufgewacht Gang kurze Zeit nach... und cs kracht, Dann gibt eS scharf« Schläge. Was schert unS nach der Völkerbund? Er mag getrost beraten. Wir richten schaa die Welt zugrund— Mit unfern Friedenstuten Hurrnh... hurrah... es kämmt der Krieg— Hurruh.. eS lammt der deutsch« Lieg Tchan durch die Friedenstaten. Die Stunde schlügt, dir Stunde schlügt— Es rieselt in den Mauern. Die ganz« Welt wird mngelegt. Wer fall sic auch betrauern? Die Fahnen hach, das Schwert zur Hand ES lebe hach der Wrltentrand! Wer will dir Welt betrauern? Heil Führer dir, in Siegrskranz— Jetzt soll die Welt erbeben Du schlägst den Takt zum Totentanz. Was braucht dir Welt zu leben? Hurrah.. wir ziehen in den Krieg ES gibt nur einen deutschen Sieg,- Ha! Welche Lust zu leien. Brutus. Die kubanische Regierung benutzt das Scheitern des Generalstreiks auf Kuba zur Durchführung einschneidender Säubern n gsmaß- nahmen im Staatsdienste. Viele Staatsbeamte und andere Angestellte wurden entlassen, zahlreiche andere verhaftet. 2 Mitglieder der kommunistischen Partei, die dieser Tag« neue Unruhen heraufbeschworen, wurden verhaftet und kommen vor das Kriegsgericht. Das Ausnahms- gericht hat bisher etwa zehn Urteile gefällt. Es handelt sich hiebei um Kerkerstrafen in der Höhe von sechs Monaten bis zu sechs Jahren. Ertrunken. Bei Malaga kenterte infolge starken Wellenganges ein Fischerboot. Die fünf- köpfige Besatzung kam in den Wellen um. Rur eine Leiche, die sich in das Fischnetz verstrickt hatte, konnte geborgen werden. Volkswirtschaft und Sozialpolitik Index der Lebenshaltungskosten 1« Feber mastig gestiegen Der vom Statistischen Staatsamte für die mittlere Woche des Monates Feber 1085 auf Grundlage der Vorkriegspreise(VII. 1914= 100) ermittelte Index der Lebenshaltungskosten in P r a g weist gegenüber dem gleichen Zeiträume des vorhergehenden Monates ein m ä tz i g e S Steigen aus, und zwar sowohl bei der Arbeiterfamilie als auch bei der Bcamtenfamilie uin % Prozent. Das Preisniveau weist in dem angeführten Zeitraum einen verhältnismäßigen Stillstand auf, das erwähnte unbedeutende Steigen der Indices wurde durch eine Verteuerung bloß bei einigen Warengattungen in der Gruppe der Nahrungsmittel verursacht. Es ist dies eine saisonmätzige Preiserhöhung fast bei allen GemÜfcacten und Obst, ferner eine geringer« bei Butter. Der Gesamtindex der Prager Lebenshal- tungskoften im Feber(in der Klammer im Jänner) d. I. betragt: Bei der Arbeiterfamilie in einer Wohnung mit gesetzlichem Mieterschutz 688(629), bei der gleichen Familie in einer Wohnung ohne Mieterschutz 725(721); gewogener Durchschnitt 681(678). Bei der Beamtenfamili« in einer Wohnung mit gesetzlichem Mieterschutz 603(601), in einer Wohnung ohne Mieterschutz 706(703); geivogener Durchschnitt 661(608). Der gewogene LebenSmittellndex für den Durchschnitt der ganzen Republik weist in der mittleren Woche des F e b e r d. I. gegenüber Jänner ebenfalls ein mäßiges Steigen von 667 auf 671, d. i. um 0.6 Prozent aus. Im Gesamtstaats-Durchschnitt entwickelten sich die Preis« fast genau ebenso wie in Prag. Bedeutendere Preisbewegungen wurden auch hier nur bei Gemüse und Obst verzeichnet, die sonstigen Preisverschiebungen sind von minimaler Bedeutung. Zum Unterschied von Prag hat in der ganzen Republik eine Tendenz zum Sinken der Preis von Butter, die sich in Prag mäßig verteuerte. In den e i n z e.l n e n Ländern war der gewogene Nahrungsmittelindex im Vergleich mit dem Vormonate(Zahlen in der Klammer) folgender: In B ö h m e n 679(676), in Mähren-Schlesien 650(642), in der Slowakei 693(688) und Karpathorußland 730(722). Was die großen Städte betrifft, in denen die Preise den ganzen Monat hindurch verfolgt werden, verzeichnen: Prag 634(627), Brünn 611(598), Bratislava 786(734), Pil- sen 659(645), Reichenberg 658(657) und Mährisch-Ostrau 626(620). Die Ein-«nd Ausfuhr im Feber Größere Aufnahmefähigkeit des Binnenmarktes notwendig! Das am Samstag in unserem Blatte veröffentlichte Ergebnis des tschechoslowakischen Außenhandels für den Monat Feber 1935- bestätigt die anhaltende'günstige Entwicklung unserer Ausfuhr. Im Vergleich*-»«» Feber 1984 ist di« FertigwarenauSsuhr von 316 auf 876 Millionen Kronen gestiegen. Nun muß bei diesem Vergleich allerdings der Währungsunterschied berücksichtigt werden, der sich aus der Mitte Feber 1984 durchgeführten Kronenabwertung ergibt. Aber auch wenn man die Hälfte deS LOprozentigen Abwertung-Unterschiedes in Rechnung stellt, so bleibt trotzdem in der FertigwarenauSsuhr ein erfreulicher Zuwachs übrig. Au- den Begleiterscheinungen der Abwertung erklärt sich wenigstens teilweist auch die gegenüber dem Feber 1934 bedeutende Abnahme der Einfuhr. Von 506 Millionen Kronen ist sie auf 415 Millionen Kronen zurückgegangen(im Jänner 1984 hatte die Einfuhr nur 876 Millionen Kronen betragen). Di«'bevorstehende Kronenabwrrtung hatte in einem gewissen Umfang zur Einfuhr von Rohstoffen auf Vorrat geführt. Im Feber 1935 liegt nun die Rohstoffeinfuhr um rund 87 Millionen Kronen tiefer als im Vorjahre. Immerhin ist dann in den folgenden Monaten des Jahres 1934 infolge der durch die Währungsmaßnahme forcierten günstigen Entwicklung unserer Ausfuhr auch die Einfuhr stet- höher gewesen als im Feber 1935. Gegenüber dem Männer 1985 hält sie sich etwa auf der gleichen Höhe. Da nun der Außenhandel noch immer im zunehmendem Maße die Tendenz zum Kompcn- sations-, also dem direkten Tnnsckwerkehr zeigt, dürfen die exportwrdernden Maßnahmen die Bemühungen um das Wacknen der Aufliahmefähigkeit deS inneren Marktes nicht außer acht lassen. Aus brr gegenwärtigen Situation im Weltaußen- handel läßt sich die Erfahrung adleiten, daß, je größer dir Aufnahmefähigkeit de- inneren Mark te-, desto nachhaltiger di« günstige Entwicklung der eigenen Ausfuhr ist. Die Ein- und Ausfuhr in den wichtigsten Warengruppcn im Monat Feber der letzten drei Jahre zeigt folgende- Bild: Einfuhr im Feber: Warengruppe 1935 1934 1933 in Millionen Kronen Lebende Tier«.... 10,1 4,9 11,6 Lebensmittel u. Getränke 62,2 57,7 69,1 Rohstoffe 209,9 287,4 172,7 Fertige Waren..-. 132,0 153,6 115,0 Edelmetalle u. Münzen (nicht f. Münzzwecke) 0,75; 2,5 2.2 Reiner Warenverkehr. 415,0 506,1 870,6 Au-fuhr im Febe r: Warengruppe 1935 1934 1933 in Millipnen Kronen Lebende Tier«.... 0,3 0,2 0,2 Lebensmittel u. Getränke 28,0 21,5 36,3. Rohstoffe..... 119,5 110,4 97,7 Fertige Waren... 375,9 816,0 306,2 Edelmetalle und Münzen (nicht f. Warenzwecke) 1.5 2 2 1,2 Reiner Warenverkehr. 520,2 450,3 441,9 Da die Handelsbilanz des reinen Warenverkehrs im Feber 1985 sonach mit dem Betrage von 104 Millionen Kronen aktiv ist, ergibt sich für die ersten zwei Monate des laufenden Jahres bereits ein Ausfuhrüberschuß von 165 Millionen Kronen, während in der gleichen Zeit de- Vorjahres noch ein Einfuhr Überschuß von 42 Millionen Kronen vorhanden war.' Der volkswirtschaftliche Nutzen des erfreulichen Ausfuhrüberschusses wird beeinträchtigt durch die Tatsache, daß diese Forderungen zum Teil al- eingefroren betrachtet werden müssen, also erst nach längerer Zeit von den ausländischen Gläubigern beglichen werden. Ann Neagle spielt die Titelrolle in dem Fllm„Nell Gwyn—> di« Geliebte de- König-".. Sauwohl! .i. »Wer verhilft Gefühls-Arier zu einem einwandfreien Stammbaum?" Ein reichsdeutsche- Inserat. II. „Barbarisierun gl"„@e i st f t in d". schaftl" heulen die geflüchteten Marxisten und JudenI Nun ja, wir sind um einige- dieser Ware leichter gelvorden.- GottseidaNk. Wir füh- ki n uns sauwohl dabei I" Aus einer Nazi-Zeitschrist. Gcrlchtssaai lisierungsausschuß der englischen Baumwollspinnereien mit dem Ersuchen an die Regierung gewendet, eine Verschrottung der überflüssigen Spindeln im MvangSwege herbei,zuführen. Der britische Handelsminister erklärte kürzlich im Unterhaus, daß die Regierung bestimmte Zwangsmaßnahmen und eine eventuelle Regierungsgarantie für eine Anleihe zum Ankauf dieser überflüssigen Spindeln In Erwägung ziehe. Ein diesbezüglicher Gesetzentwurf werde bereits vorbereitet. „Selbstwrhr" ein Appell an die jüdischen Film- Unternehmer erschienen, dem Skandal ein Ende zu machen. Aber geändert,hat sich bis heute nichts. Wir verzeichnen ein Beispiel, das nur ein Fall unter vielen ist. In den Barmndov-Ateliers wird zur Zeit ein Vlasta Burian-Film gedreht. Er heißt.Ein Ausflug in die Zeiten der Ritter". Die Firma, die ihn herstellt, heißt Meißner-Film. Der Firmenchef heißt M.c i ß n e r. Wenn ein Schauspieler sich darum bemüht, in der deutschen Fassung diese- Films mttzuwir- krn» verlangt die Firma Meißner von ihm den Arier-Nachweis für ihre Berliner Protektoren. Sie nimmt es so ernst damit, daß der jüdische • Firmenchef Meißner sogar das ArierzeugniS seiner Gattin Else Lord zur Prüfung nach Berlin gesandt hat, bevor er ihr gestattet bat, an dem„Ausflug in die Zetten der Ritter" teilzu nehmen. Weiter wird uns versichert, dab der auS Ber lin entsande Inspizient des gleichgeschalteten Meiß- ner-FilmS, ein Herr E i s e n b a ch, kein anderer ist, als der Sohn des einst in Wien bekannten jüdischen Jargon-Komikers Heinrich Eisendach! Solcher„Grotesken" gibt es viele. Da haben zum Beispiel vor kurzem, wie wir berichtet haben, in Wien Verhandlungen stattgefunden, die zur Gleichschaltung der österreichischen Filmindustrie führten, und einer der Berliner Verhandlungspartner, die den Arierparagraphen im Wiener Film durch- zusehen hatten, war der Uta-Direktor Korell, der mehr als eine jüdische Großmütter hat. Und bis vor wenigen Wochen war auch di» Leiterin der Prager Ufa-Bertretung eine Jüdin. Und der schon erlvähnte Artikel in- der„Selbst wehr" sprach mit Bedauerst davon,'da'' ein Prager i Filmverleiher, der hitlerdeutsche'Produkte ver- treibt, als Z i o n i st eine Rolle spielt, aber das hat Herrn A u e r b a ch.nicht gehsndert»por kur zem in Prag einen Lui» Trenker-Film starten zu lassen, in dem die Hakenkreuzsahn« weht,„Steg heil" gebrüllt wird und Tirol.für einen Teil Deutschlands erklärt wird. Wir haben uns nie Illusionen über den Cha-| rakter des kapitalistischen Geschäftsbetriebs ge-! macht. Wir wissen auch sehr gut, haß der reaktio-1 näre Hitlerfasei-muS die stille Bewunderung jüdi-■ scher Kapitalisten hat. Aber daß sie es nicht bei, der stillen Bewunderung bewinden lassen, sondern' ut( soweit gehen, sich zum Handlanger der Hit-\ AA' Karla P. wurde demgemäß freigesprach c rr Y. rb. Zwangsweise Vernichtung von Baumwollspindeln in England „ Wir berichteten schon darüber, daß die Vorschläge der britischen Baumwollspinnervereinigung, ungefähr 10 Millionen überflüssiger Spindeln der britischen Baumwollindustrie zu vernichten, von der Mehrheit der Baurnwollspinner angenommen wurden. Da aber ein restloses Einvernehmen mit allen in Betracht kommenden Spinnereien nicht erzielt wurde, hat sich der Ration«- Jüdische Hitler-Fllm-Schan-e in Prag Meißner-Figuren und Arier-Paragraph Nach Beendigung des Einfuhrkriegs mit den Damals vor fünf Monaten ist in der zionistischen amerikanischen Filmtrust ist in der Prager Film welt Belebung eingetreten. Die Schundwelle der Goebbels-Filme ist im Abflauen, und wenn sie noch irgendn» erscheinen, dann haftet ihnen und dem Ort ihres Erscheinens das verdiente Merkmal der Obskurität an. Äber das Kapitel vom hitlerdeutsche» Film in Prag ist damit leider noch immer nicht erledigt. Das Terrain, das ihm rund um den Wenzelsplatz verloren geht, behauptet er um, so hartnäckiger oben am Barrandov, wo die„heimischen" Filme her gestellt werden. Wir haben wiederholt auf den Skandal hingewiesen, der damit begann, daß hiesige Filmproduzenten mit der Berliner Film kammer Verträge-schlossen, auf Grund, deren gleichgeschaltete Barrandov-Filme entstanden, und der sich dann derart weiterentwickelt hat, ziger Film mit deutscher Version entsteht, einziger Film mit dentscher Version entsteht, der nicht der Zensur mid Kontrolle der Berliner Film-Rasts unterstellt ist: von der Auswahl der Darsteller, von der barbarischen Blödheit also bis zum Arierparagraphen. Es geschieht mit Duldung der hohen, Behörden und unter dem ehernen(nur von Reklamenotizen unterbrochenen) Schweigen der demokratischen (und erst recht der nationalistischen) Presse seit anderthalb Jahren in der Hauptstadt der Republik, daß der„Geist" des Dritten Reiches flir die Her stellung jener Kunstart maßgebend gemacht wird,! die am meisten in die Massen dringt, und daß die im Hitler-Reich wütende Rassenschnüffelei syste matisch gegen alle geübt wird, die an einem deut schen Barrandov-Film, und sei es auch nur als Komparsen, Mitwirken wollen. Es geschieht, ob gleich die wenigen, heimischen Filme, die im Aus land(und auch in Deutschland) Erfolg hatten, zu den wenigen nicht gleichgeschalteten gehörten, und obgleich die Herstellung deutsck'er Filme am Barrandov keine bessere Aufgabe haben könnte als gerade dem blöd-barbarischen und hetzerisch-ver logenen GoebbelS-Film ein Gegengewicht zu bieten. Daß eS geschieht, ist beschämend und empörend genug. Aber noch beschämender und empörender ist, m i t w r s s c n H i 111 es ge schieht. Es sind fünf Monate her,' seit wir auf den „jüdischen Judenboykott im Prager Film" hinge wiesen haben: auf die Tatsache, daß jüdische Prager Filmuntcrnehmrr die Her steller jener gleichgrfchaltrten Machwerke find, bei denen die Mitarbeit vom Nachweis arischer Vorfahren und von der Genebmignng der Ber-1 liner Filmkammer abhängig ist.- Zwischen zwei Frauen— Flucht in den Tod Eine seltsame LiebeStragödit. Prag. Bor dem- Straflenat K n a u t e wurde Dienstag«in eigentümlicher Fall verhandelt. Die Anklage gegen die 50jährige Karla P. lautet' auf gefährliche Drohung. Der gesetzlich erfaßbar« Tatbestand ist unscheinbar-genug und doch verbirgt sich-hinter ihm«in Liede-brama v.gn tiefer mensch» kichern Tragik:--Kein Drama juacndliäer.übcrichivcng.-, sicher Verliebtheit,sondern- der verhängnisvoll« Gefühlskonflikt eines alternden Mannes, der sich zwischen zwei Frauen gestellt sah und nicht die Kraft-aufbrachte. sich für eine von ihm zu entscheiden und sich von der andern zu lösen. Der Konflikt endete mit dem Selbstmord de» Mannes und den letzten ! Anstoß zu der Katastrophe gab ein jäher GefühiS» | auSbruch der heute angeklaaten Karla P. Die Angeklagte, eine SOsährigt geschiedene Frau. ! die zlvei Kinder hat, lebte mit dem Portier des Post» ministeriumS Heppner mehrere Jahre in glück- lickcr Lebensgemeinschaft.'-Heppner machte indessen später die Bekanntschaft einer■ anderen Frau, einer gewissen Vlasta, die ihn bald völlig zu fesseln wußte. Unter diesem Verhältnis litt die Lebensgefährtin Heppners sehr, aber auch Heppner geriet in schweren i ZwiespaÜ mit sich selbst. Er hing nach wie vor an seiner Gefährtin, die er sein„süßes Mütter- tch e n" nannte und mit verdoppelter Zärtlichkeit uber- j schüttete. Wohl in dem unbetvußten Bestreben, seine Untreue irgendwie gutzumachcn. Aber seine neue Freundin Vlasta hielt ihn so in ihrem Bann, daß er sich von ihr nicht loSzumacben vermochte. So schwankte er haltlos zwilchen den beide» Frauen hin und her und es scheint, daß ihn dieser ewige Widerstand der Gefühle allmählich völlig zermürbt hat. Di« Eifersucht der Angeklagten verleitete sie tineS Tage» dazu, ihren Lebensgefährten anzurufen, wobei st« sich für ihre Rivalin Vlasta ausgab. Sie wollte auf diese Weis« herausbekommen. wie es mit den beiden stehe. Und ihre, eifersüchtigen Befürcht»«-. gen wurden nicht nur erfüllt, sondern übertroffen. Heppner, der ihr erst kurz vorher versprochen hatte, sich von ihrer Nebenbuhlerin loszusagen, machte der vermeintlichen Vlasta durch den Telephondraht die glühendsten Liebe-Versprechungen.... Ich lasse dick! nicht. Für dich tue ich aller. Ich werde auch wieder Geld für dich auftreiben..." Man kann sich leicht vorstellen, wie dieser unbewußte Selbstverrat ihre- Freunde- aus die-»geklagte wirkte. St« wollt« unverzüglich mit Heppnex selbst sprechen. Unverzüglich! Wie von Linnen eilt« sie zum Postministetiiim. Aber in der Portierloge saß nicht ihr Freund, sondern dessen. Kollege Kratochvil, der ihn eben abgelöst hatte. Und nun erfolgte ein wilder Gefühlsausbruch. Karla P. schrie, sie werde i ihren Freund, ihre zwei Kinder und sich selbst erschießen. Kratochvil hielt es für gut. seinen Kollegen Heppner telephonisch zu warnens Al- Heppner, dessen Nerven ohnedies schon schwer erschüttert waren, diese Botschaft vernahm, griff er zum Revolver und erfhoßsich. Diese Tragödie hatte nun ihr gerichtliches Rach- i spiel, denn die Staat-anivaltschaft erblickte in den i Aeußerungen der Angeklagten den Tatbestand des iVerbreche ns der gefährlichen ! D r o h u n g. durch welche. Heppner in den Tod getrieben'worden sei. Der Gerichtshof sah indessen in ! den inkriminierten Worten der Angeklagten keine 'bewußte Drohung, sondern nur den Gefiihls- 1 auSbruch einer tief gekränkten Frau, der durch die j unheilvollen Begleitumstände di« Katastrophe aus» < lerei im Ausland zu machen, daß wird manchem I doch immer wieder als unfaßbar erscheinen. Seite 6 „Sozialdemokrat Mitt«»«, 20. März 1935. «r.«T Ausgongschuhe mit aparter Verzierung. km Neves Model!: Reich perforierter Halbschuh. Lack- Mattbox- Kombination. Braune oder schwarze Halbschuhe mit dauerhafter Gummisohle. Beim Tragen von Schuhwerk mit Gummisohle ist darauf zu achten, dass diese nicht mit Oel, Naphta und Benzin in Berührung kommt. Halbschuhe mit Gummisohle. 31-34 Kc 15... 35-38 Kc 1-.- Lackschuhe Neues Frühjahr- neue Schuhe PRAGER ZglTBMft' Nationalistische Musikpädagogik Sonderbare Auffaflungen des Herrn Prof. Beding In einer Elternversammlung der deutschen Minderheitsschule sn Prag-Holesovic sprach Montag, den 18. März, Herr Universitätsprofessor Dr. Becksng über musikalische Erziehung, em Vortrag, der wegen seiner Tendenz eine gewisse Beachtung verdient. Herr Professor Dr. Beding hob hervor, datz es Aufgabe des Musikunterrichts in der Schule sei, vor allem das deutsche Volkslied zu pflegen, worin ihm ohne weiters zugestimmt werden kann. Was aber Befremden erregen mutz, ist die Art, wie der Herr Professor seine Auffassung begründete. Er nahm derart Stellung gegen die Mustkalischen Schöpfungen anderer Nationen, insbesondere der Tschechen, datz eine solche Stellungnahme nicht unwidersprochen und unerwähnt bleiben kann. So sagte er. datz es einem Deutschen besser gefallen müsse, wenn ein Egerländer schlecht, als wenn ein Tscheche gut Geige spiele, weil der Egerländer in einer Weise spiele, die eben dem deutschen Volkstum entspreche. Eine zweite Geschichte, die der Herr Professor zum besten gab, war iiftt Schilderung seiner Tätigkeit als Prüfer bet den Aufnahmen in die Pädagogische Akademie in Prag. Er sagte, er stelle an die Aufnahmebewerber keine Fragen mehr, weil er sich dabei so ärgern müsse, datz er früher in die Grube fahren mützte. Was hat nun den Herrn Professor so aufgeregt? Die Antwort eines Schülers, datz ihm slawische Musik am besten gefalle I Auch die Kritik des Herrn Professor an unseren Schulvorschriften, die besagen, man solle den Schülern die zeitgenössische Musik erklären» war nicht am Platze, denn gerade die Verbindung zu dem Zeitgeschehen kann dem Unterricht nur Lebendigkeit verleihen. Es, kann bezweifelt werden, ob es Aufgabe der Elternversammlung einer deutschen Schule in Prag ist, derart nationalistischen Geist zu predigen- und datz die musikalische Erziehung unseres Lehrnachwuchses bei Herrn Professor Dr. Beding in guten Händen ist. Symbol« de» Anfall» . An jenem schwarzen Sonntag der europäischen Geschichte, an dem die Kunde von der militaristischen Provokation Hitlerdeutschlands durch ganz Europa aing. ereignete stch in den Abendstunden im Zentrum der Stadt eine kleine Szene, die denen, die sie erlebten, weit mehr als cttvas Zufälliges erschien. Dor der Prager Filiale einer bekannten, als nationalsozialistisch berüchtigten deutschen Firma promeniert«, wohl wirklich ganz zufällig, jener wenig geschmackvolle.Tötenkopf". dessen unästhetische Propagandatätigkeit wir vor kurzem beanstandet haben. Der arme Arbeitslose, der hier im Totenhemd und mit Knochenbänden Reklame läuft, um ein paar Heller zu verdienen, blieb— wohl nur. um zu verschnaufen— direkt unter dem Firmazeichen des deutschen Unternebmeirs stehen. Es ergab sich— weise Symbolik des Zufalls— datz dieses Firmen- Wappen direkt über dem Totenkopf an der Wand berganwuchs. Schnell bildete stch eine Ansammlung und ein Mann aus dem Publikum sagte sehr ernst:.Die deutsche Wehrpflicht und das. was st« für die Welt bedeuten wird. Einige Zuhörer nickten, die anderen sagt«n kein Wort und starrten nur stumm auf hen lebendigen.Totenkopf"... Der gewahrte die Menge und verbeugte sich seiner Rcklamepflicht ge- mäss. Dan» ging er langsamen Schritts weiter. P. Ein Aut» stößt ei« anderes in rin drittes. Ein nicht sichergostellter Chauffeur fuhr gestern gegen 10 Uhr vormittags mit seinem leichten Lastauto C 25.25? in der Richtung nach der Sokolskä m Prag kl. und stietz an der Ecke Bofiste—Sokolova mit dem rückwärtigen Teil seines Wagens in das vom MUDr. Heinrich Löwenfeld, Weinberge, Bkrti- siavova 8, gelenkte Personenauto P 20.411. Dieses wurde in das neben dem Gehsteig stehende Auto P 1648 geschleudert, dessen Chauffeur Frant'Zek Jankar danebenstand. Verletzt wurde niemand, nur das Auto des Arztes wurde durch Zertrümmerung des vordere»^Kotflügels und der Achse zur Weiterfahrt untüchtig gemacht. Selbstmordversuch avf der Perkbenk. Gestern vormittags trank ans einer Bank auf dem Karls- Platz der 19jährige Schlosser Vaclav Ponert aus Tube! in selbstmörderischer Absicht Lysol. Er wurde auf die Klinik Prof. Hynek gebracht. Bei Pariert wurde die Photographie eines Mädchens gefunden. Haust und Wissen Gesamtgästspiel Theater in der Josefstadt mit Guitrys Komödie„Sein neues Testa- ment". Montag, den 25. März. Hauptrolle: Edt- hofer., Sitzpläge Kä 8.— bis 48.—. Abonn. 30 Prozent Ermäßigung. Vorverkauf täglich. Donnerstag„Jeuufa". Abonn. aufgehoben. C1 fallt aus. da dieses Achtel um eine Vorstellung voraus ist. Infolge verschiedener Beurlaubungen letzte heurige Aufführung von„Jenufa" l Die Achtelserien W 1, B 2. C 2 und D 2 werden die Vorstellung daher in dieser Spielzeit nicht mehr bekommen. Spielplanänderung. Heute 8 Uhr.R i g o- letto"(BI) statt d«S ursprünglich angesetzten .Barbier von Sevilla", der infolge Erkrankung von Rose Book verschoben werden muhte. Gutscheine aller Serien gültig! Zu dieser Vorstellung wurden die Oberklassen der Prager Mittelschule» und die Hochschulen eingeladen. Es wird um rechtzeitige Einlösung der Gutscheine gebeten! Noch gute Plätze aller Kategorien vorhanden. Spielplan des Deutsch« Theaters. Mittwoch. 20. März, 8 Uhr abends:.Riga letto".— Donnerstag 7 Uhr: Jenufa. Abonnement aufgehoben.— Freitag halb 8:HinterMauern, D 2.— Samstag hab 8:FigarosHoch- zeit, Gastspiel Willy Domgraf-Fassbänder, A 1. Wochenspielvlau der Kleine« Bühne. Mittwoch 8: Mädchen für alles.— Donnerstag 8: Ich Habs getan.— Freitag 8: Gentlemen. — Samstag 8: Mädchen für alles. USB Film Das Phantom non London Der auflagenreiche englische Erzähler Stevenson hat in seinem Roman.Dr. Jekyll und Mister Hyde" einen hinreissenden Einfall verarbeitet: dass es nämlich einem jungen Arzt gelingt, das Tier im Menschen auszusondern und dah der Arzt das Experiment an sich selbst vollzieht. Die Sache hat etwas Faustisches, und die Gorilla-Gestalt, in die sich der sonst edle und hübsche Gelehrte verwandelt, um sein« Triebe heimlich auSzuleben, ist mit Mephisto und d'n Golem verwandt. Auf jeden Fall: eine spannende und phantasieanrogende Sache, die jeden daran denken lässt, wie er aussehen würde, wenn«inmal alle Hemmungen und Grundsätze von ihm abfielen. In Stevensons Verarbeitung ist aus dem hinreihenden Einfall dann allerdings nur die Geschichte eines seltsamen Doppellebens geworden: auf der einen Seite die Generalstochter, die der ehrsame Arzt heiraten will, und auf der anderen die Dirne, die sein dunkles Ich begehrt und quält und am End« umbringt. Und in dem Hollywood-Film, den wir nun sehe«, ist nicht vier mehr als ein Schauerroms« übrig geblieben-. Eine Wandlung, dir schon dadurch zu erklären ist, dah die Darstellung ungehemmten Trieblebens der Filmzensur aller Länder zum Opfer gefallen wäre. Aber was das Thema unter solchen einschränkenden Bedingungen noch an Wirkungen chergeben konnte, das hat der Regisseur Ruben M a m o u- l i a n mit raffinierter Könnerschaft herausgeholt. Wie er das Phantastische der Vorgänge beinahe glaubwürdig, das Schauerliche beinahe tragisch und das Reiherische beinah« spannend macht, das ist ein« sehenswerte artistische Leistung. Es gilt von ihr dasselbe wie von feinem(ganz anders gearteten) Film.Lieb mich heut nacht": es ist mehr ein Kunststück als ein Kunstwerk,— aber ein Kunststück, das gelungen ist. Nur den Witz, den Mamoulian in seinem Chevalier-Film so üppig blühen läht, läht er hier vermissen. Er verzichtet auf die Möglichkeit, jene geheimen Begierden des zivilisierten Menschen zu zeigen, die komisch sind. Er nimmt die Sach« eindeutig ernst und tragisch— im Gegensatz zu einem Grossteil der Zuschauer. Derselbe Mangel an Witz ist auch die Schwäch« d«S Hauptdarstellers Frederic M a r ck. Aber es ist seine einzige Schwäche. Denn di« Wandlungs- fähigkeft, die Hingabe und die Suggestivität, mit der er seine kaum noch mögliche Doppelrolle spielt, find bewundernswert. Während Mirjam Hopkins in der viel natürlicheren Rolle der Dirne viel un- natürlicher erscheint.—eis—• An der Schwelle de» Tode» DaS ist ein Film aus den alten Beständen der Ufa, hervorgeholt, weil. er die heutigen Berliner Erzeugnisse wenigstens durch anständige Gesinnung übertrifft. Es handelt sich in ihm um ein modernes Gretchenschicksal, das mit nawem Naturalismus vor- Einladung zur Generalversammlung des Bezirksvereines Arbeilerfür- f v r, e Prag am 29. März'1935, um 8 Uhr abends im Verein deutscher Arbeiter, SmeÄa- S-ffe 27. TaseSardn« n«: 1. Protokollvcrlrsunz. 2. Berichte. 3. Wahlen. 4. Freie Anträge. Einbcrufcr: Maria Deutsch, Hilde F r a« z e l. Borfitzende. Kaffierin. getragen und aus der Tragödie dann rasch zum versöhnlichem Ende umgebogen wird. Sehr eindrucksvoll ist die Sache nicht geraten, aber es spricht Verständnis für die Not der heutigen Jugend und Abneigung gegen das Unverständnis kleinbürgerlicher Moralphilister aus ihk. In der Hauptrolle erscheint dir schvii vergessens Toni von Eyck, mit einer ernsten Anmut und ohne Weinerlichkeit, selbst da noch um Echtheit bemüht, wo man sie zu stillosen Monologen gezwungen hat. Ihr Partner Hans Br« usewetter vermag nicht mehr aufzubringen als äusserliche Liebenswürdigkeit, aber der inzwischen längst ausgewanderte Erwin K a l s e r macht aus der Gestalt des engstirnigen Varers eine Leistung vornehmer Schauspielkrwst. •—eis— Ans der Partei Sozialistische Jugend, Kreis Prag. Wir beteiligen uns geschlossen an der Parteiversammlung heu t« abends 8 Uhr in- der Urania, Prag ll., Klimentska 4. Referent: Genosse Jak sch:.Die sude- tendeutsche Polifit a m Scheidewege." Verctnsnadirlditcn Kinderturnen. Aus technischen Gründen müssen wir dies« Woche das Turnen auf Mf r t- w o ch, den 20; März, Verlegen- Alle Kinder sollen daher Mittwoch um 4 Uhr nachmittags in der Turnhalle gestellt sein. An die Eltern richten wir die Bitte, genannten Tag bestimmt freizugeben, da wir Uebun- gen für die in Kürze stattfindende Kinderaufführung lernen. PRAG AUFBAU ODER CHAOS? Die sudetendeutsche Politik am Scheidewege. Dariiber spricht Abgeordneter Wenzel Jaksch In einer ÖFFENTLICHEN VERSAMMLUNG heilte Mittwoch, 20. März um 8 Uhr abends im Grollen Saale der„Urania“, Präs II, Kllmentskä Die nächsten Wochen sind für die sudetendeutsche Politik von entscheidender Bedeutung, jeder Deutsche muß sich daher über die politischen Verhältnisse im Sudetendeutschtum orientieren.>r Erscheinet alle! Keiner fehle!-w Bezugsbedingungen: Bei Zustellung ins Haus oder bei Bezug durch di« Post monatlich XL IS.—. vierteljährig KC 48.—, halbjährig Kö SS.—. ganzjährig Kö 192.—,— Inserate werden laut Tarif billigst berechnet. Bei öfteren Einschaltungen Preisnachlass. Rückstellung von Manuskripten erfolgt nur bei Einsendung der Retourmarken.— Die Zeitungsfrankatur wurde von der Bost- und Tcle- graphcndirektion mit Erlass Nr. 13.800/VI1/1930 bewilligt.— Druckerei:.OrbiS". Druck-. Verlags- und ZeitungS-Ä.«G.. Vraa.........