4 Nr. 74 Donnerstag, 28. Marz 1935 15. Jahrgang 1ENTRALORGAN DER DEUTSCHEN SOZIALDEMOKRATISCHEN ARBEITERPARTEI IN DER TSCHECHOSLOWAKISCHEN REPUBLIK 1 A 4b ERSCHEINT MIT AUSNAHME DES MONTAG TÄGLICH FRÜH. Redaktion und Verwaltung frag m. fochova 42. TELEFON DC77. HERAUSGEBER: SIEGFRIED TAUB. CHEFREDAKTEUR* WILHELM NIESSNER. VERANTWORTLICHER REDAKTEUR* DR. EMIL STRAUSS, PRAG. Einzelpreis 70 Hilter (einschließlich 5 Heller PortoJ Die Führer der Kleinen Entente beraten Landbund in Abwehr Segen SHF Ausschlüsse aus der Partei Mittwoch fand in Prag eine Sitzung der Reichsparteileitung des Bundes der Landwirte statt, welche sich mit den politischen Vorgängen in der letzten Zeit, mit dem Verhältnis zur SHF. und mit den Zuständen in der Partei selbst beschäftigte. In dem parteiamtlichen Bericht heißt es u. a.: Gemäß Beschluß der Reichsparteivertretung vom 20. März trat heute der Reichsparteivorstond des Bundes der Landwirte'in Prag zusammen. Die von allen vierzehn Kreisverbänden beschickte Sitzung befaßte sich zunächst mit der durch die ablehnende Antwort der SHF? sich ergebenden Lage und genehmigte einstimmig die Antwort an die SHF.- Unseren Berhandlungsleitern mit Minister Spina und Vizepräsident Zierhut an der Spitze, Wird der Dank und das Vertrauen ausgesprochen. Cs wurde festgestellt, daß durch die ablehnende Antwort der SHF. dem Bund der Landwirte d e r w e i t e r e W e g als selbständige politische Partei d.'s deutschen Landvolkes klar vorgezeichnet ist. Der Reichsparteivorstand beschloß di« nach der gegebenen Lage notwendigen organisatorischen und wahltechnischen Maßnahmen: Die vom Evkenntnissenat der Partei am 26. März l. I. verfügten Ausschlüsse aus der Partei wurden einstimmig zur' Kenntnis genommen. Aus der Partei ausgeschloflen wurden: Der Genosienschaftsrevisor Jng. Franz Künzl IsBrünn), Lagerhausdirektor Anton Pfrogner !(Mies), Bezirksvertrauensmann Wenzel Benisch, Landwirt(Elhotten bei Mies), Parteisekretär Heinrich Stuiber(MieS). Bezüglich der Wiederaufrichtung des Bezirksverbandes Mies wurde das Notwendige veranlaßt. Es wurde neuerdings die E i n m ü t i g- leit der Auffassung in allen schwebenden Fragen durch die Vertreter aller vierzehn Kreisverbände festgestellt. Berlin gegen Moskau Hitler verlangt 550.000 Mann Paris. Aus den Berichten über die Berliner Besprechungen der britiscken Minister mit Reichskanzler Hitler, die im ersten Augenblick verworren schienen, da Zugeständnisse und Forderungen nicht voneinander klar geschieden wurden, ergeben sich in Paris nach den übereinstimmenden Nachrichten der Berliner Korrespondenten folgende Einzelheiten: Die Forderungen werden folgendermaßen zusammengefaßt: 1. Deutschland verlangt eine Landarmee von 850.000 Mann. Es ist bereit, die Herstellung von Tanks, und schweren Geschützen einzustellen, wenn alle übrigen europäischen Mächte das gleiche tun. ■ 2. Deutschland verlangt eine Kriegsflotte von 420.000 Tonnen, das find 35 Prozent der Gesamttonnage der britischen Kriegsflotte. 3. Was das Militärflugwesen betrifft, verlangt Deutschland die Parität mit den stärksten Europäischen Mächten. Die Zugeständnisse Hitlers— die nach den Berichten der Berliner Berichterstatter der Pariser Blätter nicht sehr zahlreich sind— betreffen hauptsächlich die Sicherung der Rheingrenze. Hitler ist auch bereit, einen westeuropäischen Luftpakt abzuschließen. Die Berichterstatter schildern die Lage so, daß Hitler zu einem westeuropäischen Locarno bereit ist, um im Osten freie Hand zu haben, und daß er insbesondere das sogenannte Ostlocarno, den Osteuropapakt entschieden ablehnt. Einige Blätter versehen ihre heutigen Betrachtungen zusammenfassend mit der Ueberschrift »Berlin gegen Moskau". Bombengeschwader mit drehbaren Geschütztürmen London. Zwei englische Bombengeschwader werden zur Zeit mit meckanisch drehbaren Geschütztürmen ausgerüstet. Die Türm« sind an der Spitze des Flugzeuges angebracht, gewähren einen unbeschränkten Schußradius und erlauben selbst bei größter Geschwindigkeit unbehindertes und genaues Schießen. Preßburg. Der rumänische Minister für auswärtige Angelegenheiten Titulrscu mit Gemahlin und mit dem bevollmächtigten Minister Raicovieean« traf Mttwoch um 10 Uhr 45 aus Belgrad in Preßburg ein. Dem Gast wurde eine herzliche Begrüßung zuteil. In seiner Antwort auf die Begrüßung des Bürgermeisters führte Titulescu u. a. aus: Als ich von Rumänien abreiste und dann über Jugoslawien und die Tschechoslowakei reiste, hätte ich den'Eindruck, als ob ich ständig zü Hause wäre. Zu diesem meinem Gefühle trägt auch die Anwesenheit des Herrn Ministers Dr. Benes bei, der ein Teil meiner selbst ist. Wir zwei sind eins. Man spricht von der Revision. Ja, wir nehmen eine Revision an, aber das ist die Revision unter uns. Wir wollen die Grenzen zwischen uns beseitigen, aber wir werden diese Grenzen gegen ausländische Angriffe fest verteidigen. Die Beratungen des rumänischen Außenministers Titulescu und des Außenministers Dok-' tor Benes wurden sofort nach der Ankunft des rumänischen Ministers in Preßburg im Hotel »Carlton" ausgenommen. Die Beratungen wurden um halb 19 llhr beendet. Nach Abschluß der Beratungen empfingen di« Minister Titulescu und Tr. Bene» die Journalisten, denen Minister TituleScu folgende Erklärung abgab: „Ich habe heute den ganzen Tag hiiidurch mit meinem Freunde Benes, ebenso wie gestern mit meinem Freunde Jevtiö, alle Zeitfragcn be- Minister Titulescu grüßte abend« vor der versammelte» Mass« beim Hotel in rumänischer Sprache den Präsidenten Masaryk, dir Tschechoslowakische Republik und die Slowakei, was von der zahlreichen Bersammlung mit ungeheurem Beifall und mit Hochrufen ausgenommen wurde. Als sich die Akklamationen gelegt hatten, ergriff Minister Dr. Benes das Wort, der zunächst die Kundgebung Minister Titulescus verdolmetschte. Er sagte: „Minister Titulescu ist von eurer Begrüßung ergriffen und hebt insbesondere hervor, daß er sich unter euch wie zu Hause fühlt. Die Slowaken und die transsylvanischrn Rumänen, die Tschechoflowakrn und die Rumänen überhaupt, haben lange Jahre in Unterdrückung gelebt, heute leben sie in Freiheit und verstehen sie zu würdigen. Die schönsten Früchte für dir menschliche Zivilisation bringt eben die Freiheit. Unsere drei Länder sind auf immer in Einigkeit, Treue und in der Arbeit für das Recht und die Gerechtigkeit verbunden. Ich danke euch herzlich für eure heutige Manifestation. Ihr seid gekommen, den Minister des Arußern des Königreiches Rumänien, Titulescu, zu begrüßen. Jahre- lastg arbeite ich mit ihm zusammen und es bereitet mir eine besonders große Freude, daß ich Einberufung des britischen Kabinetts London.(Reuter.) Das britische Kabinett ist noch für Mittwoch abends zu einer Sitzung zusammenberufen worden, um den Bericht Sir John Simons über den Berliner Besuch entgegenzunehmen. London. Das britische Kabinett trat Mittwoch abends im Unterhaus zusammen, um den Bericht des Außenministers Sir John Simon über seine Berliner Aufgabe entgegenzunehmen. Da das Kabinett nicht die Absicht hatte, irgendwelche Beschlüsse über die in dem Bericht erwähnten Fragen zu fassen, dauerte die Sitzung handelt.' Wir konstatierten eine vollkommene Uebereinstimmung, so daß ich Ihnen mit Nachdruck bestätigen kann, daß das Vorgehen und Verhalten der Kleinen Entente, und zwar im Zusammenhang mit allen gegenwärtig auftauchenden Fragen vollkommen klar und einheitlich festgelegt ist. Ministerpräsident Jevtiö wurde telephoniscki über unsere Besprechungen unterrichtet, so daß ich das Recht habe, namens aller drei Staaten der Kleinen Entente zu sprechen. Trotzdem die internationale Lage ernst ist, sind wir fest überzeugt, daß der Frieden erhalten werden kann. Für die- Erreichung dieses Zieles bedeuten die römischen Abmachungen den Beginn einer völlig neuen Aera in der Politik Europas. Ich kann Ihnen bestätigen und erklären, daß die Kleine Entente zu einer aufrichtigen und loyalen Zusammenarbeit mit allen Staaten Mitteleuropa? willens und bereit ist. Nach unserer Ansicht sind die Londoner Abmachungen sowie der Ostpakt sicherlich neue weitere Elemente der Sicherheit, die es uns erlauben, mit Vertrauen in die Zukunft zu blicken. Wir sind Diener des Friedens, aber gleichzeitig auch Diener des Rechtes. Eben deswegen zielen alle unsere Bestrebungen darauf ab, daß das Recht siege, denn wir sind der Ansicht, daß ein fischt ailf dem Reckt gegründeter FrsWen eist Zeitabschnitt ist, der in Anarchie stürzen könnte." Minister Dr. Benes erklärte dann,,daß er sich der Kundgebung des Ministers Titulescu, der er nichts hinzuzufügen habe, vollkommen anschließe. das bei dieser Gelegenheit neuerdings vor euch in der Slowakei und in Bratislava bestätige» kann. Politisch möchte ich noch folgendes sagen: Wann immer internationale Schwierigkeiten auftauchen, kommen die Minister der Kleinen Entente zusammen. Sie verhandeln alle ernsten Angelegenheiten, sie verhandeln alle Fragen und einigen sich über die Lösung, wie dies auch heute der Fall war. In Ruhe, im Geiste der Sicherheit erwägen wir die internationale Lage. Wir sind pnS unserer Pflichten bewußt, wir sind uns unserer Rechte bewußt, wir wissen insbesondere, daß die gegenseitig« Lage Ruhe, Sicherheit, feste Nerven erfordert. Abreise Titulescus Prrßbnrg. Der rumänische Außenminister Titulescu ist Mittwoch, um 19.45 Uhr, von der Bevölkerung stürmisch begriißt, vom Hotel„Carlton" zum Bahnhof gefahren, von wo er nach der Verabschiedung von, Minister Dr. Benes und den lokalen Faktoren um 20.13 Uhr über Wien nach Paris abreiste. Minister Dr. Benes reiste aus Preßburg um Mitternacht nach Prag ab. nur 40 Minuten. Eine vollständige Denkschrift über seinen Berliner Besuch wird Simon zu gegebener Zeit dem Kabinett unterbreiten. Man rechnet damit, daß der Außenminister Donnerstag eine kurze Erklärung über seinen Besuch im Unterhause abgeben wird. Inzwischen beobachtet man in amtlichen Kreisen über die Ergebnisse dieses Besuches äußerste Zurückhaltung. Eden in Rußland MoSkau.(Tah). Auf der Durchreise nach Moskau hat der britische Lordgeheimsiegelbewahrer Eden mit seinen Begleitern die Station Njego- reloje passiert. An der Grenze wurde er von dem Vertreter des AußenkommiffariateS Weinberg empfangen, der den Minister namens der Sow- setregierung und des Volkskommissärs des Aeußeren Litwinows begrüßte. Der Trennungsstrich und was weiter? Der Beschluß deS Hauptrates der SHF, alle Verhandlungen mit dem Bund der Landwirte abzubrechen, kann nach der Entwicklung in den letzten Wochen niemanden überraschen und stellt nur den Versuch dar, die Schuld an dem Scheitern der Verhandlungen Aber eine„Volksgemeinschaft" dem B. d. L. zuzuschieben und den Eindruck hervorzurufen, als wäre es die SHF, welche als erste sich vom Verhandlungstisch zurückziehe. Jedenfalls macht dieser Beschluß nun auch formell dem untragbaren Zustand ein Ende» daß eine Regierungspartei, die in der freundnachbarlichen Zusammenarbeit mit dem tschechischen Volke ihre Hauptaufgabe erblicken will, die Patronanz über eine Partei ausübt, deren nationaler Radikalismus— von ihrem wenig verhüllten fascistischen Charakter gar nicht zu sprechen— trotz aller vom Munde Henleins sirupsüß ftießenden Loyalitätsbeteuerungen außer Frage steht und deren Sieg innerhalb der sudetendeutschen Wählerschaft sicker nicht den Weg gangbarer machen würde, den der B. d. L. angeblich unentwegt wandeln will. Wie immer sich nach der Zerschlagung der Verbindungen und Bindungen zwischen SHF und B. d. L. die Verhältnisse gestalten mögen, die Trennung der beiden Parteien bildet einen neuen Abschnitt in der Geschichte der SHF und lohnt darum wohl einen kurzen Rückblick. Als die SHF gegründet wurde, wurde sie allseits freundlich und mit großen Erwartungen ausgenommen. Sowohl auf deutscher wie auf tschechischer Seite. Vielfach wurde geglaubt, das große Wunder einer gründlichen Wandlung des nationalen Sudetendeutschtums habe sich nyn faktisch vollzogen. Der Kampf, den die deutschen Sozialdemokraten gegen die nach der Auflösung der Hakenkreuzparteien neu errichtete Fascisten- front eröffneten,, wurde von ihnen allein geführt, die anderen staatsbejahenden Parteien nahmen eine abwartende Haltung ein oder sie erblickten in unserem Kampfe gegen die SHF nur den Ausfluß politischen Konkurrenzneides, der niemanden andern etwas angehe. Sogar die Parteien der tschechischen Linken, daS darf wohl in aller Freundschaft gesagt werden, sahen unseren Widerstand gegen die Henleinfront als eine Art Borniertheit gegen eine gesunde Entwicklung innerhalb der Sudetendeutschen an und gaben sich der Illusion hin, die SHF verfolge gemäß der wiederholten LoyalitätSbekundungen HenleinS keinen anderen Zweck, als den, die frühere Hitkersche Gefolgschaft bei uns zu StaatStreue und demokratischem Denken zu erziehen. Auch die anderen tschechischen Parteien und ihre Presse bezeugten der SHF ihr Wohlwollen und mit voller Berechtigung verweisen die„Lidove Noviny" in ihrem vorgestrigen Leitartikel darauf, daß seinerzeit eine Reihe von Preßorganen die bange Frage aufwarf, ob die Aufgabe, die sich Henlein gestellt habe, nickt über seine Kräfte gehe und ob ihm das Werk gelingen werde. Die ,,L. N." sprechen dabei nur von der deutschen Presse, aber wir könnten genug Zitate anführen, daß auch viele tschechische Blätter Henleins Aktion mit wärmster Sympathie und totaler Blindheit für das, was sich wirflich vollzog, begleiteten: Sehend und doch auch blind traten die deutschen bürgerlichen Parteien der SHF entgegen. Sehend, weil sie keinen Augenblick an die zu durchsicktigen Zwecken erdichtete Fabel glaubten, die Mission der Heimatfront bestehe darin» die Abkehr der ehemaligen Hakenkreuzbekenner zu demokratischer Gesinnung zu bewirken: blind, weil sie nicht das geringste aus dem Schicksal vom Fascis- mus aufgefressener bürgerlicher Parteien lernen woflten und darauf vertrauten, die Zugkraft, welche die SHF zeigte, sich selber dienstbar machen zu können, wobei auch die Hoffnung, es werde gelingen, die verhaßte deutsche Sozialdemokratie von der SHF vertilgen zu lassen, eine bedeutsame Rolle spielte., Dem schwersten Irrtum verfielen jene/ die nur Henlein sahen und nicht die Kräfte, die den Turnlehrer mif den Schild erhoben hatten, doch dabei selber aus wohlverstandenen Rücksichten im Hintergründe verborgen blieben- Die Auguren der bürgerlichen Parteien sahen in Henlein den»naiven Mann", der recht gut dazu zu brauchen sein werde, ihnen di« Kastanien ans dem Feuer z« holen, aber Henlein, der wirklich niemals mehr als ein Turnlehrer war, der an sein Konzept gcbun- Vie schönsten fruchte menschlicher Zivilisation bringt die Freiheit Seit« 2 Donnerstag, 28. März 1835 Nr. 71 Die Sanierungsvorlage In ihrer endgültigen Form -en außerstande ist, eine eigene freie Rede zu hal-t . ten, war eben nur die in die Auslage des neuen politischen Geschäftes gestellte Reklamefigur, der von dem um ihn gewobenen Führerschein umwoben, Kundschaft anlocken sollte, während im Laden drinnen ganz andere Herrschaften anordneten. Die Enttäuschung konnte weder auf deutscher wie auf tschechischer Seite ausbleiben. Die einen mußten erkennen, daß die SHF nicht im geringsten daran denke, ihre fascistischen Totalitätsansprüche aufzugeben. Die Bürgschaft, welche der B. d. 8. über ein Jahr lang für die Henleinfront leistete, lohnte diese damit, daß sie die Organisationen des Bundes mit SHF-Zellen verseuchte und schließlich, als ihrer Forderung, den 8. d. 8. in der Heimatfxont aufgehen zu lassen, nicht gutwillig entsprochen wurde, mit Hilfe ihrer im B. d. 8. tätigen Wühlmäuse dessen Fundamente zu erschüttern suchte. Ob den Landbündlern die Besinnung nicht zu spät gekommen ist, wird wohl schon die nächste Zukunft lehren. Auch auf tschechischer Seite sind die Erkenntnisse über das wahre Wesen der SHF spät gereift. Erst mußten die tschechischen Bewohner der deutschen Grenzgebiete an ihre politischen Parteien die Ernstesten Mahn- und Warnungsrufe ergehen lassen, ehe man darauf kam, daß es mit der Erziehung des Hen- leinanhanges zum„Stehen auf dem Boden des Staates" Essig sei und daß sich die Henleinpartei von den früheren offenen hakenkreuzlerischen Gebilden nur durch ihre noch stärker« Aggressivität und Dreistigkeit unterscheide. Es hat ein Jahr gedauert, ehe in den Auffassungen über die SHF jene entschiedene Wandlung eingetreten ist, daß man nun die Frage erörtert, ob man die SHF gottergeben hinnehmen oder sie den aufgelösten Hakenkreuzparteicn in den Orkus nachsenden soll. Wie es heißt, bat die SHF für jeden Fall ihren nach Millionen zählenden Wahlfonds in Sicherheit gebracht, aber im übrigen fühlt sie sich sicher und nimmt das„AuflösungS, gerede" nicht ernst. Sie stützt sich dabei aus die von ihren bisherigen Partnern verübten Fehler und als stärksten Trumpf hat sie das Argument, die Regierimg könne und dürfe sie nicht als eine unzuverläßliche und gefährliche Partei auflösen, da doch noch kürzlich verbürgt staatserhaltende Politiker bereit waren, mit ihr engste Wahlbündnisse abzuschließen. Es bleibt abzuwarten, ob sich die maßgebenden Faktoren von der Sentimentalität werden leiten lassen, an welche die SHF so eifrig appelliert, fest steht, daß diese selben Faktoren bisher herzlich wenig getan haben, um die Positionen des Aktivismus zu festigen, vielleicht bringen sie jetzt auch noch den Ehrgeiz auf, dem deutschen Akti- viSmuS, auf dessen neuerliche Mitarbeit nach den Wahlen sie angeblich Wert legen, endgültig das Grab zu schaufeln. Mit aller Deutlichkeit sei gesagt: wir werden in jedem Falle den Kampf gegen den Henleinspuk zu führen wissen und unser Schicksal hängt nicht von der Frage ab, was mit der Henleinfront geschieht, west mehr ist schon das Staatsinteresse damit verknüpft und auch das Problem, wie in dieser wildgährenden Zeit die Grundlagen einer ruhigen Entwicklung bewahrt werden können. Ilnd so eriibrigt nur die Feststellung: die Gestaltung der künftigen politischen Verhältnisse im Staatemußnoch mehr die Hauptsorge anderer Faktoren sein als die unsere! Prag. Die Vorlage über die Sanierung der Selbstverwaltungskörper erhielt am Dienstag im Koalitionssubkomitee die endgültige Form und wurde dann vom Budgetausschuß genehmigt; sie wird in der nächsten Plenarsitzung am Donner s t a g ausgelegt werden. Die Vorlage stellt zweifellos einen bedeutenden Fortschritt dar: Es ist in ganz Europa das erstemal, daß ein Staat an das Problem der Sanierung der langfristigen Selbswerwaltungsdarlehen herangeht. Ueber die Aenderungen erfahren wir: Zuschläge unverändert An der Höhe der Zuschläge im Artikel l hat der Ausschuß nichts geändert. Die neuen Zuschläge zur ZinSsteuer werden jedoch erst ab 1936 gelten. Ganz gestrichen wird der Artikel IV, wornach die Gemeinden und Bezirke für das laufende Jahr höhere Zulagen hätten einheben können, auch wenn ihr Budget für 1938 schon bewilligt war. Das heißt, daß die Voranschläge für 1938 unverändert in Kraft bleiben und die Aenderungen praktisch erst ab 1936 sich auswirken werden. Neu ist im Arttkel I der Zusatz zu 8 10, daß die Regierung über Antrag des Innen- und Finanz- Ministers bis Ende 1989 den Anteil nach Äbs. 6a (86 Prozent der überwiesenen Umsatz, und LuxuS- steuer) ganz oder teilweise dem Landes- a u S s ch u ß zur Bedeckung der Zinsen und Amortisation der Bezirks- und Gemeindeschulden überlassen kann.(Nach der Regierungsvorlage sollten die 38 Prozent dem Hilfsfonds zufallen.). Im§ 20 wird ergänzend festgestellt, daß Darlehen auch ausgenommen werden können für I n v e st i t i o n en, die im Rahmen der produktiven Arbeitslosenfürsorge durchgeführt werden, sowie zum Ausgleich der vor dem 1. Jänner 1938 fälligen Annuitäten. Diese Formulierung geht auf einen Antrag unserer Partei zurück. VerpflegskostenfQnftel entfällt Neu geregelt wird auch daS sogenannte B e r- pflegSkostenfü n f t e l: Während die Gemeinden bisher ein Fünftel der uneinbringlichen VerpflegSkosten in den Krankenhäusern für ihre Angehörigen tragen mußten(der Regierungsentwurf wollte dies lediglich auf vier Wochen einschränken), wird jetzt bestimmt, daß diese Verpflichtung der Gemeinden mit Ende 1938 überhaupt erlischt. Dafür erhält der LandeSauSschuß in Böhmen ab 1986 jährlich 6 und in Mähren 2,8 Millionen miS den Zuteilungen an die Gemeinden als Ersatz für die uneinbringlichen VerpflegSkosten. In der Slowakei und Karpathorußland, wo das Krankenhauswesen verstaatlicht ist, führt der LandeSaus- schuß aus diesen Zuteilungen jährlich, 2,3, bzw. 0,45 Millionen an den Staat äv. Damit sind besonders kleinere Gemeinden, die arme Gemeindeangehörige in Irrenanstalten oder Krankenhäusern hatten, von einer drückenden Sorge befreit! Revision Im Artikel II(Beaufsichtigung der Gemeinden und Bezirke) wird festgesetzt, daß schon Orte mit mehr als 3000 Einwohnern(im Regierungsentwurf 8000) der Aufsicht, bzw. Revision durch den Landesausschuß unterliegen. Die Instruktionen für die Durchführung von lleberprüfungen(Revisionen) erlassen die LandesauSschüss«. Es bleibt bei der Berechtigung des Landesausschusses, nach Anhörung deS Bezirke!(der Gemeinde) Maßnahmen zur Beseitigung von Anständen vom Standpunkt der zweckmäßigen Gebarung anzuordnen. Rach einer Erklärung des Innenministers denkt man mit dieser Maßnahme keineswegs an eine allgemeine Herabsetzung der Gehälter oder an eine allgemeine Verschlechterung der sozialen Verhältnisse der Angestellten der Selbstverwaltung.— Aus dem Regierungsentwurf wurde überdies der Nachsatz gestrichen, wornach dies„insbesondere auch zum Zwecke der Verbesserung des Betriebes der Unternehmungen nach der ökonomischen Seite" der Fall h^tte sein können. Jenen Bezirken und Gemeinden, die diese Weisungen nicht fristgerecht durchführen, kann der Landes(Bezirks)-Ausschuß nur die Landeszuschüffe sperren; die staatlichen Zuteilungen können nur die Ministerien für Inneres und Finanzen auf Antrag des Landesausschusses zurückhalten.- Schuldenregelung Der vielumkämpste Artikel III, der den Anspruch auf die Schuldenregelung und deren technische Durchführung regelt, bleibt im§ 1 bis auf eine stilistische Aenderung gleich; der zweite Absatz des§ 2 dagegen wird neu formuliert: „Schulden ans Darlehen, welche di« territorialen SelbswerwaltungSverbänd« nach dem 1. Jänner 1935 abgeschlossen haben, dürfen nur geregelt werden, wenn diese Darlehen zur Ausgleichung der den Gläubigeranstalten geschuldeten Annuitäten bis zur Höhe dieser Annuitäten mit Zubehör abgeschlossen wurden, unter der Voraus-! setzung, daß Pie Annuitäten in der Zeit vor dem 1. Jänner 1985 fällig waren und aus Darlehen stammten, die auch sonst den Bestimmungen deS Ws. 1 entsprachen. Die Gläubigeranstalten können in diesem Falle nur dann inn Schuldenregelung ansuchen, wenn sie auf die Ausgleichung solcher Annuitäten durch ihre Umwandlung in ein Darlehen eingeht." Prag. Genosse Dr. Holitscher sprach am Dienstag im Senat zum Ausländergesetz. Wir veröffentlichen nachfolgend einen Auszug aus seiner Rede, aus der heworgeht, daß wir dem Staat keineswegs das Recht der Kontrolle über die Ausländer innerhalb unseres Staatsgebietes absprechen wollen, andererseits uns aber nachdrücklich auf die Erklärung des Innenministers berufen müssen, daß das Asylrechtgewahrtund nichtmißbraucht werden wird. Während es in früheren Zeiten der Stolz aller demokratisch regierten Staaten war, Ausländern, die aus polittschen Gründen ihr Vaterland verlassen mußten, Ashl zu gewähren, ist das jetzt ändert geworden. Genau so, wie sich die Staaten auf dem Gebiet der Wirtschaft abschließen, suchen sie sich auch auf jede mögliche Weise vor dem Zuzug von Ausländern zu schützen. Gegen diesen Wahnsinn anzukämpfen ist vergeblich. Wir haben in den letzten Wochen und Monaten so manches erlebt, was uns die Notwendigkeit einer Evidenz der Ausländer gezeigt hat. Ich erinnere an den Mord an Jng. Forints bei uns und an die Entführung des Journalisten Jacob aus der Schweiz. Wenn wir vergleichen, mit welchem Nachdruck und Ernst sich die Schweiz gegen diesen Eingriff in ihr« Hoheitsrecht« zur Wehr gesetzt hat, so müssen wir leider feftstellen. daß die Tschechoslowakei eine solch« Energie vermissen ließ. Minister Dr. Cernh hat öffentlich erklärt, daß bat Asylrecht gewahrt»erden wird. Wir berufen »ns darauf und»erden dagegen protestiere», falls Im Absatz 3 wird di« Ermächttgung, a» t o «ahm s w e i s e auch Schulden aus Darlehen zu regeln, die nicht den Bestimmungen der Absätze 1 und 2 entsprechen, falls die Regelung dieser Schulden zum Ausgleich der finanziellen Verhältnisse der Bezirke(Gemeinden) unumgänglich notwendig ist, auch auf jene Gemeinden und Bezirke ausgedehnt, die zwar mcht im Sinne des 8 1, Abi. 1,„finanziell schwach" sind,„deren finanzieller Stand jedoch infolge außerordentlicher lokaler Wirtschaftsverhältnisse äußerst gefährdet ist." Die Aufteilung der zur Durchführung der Sanierung erforderlichen 202 Millionen auf die einzelnen Länder bleibt unverändert. Neu ist die Bestimmung, daß zu den Sitzungen deS Kuratoriums nach Bedarf auch Vertreter der Gläubigeranstalten, die von der Regierung zu ernennen sind, mit b e- ratender Stimme herangezogen werden können. Der Ausgleich von Schulden durch Barzahlung wird auf„kleinere" Schulden eingeschränkt. Endlich wird noch bestimmt, daß das Kuratorium dem Landes- auSschuß einen Bericht über die Durchführung der Schuldenregelung und darWer zu erstatten hat, ob und in welcher Höhe es den Beitrag, an den Hilfsfonds nach 8 9 festgesetzt hat. Ah 1. Jänner 1936 Die Bestimmungen betreffend die Aufsicht über die Wirtschaftsgebarung der Bezirke und Gemeinden und betreffend den Einwand der Ungültigkeit des Beschlusses einer Vertretung, falls eine formal ungenügende Schuldverschreibung ausgestellt wurde, sowie die Bestimmungen über die Einhebung höherer Zuschläge werden mit dem Tage der Verlautbarung des Gesetzes wirksam. Die übrigen Bestimmungen des Gesetzes erlangen Wirksamkeit mit 1. Jänner 1936 mit der Abweisung, daß Maßnahmen, welche zur rechtzeiti- gen Durchführung schon vorher erforderlich sind, vom Tage der Verlautbarung an getroffen werden können. ei« Gcndarmeriekommandant»der eine ander» Amtsperson, die sich, wie a»f zut Deutsch sagt,„ein schönes Bildert einlegen will", llebergriffe begehen und die Fremden sekkiere« und schikanieren»der von ihnen mehr verlangen sollte, als im Gesetz vorgeschrieben ist. ES handelt sich beim Problem der Emigration vielfach nicht um politische Fragen, sondern um den Arbeitsplatz. Ich verstehe vollkommen, daß man trachtet, den Arbeitsplatz in erster Linie den eigenen Staatsbürgern vorzubehalten, aber vergessen wir nicht die Gefahr der Reppressa- l i e n. Wir haben bei uns 45.000 Reichsdeutsche, die hier in Arbeit stehen, aber es gibt 280.000 tschechoslowakische Staatsbürger, die in Deutschland beschäftigt sind. Oesterreicher leben 80.000 bis 40.000 bei uns, die Zahl der tschechoslowafischen Staatsbürger in Oesterreich jedoch beträgt 180.000. Wir begreife«, daß die Regierung eS für notwendig hält, dir hier anwesende» Fremden in Evidenz zu führe», daß sie sich erkundigt, waS sie hier machen, waS für eine Propaganda sie entfalte«, ob im Inter, esse der Republik und Demokratie»der nicht,«nd wir wünschen, daß sie sich gegen alle»ende, die fascifti» sch« Methode» unterstützen«nd Arbeit für diejenigen Regierungen leisten, die gegen die Demokratie»nd gegen»«seren Staat eingestellt find. Wir bitten aber, daß daS Gesetz in einem demokratischen, kulturelle» und zivilisatorischen Sinne durchgeführt werde«nd keine Verfolg«,,gen für jene bedauernswerten Menschen nach fich ziehe, die genötigt' Warrn, ihr Vaterland z« verlasse«,«nd damit gerechnet habe», in di«, ser demokratischen Republik, an deren Spitz» rin Masaryk steht, ei« Asyl zu finde«.(Beifall.) Emigration und Asylrecht Aus der Rede des Genossen Dr. Holitscher zum AuslSndergesetz 42 ^M^nadi Ibn^ Roman von Fritz Rosenfeld Die Geldscheine lagen auf dem Schanktisch, und Jakob Halling schwieg. Marinka betrachtete sie und wagte es nicht, sie zu befühlen. Er schob sie ihr zu, da holte sie eine kleine Ledertasche aus der Lade, faltete jeden Schein, barg ihn sorglich in den leeren Fächern und schloß die Lade zu. Mit einer Geste, deren Sinn sie selbst nicht begriff, legt« sie den Schlüssel auf den Tisch, Da, es gehört nicht mir, mag kommen wer will und die Lade aufsperren und sich das Geld nehmen. „Der Zug fährt bald, Marinka," sagte Halling, und wußte nicht, was er weiter sagen sollte. Da stand er, ein alter Mann, grauhaarig, und erfahren im Umgang mit den Menschen, und war schüchtern wie ein Kind bei seinem ersten Schulweg. „Ja, der Zug fährt," sagte Marinka. „Ich werde einstcigen müssen, sonst bekomme ich keinen Platz mehr." „Es sind nur zwei Wagen, sie müssen einsteigen, sonst ist kein Platz mehr frei." Er gab ihr die Hand, sie legte ihre kleinen, dünnen Finger hinein, und das billige Ringlein blitzte mit dem gläsernen Stein. „Ich werde dich nicht Wiedersehen, Marinka." „Wir werden uns nicht Wiedersehen." „Ich werde nicht vergessen, dsr einen Brief zu schreiben, wenn ich in Dpsilon angekommen bin." „Einen langen Brief, und dann immer wieder«inen Brief jeden Monat." „Jeden Monat oder auch öfter. Immer, wen« ich etwas zu sagen habe, das ich keinem Menschen sagen kann außer dir." Schweigen. „Du wirst mir antworten, auf jeden Brief?" „Ich schreibe nicht schön, Herr, meine Schrift ist schwer zu lesen." „Ich werde sie entziffern» Marinka. Und willst du mich nicht einmal besuchen?" „Ist es sehr weit?" „Nicht sehr— ein paar Stunden mit der Bahn, dann eine Stunde mit dem Autobus, tief in den Wäldern, ein kleines Städtchen, und ein kleines Haus in einer engen Straße. Dort werde ich wohnen." „Vielleicht besuche ich sie. Aber dann schreibe ich nicht, daß ich kommen werde. Ich klopfe eines Tages an ihre Tür, sie machen auf, und ich stehe da. Ist das nicht viel schöner?" „Es ist viel schöner, Marinka, du hast recht." Sie zog ihre dünnen, kleinen Finger aus seiner Hand. Das billige Steinchen glitzerte und sprühte. „Leb Wohl, Marinka." „Gute Reise, Herr." Der Kellner schleppte Hallings Koffer, Marinka trug eine Wolldecke, die er aus dem Coupk geholt hatte, bei Anbruch der Nacht. Sie reichte sie durchs Fenster in sein Abteil. „Wenn der Zug abfährt—" „— dann komm« ich heraus und winke und sehe ihnen nach, solange man den Zug sehen kann." Der Heizer stand da, breitspurig, die Pfeife im Mund. „Du hass heute gute Geschäft« gemacht, Marinka. Du hast Geld in der Kasse. Was kaufst du dir dafür?". „Ich weiß eS nicht." „Eine n«ue Bluse?" Sie schüttelte den Kopf. „Einen goldenen Ring?" Sie schüttelte den Kopf. „Nichts. Gar nichts. Nichts kauf« ich mir." Sie sah zu Halling zurück, in ihrtn blauen, Hellen Augen blitzte ein Lachen auf; dann sagte sie zu dem Heizer: „Ich muß jetzt sparen. Ich muß jetzt alles Geld zusammensparen—'. Und dann lief sie an ihren Schanktisch und klapperte mit den Gläsern und rüttelte an den Taffen und ließ die Diesser und Gabel klirren, als wollte sie eine Stimme übertönen, die wuchtig und schwer wie das Brausen einer Orgel aus ihrem Herzen heranschwoll und in ihr Blut klang und ihren Körper erfüllte in allen Fasern und allen Fugen. Und als der Kellner ihr Worte zurief, und als der StationSvorftand kam und eine Flasche Bier verlangte und als der Postbote seinen Branntwein haben wollte— da mußten sie ganz laut brüllen, dreimal, bis Marüika sie hörte. XVII. Cabrotte strich um Kilmek wie ein Raubtier um sein« Beute. Er belauerte jeden Griff, jeden Schritt. Nun öffnet« Kilmek den Koffer, nun steckte er den Rasierappart in die Handtasche, nun rollte er sein Handtuch zusammen, nun schob er die Bürste unter die Kleider. Kilmek fühlte die Blicke Cabrolles auf sich brennen; er wußte, was Cabrolle wollte, und er wich ihm nicht aus. Aber Cabrolle sollte beginnen, er sollte augreifen, vielleicht gab er sich beim Angriff eine Schwäche, die Kilmeks Chancen verbesserte. Der Kofferdeckel klappte zu, Kilmek schob die Riemen durch die Schnalle, zog mit aller Kraft an. Das Blut schoß ihm in den Kopf. Er setzte sich auf den Koffer, atmete schnell und tief. Da sprang Cabrolle ihn an. „Herr Kilmek—" Kilmek sah nicht auf, er ordnete seine Krawatte, die Knöpfe seiner Weste. „Herr Kilmek. das Spiel gestern— wir waren beide von Sinnen—* Kilmek antwortete nicht, es war, als spräche Cabrolle zu einem Tauben. „Es kann doch nicht gelten." Fest und ehern klammerte sich der Blick Cabrolles an Kilmeks rotes, stumpfes, schweigendes Gesicht. „Es kann doch nicht gelten, sonst bin ich ruiniert, ein Bettler." Keine Antwort. „So sagen Sie doch, daß es nur ein Scherz war, daß wir beide zu viel getrunken hatten, daß Sie mich zum Narren halten wollten—* Kilmek stellte den Fuß auf den Koffer, zog den Schnürsenkel an seinem rechten Schuh fester an. „Ich bitte Sie— quälen Sie mich nicht— sagen Sie, daß eS nicht gilt, und geben sie mir das Geld zurück, und die Wechsel—" „Ich habe Ihnen gar nichts zu sagen." Cabrolle wischte mit dem Tuch über die Sttrn. Er ritz mit der Hand den Kragen auf, die Krawatte hing lose herab^ „Ich hab doch nicht um so hohe Einsätze spielen wollen—" „Sie haben gespielt, und ich habe gewonnen." „Wir haben gespielt, um uns die Zeit zu vertreiben. Wir haben gespielt, weil wir beide Angst hatten—' „Ich hatte keine Angst. Mir konnte niemand etwas rauben." Cabrolle fatzte Kilmek am Ausschlag deS Rockes. „Ich bitte sie, Kilmek, geben sie mir das Geld und die Wechsel zurück. Ich will ihnen ja einen Teil schenken—" „Schenken? Das Geld gehört mir." Cabrolle stampfte mit dem Fuß auf, drehte sich im Kreis, die Augen glühend vor Wut: „Nein, es gehört nicht ihnen, es gehört mir. Sie haben es mir weggenommen, sie haben mich übertölpelt, ich bin ihnen auf den Leim gegangen, sü haben mich betrogen—" (Fortsetzung folgt.) «r. 74 Donnerstag, 28. März 1Ü3Ü Seite 3 fudctendeutscfier Zcitspieget Das rote Landvolk steht treu zur Partei Relchskonfferenz der Kleinbauern und Hausier Der Zentralverband der deutschen Kleinbauern und Häusler hat für Mittwoch nach Prag eine Reichskonferenz einberufen, die unter reger Anteilnahme der Vertrauensmänner stattfand. Es waren die Bezirksverbände des Vöhmerwaldes, des EgerlandeS, Nord- und OstbHhmens, sowie Süd- und Rordmährens vertreten. Den organisatorischen Bericht erstattete Ver» bandssekretär Genosse Schmidt. Wie er in seinem fachkundigen Referate darlegte, hat die fünfjährige Wirtschaftskrise die kleinen Existenzen auf dem Dorfe besonders hart betroffen. Sie muß ihr Schicksal selbst in die Hand nehmen. Die Herrchen, die die Volksgemeinschaft predigen, sollen sich selber dem Volke anschließen. Bei den kommenden Entscheidungen geht eS nicht um Stimmen und Mandate, sondern um die Boraussehungen des Sieges von Freiheit und Sozialismus. Kommen wir an den drohenden Katastrophen vorbei, dann wird die Zukunft Europas im Zeichen einer verheißungsvollen Entwicklung stehen, die sich heute schon in den nordischen Ländern ankündigt und di« in wenigen Monaten einen großen Sieg der englischen Arbeiterpartei erhoffen läßt. Während der Ausführungen des Genossen Jaksch trafen die Genossen Dr. Czech und Tau b, beide stürmisch begrüßt, in der Reichskonferenz ein und wohnten einem Abschnitt ihrer Verhandlungen bei. Einige herzliche Worte der Anerkennung und Ermunterung, die Genosse Dr. Szech an die Delegierten richtete, wurden mit großem Beifall ausgenommen. Die anschließende reichhaltige Debatte legte Zeugnis von dem unerschütterten Kampfeswillen der deuffchen Kleinbauernbewegung ab und von ihrer treuen Verbundenheit mit den Ideen des' Sozialismus.- Abgeordneier Genosse Schweich- hart rief mit an feuernden Worten zu einer großen sozialistischen Offensive in den Dörfern gegen Nationalismus und FasciSmuS auf. Die abwechselnd von den Genossen Zenker und Rupprecht geleitete Tagung, der auch ein herzliches Begrüßungsschreiben des erkrankten Genossen Leib! vorlag, wurde nach fünfstündigen Beratungen geschlossen. pul' die sozialen Forderungen des kleinen Landvolkes Eine Vorsprache beim FUrsorgemlnlster Dr. MeiBner Leider hat die affizielle Agrarpolitik diesem Notstand nur in nnznreichendem Maße Rechnung getragen. Besonders die Futtermittelfrage ist nach der vorjährigen Mißernte für die Kleinlandwirte und Häusler sehr kritisch. Eine Anregung der deuffchen sozialdemokratischen Parlamentarier, dieser Bedrängnis durch eine außerordentliche Futtermittelaktion zu steuern, ist bisher vom Landwirtschaftsministerium nicht positiv erledigt worden. Der Zentralverband hat jede Gelegenheit benützt, die Forderungen seiner Mit-, glieder den maßgebenden Stellen zur Kenntnis zu bringen. Die in Aussicht gestellte Schaffung demokra- tischer Landwirtschaftskammern wird zeigen, ob der ernstliche Wille besteht, den be- rechtigten Wünschen der kleinbäuerlichen Bevölkerung Rechnung zu tragen. DaS G e treibe Monopol war ein Anfang, die wichttgsten Fragen der Agrarpolitik im gerechten Einvernehmen zwischen den landwirffchastlichen.Produzenten und Konsumenten zu lösen. Die deutschen Kleinbauern und Häusler find bereit, an der Beseiffgung der noch bestehenden Mängel mitzuwirken und am Wert der Planwirtschaft mitzuschaffen, fordern aber dabei Berücksichtigung ihrer besonderen Interessen. Der Stand der Bewegung ist gut. BiS in di« letzte Zeit konnten neue Ortsgruppen gegründet werden, auch in Orten» wo der Bund der Landwirte vor der Henleinfront kapituliert hat. Die in den letzten Monaten vom Zentralverband veranstalteten Landvolkskundgebungen erfreuten sich eines massenhaften Zuspruches, ein Leichen, daß der demokratische und soziale Geist auch in der deuffchen Landbevölkerung noch lebendig ist und nach Ausdruck verlangt. An das organisatorische Referat schloß sich «ine kurze Debatte, in welcher ein südmährischer Vertrauensmann hervorhob, daß durch die, wenn auch unzureichende, Pachtzinsregelung in einer einzigen Gemeinde den Kleinpächtern 20.000 XC erspart worden sind. Nach der Mittagspause erstattete Abgeordneter Genosse Jaksch ein Referat über die Kleinbauernbewegung im Wahlkampf. Er zeigt« den Weg, wie auch das kleine Landvolk an dem geschichtlichen Kampfe um Frieden und Freiheit teKnehmen kann. Im kommende« Wahlkampfe geht eS«m die Erhaltung der demokratischen Basis für di« planwirtschaftliche Neugestaltung deS Staates. In der Agrarpoliffk gilt-SdaSsozialePrin« z i p mehr in den Vordergrund zu bringen. Redner befürwortete auch eine Aktton zur Festigung der kleinbäuerlichen Betriebe, die schon seinerzeit vom Genossen Schweichhart angeregt« Errichtung von Düngerstätten, Gülleanlagen und Futtersilos mit Hilfe der produkttven Arbeitslosenfürsorge. Auch bei den Fürsorgeakttonen für Arbeitslose düffen die landwirffchastlichen Doppelexistenzen nicht stiefmütterlich behandelt werden. Sollen die in di«ser Richtung bereits eingeleiteten Schritte zum Ziele führen, dann müssen sie die tatkräftige Unterstützung der betroffenen Schichten finden. Die Landbevölkerung darf nicht zum Spiel- ball polittscher Hasardeure werden, die auf Krieg und Katastrophe spekuliere«. Tschechische Agrarier und Czech-Rede Der„Benkov" registriert di« Reden, welche am Sonntag die Minister Bechyniin Kremsier, Dr. C z e ch in Brüx und Franke in Pardubitz gehalten haben. AuS der Rede Czechs hebt das Blatt jene Stelle hervor, in der der Minister die Notwendigkeit der Umformung der industriellen Produktion betont hatte. Das Blatt bemerkt dazu, daß die Kundgebungen der drei Minister»sich »nit dem decken, worum die republikanische Partei und ihre Presse schon seit Anfang der Wirtschaftskrise kämpfen: planmäßige Wirtschaft in Industrie und Landwirffchast. neue Finanzpolittk, Demokratie durch Jnvestitionsarbeiten gegen die Ar- beitslosigkeit". Mittwoch vormittag- sprach unter der Führung des Abg. Genossen Jaksch eine aus den Genossen Perthen, Zenker und Rupprecht bestehende Delegation des Vollzugsausschusses der deutschen Kleinbauern und Häusler beim Minister für soziale Fürsorge Dr. Meißner vor. Dem Minister wurde vor ollem der Wunsch unterbreitet, daß dir Arbeiten für dir Aktivierung der Sozialversiche.rnng der Selbständigen mit aller Beschleunigung durchgrführt werden mögen. AuS der Antwort deS Ministers ging hervor, daß er in seinem Amtsbereich bereits alle Vorkehrungen getroffen hat, um die Angelegenheit wieder in Flnß zu bringe«. Sobald die enffprechenden Vorschläge des HandrlSministe- Dle Brüxer Polizei verstaatlicht Der Regierungskommissär Dr. Pfleger hielt mit dem städtischen Beirat am Dienstag nachmittags eine Sitzung ab, in welcher über die Verstaatlichung der städtischen Polizei beschlossen werden sollte. Von deutscher Seite wurde der Antrag gestellt, erst bestn,Innenministerium anzufragen wegen der Uebernähme der Organe der jetzigen Sicherheitswache und wegen eventueller Zulänglichkeit der Lokalttäten, bevor man«inen Beschluß fasse, Dr. Pfleger wies aber Kraus hin, daß die Beschlußfassung wegen der Verstaatlichung sehr dringend sei und keinen Aufschub erleiden kann. Der deutsche Antrag wurde von ihm abgewiesen. In der nachfolgenden Abstimmung wurde der Antrag auf Verstaatlichung der Polizei in Brüx durch die tschechischen Vertreter des Beirates angenommen. Die Deutschen verließen vor der Abstim- riums vorsiegen, wird ei« BeralungSauSschuß zur Abänderung und Ergänzung des seinerzeit beschlossenen Gesetzes entsprechend den neuen Erfordernisse« eingesetzt werden. Des weiteren brachte die Delegation die Benachteiligung der kleinen ländlichen Existenzen im Rahmen der A r b e i 1S- losenfürsorge zur Sprache und ersuchte um Abhilfe. ES wurde zu diesem Gegenstände vereinbart, daß demnächst im Fürsorgeministerinm eine Beratung unter Zuziehung der kleinbäuerlichen Organisationen und der beteiligten Gewerkschaften stattfindet, die sich sowohl mit der Ab- grenzungSfrage beim Genter System alS auch bei der Ernährungsaktion und bei der Aufnahme zu den Rotstandsarbeiten befassen wird. mung den Sitzungssaal. Schon in allernächster Zeit wird eine Kommission aus Prag in Brüx eintreffen, die sich mit der Unterbringung der Staatspolizei und der Uebernähme der bisherigen Sicherheitsorgane befassen wird. Die Verstaatlichung, di« außer der Stadt Brux auch die benachbarten Gemeinden Kopitz und Tschausch um- fäßt, wird bestimmt'stoch im Lallfe des'-SoMMers d.M erfvlgen."" Bom Starkstrom getötet. Am Kohinoorschachte in Bruch war der 27jährige Elektrotechniker Rudolf Pietsch bei der Schaltanlage beschäftigt. Plötzlich geriet er mit der 2000 Volt starken Leitung in Berührung und stürzte tot zu Boden. Alle Wiederbelebungsversuche blieben erfolglos, der herbeigerufene Arzt konnte nur mehr den eingetretenen Tod feststellen. Verstaatlichung des Zuckerhandels Ein Antrag der tschechischen Genossen Die tschechischen Sozialdemokraten haben im Parlament den Antrag auf Verstaatlichung des Zuckerhandels überreicht. Die Antragsteller verlangen, daß die Regierung sofort geeignete Maßnahmen zur He.rab- setzung PesZuckerpreises ergreife, was am besten durch Verstaatlichung deS En groS« Handels mit Zucker erreicht werden könne. Der Detailhandel soll seine bisherige Form beibehalten. Die Verstaatlichung des Großhandels mit Zucker soll die Aufrechterhaltung des unangemessen hohen Zuckerpreises sowie die Spekulationen auf dem Inlands- wie auf den ausländischen Märkten und den Mißbrauch der bisherigen Be- günsttgungen hinsichtlich der Zölle und VerkehrS- rarife verhindern, welche die Zuckerfabriken bisher auf Kosten der Staatskasse genießen. Die Regierung wird aufgefordert, ein Gesetz vorzubereiten, das den Preis der Zuckerrübe und des Rohzuckers derart regelt, daß di« Zuckerfabriken nicht mehr als sechs Prozent des investterten Kapitals in Form von Dividenden und Tantiemen verteilen dürfen, solange nicht den Rübenbauern die Rentabilität der Rübenpreise verbürgt ist. Darüber sollen die Verbände der Rübenbauern und der Konsumenten unter Aufsicht deS Land- wirffchaftSministeriumS wachen. Ferner wird empfohlen, die Kontingente der Zuckerfabriken derart zu regeln, daß die Rübe aus dem nächstliegenden Gebiet entnommen wird, wobei namentlich die kleinen Rübenbauern(bis zur 800 Zentner Rübe) besonders geschützt werden sollen. Fünf Milliarden-Umsatz beim Getreidemonopol. Aus einem Vortrag, den der Präsident der Getreidemonopolgesellschaft Dr. Feierabend in Brünn gehalten hat, geht hervor, daß die Getreidegesellschast ettva 178.000 Waggons Getreide erfaßt hat. Etwa 25.000 Waggons entgingen dem Zugriff der Gesellschaft, weil das Monopol erst eingeführt wurde, als in der Slo wakei der Schnitt schon teilweise beendet war. Der Geldumsatz der Getreidegesellschaft erreichte fünf Milliarden XL. In den Lagerhäusern sind noch etwa 55.000 Waggons Getreide im Werte von 600 Millionen vorhanden. Diese Vorräte dürften sich nicht mehr vermehren. Die Einlagerung und der Zinsenverlust erfordern einen Aufwand von etwa 22 Millionen. Obwohl man Ermäßigungen an die Malzfabriken im Betrage von 31 Millionen, Ausfuhrprämien für.Gerste im Betrage von 20 Millionen und Nachlässe für die Haferhilfsaktton im Betrage von sechs Millionen gewährt hat, ist die Getreidegesellschast aktiv. Die verhängten Geldstrafen erreichen einen Betrag von eineinhalb Millionen. Der Landesausschuß für Böhme« erledigte in seiner am 27. d. M. abgehaltenen Sitzung außer laufenden Angelegenhetten 270 Gemeindevoranschläge und bewilligte 275 Gemeinden die Einhebung verschiedener Gebühren und Abgaben. Der Landesausschuß wies schließlich an Landesunterstützungen für die Provinztheater in Böhmen für das Jahr 1935 einen Gesamtbetrag von 1,210.000 XL an. Senator KapraS verläßt die nattonaldemokra' tische Partei. DaS„Prävo Lidu" meldet, daß der nattonaldemokrattsche Senator Dr. KapraS im Begriff steht, seiner Partei den Rücken zu kehren. Er begründet sein« Entscheidung mit der unmöglichen Polittk der Rationaldemokratte gegenüber der „Rattonalen Einigung". KapraS ist bekannt durch seinen ablehnenden SMndpunü gegenüber der Person StribrnhS. Sein. Charaster läßt es nicht zu, weiter in einer Partei zu arbeiten, welche die Grundsätze des Kampfes gegen die Korruptton verlassen und sich mit Stkibrntz verbündet hat. Am 1s. April soll die gemeinsame Sitzung der Vollzugsausschüsse der Rattonaldemokraten, der Stkibrnh-Liga und der Rationalen Front des Professors Mares zusammentreten, um die Konstituierung der„Nationalen Einigung" zu verkünden. Nach diesem offiziellen Zusammenschluß dürften noch weitere Politiker und Anhänger aus der nationaldemotratischen Partei austreten. Prof. Balten über Internationale Politik Professor Hugh Dalton, ehemaliger Un- terstaatssekretär für Auswärttges in der letzten Arbetterregierung Großbritanniens und Mitglied des Exekutivausschuffes der englischen Arbeiterpartei, der zu kürzerem Studienaufenthalt in der Tschechoslowakei eingetroffen ist, empfing im Hotel.Ambassador" die Vertreter der Presse. Hugh Dalton hob eingangs hervor, er halte sich gerne in unserem Lande auf, das mit dem britischen Volke der-gemeinsame Glaube an die Prinzipien der Menschheit, der Freiheit, des Friedens, der Demokratie und des ehrlichen Uebereinkom- mens mit allen Nationen verbinde. Uebcr die allgemeinen Prinzipien der Politik der heutigen Labour Party befragt, erklärte Professor Hugh Dasion eingangs, die brittsche Arbeiterpartei war und ist stets füreineZusam- menarbeit unter den Nationen und sie sei auch eine Anhängerin des Völkerbundes. Die Partei hass« den Krieg und glaube daran, daß es mit Hilfe des Völkerbundes möglich sein werde, eine günstig« Atmosphäre für die internattonale Abrüstung zu schaffen. Da die langen Unterhandlungen der Abrüstungskonferenz ergebnislos geblieben sind, hob die Läbour Party in ihrem im Vorjahre ausgearbeiteten Programme als eine unerläßliche Voraussetzung des Friedens die Notwendigkeit eines Systems der kollektiven Sicherheit hervor, die durch den Völkerbund organisiert wäre, und machte auf die Notwendigkeit aufmerksam daß zum Zwecke der Erhaltung des Friedens an wirtschaftliche, finanzielle und gegebenenfalls auch mili- täxjsche Maßnahmen gichacht.werd/, mit denen ini gegebenen Falle g e gen den.A«greiser vorgegangen werden müßte. Wenn aüch in Geiff einige Gelegenheiten versäumt wurden und trotzdem wir Zeugen der ansteigenden Rüstungen in den verschiedenen Staaten sind, gibt Professor Hugh Dalton nicht die Hoffnung auf, daß man eine breitangelegte internationale Konvention über die RüstungsHerabsetzung werde erreichen können und daß man zu einer systematischen internattonalen Sicherheit gelangen wird. » Donnerstag trägt Dalton im Sozialinstitut über das Thema»Die soziale und Wirtschaftspolitik in Großbritannien" vor. Nit niemandem einig Pariser Blätter Uber Deutschlands Außenpolitik Berlin. Die Berliner Korrespondenten der Pariser Blätter stimmen in der Anschauung überein, daß nach Beendigung der englisch-deutschen Unterredungen- die Forderungen HttlerS in Rü- stungSstagen und sein Widerstand gegenüber dem Ost- und dem Donaupakt mit dem französischenglischen Programm vom 3. Feber unvereinbar sind. Hitler soll gestern, dem„Petit Parisien" zufolge erklärt haben, daß der von ihm eingeführte obligatorische Militärdienst unberührt bleiben müsse. Er willigte nur zu einer eventuellen Aussprache über die Dauer dieses Dienstes und über den Effektivstand ein. Einer künfttgen Vereinbarung über die Einschränkung der Rüstungen will Hitler nur unter zwei Bedingungen beipflichten: 1. daß Deutschland eine Parität zu Lande und m der Lust mit der stärksten Macht, nämlich Rußland, erlange: 2. daß Frankreich von einer militärischen Zusammenarbeit mit den übrigen Staaten, namentlich mit Rußland und Italien, Abstand nimmt.„Petit Parisien" schließt sein Urteil folgendermaßen ab:„Hitler will, daß Deutschland daS tatsächliche militärische Uebergewicht über die westeuropäischen Staaten, d. i. sowohl über Frankreich als auch über England und Italien, besitze. Der Korrespondent des„Journal" überschreibt seinen Artikel:„Deutschland behauptet, daß eS den Frieden wolle, ist aber mit niemandem über die Mittel der Verwirklichung desselben einig". Leite4 DonnerStag, 28. März 1935 Nr. 7? Van Zeeland der neue belgische Ministerpräsident Schweizer Sozialdemokratie gegen Krise Bern. Der Schweizerische Nationalrat begann mit der Aussprache über den von den Kreisen der Linken eingebrachten Initiativantrag zur Bekämpfung der Krise. In dem Antrag wird gefordert, daß verfassungsmäßig der^Kampf gegen die Lohnherabsetzung gesichert werde, daß ein Preisschutz gewährt, daß den überschuldeten gelverblichen und landwirtschaftlichen Unternehmungen eine Entlastung zuteil werde, daß weiters eine ausreichende Arbeitslosenversicherung gebildet und die Kontrolle der Kartelle und Truste eingeführt werde. Die Entführuns Jacobs Berner„Band“:»Rechtssicherheit aufs schwerste gefährdet“ Bern. In einem Kommentar zu der Entführung des deutschen emigrierten Journalisten Jacob heißt es im„Bund": Die unsaubere n M i t t e l, mit denen deutsche Organisationen mißliebige, emigrierte Staatsangehörige in die Gewalt deutscher Behörden bringen, stellt eine Methode dar, die aufs schärfste zu verurteilen ist. Wir können als neutraler Staat, der das Asylrecht aufs höchste schätzt, nicht zugeben, daß unter irgendwelchen Vorwänden politisch Verfolgte in unser Land gelockt werden mit dem Zwecke, sie mit Gewalt aus unserem Territorium zu entführen. Die Schweiz ist ein Rechtsstaat und will es bleiben. Es handelt sich nicht um ein« Person, sondern »'m ein Prinzip: Dir haben im Falle Jacob das Gefühl gehabt,, daß die Rechtssicherheit aufs schwerste gefährdet wird und damitrdie korrekten Beziehungen zwischen den beiden Ländern in Mitleidenschaft gezogen werden. Nicht nur wir, sondern die ganze Weltöffentlichkeit wird dadurch beunruhigt, daß die deutsche Regierung, wie in dem Falle.Jacob, durch ihr. Stillschweigen die rechtswidrigen Handlungen von reichsdeutschen Angehörigen offenbar billigt.- Aui der Vergangenheit Weiemanns Basel. Die Schweizerische Depeschenagentur meldet: Wie man nunmehr erfährt, hat Dr. Wesemann bereits früher einen Entführungsversuch an Berthold Jacob unternommen, wobei er sich auch an den früheren status quo-Führer des Saargebietes Ma§ Braun in der zweiten Hälfte November 1934 wandte. Dr. Wesemann erschien damals zusammen mit Berthold Jacob im Büro des Mär- Braun und erzählte von einer geheimnisvollen An. Gelegenheit,nämlich von Reichswehrmachenschaften im Saargebiet. Marr Braun wollte sich mit Dr. Wesemann zum Direktor der Regierungskommission des Saargebietes Heimburger chegeben, was jedoch von Wesemann mit einer merkwürdigen Begründung abgelehnt, wurde. Wesemann erschien sodann einige Tage später allein und machte den Vorschlag, mit Mau Braun zu einer Versammlung nach Neuweiler zu fahren. Bei dieser Gelegenheit fragte er auch Mac, Braun über alles Mögliche aus, so u. a., wo und wann die nächste Versammlung stattfürdet, wo er Waffen aufbewahrt habe u. a. m. Vom Rundfunk empfehlenswertes aus«Ion Programmen: Freitag Prag, Sender 2.: 10.05 deutsche Preffe. 11.00 Schallplatten. 12.10 Das Bajo-Trio singt.. 13.35 Arbeitsmarkt. 15.55 Konzert. 18.15 Deutsche Sendung: Sporworschau. 18.40 Arbeitersendung: Aktuelle zehn Minuten. 18.50 Deutsche Preffe.— Sender S.: 14.20: Schallvlatten. 15.00 Deutsche Sendung: Für die Frau. 18.00 Italienische Chansons.— Brünn: 12.10 Arbeitsmarkt und Sozialinformationen. 16.45 Tanzmusik. 18.15 Deutsch« Sendung: Der gestohlene Raglan, grotesker Einakter. 21.40 Klavierkonzert.— Mährisch-Ostrau: 17.55 Deutsche Sendung:-Urbanowiky: Verletzung durch Schußwaffen in' Art und Bedeutung.— Ka- schau: 17.00 Orchesterkonzert. • In der Prager deutschen Arbeitersendung hat die„Aktuellen zehn Minuten" am morgigen Freitag(18 Uhr 40) für dtzn verhinderten Genossen KrejLi Genosse L. Goldschmidt überiwmmen. 50.000 Chinesen ertrunken? Schanghai. Im Aeberschwem« mungsgebiet des Gelben Flusses, hauptsächlich im Westen von Schantung, im Süden von Hope» und im nordöstlichen Honan find Hunderte von Dörfern und viele Stüde überflutet. Zn den letzten Wochen find einer Feststellung des Reuterbüros zufolge zirka 10.000 Menschen, nach Meldungen aus chiuefi- scheu Quellen ca. 50.000 Menschen, ums Leben gekommen. Die Fluten haben an vielen Stelle« die Dümme durchbrochen. Die Bechvohner, die auf Dächern und in den Baumkronen Zuflucht suchten, befutden sich inmitten der Fluten. Der Schaden kann bisher noch nicht abgeschätzt werden. Besonders schwer heimgesucht wurde die Stadt Tschangi- nan im Gebiete von Hopei. Ihre Bewohner sind von der Amwelt vollkommen abgeschnitten. Barious Bibliothek. Seit Dienstag wird in Paris in einer Auktion die Bibliothek des ehemaligen Außenministers Louis Barthou, welcher Jahre hindurch Sammler seltener Bücher und Handschriften war, verkauft. In den ersten zwei Tagen ergab die Aktion 2.5 Mi l l i o- n e n F r a n k. Fliegertod. Auf dem Flugplatz von Augusta(Italien) stießen zwei italienische Wasserflugzeuge zusammen. Zwei Militärflieger kamen dabei ums Leben., Kraftwagenunglück bei Frankfurt a. M. Ein furchtbares Krastwagenunglück ereignete sich in der Nacht auf Donnerstag auf der Landstraße Eiferfeld—Siegen. Ein mit zwei Personen besetzter Privatkraftwagen fuhr gegen eine» Baum und ging in Flammen auf. Einer der Insassen, der aas dem Wagen heraushing, konnte gerettet werden. Es handelt sich um den Siegener Juwelier Moritz, der mit-schweren Brandwunden dem Krankenhaus zugeführt wurde. Als die Siegener Feuerwehr eintraf, war der Wagen schon völlig ausgebrannt. Ter zweite Insasse, der Kaufmann Wilhelm Kocher aus Fellbach bei Stuttgart» war in seinem Sitz festgeklemmt und verbrannte bei lebendigem Leibe. Der Wagen ist wahrscheinlich durch eine Panne ins Schleudern gekommen und gegen den Baum gerast, Studenten- und Hnmanitätsstiftungen. Am 1. April 1935 werden im„Landes-Verordnungs- blatte für Böhmen" lin einer besonderen Bei, läge) Konkurse einer größeren Anzahl von Studenten- und Humanitätsstiftungen verlautbart werden. Diese Beilage ist(auch auf schriftliche Bestellung) bei der Hilfsämterdirektion der Landesbehörde in Prag-Smichow, Zborovskä 27, erhältlich. In das Verordnungsblatt kann bei allen staatlichen und Selbstverwaltungsämtern im Lande Böhmen Einsicht■ genommen werden. Außerdem wird die betreffende Nummer des Verordnungsblattes nebst Beilage allen Mittel- und Hochschulen in Böhmen übermittelt werden. Zugsunfall. Gestern um 9.55 Uhr entgleiste bei der Ausfahrt aus der Station Mezimosti« V e s e l i die Maschine des Zuges Nr. 1602 bei der Ausfahrtweiche und verrammelte die Strecke in der Richtung Ceskö Velenice. Der Schnellzug Nr. 61 aus Eeske Velenice wurde auf die Hilfsstrecke über Böhm.-Budweis geleitet und der Personenverkehr wurde durch Umsteigen aufrecht erhcüten. Zu einem Unfall kam niemand. Die Ursache wird untersucht. I Verzweiflungstat durch die Angst getrieben, um ihre ganzen Ersparnisse im Betrage von rund 60.000 KL zu kommen, die sie seit dem Jahre 1930 ihren Arbeitgebern geliehen hatte. Ileberschwemmung in Vlrginien New Aork. Auf weiten Gebieten im Süden Westvirginias haben riesige Ueberschwemmungen zahlreiche Ortschaften überflutet^Sie mußten geräumt werden. Eine ganze Reihe von Gebäuden wurde zerstört. Nach den bisherigen Feststellungen kamen sechs Personen ums Leben. Im Mittelland sind erneut schwere Sandstürme aufgetreten, die jeglichen Verkehr unterbunden haben. Neun Personen fanden den Tod. Den Geliebten umgebracht Der Mord an dem Egerländer Pohl Steyr. Die 26jährige Kleinhäuslerstochter Therese Möslinger aus Sierning bei Steyr, die unter dem Verdachte verhaftet wurde, vor zwei Jahren ihren damaligen Geliebten, den 28jäh- rigen Eisendreher Karl Pohl, einen Egerländer, ermordet zu haben, hat ein Geständnis abgelegt. Auch die Mutter, die 54jährige Antonie Möslinger, hat bereits gestanden. Die Tochter gab zu, den Geliebten, dessen sie ü b e r d r ü s s i g geworden sei, ermordet zu haben und die Leiche mit Hilfe ihrer Mutter beseitigt zu haben. Mit einem Beil trennten die Frauen der Leiche zuerst den Kopf vom Rumpf ab. Den Kopf verbrannten sie im Küchenherd, den Rumpf der Leiche vergruben sie im Garten. Die Gendarmerie hat das Skelett bereits ausgegraben. Grubenkatastrophe in Japan Tokio. In einem Kohlenbergwerk bei N a g a- s a'k i hat sich eine schwere Explosion ereignet. Bisher sind 11 Schwer- und 22 Leichtverletzte geborgen worden. 14 Bergleute sind noch eingeschlossen, und es besteht wenig Hoffnung, sie zu retten. Tragische Heimfahrt Gablonz. Bei Lomnic a. d. Popclka ereignete sich Mittwoch abends ein schweres Automobilunglück. Das mit den beiden Fleischern Anton Böm und Bohumil Janouork aus Starkenbach und drei Landwirten besetzte Automobil deS Autounternehmers Josef BuluSrk stieß auf der Heimfahrt vom JiLiner Bichmarkt, die mehrmals zum Zwecke von Wirtshauszechereien unterbrochen wurde, bei Lomnitz in rasender Fahrt gegen eine Telrgraphenstange, wobei das Automobil vollständig zertrümmert wurde. Der Landwirt Skalskh aus Kunratice erlitt drei Rippenbrüche, einen Nasrnbruch, einen Bruch des Schlüsselbeines, der Fleischer Böm trug SckmitNvunden durch Glassplitter davon nnd. der Lenker Bnlusck wurde gleichfalls im Gkstcht und an beVHnssd'' Venctzk. AuS Berzweiflung über das durch seine Unvorsichtigkeit verschuldete Unglück wollte er sich im Walde erhängen. Die Berletztrn wurden ins Krankenhaus in Semil-: geschafft. Gräßlicher Selbstmord Karlsbad. Dienstag-nachmittags begoß sich sich die 40jährige Elsa Haßmann in ihrer elterli chen Wohnung in Chiesch mit Petroleum und zündete es an. Sie wurde mit Brandverletzungen............. dritten und vierten Grades ins Podersamer Kran-! men„irische republikanische Armee" bekannte Ver- kenhaus überführt, wo sie am Abend ihren Ver- einigung beabsichtigt hat,.streikenden letzungcn erlag. Wie aus dem Abschiedsbriefe der Straßenbahnange stellten in Dublin Frau Haßmann hervorgeht, wurde sie zu ihrer zu H i l f e zu kommen. Die Einvernahme Prof. Schlossers Nach Zeitungsmcldungen wurde die Einvernahme des Vorstandes der chirurgischen Klinik Prof. Schlosser und seines Assistenten Doktor Wenzel wegen der Vorgänge, die zum Selbstmord Dr. G a ch s geführt haben, auf Dienstag, den 2. April, angesetzt, bis zu welchem Tage alle Akten beim Untersuchungsrichter Pr. Prusa eingelangt sein werden. Für denselben Tag sind auch die Zeugen vorgeladen worden. INuttr begießt Du die Blumen auch mit Tagcsnciilglfcitcn Ein Gemeinde- Regierungskommissär ermordet Die Täter Kommunisten? Ll z h o r o d.(Tsch. P.-B.) Diens- tag wurde in der Gemeinde K a n o r a im Bezirk S v a l a v a in- den spaten Abendstunden durch einen Revolverschuß der 39jLhrige Regierungskommis» für der Gemeinde Fedor Antonh meuchlings erschossen. Die ! Gemeinde Kanora hatte eine durch- 'Wegs kommunistische Gemeindevertretung, die wegen Unfähigkeit aufgelöst werden mutzte und vom Bezirksamt Svalava wurde am 30. August 1934 zum Vorsitzenden derUrbanialgemeinde der ruthe- nische Landwirt Fedor Antonh eingesetzt, der sein Amt gut versah, in der Gemeinde die Ordnung wiederherstellen wollte und sich deshalb wahrscheinlich bei jemanden mißliebig gemacht hat. Antonh war verheiratet und hatte sieben unversorgte Kinder. Die Gendarmerie von Volovee hielt zwei Kommunisten an, und zwar Zvan Gala t i i und Ivan R a j s i n e aus Kanora, die für die k r i t i s ch e Z e i t ihr Alibi nicht nachweisen konnten. An den Tatort ist eine Fahndungs- Patrouille mit dem Kommandanten der Gendarmerieabtellung Major D u r a s abgegangen. Ein Wiedersehn»ach 34 Jahren. Gestern waren im Klubgebäude des Parlaments die Ver- trauensmänner unserer Kleinbauern-Bewegung versammelt. Einer von ihnen, der Genosse Mayer aus Mayerbachin Südböhmen, hat diesmal eine schöne Erinnerung auf den Heimweg mitgenommen. Vor 34 Jahren, im Jahre 1901, hielt er mit einem jungen tschechischen Genossen im Oberplaner Bezirke einige Versammlungen für das allgemeine Wahlrecht ab. Das war der heutige Senatspräsident und hervorragende Führer der tschechischen Bruder- Partei, Genosse Soukup. Durch Korrespondenz wurde das gemeinsame Erlebnis wieder aufgefrischt. Soukup war damals beim Ge- nosssn Mayer zu Gast und ließ sich das Leibge- richt der Böhmerwäldler, Selchfleisch mit Kraut und Knödel, gut schmecken. Als Revanche dafür ließ Genüsse Soukup gestern mittag Genossen Mayer mit dem Auto des Senatspräsidiums vom Parlament abholen, zeigte ihm persönlich alle Räumlichkeiten des Senats und lud ihn anschließend zu einem Mittagessen im Senatsrestaurant ein. Dieser Akt der Kameradschaftlichkeit hat unseren Kleinbauern aus dem Böhnrerwalde natürlich mächtig gefreut und er wußte dem Erlebnis auch eine humoristische Seite abzugewinnen. In der Konferenz erzählte er nachmittag, die Wachleute hätten beim Vorbeifahren des Senatsantos stramm salutiert.„Nun weiß ich nicht— meinte er— hatdieseEhrenbezei- gung mir gegolten oder dem Chauffeur." • Kaltes März-Ende. Bei starkem West- bis Nordwestwind ist gestern über unsere Gegenden kühlere Lüft in Begleitung von Schauern eingedrungen, auf der Schneekoppe trat ein G e- w i t t e r bei einer Temperatur von minus 4« Grad Celsius auf. In.d^rAiederungeo wurden 'uriti4 Nhr tsiesst pW 8 ms plus lö Grad Celsius verzeichnet. Von der Ostsee breitet sich gegen Mitteleuropa urumnehr eine weitere Abkühlung aus. So wurde schon für heute vorausgesagt: Unbeständig, namentlich auf den Bergen, S ch n e e s ch a u e r, weitere Abkühlung, Wind aus nördlichen Richtungen. lOOjähriges Jubiläum des Karlsbader Kurorchesters. Das Karlsbader Kurorchester kann Heuer auf seinen hundertjährigen Bestand zurückblicken, aus welchem Anlasse am Ostersonntag, dem 21. April, eine M usik-Woche in Karlsbad beginnt, während welcher das Orchester mit bedeutsamen Sonderkonzerten hervortreten wird. Ehemaliger Opernsänger als Defraudant. Vor dem Kreisstrafgericht Brünn verantivortete sich Dienstag und Mittwoch der ehemalige Opernsänger, der 52 Jahre alte Jaroslav C i h a k wegen Veruntreuung von Geldern aus dem Unterstüt- zungsfonds der Mitglieder des Brünner Theaters und dgs Klubs seiner Solisten. Er veruntreute dem Fonds, dessen Kassier er war, nach und na