79 5rtg«t Turn« nmt-e n rind rischen t&tQCll schlchq in diq benni mtschej letztes itn zul > J' neuer] Loras] 1927] t a-1 Lach- i lügt ben I s'ft] auch I schon I den| ei’ nchen !nde» j daß j gab,! scheu I itlei- eine] Äsen i ikten, j >t— ohrit. : ko- auf- j □itlti j lisch«; jlern holt.■ ein-’ Etat j man a a’» stel«| >ana nett, b schig schon 5ri?, I wir» über i hten i icher' n 1' i Lnr- rag. )en- po- i in Jlrk; Tie >ar- it Nr. 80 Donnerstag, 4. April 1935 15. Jahrgang ZENTRAIORGAN DER DEUTSCHEN SOZIALDEMOKRATISCHEN ARBEITERPARTEI IN DER TSCHECHOSLOWAKISCHEN REPUBLIK ERSCHEINT MIT AUSNAHME DES MONTAG TÄGLICH FRÜH. Redaktion und Verwaltung präg xii., fochova«2. TELEFON 0077. «ERAUSGESER- SIEGFRIED TAUS. 08EFREDAKTEUR: WILNELzt NIESSNER. VERANTWORTLICHER REDAKTEUR: DR. EMIL STRAUSS, PRAG. Einzelpreis 70 Heller (eintchllaBnch 5 Heller Porto) Schutzbündler vor Gericht Zuhörer demonstrieren bis die in Vie„Deutschdemokraten“ und Henlein Die„Prager Presse" berichtet weiter über B e s p r e ch u n gen zwischen Vertretern der Heimatfront und der deutschdemokratischen Freiheitspartei, die bei den Verhandlungen durch den bekannten Advokaten Dr. Dembitzki und den Bürgermeister, von Reichenberg Senators Kostka sowie den.Prager Abg. Dr. Bacher vertreten sei. Die, deutschdemokratische Freiheitspartei habe, sozusagen noch in letzter Stünde ein Wahlbündnis mit hen magyarischen Parteien gesucht, welche mit gerpeinsameü Kandidatenlisten in die^Wahlen gehen, sei. aher über Betreiben der m ag Y a ri s ch ey Christ- kichsozialen mit ihrem Anbot abgelehnt worden, obzwar sich die magyarische Nationalpartei für den Fall der Möglichkeit eines selbständigen Vorgehens in den Wahlen prinzipiell bereit erklärt habe, neben den Zipser Deutschen auf ihren Listen auch die deutsche Arbeitsund Wirtschaftsgemeinschaft zu kandidieren. Aus allen diesen Tatsachen ist, so schreibt die „Pr. Pr.", zu ersehen, daß das Chaos im d e u t s ch b ü r g e r l i ch e n L a g e r ungeahnte" Dimensionen angenommen hat und die kleinen demokratischen Gruppen vor dem agitasionel- len Ansturm der Heimatfront wie Kartenhäuser zusammenbrechen, um in der„Volksgemeinschaft" Henleins, möglichst unter Sicherung des eigenen Mandates, aufzugehen und"das politische Pro-, gramm, auf das hin sie gewählt worden sind.'Hen- leilis bekannter Parole„ein Volk, ein Ziel" zu opfern,'•’» bundes bloß mit der Propaganda-Agenda, keineswegs aber mit militärischen Angelegenheiten befaßt habe. Als der Vorsitzende Bauers Rede an Hand der Anklageschrift zur Sprache bringt, erklärt der Angeklagte, daß ihm über eine solche Rede Bauers nich^ bekannt sei. Ueber Waffenverstecke habe der Anklagte nichts' gewußt. Nunmehr bemerkt der Vorsitzendem daß die Anklageschrift ihn als Organisator der. Handgranaten-Erzeugung sowie als speziellen Fachmann für Sprengstoffe bezeichnet. Der Staatsanwalt wendet sich nuN an den Angeklagten mit dem Hinweis, daß er als Kreiskommandant wißen mußte, wo die Waffen aus seiner Gegend versteckt lagen. Auch Kreiskommandant Passauer wußte, wo die Waffen seines Kreises hinterlegt sind. Der Angeklagte beharrt auf seiner Aussage, daß er über Waffenverstecke nichts gewußt habe. Sollte Pasiauer dennoch übLp Waffenverstecke unterrichtet gewesen sein,,, erfreute er sich vielleicht eines größeren Vertrauens. Der Vorsitzende stellt, nun. die.Frager„llnd fühlten Sie sich dadurch nicht berührt, da Sie doch ein guter Sozialdemokrat waren?" Angeklagter:,„Keineswegs."—- Der Staatsanwalt fragt nun:„Und. was geschah schließlich mit den Waffen,? Der Angeklagte antwortet, er wisie dies nicht, weil er bereits vor dem 12. Feber verhaftet worden sei. Der Staatsanwalt, fragt sodann über die Mannschaftszahl senes Kreises, in welchem der Angeklagte gewirll hatte. Dem, Angellaaten ist die Zahl der Mannschaft unbekannt..Hierauf stellt der Staatsanwalt die Frage:.'..Besaßen Sie für ieden Mann ein Gewehr?" Der Anaeklagte antwortete:„Das weiß ich nicht."— Staatsanwalt:„Sic mußten sich Lodginan als Henlein-Ersatz? Karl Ansordcs und Dr. Peters* Plane lür den fall der Slif-Auilösung Die„Prager Presse" meldet in ihrer heutigen Ausgabe aus„zuverlässiger Quelle", daß der gleichgeschaltete Korrespondent des D R D(des dem Berliner Propagandamini st erinm direkt unterstellten Deutschen Nachrichtendienstes) Redakteur Karl A n s o r g e, für de« Fall der Auflösung der sndetendeutschen Heimatfront Konrad Henleins die Gründung einer Ersatzpartei vorbereite. Die Führung der ins Auge gefaßten Ersatzpar- tei soll der frühere deutschnationale Abgeordnete Dr. Lodgmau- Aue« übernehmen. Besonders gefördert werde die Gründung dieser neue« politischen Partei von dem Abgeordneten der Rosche-Gruppe Dr. Gustav Peters, der von Konrad Henlein trotz seiner bedingungslosen Einstellung zur „Sudetendeutschen Heimatfront" beim Llebergang der Rosche- Gruppe zur Heimatfront brüsk abgelehnt worden sei und nun anf dem Trockene« fitze. tote der, Angeklagte: ,>W i r,h a b.e n uns fsi r die Verteidigung der Versas- s u n g v o r b" e r.e i t e t". Dey Vorsitzende fragt sodann über Einzelheiten der Ausrüstung des Republikanischen Schutzbundes. Der Angeklagte weiß persönlich über eine Ausrüstung nichts und gibt an, auch nicht über eine solche sprechen gehört zu haben. Vorsitzender:„Haben Sie an der"Sitzung des aufgelösten Republikanischen-Schutzbundes im Jänner des Vorjahres teilgenommen, in welcher Dr. Bauer gesprochen hatte. Angeklagter:„jawohl." Der" Angeklagte er klärte"jedoch, Bauers Rede, von der die Anklageschrift-spricht,.nicht gehört zu haben. Sollte dies irgendein Zeuge behaupten, dann ist es untvahr, daß Bauer derart gesprochen hatte. Auf die Frage des Verteidigers Dr. Steinitz, ol der Angeklagte alarmierende Nachrichten aus den Kreisen der Heimwehren erhalten hatte, ant wortete Löw, er. hätte wiederholt über Heimwehr- drohunqen gehört. Ms der Angeklagte im weiteren Ver lauf des Verhörs erklärt, die Sozial demokraten hätten, da die Heimweh ren derart stark rüsteten, nicht ohne Waffen bleiben können, rufen meh rere Zuhörer:„Bravo!". Der Vorsitzende ermahnt das Auditorium und droht mit der Räumung des Saales, wenn sich! dach informieren, ob-eder der' 7000 Mann ein derartige Kundgebungen wiederholen sollten.| Gewehr besaß." Der Angeklagte antwortet:„Es Hierauf wird der dritte Angeklagte Franz war nicht mein Recht, nach Waffen zu fragen." Musil einvernommen, der erklärt, daß er sich 1 Damit war das Verhör Musils beendet und nach der Auflösung des Republikanischen Schutz-1 die Verhandlung wurde auf Donnerstag vertagt. Wien.(Tsch. P. B.) Z« Beginn der I tonte, daß diese Taten zur Ausrüstung für einen Mittwochverhandlung im Prozeß gegen die 211 kommenden Bürgerkrieg führen mußten, antwor- Führer des Republikanischen Schutzbundes stellte der Staatsanwalt an den ersten Angeklagten, Major Eifler, einige Anfragen, die sein per sönliches Verhältnis zn dem ehemaligen Abgeord neten Dr. Julins Deutsch, dem Führer des Republikanischen Schutzbundes, betreffen. Der Angeklagte antwortete, er habe in Dr. Deutsch bloß seinen Vorgesetzte» erblickt. Auf die Frage, ob der Angeklagte von den Ver handlungen der Regierung mit den Sozialdemokraten im Jahre 1933 wußte, antwortete Eifler bejahend. Daß diese Verhandlungen zu keinem Ziele führten, erfuhr der Angeklagte erst später. Staatsanwalt: Ist Ihnen bekannt, wie sich General Körner über die Art äußerte, auf welche Sie die Angehörigen des Republikanischen Schutzbundes„aufreizten"? Angeklagter: Kann ich mir vielleicht die Antwort bis zu dem Augenblick aufheben,"" Körnev selbst erscheint? Staatsanwalt: Was wissen Sie iiber Waffenfunde, namentlich über die Schwechat gemachten? Angeklagter: Ich habe mich mst der Frage der Waffen niemals beschäftigt. Staatsanwalt: Wußten Sie davon, daß ein Betrag von 1.8 Millionen Schilling für den An kauf von Waffen ausgegeben worden war? Angeklagter: Als ich davon erfuhr, erweckte dies"bei mir Lustigkeit. Hierauf stellte der Verteidiger Dr. Preßbur ger einige Fragen, insbesondere die, W der Ange klagte darin nicht eine Gefahr erblickt habe, daß feine Formation bewaffnet wurde. Der Angeklagte antwortete, daß es unter den damaligen Umstän den leider nicht möglich war, dieser Gefahr aus dem Wege zu gehen. Der Verteidiger verweist auf bett Plan, de» der Angeklagte ausgearbeitet hat, und fragt nach dessen Ursachen. Der Ange klagte antwortet, daß die Beweggründe zu dem Pläne dieDrohungenderHeim wehren unter Major Pabst waren. Verteidiger: Konnte dieser Plan gegen die Staatsmacht gerichtet sein? Der Staatsantoalt unterbricht den Vertei diger und sagt, daß der Plan gegen die Heimwehren gerichtet sein sollte, doch seien die Sozialdemokraten als erste auf die Straße gegangen. Der Verteidiger erklärt demgegenüber: Ich konstatiere hier ausdrücklich, daß die Sozial demokraten damals Herrenvon Wienund N i e d e r ö st e r r e i ch waren. Sie waren in der Mehrzahl. Der Vorsitzende unterbricht den Verteidiger und ersucht ihn, er möge„keine poli tischen Rede»" haften. Dr. Preßburger unterbrei tet sodann eine ganze Reihe von Anträgen als Be weis über die Loyalität der ehemaligen Führer der sozialdemokratischen Partei: Er schlägt insbeson dere vor, daß der österreichische Bundespräsident M i k l a s und der Wiener Bürgermeister Seitz als Zeugen gehört werden. Nachmittags wurde das Verhör mit dem zweiten Ängellagten, Major i. R. Rudolf Löw, eröffnet, nachdem der Versitzende bekanntgegeben hafte, daß das Gericht seine Entscheidung betref fend die Vorschläge des Verteidigers Dr. Preß burger auf Vorladung des Präsidenten Miklas und des ehemaligen Bürgermeisters Seitz erst im weiteren Berhandlungsverlaufe fällen werde, ebenso über die übrigen Vorschläge der Vertei diger, vor allem betreffend den Vorschlag Dr. Sperbers, der die Beweisführung darüber for derte,, daß der Republikanische Schutzbund am 12. Feber 1934 nicht in voller Zahl sich versammelt hatte und sich ebenso an diesem Tage nicht in Marsch setzte,, wie- dies in der Anklageschrift be hauptet wird. I >- Der- Angeklagte Löw erklärt unschuldig zu sein: Der Angeklagte leugnet nicht, über Befehl des Abg. Dr. Deutsch Handgranaten cmgekauft zu haben. Er wußte auch Wer die Ankäufe von Waffen im Auslande sowie Wer den Kauf eines Apparates für die Erzeugung von flüssigem Sauerstoff, der bei der Erzeugung von Explosiv- Mfen Berwenimng findet. Ms der Vorsitzende be- Her fliegende Bote Sr. britischen Majestät Lord Eden in Präs Man ist gewohnt, den Reisen und der Geschäftigkeit europäischer- Diplomaten nach den Er- sahrungen von 1914 und seit 1919 mit Vorsicht und oft nicht gerade freundlich gegenüberzustehen. Die Erfahrung sagt den Völkern, daß auch die schönsten Konferenz-Orte, die erlesensten Diners und Dejeuners, die bestorganisierten Reisen den Diplomatenurvscheineud-ckeiue rettenden Gedanken eingeben, daß die Massen weiter hungern, die ausgebrannten Länder weiter vom Kriege bedroht sind und daß nach den großartigsten Entrevuen, denen gegenüber sich die Monarchenzusammenkünfw alten Stils armselig und spartanisch ausnehmen« höchstens der Berg Papier, den die internationalen Pakte und Verträge bilden, wieder um einige Zoll gewachsen ist. Angesichts des Versagens aller Technik und Staatsweisheit gegenüber dem Elend-der Krise und des Fascismus sind die Fachleute aller' Branchen in Mißkredit geraten, aber die Diplomaten dürsten in Unbeliebtheit immer noch führen. Gäbe es Kämpfe in offener Arena wie beim Fuß- ball, so würden die Zuschauer wohl ost über die Streitenden und erst recht Wer'die Schiedsrichter herfallen, um kurzen Prozeß zu machen. Aftes berechtigte Mißtrauen- aber gegen eine Zunft, Wer die heute- selbst ihre emerttierten Mitglieder— wie etwa Sir Harald Nicolson — absprechend urteilen, wird eine sachliche Betrachtung aber nicht hindern können» Leistung und Ergebnis diplomatischer Aktionen» wo sie wirklich vorhanden sind, objektiv fest- zustellen. Der Lordsiegelbewahrer Eden, der schon einmal, um die Abrüstungskonferenz zu retten, Europa bereist hat, ist seit Tagen unterwegs, um für England und Europa einen Ausweg aus der üblen Situation zu suchen, in die beide durch den Bruch des Versailler Vertrages seitens der Hitler-Diktatur geraten sind. Eden hat mit Sir Simon, der von Paris kam, zuerst Httler in Berlin aufgesucht, er unterhandelte dann mit den Führern der Sowjetunion, er flog von Mos k a u nach Warschau und er trifft heute in Prag ein. Lord Eden hat zum Unterschied von dem Staatssekretär Sir John Simon eine recht glückliche Hand. Sein Moskauer Verhandlungsergebnis kann sich sehen lassen und darf mit aller gebotenen Vorsicht als. der Anfang einer klügeren englischen Außenpolitik gewertet werden. England braucht seit dem Weltkrieg, den es als„Sieger" mtt ungeheuren Verlusten bezahlt und der das ganze Gebäude des Britischen Imperiums erschüttert hat, nichts so dringend wie Frieden. Es ist bereit/ den Frieden auch mit Opfern zu erkaufen/ weil die engllschen Diplomaten zum Unterschied von den deutschen auch in det Politik zu rechnen verstechen und lieber einen„faulen" Frieden mit Opfern bezahlen,'' als einen glorreichen Krieg mit der Existenz des ganzen britischen Weltreiches. Damit'aber der Frieden, den England braucht, nicht dauernd durch Opfer erkauft werden muß, damit nicht England in Amerika, in Asien, im Mittelmeer, auf dem Kontinent die ganze Zeche bezahlt und die andern aus dem Frieden das gute Geschäft machen, das er freilich bis 1914 immer für England gewesen ist, muß die englische Diplomatie ihr alles Spiel fort- fetzen, überall G l e i ch g e w i ch t s 3 u st ä n dck Seite 2 Donnerstag, 4. April 1935 Nr. 80 „Dokumente rum Wiener Schutzbundprozeß“ Unternehmerdrohunsen gegen Streikende Mistel. Die Textilindustriellen ließen heute in ihren Betrieben eine Kundmachung affichieren, mit der nach§ 82 der Gewerbeordnung die Arbeiterschaft als entlassen erklärt wird,, daß sie nicht zur Arbeit angetreteu ist. Die Kundmachung enthält ferner die Bedingungen, unter denen die Industriellen zur Ausnahme neuer Verhandlungen bereit wären. Auf diese Kundmachung erwiderte die Streikleitung mit Flugblättern, in welchen sie die Arbeiterschaft auffordert, im Streik zu verharren, und Ruhe zu bewahren. An zwei kleineren Textilunternchmen, und Mar bei der Firma Elzer arbeiteten heute 26, und bei der Firma Deiringer 10 Arbeiter, die aber per Auto zur, Arbeitsstätte gebracht wurden. zu schaffen, lein Uebergewicht einer Macht aufkommen zu lassen, einen Freund gegen den andern auszufpielen. Bis 1914 war das' recht einfach. Seit 1919 ist es schwierig geworden, denn England hat.jetzt mit drei an d e r e n'g r o ß e n W e l tr eichen und es hat außerdem nut einem in dauernder Gärung und Unruhe befindlichen Europazu rechnen. Als eine der Hauptursachen der europäischen Unruhe erschien den Engländern die einseitige Aufrüstung der Sieger von 1919 und die. Machtlosigkeit Deutschlands. Darum hat England die deutschen Revisionswünsche seit Jahren unterstützt, Aber man hat der britischen Politik Unrecht getan, wenn man ihr nachsagte, sie habe Deutschland aufrüsten woUen, damit es den Revanchekrieg führe. London wollte Deutschlands Erstarken nur soweit, daß Berlin ein entsprechendes Gegengewicht gegen Pgris und Moskau, unter Umständen auch gegen Rom bilden könnte. Nun hat man in London seit Hitlers Machtergreifung das Maß für die deutschen Verhältnisse verloren. Ehe man sichs versah, wuchsen sie dem britischen Foreign Office über den Kopf. Die Tatsache, daß Deutschland sich eigenmächtig und ohne Gegenleistung nahm, was London ihm als diplomatisches Tauschobjekt verschaffen wollte, hat endlich bei den englischen Politikern Zweifel an der Brauchbarkeit Hitlerdeutschlands als. Vertragspartners aufkommen lassen. Die Berliner Reise stellte einen Versuch Sir SimonS dar, die gestörten europäischen Beziehungen wieder einzurenken. Aber'statt eines Politikers, der sachlich mit. ihnen verhandell hätte, fanden die Briten einen pathetischen Dauerredner vor, der seine diplomatischen Gäste mit denselben Methoden und Argumenten überzeugen wollte, wie die Besucher einer Sportpalast-Kundgebung. Da scheint vor den Briten endlich die Vision des Vorgängers aufgeftiegen zu sein, der durch seine Toll« heiten und seine Geschwätzigkeit Englands Furcht erregt hatte. Sie erkannten- daß in Berlin Wilhelm Hl. regiert und wie sie sich zwischen 1906 und 1909 widerstrebend, aber notgedrungen, nach Petersburg wandten, so streckten sie auch diesmal die Fühler nach Moskau aus. Der lleberraschung in Berlin entsprach eine andere in Moskau. Hier traf Lord Eden statt der vielleicht vermuteten finsteren Revolutionäre konnivente Verhandlungspartner, statt der internationalen Brandstifter, die Hitler noch in leuchtenden Farben eben an die Wand gemalt hatte, ruhige Männer, denen es ebenso wie den Herren in London auf lange hinaus um nichts so sehr zu tun ist wie um den Frieden. / Die Konferenzen, die Eden mtt Litwinow, Stalin, Molotow und Kalinin hatte, scheinen einen wirklichenErfolgge- zeitigt zu haben. Vom Horizont der britischen Illusionen hecht sich ein konkretes Gebilde ab: das FriedensbündniS Moskau— Paris— London, das kraft seines militärischen und wirtschaftlichen Gewichtes imstande wäre, Deutschland zu bändigen, aber mit Hilfe Washingtons vielleicht auch am andern Ende der Welt, in Tokio, die ewig glimmenden Funken auSzutre- ten. Zunächst soll Eden in Aussicht gestellt haben, daß England in dem Fall, daß Deutschland oder Polen Rußland oder einen anderen Bundesgenossen Frankreichs angreifen und Frankreich dem Angegriffenen Bundeshilfe gewährt, wohlwollend neutral bleibt, also den Locarno-Fall eines.Angriffs" auf Deutschlands Westgrenze nicht als gegeben ansieht. Damit wäre tatsächlich viel erreicht, denn bisher verließ sich Berlin darauf, daß es im Osten freie Hand habe, im Westen aber durch den Locarnopakt gedeckt sei. Ein solches Abkommen wäre mehr wert als rin von Deutschland signierter Oftpatt. In dem Friedensbund Moskau—Paris— London würde die Kleine Entente ein Eckpfeiler sein. Wenn Lord Eden nach Prag kommt,, wenn er Englands Willen be- tont, die Kleine Entente als Verhandlungspartner zu respektieren und engere Beziehungen zu ihr herzustellen, so bedeutet das einen wetteren Schritt zst ejner vernünfttgen Europa-Politik Londons, aber auch einen weiteren großen Erfolg der Politik Dr. B e n e s s und eine F e• st i g u n g der außenpolitische« Linie der Koalition, die sett der Anerkennung der Sowjetunion in der Richtung auf die Brückenstellung der Tschechoslowakei im europäischen Friedensbau hinzieü. Als Demokraten und Vorkämpfer des europäischen Friedens hoffen, wir, daß Edens Prager Aufenthalt nicht minder ertragreich sein wird als der Moskauer und daß der »fliegende Bote des englischen Königs" ein F r i e- dcnSbote für unseren Staat wird! Die von der Internationalen Kommission zur Untersuchung der Lage der politischen Gefangenen herausgegebenen.Dokumente zum Wiener Schutzbundprozeß" haben den österreichischen Fascisten das Konzept gestört. Das offiziöse Organ, das»Neuigkeits-Weltblatt", bemüht sich in seiner Sonntagsnummer die Beweiskraft der Dokumente zu-erschüttern. Zu diesem Zwecke glaubt das offiziöse Fascistenblatt den Wert der Dokumente schmälern zu können, indem eS schreibt,»daß dieselben nicht von der»Internationalen Kommission", sondern von der in der Tschechoslowakei lebenden marxistischen Emigration stammen". Die Welt wird eS als ziemlich nebensächlich betrachten, woher die Dokumente stammen, denn der Wert der Dokumente liegt in ihnen selbst. Nebenbei gesagt sei, darauf verwiesen, daß der Vorsitzende der In, ternationalen Kommission, der belgische Abgeord- nete d e B r o u ck e r e ist, der hi? Herausgabe de» »Dokumente" mit einem aufsehenerregenden Artikel in den belgischen und französischen Blättern begleitet hat. Was nun die Gegenargumente deS»Neuigkeits-Weltblatt" anbelangt, sind sie reichlich naiv. Die Dokumente bringen einen Bericht deS HeereS- ministeriums zum Abdrucke, der aus dem Jahre 1921 stammt. Das Fascistenblatt schreibt nun: Da sieht man, wer zuerst die Waffen" gehabt hat. Die Heimwehr wurde erst im Jahre 1921 vom HeereS- ministerium auf den Waffenbestand untersucht, während die Arbeiterschaft schon viel früher Waffen gehabt hat. Dazu ist zu sagen, daß wohl der B e r i ch t des HeereSministeriums aus dem Jahre 1921 stammt, daß aber das Heeresministerium den Waffendieb st ahl der Heimwehr auSdem Jahre 1919 untersucht und daß davon der Bericht des Jahres 1921 handelt. Das»Neuigkeits-Weltblatt" ist also mit diesem Argument gründlich aufgeseffen, denn ein Blick auf die Dokument« zeigt, daß. es sich bei dem Bericht des Heeresministeriums um die Untersuchung des Kramsacher Waffendiebstahls aus dem Jahre 1919 handelt. Bei dieser Gelegenheit sei darauf verwiesen, daß der Republikanische Schutzbund erst im Jahre 19 2 3 gegründet wurde, während die Heimwehr schon im Jähre 1919 bestand und sich zu diese» Zett bewaffnete. Das Fascistenblatt sagt ferner, daß der sozialdemokratische Innsbrucker Bizebürgermeister Rapoldi, wie aus den Dokumenten hervorgehe, im Jahre 1921 angegeben habe, daß die Arbeiterschaft übit 10.000 Gewehre verfüge. Das»Neuigkeits- Weltblatt" hätte die Dokumente genauer leien sollen. In ihnen steht nämlich nur, daß de« HeiMwehrfKhrer Dr. Steidle, gesprächsweise behauptete, der Vizebürgermeister Rapoldi hätte dies gesagt... Daß irgend ein Tratsch des Heimwehrführers Dr. Steidle kein Beweis sein kann, wird selbst das Fascistenblatt zügeben müssen. Auf der Heimkehr von einjähriger Tätigkeit in Shanghai hat der deutsche Generaloberst HanS v. Seeckt das Angebot Hiller- angenommen, die Leitung des GeneralstcchS im Reichsheer der allgemeinen Wehrpflicht zu übernehmen. Die sachliche und persönliche Eignung Seeckts steht außer Zweifel, er war ja im Weltkrieg sehr erfolgreich, allerdings hatte er die ungeheure lleber- legenheit an Menschen und Material gegenüber Rußland und Serbien auf seiner Seite. In China hat er gegen die kommunistischen Truppen nicht viel ausgerichtet, darum wird wohl gemeldet, er sei in Shanghai als Jnftruüor tätig gewesen. Wenn er nun wiederkehrt, so erinnert man sich an seinen Rücktritt von der Heeresleitung an» 5. Oktober 1926. Durch die Linkspresse war bekannt geworden, daß an den Reichswehrmanövern auch Wilhelm Prinz von Preußen teilgenommen hatte, der gar nicht der Reich-Wehr angehörte, aber ein Sohn des Exkronprinzen ist.(»Prinz von Preußen" war den Hohenzollern, auch den weiblichen, von der preußischen Regierung als Familienname zugetellt worden; die ganze Aende- rung bestand darin, daß das Wort»Prmz" jetzt nach dem Bornamen kam, statt wie in der Monarchie vorher, und daß es keine.Hoheit" mehr gab.) 1926 aber war Deutschland dem Völkerbund beigetreten und vorher hatte Außenminister Dr. Stresemann, um die Abschaffung der interalliierten Militärkontrolle zu erreichen, in einer Note strengste Befolgung der Versailler Bestimmungen verbürgt. Da war die öffentliche Feststellung jenes erlauchten»Zettfreiwilligen" um so peinlicher, als man diese Einrichtung nicht nur. stets kategorisch bestritten hatte, sondern sie auch— und das später erst recht— zum Gegenstand reichsgerichtlicher Landesverratsprozesse gemacht hatte. So mußte denn Reichswehrminister Dr. Geßler— damals noch Demokrat— unter deutlicher Mißbilligung den Chef der Heeresleitung zur Untersuchung und Berichterstattung über die Monöverteilnahme des KronprinztnsohneS auffordern. Daraus zog Geeckt die Konseguruz und nahm seinen Abschied. Der Divisionär von Königsberg General von Heye wurde sein Nachfolger. Schließlich stürzt sich das»Neuigkeits-Welt- blatt* auf die Tatsache, daß die Heimwehr ein staatliches Waffenmagazin in Hermagor erst im Jahre 1921 geplündert hab«. Die Tatsache des Waffendiebstahles wird nicht geleugnet. Nur das Datum des Diebstahles scheint den österreichischen Fascisten wichtig zu sein. Aber selbst das Argument dieses Datums ist leicht zu widerlegen, denn die Beraubung der staatlichen Waffenmagazine in Fürstenfeld, Hartberg, durch die Heimwehr, fiel schon in das Jahr 1920. So bleibt also von der»Widerlegung" der Dokumente durch die österreichischen Fascisten auch nicht das Geringste übrig. Der Prozeß, der jetzt in Wien stattflndet, wird trotz aller Versuche die Aufmerksamkeit der Well vom Wesenllichen abzulenken, dazu beitragen, Klarheit zu verbreiten, nämlich Klarheit darüber, daßdieFascisteninOesterreich zum Bürgerkrieg gerüstet haben, daß die Arbeiterschaft sichgegen diese Rü st ungen in Verteidigungszustand setzte und zu Waffen erst griff, als derStaats- ft reich per Fascisten den Arbeitern den Kampf um die Verfassung auszwang. o Schuschnigg befiehlt den Richtern Rachel Wien.(Eigenbericht.) Das Privatblatt des Herrn Schuschnigg, das»Neuigkeit s-W elt- bla t t", das mit Recht als das eigentliche Regierungsorgan in Oesterreich gilt, veröffentlichte am 31. März, also no«b vor Beginn deS Prozesses, einen Arttkel unter dem Titel»Dokumente zum Schutzbundprozeß", in dem es sich mit der Anklage gegen die Schutzbündler beschäftigt. Dieser Artikel schließt mit den Worten: »Der Kampf des Schutzbünde- auf de« Ge- meindebaufestungSgürtel in Wien war keine inntre Notwendigkeit, sondern ein hochoerräterisches Unternehmen, für das jene Büßen werden, die durch ihre VorBereitnngen Unglück über daS Vaterland gebracht haben." Dtr Arttkel 8 der österreichischen Strafprozeßord- nustg verbietet unter Strafandrohung ausdrücklich jedes Eingreifen in ein schwebendes Prozeßverfahren, jede Aenßerung einer Vermutung über d«N Ansggng des Prozesses und das Urteil. Aber im fasristischen Staat gelten die Gesetze natürlich nicht für die Regierenden. Der österreichische Bundeskanzler läßt den Richtern, während sie noch zu »mtersuchen haben, ob die Angellagten sich überhaupt eines Verbrechens schuldig gemacht haben, bereits befehlen, daß sie auf das Verbrechen des Hochverrates schuldig zu erkennen und die Angeklagten büßen zu lassen haben! 1930 stellte die Deutsche Volkspariei Seeckt als Spitzenkandidat für den Reichstag auf. Sie hoffte, der General werde sich für sie als ebenso zugkräftig erweisen wie Hindenburg für die Reaktion 1928 und wie Tirpitz einst für die Deutsch- nattonalen. So kam Seeckt in den Brüning- Reichstag mit den 107 Nazis, trat aber gar nicht hervor. Den Namen»Sphtznr" hat er von seinem undurchdringlich starren Gesicht und dem gleich rätselhaften Charakter der Reichswehr, die er aufgebaut hat. » Die Spannung Moskau—Berlin Die Korrespondenten Schweizer und französischer Blätter find in der Lage, von besonders gut informierter Seite interne Einzelheiten über die Entwicklung deSrussifch-deutschenBer- hältnisseS mitzuteilen. Danach hat Ed«n die Russen sogleich darüber informiert, was Hiller vor den englischen Ministern projektiert hat: KreuzzuggegenRußland, wobei er auf sich selbst als verdienstvolles Bollwerk gegen den »asiatischen Bolschewismus" hinwieS. Die Engländer gingen auf die Hitlerschose nicht ein und erklärten, nur mühsam ein Lächeln unterdrückend, sie glaubten an keine bolschewistische Gefahr; die ungefährdete Existenz der kleinen Randstaaten sei der beste Gegenbeweis gegen Hitlers These. Diese Mitteilungen haben in Moskau stärkste Wirkung ausgelöst und di« Abneigung gegen Deutschland noch gewaltig gesteigert. Dazu kommen die ständigen Provokationen deS HakenkreuzregimeS^ So de« vielbeachtete Zwischenfall, der sich nach dem Empfang de- neuen russischen Botschafter- S.U r i tz durch den»Führer" ereignete. Die bei dem Empfang gewechseüen üblichen Begrüßungsreden dursten auf höheren Befehl, ganz gegen die Gewohnheit, von der deutschen Presse nichtver- öfstNtlicht werden. Vie Sphinx kehrt zurück Der Generalstabschef des Dritten Reiches Amerika konfisziert Kriegsgewinne Washington. Dir mit dem Swdium des Waffenhandels betraute Denatskommission veröffentlicht den Wortlaut eines Gesetzentwurfs, der in der Oeffenllichkett-rotze- Aussehen erregt hat. Der Entwurf sieht nämlich eine Donderbe» lsteuernng der Krie-s-ewinne vor. die Munition-- und Waffenerzeu-er erzielen. Die Steuern sollen gleichlaufend mit der Realisierung der Gewinne aus der Kriegsproduktion bezahlt werden. Für Gewinne bis zu sechs Prozent des Kapitals des Erzeugers wird eine 50prozentigc, für Gewinne über diese Grenze eine lOOprozen- ttge Steuer eingehoben, mit anderen Worten,«ine die sechsprozentige Ku Vitalgrenze Lberschrettender , Gewinn wird vom Staate zur Ganze konfisziert. Das Gesetz enthält noch eine Reihe anderer drakonischer Maßnahmen. So werden die führenden Persönlichkeiten der Kriegsindustrie mobilisiert und müssen die gleiche« persöalichen Opfer für das Rationalwohl bringen wie alle übrigen Bürger; sie werden auch an die Kampffront geschickt werden. Alle Mitglieder der administrativen Dirrkttonen von Jndustriegesrll- schaften werden auf ihren Plätzen mobilisiert, erhalten militärische Grade und Gehälter, die jedoch das Oiehalt eines BrigadegenrralS keineswegs übersteigen werden. Falls sie ablehnrn, werden sie in die Kampfeinheiten eingegliedert. krankreich verstärkt das stehende Neer Paris.(Havas.) Zu der Erklärung des Ministerpräsidenten Flandin in der Deputiertenkammer, daß der Oberste NationalderteidigungSauS- schuß am 6. April zusammentreten werde, um die Gründe für und gegen eine Verlängerung der Präsenzdienstzeit bei jenen Soldaten zu prüfen, die am 13. Mai d. I. entlassen werden sollen, wird u. a. folgendes mttgeteilt: Der Oberste Na- tionakverteidigungsausschuß wird sein Gutachten nur erstatten, falls er sich für eine Verlängerung des Militärdienstes aussprechen sollte. Es scheint, daß die Regierung im Bewußtsein ihrer Verantwortlichkeit bereits jetzt den Arttkel 40 des Wehrgesetzes zur Anwendung bringen wird. Auf diese Weise würde die Armee eine sofortige Verstärkung um 160.000 Mann erfahren. Deutschlands Luftflotte der englischen gleich London. In Beantwortung einer Anfrage er- llärte Außenminister Sir John Simon im Unterhaus«, Reichskanzler Hitler hchbe während der Berliner Beratungen in allgemeinen Ausdrücken erklärt, Deutschland habe mtt Großbritannien schon die Gleichwertigkeit in der Luft erlangt. In Beantwortung einer anderen Anfrage er- klärte Sir John Simon, möge der Verlauf der Konferenz von Stresa wie immer sein, es werde durch die dorttgen Ergebnisse nicht verhindert werden, daß auf der kommenden Völlerbundsrats- tagung nicht eingehend alle Fragen durchberaten würden, wegen deren Durchberatung die kommendes Session des BölkerbundsrateS einberufen wurde. Minderheitskabinett in Spanien Parlament außer Funktion Madrid. Lerroux hat heute eine neue Regierung gebildet, die sich folgendermaßen zusammen fest: Ministerpräsident: Lerr»» x, Aeußeres: Noch». Industrie- und Handel: Marrac», Inneres: Portela Valladares, Marine: Javier de Sa» las, Landwirtschaft: San Jos« Benatza, Verkehr: Jalon, Arbeit: Baquero, Unterricht: Ramon Priel» VanceS, Oeffentliche Arbeite«: Raffael Guerra del Ski», Finanzen: Alfredo Zabala, Justiz: Vicente Cantos, Krieg: Carlos Masullet. Es handelt sich hierbei um»in Minderheitskabinett auf Grundlage der Radikalen Partei, dessen Vorsitz wiederum in der Hand von Lerroug liegt. Außer dem Marine», Unterrichts- und Finanzministerium liegt die Verwaltung sämtlicher übrige« Ministerien bei de« Radikalen. Da «nzunehmen ist, daß diese Regier««- auf starke« Widerstand stoße« wird, vor alle» bei den im letzten Kabinett vertretenen Rechtsparteien, dürfte sie nicht von langer Dauer sein. Aus diesem Grunds hat der Staatspräsident, um die Arbett zunächst für einen Monat zu sichern, ein Dekret unterzeichnet, wonach die Sitzungen der spanischen Cortes für einen Monat unterbrochen werde«. Madrid. Am Dienstag nachmittag würben in Maprid der Sekretär einer spanischen Fascisten- Organisatton auf offener Straße von einens Kraftwagen aus erschossen. Die Täter entkamen unerkannt. Litauer dürfen nicht mehr nach Deutschland Pari-. Da-„Journal" bringt dis Meldung einer Privatagentnr, daß Deutschland die Vidierung aller Reisepässe litauischer Staat-« angehöriger, welche nach Deutschland z» reisen fc« absichtigen» ndlehur. Skt. 80 Donnerstag, 4. April 1935 Seit«? ti r- j er tt. >r. >ie n« hll unk samt- «. Da tarfcn it lenste sie runde machst '»eich« Lottes den in nsten« einen» r ent« ld lgi dis chland t«ts« en he^ Sudeten deutscher Zeitspiegel Um das Schicksal der SHF Dir.LidoveNoviny" melden, dasi am Dienstag weitere Beratungen der Regierung über die Heimatfront und über die Verhältnisse im deutschen Lager überhaupt stattfanden. In Regie« rungSkreisen werde erklärt, daß die Kompliziertheit der deutschen Verhältnisse eine gründliche Erwägung erfordere, daß aber die Entscheidung bald getroffen werden wird. Selbst bei den Agrariern sind nach dem genannten Blatt fetzt schon viele leitende Funk» tionäre davon überzeugt, daß die SHF nur ein Ersatz für die Hakenkreuzpartei sei und daß sie für den Staat eine nicht geringere Gefahr darstelle, als die aufgelöste nationalsozialistische Partei. Diejenigen, welche mit einem scharfen "Einschreiten gegen die SHF noch zögern und dies damit begründen, daß man diesen Leuten doch irgendeinen politischen Unterschlupf bieten müsse, werde entgegen gehalten, daß es ja deutsche Gruppen gibt, die ihren Nationalismus mit der Rücksichtnahme auf die staatliche Ordnung der. Tschechoslowakei zu verbinden verstehen. Auch aus einem offiziellen Bericht des Ministers Dr. F r am k e in der letzten Klubsitzung der tschechischen Nationalsozialisten geht hervor, daß in diesen Tagen über den Standpunkt der Regierung zur SHF sowie über den definitiven Wahltermin entschieden werden wird. In der Debatte machte die Abgeordnete Zeminovä auf die Notwendigkeit eines enerigi« scheu Einschreitens sowohl gegen die SHF wie auch gegen die Jrre« denta in der Slowakei und Karpathorußland aufmerksam. Der Abgeordnete H a t i n a verlangte gleichfalls die energische Durchführung des Gesetzes gegen die umstürzlerischen Elemente im Staate und wies an konkreten Beispielen die hakenkreuzlerischen Tendenzen der SHF nach. Bestehen Zusammenhänge In der Propagandatätigkeit der SHF in den Betrieben der Mühlig-Union in Settenz und Aussig? Wie aus den Meldungen der Tagesblätter ersichtlich ist, wurde ein Beamter der Mühlig- Union, Settenz, im Zuge der Aktion gegen die Settenzer Ortsgruppe der SHF. verhaftet. Bei der Mühlig-Union, Aussig, ist jetzt ein Fall eingetreten, der auf den Einfluß der SHF. in den Betrieben der M.-U. ein eigentümliches Licht wirst. Die Vertragsorganisationen für die Flaschenglasindustrie der Arbeitgeber und Arbeitnehmer haben, wie wir seinerzeit berichteten, bei der volkswirtschaftlichen Abteilung des Ministerratspräsidiums eine Vereinbarung betreffend die Verkürzung der Arbeitszeit getroffen, die unter anderem auch nachstehende Bedingung beinhaltet: „Bei den Neuaufnahmen von Arbeitet« sind vor allem die gelernten Handsiaschenmacher und Arbeiter— und Arbeiterin, die früher in den Flaschenbetriebe« beschäftigt waren und in der Unterstützung nach dem Gentershstem stehen, von den Firmen znerst zu berücksichtigen, sofern sie für die betreffenden Arbeiten die entsprechenden gesundheitlichen und sonstigen Qualifikationen haben, wobei den BetriebsauSschüffe« es überlaffen bleibt, geeignete Vorschläge an di« Firmen zu er- statten." Trotz dieser klaren Bestimmung hat der Werkchef der Mühlig-Union, Aussig, einen Schlosser eingestellt, der noch nie in der Glasindustrie beschäftigt war, der aber nach der Auflösung der deutschnationalsozialistischen Arbeiterpartei von der großen„Chemischen" wegen nationalsozialistischer Tätigkeit entlassen wurde. Dazu kommt, daß noch Schlosser, die bei der Mühlig-Union, Aussig, beschäftigt waren, derzeit arbeitslos sind, und auch den anderen Bedingungen der genannten Vereinbarung entsprechen. Da ist wohl die Frage berechtigt, ob der verhaftete Beamt« Basier der einzige Propagandachef der SHF. bei der Mühlig-Union ist und ob nach seiner Messung die Aufnahmen erfolgen, oder ob auch bei der Mühlig-Union, Aussig, ein eigener Propagandachef der SHF tätig ist. Es würde auch interessieren, was Herr Dr. Mühlig als Firmenchef und Herr Architekt Dr. Bittermann von der volkswitschastlichen Abteilung des Ministerratspräsidiums, der mit als verantwortlicher Fattor die Vereinbarung gezeichnet hat, zu einer derartigen Mißachtung der Vereinbarung sagt. Hakenkreuzlerlscher Richter entlassen T r o p p a n.(Dich. P.-B.) Am Dienstag wurde dem Präsidium des Kreisgerichtes in Trop- pan die Entscheidung des Obersten Gerichtes in Brünn zugestellt, mit welcher der 42jährige Dr. Ferdinand Zopp seines Amtes als Richter im Staatsdienste entkleidet wird. Dr. Zopp wurde durch seine hakenkreuzlerische Betätigung vor der Auflösung der deutschen nationalsozialistischen Arbeiterpartei während der Zeit,, wo er Bürgermeister in OlberSdorf bei Jägerndorf war, bekannt. Drei Wochen Ernährungs- aktion 20.5 Millionen KC Prag. Das Fürsorgeministerium hat den Bezirken für die Frühjahrsetappe der staatlichen Ernährungsaktion für Arbeitslose 20.5 Missionen Kronen angewiesen. Diese Etappe begann Montag, den" 1. April» und erstreckt sich diesmal auf drei Wochen, da eine Abnahme der Arbeitslosigkeit mit dem Einsetzen der Frühjahrsarbeiten erwartet wird. Die gewöhnliche Milchaktion für Arbeits- losenkinder, sowie die Brotaktion, ist auf fünf Wochen verteilt. Das Fürsorgeministerium erwägt den Ankauf weiterer Ouantitäten von Zucker, Gerste und Weizen. Au» Die Fahrt nach Prag war eine schöne und bildende Veranstaltung, die den Teilnehmern eine bleibend« Erinnerung sein wird. Eisenbahn und Auto. Die StaätSbahndirek- tion in Königgrätz teilt mit: Am 2. April, um 22 Uhr fuhr ein Lastauto gegen die her- abgelassenenSchranken an det Bahnüberquerung im Kilometer 48.8 der Strecke Böhmisch-Leipa Persvuenbahnhof-Langenau bei Böhmisch-Leipa, durchbrach di« Schranken und wurde von dem Lastzug 8404 erfaßt. Die Lokomotive wurde beschädigt, vier Waggons entgleisten. Der Lenker des Lastautos wurde verletzt. Die Strecke wurde am 3. April um 8 Uhr wieder freigemacht. Glück gehabt. Als der britisch« Lordsiegelbe» wahrer Eden auf der Fwhrt nach Warschau am Bialystoker Bahnhof«inen kurzen Aufenthalt nahm, näherte sich ein junger Mann dem Wagen des englischen Minister- und versuchte, dem Sekretär ein G« s u ch um Bewilligung einer Palästina-Reise zu überreichen. Die Bahnhofspolizei wollt« den Gesuchsteller verhaften, er wurde jedoch ayf Ersuche« des Sekretär- Edens freigelaflen, der di« positive Erledigung des Gesuches in Aussicht stellte. Fliegertod. Dienstag abends stürzte unweit von Versailles ein französisches Militär« f l u gze u g ab. Die Besatzung, ein Leutnant und ein Unteroffizier, bli«ben tot am Platze. "Dl." Barwscheks hundert Sterilisierungen. In der Angelegenheit der in B o r d e a u x festgestellten SterilffierungSoperationen hat die Pariser Polizei weitere Erhebungen durchgeführt, welch« zu dem Ergebnis führten, daß in Bordeaux ungefähr hundert Personen operiert worden find und daß der Psestdo-Arzt auch in der Umgebung von Paris, in Bois SolombeS, Operationen vollzogen hat. Norbert Bartoschek wurde in Brüssel verhaftet und leugnet, aber mehrere Personen, welche sich einer Operation durch ihn unterzogen haben, erkennen ihn nach der Photographie mit Bestimmtheit. Di« französischen Behörden beabsichtigen, Belgien um seine Auslieferung zu ersuchen. Norbert Bartoschek soll«in Bruder eines in Graz ansässigen ArzteS sein, welcher SterilisierungSoperatio» ne« vornahm und deshalb verhaftet wurde. Das Urteil im Memel-Prozeß. In öffentlicher Sitzung des Kriegsgerichtes in Kowno wurde Mittwoch die endgültige Fassung des Urteils vom 28. März im Memelländer Prozeß in Anwesenheit aller Verurteilten verkündet. Die Verurteilten können gegen das Urteil bis zum 17. April «ine Kastationsbcschwerde beim Obersten Tribunal einlegen. Kämpfe gegen Kommunisten. Bei Hsifong, nördlich von Kweijang, finden erneut schwere Kämpfe mit den Kommunisten statt. Kwangsi- und Junnandivisionen wurden zur Verstärkung der Regierungstrvppen entsandt. Rieseubrand in Oslo Oßl». An den Werkstätten der Firma MyreN I brach Mittwoch früh gegen 4 Uhr Feuer aus, das« infolge des starken Nordwindes bald bedrohliche 1 Ausmaße annahm. Außer einem großen Teil der I Fabrik wurde ein für die Felluloseherstellun« be- I ftimmter, zur Ablieferung fertiggestellter söge- I nannter»Sieber" völlig vernichtet. Der Schaden I Wird auf über eine Million norwegischer Kronen| geschätzt. Fünf Feuerwehrmänner wurden bei den j Löscharbeiten verletzt. 45*000 Malaria-Opfer London. Wie aus Colombo gemeldet wird, hat dir Malaria-Epidemie auf Ceylon bisher 43.000 Todesopfer gefordert. Lerlast««« Bärenkinder. Aus llzhorod wird berichtet: Bor einigen Wochen traf der Waldauffeher Katrinjak im Reviere der Direktion der staatlichen Wälder und Güter in Bussina zwei verlassene junge halbverhungerte Bären. Diese wurden in der Hegerei in Byftttk-Strunjin bei der Gemeinde Brustury im Bezirk Tacevo aufgezogen und haben sich gut entwickelt. Kabrinjak wird die jungen Bären später wahrscheinlich an irgend einen zoologischen Garten abgeben. Vom Rundiunh Gin neues Zeitzeichen Don Freitag an wird der tschechosiowaftsche Rundfunk in den ersten Morgenstunden ein neues- Zeitzeichen senden. Eine besondere elektrische Anlage, welche mit der staatlichen Sternwarte synchronisiert ist, wird durch Vermittlung der Poftzeitzentrale von 6.00 bis 7.16 Uhr früh genaue Signale ausgeben, welche zur leichteren Orientierung der Hörer nach dem Muster einer Schlaguhr gewählt find. Die Vier»! telftunde wird durch einen Puntt und einen Strich <.—) bezeichnet, die halbe Stunde durch zwei Punkte und einen Strich(..—), die drei Viertel durch drei Punkte und einen Strich<...—) und die ganze Stunde durch vier Punkt« mit einem Strich Di« Jahresversammlung des Kuratoriums des Arbeiterrundfunks fand Mittwoch, den 3. April, im Sitzungssaal des Ministeriums firr soziale Fürsorge unter Vorsitz des Ministers Dr. Meißner statt,! Der Minister nahm mit großem Interesse di« ausführlichen Berichte der Funktionäre über die Tätig« leit des Arbeiterrundfunks auf dem Gebiete der Vor» ttäge und Hörspiel« entgegen. Mit Aufmerksamkeit folgte«r dem Bericht über die Fürsorge, welche der Arbeitrrrundfunk der Propaganda und der Popularisierung des Rundfunks unter der Arbeiterschaft widmet. Zum Schluß der Sitzung sprach der Minister der Redaktion in Hinblick-uf den votgelegten Tätigkeitsbericht für das Jahr 1034 seinen aufrichttgen Tank für. die Wirksamkeit aus. Er bewnte di« positive! soziale und kulturelle' Bedeutung des Arbeiterrund- funks für di« arbeitenden Schichten und damit für den Staat. Dir geleistete Arbeit überzeuge chn vollauf vom Werte der Wirksamkeit des Arbeiterrundfunks, dessen weitere Aufgaben, insbesondere in der gegen-, wärtigen Zeit, der Minister nachdrücklich betonte. Empfehlenswertes aus de« Programme«: Freitag Prag: Dender L: 10.08 Deutsche Presse. 11.00' Schallplatten. 13.88 Arbeitsmarkt. 16.58 Kammermusik. 16.45 Tschechisch für deutsche Hörer. 18.15 Deutsch« Sendung. 18.40 Arbeitersendung: Aktuelle zehn Minuten. 10.80 Aus dem Nationale theater: Honzas Königreich, Oper von Ostrkil.—- Sender St.: 14.35 Orchesterwerke van Tschaikowsky.! 15.00 Deutsch« Sendung: Für di« Frau. 18.00 Slowakische Lieder.— Brünn: 13.40 Unterhaltungsmusik. 18.15 Deutsche Sendung.— Mähr.-Oftrau: 17.55 Deutsche Sendung: Rezitationen. 25 Todesopfer des Schober-Brandes Identität bisher nur bei einer Leiche festgestellt Njhorod. Dienstag nachts wurde an der Brandstätte der Schober Bereitschaft gehalten, weil Befürchtungen bestanden, daß der stch verstärkende Wind glühendes Stroh in die Umgebung tragen könnte. Die Arbeiter bargen im Pause der Nacht eine wettere verbrannte Leiche,«, zw. wieder aus dem mittleren Schober, i« welchem am meisten Leiche« gefunden worden sind. Nach Aussagen der an den Aufrüumungsarbetten beschäftigten Arbeiter wurde« Mittwoch vormittags in einem der niedergebrannten Strohschober am Grunde fünf weitere vollkommen verkohlte Leiche« gefunden, die nebeneinander lagen. Die Leichenreste bestanden eigenttich «urmehr aus wenigen Knoche«, die, als sie an die Luft gebracht wurden, sofort in Weiße Asche zerfielen. 3« de» Resten des Strohschobers kann man«och gut erkennen, wie die Obdachlosen sich einen Raum zum Uebernachte« geschafft habe«. Die Lage der verkohtten Leichen zeigt, daß die Opfer mitten im Schlafe vom Feuer überrascht wurde». Zm letzten Strohschober, der gestern auseinander geworfen wurde, wurden drei wettere Leichen gefunden. Die Zahl der Opfer wird aller Wahrscheinlichkett 25 erreiche«. Es scheint, daß wettere Leichen nicht mehr gefunden werden. Saisonarbeiter, die dem Tod entrannen Dienstag abends veranstaltete die Ujhoroder Polizei eine Durchsuchung aller jener Orte, welche von Obdachlosen ausgesucht werden, um eventuell die Namen jener festzustellen, welche unter ihnen fehlen. Jene Leute, welche in den Schobern übernachtet haben, meldeten sich allerdings bei der Polizei nicht, weshalb diese Feststellungen erschwert sind. Es wurde gleichfalls sichergestellt, daß in der kritischen Nacht auch 45 hip 18 Saisonarbeiter in den Schobern übernachteten, welche in den Weinbergen arbeite« and dir um vier Uhr morgens, also etwa 25 Minute» vor Ausbruch des Brandes, zur Arbeit gingen. In den Schobern waren in der schicksalsschweren Nachl 20 bis 2 5 Leute anwesend, von denen nur vier auf der Flucht von der Brandstätte angehalten wurden. Es scheint, daß sich doch nach mehrere von ihnen gerettet haben, die sich aber «US Furcht vpr der Polizei und der Bestrafung nicht melden. Die Polizei steht vor der schweren Aufgabe, die Identität der Opfer festzustellen, was umso schwerer ist, weil viele der Leute einander nur nach den Tausnamen oder nach Spitznamen kannten. Eine Stunde vor Ausbruch des Feuers hat eine Wach« der Wach- und Schließgesellschaft die Schober inspiziert und nicht- Verdächtiges vorgefunden. O Einem ausführlichen Bericht der P o l i z e i- direktioninUzhorod entnehmen wir Fol- gendes: Die Brandwehren mußten sich infolge Wassermangels, des starken Windes und des sengenden Feuers auf die Lokalisierung des Brandes und aus den Schutz der bedrohten.Nachbargebäude beschränken. Erst«ui sechs Uhr morgens, als die Oberfläche der Schober niedergebrannt war und die Flammen ein kleineres Ausmaß hatten, konnte wenigstens zum Teile mit den Nachforschungen in den Schobern und im Schupfen begonnen werden, die dahin abzielten, festzustellen, ob dortselbst nicht Menschen umgekommen waren. Die Schwierigkeiten der Erhebungen An der Brandstätte erschien gestern um zehn Uhr vormittags eine Sanitätskommission der Polizeidirektion von Uzhorod, die kon- statierte, daß der Brand noch weiter wüte und etwa gegen Mittwoch abends werde vollständig gelöscht werden können. Ueber die Entstehungsursache des Brandes werden weitere Nachforschungen durchgeführt. Verhört werden wetterhin alle Personen, die Auskunft geben könnten über jene Personen, die in den Schobern ihr Nachtlager hatten. Außerdem wird ein Fahndungsrundschreiben an sämtliche Gendarmeriestationen in Karpatho- ruhland und in der Qstslowakei ausgegeben werden, in welchem die Bewohner der umliegenden Gemeinden des Ujhproder Bezirkes ausgefordert werden, über ihre Angehörigen und Anverwandten, welche nach UZHorod gegangen waren und bisher noch nicht zurückgekehrt sind, die zuständigen Anzeigen entweder an die Ujhoroder Polizeidirektion oder an die Kommandos der zuständigen Gendarmeriestattonen zu machen. Biet Personen, die bi dem Lagerraum überwachtet hatten, wurde« verhört. Bon sieten zuverlässig agnoszierten Menschenüberreste« konnte bisher die Identität blaß bei einer Leiche festgestellt wer- de«, nämlich bei der Leiche d«S 1911 in Pere- ii« geborenen Arbeiters Ja« Hanöar, den seine eigene Mutter wiederer» ka««te. Attentat gegen einen russischen Staatsanwalt Moskau. Nach einer Meldung aus Slaw- s a n s k(Ulraina) ist ein neues Attentat auf den StaatKanwalt Welischko verübt worden. An seinem Aufkommen wird gezweifelt. Di« politische Polizei nahm zahlreiche Verhaftungen vor, da es sich um einen polüischen Anschlag handelt. TagcsiicuigKciicp Schweres Grubenunglück im Kattowitzer Revier K a t t o w i tz. Auf der Sobieska-Grube im Dombrowaer Gebiet ereignete sich am Mittwoch vormittags ein schwerer Grubenunfall. Ein Damm einer Wasserader brach und«in Teil des Schacht, ausbaues wurde unterspült. Dabei begruben größere Kohlenmaffrn sechs Bergleute. Tie sofort aufgenommene« Rettungsarbriten führte« erst nach mehreren Standen zur Bergung»en drei Arbeiter«. Sie hatten nur leichtere Berletz»ngen erlitte«. Später Warden zwei weitere Verschüttete freigelegt. Einer von ihne« war bereits tot, der andere wurde mit schweren Verletzung«« am ganzen Körper m- Krankenhaus geschafft. Ei« Bergknappe konnte bisher nicht gebar» gen werden. Der Müller und sein»Kokain* Troppa». Am Montag abends gelang eS der Polizei und Finanzbeamten in Troppau, eine Gruppe von Kokain-Schmugglern, an deren Spitze der reiche Müller Bliemel aus Oehlhütten stand, zu ertappen, als sie in einem Gasthause Original-Pakete mit Kokain abwogrn. Durch eine chemisch« Analyse wurde sodann sichergestellt, daß dgs Pulver, das als Kokain ün Wette von 20.000 KL ausgegeben wurde, gewöhnliche Schlemmkreide ist, mit der ein Zwischenhändler betrogen werden sollt«. Alle Verhafteten wurden dem Gerichtsgefängnis eingeliefert. Der Vorfall wird Wester untersucht. Z«m Chauffeurmord i« Teplitz Tas Movdgeheimnis scheint sich nun doch allmählich zu lüften. Es wird nun bekannt, daß die Prager Kriminalpolizei die Personalien eines Mannes sichergestellt hat, der an diefemMord beteiligt gewesen sein soll. Bekanntlich wurde das Auto des getöteten Chauffeurs Watzel beim Alexander- Schacht in Herrlich gesehen. Zeugen haben angegeben, daß aus dem Auto zwei Männer ausgestiegen sind. Der eine 170 Zentimeter groß, ohne Bart, mit dunklem Anzug und dunklem Filzhut, der zweite ebenfalls battlos, mit grauem Anzug, grauem Weichen Hut und etwa 160 Zenti, meter groß. Beide Männer gingen über eine Wiese. Ein anderer Zeuge hat das Mordauto am gleichen Tag« vor 8 Uhr früh vor dem Gasthaus „Zur Stadt Prag" gesehen. Beim Auto sollen in Preschen drei Männer gestanden haben. Als diesem Zeugen Photographien vorgelegt wurden, Erkannte er in einer das Bild eines der Männer, die rechts neben dem Auto gestanden find. Ein gewißer Karl Schulz wird steckbrieflich verfolgt. Es ist sicher, daß er mtt Watzek länger bekannt war und öfters mit ihm fuhr. Schulz soll zu der Gruppe des berüchtigten Losbetrügers Wenzel Eger, der unlängst in Straschnitz verhaftet wurde, gehören. Schulz befindet fich in der Gesellschaft eines gewißen Rudolf Pelat und eines Richard Bukek. Beide sind ebenfalls bekannte Losbetrüger. Die drei lütten von Losschwindeleicn. Sie benützten öfters das Auto WatzekS, sie fuhren gern im Auto, um btt den Landbewohnern Eindruck zu machen. Es ist nicht ausgeschloffen, daß Watzek von der verbrechettschen Tätigkeit des Schulz und seiner Komplizen wußte und daß dieser Schulz, der mehrfach vorbestraft ist, mit Hilfe seiner Kollegen den Chauffeur ermordet hat, um ihn zum Schweigen zu bringen. Aussige» arbeitslose Iugendficke besuche« die Hauptstadt Prag Als Abschluß des 2. Kursks der T alle ein! Klein und groß, Kinder und Erwachsene! Kdmmt am Samstag, dem 6. April, abends 6 Uhr, in den Radiosaal zu unserem Müder Fest«be«d ____ Wir zeigen Euch ein buntes PRAG Programm: Spiele, Sing-Sang, Gymnastik, Hebungen mn Gerät. Auch die Roten Falken helfen mit. Für jedes Kind haben wir ein Geschenk vorbereitet. Bringt Eure Bekannten mit. Freundschaft! Die Atus-Kinder. * ' Die Einttitiskarten zu 6 KL haben auch Gültigkeit für die Akademie der Erwachsenen. Für Kinder freier Zuttttt. Kindettreunde, Prag. Heute, Donnerstag, abends 6 Uhr; in der Redaktion des„Sozialdemokrat" dringende Ausschußsitznng. Bezugsbedingungen: Bei Zustellung ins HauS oder bei Bezug durch die Poft monatlich KL 16.—, vietteljährig KL 48.—. halbjähttg KL 96.—. ganzjährrg KL 192.—.— Inserate werden laut Tattt billigst berechnet. Bei öfteren Einschaltungen Preisnachlaß.— Rückstellung von Manuskripten erfolgt nur bei Einsendung der Retourmarken.— Die Zeitungskrankatur wurde von der Post- und Tele- graphendirektion mit Erlaß Str. 13.800/VH/1930 bewilligt.— Druckerei:„Orbis". Druck-, Verlags, und Zeitungs-A.-G.. Prag.